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Full text of "Papsttum und Untergang des Templerordens"

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R           1907 

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yorreformätionsgeschichtliche 
Forschungen. 


HEHAUSr.KGEBEN 

VOK 

HEINRICH  FDfKE. 


IV. 

PiPSTTÜM  UND  UNTERGANG  DES  TEMPLERORDENS. 

I.  BIND:  DlRSIELlirHG. 

VON 

HEINRICH  FINKE. 


MÜNSTER  i.  W,  1907. 

DRUCK  UND  VKRLAG  DER  A8CHKND0EFFSCHBN  BUCHHANDLUNO 


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PAPSTTUM 

UND 

UNTERGANG  DES  TEMPLERORDENS 

I.  BAND:   DARSTELLUNG. 


DR  HEINRICH  FINKE, 

O.  PBOFESSOB  I>EK  ÜESCKICHTE  IN  FREIKUKG  i.  B. 


'^  MÜNSTER  i.  W.  1907. 

DRUCK   UND  VERLAG  DER  ASCHENDOBFPSCHEN  BUCHHANDLUNG. 

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InE  Nt:.'.  Ynhj< 
fliUC  lli<;-;ARY 


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Meiner  Frau. 


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Vorwort. 

Aus  dem  Qudlcitbiinde  leile  ich  zunächst  die  [Geruch Ut^un^' 
her,  die  Literatur  über  den  Untergang  des  Teniplerordens  durch- 
i'in  netics  Werk  zu  bereichern.  Dupiiy  im  17.,  Wilkins  im  18., 
Haynouarrt  zu  Beginu,  Michelol  zu  Mitte  und  Scholtmölier  — 
in  etwa  auch  Prutz  —  gegen  Ende  des  19.  Jahrhunderts  haben 
den  mächtigen  ProzeIJstoff  zusammengetragen,  der  für  die  Prü- 
fung der  Frage  nach  Schuld  oder  Unschuld  des  Ordens  stets 
zuerst  heranzuziehen  ist.  Ich  biete  nunmehr  einen  anders  ge- 
arteten Quellenstoff,  mehr  Stimmungs-  als  neue»  Tatsachen- 
nialerial,  den  Briefwechsel,  den  jene  kraftvollen  aragonesischen 
Vertreter  des  Ordens,  auch  eingesclilossen,  miteinander  und 
»lit  Frankreich  fiihrten,  und  ich  halte  die  von  vielen  Seiten 
als  notwendig  empfundene  Nachlese,  Die  Briefe  der  aragone- 
sischen Templer  fielen  mir  bei  der  Sammlung  der  Acta  Arago- 
nensia  in  die  Handj  die  Nachlese  war  in  erster  Linie  in  Paris 
und  Rom  zu  halten:  in  der  Heimat  der  französischen  Templer 
und  an  der  Sammelstelle  der  avignonesischen  Quellen.  Ich 
weiti  n'ohl,  daß  ich  nicht  alles  Übersehene  herangezogen  habe; 
dazu  hätte  es  Jängern  persönlichen  Nachsuchens,  zumal  auch 
in  England,  bedurft.  Aber  ich  habe  die  Empfindung,  dalj  das 
Ausschlaggebende  jetzt  vorliegt.  Wenn  die  deutschen  oder 
spanischen  Prozesse,  die  Grundlagen  der  Veröffentlichungen 
von  Wilkins,  aufgefunden  werden  sollten ,  so  wird  das  Ißr 
Einzelfragen  und  für  den  Forscher  immerhin  interessant  sein, 
die  Schuldftage  wird  durch  solche  Funde  wohl   nicht  weiter 

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VIII  Vorwort. 

geklärt  werden.  In  geivissem  Sinne  beruhigend  für  den  Forscher 
wirkt  die  Tatsache,  daß  auch  Dupuy,  abgesehen  von  einem 
verschollenen  Stücke,  nachweisbar  nichls  weiter  gekannt  hat, 
als  was  jedem  Historiker  auch  jetzt  noch  in  den  Archives 
nationales  zugänglich  ist.  Wohl  wird  das  von  einem  süd- 
französischen Aristokraten  geplante  Urkundenbuch  des  Templer- 
ordens für  die  Geschichte  des  Gesamtordens  wie  der  materiellen 
Lage  der  französischen  Templer  von  hervorragendem  Interesse 
sein,  für  die  Beleuchtung  der  Schuldfrage  höchstwahrschein- 
lich kaum. 

Aber  auch  ohne  diese  Bereicherung  des  Quellenstoffes 
war  eine  erneute,  vorsichtige  Prüfung  des  vorhandenen  und 
der  daraus  bislang  gewonnenen  Resultate  berechtigt  und  vor- 
aussichtlich lohnend.  Von  den  vier  neuern  Darstellungen  der 
Katastrophe  konnten  Schottmüller  und  Gmelin,  infolge  starker 
methodischer  Mängel,  von  der  Schuldlosigkeit  des  Ordens  nicht 
völlig  überzeugen.  Prutz  hatte  ein  In  mancher  Be/.iehung,  so 
besonders  in  der  Behandlung  von  Nebenfragen,  vortreffliches 
Buch  geschrieben,  in  der  Hauptfrage  beharrte  er,  trotz  größerer 
Mäßigung,  bei  seiner  vorgefaßten  Meinung  von  der  Schuld  des 
Ordens,  und  gerade  deren  Fundamente  erwiesen  sich  als  be- 
sonders schwach.  Lea  hatte  im  Rahmen  seiner  History  of  the 
Inquisition  die  Vernichtung  des  Ordens  untersucht  und  nament- 
lich dazu  beigetragen,  daü  die  überwiegende  Mehrzahl  der 
Gelehrten  jetzt  an  die  Schuldlosigkeit  des  Ordens  glaubt;  aber 
Lea  ist  in  seinen  Einzelausführungen  außerordentlich  inkorrekt, 
vielfach  voreingenommen,  und  in  der  Schlußbeurteilung  des 
ganzen  Problems  hat  er,  wie  Prutz  mit  Recht  hervorgehoben, 
es  an  Konsequenz  fehlen  lassen.  Ich  betone  hier  diese 
Schwächen  der  sonst  sicher  verdienstvollen  Werke  und  lasse 
mich  auf  eine  Einzelpolemik  im  ersten  Bande  nur  in  den 
seltensten  Fällen  ein.  Das  haben  ja  schon  die  vorzüglichen 
und  so  ergebnisreichen  Kritiken  getan,  mit  denen  Karl  Wenck 


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faät  jedes  dieser  Werke  in  den  Göttintfer  GelehKen  Anzeigen 
begleitet  haL 

Bei  der  Behandlung  des  Hauptproblems  war  eine  riclitige 
Fragestellung  unbedingt  nöltg,  um  Übertiaupt  ein  Ergebnis 
zu  eraieien,  das  überzeugt.  Ich  wiederhole,  was  ich  unten 
S.  326  gesagt:  „Wenn  von  Schuld  oder  Unschuld  des  Templei^ 
Ordens  gesehrieben  oder  gesprochen  wird,  so  bedeutet  das  eine 
ÄntHTort  auf  die  Frage:  Waren  die  Verleugnung  Christi,  Be- 
speiung  des  Kreuzes,  unsittliche  Küsse,  Aufforderung  zur  Sodomie 
nnd  Anbetung  eines  Idols  im  Orden  bei  der  Aufnahme  und  bei 
den  Ordenskapileln  gebräuchlich?  Nur  in  diesem  Sinne  kenne 
ich  ein  Problem.  Also  nicht  Vergehen  eines  einzelnen  Templers, 
nicht  dem  Orden  auf  andern  Gebieten  anhoftende  Schattenseiten 
fallen  unter  den  Begriff  der  Templerschuld."  Dieses  Haupt- 
problem muß  ich  im  Sinne  anderer  Forscher  lösen:  Die  schwer 
anschuldigenden  Selbstbekenntnisse  der  Templer  können  für 
uns  nicht  den  geringsten  Wert  für  die  Beantwortung  der 
Schuldfrage  haben.  Es  kam  nun  für  mich  darauf  an,  mit 
mehr  Überzeugungskraft  als  meine  VorgÄnger  die  Auffassung 
Ton  der  Schuldlosigkeit  des  Ordens  zu  vertreten.  Ich  habe 
deshalb  die  Geschichte  des  Ordens  im  13.  Jahrhundert,  soweit 
sie  besonders  nach  Prutz  Grundlagen  für  die  Anschuldigungen 
bieten  sollte,  geprüft  und  habe  nichts  gefunden:  Der  Orden 
sieht  im  Verbände  der  Kirche  recht  und  schlecht,  mit  Vor- 
zügen und  Schattenseiten,  ganz  so  wie  die  andern,  besonders 
der  Hospitaliterorden.  Für  die  Beurteilung  der  Katastrophe 
selbst  dürfte  doch  der  Nachweis  einer  der  kirchlichen  Inquisition 
allgemein  vorausg^enden,  mit  Folterung  verbundenen  staat- 
lichen Untersuchung,  der  Nachweis  von  zwei  nebeneinander 
und  gegeneinander  arbeitenden,  in  Form  und  Wirkung  allem 
natürlichen  Recht^efühl  hohnsprechenden  Untersuchungskom- 
missionen,  neben  dem  erstmaligen  Hinweis  auf  das  unwürdige 
Verhalten  des  Ordensmeisters  von  starker  Wirkung  sein.    Auch 


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X  Vorwort. 

in  trrdtitjeron  Naturen,  als  die'  französischen  Templer  damals 
waren,  würden  solclic  Brutalitäten  allen  Mut  und  aili;  Neigunjc 
zum  kämpf  für  die  Ordensunschuid  erstickt  Irabcri.  Eins 
scliüint  mir  siclior  zu  sein:  Wer  jelzt  noch  für  die  Walirheit 
der  Anklagepunkte  eintritt,  der  niiiö  auch  den  Mut  haben, 
seinen  Glauben  an  die  Erscheinung  des  Teufels  in-  CJestalt  eines 
Katers  bei  den  Templerfesten  zu  bekunden;  denn  dessen  Er- 
scheinen, und  zuweilen  auch  seine  Buhlschafl  mit  ihnen  in 
Oestalt  einer  schfinen  Frau,  haben,  wie  wir  jel7.t  wissen 
(II,  342  ff.),  zahlreiche,  wahrscheinlich  Dut>;cnde  von  Tempiem 
ebenso  bejaht  und  beschworen  wie  die  andern  Ankla^epunkte. 

Nohen  dem  Hauptproblem  gibt  es  einifre  noch  ungelöste 
Nebenfragen,  So  vor  allem:  Was  hat  Philipp  d.  Seh.  zum 
Vemiehtungskampf  gegen  den  Orden  bewogen?  Den  Verräter 
Esquiu  de  Floyran  kennen  wir  jetzt.  Seine  Denunziation  hat 
gewiß  ihre  grolJe  Bedeutung,  besonders  bei  einer  Persönlichkeit 
wie  Pliilipp  d.  Seh.,  aber  den  Hauptantrieb  zur  Ausrottung 
hat  doch  wohl  die  prekäre  wirtschaftliche  Lage  Frankreichs 
gegeben.  Und  hier  muli  ich  die  Haupfschwilche  meines  Buches 
bekennen.  Die  soziale  Lage  Frankreichs  und  seines  Königtums 
anschaulich  zu  machen,  habe  ich  nicht  vermocht.  Dazu  fehlen 
trotz  Boutaric  noch  die  Grundlagen;  hier  Wandel  zu  schaffen, 
ist  Sache  französischer  Forscher.  Eine  zweite  Frage  ist:  Wie 
kommt  das  Papsttum  zu  seiner  verhängnisvollen  Stellung  itn 
Templerprozelj?  Denn  auch  der  Forecher,  der  mit  Leas  halt- 
tosen Anschuldigungen  nicht  operiert  und  der  zugibt,  daß 
Klemens  V.  Schlimmeres  verhütet  hat,  staunt  doch  über  die 
unendlich  traurige  Rolle,  die  dieser  erste  avignonesische  Papst 
gespielt  hat.  Hier  glaube  ich  volle  Aufklärung  geboten 
zu  haben. 

Herzlichen  Dank  schulde  ich  für  das  Zustandekommen 
der  Queliensammlung  an  allererster  Stelle  Francisco  de  Bofarull 
y  Sans,  dem  hochverdienten  Direktor  des  Kronarcliivs  in  Bar- 


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Vorwort.  Xi 

celona,  ohne  dessen  Uitkrailij^  fieihülfe  auch  diese  Sammlung 
niclil  entstanden  wäre;  dann  dem  Catedratico  Andres  Gimenez 
Soler  in  Saragossa;  dem  Assistenten  am  Preußischen  Institut 
in  Rom  Dr.  Gßtler,  der  in  Rom  ergebnisreiche  Nachforschungen 
für  mich  anstellte  und  Abschriften  einsandte;  Professor  Schmitz- 
Kallenberg  in  Münster  für  die  Kopien  des  Prozesses  von  Chinon 
und  der  Bulle  .Letamur  in  te";  Herrn  O.  Beuve,  Mitglied 
der  ecole  des  Charles  für  Pariser  Abschriften;  Herrn  Dr.  Kirsch 
in  Köln  für  Mitteilungen  zur  Geschichte  der  Beichte;  meinem 
Kollegen  E.  Levy,  der  einen  Teil  der  katalanischen  Texte  durch- 
gesehen hat,  zu  deren  Sicherstellung  das  mir  von  G.  Baist 
zur  Verfügung  gestellte  Diccionari  de  la  lengua  Catalana  von 
Pere  Labernia  (1839)  so  oft  versagt  hat. 

Frei  bürg  i.  B.,  am  6.  Oktober  1907. 

H.  Finke. 


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ErgäniDogeiL 

Za  S.  81  Amn.  2.  Man  vgl.  aoch  daa  Urteil  in  der  merkwtlrdigen 
Schrift:  G«1lectio  de  acandatis  ecciesiae,  in  DnllJDger,  Beitrflge  zai  poli- 
tiscbeo   .  .  .  Geschichte  IIl  (1882)  8.  196. 

Za  Kap.  IT.  L-  Esquieu  (So  der  Hcbtige  Name.  Das  Buch  ist 
mir  erst  neuerdings  zagekommen.),  Les  Templiere  de  C&bors  (1899j  bringt 
mehrere   Prozewe  ansfllhrlicli.     Sie  enthalten  niehte  Neues. 

Za  S.  180.  Die  Balle:  .Pastoralis  preeminentie'  auch  gedr.  im 
Bnilarinm  Franciacanum  V  (1398)  Nr.  96  S.  42  IT.  Hier  an  die  Inquisitoren 
im  Kircbenstaat  adressiert ! 

Über  Holay  vgl.  anch  faac.  10  der  Begisler  Donifaz'  VIII.  (1907) 
Nr.  4169,  4199. 

VoD  H.  Pmtz  sind  in  den  Sitzungsber.  der  Kgl.  Bayer.  Akademie 
der  Wi»a  1905  und  1907  erschienen:  1.  Die  Antanomie  dea  Tempi erordens, 
2,  Zar  GeneaiB  des  Teroplerprozessea.  Sie  enthalten  nehen  Wied erhol angen 
md  TrmforinoDgen  frflherer  Ansichten,  neben  manchem  Falschen  hie  und  da 
Beachte DBiroTtea.  Der  Nachweis,  da6  die  Templer  jemala  feindselig  aieh 
aar  Kurte  geateltt,  ist  nicht  erbracht.  Ober  das  Bechtsinstitnt  der  klöater- 
lichen  Exemtion  schreibt  A.  HQfner  im  Archiv  f.  kath.  Kirchenrecht  I90T. 


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Inhalt  des  I.  Bandes. 


Ei^inzongea XIII 

1.    Zar    Oeachjrlitc    des    Tt-mpIcTordens    im    13.    Jahr- 

1.  EinleilDDg  ....  ....  3 

2.  Die  drei  lelzlen  Grofimcieler  und  die  Siißere  Geücbichtc 

des  Ordens 10 

3.  Die  SonderetelluQg  der  Hragonesiachcn   (und  xpunisclienl 
Templer 27 

A.  Die  Templer  und  das  Pnpsttum  im  letzten  JAhrhundeit        41 
d.  Philipp  der  Soli5ne  and  die  Ttmpler  bis  1805  &4 

6.  Die   iDDere   und   SnBere  Entwickelimg   deR  Ordens  and 

aeine  Beurteilang  ia  dur  letzten  Zeit       ....        62 
IE.     Die     PeraSnlithkeiten     Philipps     des    Schönen     und 

Klemens'  V 86 

III.  König,  Papst  und  Templer  bis  znr  Verhaftung  der 
froDzüsischen  Ordena^lieder  am  13.  Oktober  1807    .       111 

IV.  Die  Verhöre  des  Jolires  1307 144 

V.     Pupst   und   Kiinig   nach   der  Gefangennahme   bis   zum 

Abschlug  der  Verhandlungen  in  Poltiere  .172 

VI.    Die.    Templer    und    die    biechöflicbe    Inquisition    in 

Frankreich.    Die  pftpetliche  Kommission  daselbst     .      2;)1 
VII.     KSnig    Jajrme    U.    und    die    aragonosischen    Templer 

1307-1309.    Die  VerbOre  in  den  andern  Lilndern      .      282 

Vlii.    Die  ScbuJdfrage 326 

IX.     Die    Templerfrage     auf     dem     Vienner     allgemeinen 

Koniil 345 

X.    Klemens    V.     and    die    TemplergUter.      Templerge- 

Bchicke.    Schluß 370 

Beilagen. 

I.    Der    Templermeiater    und     die    Kreuzzugsfrage    auf   dein 

Konzil  Ton  Lyon  1874 387 

n.    Der  Kntwurf  der  Bulle  .Letamur  in  te'  vom  1,  Juni  1307       SWS 

III.  Auszug    aus    den    Templerverhuren    in    Cypem     für    das 
Vieuuer  Konzil  (1811) WO 

IV.  Die  Tbmplei  and  die  Beichte :j95 


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Papsttum  und  Untergang  des 
Templerordens. 


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I.  Zur  Creschichte  des  Templerordens  im 
13.  Jahrhandert. 

1.  Einleitung. 

Eigenartig  ist  die  Blüte,  welche  die  iirsprün^f liehe  Kreun- 
7.ugsbeg:*'islerung  in  der  Orftndung  des  Templerordens  getrieben 
hat.  Glieder  der  ersten,  sclirnft'  sich  absrh liebenden  Gesell- 
schaflsklasse,  Vertreter  des  Kitlerlums,  das  trotz  des  ja  riberiill 
im  Mittelalter  sich  zeigenden  religiösen  Firnisses  das  rliHstliche 
Ideal  nur  hielten  venvirklichte,  tun  sich  zusammen  zu  denn'i- 
tigem  Dienst  und  zum  Sehnt/,  der  Jenisalenipilger,  zu  selbstloser 
Verteidigung  des  ('hristenfnins  und  des  neu  erworbcni-n  christ- 
lictien  Besitzes  im  h.  l^ande.  Mag  uns  auch  diu  pngste  Ver- 
bindung zwischen  Religion  und  blutigem  Kriegshandwerk  be- 
fremden, was  übrigens  schon  im  12.  Jahrhundert  als  aultüllig 
empfunden  wurde '),  zwei  unvei>;ängliclie  Verdienste  hat,  wie 
Sohnürer  schon  mit  Recht  hervoi^eliohen  -),  die  ni'iie  Schfip- 
fung  fiir  die  allgemeine  Kulturentwickelung  sich  erworben:  sie 
hat  das  Vordringen  des  die  alwndlAnd Ische  Kultur  bedrohenden 
Islam  im  Orient  wie  in  Spanien  wirkungsvoll  hekämpll;  sie  lint 
das  Ideal  des  ritterlichen  Mannes,  des  hom»  legalis,  religiös 
vertieft  und  damit  einer  großen  und  für  .lahrlmnderle  einfluti- 
reichen  Menschenklasse  Schaffensgebiete  geöffnet,  deren  spfffiis- 
reiche  Wirkung  für  die  Menschheit  jetzt  noch  fortdauert. 

Mittelalterlicher  Sitte  gemäli  bilden  die  „paupercs  milites 
(Jtiristi'  eine  Ordensgemeinschafl,  zuei-st  lockerer,  dann  mön- 
chisch geschlos.sen.  Genaue  Zeitangaben  über  diese  Wandlun- 
gen, die  ersten,  besonders  militärisi'hen  Ueiatigungen  der  Mit- 
glieder, die  ursprüngliche   lateinisclie  Regel   la.=son   sich   trotz 

')  Es  geDlIgt  liier  auf  die  Belege  bei  Keoter,  lieach.  Aleiamlpra  III 
(1864)  111.  799  hiunweiaen. 

'I  <j,  ^ichDflrer,  Die  ursprüngliche  Templerregel  (1903;  S.  127. 


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4  Zur  (ie>«-liiulitc  <lo»  Tüm|>lGi'or<1tiii><  im   13.  Jahrlitm<lerl. 

einer  Reihe  neuester  Arbeiten  nicht  machen');  vielleicht  daü 
hie  oder  da  noch  eine  vereinzelte  Urkunde  neues  l-ichl  bringen 
bann,  vielleicht  auch  nicht.  Sicher  ist  wohl,  data  der  Tenipler- 
orden  Muster  geworden  als  religiöse  Genossenschaft  Tür  die 
andern  Ritterorden;  selbst  die  zeithch  vorangehenden  Hospi- 
taliter  organisierten  sich  später  nach  <lem  Mustei*  dci'  Templer, 
Zum  ersten  Male  entsteht  also  eine  mönchische  Genieinschatt 
nicht  nur  mit  einem  ganz  neuen,  einem  militfirischen  Zwecke, 
sondern,  was  vielleicht  noch  charakteristischer  ist,  seine  Mit- 
glieder vom  Obersten  bis  zum  Niedei-sten  gehören  dem  Laieu' 
Stande  an:  sie  bleiben  Brüder,  schliefen  zunächst  Kleriker  wohl 
ganz  aus  und  gliedern  sie  dann  sich  ganz  locker  als  Gast- 
kapläne,  in  unterordnender  VVeisi>,  an.  Ein  Menschenaiter  nach 
seinem  Entstehen  beginnt  erst  das  wirkliche,  auch  dann  noch 
wenig  einflußreiche  Ordensklerikat. 

Daß  dieser  Ritlerorden  nicht  den  bisherigen  Mönchsor- 
ganisationen glich,  ist  begreiflich.  Auch  in  ihnen  opl'erte  man 
sich  dem  Himmel,  aber  der  Kampf  mit  dem  Islam  forderte 
anders  geartete  Wesen:  kraftvolle  Persönlichkeiten,  die  jeden 
Augenblick  dem  Kriegeitode  ins  Auge  sehen  mußten.  Das  tritt 
aucii  in  den  begeisterten  Lobs  pro  chen  der  Päpste  und  di'i' 
zahlreichen  Bewunderer  des  Ordens  hervor;  niemand  fand 
Worte  wärmerer  Anerkennung  als  der  h.  Bernhard  in  seiner 
Schrill  zum  Lobe  der  neuen  Ritterschaft-),  Ja,  er  freut  sich 
über  den  Eintritt  von  Menschen,  die  in  ihrem  früheren  Leben 
dem  Laster  gefröhnt;   er  nennt   »sceleratos  et  impios,   raptores 

')  H.  Prat^,  der  aonst  w-ichligea  Mnterial  Ober  die  Verbreitung  ilea 
Unlcus  gebracht  hat,  gleiter  Enlwicklung  S.  2  f.  Qber  diu  «rste  Zeit  rnscb  hin- 
weg. Schnflrer  lint  in  dem  genannUn  Werke  unzweifelhaft  nnchgKwi(*8<-D. 
(laß  die  lateinische  Fassung  der  l'emplerregel  ursprOn glicher  iat  als  die 
französische.  Ob  die  Xiideningen  und  ZiiaStze  dea  Patriarchen  Stephan  von 
.Icrusalem  sich  so  genau  angehen  lassen,  wie  Schnflrer  es  tut,  scheint  mir 
hie  und  da  zweifelhaft.  Delaville  le  Koulx,  Les  Hospitaliprs  en  terre  aainte 
c-t  ii  Chypre  (1100-1310),  (1904)  p.  46  drückt  sich  nur  ganz  allgeineiti 
über  die  Entsteliungszeit  dpi'  Hospitnlitcrtcgel  unter  Kaymund  dn  Pny  aiw. 

-;  Liber  de  lande  nnvae  niilitiae  ad  milites  Templi  in  S.  Bernardi 
.  .  .  opera  omnia  (Paris  169U)  II.  543  IT.  die  Stelle  p.  545.  Es  wSre  m.  E. 
verkehrt,  die  Stelle  des  h.  Bernerd  bucbslüblich  zu  nehmen.  Er  stellt 
weltlichen  und  geistlichen  Kitterstand  gegennber.  Nach  der  mönchischen 
Auffassung  sind  alle  Werke  des  weltlichen  Hittcrs  mehr  oder  minder  sQndhaft. 


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I 


iOinluitung.  h 

L't  sacrilegos  et  liomicidas,  penui-os,  adulteros*,  über  deren 
We^an^'  sich  die  Heimat,  Ober  deren  HüKe  bieh  der  Orient 
^'üfreut!  Damit  brachte  nmn  eine  Stelle  der  französischen 
Hegel  in  Verbindung,  die  von  Anwerbung  exkommunizierter 
Ritter  im  Abendlande  spricht:  also  nicht  blo^  das  Lasier,  son- 
dern auch  die  Feinde  der  Kirche,  oder  wenigstens  die  mit  ihr 
Zeiiallenen,  sollten  mithin  eine  der  Grundlagen  des  neuen 
Onlens  gebildet  haben ').  Eine  Folgerung  lag  dann  nahe: 
Solclte  demente  waren  dem  Unglaubüii  und  der  Hüresie  leicht 
:cu^Anglic)i.     Natürlich  ist  eüie  derartige  Auß'assung  iriig '). 

Templer  und  Hospitaüter  dehnten  sich  mit  gleich  über- 
HiUiuliender  Schnelligkeit  aus;  für  erstere  hat  das  Prutz,  ITir 
Iftztere  Delaville  auslührlich  dai^etan  ■'').  Als  beide  Orden  ihre 
Uiufbalin  noch  kanm  b^onnen,  winkte  ihnen  und  dem  tirabes- 
orden  schon  das  reichste  Eibe.  König  Alfons  von  Navarra 
und  Aragonten  hatte  ihneu  1 1 3 1  von  seinem  Reich  je  ein  Drittel 
Tennacht ').  Geistliche  Bitterstaaten  auf  der  pyrenJiischen  Halb- 
insel schon  im  12.  Jahrhundert!  Wohl  entging  den  Orden  das 
Haupterbe,  aber  groß  war  doch  noch  das  Geschenk,  das  der 
(lospilalitermeisier  bei  persönlicher  Anwesenheit  1140-'),  wahr- 
scheinlicli   für  alle  drei  Orden,   erhielt.     Damals   fiel    Monzon 

')  über  dif«rs  Scbntlrer  S.  32  E 

'i  Protz  bat  in  seinem  Artikel:  Die  Autonomie  ilea  'IVmplerordeiis 
in  den  S^itsnngsberichteo  iler  .  .  .  hislur,  KIrsbp  der  Kgl.  Bayer.  Akailomie 
d»  WJHsenwIiirten  <]905'  8.  2f)  ScImDrer  gvgeDQbpr  nuf  pjne  von  ihm  in 
RntKicklaD^  und  L'ntergung  des  Tempel hurrenordena  8.  2S1  gebrachte  Urk. 
AleiRuders  111.  biugewiesen,  woDairh  arRguiiMische  Templer  bekehrt«  (von 
F.ikoiDmunikntion  ist  direkt  nichts  geaagt)  Aragoiieseii  iiew..  wenn  sie  n.  a. 
nieit  iiitieiii  andern  Orden  verpflichtet  siod,  aufnebnien  dürfen,  wenn  sie 
licli  melden.  Was  ?rutz  speziell  für  die  Templer  damit  belegen  will,  ist 
in  der  Urk.  nicht  enthalten. 

-*)  In  seinem  Bnohe  La  comnianderie  de  Fayus  et  aes  dep«Ddaiices  .  .  . 
I1S05)  p.  I  sagt  A.  P^tel,  dsS  wir  nichts  vod  deo  Komtnreien  der  Templer 
van  ll]8~lt4!t  im  franzönarben  l^prftcbgebiet  vDßten,  Das  ist  nach  An' 
»cbt  des  ReKenBenten  Rev.  hiat.  92,  185  falsch.  Er  weist  auf  die  Templer 
in  Ypen  (1182).  in  Montde  Soissons  (1188).  in  Puisienx-sotie-Laoo  und 
Ams  (1140)  hin. 

*)  äiritti,  Anales  de  la  corons  de  Aragon  (Ausg.  von  161Ü}  I.  h2(.  50 
«agt  mit  Recht :  Ordeno  de  ans  regnoB  y  estadoe  bieii  estraflameuta.  Vgl,  nuch 
fnlz.  Die  exemte  Stellung  des  HoBpitalit«r-Orden9  in  Münchener  l^itzungs- 
Iwicble  (1904}  S.  107  f.  ',  Delaville  le  Roulx,   U»  Hospitaliere  p.  48. 


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r>  Zur  (4p..<'liirhl.o  ile»  Tfmpk'MrilpiiH  im   i:(.  .Inlirli lindert. 

mit  ^i'waltigeti)  Oüterbesitz  den  Tciitplerii  7.ü;  der  Grund  war 
[jrelegt  für  die  spanische  Tcmplerlierrseliart, 

Bt<in«be  gleiclizeitii;  erscheinen  dii?  Teniplor  in  Kasüliun, 
l'ortiisral ,  Frankreich,  Provence.  Flandern;  es  l'olgün  Italien, 
KnglamI  und  Dentscitjand.  Schon  umspannen  Templer  wie 
Hospitaliter  im  ersten  Mensclieiialier  ihre?  Besteliens  last  die 
ganze  ubeTid ländische  Well  mit  ihrem  Besitz:  Templeihäusei- 
und  -Burgen  in  den  Städten  und  auT  dem  Lande;  uiiiraiigreicher 
(inindbesitz,  Wald  und  Weinberge;  sie  alle  sollen  zum  (Unter- 
halte der  Templei-scharen  dienen,  die  sich  im  Monfenlande  den 
neuen  AnstQrmen  des  Islam  entgegenstenimen. 

Kin  Ünadenbeweis  der  Papste  folgt  dem  andern:  die 
papstlichen  Privil^ien  zählen  nach  Hunderten  '),  Schutzbriefe 
für  ihren  weltlichen  Besitz  wechseln  mit  sonstigen  finanziellen 
Vei-günstigungen  und  Befreiungen  von  kirchliehen  Abgaben;  wenn 
sie  auch  alle  andi.Tn  Orden  xu  leisten  liatton,  Templer  und 
Hospitaliter  blieben  fast  stets  verschont,  so  vor  allein  wenn  es 
sich  um  Kreuzzugszehnten  liandelte.  Viele  Privilegien  bedeuteten 
ebenso  viele  Kingriffe  in  alte  Hechte  der  BischOle  und  des 
f'farrklerus,  die  nur  mit  Enlriistung  erduldet  wurden.  Eine 
allgemeine  Exemtion  aus  dem  hei^ebraciiten  kirchlichen  Ver- 
bände haben  die  Hospitaliter  vor  den  Templern  erlangt.  Mög- 
licherweise haben  letztere  vor  dem  Tode  ihres  groljen  (Jönners, 
des  h.  Bernhard  von  (Jlairvanx,  so  etwas  nicht  zu  erbitten  ge- 
wagt-). Alexander  Hl.  gab  ll(;:t  lÜe  grobe  Exenitionsbulle: 
Omne  ilatum  optimuni  *). 

Namentlieh  Prulz  hat  die  , magna  ehurta'  des  Templer- 
ordeiKs  in  den  .Mittel|)mikt  seiner  Entwickeiung  gerückt.  Die 
UntersteHnng  dos  (hilens  und  seines  Besitzes  unter  den  päpst- 
tich"ri  Schutz,  die  Anerkennung  des  Ordensliauses  zu  .lerusalem 
als  des  .Mutterhauses,  wodurch  die  Gefahr  der  Zersplitterung 
beseitigt  worden,  die  freie  GroüineisLerwahl  seitens  der  Oi-deus- 
glieder,  die  rjur  auf  einen  dem  Orden  angchörigen  Ritter  fallen 
dürfe,  die  Anerkennung  der  vom  Meister  und  Konvent  getroffe- 

' I   Kinp   ilnr   reicIisU'ii  Siiniiiilungi'n   licsit^t  'loH  Krunnrchiv  in  hHice- 
Iniin;  Hrutz  hat  hieraus  viel  ocliert. 
■■  SchoBrer  S.  127. 

^1  .Iam--Uweiif..|cl   K^.  l'out.  Nr.   10SH7. 


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Kinli^itniiß.  7 

nen  Btstiiiimungen  als  vollgOlU^en  OrduiissaUuiigeii,  das  Verbot 
lies  Übertrittes  in  andere  Onieii,  vor  aiiem  aber  die  Einsetzung 
(its  Ürdensklerikates :  das  sind  die  wicbtigsteii  Bestimmungen 
des  Privilegs.  Nichl  bloß  PruU,  auch  Scbnürer,  sonst  viel 
Tcrsichtiger  und  zurOck haltender,  überscbfitzt  die  Bedeutung 
dieses  an  sich  ja  reichen  Geschenkes.  Beide  bringen  es  mit 
der  Templerkataslroplie  in  Bozieluing.  Nach  Prutz  entzog  sich 
iler  Orden  jetzt  der  Kinwirkung  der  Kirche  und  konstituierte 
sicli  allinShlich  tnit  Hülfe  des  Ordenskleiikates  als  eine  besondere 
Kirche.  Und  Scbnürer  meint  geradezu:  .Durch  die  Exemtion 
und  die  damit  zusamnieii hängende  isolierte  Stellung  brachte  es 
der  Orden,  der  unterdessen  ein  ganz  auüeroi-dentliches  Maß 
\m  Macht  und  Vermin- erworben  hatte,  dahin,  dalj  zu  der 
Zat,  als  ein  schwacher  Papst  ihn  der  Gewalttätigkeit  Philipps 
lies  Schönen  prei^ab,  niemand  sieh  liir  ihn  erhob,  nur  Neider 
und  Widersacher  ihn  umgaben." 

Solelie  Folgerungen  wären  gestattet,  wenn  es  sich  liier 
um  etwas  ganz  Aubei^ewöhnliches  handeln  würde.  Das  ist 
über  nicht  der  Fall.  Neuerdings  hat  Prutz  selbst  t)etont,  daü 
die  Hospitaliter  durch  eine  lange  Reihe  Privilegien  fast  aller 
Hnanüiellen  Verpflichtungen  so  gut  wie  entledigt,  duU  sie  nicht 
bjob  vor  der  Disziplinargewalt  der  Bischöfe,  sondern  überhaupt 
vor  deren  richterlichen  Befugnissen  gesichert  waren,  ja  dati  sie 
andere  päpstliche  Gunsterweisc  dem  Kinilnsse  der  Kirche  über- 
liaupt  in  wesentlichen  StOeken  entzogen  -  alles  wie  bei  den 
Templern  und  schon  früher  durch  die  Bulle  Anastasius'  IV.  '). 
Cberschaueii  wir  weiter  die  Privilegierung  der  kiüsteriichen 
Or^nisationen  im  lä.  und  lit.  Jahrhunderle,  so  werden  wir, 
mit  Änderungen  allenlings,  last  übeiall  auf  die^iolben  charak- 
teristischen Erscheinungen,  der  Exemtion  von  den  Ordinarien 

'I  Vgl.  H.  Prutz.  Die  exemte  t^tellung  <lea  HospiUJiter-Ui'deiis  a.  a.  0. 
S.  165  f.  Wae  Pnitz.  F.ntwickelang  6.  35  als  dos  Aiis9vhlasgeb«nde  der 
ftüle  Alexandere  III.  ffir  die  Templer  betonte:  „Die  Frririitung  eiues  eigenen 
Oi^temklerikates'  findet  sicli  »clion  9  .Inhr?  vorher  würtlicli  in  der  Bnlli: 
Anutadus'  IV.  fQi*  die  Huspitaliter!  Man  vgl  die  Stelle:  .L't  autein  ad 
ptenitodineTn  saintia  ~  liccntiam  habeatis*  bei  Wilcke,  Gettchichte  dsH 
Ordtm  der  Tempelherren  1,  444  and  Delaville  le  Koalx,  Cnrtiitaire  gnini^ral 
in  HospitalierB  1  Nr.  226  p.  174  Aucb  eine  Reihe  anderer  vvlchti|i:er 
l'unkle  atimnion  in  beiden  RnlleD,  wenn  aud]  nicht  wiirlliHi, 


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»  Zur  rSca<:tii(:lito  tli»  Tfiiipk-ruriluns  im   13.  .InlirhuDilcrt 

USW.,  stoßen.  So  iielimeii  die  Templer  in  der  großen  Exeni- 
tionsbeweguiig  keine  allzu  liervorragende  Stelle  ein.  Gewiß  um- 
gaben den  Ternpieroidcn  bei  seiner  Unterdrückung  Neider  und 
Widersac'.ei;  aber  war  es  denn  bei  ii^end  einem  andern  Orden 
anders?  Etwa  bei  den  Betlelorden,  die  des  Geldes  doch  nicht 
so  benötiglen  wie  die  TenipierV  Der  häßliche  Kampf  zwischen 
Ordens-  und  Wellklerus,  der  sich  in  der  zweiten  Hälfte  des 
I:!.  Jahrhunderts,  in  ausgeprägtester  Form  auf  frunzösisi.-heui 
Boden,  aber  auch  sonst  in  der  abendländischen  Welt  at>spielt, 
macht  vor  kaum  einer  der  zahlreichen  mönchischen  Oi^ani- 
sationen  Halt,  wenn  aucli  die  alten  reichen  Orden  mehr  in  den 
Hintergrund  treten.  .Neider  und  Widersaclier'  gab  es  über- 
all. Die  Äul^erung  des  Aegidius  Colonna  auf  dem  Konzil  von 
Vienne,  daU  die  Templer  in  gewissem  Sinne  der  Exemtion  zum 
Opfer  gefallen  seien,  hat  doch  nur  in  dem  Sinne  Berechtigung, 
dati,  wenn  einen  andern  exemten  Orden  das  Teniplergeschick 
getroffen  hätte,  er  ebenso  isoliert  dagestanden  hätte. 

Das  Ordensklerikat  ist  ja  von  großer  Bedeutung;  von 
ausschlaggebender  aber  doch  erst,  als  der  Orden  selbst,  iiiclit 
ein  päpstliches  Privileg,  seinen  Mitgliedern  gebot,  nur  bei  den 
Ürdensklerikern  zu  beichten.  Und  selbst  diese  Sondereiitwicke- 
lung  iiält  Prutz  bei  den  Hospitalitern  nicht  für  ausgeschlossen. 

So  beginnt  denn  auch  der  erst^  Ansturm  der  Prälaten 
schon  in  den  Tagen  Alexanders  III.,  dessen  Liebe  ja  in  erster 
Linie  Templern  und  Hospitalitern  galt;  nicht  gegen  einen, 
sondern  gegen  alle  Ritterorden  gemeinsam.  Gewisse  Miti- 
bräuche  hat  das  Laterankonzil  von  1179  beseitigt,  die  Haupt- 
Privilegien  der  Orden  blieben  unangetastet;  man  hat  das  da- 
mals schon  dem  Hospitalilergelde  zugeschrieben.  Jedenfalls 
waren  die  Bischüle  nur  teilweise  befriedigt;  sie  griffen  beide 
Oi-den  au,  und  die  Folge  waren  dann  neue  päpstliche  Privi- 
legien. 

Seit  Ende  des  1^.  Jahrhunderts  bewegte  sich  die  Ent- 
wickelung  des  Templerordens  mehr  als  hundert  Jahre  in  den 
gewohnten  Bahnen:  Kämpfe  im  h.  Lande,  Ausdehnung  ihres 
(lütcrbesitzes  im  Abendlande,  hie  und  da  noch  neue  kirchliche 
Unadenbewcise  zu  den  zahlreichen  altern.  Gibt  es  imn  keine 
Brücke,   die   von    diesem   Zeiträume   hinüberführt  zu   der  er- 


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KinUitUDg.  9 

schulternden  Kalastroplie  des  Jahres  \'407,  du  der  Orden  in 
seiner  (iesamtlieit  der  Verleugnung;  des  Christen Itinis  und  der 
iiieririt-sten  Laster  und  gemeinsten  Roheiten  beschuldigt  wild? 
tiibt  es  Wahr-  und  Wamungs/eichcn  in  ihrer  Geschichte,  die 
den  Foi-ächer  militrauisch  zu  machen  berechtigt  sir  1?  Um 
diese  Fr^en  zu  beantworten,  muli  man  wohl  Erscheinungen 
beiseite  lassen,  die  dem  Mönchtuni  oder  wenigstens  den  Ritter- 
urden  in  ihrer  Alliiemeinheit  anhaften.  So-  kann  unmöglich 
die  geschilderte  Abneigung  des  höhern  Klerus  hierbei  eine 
Küllü  spielen;  denn  sie  lüiltet  auch  andern  Genioinschaflen  an. 
Verkehrt  wjtre  es  auch  ans  Anzeichen,  welche  das  Nachlassen 
lies  ursprünglichen  OrdensenUiusiasinus  und  das  Schwinden  in 
der  Verfolgung  des  Urdensideals  bekunden,  ailKuviel  zu  schheüen: 
ifei  keinem  Orden  hat  der  unfanglicho  Klan  fortgedauert;  s-elbst 
l)ei  den  Franziskanern  und  Dominikanern  klagt  man  schon 
bald  aber  das  Schwinden  des  Uidensgeisles,  um  wieviel  mehr 
bei  Männern,  die  trotz  des  ürdensgewandes  das  Kriegshand- 
werk betreiben,  das  ja  der  Ausübung  mancher  klösterlicher 
Tiiirenden  widerstrebte. 

In  neuerer  Zeit  hat  Prul/  unter  Heranzielumg  von  neuem 
■Material  die  gestellten  Fragen  zu  beantworten  gesucht;  be- 
kanntlich in  bejahendem  Sinne.  Fr  Mndct  Spuren,  die  htn- 
überleiten  zu  jenen  grauenhaften  Beschuldigungen  eben  seit 
dem  Ende  der  genannten  Periode.  Ihm  überall  hin  zu  folgen, 
ist  seit  der  Arbeit  von  Lea  '),  vor  allem  seit  den  Rezensionen 
von  Karl  Wenck  *)  u.  a.  nicht  notwendig.  Auf  einem  Ge- 
biete, den)  der  Bedeutung  des  französischen  Templerbesitzes 
itir  die  Katastrophe,  veimag  ich  die  Forschung  nicht  weiter 
m  fuliren;  der  Öfter  geäußerte  Wunsch  nach  einer  Feststel- 
lung des  französischen  wie  des  gesamten  templerischen  Güter- 
besitzes ist  nur  in  Verbindung  mit  einer  Sammlung  der  Tenip- 
lerurkunden  zu  erliQllen,  einer  gewaUigen,  Jahre  erfordernden 
Arbeit,  die  neuerdings  ein  französischer  Forscher  unternommen 
hat.  So  interessant  übrigens  die  Lösung  dieser  Frage  für 
Nebensachen  sein  mag,  für  die  Haupts«che  darf  man  ihr  keine 

■)    Ln,    A    bistory    of   Iho    (nquieilion   I18S4I   [II,   2Ke-.<{34.     A.uc)i 
i'RicliD.  i^cbald  oder  Inuhuld  des  Templerordens  i  ISüSl,  Int  hier  r.a  nennen. 
'}  In  den  OüU.  <ie\.  Auzeigen  18»»,  1890,  1896. 


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lÜ  Zur  Ueschiolitu  <les  Teuiplerordoiis  im   13    Jahrhuudert. 

inaldt^ebeiKle  Bedeutung  /.uschreiben.  Ich  glaube,  daiä  ich  der 
Irüher  gesteilteii  Forderung:  ,ein  getreues  Bild  des  temple- 
rischen Seins  am  Vorabend  des  Prozesses  zu  erbringen',  in 
der  Hauptsache  genQge,  wenn  ich  ein  nur  in  den  wesentlich- 
sten Punkten  vollständiges  Bild  der  äutiern  beschichte  des 
Ordens  im  letzten  Menschenalter  seines  Bestehens,  der  Sonder- 
entwickelung in  Aragonien,  der  Stellung  des  Ordens  zum 
Papsttunie  und  7.a  Philipp  dem  Schönen  bh  1305  gebe  und  zu- 
gleich die  einschneidendsten  Wiindlutjgcn  in»  Ordensleben  aul- 
zudecken  und  das  Urteil  der  Zeitgenossen  festzustellen  suche. 


2.  Die  drei  letzten  Grossmeister  und  die  äussere 
Geschichte  des  Ordens. 

In  den  Templetprozesscn  wird  der  drei  letzten  Groß- 
meister als  mittelbarer  und  unmittelbarer  Urheber  und  För- 
derer der  Ordensverderbnis  öfter  gedacht:  \Vilhelni  de  Beaujeu 
fibte  Verrat  am  h.  Lande  und  war  ein  Vertrauter  des  Stiltiiiis; 
nach  ihm,  also  unter  Thibaut  Gaudin,  begannen  angeblich  die 
Gemeinheiten  im  Oixlen;  Jakob  de  Molay  gestand  selbst  und 
widerrief  in  der  Gefangenschall.  Kann  man  aus  dem  Charakter 
der  drei  Männer,  aus  ihrer  Ordenspolitik,  Verdachtsmomente 
herleiten? 

Wilhelm  de  Beaujeus ')  Amtsantritt  im  Jahre  1^73  be- 
deutet zugleich  den  ßegiun  der  letzten  Etappe  in  dem  hundert- 
jährigen Todesringen  um  Palästina,  h)  den  se<.hziger  Jahren 
hatte  der  gewaltige  Kmporttömmling  Sultan  Bibars  die  Teinp- 
lerburg  Safed  erstürmt:  dabei  hatten  zum  letzten  Male  die 
Templer  Wunder  der  Tapferkeit  vorrichtet  und  mehr  als 
anderthalb  Hundert  Templer  hatten  in  der  Gefaiigenschafl  den 
Martcriod  erlitten,  da  sie  ihrem  Glauben  nicht  abtrünnig  werden 
wollten;    nur   ein    einzigcj-   \^ar   abgefallen.     Dann    folgte    Iä6t> 

']  ROliricht  Imt  in  He\aen  Kegestn  rejjiii  HicrosolymiüMii  ilB9Sj 
Ni'.  140^  und  14U4  dos  ^Viobtige  ttber  diesen  UrofimeiBtur  zusdmmftnge- 
tragen.  .Man  vgl,  dazu  seitiu  Gescblrhte  des  Königreichs  Jerusalem  (1898) 
Regiiit«r,  Aach  Chevalier.  Kep.  di's  uiiui'ceH  liist.  unter  Beaujeu  in  der 
nensD  Auflage.  Ich  beabaichte  keine  UeschiRbte  der  drei  Meister  tm  geben. 
Mindern  nur  dun  Clini'akt^riHtiscbe  aus  ihi'en  Talen  hevansziiliebcn. 


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Diu  Jrei  letzten  Grofitiipint^r  u.  die  üubore  Oejwhiebte  rtc»  Ordeii«       1 1 

dk  Eintiahme  Jaffas  und  Antiochieiis,  die  freiwilH^'L'  RäutiiunK 
der  Templerfestuiig  ßaghra»  oder  Gaston  ')'  die  Bitte  der  beiden 
"rtlen  um  Frieden,  l'nd  im  April  1272  hatte  der  FiirchtbarL' 
einen  Frieden  auf  10  Jahre  den  Christen  bewiltigi  und  ihnen 
die  Ebene  von  Accon  und  die  auf  der  Pilgerst nilie  nach  Nazu- 
reth  liegenden  Orte  gesichert.  Seitdem  beunruijigte  er  die 
rjtristen  bis  zu  seinem  Tode  1277  wenig;  und  auch  sein  Nach- 
folger Kelavun  gewährte,  trotz  mancher  Bedrohungen,  ihnen 
eine  lasl  zelinjahrige  ^Vaf^enl-uhe.  Audi  die  Astrologen  be- 
zeichneten den  Abschnitt  als  bedeutsam:  1:^73  sollte  Btbars 
aterbeii,  dann  ein  neuer  Sultan  ein  Jahr  regieren  und  hierauf 
das  CJiristentum  den  Islam  völlig  besiegen. 


')  Über  die  freiwilltjje  KüumutiK  dieeer  wichtigen  FkhIb  bui  Antio- 
rbien  ist  Deuerdioga  dureli  dl«  VerflITentlirhung  der  Varinnteii  di^r  Tcmplpr- 
liindücbrift  tod  Bareeloos  wjclitiicea  Mgtt^rJHt  bekiuint  geworden,  (Ihb  zudem 
t'in  buchst  eigeDtnmlirh^H  Iiichl  anf  di«>  l'Taünlichkeit  ()cs  Meistan  TliomaB 
Herardi  (geBtnrben  1278)  und  auF  diu  UtUndo  des  NirdergHiigcii  im  Ordt-ii 
wirft.  Als  der  Komtur  von  (.iuataii  von  den  Alisichten  des  Sultans  UjliHre 
auf  Antiocfaien  hüric.  bat  i-r  Jen  lirußmeister  utu  Mannechnft  uad  Material, 
i»  Bie  «A  altem  Not  litten.  Ifer  Meister  antwortete:  Wenn  der  bultiiu  nacli 
Ai^iotfaien  zieh«,  werde  er  fDr  Leute  ut>w.  Burgen ;  er  wiHtie  aucli,  dafi  iler 
Sultan  nach  Antiocliien  geschiciit  habe,  .er  werde  dort  aber  Diemaiid  etwa» 
£tilrid«  ton*.  Dann  aber  kam  der  Kullnn  und  nahm  Antiiichien  in  zwei 
Tagen.  Wiw  tun  in  Castun?  Ein  Bruder  entwendete  die  Schlüssel  und 
brachte  sie  den)  Sultan,  t'licr  die  frage  der  RutfextiKunK  der  HurK  wird 
beraten:  die  ÜrOder  wollen  mit  dem  Komtur  bis  iu  den  Tod  kämiifen,  die 
!^e^vieDten  widleo  abzieheu.  So  wird  beschloHsen,  olieit  zu  einer  siclieru 
bcnactibarteD  ttnrg  zn  HeliRlTen  und  (iastnii  zu  zerxtören.  Da»  wird  ausge- 
FGhrt.  inzwischen  lialle  diia  Ordenskapitel  nueb  hemteii  und  lieM'bluiuien. 
den  UrQdern  den  Rat  zur  Käuniung  zu  gehen,  aber  erst  na<'htrilgUuh.  Sii 
kommen  die  BrOder  vors  Ordensgericht  Ein  1'eil  der  ttrlldur  stimmt  fDr 
Ausstoßung,  weil  es  in  den  Urdenastatuteii  heißt:  Wer  eine  (.iren^feate  ohne 
Erlaubnis  des  Meisters  und  Konventes  eatfestigt,  kann  ausgestoßen  werden. 
£in  anderer  Teil  snf^t  nein  und  dankt  Uott.  daß  er  den  BrOdern  soviel 
Verstand  gegeben.  Ucschlufi:  Weil  etwns  Neues  vorliegt  und  um  (lUttes 
und  dar  Bormharzigkeit  willen,  beschließen  wir.  daß  sie  nicht  ausgestoßen 
weiden;  weil  sie  aber  nicbt  alles  unhrancbbar  gemacht,  werden  sie  mit 
1  J*hr  und  I  Tag  Haft  bestraft.  —  Statt  di<'  strafwürdige  Lässigkeit  des 
Ueisterr4  und  die  Kriegsunlust  des  Ordens  zn  rtlgen,  wird  hier  in  spitzfiu- 
di^r  Kasuistik  oft  entschieden.  Vgl  K.  KOmer,  Die  Varianten  der  Tiar- 
i:>'l»ner  TfiiiplerhAndErbritt.     i'rouriimui  .Neuiikircbeu  il'-OtH  S    22n. 


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1^  Zur  Getichiclite  dos  Totnplerorilenit  im   1^.  Jnlirhuiidert. 

Eine  neue  Epoche  kündigte  die  Papstwahl  7.u  Ende  1:271 
an:  der  (jewAhltc  belitidet  sich  im  Gefolge  des  englischen 
Kronprinzen  Eduard  in  Accon,  der  erste  Papst,  der  das  h. 
IjänA  mit  eigenen  Augen  gesehen  und  die  vorzweifelte  Lage 
desselben  xu  würdigen  verstand,  (jregor  X.  ordnet  alsbald 
ein  allgonjeines  Konzil  an,  auf  dem  in  erster  Linie  die  Kreuz- 
itugslrage  erörtert  werden  soll.  \\'ie  wenig  Kreuzzugsbe{?eiste- 
rung ')  trotz  seiner  flammenden  Enzykliken  im  Abondlaudc 
noch  vorhanden  war,  bekundet,  ohne  es  z«  wollen,  das  Reforin- 
programm,  ,Üpus  tripartituni "  genannt,  das  der  greise  ehe- 
malige Dominikanergeneral  HumberL  de  Romaus  för  das  Konzil 
ausgearbeitet  hatte ').  Im  ersten  Teile  behandelt  er  das  Ver- 
hältnis zu  den  Saracenen  und  eröi-tert  dabei  die  Einwürfe  der 
Kreuzzugsgegner:  Die  ungünstigen  Verhältnisse  der  Abendliln- 
der,  die  an  Zahl  gering,  auf  fremdem,  ungesundem  Terrain, 
ortsunkundig  mit  einem  viel  zahlreicheren,  verschlagenen  Feinde 
es  zu  tun  haben,  mußten  zu  steten  Niederlagen  führen;  Gott 
selbst  verwirft  anscheinend  ein  kri^erisches  Unternehmen,  das 
ja  nur  den  Tod,  nicht  die  Bekehrung  der  Saracenen  bezweckt; 
viele  verwünschen  sogar  das  h.  Werk,  seitdem  sie  ihre  Lieben 
im  h.  Lande  verloren  haben.  Sind  doch  selbst  viele  Kleriker 
dem  Kreuzzuge  durchaus  abgeneigt  wegen  der  Zehnt-  oder 
anderer  geringfüg^er  Steuern  I  Was  wollen  solcher,  wie  er 
selbst  zugibt,  weitverbreiteten  Stimmung  gegenüber  die  schwäch- 
lichen theologischen  Uegengründe  des  Autors?  Was  die  be- 
rechtigten    bittern   Vorwürfe  gegen  den   Klerus,   der  von  den 

']  Darauf  weisen  auch  die  VorkebmD|;eD,  die  Oberai adelnden  t^ndi- 
datün  des  Ürdenastandea  betr.    Vgl.  KDnier,  Die  Variant«!!  8.  13f  Nr.  XXXI. 

')  Stücke  des  .Opas  tripartitum*  sind  Sfter  gednickt  besonders  Hansi, 
liunciliorum  CoUectin  XXV  p.  II)!)  ff  Das  gnnzR  Werk.  d.  h.  beaondera  der 
oben  beHprocbene  erste  Teil  acheint,  ab^eeelieii  von  einer  Notiz  von  Karl 
Wenck  in  der  Kistor.  Zt«ulir.  und  Heber,  liutRchten  u.  Reformvorscfalige  Ar 
das  Vienuer  Kenerabonzil  (läSlii  S  46  unliekannt  zu  sein.  Es  tiudet  sich 
im  Appendix  ad  Fnsciculum  rtrum  (.'xpeten darum  et  fugiendarnm  ab  OrÜiaino 
Ciratto  editum  .  .  .  opera  et  studio  Edwardi  Brown  (Londini  1690]  p.  185  as. 
Verfasser  war  selbst  in  jungen  Jahren  im  h,  Lande.  Im  Kapitel  7  des 
ersten  Teiles  aagt  er:  Vidi  ego  propriis  oculis  sanctam  r^apellam,  in  qua  ae 
'•ceperunt  Saraceni,  qui  ibaut  [cum]  domino  Frederico.  Rt  dicebatur  pro 
certo,  qnod  ibi  iacebant  de  norte  cum  mulierihiis  ante  crncifixum  et  nefan. 
disaima  comnirtt«bent. 


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Die  drei  teilten  Grofim^iskr  u.  die  Auüerr  llrsehirlite  Ava  OrJons.       \i 

Bauern  gern  die  Zehnten  entgegennimmt,  die  sie  im  Schweitie 
ihres  Angesichts  erworben,  der  selbst  aber  nicht  das  geringste 
Vergnügen  des  Kreuzzugs  halber  entbehren  will^)? 

Auch  im  Oriente  fehlten  leligiAser  Schwung  und  Begei- 
sterung dem  Verletdigungswerke :  ja  manchem  schwand  mit 
dem  Glauben  an  die  christliche  Zukunll  des  h.  Landes  auch 
der  christliche  Glaube.  Man  lese  nur  das  Gedicht  votler  Ver- 
zweiflung, das  ein  Templer  nach  dem  Falle  der  Johanniterburg 
Atmt  lS(i5  verfaßte-)!  In  auflSlli^  ilbereinstimmender  Weise 
bekundet  eine  bisher  unbeachtet  gebliebene  Episode  aus  den 
Anflügen  des  Konzils  von  Lyon  eine  älinliclie  begeisterungs- 
lahme  Stimmung  des  neuen  Templei^roßmeisters.  Wilhelm  de 
Beaujeu  war  wohl  von  Apulien  nach  Lyon  gekommen;  neben 
ihm  erschienen  noch  Vertreter  der  Templer  und  Johanniter 
aus  Accon.  Der  alte  aragonesische  Kri^held  Ki^nig  -layme  L 
war  auf  Bitten  des  Papstes  selbst  erschienen  und  gab  in  einer 
Versammhing  der  Kardinäle  und  der  nitteroi-den  dem  Papste 
den  Rat,  sofort  den  beiden  GrotimeiBtern,  dem  König  von 
(Zypern  und  der  Stadt  Accod  mitzuteilen,  data  im  August  mög- 
lichst geheim  MK)  Ritter  und  2000  Mann  Futtruppen  in  Palä- 
stina landen  würden,  um  die  nötigen  Festungsneubauten  aus- 
zuführen und   daU  in  zwei  Jahren  der  Kreuzzug  stattfinde;  er 

')  Mit  Kapitel  11  beginnen  die  responsionea  adprimum  isecnadam  .  .  .) 
Kvou»  obloquentinm.  Die  wicbtig«  Stelle  Obei'  den  Klerus  (Kap.  18)  lautet: 
In  meltiB  clericia  oppiiret,  qai  propter  decimivt  vel  alia  etiam  minore  siib- 
sÜik.  quae  oportet  eoa  interdum  ponero  iu  fauinamodi  negotio,  ndao  tiirbantnr 
interdnn,  quod  magis  vellent,  quod  totum  segotiiim  rcmaneret,  quam  quod 
»i  ista  compellerentur  .  .  .  Ipsi  volunt  accipere  decinias  ab  agricolia,  qui 
i'um  liborc  niaximo  et  sudore  eiteoinnt  terrae,  et  ipai  de  his,  quae  hahent 
i  donino  abaque  omni  andore  et  labere,  nolunl  ei  in  sao  neKoUo  fidei 
decLDiig  dare. 

')  Vgl.  Paul  Meyer,  Kecoeil  d'anciens  textea  p.  95;  Rehricht,  Geach. 
das  KAaigreiofaB  JeraBalem  ^.  928;  Lea,  IU,  245  achreibt  merkwürdiger  weise 
das  Gedicht  der  Zeit  nach  dein  Falle  von  Accon  zu.  Vor  diesem  Fehler 
liittea  ihn  nctaon  die  Zeilen  bewahren  müssen: 

Lo  papa  fa  de  perdon  gran  largueza 

Contr'  Alamans  ab  Arles  e  Frances. 
liegen   die  Deutschen    haben    die  P&pste    in    diesem  Jahrhundert   die  letzte 
grofie  Aktion  in  den  Tagen  der  letzten  Staufer  gehabt.    Darnnf  weist  onch 
Ji«  VerbiodoDg   von  Arlea  iProvence,   Karl   von  Anjon]  mit  Frankreich  liin. 


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14  Ütir  C;eso)iinhtc  •!<>»  romplirorilfhe  >ni   lä.  .Iiilirtiund^rt.    ■ 

selbst  wolle  1000  Ritter  stellen  um!  mit  Gregor  X.  die  Fahrt 
machen.  Auf  diese  praktischen  Vorschläjte  wollte  weder  iler 
Templermeister  noch  der  Johanniterv  ort  reter  antworten;  iimt 
als  Wilhelm  de  Beaujeu  f!:f>'-wun}jen  das  Wort  erp'iff,  da  fand 
er,  wie  der  Chronist  scharf  bemerkt,  kein  Wort  des  Dankes 
und  machte  nach  allerlei  Hin-  und  Herreden  den  Vorschlag, 
man  möge  250  bis  300  Kitler  senden,  worauf  Jayme  entrüstet 
fragte:  Wenn  aber  nun  der  Papst  500  senden  will,  was  geht 
das  Euch  an,  Meister-'  Als  die  Schiffsfrafre  erörtert  wurde, 
meinte  der  Templormeister,  nur  1 7  P'ahi-zeuge  vermöge  der 
Sultan  zu  stellen,  woniul'  GroKor  X.  20  christliche  Fahrzeuge 
für  nötig  hielt  und  Jayme  I.  den  Vorschlag  machte,  10  Schiffe 
in  Äragonien  durch  die  Kirche  ausrüsten  /.n  lassen;  dann 
fOrchtelen  seine  Seeleute  die  Saraconen  nicht,  mochten  sie  nun 
17- oder  ^0  fahrneuge  besitzen')- 

Man  begreift  den  ganzen  Bericlit  nnr,  wenn  darin  der 
anfeuernde  Eifer  des  Königs  gegenüber  der  allgemeinen  Hauen 
Ki-euzzugsstimmung,  vor  allem  des  Teniplerineislei-s ,  glänzen 
soll.  Hatte  doch  -layme  1.  schon  in  einer  vornngehencien 
Sitzung  zur  Erheiterung  des  Papstes  und  der  Kaifünäle  erklärt, 
dafj  er  die  Faulen  anstacheln  wolle. 

Das  Kreuzzu^sprojekl  tritt  auf  dem  Konzil  ganz  in  den 
llintfi^rund:  das  einzige  Ergebnis  war  neben  dem.  dal*  Rudolf 
von  Habsburg  und  andere  das  Kreuz  rtahnien,  die  Bestimmung 
über  die  Einhebung  des  Kreu/zug-s/ohnlen,  dessen  langsame 
Organisation  eine  Fahit  in  den  nächsten  Jahren  schon  ganz 
unmöglich  machte.  Auch  das  Projekt  der  so  notwendigen 
Reform  der  geistlichen  Ritterorden  scheint  in  {len  Stadien  Mer 
Vorbe-sprechung  geblieben  zu  sein:  wir  erfahren  deshalb  auch 
niirhts  ütH>r  die  Anschauung  des  neuen  Templerineislers.  Wenn 
das  Projekt  wirklich  erörtert  worden  ist,  worauf  nur  spätere 
Angaben   hinweisen-),   so   ist  es  ohne  Vorbereitung  geschehen. 

'1  Vgl.  unti^n  (iif  Beilage  I, 

-}  Die  vTstc  stHiunit  von  Nikulnus  IV,  in  seinem  Srhreiben  vom 
Iß.  Auguiit  12äl  nn  ilrn  Erzbiscliof  von  Hpulato,  der  ein  l'rovinEinlkonzll 
Qber  die  Vereinigung  der  beiden  Ordi>n  halten  soll:  Haper  quorum  uniune 
tiHctenns  ctiitiii  (empöre  Lugduneusis  concilii  sperifttis  mentio  et  colldtio 
fnc'ttt  hjit.  In  welcher  Form  ist  hier  nitht  nngegchen.  Vgl.  Delnville  1» 
R..«lx,  L-iirtnlrtirc   III   Nr.  4lfi 


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Die  drei  letzten  lirofinieist^r  u.  di^  lulier«  Gesrliiclile  des  Ordens.       tS 

Hitte  sich  doch  irgend  eine  Spur  in  t)en  Reforniprotcmiiinien, 
i.  B,  Hiimberts,  gezeigt,  und  sicherlich  wäre  es  in  einem  von  Priit?: 
zuerst  TeWVfTentlichten,  aus  dem  Hospitaliterorden  stammenden 
Gutachten  berührt  worden,  das  über  eine  ilen  exemten  Orden 
^iteos  der  Bischöfe  drohende  Oel'ahr  sich  äußert  und  Templer 
imd  Hospitaliter  zu  gemeinsamem  Vorgehen  beim  Papste  und 
den  ihnen  freundlichen  Kardinalen  anspornt.  Die  lieredte 
Sprache  des  Verfassers  bekimdet,  was  den  Orden  vor  allem 
ging:  ErhaiUuig  ihrer  exemten  Stellung,-  Freiheil  von  jeglicher 
bisehöflichen  Jurisdiktion,  nur  der  Papst  ist  ihr  Bischof). 

Wilhelm  de  Beaujeu  hat  nach  seiner  Ankunft  im  Orient 
die  Templer  his  /u  den  Trauertagen  von  Tripolis  und  Accon 
beinahe  anderthalb  Jahr^tehnte  vom  Kampfe  mit  dem  Sultan 
ferngehalten:  eine  immerhin  t>emerkens werte  Krscheinung!  Aller- 
dii^  fallt  ja  in  die  Mitte  dieses  Zeitraumes  die  Mongolengefalir 
fTir  den  Sultan  Kelavon  und  sein  Pyrrhussieg  über  dieselben 
bei  fiims  12SI,  und  die  Hospitaliter  haben  bis  zur  Belagerung 
von  Mereat  (12«5)  ebenfalls  Ruhe;  aber  der  Templenneister 
ist  unzweifelhaft  die  Seele  einer  ni<)gliL'h.st  nachgiebigen,  fried- 
fertigen Politik  gegenülier  dem  Sultan.  Auf  seinen  Rat  gibt 
König  Hugo  III.  von  Cypern  trotz  der  ihm  widerfahrenen 
schmählichen  Behandlung  dem  Sultan  nach,  Ängstlich  sucht  er 
den  Unwillen  des  Sultans  zu  besänftigen,  er  ist  der  Urheber 
dermerk  würdigen  Friedensschlüsse  des  Jahres  I2SI  auf  lOJahre, 
denen  zufolge  die  Christen  verptlichtet  sind,  falls  von  seilen 
ihrer  Glauhensbrüder  im  Abendlande  ein  Angriff  gegen  den 
Sultan  geplant  wird,  diesem  zwei  Monate  vorher  davon  Kennt- 

'I  Pnitz  S.  Bi3.  Das  iitOclc  ist  unzweifelliaft  vor  dem  Konzil  von 
1274  entstanden;  Hnrauf  wnist  hin,  daß  iIhs  h.  Land  ,quH»i  est  in  ainiaBionin 
ianui»,  nisi  Deus  et  dominns  papA  et  ip»i  upponent  fentLniiin  conBilinni  in 
W  present«  conciliu.  Ein  anderes  all i{etii eine»  Konzil  kann  nicht  in  Be- 
tracht kommen.  Es  wird  eine  constitutin  ,Volent«B'  erwähnt  (nicht,  „volentes 
contn  no«'),  die  von  einem  Innocenz  herrührt.  Die  Konstitution  nei  contra 
ina  .  .  .  nee  servata  hit  h«ct«nDB  pro  iure.  lO»  ist  die  Konstitution  Inno- 
ctnz'  IT.  „Volenteu',  die  Bunifaz  Vlli.  in  seinen  Liber  BextDH  anfgenonunen 
hat  (Li.  V  tit.  Vll  c.  1).  Der  ScbluG  ist  von  Protz  in iä verstanden.  Daa 
l^inktam  muß  vor  ,veHtre*  stelle».  Vestre  diseretionis  acumen  necdnm 
pro  nobis  set  pro  re  publica  ex  hiis,  que  scripaimoB.  cum  simns  certi,  quod 
pMtitis  facere,  colligat  ampliera.  Der  Verfaaser  ist  nohl  auf  Seiten  der 
Hotpjtaliter  zu  snctien.    Delaville  le  Rouix  bat  dae  r^tück  nicht  beacbt«t. 


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16  Zur  fleschielTte  He»  Tcmplerordons  im  i3.  Jahrliuii<)ert. 

iiis  ZU  geben;  er  steht  in  l'reutidschaflliclieiit  Verkelire  mit  deiu 
Sultan  und  seinen  Hniiren  ')■  ßali  seine  dem  lieistc  des  Ordens 
anscheinend  entge^narbeilende  Friedenspolilik  im  Kreise  der 
jünRern  Ordensbrüder  abiiiDig  kritisiert  wurde,  wissen  wir  aus 
dem  Munde  Jakobs  de  Mola,v  -). 

Aber  im  Innern  zeigt  sicli  das  alte  scbwüchliche  Bild  der 
Zerrissenheit;  die  Kampflust  der  Templer  wird  auf  die  christ- 
lichen Genossen  gehetzt.  Der  Gegensatz  zu  den  Hospitalitern 
war  uralt:  Schon  Alexander  111.  hatte  hundert  Jahre  vorher 
durch  Einsetzunp  eines  Sehiedsgenciiles  aus  Onlensgliedern  den 
blutigen  Kampf  zu  beenden  gesucht  ■').  Der  Ausschuü  ist  im 
13.  Jahrhundert  verschwunden.  123")  wirft  Gregor  IX.  den 
beiden  Orden  vor,  data  sie,  die  Verleidiger  des  h.  Landes,  die 
Vernichtung  desselben  anstrebten  und  blutige  Kriege  um  Nieh- 
tigkeiten  miteinander  führten  ');  i^ii  belagerten  die  Templer 
die  Hospital  iter  im  Ordenshause  zu  Aceon  und  gestatteten 
ihnen  nicht  einmal  die  Hestattmig  ihrer  Toten:  dagegen  rieben 
1259  die  Johanniter  die  Templer  tu  Aceon  fast  bis  auf  den 
letzten  Mann  auf,  so  daß  die  Templer  ihre  Ordensbrüder  im 
Abendlande  um  schlennige  Hülfe  bitten  mußten.  Aueh  unter 
ßeaujeu  kam  es  noch  einmal  zwischen  Hospitaliter-Sehützlingen 
und  Templem  zum  Kampfe,  bei  dem  letztere  mehrere  Tote 
aufzuweisen  hatten.  Noch  hi^Ulieher  sind  beinalie  die  langen 
K.lmpfe,  die  die  Templer  für  ihren  Schützling  Guido  von 
Dschubail.  nachdem  er  selbst  Templer  geworden.  Jahre  lang 
gegen  Bof-mund  VII.  von  Antiochien  mit  wilder  Wut  führten''). 

Ein  ganzes  Jahrzehnt  steht  die  Templerpolitik  in  schrofT- 
stem  Gegensatz  zu  den  Bestrebungen  der  cyprischen  Herrscher. 
Hugos  111.  und  .seiner  S^hne  Johann  und  Heinrich,  auf  dem 
Festlando   Fuß  zu    l'a.ssen.     Wer  von   den  Brüskierungen   der 

■}  UMtet  des  Chiprois  p.  289.  V^].  RTihrirht,  «ii'arhiclitc  d.-a  König- 
reich)) Jitrusalein  S.  970  inid  9S-> 

')  Hiclielet,  Proci«  des  'J'empliers  1,  4.5, 

')  Delaville  le  Koulx,  l.es  HaspitAÜe»  p.  87. 

'j  Delaville  le  Rouix.  Cartiilsire  H  Nr.  2120.  Mao  vgl.  djn  linrtpti 
Worte  des  Matthäus  Pnrix  in  seiner  Chronica  maiur  H.  I.uard)  IV,  2S1 : 
Tum  Templarionim  quam  Hospitation] m  infttmiam. 

■'■I    Es   genügt   auf   das   Tatnachlidic   bei    RGliricIit  ».  8.'^i4,  'Mh.  ÜTl. 


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Die  drei  letzten  Großmeister  u.  die  andere  Oewhichte  des  Ordens.      l7 

Könige  durch  die  Templer,  von  direkten  Feindseliglceilen  auf 
beiden  Seiten  liest,  muS  zunächst  darin  das  Bemühen  Beaujeus 
sehen,  zu  den  vielen  Streitpunkten,  die  besonders  auch  durch 
die  Bestrebungen  der  großen  italienischen  HandeisstAdte  ent- 
standen  waren,  noch  neue  zu  schaffen.  Ich  glaube  aber  hier 
auf  eine  konsequent  durebgeführte  und  nicht  unberechtigte 
Politik  Beaujeus  schlie^n  zu  dörfen.  Er  kam  aus  Apulien, 
batte  also  unzweifelhaft  Fdhlung  mit  Karl  von  Anjou  gehabt. 
Der  tatkräftige  sizilianische  Herrscher  stand  damals  auf  dem 
Höhepunkte  seiner  Macht;  (ür  ihn,  d.  h.  zunächst  flQr  Marin 
von  Antiochien,  die  wohl  auf  Beaujeus  Veranlassung  ihre  Rechte 
üD  den  Anjou  abtrat,  ist  der  Grotämeister  bei  ihren  Ansprüchen 
auf  das  Königreich  Jerusalem  eingetreten.  Ihm  erwuchs  dar- 
aus die  scharfe  Gegnerschaft  Hugos  III.,  der  sieh  an  den  temp- 
ierischen  Besitzungen  in  Cypern  vergriff.  Beide  Teile,  von 
cypi-ischer  Seite  Heinrich  II.,  wandten  sich  klagend  nach  Rom; 
der  Templermeister  erzielt  eine  den  König  verurteilende  Bulle, 
und  der  König  bittet  den  Papst,  dem  unruhesttß.enden  Grol^- 
meister,  der  nun  auch  seine  Aussöhnung  mit  den  Anjous 
hintertreibe,  zur  Ruhe  zu  weisen.  Wahrscheinlich  bewogen  die 
sizilianische  Vesper  und  der  Tod  des  ersten  Anjou  den  Groü- 
meisler  zur  Umkehr  von  seiner  anticyprischcn  Politik:  seine 
Hoffnung,  fürs  h.  Land  durch  den  enei-gischen  Karl  1.  Hülfe 
m  erzielen,  war  durch  dessen  Tod  und  die  Gefangenschait  des 
schwachen  Karls  II.  vernichtet;  er  wandte  sich  wieder  dem 
gleichfalls  schwachen,  aber  doch  näherwohnenden  Heinrich  von 
Cjpeni  zu.     Der  Friedensvertrag  wurde  1285  geschlossen'). 

')  Dbs  ist  das  Ergebnis  einer  PrQfuDg  der  unter  die  Pariser  Tonipler- 
«kt«o  geratenen  Inhaltsangabe  einer  Klageschrift  des  KSnigs  von  Gypern 
an  den  Papat.  Dnpny  hat  dieses  Exzerpt  gemacht  (Archive»  Natiunalex 
J.  413  Nr.  26)  and  dann  in  seinem  Traitez  conceraant  l'hiatoire  de  Kranw 
(ich  litiere  nach  der  Ausgabe  von  168&)  p.  87  wiedergegeben.  Das  Original 
habe  ich  nicht  gefnnden.  In  der  Kreuzzugnliteratur  ist  es  nicht  benut^.t. 
Pruti  verwendet  die  KlBgaschrift  S.  92  f.  für  die  Zeit  nacli  der  Üheraiede- 
hhf  der  Templer  noch  Cjpern  (1291),  biingt  sie  mit  den  spiltereii  Voi'gäti- 
gen  auf  Cjrpeni  (1805  fr.]  in  Verbindung  und  mifiverateht  den  Schliifiaati: 
[Le  roj]  sapplic  le  pape  da  ne  voiiloir  souffrir.  que  ces  luttrea  ayent  cours 
[d.  b.  die  Entscheidang  des  Fapataa  in  dieser  Sache]  et  qn'elles  aolent  cause, 
qne  les  dits  Teropliera   entreprennent   tant  de  mauit.    Prutz  S.  93  macht 

Vinka,  Papittiiin  nni  Untoreung  •!■■  Templeronlsns.    I.  2 


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18  Knr  (ieschicht«  des  Tempi crordens  im   13.  .rnhiiiundert. 

Beim  Falle  von  Tripolis  wurden  auch  eine  Anzahl  her- 
vorragender, besonders  aragonesischer  Templer  getötet  ^),  andere 
gerieten  in  die  harte  Gefangenschaft  des  Sultans,  wieder  andere 
entkamen;  der  Großmeister  selbst  war  nicht  zug^en.  Den 
Untergang  Accons,  des  letzten  ätQtzpunkte»  der  christlichen 
Macht,  suchte  er  durch  möglichste  Willfährigkeit  gegen  Kelavun 
hinzuziehen ').  Der  Sultan  starb  beim  Beginn  des  so  folgen- 
schweren Unternehmens;  aber  sein  Sohn  Aschraf  vollendete 
es,  er  nahm  Accon  am  18.  Mai  1S91.  Auch  die  Templer 
haben  wie  die  andern  Orden  noch  einmal  ihre  Pflicht  erfüllt; 
aber,  das  darf  man  aus  allen  Berichten  entnehmen,  so  glän- 
zende Waffentaten  wie  einzelne  Hospilaliter,  besonders  der 
herrliche  Matthias  von  Clermont,  haben  sie  nicht  verrichtet^). 
Mau  hat  ein  leises  Empfinden,  als  ob  das  belebende,  zu  ein- 
heitlichen Aktionen  entflammende  Element  bei  den  Templern 
gefehlt  habe.  Wir  haben  eine  packende  Schilderung  des  Hel- 
dentodes des  Templergroümeisters ;  sie  stammt  von  einem  ihm 
treu  ei^ebenen  Manne,  der  unzweifelhaft  Augenzeuge  war. 
Beide  Ordensmeister  geraten  bei  Revision  der  bedrängten  Stellen 
ins  wildeste  Getümmel;  Wilhelm  de  Beaujeu  erhält  einen 
PfeilschuÜ  in  die  rechte  Achselhöhle;  eine  Hand  tief  dringt  der 
Pfeil  in  den  Körper;  keiner  hat  es  bemerkt.  Der  zu  Tode 
verwundete  Mann  reitet,  so  gut  es  geht,  eilig  weiter;  da  meint 
man,  er  wolle  fliehen,  und  ein  Trupp  von  20  Kreuzfahrern 
wirft  sich  ihm  mit  der  Bitte  entgegen:  ,A  pour  Dieu,  sire,  ne 
vous  partes,  car  la  ville  sera  tantost  perdue!"  Da  antwortet 
er  laut,  da^  alle  es  hören:  „Seignors,  je  ne  peu  plus,  car  je 
suy  morl;  vees  le  cop"   und  sank  in  die  Arme  seiner  Getreuen; 


damiia:  .Schließlich  bittet  er,  der  Pnpst  müge  die  dem  Orden  verliehenen 
Kreibriefe  kassieren,  damit  derselbe  in  Zukunft  auf  dieselben  hin  nicht  so 
viel  HJlBes  tun  kilnnte."  Dns  wSre  Allerdings  ein  ,K ad ikiil mittel*  (Pratx 
daselbst)  gewesen! 

')  Vgl.  Bd.  II  Nr.  1, 

')  Aus  der  vollatfindigsten  Schitderang  des  Unterganges  bei  RAhricht, 
Geschichte  des  Königreichs  Jenianlem  8.  1007  ff.  geht  das  an  mehreren 
Stellen  hervor. 

"}  Nor  die  Reimchronik  Ottokara  hat  die  Schildemng  der  Heldentaten 
eine«  (deut«henl  Templers  Hertram. 


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Die  drei  lelxten  nro&neiftter  d.  die  Baßerr  G^sehtrhte  des  Ürdene.        \ä 

im  Templertiause  verschied  er '),  Noch  im  Tode  mußte  er 
äich  gegen  den  Vorwurf  der  Feigheit  wehren! 

Beaujeus  friedliche  Politilc  unterlag  schon  fröh  verschieden- 
artiger, nicht  gerade  freundlicher  Beurteilung.  Offen  ihn  als 
Verräter  zu  bezeichnen,  haben  die  Mitlebenden  doch  nicht  ge- 
wagt *).  Sein  Heldentod  war  zu  bekannt  und  wurde  von  ITn- 
parteiischen  durchaus  gewürdigt.  Seine  auffSUige  Freundschaft 
mit  Mohammedanern  —  er  hielt  selbst  einige  in  seinen  Dien- 
sten, der  großem  Sicherheit  halber,  wie  es  heiüt  --  ist  schon 
im  Templerprozesse  ganz  vernünftig  erklärt  worden :  quia  aliter 
non  potuissent  ipse  vel  ordo  tunc  ultra  mare  remansisse. 
Aber  aufiällig  blieb  diese  Freundschaft  oder  Toleranz  doch! 
Sie  konnte  wenigstens,  falls  anderer  VerdachtsstofT  vorhanden 
war,  zu  Anklagen  i^^en  ihn  und  den  Orden  führen.  Jeden- 
falls muli  auch  für  uns  die  Frage  offen  bleiben,  ob  eine  solche 
Politik  dem  Wesen  des  Ordens  und  seinen  Zielen  entsprach  "), 
und  künnen  wir  nicht  dem  Urteil  des  „Templers  von  TyrUs", 
seines  warmen  Verehrers,  zustimmen:  Fu  le  Temple  h  son 
tens  tnout  henore  et  redoute*). 

Klein  war  die  Zahl  der  Templer  wie  Hospitaliter,  die 
dem  Blutbade  von  Accon  entrann  ■'■)  und  auf  Cypern  eine  neue 

')  Geetes  des  Cliiprois  p.  249a. 

'}  Trotzdem  aagt  ROhricbt,  Qeaehiclite  des  Königreichs  JeruRülem 
8.  1019  Anm.  7:  .Er  ist  auch  kein  Verräter  gewesen,  wie  die  Chron.  rimee 
bei  fionqnet  XXtl.  85,  du  Cbron.  Eatenae  bei  Muratori  XV,  .^42,  Stephan 
Orl>«li«n,  Hiat.  de  StonnJe  6i.  Broaaet,  St.  P<it«rsbonrg  1864.  245-246  nnd 
die  Akten  den  fruixOsiechen  Templerprozessea  ...  I,  167;  11,  200,  215  ..  . 
melden.*  Die  Chron.  rim^e  erwähnt  die  Templer  meistens  gnr  nicht.  Die 
drei  genanntet)  Stellen  im  Templerprozefi  sprechen  nnr  von  seiner  Intimität 
mit  den  garaceiien.  EiDmal  steht  dabei,  daß  man  glaube,  daraus  sei 
Schlimmes  erwachsen;  der  Zeuge  glaubt  es  aber  nicht.  Orl)^tian  kenne  ich 
nicht.  Das  Chron.  Estense  ist  auch  nicht  im  KOhrichtschen  Sinno  anfzufasaen. 
Sin  glänzendes  Zeugnis  stellt  dem  Verhalten  dea  Meisters  in  Accon  ein  un- 
parteiischer 2eage  im  cjprischen  Proieese  ans.    ^cbottmOller  H,  156. 

^  Nee  intendebant  ad  factum  armorura  contra  infideles,  sicut  debuia- 
sent  sagt  nach  Procea  II,  12  der  Templerritter  Guillelmus  de  Torage. 
Abnlichee  iat  auch  der  Sinn  in  mehreren  gleichzeitigen  Poe.tien.  Man  lie- 
griff  die  Friedempolitik  nicht. 

*)  Gevtea  des  Chiprois  p.  202. 

'I  Meist  wird  die  Zahl  10  angegeben.  Der  Zweifel,  den  Bfihricht 
8.  1020  Audi.  1   änfiert,  ist,  soweit  er  SchottmDlIer  11,  395  betrifft,  unbe- 

2* 


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äO  2uT  Geschichte  des  Temptcroi^ena  im   lä.  Jahrliundeii. 

Existenz  sich  gründete.  Aber  während  der  tödlich  verwundete 
Großmeister  der  Hospitaliter,  Johann  de  Villjers,  in  den  paar 
ihm  noch  beschiedenen  Lebensjaliren  dort  die  Reorganisation 
seines  Ordens  energisch  betrieb,  um  ihn  für  die  in  Bätde  er- 
hoffte Wiedereroberung  des  li.  Landes  tauglich  zu  machen, 
während  schon  im  Unglücksjahr  der  Grotiprüzeptor  Bonifacius 
de  Calamandrano  neue  kriegerische  Kräfte  aus  dem  Westen 
herSberzuschaifen  plante  i),  der  Orden  jedenfalls  überall  noch 
frische  Lebenskraft  zeigte,  herrscht  in  den  nächsten  Jahren  fast 
Totenstille  im  Templerorden.  So  wenig  Sicheres  war  ober 
seine  Verhältnisse  bekiinnt,  dai^  noch  Schottmülier  allen  Ernstes 
die  Existenz  des  vorletzten  Großmeisters  bezweifelte*)  und 
Thibaud  Gaudin  nur  als  Groükomtur  gelten  lassen  wollte;  ein 
urkundlicher  Beweis  seiner  Amtstätigkeit  fehlte  jedenfalls. 

Thibaud  Gaudin  erscheint  1260  zum  ersten  Male.  Bei 
dem  verunglückten  Überfall  einer  starken  Turkomanenbande 
wurden  eine  Anzahl  hervorragender  Templer  gefangen,  darunter 
Wilhelm  de  Beaujeu  und  Thibaud  Gaudin,  der  spätere  GroÜ- 
komtur,  wie  der  „Templer  von  Tyrus"  berichtet "),  Als  solcher 
erseheint  er  1286;  einige  Jahre  vorher  (1279)  nahm  er  als 
Großpräzeptor  Ordensaufnahinen ,  angeblich  mit  Verleugnung 
Christi  und  Kreuzesbespeiung  vor  ')•  Mit  einigen  Gefährten 
entkam  er  am  18.  Mai  1291  nach  dem  Meeresschloü  bei  Sidon, 
wurde  dort  zum  GroBmeister  von  den  paar  Gefährten  gewählt 
und  eilte  mit  deren  Einwilligung  nach  Cypern,  um  von  dort 
Hülfe  heröberzusenden.  Unzweifelhaft  ist  diese  Sendung  nicht 
erfolgt;   warum,  steht  nicht  fest.     Bustron  erklärt,  er  habe  in 


grDndet.  Deno  dort  wird  gar  nicht  gesugt,  dafi  die  Templer  in  K&iro  bei 
Accon  gefoDgeo  seien. 

']  Vgl.  Delaville  le  Roulx,  Lee  Hoepitaliers  p.  204  nnd  Cartnlaim  HI 
Nr.  4177.    Dort  der  Name  CaiamaDdracen. 

-)  ScholtnUller  I  5B8  f.  Der  Templer  von  Tynis,  der  doch  aach  die 
OrdenBstatnten  nobl  kannte,  sagt  ausdrücklich :  Cestu  coumandoiir  de  ]a 
terre  ae  fist  maietre  don  Temple  par  Tehlasion  des  freres  que  ii  avoit  o  luy. 
ßestes  des  Chiprois  p.  257.    Ebenso  Üustron  und  Amadi.    Vgl.  Anm.  I  S.  21. 

'')  Fu  pris  Tibaat  Gaudin  et  fu  puis  comandor  de  la  terre  dou  Temple 
longuement.  (ieales  ie  Chiprois  p.  64.  Ob  die  Stelle  Über  sein  Verhalten 
im  Streit  der  Venesianer  und  Pieaner  1286  (p.  221]  einen  Tadel  bedeuten  soll, 
wage  ich  nicht  zu  entscheiden. 

*t  Michelet  U,  313. 


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Die  drei  letzten  Grofimeister  u.  die  lu^re  Geschichte  des  Ordeiw.      21 

ErwAguDg,  da&  der  Entsatz  doch  zu  spAt  eintreffen  würde,  den 
Ordeo^eaossen  den  Räckzug  nach  Cypern  anbefohlen.  Der 
.Templer  von  Tyrus*  wirtl  dem  Großmeister  vor,  er  habe, 
wie  er  in  Sicbertieit  sich  befunden,  sich  um  die  belagerten 
Geßihrten  nicht  mehr  gekümmert!  Die  Templer  von  Cypern 
batteD  dieses  den  Freunden  mi^eteilt,  die  dann  entmutigt 
nächtlicher  Weile  unbemerkt  die  Feste  verlassen  hätten ').  Als 
ein  Feigling  galt  Thibaud  auch  dem  Steierischen  Reimchro- 
Disten;  mag  auch  die  Situation  verwirrt  dargestellt  sein,  die 
Schildening  beweist,  daÜ  es  sich  um  die  gleiche  Verurteilung 
der  Persönlichkeit  bei  dein  orientalischen  und  österreichischen 
Chronisten  handelt.  Seine  Templer  wollten  kämpfen  ,reht  als 
die  vordem  brüeder  taten",  und  bitten  den  neuen  Meister,  ,ze 
retten  ir  ^re".  Er  aber  Fordert  sie  zum  Gehorsam  gegenüber 
seinen  Anordnungen  auf:  .Ich  muoz  iuch  und  mich  bewam, 
als  ich  bilticben  sol*!  Das  erläutert  er  aus  Stellen  der  Regel 
und  weist  sie  dann  auf  ein  neues  Arbeitsfeld,  Spanien  und 
Marokko,  hin,  dort  sei  ein  grobes  Heer  nötig,  dorthin  will  er 
sie  (Bhren*)! 

Die  ersten  und  einzigen  urkundlichen  Nachrichten  vom 
Gro&tneister  Tl)it>aud  weisen  auch  auf  Spanien  hin:  mehrere 
von  ihm  im  August  1291  in  Nicosia  ausgestellte  Gelcitsbriefe 
lür  kranke  aragonesische  Templer,  vielleicht  Opfer  der  Kata- 
strophe von  Accon  ^).    Während  Nikolaus  IV.  noch  am  28.  Juli 

')  GeateB  de«  Chiprois  p.  257:  Quant  tl  fn  en  C'hipre,  se  porta  lah' 
chemeDt  dt  inander  lor  Beconre  Bnstron  (Coli,  des  doc.  in^d.  Miil.  bist.  V. 
1886)  p.  127  sagt  vielleicht  objektiver:  Consjderaodo  eeser  tardi  ogni  pro- 
vissioD  che  faceeae,  scriase  alli  frati,  .  . ,  che  dovesaero  abbandonar  il  tutto 
f  veoir  a  Cipro.    Amadi  Bogt  fthnlieb. 

')  Österr.  Reimchronik  (henuisgeg.  von  SeeraDIler  in  Deutsche  Ohro- 
nikenj  V  8.  690  Ten  61824.  Er  nsunt  den  üraämeisteT  Anne.  IntereaBaiit 
irt  der  Hinweis  auf  das  ganz  neue  Arbeitsgebiet.  Dort  bfttten  sio  mit 
CBtersUbnng  der  apanischen  KSnige  tatB&chlich  Großartiges  leisten  können. 

')  Frater  Tfbaldna  Qaudini  Dei  gratis  pauperis  milicie  Tempil  magister 
hnmilii  nniverais  einsdem  milicie  fratribae,  ad  quoe  llttere  presentes  per- 
veDaiint.  «alntem  in  domino  sempiteroam.  Cam  dilectiis  nobis  in  Christo 
ftater  Bemardos  de  Fönte  lator  preeentinm  nnper  propler  infirmltatein  sui 
^on^orie  ad  nttramariDas  partes  recedat  de  nostra  lif  encia  speciali,  oniversie 
leetmm  «t  singnlie  dietricte  preeipieado  mandamns.  quatenns,  cum  dictus 
frater  Beniardna  ad   voa  venerit,   ipaum   recipiatis  amicabiliti-r,   aicnt  decet, 


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22  Zar  (jescliic)it«  des  TemplerurdeuH  im  Vi.  Jahriiundert. 

nichts  von  einem  neuen  Ordensmeister  wußte*)  —  das  geht 
aus  der  Bestätig^ungsurkunde  für  den  Generalprokurator  des 
Ordens  an  der  Kurie  hervor  —  fordert  er  Thibaud  zu  An- 
fang 1292*),  ähnlich  wie  den  Hospitalitermeister,  zur  pfljcht- 
raääigen  Verteidigung  Armeniens  auf.  Von  einem  E^ebnis 
der  päpstlichen  Mahnung  wissen  wir  nichts;  ebenso  wenig,  ob 
die  auf  Ansinnen  des  Papstes  damals  in  zahlreichen  Kirchen- 
versainmlungen  und  an  den  königlichen  Höfen  erörterte  Union 
der  beiden  Orden  von  diesen  selbst  irgendwie  in  Betracht  ge- 
zogen ist.  Der  Name  Thibaud  taucht  noch  einmal  in  einem 
Reimser  Nekrolog  auf;  danach  ist  er  an  einem  16.  April  ge- 
storben»).  1293  oder  1294?  Wir  haben  vorläufig  kein  Mittel, 
um  dieses  völlig  unanfechtbar  festzustellen. 

Jedenfalls  erscheint  der  letzte  Großmeister  Jakob  de  Molay 
nunmehr  zum  ersten  Male  an  der  Kurie  bei  der  Wahl  Boni- 
faz'  Vni.  Er  hat  daniber  alsbald  an  Jayme  II.  von  Aragonien 
berichtet;  denn  schon  am  23.  Januar  1395  teilt  der  König 
seinen  Untertanen  die  ei-freuliche  Nachricht  mit*).  Ein  zweites 
Dokument  war  schon  länger  gedruckt;  am  lä.  Januar  1295 
gestattet  Karl  II.  auf  Bitten  seines  Freundes,  des  Großmeisters 
Jakob  de  Molay,  den  in  so  trauriger  Lage  befindlichen  Temp- 
lern  Getreideausfuhr  aus  Apulien  nach  Cypem  '').    Und  seitdan 

Dt  eldem  de  duabas  eqDitatnris  aliisqae  neceBsarÜB  de  domo  io  danum 
providsre  caretie,  sicat  conBaetnm  eat  aliie  oostria  fratribas  prorideri  .  .  , 
Datom  Nicoeie  io  [Cipro]  anao  a  nativitate  domini  millesimo  duceatasinio 
Dona^esimo  primo,  die  vigesimo  secnodo  ineDsis  .^agusti,  BiwceloDa,  Arohiv 
der  Krone.  PergamiDOB  Jayme  I[.  Nr,  19.  Adb  demselben  Honat  UDd  vom 
September  liegen  dasn  Doch  Sholiche  Empfehlungen  (latoiBiaoh  und  fran- 
zOeJBch)  fflr  Petrus  de  S.  Justo  vor. 

']  Langlois,  Reg.  de  Nicolas  IV.  Nr.  5762.  5768. 

')  Reg.  de  Ricohs  IT  Nr.  6S54  und  6855.  Vgl.  Delaville  le  Roulx, 
Csrtulaire  III  Nr.  4183. 

')  Coli  des  doc.  iDäd.  Mal.  bist.  IV,  80.  Vgl.  PruU  S.  167  Anm.  3. 
1298  eracbeint  Jakob  de  Holay  Doch  nis  Templermeister  in  England.  Revne 
dsB  aoc.  aav.  4  Serie  V  (1867)  p.  421. 

*)  Ex  tenore  litteramm  .  .  .  fratris  lacobi  de  Uolay  magni  magiBtri 
milicio  Tempil  in  Romana  curia  existentis.  Reg.  252  f.  12"  im  Archiv  der 
Krone  zu  Barcelona. 

^1  Mm  Latne.  Hiat.  de  l'Ile  de  Chypre  tl,  91.  Die  Urkunde  ist 
datiert:  1295  die  duodecimo  meoBis  lannarii,  octave  indiecioniB,  regnonun 
nostroruro  anno  undecimo.    Da  hier  vom   11.  Regierungsjahr  Karls  II.  ge- 


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Die  drei  letzten  Urofimeiater  u.  dia  guiiere  Geacbicbte  des  Ordc'nB.      '23 

mehreo  sich  die  Zeichen  der  Wirksamkeit  des  letzten  Ordens- 
lenkeis,  so  daß  man  vielleicht  doch  das  Jahr  1^94  als  Zeit 
seiner  Wahl  mit  einiger  Sicherheit  angeben  kann. 

Eine  Charakteristik  Molays  ist  öfter  versucht  worden;  je 
nach  der  Stellung  zum  gesamten  Templerprozeß  mußte  sie 
verschiedenartig  ausfallen.  Neuerdings  hat  SchottmQlIer  ihn 
als  eine  Lichtgestalt,  würdig  des  Martyriums,  zu  zeichnen  ge- 
sacht, Pralz  ihn  nüchterner,  ja  mit  offenkundiger  Unfreund- 
lichkeit behandelt.  Sogar  Molays  geistige  Begabung  wurde 
TOD  ihm  angezweifelt,  ein  unzweifelhaft  von  ihm  herrührendes 
[*rogranini  ihm  abgesprochen ').  Prutz  lieg  sich  in  seiner 
Schilderung  des  Vorlebens  offenbar  durch  des  Großmeisters 
Verhalten  im  Prozeß  beeinflussen.  Molay  war  keine  herrech- 
gewaltige  Persönlichkeit,  das  ei^eben  die  Prozeßakten,  er  sucht 
mit  den  Regierenden  Frieden  zu  halten,  das  zeigen  die  arago- 
nesischen  Briefe;  aber  er  war  unternehmend,  klarsehend,  für 
die  U^ung  seines  Ordens,  allerdings  mehr  mit  kleinen  Mitteln, 
bedacht.  Von  Reformen  hat  er  öfter  gesprochen:  praktisch 
bestanden  sie  doch  mehr  In  Äußerlichkeiten,  Änderung  der 
Kleidung,  des  Essens.  Daß  er  auf  größeres  Sparen  drang, 
klingt  durch  eine  Reihe  von  unwillkürlichen  Aussagen  hindurch, 
die  sich  zuweilen  zu  der  t>ösen  Anschuldigung  verdichteten, 
daß  unter  diesem  Meister  das  Alraosenspenden  gelitten  habe. 
Seine  Absicht  war  aber,  die  Mittel  filr  Kreuzzugszwecke  zur 
Verfügung  zu  hat>en. 

Damit  stimmen  nun  chronikalische  Angaben  überein.  Ja 
sie  sprechen  bei  ihm  ausdrücklich  von  Geiz  und  nennen  diese 
unwürdige  Eigenschaft  eines  Ordensobern  als  den  Grund,  warum 
ihn  die  Gro^n  wie  die  Armen  nicht  liebten.  Ausdrücklich 
betont  der  „Templer  von  Tyrus",  nachdem  er  seine  Sparsam- 
keit g^enüber  Papst  und  Kardinälen  erwähnt,  daß  er  „mout 
eschars  hors  de  rayson"  gewesen;  Bustron  redet  von  ihm  als 
einem  .huomo  miserissimo',  während  Amadi  eich  des  Templers 
Ausdruck  aneignet  *).    Zur  Begründung  erzählen  alle  drei  die- 

■proehra  wird  mud  Kiri  I,  am  7.  Jaonar  1285  etarb,  so  fet  die  llik.  id  das 
iüa  129S  in  wtEMi. 

')  Pnita  8.  187  ff.  ond  251  ff, 

*)  (jeat«8  des  Cbiproia  p.  829.  BustroD  p.  163.  Amsdi:  era  avaro 
tot  di  mimia. 


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2i  Zur  ÜeBchichte  dea  Teinplerord«UB  im  13.  Jehrbvodert. 

selbe  Geschichte  von  der  großen  Anleihe  Philipps  des  Schönen 
beim  Pariser  Tempel.  Trotzdem  die  begleitenden  Momente, 
so  die  Bestrafung  des  Schatzmeisters  im  Pariser  Tempel,  ohne 
Zweifel  falsch  dargestellt  sind,  läßt  sich  die  Anleihe  selbst 
wohl  nicht  so  direkt  ableugnen.  Im  Sinne  der  Ordensstatuten 
hatte  dann  aber  Molay  mit  seiner  Rüge  recht  gehandelt,  ob 
im  politischen,  dCtrfle  schwer  zu  entscheiden  sein. 

Vor  dem  Jahre  1305  —  auf  diese  Zeit  beschränke  ich 
mich  hier  —  ist  Molay  auf  Cypern  tätig;  er  versucht  die 
Templer  dort  einzubürgern.  Prutz  hat  die  Schwierigkeiten 
bezeichnet,  aber  irrtümlich  einen  schon  seit  einem  Jahrzehnt 
beigelegten  Streit  zwischen  dem  Orden  als  Grundlage  genom- 
men, Molay  und  König  Heinrich  als  persönliche  Gegner,  und 
die  1306  erfolgte  Entthronung  des  Königs  als  letztes  Zuflucbts- 
mittel  des  .schwer  bedrohten  Ordens"  angesehen ').  Weder 
hat  der  König  den  Papst  um  das  Radikalmittel  der  Kassierung 
der  Ordensprivilegien  gebeten,  noch  sind  die  hier  berührten 
Voi^änge  mit  den  zwanzig  Jahre  später  liegenden  Ereignissen 
direkt  zu  verbinden. 

Die  Üttersiedelung  zweier  trotz  der  erlittenen  Schläge 
noch  inmier  gewaltiger  militärischer  Institute  auf  die  kleine 
Insel  konnte  die  Wirkung  eines  zweischneidigen  Schwertes 
haben.  Gewig  brachten  Templer  und  '  Hospitaliter  dem 
schwachen  Königreiche  kräftigen  Schutz,  aber  ebenso  gewiß 
konnte  die  Ansiedlung  und  die  Neuorganisation,  die  mit  den- 
selben Vorrechten,  wie  sie  die  Templer  im  h.  Lande  gehabt, 
vor  sich  gehen  sollte,  nicht  leicht  ohne  Schwächung  der  lusig- 
nanischen  Monarchie  sich  vollziehen.  Diese  Auseinandersetzun- 
gen fanden  in  den  Jahren  1297  bis  1300  statt;  dann  kamen 
Aufgaben  anderer  Art. 

Aus  einem  Schreiben  Bonifaz'  VIII.  konnte  man  folgern, 
daß  der  Ansiedlungskampf  sich  zwischen  den  Templern  und 
dem  Könige,  ja  persönlich  zwischen  Jakob  und  Heinrich,  ati^e- 
spielt.  Der  Großmeister  hatte  Gaufrid  de  Gonavilla  an  die 
Kurie  gesandt  und  über  den  König  sich  beklagt.  Der  Papst 
bedauert  den  Streit,  aber  wesentlich  im  Interesse  der  Templer; 

')  Vgl    oben  8.  17. 


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Die  drei  latstan  Urofimeister  u,  die  inßere  Geschiobte  das  Ordens.       So 

in  nicht  mifizuverstehender  Weise  hält  er  dem  Groüiueister  die 
Sch&den  und  Skandale  vor,  die  aus  den  steten  Uneinigkeiten 
seines  Ordens  .mit  den  andern'  entstanden  seien;  die  schmäh- 
liche Situation  des  h.  Landes  schreibt  er  diesen  Zänkereien  zu. 
Darum  warnt  er  energisch  vor  neuem  Zwist  und  fordert  von 
den  Templern  jene  drei  ,humtlitas,  devotio  ac  patientia",  die 
alle  Ordensleute,  vor  allem  aber  in  der  gegenwärt^n  Lage 
fie  dem  Könige  gegenüber  zeigen  müüten.  Vom  König  verlangt 
Bonifaz  in  viel  freundlicherem  Tone  Freundschaft  und  Aussöh- 
nung mit  den  Temi^em ;  er  sucht  sein  Mitleid  fOr  die  Gehetzten 
m  wecken,  macht  ihra  aber  auch  klar,  welche  Vorteile  der 
Aufenthalt  der  Templer  seinem  Reiche  bringe  >), 

Die  fernem  SchriflatQcke  der  Kurie  lassen  aber  deutlich 
erkennen,  daä  es  sich  hier  nicht  um  persönliche  oder  Streitig- 
keiten eines  Ordens,  sondern  um  die  Frage  des  Ausgleichs 
königlicher  Wünsche  mit  den  Ansprüchen  der  beiden  Hitter- 
orden  handelt:  auf  der  einen  Seite  sollen  die  Abgaben  der 
Ordensklientel  möglichst  beschränkt,  auf  der  andern  die  An- 
siedlnngsm^lichkeit  für  Templer  and  Hospitalitcr  erweitert 
werden  *).  Seit  1 300  verstummen  die  Klagen.  Der  Tartaren- 
sieg  des  Jahres  1299,  der  die  ägyptische  Herrschaft  in  Syrien 
erschütterte,  die  ermunternden  Aufforderungen  Casans  hatten 
plötzlich  die  lang  schlummernde  kriegerische  Unternehmungs- 
lust der  beiden  Orden  geweckt;  ihre  Galeeren,  verbunden  mit 
den  Schiffen  des  Königs,  erscheinen  an  der  Nilmündung  vor 
Alexandrien  und  nehmen  dann  beutebeladen  eine  Rekognos- 
nerung  der  palästinensischen  Unglücksorte  Accon  und  Torlosa 
vor.  Auf  eine  Zusage  Casans  hin  lagern  sie  dann  auf  der  Insel 
Ruad;  leider  war  ihr  Warten  vergebens.  Während  die  Hos- 
pitalHer  tatkräftig  auf  dem  FesUande  bis  Maradea  vorrücken, 
bauen  die  Templer  auf  Ruad  einen  stark  befestigten  Turm. 
Aber  noch  sind  sie  zu  schwach;  die  Hospitaliter  weichen  ohne 
größere  Verluste  zurück,  die  Templer  mußten  sich  im  Oktober 
rinem  muselmamschen  Anstürme  enreben.    Nach  den  Prozeß- 

')  Tbomis,  FftucoD  und  Digud,  Reg.  de  Bonifwe  VIII.  Nr.  2488 
md  m»  mm  Jahre  1297. 

')  ft^.  ds  BonifMe  Till.  Nr.  2560,  3060.  Vgl.  DeUville  le  Boulx, 
CartnlMre  Nr.  4417  nnd  4467. 


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ütt  Zur  üeBcfaicbte  dea  TeinpI«rordeas  ioi  13.  JshrhuaderL 

akten  haben  die  gegenseitigen  Beschuldigungen  nicht  gefehlt '). 
Den  widerrechtlich  gefangenen  Templern  stellte  der  genuesische 
Korsar  Matthäus  Zacharias  ein  glänzendes  tilaubenszeugnis  aus. 
Am  stärksten  tritt  die  Persönlichkeit  Molays  bei  den 
cyprischen  Wirren  seit  1305  in  den  Vordergrund:  sie  bezweck- 
ten die  Beseitigung  des  kranken  Königs  Heinrich  und  die  Stell- 
vertretung seines  Bruders  Amaury  von  Tyrus.  Wirklich  wurde 
der  König  entthront  und  zunächst  in  Cypern  interniert,  später 
nach  Aufdeckung  angeblicher  Empörungsversuche  nach  Arme- 
nien  verwiesen,  von  wo  er  erst  nach  der  Ermordung  seines 
Bruders  und  nach  dem  Untergange  des  Templerordens  zurück- 
kehrte*). Prutz  nennt  die  Rolle,  die  Molay  bei  dem  Staats- 
streiche gespielt,  eine  höchst  bedenkliche.  Hier  ein  Urteil  zu 
fällen  dürfte  nicht  leicht  sein,  da  aus  den  cyprischen  Quellen 
weder  die  absolute  Notwendigkeit  des  Sturzes,  noch  die  Ver- 
kehrtheit des  Unternehmens  bestimmt  geschlossen  werden  kann. 
Auf  beiden  Seiten  standen  leitende  Persönlichkeiten;  Hand  in 
Hand  mit  Molay  ging  der  Bischot  von  Limassol.  auf  seilen  des 
Königs  standen  vor  allen  die  Mutter  und  die  nähere  Verwandt- 
schait.  Sicher  ist  nur,  daü  Molay  eine  offenkundige  und  ein- 
flulireiche  Parteinahme  bewies,  während  die  Hospitaiitcr  — 
zum  letzten  Male  —  auf  der  andern  Seite  zu  fmden  sind  und 
ihre  oft  bewährte  Vermittlerrolle  versuchen");  .'sicher  ist  auch, 
dafi  es  verkehrt  ist,  wie  erwähnt,  diese  Stellungnahme  des 
Großmeisters  mit  dem  frühem  Konflikt  in  Verbindung  zu 
bringen,  ,der  zwischen  König  Heinrich  und  dem  Orden  wegen 
der  Obergriffe  des  letzteren  entbrannt  war'.  Gerade  von 
„Übet^iffen  des  Ordens"   wissen  wir  bis  jetzt  nichts. 


')  Michelet  I,  39  bringt  die  merhwDrdige  Anklnge  des  Ponzardati  de 
Gisy.  die  wohl  eJDeii  berechtigten  Kern  hebeo  dürfte.  Merkwürdig  ist,  dafi 
Molny  Dicht  dabei  (jenannt  wird;  er  mOfile  dnnacb  nicht  Mif  der  Ineel  ge- 
wesen sein,  als  es  zur  Entscheidung  kam.  Im  Jahre  1302  beanclitB  Ramon 
Lnll  den  Tempi ermeister.     Vgl.  Hist,  litt.  29,  35. 

*)  Einzelheiten  berflhre  ich  hier  nicht.  Auffallend  ist,  dafi  der  Temp- 
ler Ton  Tjrus   die  Tätigkeit  Molaya  nicht  erwftbnfc,   wohl  sber  Buetron  nod 

"j  Delaville  le  ßoulx.  Les  Honpitaliera  p.  281  fragt'  La  conduit«  dea 
Templiers,  qui  a'ätaient  ourerteraent  prononcäe  pour  le  regent,  lea  jeta-t-elle 

dana  le  parti  uppoaä? 


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Die  Smidorstrlluiif;  der  Rriguaesieche]]  [und  spiini«chen)  Teoipler.      27 

Um  )306  Übersiedelten  die  Hospitaliter  nach  Rhodos; 
Cypeni  verbljeb  allein  den  Templern,  Erst  jetzt  durfte  ihnen 
eine  gedeihliche  Entwickelung  auf  der  Insel  unter  ihrem  nun- 
mehr sechzigjährigen  eifrigen  Großmeister  in  Aussicht  stehen. 
Da  kam  die  Katastrophe. 

3,  Die  Sonderstellung  der  aragonesischen  (und 
spanischen)  Templer. 

Im  Kampfe  der  aragonesischen  Templer  um  ihre  Ehre 
und  ihre  Freiheit  haben  sie  in  Raimund  de  Guardia  einen 
idealen  Wortführer  gehabt,  einen  Mann,  bewährt  im  Kriegs- 
imd  im  Ordensdienst,  hoch  angesehen  am  Königshofe,  einen 
vorzüglichen  Diplomaten,  zugleich  einen  Mann,  der  den  wech- 
selnden Stimmungen  seiner  unglücklichen  Gelahrten  einen  dra- 
matischen Ausdruck  zu  leihen  verstand  >).  In  seinem  ersten 
Schreiben,  das  er  nach  dem  Beginn  der  Feindseligkeiten  an 
Jayme  II.  von  Aragonien  am  8.  Dezember  1307  richtete,  ver- 
weist er  den  König  auf  ihre  Sonderstellung  gegenüber  den 
französischen  Templern  -).  „Wir  sind  sSmtJicti  Eure  Unter- 
tan«] ;  jene  gehören  verschiedenen  Nationen ,  Sprachen  und 
Ländern  an;  von  ihrem  Besitz  können  sie  nicht  sagen,  daß 
sie  ihn  den  Feinden  des  Glaubens  entrungen  haben,  sondern 
er  t)esteht  aus  Schenkungen,  Vermächtnissen  und  Ankäufen. 
Mit  Euren  Vorfahren  vergossen  unsere  Brüder  ihr  Blut  und 
starbeo  lur  sie  im  Kampfe  gegen  die  Ungläubigen  und  für  ihr 
Reich.  Das  haben  Eure  Vorfahren  uns  in  ihren  Privilegien 
und  Freiheiten  bekundet,  die  sie  zum  Heil  ihrer  Seelen,  zur 
Tilgung  ihrer  Sünden  uns  den  Vorkämpfern  und  der  Vormauer 
des  Christentums  in  ihrem  Lande  gewährt  haben.  Jedermann 
in  Eurem  Reiche  weiß,  daß,  wenn  die  Saracenen  gegen  Euch 
anstürmen,  die  TemplerbrQder  die  ersten  zur  Verteidigung 
Eures  Reiches  und  ihres  Glaubens  sind.'     Und  dann  erinnert 

'I  Cber  seine  gesaodtachafUicbe  T&tigkeit  werde  ich  apiter  munches 
vwfiSentljcbeD.  Sehr  atiae  sdieiot  er  dem  kSuiglichen  Hofe  von  Mallorca 
EestaodeD  za  haben.  Eine  Biographie  vod  ihm  befindet  sich  in  dem  Auf- 
sätze TOD^Allart,  La  snppteBsioa  de  l'ordre  du  Teniple  en  Ronssilloii  in  Bnll. 
de  ]a  MC.  «gric«)t>  .  .  .  dea  Pjrrendes  orieotalea  SV. 

'J  Fiake  U  8.  7»  f. 


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28  Zur  Gescbichte  des  Tetaplorordena  im  18.  J^rfanndart 

er  den  König  an  die  (jrenzkämpfe  des  kürzlich  verstorbenen 
Templermeisters  Berengar  von  Cardona,  die  dem  König:  und 
Land  Ehre  und  Ruhm  gebracht,  an  den  Heldentod  Peters  von 
Moncada  und  der  Seinen  im  Tal  Ton  Albayda. 

Damit  ist  die  Eigenart  der  aragonesischen  und  in  etwa 
auch  der  spanischen  und  portugiesischen  Templer  gekennzeich- 
net. Ihren  gewaltigen  Besitz  haben  sie  sich  zum  guten  Teil 
auf  dem  Felde  der  Ehre  erworben  ').  Es  ist  natOrlich,  daß 
der  Teraplergedanke  gerade  im  Lande  des  heroischen  und 
glQcklichen  Kampfes  gegen  den  Islam  anfangs  am  meisten 
zQndete  und  gerade  hier  die  Schenkungen  üt)erreich  waren: 
wie  Atfons  I.  von  Ai-agonien  und  Navarra  deu  Ritterorden 
sein  Reich  schenkte,  so  starb  Ramon  Berengar  111.  von  Barce- 
lona im  Templei^wande.  Bald  aber  kam  zur  Begeisterung 
das  persönliche  Verdienst:  Für  Hülfe  gegen  die  Mauren  über- 
gab 1 143  Ramon  Berengar  IV.  den  Templern  die  starke  ara- 
gonesische  Feste  Monzon,  neben  Miravet  später  Hauptstütze 
des  Ordens,  und  sicherte  ihnen  ein  bedeutendes  Bruchteil  der 
künftigen  maurischen  Eroberungen  und  At^abenfreiheit  in 
seinem  Reiche.  Für  den  glänzenden  Vorstritl  gegen  die  Sara- 
cenen  erhielten  sie  von  Alfons  I.  ein  Drittel  der  Stadt  Tortosa, 
1196  von  Peter  dem  Katholischen  mehrere  Städtchen  und 
Burgen,  darunter  Alhambra,  1310  ganz  Tortosa,  abgesehen 
von  der  königlichen  Oberlehensherrschaft,  wegen  der  valencia- 
nischen  Kämpfe  =).  Vor  allem  dankt  Jayme  1.,  der  große  Kon- 
quistador, den  Templern  ein  Gutteil  seiner  überraschenden 
Eroberungen :  vor  Mallorca  starben  viele  Templer,  die  der  Kom- 
tur von  Miravet  angeführt,   den  Heldentod,   bei  Valencia  er- 

')  Solange  die  aus  den  noch  vorh&BdeDen  UrkundsD  gescbspfte  Be- 
sitigescbichte  fehlt,  massen  wir  uds  mit  den  vor  allem  &aa  Zurita,  Anales 
de  la  Corona  de  Aragon  aUminandeD  Notizen  begoUgen.  Einiges  Nene  bat 
aoch  Pnitz  S.  16f.  nnd  60f.  gebracht;  von  alteren  hat  Eavemann,  Ga- 
»cbichte  des  Aaegangea  des  Tompelheirenordene  (1846)  S  156  fr  die  Hanpt- 
notizen  inBammeagestallt.  Die  erste  ErwUinang  finde  ich  bei  Zurita  I,  4fi 
(Aasgabe  von  1610  f.  i5);  Alfonso  ,el  empersdor',  damals  noch  Eftnig  von 
Aragon,  Navarra  und  Kaetilien:  det«rmino  deiar  grandes  heredamrentos  y 
poweeaiones  a  los  cavalleros  del  Temple.  Dio  Nacbricfat  steht  ohne  genauere 
Zeitangabe,  dann  Iragt  sieb:  Wo? 

0  Zurita,  Anales  11,  4  (f.  60);  II,  47  (f.  87);  II,  61  (f.  96). 


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Die  Sonderstellnng  der  aragonesisehen  (und  spaniaeben)  Teniplei'.      29 

stürmten  die  Templer  unter  den  ersten  die  Borg;  die  präch- 
tige Templerhöfe  in  Las  Palmas  und  Valencia  bekunden  den 
königlichen  Dank  ■)■ 

Ich  beabsichtige  nicht  eine  Geschichte  des  aragonesiscben 
Templerbesitzes  zu  geben;  in  sachkundigster  Weise,  aus  dem 
reichen,  fast  ganz  unt>erJlhrteQ  Matenai  schöpfend,  wird  diese 
Arb^t  demnächst  der  bekannte  katalanische  Forscher  Joachim 
Miret  y  Sans  Torlegen.  An  dieser  Stelle  will  ich  nur  ein  Ver- 
zeichnis der  Templerbesitzungen  und  -höfe  veröfTentlichen,  das 
am  Vorabend  der  Katastrophe  angelegt  wurde.  Es  ist  das 
Verzeichnis  der  Ordensabgaben  auf  dem  letzten  Templerkapitel 
in  Orta  am  letzten  Maisonntage  !it07  und  dürfte,  da  auch  die 
momentan  nichtzahtenden  angeführt  sind,  fast  ganz  lAckenlos 
sein  *).  Die  Reihenfolge  ist  weder  nach  der  Größe  oder  Be- 
deutung, noch  auch  vollständig  geographisch  hergestellt:  Mas 
Deu  (in  Roussillon),  Casteylo  Dampuries,  Ayguaulua,  Pug  reg, 
Barchinona,    Juncossa,    Celma,    Barbera,    Graynena,    Barbinz, 

')  Znrite,  AMles  HI,  8  »od  9  (f.  182). 

')  Anno  domini  millAsimo  CCCVtl  loorat  fnre  tierenger  de  Cardona 
ie  le«  caaeee  d«  la  cavaleria  del  Temple  en  Arago  et  sd  Catalonia  hono- 
rable  maestre  teacb  et  celebis  capitol  ab  loa  prooms  del  Temple  en  Orta 
lo  dicinenge  derer  de  Heg.  Das  Stflclc  beginnt:  Lo  Uaa  Deu:  DCC  mara- 
aetz  (gleich  morabetini),  qai  munten  IUI  mil.  aol.  Jaques.  Diese  4000  sol. 
der  MUnie  Tun  Jacc«  betragen  10172  aol.  von  Barcelona.  Davon  zahlte 
Uta  Den  jetzt  6000  Tornesen  Silber  (solidi),  die  gegenwärtig  gelten  8000  soL 
Barch.  Dann  erfolgt  eine  Zahlung  an  (wahracbeinlicfa)  Privatpersonen  von 
St53  toi.  So  waren  also  106&3  boI.  Barcfa.  entrichtet;  aa&erdeni  als  .do* 
4SI  aol. 

Caeteflu  Dampnrias  pagK  la  reaponsio  et  lea  tayllea  et  »la  frsrea 
DoHramar  (also  drei  Teile)  XX  toraee;  dona  de  do  CCCCXC  sol.  Barch,  al 
MDfor  maestre.  Dann  kann  doch  die  erste  kleine  Summe  für  die  .Roapoo. 
am',  .tajlla*  and  die  Brüder  im  li.  Lande  nicht  stimmen! 

AjgnftDina  fa  de  reeponsio  C  niarav^tz;  per  legistres  VI  maravetz 
(ww  ist  das  für  eine  Abgabe?);  item  per  la  taylla  de  la  rort  XXX  sol. 
Barch.;  paga  an  R.  de  TouiIb  CCCC  sol.  So  geht  es  weiter.  Qleichz.  Ab- 
twbrift  Papierfaeft  im  Archiv  der  Krone  von  Barcelona.    Templorios  81. 

Bei  UonzoD  beifit  es  klar:  fa  de  respoasio  mill.  C  maranetz,  per 
legistrea  LXV  maranetz,  per  la  cort  XC  sol.  Pago  tot  e  dona  de  do  IUI 
mill.  sol.  Jaeqnea  al  aenyor  maeetre. 

Bei  Ssrsgosaa  kommt  noch  eine  spezielle  Abgab«  an  die  hSchston 
JoBtizheamteD ;  al  jnatieia  Darago  CCL  sol. 


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30  Zur  0(«<:hirlito  dea  Tempi erordene  im  13.  Jahrhundert. 

Corbins,Gardeyn,  Munso,  Oscha,  Pina,  Saragosa,  Requinenicli. 
Noueleu,  Anessa,  Noues,  Ribaforada,  Aueri,  Ambel,  Rida,  Al- 
hambra,  Vilel,  Cantaueyla,  Gaslelot,  Orta,  Riba  roya,  Azcbo, 
Mirauet,  Tartossa,  Paniscnia,  Buriana,  Valencia,  Maylorques. 
Am  hßcbsten  besteuert  sind  Monzon  und  Cantavieja,  etwas  nie- 
driger Mas  deu  und  Maliorca  und  dann  in  ^öSerem  Abstände 
Azcho,  Miravet  und  Ambel,  zu  den  niedrig  besteuerten  gehören 
auch  die  Höfe  in  Valencia  und  Barcelona,  wahrscbeinlich  weil 
ibnen  der  umfangreiche  Grundbesitz  fehlte.  Die  Gesamtein- 
fcünfte  Monzons,  soweit  sie  in  Geld  gezahlt  wurden,  schätzte 
der  benachbarte  Bischof  von  Lerida  kurz  nach  der  Katastrophe 
auf  jährlich  40000  bis  50000  Solidi  >).  Ob  man  hieraus  einen 
S'^hluß  auf  die  Gesamteinkünfte  des  Ordens  in  Aragonien 
ziehen  dart  —  Monzon  zahlte  ungefähr  ein  Zehntel  der  gres* 
ponsio'  — ,  wage  ich  nicht  zu  entscheiden;  es  kommen  doch 
zu  viel  andere  Punkte  zur  Erwfigung.  Beweiskräftiger  dürfte 
die  Angabe  in  der  Instruktion  für  Bemard  des  Fonoyllar  an 
Bonifaz  Vlll.  sein:  Wenn  Templer  und  Hospitaliter  nicht  zur 
Zehntleistung  herangezogen  würden,  verlöre  der  König  ein 
Drittel  des  erhofften  Ertrages  *);  darnach  würde  das  Einkommen 
der  Ritterorden  ein  Drittel  des  ganzen  kirchhchen  Einkommens, 
also  auch  wohl  ihr  Besitz  ein  Drittel  des  gesamten  kirchlichen 
Besitzes  betragen,  wobei  allerdings  zu  beachten  bleibt,  da&  die 
aragonesiscbe  Kirche  zu  den  am  ärmsten  ausgestatteten  Europas 
gehörte.  Ober  Umfang  und  Bedeutung  des  templerischen  Be- 
sitzes in  seinem  Lande  äußert  sich  Jayme  II.  also:  .Verhält- 
nismäßig haben  die  aragonesischen  Templer  den  umfangreich- 
sten Besitz  auf  der  ganzen  Welt;  auch  in  den  andern  Teilen 
Spaniens  ist  ihr  Besitz  nicht  so  groß  und  geschätzt;  vor  allem 
aber  gibt's  auf  der  Welt  kein  Reich,  wo  die  Templer  so  vielf 
und  so  hervorragende  Festungen  ihr  eigen  nennen*)*. 

Prutz  hat  die  Frage  der  Landeshoheit  gestreift;  solche 
haben  die  Templer  auch  in  Aragonien  nicht  erlangt,  wo  das 
Königtum  keine  eigentlichen  territorialen  Gewalten  aufkommen 

')  Vgl.  Bd.  II,  154. 

')  ArrhW  der  Krone  vop  Barcelona  CRJ)  e.  f.  Nr.  686. 
^1  In  einer  Instmktioo  vom  Jabre  1313,  die  Klemene  V.  in  der  Güter- 
frag«;  xiir  Nachgiebigkeit  tiewegen  sollt«*.     Vgl   II,  214. 


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Die  SoiHlrntelliing  der  Hragnneftiechen  lunH  «paDiBchenl  Traipler.      Ül 

lieb;  nirgends  wissen  wir  etwas  von  Überlraerunff  der  hohen 
Gerichtsbarkeit,  selbst  nicht  den  direkten  Ordensnntergebenen 
gegenüber.  Df-r  Köni^  behandelt  die  Templer  durchaus  als 
Untertanen;  nur  seine  .naturals"  dürfen  dem  Orden  ange- 
liören '),  fremde  würde  er  zurückweisen.  Er  betont  bei  der 
Aufhebung  des  Ordens  und  der  Frage  der  Vergebung  der 
Templergüter:  quod  nos  specialia  iura  et  speciales  condiciones 
babettanius  in  Templariis  et  eorum  bonis,  ganz  anders  wie 
anderswo  -).  Auf  den  Einwurf,  daä  er  und  seine  Vorfohren 
die  Ausfuhr  einer  jährlichen  .responsio*  an  den  tirn&meister 
gestattet  hätten,  läSt  er  erwidern,  da&  weder  sein  Großvater 
noch  sein  Vater  und  er  jemals  die  Templerprivüegien  zu  Ge- 
sicht bekommen  ^)  und  so,  aus  Unkenntnis  der  Verhältnisse, 
die  Ät^abe  geduldet  hätten :  sonst  wäre  es  nun  und  nimmermehr 
geschehen.  Ob  bestimmte  jährliche  Abgaben  an  den  König  zu 
7.ahlen  naren,  vermiß  ich  nicht  festzustellen;  in  dem  Kapitels- 
veneichnis  figuriert  öfter  eine  Ausgabe  .per  la  cort'  —  sicher- 
lich waren  die  Templer  nicht  ohne  Naturallasten  an  den  Hof. 
So  hab«)  sie  öfter  gegen  die  drückende  .cena",  die  Unterhal- 
tung des  königlichen  Hofes  in  weitestem  Umfange  mit  Nacht- 
quartier, Speisen  und  Getränken  bedeutete  und  überall  schwer 
empfunden  wurde,  protestiert,  aber  nur,  wenn  sie  mehr  als 
einmal  im  Jahre   gefordert  wurde  '),     Vor  allem  aber  waren 

■)  Also  gende  duselbs,  wos  Prutz  8.  59  und  208  för  Portugal  h^ 
^ondtni  betont.    Unzweifelbnft  gilt  dies  itnch  fQr  Kastilien. 

')  In  der  genanntsa  InstniktioD.    Bd.  II,  214  f. 

')  Der  KoDitnr  von  Mallorca  sclireibt  einmal  an  eineo  Orden agenosaen 
über  die  Frage,  ob  dem  KOnige  e\a  Privileg  tn  zeigen  bbi:  Be  sabets  vos, 
HK  cnies  et  privilegis  Mn  fort  perilloaes  de  mostrar  .  . .   Templarios  Nr.  163. 

')  Ans  einem  Schreiben  des  Tempi  er  meistere  an  den  KOnig:  Avem 
entea,  que  vos  de  tot  en  tot  volotz  nver  compliment  a  M.  aol.  de  cena  pei' 
tfoB»so  ...  El  aenyor  en  P.  .  .  .  pare  voatre  no  pres  oen»  en  Monsao 
siiu  I  vegada  ~  ersieht  man  die  nngefithrc  Hohe  dieaer  AuagaW,  aber 
Hiebt  ob  du  .Einmal*  bedeutet:  im  Jahre?  Doch  gabt  dns  nua  einem 
Hdeni  Schrailieii  dea  KastellBDa  von  Monzon.  Berengar  de  Bellvis  an  den 
llräig  klar  hervor:  daa  letzte  Hai  hiltt.en  sie  die  ,cena'  15  Tage  vor  Weili- 
auhtw  griiefert;  daa  würde  alao  zweimal  in  einem  Jahre  sein.  Man  rief 
^ogir  die  Hülfe  der  K&nigin  an,  um  dieses  zu  verhindern  iTemplarios 
Nr.  209,  ISO).  Allerdinga  finde  ich  nnr  Honzon  genannt.  Daß  nicht  alle 
Timplerhinser  verpflichtet  waren,  darf  man  wohl  annehmen:  aodio  ganz  kleinen. 


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S2  Zur  Geschidito  Aas  Trinpierordens  im  IB,  Jnhrhan<leii, 

die  Templer  dein  König  zum  Kriegsdienst  verpflichtet:  ipsa 
bona  data  fuenrnt  ad  defensionem  ecclesie  occidentalis  et  ad 
Sarracenorum  Yspanie  ofensionem.  Am  Maurenkrieg  beteiligten 
sich  die  Templer  nicht  bloQ,  wenn  der  König  i-ief,  sondern  sie 
gingen  auch  selbständig  vor.  Gerade  aus  der  Zeit  des  vor- 
letzten aragonesischen  Templcrmeisters  haben  wir  einige  lel>- 
hafte  Schilderungen  seiner  saraeenischen  Waffengänge,  wahr- 
scheinlich aus  den  ersten  Jahren  des  14.  Jahrhunderts  Da 
ging  es  einmal  mit  400  Rittern  und  1500  Mann  Futävolk  am 
Freitag  vor  Pfingsten  von  Lorca  aus  Tag  und  Nacht  durch 
bis  zu  einem  granadischen  Orte  Si^ena;  dort  wird  die  ganze 
Ernte  zerstört  und  in  den  Bei^eländen  nach  Vieh  gesucht; 
dann  ging's  mittags  weiter  nach  Bera,  wo  es  zu  einem  Zu- 
sammenstoß mit  den  herbeigeströmten  Mohammedan^n  kam- 
Bald  flatterte  die  Templerfahne  auf  der  Feste;  dann  wurde 
die  Ernte  geschnitten.  Am  Pängsttage  verbrannten  sie  «nige 
Häuser  in  Les  Coues,  zerstörten  und  verbrannten  in  einem 
Flußtale  Häuser  und  Mühlen,  belagerten  ein  Kastell,  hatten 
einen  stärkeren  Zusammenstoß  mit  den  entrüsteten  Saracenen, 
wobei  sie  100  Feinde  töteten,  sie  selbst,  „la  merce  de]  nostre 
senyor  Ihesu  Christ",  nur  ein  paar  Tote,  aber  viel  Pferde 
verloren.     Am  Pfingstmontag  waren  sie  wieder  in  Lorca!') 

Ein  andermal,  im  Jahre  1304,  planten  sie  gleichfalls  einra 
Einfall  in  das  Gebiet  von  Granada,  wenn  die  andern  Orden 
sich  anschlössen ;  sie  standen  dann  auf  Veranlassung  des  Gene- 
ralprokurators von  Murcia  davon  ah:  der  König  lobt  sie  dafür, 
da  in  damals  gepflogenen  Friedensverhandlungen  mit  Kastilien 
auch  der  König  von  Granada  einbegriffen  sein  sollte.  Den 
Templern  kam  es  hart  an;  sie  suchten  die  Kriegslust  des 
Königs  zu  wecken  und  betonten,  daü  nie  ein  günstigerer 
Augenblick  für  die  Eroberung  Granadas  dagewesen :  Null  temps 
vostres  antecesors  no  agueren  tan  be  aparellat  de  conquerir 
lo  regisme  de  Granada,  com  vos  avets.  Doch  fügen  sie  sich 
dem  königlichen  Willen.     Und  auch    im  Jahre  darauf  muß  er 


')  Wir  babeo  diesen  Beriebt  dm  Templemi eisten  in  zwei  verecbie- 
denen  Fasenngen:  Templarios  Nr.  101  nnd  102.  Ans  der  guueii  Darstet- 
Inng  klingt  die  t'reude  an  einer  derartigeD  kriegerivclieti  Operation,  inmal 
sie  gegIDckt  war,    Di^  Beriehle  werilen  von  nnderer  Seite  verüffentlirhL 


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TAe  Sond^rstellnng  der  ftrag«iMBiscli«n    und  spuiiachen)  Templer.      ^8 

die  Kampflust  der  Templer,  diesmal  von  Paniscola,  dämpfen, 
da  die  .convemeDcias'  mit  König  Abenjacob  noch  fortdauern. 

Dieses  kriegerische  Ungestüm  ist  um  so  bezeichnender, 
da  die  Templer  ungeheure  Ausgaben  hatten  und  nicht  immer, 
jedenfalls  selten  frühzeitig,  Ersatz  erhielten.  Der  Ausdruck 
töoiglichen  Mitgefühls  wegen  ihrer  Ausgaben  und  der  Hinweis 
auf  das  gottgefällige  Werte  mässen  zunächst  genügen  ^). 

Die  eigenartige  Stellung  der  Templer  zum  aragonesischen 
Königtume,  die  sich  ja  auch  darin  bekundet '),  daK  die  Temp- 
lermeisler  öfter  Vormünder  der  jungen  Könige  wurden,  daß 
sie  oder  ihre  W&rdenträger  die  vertraulichsten  Gesandschaften 
übernahmen,  auf  den  Cortes  eine  führende  Rolle  spielten,  dem 
Könige  in  Geldnot  aushalfen '),  sie  läM  es  verständlich  erschei- 
nen, daß  die  WaCfengemeinschafl  nicht  mit  dem  Glaubenskriege 
aufhörte,  sondern  selbst  zur  Stellungnahme  gegen  die  Kirche 
führte.  Als  Peter  der  Groie  Sizilien  nach  der  Vesper  besetzte 
und  vom  Papsttum  sein  Reich  dem  französischen  KönigshauRo 
überlassen  wurde,  als  selbst  weite  Landesteile  verzweifelten, 
da  hat,  wie  Raimund  Guardia  stolz  bemerkt,  die  Templertreue 
nicht  gewankt:  „der  Templermeister  Berengar  von  S.  Just  hat  mit 
den  Seinigen  beim  Ansturm  der  Franzosen  die  Templerfesten  in 
Stand  gesetzt,  willens,  mit  dem  König  und  für  ihn  zu  sterben  oder 
ihm  das  Land  zu  retten.     Das  war  ihre  Untertanenpflichl  *)." 

')  ÄDcb  die  Bospitaliter  beteiligten  sich  an  den  KKinpfen;  aber  sn- 
scbeiopnd  haben  sie  nicht  solche  freiwillige  Streifzüge  uotemomnien.  Dela- 
vUlc  le  Rtfolx,  CartQlairs  III  Nr.  4194  wird  in  einem  Ciener&lkapitelsheschluQ 
bez.  der  EinwhrBnkang  der  Anfnabrne  von  .frittres  milites  et  donati  Dobiles* 
Spaaien  aasgeDommen:  Ubi  eam  Sarrscenia  itssiduatar  conflictue. 

')  Vgl.  I.  B,  Vida  del  rey  en  Jacine  lo  conqaeridor  in  der  Bibltotecn 
CaUltoa  von  M.  Agnil6  y  Fnater  (1673)  Kap.  10:  Acordsren  se  tots,  quene 
nodriB  lo  maeatre  del  Tempte  eo  Montao.  Verschiedene  Gesandtschaften, 
*n  dasen  Templer  beteiligt  waren,  werde  ich  später  behandeln,  l^ür  die 
Beteilignng  an  den  Cortes  verweise  ich  nur  anf  den  ersten  Band  der  Cort«a 
von  Katalonien. 

'j  So  erbat  der  ESnig  noch  1305  vom  Orden  und  den  Hoepitalitern 
10000  SoL    Reg.  286  f.  31. 

')  Bd.  II,  80.  Dafi  sogar  die  Templer  im  Rousaillon  sich  zur  arago- 
neaJMben  Partei  hielten,  gebt  dentlich  aus  dem  Briefe  Nikolaus'  IV.  an 
Jayme  von  Ifallorca  hervor,  den  ich  in  dem  Abschnitt  über  Plillipp  den 
SdAnaa  bespreche. 

Tinka.  Piiiisttnin  un.l  UnUrKniiK  c1<-h  THin|.ltro.'.len>.    I.  3 


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34  Zur  Gewbichte  des  Templerordens  im  IS,  JahrhanderL 

Auch  an  der  Eroberung  Murcias  waren  die  Templer  be- 
teiligt: diesmal  standen  Orden  gegen  Orden.  Jayme  II.  entriß 
das  herrliche  Königreich  den  Kastilianern  und  gab  den  Temp- 
lern für  ihre  Auslagen  mehrere  Ortschaften.  Wie  König 
Jayme  11.  die  Sache  auffaläte,  zeigt  ein  Schreiben  an  den 
Tetnplemieister  aus  dem  Jahre  1305.  Jayme  hatte  ihm  die 
Gflter,  die  anscheinend  den  kastilianischen  Templern  gehört, 
überlassen,  ohne  das  .homaginm"  zu  fordern.  Die  Templer 
hatten  bei  ihrem  Ordenseide  versprechen  müssen,  sie  nie  den 
Templern  von  Kastilien  wieder  zu  überlassen  und  sie  auf  Ver- 
langen Jayme  II,  stets  wiederzugeben.  Alte  diese  Abmachun- 
gen hatten  stattgefunden,  damit,  wenn  die  kastilianischen 
Templer  wieder  in  ihren  Besitz  gelangen  wollten,  ihre  arago- 
nesischen  Ordensgenossen  sie  ihnen  stets  mit  gutem  Grunde 
verweigern  konnten  ') ! 

Und  in  gleicher  Weise  haben  auch  die  kastilianischen 
Templer  wiederholt  in  die  politischen  Kämpfe  eingegritTen. 
Prutz  hat  auf  ,eine  Art  Zersetzungsprozeß "  im  Orden,  auf  das 
Weichen  des  alten  Geistes  strenger  Zucht  zu  Ende  des  13.  Jahr- 
hunderts hingewiesen  und  als  ein  Symptom  der  Art  einen  Er- 
laß Honorius'  IV.  vom  5.  Februar  1286  t>ezeichnet,  der  den 
Bischof  von  Leon  beauftragt,  mehrere  Templer  zu  exkommuni- 
zieren, die  sich  in  offener  Rebellion  gegen  ihren  Meister  er- 
hoben und  die  Buigen  des  Ordens  an  sich  gerissen  hatten. 
Wahi'scheinlich  erfahren  wir  aus  einer  Absolutionsvollmacht 
Nikolaus'  IV.  für  den  Erzbischof  von  Burgos  den  nähern 
Grund*):  Diese  Templer  aus  Kastilien  und  Leon  hatten  sich 
bei  dem  häuslichen  Zerwürthis  zwischen  Alfons  dem  Weisen 
und  seinem  Sohne  Sancho  für  letztem  entschieden  und  waren 
deshalb  exkommuniziert.  Etwas  Symptomatisches  hatte  das 
Ereignis  unzweifelhaft  nicht"). 

')  Beg.  251  f,  12S>*  im  Archiv  der  Krone  von  AregiD  lu  BuveloD«: 
Et  hoc  si  bene  in  memoriiiin  reducatis,  factum  fait  nd  boc,  qnod,  ai  mpmo- 
rati  fratrea  Tamplarii  Caatelle  vellent  a  nobig  bona  predicta  recuperare,  iit 
voa  iustam  habeatie  exouBacioDem  de  ea  non  tradendo  eisdem. 

')  Prutz  S.  S91  PapstnrkuDden  19  und  Lnnglois,  Reg.  deNicolaBlV.Nr.740. 

"l  Dn£  auch  die  Hospitalitor  sich  an  andern  als  Glaabenek Hegen  b«. 
teiligen  mußten,  geht  aus  Delavjlle  le  Ronlx,  Cartulaire  Nr,  4891  hervor. 
Das  nragoneeisohp  Heer  hatte   sich   1297  in  der  Grafechnft  Pallttrs  versam- 


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Die  SonderatvlInDg  der  arBgnneaiscben  (und  spdinVheni  Templer.      35 

Wie  der  so  kirchlich  gesinnte  Jayme  II.  die  Stellung  des 
Ordens  in  seinem  Lande  überhaupt  aufla^te,  zeigt  eine  inter- 
essante Korrespondenz  mit  dein  Großmeister  Jakob  von  Molay. 
Im  April  1302  verlangte  Jayme  II,  in  aurgeregtem  Tone  die 
sofortige  Absetzung  des  Templermeisters  Berengar  de  Cardona, 
mit  dem  der  König  sonst  in  freundschaftlichstem  Verkehre 
stand.  Er  hatte  auf  den  letzten  Generalkortes  von  Katalonien 
sich  gegenüber  den  Wünschen  des  Königs  in  nichttemplerischen 
Angelegenheiten  unfreundlich  verhalten.  Der  Großmeister  solle 
einen  andern  einsetzen,  der  Templemutzen  und  Königsvorteil 
zu  einen  verstehe.  Da  die  Antwort  ausblieb  —  es  war  die 
Zeit  der  letzten  Templerkämpfe  bei  Tortosa  — ,  wiederholte 
<^er  König  sein  Verlangen  Ende  September.  Am  5.  November 
antwortete  der  Großmeister,  daß  er  sofort  die  Absetzung  vor- 
genommen hätte,  wenn  sie  nicht  gegen  die  Templersatzungen 
verstoßen  hätte;  er  habe  von  Berengar  verlangt,  daß  er  der 
KrJUikungen  des  Königs  sich  enthalten  solle.  Inzwischen  hatte 
der  l'nmut  des  Königs  sich  gel^:  Berengar  hatte  sich  ent- 
schuldigt, und  nun  lobt  der  König  seine  Persönlichkeit  und 
bittet  deii  Großmeister,  die  Sache  ruhen  zu  lassen '). 

Unzweifelhaft  hat  auch  sonst  das  Königtum  wenigstens 
bei  d^  Vei^ebung  des  Meisteranites  seinen  Einfluß  auf  den 
Orden  geltend  gemacht.  So  Jayme  II.  noch  im  Jahre  1307, 
als  er  nach  Berengars  Tode  den  Eximen  di  Lenda  empfahl  *), 
Tatsächlich  hat  ihn  Jakob  de  Molay  auch  ernannt*).     Es  sind 

Hielt,  DD1  einen  EiDfall  von  Norden  in  Aragonieu  abzuwehren.  Aach  die 
Rospitaliter  waren  einberafen,  worden  aber  scbließlirb  diapensiert,  da  ihre 
Teilnahme  annJ>tig  geworden   war, 

')  BarceloD«  Reg.  834.  Nach  der  Templerregel,  Körner  S.  29  Nr.  87 
ist  die  Sache  nicht  ganz  klar,  ob  Holay  den  Uerengar  nicht  hätte  absetzen 
darfeo;  wohl  aber  iat  er  doza  nicht  befngt  nach  Kämer,  Die  Varianten 
S.  13  Nr.  28:  Der  Heister  kann  keinen  Provinzialkomtur  übers  Meer 
kommen  laaaen  oder  forttreiben  ohne  Oeneralkapiteiabcschlnß. 

'j  Archiv  der  Krone  zn  Barcelona  CRD  Nr.  2842. 

*)  Noua  vons  facons  a  aavoir,  qne  pour  la  longue  conissance  et  pour 
Ic  bon  portement,  qne  nons  avona  tous  jonrs  oy  et  vefuj  en  vuus,  vous 
»TOM  fait  comandour  de  In  bailli  Darsgon  .  .  .  Noua  vona  mitndons  Ih 
immt  et  1a  boUe  per  .  .  .  noetre  feel.  Dodds  a  Peytees  a  X  joara  de  Sep- 
tembre,  Ot.-Pap.  mit  Siegelepnren.  Archiv  der  Krone  zu  Barcelona,  Tero- 
plirio«  Nr.  86.   Vgl.  auch  Templario«  Nr.  148  vom  1 1.  September  ans  Poitiers. 

3* 


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86  Zur  Geschieht«  de«  Tempi erordona  im   13.  .lahrhnndert. 

die  letzten  Briefe  des  Großmeisters  aus  Poitiers,  als  bereits  die 
Gefahr  <]er  Gefangennalime  drohte:  liebenswürdige,  einfache 
Schreiben,  worin  er  zunächst  den  Meister  zum  .comandour  de 
la  hailli  Daragon'  ernannt,  weit  er  ihn  schon  lange  gekannt 
und  nur  Gutes  von  ihm  gehArl,  in  der  Hofhiung,  daij  es  Goit 
zur  Ehre  und  dem  Orden  zum  Nutzen  gereiche.  Er  möge 
Frieden  und  Ordnung  unter  den  Templern  und  die  i^eundlicben 
Beziehungen  zum  König  fördern  nach  dem  Rate  der  ,prud- 
homes*.  Dann  übersendet  er  ihm  Empfehlungsbriefe  an  den 
König  und  die  Königin.  In  einem  Privatbriefe,  der  das  per- 
sönliche Empfinden  Jakobs  de  Molay  ehrt,  ermahnt  er  den 
neuen  Meister,  sich  besonders  liebenswürdig  der  „compaignie* 
des  verstorbenen  Meisters  zu  erweisen,  damit  sie  nicht  mit 
Grund  klagen  könnten,  sie  hatten  ihre  Stellung  verloren;  alle 
Härte  sei  zu  meiden.  Dann  berührt  der  Mann  der  Sparsam- 
keit gleich  einen  Geldpunkt :  der  Verstorbene  hat»  eine  Geld- 
summe angenommen  und  dafür  sich  verpflichtet,  Geistliche  an 
einem  Orte  anzustellen.  Solche  ewige  Lasten  dürfe  der  Orden 
nicht  Übernehmen;  or  solle  für  Rentenkauf  sorgen. 

Die  allgemeinen  Beziehungen  zum  Orden  bestehen  natür- 
lich auch  in  Aragonien.  Doch  dürfte  die  Verbindung  lockerer 
sein  wie  mit  den  andern  Ländern;  ein  Umtausch  der  Brüder 
scheint  nur  vereinzelt  vor  sich  gegangen  zu  sein.  Natürlich 
hat  auch  Spanien  in  Zeiten  der  Not  seine  Templer  heröber- 
geschickt.  Bei  der  Ein  nah  nie  von  Tripolis  werden  gerade 
aragonesische  Templer  genannt  ^) :  Gefallene  und  Gefangene. 
Wenn  der  Ruf  des  Meisters  zum  Kreuzzug  Jenseits  des  Meeres' 
ertönte,  rüsteten  sich  alsbald  Meister  und  Brüder.  So  noch 
im  Jahre  1300.  Die  Vorbereitungen  wurden  genau  getroffen, 
Lebensmittel  und  Kleidung  festgestelll.  Gerade  die  lauten  und 
erschütternden  Klagen,  die  aus  den  Gefängnissen  des  Sultans 
in  Kairo  herüberklingen,  zeigen,  da§  auch  ihr  Anteil  an  den 
letzten  Ereignissen  im  h.  Lande  ziemlich  bedeutend  ist.  Vor 
allem  sind  es  Glieder  der  höchsten  Aristokratie,  deren  Be- 
freiung nur  mit  Mühe  gelingt:  des  Grafen  Hugo  Dampunas,  der 

*)  Gerade  die  beiden  Toten,  welche  die  Gestei  des  Chiprois  p.  237 
erwähnen:  Pi^e  de  Honende,  romniandoDr  dou  Temple  et  Gailerme  de 
Cerdone,  sind  Aragonesen. 


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Die  SondentcUnDg  der  araganesischen  (und  apaniKben)  Tpmpler.     37 

bei  Tripolis  mif^fochten,  und  des  Bruders  des  mächtigsten 
Prälaten  im  Lande,  des  Erzbischofs  von  Tarragona:  Dalmau 
de  RocaberU '). 

Üa£  aus  Aragon  eine  „responsio"  jährlich  an  den  Groti- 
meister  ging,  hat  Jayme  II.  selbst  gesagt;  und  diese  „rcsponsio' 
in  (.ield  erscheint  auch  in  den  Angaben  des  letzten  aragone- 
siächen  Ordenskapilels.  Sie  sank  von  I1(X)  Maravets  bei  Mon- 
£00  und  Cantavieja  auT  hundert  und  weniger  bei  den  kleinem 
Hänsem  herab;  im  ganzen  belief  sie  sich  aui'  ungefähr  lOOOU 
Maravets  jährlicli,  was  ungefähr  50000  solidi  laccenses  aus- 
machen würde.  Leider  wage  ich  nicht  mit  vollster  Bestinimt- 
tieit  zu  sagen,  daß  diese  «responsio'  fQr  den  Grotameister 
allein  bestimmt  ist,  oder  ob  auch  der  Landesmeister  Anteil 
daran  hatte;  das  ist  um  so  bedauerlicher,  weil  wir  über  die 
festen  At^aben  an  die  Zentralordensstelle  gar  so  wenig  wissen. 
Neben  der  pflichtmätiigen  Steuer  kamen  auch  mehrfach  ,do", 
Treiwillige  Liebesgaben  an  den  Landesmeister  vor '). 

Die  reiche  Templerkorrespondenz,  die  bei  der  Gefangen- 
nahme dem  Könige  an  der  Zentralstelle  in  die  Hände  fiel, 
stammt  fast  ganz  aus  dem  letzten  Jahrzehnt  des  Ordens;  viel- 
leicht da&  man  frühere  Schrillstücke,  abgesehen  von  den  Ur- 
tunden  aller  Art,  überhaupt  nicht  aufbewahrte.  Sie  gewährt 
nach  zwei  Seiten  einen  lehrreichen  Einblick:  einmal  zeugt  der 
harmonische  Ton  des  Ganzen,  die  individuelle,  nicht  phrasen- 
hafte Frömmigkeit,  das  lebhatle  Interesse  an  allen  Ordens- 
und kleinem  Weltangelegenheiten  von  einer  unzweifelhafl  rich- 
tigen Erfassung  des  ritterlichen  Ordensbemfes,  die  mit  ErschlafTung 

'I  \'gl.  Bd.  II  Nr.  1.  DAlmaa  de  Rocaberti  und  eine  Reihe  anderer 
ingoaraiseher  Templer  flehen  den  KSnig  in  der  Zeit  von  1300  —  1307 
witderbolt  nm  HOlfe  mn.  Die  Terhandlnngen  mit  dem  Sultan  zeigeo,  wie 
vcEiig  auf  deaseo  Zusagen  zu  bauen  ist.  Weher  ataminen  diese  Gefange- 
nen? Db  Aragonien  keine  Konflikte  mit  dem  Snltan  in  Ägypten  hatte,  so 
kBiuMn  es  aar  Templer  sein,  die  an  den  letzten  Kftmpfea  in  Palästina  oder 
uf  Tortoaa  1302  teilgenommen  haben. 

*)  Liebesgaben  fllr  den  Grofiraeister  werden  Of(er  gefordert.  Ebenxo 
für  den  Landesmeister.  Sie  BoUen  j.  B.  bringen  die  offiziellen  Gaben  nnd 
daui  das  ,de  qne  ajodar  nos  podeta.  Eue  avem  donat  conget  de  vendre 
blit  e  altrefl  coeea  venablea  per  a  la  rcBponaio  r  pagar  e  a  fer  vostre  do. 
tnd  Unlieb  uft. 


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88  Zur  Geschichte  des  TeinpleronleiiB  im  13.  Jahrhundert. 

oder  gar  Entartung  nicht  das  geringste  zu  schaffen  hat.  Dann 
aber  gewinnen  wir  einen  Einblick  in  den  intensiven  Verkehr, 
den  der  Meister  mit  den  Komturen  der  einzelnen  Häuser  unter- 
hält, wie,  tief  die  Einmischung  in  die  Verhältnisse  der  einzelnen 
Stellen  geht ,  wie  scharf  die  Kontrolle  ist ').  Anscheinend 
wurden  Jahr  f&r  Jahr  Inventare  der  einzelnen  Häuser  ange- 
legt, wenigstens  besitzen  wir  solche  von  Peniscola,  die  eine 
Reihe  von  Jahren  aufeinander  folgen  *).  Wenn's  in  Barcelona 
stark  regnet,  so  befürchtet  der  Ordensmeister  dasselbe  auch 
für  die  andern  Gegenden  und  hat  Angst,  da&  die  Ordensgärten 
und  Bäume  beschädigt  werden ') ;  immerfort  wiederholen  sich 
die  Mahnungen,  beim  Verkauf  von  Wein  und  Ö!  vorsichtig 
vorzugehen,  und  der  Preis  für  beides,  für  gute  und  schlechte 
Sorten,  wird  notiert;  .wir  übersenden  dem  Komtur  von  Va- 
lencia Order,  da&  er  möglichst  schnell  Gerste  kaufe ;  habt 
Acht  auf  die  neuen  Bäume,  dati  der  Wind  sie  nicht  ausreiüt, 
soi'gt,  daß  die  Haustiere  sie  nicht  beschädigen;'  «wir  teilen 
euch  mit,  daß  wir  gerade  ein  Schiff  für  6000  solidi  bauen; 
ihr  fragt  uns,  ob  ihr  die  Datteln  übersenden  sollt,  wir  wollen 
sie  nicht,  denn  wir  wollen  lietH.<r  Geld.'  Zu  gewissen  Zeiten 
der  Teuerung  und  der  Not  verlangt  der  Meister  eine  Getreide- 
sperre'):   ,LaM  in  allen  Orden  unserer  Bailei  ausrufen,  daß 

')  Unerfrenlicber  waren  aodere  Beziehungen  zum  Hauptbaase. 
Schlimme  Straffillle  werden  dort  vorgebracht  nod  entschieden.  So  folgende 
merkwürdige  Geschichte  bei  KCroer,  Die  Varianten  S.  18  Hr.  42:  Ein 
Bruder  hat  Dokumente  gsAlscht.  Er  teilt  sie  andern  mit,  diese  tadeln  ihn, 
tan  aber  nichts  weiter.  So  kommt  die  Sache  vors  Provinzialkapitel.  Dann 
nimmt  der  Heister  die  BrDder  mit  nach  Accon  tarn  Geueralkapitel.  Dort 
erbalten  sie  schwere  Strafen  fOr  ihre  Nachlässigkeit.  Tst  das  ein  reser- 
vierter Fall,  oder  mocht«  das  Provinzialkapitcl  die  verwickelte  Angelegen- 
heit nicht  selbständig  entecbeidea? 

*)  Solche  sind  aua  PeniacoU  aus  mehreren  Jahren  des  beginnenden 
14.  Jahrhunderts  erhalten.  Ausgezeichnet  sind  aach  die  Marschbefehle:  Da 
wird  genau  festgesetzt,  wo  Tag  Ftlr  Tag  die  einzelnen  Kolonnen  eintreffen 
und  Qbemacht«n  mUssen  bis  zur  Erreichung  der  Grenze.  Bei  schleunigen 
Sachen  wurden  die  Briefe  gesandt:  Sien  trsmeaes  de  casa  an  coa« 

')  .  .  .  Eram  a  Barfelona  et  aguem  moltee  pIngate  et  creem,  que  assi 
nietez  naga  moltes  agndes  en  vostres  psrtides.  Freitags  nach  KreuierhO- 
hnog  im  September. 

'I  Dejrm  ves,  que,  vistes  lea  presentz,  vedetz  et  fafatz  cridar  soti 
cprta  pena  per  tots  los  lors  de  noatrn  bntlio.  que  nul  no  gos  vendre  a  bom 


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IHe  SondeTatetlung  d«r  aragonmiBcfaeii  (und  spaniacfaeD)  Templar.     39 

keiner  einem  Auswärtigen  Getreide  oder  Mehl  verkaufe;  nur 
Templerleule  und  auf  Kosten  der  Templerorte  dürfen  solches 
ausfuhren."  Besondere  Soi^falt  wird  den  kostbaren  spanischen 
Pferden  zi^ewandt:  ,E^  scheint  uns  an  der  Zeit  zu  sein,  den 
Pferden  die  Zähne  zu  ziehen."  Aber  auch  für  die  andern 
Hausgeschöpfe  interessiert  sich  der  Meister:  »Wir  bitten  dich,' 
»cbreibt  er  an  den  Komtur  von  Mallorca,  .daß  du  bei  deiner 
Aokunft  zum  Ordenskapitel  indische  Höhner  mitbringst  und 
sieb  gut  zu,  daß  es  Mfinnchen  und  Weibchen  sind').*  Be- 
sonders ist  es  aber  die  »responsio*  in  Gold  oder  Silber,  dann 
die  freiwilligen  Liebesgaben,  worauf  in  jedem  Frühjahr  vor 
dem  Maikapitel  hingewiesen  wird.  Dann  wird  fast  regelmäßig 
die  Erlaubnis  zum  Getreideverkauf  beigefügt,  damit  die  Kom- 
ture sie  bequem  zahlen  können. 

Hie  und  da  gibt's  auch  ernstere  Dinj^e:  die  Flucht  eines 
Bruders,  die  Unterdrückungen  seitens  der  königlichen  Beamten, 
Streitigkeiten,  Mi&wachs  bedrückt  den  Ordensmeister;  vor  allem 
nimmt  die  Korrespondenz  seit  den  ersten  Nachrichten  aus 
KraokreiGh  einen  ganz  andern  Ton  an,  sehr  früh  fühlt  mau 
schon,  daß  das  Unwetter  nicht  an  der  spanischen  Grenze  Halt 
machen  wird. 

So  routi  man  sagen,  daß  die  spanischen  Templer  auch 
in  der  letzten  Zeit  durchaus  auf  der  Höhe  standen.  Daß  sie 
beliebt  waren,  darf  man  dagegen  nicht  behaupten.  Dazu  ver- 
folgten sie  ihr  Interesse  und  ihr  Recht  mit  einer  Rücksichts- 
losigkeit, die  ihrem  kriegerischen  Stande  entstammt,  aber  mit 
Ordenswesen  wenig  zu  tun  hat.  GroÜe  Streitpro^esse  gegen 
die  Templer  liegen  im  aragonesischen  Archiv;  sie  entstammen 
mm  Teil  schon  der  ersten  Hftlfte  des  13.  Jahrhunderts.  Und 
stets  wird  betont,  daß  sie  Brand  und  selbst  Mord  nicht  ver- 
schmähen.    Vor  allem  litt  der  Bischof  von  Letida   zu  Ende 


Mtnjn  blat  ni  fkrios  ni  nnl  dod  goa  trer  dala  locs  eine  aolamenl  honiens 
M  Templa  et  per  de«p«M  dela  loca  dal  Tpmple.  So  der  Templeimeiater 
in  die  Komture  von  Miravet  und  Torms  am  2T.  Mai.  Templarios  Nr.  114. 
')  Der  TsrnplBrmeiBter  an  P.  von  S.  Juat,  Komtur  von  Mallorca:  Pre- 
guB  VW,  qne,  com  vendretz  al  capitol,  qaens  aportetz  de  lea  galinea  de 
Indtt  at  gnardAt,  qne  sien  mascie  et  fembra.  Et  si  fer  ho  podetz,  aportat 
HD»  ne  il  parels      TortoM  am  17.  Deiembtr     Templnrioa  Nr.  b7. 


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40  Zur  lieachichte  des  Tempi crordena  im  IS.  Jahrhundert 

dieser  Periode  unter  ihren  nachbarlichen  Angriffen.  Unaufhör- 
lich, täglich  fügen  ihre  Scharen  der  Kirche  von  Lcrida  und 
ihren  Untergebenen  Schaden  zu:  , Bäume  einschneidend  und 
abschneidend,  an  die  Mühlen,  Häuser  und  Anstalten  der  Kirche 
Feuer  anlegend,  zerstörend,  ohne  alten  triftigen  (jrund  *)." 
Auch  den  Mahnungen  des  Erzbischofe  von  Tarragona  schenk- 
ten die  Templer  kein  Gehör.  So  wurde  dann  die  höhere  In- 
stanz, das  „brachiuni  seculare*  angerufen*);  meist  gingen  die 
Templer  aber  bei  den  königlichen  Gerichten  nur  mit  geringen 
Strafen  oder  gar  straflos  aus.  Sie  scheuten  auch  vor  Bestra- 
fung mi&tiebiger  Kleriker  nicht  zunick,  obwohl  der  Ofßzial  von 
Tarragona  es  als  unhaltbar  bezeichnete,  einen  Kleriker,  der 
der  Gerechtigkeit  vollauf  genügen  wolle,  zu  ächten  *).  Manche 
Schwierigkeiten  erwuchsen  den  Templern  aus  ihrem  sara- 
cenischen  Besitz ;  sie  hatten  nicht  bloß  saracenische  Untergebene 
in  ihren  Städten  und  Dörfern,  sondern  auch  Sklaven.  Eigen- 
artige Rechtslälte ,  die  sich  zwischen  ihren  christlichen  und 
mohammedanbchen  Einwohnern  ereigneten ,  wie  ich  in  den 
Quellen  einen  angeführt ''),  waren  natürlich  leicht  geeignet, 
Mititrauen  gegen  die  Herren  zu  erwecken,  und  dienten  nicht 
dazu,  die  Anhänglichkeit  an  sie  besonders  zu  fördern.  So  ist 
denn  auch  das  Urteil  der  Menge  im  Templerprozeß  sehr  kohl. 
Jedenfalls  findet  sich  unter  dem  gewalligen,  vertraulichen 
Korrespondenzmaterial  keine  Spur  stärkeren  Niederganges,  grö- 

')  Vgl.  Bd.  II,  8. 

')  Propter  quod,  cum  contra  potenciam  ipsini)  magistri  predictuin 
episcopum  et^  ecclesiam  Ilerdenseni  .  .  .  aliter  defendera  neqoeaniiiB,  vestram 
reginni  maieetatem  in  aniilium  brachij  aecularis  .  .  .  ducinius  iavocandaiii. 
T^mplarios  136.  Der  König  erließ  atrenge  Befehle.  Trotzdem  plauderten 
die  Templei',  nach  dem  Berichte  äea  Biachofa  von  Lerida.  einen  Ort  und 
töteten  mehrere  PeraaDen.     Tcmplarioa  Nr.  135. 

")  Archiv  der  Krone  zu  Barcelona  CRD  Nr.  311  vom  Jahre  1296: 
KeligioGO  fratri  Bernardo  de  Monteolino  cnmendatori  donina  militie  T^rnpli 
de  Barberano  Dalmaciua  de  Monteolino  decanua  et  officiaJIa  TerracoDeDsie 
ealutem  in  domino.  Com  vobis  pluries  reacripaerimus,  nt  banaimentam  per 
voa  factum  contra  G.  Marcialia  clericum  preHentinm  portit«rem  deberetis 
revocare,  qaod  vos  facere  minime  cnraveritia,  et  ait  valde  disBOnum  clericoa 
teuere  bannitos,  cum  aint  parati  facere  .  .  .  inaticie  complementum  coram 
indice  ano  ordi Dario,  befiehlt  ihn  sofort  freizusprechen.  Tarragona  1296  Juli  18. 

*)  Vgl.  Bd.  II.  3. 


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Die  Templer  imd  (Us  Fapstttiin  im  letxten  Jahrhundert.  41 

gerer  sittlichRr  Vergehen  unter  den  aragonesischen  Templern. 
Einen  ganz  andern  Eindruck  über  das  Leben  der  Hospitaliter 
erhalten  wir  durch  eine  Anklageschrift  gegen  Raimund  Dam- 
purias,  ans  dem  berühmten  Geschlechte,  der  damals  Hospitaliter- 
prior,  später  stellvertretender  GroEprior  Aragoniens  gewesen. 
Hier  werden  ihm  alle  möglichen  Unsittlichkeiten  mit  Frauen 
and  Mädchen,  Verwandten,  Gefangenen,  Jüdinnen,  mit  Knaben 
und  MJlnnem,  erzwungen  und  freiwillig,  vorgeworfen.  In  dra- 
stischen Schilderungen  wird  vorgeführt,  wie  er  es  versteht,  unter 
fremdem  Namen  seine  Wechselbälge  in  den  HosprtaliterhSusem 
erziehen  zu  lassen.  Der  anonyme  Denunziant  fordert  König 
Jayme  II.  auf,  die  Untersuchung  in  die  Hand  zu  nehmen;  mit 
Hülfe  der  Folter  werde  er  die  Wahrheit  erfahren. 

4.  Die  Templer  und  das  Papsttum  im  letzten 
Jahrhundert. 

Prutz  hat  in  seinem  Werke  Symptome  der  Spannung 
zwischen  der  päpstlichen  Kurie  und  dem  Templerorden  im 
dreizehnten  Jahrhundert  berührt.  Zwar  kann  er  keine  zu^m- 
menhängende  Reihe  abfälliger  Äußerungen  der  Päpste  gegen 
den  Orden  darbieten,  woh)  aber  vereinzelte  Zeichen  in  ver- 
schiedenen Perioden,  die  seiner  Ansiebt  nach  von  einer  stärker 
werdenden  Entfremdung  beider  Mächte  zeugen  und  nach  ihm 
in  den  religiösen  Verirrungen  der  Templer  ihren  wesentlichsten 
Grand  haben  •). 

Die  Zwiste  beider  könnten  nun  aus  zwei  Quellen  ent- 
springen: I.  Aus  einer  dem  Papsttum  nicht  genehmen  euro- 
päischen Politik  des  Ordens;  2.  aus  religiösen  Motiven. 

Die  pohtische  Tätigkeit  der  Templer  im  h.  Lande  war 
Ja  gegeben.  Sie  sollten  das  h.  Land  schützen,  die  Ungläubigen 
bekämpfen.  Dai  die  Templer  schon  sehr  früh  von  diesem 
idealen  Ziele  abgewichen,  ist  bekannt;  ebenso  aber  auch  die 
Hospitaliter.  Hier  waren  nun  die  Päpste  zu  sehr  auf  Infor- 
mationen angewiesen ,  um  selbständig  vorgehen  zu  können, 
hier  konnten  sie  den  beiden  Orden  bloS  Mahnungen,  nur  in 
besonder  krassen  Fällen  Befehle  zukommen  lassen. 

')  Vgl.  z.  B.  Pruti  S.  102. 

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42  Zur  Geschichte  des  Templerordens  im  18.  Jahrhundert. 

Anders  in  Europa,  wo  die  Päpste  im  13.  Jahrhunderle 
eine  bis  dahin  nicht  gekannte  Vollgewall,  auch  auf  dem  poli- 
tischen Gebiete,  besauen  und  beanspruchten.  Haben  in  ihre 
Leitung  der  gro&en  politisciien  Dramen,  des  staußschen,  des 
sizilianiscben  erster  und  zweiter  Epoche  sich  die  Templer  ein- 
gemischt, etwa  in  einer  dem  Papsttum  nicht  erwünschten 
Weise  P  Von  Neuern  treten  vor  allem  SchottmüUer  und  Prutz 
für  eine  selbständige  europäische  Templerpolitik  ein.  Scholt- 
müllers  Ziel  ist  der  Nachweis  einer  traditionellen  antifranzö- 
sischen Templerpolilik,  die  im  Orient  mit  den  Zeiten  Ludwigs  VII. 
im  Jalire  1149,  Philipps  IL,  August  und  des  h.  Ludwig  ein- 
setzt, sich  mit  feindseligen  Akten  gegen  Karl  von  Anjou  in 
Europa  einführt  und  noch  im  Jahre  1303,  ja  selbst  noch  1306 
gegen  Philipp  den  Schönen  offenbart ') :  So  ist  ein  Erklärungs- 
grund fQr  das  folgende  gewonnen.  Leider  hat  sich  Schott- 
mäller  die  historische  Begründuug  dieser  Phantasien  fast  ganz 
geschenkt.  Prutz  führt  dagegen  einzeln  belegte  t^äUe  vor, 
deren  FYüfung  uns  obliegt. 

Zunächst  möchte  ich  Spanien,  speziell  Aragonien,  von 
der  Erörterung  ausschließen.  Hier  zwang  die  Entst^ung  des 
Templerbesitzes  den  Orden  zu  einer  kön^lichen  Politik,  die  ja 
auch  einmal  im  Kriege  gegen  Frankreich  mit  der  päpstlichen 
in  Konflikt  geriet.  Vielleicht  dati  schon  zu  Anfang  des  Jahr- 
hunderts die  aragonesischen  Templer  einmal  in  einem  ähn- 
lichen Konflikte  erscheinen:  sie  sollen  zur  Zeit  der  Albigenser- 
kriege  im  Kampfe  der  ketzerfreundlichen  Grafen  von  Toulouse 
gegen  Simon  von  Montfort  wertvolle  Dienste  geleistet  haben. 
Wenn  ihre  Anteilnahme  richtig  ist,  ich  ßnde  dafür  keine  Spur 
bei  Vaissette  und  Zurita  —  und  weder  Gmelin  noch  Prutz 
gibt  eine  Quelle  an  ^)   — ,  so  ist  sie  durchaus  natürhch  zu  er- 

')  SdiottmOller  I,  55.  Anscheinend  stützt  SchottmBlIer  aidi  auf 
Grouvelle,  M^moirss  bist,  snr  l«s  Templiers. 

*|  Gmelin,  Schuld  uder  Unschuld  des  Tempi erordens  S,  422:  ,Der 
QroBprftzeptor  der  PruveDC«,  also  gerade  des  gefBhrlicheteD  Teiles  von 
Frankreich  (!),  übte  die  Oberaufsicht,  eine  Art  Tisitatorengewalt  Aber  Ara- 
gonien-Catalonien  und  dessen  GroGprAzeptor,  wenn  ein  eolcher  ttberhsupt 
besonder«  ernannt  wnrde,  aus,*  Dos  bej£t  die  üeziehnngen  der  damals 
nicht  franzOaischen  Provence  zu  Arngonien  im  18,  Jabrhundert  ganz  ver- 
kennen.   Dann  heißt  es  weiter:   »Künig  nnil  Volk  von  Aragonien  .  .  .  waren 


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Die  Templer  und  du  Papittum  im  letzten  Jalirhn ädert.  43 

kläröi:  sie  erschienen  im  Gefolge  Peters  des  Katholischen,  der 
für  seine  Verwandten  ohne  RScksicht  auf  die  religiöse  Frage 
eintrat.  Irgend  welche  Folgerung  daraus  füv  eventut:lle  häre- 
tische ZusammenhSnge,  für  Teinplerpolitik  usw.,  ist  ein  ebenso 
sicheres  Phantasiebild ,  wie  die  angebliche  Visitatorengewalt 
des  GroÜpHizeptors  der  religiös  gefährlichen  Provence  Ober  den 
Grobprfizeptor  von  Aragonien. 

Ob  man  die  diplomatische  Tätigkeit  der  Templer  als 
polilisdie  Tätigkeil  des  Ordens  bezeichnen  darf?  Ich  muß  es 
lei^nen.  Gewiß  erscheinen  einzelne  Templer  vielfach  als  Ge- 
sandte, besonders  der  Kurie  und  an  die  Kurie,  als  Vermittler, 
friedensstitler ;  aber  in  ganz  gleicher  Weise  linden  wir  einzelne 
Ürdensmftnaer,  besonders  im  13.  Jahrhundert,  Glieder  der 
Bettelordt;n  als  kirchliche  Diplomaten;  sprechen  wir  deshalb, 
d.  h.  aus  diesem  Grunde,  von  einer  politischen  Tätigkeit  der 
Orden?  Niemals.  Sonst  mätite  man  selbst  den  weltfremdesten 
Urden  der  Kartäuser  als  politisch  tätig  bezeichnen,  denn  aucli 
ein^i;  seiner  Mitglieder  waren  Diplomaten. 

Wie  erscheint  nun  der  Orden  bei  deu  oben  erwälmteu 
S,'roße»  politischen  Transaktionen?  Als  Friedrich  11.  im  h.  Lande 
erschien,  gebannt,  in  Feindschatl  mit  Rom,  da  waren  die 
Templer  in  Palästina  seine  schroffsten  Gegner,  und  die  Er- 
bitterung darüber  verdichtete  sich  sogar  zur  Anschuld^ng 
schwer    zu    beweisender    verräterischer   Taten  *).     In    Europa 

zur  Zeit  der  Albigeoserkriege  dem  verwaiidten  Grafen  von  Toalause  gegen 
Simon  von  Uontforta  Nordfranzuaen  zu  HOlfe  gekommen,  wotiel  die  arago- 
nesieeben  Templer  wertvolle  Hälfe  geleistet  hntten.'  Diese  HDIfe  habe  in 
d«r  Provence  aocb  lange  in  der  Erinnernog  gelebt,  anit  unter  dem  Drucke 
dtr  Inquisition  habe  man  sich  dort  no«b  knrz  vor  der  Tempi erkatAstraphe 
dam  KSnige  von  Mallorca  anschlieBen  wollen.  Omelin  Dbersieht  hierbei, 
dib,  abgesehen  von  der  ganz  nebensächlichen  Templerhfllfe  --  falle  sie 
stattfand  — ,  der  Kern,  deaaen  man  sich  erinnerte,  die  Hülfe  deu  aragooe- 
H*eb«n  KSnigs  war.  dafi  ein  Abfall  la  Halloros  in  den  von  ihm  berahrten 
Zeiten  ebtr  einen  feindlielMn  als  frenndlichen  Zog  für  Aragonien  gehabt. 
UallorcaH  und  Aragoniens  Politik  waren  in  der  letzten  Zeit  des  1,S.  .Tabr- 
hnndarta  vielfach  einander  feindlich.  Prutz  <Deuteche  Ztschr.  f.  Geschwiss.  11 
<1894|  8  26S]  mBchte  ans  der  TeinplerhOlfe  im  Albigenserkriege  auf  die 
kirchliche  Denkweieo  dea  Ordens  in  Bpanien  schließen;  es  ist  ein  vergeb- 
lidiBr  Versneh! 

')  Vgl.  S&hricht,  Geschichte  des  EUaigreicba  Jerusalem  S.  IQSff. 
Die  Frage  lll£t  nich  natöriich  nicht  entscheiden. 


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44  Znr  Geschieht«  des  Templerordens  im  IB.  Jahrhundert. 

finden  wir  nichts  Derartiges;  wenn  Friedrich  sie  in  Ihrem  Be- 
sitze kränkte,  so  geschah  das  wc^en  ihrer  orientalischen  Kirchen- 
politik. 

,Um  so  entschiedener  schloß  sich  der  Orden  nachmals 
an  Karl  von  Anjou  an,"  behauptet  Prutz;  nach  Schottmüller 
haben  dagegen  die  Templer  1266  nach  der  Besitzergreifung 
Neapels  stark  gegen  Karl  von  Anjou  agitiert.  Und  der  Beleg? 
Für  letztere  Ansicht  fehlt  er  überhaupt.  Prutz  weist  auf  die 
Übersendung  des  französischen  Templerpräzeptors  Amaury  de 
la  Roche  an  Kari  von  Anjou,  der  ihn  in  seiner  schwierigen 
Situation  beraten  sollte.  Das  ist  alles!  Amaury  war  auf 
Drangen  Ludwigs  des  Heiligen  wider  den  Willen  des  Ordens 
das  GroSpräzeptorat  übertragen ;  der  Papst  hatte  energische 
Schritte  beim  Orden  getan,  um  diesen  persönlichen  Wunsch 
des  hochverehrten,  um  die  Kirche  so  verdienten  Monarchen 
durchzusetzen ').  Sicherlich  wird  dieser  Templer  als  Intimus 
des  Heiligen  ein  Freund  Karls  gewesen  sein.  Ein  weiteres 
Dokument  blieb  Prutz  noch  unbekannt.  Wie  Klemens  IV.  den 
Hospitalitergroßmeister  aulTordert,  da§  er  den  Prior  von  Frank- 
reich, Philipp  d'Egly,  von  seiner  Administration  entbinde  und 
ihm  auf  Wunsch  Karls  von  Anjou  die  Verwaltung  der  Hospi- 
täler im  Königreich  Sizilien  anvertraue,  so  hat  der  Papst  am 
gleichen  Tage  Gleiches  für  den  Templerpräzeptor  Amaury  de 
la  Roche  vom  Templermeister  verlangt.  Der  Orden  hat  sich 
unzweifelhaft  dem  kirchlichen  Gebote  gefügt;  für  seine  poli- 
tische Stellung  ei^ibt  sich  daraus  nichts.  Sonst  dürfte  man 
ja  auch  aus  der  finanziellen  Unterstützung,  die  der  Orden 
Karl  von  Anjou  auf  Befehl  des  Papstes,  ebenso  wie  die  beiden 
andern  exemten  Orden  der  Cistercienser  und  Hospitaliter  ge^ 
währen  mußte,  Folgerimgen  für  die  politische  Gesinnung  der 
Templer  ziehen. 

Eher  könnte  man  anscheinend  von  einer  sizilianischen 
Hospitaliterpolitik    reden.     Ihr  Mitglied  Philipp  d'E^ly  erhält, 

')  Amaury  war  126T  bei  der  Aafnahtne  Molaya  in  den  Orden  in 
Beina;  1272/8  war  er  noch  praeceptor  Francis.  Vgl.  Hicbolet  II,  805  and 
298.  Ein  Templer  Arnnlf  von  Paria  in  der  Anjüoeache  wird  in  einem  Briefe 
Kiemena'  IV.  1266  erwfthnt.    Vgl.  Sterofeld,  Der  Kardinal  Johann  GiiStan 

Orsini  (1905)  S.  72. 


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Die  Templer  und  das  Papsttam  im  leUUn  Jahrhundert.  45 

gewiß  Dicht  ohne  eigenes  Zutun,  mit  seinen  si>:iltani3chen 
Ordensbrüdern  den  Auftrag,  gegen  die  ^proditores*  Karls  vor- 
zugehen. Der  Papst  fühlt  selbst  das  AufßLlIige  dieses  Auf- 
tn^es:  Licet  vestn  ordinis  habeat  observantia  contra  solos 
anna  tos  sumere  Saracenos,  quia  tarnen  parum  a  Saracenis 
differiint,  immo  aliqui  sunt  deteriores  eisdem  .  .  .  proditores, 
ijui  priino  ad  Saracenos  Tunicii  transfugerunt  et  inde  post- 
modum  ingressi  Siciliam  cum  incredule  gentis  auxilio  quietem 
provineie  perturbarunt  , ,  .  Also  wie  im  Orient  soll  auch  hier 
Tor  allem  gegen  die  «increduli'  vorgegangen  werden.  Von 
nner  Templerbeteiligung  wissen  wir  nichts.  Aber  auch  hier 
war  es  verkehrt,  von  ,  Ordenspolitik '  der  Hospitaliter  zu  reden. 
Die  unbedachte  Begeisterung  Eglys  für  die  Sache  des  Änjou 
hat  den  zeitweiligen  Ruin  der  Ordenshfiuser  in  Süditalien  be- 
wirkt. Wie  Klemens  gerade  ein  Jahr  später  zugestehen  mußte, 
beklagte  sich  der  Orden  bitter  Aber  diesen  Genossen ;  trotzdem 
fiestatlet  er  ihm,  noch  ein  Jahr  bei  Karl  zu  verweilen ').  , 

Dann  soll  trotz  aller  Anjoufreundschall  der  Orden  bei 
der  sizilianischen  Vesper  die  Hand  im  Spiele  gehabt  oder 
wenigstens  aus  der  Vertreibung  der  Franzosen  Vorteil  zu 
ziehen  gewußt  haben!  Hier  genügt  der  Hinweis  auf  die  Er- 
gebnisse der  neuesten  Forschung;  0.  Cartellieri  *)  hat  die  Einzei- 
momente  der  Erhebung  hell  beleuchtet,  für  die  Templer  ist 
dabei  kein  Platz.  Wenn  dem  Orden  irgend  ein  Nutzen  daraus 
erwachsen  wäre,  wofür  der  Nachweis  noch  zu  erbringen  ist, 
so  hätte  der  Orden  keine  allgemeine,  sondern  nur  Ordens- 
politik getrieben;  und  daß  er  das  verstand,  ist  doch  über  allen 
Zweifel  erhaben. 

Weiterhin  nimmt  Prutz  an,  da&  die  Templer  auch  später- 
hin die  Bestaurationsversüche  der  Anjous  unterstützt  haben. 
Er  schheßt  das  daraus,  da&  Bonifaz   VIII.    1397   den   Orden 


■)  Vgl.  Jordan,  Reg.  de  Citroen t  IV  Nr.  418,  811,  855  und  DeUville 
h  RodIi,  CartnUire  IIE  Nr.  8221.  S279,  3^21.  Protz,  Entwicklung  S.  90f. 
CarinUire  111  Hr.  8348  wird  1209  der  GroSpriar  der  Hospitnliter  in  Meseiiia 
Jakobn»  de  Tum  „coDeiliarius*  des  Anjou  genannt. 

')  In  seinem  Werke:  Peter  von  Aragon  und  die  Biziliantacba  Vesper 
ervibnt  er  die  Templer  gar  nicht.  Wahrscheinlich  beruht  die  Angabe  auf 
Kl  Bversta  ndnissen . 


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46  Zur  Gpwhichte  Aea  Templerordena  im  13.  Jahrhundert. 

Philipp  dem  Schönen  empfiehlt  unter  Hinweis  auf  die  Lasten, 
welche  die  Templer  in  der  siziljanischen  Angelegenheit  getraf^en 
Ilaben.  Ein  Einblick  in  die  Urkunde  Bonifaz'  VIII.  hStte  K*"- 
nOgt,  um  Prutz  zu  zeigen,  wie  wenig  diese  , Untersuchung  der 
anjovinischen  Restauratioiisversuche'  den  Templern  von  Her- 
zen kam.  Der  Papst  hatte  sie  wie  die  Hospitaliter  gezwungen, 
für  die  sizilianisähe  Sache  zu  zahlen  —  darum  die  Bitte  an 
den  König,  die  so  schon  Ausgepreüten  in  Ruhe  zu  lassen  >). 

Auf  eine  letzte  große  politische  Aktion  der  Templer  in 
Europa  weisen  in  gleicher  Weise  Raynald  und  Lea  hin;  sie 
verlegen  sie  richtig  in  die  ersten  Jahre  des  neuen  Jahrhunderts, 
während  Prutz  nach  Dupuy  sie  anscheinend  in  frühere  Zeit 
setzt.  E^  sollen  angebliche  templerische  Raubzüge  durch  Thra- 
zien, Einnahme  von  Thessalonich,  Plünderung  der  Gegend  am 
Hellespont  und  Moreas  stattgefunden  haben.  Das  wäre  aller- 
dings ein  würdiger  Abschluß  der  templerischen  Laufbahn  ge- 
,  wesen!  Es  handelt  sich  um  das  bekannte  Unternehmen  der 
katalanischen  Kompagnie,  jener  berühmten  und  berüchtigten 
Söldnerbande,  die  Friedrich  111.  von  Sizilien  nach  Beendigung 
des  zwanzigjährigen  Heldenkampfes  mit  Freuden  nach  Osten 
entließ.  An  ihrer  Spitze  stand  ein  abenteuerlicher  Korsar 
Roger  de  Flor  oder  Rc^er  von  Brindisi.  Aus  seiner  sagen- 
haften Vei^angenheit  dürfte  wohl  feststehen,  daß  er  eine  Zeit- 
lang Templer  gewesen  und  bei  der  Belagerung  Accons  infolge 
niedriger  gewinnsüchtiger  Manipulationen  das  Ordensgewand 
verwirkt  und  sich  seitdem,  vom  Orden  als  Abtrünniger  ver- 
folgt, am  sizilianischen  Kriege  beteiligt  hat ').    Aus  den  Schand- 

')  Cum  .  .  .  UospitaIJa,  militie  l'empli  .  .  ,  magistros,  menibTa  ac  loco 
ein  BubiectA  pridem  pro  uegotio  regni  Sicilie  non  modicnm  duxurimus  one- 
rftoda,  schreibt  Ronifaz  VIII.  an  den  Bischof  von  Dol,  er  mögo  bei  Philipp 
dem  Schonen  bewirken,  daß  bei  dem  ihm  bewilligten  Zahnten  die  Templer 
und  Hospitaliter  verechont  blieben.     Cnrtulaire  III  Nr.  4SS4  and  4874. 

')  Dapny,  Traitei  concemsnt  l'histoiie  de  France,  sfavoir  la  condsm- 
nation  des  Templiere  (1G85|  p.  6  erzühlt;  Lee  biatoriens  remarquent,  qa'il 
n'y  avoit  rien  exempt  de  leur  rapines;  Les  chretisne  et  infidalea  trtitei 
ägalement;  ils  envahirent  la  Thrace,  prirent  Theesalonique.  ravagerent 
l'HefleepoDt  et  le  Peloponeae,  entrerent  dans  l'Attique,  prirent  Äthanes, 
tannt  Bobert  de  Brenne,  qai  y  commanduit.  AIb  Qaelle  wird  der  Cod 
tinuator  Tyrii  c.  IS  1.  5  angegeben;  dieselbe  Geschichte  erzfthlt  Raynald 
in  Reinen   Ann.  ecri.   zum  .Fahre    tSOG  [Nr.  5)   auh   dam  Werke   des  Rosius, 


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Die  Templer  Dnd  das  Pspstfam  im  letzten  Jahrhundert.  i1 

und  Heldentaten  der  Kompagnie  und  ihres  bald  nachher  vom 
griechischen  Thronfolger  erstochenen  Anführers  Kapital  für  die 
Teniplergeschichte  schlagen  zu  wollen,  ist  ebenso  grundlos, 
nie  aus  der  Anwesenheit  eines  dem  Orden  entflohenen  Temp- 
lers im  Heere  Karls  II.  auf  anjo?inische  Ordensbeziehungen 
zu  schließen ') ! 

Das  Ergebnis  ist  also:  Von  einer  europaischen  Politik 
des  Templerordens  ist  nichts  bekannt  geworden.  Wohl  wird 
der  einzelne  Templer  seine  Sympathien  für  die  große  Politik 
oder  ihre  Gegner  ao^edrQckt  haben,  die  Gesamtheit,  der  Orden 
oder  die  Ordensprovinz,  hielt  sich  davon  frei  *}.  Vor  allem 
von  den  großen  kriegerischen  Unternehmungen.  Und  so  konnte 
auf  diesem  Felde  der  Orden  sich  auch  keine  Freunde,  aber, 
was  wichtiger,  auch  keine  Gegner  erwerben.  Und  dieses  Er- 
gebnis stimmt  durchaus  mit  der  richtigen  historischen  Auffas- 
sung TOD  dem  europäischen  Templerteile  als  Anhängsel  des 
morgenländischen  überein. 

Nur  insofern  waren  die  Templer  beteiligt,  als  sie  gleich 
den  andern  eiemten  Orden  für  das  gewaltige  Unternehmen 
gegen  Sizilien  jahi-zehnlelang  —  wir  wissen  von  Aufforderungen 
Riemens'  IV.,  Nikolaus'  IV.  und  Bonifaz'  VIII.  -  Zehnte 
zahlen  mußten.  Das  entsprach  der  Auffassung  der  Päpste  von 
ihren  dortigen  Gegnern,  die  den  Ungläubigen  gleichgestellt 
werden.      Und    wie    Bonifaz    VII!.    seinen    Kampf    mit    den 

Hut.  eqnit.  Hieroa.  p.  3  1.  1.  Er  nennt  aber  hier  den  Fflhrer:  a  dace 
Rdgerio  Templario  e^nite,  belli  peritiBsimo.  ac  plurea  Templarias  alioaqne 
'JnM  praedae  et  rapinanun  cnpidos  in  eam  [claseem)  confluzisae.  Nach 
ibr«n  RanbzDgea  hRUen  die  Ten)pler  .oniuti  divitiis  in  Gallias  nt  iie  tuto 
pcr&oeNDliir,  ae  recepemot'.  Von  einer  Beteiligung  anderer  Templer,  d.  h. 
Ordeumitglieder,  sagen  die  QoeUen  nichts;  vor  allem  anch  nicht  ein  offi- 
zieller Bericht  dsa  KOniga  Friedrich  lli.  von  Sizilien,  den  ich  ep&ter  ver- 
üffentlichen  werde.  Über  die  Jugendge»cbichte  Rogera  vgl.  man  die  Chronik 
»nntaners  (BiU.  dea  Stuttgarter  Litt.  Vereins  8  S.  S4T  Kap.  194). 

')  Fmtz  S.  92  fllhrt  zam  Beveia,  daß  die  Templer  .die  ReeUa- 
ritianaveiaache  der  Altana  unteratDtzt  haben",  auch  an  Anm.  6:  So  begleitet« 
Petma  de  Clanetro  1302  Karl  11.  nach  Sizilien.  Gewig,  er  war  aber  ans 
den  Orden  geflohen! 

*;  Oerade  dem  eizi lianischen  Eroberer  konnten  die  Templer  sich  nicht 
■nscfaliefien,  da  sie  ja  im  h.  Lande  eine  ihm  feindliche  Politik  lange  Jafare 
vorfolgton. 


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48  Zur  Gcscfaichtc  den  Templerordens  im  13.  Jahrhondert. 

Ckilonna  ausfocht,  forderte  er  auch  von  den  Ritterorden 
Unterstützung  >]:  Hospitaliter  und  Templer  inutiten  ihm  je 
12000  Gulden,  der  Deutschorden  1000  Mark  Sterling  geben. 
Dagegen  blieb,  soweit  ich  sehe,  der  Orden  im  allgemeinen  von 
den  Zehntbcwilligungen  für  die  Mächte  ausgeschlossen,  obwohl 
doch  auch  hier  ein  kirchlicher  Zweck  supponiert  wurde.  So 
konnte  Jayme  II.  trotü  aller  Bemühungen  die  Zehntbewilligun^ 
nicht  durchsetzen,  so  wurde  auch  Philipp  der  Schöne  ermahnt, 
die  Ritterorden  zu  schonen  % 

Prulz  sieht  auch  eine  Erschütterung  der  Verhältnisse 
zwischen  Orden  und  Kurie  in  einem  Eingriff  in  die  Templer- 
und  Hospitalitei^ter  Aragoniens  durch  Bonifaz  VTII.  Bonifaz 
war  Bürge  fQr  die  Zahlung  der  Mitgift  von  75000  Mark,  die 
Karl  U.  seiner  dem  aragonesischen  Könige  auf  Betreiben  des 
Papstes  vermählten  Tochter  versprochen  hatte,  und  verpf3ndete 
Jayme  iL  dafQr  die  Besitzungen  der  beiden  Orden.  Prutz  be- 
zweifelt, ob  das  mit  Zustimmung  des  Ordens  geschehen  sei, 
Die  beiden  Orden  wurden  eben  nicht  gefragt:  der  Papst  sah 
sich  als  den  olierslen  Besitzer  alles  Kirchengutes,  also  aucii 
des  templerischen,  an  und  verfügte  darüber  für  kirchliche 
Interessen.  Erschütterung  der  Beziehungen  oder  E^ntfremdung 
spielt  dabei  keine  Rolle;  Sancta  sanctio  utiliora  prospiciens 
res  ecciesie  fieri  concessit  obnoxias  in  operibus  pietatis,  kün- 
digt Bonifaz  VIII.  als  seinen  und  der  Kirche  Grundsatz  au- 
Übrigens  begann  die  Belästigung  für  die  beiden  Orden  erst, 
wenn  nach  Ablauf  der  dreijährigen  Frist  die  Mitgift  noch  nicht 
ausgezahlt  war:  das  trat  1308  ein,  und  wie  dann  im  Jahre 
1300  die  Angelegenheit  erledigt  war,  ersuchte  Bonifaz  dringend 
den  König,  auf  alle  EingrifTe  in  den  Besitz  der  t>eiden  Orden 
zu  verzichten "). 

')  Am  2S.  FebrnftT  1298  fordert  pr  die  drei  Orden  nnf.  Thomas, 
l-'anoon  und  Dig&rd,  Rog.  de  Boniface  VIII.  Nr.  2426.  DeJaville  le  Ronlx, 
Cart^ilaire  IIJ  4407.  Nr.  2429  befiehlt  Bonif&z  VUI.  dem  Generalprokarator 
des  Templerordens.  Jofa&Dues  von  ftolo^na,  der  später  im  TemplerproieS 
vor  der  päpstlichen  KDOiniiaaioD  viel  genannt  wird,  auch  für  inBglichBt 
baldige  Zahlung  zu  sorgen. 

')  Über  die  Geeondtschaft  Jaymes  in  dieaer  fiache  werde  ich  aplter 
intereaeaote  M»t«ria1ieD  veröffentlichen. 

')  Delavill«  le  Roulx,  Cnrtulaire  III  Nr,  4281  und  4498. 


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Die  Templer  und  daa  Papsttum  im  letoteo  Jahrhundert.  4Ö 

So  bleibt  als  G^ensland  der  angeblichen  Spannung 
zwischen  Päpsten  und  Templern  nur  das  religiöse  Gebiet.  Nun 
lijltle  es  keine  weittragende  Bedeutung,  wenn  die  Päpste  mehr 
oder  minder  scharfe  Mahnungen  znr  innern  religiösen  Reform 
dem  Orden  hütten  zugehen  lassen.  Davon  blieb  kaum  eine 
Orden^emeinsdiafl  verschont.  Gerade  die  so  nahe  verwandten 
Hospitatiter  haben  das  nicht  ein-,  sondern  mehrmals  erfahren. 
Käutn  jemals  sind  einer  Ordensgemeinschaft  so  bittere  Vor- 
würfe gemacht  B-ie  diesen  Erben  der  Templer  von  Gr^or  IX. '). 
Daß  sie  unenihaltsam  lebten,  feile  Weiber  in  ihren  Häusern 
hielten,  fQr  4  Denare  jährlich  allerlei  Volk  in  ihre  „confratria" 
aiifDähmen,  Schützer  von  Räubern,  Pitgermördern  und  Häre- 
tikern, Testamentefalscher  und  selbst  der  Häresie  verdächtig 
seien  —  binnen  drei  Monaten  sollten  sie  sich  bessern!  Um 
die  Wende  des  Jahrhunderts  hat  der  Hospitaliterorden  selbst 
Bonifaz  VIII.  zur  Abstellung  von  allerlei  Mißbrauchen  und 
Wirmissen  veranlagt '). 

Demg^enQber  erscheinen  die  Vorwürfe  Innozenz'  III. 
gegen  den  T^nplerorden  unbedeutend;  galt  es  doch  nur  ge- 
wissen Ausbeutungen  päpstlicher  Privilegien  zugunsten  der 
Ordcnssammlungen  auch  an  interdizierten  Orten,  worunter  die 
iftrchliche  Disziplin  gelitten,  gewissen  leichtsinnigen  Aufnahmen 
in  die  Ordensfratemität  für  wenige  Denare,  wodurch  sich  die 
AflUiierten  ein  kirchliches  B^räbnis  sicherten,  also  unpassender 
Gewinnsucht  in  ihren  verschiedenen  Formen  energisch  entgegen- 
zutreten. Kein  Forscher  wird  wohl  noch  den  aufgebauschten 
und  verkehrt  verstandenen  Äußerungen  des  Papstes  eine  prin- 
zipielle Bedeutung  zusprechen ').  Nunmehr  hat  Prutz  einen 
Streit  des  Ordens  mit  den  Päpsten  Urban  IV.  und  Klemens  IV. 
in  den  Vordergrund  geschoben*).  Nach  ihm  ist' der  Konflikt 
kirchlicher,    religiöser    Natur.      Hierbei    gefallene    Wendungen 

')  Delaville  le  Ronts,  CartnlBir«  II  Hr.  2186:  Sicnt  int«ll<>ximuB,  voa, 
Kieretrices  in  vestria  casalibua  enb  certis  appnctionibiis  retJnenUs  inconti' 
nnnter  vivitiB  et  .  .  .  eomm,  qoi  eonfratriani  veetram  aMumant,  datis  in 
•nno  qnataor  ant  pluribns  denariis,  defenaorea  voa  focitia  uaw. 

*)  Delaville  le  Roulx,  Tiea  HuBpiUliera  en  Terre  Sninte  p.  248  s. 

*}  Potthaat,  Regg.  Pontificum  Nr.  3175  zum  Jshru  1207.  Über  das 
,nteDt«a  doctrinia  daemoniorum'  bnmche  ich  mich  wohl  nicht  mehr  tu  äußern. 

*)  Pmis  a  na. 

Plnka,  Papattam  DDd  DutargaaR  des  Tcmplerordem.    I.  4 


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50  Zur  GeBchichte  des  Templ^rordens  im   IB.  .Tflhrhun<lert. 

sollen  auf  gefährliche  .Zustände  innerhalb  des  Ordens,  Vor- 
gänge im  Schofie  desselben  oder  Bräuclie,  welche  die  Kurie, 
in  Kenntnis  des  ursprünglichen  unschuldigen  Sinnes,  duldete", 
mit  einem  Worte  auf  die  Vorläufer  der  spätem  Templerver- 
brechen anspielen;  damit  soll  dann  die  so  sehr  gesuchte  Brücke 
gefunden  sein.  Auch  Lea  ')  spricht  von  einer  ,rupture  between 
the  papacy  and  the  Temple",  verlegt  den  Grund  des  Streit« 
aber  aufs  politische  Gebiet.  Der  Urheber  soll  der  Kirche  die 
Gefolgschaft  gegen  Manfred  vorweigert,  der  Orden,  erbittert 
fiber  die  Verwendung  seiner  Scliätze  zum  Kampfe  gegen  Fricil- 
rkhs  II.  Sohn,  ihn  in  seiner  Unbolmäliigkett  gcscliülzt  haben. 
Diese  Hypothesen  sind  ganz  unbegründet. 

Über  den  eigenartigen  Templerniarscliall  Stephan  de 
Sissy,  der  den  Streit  versclmldele,  liegen  in  der  Kreuzzugs- 
literalur  eine  Anzahl  unbenutzter  Nachrichten  vor^).  Zum 
ersten  Male  wird  er  bei  dein  verunglückten  Oberfall  der  Turk- 
nianen  12(10  genannt.  Die  .sogenannte  Esloire  d'Eracles  empe- 
reur")  nennt  nur  seinen  Namen,  die  gut  unterrichteten  Gostes 
des  Chiprois  des  „Templers  von  Tyrus'  charakterisieren  seine 
Flucht  als  nicht  besonders  ehrenhaft;  sie  deuten  an,  dali  seine 
Feindschaft  mit  dem  damals  gefangenen  Herrn  von  Beirut, 
Johann  von  Ibelin,  ihren  Grund  in  einer  tollen  Eifersucht  auf 
eine  Dame  seines  Landes  gehabt.  Der  Ordensmeister  habe 
ihm  das  Gewand  genommen  und  übers  Meer  geschickt.  Dort 
habe  er  am  päpstlichen  Hofe  bis  zur  Wahl  Gregors  X.  ge- 
weilt*).     Das   ist    unrichtig.     Denn    drei    Jahre   später    treffen 

']  Iiea,  A  liiatory  of  tlie  Inquisition  III,  241. 

')  Ich  verweise  tint  Rriliriclit.  Uennh.  ilea  Kilnigreiclia  Jcnifnleni 
S.  flfil  Anm.  3. 

'j  Recueil  i^es  bint.  des  C'raisndes.  Hist.  occiilentaux  11,  44.'>;  Frpre 
Eitiene  de  Sieisi,  mnislre  (!)  du  Tetiiple  .  .  .  fiireiit  pris. 

*)  Et  eschap«  frero  Rstience  de  Saiai,  marescbna  du  l'umplp.  douqtirl 
fn  dit,  qiie  il  üst  ann  puindnj  sur  lea  Turquemaos  mnuvaiseinent  et  nf  fery 
mh.  ains  loraa  nu  parfait  diiu  euer,  ou  quo  il  \e  fifit  volentiers  pnr  male 
volont^i,  quo  on  tÜnott  qu'il  porUiit  nu  seigaor  de  litirut  por  envie  d'une  fol« 
elouzie  dune  ditme  de  ae  pnis;  miiis  ou  qu'il  fust  ensi  uu  autremeiit,  le 
maiHtre  dou  Tempi»  le  iiiandn  ontr^mer  vi  li  levA  I'alnt.  Leqiiel  demonni 
ä  la  roiiT  [)h  Rome  tant  qac  [lape  fircgoicp  PlaiHontj-,  que  eatnit  h  Acre, 
quant    il    ful.    ililit  ü   pape.    et   cestu   Trere  Eütiene  Je  Saisi  vtnt  por  ]aj  a 


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Die  Templer  und  das  Papsttum  im  letzten  Jahrhundert.  51 

wir  ihn  in  der  Eirchenprovinz  Sens  bei  Paris.  Papst  Urban  IV. 
halte  den  Präzeptoren  und  Templern  in  Paris  und  in. der  ge- 
nannten Provinz  die  Gefangennahme  Stephans  de  Sissy  be- 
fohlen; weigerten  sie  sich  oder  wären  sie  lässig,  so  exfcomtnu-  ' 
nizierte  er  sie  und  beraubte  ilire  Häuser  und  sie  aller  Privilegien, 
so  daß  sie  von  dann  ab  an  der  Jurisdiktion  der  Bischöfe 
unterständen.  Zugleich  hatte  ct  den  Bischof  von  Paris  mit 
der  Auafahrung  der  Angelegenheit  beauftragt.  Die  Templer 
führten  vor  dem  Bischöfe  aus,  daß  sie  ihr  Möglichstes  getan 
und  tun  fvärden,  dem  Befehle  Roms  nachzukommen;  sie 
würden  Stephan  gefangen  nehmen,  sobald  sie  seinen  Aufenthalt 
erführen  ').  Aus  einem  Mahnschreiben  Urbans ')  an  den  Groß- 
meister und  dem  Hauplschreitwn  Klemens'  IV.  darf  man  ent- 
nehmen, daß  Stephan  in  Amt  und  Würden  l>ereits  wieder  ein- 
gesetzt war  und  da§  dem  Meister  der  Auftrag  gestellt  wurde, 
den  Ordensmarschall  Stephan,  den  der  Papst  dieses  Amtes  für 
unwürdig  hielt,  zu  entsetzen  und  daü  dem  Meister  ein  solches 
Vorgehen  gegen  den  Marschall  schwer  fiel:  , Nicht  nur  ohne 
Bitterkeit  müsse  er  es  ausführen,  sondern  mit  Dank  und 
Preude,  Denn  wenn  er  sorgßltig  fürsorge,  würde  für  ihn,  den 
Meister,  kein  Skandal  daraus  entstehen.*  Das  Vergehen  des 
Marschalls  wird  als  .insolcntia"  bezeichnet,  die  sich  zu  einem 
^e^rlichen  Skandal  ausgewachsen.  Offenbar  ging  der  Groß- 
meister auf  die  päpstlichen  Wünsche  nicht  ein.  Er  sandte 
Stephan  mit  den  Abzeichen  seiner  Würde  an  Urban  IV.  Der 
Marschall  weigerte  sich  trotz  des  päpstlichen  Befehles,  seine 
Abzeichen  abzugeben  und  auf  seine  Würde  zu  verzichten:  Er 
würde  sie  nur  dem  wiedei^eben,  der  sie  ihm  anvertraut  und 
dem  allein  er  sie  zurückerstatten  müsse!  Niemals  habe  sich 
bis  dahin  der  Papst  in  die  Ordensfimter  eingemischt,  deren 
ßeslimmung  nur  dem  Großmeister  und  Ordenskapitel  zustehe. 
So  ist  er  von  der  Kurie  geschieden.  Urban  IV.  exkommuni- 
zierte  den  Marschall    und    seine  Beschützer,    ließ    den   Bann 

Acre  et  »doiie  par  ce  pnpe  ncovra  l'aliit  dou  Temple  et  aln  nutremer  o  1e 
dit  pape.  Pub),  de  la  aoc.  de  l'Orieut  Ldtin.  8«rie  liiat.  V.  Gesles  des 
Chiproie  p.  Ifl5,  166. 

■)  J.  Guirand,  Beg.  d'  Urbaln  IV.  Nr.  336  vom  13.  August  1263. 

*)  Prutz,  EotwicklDog  S.  289.    Papsturkunden  Nr.  IT. 

4* 


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52  Zar  Geschichte  des  Templerordena  im  13.  Jahrhundert. 

feierlich  verkünden  und  befahl  den  französischen  und  borpm- 
disehen  Großen,  ihn  gefangen  zu  nehmen ').  Darüber  starb 
Urban  IV.  Alsbald  stellte  sich  Stephan  seinem  Nachfolger 
'  Klemens  IV.  und  bat  um  Lossprechung.  Der  Papst  willfahrte 
seinem  Ansuchen  am  31.  MSrz  1265  und  legte  ihm  auf,  ein 
Jahr  im  h.  Lande  als  einfacher  Bruder  zu  dienen  und  dann 
zum  Papste  ohne  Übernahme  eines  Amtes  zuröciczukehren ; 
sterbe  er,  der  Papst,  vorher,  so  dürfe  Stephan  Ordensämter 
übernehmen ').  Von  den  weiteren  Geschicken  Stephans  ist  uns 
noch  bekannt,  daß  er  Ende  1271  als  Komtur  von  Apulien  mit 
einem  pravenzalischen  Adligen  Gregor  X.  aus  dem  h.  Lande 
abholte').  Gregor  X.  bezeichnet  ihn  einmal  als  ,S.  mares- 
callus",  als  at>8olviert  und  unbesonnen*). 

Eines  ist  unbedingt  aus  diesen  Tatsachen  zu  folgern:  Ein 
Templer,  den  der  Orden  selbst  nicht  absetzt,  den  der  Papst 
auffordert  zu  resignieren,  den  sein  Nachfolger  alsbald  von  der 
Exkommunikation  loslöst,  der  fähig  ist,  wieder  Ordensämter  zu 
bekleiden  und  der  den  dritten  Papst,  mit  dem  er  in  Berührung 
kommt,  aus  dem  Orient  als  Ehrenbegleiter  nach  Italien  führt, 
ein  solcher  Mann  hat  kein  auf  den  Glauben  bezügliches  Ver- 
gehen begangen.  Was  es  im  übrigen  gewesen,  wissen  wir 
nicht:  es  kann  disziplinarer,  moralischer,  auch  kirchenpolitisclier 
Natur  ^)  sein. 

Von  diesem  nüchternen  Standpunkte  aus  mulä  man  an 
die   Deutung  und  Beurteilung   der  Vorwürfe  gehen,  die  Kle- 

')  Vgl.  Jordan.  Reg.  de  Clement  IV.  Nr.  836.  Dieses  viclitigst« 
Stock  in  dieeer  Angelogenheit  (auch  bei  Pruts  S.  290  nnkoireht  wieder- 
gegeben) st«inmt  Hua  der  Ssnimlung  des  Uerurdus  de  Napoli,  war  mithin 
undatiert.  Es  geb&rt  aber  zu  Reg.  de  Clement  IV.  Nr.  21—28,  die  ans 
den  eraten  Wochen  dea  PoDtifilcales  dieses  Papstes  berrDhren,  iat  also  aa 
Ende  Mllrz  1265  zu  setzen.  Die  VerkDndignng  des  Bannes  usw.  gehen  bdh 
Nr.  21  hervor. 

•)  Reg.  de  CWmeot  IV.  Nr.  21,  22,  23. 

')  Die  Estoire  de  GracleB  io  Hec.  des  bist,  de«  croisade«  II,  440 
scfareibti  Li  measage  qui  l'alerent  quarre  fnrent  frerBs  Eatiens  de  Sissi  fröre 
dou  Temple  et  commanderres  de  Puille  et  aire  Fouques  de  Letre. 

*)  Vgl.  Alti  dell'  accad.  Luccbese  184S,  XIII,  452  e. 

'I  Wenn  es  ein  solches  ist,  so  ist  das  VcrgeJien  aber  nicht  im  Reiche 
Manfreds,  sondern  in  FraukreiHi  vorgekommen.  Darauf  weisen  sowohl  die 
Briefe  Urbans  wie  Klemens'  hin. 


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Die  Templer  nod  dRS  Papsttum  im  letzten  Jahrhundert.  53 

mens  [V.  anläüUch  fter  Mitteilung  von  der  Lossprechung  ätepliaiis 
dem  Ordensmeister  macht '),  Gestützt  auf  seine  Statuten  und 
Privilegien  hat  der  Orden  offenkundigen  Ungehorsam  gezeigt; 
nach  seiner  Ansicht  kann  sich  der  Papst  in  die  tnnern  Ordens- 
aiigelegeoheiten  nicht  einmischen.  Dos  bekflrnpft  Klemens  IV.. 
unter  Berufung  auf  die  päpstliche  .plenitudo  potestatis*  ener- 
gisch. .Hat  er,  der  Erlöser  der  Welt,*  ruft  er  emphatisch 
aus,  ,der  dem  SchlQsseltrJger  des  ewigen  Lebens  Petrus  und 
seinen  Nachfolgern  die  Himmcisschlüseel  übert,'eben  und  seine 
Schafe  ohne  Unterschied  anvertraut  hat,  vielleicht  den  Temp- 
lerorden, seine  Ämter  und  Glieder  ausgenommen?*  Dann  ver- 
weist er  ihn  auf  den  überreichen  Privilegienschatz,  den  die 
Kirche  dem  Orden  vielleicht  zur  Eifersucht  der  andern  Orden, 
zur  Schädigung  der  bischöflichen  Jurisdiktion  gewährt  hat,  und 
Euadit  das  bemerkenswerte  Gestöndnis,  wenn  die  Kirche  ihre 
schützende  Hand  nur  einen  Augenblick  dem  Orden  entziehe, 
fo  würde  er  dem  Ansturm  der  Prälaten  und  dem  Angriff  der 
Fürsten  nicht  standhalten  könnettt  Und  noch  einmal  betont 
er  das  volle  Verftigungsrecht  der  Kirche  über  alle  Partikular- 
kirchen und  Ordensgeni  ein  sc  haften,  und  lebhaft  ermahnt  er  sie 
zum  Gehorsam  gegen  ilire  Verfügungen:  ne  nostra  et  ipsJus 
(«clesie  patientia,  que  multa  in  vobis  et  ortline  predicto  per 
dissiniulalionis  conniventiam  tolerat,  vestm  quud  absit,  inso- 
lentia  provocata,  illa  deducat  in  discussionis  examen,  in  quibus 
cum  nullam  subsisteniiani  iuris  invenerit,  ea  nee  vclit  nee 
valeat  ampHus  cum  .  .  .  remorsu  conscientie  tolerare. 

Prulz  hält  diese  Stelle  für  entscheidend*):  .Klemens  IV. 
wußte  also  von  dem  Orden  Dinge,  die,  einmal  zur  Sprache 
gebracht,  für  denselben  äußerst  gefährlich  werden  mußten!' 
Und  er  fragt:  .Enthielt  jene  Wendung  etwa  eine  für  alle  Ein- 
geweihten vollauf  versländliche  Hindeutung  auf  die  im  Orden 
vorkommenden  bedenklichen  Zeremonien  bei  der  Aufnahme 
neuer  Genossen,  die  zunächst,  trotz  der  Verirrung  in  der  Form,  - 
Sinn  und  Bezug  auf  das  Ordensgelöbde  gehabt  hatten,  all- 
mählich aber  für  viele  eine  andere,  für  die  Kirche  unduldbare 
Bedeutung  erhalten  hatten?*     Die  nüchterne  Forschung  wird 

')  In  dem  oben  genannteD  Schreiben  Reg.  de  Clement  IV.  Nr.  836. 
*]  Protz,  Entwicblang  S.  101  f. 

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hi  Zur  UeacHicbt«  <les  Turnplerurdvna  im  13.  Jaürhanderl. 

mit  Nein  antworten  und  in  dem  Satze  nur  Andeutungen  auf 
juristische  Übergriffe  des  Ordens  in  der  Handhabung  seiner 
Privilegien  und  Satzungen  sehen,  wie  sie  ja  gerade  in  der 
starren  Festhaltung  an  der  absoluten  Nichtintervention  seitens 
der  Kirche  sich  gezeigt  hatte. 

Wer  unberangenen  Blickes  die  Beziehungen  des  Papst- 
tums zum  Templeroi'den  bis  auT  Klemens  V.  überschaut,  mag 
wohl  hie  und  da  einen  Streit,  eine  Meinungsverschiedenheit 
entdecken,  aber  keine  dauernde,  oder  gar  sich  allmählich  er- 
weiternde Spannung.  Als  Vorgesetzte  mahnen  die  Päpste,  aber 
noch  weit  mehr  erscheinen  sie  als  Bewunderer  des  Ordens; 
auch  Klemens  IV.  fehlt  keineswegs  darunter,  noch  auch  Boni- 
faz  VIII.,  der  die  Männer  des  Schwertes,  die  „athlete  domini' 
und  .bellatores  intrepidi*  feiert.  Sie  alle  haben  bis  zum  E^de 
den  Orden  trotz  seiner  Schwächen  für  ein  leistungsfähiges  und 
anhängliches  Glied  der  Kirche  gehalten,  keiiiesw^s  fijr  ein 
,menibrum  putridum". 

5.  Philipp  der  Schöne  und  die  Templer  bis  1305. 

Philipps  Stellung  zum  Orden  vor  der  Hegierungszeit 
Klemens'  V.  hat  ein  besonderes  Interesse.  Es  drängt  sich  hier 
die  Fn^e  auf:  Läßt  sich  aus  der  frühem  Politik  des  Königs 
einen  Schlula  ziehen  auf  das  spätere  Vorgehen?  Prulz  hat  das 
Verdienst,  wertvolles,  neues  Material  beigebracht  zu  haben  '). 
Leider  kann  ich  auch  hier  den  Hauptergebnissen  seiner  Unter- 
suchung nicht  beipflichten,  obwohl  Karl  Wenck  auf  sie  seiner- 
zeit besonders  hingewiesen  hat  ^). 

Prutz  glaubt  ein  Änalogon  für  die  Bedeutung  der  Aus- 
breitung des  Teniplerordens  gefunden  zu  haben.  Der  fran- 
zösische Historiker  Bandouin")  hat  1887  einer  Sammlung  von 
Urkunden  Philipps  des  Schönen,  die  sich  auf  Languedoc  und 

')  Pruta  S.  801  ff.,  74  ff.  Vgl.  auch  Curaon,  L«  maison  du  Temple 
H  Pnris  1888. 

')  Gftttinget  Gel,  Anieigar  I8?0  8.  274. 

')  Lettres  inädites  de  Philippe  le  Bei,  1H87.  Sehr  beieichnend  ist 
die  Verweifierung  des  Leheuaeidee  seitens  des  Bischcfa  von  Toaloaae  and 
die  Ruch sichtn ahme  Fraokreicha  in  dieeem  Punkla;  aber  mit  der  eigenUioli 
.klerikalen'  ii'rage  bat  das  nichts  zu  tun.    Vgl    Brief  2  p.  6. 


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Philipp  d«r  Schöne  und  äiv  Templvr  bis  1305.  55 

besonders  Toulouse  beziehen,  eine  Einleitung  über  diu  drohende 
Kl<>rikalisierung  der  Languedoc  nach  den  Albigenserkriegen  vor- 
au^eschickt.  Die  Schilderung  ist  einseitig  und  übertrieben. 
Der  dort  cfaaraiiterisiertc  niedere  Kierikat,  der  gern  alle  Privi- 
legien des  Klerus  beanspruHite,  ohne  aus  dem  bürgerlichen 
Leben  auszuscheiden,  ist  kein  spezielles  Symptom  für  die 
Languedoc  und  Toulouse,  sondern  in  derselben  Ausdehnung 
andersivo,  z.  B.  im  benachbarten  Aragonien  '),  in  Frankreich 
selbst,  zu  linden.  Daß  dadurcb  ganze  Gemeinden  von  tonsu- 
rierten  kleinen  Kautleuten  und  Fleischcrknechten  „eine  Stellung 
außerhalb  der  sonst  geltenden  politischen  und  munizipalen 
Urdnuiig  eriai^en*,  ist  eine  durch  nichts  bewiesene  Übertrei- 
bang  Baudouins,  die  Prutz  nacbgeschrieben  hat.  Was  die 
Synode  zu  Beziers  über  die  ein  allzu  niedriges  Handwerk 
treibenden  Kleriker  sagt,  tadeln  auch  andere  kirchliche  Organe 
an  andern  Stellen  *).  Und  so  lietse  sich  denn  auch  die  Ansicht  von 
Prutz,  daß  wir  hier  eine  Parallele  zu  den  Wirkungen  haben, 
welche  die  Ausbreitung  des  Templerordens  in  einzelneu  Teilen 
Prankreichs  zeigte,  dab  der  Orden  vermöge  seiner  Ausnahme- 
:ilclliing  .den  sicli  stets  erweiternden  Kreis  seines  Besitzes, 
seiner  Leute  und  Scliützlinge  g^en  alle  staatlichen  Ansprüche 
absperrte",  einTach  auf  alle  Länder,  wo  sich  Templer  ansie- 
delten, ausdehnen  —  wenn  nicht  wie  in  Spanien  besondere 
Verhältnisse  vorlagen  — ,  und  damit  verliert  diese  Deduktion 
alles  Eigenartige  und  Beweiskrüftigc.  Was  bleibt,  ist  die  starke 
Vennehrung  des  Templer-,  aber  ebensogut  des  tlospitaliter- 
hesitzes  in  ganz  Frankreich  ^)  und  eine  Reaktion  des  König- 
tums dagegen,  die  mit  dem  Sohne  des  h.  Ludwig,  Philipp  KL, 
einsetzte  und  von  Philipp  dem  Schönen  energisch  weitergeführt 

'l  Di«  Fr*ge,  wie  diesen  clerici  oxornti  zu  begegnen  sei,  spielt  durt 
eioe  Hauptrolle.  Aragonien,  nicht  Frankreich,  sah  eich  gezwungen,  einen 
HeFormentworT  hienn  bfim  Konzil  von  Vienne  zu  bettotTAgen. 

')  Hefele-Kn&pfler,  Konziliengescliichte  Bd.  6',  370  u.  i). 

')  Jn  J.  413  Nr.  80  (Pergamentroi le)  der  Arcbivea  Nationales  heiKt 
e>:  item  id  hoc,  qnod  dnnuniu  rex  meadavit,  nt  eum  certiitcarem  de  valore 
rt  condiUona  rernm  Bcquiutamin  per  Templarioa  et  Hoapjtalarios  a  XLV 
uni»  citra  in  seneeoallia  Bellicadri,  diligeoter  inqnisivi  et  ioqulri  feci  et  per 
iDqniaitioneni,  nt  eequitur  .  .  .  Templer:  Summa  Vl"i  LXX  libr.  X  sol. 
Uixpitaliter:  Summa  Vm  11<:  11  libr. 


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56  Zur  Geschiclit«  des  Tsinplorordene  im  13.  Jahrhusdert. 

wurde.  Des  ersteren  Oi-donnanz  ,Ecclesiaruiii  utilitali*  ')  be- 
schränkt den  Envcrb  der  Kirclie  und  kirchlichen  Genossen- 
schanen  auf  bestimmte  Fälle  und  erhob  im  übrigen  die  soge- 
nannte Amortisationsgebühr  für  alles  Erwortiene;  denn  durch 
den  Übergang  in  die  Hände  der  Kirche  verlor  der  Staat  eine 
Anzahl  Hechte,  und  hierfür  suchte  er  sich  schadlos  zu  halten. 
Philipp  der  Schöne  ließ  zu  wiederholten  Malen  Generalunler- 
suchungcn*)  über  allen  von  den  Kirchen  und  Genossenschaflen 
erlangten  Neubesitz  veranstalten,  die  Güter  bis  zur  Feststellung 
wohl  .saisiren'  ^)  und  sich  für  die  Genehmigung  des  Besitzes 
bedeutende  Summen  auszahlen.  Nunmehr  verstehen  wir  die 
Frage  des  Seneschalls  von  Carcassonne  und  die  Antwort  des  Königs 
vom  Jahre  1389*);  „De  virifi  religiosis,  Templariis  et  aliis,  qui 
post  constitutionem  ,Ecclesiarum  utilitati"  in  feodis,  retro- 
feodis  et  allodiis  requirere  non  cessanint,  tarnen  exemptionibiis 
quam  l^atis  et  diversis  donationibus  eis  factis"  und  die  Ant- 
wort: ,Compellantur  tales  ponere  extra  manum  et  interim 
acquisita  habere  in  manu  regia  teneantur."  Ob  nicht  auch  für 
die  unrechtmäßig  erworbenen  ,1'eoda,  retrofeoda  et  allodia* 
das  Besilzrecht  durch  eine  finanzielle  Operation  zu  enverben  war? 
Nun  hat  Prutz  eine  Gruppe  von  vier  Urkunden  aus  den 
Jahren  1287—1292  aufgefunden,  in  denen  drei  eine  fast  gleich- 
lautende Formel  tragen ') :  Scire  vos  volumus,  quod  res  et 
bona  IVatrum  militie  Templi  in  vestris  potestatibus  existentia 
saisita  in  manu  nostra  ratlone  acquisitionum  per  ipsos  factarum 
a   triginla  tribus    (oder:    quadraginta   quinque)*)   annis  circa 

')  Kecneil  dea  OrdonnanceB  1  besondera  p.  30S. 

',  Boutaric,  La  France  sous  Philippe  le  Bei  (1861)  p.  68s. 

")  HierzD  scheint  oft  äaa  Einlegen  eines  k&niglichen  Beamten  gehSrt 

*}  Vaiaette-Moliaier,  UiM.  generale  de  Langundoc  X'  p.  241.  Dafi 
die  Templer  namenUich  genannt  eind,  kann  bedeuten,  dafi  die  Templer  bei 
der  Erwerbafrnge  im  Vordergründe  atehen.  Mehr  nicht.  Die  Urk.  anch 
abgedr.  ohne  Hinweis  auf  Vaisette  in  Baudouin,  Lettres  ineditee  de  Philippe 
le  Bei  (1887)  p.  211. 

■)  PratE  8.  802  f.  Nr.  10-13.    Die  Briefe  aind  in  der  Adresse  gekQrat. 

*)  Warnra  gerade  dieae  ZeitrAume,  ist  schwer  zu  sagen.  Soweit  wir 
sehen,  bedeuten  die  Jahre  nm  1245  keine  Epoche  im  Erwerb  fDr  die  Templer. 
Wohl  12&8,  und  damit  ist  die  vorige  Ziffer  (xum  .Tahrs  1291/2)  erklArlich. 
S.  Pruts  S.  78.  Aber  45  ist  auch  in  der  nndatierten  Aufforderung  für  den 
Seneacball  von  Beancaire  genannt. 


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Philipp  der  Schöne  und  dio  Templer  bis  1305.  57 

Tohimus  sibi  recredi*  und  dann  fo^  meist  der  Templerthe- 
saurar  in  Paris  als  .responsalis*  oder-  .responsor'.  Prutz 
sieht  darin  einen  Konflikt  des  Ordens  mit  dem  Könige,  der 
nach  kurzer  Freundschaft  —  denn  1286  hat  der  Köni^  noch 
eine  dem  Orden  günstige  Entscheidung  getroffen  —  zu  Anfang 
der  Regierung  Philipps  ausgebrochen  sei  und  jahrelang  ge- 
dauert habe.  Im  Jahre  1307  habe  er  also  nicht  einen  ahnungs- 
losen Gegner  ötwrfallen,  sondern  nur  einen  früher  geführten 
Kampf  wieder  aufgenommen;  in  der  mittleren  Regierungszeit 
habe  es  eine  Epoche  der  Nachgiebigkeit  gegeben. 

Zunächst  fällt  aus  der  Mitte  der  vier  Besrhlagnahnie- 
dokumente  eines  heraus :  es  bedeutet  etwas  ganz  nnderos '). 
Während  Prulz  daraus  macht:  „Philipp  IV.,  König  von  Frank- 
reich, beßehlt  die  mit  Beschlag  belegten  Güter  der  Servienlen 
des  Templerordens  gegen  Beeinträchtigung  zu  schützen" ,  ist 
der  wirkliche  Sinn  der,  daü  Philipp  seine  gesamte  Beamten- 
schaft auffordert  zum  Schutze  der  Templer,  ihrer  Servienten 
und  Güter,  da  sie  sich  —  d.  h,  Templer,  Servienten  und 
Güter  —  unter  königlichem  Schutze  bellnden.  Also  eine  der 
viel«!  Protektionsurknnden,  wie  sie  zu  allen  Zeiten  und  aller 
Orten  vorkommen,  hier  jedoch  von  besonderer  Bedeutung,  da 
sie  in  die  Mitte  der  von  Prutz  konstruierten  Kampfperiode  des 
Kön^  mit  dem  Orden  föUt. 

Im  übrigen  hat  Prutz  den  Fehler  b^angen,  aus  den  drei 
l'rkunden  ein  den  Templern,  und  nur  ihnen,  feindliches  poli- 
tisches System  zu  schaffen.  Talsächlicli  handelt  es  sich  aber 
um  eine  ebenso  gegen  die  Hospitaliter  und  andere  kirchlichen 
Organe  geplante  und  wohl  auch  au^eübte  Maßregel,  deren 
Zweck  unter  Philipp  dem  Schönen  unzweifelhaft  wesentlich 
finanzieller  Natur  ist.  Schon  die  Erwähnung  dieser  Maßregel 
in  dem  letzten  groien  „Freibriefe"  Philipps  für  den  Orden  im 

■)  Die  Urimnde  Imtet  Prnti  S.  802  Nr.  11:  .Univeraia  eenesollia  .  .  . 
(JDiB  h«treg  militie  Templi  et  earam  bona  in  noatra  sunt  cnetodis,  vobis  et 
cnilibet  vertmin  mandsiniis,  qnatenua  totiens,  quotiena  opas  fuerit  et  ab 
eiaden  reqaiatti  fncritJB,  ipeoe  (Pruti:  ipais)  frntrea,  {Komma  fehlt  b«i  Prutz) 
»rvieDtea  et  bona  aornm  in  vestrie  pot^atatibus  existentia  ab  iniuriis,  vio- 
leatiia  notoriia  at  manifeetia  deffendatia  ...  Ee  handelt  sich  alao  um 
BrBder  nnd  Servlentsn  and  Güter.   Wie  kann  da  custodia  Beschlag  tiedeuten? 


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5ä  Zur  Ijewliiulit«  dua  leniplaruriluna  im   VA.  Jnlirhundurt. 

Jalirc  1304,  in  dein  er  seinem  Intimen,  dem  Gencralvisilator 
Hugo  Peraudi,  sicherlich  keine  Feindseligkeiten  beweisen  wollle, 
hätte  Prulz  stutzig  machen  sollen ').  Es  handelt  sich  also 
sicherlich  nicht  um  eine  .grolüe  prinzipielle  Fra^e",  und  wemi 
in  einer  Urkunde  genauer  angegeben  wird,  in  welcher  Weise 
bei  der  „saisita"  die  Fnilung  des  templerischen  Erwerbes  vor 
sich  gehen  soll,  so  darf  man  darin  doch  nicht  eine  Maüregel 
sehen,  wonach  der  König  ,ini  Laufe  der  Verhandlungen  seine 
Forderungen  gesteigert  und  die  Rechtmäßigkeit  des  temple- 
rischen Besitzes  zur  toten  Hand  in  noch  weiterem  Umfange 
angefochten  habe".  Übrigens  glaube  ich  nicht,  daü  die  drei 
Beschlagnahmen  als  allgemeine,  sondern  nur  als  partielle,  in 
verschiedenen  Teilen  des  Reiches  anzusehen  sind*);  erst  so 
versteht  man  die  schnelle  Aufeinanderfolge.  Es  ist  ganz  be- 
greiflich, daß  in  spätem  Zeiten  der  Regierung  derartige  Revi- 
sionen nicht  mehr  oder  seltener  vorkamen,  die  Urkunden 
darum  auch  seltener  sind;  denn  die  Prüfung  der  Rechtsfrage 
war  ja  ein  für  allemal  vorgenommen  ^). 

Vorhandene  Symptome  der  ursprünglichen  Feindseligkeit 
Philipps  gegen  die  Templer  glaubt  Prulz  erkennen  zu  können; 
So  den  Spruch  des  Pariser  Parlaments  von  I29U  -  unter 
Berufung  auf  ältere  Ordonnanzen  — ,  daß  die  Gültigkeit  der 
den  Templern  und  andern  Orden  bewilligten  Privilegien  vom 
Tragen  des  Ordeiisgewandes  abbange*);  oder  den  Beschluß, 
daü  Hospitaliter  und  Templer  Leuten,  die  dem  Orden  nicht 
wirklich    beitreten,    auch    das  Ordensgewand    nicht  gewähren 


')  In  caeii  etifim,  ubi  booa  Tempil  saieirentur  vel  caperentor  nostru 
ac  nuetromm  ofticialiuiii  maadato,  anua  servieua  dumtaxat  in  domo  ana, 
locu  vel  manerio  ponntur,  qui  de  stipeodÜB  suis  vivat.     Pnitz  S.  307. 

';  In  diesen  Fallen  Iioifit  es:  rex  aeneecallia  et.  In  dem  einen  allge- 
ineinen  Falle  der  Schatzverleihung  hei&t  ea:  untveraia  aenescallis  obw. 

')  Üb«r  Nenerworbenes  vergleichun  sich  der  Schatzmeister  des  Tem- 
pels und  der  OeneralprDknrator  des  Ordena  im  Jahre  1295  mit  dem  Kfinige. 
Was  bis  zu  1000  Pfund  Wert  erworben,  bleibt  frei,  fDr  das  andere  bflrgen 
sie  uod  der  Oeneralprfizeptor  Hugo  de  Feraudo  in  bestimmter  Zeit  lu 
zahlen.  Prutz  S.  81  macht  das  wieder  zu  einem  prinEipiellen  Vergleich, 
wahrend  es  sich  nur  um  die  Wiederholung  einer  einfachen  Finanzaktion 
handelt. 

*)  Vgl.  Delaville  le  Koulx,  Cartulaire  g^näral  de  l'urdre  dea  Uoapi- 
taliere  (1899)  III  Nr.  4Ö72. 


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Pbilipp  der  SctiOne  und  die  Templer  bia  13ü5.  59 

sollten.  Warum  denn  hier  in  Maßregeln,  die  für  eine  Reihe 
von  Orden  gelten,  die  auf  ältere  kirchliche  und  staatliche  An- 
ordnungen zurückgreilen,  .eine  Aktion  des  französischen  König- 
tums g^n  die  Templer  sehen"? 

Für  die  Verteid^r  der  Persönlichkeit  Philipps  \*ar  es 
von  Werl,  das  Vorgehen  gegen  die  Templer  nicht  als  etwas 
Momentanes,  vielleicht  von  augenblicklicher  Stimmung  Einge- 
gebenes, sondern  als  Ausfluß  einer  stetigen,  natürlich  berech- 
tigten Feindschafl.  gegen  den  Orden  darzutun.  So  schreibt 
schon  Baluze>):  .Vidi  buUam  .  . .,  ex  qua  apparel  iam  tum 
(1290)  Philipp!  animum  abaüenatum  luisse  ab  ordine  Tem- 
plarionim*.  Andere  haben  sein  Beweismalerial  gelten  lassen, 
und  Prutz  hat  daraus  sogar  geschlossen,  daß  schon  tSOO  Papst 
und  König,  , Nikolaus  IV.  und  Philipp  der  Schöne  in  der  Ver- 
werfung des  Ordens  einig  gewesen  seien*  *).  Und  worum 
handelt  es  sich?  Wir  stehen  im  Kample  Philipps  des  Schönen 
und  seines  Verbündeten  Jakob  von  Mallorca  mit  Aragonien; 
der  Kampf  wurde  auf  Verlangen  der  Kurie  geführt.  Nun  lag 
an  der  Grenze  in  Roussillon  ein  Templerhaus  —  wohl  Mas 
Deu  — ,  das  zur  aragonesischen  Komturci  gehöile;  die  ari^o- 
nesischen  Templer  standen  auf  Seite  ihres  Königs  gegen  Frank- 
reich und  zu  ihnen  hielten  sich  höchst  walirschcinltch,  wie  das 
Schreiben  des  Papstes  andeutet,  auch  die  Templer  in  Rous- 
sillon. Philipp  veranlaüte  den  König  von  Mailorca  zur  Be- 
sclil^nahme,  und  Nikolaus  IV.  bittet,  das  Haus  dem  Orden 
zu  belassen,  wobei  er  lür  Übersiedelung  neuer,  durchaus  un- 
verdächtiger Templer  sollen  will.    Und  das  muü  denn  auch 


')  Tilae  paparum  Avenioneneium  ),  569  und  die  Bulle  II  p.  12.  Der 
KSnif  möge  es  restitaieren:  ei  diuti  magister  et  fratree  doTHns  Tenipli  Jero- 
BolfmiUneneia ,  pront  eia  expreate  mandavinius.  dictnni  domum  talibua 
gubernandam  commiseriDt,  qni  Romanae  ecclesiae  ac  re|;aliB  excellentiae 
ideles  existant  et  de  qnibue  non  poasit  einietri  aliquid  suepicari.  Daa  ist 
dodi  der  deutlicbate  Hinweia,  dafi  die  frOhern  eben  verdächtig  gewesen 
*ar«i.  LeMy  de  la  Harohe  in  eeinem  Werke:  Lea  relatioas  politiquea  de 
la  France  avec  le  royaume  de  Hajorque  bat  diese  Bulle  Uberaeben.  Die 
Mle  jetzt  anch  Langlois,  Reg.  de  Nicolaus  IV.  Nr.  7533. 

')  Giheimlehre  und  OefaeimatatntoD  des  Tempi erordena  S.  19.  Aucb 
ip:  Entwickelang  usw.  weist  er  8.  80  Anm.  2  auf  die  angebliche  Bedeutung 
der  Bulle  bin. 


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60  Znr  Geschiebte  des  Tomplerordens  im  13.  Jahrbundert. 

geschoben  sein.  Wie  will  man  aus  einer  solchen,  von  der 
politischen  Klugheit  durchaus  gebotenen  Maiäregel  auf  eine  all- 
gemeine feindliche  Gesinnung  des  Königs  i>der  nun  gar  des 
Papstes  schlietäen? 

Das  Ergebnis  ist:  Es  liegt  kein  Beweis  einer  Animosität, 
einer  längeren  Feindschart  Philipps  in  seinen  Anfängen  gegen 
die  französischen  Templer  vor.  Ebensowenig  bann  ich  eine 
Wandlung  der  Gesinnung  Philipps,  ein  Zurückweichen  -vor  den 
Ansprüchen  des  Ordens  in  der  Folge  feststellen.  Pnilz  leitet 
diese  Auffassung  eines  Umschwunges  aus  den  Urkunden  der 
spätem  Jahre  her:  aus  zwei  Bestätigungen  früherer  Einsett>c- 
stätigungen  seines  Vaters  und  Gro£ivaters,  aus  einer  Bestätigung 
der  Neuerwerbungen  in  der  Brie  (129^),  worin  ganz  genau 
nach  oben  angedeuteter  Sitte  tue  Templer  sich  mit  dem  könig- 
lichen Finanaheamten  für  Zahlung  einer  bedeutenden  Summe 
auseinandergesetzt  haben,  eine  ähnliche  Konrirniation,  die  dem 
Templerthesaurar  zuliebe  geschehen  ist  —  wie  kann  man  dar- 
aus ein  Zurückweichen  vor  dem  Vordrängen  der  Templer  kon- 
stniiereni'! ')  Tatsächlich  bleibt  sich  die  Stellung  Philipps 
zum  Orden  während  der  ganzen  Zeit  bis  I3Ü5  gleich.  Er  nutzt 
den  Orden  wie  die  andern  in  seinem  Interesse  aus,  die  Templer 
vielleicht  noch  mehr,  da  sie  seine  Finanz  Verwaltung  leiteten, 
und  er  gewährte  ihnen  dafür  einzelne  Privilegien  als  Zeichen 
seines  kühlen  Wohlwollens. 

Unzweifelhait  wird  das  Verhältnis  etwas  wärmer  in  den 
Jahren  1303  und  1304,  in  den  Tagen  des  gewaltigen  Kampfes 
mit  Bonifaz  VIII.  und  des  größten  Tiefstandes  der  königlichen 
Kasse:  da  brauchte  der  König  die  Templer.  Vielleicht  hat 
Bonifaz  VIII.  auf  den  Beistand  der  Templer  im  bevorstehenden 
Streite  gehofft*);  er  lädt  den  Generalvisitator  1302")  zu  einer 
Besprechung    nach   Rom    ein;    Hugo   Peraudi    ist    dort    nicht 

')  PruU  81  aiebt  in  der  EntDahine  von  S200  Pfund  KreuzEogBgnlder 
Hl»  d«m  Psriaer  Temp«!  1297  eine  Genilligkeit  dea  Ordens.  Wie  solHc 
der  Orden  diis  denn  verbieten?  Die  Urkunde  ist  nur  eine  einfache  Be- 
ecfaeinigung. 

*)  Von  Geldsendungen  dea  Ordens  an  Bonifat  VIII.  in  dieser  Zeit  iat 
Öfter  in  Werken  Ober  den  Orden  die  Hede.  Ich  finde  in  den  Quellen  dir- 
aber  niobts. 

■)  Vgl.  Bd.  II  Nr.  6. 


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fhilipp  der  Scbane  and  die  Templ^T  his  130&.  6) 

nachweisbar,  wohl  aber  im  Herbst,  Iturz  vor  dem  rAniischen 
Konzil  und  dem  Erlaß  der  Bulle:  »Unarn  satictam",  sein 
gleichnamiger  Neffe  Hugo  >).  Hegte  der  Papst  solche  HofTnun- 
t!on,  so  hat  er  sich  getäuscht.  Auch  der  Oeneralvisitator  hat  sich 
in  der  gro^n  nationalen  Bew^ung  des  folgenden  Jahres  dem 
Kön^e  angeschlossen ,  den  Papst  fallen  lassen ') ;  Philipp  hat  ihm 
iiml  seinen  Häusern  mit  einem  feierlichen  Schutzbriefe  gedankt. 

Prutz*)  betont  besonders  dieses  Ereignis  der  Einigung 
des  Ordens,  .der  fflr  den  berufensten  und  bewährtesten  Vor- 
kämpfer der  Kurie  galt",  mit  dem  Feinde  des  Papsttums: 
.Daraus  wird  sicher  eine  tiefe  Entfremdung  des  Ordens  von 
dem  Papsttum  gefolgert  werden  mössen."  Nicht  vom  Papst- 
tum, sondern  nur  von  Bonifaz  VIII. !  Das  Ereignis  ist  filr  sich 
ohne  symptomatische  Bedeutung;  im  ti^enteil  wOrde  es  auf- 
gefallen sein,  wenn  unter  den  800  mehr  oder  minder  erzwun- 
genen Anhängern  des  KAnigs,  zu  denen  alle  Orden  zählten, 
seihst  die  Dominikaner,  nicht  auch  der  Vertreter  des  Teinpler- 
ordeas  erschienen  wäre,  waren  doch  auch  die  Hospitalitor 
vertreten!  Auch  Jakob  von  Molay  würde  sich  gefügt  haben, 
wenn  er  in  Frankreich  gewesen  wäre. 

Welchem  Grunde  der  große  Freibrief  für  die  Templer  vom 
Jahre  1304  seinen  Ursprung  verdankt,  wenn  nicht  der  Geldnot 
des  Königs,  ist  schwer  zu  sagen*);  besonders  wird  die  Intimität 
lies  Königs  mit  dem  General vtsitator  hervorgehoben.  Anscliei- 
nend  stand  nun  dem  Orden  eine  Zeit  reichster  Entwickelung 
auf  französischem  Boden  bevor.  Es  war  aber  in  Wirklichkeit 
<lie  letzte  Gunstbezeugung  des  Königs  für  die  Templer:  kaum 
ein  Jahr  später  war  er  ihr  furchtbarster  Feind  geworden. 


')  Der  sp&tAr  xa  den  weoigen  IwkHunteD  Ordensflflclithiigen  gebOrta: 
llagu  von  CliklaiM. 

*)  Vgl.  Dapujr,  Bist,  da  difKrend  osw.  preuvee  p.  112. 

')  8.  M.  Das  Ganze  maß  al«  ein  Gewalt-  und  Notakt  betraclitet 
Verden,  über  den  die  beteiligten  Parteien,  Hapattum  nnd  Königtam,  später 
im  liebalen  binwegaahen.  Darum  bedeutet  aocli  die  PrivilegieDbeatStigung 
Ibnedlkts  %l.  für  die  von  Prutz  S.  84  berflhrte  Frage  Ober  eine  eventuelle 
zvieqt&llige  Anffaasung  im  Orden  in  dieser  Frage  venig.  Auch  den  Pariaer 
Domiaikanern  iat  vom  Papate  nichts  geachehen. 

*i  Pmti  8.  307.  .Hugo  de  Pareio*,  viaitator  Templi  in  Francia  ala 
Reieptar  anrb  erwBhnt  130ä  Jnli  10  in  Bandouin  I.  «.  p.  163. 


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J 


62  2ur  Geschieht«  des  Tempi erordena  im  13.  JAbrhondert. 

6.  Die  innere  und  äußere  Entwlckelung  des  Ordens 
und  seine  Beurteilung  in  der  letzten  Zeit. 

Um  den  Wert  oder  die  Schwächen  eines  groüen  klösler- 
lichen  Gemeinwesens  in  einer  bestimmten  Zeit  zu  pmren,  habei 
wir  eine  Anzahl  Hülfsraittel,  die  uns  die  Ordensregeln,  die 
Beschösse  der  Kapitel,  die  allgemeinen  Reformversuclie,  die 
Zeitberichte,  das  Urktmdenmaterial  bieten.  Der  Templerorden 
weist  letzteres  Material  nur  dürtlig  auf;  Urkunden,  die  uns 
einen  Einblick  in  seine  Denk-  und  Handlungsweise  bieten,  ab- 
gesehen von  den  Prozeljakten,  fehlen  fast  gänzlich:  es  feilen 
vor  allem  auch  Skandalberichte.  Die  erzählenden  Quellen  be- 
rühren seine  Talen,  dringen  aber  nicht  in  das  sorgfältig  ver- 
hnllte  Wesen  des  Ordens.  Pronunziamentos  aus  Ordenskreisen 
selbst  gibt  es  natürlich  kaum;  die  paar  im  engeren  Sinne 
literai'iscben  Erzeugnisse  berühren  den  templerischen  Interessen- 
kreis im  Orient  und  haben  hier  auch  einen  geschärften  Blick 
lur  die  Schwächen  der  kirchlichen  und  päpstlichen  Politik '). 

So  bleibt  die  Begel  übrig  und  die  damit  zusammenhän- 
genden späteren  Ordensbestinimungen.  Auf  die  Art,  wie  die 
letztern  entstanden,  habe  ich  schon  kurz  hingewiesen  *).  Sic 
Ißliren  uns  als  Beschlüsse  der  Generalkapilel  des  Ordens  bis 
hart  an  die  letzte  Zeit"),  jedenfalls  in  die  Amtsperiode  des 
drittletzten  Grolämeisters,  in  einer  Zeit,  in  der  nach  einer  Reihe 
von  ProzeOaiissagen  das  Verderbnis  im  Orden  schon  minde- 
stens 10,  ja  20  und  mehr  Jahre  gedauert  haben  muü,  da  die 
Aussagenden    schon   so   lange  dem   Orden  angehören.     Aber 

')  Der  Templer,  der  im  Orient  die  Quatea  des  Chiprois  srlirieb,  lie- 
sclinldigt  in  einer  liittern  Si:tirn  alle  PricBler  der  Simonie  p.  270.  Vgl. 
ähnliche  Ideen  in  dem  Werk  eines  Andern  Templers  bei  Fiinriel,  Hist.  de 
la  pu^aie  provsD^flle  II,  138. 

•)  S,  oben  S.   U,  35. 

')  Besonders  auch  das  BrnclistUck  der  IIS.  in  ItBrceloiia.  Die 
VarJUDten  daraus  liat  üelaville  le  Roulx  in  dem  Anonaire-Bulletin  do  In 
SuniHi  de  rbist.  de  France,  1889,  187  f.  veröffentlicht  und  K.  Kßmer  ik 
Vnrianten  der  Uarcelonacr  Handachrirt  der  Templerregel,  l'rniiramm  Neun- 
kirclien  1904  eine  überaetEung  mit  Anmerkungen  geliefert.  Der  Text  der 
Handachrirt  nia6  nach  Kümer  im  Orient  entotanden  aein;  das  Exemplar 
von  Barcelona  kann  darum  doch  apaniachen  Ursprungs  sein. 


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Innere  nnd  ilnfiere   Flntwirk^lnn);  drn  Ordens  unH  spine  Bpurt«iliing.     63 

«lürfea  wir  diesen  Komplex  von  Bestimmungen  überhaupt  zur 
Beurteilung  des  Ordens  verwerten?  Pnitz  verneint  es'):  er 
tritt  für  eine  fast  völlige  Unbekanntschatt  der  Templer  mit 
ihrer  Regel  und  ihren  Statuten  ein.  Die  Regel  habe  eben 
aufgehörl,  die  Norm  zu  sein  Tür  die  ins  Tlngemessene  gewach- 
sene Genossenschaft.  Schon  Gmelin  hat  dagegen  protestiert, 
dann  aber  wieder  eine  starke  Unkenntnis  der  Gemeinschaft 
mit  den  Statuten  zugegeben:  dafür  fehlen  aber  die  Beweise. 
Niitürlich  nehme  ich  keine  I^ektQro,  kein  Auswendiglernen  der 
Statuten  im  allgemeinen  durch  jeden  Templer  an:  das  war 
auch  in  andern  Orden  nicht  der  Fall.  Unzweifelhaft  ist  aber 
jeder  Bruder  einmal  oder  öRer  mit  dem  Kerne  bekannt  ge- 
worden, wie  sollte  er  sonst  mit  dem  Sti-afwesen  l>ekannt  sein? 
Und  daß  dieses  der  Fall  wqr,  wird  doch  jeder  Leser  der  Pro- 
zePatten  zi^eben:  der  Bruder  mutite  doch  wissen,  wann  und 
wk  er  sich  verrebile*).  Der  aragoncsische  Templer  Raimund 
ta  Guardia  berufl  sich  in   seinem  ersten  Schreiben  an  König 

')  Vgl.  Entwickelnog  usw.  13;  Deutaclie  Ztschr.  f.  fiaachwiss.  1894 
S.  261;  GmelJD,  Schuld  oder  Unaclmld  des  Teinplerordens  S.  117;  daEn 
106  nnd  118. 

'i  Mir  arhcint,  dnfi  Ober  die  weite  Vfrbreitong  äer  Heknnntjtchiift 
mit  der  Regel  im  Orden  Icein  ZweifGl  hernichon  knnn.  Wenn  ein  Bruder 
Mgt,  diese  Kegel  sei  von  derselben  Art  in  allen  Lündern  der  Welt,  so 
MUt  doa  dorh  eine  bedeutende  Kenntnis  nnf  dieHem  liebiete  vurniis.  Mun 
Imt  im  Orden  doch  darSber  geBproi-hen.  Freilich  war  die  Regelkenntnin 
nicht  immer  eine  klare.  Kin  interemaDter  Fall,  der  zugleich  eine  vor- 
nflnnige  KMuiatik  bekundel ,  oteht  in  der  Hnndsclirift  von  ItAruelcina : 
Eis  Bnider  kla^  sich  im  Kapitel  eines  Vergehens  an.  Der  Meister 
fragt,  ob  er  wisse,  daß  das,  weshalb  er  nm  Verzeihung  bitte,  verboten  sei; 
FT  erklilrt  bentimmt:  .Is.  Nan  stellt  der  Meister  die  Frage  and  heißt  ihn 
hinansgehen.  Das  hatle  er  getan,  wie  er  sagt,  weil  der  Bruder  sieh  so 
■DSge«|irochen.  Denn  das,  was  er  getan,  sei  gar  nicht  verliolen.  Trotzdem 
vnrde  er  besiraft,  und  so  sollt«  stets  verfahren  werden.  Kttmer.  Die 
Virisnlen  8.  26.  Die  BrDder.  welche  bei  deu  lablreicben  Kapiteln  ver- 
erhiedenster  Art  die  Entscheidung  füllen,  müssen  doch  die  Kegel  genau 
ei-kannt  haben.  In  einem  Falle  (Kiirner,  Die  Varianten  S.  22)  heißt  es  bei 
dem  Votum  aosdrBcklicb ;  ,Weil  es  in  nnserm  Orden  heiEt.'  Man  kann 
doch  nicht  anuehnien,  daB  ein  Buch  stets  zur  Hand  gewesen  ei>i.  Die 
gentoe  Kenntnis  des  Servienlen  Ponzardus  de  (iisy  (Michelct  I,  86  ss.)  ist 
Dm  au  merkwürdiger,  da  er  die  Regel  doch  im  (iefüngnisso  nicht  bei  sich 
trog.  Vgl  sonst  noch  1,  3)48,  421,  4M4  usw.  fJohottnialler  II,  163  usw. 
M«Mrd.  Hist.  .  .  .  de  la  Ville  de  Nismes  (1701),  preuven  p.  212. 


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Ö4  7mt  Geschichte  des  Templerordens  im  13.  Jshrhanilert. 

Jayme  IT.  auf  die  Templerregel  •)  als  etwas  Selbstverstfindliches ; 
dann  auf  die  andern  »ordonainentz  et  establimens' ,  die  so 
vortrefflich  und  wohl  geordnet  sind  wie  in  keinem  andem 
Orden.  Nicht  bloß  die  Ordenskleriker  debattieren  über  ein- 
zelne Punkte,  über  das  Obereinstimmen  und  Widersprechen 
mit  dem  großen  Ordensprivileg  »Omne  datum  opiimiim*,  auch 
der  Laie  erörtert  sie.  Bekunden  denn  nicht  die  merkwärdigen, 
viel-  besprochenen  Vorwürfe  des  Badulf  de  Gisy  eine  genaue 
Kenntnis  der  Regel?  Ja,  man  könnte  von  einer  Partei  unbe- 
quemer Regelkenner  im .  Orden  sprechen.  Der  Ordensritter 
Geraldus  de  Causso  erzählt,  nachdem  er  durch  eine  Reihe 
Einzelfälle  seine  genaue  Bekanntschaft  mit  den  Ordensstatuten 
bekundet,  daß  die  letzten  Großmeister  bis  auf  Thomas  Berardi 
herauf,  also  bis  in  die  Mitte  des  13.  Jahrhunderts,  den  Besitz 
der  Regel  und  ihrer  verschiedenen  Anhänge  ohne  ihre  oder 
der  Groüpräzeptoren  Erlaubnis  nicht  duldeten.  Ja,  Jakob  de 
Molay  soll  sich  derartige  Bücher  haben  bringen,  einige  ver- 
brennen und  andere  den  alten  Ordensmitgliedern  aushändigen 
lassen.  Auch  Geraldus  hat  dem  Großmeister  eine  Schrift  des 
h.  Bernhard  gegeben  —  wahrsclicinlich  das  ,Lob  der  neuen 
Ritterschaft  Christi"  —  und  sie  zurückerhalten.  Es  gab  diesen 
Maßregeln  gegenüber  zwei  Parteien:  die  Jüngern,  die  angeblich 
allerlei  Verdacht  hegten,  warum  das  geschehe,  und  die  Alten, 
die  behaupteten,  seitdem  das  Literalentum  im  Orden  groß  ge- 
worden, ginge  OS  ihm  nicht  gut  mehr.  Warum  die  Autoritäten 
diese  Verbreitung  der  Statuten  niclit  gern  sahen,  ist  l>ei  Be- 
rücksichtigung des  militärischen  Charakters  des  Ordens  leicht 
be^eiflich.  In  dem  Sinne,  daß  jeder  Servient  genau  wußte, 
wie  schwer  ihn  der  Obere  bestrafen  durfte,  welche  Ausnahmen 
zu  erwägen  seien,  überhaupt  daß  durch  die  Kenntnis  die  Kritik 
geweckt  werden  konnte,  mußte  vom  Standpunkte  der  Disziplin 
aus  den  Voi^esetzten  eine  solche  genaue  Kenntnis  unbehaglicli 
sein.  Jedenfalls  geht  daraus  hervor,  daß  gerade  in  den  letzten 
Zeiten  die  Statuten  und  Regeln  im  Orden  bekannt  gewesen 
sein  müssen;  darauf  weist  auch  die  Talsache  bin,  daß  im 
Prozeß  von  EIna  der  erste  Templerzeuge  gleich  ein  Exemplar 

<)  Vgl.  Bnnd  II  a.  80. 


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Inn««  udH  Sufiere  Entwickelnng  des  Ordens  und  seine  UeurteÜung     65 

des  Slatutenbuches  aus  Mas  Deu  durch  einen  jungen  Menschen 
liolfn  lä&t  und  die  folgenden  sich  darauf  berufen  '). 

Darnarh  ist  die  Behauptung  unrichtig,  dali  die  Statuten, 
die  wir  kennen,  nicht  wenigstens;  die  ideale  Grundlage  des 
Icniplerischen  Lebens  gebildet  haben.  DaU  die  Regel  praktisch 
nicht  mehr  die  Norm  fßr  die  Aufnahme,  die  religiösen  An- 
schauungen,  den  Verkehr  gebildet  habe,  mil&te  eben  bewiesen 
werden,  und  dafür  liegt  nichts  anderes  vor  als  die  erzwungenen 
ProzeBaiissagen. 

Die  R^el  selbst  bietet  vom  Standpunkte  des  Mönrhs- 
iileals  aus  nur  das  Charakteristische,  daü  der  militärisclie 
Clharakter  zum  Ausdruck  kommt.  Wie  einerseits  dadurcli  dem 
modernen  Empfinden  näher  liegende  Züge  hineinkommen  -),  so 
laut  sich  ja  auch  ein  gewisser  Zwiespalt  zwi.'iehen  dem  Mönchs- 
und dem  militärischen  Ideal  nicht  leugnen.  Ist  ja  das  ganze 
GcbSudc,  wie  Schnürer  überzeugend  angeführt  hat,  jiicht  ein- 
lieitlich.  Und  der  Regel  sind  dann  unterschiedliche  Slatnten- 
griippen  angefügt.  Schnürer  hat  auch  dai^etan,  wie  man- 
ehes,  was  wir  als  Absonderlichkeit  fühlen  oder  als  ÄuGeilich- 
keiten  belächeln  würden,  in  der  Art  des  Ordens,  in  seinom 
Wirkungskreise  seine  Begründung  ßndet.  Unserer  Anffassnng 
Tom  mittelalterlichen  Mönchsideal  entspricht  es  wohl  nicht, 
daQ  alle  selbst  nur  durch  Nachlässigkeit  verschuldete  Schädi- 
Kiingen  des  Ordens  härter  besiraft  und  schlimmer  gewerlet 
wurden,  als  so  manche  Handlungsweise,  dte  von  Hoheit  der 
Besinnung,  von  unhezähmlem  Rachedurste  zeugt;  es  wnrdo 
liier  dem  kriegerischen  Empfinden  ein  Opfer  gebracht ").     Die 

')  Michelet  II,  4S4:  Quem  inqonm  libnim  idem  Trater  UiirtbolomacLis 
(-ipelUnu  fecit  de  dicta  domo  Hnnsi  Dei  per  quendaiii  iuvcni>iii  aportiiri. 
AdcIi  die  folfcenden  Zengen  kennen  es,  wie  aus  dem  Rat?.«:  ,Qiiiilis  rtiam 
srriptiiB  est  in  libro  runtinente  atatata  et  regulam  ordinis  dirti  Tempil* 
hervorgeht.  Dnß  das  nicht  Äußerung;  des  Protokollnnten.  sondern  des  !^iigi>n 
ist,  geht  aas  dem  Sfter  biningeflIgteD  ,at  credit'  hervor. 

*)  So  eine  beaonders  BerOcksichtigang  der  GesDndheilsvorhallninse. 
So  die  Nichtverpflirhtnng,  lur  Hatutin  xn  erscheinen.    Sthnövcr  S   98, 

')  So  das  Anspettschen  für  den,  der  einen  Schaden  von  mehr  nlsvier 
Denaron  bewirkt.  KSrner,  Die  Varianten  S.  27  f.  Ohara kteriatisrh  ancli  in 
der  lieechicht«  von  dem  Tnetichlaseen  der  Burg  Oaston,  daß  die  durchaus  ver- 
nOnflig,  aber  nicbt  nach  dorn  Wortlaut  der  Regel  handelnden  BrOder  bestraft 
Verden,  weil  nie  nicht  alles  unbrauchbar  gemacht  haben.  Daselbst  S.  22, 
Finka.  PstotlDin  nnH  UnterE-nK  A^t  T8N,|.Urur<<eiii>.    I.  5 


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66  Zur  <Jc9rl3icht*>  Jes  Teinplerordetia  im  13.  -Iuhrhunilert 

dem  Orden  vorgeworTene  Habsucht  findet  in  solchen  Stellen 
eine  gewisse  Beglaubigung.  Da^  das  manche  Brnder  empfun- 
den haben,  geht  aus  den  Zeugenaussagen  hen'or,  wenn  auch 
die  Behauptung,  der  Orden  bereichere  sich  auf  jegliche  Weise, 
mit  Recht  oder  Unrecht,  öbertrieben  sein  mag').  Von  diesem 
zu  energischen  Besitzschutz  ist  nur  ein  kleiner  Weg  zu  Zank 
und  Streit,  zu  Kränkung  des  Nebenmenschen  und  zur  Erzeu- 
gung von  Unpopularität.  Zumal  damit  öfter  ein  hochmütiger 
Zug  verbunden  wai':  der  Vorwurf  des  Stolzes  und  des  Hoch- 
mutes begleitet  den  Orden  sciion  von  den  Tagen  Richard 
Löwenherz'  her,  er  erscheint  sogar  im  Sprichwort  und  findet 
eine  gewisse  Berechtigung  in  einzelnen  Ordensbestimmungen, 
so  in  der  ao^erordentlich  scharfen  gesellschaftlichen  Scheidung 
der  Orden^lieder,  sogar  in  Gewandung  und  bei  Tisch.  Ein 
niedriger  Gebomer  kann  niemals  sich  zu  den  Würden  des 
Ordens  emporarbeiten ').  Freilich  diese  Kluft  ist  im  Ordens- 
wesen des  Mittelalters  nicht  so  ganz  selten,  wie  erst  in  neuerer 
Zeit  beobachtet  worden;  jedenfalls  hatte  sie  hier  mehr  Berech- 
tigung wie  in  Benediktinerkiöstern,  wo  sich  die  Söhne  des 
Dynastenstandes  ihre  geistlichen  Vikare  zur  Verrichtung  der 
kirchlichen  Funktionen  hielten'').  Auch  die  eiserne  Zucht,  von 
manchen  allerdings  widerwillig  empfunden,  die  leicht  mit 
hartem  Kerker  drohte,  ist  sonst  dem  Mönchsorden  fremd. 
Wie  tief  das  Gefühl  des  sklavischen  Gehorsams  eingeprägt  war, 
ergibt  sich  aus  der  drastischen  Autierung  zweier  Templrr; 
Wenn    ihre    Obern    ihnen    Unzucht    mit  Weibern    anbefohlen 

')  Es  gfnngt,  ftuf  den  Artikel  des  Punznrdus  de  Gisj  hinEnweisi-n : 
Itoin  rnmunemeiit  eatoient  Inirnn  gent  qui  uiitro  gent  avojcnt  mia  h  murt. 
se  il  avaient  un  pou  dnrgcnt,  all  eatoient  freres.     Michelet  I,  86. 

-)  Eine  stnrlie  Hekuudung  der  Klassenunterschiede  findet  aioli  in  der 
Fonoulicrung  dpa  bekannten  Falles  dar  DegrsdieLung  einea  Ürdensbrudera, 
der  sidi  als  ritterbUrtig  bezeiclinet,  ohne  es  zu  sein,  in  den  Varianten  bei 
Kümer  ä,  18.  Dns  Generalkspitel  bestimmte,  wenn  er  bleiben  wolle,  solle 
er  dienender  Gmder  vrerden.  Da  bittet  er  um  Gottea  willen  ihm  doch  zn 
geatntten,  du&  er  sich  zum  Priester  ordinieren  lasse.  Das  wird  ihm  zoge- 
billigt,  und  so  wird  er  „Bruder  Kaplau'. 

')  Vgl.  besondera  A.  I^rlmlte,  ('her  freiherrlir.he  KlOater  in  der  Prei- 
hurger  üpiveraitittareatschrirt  1!^96,  Dann  meinen  Artikel  dazu  in  R9m 
Quartalsehr.  1897  S.  Hl. 


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IniMre  nnd  HnEere  Entwicbelong  des  Ordens  und  aeino  Beurteilung.    67 

hatten,  so  würden  sie  gehorcht  haben ;  nur  zur  Sodomie  hfitten 
sie  den  Gehorsam  versag! 

SchnQrer  bem^kt  einmal '),  daß  wir  nicht  wQ&te»,  wie 
der  Veriasser  der  ursprünglichen  Regel,  der  h.  Bernhard,  Aber 
die  an  soner  Redaktion  voi^enommenen  Änderungen  gedacht 
hat.  Jedenfalls  würde  er  manche  Ordensgebrfiuche,  wie  sie 
zu  Ende  des  13.  Jahrhunderts  feststehen,  nicht  gebilligt 
haben:  so  die  tatsöchliche  Verschärfung*)  des  Verbotes,  aus 
dem  Orden  aus-  und  einem  andern  beizutreten,  die  zu  durchaus 
untnftnchischen  Verfolgungen  führte,  so  die  Geheimhaltung  der 
Art  der  Aufnahme  und  der  Kapitel;  nicht  nur  dem  Fremden 
gpgenöber,  sogar  dem  eigenen,  nichtanwesenden  Ordensgenossen 
durfte  der  Aufgenommene  oder  Kapitelsteilnehmer  kein  Wort 
verlauten  lassen.  Gewiä  war  Geheimhaltung  in  einem  mili- 
tärischen Orden  durchaus  am  Platz;  hier  aber  handelt  es  sich 
lim  schädliche  und  geAbrIiche  Übertreibungen.  Das  Aufnahme- 
geheimnis hat  die  neugierige  Menschheit  in  den  letzten  Zeiten 
des  Teinplerordens  ungeheuer  geplagt;  das  geht  aus  Zeugnissen 
der  verschiedensten  Länder  hervor,  die  einer  gewissen  Komik 
zum  Teil  nicht  entbehren.  So  das  Horchen  an  den  Türen, 
das  Besteigen  des  Daches;  und  man  kann  sich  den  Ai^er  und 
Verdacht  denken,  wenn  ein  vorwitziger  junger  Bettelmöncli 
nicht  zu  seinem  Ziele  gelangte  ").  Die  Bezeichnung  .Dummheit", 
die  der  englische  Templer  Himbert  Blank  diesem  geheimni^ 
vollen  Vorgehen  gegeben,  patil  zwar  nicht  auf  die  Heimlicli- 
lialtung  der  Aufnahme  an  sich,  wohl  aber  auf  die  bi^IciLendcn 
Ohertreibungen  *). 

Aus  militärischen  Gründen  rührt  auch  wohl  die  Aitf- 
nnlimeerleichterung  zunächst  her.  Leider  treten  uns  aucii  hier, 
wie  bei  der  Art  der  Aufnahme,  erst  die  ausgeprägtesten  Züge 
der  letzten  Templerzeit   entgegen    nnd    wissen   wir  nicht,    wie 

')  SebnDrer  S.  126. 

*)  Wenigstem  dnrfen  wir  die  VerfolguDg  der  Ausgetretenen  einer 
spUern  Zeit  luscfareiben.  Aber  ecbon  in  den  TttKen  <le<<  li.  KernliRid  muß 
<Ub  Anatreten  mit  allerlei  Unannehmlicbkeiten  verknDpft  gewesen  sein. 
Vgl.  Oper*  11890]  I  p.  260. 

■l  Vgl.  Band  II  Nr.  157. 

*]  Vgl  allerlei  Motive  hei  Kßrner  S.  156. 


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6R  Zur  Geschiclite  des  Tempi erorilens  im   13.  .P«lit4iiindert. 

die  Entwicklung  im  einzelnen  gewesen,  wann  die  sofortige 
Aufnahme  bei  der  Meldung  In  Gebrauch  gekommen  ist.  R^el 
wie  Statuten  haben  hier  wenig  Klares.  Was  über  die  Probe- 
zeit erwähnt  wird,  ist  ziemlich  unbestimmt.  Jedenfalls  ist  sie 
zu  Anfang  des  Ordens  in  Gebrauch,  zu  Ende  verschwunden. 
Es  wiirde  ja  auch  schwierig  gewesen  sein,  die  mititSnschen 
Geheimnisse  vor  einem  solchen  Novizen  zu  verheimlichen.  Und 
was  würde  geschehen  sein,  wenn  man  ihn  nach  eiiier  halli- 
jährigen  Probezeit  uls  untauglich  entlassen  hätte?  Mit  allerlei 
Kenntnissen  über  den  Orden  wöre  der  Novize,  meist  wohl  als 
Gegner  des  Ordens,  in  die  Welt  zurückgetreten.  So  ist  die 
sofortige  Aufnahme  erklärlich,  aber  nicht  entschuldbar.  Mochte 
auch  durch  die  scharfe  Betonung  der  Schwere  des  Ordens- 
gelübdes, dati  der  Aufzunehmende  von  jetzt  an  seine- Freiheit 
verliere  und  ein  Sklave  werde,  eine  letzte  Prüfung  ermöglicht 
sein;  meistens  war  es  doch  zu  spät,  und  so  konnten  unwürdige 
Elemente,  die  tags  zuvor  sich  noch  in  der  Welt  umhen^ 
trieben,  am  folgenden  Morgen  als  an  den  Templerorden  Ge- 
kettete erwachen.  Darum  die  blassen  und  verslfirten  Gesichter, 
die  Freudlosigkeit  der  Neuaufgenommenen,  die  in  den  Prozeß- 
akten öfter  verzeichnet  sieht  und  die  ich  für  Tatsachen  halten 
mochte.  Noch  schlimmer  war,  da&  gerade  das,  was  die  Sta- 
.  tuten  so  scharf  verpönten,  die  simonistische  Aufnahme  un- 
zweifelhaft, wenn  vielleicht  auch  nicht  juristisch  scharf  nach- 
weisbar, doch  in  der  Praxis  öfter  vorgekommen  ist')-  fie 
Sache  blieb  eben  geheim  zwischen  den  Kontrahenten:  die 
Simonie  verböte  der  Regel  und  Statuten  haben  sicherlich  zu- 
nächst die  Höh ergest etilen  im  Auge,  die  politische  Macht  und 
Weltansehen  damit  erzielen  wollten;  an  die  kleinen  armseligen 
Anschlulisucher,  für  die  die  Aufnahme  eine  Lebensfrage  war. 
hat  man  wohl  nicht  gedacht.  Die  Folgen  waren  in  den  unteni 
Kreisen  darum  nicht  minder  unangenehm  ^). 

'j  Vgl.  PrutE,  Entwicklung  8. 97  einige  mrhr  oder  minder  echvrers  Pallp. 

*)  Nicht  leirht  iat  die  Frage  zu  ISsen.  was  die  Templer  aclhst  tils 
Simonie,  die  doch  so  Bcharf  bei  ihnen  verpönt  wiir,  Angesehen  hoben.  Wie 
könnte  sonst  in  den  Statuten  einfach  »h  Tatsache,  ohne  eine  Xofiernnp 
den  Tndelfi,  veraHdmet  stehen:  Die  Künigin  hatte  f»r  ihn  (einen  hestnifl'>n 
Ilruderj  bei  Daniietle  bezahlt,  daß  man  ihn  nufnilhnie.  Körner,  Di«>  Va- 
rianten R.  20. 


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hiNre  und  iußere  EnlwickeluDg  des  Ordens  und  seine  Beurteilnng.     69 

Das  Einschränken  der  ßeichUreiheit  auf  die  eigenen 
Ordensgeistlichen  ist  unzweifelhaft  erst  im  1 3.  Jahrhundert 
nach  dem  Laterankonzif  von  1215  und  seinen  klaren  Bestim- 
mungen vom  parrochus  proprius  eingefährt.  Auch  hier  hat 
die  NeiguDg  des  Ordens,  sich  möglichst  abzuschließen,  gesiegt; 
nur  im  Notfälle,  wenn  kein  eigener  Ordensgeistlicher  zu  haben 
war,  sollten  die  Brüder  auch  andern,  vor  allem  Minoriten  und 
Domimkanern,  beichten  dürfen.  Da&  solches  tatsilehlich  recht 
ofl  eintrat,  bei  den  weitverzweigten  Besitzungen  des  Ordens 
vielleicht  die  Mehrheit  der  Fälle  ausmachte,  ist  wohl  anzu- 
nehmen. Durfte  der  Orden  von  sich  aus  ein  so  tief  einschnei- 
dendes Uebol  erlassen?  Volle  Klarheit  erhält  man  darüber 
nicht ').  Jedenfalls  hal>cn  andere  religiöse  Genossenschaften 
derartige  Einschränkungen  bis  auf  den  heutigen  Tag. 

So  gab  es  im  Templerorden  zu  Ende  des  13.  Jahrhun- 
derts lur  die  Allgemeinheit  allerlei  Bedenkliches  und  Ver- 
besserungsbedürftiges*). Ob  diese  Dinge  nicht  auf  den  General- 
kapitefn,  die  Jakob  von  Molay  in  T.ypern,  Montpellier,  Paris 
usw.  nach  weislich  abgehalten  hat,  zur  Sprache  gekommen 
sind-'  Es  spricht  einiges  daüAr,  einiges  dagegen;  dafür  seine 
wiederholt  geäußerte  Reformneigung,  dagegen,  was  darüber 
bebannt  worden,  denn  das  lietriffi  Kleinigkeiten  und  Auüerlich- 
keilen.  Als  einmal  von  ernstlichen  Reformen  die  Rede  ist, 
verspricht  der  französische  Generalvisitator  dafür  einzutreten, 
wenn  nötig  auch  gegem  Molay  ^).  Aber  vielleicht  mQssen  wir 
auch  den  Satz  hinstellen,  daß  die  Reform  nach  allem  nicht  so 
schwierig  war,  denn  der  Orden  zeigt  keine  schlimmeren  Er- 
scheinungen als  andere  in  jenen  Tagen;   es  sei  denn,  daß  der 

')  Fflr  die  Osterbeiehte  wat  die  Sache  klar.  Denn  da  der  Orden  nur 
dem  Papata  onteratand.  eo  war  der  Ordenskleriker  der  pairocbua  proprius. 

*)  Etwas  AuffSIliKSS  ist  die  Entwickelnng  der  Ordenskaeuistik  in  den 
iJUtoten.  Sie  Eeigt  viel  Uoerfrenlictiea.  Haachmal  tritt  aber  auch  ein 
recht  geeonder  Sinn  hervor.  So  in  dem  Fall  des  Bruder  Trunkenbold. 
Wenn  er  trotz  vieler  Mabnnngeii  sich  nicht  besaert,  dann  stellt  ihm  der 
Heiater  die  Alternative:  Entweder  Üttertritt  zu  einem  andern  Orden  oder 
bleiben  und  nie  einen  lupfen  trinken!  Zieht  er  letzteres  vor,  dann  erhilt 
er  nur  mit  besonderer  Erlaubnis  des  Meislers  einen  Tropfen  Wein.  KOmer, 
Dia  Yarianten  B.  6. 

')  Tgl.  Hichelet  I,  Ö08;  11,  138  usw. 


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J 


70  Zur  Oeschicht«  des  Teinpkrordens  int  13.  Jahrbund(^^t. 

Orden  sein  Hauptziel,  den  Schutz  des  h.  Landes,  stark  aus 
dem  Auge  verlor,  es  überliaupt  beiseite  lieü. 

Das  trat  aber  uiizweifelhafl  in  gewissem  Sinne  seil  1291 
ein;  vorbereitet  war  es  schon  langer.  Es  ist  ein  aulTälliges 
Malinschreiben,  das  schon  Nikolaus  III.  1378  an  die  drei  im 
h.  Lande  heimischen  Ritterorden  erlälät:  Der  Papst  muß  sie 
daran  erinnern,  daß  sie  vor  allem  die  Sorge  ums  h.  Land 
traget!  und  dasselbe  aus  den  besudelten  Hflnden  der  Söhne 
der  Finsternis  befreien.  Das  dürften  sie  sich  keineswegs  ver- 
hehleh!  Und  damit  sie  nicht  der  Lässigkeit  geziehen  würden, 
mahnt  Nikolaus  sie  dringend,  zur  Verteidigung  Palästinas  die 
genügende  Zahl  von  Gottesstreitern  bereit  zu  halten  ')■  Wenn 
auch  von  anderer  Seite  Hülfe  komme,  so  dürfe  doch  ihr  Eifer 
nicht  erlahmen.  Allerdings  ist  das  Schreiben  an  die  drei 
Orden  gemeinsam  gerichtet,  aber  die  Templer  trifll  es  doch  in 
ihrem  Hauptziel;  und  es  klingt  nicht  wie  bloße  Formel,  wenn 
der  Papst  mit  der  Exkommunikation  droht,  wenn  er  aus  ihrem 
Handeln  auf  andere  Gesinnung  schließen  müsse.  In  den 
Heldenzeiten  des  Ordens  wäre  ein  solches  Schreiben  nicht 
möglich  gewesen! 

Der  Schwerpunkt  des  Ordens  richtete  sich  stark  nach 
Europa  und  hier  nach  Frankreich.  Oft  schon  ist  die  Frage 
aufgeworfen,  ob  die  Templer  nach  dem  Falle  AccoDs  nicht  an 
eine  Übersiedelung  des  Hauptkonventes  nach  Europa  gedacht 
haben;  man  schrieb  Jakob  de  Molay  für  das  Jahr  1307  solche 
Gedanken ,  freilich  irrtOmlich  zu.  Jetzt  ist  die  Frage  nicht 
mehr  so  gegenstandslos,    seit  wir  durch   Delaville   le  Roulx' 

')  J.  Qny,  Lei)  Regg.  de  Nicolas  III  Nr.  167.  Ne  igitur  vob,  qni 
eittis  ad  ipsiue  terre  deFensionein  apscialiter  deputall,  poasitis  ex  AliqQn  culpa 
notabili  repreliendi,  irniversitalem  veatram  monemna,  rognniDS  et  hortamiir 
.  .  . :  quatenus  nd  Deum  et  Terrani  eandem  religlunein  vestrarnm  atudia 
convertf  nt«8  pro  ipeius  Terre  ncceisaria  defensione  nc  coneerTatione  perutili 
convenienUin  bellatorum  numerum  contiDUO  teneatia  nee  In  boc  vestr*  t«- 
pescat  devotio,  ai  eidem  Terre  aliunde  luterdam  snbsidia  procurantar  .  .  . 
Scituri  pro  certo,  quod,  ai  contrarium,  quod  absit,  de  veatrie  actibus  seDti- 
remua,  coinpellereiniir  ...  ad  apiritualea  et  temporalea  penas  grariua  pro. 
vocnri.  Das  Schreiben  iat  aehr  merkwQrdig.  Was  Bind  das  fDr  ,aal»idiR*, 
die  .interdnm  procurantoT'  und  die  Lfiseigtcpit  der  Orden  verschulden? 
Das  kann  ducb  nicbt  die  damalige  Zihiitsamnitung  sein? 


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loMre  und  äu&.'re  Entwjckelung  lies  Ordens  und  seina  Beurleilung,     71 

Forschungen  wissen,  daß  der  JohannitergroBmeisler  Wilhelm 
(ie  Vitliers  ernstlich  sich  mit  einem  solchen  Gedanken  fOr  seinen 
Orden  getragen  hat.  Im  Jahre  1296  gewählt,  bleibt  er  drei 
Jahre  in  Europa  und  berull  dann  das  (jeneralkapitel  auf  I3U0 
nach  Marseitle  ein:  nur  dem  energischen  Widerstände  des 
Konvents  auf  Cypcm  ist  der  Verbleib  des  Ordens  und  damit 
die  Freihaltung  seiner  weltgeschichtlichen  Laufbahn  zu  ver- 
danken').  Die  Templer  haben  offen  die  Frage  nicht  ventiliert; 
ob  die  wiederholten  Abhaltungen  ihrer  Generaikapitel  auf 
rranzösiücbem  Boden  fQr  die  Zeit  Molays  besondere  Bedeutung 
hat,  w£^e  ich  nicht  üu  entscheiden,  da  wir  Ober  die  frnhcrii 
Kapilul  zu  wenig  wissen.  Wenn  bei  Matthäus  Paris  und  sonst 
von  rrnhcrn  Generalkapiteln  die  Rede  ist,  die  auf  rran^ösischem 
Boden  stattgefunden  haben,  so  sind  das  unzweifelhaft  Ver- 
sammlungen der  ,cismontani'  gewesen.  Jedenfalls  hören  wir 
bei  den  Templern  von  keinem  Proteste  wie  bei  den  Hospitalitern. 

Wenigstens  bekundete  diese  Tatsache,  daij  Frankreich 
mehr  für  den  Orden  als  Cypern  bedeutete:  zu  irgendwelcher 
orientalischen  Politik  ist  er  in  den  15  Jahren  seines  ruhigen 
cjprischen  Aufenthaltes,  abgesehen  von  den  unbedeutenden 
Ereignissen  der  Jahre  1300-1302,  nicht  gekommen.  Seine 
Krall  scheint,  wie  ich  schon  früher  betont  habe,  morkw&rdig 
versi^,  während  die  Hospitaliter  sich  durch  rflhrlge  Reor- 
ganisation zu  neuen  groüen  Taten  reisten. 

Bei  allen  Betrachtungen  der  letzten  Templerzeit  tritt 
Frankreich  stark  in  den  Vordergrund;  und  mit  Recht.  Denn 
hier  spielt  sich  das  große  Drama  ab,  von  dem  die  Trauerspiele 
der  andern  Länder  doch  nur  ein  dürftiger  Abklatsch  sind;  hier 
haben  wir  einigermaBen  sichern  Boden,  der  uns  sonst  mit 
Ausnahme  Aragoniens  vollständig  fehlt,  um  die  ungefähre  An- 
zahl der  Ordensglieder  und  ihr  Einkommen  anzugeben,  um  so 
ihre  soziale  Bedeutung  fDr  das  Reich  Philipps  des  Schönen 
neben  der  Stellung  des  Pariser  Tempels  als  Generalkasse  des 
Landes  festzustellen. 

Die  Angaben  nber  die  Zahl  der  französischen  Templer  zu 
Anfang  des    14.  Jahrhunderts  schwanken  stark.     Da   möchte 

')  Vgl.  DeUville  Ie  Ronlx,  Cartnlur«  III  Nr.  4461  uad  4468.  aowie 
sein  Bach:  Im  UoepiUIiera  en  Terre  Sainte  et  k  Chypre  1904  S.  253  ae. 


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72  Zur  Gesuhichte  ifes  Tempi orurdeua  im   13.  Jahrhundert. 

ich  auf  eine  merkwflrdige  DbereiiHtimiiiung  zweier  zeitge- 
nössischer Äugeningen  Iiinweisen.  Der  Bischof  von  Angers, 
Wilhelm  le  Maire,  sagt  in  seiner  während  des  Vienner  Konzils 
entstandenen  Refonnschrin,  daß  viele  Irrlönier  und  Häresien 
„plus  quam  per  duo  millia  lestium  reperiebantur  esse  probali' '). 
Nacli  Lea')  hätten  wir  hier  die  Gesamtzahl  der  in  den  ein- 
zelnen Ländern,  Frankreich,  England,  Spanien  usw.,  vorge- 
nommenen TeinpleiT erhöre.  Unmöglich  ist  das  nicht;  dann 
mOlitc  aber  der  Bischof  von  Angers  genau  Ober  die  aiitier- 
franifösischen  Verhöre  durch  die  Konzitsaus^ülge  informiert  sein, 
was  mir  nicht  besonders  glaubwnrdig  erscheint.  Mag  die 
Ziffer  nun  die  Gesamt-  oder  nur  die  französischen  Vorhöre 
umfassen,  jedenfalls  stimmt  sie  nierkwOrdig  mit  einer  Erklärung 
Kleraens'  V.  aberein. 

Als  im  Februar  1308  ein  GroBkämmerer,  der  Templer 
Oliverius  de  Penna  *),  von  der  Kurie  floh,  sagte  der  Papst  in 
seiner  Aufregung  im  Konsistorium:  Quod  ipse  petebal,  quod 
omiies  Teniplarii  adducerentur  ad  capcioneni  ipsius;  et  quod 
rex  Francie  et  alii  principes  mundi  possent  dicere  et  allegare, 
quod,  si  unum  non  poteral  custodire,  qualiter  custodiret  duo 
niilia.  Was  heißt  „omnes  Templarii'?*)  Doch  wohl  nur  die 
"ranzösist'hen ;  nur  sie  hat  Klemens  for  sich  gefordert,  nicht 
die  portugiesischen,  italienischen  usw.  Zudem  dorfle  in  dieser 
Zeit  der  Papst  noch  kaum  Ober  die  Gesamtzahl  der  Templer 
unterrichtet  gewesen  sein,  wohl  aber  konnte  ihm  die  Ziffer  der 
französischen  Gefangenen  geläufig  sein.  So  glaube  ich  denn 
mit  einiger  Sicherheit  die  Ziffer  von  2000  Templern,  die 
natfirtich  nur  annähernden  Wert  hat,  auf  die  französischen 
deuten  zu  dürfen.  Dabei  lasse  ich  die  Zahl  der  geflohenen 
außer  Betracht;  bei  dem  vorzüglichen  französisclien  Fangapparal 

')  Die  l^telle  wird  irrig  dem  Biachofe  Wilhelm  Durandi  von  Mende 
zugeschrieben,  stainiiit  aber  von  Wilhelm  le  Maire.  Sie  steht  XDerat  ohne 
bezeichnuDg  des  VerFasaera  in  Rayoaldi  AnD.  ecci.  ad  annnm  1811  Nr.  63. 
Jetzt  besser  im  Liber  Ouillelmi  Maioris  iu  Coli,  dea  docamenta  ioddita. 
M^Unges  Historiqaes:  Choix  de  document«  II  p.  472  (1887). 

')  Lea,  A  hiatory  of  the  laquiaitian  l!l,  2fi0s. 

")  ülmr  diesen  vgl.  unten. 

*)  Bd.  II  S.  lU. 


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Innere  and  Nufiere  Entwickelnng  des  Onlunu  und  sein«  Beurteilung.     T3  ' 

kann  sie  nicIiL  allzu  groä  gewesen  sein  ').  Erwägt  man  dünn, 
ilaü  der  Hauptkonvenl  auf  Cypern  1 18  Templer  aller  Galtungen 
zählte  =),  daS  Aragonicn  vielleicht  zwischen  300  und  400 
Templer  ItesaD'),  mehr  als  70  (aber  nur  als  Bruchteil)  pro- 
Teni,-aiische  Templer  von  Schottmniler  und  Prutz  aufgezählt 
werden,  so  darf  man,  ohne  allzu  stark  fehlzugreifen,  die  Zahl 
der  auüerfranzösischen  Templer  auf  vielleicht  1000—2000,  alle 
iEUsammen  auf  ungefähr  3000—4000  Pei-sonen,  Kttter  und 
SiTvienten,  schätzen,  von  denen  die  Ritter  auf  französiächoiii 
Boden  nur  einen  ganz  geringen,  in  den  andern  Lündem  einen 
iiedeuten deren  Bruchteil  bilden,  aber  höchstwahrscheinlich  die 
liM  1000  nicht  erreichen.  Jedenfalls  greift  Ferretus  von 
Vicenza  mit  seinen  15000  veruileilten  Kämpfeni  Christi  viel 
m  hoch*). 

Besitz  und  E^nkOnfte  des  Ordens  zu  fixieren  hat  zu  allen 
Zeilen  die  Neigung  der  Chronisten  geweckt.  Hier  konnten 
Phantasie  und  anscheinend  nnchterno  Berechnung  gemeinsam 
unkoDtrollierbare  Daten  bieten.  So  spricht  Matthäus  Paris 
7.um  Jahre  1244  von  WOO  .inaneria'  der  Templer  und  19000 
liur  Hospitaliter.  Auüerdem  hätten  sie  noch  unbestimmte  Eiii- 
kflnfte  aller  Art.  Um  die  Grobe  eines  .manerium'  zu  cJiarak- 
terisieren,  betont  er,  daä  jedes  imstande  sei,  ohne  Beschwer 
uintin  Ritter  fOr  das  h.  Land  auszurfiisten  und  dort  zu  unter- 
halten*). Nach  einer  andern  Quelle  umfalite  das  .manerium" 
,cimiterium,  claustnim  et  alia  loca*,  es  ist  also  sicher  ein  umfas- 

■]  Die  bedenUndaton  siDi^  Bd.  1[  S.  74  aufgeKihlt. 

1  8chottmflller  Bd.  II:  PiwwsenB  Cypriciia. 

')  Id  Tillanneva,  Tiaje  titerano  V  p.  226  werden  1319  aIs  Kenten- 
Wieher  der  Hoepitnliter  109  Templer  in  den  Kastellaneien  Zaraguasa  und 
Citbalaüa,  also  aicher  der  Haoptteil,  genannt. 

')  Huratori,  Rer.  ital,  SS.  IX,  1018.  Ich  begreife  nicht,  wie  Lea 
S.  251  nach  aeinrr  oben  erwftfaaten  AnafDhning  dann  noch  sagen  kann,  daß 
man  die  Angabo  des  Ferretus  als  approximative  Sclifttzung  gelten  lassen 
kOone.  Die  ErwUinuDg  von  einem  Templerheere  vim  2000  Mann,  das  an- 
geblith  den  Papat  and  daa  Konzil  von  Vianne  bedrohte,  bedeutet  für  die 
Prag«  DatBrlich  nichts. 

'l  Habeant  Inanpec  Teinplarii  in  chriatiaaitate  novem  milia  maneriorum, 
Uoepitalarii  vero  Doveadecim  preter  emolumenta  et  VRrios  proventus  .  .  . 
Ed.  Luard  IV.  291. 


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«74  Zur  Ueochiclite  dea  Teiiiplerordeuu  im  13.  Jahrbuodert. 

seiider  Gnturkomplex ').  Fast  gleichzeitig  kennt  Albericti  von 
Trois-Fontaincs  (zum  Jahre  1 210)  imgerähr  7U5t>  Teinpler- 
häuser:  neuerdings  halten  sie  viele  an  Kaiser  Friedrich  IL 
verloren^).  Es  niOssen  also  um  die  Mitte  des  13.  Jahrhunderts 
derartige  Angaben  weiter  verbreitet  gewesen  sein.  Irgend 
etwas  Sicheres  enthatten  sie  nicht;  denn  wie  wollen  die  Chro- 
nisten Angaben  aus  der  ganzen  Welt,  soga.T  aus  dem  Orient, 
erhallen  haben? 

Noch  unzuverlässiger  sind  die  Angaben  moderner  Histo- 
riker Ober  die  gesamten  Templerein kOnfle.  Bei  Chambure 
finden  sich  Angaben  Aber  54  bis  HS  Millionen  (Francs)  Reve- 
nuen; Wilcke  berechnet  2Ü  Millionen  Taler,  während  Philipp 
der  Schöne  noch  nicht  den  dreißigsten  Teil  besitzen  sollte. 
Derartige  Angaben  haben  gar  kein  Recht  auf  QueltenmäÜig- 
keit.  Nur  eine  vage  gleichzeitige  Berechnung  besitzen  wir. 
Der  geistvolle  Publizist  Pierre  Dubois  schlug  in  seinem  Haupt- 
werke ,De  recuperatione  lerre  sancte*,  das  er  in  der  kritischen 
Zeit  von  1305—1307  dem  Könige  Eduard  1.  von  England 
widmete ,  die  Konfiskation  des  gesamten  Templer-  und  Ho- 
spitaliterbesitzes  in  Europa  vor;  eine  800000  Pfund  Tomosen 
weit  übersteigende  jährliche  Rente  vfOrde  das  Ergebnis  sein  % 
Da  anscheinend  der  Hospitalitorbesitz  den  Templerbesitz  an 
Größe  weit  übertraf,  so  bliebe  fflr  letzteren  eine  Rente  von 
vielleicht  200000  Pfund!  Da^  wir  es  auch  hier  mit  einer 
bloüen  Kombination  zu  tun  haben,  ist  klar;  denn  auch  hier 
mflSte  man  fragen:  Woher  hat  Dubois  seine  Kenntnis  der 
fremden  Länder,  selbst  wenn  er  Ober  Frankreich  informiert 
gewesen  wäre?  Er  selbst  deutet  seine  Schätzung  durch  das 
,longe  ultra"  klar  an. 

Eine  andere  Angabe  stammt  aus  einer  Zehntrechnung. 
Fnr  uns  ist  der  französische  Templerbesitz  der  wichtigste;  und 

']  Monaaticum  AnglicKDum  II,  518.  CiiDileiium,  olanstrum  et  ali« 
locs  iafra  inHnerium  .  ,  .    Dotiti  noch:  residaum  mooerii. 

*}  MG.  8S.  XXin,  820.  Eine  HS.  bat  Septem  mili«,  eine  andera  aepbein 
quinqiuigiDbi.    Hieraus  hat  dann  das  Hagnam  chronicon  Belgicnm  gescbOpft. 

*)  Ex  qnibus  (d.  b.  den  bona,  que  Labent  abique  citra  inare)  loDge 
ultra  octingenta  milia  librornm  TuranenBiDm  annaatim  habebitar  a  Tem- 
plariie  et  HoapiUIariis.     Üc  vecuperatiune  p.  14  {ed.  Cb.  V.  Langlois  1891) 


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loDcre  und  äußere  Entwickelang  des  Ordens  uod  Keine  Beurteilung.     75 

hier  besilz<^ii  wir  eine  zuverlässigere  gleichzeitige  Notiz,  die  oft 
t'euaDnt.  aber  nie  geprftlt,  von  Lea  jedenfalls  nittiverslandeii 
wurde.  Von  den  Zehnisammlungen  aus  der  Zeil  Philipps  des 
Schönen  sind  einige  erhalten;  sie  stimmen  im  groüen  und 
ganzea  in  den  Ergebnissen  trotz  der  Verschiedenheit  der  Jahre 
flberein:  der  Gesumtzehnte  der  französischen  Kirche  betr^ 
bciläulig  360000  Pfund  ■).  Die  Gleichheit  des  Eingekommonen, 
trotz  wirtschaftlicher  Verschiebungen  im  Laufe  von  20  Jahren, 
beruht  eben  auf  einem  fOr  Jahrzehnte  gebräuchlichen  Tax- 
sjstem ;  so  entspricht  die  Angabe  nicht  ganz  dem  Zehiitprozent 
des  Einkommens,  aber  der  Fehler  ist  doch  geringer.  Nun 
sind  die  Exeinten  meist  befreit,  d.  li.  die  Templer  und  lloapi- 
latlter,  nicht  die  Gistercienser  und  verwandte  Orden.  So 
ünden  wir  denn  auch  die  beiden  ersleren  Orden  nur  einmal, 
die  Cisiercienser  öfter  erwähnt.  In  diesem  Einzelfalle  eines 
Zehnten,  der  wohl  aus  den  Anlangen  Philipps  des  Schönen 
slainmt,  heißt  es  am  Schlüsse  der  an  letzter  Stelle  von  den 
9  Kirchenprovinzen  siebenden  .Burd^alensis  provincia',  nach- 
dem der  Zehnte  der  ,exempti'  vorher  vermerkt  ist,  also  am 
iichlusse  der  ganzen  Zchntreehnung: 

Et  secundum  dictam  aliam  taxalioneni  pro  ordiiic  Tempil 
circa  VI  M.  I. 

Pro  ordine  Hospitalis  VI  M.  1. 

Pro  ordine  Cisterciensi  XII  M.  I.  *)■ 
Lea^)  u.   a.    haben   diese   Noliz    in    Zusammenhang  mit  der 
Kirchenprovinz  Bordeaux  gebracht;  nach   ihnen  bedeuten  die 
Angaben  den  Zehnten  der  dort  wohnenden  Exemten.    Das  ist 

■)  In  raeiDem  Bnche:  Ans  den  Tagen  Bonifiit  VIII.  wird  von  ilem 
irigonMiBchsD  Gesandten  der  fnuzSsiiiche  Zehnt  in  tunder  Sumnie  Kuf 
:iOUOOO  PfDDd  angeeeben. 

*)  Vgl.  Recneil  des  historiens  des  Uaulea  et  de  la  France  XXI  p.  <^45. 
Die  ZeitbMtimmnng  ist  nicht  leicbt;  natürlich  jedenfalls  vor  1307.  sonst 
aber  bleibt  ein  Zeitraom  von  zwei  Jabrzebnt«a  für  die  Regierung  PbilippH 
des  Schonen.  Die  .olift  taxatio*  zieht  sich  durch  die  ganze  Zusammen- 
it«Ilnag.  Nach  Ansicht  des  Heraitagsbers  bedeutet  die  eine  .taxatio*  die 
(ntgeaetite  Summe,  die  andere  die  wirklich  eingekommene.  Doch  ist  der 
Untnaehied  fit  unseren  Zweck  nicbt  sehr  wichtig,  da  er  kaum  2  Prozent 
betrigt 

'j  Lea  III,  2dl. 


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76  Zur  Geschichte  äea  Templerordens  im  13,  Jahrhundert. 

aber  unmöfjlicli.  "  Denn  wäre  das  der  Fall,  so  wflrde  das  Ein- 
koainieii  der  Exemten  das  der  gesamten  holicn  und  niedern 
GeisUichkeit,  der  reichen  Benediktiner-  und  Kluniazenserklöster 
in  der  Provinz  Bordeaux  um  das  Anderthalbfache  tlberst<>igen, 
ein  Verhältnis,  das  wohl  in  der  ganzen  mittelalterliclien  Welt 
einzigartig  wfire.  Noch  beweiskrälliger  ist,  da&  bei  den  andern 
Kirchenprovinzen  nii^cnds  Zehnten  der  3  Orden  vermerkt  sind, 
wohl  die  von  ihnen  geschiedenen  „exempti" ;  zweimal  heiljl 
es  bei  letzteren :  sine  Tcmplariis,  llospitalaribus,  Cisterciensibus 
et  aliis,  'qiiae  non  cadunt  in  compolos  collectorum ').  Un- 
zweiielhatl  soll  diese  äcliluübemerkung  fOr  den  Zehnten  der 
gesamten  französischen  Templer,  Hospitaliter  und  Cistercienscr 
gelten:  sie  ist  eben  einem  andern  ^compotus"  entnommen;  so 
hat  es  auch  Boutaric  schon  aufgefaül  ^).  Niemand  hat  aber 
die  Schwierigkeit  bemerkt,  die  in  der  Verschiedenheit  von  drei 
Cistcrcienserzehnten,  beinahe  aus  demselben  Zeiträume,  li^L 
Hier  ist  die  Summe  19000  Pftind;  ein  andermal  9396  Pfiind. 
Die  niedere  Ziffer  ist  erklärlich,  weil  nach  Ausweis  der  Rech- 
nung eine  ganze  Reihe  Klöster  in  verschiedenen  Diözesen  noch 
ausstehen"];  viel  eher  hat  nifin  die  Empfindung,  daÜ  die  Ge- 
samtsumme bei  weitem  die  ISOOO  Pfund  abersteigen  werde, 
wie  es  bei  der  drillen  Angabe*),  die  einen  speziellen  Cister- 
cienserzehnlcn  vorfnhil,  also  unbedingt  korrekt  und  vollständig 
ist,  tatsachlich  eintritt.  Dort  betrflgt  der  vierjährige  Cister- 
cienserzehnt  81000  Pfund  kleiner  Turnosen,  ein  anderer  drei- 
jähriger 60750,  d.  h.  beidemal  20250  Pfund.  Diese  ganz 
genaue  Übereinstimmung  beweist  doch  wohl  die  angedeutete 
Korrektheit  und  Vollständigkeit.  E^  ist  ja  möglich,  da&  in 
dem  obgenannten  die  Cistercienserzehnten  aus  den  Reichsleilen 

')  In  den  Kirchenprovinzen  von  Sene  und  Bouen. 

')  Bontaric,  La  France  aoiu  Philippe  le  Bei  p.  296.  Er  hat  sieh  um 
die  Schwierigkeiten  aber  nicht  gskOnunert. 

']  Recueil  XXI,  p.  560.  Von  78  Erwafanangen  der  CieterciaDBer 
werden  40  Zahlangeo,  38  ÄnsstSnde  genannt,  also  beinahe  die  Hälfte.  Doch 
laßt  eich  daraus  anf  den  Prozentsatz  des  Auafallea  nicht  schließen,  jeden- 
falls innfi  er  bedeutend  eein. 

')  Becueil  XX)  p.  531:  Haec  est  taxatio  decimae  quatnor  annomm 
domino  regi  concessae  pro  negotio  regnomm  Aragoniae  et  Valentiae  in 
ordine  Cistertii  in  reguo  Franciae  constituto. 


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Innrr«  und  Soßer«  RntwickelnDg  dpa  Ordens  und  seine  Kenrteilang.     77 

(Cambray,  Lntticti)  niclit  enthalten  sind,  vielleicht  auch  der 
Zehnt  der  Frauenklöster,  das  wQrde  aber  nur  eine  Abweichung 
Ton  1500  Pfund  bedeuten.  Jedenfalls  ist  durch  diese  Klarlegung 
Jer  Verdacht  geweckt,  daß  die  Zehntangabon  fnr  die  Templer 
lind  [I(K<pitatiter  auch  nur  Teilangaben,  allerdings  niclit  im  Sinne 
lies  Zehnten  einer  Provinz,  bedeuten. 

Nehmen  wir  die  Summe  von  COOO  Pfund  als  die  voll- 
!!lünd%e  Zehntsumnie,  so  tiezilTerte  sich  das  jAlirlicIie  Ein- 
kommen der  Templer  wie  der  Hospitaliter  auf  fiOOOO  Pfund, 
das  lieibt  in  den  wirklichen  Silberwert  umgescl^it  <) ;  auf 
11)78412  Franks,  deren  Kaulkraft  fnr  die  Mitte  des  vorigen 
Jahriiunderts  ungefähr  das  Fftnffachc  betrug,  also:  7(392000 
Franks  jährliche  Einknnfle.  Und  wenn  wir  annehmen,  daü  in 
{.'leicheni  Ma&e  wie  der  Cistercienserzehnte  auch  der  Templor- 
zeiinle  unvollständig  ist,  so  wflrde  er  stalL  fKKH)  Pfninl  10000 
botragen,  das  jährliche  Einkommen  100000  Prnnd,  die  Rnd- 
sammen  1797355  und  8986775  Franks  sein.  Die  franzfi- 
stischen  Cistercienser  würden  auch  in  diesem  Falle  noch  mehr 
als  beide  Ritterorden  zusammen  in  Frankreich  besitzen,  die 
Rontenangabe  Dulxiis  auch  dann  noch  lange  niclit  erreicht 
werden,  wenn  man  den  französischen  Gnterbesitz  der  beiden 
Orden  dem  auüerfranzösischen  in  Europa  gleichsetzte.  Auch 
für  eine  nur  kleine  Zahl  von  ungefähr  3fHH)  französischen 
Templern  mit  starkem  landwirtschaftlichen  Anhange  wnrde 
eine  Rente  von  doch  höchstens  lOOüOO  Pfund  nicht  exorbitant 
?ii  nennen  sein  und  die  für  die  Zwecke  des  h.  Landes  nach 
Abzug  aller  pflichtmätjigen  I>andesausgal>en,  wie  Kirchen-  und 
Hüuserbauton,  y.a  ernbrigende  Summe  nicht  so  enorm  hoch 
gewesen  sein:  wahrscheinlich  gab  es  auch  in  Frankreich  fdr 
jedes  Templerhaus  eine  „responsto"  wie  in  Spanien. 

Wie  kommt  nun  trotzdem  die  Empfindung  von  dem  uner- 
nieblichen  Reichtum  der  Templer  Frankreichs  auf*),    wie   er 

')  Ich  folge  bier  den  Bereclinangen.  die  de  Wnilly  im  Bd.  XXI  de« 
Rernril  IDr  FnnbTeich  «ngestellt,  hnt:  p.  XXIX     Vgl.  auch  Uoutsriü  p.  29ft. 

')  Leu  ertrihnt  III,  250  eine  Stelle  aus  einer  nnunymen  Chroniqne, 
«onach  die  Templer  no  reich  und  mächtig  gewesen  seien,  ,diiE  Philipp  nnr 
durrh  den  geheimt-n  und  plntziichcn  Überfnil  sich  ihrer  httbe  hemUr.htJgen 
kiJnren.  In  dieser  ,Chroni(|iie  nnunj'me*  (Recueil  XXI  p.  149)  ateht  aber 
nur:  Hz  eafoieiit  bien  si  paiaRBns  e^  m  gnne  genz. 


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78  Zur  Geecliicbte  des  Tempterordpna  im  13.  Jahrliunderf. 

uns  in  mehreren  Seliilderungen,  so  doch  auch  bei  Dubois  und 
dann  bei  Geoffroi  de  Paris,  entgegentritt: 

Li  fibn,  li  mestre  du  Temple, 

Qiii  eatoient  rempli  et  cmple 

D'or  et  d' argen t  et  de  recb^e. 

Et  qni  menoieijt  tel  noblfece, 

Oü  soot  ils?  .  .  . 

Tozjora  achetoient  aans  vendre. 
Und  dann  noch  einmal: 

Nnl  riebe  ii  elz  n'estoit  de  priae  '). 
Woher  nun  diese  Auffassung,  daß  sie  immer  nur  kauften  ohnp 
verkaufen  zu  mOssen,  daü  keiner  an  Reichtum  es  mit  ihnen 
aufnehmen  könnte,  dag  ein  Philipp  der  Knhne,  um  nach  dicii- 
terischer  Auffassung  zu  erklären,  daS  er  einen  gefangenen  Ge- 
treuen lofikaufen  wOrde,  wenn  es  aucli  die  Schätze  der  Well 
kosten  würde,  nichts  anderes  zu  sagen  weiü  als: 

Qui  enan(2  mi  costorin  del  Teniple  tot  l'argeo, 
Que  si  truyrai  'n  Estacha  del  peryllus  türmen?*] 
Sie  stammt  vom  Zentrum  des  französischen  Templertums,  d^n 
Pariser  Temple,  dem  Brennpunkt  des  europäischen  Geldvrr- 
kehrs.  In  einer  bekannten  Arbeit  hat  L.  Delisle  die  ungeheure 
Bedeutung  der  Pariser  Templer  als  der  Vorläufer  und  Neben- 
buhler der  italienischen  BankgesellschaFten,  der  Bankiers  und 
Schatzmeister  der  Kirche,  vieler  Könige  und  Forsten  gezeigt; 
vor  allem  der  französischen  Könige  von  Philipp  August  bis 
auf  Philipp  den  Schönen.  Hier,  in  den  durch  das  Asylreclil 
geheiligten  Bäumen,  an  deren  heiligen  Mauern  sich  der  wil- 
deste Volksaufruhr  brach,  deponierten  der  Privatmann  wie  der 
Herrscher  ihr  Geld  und  ihre  Kostbarkeiten.  Das  ganze  1.3.  Jahr- 
hundert hindurch  hat  in  diese  Kasse  ^vohi  fast  jeder  Papst 
längere  oder  kürzere  Zeit  große  wie  kleine  Summen  nieder- 
gelegt; vor  allem  die  gewaltigen  Zohntsummen  der  gamen 
Welt.     In  derselben   Zeit   blieben   aber  diese  Summen  nicht 


')  Becaeil  XXII  p.  123.  Sonst  hebt  er  noch  ihren  Stotz  and  daß  »■> 
altneitig  gefllrclitet  seien,  iiervor.     Der  Chronist  ist  gleichzeitig. 

'l  Diese  AuffasRinig  in  dem  Autaatzv  Ton  1>.  Delisle,  Hämoire  sur 
les  nperutions  finnnci^ree  des  Teniplicrs  in  Müm.  de  Tlnstitut  national  är 
France,  tome  XXXII.  Die  »teile  p.  U.  In  folgendem  gebe  ich  die  Kaopt- 
ergabnisae  dieses  Aufsatzes,  soweit  er  fllr  mich  io  Belracbt  komnit,  nieder. 


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Innere  und  AuBere  Eotwickelang  des  Ordeos  und  seine  B«urt«ilung.    79 

unproduktiv;  die  Templer  verwendeten  die  ihnen  anvertrauten 
Summen  unter  eigener  Verantwortung;  sie  liehen  und  maciiten 
Vorschnsse  an  Persönlicli keiten,  deren  Leistungsrähigkeit  ihnen 
bt-kannt  war,  so  besonders  kreiizfahrenden  Forsten,  üur  Los- 
Ißsung  von  Gefangenen ;  sie  ^rantierten  die  Zahlung  von 
Schulden,  besonders  von  Heiratsdoten;  sie  flbermittelten  grolle 
Summen  auf  große  Entfernungen,  besonders  nach  dem  Oriente, 
ihr  Päpste  und  Fnrsten ;  man  könnte  sie  die  Kreuzzugsbankiers 
nenneu.  Als  der  deutsche  König  Richard  des  h,  Landes  in 
meinem  Testamente  gedacht  hatte,  beauftragte  Gregor  X.  seinen 
Nuntius,  das  Geld  zu  holen,  im  Pariser  Tempel  zu  deponieren, 
von  wo  es  dann  spüter  zum  Osten  ging.  Ohne  sie  wdrde  der 
;'('ldgeschärtliche  Verkehr  mit  dem  h.  Lande  sich  nicht  so 
leicht  abgewickelt  haben;  sie,  mit  ihrer  straften  Oi^anisalion, 
den  Vertretern  hnben  und  droben,  den  Verteirfigungsmitlcln, 
dazu  Mönche,  waren  geradezu  ideale  Vermittler'). 

Das  waren  sie  fltr  Europa;  fOr  die  französischen  Monar- 
chen waren  sie  mehr:  nicht  bloS  Bankiers,  sondern  auch 
finanzminisler,  der  Temple  wurde  das  Finanzministerium,  in 
dem  die  wichtigsten  linanzpolitischen  Transaktionen  dei*  fran- 
zösischen Herrscher  geschlossen,  das  Rechnungswesen  geleitet 
wurde;  sie  schössen  den  Baillis  die  fehlenden  Mittel  zu  staatlichen 
Antrelegenheiten  vor,  kassierten  die  Vermächtnisse  fOr  den 
König  wie  die  Juden-  und  andern  Steuern  ein,  sie  stellen  die 
Gelder  Rir  Unterhalt  des  königliclien  Palastes,  bozalilen  die 
Gesandten,  subventionieren  die  Parteigänger  Frankreichs  im 
Auslande,  die  Söldner  usw.  Gerade  am  Vorabend  der  Kata- 
strophe ist  der  fieldverkehr  Philipps  mit  dem  Temple  sehr 
rege,  obwohl  seit  den  neunziger  Jahren  eine  zweile  eigentliche 
Staatskasse  im  Louvre,  unabhängig  vom  Tempel,  existierte. 
Hervorragende  Administratoren,  die  den  be<leuteiidsten  Finan- 


')  Dsdareh  kamen  die  Templer  n«tDrlich  such  in  Verbindung  mit 
den  damaligen  UanlckreJMn,  so  vor  allein  mit  dnn  italiKniscIieii  Kaulleiiten 
in  Frankreicb.  Vgl.  hierzu  den  Aiifutz  von  Delisle  p.  ^5  und  C.  Pnoli  im 
liionMle  atorico  IV,  846.  Nicbt  immer  WHren  die  Beziehungen  erfreulirh; 
80  verlienn  die  Templer  Iwi  dem  großen  ßankerolt  ital  Jen  isolier  Hfluser  in 
den  letzten  Zeiten  BonifaE  VIII.  Vgl.  A.  »cbulte.  lioach.  de«  mitleUlt. 
Hndels  D.  Verlcebrx  von  WestdcntschUnd  und  Italien  I,  2HS. 


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60  Zar  Oeadiiclite  i4es  Templvroi-ijenii  im  13   Jahrhundert 

ziers  des  Mittetallers  anzureihen  sind,  hat  der  Orden  dem 
Königtume  gestellt  bis  auf  die  beiden  letzten  gleichnamigen 
Johannes  de  Turno,  die  in  den  Prozeliaitten  so  oft  genannt 
werden.  Sie  haben  das  Ihrige  beigetragen,  um  das  Kf^nigtiim 
durch  die  schlimmsten  Finanznöte  hindurch^^uschlagen.  Über- 
schaut man  diese  Tätigkeit  der  fVanzösischen,  insbesondere  der 
Pariser  Templer,  an  der  die  weitesten  und  versehiedenarligsien 
Kreise  das  größte  Interesse  haben,  so  kann  man  sich  die  ail- 
mAhliche  Einwurzelung  der  Ansicht  vom  ungeheuren  Reichtum 
der  Tranzösischen  Templer  erklären,  obschon  sie  mit  der  Wirb- 
lichkeil nicht  nbereinslimmtc.  Sie  umgab  der  magische  Golil- 
schimmer  des  internationalen  Bankgeschäftes. 

Über  eine  andere  geschäftliche  Tätigkeit  der  französischen 
Templer  ist  bisher  noch  wenig  Licht  verbreitet:  flber  ihren 
Handel  *).  Sie  hatten  TorzUgliche  Standorte  an  den  Haupt- 
straßen zwischen  dem  Okzident  und  dem  lateinischen  Orient: 
ständig  waren  ihre  geschickt  or^nisiertcn  und  vorznglich 
bewaffneten  Gesellschaften  zu  Wasser  und  zu  Lande  unterwegs. 
Ihnen  konnte  man  sich  und  das  Seinige  anvertrauen.  Olwr 
Marseille  mnssen  Templer  und  Hospitaliter  einen  äu&erst  regen 
Menschentransport  mit  dem  Orient  unterhalten  haben:  Pilger, 
Goltesstreiter,  Mönche,  Abenteurer  frthren  sie  hinnber.  Ihre 
1000  bis  1500  Menschen  fassenden  Fahrzeuge  waren  berflhnil. 
Daneben,  vielleicht  kulturgeschichtlich  noch  interessanter,  er- 
scheinen die  Einzellenipler,  die  ihre  ganze  Ordenszeit  zwischen 
Abend-  und  Moi^enland  hin-  und  hersegeln,  an  verschiedenen 
Stellen  Oberwintern,  Beziehungen  mit  der  Bevölkerung  an- 
knüpfen, wie  es  z,  B.  so  hnbsch  von  Muntaner*)  von  dem 
alten  Templer  erzählt  wird,  der  sich  des  jungen  Roger  de 
Flor,  des  spätem  Templers  und  noch  spätem  Korsaren,  mit 
väterlicher  Liebe  annahm. 

So  fruchtbar  und  in  mancher  Hinsicht  s^ensreich  das 
geschäflticbe  Gebaren  des  Ordens  war,  fflr  unser  Empfinden 
hat  es  etwas  Auffälliges,  Befremdendes.  Ob  die  Mitwelt  das 
auch  gefohlt  hat?    Jedenfalls  hat  sie  ihre  Ansicht  darüber  uns 

*)  Hejd,  Qeachichte  des  LevantehflodeU  hat  nichta. 
')  Chronik  de»  edlen  En  Ramoo  Miintsnur,  h^rnuag.  v.  Laoz  in  Bibl. 
des  Stuttgarter  Ljt.  Vnreina  8  8.  347. 


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Innere  ddiI  finfiere  EDtwickplan|:  des  Ordens  nnd  seine  Bfurtt'ilung.     f'l 

nicht  hinterlassen,  oder  doch  nur  in  der  Form  eines  mildern 
Tadels  über  das  (glänzende  Äuläere  des  Ordens. 

Überhaupt  ist  es  irrig,  von  einem  alles  umspannenden 
Hau  gegen  den  Orden,  ja  von  Verruf  desselben  vor  der  Kata- 
strophe zu  sprechen.  Gewiß  gibt  es  eine  gröliere  Reihe  von 
tadelnden  Bemerkungen  über  das  Verhalten  des  Ordens;  Prutz 
hat  ^e  vor  allem  zusammengesucht ').  Man  darf  aber  nicht 
übersehen,  daß  es  sich  dabei  vielfach  um  die  Templerpolitih 
im  Orient,  um  die  ytellung  des  Ordens  zu  den  Hospitalitern  *) 
und  um  Äußerungen  aus  dem  ersten  Jahrhundert  des  Ordens 
handelt;  man  darf  auch  nicht  übersehen,  daß  dem  Tadel 
reichliches  Lob,  vor  allem  seitens  der  Päpste,  gegenübersteht. 
Aus  den  verschiedensten  Gründen  war  die  G^nerschaft  des 
Ordms  groß;  auch  die  Hospitaliter  gehörten  dazu  ^);  ab<T 
meist  beruhte  diese  Gegnerschaft  auf  keineswegs  für  die  Templer 
unehrenhaften  Gründen. 

Auf  eines  möchte  ich  noch  hinweisen.  Die  Literatur  des 
13,  Jahrhunderts,  doch  auch  ein  Spiegelbild  der  Zeit,  ist  nach 
Urteilen  über  den  Orden  schon  seit  mehreren  Menschenaltern 
«lurchsucht  worden.  Und  wie  Raynouard  um  1800  sagte^): 
Le.'!  Templicrs  ne  furent  jamais  denonces  par  les  Troubadours, 
so  konnte   auch   noch    vor  ein  paar  Jahrzehnten  Düllinger  im 


')  Eutwicklong  S.  87  ff  Verschiedene  Bemerkungen  gerade  in  dieecni 
Ahseboitt  benihea  auf  MißversUndnissen. 

*)  Am  schärften  greift  in  der  Mitte  des  13.  Jahrhunderts  MallbüiiH 
l'oris  die  Templer  an.  aber  auf  weo  echiniptt  er  nicht?  Zudem  etehcn 
Templer  und  HiMpitaliter  bei  ihm  in  gteicfaem  Hi&kredit,  und  die  .4ngrifri> 
rirhUn  sieb  nur  gegen  ihre  orientnliache  Politik:  Propter  nnliquani  teni 
Templarlomm  quam  Hospitsliomni  infamiani,  eo  quoü  dicitur,  quoil  scmper 
diRrardiam  inter  Christianos  et  Sarracenoti  procursnti.lV,  291.  0  antiqun 
Tempil  proditio!  0  velus  Hospilaliornm  seditio!  0  fraua  diu  accultata! 
V,  149.  V.  .SM  f.  ein  Omnd  fDr  die  feindselige  Stimmung. 

°)  Der  franzSaische  Großprior  der  Hospitaliter  Iterius  de  NRnteuil 
hat  fiber  die  Gefangennahme  und  di?  Folgen  nach  Cypern  berichtet.  Auf 
Omnd  seiner  Berichte  beknndet  der  Hospitaliter- Prior  Symon  de  Sarexnriis. 
Seine  Aasssge  ist  durchaus  nicht  frenndlicfa.  SchottmQller  II,  398  If-,  wo 
lActerim  statt  Iteriue  sieht. 

*)  RayDODord,  Monnmena  historiqaes  relatifs  ä  la  con<leinnation  dee 
rhevslieiB  du  Temple  p.  9. 


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S2  Zur  Cjeschicht«  dea  Templerordeos  im  18.  Jnhrhnndert. 

allgemeinen  mit  Recht  erklären '),  daß  die  in  der  neuem 
deutschen  Literatur  uns  fast  allgemein  entgegentretende  Be- 
hauptung, „die  Templer  seien  schon  seit  geraumer  Zelt  eine 
ausgeartete,  dem  Geist  und  dem  Buchstaben  ihrer  Regel  untreu 
gewordene,  üppig:  lebende  Verbindung  gewesen  und  habe  als 
solche  in  der  öffentlichen  Meinung  damals  sehr  tief  gestanden", 
durchaus  falsch  sei.  Gerade  die  französische  Dichtung  gibt 
dafi'ir  hüt>schc  Belege. 

Wie  zu  Anfang  des  13.  Jahrhunderts  der  deutsche  Dichter 
Wolfram  von  Eschenbach  den  Einsiedler  Trevrizent  zu  Parzival 
vom  Templerorden  sprochen  IflBt  *) : 

Wol  die  miioter,  diu  da/  Kind  gclinr. 

Daz  Bol  £6  dienst«  hoeren  dar, 

80  olirt  der  satiri.'iche  Verfasser  der  .bible  Guiot"  ")  die  Templer 
um  die  Mitte  des  Jahrhunderts,  wahrend  er  sonst  meisl  auf 
die  Oitlen  schlecht  zu  sprechen  ist: 

Molt  sont  prodomme  li  Templier. 

1/ä  B«  reodent  li  Chevalier 

Qui  ont  le  siede  asavorö 

Et  ont  tot  veu  et  tot  ta&ti. 
Und  wieder  ein  Menschenalter  später  bekundet  RulclK-uf  .«»'liic 
AiitTassung  in  dem  kurzen  SAtzchen''): 

Hontreiz  pnr  boncbe  et  par  exetnple 
Que  voa  uneiz  Uieu  et  le  Tempic. 

Dann  feiert  er  Guillaume  de  Biaugeu,  den  drittletzten  Meister. 
Die   charakteristischste  Wfirdigung  bietet  doch  wohl  der 
Roman   du  Renart    le  nouvel  ■'■),  zugleich  eine  pikante  Gegen- 
überstellung mit  dem  Hospital,  und  geschrieben  kurz  vor  dem 


■)  Akademische  Vorträge  III  8.  249. 

')  Vgl.  SchDÜrer  S.  121  die  Stelle  aus  TarcivHl  9,  1U3. 

=)  über  dieses  Werk  vgl.  Hiat.  litt.  XVIII,  808  ff. 

*j  OeuvreH  Coinpletes  de  Rutebeaf  par  Acbille  Jubinal  I  p.  138  s. 
und  143. 

'')  Ich  zitiere  nach  der  Edition  von  M^on  (1826)  Bd.  IV,  450  ss. 
Über  den  Verfasser  Jakemars  GeUe  vgl.  Hiat.  Litt  XXII,  937  fF.  Wenn 
A,  Bmimgartner,  Geschichte  der  Weltliteratur  (lflO&)  V,  146  sagt:  Der 
Verfasser  , schattet  den  Jakobinern  und  Minoriten,  Templern  and  Hospl- 
talitern  alles  Unheil  in  die  Schuhe,  von  welchem  damals  die  Cbristenlieit 
betroffen  WHrd",  sn  ist  dna  jedenfalls  fOr  die  Templer  (Ibertrieben. 


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Innere  nnd  &a^re  Entwickelnng  des  Ordens  nnd  neine  Hpurteilung.     Sit 

Falle  Ton  Accon.  Da  präsentieren  3ich  vor  Gott  dem  Herrn, 
den  Aposteln  und  dem  himmlischen  Konzil  die  beiden  Orden 
und  beanspruchen  fßr  sich  Renart:  zuerst  der  Templer,  der 
in  zuversichtlichstem  Tone  ,par  droit*  Renart  verlangt,  denn 
^^ie  sind  die  legitimen  Verteidiger  und  Vorkfimpfer  der  Kirche 
und  sind  ^ne  so  prächtige,  vornehoie  und  reiche  (iosellschalt: 

Siergans  kvona  et  chevaliera, 

Moalt  HOB  convient  de  sodaiier, 

Rt  moult  or  et  Argen  t  deapflnitre, 

Toiit  por  Saint«  Rgliee  defTendre. 

l**r  le  inoude  avonB  inoult  maiiton*!, 

Tiereft.  rt>ntee  et  warnisons, 
timl  wenn  sie  nicht  sich  ausdehnen  könnten  nnd  den  Schutz 
rier  Fi'irslon    hätten,    wfirden    sie    die   Kirche   nicht   schnt/en 
binnen,  mülilen  aus  Syrien   weg  und   wfirde  dort  dei-  baby- 
lonische Sultan  ben-schen. 

Dagegen  nimmt  der  Hospitaliter  Renart  für  seinen  Orden 
in  Anspruch,  der  früher  bestanden,  der  die  Armen  und 
Kranken  pflegt  und  sie  stilrkt  znin  Kampfe  gi'gcn  die  Sara- 
renen,   Sie  machten 

plus  de  gri(-s 
Ab  Karrasin  qae  li  Tempi ier, 
und  wenn  ihnen  die  Templer  nur  helfen  wnnlen: 

NouH  ariemes  taute  Syrie, 

Ibarusaleni  et  toute  Egypta 

Et  Hnbylone  fust  sougite, 
aber  .die  Tompier  sind  mit  den  Saracenen  zu  befreundet,  sie 
sind  auf  uns,  wir  auf  sie  eifersüchtig".  Hier  haben  wir  wohl 
das  letzte  Spiegelbild  der  Volksbeiirteiiung  der  ioniplerisclien 
Politik,  die  ja  im  ganzen  zutrifft.  Vielleicht  ebenso  charak- 
teristisch ist  das  Urteil  Dubois'  unmittelbar  vor  dem  Prozeli. 
Er  bat  nur  zwei  Vorwürfe,  den  Zank  mit  den  Hospitalitern 
nnd  ihre  .malafides''  in  Verwendung  des  Ordensbesttzes  — 
aber  niclit  für  die  Templer  allein,  sondern  ebenso  für  die 
Hospitaliter.  Beide  Orden  sollen  von  ihrem  palästinensischen 
und  cyprischen  Eigentum  leben,  die  gesunden  Bnider  hinübei- 
geschaflt  werden,  die  nicht  diensttauglichen  in  Cistercienser- 
klöstern  vorläufig  untei^ebracht  werden:  ut  agant  penitenciain 


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84  Zar  Gewhichte  Hefi  Templsrordens  im  13.  Jahrbandert 

super  excessibus  eorum.  Ich  möchte  trotz  Busson ')  auf  die 
,excessus*  nicht  viel  geben;  jedenfalls  bedeuten  die  Ausdrücke 
nur  Allgemeines,  nichts  für  die  Templer  Charakteristisches. 
Zudem  gelten  sie  nur  der  Tätigkeil  im  h.  Lande,  nicht  in 
Europa. 

Die  Prozeläakten  können  nur  in  geringem  Maße  heran- 
gezogen werden:  Wie  oft  enthalten  die  Zeugenauss^en  die 
Wendung,  daü  sie  erst  nach  der  Gefangennahme,  nach  den 
pfipstlichen  Anklagen  das  Schlimme  erfahren  hat>en!  Als 
sicher  ergibt  sich  aus  ihnen,  da6  das  Volk,  aber  auch  die  ge- 
bildeten Kreise,  einen  leisen,  meist  unausgesprochenen,  zuweilen 
aber  in  rohen  Spässen  zum  Ausdruck  gekommenen  Verdacht 
hatten,  ob  bei  den  so  peinlich  geheim  gehaltenen  Aufnahmen 
und  Ordenskapiteln  alles  mit  rechten  Dingen  zugehe.  Das  ist 
namentlich  nach  den  cyprischen,  aragonesischen  und  englischen 
Zeugenaussagen  ganz  unzweifelhaß.  Vielmehr  ist  aus  ihnen 
nicht  zu  folgern:  selbst  die  zahlreichen  Ausgetretenen  scheinen 
die  Öffentliche  Meinung  nicht  stark  beeinfluM  zu  haben. 

Verkehrt  ist  es,  aus  den  in  der  Templerzeit  nicht  vor- 
kommenden „bibere  templariter* ,  aus  der  Äußerung  des  Trit- 
themius,  der  beinahe  zweihundert  Jahre  nach  dem  Untergange 
des  Ordens  schrieb,  dal^  der  Begriff  Templerhaus  einen  üblen 
Nebenbegriff  habe,  irgendwelche  Schlüsse  zu  ziehen;  sie  haben 
für  das  Problem  selbst  gar  keinen  Wert.  Gewiti  kamen  Un- 
sittlichkeiten  vor,  das  bekunden  auch  die  Prozesse,  und  zuweilen 
lassen  die  Roheiten  der  Angaben  allerlei  Schlimmes  vermuten. 
Große,  öffentliche  Skandale,  wie  bei  den  Hospitalitem,  werden 
nicht  erzählt. 

Das  ist  in  den  Hauptzügen  das  Bild  der  Templer  in 
Frankreich  und  wohl  auch  außerhalb,  denn  an  den  allgemeinen 
Wandlungen  haben  auch  die  andern  Länder  mit  Ausnahme 
der  pyrenäischen  Halbinsel  teilgenommen;  in  Spanien  und 
Portugal  hat  wohl  der  Fall  des  h.  Landes  wenig  eingewirkt, 
da  dieses  für  die  dortigen  Templer  ja  nie  im  Mittelpunkt  stand. 
Das  Bild  entbehrt  der  sonst  stark  betonten  auffallenden  Züge. 

*)  Hitt.  <I.  Inst,  rur  Oaterr.  (ieachforarhung.  9,  505. 

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lanwe  und  SuBere  Eatwickelung  des  Urdttos  nnd  seine  Beurteilung.    85 

Nicht  ein  Heer  von  15000  kanipfgeübten  Soldaten  bedroht  den 
Thron  PhUipps  des  Schönen ;  die  paar  tausend  über  das  (^anze 
Reich,  über  zahlreiche  Einzelhöre  zerstreuten  Templer  mochten 
ihm  nnd  den  Zentralisationsideeo  der  Seinigen,  dem  neu  auf- 
t^ekomnienen  nationalen  Sinn  unbequem  sein,  gefährlich  waren 
sie  ihm  nicht.  Der  Templerbesilz  ist  in  Frankreich  bedeutend 
und  das  Einkommen  groü:  aber  doch  nicht  so  groä  wie  das 
der  Hospitaliter,  betrug  nicht  ein  Drittel  des  Einkommens  der 
Cistercienser,  und  vielleicht  gab's  noch  andere  religiöse  Ge- 
meinschaften, die  ebenso  mächtig  und  wohlhabend  waren. 
Prifil^ert  waren  nicht  bloß  die  Templer,  sondern  auch  viele 
andere.  In  Verruf  waren  die  Templer  nicht,  wenn  man  auch 
im  Einzelfall  Böses  bei  ihnen  hervorhob,  die  Vorwürfe  g^jen 
sie  trafen  auch  andere  Orden,  diese  traf  auch  die  gleiche  At>- 
□cigtmg  interessierter  Kreise.  Dazu  die  großen  pekuniären 
Dienste,  die  der  Orden  dem  französischen  König  erwies,  Ver- 
dienste, die  sonst  keine  Genossenschaft  beanspruchen  durfte. 
Noch  im  Jahre  1 306  bekundet  der  Orden  dem  Könige  in  einer 
peinlichen  Situation  treue  Anhänglichkeit,  der  König  äutierlicti 
wenigstens  dem  Orden  Vertrauen.  Es  ist  doch  eine  recht 
dürftige  Erklärung  des  Folgenden,  wenn  man  den  König  die 
Treue  der  Templer  drückend  empfinden '),  ihn  deshalb  ihr 
G^er  werden  läßt.  In  Philipps  Wesen  liegt  dieser  Ai^wohn 
nicht  begründet. 

Alles  dieses  erschwert  e^enüich  die  Lösung  des  Problems, 
wie  Philipp  zu  seinem  Vorgehen  gekommen,  wenn  man  ihn  ohne 
Anregung  von  außen,  nur  getrieben  von  blinder  Habgier,  wie 
Lea  das  will,  handeln  läßt.  Zwei  Dinge  haben  den  Templer- 
prozeß veranlaüt  und  ermöglicht:  einerseits  die  Denunziation 
des  Esquiu  von  Floyran,  andererseits  die  Erkenntnis,  daß  der 
Orden  durch  den  Verlust  des  h.  Landes  seine  berechtigte 
Grundlage  verloren  und  nicht  imstande  war,  sich  für  die  ver- 
lorene Position  eine  neue  Tätigkeit  zu  verschafTen. 


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IL  Die  Persönlichkeiten  Philipps  des  Schönen 
tind  Riemens'  V. 

Es  ist  eine,  ernstes  Nachdenken  weckende  Tatsache,  dafi 
die  Lage  des  mittelalterlichen  Kirchensystems  nach  den  ^'o&en, 
unzweifelhall  glänzenden  Errungenschaften  des  1 3.  Jahrhunderts 
iiichon  um  1300  eine  recht  prekäre  war.  Wie  kurz  ist  die 
Strecke  von  Anagni  bis  Avignon!  Vernünftigerweise  hätte 
man  eine  starke  Reaktion  des  empSrten  religiösen  GefQhles 
ob  der  schmählichen  Miühandlung  Boniraz'  VIII.  erwarten 
dürl'en,  und  wie  wenig  ist  das  hervot^etreten.  Nicht  völüjr 
spurlos  ist  das  Ereignis  vorObei^egangen  *),  in  alle  großem 
Zeitgeschichten  ist  es  eingetragen,  aber  von  der  Wirkung  des 
Appells  an  weitere,  selbst  kirchliche  Kreise  verspüren  wir 
bitter  wenig. 

Das  sieht  man  deullicli  am  Verlauf  des  Pontilikates 
Benedilits  XI.  *).  Eine  durchaus  fromme  Natur,  ein  Mönch  auf 
dem  Throne,  dabei  doch  genügender  Menschenkenner,  genügend 
staatsmänntsch  gebildet,  scheitert  or  mit  seinen  Plänen  des 
Ausgleichs  und  der  Versöhnung:  Zum  Grabe  des  als  Heiligen 
verehrten  Papstes  strömt  das  Volk,  das  ihn  persönlich  kannte, 
die  politische  christliche  Welt  steht  unzufrieden  abseits;  denn 
keine  Partei  hat  er  befriedigen  können.  Die  Herrschernalur 
Boniläz'  VIII.  hatte  die  leitenden  kirchlichen  Kreise  nieder- 
halten können;  als  er  verschwunden  war,  trat  die  Spaltung 
sofort  hervor,  und  bei  Benedikts  Tode  standen  sich  die  beiden 

')  Üljer  die  Vefwirrung  in  den  offiziellen  französischen  Krfisen  gibt 
das  Dnkument  .Realia  verilas*  (Not.  et  extr.  XX,  150  ff.)  iDt«rMSante  Aaf- 
klftniDg. 

')  Übar  ibn  vgl.  man  jetzt  Eit«l,  Der  Klrcbenslut  unter  SlemenB  V. 

[19071  S.  91. 


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Die  PeraOulichkeitcD  Philipps  des  ScfaOnen  und  Klemena'  V.  Hl 

Parteien  des  Kardinalkollegiums,  durch  eine  unübersleigbare 
Mauer  getrennt,  gegenüber.  Die  Bonifazianer  wollen  Fort- 
setzung des  alten  Systems,  das  von  Booifaz  erst  seine  schroßäle 
Fassung  erlangt  hatte:  möglichst  au^edehnte  Beeinflussung 
der  westeuropäischen  Politik  durch  das  Papsttum  und  ener- 
gisches Voi^ehen  g^en  die  neu  aufkommende  selbständige 
Staatsauilassting ;  die  Gegner  wollten  Aussöhnung  mit  den 
Gegnern  Bonifaz'  VIII.,  schonendere  Behandlung  der  neueren 
StaaLstheorien  ')i  Frieden  mit  Frankreich  und  Philipp  dem 
Schönen  auf  jeden  Fall.  Was  eingetreten,  wenn  die  bonifazia- 
itische  Strömung  gesiegt  hätte,  läM  sich  ja  nur  vermuten: 
jeden&lls  war  die  Neigung  zu  einem  gro&en  Schisma,  mit 
einem  ganz  anders  prinzipiellen  Anstrich  als  im  Jahre  1378, 
sowohl  im  h.  Kollegium  *)  als  im  französischen  Volke  vorhanden. 
Dahin  drängten  auch  die  zahlreichen  sonstigen  uner^-eulichen 
l'nterströmungen  in  der  Kirche. 

Doch  die  französische,  man  könnte  sagen  die  moderne 
Partei  si^e.  Eine  Reihe  von  aragonesischen  Gesandtschalls- 
berichten  ^)  geben  uns  jetzt  genügende  Aufklärung  über  die 
auftauchenden  Kandidaturen,  die  Schwierigkeiten  bei  den  Ver- 
liandlungen,  die  inmier  erbitterter  und  nervöser  werdende 
Stimmung  auf  beiden  Seiten  —  schlug  doch  einmal  ein  Kardinal 
der  bonifazianischen  Partei  seinen  Koch  als  Papstkandidaten 
vorl*)  —  und  den  endlichen  Sieg  Napoleon  Orsinis '^).  Die 
bonifazianische  Partei  wurde  dabei  überrumpelt  in  unanstän- 
digster Weise;  aber  nicht  die  Föhrer  der  Gaetani.  Das  einzige, 
was  bei  dieser  sonderbaren  und  traurigen  Wahl  nach  den 
Funden  in  Barcelona  noch  rätselhaft  blieb,  der  Anschluß  der 

')  Diifi  Napoleon  Orsini  hier  eine  ganz  eiüenerti;«  SteUnDg  einnahm, 
■erdn  ich  an  anderem  Orte  zeigen. 

*)  Namnt  illi,  qai  intraat  et  aieuoC  [conclave],  quod  cito  habebimua 
P^wn  Dnnm  vel  dnoe,  haifit  ea  in  einem  Schreibeo,  das  kurz  vor  der  Wahl 
Klamena'  V.  naob  Aragonieo  getiandt  wnrde.  Barcelona,  A.  Nr.  11Ö49. 
Und  aber  Trenn unganeignngen  in  Frankreich  vgl.  man  mein  Buch:  Aua 
dfü  T^an  BonifaE'  VlII.  8.  LXXXIX. 

')  Ich  verßffentlicbe  diese  Stflcice  in  der  aragoDesischeo  Aktensamminng. 

'i  [n  ebenderaelben  Sammlang, 

*)  Conailia  tutrinornm  wurden  die  Beratungen  von  den  äegnern 
getuont. 


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8!>  llic  l'orHönlichkoitcn  Philipp«  ileu  äcliOnuii  und  Klemcns'  V. 

Haupter  der  Oaetanipartei,  hat  nun  ein  glücklicher  Fund  Eitels 
aufgeklärt!  Der  Komproini^  mit  den  Colonna  über  ihren 
{gegenseitigen  Besitz,  abgeschlossen  unter  lebhafter  Beteiligung 
der  Gesandten  Philipps  des  Schönen,  hat  die  Verwandten  und 
Intimen  BonÜaz'  VIII.  in  Napoleon  Orsinis  Lager  getrieben  '). 
im  übrigen  ist  durch  den  von  mir  l'rüher  veröffentlichten 
Wahlbericht,  der,  wie  sich  nachträglich  herausstellte,  auf  Mit- 
teilungen des  neapolitanischen  Prokurators  an  der  Kurie,  und 
wahrscheinlich  zuletzt  auf  Kardinal  Landulf  zurückgeht,  all  den 
bisherigen  zahlreichen  Fabeleien  über  die  Wahl  Kiemcns'  V, 
ein  Ende  gemacht*). 

Napoleon  Orsini  wollte  einen  Philipp  dem  Schönen  ge- 
nehmen Kandidaten;  darum  wählte  er  den  Erzbischof  von 
Bordeaux,  Bertrand  de  Gnt.  Das  hat  er  selbst  wiederholt  t>e- 
kundet  in  seinem  bekannten  Anklageschreiben  g^en  den  ver- 
storbenen Papst:  Nur  Gott  und  das  Wohl  Philipps  des  Schönen 
und  seines  Reiches  habe  er  bei  der  Wahl  im  Auge  gehabt. 
Sonderbar  nimmt  sich  dieses  wiederholte  Beteuern  aus;  es 
sieht  beinahe  wie  eine  Bitte  um  Entschuldigung  aus,  daü  die 
Wahl  nicht  so  gut  ausgefallen  ist,  daü  auch  Philipp  von 
Klemens  V.  etwas  anderes  erwartet  hat"). 

Das  Eigenartige  dieser  Papstkandidatur  besteht  darin, 
daä  Bertrand  zunfichst,  d.  h.  zu  Beginn  des  Konklaves*),   der 

')  Tgl.  Eitel,  Der  Kirchenstaat  nnt«r  KleinenB  V.  3.  96B. 

')  Vgl.  AUB  den  Tagen  Uonifaz'  VIII.  S.  279  fr.  und  LXIIff. 

")  Ut  posaetn  habere  pontificem  de  regno,  oupiena  regi  et  regau 
i'KBe  proVisum  el  spernna.  quo<),  quicunque  regia  sequeretur  coneilium. 
nrhem  et  urbem  bene  regelet  et  eccle&iam  reformaret.  Und  weiter  nuten; 
Hoc  flolum  conaolationia  hnbui  .  .  „  quod  eius  elnclione  nonnisi  Dei  et  mgis 
et  regni.  quem  unum  rredidi,  intendebam.  BsIuKe,  Vitae  pap.  .^venion 
11.  289  7.  und  eine  bessere  Redaktion  diesem  berOfamten  Briefes  in  Recaeil 
XXIII  p.  224. 

*i  lata  papa  a  principiu,  iani  bene  sunt  VI  meDSea.  per  pArtem 
domini  Mathei  cictitit  nomiuatna,  et  pinres  alii.  Ans  den  Tagen  Bonifaz  VIII. 
S.  62.  Ich  habe  wegen  der  VI  mensea  an  dem  .principio*  Anstoß  ge- 
nommen: denn  das  Konklave  dauerte  doch  XI  Mnnate.  Nachdem  ich  aber 
gerunden  habe,  daß  auch  Nap,  Orsini  (Baluie,  Vitae  pap.  p.  3fj9l  sagt: 
MeminimuB  nos  sex  menaibus  fuisse  in  carcere  Perusii  —  wo  es  di>rh 
offenknndig  elf  heiäen  mufi  —  mdchte  ich  als  sicher  in  beiden  Fillen  ein 
Verschreiben  von  VI  statt  XI  in  den  Briefen  annehmen. 


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I)ie  l'eraßn  lieh  keilen  Philipps  de»  Soliönen  Unit  Kl^mens'   V.  t^O 

Kandidat  der  Boiiifazianer  war;  Treilicli  neben  andern,  und  in 
der  sichern  Erwartung,  dag  Napoleon  Orsini  ihn,  die  Kroatur 
Bonifaz  Vlil.  und  den  ehemaligen  Kaplan  seines  Nepolen,  des 
Kardinals  Franz  Orsini '),  doch  nicht  nehmen  würde.  Also 
bäum  eine  emsthafle  Kandidatur  zunächst!  Das  wurde  sie 
aber  durch  Obemahmo  seitens  der  franzosen  freund  liehen  Partei. 
Wann  das  zuerst  geschehen,  wissen  wir  nicht;  wahrscheinlich 
erst  in  der  zweiten  Hälfte  der  elf  Monate.  Napoleon  Orsini 
tat  das,  was  die  Bonifazianer  hätten  tun  sollen,  bevor  sie  ihn 
vorschlugen,  er  trat  mit  Berlrand  de  (iol  in  Verbindung  und 
informierte  sich  Qtier  seine  polifisclie  und  kirchenpolitische 
Gesinnung:  Utrum  Taceret  partem  regis  Francie  et  ad  quam 
partem  cardinaliuni  declinabat.  Die  Antwort  muB  zur  Zufrieden- 
heit Napoleons  angefallen  sein:  Bertrand  mulj  sich  als  An- 
hänger Philipps  des  Schönen  und  der  franzosenfreundlichen 
Kardinalspartei  bekannt  haben.  Soweit  geben  nunmehr  die 
Aktenstücke  klare  Auskunft. 

Unentschieden  bleibt  zunächst  noch  die  andere  Frage: 
Hat  Philipp  der  Schöne  mit  Klemens  V.  vor  seiner  Wahl  ver- 
handelt? Was  vergangene  Jahrhunderte  auf  Grund  der  Er- 
zählung Giovanni  Villanis  *)  als  Tatsache  hinnahmen,  was  ein 
h.  Antonin  und  ein  Raynaldus  unbedenklich  in  ihre  großen 
kircbengeschichtlichen  Werke  aufnahmen,  das  durfte  man  im 
kritischen  19.  Jahrhundert  nach  der  Untersuchung  von  Rabanls 
Dicht  mehr  aussprechen.  Villanis  Erzählung  galt  als  albernes 
Geschwätz.  Selbstverständlich  ist  diese  Frage  völlig  zu  scheiden 
?0D  jener,  ob  Philipp  der  Schöne  für  die  Wahl  Klemens'  V. 
angetreten  ist.  Das  ist  unzweifelhaft  der  Fall.  Von  Ende 
Janaar  bis  Ende  April  1  :^>.5,  d.  h.  gerade  in  der  entscheidenden 
Wahlzeit,  sind  als  Gesandte  Philipps  der  Johanniterprior  Iterius 
de  Nanteuil   und    Gottfried    du  Plessis   in  Perugia  anwesend, 

■)  leb  habe  das  in  ineJD«in  Küche  S.  1.3(111  Anm.  1  beelritten.  da 
nir  ktin  FkII  bekannt  wir,  daß  ein  Bischof  Kleriker  eines  Kardinale  damals 
gsvnen  sei.  loEwiaehen  Tand  ich  im  Reg.  ClemeDtis  V  Nr.  3337  einen 
ihnliclien  Kall.  So  ist  ea  auch  begreiflich,  dafi  der  Nepato  BoDifaz'  VIII. 
bei  dieter  Wahl  zu  Berb-and  h&lt,  ja  eine  hervorragende  Rolle  bei  ihr 
■pielt.    Fraitieh  hat  aich  sein  Empfinden  bald  geändert! 

')  HDratori,  Rar.  Ital.  S.  XIII  p.  417.  FBr  das  allgemeiae  genOge 
der  Hiuvei«  unf  Herele-KnOprier,  CoPEiliengeechiehte  VI',  393  If. 


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9U  Die  Perafinlichkeiten  fliilipps  (In  Scbttnen  uud  Kleinene'  V. 

Sie  sind  unstreitig  mit  Napoleon  Orsini  und  den  Scinigen  in 
Verbindung  getreten  und,  soweit  das  noch  nötig  war,  haben 
sie  die  Wahl  gefördert '). 

Wenn  nun  aber  die  eine  Kardinalspartei  mit  dem  Erz- 
bischofe  verhandelte  und  wenn  der  König  durch  seine  Ge- 
sandtschaft für  ihn  wirkte,  ist  es  dann  zu  gewagt,  anzunehmen, 
dali  Philipp  auch  vorher  mit  Bertrand  in  Verbindung  getreten 
ist?  Ich  meine  nicht*).  Allerdings  nicht  persönlich;  das  ist 
durch  die  bekannte  Beweisführung  von  Ralianis  wohl  ausge- 
schlossen, ist  aber  auch  nach  dem  ganzen  Wesen  des  Monarchen, 
wie  wir  es  jetzt  kennen,  an  sich  unglaubwürdig.  Aber  wohl 
durch  seine  Gesandten:  davon  hat  Villani  etwas  vernommen. 
Die  Ausschmückung  der  einfachen  Tatsache,  die  wirkungsvollen, 
theatralischen  Begrüüungs-  und  Huldigungsszenen,  die  einzelnen 
Verhandlungspunkte  sind  dann  wohl  seine  Beigabe;  er  konnte 
sie  leicht  dem  spätem  Verlauf  der  Dinge  entnehmen.  Gewili 
gehörte  die  Frage  der  Aufhebung  des  Templerordens  nicht  zu 
den  Verhandlungsgegenständen;  Klemens  V.  hat  erst  nach 
seiner  Wahl  davon  gehört.  ■  Ob  aber  nicht  die  Frage  der 
Union  der  beiden  Ritterorden,  die  Philipp  schon  früh  erwogen, 
ob  nicht  die  Colonnafrage?  Ob  nicht  diese  Punkte  zu  jenen 
geheimnisvollen  Erörterungen  im  Sommer  1305  gehörten,  die 
Phihpp  nur  einer  kleinen  Zahl  Vertrauter  mitteilen  durfte,  bei 
denen  der  Papst  die  jedenfalls  nicht  gewöhnliche  Äußerung 
tut:  Illa  personis  non  revelabis  aliis,  nisi  quas  credis  honorem 
nostrum  et  tuum  diligere  et  zelari^)V 

Was  ich  betonen  wollte,  ist:  Klemens  V.  war  im  wesent- 
lichen eine  Kreatur  Philipps  des  Schönen  und  war  sich  dessen 

')  Nidit  ganz  genau  bei  Holtzmann,  Willielm  r.  Nogaret  S.  131. 
Vgl.  Deliale,  Memoire  aur  les  Operations  ünanci^reB  des  Templiere  (in  Mira. 
de  l'iast.  nat.  de  Frstice  33)  p.  225,     Eitel  S,  95  Anm.  I. 

')  Dabei  möchte  ich  hinweisen  auf  die  inerkwttrdige  UbereiDStinipiuiig 
der  meisten  von  Viljani  gebrachten  angeblichen  Forderungen  mit  den  tat- 
sächlichen Furderungeu  Philipps  in  Poitiere  1308,  Vgl.  zunftchst  Holtimann, 
Wilhelm  von  Nogaret  S.  163. 

")  Balnzias,  Vit.  pap.  II,  63.  Allerdings  muß  man  berttcksichtigen. 
daß  Klemens  V.  In  seinen  Sclireiben  gern  Andeutungen  auf  CieheimhaltuDg 
machte  Wir  begegnen  in  seinen  politischen  Schreiben  ttberheupt  Ober- 
raschend  vielen  persSnlichen  Wendungen. 


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Die  PenOnlichkeil«ii  Philipps  d«s  ii^liCnen  und  KIcmsiiB'  V.  91 

bewußt  Nur  so  kann  man  sich  sein  Verhalten  dem  Könige 
g^Hiüber  erklären.  Denn  in  der  Abhängigkeit  des  Papstes 
vom  Könige,  deren  sich  beide  bewußt  waren,  beruht  die  Mög- 
lichkeit des  Teniplerprozesses.  Um  das  einzusehen,  denke 
nian  nur  an  die  Möglichkeit  eines  ähnlichei  Prozesses  unter 
Bonifaz  VIII.  und  König  Philipp!  Von  weltgeschichtlicher  Be- 
deutung ist  das  Zusammentreffen  zweier  so  gearteter  Charaktere 
wie  dieser  König  und  dieser  Papst. 

Wer  war  Philipp  der  Schöne ')  ^  Die  Frage  klingt 
sonderbar  angesichts  einer  so  bekannten  und  anscheinend  so 
markanten  Persönlichkeit.  Und  doch  ist  sie  wiederholt  erhoben 
und  noch  neuestens  in  verschiedenartiger  Weise  beantwortet 
worden.  Schon  vor  einem  Menschenalter  hat  ßoutaric  von 
einem  .schwierigen  Problem*  gesprochen,  wenn  er  auch  ent- 
schieden zur  Anerkennung  einer  ener^schen,  wilienskrälligen 
Persönlichkeit  neigte.  Die  Frage  wurde  aber  erst  brennend, 
als  ein  Mann  von  Bedeutung  und  besonders  von  der  zeitlichen 
Sachkenntnis  wie  Ch.  V.  Langlois  vor  einigen  Jahren  erklärte: 
,Die  Berichte  der  Zeitgenossen  Philipps  des  Schönen  und  seiner 
Söhne  enthalten  nichts,  oder  fast  gar  nichts  über  die  Persön- 
lichkeit dieser  Herrscher.  Wir  müssen  uns  begnügen;  wir 
werden  niemals  wissen,  wer  Philipp  der  Schöne  war;  es  wird 
stets  unmöglich  bleiben,  zwischen  den  beiden  Parteien  Stellung 
zn  nehmen,  von  denen  die  eine  erklärt,  daiä  er  ein  gro&er 
Mann  gewesen,  und  die  andere,  daü  er  alles  habe  tun  lassen." 

')  Für  das  folgende  genügt  der  Hinweis  auf  Uouturic,  La  France 
sona  Philippe  le  bd  p.  414  fT  und  tiuf  die  drei  jDogBten  CharakteriatlkpD 
ron  LiDglois  im  8.  Bande  der  von  E.  Lavisee  berauBgegebeoen  Hist.  de 
France  p.  119  ff.,  von  mir  in  Mlf)(5  XXVT^  1  ff.  und  KsrI  Wenck,  Philipp 
der  SchSne  von  Frankreich,  «eine  Persönlichkeit  and  das  Urteil  seiner  Zeit- 
geDosBen.  Die  so  anziehend  geschriebene  Studie  Wencks  darf  m.  E. 
dtaemden  Wert  auch  fSr  den  beansprnchen,  der  wie  ich  in  einer  Reihe 
Fiinulheiten  von  ihr  abweicht.  Das  gedrackte  (Juclleninnterinl  und  die 
Uteratnr  sind  in  einer  eratannlichen  Vollatäniligkeit  herangezogen.  Die 
liieiMbene  Stelle  des  BartholomHus  de  Neocastro  (.Muratori,  S8.  rer.  Ital. 
XIII,  11.59),  in  der  schon  am  1290  Philipp  als  korpulent  und  Sufierlich 
trtge  g<«ehildert  wird,  hat  Wenck  in  Ztschr.  f.  Kirchengeach.  XXVII,  197  f. 
Dicbgetrsgen.  Ich  schAtze  ihren  Wert  doch  bedeutend  höher  ein  als  Wenck; 
die  andern  dort  vorkommenden  Charakteristiken  Karls  II.  und  Eduards  1. 
und  im  Kerne  richtig. 


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9'2  Die  Pemöntichkeitun  Philipps  <leu  tJcliOnen  und  Klemena'  V. 

Wie  kam  Lang'lois  zu  dieser  resignierten  AulTassuni^?  Wenn 
bei  Philipp  dem  Schönen  auch  das  spätere  urkundliche  Material 
zur  Charakteristik  überwiegt  und  die  chronistischen  Schilde- 
rungen stark  zurücktreten,  so  begegnet  das  dem  miltelalter- 
liciien  Forscher  bei  so  manchen  Kaisern,  Königen  und  Pfipsten, 
ohne  dali  er  deshalb  sofort  an  der  Mögliclikeit  einer  Charakter- 
schilderung verzweifelt.  Aber  bei  Kömg  Philipp  ist  zweierlei 
Singuläres  zu  beachten.  Einmal,  daü  fast  alle  Chronisten,  die 
seiner  ausführlicher  gedenken,  uns  das  Bild  Philipps  mit  den- 
selben Farben  zeichnen.  Neben  ausgesprochener  Frömmigkeit 
ist  es  die  Abhängigkeit  von  seinen  Räten,  seine  Zurückhaltung 
beim  Erscheinen  in  der  Öffentlichkeit.  Man  könnte  aus  ihnen 
allen  als  den  Grundzug  seines  Wesens  körperliches  und  gei- 
stiges Phlegma  herauslesen,  wie  es  ja  zuweilen  Leuten  von 
besonderer  Schönheit  oder  Körperfülle  eignet. 

Dann  hat  Philipp  das  seltene  Glück  gehabt,  fast  während 
seiner  ganzen  beinahe  dreiEiigJährigen  Regierungszdt  bedeutende, 
über  das  Durchschnittsmaä  des  Mittelalters  weit  hervorragende 
Mitarbeiter  zu  besitzen ;  es  wird  uns  schwer,  die  Flöte,  Ni^rel, 
Marigny  und  den  besonders  als  Redner  in  meinen  Quellen  so 
stark  hervortretenden  Plaisians  nur  als  Handlanger,  Vollzieher 
königlicher  Befehle  zu  betrachten,  während  gerade  sie  in  den 
Quellen  liandelnd  und  redend  auflreteo.  Aus  solchen  Er- 
wägungen ist  unzweifelhaft  die  Zurückhaltung  Langlois  ent- 
sprungen. 

Ich  habe  in  meinem  Beitrage  zur  Charakteristik  dann 
gezeigt,  wie  auch  in  dem  bisher  unbekannten  aragonesischen 
Material  der  Zug  der  Zurückhaltung  des  Königs  in  geradezu 
auffälliger,  durch  keine  Etiketten-  oder  Forment'ragen  allein  zu 
erklärender  Weise  hervortritt;  wie  der  König  schweigt,  wo 
jeder  andere  Monarch  der  Zeit  reden  würde,  wie  er  sich  hinter 
den  politischen  Kulissen  auch  dort  hält,  wo  wir  einen  andern 
König  hervortreten  sähen  —  eine  äußerliche  Passivität,  die  bei 
Philipp  geradezu  etwas  Unheimliches  hat.  Tatsache  ist  und 
bleibt  also,  daß  dieser  tranzüsische  König  in  seiner  langen 
Regierungszeit  überraschend  wenig  direkte  Spuren  seiner  Per- 
sönlichkeit hinterlassen  hat.  Damit  muß  jeder  Forscher,  der 
auf  sicherm  Grunde  bauen  und  andere  überzeugen  will,  rechnen: 


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tKe  ^ereOnlichkeiteD  Philipps  dpa  ^hOnpn  und  Kt^ltiena'  V  dÜ 

L'nd  daram  ist  ein  synthetischer  Aufbau  dieses  königlichen 
Lebens  und  Wesens,  wie  ihn  Wenck  jüngst  in  der  genannten 
prächtigen  Studie  gebracht  tiat,  nicht  ohne  Gefahren.  Wer 
mma\  mißtrauisch  geworden,  den  öt>erzeugen  nicht  die  viel- 
faciieQ  E>edikationen  von  allerliand  wissenschaftlichen  und 
praktischen  Werken,  zumal  wenn  er  bedenkt,  daü  wir  uns 
dem  Zeitalter  der  Renaissance  nähern  und  schon  um  1300 
das  Dedizieren  an  hohe  Herren  allgemein  Mode  geworden  war: 
man  könnte  höchstens  die  Widmungen  der  Männer  höher  be- 
werten, die  Philipp  persönlich  gekannt  und  ihn  einer  richtigen 
Würdigung  för  fähig  gehalten  haben.  Den  Zweifler  überzeugen 
YOt  allem  nicht  die  Stellen  aus  den  königlichen  Urkunden,  in 
ilenen  das  „starke  Kraflbewußtsein  einer  leitenden  Persönlich- 
keit nach  Ausdruck  rang" :  der  Ausdruck  de  plenitudine  regia 
potestatis,  der  nach  Wenck  erst  1304  vorkommen  soll  und 
dann  so  [eicht  als  Herübernahme  aus  der  päpstlichen  Kanzlei 
erklärlich  ist,  die  Erwiderung  auf  Heinrichs  VII.  weitmonar* 
chische  Ansprüche  um  1310,  .die  doch  damals  bereits  Gemein- 
gut der  französischen  Publizistik  war;  den  überzeugen  vor  . 
allem  nicht  die  Kanzlei  Wendungen,  die  ein  höheres  Mai^htgettihl 
bekunden.  Das  ist  auch  sonst  Ausfluß  der  allgemeinen  poli- 
tischen Lage,  des  höhern  Nationalbewußtseins;  und  über  die 
Einwirkung  auf  die  Kanzler  durch  eine  bestimmte  Persönlich- 
keil bedarf  es  stets  genauer  Einzeluntersuchung,  die  gerade  in 
unserem  Falle  für  Philipp  den  Schönen  ergebnislos  bleiben 
mübte.  Nicht  in  der  Heftigkeit  der  Abwehr  gegen  Papsttum 
und  Kaisertum,  , sofern  sie  sich  ihm  als  übei^eordnete  Gewalten 
aufdrängten",  wird  der  Mißtrauische  etwas  Persönlich-Charak- 
terisierendes  sehen,  wohl  aber  in  dem  Berichte,  dalä  Philipp 
in  feindlicher  Versammlung  1303  einen  Fluch  über  seine  Söhne 
au^ssprochen  hatte,  wenn  sie  zugäben,  daLi  sie  die  Herrschaft 
über  Frankreich  von  einem  andern  als  von  Gott  hätten '). 

Und  dies  führt  uns  zur  positiven  Seite.  Wir  haben  doch 
eine  Anzahl  beweiskräftiger  Momente  im  Leben  Philipps,  welche 
die  Selbständigkeit  seiner  Persönlichkeit,  seinen  Mannescharakter 
und  seine  geistige  Veranlagung  und  Begabung  genügend   bc- 

')  W«ni-k  S.  49.     Dor  Wortlnat  im  RvcaeW  XXI,  X12  Anm.  ä. 


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d4  Dip  PoTsTinlicliknilen  Philipps  des  SchSnen  und  Klempns'  V. 

künden.  Wenck  hat  sich  um  ihre  Aufßndung  besondere  Ver- 
dienste erworben.  Allbekannt  ist  das  todesmutige  Verhalten 
Philipps  in  der  Schlaelit  von  Mons  en  Pev^Ie,  bewundert  von 
Freund  und  Feind  —  ein  Beweis,  da^  es  ihm  nicht  an  persön- 
lichem Mute  gebrach  und  data  es  nicht  feiges  Friedcnsbedilrrnis 
gewesen,  als  er  in  jungen  Jahren,  dem  aragonesisch-rranzö- 
sischen  Kriege  abhold,  der  Politik  seines  Vaters  und  der  Kurie 
entgegenarbeitete.  Und  wie  er  sich,  ein  JQngling  noch,  ent- 
gegen den  Lehren  seines  Erziehers  Aegidius  Colonna,  seiiie 
Räte  unter  den  Legislen  suchte,  so  hat  er  sich  seine  vor- 
nehmsten politischen  Helfer  auch  später  stots  selbständig  aus- 
gesucht und  noch  auf  dem  Todesbette  sich  als  den  Allein- 
schuldigen bei  ihrer  Auswahl  bekannt ').  Nicht  stets  war  er 
mit  seinen  Rilten  eines  Sinnes;  in  ausgesprochenem  (^^ensatzo 
zu  ihnen  suchte  er  auf  den  Gang  der  Politik  einzuwirken  auf 
einem  Gebiete,  das  er  als  seine  Lieblingsdomäne  zu  betrachten 
scheint,  auf  dem  Gebiete  der  Ausdehnung  der  französischen 
Machtsphäre.  Dafür  spricht  auch  das  eigenartige  Beformpro- 
gramm  von  1305,  das  ihm  persönlich  zugeschrieben  wird.  Er 
gehört  zu  den  wenigen  Monarchen,  die  in  den  letzten  Augen- 
blicken noch  die  geistige  Kraft  besagen,  ihren  Nachfolgern  ein 
Regierungsprogramm  zu  hinterlaiisen,  das  ihnen  eine  Richt- 
schnur geben,  sie  vor  Abw^en  warnen  sollte. 

Nein!  Philipp  der  Schöne  war  kein  Schemen,  keine  Puppe, 
kein  bloßer  Nachbeter  —  er  war  ein  selbständiger,  für  seine 
Handlungen  verantwortlicher  Charakter.  Nur  so  wird  man 
sich  das  Geschlossene,  das  strenp  Folgerichtige  seiner  Regierung 
erklären  können.  ,Es  ist  die  „unite",  von  der  Boutaric  spricht, 
das  Hervorblitzen  eines  einzigen  machtvollen  Willens."  So 
haben  ihn  auch  die  Zeitgenossen,  die  mit  ihm  zu  tun  hatten, 
oder  die  frei  üt>er  ihn  sich  äuljern  durften,  aufgefalät.  Wie  er 
der  Gigant  und  der  Goliath  Dantes  ist,  so  wiederholen  arago- 
nesische  Berichte  von  ihm :  Der  König  kann  alles,  der  König 
tut   alles,    was  er   will !     Er  ist  Papst,    König   und  Kaiser  in 

')  So  wird  doch  wohl  die  Stelle  in  Baldrichs  Bericht  aber  Philipps 
latete  Tage  und  Tod  zu  deuten  sein.  Der  KDiilg  sagte :  malo  consilio 
dnclus  ot  qnod  ipaemet  erat  causa  mali  conailii  sui.  Wenck  Qberseizt:  ,Er 
sei  eelhet  die  Ursache  geweiscn  des  aolih'rhten  ihm  gewordenen  Bates." 


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Die  Pemünticfakeiten  Philipps  des  SchCnen  un<l  KIonrnnH'  V.  ^h 

einer  Persoo!  ')  Er  leitet  die  Aktionen  ein,  oft  nur  mit  einigen 
wenden  Worten,  das  übrige  wird  seinen  Räten  Oberlassen; 
Ikj  den  wichtigsten  Entscheidungen  wartet  man  auf  seine  An- 
kunH.  Ich  habe  schon  an  anderer  Stelle  darauf  hingewiesen, 
wie  das  beim  Konzil  von  Vienne  hervortritt*).  Monatelang 
haben  die  Verhandlungen  gedauert,  die  franz^tschen  Oesandten, 
selbst  Enguerrand  de  Marigny  und  Nogaret  sind  wiederholt 
erschienen,  und  doch  rucken  die  Sachen  nicht  voran.  Erst 
als  Philipp  in  Lyon  und  dann  am  Konzilsorte  eintritt,  persön- 
lich mit  Klemens  verhandelt,  ist  in  kürzester  Frist  die  Ent- 
!:<-lieidung  über  den  Templerorden  und  seine  Güter  getrofTeii. 
Andererseits  darf  aber  auch  nicht  übersehen  werden, 
was  doch  schon  den  Zeitgenossen  aurgefallcn  ist  und  was  sie 
diinn  in  eine  falsche  Formel  gebracht  haben:  Philipps  Rilte 
Irelen  unter  ihm  ungemein  hervor,  ja,  ich  möchte  behaupten, 
wir  kennen  kaum  eine  wichtige  Entschließung  des  Königs 
ohne  seine  Ratgeber.  Das  findet  man  in  den  Urkunden  des 
II.  Bandes  und  in  den  andern  Verhandlungen  Aragoniens  mit 
Frankreich.  Und  dies  fuhrt  mich  zur  nochmaligen,  schärferen 
Wiederholung  dessen,  was  ich  bereits  früher  ausgesprochen. 
Philipp  der  Schöne  scheint  mir  kein  Mann  der  ungestümen 
Initiative,  der  Ersinner  höchstgewagter  folgenschwerer  Opera- 
tionen zu  sein;  das  müßte  doch  in  irgendeiner  Weise  zum 
Ausdruck  kommen.  Ich  sehe  in  ihm  eine  wohlunterrichtete, 
üuüerlich  kalte,  weil  kühl  überl^ende,  wesentlich  rezeptive 
Persönlichkeit,  die  innerlich  für  ein  Ziel  nur  glüht:  höchste 
Machtentfaltung  des  französischen  Staates  im  Innern  und  nach 
Außen,  den  weltlichen  Mächten  und  der  Kirche  gegenüber, 
deren  unbestreitbares  Verdienst  es  ist,  das  nach  dieser  Rich- 
tui^  hin  einmal  als  richtig  Erkannte  mit  allen  Mitteln,  selbst 
mit  den  größten  Gefahren  für  sich  wie  für  den  Staat  durch- 
geführt zu  haben.  In  der  Durchführung  eines  einmal  gefaßten 
Entschlusses  war  er  von  eiserner  Hartnäckigkeit;  wehe  der 
weichen ,  nachgiebigen  Natur,  die  wie  Klemens  V.  in  sein 
politisches  Gehege  kam! 

'l  Htg  di^ae  Wendung  auch  nicht  vereinzelt  sein,  so  weist  sie  duch 
snf  die  moDieotaue  Einschützung  der  Mnclitatellung  dos  Königs  hin. 
')  MIÖO  XXVI.  19  f. 


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de  t)ie  Wrsi-Snlichkriten  Philipps  des  ScliSnen  nnd  Kiemcnn'  V. 

Philipp  der  Schöne  war  kein  leidenschaftlicher,  zu  Ex- 
zessen geneigter  Charakter  —  keine  Spur  von  L.eicht1ebif;keit, 
keine  anstö&^e  Anekdote  wird  von  ihm  berichtet;  mit  37  Jahren 
Witwer,  blieb  er,  ein  damals  seltener  Fall,  ledig  —  er  war 
auch  kein  kirchenfeindlicher  Tyrann,  wozu  ihn  manche  Kreise 
immer  wieder  stempeln  möchten.  Die  mehrüach  Überlieferten 
Züge  starker,  volkstüniliclier  Religiosität  aus  seinem  Leben  zu 
streichen,  geht  nicht  an.  Er  hat  das  Papsttnm  in  seinen 
damaligen  politischen  Bestrebungen  mit  einer  selbst  damals 
unerhörten  Schärfe  bekämpft,  er  hat  den  Templerorden  ver- 
nichtet, aber  beide  Male  hatte  er  höchste  kirchliche  Kreise. 
Kardinäle  wie  Napoleon  Orsini,  ja  im  letztem  Falle  auch  den 
Papst  auf  seiner  Seite.  Nur  religiöse  Heuchelei  bei  seinen 
großen  politischen  Aktionen  anzunehmen,  wäre  ganz  irrig.  Er 
glaubte  damit  Gott  und  dem  Glauben  zu  dienen,  indem  er  zugietrli 
seinem  Lande  und  sich  diente.  Die  Handhabe  bot  ihm  die 
bis  ins  Ungeheuerliche  ausgedehnte  enge  Verquickung  von 
Kirchlichem  und  Politischem,  Religiösem  und  Weltlichem.  ,Erst 
wenn  wir  beides,  die  starre  Bechtgläub^keit  und  die  rück- 
sichtslos durchgreifende  Herrschernalur,  zusammennehmen  — 
sagt  Wenck  mit  Recht  —  erhalten  wir  den  ganzen  echten  Philipp.' 
Für  ihn  gibt's  auch  in  der  Politik  nur  religiös-politische  Ideen: 
Niemals  ist  der  religiöse  Charakter  des  französischen  König- 
tums  so  scharf  betont  als  in  seiner  Zeit ') ,  von  Philipp, 
Klemens  V.  und  andern,  niemals  die  religiöse  Pflicht,  dieses 
Königtum  zu  stützen  und  zu  fördern,  so  klar  in  den  Urkunden 
ausgedrückt.  Darum  auch  das  stete  Liebäugeln  mit  Kreuz- 
zugsplänen; ob  er  Jemals  ernstlich  an  die  Durchführung  ge- 
dacht, bleibt  fraglich.  Aber  dieses  religiös-politische  Element 
durfte  dem  Ideenkreise  der  französischen  Politik  damals  nichl 
fehlen,  ebensowenig  wie  der  otl  wiederkehrende  Gedanke,  dab 
Frankreich  und  sein  König  verpflichtet  seien,  im  Einzelfalle  die 
Leitung  der  Kirche  zu  übernehmen,  wenn  das  Papsttum  seine 

')  Den  religiösen  Nimbus  des  Königtnma  deatet  besonder«  eine  l'rk. 
im  ChfirtuUriuni  universitstis  Parisicnsie  {ed.  Denifle  et  Cbatelain)  II  Nr.  664 
aus:  lllustrlMimi  rcgni  FrMicorum  reges  clirietiuileBimi  noD  tarn  magoi- 
tudtne  potastatiB  quam  mornm  venuetftte  ac  pietate  cliristiane  reiiginniB 
clariiiBBe  dicuntiir. 


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Die  PerBanlicIikeiten  Philipp«  des  SchOnen  und  Klemena'  V.  97 

fcirehlicheii   Pflichten   lässig   erfülle.     Und    fOr   unmöglich  halle 

ich  es  nicht,   dati   Philipp   nach  Riemens"  V.  Tode   mit  dem 
lie<liinkon,  Papst  zu  werden,  geliehäugelt  hat. 


.Niemals  war  das  Papsttmn  so  mißachtet  und  verachtet 
als  jetzt"'),  sagte  1308  ein  beinahe  sech/^igjähri^fcr  Kiiriale, 
Augustinus  Triumphus,  einer  der  eifrigsten  Vorkämpfer  für  dns 
Papsttum  unter  Jnhann  XXII.  Und  dieses  harte  Urteil  be- 
sUUigt  Kardinal  Napoleon  Orsini.  Nach  ihm  hat  Gott  Riemens 
ijerade  abberufen,  als  er  die  Rirohe  vollends  zugrunde  richten 
»Yollte'),  Woher  diese  herben  Worte?  Riemens  war  doch  kein 
ofwaltläliger  Charakter  wie  Bonifaz  VIII.,  nicht  moralisch  an- 
n'iclii^  wie  ein  Alexander  VI.  Aber  er  war  ein  schwächlicher 
(icrühlsmcuscli,  kleinlich,  einseitig,  stets  in  erster  Linie  seiner 
Venvandten  gedenkend,  dem  weniger  Mächtigen  geffemlbor  olt 
von  erfoigroicher  Hartnäckigkeit,  Philipp  dem  Schfinen  gegen- 
fiber  dagegen  nachgiebig  wie  kaum  ein  Papst  einem  weltlichen 
Herrscher ;  und  letzleres  hat  ihm  Mit-  imd  Nachwelt  nicht 
veraiehen. 

Wollen  wir  gerecht  sein,  so  dörfen  wir  nicht  übersehen, 
rialj  Riemens  ein  kranker  Mann  während  seines  ganzen  Poii- 
lilikütes  gewesen  ist.  Man  hat  früher  über  die  Ängstlichkeit 
gescherzt,  mit  der  er  für  seine  Gesundheit  besorgt  gewesen 
sei;  man  wird  es  nach  den  von  mir  veröffentlichten  Rcrichlen 
nicht  mehr  tun.  Ein  sicheres  Rrankbcitsbild  haben  wir  nicht: 
jttlenfalls  hatte  er  ein  schweres  Mngen-  und  Darnileiden,  das 
vielleicht  in  den  letzten  Jahren  in  Schlimmen^s  ausgeartet  i^t, 
Unmöglich  wäre  ja  nicht,  dali  das  l^bel  sich  jahrelang  vor- 
iK.Teitet  und  dem  Patienten  wie  alle  Lebensfreude  so  auch 
slark  die  Talkraft  geraubt  hat.  In  der  Heftigkeit  dos  Übels 
oder  in  unbekannten  Begleiterscheinungen  muLi  die  oft  Monate 

')  Ans  den  Tageii  Bonifaz  Vlll.  H.  KCl. 

*1  Bainz»,  Vita«  pnp,  Avenion.  IE,  291:  Si  coiiiplfi^et  et  erdeaiBm 
destmiigset.  li'li  aelie  hier  van  Danlvs  Urteil  nb;  es  bedarf  noch  il^r 
näbcTD  Unteranohang.  Nicht  unmciglich  ist,  daß  Dante  schon  vor  Villnni 
aaf  geheime  Verhandlungen  von  Klemena  mit  Philipp  vor  der  Wahl  aiige- 
spirit  hat. 

Finke,  Papattam  and  UnterganK  des  TemplirrordenB,    I.  7 


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93  Die  PersSnlicbkeiten  Philipps  des  SchSnen  nnd  Ktemens'  V. 

dauernde  Isolierung  des  Papstes  begründet  sein  ')■  Kaum  ist 
Klemens  gekrönt,  so  plagen  ihn  schon  rheumatische  Be- 
schwerden, ein  paar  Monate  später  befAllt  ihn  jene  schwere 
Krankheit,  die  beinahe  ein  Jahr  währt  und  noch  lange  Monate 
eine  .unglaubliche  Körperseh  wache"  zurückläßt  2).  Die  Krisis 
scheint  in  den  Monaten  August  bis  Ende  Dezember  ISO«  ge- 
wesen zu  sein.  Während  dieser  ganzen  Periode  sind  nur  seine 
vier  Verwandten,  die  Kardinäle  Raimund  dei  Got,  Arnald 
Peiagrua,  der  Kämmerer  und  der  Referendar  (Arnald  de 
Cantalupo  und  Guiilelmus  Arrufat)  um  ihn.  Sonst  soll  ihn 
niemand  besuchen.  Immer  wieder  heiM  es:  Nullus  cardinali:: 
videt  euni  nisi  illi  quatuor  sui.  Vor  Mitte  September  drängen 
die  andern  Kardinäle,  ihn  endlich  zu  sehen;  sie  wollten  sich 
auch  fiber  die  Lage  der  Kurie  iniormieren:  So  können  sie  den 
Kranken  einen  Moment  sprechen.  Ein  neuer  starker  Anralt  Mitte 
Oktober  veranlagt  die  vier  vertrauten  Kardinäle,  ganz  beim 
Kranken  in  Pessac  zu  bleiben;  ein  zweiter  Versuch  des  li. 
Kollegs,  das  trotz  Schnee  und  schlechten  Wetters  herüberge- 
kommen, um  Ktemens  zu  besuchen,  miiÄlang;  unverrichtetersache 
kehrten  die  Kardinäle  heim,  was  natürlich  slarke  Aufr^rung 
verursachte.  So  leiert  der  Papst  Weihnachten  allein,  erst  nach 
Epiphanie   1307  können  die  andern  Kardinäle  ihn  sprechen. 

Merkwürdigerweise  scheint  der  .schwache  Körper  die 
furchtbaren  seelischen  Stürme  der  Jahre  1307  und  1308  ohne 
stärkere  Rückfälle  Oberstanden  zu  haben.  Erst  später,  wohl 
seit   Beginn    130!),    setzten  dann   die  zahlreichen   Krankheits- 

')  Die  dann  vom  Volke  mi&deutet  wurde;  maii  schloß  ouf  einp 
geheime  Liebschaft  des  Papstes,  Villani  und  Albertino  Mtissato  haben  diest« 
UerOcht  verbreitet. 

')  Ich  gebe  einige  Stellen:  Baluze  II,  65,  77,  90;  Fioke  li.  17-  2»^. 
209—211:  de  colica  passione  .  .  .  gravatus  fortiter  fuerat;  Finke  11,  21T: 
Dupuy,  Hiat.  des  differends  p.  bU  u.  ü.;  Mumtori,  SS.  rer.  Ital.  XI,  194: 
Mortaus  est  .  .  .  horribili  morbo  lupuli;  XI,  \2'il,  1242:  Fuerat  autoin 
multo  tempore  inflrnius  de  torsionibus.  ex  quibua  perdidit  appetituin. 
imnio  interduTn  pntiebatur  (luxurn  et  per  ipsum  mitigebantur  tortiones. 
Interdum  vero  patiebatur  vomitum  et  sie  de  talibiis  pasaioiiibua  moritur 
(daaselbe  Daluze  I,  5ö],  Arngoaesische  Berichterstatter  rechnen  1307  und 
1308  mit  seinem  Tode:  Finke  II,  124.  Dann  ein  Sehreiben  im  Archiv  m 
Barcelona,  Templsrios  Nr.  193:  Nee  est  periculum  ...  in  ipaia  niai  mors 
pnpe.    Das  war  kurz  nach  der  Tempicrgo  fangen  na  hnie  am  28.  Oktober  IKOT! 


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Die  Perailnlichkeiten  Philipps  des  Scliünen  und  Klumens'  V.  90 

notizen  Jahr  für  Jahr  wieder  ein.  Wie  schwer  es  ist,  den 
Rekonvaleszenten  zu  sehen  oder  gar  zu  sprechen,  schildert 
liüchät  anschauhch  ein  Bericht  des  Johann  Burundi  vom  Jahre 
1312:  die  Petenten  stellen  sich  an  den  Feldwejien  auf,  über 
die  der  Papst  lan^'sam  reitet,  aber  apathisch  merkt  er  nicht 
finnial  bekannte  Gesichtor ').  Die  beiden  letzten  Jahre  krän- 
kelt or  fast  ständig;  die  KrAfte  nehmen  ab;  unruliitr  zieht  er 
Ton  einem  Ort  zum  andern,  schlieliüch  lioffl  er  in  der  geliebten 
lleimatlud  zu  gesunden,  aber  bevor  er  nadi  der  Gascogne  auf- 
brwhfn  kann,  ereilt  ihn  am  20,  April  IHH  der  erlösende  Tod  -'). 
lind  noch  «'in  zweites  darf  man  nicht  vergessen;  «lie 
enormen  Sei iwterigk eilen,  mit  denen  Klemens  mehr  wie  ein 
anderer  neuer  Papst  zu  kämpfen  hatte.  Auf  ihn  hallen  sich 
>li)'  Stimnien  der  bonifazianischen  und  französischen  Karditmls- 
parlei  voreinigt,  aber  darum  waren  die  fJegensatze  der  l)eiden 
nicht  geschwunden.  Gemildert  wurden  sie  in  etwa  dtirch  den 
Tod  des  Hauptes  der  Bonifazianer,  Matteo  Bosso,  der  s<-lion 
iiuF  der  Beise  nach  Lyon  starb.  Vielleicht  war  auch  die  Kni- 
sendung Napoleon  Orsiius,  des  Hauptes  der  andern  Partei,  als 
Legalen  nach  Italien  nicht  ohne  Bücksicht  hierauf  gesrheheii, 
wenn  ihn  auch  seine  I'ersönliclikeit  besonders  für  das  Amt 
empfahl.  Gerade  die  ersten  entscheidenden  Jahre  bleibt  dieser 
so  (lern  kurialon  Leben  fern;  als  er  zurück kelirte,  waren  neue 
Verliällnisse  gescbafTeii.  Aber  daü  die  alten  Partcigegcnsäl ze  noch 
lioslanden,  durch  die  Anfnahnie  der  Golonnns  ins  b.  Kolleg 
wieder  vcrschürll  wurden,  zeigt  das  genioinsainc,  fast  revoliilionilre 
Voigelien  der  Bonifazianer  im  Jahre  1^1(1  gegen  die  verbauten 
Zeugen  im  Bonifaz-Prozesso,  Bcnothkt  XL  war  diesen  Schwierig- 
keiten erlegen,  Klemens  half  sich  mit  einem  Pairechub.  I>ie 
vieiberufene  erste  grofee  Kardinalspromotion  vom  Dezember  l'M>ö, 
also  kurz  nach  der  Krönung  des  Papstes,  muü  docli  auch 
unter  obigem  Gesichtspunkte  betrachtet  werden.  Nicht  blolj 
iliirch  die  vier  Ver\vandton  des  Papstes,  sondern  vielleicht  noch 
mehr  dadurch,  daß  jetzt  zehn  Kardinäle  vorhanden  waren,  die 
wie  der  Pcpst  dem  bisherigen  Parloigotricbe  der  Italiener  lei'n- 

')  Pinke  II,  209. 

1   Über   Mip  Alter   feliU   es  an  Angaben.     Hin  ütiprlebt«  cino  Tanti; 
nnd  Sebwestem.    Archiv  f.  Lit.  n.  Kgoach.  V,  15. 


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100         Die  PersOnlicliheiten  Philipps  Aea  Scliünen  und  KlemeDs'  V. 

standen,  erhielt  sie  ihr  besonderes  Gepräge.  Wühl  waren  es 
kaum  mehr  als  ein  Drittel  homines  novi,  aber  mit  dem  Kerne 
der  alten  französischen  Partei,  besonders  den  gebornen  Fran- 
zosen, war  doch  eine  kompakte  Mehrheit  gescliafTen:  die  Boni- 
fazianer  standen  völlig  zurück.  Wahrscheinlich  erst  nach  der 
Beendigung  des  bonifazianischen  Prozesses  und  nacli  der 
zweiten  großen  Promotion  von  1810  fühlt  sich  das  gesamte 
italienische  Element  in  den  Hintei^rund  gedrängt;  erst  von  der 
Zeit  ab  an  dürfte  das  Wort  Napoleon  Orsinis  völlig  wahr  sein: 
Nos  Italic!  sicut  vasa  testea  reiecti  sunius. 

Schlimm  war,  dals  Klemens  die  Auswahl  nicht  in  erster 
Linie  nach  religiösen  oder  auch  nur  kirchlichen  Motiven  ge- 
troffen: Per  cum  fuil  hoc!  Eine  starke  Verweltlichung  im 
Kardinalskollcgium  ist  unbedingt  zuzugestehen;  vor  allem  die 
päpstlichen  Nepoten  hatten  durchaus  andere  als  ausgesprochen 
religiöse  Interessen.  Aber  andererseits  ist  es  verkehrt,  von 
einem  sittlichen  Tiefstand  zu  sprechen ;  weder  dem  Papsle, 
noch  den  Kardinälen  werden  Vorwürfe  wie  in  den  Tagen 
Klemens'  VI.  gemacht.  Inwieweit  sich  Klemens  durch  seine 
Ernennungen  zum  Herrn  an  der  Kurie  gemacht  hat  und  das 
Verhalten  des  Kardinnlkollegiums  einheitlicher  als  in  früliem 
Jahren  war,  läöt  sich  schwer  sagen.  Vollste  Einheitlichkeit 
herrschte  wohl  nur  zwischen  ihm  und  der  immer  größer  wer- 
denden Schar  der  Gascogner,  obwohl  auch  hier  Abstufungen 
zu  erkennen  sind,  wie  sie  mit  merkwürdiger  Offenheit  der 
Papst  einmal  dem  Gesandten  Vtdal  de  Villanova  zugesteht! 
Wir  wissen  von  Opposition  bei  einzelnen  entscheidenden  Akten: 
So  beim  Vorgehen  gegen  die  Templer  jene  mächtigen  und 
reichen  Kardinäle,  doch  wohl  aus  des  Papstes  nächster  Um- 
gebung, aber  nur  solange  der  Papst  selbst  noch  unentschieden 
war;  so  die  Opposition  des  Kardinalbischofs  von  Paläslrinn 
g^en  die  Anerkennung  des  römischen  Königs  vor  der  defini- 
tiven Entscheidung,  so  vor  allem  die  Opposition  der  Kardinäle 
gt^en  die  Pläne  des  Papstes  auf  dem  Vienner  Konzil,  aber 
auch  hier  nur  vor  der  endgültigen  Entscheidung;  so  auch 
manchmal  in  minder  wichtigen  Angelegenheiten,  SchlieQlicIi 
deckt  sich  doch  die  Entscheidung  des  Kardinalskollegiums  mit 
der   des   Papstes,     Freilich    aiirfällig   stark   und   oft   erscheinen 


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Die  PerMnticbkeiten  Philipps  dea  SchOnpn  and  Klemens'  V.         101 

die  gelteimen  Mißbilligungen  der  päpstlichen  Politik  durch  ein- 
zelne Kardinäle  *)  —  in  die  ÖSentliclikeit  haben  sie  sicli  nicht 
gewagt. 

Wenn  man  die  Schicksale  des  b^innenden  Avignone- 
sischen  Papsttums  sctiitdert,  vei^ißt  man  nie  auf  die  Unordnung 
und  auf  die  Geldgier  des  Papstes  und  der  Kurie  hinzuweisen.  Die 
l'oordDung  ist  Tatsache.  Man  lese  nur  die  ersten  Berichte  Johann 
Bui^undis  nach  der  Krönung:  Nichil  fit  hie  iuxta  morem  solitum. 
L"nd  noch  zwei  Jahre  später  zeichnet  Augustinus  Triumphus  die 
Verhältnisse  nicht  anders:  .An  der  Kurie  gibt's  keine  Ordnung, 
vielmehr  lauter  Unordnung  und  Umkehr  aller  guten  Gewolin- 
lieiten."  Es  ist  doch  ein  starkes  Stock,  da^  noch  im  Jahre 
1309,  als  die  Kurie  in  Avignon  festen  Fu6  gefaüt,  die  Tür- 
liüter  und  Kammerherren  des  Papstes  von  den  ar^onesisctien 
Gesandten  Trinkgelder  verlangen,  sonst  würden  sie  ihnen  den 
Zugang  zum  Papste  versperren !  *)  Man  darf  auch  hier  darauf 
hinweisen,  daü  es  der  Kurie  besonders  schwer  wurde,  sich  in 
einem  fremden  Lande  einzuleben;  aber  unzweifelhafl  fehlte  es 
hier  an  einem  leitenden,  energischen  und  durchgreifenden 
Willen,  Gerade  in  Geldsachen  war  die  Schwäche  des  Papstes 
wohl  nur  allzu  bekannt.  Freilich  muß  die  historisclie  Gerech- 
tigkeit auch  hierbei  einigen  Vorbehalt  machen :  Die  Geld- 
crpressungen  von  Bischöfen  und  Abten  —  wie  Johannes  von 
St.  Viktor  sich  ausdrückt  -  während  des  Aufenthaltes  in 
Lyon  und  Bordeaux  sind  nachweisbar  erfolgt*);  nachweisbar 
war  auch  die  Mißstimmung  beim  französischen  Klerus  und 
F'liilipp  dem  Schönen  sehr  stark.  Aber  die  Frage  ist  doch 
nuch  zu  stellen:  Wie  sollte  die  Kurie,  in  ihrer  üblichen  Aus- 
gestaltung Hunderte  von  Personen  zählend,  imler  den  neuen 
Verhältnissen  existieren?  Vor  allem  das  Kardinalskolleg  mit 
seiner  stattliclien  Klientel?    Da6  hier  Schwierigkeiten  sich  er- 

')  Im  zweiten  Bande  finden  sieb  allerlei  interesBante  Belege. 

';  La  mainr  fedea  et  maior  deacomtiDBlea  es  lo  fet  de  1a  cort, 
Khreibl  Beinirt  dea  Fonollar  bei  disHer  Schilderung.  Finke  11,  185.  So 
nhalten  denn  ancb  1313  fOnf  magietri  hostiarii  des  Papstes  vom  arago- 
DMiacben  Knnige  Empfefalnngebnefe  für  seine  Geaandten!  Barcelona,  Reg. 
S.36f.  154. 

'I  Vgl.  Revue  des  queat.  biet.  X,  317.    Finke  H,  Ib. 


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102         Die  rersünlii-likuitau  Pbllij'pa  <lea  SchÜneti  und  Klemrna'   V. 

t'alien,  erhellt  aus  den  durcliaus  vertraulichen  und  für  den 
Kardinal  Gaelani  bcstinimlen  Auaröhrungen  des  Augustinus 
Triuniphus:  Teurung  auf  der  einen  Seite,  Fehlen  der  gewolinlfn 
römischen  „udminicnla'  auf  der  andern  Seite.  Nicht  alle  Kar- 
dinäle waren  so  glücklich  wie  Napoleon  Orsini,  sich  von 
Frankreich  und  Spanien  gewaltige  Jahicsrenten  zu  verscIiafTcii 
oder  wie  die  Nepoten  dos  Papstes  für  politische  Dienste  groüe 
Trinkgelder  einzunehmen.  Das  Geschenkgeben  seitens  dt-r 
Fürsten  und  das  Nehmen  seitens  der  Kardinäle  war  sicher 
schon  seit  Mitte  des  13.  Jahrhunderts  üblich  ').  Aber  die  Fonn 
des  Trinkgeldes  und  der  dauernden  Rente  scheint  doch  seit 
Klemens  V,  eine  sehr  viel  stärkere  Verbreitung  gefunden  zu 
haben.  Hart  war  ja  die  Taxierung  manchen  Klöstern,  und 
ganz  glimpflich  ist  man  dabei  nicht  immer  verfahren,  aber 
man  ging  doch  vor  nach  dem  damals  wohl  nirgends  geleug- 
neten Grundsalze:  Clerici  omnes  et  isti  et  ilü  sunt  omnes  de 
regno  pape'). 

Nichts  ist  schwieriger  wie  die  Beurteilung  des  linanziellca 
Gebarens  eines  Papstes  im  spätem  Mittelalter,  da  man  in  den 
seltensten  Fällen  sicher  feststellen  kann,  ob  hier  —  nachdem 
man  die  Entwickelung  des  päpstlichen  Finanzwesens  einmal 
als  gegeben  ansieht  —  ein  pereönliches  Verschulden,  ÜberniaS 
oder  Willkür  oder  iiUr  ein  Beharren  im  gewöhnlichen  Geleise 
vorliegt.  Denn  hier  versagen  zu  oft  die  Grundlagen;  die  Will- 
kür in  der  Aufzeichnung  der  päpstlichen  Register  i.st  ebenso 
grolj  wie  die  Willkür  in  den  Klagen  der  Chronisten,  besonders 
der  Engländer.  Wenn  auf  die  Zehnten  hingewiesen'')  wird, 
die  ,so  oft  wie  noch  niemals  früher*  ausgeschrieben  wurden, 
so  nmü  ich  für  Aragonien  darauf  hinweisen,  dalj  Jayme  II. 
schon  von  Bonifaz  Vlll,  ab  an  dauernd  den  Zehnten  erhielt, 
von  dem  übrigens  nicht  immer  Klemens  V.  die  Hälfte 
bekam.  Und  wenn  der  „Strom  von  Expektanzen  und  Provi- 
sionen"   hervorgehoben    wird,    so    ist   doch    auch    zu   betonen, 

')  Wternfeld,  0  Knid  Johann  (iaWaii  Orsini  (19051  S.  19  heU  liervor. 
dag  dieber  Kaidinal  der  ejnxige  gewusen,  der  in  seiner  Zeit  keine  Trink- 
gelder genommen  hAtte. 

■l  Finke  II,  20. 

■■)  llnüer,  Papeltum  und  Ki rohe nre form  I.  '45. 


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Die  l'ersönlicliheiteu  Philipps  des  Schöneu  und  Klemens'  V.        103 

daß  in  Äragonien  erst  unter  Johannes  XXII.  hierüber  die 
bittern  Klagen  ertönen,  besonders  gegen  die  Einführung  fremder 
Kleriker.  Jedenfalls  ist  bei  der  Unsicherheit  der  Aufzeichnungen 
in  den  päpstlichen  Registern,  die  auch  Haller  an  anderer  Stelle 
betont,  vorsichtige  Beurteilung  am  Platze  för  die  .Klemen- 
lioischen  Jahrmärkte*.  Finanzielle  Willkür  und  Übermali  treten 
nachweisbar  bei  der  Besetzung  der  höchsten  Pfründen  hervor; 
ob  der  Satz  Napoleon  Orsinis,  dai  ,sie  fast  alle  durch  Kauf 
und  Verkauf,  durch  Fletsch  und  Blut  (d.  h.  die  Nepoten)  in 
die  Hände  ihrer  Besitzer  oder  vielmehr  Usurpatoren  gelangt 
seien",  buchstäblich  richtig  isl,  bleibe  dahingestellt ').  Jeden- 
falls genügen  die  bekannten  Fälle,  um  hier  eine  schlimme 
finanzielle  Mißwirtschaft  festzustellen.  Dem  von  Haller  Ange- 
führten füge  ich  bei,  daß  der  Elekt  von  Tarragona  20000 
dulden  zahlen  sollte,  aber  erklärte,  daß  er  lieber  verzichte,  als 
sein  Erzbistum  und  seine  Seele  zugrunde  zu  richten,  daß  man 
vom  Abt  von  Cluny  trotz  der  Einmütigkeit  seiner  Wahl  an- 
geblich die  kolossale  Summe  von  200000  Gulden  forderte!*) 
Solche  exorbitante  Ausgaben  einzelner  Bistumskandidaten  ge- 
hören wohl  zu  den  servilia  secreta,  deren  Schuldscheine  Kle- 
mens V,  vor  seinem  Tode  zu  vernichten  befahl.  So  begreift 
man  es,  daß  bei  der  ersten  Nachricht  von  der  Gefangennahme 
der  Templer  an  manchen  Stellen  sofort  auf  Geldschröpfimg 
seitens  des  Papstes  und  Philipps  des  Schönen  geschlossen 
werden  konnte!  Ist  nun  das  Ergebnis  der  päpstlichen  Finanz- 
politik ein  exorbitantes?  Nach  Ehrle'')  gingen  jährlich  min- 
destens 200-  bis  250000  Goldgulden  ein,  ungefähr  100000 
wurden  für  die  Hofhaltung  verwendet,  das  andere  zurückgelegt, 
und  so  wuchs  in  neun  Jahren  der  Schatz  auf  eine  Million  an. 

')  Damit  deckt  eich  fast  die  Mitteilaag  Jobannes  Burguadi  vom 
€.  Jnti  1306:  Dicitnr  eciBui,  quod  diaplicet  regi,  quia  dominus  papa  incon- 
tinenti,  cum  seit  aliquarn  ecciesinm  vacare,  reservat  eam  provisioni  sue. 
Finke  II,  15  f. 

t  Fioke  II,  185.  Wsbrscbeiiilich  bat  der  Erzbiachof  vun  Tarragona 
doch  gezahlt.  Um  die  gewaltige  Summe  van  seinem  Klerus  wiederau- 
eiliilten,  plante  er  eine  Visitation  der  Kirchen  seiner  Erzdiözese  auf  eine 
Reihe  von  Jahren  —  aber  in  absentia  durch  einen  I'rokurator,  der  jfthrlich 
von  jeder  Pfarrei  6  Pfand  Turnoaen  erbeben  sollt«. 

•)  Archiv  f.  Lit.  u.  KgeocU.  V.  U7. 


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104         Die  Pcraüulichkoitoii  PhilippB  (loa  iklidnen  und  Klomena'  V. 

Diese  ZifTeni  zeigten  im  Vei^leiche  mit  den  uns  erhaltenen 
Kannnerrechnungeii  der  folgenden  Pontitikate  durchaus  nichts 
AufTälliges.  Ehrle  führt  dann  die  Ausgaben,  leider  nicht  die 
Einnahmen  an.  Jedenfalls  zeigt  sich  gegeniiber  dem  Schatze 
Johanns  XXil.,  wenn  dieser  tatsächlich  nur  700000  Goldgulden 
betrug,  eine  starke  Abnormität:  Kleniens  sammelt  in  9  Jahren 
über  eine  Million  und  Johann  in  18  Jahren  nur  7Ü0OOÜ  Gulden, 
und  dabei  gilt  dieser  Papst  als  besonders  sparsam,  ja  geizig! ') 

Doch  für  wen  hat  Kleniens  V.  gesammelt?  Viel  mehr  als 
die  obigen  doch  immerhin  unsichern  Feststellungen  gibt  dieses 
Fingerzeige  zur  Beurteilung  seines  Wesens.  Das  päpstliclie 
Testament  liegt  vor.  Mehr  als  300000  Gulden  sind  an  die 
Könige  von  Frankreich  und  England  verliehen;  halb  und  halb 
wird  mit  der  NichtZurückzahlung  gerechnet;  300000  Uulden 
erlitllt  der  Nepote,  Viconite  de  Lomagne,  für  die  zukünflige 
Ausrüstung  einer  Rilterschar  zur  Teilnahme  an  einem  allge- 
meinen Kreu7.7.uge;  200000  Guidon  werden  Legate  fiir  Ver- 
wandte, Vertraute  und  Diener;  200000  Gulden  endlich  ^Icn 
zu  allerlei  guten  Zwecken  in  Südfrankreich  verbraucht  werden. 
Man  erliAlt  beim  Lesen  des  Testamentes  durchaus  den  Ein- 
dmck,  dctü  für  Kleniens  V.  das  Hauptinteresse  sich  auf  seine 
Verwandten  und  seine  Heimat  konzentriert;  es  ist  der  latsäcli- 
liclie  Beweis  für  die  bittere  Behauptung  des  Augustinus  Triuin- 
phu-s,  dati  für  Kleniens  Verwandte  und  Heimat  alles  seien: 
Istü  Ciirnalior  alüs  esse  videlur,  quod  apparuil  per  opera  ..,-). 

Es  wäre  unrichtig,  Kleniens  V,  Kreuzzugsinleresse  abzu- 
sprechen. Wie  oll  t-'edenkt  er  mit  warmen  Hei'zenslönen  seines 
Wunsches,  das  h.  Land  befreit  zu  sehen.  Napoleon  Orsini 
geht  in  seiner  Bitterkeit  zu  weit,  wemi  er  ihn  den  Kreuzzug 
nur  mit  dem  Munde  fördern  läül'^).  Es  entsprach  seinem 
Wesen   der  kleine,   Partikularkrenzzug,    wie  ihn    unter   seiner 


']  Auf  uin  nucli  unlieliRniitca  Srliuldiiekeimtnis  Kleinons'  V.  sei  hier 
hingewiesen:  (l*npn)  leBpondit,  qiiud  grBVMverdt  niultum  ecclesins  et  quod 
noii  intunilelmt  de  i:etcro  eiis  gravAre  its.  Finho  II,  18.  8u  Koricht  d«s 
JohanneH  Knrgunili  vom  1.  September  1306.  Vgl.  auch  Reg.  dementia  V. 
Nr.  2263. 

')  Finke,  Aus  den  Tagen  Honifu  Vlil.  ».  XCIIl. 

')  Fullnci  aermone.     Buluse  II,  291. 


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l)ie  PeraüDlicfakcititi  Thilipps  des  Scbüiien  und  Klemetia'  V.         105 

dt%en  Teilnahme  die  Johanniter  glücklich  nach  Rhodus,  die 
Spanier  unglücklich  gegen  Granada  unternahmen.  Erst  gegen 
Ende  seines  Lebens  entscheidet  er  sich  in  wiederholten  Privat- 
geäprächen  für  den  allgemeinen  Kreuzzug ').  Aber  auch  so 
geht  ihm  Kreuzzugs-  und  Familieninteresse  ineinander  über.  Die 
zahlreichen  Verklausulierungen,  mit  denen  die  wahrhaft  könig- 
liche Summe  dem  Nepotcn  überwiesen  wird,  sollen  nur  dahin 
wirken ,  dafi  der  Kreuzzug  als  Familienkreuzzug  au^eführt 
wird.  Das  ist  natüdich  niemals  geschehen,  und  nur  mit  Mühe 
hat  sein  Nachfolger  dem  Nepoten  einen  Teil  des  Geldes  wieder 
getioitiinen. 

Wie  in  seinem  Testamente,  so  hat  der  Papst  auch  i)ei 
Iicbzeilen  eine  übermäßige  Zärtlichkeit  für  seine  weitverzweigte 
Verwandtschaft  bekundet.  Fünf  Familienglioder  wurden  Kar- 
dinäle, vier  ernannte  er  selbst  zu  Bischöfen  neben  den  andern, 
die  bereits  das  Amt  bekleideten:  die  fettesten  Pfründen  wuüte 
er  ihnen  und  andern  Verwandten,  besonders  im  Anfang  seiner 
Ki^nerung,  zuzuwenden.  Die  Rektorate  und  wichtigsten  Amter 
ini  Kirchenstaate  erhielten  die  welllichen  Verwandten;  Ehric 
hat  eine  groöe  Zahl,  aber  nicht  alle,  angeführt  *).  Einige  bc- 
Iralon  nie  ihre  Amisbezirke,  sondern  verzehrten  nur  die  Ein- 
kommeii  und  liefjen  die  Verwaltung  ihren  Stellvertretern.  So 
entstand  der  ingi-immige  Hali  der  Bewohner  des  Kirchenstaates 
gegen  die  Franzosen,  dem  Napoleon  Orsini  in  den  drastischen 
Worten  Ausdruck  gab;  Per  predones  potius  quam  per  reclores 
est  spoliata.  Klomcns  V,  ist  der  schlimmste  Förderer  des 
Nepotismus  auf  dem  Papstthrone  gewesen.  Bei  ihm  ist  der 
schöne  Gemütszug  der  Verwandten-  und  [leimatliebe  nicht 
hiolj  zur  Schwäche,  sondern  zu  Schlimmerem  geworden;  denn 
die  Ehre  des  Papsttums  litt  darunter.  Mit  seiner  Zustimmung 
wurden  seine  Verwandten  vom  englischen  Könige  dafür  reich 
lieschenkt  und  besoldet,  da^  sie  an  der  Kurie  die  englischen 
Kroninteressen,  die  sich  sicher  nicht  immer  mit  den  kirchlichen 
deckten,  vertreten  sollten  *). 

')  Archiv  f.  Ut.  u.  KgBBcb.  V,  ö. 

')  Für  alles  dieses  vgl.  itiAD  Eitel,  Der  KirefaensttiHt  unter  Kiemens  V. 

1  Reg.  Clementis  V  Nr  7585.    Vgl.  Archiv  f.  Lit.  u.  Kgesch.  V,  143. 


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106        Die  PeisÖDÜclikeiten  Fbilippa  des  SchSnoii  und  Klemens'  V. 

Kleniens'  V.  persönliches  Wesen  zeigt  unzweifelliafl  einen 
liebenswürdigen,  t'reuiidJichen  Grundzug,  ganz  im  Gegensatz  zu 
seinem  Vorgänger  Botiifaz  VIII.  Wie  dieser  mit  Vorliebe  Sar- 
kasmen  gebrauchte  und  unzweifelhaft  Freude  daran  hatte,  sein 
Gegenüber  zu  verwirren  '),  so  suchte  Klemens  durch  höfliche, 
ehrende,  ja  schmeichelnde  Bemerkungen  zu  gewinnen.  Bei 
den  undatierten  Berichten  über  Audienzen  bei  Klemens  und 
Johann  XXU.  im  aragonesischen  Archiv  vermag  der  Forscher 
altein  aus  dem  Ton  der  Unterhaltung  die  Persönlichkeit  des 
Papstes  zu  bestimmen.  Wenn  auch  nicht  so  beizend  wie  bei 
Bonifaz  Vlll.  sind  doch  die  Antworten  Johanns  viel  schärfer 
und  schroffer,  allerdings  auch  klarer  und  bestimmter  als  bei 
seinem  Vorganger.  Klemens  hat  manchem  Berichterstatter 
eine  glückliche  Stunde  bereitet.  Wie  entzückt  berichtet  Vidal 
de  Villanova  heim,  daß  er  ihn  bei  der  Hand  gefaM  und  beim 
Vornamen  genannt  habe!  Der  Papst  redet  in  seinem  Eifer 
viel;  besorgt,  daß  er  vielleicht  zu  weit  gegangen,  sagt  er,  daß 
er  als  Bertrand  und  Privatpei'son  eine  Sache  wohl  hinnehmen 
könne,  aber  nicht  als  Papst;  oder,  was  häufig  vorkommt,  er 
erklärt,  was  er  jetzt  gesagt,  solle  nicht  als  orfiztell  gelten,  er 
werde  schrifllich  antworten.  In  der  Aufgeregtheit  laufen  ihm 
dicke  Tränen  über  die  Wangen:  besonders  wenn  er  sich  per- 
sönlich gekränkt  fühlt.  Über  das  persönliche  Verhalten  des 
Papstes  liegen  in  den  aragonesischen  Berichten  ~  abgesehen 
von  den  Templerbriefen,  wo  ihm  aber  auch  nur  Charakter* 
schwäche  vorgeworfen  wird  -  keine  tadelnden  Bemerkungen 
vor,  während  nicht  blolj  Bonifaz,  sondern  auch  Johann  XXII. 
mehrmals  persönlich  ungünstjg  beurteilt  werden.  Aber  auch 
Klemens  äußert  sich  am  liebsten  lobend  über  die  Monarchen 
wie  über  alle  Menschen.  Man  glaubt  es  ihm  gern,  daß  er 
einen  Bischof  nicht  gern  zitiert,  daß  er  das  in  seiner  bisherigen 
Regierungszeit  nur  vier-  bis  fünfmal  getan  habe.  Wie  er  den 
aragonesischen  König  als  den  allerchristlichsten  lobt,  so  hebt 
er  Philipp  den  Schönen  zu  den  Sternen  empor.  Kein  Bild  ist 
ihm  glänzend  genug,  um  diesen  ,ath1ela  Dei*  zu  feiern!  Im 
Eifer  der  Rede  will   er   ihn    mit  sich   fortreißen,   legt  seinen 

')  Cuiua  gloria  fuit  homiaem  rerbis  confuoder«.    MG.  SS.  XXX.  715. 


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Die  rftrsSiilichkeit«D  Philippe  dos  Scb&Den  und  KlemeDs'  V.        107 

Worteil  mehr  unter,  als  der  König  in  seiner  kalten,  nQclitenien 
Fiissung  ^sa^t,  was  dann  die  Aragonesen  voll  Verwunderung 
nach  Hause  berichten  '). 

So  geht  denn  auch  ein  Zug  der  Milde  durch  seine  Ile- 
gicrung  trotz  der  Katastrophen.  Die  starken  (iegeiisätzc  in 
der  Kirche  selbst,  wie  sie  unter  Johann  XXII.  alsbald  zum 
Ausbruch  kamen,  hat  er  mit  gröüter  Schonung  behandelt ;  die 
iriiL  der  Erneuerung  des  Imperiums  zusammenhängenden  Ge- 
fahren suchte  er  möglichst  zu  unterdrücken.  Nur  schwer 
kunnte  er  sich  för  die  eine  oder  andere  Richtung  entscheiden. 
Klemens  V.  war  auch  kein  Mann  der  Inquisition,  wie  sie  sich 
kirchlich-staatlich  in  Südfrankreich  damals  lebendig  zeigte.  Be* 
zeichnend  ist  nicht  bloü,  daß  er  Bernard  Delicieux  ungeschoren 
lie&,  sondern  noch  mehr,  da^  er  den  Mann,  der  mit  Bernard  gegen 
die  Inquisition  von  Carcassonne  angekämpft,  Richard  Nepotis, 
zum  Bischof  von  Beziers  machte  -).  Bezeichnend  ist  auch,  da& 
er,  als  einmal  der  merkwürdige  Katalane  Arnald  von  Villanova 
im  Konsistorium  offenkundige  Häresien  zum  Entsetzen  und 
Ärger  der  Kardinäle  vorgetragen,  später  ruhig  erklärte,  er  habe 
nichts  davon  gehört,  er  habe  an  ganz  andere  Dinge  gedacht  ^). 

Freilieh,  wie  bei  derartigen  gutmütigen  Menschen  öfter, 
hindert  das  nicht,  daß  er  in  Dingen,  wo  er  sich  persönlich 
Verletzt  glaubt,  schroff  und  hart  wird :  so  im  Kleinen  in  seinem 
unzweifelhaft  rachsüchtigen  Vorhalten  gegen  den  Biscbol'  von 
Poitiers ') ,  im  Groüen  im  Kampfe  g^en  die  Venezianer  *). 
Hier  braucht   er  in   seinen  Bullen  Äuüerungen    und   verlangt 

')  Bei  den  eolHcfaeidenden  VerhamUnngcn  io  Poitioni  1308  und  in 
VieuDB  ist  ihm  solctits  pasaiert. 

'I  Hati  rgl.  die  bittere  Cbarakterisierung  dieser  Perflönlichkeit  und 
seines  Wirkana  gegen  die  Inquisition  darcb  Bernardns  Guidoois  in  Hecueil 
XXI,  747-749. 

'}  Henendez  Pelayo,  I.ob  KeterodoKOS  espanoJes  I,  776.  Ucrk- 
wBrdig  ist  aoch,  daB  Kiemene  um  dieselbe  Zeit  bei  einer  Zusamtnenkunft 
K.  lafforderte,  von  Petitionen  und  fthnlirhem  nicht  zu  sprechen,  da  er  den 
Kopf  zu  vnll  habe  von  der  AfiXre  Boniras'  VIII.  Er  solle  ihm  nur  ap^cI^hen 
,Ton  der  evangelisi-hen  Wahrheit*.  (Kesposme  que  noli  parlaa  at  no  de  )s 
vetiUt  evangelica.) 

*)  Qnaltems  de  Brugia  Ord.  Hin. 

'/  UierfQr  und  für  die  Kiitdienstaatepolitik  vgl.  man  dos  Buch  von  Kitel. 


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1U8        Die  l'ersünlichkeiUD  Philipps  dea  SchOnen  uod  Klemena'  V. 

Matäregcln,  die  einen  Zug  der  Grausamkeit  zeigen.  Und  ebenso 
in  seinem  Verhalten  den  Templern  gegenüber:  Je  mehr  er 
zunächst  für  ihre  Unschuld  eingetreten,  um  so  eifriger  suchte 
er  später,  nachdem  er  sich  hat  überzeugen  lassen,  die  früheren 
Unterlassungen  durch  Obereifer  wieder  gut  zu  machen. 

Man  dürfte  Klemens  V.  keinen  willenlosen  oder  auch  nur 
willensschwachen  Herrscher  nennen  —  wenn  sein  Verhältnis 
zu  Philipp  dem  Schönen  nicht  wäre.  In  die  italienischen  An- 
gel^enheiten,  vor  allem  in  die  Wirren  des  Kirchenslaales, 
greift  er  viel  energischer  ein,  als  man  vielfach  angenommen 
hat.  Die  italienische  Frage  wird  eifrig  im  Kardinalskollegiuiii 
studiert;  die  neuesten  Veröffentlichungen  von  Schwalra  zeigen, 
daü  er  in  der  deutschen  Königs-  und  römischen  Kaiserfrage 
viel  lebhafter,  bestimmter  und  doch  auch  wohl  objektiver  sich 
gezeigt  hat,  als  unsere  bisherigen  Darstellungen  dartun.  Ja, 
auf  dem  Konzil  von  Vienne  tritt  er  mit  einer  Schroffheit  für 
seine  Auflassungen  ein  und  weiß  sie  mit  einer  Promplheit 
durchzusetzen,  daß  man  eher  an  Bonifaz  VIII.  denken  sollte. 
Freilich  wirkt  er  im  Verein  mit  Philipp  dem  Schönen! 

Wenn  man  diese  sonst  so  entgegenkommende,  optimistisch 
gesinnte  Persönhchkeit  dem  kalten,  entschiedenen,  stets  aufs 
Ziel  hinarbeitenden  Phihpp  dem  Schönen  gegenüberstellt,  so 
kann  man  sich  das  Abhängigkeitsverhältnis  des  Papstes  vom 
König  allenfalls  erklären,  obwohl  die  ganze  Größe  dieser  Al>- 
hängigkeit  immer  wieder  Staunen  erregt.  Verkehrt  wäre  es 
aber,  sie  leugnen  zu  wollen.  Gewiä  hat  Klemens  oft  gezögert, 
er  hat  Auswege  versucht,  den  König  zu  rühren,  für  seine  An- 
sicht zu  gewinnen  gesucht,  er  hat  auch  einzelne  Erfolge  erzielt, 
so  in  der  deutschen  Angelegenheit,  er  hat  vor  allem  gröfiero 
Übel  vermieden  —  aber  in  den  wichtigsten  Ängel^enheiten 
ist  er,  indem  er  schliel^lich  zu  führen  meinte,  dem  Könige  ge- 
folgt. Von  den  ersten  Tagen  seiner  Regierung  an:  Für  nie- 
manden ist  er  zu  sprechen,  auf  keine  andere  Sache  kann  er 
seine  Aufmerksamkeit  lenken ,  als  auf  die  Wünsche  Philipps 
des  Schönen !  ^)  So  verschwinden  zum  Äi^ernis  für  manchen 
Kurialen  die  Ansprüche  der  ,Unam  sanctam'  durch  das  bekannte 
Breve  „Meruif.    Und  noch  in  den  Tagen  der  ersten  Zusammen- 

■;  Vgl.  dio  lebhafte  Schilderung  Finke  II,  8,  10. 

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t>ie  Pereönlichkeiten  Philippe  des  SchlineD  und  Klemena'  V.        10Ö 

kunfl  erhält  Philipp  jene  merkwfirdige  Absolulion  (ur  die  viel- 
fachen Gelderpressungen,  die  er  an  kircli liehen  Personen  verübt 
liat,  unter  ErleÜ  der  Wiedererstattung;  und  ebenso  erhält  er 
für  sich  und  seine  Nachfolger  das  Privileg,  dah  er  durch  ein 
Krcuzzugsgelül>de  nicht  gebunden  ist,  wenn  eine  Gefahr  oder 
oin  Hindernis  für  seine  Person  oder  das  Reich  besteht  und, 
ob  eine  solche  vorliege,  will  der  Papst  dem  Ciewissen  des 
Königs  oder  seiner  Nachfolger  anheimstellen ! ')  Daran  schließt 
sich  am  3.  Februar  1306  die  jetzt  erst  bekannt  gewordene 
Colonnabülle ') :  Nicht  so  sehr  die  Aufliebung  der  Zensuren  ist 
es,  was  das  Verhältnis  beider  charakterisiert  —  auch  andere 
PSpste  haben  Strafen  ihrer  Vorgänger  aufgehoben  — ,  sondern 
ilie  Form,  in  der  die  Aufhebung  vollzogen  wird,  und  aus  der 
tier  grimmige  Hau  der  Colonna  und  Philipps  gegen  den  ge- 
walligen Gegner  hervorklingt:  Bonifaz  hat  in  grausamer  Weise 
ihren  Tod  besohlossen,  sie  ungerecht  als  Hflretiker  erklärt  und 
sie  als  Häretiker,  Schismatiker  und  Rückfällige  gegen  Rerlit 
und  Billigkeit  bestraft  ^).  So  hat  wohl  noch  nie  ein  Papst 
über  einen  Akt  seines  Voi^üngers  geurteiltl  Was  nützt  dcm- 
^egenilbcr  die  einschränkende  Bemerkung:  Non  intcridcntrs  ex 
hiis  apostolice  potestatis  plenitudini  in  aliquo  derogare.  Mit 
lier  .plenitudo  potestatis"  wird  man  auch  eine  schlechte  Hand- 
lung nicht  hallen  kfinnen.  Das  Charakteristischste  im  beider- 
witigen  Verhältnis  ist  und  bleibt  aber  doch  die  flandrische 
Kriedcnsbulle  mit  der  berüchtigten  Klausel,  dali  die  Flandren  im 
I''alle  des  Ungehorsams  den  kirchlichen  Strafen  unterliegen  und 
nur  auf  Ersuchen  des  französischen  Königs  losgesprochen  werden 
können.  Klemens  sträubte  sich ;  denn  eine  solche  Klaui^el 
fände  weder  im  göttlichen  noch  im  welllichen  Recht  ihre  SLütxe  *) ; 

')  HierUbpr  nunmehr  K.  Wenck,  Aiu  den  Tilgen  der  Zusammenkunft 
Papst  Klemens'  V.  nnd  KOolg  Philipps  des  äcliönen  zu  Lyon.  Ztsclir.  f. 
Kgrach.  XXVII.   189  ff. 

']  Jetzt  bei  Eitel,  Der  Kirchenstaat  unter  Klemens  V.    Ueilage. 

')  Bonifacios  papa  VllI  .  .  .  «ccidendos  crudditer  expoauit,  iudicavit 
indehite  hereticos  atqne  scismaticos  et  relapsos,  et  tnmquam  lipretjcos, 
MramsticM  et  relapsos  contra  iarin  et  equitntis  tramitem  puniendos. 

*)  Und  doch  fand  aie  sicli  schon  im  fliindri sehen  Verti.ige  vom 
2.  Jnni  1307  (Iteg.  Olementis  T,  Nr.  1680).  Aber  in  diesen  wnr  aie  gerat<-n 
.Don  ex  certa  scitintia  sed  per  occnpntionem  vel  ne|i;ligentiflm  eam  pusneri- 
mos.    Dapujr,  Uisl.  dn  dilT^rend  p.  294 


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110         Die  Persrinlichkeiten  Philipps  dea  Scfaünon  unJ  Riemens'  V. 

jeder  Exkommunizierte  müsse  nach  geschehener  Genugtuung 
absolviert  werden,  auch  wenn  der  Gegner  widerspräche.  Und 
doch  erklärt  er  sich  bereit,  dem  Wunsche  des  Königs  naclixii- 
kommeh,  wenn  ihm  in  Briefen  früherer  Päpste  diese  Klait.«el 
naciigewiesen  werden  könne.  Das  war  nicht  möglich;  aber 
Klemens  hat  tatsächlich  die  Bulle  nach  dem  Willen  Philippe 
redigiert  1).  Nun  begreift  man,  dafj,  wenn  der  König  drängt, 
Klemens  nachgibt,  obwohl  es  gegen  seine  Ehre  gehl '),  obwohl 
er  in  längerer  Ausführung  dartut,  warum  er  und  die  Kardinal** 
das  Gegenteil  für  besser  halten;  daü  Klemens  Philipp  Butlon 
zur  Begutachtung  sendet,  auf  sein  Verlangen  Stellen  in  diese 
aufnimmt*),  daß  er  ihm  die  Liste  der  zum  Konzil  Eiiigdadenei) 
übersendet.  In  etwa  hatten  die  Zeitgenossen  recht,  die  sagten: 
, Jedermann  weili,  daß  er  dem  PapsL  eine  Null  ist;  dati  Pliihpp 
alles,  was  er  will,  von  Papst  und  Kirche  machen  läßt."  Piis 
el  OS  rey  et  papa  et  enporador!')  Und  wahrscheinlich  dürfle 
die  von  Alberich  von  Rosnte  mitgeteilte,  von  Neuem  öflrr 
abgelehnte  Äuüicrung  des  Papstes  doch  gefallen  sein"):  El  .';! 
non  per  viam  iustitie  potest  destrui,  destrnatur  tarnen  piT 
viam  expedientiae,  ne  scandalizetur  chanis  filius  noster  fpx 
Franeie!  Diese  Äußerung  ist  ein  guter  Schlüssel  zur  Erkläruiip 
des  päpstlichen  Verhaltens. 

Ich  will  zum  Schlüsse  zugeben,  dati  in  den  letzten  Jaliren 
der  beiden  Herrscher  eine  zunehmende  Opposition  de«  Papstis 
gegen  das  schmähliche  Joch  Philipps  sich  ^eigl:  so  in  den 
deutschen  Angclegenlieilen  —  aber  für  meine  Darstellung 
kommt  dieses  nicht  in  Betracht. 

')  Finke,  Aus  den  Tagen  Bonirnz  VIII.  2S9;  PunckDreiitAnn.  riiilippr 
1«.  Bei  en  Flnndre  -Sil- 545,  559,  5S1. 

')  Licet  sit  contrfi  honorem  noslrum. 

'■')  Deliale,  Op^mtions  flnancivres  <lus  Templiera  p.  91  «oist  dAronf 
hin,  wie  geschickt  Philipp  eine  Phrnae  Gher  seine  Uneigennül.zigkeit  im 
Templerprozeß  in  dio  päpstlichen  Urkundni  eineeachmnggi'lt  hat  Es  i*t 
die  Stelle:  fKrisaimus  .  .  .  non  tipo  nvnritio  .  .  .  Hnioveodo,  die  sich  z.  It. 
Heg.  Clem.  V.  Nr.  3402.  35.S4,  3626  findet. 

')  Finke  II,  124. 

")  Bnluie  I,  rm. 


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III.  Konig,  Papst  nnd  Templer  bis  zur  Ver- 

haftnng  der  französischen  Ordensglieder  am 

13.  Oktober  1307. 

Im  Frühjahr  1304  oder  noch  wahrscheinlicher  LlOf)') 
prscliien  ein  Südfranzose,  E^qiiiu  de  Floyran  aus  Bezioi-s  -),  Ik- i 
Köni^i:  Jayme  II.  von  Araponien  in  Lenda  und  vertraute  ihm 
in  Gegenwart  des  königlichen  Beichtvaters  aus  dem  Domini- 
kanerorden.  des  als  hterarischer  Gegner  Amalds  von  Villanova 
bekannten  Martinus  de  Atheca  °)  ein  großes  Geheimnis  an. 
Vnd  zwar  sei  Jayme  der  erste  Monarch,  der  davon  erfuhr^). 

')  Da  König  Jayrne  HJch  fast  Jahr  für  Jahr  im  FrDhjahr  in  Leritla 
lufbitlt,  80  ist  sehr  schwer,  darnach  die  Zeit  za  beatimmen.  Allzu  lang« 
vor  1305  dürfte  die  Denuntintion  wohl  nicht  erfolgt  sein.  Andererseits 
muß  wegen    der   nachfolgenden    Ercigniase    das  Frühjahr  1S05   der  letztp 

*}  Der  Name  ist  Esquians  zu  lesen  (II,  83).  Esquiu  (Squiu)  kommt 
tr  Sadfrankreich  ott  vor.  Man  vgl  nur  Hist,  de  I.sngnedoc  IX,  78,  Sb!>, 
WiT.  Ein  Esquiu  fa  Cor  kommt  zur  selben  Zeit  vor.  CRD  b.  f.  592.  Be- 
banotlii-h  nennt  ihn  P.  de  Gisi  nnt«r  den  Ordens  Verfolgern  Esquius  de  F. 
de  Biterris  cumprior  de  Montfaucon  (Michelet  I.  36S  Villani  äugt;  priora 
de  H.  (Uuralori  XIII,  42B|.  Wo  liegt  Montfnucon?  Die  franxctsischen 
Forscher  schweigen.  SchottmBIler  phantasierte  von  dem,  auch  von  Heine 
beauDgenen  Pariser  Qalgenstand  Monthncon.  Esquiu  ist  ihm  .Vorsteher 
der  allgemeinen  HinrichtongsstAtte*!  Tatsächlich  liegt  M.  in  der  DiOzese 
Perigneux.  (Vgl.  L'Esquieu,  Lcs  Templiora  da  Cahors  1899,  p.  28.  31;  dazn 
Finke  II,  317:  Hugo  Horcelli  prior  Montisfalconis  Potragor.  d.)  Dann  ist 
,«(iniprior*  wie  .prior'  bei  lt.  Peleti  (vgl.  unten)  sicherlich  ein  staatlich 
Amt,  Nach  L'Eaquien  p.  8  wandte  sich  1313  der  Rnt  von  Montriconx  tn 
einer  Streitsache  au  , Squiu  de  Florian,  valet  du  roi  et  acigneur  nu  dit 
Uontricoui'.    Damach  hat  also  der  Vervilter  diese  Templerherrschaft  erhalten! 

'i  1306  im  Sept.  wird  Martinus  ,olini  confessor  noster'  genannt. 
Karcelona,  Archiv,  Rag.  286  f.  239. 

')  Das  dürft«  richtig  8«in. 


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112    EOnig.  Pdpet  nnd  Templer  bis  zur  Verhaftung  der  frsnz,  Ordensgi  ieiter. 

Es  ist  das  „factum  Templarioriim''.  Ob  das  Templergeheiiitnis 
mit  den  Anklagepunkten  in  seinem  Briel'e  vom  28.  Januar  130S 
ganz  übereinstimmt '),  scheint  mir  Tragiich.  Denn  sons!  liflllo 
er  die  angeblich  nunmehr  in  Frankreich  erwiesenen  vier  Punkte: 
Verleugnung  des  Gekreuzigten,  Sodomie,  unsittliche  Kusse  und 
Anbetung  eines  Idols  nicht  so  ausFührlich  wiedergegeben,  olmo 
auf  die  frühere  Unterredung  mit  dem  Könige  hinzuweisen. 
König  Jayme  schenkte  dem  Er/.Shler  nicht  vollen  Glauben; 
doch  lehnte  er  die  Sache  auch  nicht  ganz  ab;  beide  verein- 
barten, datj,  falls  sich  das  Gerücht  als  wahr  erweise,  der 
Franzose  dem  König  darüber  berichten  solle.  So  hat  er  denn 
auch  alsbald  nach  dem  13.  Oktober  den  Arzt  Pelnis  Merca- 
deri*)  mit  der  Mitteilung  beauftragt.  Dieser  Eifer  bat  einen 
durchaus  realen  Untergrund:  Jayme  glaubte  zwar  nicht  recht 
an  die  Ungeheuerlichkeiten;  doch  waren  ihm  die  Aussiclilen, 
welche  sie  boten,  so  wichtig,  dati  er  Esquiu  eine  Jahresrenle  von 
1000  Pfund  und  einmalige  3000  Pfund  aus  Gütern  der  sjwiii- 
schen  Templer  zugesagt  hatte.  Da  es  mir  ung{aul>Hch  erscheint, 
daß  Esquiu  eine  solche  Zusage  "0  in  einem  oftizi^len  Schreiben 
fmgiert  hat,  so  gewinnen  wir  hier  einen  tiefen  Einblick  in  das 
Empfinden  eines  durchaus  kirchlich  gesinnten  Monai-ch^n,  zu- 
gleich aber  auch  in  den  Umfang  der  Unterredung,  die  sicli 
nicht  auf  die  blobe  Mitteilung  hesclirünkt  haben  kann.  Die 
aragonesischen  Templer  hatten  für  den  aragonesischrn  Staat 
mehr  wie  eine  Templergriippe  in  Europa  geleistet,  ihre  Ver- 
bindung mit  dem  Königtum  war  die  beste  und  engste;  trotzdem 
erscheint  dem  Monarchen  die  religiöse  Felonie  so  erwünscht, 
dafj  er  sich  zu  einem  so  enormen  Versprechen  vorsteht!  Esqiiiii 
hat,  wie  er  ferner  schreibt,  den  Zugang  zu  Philipp  dem  Schönen 
gefunden;  der  hat  das  «factum  Templariorum '  festgestellt, 
ja  es  „klar  wie  Sonnenlicht"  gefunden,  so  daü  auch  jetzt  der 
Ripst,  die  Könige  von  Deutschland,  England  und  Sizilien  wie 
andere  Fürsten  davon  überzeugt  sind.  Letzteres  war  unwahr, 
aber  eine  Übertreibung  schadete  ihm  ja   nicht  für  die  Errei- 

■)  Fiöke  II.  83. 

')  Er  war  clprif^us  iHnatris  regis  Kraiicie;   vgl.  Kiiike  li,  69. 

')  NnlUrlk-li   fimli't  sicIi  iliirUl>er  in  di'n  küni^liclien  RegiHtem  nicIiU. 


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Ksnig,  Papxt  nnd  Templer  bis  znr  Verirnftong  der  fritDE.  Ordenagl Jeder.     1lS 

cliung  seines  Zweckes.    Durch  eine  Reihe  weiterer  Milteilungen 
suchte  er  sich  den  Köoig  zu  verbinden. 

Damit  findet  nun  eine  der  beröhmtesten  Kontroversen 
<1er  Tempicrfreschichte  ihre  Erledigung:  der  berOchtigte  .groüe 
Verräter*  existiert,  und  zwar  als  solcher,  nicht  blofi  als  Henker 
der  Templer.  In  der  Hauptsache  behält  also  Ätmalrich  Augeiii, 
der  selbst  aus  Beziers  stammte  und  Mitte  des  t4-.  Jahrhunderts 
die  bekannte  sechste  Vita  Clementis  V.  schrieb,  recht  *).  Ob  die 
Darstellung  der  begleitenden  Umstände  richtig  ist,  daß  Esquiu  mit 
einem  apostasierien  Templer  im  Geffingnis  zusammengetroffen, 
dab  beide  vor  ihrer  vermutlichen  Hinrichtung  sich  einander 
itire  Vergehen  bekannt,  da&  dabei  das  Templergeheimnis  zum 
Vorschein  gekommen;  daß  dann  Esquiu  es  verstanden,  nicht 
Not  den  kleinen  GelSngnisbeamteii,  sondern  schließlich  sogar 
den  König  neugierig  zu  machen  und  sich  Leben  und  Fort- 
kommen zu  sichern:  darüber  fehlt  jede  sichere  Aufkllrung  und 
wird  wohl  immer  fehlen.  Trotz  des  romanhaften  Anstriches 
halte  ich  auch  diesen  Kern  nicht  für  unmöglich.  Villani  hat 
auch  hier  etwas  gehört  und  sich  dabei  wie  so  o(t  wieder  ver- 
hört. Statt  des  Esquiu  erscheint  bei  ihm  ganz  ungerechtfer- 
tigterweise der  Florentiner  Noffo  Dei  (Deghi)  in  Verbindung 
mit  dem  Templer:  beide  sollen  die  Anschuldigung  erfunden 
haben,  ebenfalls,  um  aus  dem  Geföngnis  zu  kommen  *),  aber 

■)  Die  Stelle  steht  Baluie,  Vitae  pAp.  Avuniun.  I,  99;  die  Stelle  bei 
Villani  Unratori,  Her.  Ital.  SS.  XIH,  429. 

')  Ein  nnbeiinliches  Licht  in  das  horrampierte  Denunzinntentoni  wirft 
Artikel  XVII  des  VerbOre  gegen  Bischof  Gnicbard  von  Troges.  Es  handelt 
sieh  nm  dieselbe  Zeit  nnd  nm  denselben  NuiTo.  Noffo  lintto  (iuichard 
HeniiDtiert;  der  Bischof  lockte  nun  buh  ihm  herniis,  warum  er  so  gegen  ihn 
gehandelt  habe.  Noffo  orklBrt«,  er  wisse  wohl,  dsß  er  ihn  verlenmdet,  aber 
er  hahe  nicht  anders  gekonnt.  Er  habe  im  Qefllngnis  gesessen,  nnd  sein 
Lipben  ui  in  Gefahr  gewesen,  da  seien  zwei  za  ihm  gekommen,  die  ihm 
für  die  Vrrlenmdnng  die  Freiheit  nnd  Entschädigung  versprochen  hätten. 
Vnd  so  sei  es  gekommen.  Der  Bischof  dürfe  Ihm  das  niebt  Bbelnehmen, 
difi  er  in  Todesgefahr  so  gehandelt.  Denn  um  einer  solchen  (iefahr  zn 
entgehn.  wDrde  er  aach  gegen  Vater  und  Mutter  dn?  Schlimmste  ansgesngt 
haben!  Rigand,  Le  proces  de  Gnicbard  ^v^ques  de  Troyes  (Iä96)  p.  149  f. 
Ob  die  Szene  volbttändig  wiihr  ist  oder  erdichtet,  ist  för  nns  gleich.  Sie 
lüBt  jedenfalls  einen  tiefen  Blick  in  das  Denanziantenwesen  tun.  Und 
merkwürdige  Ähnlichkeit  zeigt  NoiTos  angebliches  OeBcbick  mit  dorn  Esquius, 
nar  dag  dieser  tJiBck  hatte. 


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114     Rflni>.  PspBt  nnil  Templer  his  itir  Vprhnftnngr  der  fr«nE.  Ordensglie^r. 

beide  haben  sclilie&lich  nur  verdientes  Unglück  davon  gehabt: 
NofTo  sei  gehenkt,  der  andere  mit  dem  Schwert  genchlet 
worden.  Auch  der  Person  lieh  keil  NofTos  hat  man  die  Existenz 
abgestritten ; ')  es  ist  aber  ein  öRer  genannter  Italiener,  der  in 
allerlei  schlimme  Geschäfte  verwickelt,  am  Ende  die  von  Villani 
erwähnte  Strafe  verdienterniaüen  erlitten  hat.  An  dem  Temp- 
lerverrat ist  er  aber  unschuldig*).  Um  sich  zu  erklären,  wie 
Villani,  der  viel  später  schrieb,  m  seiner  Kombination  ge- 
kommen, braucht  man  sich  nur  daran  zu  erinnern,  daß  die 
fieschichte  von  einem  Verräter  nur  in  dunklen  ümi-iaaen  forl- 
lebte,  daü  Noffo  die  lange  Zeit  in  engen  Geschäftsverbindungen 
mit  dem  Pariser  Terapicrhaus  gestanden  —  er  besorgte  Itir 
den  toskanischen  Bankier  Capparello  DiotajuÜ  de  Prato')  den 
finanziellen  Verkehr  mit  dem  Tempel  —  und  dab  er  wegen 
allerlei  Betrügereien  und  Verrätereien  liingericblet  wurde,  nm 
die  Grundlagen  der  Villanischen  Erzählung  zu  fmden. 

Mai)  könnte  allerlei  Gründe  dafür  anführen,  warum  Esquiu 
seine  Geschichte  auf  spanischem  Boden  anzubringen  versuchte: 
Die  Nähe  des  aragonesischen  Reiches  —  von  Beziers  nach 
Lerida  war  eine  viel  kleinere  Reise  als  von  Beziers  nach 
Paris  — ,  die  viel  bedeutendere  Stellung  der  aragonesischen 
Templer,  die  auch  eine  viel  größere  Belohnung  in  Aussicht 
stellte,  die  Möglichkeit  doch  auch  vor  allem,  das  Geheimnis 
auf  fremdem  Boden  viel  ungefährlicher  anbringen  zu  können. 
Sicherheit  wird  man  darüber  wohl  nie  erzielen.  Zudem  hängt 
diese  Frage  ja  auch  mit  der  andern  zusammen,  ob  er  nicht 
von  Frankreich  aus  nach  Aragonien  dirigiert  ist,  ob  nicht  bei- 
spielsweise Nogaret  durch  ihn  zunächst  den  benachbarten 
Monarchen  zu  einer  groUen  Aktion  veranlassen  wollte,  die  ja 
für  diesen  pohtisch  wichtiger  war  als  für  Frankreich,  um  dann 
in  Krankreich  einfach  zu  folgen.  Dafür  sprach  ja  entschieden 
manches.     Vor  allem  mußten  sich  die  leitenden  französischen 

■)  NoIToB  Geschick  wird  bei  Rigaiid  p.  28  f.,  86  ff.,  UStf.,  173  f., 
217  erzählt. 

')  Sonst  wire  sein  Gescliick  sicher  ein  glinxenderce  gewMtii,  nicht 
der  Galgen. 

')  Vgl,  C.  Paoli  in  (iiorniile  etorico  della  Letteralura  lliiliiiDa  (188^) 
Vr,  .12!)  ff.  flilor  diesen. 


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Ki'inig.  Papst  und  Templer  bis  mr  VerhHfton|;  der  franz.  OrdenSülieder.     115 

Kreise  darüber  klar  werden,  und  sie  waren  es  ofTehkundig, 
riaB  sie  sich  mit  dem  Voi^ehen  gegen  die  Templer  auch  eine 
Summe  von  Schwierigkeiten  und  Unannehmlichkeiten  auflüden. 
Nc^aret  wäre  ja  ganz  der  Mann  für  einen  solchen  Plan  ge- 
wnsen. 

Esquiu  de  Floyran  ist  also  der  gro&e  Templerdenunziant, 
er  ist  damit  auch  indirekt  der  Urheber  des  Templerprozesses 
[reworden*).  Als  den  Denunzianten  bezeichnet  er  sich  selbst 
und  benennt  ihn  Plaisians  in  seiner  hochpolitischen  Bede  in 
Poitiers  1308  vor  Papst  und  König:  .Ein  Mann  von  unbe- 
deutender Stellung  im  Verhältnis  zur  Position  der  Templer 
machte  dem  Köaig  diese  Enthüllung*  ^).  Eine  müßige,  weil 
nicht  zu  beantwortende  Frage  ist,  ob  Esquiu  von  einem  andern, 
etwa  Nogaret^),  zu  seiner  Anschuldigung  veranlaßt  worden  ist; 
man  kann  nach  den  beiden  Äulierungen  nur  sagen,  dalj,  seitdem 
die  Anschuldigung  geschehen,  Nogaret  oder  vielmehr  äuijerlich 
König  Philipp  und  seine  Räte  die  Sache  in  Fluß  gebracht  haben. 

Etwas  anderes  ist  die  Frage:  Wie  ist  Esquiu  de 
Floyran  zu  seiner  Denunziation  gekommen?  (übt  es  ii^end 
eine,  wenn  auch  noch  so  lullige  firundlage,  auf  die  er  sich 
stützt?  Da  möchte  ich  darauf  hinweisen,  daß  es  in  der  süd- 
französischen Ecke,  an  der  englischen  Grenze  um    130iS  wohl 

')  Wenck,  Philipp  der  Schflne  8.  62  (Anm.  lu  S.  59)  fragt  niiclj: 
,Stit  wann  nennt  man  einen  Denunzianten  Urheber  eines  Prozesaes?*  Das 
ist  dorli  nnr  ein  Streit  am  Wortit.  Die  Krags  hAtto  doch  nar  Bedentniig. 
wenn  Wenck  meint,  auch  ohne  Esqaiu  würde  es  einen  Teniplerprozefi 
gegeben  haben.  Aber  das  wird  mun  oiemala  behaupten,  nuch  verneinen 
kBnnen.  Wenn  Wenck  dann  urgiert,  daß  Esquiu  .Folterknecht'  gewesen, 
M>  ntuchte  ich  darauf  aufmerkaani  mncheD.  daß  er  das  im  wirklichen  .Sinne 
in  Wortes  ebensowenig  wsr  wie  der  Inquisitor  Wilhelm  von  Paria. 

'j  Finke  II,  U2. 

*)  H^rkwDrdig  ist  die  Stelle  im  Chronicon  Astense:  Guilielniua  de 
Xogaretn  regia  Fraociae  cancellarius  «uctor  fuit  pro  possc  ruinae  ordiiiis 
TempUriomni,  eo  qnod  patrem  eins  tnmquam  Iiaereticum  comburi  fereninl. 
Die  letztere  Angabe  dürfte  doch  wohl  irrig  sein;  auch  als  Denunzianten 
kann  ich  mir  die  franifisiscben  Templer  um  1270  nicht  gut  denken  (vgl. 
HoltziDinn,  Wilhelm  van  Nogaret  8.  9).  Auch  das  Folgende  ist  ungenau. 
Mnratori,  SS.  rer.  Ital.  XI,  193,  —  Nach  der  Semaine  catbolique  von 
Toulouse  (IS75  Mai  2)  befand  sich  ein  Nachkomme  Nogarets  bei  einer 
I'ilgerachar  aus  Montpellier  in  Rom  und  wurde  von  Piua  IX.  empfangL'u. 


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]  Ift     Kcnift,  Pnpgt  iinil  Templer  tiis  zur  Vorlinftiiiijc  ier  frnnz.  Ordensplioder. 

ein  übles  Teniplergerede  g^eben  liat ;  natürlich  nur  ein  Volks- 
geschwätz, keines,  das  durch  offizielle  Kundgebungen  gefatit 
werden  kann.  Das  bekundet  die  bekannte  ÄuÜcning  Eduards  ]!., 
der  auf  die  Mitteilung  Philipps  des  Schönen  schrieb '),  er  glaube 
nirht  an  dje  Templerverbrechen,  aber  er  wolle  seinen  Sene- 
schatl  von  Agen  befragen :  unde  de  labe  huiusmodi  rumores 
prodiisse  dicuntur.  Solches  wußte  er  schon  am  30.  Oktober 
1305*).  Auch  der  neue  Papst  Ktemens  V,  hat  davon  er- 
fahren —  nicht  durch  höhere  Kreise,  dürfen  wir  schließen, 
sondern  durch  den  Volksmund  —  und  zwar  in  den  Auffingen 
seines  Pontifikates,  vor  dem  Zusammentreffen  mit  Philipp  in 
Lyon  ä).  Und  da  ist  es  wichtig,  daS  wir  den  Aufenthalt  des 
Papstes  im  September  1305  auf  seiner  Krönungsreise  in  Agen 
feststellen  können*).  Uanii  erhittlt  Jakob  von  Molay  t>ei  seiner 
Ankunft  in  der  Provence  ~  Knde  1306  oder  Anfang  1307  — 
eine  briefliche  Mitteilung,  daß  der  Orden  bei  Papst  und  König 
schwer  angeklagt  sei  und  zwar  von  gefangenen  Gascognischen 
Rittern ");  d.  h.  wohl  von  englischen  Untertanen,  die  von 
Franzosen  in  den  Grenzstreitigkeilen  gefangen  wurden.  Mit 
all  diesen  Nachrichten,  die  sich  sämtlich  auf  die  Kirchenprovin?. 
Bordeaux  deuten  lassen,  halte  man  nun  die  von  mir  zuerst 
veröffentlichte  Aussage  des  t>ereils  50  Jahre  dem  Orden  angc- 
hörigen  Templers  Geraldus  Lavernha,  der  Präzeptor  von  zwei 
Häusern  in  den  Diözesen  Perigord  und  Bordeaux  war,  zu- 
sammen: Multuni  tiniebat  sibi  mortem  inferri,  quia  sibi  dicfuiit 
fuerat,  quod  ipse  amileret  corpu.=!,  quia  ipse  erat  ille,  per  quem 


■)  NoticGS  et  Extraiti  XX.  162.  Ob  gerade  die  Sbiilt  Ageii  gemeint 
Ut,  Is&t  sicli  niclit  beweisen. 

')  Da6  ihm  der  Bote  Pliilipps  solches  mitgeteilt  hebe,  seheint  mir 
iloeh  anwahrscheinlich. 

')  Die  Stelle  in  der  apAter  zn  besprechenden  Bulle  „PnstorAlin  preemi- 
nentie*  vom  22.  November  1307  lautet:  Dudiim  circa  promocionia  noatre 
principium  ad  apicem  apostolice  dignitAlia  ad  noatrum  qnailain  levi  hdr- 
gestione  pervenit.  In  der  Bulle  .Faciens  miserieordinm*  siebt  iincli  deut' 
lieber;  Rciam  anteqURm  Lugdiiniim  .  .  .  vonireintis. 

')  Archiv  «i  Barcelona  CRD  Nr.  12057. 

")  Wenck  hat  in  den  (iStt.  Gel.  An7.  lSl^9  daraof  hingewiesen,  daß 
es  sieh  hier  nii^lil  um  Templer  hnnilelt. 


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König,  Papat  und  'I'einpkT  bii  lur  Vcrhiiftitng  der  franz.  Ordcnsylieder.     117 

primo  secreta  dicU  ordinis  fuerant  revelata').  Dieses  ,primo* 
kann  sieb  nicht  auf  das  Verhör  beziehen ;  abgesehen  von  allein 
andern,  ist  er  einer  der  zuletzt  Vernommenen;  ich  kann  es 
nur  auf  nichlgerichHiche  Äußerungen,  Gerede  früherer  Zeit 
deuten.  Was  für  Tatsächliches  hat  dem  Gerüchte  zugrunde  ge- 
lten? Niemals  wird  man  es  erfahren.  Es  wäre  ebenso  ver- 
kehrt, bestimmte  Anklagen  zu  formulieren,  als  mit  vollster 
Beslimnitheit  das  Gerücht  wegzuleugnen. 

Wann  Philipp  der  Schöne  zuerst  durch  Esquiu  benach- 
richtigt wurde*)  und  wann  die  ersten  geheimen  Schritte  gegen 
den  Orden  geschahen,  Iflfit  sich  bis  auf  den  Tag  nicht  fest- 
stellen. Ist  die  Mitteilung  Klemens'  V.  in  der  Bulle  .Pastoralis 
preemineiitie'  genau,  wonach  er  zuerst  im  Anfange  seines 
Potitifikates  von  der  Sache  gehört,  und  diese  .später  König 
Philipp  zu  Uhren  gekommen  sei*  ^),  so  würde  die  erste  \ie- 
hanntschaft  Philipps  mit  den  Gerüchten  in  die  Herbslmonale 
1305  fallen;  freilich  haben  die  spjitern  Bullen,  besonders  .Fa- 
dens misericordiam",  keine  so  bestimmte  Angabe  mehr*).  Für 
das  angegebene  Datum  spricht  im  allgemeinen  auch  die  einzige 
direkte  Äu&ening,  die  ich  in  einer  gleichzeitigen  Chronik  ge- 
funden: Deuz  ans  devant  —  nämlich  der  Gefangennahme  ~ 
le  roy  avnyt  oy  aulcuns  falz  enorms  d'eulx  *). 

Möglicherweise  bedeutet  die  erste  Unterredung  mit  Kle- 
tncns  V.  während  der  Krönuiigstage  in  Lyon  um  die  Wende 
des  Jahres  1305  auch  den  ersten  Schritt  des  Königs  gegen  den 


')  Finte  II,  818. 

')  Unzweifelhaft  fttlaeh  ist  DOlliogere  (Akuil.  Vurträgo  1891  II),  256} 
ADDihme,  die  am  Aufaermittwoeb  1304  (Not.  et  Extr.  XX,  153)  vier  Ver- 
tniDten  erteilt«  Vollmiiolit,  in  den  OefiinKniSBen  einzelne  Personen  nach 
Belieben  freizalassen  and  ihnen  Rebtitution  ihres  Besitzes  zu  gew&hren, 
beiweck«,  Ankläger  nnd  Zengen  gegen  den  Orden  aufzntreiben. 

*)  Vernm  postea  aoribne  Philippi  regia  Prsncie  illustris  insonait, 
BeiwTidu,  MemoriM  da  don  Famando  IV.  de  Castilla  (1860)  II,  619. 

')  Deinde  .  .  .  Philippna  rex  .  .  .,  cui  eadam  fuerant  facinora  nnnciata. 
Andererseito  eprieht  für  die  Korrektheit  der  ersteren  Angabe,  dafi  die  Bulle 
IMiUipp  d.  SehSneD  mitgeteilt  wurde.     Vgl.  nnten. 

'l  Recueil  XXI,  1S7.  Der  Heranageber  betoDt  p.  130  aasdrflcklich 
Minen  Glauben   nn   die   Abfusaung   der  Chronik   vor  dein  Tode   dea  Ki3nig3. 


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118     Kiinig,  I'iipst  lind  Templer  bis  zur  Verhnrtung  der  frnnz.  Ordcnsglirdcr. 

Orden  ').  Neben  der  Anregung  des  Prozesses  gegen  Bonifaz  Vlll., 
der  Forderung  eines  allgemeinen  Konzils,  die  im  öfTenllicIieti 
Konsistorium  feierlich  vorgebracht  wurden,  bildete  die  Templer- 
frage den  dritten  Gegenstand  der  Erörterimgeii,  die  den  Papst' 
so  beschäftigten,  daß  er  für  nichts  anderes  zu  haben  war*). 
Lange  sollen  beide  die  peinliche  Angel^enheit  besprochen  und 
dann  soll  der  Papst  den  König  aufgefordert  haben:  Fils,  tu 
enquerrns  diligenment  de  leurs  fais  et  ce  que  tu  en  fems,  (u 
me  le  reseripras.  Unwahrscheinlich  scheint  mir  eine  solche 
freundliche  und  unverbindliche  Aufforderung  nicht  zu  sein ;  sie  lag 
ja  ganz  im  Wesen  des  Papstes  und  widersprach  auch  keines- 
wegs der  Erklärung,  die  er  seiner  Erinnerung  nach  gegeben 
haben  will :  Non  credebat,  quod  tales  essent  ipsi  Teinplarü  ■). 
Die  zweite  geplante  Zusammenkunft  zwischen  Papst  und 
König  konnte  wegen  der  schweren  Erkrankung  des  Papstes 
statt  im  Sommer  1306  erst  im  Frühjahr  1307  slattfinden;  und 
so  unterblieben  auch  zunächst  die  weiteren  Verhandlungen. 
Aber  inzwischen  haben  im  tiefsten  Geheimnis  —  angeblich 
lälRt  Philipp  sogar  seinen  Bruder  vollstes  Schweigen  ver- 
sprechen *)  —■  die  Maßnahmen  gegen  den  Orden  begonnen.  Bis- 
lang waren  unsere  Kenntnisse  hierüber  recht  unbestimmt; 
Angaben  von  Apostaten,  meist  flüchtig  und  unsicher;  am 
detailliertesten  noch  die  des  Johannes  de  Vanbellant,  der  um 
i:W5  apostasierte,  später  —  sicher  vor  dem  letzten  Pariser 
Ordenskapitel  im  Juni  1307  —  dem  Inquisitor  in  Poissy  ein 
Geständnis  ablegte  und  darauf  wieder  in  den  Orden  eintrat^). 
Nunmehr  wissen  wir,  dafe  der  König  in  verschiedenen  Pro- 
vinzen zwölf  Spione  in  den  Orden  eintreten,  alle  Gebräuche 
erfüllen  und  später   wieder  austreten  ließ").     Das  alles  wird 

')  In  vielen  Tempi erbullen  seit  1308.  besonders  in  .Faciens  miaeri- 
corditim*  weiat  der  Papst  nuf  daa  Qespräch  hin.  Genauerea  Finke  II.  149 
und  Recueil  XXI,  137. 

')  Finke  II,  8. 

')  Finke  II,  149  in  Poiliers. 

']  Karl  von  Valois  plaudert  aber  doch  im  Jannar  1307  aus,  sfin 
Bruder  habe  augenblicklich  so  gewaltige  (ieschäfte,  wie  sie  das  Künigtum 
seit  60  Jahren  nicht  gehabt  habe.    Finke  11,  80. 

',  Michelet  I,  553. 

"i  Das  gestand  Plaisians  vor  dem  Papste  in  Poitiers.    Fiohe  II,  145. 


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Koni);,  Papat  und  Tcmp)«r  bis  zur  Vcrlmriuntt  der  rrnnz.  OrdenaKÜedar.     119 

bei  Vermeidung  j^lichen  Aufsehens  lange  gedauert  und  den 
Zettraum  bis  zum  Frülijahr  1307,  da  der  König  weitere  Kreise 
in  das  Geheimnis  einweihte'),  aus^efrUit  haben. 

Jedenfalls  entnimmt  man  dem  ganz«)  Verhallen  des 
Königs  von  Ende  1305  an,  dab  er  die  Angelegenheit  der 
Templer  ständig  im  Auge  behielt  und  dem  Ziele  ihrer  völligen 
Umkreisung  vorsichtig,  aber  unaufhörlich  zustrebte.  Die  Be- 
we^ründc  liegen  klar  vor:  Wenn  schon  einem  Jayme  II.  beim 
Gedanlien  an  eine  mögliche  Aufhebung  des  Ordens  Wünsche 
kamen,  die  von  geringem  Idealismus  und  noch  geringerer  An- 
hängliclikeit  an  den  Orden  zeugten,  um  wieviel  mehr  dürfen 
wir  beim  Französischen  Könige  solche  Gedanken  und  Wünsche 
voraussetzen.  Er  war  ja  den  Templern  nicht  so  zu  Danke 
verpflichtet,  und  die  in  Aussicht  stehende  Beute  war  in  Frank- 
reich ja  unendlich  viel  grötier  als  in  dem  armen  Aragonien; 
dazu  war  er  gerade  in  dieser  Zeit  —  1306  fftllL  die  Juden- 
vertreibung und  die  Münzänderung  —  des  Geldes  weil  bedürf- 
tiger als  der  sicher  nicht  mit  Glücksgütem  gesegnete  Aragonese. 
Daü  da  die  Zweifel  an  der  Richtiirkeit  der  Anschuldigungen, 
soweit  solche  l)ei  ihm  vorhanden  waren,  leicht  schwanden,  ist 
b^reinicl).  Für  eine  psycholt^sche  Betrachtung  wäre  ja  das 
Vei'lialten  des  Königs  im  Tempi erhause  130C,  als  ihm  dort 
Schulz  g^en  die  Pariser  Aufrührer  geboten  wurde'),  und  sogar 
noch  im  Frühjahr  1307,  als  er  im  Templerliause  der  Aufnahme 
eines  Bruders  assistierte  *),  von  großem  Reize,  wenn  wir  von 
dem  Verhalten  des  Königs,  auüer  der  nackten  Tatsache  des 
Aufenthaltes,  ii^end  etwas  wütiten!  Nur  ein  schriRliches 
Z«]gnis  verbindet  ihn,  soweit  wir  jetzt  wissen,  seit  1304  mit 
dem  Orden*). 

'I  Finke  li,  49. 

'l  Wiederhult  erwlhnt  ia  den  franzÖBJschen  Chroniken. 

')  Per  dimidiam  anDum  vel  quasi  nnU  capcionem  eoruni  fuil.  receptas 
per  fratrera  Hogonem  de  Poraldo  ...  fr.  lohaDnea  de  Pronnj  miles  l'arisiua 
in  domo  Templi  ,  . .  dominu  rege  Francie  illustri  in  domo  eorum  existente. 
Micbelet  1.  390. 

')  Nach  R«g.  dementia  V.  Nr.  1037  mufi  H.  de  Perando  ihn  noch 
im  Jahre  1306  in  einer  Geldsache  um  UQIfe  an^egangeu  haben:  Rex  dedit 
in  ntandatii,  da£  ihm  die  Summe  au^ezahlt  werde. 


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130     Kiiiiig,  l'npst  und  Tein{iler  bis  xur  Verhaftung  der  fnnz.  Ordensgi itriler. 

So'  gut  wußte  der  König  und  die  Seinen  das  Gebcimnis 
bis  kurz  vor  der  Katastrophe  zu  wahren,  daß  die  Zeitgeocssen 
wiederholt  sein  Vorgelien  nur  mit  seiner  Abneigung  gegen  den 
Ordensmeister  zu  befunden  suchten :  bald  soll  dieser  den 
Planen  von  König  und  Papst  hinsichtlich  der  Vereinigung  von 
Templern  und  Hospitalilern  am  schArrsten  widersprochen,  bald 
dem  König  größere  Geldsummen  für  die  Aussteuer  seiner 
Tochter  IsabeIJa,  die  anfangs  1308  Eduard  II.  von  England 
heiratete,  verweigert,  bald  in  seinem  Geize  die  Anleihe  des 
Königs  beim  Pariser  Templerschatznteister  an  letzterem  trotz 
königlicher  und  päpstlicher  Befürwortung  gestraft  haben '). 
Das  ist  ja  zum  Teil  ungenau,  aber  lange  nicht  so  irrig,  als 
bislang  angenommen  wurde.  Wir  haben  jetzt  einen  direkten 
Beleg,  dala  der  König  noch  im  letzten  Augenblick  .gro&e  und 
gewaltige  Forderungen  an  den  Ordensmeister'  gestellt  hat  % 
und  daä  dieserhalb  im  Oktober  1307  der  Großvisitator  mit 
andern  Würdenträgern  an  der  Kurie  weilte.  Für  uns  ein  Be- 
weis, mit  welcher  Kaltblütigkeit  der  König  die  verschieden- 
artigsten Ziele  mit  äußerster  Konsequenz  verfolgte  —  aber 
mit  der  Templerkatastruphe,  selbst  mit  ihrer  Beschleunigung, 
haben  diese  Dinge  nichts  zu  tun. 

Merkwürdig  ist,  daß  mehrere  gleichzeitige  Quellen  die 
Feindschaft  zwischen  König  und  Großmeister  aus  Molays  Oppo- 
sition gegen  die  Union  herleiten:  ein  Beweis,  wie  stark  gerade 
dieses  Projekt  in  den  letzten  Templerzeiten  hervorgetreten  sein 
muß.  Jedenfalls  hat  es  kurz  vor  den  mit  Ende  1305  ein- 
setzenden Maßnahmen  gegen  den  Orden  eine  Periode  gegeben, 
in  der  der  König  eine  Verschmelzung  der  beiden  Ritterorden 
und  die  engste  Verbindung  der  Neuschöpfung  mit  seinem  Hause 
geplant  hat;  diese  Verhandlungen  sind  dann  auch  noch  einige 
Zeit  vom  Papste  fortgesetzt,  bis  sie  schließlich  resultatlos  ver- 
liefen. 

')  Finke  II,  51  und  HS;  Les  geates  des  Chiproia  839ff.;  darnach 
dtuiD  BuBtroD  und  Amndis;  ßaluze  I,  b89;  Galfridus  le  Baker  Chronicon 
p.  51,  vgl.  Haller,  PapsttuTn  und  Kirchenreform  1,  53  (Anm.  zu  52). 

'}  Demsodes  grans  «fforf,  queJ  aeyaor  rey  de  Franfa  fa  aln  seynon 
frares  del  Temple.    Finke  II,  58. 


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Künig,  Papst  und  Tonipler  bis  lur  Verhaftung  dur  franx.  Ürdensglicdcr.    121 

Die  Frage  der  Vereinigung  der  beiden  Ritterorden  war 
ja  schon  oH  besprochen  worden,  besonders  auf  dem  zweiten 
Lyoner  Konzil  und  nach  dem  Verluste  von  Accon,  als  Niko- 
lans  IV.  den  Ankl»t^en  der  HOnier  gegenOtier,  um  seine  Un- 
scliuid  und  seinen  guten  Willen  zu  bekunden  —  wie  der 
Templemieister  sagte')  — ,  die  Sache  in  die  Hand  nahm  un<) 
doch  nichts  erzielte.  Auch  Bonifaz  VIII.  hatte  viele  Worte  ~ 
aber  alles  blieb  t>eim  alten.  Nikolaus  IV.  hat  den  jungen 
König  Philipp  schon  mit  diesen  Plänen  vertraut  gemacht:  wie 
andere  Monarchen  sollte  er  1291  sein  Guiachten  über  die 
V^einigung  der  Ritterorden  abgeben  ^ ;  der  leidige  Tod  des 
Papstes  wird  wohl  das  Zustandekommen  dieser  Gutachten  ver- 
hindert haben. 

Der  Unionsgedanke  wurde  von  Klemens  V.  wieder  auF- 
geiiommen.  Die  Aktenstücke  sprechen  nicht  daräber,  ob  in 
Cbereinstimmung  mit  Philipp  dem  Schönen.  Aber  ich  möchte 
Termuten,  da^  der  König  der  Aktion  nicht  fernstand.  Nur 
^ng  er  weiter.  Es  hat  von  ihm  ein  Reformprogramm  in 
8(1  Artikeln  existiert,  von  dem  uns  Bruchstücke  in  einem  ara- 
gonesischen  Schreiben  aus  dem  Frühjahr  1308  erhalten  sind. 
Das  Stück  hat  Aufsehen  erregt,  denn  in  mehreren  Briefen, 
deren  Inhalt  zusammengeschweißt  ist^),  kommen  die  Schreiber 
darauf  zurück.  Der  Kern  soll,  das  wird  ausdrücklich  betont, 
aus  der  Zeit  nach  dem  Tode  der  Königin  Johanna  von  Frank- 
reich stammen  ■■),  also  frühestens  aus  dern  Frühjahr  1305 ; 
schon  an  sich  ist  es  wahrscheinlich,  daß,  wenn  jemals,  der 
König  gerade  unter  dem  Eindrucke  der  ersten  Trauer  solche 
Pläne  hegte").  Der  Kern  ist  eben,  daß  der  Papst  alle  Kitter- 
orden vereinige  unter  dem  Titel:  Ritterorden  von  Jerusalem, 
dessen   Haupt*),    unter    Verzichtleistung    auf   die    französische 

<)  Bidnte  II,  181. 

•|  Beg.  Nicolas  IV,  Nr.  7381. 

*)  Vgl.  die  Stelle  Finke  II,  118. 

'1  Wenck,  Philipp  der  ScbOoe  S.  44  ff.  hnt  anziehend  ihr  Bild  ge- 
zeichnet. 

')  Daß  gerade  dieses  Frogramin  vum  Könige  persänlich  stammt, 
milchte  ich  ans  der  HaDpti>eatiinmiing  schliefien.  Denn  wer  hätte  es  gewagt, 
ihm  den  Vorschlag  xa  machen,  dafi  er  auf  die  französiache  Krone  verzichte! 

*J  Gleich  darauf  nennt  er  sich  itber  rey  de  Jerusaleni! 


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J22     KOni(;,  l'B|)tit  und  Tcmplur  bis  zur  Vcrliaftuntf  der  fninz.  Ordoiuglji'der. 

Krone  zugunsten  seines  dUesleii  Solines,  er  werden  wollte. 
Nach  iliin  solle  jeweils  ein  Solm  des  französischen  Königs 
Ori.1ensineister  sein;  besitze  der  König  keinen  Sohn,  so  solle 
er  das  Haupt  des  Oitlens  ernennen.  Zugunsten  dieses  Ordens 
sollten  die  Einkünfte  Sitnitliclier  Prälaturen  der  Kirche,  auch 
der  Erzbischöfe  und  Bischöfe,  auf  ein  Mindestmaß,  und  zwar 
jälirjichc  Renten,  beschränkt,  der  Überschuß  diesem  neuen 
König  von  Jerusalem  zur  Eroberung  des  h.  Landes  überlassen 
werden.  Die  (besitzenden)  Mönchsorden  sollen  ihre  Mitglieder 
nur  mehr  zum  Predigen  und  Beichlhören  in  die  Welt  schicken, 
sollten  keine  Reittiere  und  Knappen  mehr  halten;  ebenso  sollen 
die  Bettelniönche  eingeschlossen  leben;  die  Kanoniker  sollten 
nur  Kanonikate  besitzen,  wenn  sie  dem  Gottesdienst  beiwohnen : 
alle  diese  Klassen  sollten  fernerhin  nur  mehr  die  notwendigen 
Renten  genießen;  El  sobre  pus  de  lurs  rendes  sia  dat  al  dil 
rey.  So  hätte  denn  dieser  Ordenskönig  das  gesamte  über- 
schüssige Kirchengut  —  auf  wie  lange?  —  erhalten  sollen. 
Dazu  käme  dann  noch  maßgebender  Einfluß  bei  der  Papst- 
wahl durch  Oberlassung  von  vier  Kardinalsslimmen:  lürwahr! 
ein  Prc^ramni,  das  ebenso  sehr  von  Phantasie  wie  von  wun- 
derbarem Egoismus  zeugt,  das,  wenn  auch  nur  einmal  gedacht 
imd  geplant,  wert  ist,  erbalten  zu  bleiben  >), 

Stammen  die  Grundzüge  vom  König  selbst,  so  hat  er 
gerade  in  den  ersten  Zeiten  Klemens'  V.  diese  Einigungs- 
gedanken gehegt.  Woher  der  Berichterstatter  wissen  mag, 
daß  der  Teuiplerorden  mehr  als  die  andern  dem  königlichen 
Plane  entgegen  gewesen  sei  und  deshalb  den  Haß  des  Königs 
auf  sich  gezogen  habe*)?  Ob  er  etwas  von  dem  Programm 
des  Templermeisters  gegen  die  Union  gehört  hat? 

Kreuzzugsgedanken  besehätligen  im  Frühsommer  1306 
den  in  Bordeaux  weilenden  Papst;  es  ist  eine  kleine  Ruhe- 
pause  in  den  stets  drängenden  Verhandlungsplänen  Philipps. 
Mit  Freuden  empfiehlt  Klemens  allerorten  «die  Söhne  nach 
seinem  Herzen",  den  Templerpräzeptor  Hymbertus  Blanchus  und 

■}  AuBdiUcklich  bcloQt  der  Schreiber  am  Schlnfi  (8.  1L9),  dafi  das 
nur  ein  geringer  Bruchteil  der  königlichen  Forderangen  iat.  Hu  vgl. 
damit  das  Programm  Nogarets  vom  Jahre  1311.    Not.  et  Extr.  XX,  203  f. 

'l  Kinke  II.  118;   \m  Templu  i'ontrasInVHti  mes  que  los  altraa  bordeos. 


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Künig,  l'apat  unil  'I'cmpliT  bis  iiir  Vorlmrtunt;  Jcr  franz.  OrdiMisgl jeder.     123 

den  Marseiller  Bürger  Petrus  de  Langres,  die  eine  Expedition 
nach  dem  h.  Lande  ausrüsten;  mit  reichlichen  geistiichoii 
(iriaden  versieht  er  sie  >).  E^  scheint  sich  um  eine  Art  idealer 
Piraterie  zu  handeln,  wie  sie  fast  um  dieselbe  Zeit  der  ohe- 
iiialige  Templer  Roger  de  Flor  trieb.  In  denselben  Tagen  lud 
Klemens  die  beiden  Ordensnieistcr  der  Johanniter  und  Templer, 
Wilhelm  de  Villaret  und  Jakob  de  Molay  zu  einer  Besprechung 
an  der  Kurie  über  das  h,  Land  und  besonders  über  die 
cyprischen  und  armenischen  Angelegenheiten  ein  *).  Die  ganze 
Trcundliche  Form  des  Schreibens,  die  Bemerkung,  daü  der 
Papst,  der  sie  zu  Allerheiligen  erwartet,  ihre  Anwesenheit  im 
Äbcndlande  als  eine  kurze  ansieht"),  machen  all  die  phan- 
tastischen Kombinationen ,  welche  dieses  Schreiben  mit  den 
spätem  Templerereignissen  in  für  den  Papst  günstigem  oder 
ungünstigem  Sinne  verbinden  möchten  *),  zunichte.  Von  einer 
BeeinQussung  durch  Philipp  wissen  wir  gar  nichts.  Plaisians 
hat  es  in  seiner  Rede  zu  Poitiers  zwei  Jahre  spfiter  als  eine 
Art  göttlicher  Fügung  bezeichnet,  daß  der  Ordensmeister  mit 
den  GroEiwürdcnträgern  aus  „fast  allen  überseeischen  Landern 
aus  ganz  anderm  Grunde  herübergekommen  sei  % 

Merkwürdig  ist  allerdings  -  wenn  auch  bei  der  Lückon- 
hafligkeit  des  päpstlichen  Registers  erklärlich  — ,  dati  wir 
von  anderer  Seite  her  wissen,  daü  auch  bei  Absendung  dieses 
päpstlicheil  Schreibens  die  Unionsfrage  die  Hauptveranlassung 
zur' Zitation  der  beiden  Ordensmeister  bildete.     Vierzehn  Tage 

■)  Reg.  Clemeutis  V.  Nr.  1084,  1035,  L036.  1BU6  Juni  13.  H.  Utiink 
(?Jr  1032  Albaa)  ist  der  bekannte  englische  Templer. 

*)  Reg.  Clemenlis  V.  Nr.  1033  vom  S.  Juni:  RaynaM  ad  annum  1306 
Nr.  12.  Der  Brief  an  den  Templern) eiste r  ist  nirgends  erhalten.  Doch 
nioG  nach  der  Stelle:  Super  quibas  tecDin  et  cum  dilecto  älio  mngistro 
domna  miltcie  Tempil  .  .  .  deliberandum  .  .  .  decrevimus  und  nach  ana- 
loKen  Verhftltnisaen  auch  an  diesen  das  Schreiben  mit  gleichem  Worllent 
ergangen  sein. 

*]  Ahsentia  tua,  que  non  longa  erit. 

')  So  SchottmDlIer  in  breiter  Ausfllhrung  J,  91  S.  Sie  ist  schon  von 
anderer  Seite  bekSmpft  worden. 

*)  In  dem  Satze  Finhe  11,  143:  Nonne  a  Deo  factum  est,  ist  merk- 
vDrdig  die  Stellen  quod  inagiet«r  ordinis  cum  msioribus  et  quaei  omnibue 
rntribos  suis  tiltramarinis  .  . .  venerat.  Von  einer  besonders  starken  Be- 
givitvng  Molay s  wissen  vir  nichts. 


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124     Künig,   l'iip»t  und  1'ciiiplur  bia  zur  Vcrhaftniig  der  franz.  Ordenagl Jeder. 

nach  seiner  Ausfertigung  berichtet  schon  ein  nragonesischcr 
Templer  einem  andern,  daß  der  Komtur  von  Aragonien  von  der 
Kurie  gehört,  wie  der  Visitator  von  Frankreich  und  der  Komtur 
von  Portugal  vom  Papste  den  Befehl  erhalten  hätten,  Aller- 
heiligen an  der  Kurie  sich  einzuündon  und  sich  nicht  nach 
Cypern  zur  Ürdenszentralo  zu  begeben,  noch  auch  Sachen  hin- 
zusenden. Der  Großmeister  sei  zittert  und  der  Komtur  von 
AragonJen  werde  die  Einladung  in  einigen  Tagen  erhalten,  die 
dem  Johannilermeister  und  dem  Provinzialmeistcr  dieses  Ordens 
in  derselben  Weise  zugegangen  sei  oder  zugehen  werde.  Zweck 
der  Zusanimenkunfl  sei  die  Union  der  beiden  und  der  andern 
besitzenden  {Ritter-)Orden '). 

Aus  diesem  geplanten  großen  Ordenskonzil  zu  Allerheiligen 
1306,  das  immerhin  die  Geschicke  des  Templerordens  hätte  in 
andere  Bahnen  lenken  können,  ist  nichts  geworden.  Von  Al>- 
sagen  verlautet  zwar  nichts;  wahrscheinlich  sind  sie  auch  gar 
nicht  von  der  päpstlichen  Kanzlei,  d.  h.  vom  Papste  direkt 
erfolgt,  denn  Klemens  V.  war  ja  zu  Allerheiligen  schon  monalc- 
lang  schwer  erkrankt,  sah  außer  seinen  Kardinalnepoten  nie- 
mand um  sich,  und  wenn  auch  damals  Besserung  eintrat,  so 
erfolgten  auch  Rückfälle,  und  es  blieb  die  ungeheure  Körper- 
schwäche, die  ihn  zu  keinem  Entschlüsse  und  zu  keiner  auf- 
regenden Verhandlung  belShigte. 

So  begreifen  wir  auch,  warum  Jakob  de  Molay  erst  im 
kommenden  Jahre  in  Europa  nachweisbar  ist;  ebenso  natürllcli 
der  Johannitermeister.  Jakob  kann  im  November  unmöglich 
in  Frankreich  oder  in  der  Provence  gewesen  sein.  Er  und  der 
Ordenskonvent  hatten  den  französischen  üroßvisitator  Hugo 
Peraudi  zur  Überfahrt  —  doch  nach  Gypern?  —  aufgerorderl ; 
der  Papst  befiehlt  diesem  am  15.  November  1306,  an  der 
Kurie  zu  bleiben  und  gestallet  ihm,  seine  Ämter  —  die  Visi- 
tation und  das  Präzeptorat  Franciens  beizubehalten  und  wie 
früher  durch   andere  ausüben   zu  lassen  *).    Wie  dann  später 


'}  Vgl.  Finke  II,  3.  13  f.  Nr.  11.  Ein«  andei'«  Dntierung  aof  13D5 
oder  IS07  ist  aomOglicIi. 

')  Reg.  Clementis  V.  Nr.  IMO.  Docli  höchst  sonderbare  Vertrsnlich' 
Jieit  dieses  Templers  mit  der  Kurie. 


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K'intp,  Pii)>st  lind  TiMnptpr  )iis  zar  VrrlinftDng  itrr  trunt.  Onlonn^tifilrr     I2fi 

die  beiden  Ordensmetster  an  der  Kurie  erschienen  '),  da  ist  die 
Situation  so  vollständig  geändert,  der  Verrtaciil  legt  sich  hem- 
mend auf  jedes  Vorgehen  des  Toinplerordcns,  daß  von  einer 
Erörtcning  der  Einigung  wohl  keine  ernstliche  Rede  mehr 
gewesen  ist,  obwohl  im  Mai  1307  nadi  Auffassung  der  Menge 
der  Papst  die  Union  noch  durchführen  wollte  *). 

So  blieben  denn  als  Ergebnisse  der  Bemijhungen  Rie- 
mens' V.  nur  einige  lilerarische  Erzeugnisse.  Es  sind  die  Gut- 
achlen  der  beiden  Ordensiiieister  über  die  Art  eines  neuen 
Kreuzzuges  und  dazu  des  Templermeisters  über  die  Union; 
wahrscheinlich  ist  das  hierzu  gehörige  Johannitergutachten  ver- 
loren oder  noch  irgendwo  verbolzen,  wie  denn  auch  sein 
Kreuzzugsvorschlag  erst  vor  einigen  Jahren  aufgefunden  ist. 
Dali  diese  Schriflstücke  von  Klemens  veranlaUt  sind,  beweisen 
<lie  einleitenden  Worte,  wenn  wir  auch  nicht  festzustellen  ver- 
mögen, wann  der  Papst  den  Wunst-h  ausgesprochen,  ob  im 
Zusammenhange  mit  der  Einladung  oder  später.  Jedenfalls 
gphörei}  wohl  alle  drei  Stücke  dem  Jahre  1306  an"). 

Schon  früher  ist  erwähnt,  dab  Klemens  mit  seinen 
Ncpoten  sich  gern  über  die  beste  Form  des  .passagium",  ob 
man  ein  , generale"  oder  ein  .particulare '  wühlen  solle,  untrr- 

'l  Ob  auf  erncnteti  Befehl?  Jnkob  von  Mo)ay  kam  jtt  auch  zmn 
l'urHpr  Generalkttpilel  Ende  Juni   130T. 

*J  Finke  II,  ■tß:  Pap»  tractnt  .  .  .  mm  eis,  ut  uninntur  dkti  duu  urdiiiPS 
in  einm  Schreiben  vom   14.  Mai  1307. 

\  Die  beiden  GaUnliten  Motnye  sind  gcdriirkt  Bxlii^e,  Vttno  pup 
Avfnion.  IT,  176ff.;  diis  L'nions(cDtachten  auch  neben  dem  Hospitalitergnt- 
Bchten  aber  den  Kreuzzug  auch  Delaville  le  Rouix.  Cmiulaire  geni'mt  de 
Tordre  des  Hospitnliera  (1901)  IV,  10%  ff.  Nr.  4680  und  4681.  DekviDo  le 
lioulx  hat  das  eretcre  mit  Boutaric  ine  Jahr  1307  gt^izt;  vgl.  La  Krnnce 
en  Orient  au  XIV  siecle  {l8Sb)  p.  hb.  spRIer  cntacheidet  er  sich  fUr  i305. 
Vgl.  Auch  Le«  SospiUliera  en  Terre  Saintc  et  ä  Chypro  (19041  p.  2ij8. 
AI»  Heleg  fOr  seine  Datierung  zieht  er  die  im  Kreuzzug^gut lichten  Molays 
uigeblich  genanate  PersDnlichkeit  Rogers  de  Loria  henin;  es  liondelt  sich 
aber  nicht  um  diesen,  sondern  um  seinen  Sohn  Rogeronua  de  Loria,  der 
1307  eUrb  ißarcelona,  Archiv,  Reg  140  S.  93>').  Im  Hospitalitergutflchton 
wird  gesagt  dsfi  seit  Eroberung  Jerusalems  (IIHT  Oktober  2)  gut  108  Jahre 
vergalten  seien,  noch  dieses  pnßt  zu  1306,  Zu  I'nitz'  Kritik  des  Kreuü- 
^g^atarhtens  Molays  (Entwicklung  S  S.Sl)  vgl.  man  K.  Weiick  in  (iölt. 
*"■!.  Anz    IKS»  S.  2«:  f. 


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12fi    König,  Pnpst  und  Tompier  hie  zor  VerhufluDg  der  frnnjs  Ordtnsglieder. 

halten  habe,  und  dali  er  selbst  augenscheinlicli  mehr  dem  kleinen 
Kreuzzug  zuneigte,  so  auch  den  Hospital iterkreuzzug  1309 
inaugurierte,  bis  er  in  seinen  letzten  Lebensjahren  auf  den 
allgemeinen  Zug  zurückkam.  So  war  ihm  das  ungeschminkte 
Gutachten  Molays,  das  mit  durchschlagenden  Gründen  Tür 
letzteren  eintritt,  wohl  nicht  besonders  genehm;  wie  ja  auch 
die  verächtliche  Behandlung  der  armenischen  Frage,  was  Land 
und  Leute  anbelangte  —  das  Land  sei  hn  höchsten  Grade 
ungesund  und  die  Armenier  feige  und  ini  höchsten  Grade 
gegenüber  den  Franken  mißtrauisch  — ,  gerade  damals  sehr 
wenig  in  den  Rahmen  der  päpstlichen  Politik  paüte.  Wenn 
man  die  großzügigen,  mit  Tatsachen  belegten  Erörterungen 
Molays  über  den  großen  Kreuzzug  liest,  über  den  Vorzug  des 
Schiffs-  vor  dem  Gaieerentypus,  über  die  Stärke  des  Christen- 
heeres an  Reiterei  und  Fuüvolk,  über  den  ersten  Landungs- 
platz in  Cypern  und  die  Geheimhaltung  der  Landung  in  Palä- 
stina, über  die  Wahl  des  Heerführers  oder  vielmehr  Ädmirals, 
der  aus  triftigen  Gründen  kein  Templer  oder  Hospitaliter  sein 
dürfe,  über  das  Unheil  des  Handelsverkehrs  zwischen  den 
grolaen  Seestädten  und  dem  Orient,  die  oft  den  Saracenen  die 
fertigen  Schiffe  liefern,  so  daß  sie  nur  die  Hölzer  zusamnien- 
zul^en  und  festzunageln  brauchen:  so  gewinnt  man  durchaus 
den  Eindruck,  daß  hier  ein  ruhig  überlegender,  nach  allen 
Richtungen  hin  sachverständiger  Mann  spricht.  Nicht  alles 
sagt  er  offen:  welcher  Hafen  in  Palästina  zu  wählen  sei,  will 
er  Klemens  und  Philipp  dem  Schönen  mündlich  auseinander- 
setzen. Und  wie  das  Geld  für  den  Schiffsbau  bequem  zu  ge- 
winnen sei,  kann  er  unmöglich  dem  Papiere  anvertrauen,  auch 
das  will  er  dem  Papste  mündlich  erklären.  Er  rechnet  also 
sicher  auf  eine  baldige  Gelegenheit,  mit  Klemens  V.  ii^endwo 
zusammenzutreffen.  Diesem  gegenüber  legt  das  Kreuzzugs- 
programm des  Hospital iters,  das  ebenfalls  für  das  „generale 
passagium'  stimmt,  das  Hauptgewicht  auf  die  Erweisung  der 
Kreuzzugsmittel:  das  allererste,  was  die  Kreuzpredigt  zu  he- 
schaffen  hat,  ist  der  Fonds,  aus  dem  alles  tiestritten  werden 
kann.  So  folgt  denn  ein  ausführliches  Finanzpn^ramm,  wie 
die  geistlichen  Ki-eise,  aber  auch  die  Juden  heranzuziehen  sind. 
Dem   Gntachler  i.st   der  Gedanke  durchaus  sympalhi.'wh,   daß 


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Eüni|!.  Pnptit  Dm)  Templer  kjs  zur  Verhnftnnp  Her  frnnz.  OriMBigtieiW.     l27 

die  Juden  inil  der  Hälfle  ihres  Vennögens  herangezogen  werden ! 
Praktisch  sind  dann  noeb  die  Winke,  wie  sofort  durch  Flotten 
von  25  oder  50  Galeeren  den  Saracenen  die  Zufuhr,  besonders 
die  Sdtiflfe,  abgeschnitten  und  ihr  Gebiet  verwQstet  werden 
iutnn.  Die  Vorschläge  über  die  Heeresorganisation  und  der 
Zug  selbst  sind  dagegen  allgemein  gehalten  und  ohne  Wert. 
Merkwürdig  ist  der  historische  Zug,  der  durch  das  Ganze  geht. 

Weniger  überzeugend  wirkt  Molays  Gutachten  über  die 
Frage  der  Union.  Man  sieht  zu  deutlich,  dali  er  auf  konser- 
valiTem  Standpunkte  steht.  So  oH  schon  ist  die  Frage  auf- 
geworfen, es  hat  zu  nichts  geführt.  So  setzt  er  denn  breit 
die  Schäden  auseinander,  die  möglicherweise  für  die  Disziplin, 
dus  Almosenverteilen,  das  Sftelenheil  erwachsen  könnten.  Aber 
immer  wieder  kommt  er  auf  die  Disziplin  zurück:  Zwei  Prä- 
zeptoren  der  beiden  Orden  in  den  geeinten  Häusern,  wer  soll 
sieh  unterordnen?  Jeder  Orden  will  doch  seine  Leute  hoch- 
lialten.  Oberzeugender  wird  er  erst,  da  er  die  Vorteile  zeichnet, 
die  aus  der  .invidia*,  der  gegenseitigen  Eifersucht,  gleich  wie 
bei  den  Beltelorden  erwachsen  sind.  Ja  nach  ihm  hat  diese 
.iuvidia"  die  schönsten  Erfolge  erzielt.  Von  einer  christlichen 
Mönchsaszese  fmdet  sich  in  diesen  nüchternen  Darl^ungen 
kaum  eine  Spur.  Vorteile  kennt  er  nur  zwei :  In  diesen 
^dilimmen  Zeiten,  da  die  Menschen  von  den  Mönchen  lieber 
nehmen  als  ihnen  geben,  wird  der  geeinte  Orden  .stärker,  um 
seine  Rechte  zu  verteidigen,  und  dann  die  Einigung  erspart 
Kosten.  Und  nun  überläßt  er  dem  Papste  die  Entscheidung; 
doch  ist  er  bereit,  mit  dem  Hauptkonvent  und  den  Ordens- 
obem  vor  dem  Papst  zu  weiterer  Beratung  zu  erscheinen. 
Was  er  aber  meint  und  wünscht,  klingt  deutlich  aus  dem 
Schlußsätze:  Will  der  Papst  für  den  Fall  eines  Kreuzzuges 
feste  Einkünfte  zur  Anwerbung  von  Rittern  und  Knappen  be- 
stimmen, so  bittet  er,  die  Summen  jedem  Orden  getrennt  an- 
zuweisen. Dann  wird  jeder  sich  anstrengen  und  Leistungen 
zeigen,  die  man  von  ihm  nicht  erwarten  konnte. 

Die  beiden  Gutachten  des  Teniplermeisters  sind  Philipp 
dem  Schönen  bekannt  geworden;  das  ist  wenigstens  sehr 
walirscheinlich.  Denn  sie  beflnden  sich  in  der  ofTiziellen 
Samnihin?  dfs  königlidini  Archivars  Pciriis  ile  Estamp<s,  die 


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I 

1S8     Knni^.  f'Npst  un'l  TrnipW  bis  zar  Verbnrtunp  der  hiint  Ontcnngli^er 

die  wichtigsten  kirclienpoli  tischen  und  politischen  Sctirirtstücke 
der  Zeit  enthält ').  Das  Gutachten  des  Hospitaliters  ist  dieser 
Ehre  nicht  gewürdigt.  Hat  Philipp  sie  gelesen,  so  werden  sie 
kaum  seine  Sympathien  für  Jakob  de  Molay  und  seinen  Orden 
gesteigert  haben. 

Die  zweite  Zusammen kunit  Philipps  des  Schönen  mit 
Klemens  wurde  schon  sehr  früh  aller  Welt  als  bevorstehend 
angekündigt.  Schon  im  Mai  1306  -)  teilte  der  Papst  dem 
aragonesischen  Gesandten  mit,  da&  er  sich  mit  dem  Koni}? 
treffen  werde.  Anfangs  Juli  hat  die  Zusammenkunft  schon 
festere  Umrisse;  Zeitpunkt  ist  St.  Michael,  später  Weihnachten, 
und  als  Ort  benennt  Johannes  Bui^undi  doch  wohl  fälschlich 
Troyes.  Dann  folgt  die  schwere  Erkrankung;  in  einem  Moment 
dos  Besserbefindens  läßt  Klempns  den  Kardinälen  das  Programm 
der  nächsten  Zeit  mitteilen :  Bis  März  bleibt  er  I>ei  Bordeaux, 
dann  soll  die  Kurie  die  Reise  nach  Italien  antreten,  er  selbst 
besucht  vorher  den  Kfinig,  um  ihn  zum  Kreuzziig  und  mm 
Frieden  mit  England  zu  bestimmen;  dann  will  er  schleunigst 
der  Kurie  folgen.  Aber  der  Papst  denkt  und  der  König  lenkt! 
Schon  der  Aufenthalt  in  Bordeaux  ist  Philipp  zuwider*),  er 
will  Klemens  in  seiner  Nfihe  haben.  Darum  tritt  in  der  seit 
November  130(1  mit  der  Absendung  zweier  Kardinäle  an 
Philipp  wieder  beginnenden  Korrespondenz  der  beiden  Herrscher 
deutlich  das  Verlangen  des  letztem  hervor,  den  Papst  mög- 
lichst nahe  dem  Zentrum  seines  Reiches  residieren  zu  lassen: 
er  wünscht  Tours  als  Ort  der  Zusammenkunft  —  und  des 
langem  Verweilens  —  der  Papst  Toulousfe,  man  einigt  sich 
schlie&lich  auf  Poiliers  und  auf  den  Monat  April  1307.  Aber 
keiner  zeigt  mehr  Eile:  der  Papst  wünscht,  daü  der  König 
zuerst  nach  Poitiers  gehe  und  ihn  dort  erwarte,  ,der  König 
will  das  Gegenteil"*)-  Darin  liegt  doch  wohl  Prinzip;  Philipp 
will  eben  in  seinem  Lande  dem  Kirchonoberhaupt  gc^iiüber 

■)  Jetzt  Cod.  10919  der  Bibl.  Nat.  in  Pnris. 
')  Finke  H,   12.   17.  21,  27. 

"]  Finke  II,  25 :  8ignant«r  dicitur,  qiiod  nullomudo  placct  r<-gi  Franrif- 
(jimil  |>npa  hie  rptiianeat.     Do  quo  dicitur  papn  fuiase  tiirhaliis. 
')  Finke  II.  33. 


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König.  Papst  und  Templer  bis  mr  Verbiiftung  der  frsnz   ördeoagl Jeder.     120 

nicht  als  der  Wartende,  sondern  als  der  feierlich  Empfangene 
erscheinen.  So  geht  es  bei  allen  Zusammenkünften  mit  Klemens. 
Cber  die  ZusamnteDknnfl  von  Poitiefs  sind  die  zeitge- 
nössischen Chronisten  schlecht  unterrichtet:  die  Zeilangaben 
bleiben  ganz  unbestimmt.  Nur  aus  den  Urkunden  \&.&i  sich 
rlie  Ankunft  der  beiden  Herrscher,  Klemens'  Mitte  April  und 
Hiilipps  am  1.  Mai')  sowie  den  Aufenthalt  des  Königs  —  bis 
in  die  letzten  Tage  des  Mai  *)  —  bestimmen.  Nur  der  unge- 
naue Villani  gibt  uns  eine  Präsenzliste  der  anwesenden  Fürst- 
lichkeiten, außer  dem  König,  seinen  Brödern  und  Kindern  der 
firaf  von  Flandern,  aber  nicht  König  Karl  II.,  der  nach  dem 
Berichte  des  zuverlässigen  Johannes  Burgundi  erst  im  Juni  oder 
Jnli  erschien,  sondern  sein  Sohn,  der  FQrst  von  Tarcnt,  dann 
der  ständige  spanische  Thronkandidat  Alfonso  de  la  Ccrda, 
Gesandte  der  Venezianer").  Letztere  kamen,  um  mit  Karl  von 
Valois  die  Eroberung  Bomanias  zu  verabreden  «nd  Venedig 
einen  Teil  der  Beute  zu  sichern.  Der  Flandrische  Friede  erhielt 
ilie  päpstliche  Bestütigung:  allerdings  mit  der  schlimmen 
Klausel,  daß  jede  Verletzung  des  Friedensvertrages  den  Bann 
nach  sich  ziehe  und  die  Lossprechun^  nur  mit  Zustinimuiig 
lies  französischen  Königs  erfolgen  dürle!*)  Von  Friedensver- 
liandlangen  wissen  einige  Chronisten  ganz  allgemein  zu  melden; 
(famil  hört-  aber  ihre  Kenntnis  auf.  Nur  Tolenieo  von  Lucca 
brachte  die  bisher  schwer  deutbare  Nachricht,  da(j  Philipp  dem 
Papste  Petitionen  überreichte,  die  die  Kurie  in  groüe  Auf- 
regung brachten;  die  Kardinäle  hätlen  sie  als  nicht  annehmbar 
bezeichnet,  denn  die  Petitionen  zielten  auf  die  höchsten  Ange- 
Htnliciten  ^).  Eine  Kommission  von  sechs  Kardinälen  sei  ein- 
gesetzt, und  Endgültiges  sei  bisiier  nicht  erfolgt. 

'j  Vgl.  in  he  Uoyen  Age  1897  den  Antaatt  von  I.,  Uvillnin,  A 
propM  d'gn  texte  iniklit  relatif  an  si^jour  du  pnpe  Clement  V.  ii  Poitiera 
»a  1307  p.  74  f.  ')  Becueil  XXI  p.  21. 

')  Finke  ][,  34  f.  Warum  das  ErscheiDen  dos  engliarlien  'Dironrolgera 
nntorbliob,  atoht  in  dem  Briefe  Klemens'  V.  an  Philipp  vom  24.  Aug.  1307. 
Haluie  II,  74.  Er  hatte  von  Ostern  an  («gtäglich  auf  diu  Nacliriclit  von 
der  Cbergabe  der  Feste  Molüon  gewartet.    Da  sio  nicht  erfolgte,  blieli  or  aiia. 

*)  Reg.  dementia  V.  Nr.  1680. 

')  Bainze  I,  'J7;  Harat-ori  XI,  1228;  Peticionee  .  .  .  porrer.te  apud 
PKtaunm,   quiw   cardtnales    indicaverunt    non    exHudiendas.     De    quibus   in 


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130     Kenig,  pRpgt  und  Templer  bis  lur  Vcrbaftnog  d«r  franz.  Ordensglieder 

Auch  Johannes  Burgundi  weiß  während  der  Anwesenheit 
des  Königs  nur  Unsicheres:  Die  Kanonisation  Cölestins  V.  — 
die  die  Verurteilung  ßonifaz'  Vlil.  in  sich  schlösse  —  kennt 
or;  die  Angelegenheit  sei  drei  nichtbonifazianischen  Kardinälen, 
dem  Kardinalbischof  von  Palästrina,  dem  frühern  französischen 
Kanzler  Stephan  und  Peter  Colonna  anvertraut.  Ober  den 
Inhalt  der  andern  Bittfin  wagt  er,  trotzdem  das  Gerücht  ganz 
allgemein  auf  bestimmte  Dinge  hinweise,  nicht  zu  schreiben, 
da  die  Wissenden  den  Mund  halten;  zudem  kann  der  könig- 
liche Bote  mündlich  besser  erzählen.  Erst  anderthalb  Monate 
später  berichtet  er  nebenbei,  daß  Wilhelm  de  Plaisians  und 
Wilhelm  de  Nogaret  in  Poitiers  noch  immer  arbeiten,  daD 
gegen  Bonifaz  VIII.  voi^egangen  werde,  und  daß  schon  bei 
der  Anwesenheit  Philipps  die  Sache  einer  Sechserkommission 
überlragen  sei '). 

In  Poitiers  ist  zum  ersten  Mate  ernstlich  die  Bonifazia- 
nischc  Frage  aufgerollt  worden,  ja  sie  hat  unzweifelhaft  den 
Kern  der  Erörterungen  gebildet,  die  kurialen  Kreise  aufs 
höchste  erregt,  während  der  Tcmplerfrage  —  und  das  isl  so 
bezeichnend  für  Philipps  Politik  —  nur  eine  nebensächliche 
Bolle  zugewiesen  war. 

Zwei  der  wichtigsten  und  charakteristischsten  Aktenstücke, 
die  Holtzmann  in  seinem  inhaltreichen  Buche  über  Nogaret 
mitteilt,  beziehen  sich  auf  diese  Tagung  von  Poitiers  *).  Beide 
sind  dem  frühern  Staatsmann  Philipps,  dem  jetzigen  Kardinal 
Stephan  de  Siiizy  gewidmet;  das  eine  ist  zudem  noch  in  be- 
sonderer Fassung  an  den  König  gerichtet.  Der  Verfasser  isl 
(loch  wohl  nicht,  wie  Holtzmann  annimmt,  bei  beiden  der 
gleiche:  das  erete  Schriltstück  würde  ich  Nogaret  zuschreiben'); 
da  JedocJi  Holtzmann  das  stilistisch  für  unmöglich  hält,  so  sei 
wenigstens  auf  eine  aulTältigo  Übereinstimmung  mit  einem  im 
Interesse    der    Colonna    abgefaßten    Protest    gegen    die    Wahl 

curin  exorlA  est  non  niodicn  discordiA,  qaik  pdtitiones  transcendebant  reg''*''' 
stntiim.     Undo  facUt  est  Rommissio  sex  rardinalibns. 

')  FiDk»  II,  34-38. 

')  Wilbetm  von  Nogaret  S.  256-262.    BeilugOD  Nr.  IIl  and  IV. 

"l  Der  Hinweis  nnf  den  Erlag  .Itea  aniBra*  bei  Holtunann  S.  2% 
isl  verfehlt.     Ana  Bolchen  Stellen  kann  nichts  bswiesen  werden. 


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Känig.  Papst  und  T«npler  bis  zur  Verhaftung  der  franz.  Ordensglieder.     131 

Benedikts  XI.  im  Pariser  Archiv^)  hingewiesen,  indem  auch 
die  Hilliülfe  des  '  Matteo  Rosso  wie  die  Verweigerungf  des 
Konzils  durch  Bonifaz  VIII.  in  ähnlicher  Weise  hervorgehoben 
wird.  Der  Schreiber  gehört  zu  den  .vulnerati  veneno  illius', 
zn  denen,  welche  in  den  Strafsentenzen  Bonifaz'  VIII.  e'm^e- 
schlossen  sind,  er  betont  die  ,deToli  r^s'  neben  den  ,accu- 
sttores  eL  denuntiatores"  des  verstorbenen  Papstes,  beansprucht 
(loch  auch  eine  gewisse  Autorität  —  placeat,  quod  videam 
noias  ~~  und  hat  mit  dem  französischen  Kardinal  die  Haupt- 
punkte schon  durchgesprochen.  Das  zweite  Stück  cntstarniiit 
unzweifelhaft  den  Kreisen  der  Colonna.  Ich  wQrde  es  an- 
standslos Peter  Colonna  zuweisen,  wenn  mir  nicht  die  Auf- 
schrin  ,domino  et  patri  suo  domino  Stcphano  c^rdinali* 
Bedenken  machte. 

Holtzmann  hat  den  Charakter  der  beiden  Stücke  nicht 
völlig  erkannt:  er  meint,  Klemens  habe  vom  Köni^  verlangt, 
er  möge  vom  Prozeß  gogen  Bonifaz  abstehen,  und  der  Ver- 
fasser der  beiden  Stücke  erörtere  jetzt  die  Frage,  unter  welchen 
Bedingungen  das  geschehen  könne.  In  Wirklichkeit  ist  nun 
aber  die  erste  .Practica*  das  mit  dem  Kardinal  Steplian  be- 
sprochene —  vereinbarte,  wage  ich  nicht  zu  sagen,  da  das 
den  Charakter  dieses  königlichen  Günstlings  doch  vielleicht  zu 
sehr  herabdrückle  —  Aktiun&programm  in  der  bonifazianischen 
Präge.  Das  besagen  deutlich  die  einleitenden  Sätze  über  das* 
(lesamtvorgehen :  Erst  propositio  —  dann  pelitio  cum  instantia 
dnmnationis  memorie  Bonifaz'  VIII.  — ,  ferner  oblalio  pro- 
hattonum  in  Sachen  der  Häresie  des  Verstorbenen  —  alles 
das  durch  öffentliche  Urkunden,  in  möglichst  feierlicher  Weise  ^). 
So  kann  doch  nur  ein  Vorschlag  erfolgen,  wenn  die  Aktion 
selbst  erst  einzuleiten  ist.  Erst  hierauf  wird  der  Inhalt  des 
gewünschten  päpstlichen  SchriflstQckes  ang^eben,  nach  dessen 
Erlangung  man  den  Prozeß  zunächst  auf  sich  beruhen  lassen 
könnte;  freilich  hat  der  Verfasser  so  viel  verlangt,  daß  er  im 
Ernst  kaum  an  die  Ausstellung  einer  solchen  Bulle  denkt.  Der 
Papst   soll    aus    päpstlicher  IMacbtvollkommenheit  alles,    was 

')  J.  491  B  Nr.  786. 

*)  Et  qiUDto  magia  publice  et  magia  soleiiDiter  fiaut  uiprudicta, 
tatiuH  et  raTorabilina  «nt.    Hottimnon  8.  256. 


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132     Ürmig;,  fnpst  und  Templur  bis  zur  Verhaftung  dor  franz.  ÖrdenagÜeder. 

Bonifaz  gesagt  und  getan  hat,  mit  allen  wirklichen  und  mög- 
lichen Folgen  kassieren  und  annullieren  —  man  könnte  für 
einen  Moment  an  die  Annullierung  aller  Handlungen  des 
Papstes  denken,  so  allgemein  lautet  der  Satz,  wenn  er  sich 
auch  wahrscheinlich  nur  auf  die  französischen  Streitigkeiten 
bezieht;  dazu  vollste  , restitutio  in  integrum'  aller  Anhänger 
des  Königs  und  Angreifer  des  Papstes,  vollste  Entschädigung 
des  ganzen  Colonnageschiechtes  im  weitesten,  tatsflchlich  un- 
möglichen Umfange,  vor  allem  auf  materiellem  Gebiete.  Dann 
wird  eine  anzügliche  Arenga  formuliert,  die  den  Papst  auf  die 
Kirchenreform  und  vielleicht  auch  auf  die  Templerverfolgiing 
festlegen,  die  jedenfalls  nach  der  Ansicht  des  Schreibers  Fuß- 
angeln für  das  Kirchenoberhaupt  enthalten  soll.  Dann  soll 
auf  die  wiederholte  Konzilsforderung  des  Königs  und  der 
Scinigcn  hingewiesen  wei-dcn,  wobei  ausdi-Qcklich  zu  betonen 
sei,  daä  ßonifaz  in  scharfer  PflicJit Verletzung  dessen  Abhaltung 
verweigert,  ja  sogar  die  Anforderer  bedroht  habe:  auch  dieses 
aus  ganz  bestimmten  Gmnden  vom  Verfasser  so  formuliert. 
Das  merkwürdige  Dokument  soll  mit  der  inständigen  Bitte  des 
Papstes  schlielien,  der  König  möge  doch  zur  Ehre  der  Kirciie 
gegenwärtig  von  jener  Bitte  abstehen,  wobei  ausdröcklich  fest- 
zustellen sei,  dat3  die  Ankläger  durchaus  wider  ihren  Willen, 
von  den  Bitten  des  Papstes  bezwungen,  gegenwärtig  von  der 
"Fortsetzung  des  Prozesses  absehen. 

Es  war  wirklich  nicht  nötig,  daü  der  Verfasser  eines 
solcii  unmöglichen  Dokumentes  stets  wieder  hervorhob,  wie 
peinlich  genau  alles  zu  fassen  und  wie  notwendig  seine  Be- 
teiligung bei  Feststellung  dos  Konzeptes  sei. 

Zur  Vervollständigung  der  Aktion  sollen  dann  die  Gelwioe 
des  Papstes  aus  ihrer  Ruhestatt  in  St.  Peter  genommen  und 
dort  untergebracht  werden,  wo  er,  der  , verworfene  Häretiker", 
die  Gebeine  des  h.  Märtyrers  ßonifaz  hinschnITen  lieü.  Gewiß, 
.das  ist  nicht  unwichtig,  was  er  von  den  Gebeinen  des  Heiligen 
sagt',  und  so  wird  allerdings  schweigend,  ohne  viel  Lärm  das 
Andenken  Bonifaz'  VIII.  vernichtet. 

Das  zweite  Stück  stammt  allerdings  wohl  schon  aus  der 
Zeit  der  Erörterungen:  Es  beliarrt  auf  dem  Standpunkte,  daü 
der  einzige'  Weg,    ,um  des  Königs  und  Frankreichs  Ehre  und 


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KAnig,  Papst  und  Templer  bia  zur  Vcrhafhing  der  frniii.  Ordensgl Jeder.     133 

Ruhm  ungeschmälert  zu  erhalten',  die  Forderung  des  concilium 
generale  sei,  erhoben  vom  König  und  den  Prälaten  des  Reiches; 
aber  der  Schreitwr  rechnet  mit  der  Möglichkeit,  da&  die  Boni- 
Tazianische  Angelegenheit  begraben  werde.  ,Wie  das  Abstehen 
ohne  Beleidigung  Gottes,  ohne  Zerstörung  der  Kirche,  ohne 
Verderb  Tür  das  Reich  vor  sich  gehen  kann,  wei&  nur  Gott!" 
Jedenralls  —  und  das  kennzeichnet  doch  den  haüerlulUcn  un- 
versöhnlichen Colonna  —  niu&  in  der  ganzen  Aktion  jedes 
Wort  vermieden  werden,  das  BoniTaz  als  wahren  kaLholischen 
Papst  und  ungerecht  der  Häresie  Beschuldigten  hinstelle;  zu 
vermeiden  sei  auch  jedes  Wort,  das  auf  einen  endgültigen 
Verzicht  hinweise.  Da  Benedikt  XI.  gegen  die  Verfols^er  seines 
Vorgängers  feierlich  sich  erklärt,  müsse  ferner  auf  jeden  Fall 
diese  Deklaration  dnrch  eine  neue  vernichtet  werden.  Habe 
man  diese  erhalten  und  seien  die  sämtlichen  Colonna,  Kleriker 
vtie  Laien,  in  der  Tat  und  nicht  bloü  durch  Worte  entschädigt, 
dann  mt^e  man  stillschweigend  von  der  Verfolgung  des  Pro- 
zesses absehen,  bis  sich  eine  andere  Gelegenheit  ei^äbe.  Nach- 
dem der  Verfasser  dann  in  einer  an  den  König  gorichtclcn 
Aunbrderung  noch  den  interessanten  Vorschlag  gemacht,  daß 
Philipp  der  Schöne  in  Rom  und  in  der  Campagna  einen 
i^enator  und  Rektor  haben  müsse,  schlieM  er:  .Dieses  alles 
möge  vor  Eurem  Weggange  insgeheim  zwischen  Euch  und  dem 
Papsle  abgemacht  werden!' 

Kardinal  Stephan  war  der  Vertraute  Philipps  des  Schönen, 
aber  er  war  auch  der  Vertrauensmann  Klemens"  V.  in  der 
Knnonisationskommission,  in  der  Kommission,  welche  nach 
ileni  gleich  zu  besprechenden  Bullenentwurf  die  Strafe  für 
Nogaret  festsetzen  sollte,  er  war  unzweifelhaft  auch  in  der 
Kommission  für  die  Bonifazianische  Angelegenheit.  Bei  dem 
ersten  Stücke  könnte  man  auf  das  Exorbitante  hinweisen,  das 
die  Möglichkeit  der  Abfassung  eines  solchen  Schriftstückes  aus- 
schkig  und  damit  die  Gefährlichkeit  der  Vorschläge  für  den 
Papst  verminderte:  Der  letzte  in  seiner  einfachen  und  doch  so 
giltgeschwollenen  Form  war  nicht  so  unmöglich;  er  bildet  die 
Grundlage  des  Bullenentvrarfes.  Und  wenn  diesen  der  Papst 
als  Ausgleich  gebrauchen  wollte,  so  dachte  er  doch  sicher  an 
einen  dauernden  Ausgleich.     Einer  seiner  Hauptratgeber  aber 


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184    KQnJg,  Papst  und  Templor  bis  zar  Verhaftung  d«r  frani.  Orden sglieder. 

weiü,  da&  man ,  wenn  auch  momentan  Frieden  geschlossen 
wird,  bei  nächster  bester  Gd<^enheit  den  Bonifazianischen 
Prozeß  wieder  aufnehmen  wird ! 

Wir  keimen  den  Wortlaut  der  eingereichten  königliclien 
Petitionen  nicht ;  vielleicht  war  der  Kern  dem  ersten  Vor- 
schlage entnommen.  Jedenfalls  haben  sie  die  Kurie  in  größte 
Verwirrung  gebracht  und  die  genannte  Sechserkommission  ins 
Leben  gerufen. 

Die  Kommission  arbeitete  mit  rastlosem  Eifer,  auch  oder 
erst  recht  nach  Philipps  Abreise;  denn  die  beiden  königlichen 
Staatsmänner  waren  geblieben ').  Der  Papst  selbst  gibt  in 
einem  Schreiben  vom  5.  Juli  dem  Könige  ein  anschauliches 
Bild*),  nicht  ohne  mit  einem  leisen  Vorwurf  darauf  hinzu- 
weisen, was  unter  seinem  Pontifikat  für  Frankreich  geschehe. 
Die  von  ihm  ernannten  Unterhändler  arbeiteten  mit  Aufwen- 
dung ihrer  letzten  Kraft;  sie  studierten  die  Geschichte  der 
Kirche  und  der  Konzilien,  holten  sich  Rats  bei  den  Vätern 
und  dem  kanonischen  Rechte  und  prüften  die  verschiedenen 
Mittel  und  Wege,  die  Hoch  alle  auf  eins  hinzielten,  auf  den 
Frieden  zwischen  der  Kirche,  Philipp  und  den  Seinigen.  Beim 
Abgange  Plaisians,  den  der  König  zu  sich  gerufen,  sei  nur  die 
Entscheidung  darüber  noch  ausgestanden,  welcher  Weg  der 
gangbarere,  gerechtere  und  sicherere  sei.  Sobald  er  sich  ent- 
schieden, werde  er  dem  König  die  Vorschläge  zur  Beratung 
übersenden.  Wie  er  mit  Hintansetzung  aller  andern  Dinge  — 
at^esehen  von  den  Angelegenheiten  Karls  von  Neapel,  die  bis 
jetzt  zurückgestellt  seien  —  das  Besprochene  zu  Ende  führen 
wird,  so  erwartet  er  vom  König,  da&  er  sofort  komme  ^)  und  • 
das  Geschenk  in  Empfang  nehme,  das  seine  Vorfahren  in  der 
Wüste  genährt,  das  Geschenk  des  Bundes  mit  der  Kirche,  der 
Liebe  und  des  Friedens.  Von  den  »verschiedenen  Wegen"  ist 
wohl  ernstlich  nicht  der  des  Konzils  in  Frage  gekommen. 
Bekanntlich    soll    damals    der    menschenkluge    Kardinal    von 

'j  Finke  II,  38. 

*}  Finke  11,  39  Die  Bulle  findet  ejcli  nar  im  Cod.  10919  der  Bibl. 
Nftt.  in  Paris.    Sie  wird  doch  eine  Kopie  des  Originale  sein? 

*)  Ea  kann  ein  bildliches  Kommen  bedeuten;  ut  extunc  .  .  .  SubUt« 
dispendio  venins  pulsaturus  importuuitat«  nobis  gratuita.    Finke  II.  40. 


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Kenig,  Papst  uod  Templer  bis  xur  VerhBrtuDg  der  fraiix.  Ordanaglluder.    135 

Prato  >)  dem  raUoseti  Papste  den  Vorsclilag  genmcht  haben ; 
er  möge  den  König  auf  die  Schwierigkeit  alleiniger  Erledigung, 
zumal  das  KardinalskoDegium  gespalten  sei,  hinweisen  und  die 
Abhaltung  einer  allgemeinen  Synode  im  päpstlichen  Vienne 
Torschlagen.  Darauf  sei  der  König,  zwar  unwillig,  endlich 
eingegangen.  Obwohl  Villani*)  gerade  vom  Kardinalbischof  vun 
Ostia ,  seinem  Landsmanne ,  glaubwürdige  Nachricht  haben 
könnte,  ist  doch  dieser  Vorschlag  schon  darum  ins  Heich  der 
Fabel  zu  verweisen ,  als  die  crsle  Erwähnung  des  Vieniier 
Konzils  erst  ein  Jahr  später  erfolgte,  der  Konzilsplan  selbst  ja 
in  den  Wünschen  der  Intransigcnten  lag  und  sicherlich  der 
Papst  zum  Konzil,  das  den  Skandal  in  alle  Welt  brachte,  mir 
im  aufiersten  Notfall  grifi. 

Einen  zweiten  Weg  kennen  wir  aus  dem  Entwurf  der 
Bulle  ,Lectamur  in  te",  der  sich  noch  im  vatikanischen  Archiv 
befinilet').  Klemens  dankt  in  der  Einleitung  dem  König  für 
seine  Anhänglichkeit  an  den  h.  Stuhl  und  sein  Entgegen- 
kommen zur  Beseitigung  allen  Dlssenses  warm;  er  antwortet 
darin  auf  sein  Schreiben,  worin  der  König  ihm  seine  Bemü- 
hungen im  Bonifazianischen  ProzcLi  unter  Benedikt  wie  unter 
seinem  Pontifikate  dargetan  und  schlict^lich  auf  inständiges 
Bitten  des  Papstes  und  der  Kardinäle  diesen  die  Entscheidung 
dem  Glauben  und  der  Ehre  der  Kirche  gemüEi  überlätit:  der 
Papst  hebt  noch  einmal  in  vollster  Form  alle  Strafen  und 
Zensuren  auf,  die  jener  sich  zugezogen;  ebenso  spricht  er  alle 
Tranzösischen  Beamten  und  Prälaten,  alle  „denunciatores*  und 
,accusatores*  los  und  befreit  sie  von  allen  Makeln  der  Infamie 
und  der  kirchlichen  Zensuren.  Auch  Wilhelm  Nogaret  und 
Hejpnald  de  Supino  sowie  die  Teilnehmer  an  der  Gefangen- 
nahme Bonifaz'  VIII.  und  am  Raube  des  Kirchenschatzes  wie 
alle  Verschwörer  aus  Rom,  der  Campf^na  und  dem  Kirchen- 
staate sollen  in  dieser  Freisprechung  miteinb^riffen  sein,  wenn 

')  In  äei  Kommusioii  kauD  dieser  Tun  Bonifaz  ernumte  Knrdinnl 
nirbt  wohl  geweaeo  sein. 

')  Muratori,  88.  tot.  lUt.  XIII,  427.  Übernommea  vom  h.  Antoninua 
und  von  RajoaldoB. 

')  Ein  Stttek  bei  Raynaldi  ann.  ecrl.  ad  annum  1307  Nr.  10.  Las 
Guue  aoten  im  Anhange. 


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18(!     KSni^;,  Pitpst  und  Templer  bis  zur  Verhnrtiiii);  iler  frans.  Ordensg lieber. 

sie  die  Buße,  welche  ihnen  die  Kardinäle  Petrus  von  Palästrina, 
Berengar  und  Stephan  zudiklieien  würden,  innerhalb  der  vom 
Papst  festgesetzten  Zeit  vollfahren.  Sonst  sollen  sie  dieser 
Gnaden  nicht  teilhallig  sein. 

Der  Entwurf  des  päpstlichen  Schreibens  trägt  das  Datum 
des  I.  Juni,  d.  h.  de^  Zeitpunktes,  da  der  König  von  Poiticrs 
schied.  Soweit  war  man  also  damals  schon  gekommen;  erst 
später  ist  dann  mit  vielen  Korrekturen  auf  dieses  Schriftstück 
die  Strafe  für  Wilhehn  von  Nogaret  auf  Anraten  der  drei 
Kardinäle,  die  er  oftmals  aufgesucht  habe,  festgesetzt,  während 
die  Fi}tier»ng  der  ßu^e  des  abwesenden  Rainald  der  Zukunft 
aufbewahrt  bleibt.  Nogaret  soll  vom  lUärz  1308  über  fQnf 
Jahre  ins  h.  Land  ziehen ')  und  von  dort  ohne  besondere 
päpstliche  Erlaubnis  nicht  zurückkehren.  Nach  Ablauf  der  ge- 
nannten fünf  Jahre  darf  er  kein  dtTenttiches  Amt  mehr  be- 
kleiden.   Mit  dieser  Buße  ist  aber  keine  Infamie  verbunden. 

Sein  Datum  sollte  dieses  anscheinend  mit  vieler  Mühe 
zustande  gebrachte  Machwerk  erst  nach  Einlauf  des  zustim- 
menden königlichen  Schreibens  erhalten ') ;  aber  es  ist  niemals 
zu  einer  Reinschriß  gekommen !  Wahrscheinlich  hat  Klemens  V. 
den  Entwurf  zusammen  mit  seinem  Schreiben  vom  5.  Juli  an 
Philipp  gesandt.  Der  König  dankt  in  einem  besonders  herzlich 
gehaltenen  Briefe.  Er  habe  aus  dem  Berichte  seines  bis  dahin 
an  der  Kurie  weilenden  Gesandten,  des  Notars  Gaufrid  de 
Plessis  und  Plaisians,  vernommen,  dalä  der  Papst  mit  unge- 
heurer Anstrengung  in  der  Sommerhitze  sich  der  Erledigung 
der  königlichen  Angelegen  tieiten  widmete.  Er  wolle  die  Vor- 
schläge des  Papstes  mit  seinem  geheimen  Rate  am  10.  August 
1307  in  Pais  erörtern  und  alsbald  Antwort  geben  ^).    Weiteres 

')  Ein  merknOrdigor  Zufnll  wollt«  ea,  dfiß  im  hier  angedeateten 
MHrz  1313  Nogaret  starb! 

^  DhU  istius  littere  sit  post  dntHm  littere  regis,  quam  debet  mittere. 

^1  Diesea  nicht  unwichtige  Schreiben  eteht  BitluEO  II.  83  zwischen 
MAteritilien  des  Jahres  1306  und  ist  bislang  noch  nie  benutzt  worden. 
Die  Zeit  ist  dadurch  sicher  bestimmt,  daß  von  der  bevara tobenden  Kriinung 
seines  Sohnes  Ludwig  zum  König  von  Nnvarrn  (Herbst  1307)  gesprochsn 
wird.  Om  in  diesem  Briefe  gewünschte  Privileg  erteilt  KJemeus  am 
9.  August  1307.    Heg.  Clementis  V.  Nr.  1783. 


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König.  Papst  und  Templer  bi»  xur  VeF^nftuag  der  franz.  Ordenssl  ieder-     IST 

ist  dann  aber  nicht  erfolgt:  nun  verdrängte  das  Templerdrania 
das  Boiiirazianischc. 

Für  die  von  Klemens  gewünschte  Abscliwftchiing  des 
Bonirazianischen  Streites  war  die  Zeit  noch  nicht  da,  waren 
die  tiemüLer  noch  zu  halJerfülll.  Himmelweit  waren  ja  die 
Sätze  des  päpstlichen  Schreibens  selbst  von  den  Wünschen 
derer  entrernt,  die  ein  vorläufiges  Ruhenlassen  des  Prozesses 
zugestehen  wollten.  Bei  letztem  war  ja  keine  Rede  von  einer 
neuen  Bube  Nc^rcts  und  seiner  Helfer,  im  Gf^enteil,  sie 
sollten  als  die  nachgiebigen  Ankläger  erscheinen;  sie  wollten 
keine  nachträgliche  Anerkennung  Bonil'az'  Vtll.,  und  nun  war 
hier  ja  offenkundig  die  Legitimität  Bonifaz'  VIII.  anerkannt. 
Und  der  Coktnna  und  ihres  Anhanges  war  ja  nicht  gedacht. 
Vielleicht  wollte  man  in  neuen  Schriftstücken  diesen  Punkt 
erled^en:  wie  schwierig  gerade  diese  Frage  war,  ergibt  sich 
aus  dem  keineswegs  enlg^enk  omni  enden  Promemoria  Peter 
Colonnas,  das  das  ins  Unendliche  laufende  MindestnialJ  der 
Forderungen  für  seine  Partei  vorlegt.  Und  nur  gezwungen 
hat  er  es  voi^elegt! ') 

Dabei  habe  ich  noch  gar  nicht  der  Partei  derer  gedacht, 
die  überhaupt  keinen  derartigen  Ausgang  des  Bonifazianischen 
Prozesses  mochten.  Unzweifelhaft  machen  wir  uns  kaum  einen 
Begriff  von  der  Kraft  des  Hasses,  der  im  Innern  dieser  Anti- 
bonifazianer  glühte.  Selbst  ein  Mann  wie  Napoleon  Orsini 
schreibt    im    Februar    1307    (oder    1308?)")    an    Philipp    den 

')  Finhn  II,  4lJ:  de  inandato  exprcssu  Hunctitiitis  vestro.  Da&  dna 
Stack  :d  diese  Zelt  gehört,  beweißt  Eitel,  Der  Kircheii^tiint  unter  Klemens  V, 
^.  113  Anin.  2»  aus  den  Namea. 

*)  CoJ.  10919  f.  13Tv  der  Bibl.  Nut.  in  l'aria.  Dieses  vun  Hcfelc- 
'  Knüpfler,  Konziliengeschichte  VI  S.  448  und  von  HuyskenB  im  Hiator. 
Jbib.  XXVII,  S.  272  bereits  erwfibnte  StHck  kann  ich  bei  meinen  Kenntnissen 
der  Legation  Orainia  schwer  datieren.  Napoleon  war  von  1306-9  in  Itnlien; 
in  welchem  Fpbniar  er  in  Korn  war,  weifi  ich  nicht.  Die  große  Versamm- 
lun;  kennte  auf  Tours  1308  hinweisen;  aber  war  sie  Ende  1307  bereits 
geplant,  dann  galt  sie  nur  den  Templern  und  bedfiutet  die  .eonvocntio 
preUtoniin  et  baronum*  nicht  eine  gewöhnlichere  Versummlung?  ich  gebe 
einige  Stellen  ans  dem  Briefe:  Maiestalis  vcstris  litteris  diligentcr  intpectis, 
quod  ad  convocationtnn  prelatornm  et  barunum  vcstrorum  intendilis,  ut  de 
ipsorom  consilio  in  Boniraciano  negocio  proccdatar:  micbi  plnrimum  nd 
cDDeoUtioDem  accessil,  firoiam  in  domino  gcrendo  liduciani,  quod  ipse,  cuius 


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138    EUoig,  Papst  UDd  Templer  bis  zur  VerhafluDg  der  franz.  Ordeoaglieder. 

Schönen,  der  in  einer  Beratung  mit  seinen  Großen  das  Vor- 
gehen in  der  Bonirazianischen  Sache  festigen  will:  er  danke 
ihm  für  diese  tröstliche  Nachricht  und  er  hoffe,  data  der,  um 
dessen  Sache  es  sich  handle,  das  h.  Unternehmeu  fordere.  Ef 
sei  besonders  deshalb  nach  Rom  gegangen,  um  Zeugen  für  den 
Prozela  gegen  Boniraz  zu  gewinnen;  vor  allem  Vomehiae. 
Drin^^end  bittet  er,  dals  der  König  durch  keine  Einflüsterungen 
verderbter  Menschen  sich  von  der  h.  Sache  abziehen  lasse, 
und  vcr'spricht,  falls  seine  Anwesenheit  von  Nutzen  sei,  seine 
Ankunft  zu  beschleunigen.  Wenn  aber  der  König  nachgebe, 
dann  möchte  er  lieber  abwesend  sein,  als  daÜ  in  seiner  G^en- 
wart  die  Kirche  Gottes  geschädigt  werde.  Mag  auch  das  Un- 
recht, das  früher  und  damals  den  Einwohnern  der  Campagna 
von  den  Gaötani  zugefügt  wurde,  ihn  verbittert  haben  —  eine 
solche  Verwirrung,  wie  sie  die  Vermischung  des  eigenen  Rache- 

negociDin  geritur,  prompciora  et  expeditiora  ad  gratam  exitnm  sinpula 
proparnbit,  ei  euicte  inchontioiiLs  oportona  diliffentia  nun  lentescat.  Egu 
«utem  ab  hoc  precipue  Romnm  accessi,  ut  test^a  ydoneos  et  fidvdigDo«, 
oportunua  super  dicto  nrgocio  procararem.  Et  qQi'a  auiit  qnidam  omni 
excepciuoe  mniorcs,  sub  inimitrorum  posse  degeute«,  qui  tarnen  vcritatvm 
»ullateDUS  snbticerent,  qualiter  baberi  possint,  et  faabitos  ad  vestram 
adduci  preaencinm  procurare  omni  sollicUndine  non  deeisto.  Queao,  igitur, 
clemcntissime  doinine,  ut  nulla  in  faac  perverBonim  maligna  aaggestio 
remisaiancm  indariat  ...  Si  enim  acivero,  ad  negocii  proaecucioneni  iutendi 
iiuta  mandatum  regium  .  .  .  accelerabu  regressnm.  Sed  si,  quod  absit, 
aliqui  perversores.  quod  desisteretis  alt  buiDsmodi  negociu,  procanirent, 
porius  abesse  cupercm,  qnam  in  mei  preaencia  ecclesiam  Dei  confundi  non 
abaque  vituperio  rvgle  maiestntis.  Quare  deliberare  üigneniini!  Er  empfiehlt 
scbliefilich  die  .devoti'  der  Campagna,  die  von  ihren  Feinden  bedrSngt 
wurden,  dem  Könige.  Uat.  Rome  die  VII.  Febniarii.  Jedenfalls  zeigt  auch 
dieses  StQck,  welch  fahrende  Rolle  Napoleon  im  Bonifazianischen  Proiesse 
bat.  Ich  habe  in  ineinur  Bede  Ober  Philipp  den  ScbOnen  (MtÖG  XXVI,  13) 
es  fDr  mOglicb  gehalten,  daS  Napoleon  Ür«)ni  das  StQck  .Realia  veritas' 
abgefaßt  habe.  Wenck,  Philipp  der  Schflne  S.  61  Anm.  2  tritt  Rlr  Nogantl 
ein  und  weiiit  besonders  auf  die  angeblich  vergossene  Dentung  Scliwabt 
bin,  die  ich  aber  wobl  kannte.  Ich  muß  dabei  bleiben,  wird  das  bekannte 
.mequo*  aufrecht  erhalten,  so  kann  neben  dem  König  nur  Orsini  als  Hil- 
Bchuldiger  an  Anagni  in  Betracbt  kommen;  Nogaret  ist  ganz  auBgeaeblosseti. 
Aber  hScbstwafaracbeinlich  ist  das  ,meqne*  zn  eliminieren.  Dann  mufi 
der  Verfasser  anderswo  gesucht  werden.  Wie  kann  man  auf  Nogaret 
deuten,  wo  das  StDck  in  einem  Hauptteile  sich  direkt  gegen  ihn  wendet! 
DarOher  wird  von  anderer  Seite  demnächst  berichtet  werden. 


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Eünig,  Papst  DDd  Templer  bis  zur  Verhaftung  der  frAni,  OrdeiiBglieder^     139 

duTstes  mit  rcügiü^u  Gedanken  bekundet,  und  bei  einem  sonst 
10  ruhigen,  vorsichtigen  Manne,  beweist  n)e)ir  als  alles  andere, 
thii  der  Prozeß  im  Jahre  1307  nicht  zu  Ende  geführt  werden 
konnte!  * 

Dieses,  nicht  Vergeltung  für  die  Lässigkeit  des  Papstes 
in  der  Templersache,  wie  Hollzniann ')  meint,  hat  bewirkt, 
ilaD  die  päpstliche  Bulle  nur  Entwurf  blieb  und  der  ProzcU 
i'rst  nach  ein  paar  Jahren  begann.  Viel  näher  kommen  wir 
der  Wahrheit  wohl  ^lit  der  Annahme,  daU  diese  Behandlung 
des  Prozesses  Oberhaupt  nur  eine  vorklufige  sein,  daß  dabei 
eine  andere  Wirkung  erzielt  werden  sollte :  den  Papst  für 
andere  Dinge  mürber,  gefügiger  zu  machen. 

Freilich  wohl  kaum  mehr  im  Sinne  eines  völlig  gemein- 
samen Vorgehens  gegen  die  Templer.  Denn  wenn  man  die 
frage  stellt:  Wollte  Philipp  mit  seinen  Räten  in  Poitiers 
solches  erreichen,  so  muß  man,  so  natürlich  das  Zusammen- 
gehen beider  Mächte  erscheint,  so  entscheidend  ja  die  Zn- 
stinuimng  des  Papstes  zu  den  Hauptakten  sein  mußte,  die 
Frage  doch  verneinen.  Das  Verhalten  Philipps  macht  durchaus 
den  Eindruck,  daß  er  eine  gemeinsame  Aktion  überhaupt  nicht 
(Kler  nicht  mehr  plant:  höchstens  will  er  den  Papst  über  die 
Anschuldigungen  informieren,  damit  er  sich  beim  Vorgehen 
des  päpstlichen  Namens  noch  als  Deckschild  bedienen  kann. 
Wie  hätte  er  sonst  den  Papst  so  auf  ein  anderes  Gebiet,  im 
wahren  Sinne  des  Wortes  hetzen  können,  daß  er  für  anderes 
l[auni  noch  Zeit  hatte,  während  er  die  Templerfrage  nur  einen 
Moment,  vorübei^ehend  berührt:  Papst  und  König  haben  nicht 
länger  darül}er  gesprochen,  als  man  Zeit  gebraucht,  um  durch 
den  Saal  zu  gehen,  in  dem  1308  das  Konsistorium  stattfand^). 
Noch  bezeichnender  ist,  dalj  der  Papst  1308  sich  nach  fast 
S  Jahren  seiner  Antwort  in  Lyon  noch  erinnert,  der  vor  Jahres- 
frist in  Poitiers  gegebenen  nicht.  In  Lyon  halte  die  Anfrage 
Philipps  Eindruck  auf  ihn  gemacht,  in  Poitiers  muß  sie  durch- 
aus den  Eindruck  des  Nebensächlichen  hervoi^erul'en  haben. 

')  Kogaret  S.  139. 

*)  Der  Papst  sagt  1308;  Qaid  sibi  responderit,  non  recordiitur,  quis 
UM  tiutaro  locuti  fnenint  de  boc,  quaotum  eaaet  ire  per  aulam  Jstani. 
Diiit  d«  ada,  iu  qua  eraot.    Fioke  11,  149. 


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140     KQoig,  Papst  und  Templer  bis  xur  Veihnftung  dur  franz.  Ordeoaglieiler. 

Unmöglich  ist  ja  nicht,  <iag  das  kühle  Verlialten  Kle- 
mens'  V,  früher,  oder  auch  bei  einzelnen  Gesandtschaften  '), 
den  König  veranlagt  haben,  seine  eigenen  Wege  zu  gehen. 
Aber  konnte  Riemens  \lenn  anders  handeln?  Sollte  er  viel- 
leicht mit  freudigem  Interesse  diese  Frage  aufgreifen?  Das 
können  doch  nur  die  behaupten,  die  meinen,  für  den  Papst 
sei  die  ganze  Templerfrage  nur  eine  Geldgeschichte  gewesen! 
Solche  bat  es  unter  den  Zeitgenossen  gegeben,  wie  Christian 
Spinula  *),  solche  gibt  es  auch  noch  jetSt.  Mir  scheint  das 
Verfahren  Kleraens'  V.  bis  dahin  korrekt  und  folgerichtig.  Es 
ist  ja  ganz  erklärlich,  daß  er  die  ungeheuerlichen  Anschul- 
digungen zunächst  als  Klatsch  aufnahm  und  sich  nicht  um  sie 
kümmerte;  daß  ihm  das  ganze  Geröcht  sowohl  um  des  Ordens 
selbst  als  um  seiner  Kreuzzugsptäne  willen  sehr  unangenehm 
war;  daQ  erst  nach  und  nach  die  stets  wiederkehrenden  An- 
schuldigungen einigen  Eindruck  auf  ihn  machten  und  er  all- 
mählich sie  ernst  zu  nehmen  und  durch  eine  Untersuchung 
sich  Aufklärung  zu  schaffen  begann.  Dieses  Stadium  ist 
sicherlich  in  den  Sommermonaten  1307  eingetreten. 

Vielleicht  ist  auch  in  der  königlichen  Partei  der  Gedanke, 
gegen  die  Templer  allein  vorzugehen,  allmählich  erwacht,  seit- 
dem man  auf  ein  Gelingen  des  Unternehmens  hoffen  durße; 
jedenfalls  wären  ohne  diese  Absicht  die  Voi^änge  im  September 
nicht  zu  erklären.  Anscheinend  im  August  hat  der  Prior  von 
Poissy  8)  dem  Papste  in  der  Angelegenheit  noch  Neues  über- 
mittelt. Dann  schreibt  am  M.  August  lil07  Klemens  an  dea 
König,  nachdem  er  auf  die  bisherigen  Erörterungen  in  der 
Templerfrage  eingegangen:  er  sei  durch  das  Unglaubliche  und 
Unerhörte,  was  er  seitdem  vernommen ,  in  seiner  Ansicht 
schwankend  geworden  und  wolle  mit  Beirat  der  Kardinäle  das 
Notwendige    tun.     Da    Ordensmeister    und    viele    Präzeptoren 

')  Der  Papst  eiw&hnt  spAter,  daß  auch  kSnigh'cbe  Gesaadt«  wie 
ti.  de  Plessis  die  Frage  berQbrt  haben. 

'j  Finke  I!.  51. 

')  Die  Stelle  lautet  in  der  Handschrift  10919  t.  54^:  prioris  mona- 
Sterii  tui  (fehlt  im  Druck]  novi  de  Piccavo  (doch  wobt  aUtt  Piaaaco).  Frati. 
Entwicklung  S.  141:  Prior  dea  Klosters  Neuf  Monatier  in  Poiton;  duB  gebt 
scboD  nicht  wegen  des  ,tui*.  Zudem  kommt  der  Prior  von  Poisaj  bei  dar 
Vomntersuchung  vor. 


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KSnig,  I'apst  und  Templer  bis  zor  VerbaftaDf  der  frtuiz.  Ordensglieder.     14t 

wegen  des  gegen  sie  beim  Papst,  König  und  andern  Herr- 
schern')  gegen  sich  eine  Untersuchung  beantragt  hätten,  so 
wolle  er  nächsten  Freitag  nach  Poiliers  zurückkehren  und  in 
Obereiuslininiung  mit  den  Kardinälen  diese  beginnen  oder  sonst 
vorgehen.  Vom  Kfinig,  auf  dessen  Mitteilungen  er  gro&3S  Ge- 
richt legt,  etiiittet  er  sich  Rat  und  Informationen  *). 

Zweierlei  ergibt  sich  daraus:  Der  Papst  will  baldigst  eine 
ernste  Untersuchung  einleiten,  und  er  erwartet  dabei  vom  - 
König  nur  Unterstützung;  an  ein  Vorgehen  Philipps  denkt  er 
nichL  Und  dieser?  Höchstwahrscheinlich  in  denselben  Tagen, 
da  er  das  päpstliche  Schreit>en  empfing,  befahl  ^)  er  am 
U.  Seplember  den  Baillis  die  Gefangennahme  sämtlicher 
Templer,  und  zwar  auf  Veranlassung  des  Generalinquisitors 
Wilhelm  von  Paris.  Acht  Tage  später  richtet  dieser  ein  Zir- 
kuki-  an  sämtliche  Dominikanerprioren  Frankreichs,  sich  an 
der  Inquisition  der  Gefangenen,  gegen  die  eine  „vohomens 
snspicio*  hinsichtlich  ihrer  Häresie  vorliege,  xu  t>eteiligen*}. 
Zahlreiche  Untersuchungen  hatte  er  bis  dahin  vorgenommen  '•■) ; 
ein  in  aller  Stille  zusammen  berufenes  Reichskonzil''),  von  dem 
natürlich  keine  Konziliensammlung  berichtet,  hatte  die  Tempter- 
angel^enheit  beraten  und  den  König  gebeten,  bei  der  Unter- 
suchung gegen   die  einzelnen  Ordonsmitglieder  die  Inquisition 

'l  VoD  GerDchten  anGerhnlb  FrankroicIiH  wisat^n  wir  damaia  niclits. 
Wer  mTigen  die  .domini  tempoTales*  aeio! 

'i  Dieser  Brief  ist  bis  auf  die  vernDnftige  Deiituug  iD  Prulz,  Ent- 
wictlong  S.  Hl  Fast  stets  verkehrt  nurgefeßt.  Man  hat  don  oraton  Ti'ü 
des  Schreibens,  in  dem  der  Papst  bittet,  die  sclion  fOr  Maria  Himmel  fahrt 
Mgek Bndigten  Gesandten  (die  aber  nuoh  nicht  gekommeD  sind)  erst  im 
Oktober  in  senden,  mit  der  TeinpIerBSche  verbunden.  Das  ist  irrig.  Dieser 
Ti>ll  ist  wahrscheinlich  die  Antwort  anf  das  königliche  Schreiben,  oben  H.  136. 

')  Dopuf.  Mist,  de  la  condamnation  des  Templiers  (IT.*)!)  p.  19ß; 
Menard,  Hist.  ...  de  Nismea  (1701),  preuves  p,  ]9&;  Rsv.  des  quost.  hist, 
X,  329;  mit  verscliiedenen  Adressen.  Am  selben  Tage  erhalt  flaieiane 
fiw  neue  Anweisnug  nnf  ,dQCcntos  libros  redditnales*,  die  ihm  Philipp 
voriier  schon  zugesichert.     Hist.  de  Langaedoc  X,  466. 

')  Dnpoj  p.  199;  Hdnard  p.  206;  Finke  11,  U. 

')  Depoenerat  .  .  .  coram  inqnisitore  apud  Pissncum  gratis  et  nui 
upks.  Michelet  i,  553  u.  A.  Wie  die  Zeugen  behandelt  wurden,  vgl. 
Katoze,  Vitae  pap.  Ävenion.  1,  8. 

*]  Arehtepiscopis,  epiacopis,  abbatibus  et  alüs  <>niincntibu3  viris  eccle- 
siualiaa  ad  hoc  specialiter  rongregstis. 


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142    K&nig,  Papst  und  Templer  bis  xor  Verhaftung  der  frane.  OTdena§:lipder. 

zu  unterstützen.  Damit  war  der  Papst  bei  der  ersten  Aktion 
im  Oktober  völlig  ausgeschaltet. 

Während  das  Netz  so  um  den  Orden  in  Frankreidi  fest 
zugez(^en  wurde,  weilte  der  flrolimeister  Molay  an  der  Kurie. 
Der  schon  gegen  Ende  Mai  dort  Erwartete ')  —  auch  dor 
Johannitermeister  sollte  kommen  —  kam  wahrscheinlich  aber 
erst  später,  nachdem  er  zuvor  das  letzte  groSe  Ordenskapitel 
um  den  Johannistag  in  Paris  geleitet  hatte');  dort  werden 
wohl  schon  Angriffe  auf  den  Orden  zur  Sprache  gekommen  sein. 
Im  August  und  bis  zum  11.  September  ist  er  in  Poitiers 
nachweisbar.  Er  nahm  an  der  Beratung  teil  —  zum  let^tlen 
Male!  — ,  die  Kleniens  V.  im  Interesse  eines  Partikularkreuz- 
zuges veranstaltete,  mit  ihm  auch  andere  Templer,  dann  die 
Haspitaliter.   Der  Papst  hat  das  selbst  im  Jahre  darauf  erzählt '). 

Vom  10.  und  II.  September  stammen  eine  Reihe  Briefe 
von  Molay,  die  mit  der  Ernennung  des  neuen  spanisclirn 
Ordensmeisters  Eximen  de  Lenda  zusammenhängen :  Notifi- 
zierung an  den  Kandidaten,  Mitteilung  an  den  König  und  die 
Königin,  Briefe,  durch  die  trotz  des  offiziellen  Charakters  ein 
warmer,  gutherziger  Ton  hindurdiklingt  und  die  das  drohende 
Unwetter  nicht  ahnen  lassen*).  Und  doch  hatte  er  damals 
schon  vom  Papste  gehört,  wessen  man  ihn  und  den  Ordeii 
beschuldigte'').    Er  hat  wohl  gehofTl,  datj  die  päpstliche  Unter- 

')  Finke  II,  36:  Debet  bic  esse  cito. 

']  Htchelet  I,  558 ;  Vetiit  ad  magnuin  megistrum  Pariaiiu  in  capitnlo 
generali  in  festo  nativitatis  beati  lohannia  Baptiatae  fiierunt  tres  anni  |Ans- 
aage  vun  1311   Februar).     Vgl.  dagegen  Michelet  11,  279. 

■')  Reg.  Clementis  V.  Nr.  3988  u.  B.:  Priua  Ucnm,  fili  magiater,  vt 
cum  magiatro  militie  Tempil  et  maioribus  preceploribuB,  anteqnain  ideai 
magister  ipaioe  militie  caperetur,  et  quam  pluribua  aliia  .  .  .  delibentionr 
prehabita  In  TemplarioB  Nr.  U2  dea  Archiva  in  Barcelona  CKD  heibt  es: 
Berengar  de  Cardooa  an  A.  de  BaynulB  comanador  de  Peniacola  .  .  .  Kern 
voa  eaber,  que  svem  auda  letra,  pua  de  voa  partim,  del  aenyor  maestrf 
Doltramar,  que  per  rao  de  carta,  que  Im  auda  del  papa  sobre  paasatgt 
general,  que  noe  paaaem  a  el  en  Agost  qui  ve,  peraver  acort  nb  no9  et 
daltrea  prohomenB  .  .  .  Dat.  eii  Gardeny  la  dimenge  .  .  .  Auf  der  Rück* 
Seite  des  Or.:  Sien  tramesea  de  caaa  en  ceaa. 

->)  Finke  II,  43;  Archiv  Barcelona,  Templarioa  Nr.  86  und  148. 

")  (i.  de  Qonavilla  encShIt:  dominus  papa  fecit  magistro  ot  ipai  .-- 
mentinnpm  de  bnc  Irlp  capitc]  Pirtuuix.     Midielet  II,  400. 


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König,  Papst  nnd  Templer  bis  mr  VerliAflung  der  franz.  OrdeDBgtieder.     143 

suchung  den  Orden  von  der  schweren  Last  des  Verdachtes 
be&eien  werde.  Darf  man  einer  Aussage  des  Matthäus  von 
Arras  trauen,  so  war  der  französische  Gro&visitator  Hugo  de 
Peraudo  pessimistischer  gesinnt ;  er  soll  jenem  bei  den  schlimmen 
GerQchten  in  der  ersten  Oiitoberwoche  auf  seiner  Reise  zur 
Kurie  geraten  haben,  sich  zu  retten.  Daraufhin  sei  er  dann 
apostasiert  *). 


')  Hicbelet  II,  373  Aach  ü.  de  Pernudu  liat  anscheinend  den  Papat 
duDiils  gesjH'ocIien.  ,  Michelet  I.  29.  —  Schutt m  Dl  1er  1,  ß52  spricht  von 
einer  KouBpintioii  einer  Kardinalspartei  am  diese  Zeit.  Er  sttltEt  ainh  dabei 
Huf  eine  Stelle  im  Hecneil  XXT,  646:  Magister  ...  in  Franciam  venerat, 
qnibasHani  de  nardinaliboB  hoc  iam  dndum  Iractantlbna  et  ordinanLibue  et 
regi  nanciH^ui  ezecutioneni  tradentibna.  In  einer  andern  Handschr.  lieilJt 
K  ,1X  «nt  X  rsrdjnalihns*  fQr  .quibnsdeni  de  cnrdinalibus'  und  in  einer 
dritteo  .pipa  antcm  et  cardinalibua*.  Ich  wage  aus  diesen  Uindeutungen 
keine  SrhIDsse  za  ziehen;  dafi  gewisae  UDstinmilgkeiten  in  der  Templeraache 
im  h.  KatlegiBm  herracliten,  ergibt  sich  ans  der  späteren  Darat^lluntc. 


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IV.  Die  Verhöre  des  Jahres  1307. 

In  der  Morgenfrühe  dos  13.  Oktober  befanden  sieh  die 
französischen  Templer  fast  sümtlich  in  Gefangenscliaft.  Der 
Beamt(.'napparat  hatte  vorzüglich  funktioniert;  nur  einige  \Venif:o 
sind  entwichen,  vor  allem  hervorragende  Persönlichkeiten,  itie 
sit',h  sclion  vorher  auljer  Landes  begeben  hatten ').  Der  histo- 
risch l>e<leulendste  ist  wohl  der  frühere  Präzoptor  und  Vtsitator 
von  Frankreich,  Gerhard  de  Villcrs;  ihm  schrieb  nach  Ponzanl 
de  Gisi  das  letzte  Provinzialkapitel  die  Schuld  am  Verlust  der 
Insel  Tortosa  zu;  er  wird  mit  zahlreichen  bezeichnenden  Äuße- 
rungen in  den  Prozessen  erwähnt,  so  vor  allem  mit  einer 
sonderbaren  Auffassung  über  die  Ordensbeichtc-).  Neben  ihm 
erscheint  der  Neffe  seines  Nachfolgers  im  Visitatorenamt,  lJu)!o 
de  Chalons.  Ritter  Adam  de  Walaincourt  hat  die  Hoffnungen 
der  offiziellen  Ordensverteidiger  vor  der  päpstlichen  Kommission 
nicht  erfüllt;  sie  nahmen  an,  daü  dieser  langjährige  Templer, 
der  aus  Neigung  zu  einem  strengeren  Orden  Kai-täuser  geworden, 
bald  aber  zu  den  Templern  zurückgekehrt  und  dort  erst  naeli 
langem  Bitten  in  demütigendem  BuLigange  wieder  aufgenommen 
sei,  in  Paris  gefangen  gehalten  werde  und  für  den  Orden 
nicht  eintreten  könne,  und  sie  bitten  gerade  ihn,  der  sicherlich 
sich    bei    einem   schiechten  Ortien   einer   so   schweren  Bulie  in 

')  Merkwürdig  ist  dio  Notiz  Mictielet  I,  412:  ante  cnpcioDem  snim, 
post  cupcionem  aliorum.  In  l'^on  beteiligte  sicli  an  der  (icfaugeunahmr 
nin  scnncio.  Ober  die  teilweise  schlimme  Ilehandlimg  der  GefHngcuen  bei 
der  GcfangenDRhmu  vgl.  Michelet  1.  324.  331.  Vgl.  Finke  II,  74  die  Listr. 
Rinzelno  FlDcbtlingc  werden  nueh  In  den  Piazesaen  des  J.  lälO  genannt 

')  PuurpuBa  frere  Banaus  de  In  Folio  contre  fröre  Gcrot  do  Villew 
et  par  un  autro  frcre  estoit  perduc  l'illa  do  Tourtuse  et  par  lui  Turent  niort 
li  freres  et  prins  et  cnror  sont.  Vgl.  Michelct  I,  39.  Die  Ereignisse 
spielen  1301.    Im  Übrigen  vgl.  Reg.  zu  Michelet  1  n.  II.    Besonders  1,448. 


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t>ie  Verhöre  dee  Jahres  1307.  Hb 

Gegenwart  des  vornehmsten  Adels  und  seiner  Freunde  und 
Verwandten  nicht  unterzogen  hätte,  als  Zeugen  auftreten  zu 
lassen:  und  inzwischen  befand  steh  dieser  Held  der  Bu^e 
bereils  in  Sicherheit!')  Einer  der  angeblich  Geflohenen,  der 
vielgenannte  Inibert  Blanc,  weilte  damals  wohl  in  England, 
wo  or  unter  den  englischen  Templern  später  verhflrt  wird  *). 
An  bewaffneten  Widerstand  wie  in  Spanien  oder  gar  an  die 
Ermordung  Philipps  des  Schönen  faaben  diese  Templerfincht- 
linge  wohl  nie  gedacht");  viel  eher  noch  an  die  Mitnahme  von 
Ordensgut.  Leicht  wird  es  sicher  nicht  gewesen  sein,  da  schon 
Wochen  vorher  der  Besitz  überwacht  und  bei  der  Gefangen- 
nahme dann  ohne  Schwierigkeit  beschlagnahmt  wurde. 

Von  dem  gewaltigen  Aufsehen  dieses  einzigartigen  Ereig- 
niäses,  das  in  der  Kirchengeschichte  sondergleichen  geblieben 
ist,  zeugen  die  Chroniken  des  In-  und  Auslandes*).  Zu  einem 
Aufstande  für  den  Orden  ist  es  nirgends  gekommen.  In  Paris 
selbst  übernahm  Nogarel  die  Beschwichtigungsrolle,  ihm  zur 
Seite  die  Dominikaner:  am  Tage  nach  der  Tat  beim  Klerus 
Yon  Noire-Danie  und  Universilöt  im  Kapitdssaal  von  Nolre- 
Dame;  am  Sonnlage  in  den  königlichen  Gärten  vor  Volk  und 
O^istlichkeit ;  hier  sind  nur  die  ,niinistri  r^is"  genannt,  un- 
nveifelhaft  zählt  Nc^aret  z«  ihnen.  Schon  tauchen  die  fünf 
wesentlichsten  Anklagepunkte  als  beste  Verteidigung  des  Gewalt- 
aktes in  der  ÖfTentlichkeit  auf). 

In  neuerer  Zeit  hat  man  wiederholt  in  Unkenntnis  des 
Inquisitionsverfahrens  die  Berechtigung  der  Gefangennahme  an- 
gefochten °).    Sicherlich  handelte  der  König  formell  ganz  korrekt; 


')  Uichetet  I,  204  und  59S.  Er  wird  in  der  Liste  Finko  II,  74  nti 
gcflghen  bezeichnet. 

')  Vgl,  unten. 

')  Fr.  Hugo  dfl  CabiloQe  .  .  .  ona  cnm  quiboüdam  suis  complicibiiii 
einadcm  aecl«  coDceperant  occidere  regem,    Finko  tl,  75. 

*)  üa  ist  nicht  DOtig,  hier  all  die  Stellen,  die  sich  im  Recueil  ItJ. 
XX— XXIII  finden,  uafzuzBhIen.  Aus  deutschen  Chroniken  ist  Neues  nicht 
beizabriagen. 

*)  Vgl.  BmIu»  I,  »  f. 

*)  So  spricht  PnitE  von  einem  ,von  kanonischem  ^tAndpunkte  nue 
anfechtbares  Vorgehen*  S.  146.  In  llärssieangelegenhoit  gub  es  keine 
Eiemtionsprivilegien.     Vgl.  Wenck,  GUA   1896  S.  547. 

Finka,  Papittnm  nnd  UntertcanK  äet  Tempi erurdeus.    I.  10 


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14<>  Die  Vprliüro  äee  .Intirps  1307. 

ebenso  der  Inquisitor.  Philipp  wie  Wilhelm  von  Paris  haben 
in  ihren  Rundscli reihen  die  vorliegendo  suspicio  violenta  und 
dann  dem  Papste  gegenüber  später  dio  Schädigung  des  Glaubens 
durch  Unterlassung  der  Einkerkerung  betont  —  in  beiden  Fillk'n 
waren  sie  zu  ihrem  Voi^ehen  vollauf  berechtigt ').  Das  heilJt, 
der  einzelnen  verdächtigen  Persönlichkeit  gegenüber;  ausdrück- 
lich erklärt  der  Inquisitor,  duGi  nur  der  einzelne  Templer 
gefangen  gesetzt,  nur  gegen  ihn,  nicht  gegen  den  Orden  vor- 
gegangen werden  soll.  Nach  einer  bald  darauf  aufkommenden 
Theorie  hätten  sie  auch  g^en  die  Gesamtoi^anisation  vorgehen 
können:  denn.es  sei  kein  christlicher  Orden,  nur  eine  Teufels- 
schöpfuijg  gewesen  %  Auch  Kleniens  V.  hat  die  Berechtigung 
nicht  eigentlich  bestritten,  er  hebt  nur  immer  wieder  die  Rück- 
sichtslosigkeit ihm  gegenüber,  dem  der  Inquisitor  .beinahe 
vor  der  Türe  stand',  hervor.  Wollte  man  größeres  Gewicht 
auf  das  Schreiben  vom  27,  August  legen,  als  es.  wie  ich 
glaube,  in  dieser  Hinsicht  verdient,  so  könnte  man  sagen:  Der 
Papst  hat  die  Sache  vor  sein  Forum  gezogen,  dem  gegenüber 
muti  jede  Autorität  zurücktreten.  Auch  dann  konnten  Könij; 
und  Inquisitor  die  Gefangennalime  in  der  .iiigedeutcten  Weise 
rechtfertigen;  nicht  so  sehr  das  Verhör,  Aber  dann  halle 
Klemens  doch  einmal  klar  und  in  rechtlicher  Form  darauf 
hinweisen  müssen,  was  aber  niemals  geschehen  ist").    Wogegen 

'I  Sellwt  in  seiDeni  Schreiben  an  die  franmlaiBchon  BischOf<>,  in  dem 
er  dorh  tH-fuinders  die  CirUnde  d<>r  Suspcnsiun  der  MarhOftichcn  Inqoieilians- 
vollmarlit«'!!  niotivii'rt,  liat  Klemens  V.  keine  andere  Klage  Torgebrat^lit  fi\a 
die  Unbitflichlceft  ilim  gogennbet:  Cum  per  te,  (iaillelmum  preilictum  uobio. 
quibua  qiiadam  modo  vitinus  cma  in  iunuia,  nichil  intimatum  fuisacl' 
Krmig  und  Inqniaitcr  enUcbuld igten  sich  dtiniit:  quod,  si,  quod  absit,  per 
caprionem  huiasmodt  dictorum  Templariorum  non  fuisaet  preventa  nequieia, 
causam  fidei  orthodoxe  .  .  .  adeo  detraxiasent,  qnod  fidei  oiusdeni  negocie 
,  ,  .  detrimentnm  irreparnbile  provenisaet  Coli.  d.  doc,  ined.  MH.  II,  419r. 
Allerdinga  hat  die  OrdcnsviTteiilignng  sich  auf  den  Esemtionastandpankt 
f^eatellt:  Sunt  exempt  c  gausis^o  de  privilegit  special,  quo  non  dcvo  pont 
parer  dcvant  nul  iuge  .  .  .  si  non  davant  nostre  siro  le  pape.  Aber  die 
pUpstlii'he  Kommission  nntworteti- :  quod  in  iure  ronttarium  «at  caatam 
qnantum  ad  crimina,  que  heresim  sapiebent.     Michelet  I,  169  und   171. 

'1  Finho  II,  103  f. 

")  Wenigstens  scheint  mir  dna  nicht  in  dem  Vorwurfe  des  pftpatlicben 
Scbrpibrn')    vom   27.   Oktober    in   Rev.    des    qaeat.    bist.   X,  334   zu   liegeo. 


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Die  Vei4i5re  des  Jftliree  1307.  147 

äch  der  Papst  energisch  wehrt,  das  ist  die  von  Philipp  und 
den  Seinen  geflissentlich  gehegte,  üt>erall  hin  gemeldete  Fiktion 
von  einem  gemeinsamen  Vorgehen  von  Papst  und  König  am 
13.  Olclober;  so  erfahren  es  die  armen  Gefangenen,  so  Frank- 
reich, so  die  ausländischen  Herrscher ').  Dagegen  protestierte 
ersterer  mit  vollem  Recht:  Kein  päpstliches  Sclirelben,  das  die 
Aktion  des  Königs  veranlaßt  habe,  werde  man  vorweisen 
kennen  *). 

Etwas  tatsächlich  Neues  hat  man  bisher  nicht  genügend 
beachtet.  Woher  stammt  der  Generalinquisitor?  Jene  Per- 
sönlichkeit, die  in  ihrer  Stellung  zum  Könige  doch  eher  an 
den  Generalinquisitor  der  spanischen,  als  an  einen  Vertreter 
der  päpstlichen  Inquisition  erinnert.  Das  Amt  in  dieser  Form 
erscheint  durchaus  neu  unter  Philipp  dem  Schönen,  ohne  dali 
man  die  Zeit  des  Entstehens  genauer  fixieren  kann.  Seit  den 
Tap'en  des  h.  Ludwig  war  Frankreich,  meist  mit  Abtrennung 
von  Toulouse  und  der  Provence,  in  mehrere  Inquisitionsbezirke 
geteilt,  deren  Besetzung  mit  seinen  Ordcnsbrödem  der  Prior 
des  Pariser  Dominikanerklosters  vornahm:  anfangs  waren  os 
vier,  später  1290  sechs  Distrikte,  die  der  Provinzial  besetzte*). 
in  den  ertiitterten  Kämpfen  der  französischen  Prälaten  mit  dem 
Bellelorden  kommt  auch  die  starke  Privilegierung  der  Domini- 
kaner durch  die  Inquisitionsbefugnis  zur  Sprache.  Die  Bischöfe 
beschweren  sich  im  Jahre  12!)0  bei  Nikolaus  IV.,  daü  der 
Papst  den  Pariser  Prior  ,perpetaum  Icgatum  dedit  in  regno 
Francie  ad    inquirendum    per   se  vcl  alium  de  herctica  pra- 


IK»  VorwSrfe  hier  nnd  in  der  Stelle,  daß  der  Orden  ,Dohis  et  erclesie 
Rumuie  abfiqiie  medio  snbiecta'  sei,  scheinen  mir  von  dem  ricsichtapiinkte 
am  gemacht,  da6  der  Papst  noch  meint,  der  Kllnig  habe  die  Gefangen' 
nthme  aaw.  allein  Torgenoinmen. 

']  So  in  der  eraten  Anrede  an  die  Templer  durch  die  königlichen 
Beamten:  Qaalit«r  ecclcsia  liomana  et  rex  sunt  iiiformnti.  Vf-I.  die  .'abreiben 
■0  ilen  KSnig  von  Aragonien,  dio  nar.den  (ieilnnken  des  gemeinsamen 
Vo^ebeoa  ausdrücken.    Finke  II  Nr.  30  nnd  31. 

*)  Finke  II,  149. 

')  Es  senDgt  der  Hinweis  anf  Fn^i^ricq  Corpus  dnc.  inq.  NeerUndicae  I 
^r.  Hl,  144,  156.  161.  Molinier,  I,' Inquisition  dans  le  midi  de  Ih  France 
•n  13'  et  an  14"  siecle. 

10* 


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U&  bie  VerhCre  des  Jahres  1307. 

vitale*  ').  Sie  bitten  um  Einsohränkun^  der  Volimacliten,  zumal 
der  Prior  oder  die  von  ihm  ernannten  Inquisitoren  ohne  Zu- 
ziehung der  Bischöfe  vorgingen,  deren  Rat  sie  Iiöchstens  später 
wie  den  eines  beliebigen  vernünftigen  Mannes  einholten.  Inter- 
essant ist,  (lalj  aus  diesen  Kreisen  den  Inquisitoren  willkürliches 
Vorgehen  gegen  nicht  DilTaniierte,  ohne  Obergabe  der  Ankijge* 
artikel  und  Nennung  der  Zeugen  —  dieses  ganz  in  Überein- 
stimmung mit  dem  Inquisitions verfahren  —  vorgeworfen  wird*). 
Verlangt  wird  begrenzte  Amtszeit  für  die  Inquisitoren  und 
gemeinsames  Vorgehen  mit  dem  Episkopat  imd  Erhaltung  der 
(iurisdictio  ordinaria"  für  die  Bischöfe.  Der  Pariser  Prior 
besaü  durch  die  Ernennungsbefugnis,  mit  der  auch  das  A))- 
sctzungsrecht  verknüpft  war,  außerordentliche  Gewall ;  doch 
ist  die  Art  der  Ausübung  der  Inquisition  nicht  ganz  klar  in 
dem  Schreiben  Nikolaus'  IV.*), 

Und  nun  erseheint  Wilhelm  von  Paris,  nicht  der  Prior, 
sondern  ein  Mönch  des  Pariser  Dominikanerklosters  1307,  und 
wenn  wir  die  früheren  Untersuch ungon  heranziehen,  sicher  seil 
130{>  als  inqutsilor  hacreticc  pravilatis  per  regnum  Eraiiciü 
generaliter  dcpulatus.  Aus  seinem  Rundsclireiben  vom  22.  Sep- 
tember 1307  folgt,  daß  es  noch  zwei  abgezweigte  Inqnisitions- 
bezirke  in  Carcassonne  und  Toulouse  gab,  dali  der  General- 
inquisitor aber  beiden  Inquisitoren  in  gleicher  Weise  wie  dyn 
ürdcnslüufen  in  den  einzelnen  Klöstern  befiehlt').  Man  hat 
die  Ernennung  Klemens  V.  zugeschrieben;  mit  Unrecht,  denn 
der  Papst  sagt  selbst  in  seiner  Kcde  zu  Poitiers  1308:  Bene 
credit,  quod  Inquisitor  habobat  litteras  generales  predecessorum 
suorum  super  inquisilionis  negotio  '■).  Aber  weder  in  den  Ur- 
kunden Benedikts  XI.  noch  Bonifaz'  VIII.  ist  eine  solche 
Vollmacht    zu    finden;    und   eine    frühere  scheint   mir  ausge- 


')  Vgl.  die  Beschwordeaclirift  erwiihnt  in  C.  Paulus,  Welt-  uad  Ordens- 
klerus  beim  Ausgange  dee  13.  Jahrhunderts  im  Knoipfe  um  diu  Pfnnreclite. 
S.  66  f.     Von  einer  Ernennung  in  diesem  Sinne  wissen  wir  nichts. 

'I  Fratres  illi  contrn  peraonas  super  hoc  nullatenus  difiiinialoe  vel 
suspectas,  non  trnditis  aiiicutis,  non  factn  copia  noniinuin  tustinni  volunl 
inqiiirere  et  inqutrnnt.     Dicnnt  olinm,  quod  ab  eis  appcltari  non  poteRt. 

")  Reg-  Nikolaus'  iV.  Nr.  427.     Vgl.  stich  Nr.  2776  ff. 

*)  Firike  II,  44. 

')  Finke  li,  149. 


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Die  Verhöre  des  Jahres  1307.  U9 

schlössen.  Ob  nicht  der  Prior  die  geteilten  Kreise  einem  ein- 
zigen, eben  dorn  Wilhelm  von  Paris,  ßbertragen  haty  Und 
üb  dieses  nicht  auf  Veranlassung  Philipps,  der  so  ein  gel'iigiges 
Werbzeug  in  seine  Hand  bekam?  Eine  sichere  Antwort  fehlt. 
Jedenfalls  steht  der  Großinquisitor  als  Beichtvater  Philipps  in 
ongsler  Verbindung  mit  dem  Monarchen;  ihm  wurde  im  Mai 
1307  gestattet,  seine  Ordensbrüder  vom  Abstinen^ebote  ge- 
^tienenfallcs  zu  dispensieren  '). 

So  treten  Inquisition  und  Königtum  in  einer  Weise  ver- 
bunden auf  wie  sonst  nie  im  Mittelalter.  Wohl  müssen  wir 
oft  eine  Abhängigkeit  der  weltlichen  Macht  von  der  Inquisition 
Teslstellen,  das  umgekehrte  Verhältnis  finden  wir  in  Frankreich 
und  mit  ihm  auch  vielfach  ein  Zerrbild  des  Wirkons  der 
Inquisition.  Ohne  Annahme  der  Inquisition  als  Grundl^e  der 
Teniplerverhöre  versteht  man  den  ganzen  Prozeß  nicht;  und 
darum  blieb  die  Beurteilung  der  Ei^ebnisse  so  lan^re  eine  un- 
klare und  schwankende,  solange  man  das  Gerichtsverfahren 
der  päpstlichen  Inquisition  nicht  genauer  kannte  und  es  auf 
den  Templerprozeti  anwandte.  Erst  die  seit  einem  Viertel- 
Jahrhundert  einsetzende  Inquisitionsforschung  hat  für  ersteros 
die  Grundlage,  und  efst  Loa  hat  in  seinem  Werke  energisch 
das  andere  getan.  Dieses  Verdienst  kann,  so  sehr  ich  Einzel- 
heiten bei  Lea  gerade  hier  scharf  verurteilen  muß,  dem 
amerikanischen  Forscher  nicht  geschmälert  werden. 

Das  Gerichtsverfahren  bei  der  Inquisition  ist  nicht  auf 
einmal  vollständig  entwickelt;  es  gibt  kein  Gesetzbuch,  das  am 
Anlange  der  Geschichte  dieser  Institution  steht.  Erst  allmählich 
bildet  sich  auf  Grund  päpstlicher  Entscheidungen  und  soge- 
nannter schrilllicher  Practica  der  Inquisitionen  ein  System  aus  *). 
So  ist  z.  B.  die  Folter  den  ersten  Einrichtungen  Fremd;  erst 
seit  Mitte  des  13.  Jahrhunderts  kommt  sie  vor,  und  gerade 
der  Papst,  Kleniens  V.,  der  einerseits  für  Beseitigung  der 
mißbräuchlichen  Anwendung  durch  das  Vienner  Konzil  eintrat, 
hat  andererseits  för  eine  Ausdehnung  dieses  Strafmittels  in 
den  westeuropäischen  Staaten  gewirkt.    Man  übersieht  vielfach 

')  Finte  n.  46. 

*)  Au  der  Bitteclirift  der  framöBigchen  Bischöfe  ergibt  sich,  wie 
vieles  vgn  ihnen  noch  als  nnaicher  angesehen  wurde. 


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150  Die  Verhöre  dea  Jahres  1307. 

den  Werdegang  des  Verfahrens  zu  sehr  und  meint,  was  im 
15.  Jahrhundert  übhch,  sei  auch  im  13.  Jahrhundert  schon 
ausgebildet  gewesen  ').  Aber  auch  mit  dieser  Einschränkung 
UM  sich  als  maßgebende  Richtschnur  fQr  das  Inquisitionsver- 
fahren hn  Tcmplerprozetd  feststellen,  dati  die  entscheidende 
Hauptfrage  ist:  War  —  mit  Recht  oder  Unrecht  —  eine  .suspicio 
vehemcns"  gegen  die  Templer  im  Herbst  1307  vorhanden?*) 
Sie  nmü  bejaht  werden.  Dabei  bleibt  zu  Recht  bestehen, 
wenn  viele  Templer,  vor  allem  in  Aragonien  und  Cypem, 
immer  wieder  erklären,  der  schwere  Verdacht  sei  erst  durch 
die  Verhaftung  oder  gar  durch  die  päpstlichen  Schreiben  auf- 
gekommen. Das  stimmt  zunächst  für  das  Ausland,  dann  füi' 
die  uneingeweihten  Kreise  Frankreichs,  nicht  für  die  fran- 
zösischen Prälaten,  Mönclis-  und  Beamtenkreise,  bei  denen  seit 
der  Denunziation  des  Esquiu  und  den  zahlreichen  Aussagen 
abtrünniger  oder  spionierender  Templer  diese  , suspicio  vehe- 
mens'  sich  au^ebildet  hatte.  Daß  hierbei  das  subjektive 
Element  stark  mitspielen  konnte  und  mitgespielt  hat,  da&  aus 
Erdichtungen  Tatsachen  wurden,  ist  gleichgültig.  Sobald  dieser 
schwerwiegende  Verdacht  durchgedrungen,  war,  da  es  sieh  um 
Häresie  oder  Häresieverdacht  in  weitestem  Uinüange  handelte, 
das  weitere  Verfahren  gegeben.  Der  Beschuldigte,  in  unserni 
Falle  die  Templer,  wird  vorläufig  als  der  Ketzerei  verdächtig 
behandelt.  Nicht  um  einen  Gegenbeweis  handelt  es  sich  im 
jetzt  beginnenden  Gerichtsverfahren,  sondern  um  ein  Geständ- 
nis-'*). Das  Verhalten  des  Inquisitors  ist  darauf  gerichtet,  vom 
Angeschuldigten  auf  jede  Weise  ein  Geständnis  zu  erzielen. 
Der  Inquisitor  kann  ihn  jahrelang  im  Kerker  behatten,  lediglich 
um  ihn  für  ein  Geständnis  mürbe  zu  machen;  so  sind  auch 
manche  Templer  erst  lange  bei  Wasser  und  Brot  in  hartem 
Gefängnis  gehalten,   bis  sie  gestanden.     Der  Inquisitor  kann 

'l  DJeecr  Vorwurf  ist  nucb  der  Darstellung  Leas  zu  machen. 

*]  Vgl.  hierzu  Henn^r,  Beitrüge  zur  Organ isstion  und  KompeUiu  der 
pftpstlichen  Ketzergerichte  (1890)  S.  306. 

")  Das  zeigt  sich  im  .Modus  inquirendi"  bei  Menard.  preuvos  p.  197. 
Besonders  naiv  in  dem  .Modus  procodendi"  in  Coli.  d.  doc.  inöd.  MH  II,  446, 
den  Obrigena  Dsllinger  (Akad.  Vortrüge  III,  2.^9)  irrig  als  vom  Papat 
erlassen  bezeichnet. 


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Die  VerböTe  des  Jfthros  im.  151 

auch  gleich  mit  der  eigentlichen  Inquisition  beginnen ;  bei  jeder 
Vernehmung  laiil  er  das  .iuranientum  de  veritale  dicenda" 
leisten.  Der  Inquisitor  kann,  bleibt  das  Geständnis  nus,  zur 
Tortur  greifen ;  doch  gab  es  ja  nach  einer  spAter  zu  besprechenden 
Äußerung  im  Anfange  des  Teiijplcr?erhörs  wohl  keine  teste 
H<^el  daltir,  erst  durch  die  Auflorderung  Kleniens'  V.  in  einer 
spätem  Phase  des  Prozesses  bildete  sie  das  stets  im  Notfalle 
anzuwendende  Requisit.  Wie  nun  einniai  die  Lage  der  fran- 
zösischen Templer  zu  Beginn  des  Prozesses  tatsächlich  war, 
vor  allem  infolge  der  Vorarbeit  des  Generalinquisitors  und 
seiner  Ankündigung  der  .vehemens  suspicio*  lAlit  sich  ohne 
Bedenken  der  Gang  der  Enlwicklung  des  Prozesses  so  fortnu- 
lii?ren:  Der  Angeklagte  war  im  voraus  schon  gerichtel.  Nach- 
dem er  einmal  vor  Gericht  gezt^cn  war,  gab  es  tatsächlich 
für  ihn  nur  eine  Möglichkeit,  wieder  freizukommen,  das  Ge- 
ständnis, die  Abschwörung  der  Ketzerei,  die  Übernahme  der 
Bulio.  Leugnete  er  dag^cn  hartnAckig  und  behauptete  trotz 
des  schweren  Verdachtes  seine  Unschuld,  so  harrte  seiner 
ewiger  Kerker;  hatte  er  aber  einmal  gestanden,  so  war  nnr 
das  eine  ni^licb,  daß  er  bei  diesem  Geständnis  blieb,  sonst 
wartete  seiner  der  Feuertod  ')- 

Diesen  Sätzen  steht  das  Voi^ehen  der  späteren  bischöf- 
liclien  Inquisitioneil  vom  Jahre  1 300  an ,  der  päpstlichen 
Kommission  des  Jahres  1310  nicht  entgegen.  Die  Bischöfe 
sollten  in  gewissem  Sinne  eine  Prüfung  des  Inquisitionsverhörs 
von  1307  vornehmen,  denn  zu  stark  waren  die  Bedenken  über 
Unregelmäßigkeiten  bei  demselbei}.  KIcmens  selbst  hat  die 
Ergebnisse  noch  in  seinem  Schreiben  an  die  französischen 
Bischöfe  vom  5.  Juli  1308  sehr  skeptisch  beurteilt*),  später 
bat  er  sich  reservierter  verhalten.  Doch  sagt  er  noch  1301) 
auf  Befragen,   ob  die  Verhöre  von  1307  zur  Verurteilung  oder 


')  TkI.  die  Bez.  Blatiere  Hiat.  Jhrb.  II,  398;  Donaia,  Documenta  pour 
serrjr  h  riiiatoire  de  rinquJHitioii  dnns  le  Lnnguednc  I,  t.XVI  f.  Cianz  all- 
gemrin  geaagt  aiiiil  die  Fftlle  der  Freiaprechuog  Hoßerord entlieh  aelt«n  und 
jfdmnal  wohl  durrh  besondere  Umatttnde  veranUfit.  Vgl,  i.  B.  Hiat.  de 
Ltnguedoc  X,  35  die  Geschichte  dea  Abtes  vod  8.  Satornio. 

'i  Vgl.  den  Brief,  deo  ich  S.  146  Anm.  1  crwfihut  hahe. 


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152  Bie  Verhöre  des  Jahraa  1307. 

Freisprechung  genügten :  ei  suflicicnter  extilit  inquisituni;  tm 
übrigen  läßt  er  die  Entscheidung  den  Bischöfen '). 

Die  päpstliche  Kommission  beschäftigte  sich  gar  nicht  mit 
den  Einzelpersonen,  sondern  nur  mit  dem  Orden.  Dab  beides 
nicht  auseinander  zu  halten  war,  daä  die  Provinzialkonzilien 
in  gewissem  Sinne  mit  bestraften  für  Geständnisse  zugunsten 
des  Ordens,  das  war  der  verhängnisvolle  Fehler  dieser  päpst- 
lichen, vielleicht  vom  Könige  gewollten  Einrichtung. 

Aber  die  Freisprechung  in  Spanien  und  Deutschland  ? 
Hier  entscheiden  nur  die  Provinzialkonzilien,  ohne  Einmischung 
der  königlichen  Gewalt ;  und  hier  war  die  Grundlage  des  Pro- 
zesses eine  ganz  andere:  hier  glaubten  auch,  wie  das  besonders 
klar  bei  den  aragonesischen  Bischöfen  in  Vienne  sich  ergibt, 
die  Bischöfe  —  und  sie  waren  die  Richter  —  nicht  an  die 
„vehemens  suspicio". 

Es  muß  doch  auch  gesagt  werden,  daß  es  diesmal  ein 
Verhängnis  für  die  französischen  Templer  war,  da&  sie  keiner 
rein  kirchlichen  Inquisition  in  die  Hand  fielen.  Als  kirchliclies 
Institut  bediente  sich  die  Inquisition,  wo  nötig,  der  weltlichen 
Beihölfe:  der  Notare,  Zeugen,  der  niedern  Beamtenschaft  bei 
der  Gefangennahme  und  Tortur,  aber  der  Inquisitor  befahl, 
untei'suchte  und  entschied  allein.  So  halte  ganz  korrekt  Philipp 
der  Schöne  auf  Bitten  des  Inquisitors  die  Templer  für  die 
Inquisition  gefangen  genommen.  Aber  was  weiter  seitens  der 
Staatsgewalt  geschah,  war  durchaus  unzulässig;  sie  untersuchte 
zuerst  allein,  sie  spielt  die  Herrin,  der  Inquisitor  erscheint 
vielfach  als  Diener  der  Staatsgewalt.  Selbst  in  die  Verhöre 
vor  der  päpstlichen  Kommission  drängen  sich  —  ungerufcn, 
wie  es  heißt  —  Nogaret  und  Plaisians  und  beeinflussen  die 
Aussagen  in  entscheidender  Weise.  Und  nun  gar  der  über- 
wiegende Einfluß  der  staatlichen  Gewalt,  der  nicht  beslinimt 
gefaßt,  nur  empiUnden  werden  kann!  Hier  treibt  nicht  die 
Kirche,  hier  treibt  der  Staat.  Von  einer  Selbständigkeit  des 
Inquisitors,  der  päpstlichen  Kommission  diesen  Krallen  g^en- 
über  ist  kaum  die  Rede.  Das  Entscheidende  ist  dann,  da& 
der  Staat  das  größte  Interesse  an  der  Vernichtung  der  Ange- 
klagten hat. 

<)  FJDke  II,  198  und  Ee{j.  Clemeiitis  V.  Nr.  6075. 


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Die  Verhöre  des  Jahres  i307.  153 

Unter  diesem  Uesichtspuiikte  ist  diu  erste  Elatidluiig  der 
Staal^ewalt  nach  der  Gefangennalimc  zu  betracliten,  Itire 
Organe,  nicht  die  Inquisitoren,  fuhren  die  erste  Untersuchung. 
Das  ist  in  Frankreich  niclit  etwas  ganz  Unerhörtes.  Schon 
1^74  unterwarf  der  Seneschall  Kustaciie  de  Bcauniarcliais  den 
Haresieb^nstiger  Kernard  Hugues  der  Tortur,  ohne  sich  um 
den  Inquisitor  zu  kümmern  i);  seinen  Bruder  gleichfalls.  Diese 
Fälle  sind  wohl  nicht  allein  gebliel>en.  In  der  ersten  Zeit 
seiner  Regierung  hat  Philipp  der  Schöne  schon  Versuclie  ge- 
macht, den  Staat  aus  einem  Diener  der  Inquisition  zum  Herrn 
zu  machen ;  spater  ist  er  dann  zurückgewiclien  *).  Im  Templer- 
prozesse  nimmt  er  nun  energisch  die  Führung.  Und  gerade 
das  erste,  wichtigste  Voi^ehen  dieser  Art  ist  der  ForschuDg, 
auch  Lea,  nicht  klar  geworden^);  und  doch  bietet  es  den 
Schlüssel  zum  Ganzen.  Bei  den  Prozessen  des  Jahres  1307 
sind  ganz  deutlich  zwei  Gruppen  zu  unterscheiden:  die  Unter- 
suchung  durch  die  königlichen  Beamten  und  durch  die  Inqui- 
sition. Wir  wissen  das  aus  der  Instruktion  Philipps,  die  dem 
Schreiben  vom  It.  Septeml>er  über  die  Gefangennahme  boi- 
t'cgeben  ist.  Kennen  wir  auch  nur  drei  Ausfertigungen  dieses 
Schreil)ens  *),  so  ist  es  unzweifelhall  an  alte  Baillis  und  hier 

')  Douaie  I.  c.  p.  CCXLI:  Kult  captua  et  questionatus  per  dorn. 
EDBtachiutn  scoeacalliim  Tbotosanuin,  quU  non  revelabat  ei,  tibi  erant  hercdici. 

*)  Donaia  1.  c.  p.  CCXXIX. 

*)  Die  meiat«!  Forfcber  sprecfaea  nur  vod  einer  L'titersuchung  nach 
d<r  üefangenDabine.  Nirgends  finde  ich  eine  klare  Einsicht  in  die  Doppel- 
teÜDDg  So  I.  B.  liea  III,  260.  Die  küaiglirhun  Instruktionen  bcstiinmtoD, 
da5  die  gefaDgeuen  Templer  atreog  iadiert  wDrdeD;  aie  sollten  einer  nach 
dem  andern  vor  den  Kommissar  des  Inquieitors.  Geradeso  Boutaric  in 
Bot.  d.  q.  bist.  X,  SSÖT.  Pnitz:  Die  Gefangenen  wurden  dem  Inquisitor 
iiDd  den  von  diesem  bestellten  Kommiasarien  zd  weiterem  Verfahren  Qber- 
antwortet  .  .  .  Nnn  verfuhr  man  weiter  ganz  nach  den  Kegeln  der  Inqui- 
sition S.  145  f.    Gmelin  S.  336  ff.  wirft  beide  Arten  Verhöre  durch  ein  an  der. 

'j  Dupu;,  Hiat  de  la  condemnation  p.  196  hat  die  Adresse:  vice- 
dmniiio  Pinconii  et  loanni  de  Varenia  ac  baillivo  Ambionensi;  p.  201  das 
.memoire  des  chefa  d'accnsation  donnoz  par  le  susdit  frere  Guillsumc  de 
Parisins*.  Das  ist  nntOrlich  falsch;  diese  siud  vom  KOnig  Qbersandt.  bei 
Heoatd,  Hiet  de  Is  ville  de  Nismee,  preuves  p.  195  ist  das  kgl.  Schreiben 
gerichtet:  H.  de  Cella  et  0.  de  Halodumo  militibus  noatris  ac  »enescallo 
Bellicadri.  Aue  dem  Nation  als  rchiv  gibt  dann  Boutaric,  Rev.  d.  q.  h.  XI, 
329  das  Exemplar   mit  der  Adresse:   dominis   de  Onevale   et  lohanni  de 


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IH  Die  VerhBre  ües  Jahres  1307. 

in  Bctraclit  kommenden  königlichen  Beamten  gerichtet;  und 
ebensu  ist  die  Instruktion  aUgemciner  Natur').  Darnach 
müssen  die  königlichen  Kommissare  zuerst  mit  den  Templern 
eine  Untersuchung  anstellen  und  die  Wahrheit  auf  alle  Weise, 
selbst  mit  HQll'e  der  Folter,  zu  ermitteln  suchen;  erst  dann*) 
sollen  sie  die  Kommissare  des  Inquisitors  hinzuziehen  und 
möglichst  ba)d  ein  durch  Zeugen  beglaubigtes  Protokoll  der 
Geständnisse  —  nur  dieses!*)  —  an  den  König  senden.  Von 
vornherein  müssen  die  königlichen  Kommissaro  den  Gefangenen 
klar  machen,  daJ3  König  und  Kirche  bereits  alles  wissen;  dab 
sie  durch  zahlreiche  2^ugen  aus  dem  Orden  selbst  über  die 
häretische  Aufnahme  genau  informiert  sind.  Die  Fragen  selbst 
sollen  sich  über  die  Ankl^epunkte :  Verleugnung  Christi,  Be- 
speiung  des  Kreuzes,  unsittliche  Küsse  bei  der  Rezeption,  Ge- 
stattung der  Sodomie,  Berührung  eines  Idols  mit  dem  Gürtel 
des  Ordenskleides,  Auslassung  der  Konsekrat ionsworte  der 
Teniplerpricster  bei  der  Messe  erstrecken.  Den  Gestöndigeii 
soll  volle  Verzeihung  angeboten,  den  Leugnenden  der  Tod  an- 
gedroht werden^).  Und  nach  dieser  Instruktion  ist  sicherlich 
allgemein  verfahren  worden  ^). 

ToruBuilk  militi  et  bailljvo  KoUiomagensi.  Er  gibt  uio  Stück  der  scbw 
bei  Dupuy  ficär.  InstruktioD  JD  der  fmnzöaisclien  Fassung,  Hrliebt  Aber 
nierkwUrdifter weise  Dupay  oiclit  cingeaohen  zu  hitben,  denn  er  sclircibt 
p.  329:  .Nous  avona  trouv^  le  texte*  und  kann  p.  S3I  das  Wort  .boagrcrie' 
nicht  lesen,  obwohl  es  schon  bei  Dupuy  steht.  ,In  ballivia  Caivimontiü* 
war  Ucnncns  de  Claciaco  iniles  deputiert,    Ptots  S,  32T. 

')  Paria  auBZunahmen  liegt  kein  (irund  vor. 

')  Die  Stelle  in  der  lateinischen  Fassung:  Et  cum  eis  primo  par  st 
inquirant,  comissariis  inquisiloria  subseqaenter  vocatis,  et  veritatem  exanii- 
nent  omni  modo,  quo  potenint;  sie  ist  nicfat  so  klar  wie  die  fransöaische: 
Et  enquerreront  de  eus  premierenient  et  puis  apeleront  tes  coinniissairoB  da 
I'iuquisiteur  et  examincvont  diligenment  la  verit^.  Übrigens  zeigt  das  Vor- 
gehen der  königlichen  üeamten  zur  UeitDge,  wie  ea  gemeint  ist. 

")  über  diese  auffBlIige  Stelle  vgl.  unten  das  Kapitel  Ober  ä>f 
Schuld  frage. 

*)  Die  Stolle  in  der  lateinischen  Fassung  heißt  unklar:  alias  qnod 
eos  condempnationis  periculum  austinere  oportet;  dagegen  in  der  frsp- 
zOsischen  Fassung:  ou  aultremont  qne  il  eoient  ä  mort  condempn^. 

'J  Man  vgl.,  was  ein  Ordena Verteidiger  1310  sagt  (Michelot  1.  169): 
Que  alcunas  fslsas  coiifessions  .  .  .  sont  eetiies  fates  .  .  .  per  Forst  de 
tormens  que  lur  fasia  la  cort  temporal  et  apres  a  cautela  las  mitan  empodet 
"als  enqnirtors  e  deus  ordinaris. 


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DU  Verhöre  dee  Jahrea  1307.  155 

Eine  ganze  Reihe  solcher  erster  köniRlicher  Prozesse,  die 
früher  entweder  nichl  beachtet  oder  ganz  miü verstanden 
wunien,  sind  uns  allerdings  meist  nur  durch  dürftige  sclirift- 
liche  Zeugnisse  erhallen ').  Am  deutlichsten  zeigen  uns  die 
Befolgung  der  königlichen  Instruktionen  die  schon  seit  200 
Jahren  veröffentlichten  Protokolle  der  Verhöre,  weiche  der  Edle 
Odoardus  de  Malodumo,  .miles  rcgius',  zusammen  mit  dem 
Ritter  Guillelmus  de  S.  Justo  in  Aigues-Mortcs  und  Ninies 
abgehalten  hat  ^).  Letzterer  vertrat  den  Seneschall  von  Beau- 
caire  Bertrandus  Jordani  de  Insula.  In  Gegenwart  mehrerer 
königlicher  Beamten  und  Ritter  —  lauter  Laien  —  fQtirt  er  vom 
8.— 15.  November  die  Einzeluntcrsuchung  gegen  43  Templer*). 
Sämtliche  aus  verschiedenen  Ordenshäusern  Södrrankrcichs  und 
der  Provence  stammende  Templer  gestehen  nach  Eidesat)- 
legong  alle  Hauptpunkte,  mit  Ausnahme  der  Idotanbctung.  Dann 
wird  diese  Gruppe  insgesamt  am  16.  November  noch  einmal 
deD  königlichen  Beamten  vorgeführt  und  an  sie  die  Frage  ge- 
richtet, ob  sie  bei  ihren  Aussagen  beharren.  Einer  nach  dem 
andern  t>ejaht  das.  Nur  betonen  sie,  da^  sie  nicnials  Sodomie 
b^angen,  die  Ableugnung  nicht  mit  dem  Herzen  vollzogen  und 
von  jetzt  an  treue  Glieder  der  Kirche  bleiben  wollen  *). 

Erst  nachdem  hierüber  das  Protokoll  fertiggestellt  war, 
lä^t  Odoardus  die  Kommissare  des  Generalinquisilors,  zwei 
Dominikaner,  vor  sich  kommen ')  und  die  Geständnisse  wieder- 
holen: Jedem  wird  in  der  Muttersprache  seine  Aussage  vor- 
gelesen, und  jeder  muü  gestehen,  daß  er  so  sich  geäuüert  habe. 
Die  Tätigkeit  der  Inquisitoren  besteht  darin,  daü  sie  die  Ge- 
fangenen oniziell  ermahnen,  binnen  acht  Tagen,  falls  notwendig, 
weitere  Geständnisse  zu  machen. 


')  Man  konnte  bei  den  wenigen  erliKltenen  Prozessen  der  Deamtcn 
"ie  der  Inquieitoren  im  'Parieer  Nat.  Archiv  an  die  Weisung  des  KSnigii 
denken,  (nnr)  die  Protokolle  der  QeBtSndigen  tu  senden.  Wahrschein lieber 
liageo  aber  große  Verluste  des  Archivs  vor. 

')  H^nard,  prenvea  p.  195  ff. 

*)  Obwohl  stets  Ton  45  Tenipiero  die  Rede  ist.  vermag  ich  nur  43 
licraiuzntiblen.  Merkwflrdig  ist  nun,  daB  plötzlich  in  dem  VerliOro  dex 
Hitteis  BertrandoB  de  Selgues  der  Ritter  Obertns  de  Canellis  eracheinti 
TOD  dem  hier  sonst  keine  Rede  \at.     H^nard,  preuvea  p,  202, 

')  U^nard,  preuves  p.  205.  °)  vocatis  ante  sc!     Menard  I.  c. 


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156  Die  Verhöre  des  Jahres  1307. 

Ähnlidi  verläiiTt  die  Untersuchung  gegen  15  Templer  in 
Nimes;  in  zwei  tiruppen  wenlen  sie  den  Beamten  am  10.  No- 
vember vorgeführt  und  gestehen,  tags  darauf  läßt  Odoardus 
die  Inquisitoren  besclieidon,  und  diese  spielen  dieselbe  Rolle 
wie  in  Aigues  Mortes ').  Trolndem  heißt  es  später,  daß  die 
Untersuchungen  vor  dem  liöniglichen  Beamten  und  den  Inqui- 
sitoren stattgefunden  hfitlcn:  beide  Teile  werden  koordiniert 
nebeneinander  gestellt!*)  Während  sonst  der  Staat  als  Hand- 
langer der  Inquisition  ei-scheint,  ist  hier  die  Inquisition  Band- 
langerin  des  Staates  geworden  *). 

In  Gabors  haben  eine  große  Anzahl  kirchlicher  Inqui- 
sitionsverhöre in  den  Monaten  Oktober  und  November  slatt- 
gefunden;  die  Protokolle  sind  außerordentlich  knapp  gelialten, 
ganz  farblose  Geständnisse  mit  Ausnahme  der  Aussage  des 
greisen  Gerald  Lavernha*).  Es  sind  aber  lange  nicht  alle,  wie 
aus  den  spätem  Verhandlungen  von  1310  sich  ergibt.  Auch 
hier  ist  glücklicherweise  das  Bruchstück  eines  voraufgehcndeu 
staatlichen  Verhöres  erhalten.  Handelt  es  sich  auch  nur  um 
ein  paar  Personen,  so  beweist  es  zur  Genüge,  daij  auch  hier 
königliche  Untersuchungen  erst  die  Gefangenen  mürbe  inachlen; 
der  Tenor  ist  viel  weitläufiger,  freilich  nicht  viel  inhaltreichor 
als  das  entsprechende  Inquisitionsverhör  *).  Als  Nachzügler 
erscheint  dann  noch  ein  Beamtenverhör  für  sieben  Personen 
vom  zweiten  Tage  des  neuen  Jahres ;  hier  fehlt  das  ent- 
sprochende Inquisitionsprotokoll  ^) 

Im  äußersten  Südwesten  Frankreichs  gestanden  vor  dem 
Seneschall  von  Bigorre  und  dem  aus  dem  Bonifazianischcn 
Prozesse  bekannten  ,miles  regius'  Bertrand  Agassa ')  sechs 
Templer  des  Hauses  de  Borderiis,     Die  Zeit  ist  etwas  spSt: 

')  M^nard,  prcuves  p.  207  ff. 

')  Tenor  vero  dicti  quaterai  continentis  inquisicioDes  Templariorum 
et  confeasiones  factes  per  eos  coram  dicto  dominu  Odoardo  et  inquisitoribua 
deputatJB.     M^nard  p.  195. 

^]  Auch  die  verhörtpo  Templer  unteracbeiden  spfiter  ganz  deutlich 
die  beiden  Verhüre  vor  den  köDiglichen  Beamten  und  vor  der  Inqnisitiun. 

♦)  Vgl.  oben  Kp.  3. 

')  Vgl.  Fioke  II,  820  Änm. 

")  Arch.  Nat.  J.  413  Nr.  21.    Vgl.  Prutz  S.  326. 

')  Vgl.  Finke,  Aus  den  Tagen  tJonifaz  VIII.  8.  240. 


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Die  Verhöre  des  Jahres  130?.  1&7 

Vielleicht  mußte  erst  längere  Halt  sie  märbe  machen;  jeden- 
Talis  ivar  es  nJclit  das  erste  Verhör.  Denn  der  erst  befraKte 
Wilhelni  de  Nocrio  war  bereits  früher  Refragt ')  und  erklilrt 
sich  jetzt  bereit:  gratis  conllteri.  Volte  drei  Monate  später, 
am  36.  Harz  I308-),  lAüt  Bertrand  Agassa  dann  diese  Ge- 
Tan^renen  ihre  Aussagen  in  G^enwart  des  Inquisitor-Steil  Ver- 
treters, Joliannes  de  Borderiis,  aus  dem  Dominikanerkloster 
von  Morlan,  in  Lourdos  wiederholen.  Beide  Stücke  sind  ge- 
trennt dem  Könige  übersandt  *).  Von  den  Verhören  zu  Pont 
de  Lärche  ist  uns  nur  das  Pi-otokoll  der  königlichen  Beamten 
erhalten.  Es  ist  eins  der  ersten,  denn  es  datiert  bereits  vom 
18.  Oktober,  wenige  Tage  nach  der  Gerangennahme*). 

Das  schön  geschriebene  Prunkstück  im  Museum  der 
Archives  Nationales  Ober  einen  TcmplerprozeiJ  in  Carcassonne 
enthält  auf  den  kleinen  Blättern  die  Verhöre  von  fünf  Temp- 
lern vor  dem  Seneschall  von  Carcassonne,  Johannes  de  Alvelo, 
und  dem  Ritler  Lambertus  de  Tureyo,  auf  dem  gröDem  das 
Inquisitionsverhör  des  Johannes  Cassanhas.  In  diesem  Stücke 
führt  ihn  der  Seneschall  den  beiden  Inquisitoren  vor  und  mahnt 
iiin  zum  Geständnis  der  Wahrheit.  Ohne  Zweifel  hat  die 
slaatlidie  Untersuchung  vorher  staltfj^cfunden  '•).  Dann  lehrt 
uns  das  Veriiör  von  Poitters  den  Raymundiis  Stephan!  kennen, 
der  in  Carcassonne  furchtbar  gefoltert  wurde,  »weil  er  sich 
nicht  erinnern  konnte*;  er  bat  dann  den  Seneschall,  sicli  mit 
seinen  Gefährten  besprechen  zu  dürfen :  das  geschah ,  und 
iiierauf  erinnerte  er  sich!  Unzweifelhaft  handelt  es  sich  auch 
hier  um  eins  der  Beamlenverhöre "). 

Wahrscheinlich  kommt  auch  der  Charakter  des  Inquisitors, 
<lie  Stellung  des  königlichen  Seneschalls  in  den  Akten  zum 
Ausdruck;  nicht  jeder  Inquisitor  wird  sich  die  demütige  Rolle 
des  Handlangers  wie  in  Aigues  Mortes,  Ninies,  Lourdes  haben 


.')  Qai   aliiw  super  ingretiBa  et  receptinne  siii  ordinüi  fiiernt  int(>r- 
ntgtlD«,  ad  presetiH  .  .  . 

')  Nicht  BDI  25.  März  wie  bei  l'ratz  8.  324. 
")  Areb.  N.t.  J.  41S  Nr.  19.    Pniti  S.  324. 
'I  Nicht  am  28.  Oktober  wie  RaynoDnrd  p.  239. 
')  Vgl  Finke  II,  82iff. 
']  SchoUmDll«r  II,  50. 


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158  Die  Tet4i»re  des  Jahres  1307. 

gefallen  lassen,  und  nicht  jeder  wird  sich  mit  dem  Genannl- 
werden  in  den  Beamtenprotokollen  genügt  haben.  In  Cahoi^ 
haben  die  Dominikaner  ein  selbständiges  Protokoll  eingesandt; 
in  Bayeiix  ein  solches  gemeinsam  mit  den  königlichen  Beamten 
Hugo  de  Chatel  und  Cngueran  de  Villars  ^).  Es  ist  von  merk- 
würdiger Ausführlichkeit.  Schon  zweimal  haben  die  Templer 
geschworen,  schon  zweimal  sind  sie  verhört  und  haben  beide 
Male  alles  geleugnet,  trotzdem  Beamte  und  Inquisitoren  alle 
Mühe  angewandt,  um  jedem  einzelnen  klar  zu  machen,  wie  er 
Leib  und  Seele  durch  das  Geständnis  der  Wahrheit  retten 
könne;  die  Mönche  versprachen  Aussöhnung  mit  der  Kirche, 
die  Ritter  Nachlaß  jeder  weltlichen  Strafe,  die  sie  für  ihre 
Irrtümer  treffen  würde.  Und  als  letztes  HülfsmilLei  führten 
sie  an.  daü  bekanntermaßen  der  größte  Teil  der  franzöeisclien 
Templer  bereits  gestanden  und  daß  vor  einem  dritten  Meineid 
sie  sich  wohl  in  Acht  nehmen  möchten.  So  gesteht  denn 
ein  Dutzend;  der  dreizehnte  läßt  sich  am  27,  Oktober  erfolglos 
foltern  und  gesteht  erst  am  folgenden  Tage.  Wir  besitzen 
auch  noch  das  Notariatsprotokoll  vom  selben  38.  Oktober  über 
dieselben  Vorgänge;  es  bringt  viel  weniger.  Die  erwähnten 
Schwierigkeiten  werden  ganz  unbestimmt  angedeutet.  Von  den 
zwei  vergeblichen  Voruntersuchungen  ist  keine  Rede,  nur  wird 
bei  dem  ersten  Verhör  angedeutet,  daß  der  Templer  dureli 
allerlei  Beteuerungen  und  Ausflüchte  sich  habe  herausreden 
wollen.  Und  was  noch  charakteristischer:  die  Folter  des 
letztem  bleibt  unerwähnt!  Von  den  Separatverhören  der 
Beamten  verlaulet  nichts'),  nichts  hindert,  anzunehmen,  daß 
solche  vorher  stattfanden. 

Von  einer  ganzen  Reihe  der  Beamlenverhöre  existieren 
nur  noch  spätere  Notizen,  meist  in  Verbindung  mit  Folter- 
angaben. Von  zweierlei  Verhören,  die  Johannes  de  Jamvilla 
und  der  Seneschall  von  Poitiers  zuerst  mit  den  Gefangenen 
abgehalten,  das  einemal  heim  Kloster  ,do  Bouini',  das  andere- 
mal  „npud  s.  Maxcntium'   berichten  Humbertus  de  Podio  und 

')  Finke  II,  318.    Vgl.  PraU  S.  325  f. 

')  Ein  geioischtes  VerliiSr  vor  zwei  Dominikftneri)  und  Acm  F!enesch*U 
von  PoiMere  anil  Johannes  de  Jiimvilta  erwAhnt  Y^mbertua  de  CorbanKi  in 
Poitiers.     Er  gestand,  leugnete  epHter  und  wurde  gefoltert.     Finke  II.  3S2. 


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Die  VerbSrc  des  .Tfllirea  1S07.  159 

Johannes  BerialdP).  Die  .tnilites  r^i'  G.  de  Marcithiaco 
utid  Hugo  de  Cella  leiten  die  Untersuchung  ge^en  Aimericiis 
de  Villaribus  Ducis  und  lassen  ihn  lieftig  foltern  >).  Der  Bailli 
von  Macon  läQt  dem  allerdings  wenig  ehrenwerten  Gerardiis 
ile  Pasagio  aus  der  Metzer  Diözese  Gewichte  an  die  Genitalien 
hängen,  nicht  weil  er  Oberhaupt  leugnet,  sondern  weil  er  über 
das  Idol  nichts  zu  sagen  vermag*).  Gaufridus  de  Tliatan 
bekundet,  daü  er  alsbald  nach  seiner  Gefangennahme  von  dem 
Bailli  der  Touraine  verhört  wurde  und  ohne  Folter  gestand  *). 
In  der  Bailei  Sens  verhörte  1307  erst  der  Bailli  und  dann  erst 
der  Erzbischof  von  Sens  '■). 

Nur  ein  einziges  Mal  ging,  soweit  wir  wissen,  die  kirch- 
liche Inquisition  der  vveltlichen  voran.  Schon  zwei  Tage  nach 
der  (Gefangennahme  untersucht  der  stellvertretende  Inquisitor 
in  Troyes  gegen  zwei  Templer,  von  denen  der  eine  erst  zwei 
Monate  dem  Orden  angehörte.  Sie  gestanden  nach  einiT  kleinen 
Z()gorung;  und  auch  am  Mittwoch  darauf  vor  dem  königlichen 
Beamten ").  Warum  hier  die  aufiSllige  Umkehr  der  Verhöre, 
wissen  wir  nicht.  Aus  Chaumont  datiert  vom  23.  November 
ein  Brief  des  Inquisitors  an  den  König;  der  mit  der  Templer- 
angelegenheit betraute  Ritter  hatte  ihn  darum  gebeten.  Das 
Verhör  der  zwei  deutschen,  übrigens  nichts  gestehenden  Templer 
fand  schon  einen  Monat  vorher  statt;  wahrscheinlich  auch  das 
Beamtenverhör '). 

Aus  Paris  kennen  wir  nur  die  Akten  des  Inquisitions- 
prozesses ;  das  Protokoll  ist  durchaus  nach  der  Form  der 
Inquisitionsprotokolle  at^efaüt,  leider  ganz  knapp,  sozusagen 
unpersönlich.  Und  von  jeher  hat  sich  das  Hauptinteresse  auf 
dieses  Pariser  Inquisitionsverhör  vom  10,  Oktober  bis  zum 
34.  November  1307  konzentriert,   schon    wegen   der  Masse  der 

'}  Hiehelet  I,  264  und  270.     Der  letztere  heißt  p.  2^2:  Ituchuidi. 

*l  Michelet  I.  276.  ")  Michdet  I,  218. 

*)  Michelet  1,  K3. 

^  Uichelet  I,  296.  ...  Et  postmodum  per  d.  archlepisRopum  Seiio- 
nenaem,  qni  tunc  vivebat.  Dn  diraor  1309  im  Mftrz  starb,  so  muß  dessen 
Verhür  frflher,  d  h  io  äea  Jahr'  1307  fallen,  da  die  neue  btschnnichc 
Inquisitian  nach  Sommer  130*^  doch  eret  nach  aeinom  Totlo  einsetzte. 

°)  Friitz,  Entwicklnng  S.  336  and  Rny nouard.  Mon.  hiat.  p.  235  ff. 

')  Vgl.  Pnitz,  Entwicklung  8.  327. 


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100  Die  Verhöre  dea  Jahres  130?. 

138  vom  Generalinquisitor  vernommenen  Templer.  Daü  dio 
königlichen  Beamten  hier  nicht  so  in  den  Vordei^rund  treten, 
wo  der  Oenoralinquisitor  selbst  erscheint,  ist  erklärlich,  dat> 
ihr  Wirlien  zwar  stiller,  im  Grunde  aber  dasselbe  war,  sclicint 
mir  unzweifelhaft.  Zudem  haben  wir  gen&ßende  Spuren  einer 
voraufgehenden  Tüttgiceit,  die  in  dfin  InquisitionsprotokolK'ii 
nicht  verzeichnet  ist;  in  einigen  Fällen  glaube  ich  diese  unbe- 
dingt als  Vorverhör  der  Beamten  ansehen  zu  dürfen.  Aui 
21,  Oktober  gestand  der  Wirtschafter  des  Pariser  Templer- 
hauses Petrus  Brocart  Bespeiung  des  Kreuzes,  die  unanstän- 
digen Küsse,  Auirorderung  zur  Sodomie').  Vor  dem  Papste 
in  Poiliers  gestand  er  Bespeiung  und  Ableugnung,  weiter 
nichts!  Dann  erzählt  er,  daß  er  ein  wenig  gefoltert  sei  — 
d.  h.  im  Jahre  1307  —  und  zwar:  Uli,  qui  posuerunt  in  tor- 
mentis,  erant  loti  ebrii  *).  Es  ist  meines  Erachtens  ganz  aus- 
geschlossen, dali  es  sich  hier  um  ein  inquitoriales  Vorgehen 
liandelt;  unter  den  Augen  dos  GroÜinquisitors  kann  eine  solche 
Szene  nicht  vorgekommen  sein.  Etwas  anderes  ist  es,  wenn 
wir  darin  eine  voraufgehende  Bcamteneinsehüchterung  Hndon. 
Auch  die  Stelle  aus  dem  Verhöi-sprotokoll  der  püpstlichen 
Kommission,  laut  welcher  Johannes  de  flormela ")  nacli  der 
allgemeinen  Gefangennahme  in  Paris  gefoltert  worden  war  uml 
dabei  vier  Zähne  verloren  hatte,  wage  ich  in  ilirer  wohl  ab- 
sichtlich allgemein  gehaltenen  Fassung  nur  auf  das  Beamlen- 
vcrhßr  zu  deuten '). 

■)  Michelet  11,  29^.     Von  der  Folter  ist  keine  Uede. 

')  SchottniBlIcr  II,  62.  SchottmQller  lint:  dcc  plus  ncc  minns  djiil 
in  tormentonim  (aic).     Es  muß  natürlich  vi  statt  in  heißen. 

')  Dieser  ist  unter  den  138  Templern  des  Pariaer  Protukolla  nirlit 
nucli  zu  weisen! 

')  Michelet  1,  521:  Cum  viderutur  multum  timero  propter  tonufotn. 
qae  dieebnt  se  hactenus  perpessam  fuisse  post  oorum  cnpuionem,  in  quibua 
quidum  tonnentis  dicebat  se  quatuor  dentes  perdidisse.  —  Gilletus  de  Enrre}'o 
vor  der  päpstlichen  Kommission  nuf  die  Frage  nach  frOhuren  Verhören  Uft 
aus:  Quod  sie,  Pariaius  in  Templo  per  fratres  Predicntotee  et  postmodum 
alia  vice  per  dorn,  episcopum  Parisiensem  in  aula  aua,  et  dixit  qaod  ruent 
suppositus  questionibna  in  Tuniplo  paulo  post  capcionem  Teniplariornm 
(Michelet  1,  349|.  Hier  ist  die  Entscheidung  schwer.  Auch  dieser  hal,  *ib 
9.  Noveniher  1307  verhört.  ~  er  hoilit  da  Rgidiue  de  Ecci  —  nichts  flb«r 
die  Folter  gesagt. 


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Dia  VerbGre  des  Jahres  1307.  161 

Charakteristisch  ist  folgender  Fall:  Am  16.  November 
1307  wird  der  Grofipräzeptor  G.  de  GonaviUa  beim  Inquisitions- 
verhörti  gefragt:  Quare  tardavit  dicere  tantum,  quia  alias  requi- 
siius  fiierat').  Auf  welches  Verhör  bezieht  sich  das  .alias"? 
Wir  kennen  absolut  kein  anderes  Pariser  Inquiaitionsverbßr  ■ 
außer  den  in  den  Protokollen  verzeichneten.  Nur  zweierlei  Ist 
iiiöglicli:  dalj  die  Inquisitoren  noch  andere  Verhöre  vorge- 
noiumen  haben,  oder  ein  B,eaintenverhör  mit  oder  ohne  Assi- 
stenz des  Inquisitors  früher  stattgefunden  hat.  Nichts  hindert 
uai,  letzteres  anzunehmen.  Ahnliche  Deutung  därfte  der  Fall 
lies  Qeraldiis  de  Cauchi  finden;  am  21.  Oktober  1307  wird  er 
befragt:  Quare  tantum  tardavit  dicere  veritatem?')  Die  Ant- 
wort lautet  ausweichend;  man  könnte  aus  Frage  und  Antwort 
schließen,  dati  die  Inquisitoren  auf  sein  langes  Schweigen  vor 
der  Gefangennahme  hingewiesen  haben.  Daß  sie  aber  auch 
anderes  gemeint  haben,  gebt  aus  der  Formulierung  der  Fr^e 
seitens  der  päpstlichen  Kommission  hervor;  Requisiti^s,  quare 
anle  capcionem  eorum  non  revelaverat  predicta  et  quare  posi 
coprionem  se  torqueri  perraiserat,  priusquam  revelarel  ? ")  Es 
liegt  also  zwischen  Gefangennahme  und  Inquisitionsprolokoll 
fiiuclüs  die  Folter;  über  d«)  Vot^ng  berichtet  sonst  niemand. 

Sicher  ist  also  ein  sonst  nii^nds  aufgezeichnetes  Vor- 
aelien  gegen  die  Pariser  Templer  vor  der  in  den  Inquisitions- 
protokollen  verzeichneten  Tätigkeit.  Es  gleicht  dem  auch 
anderswo  nur  stückweise  zu  fassenden  Wirken  der  königlidien 
Beamten;  alles  spricht  dafür,  auch  hier  ein  solches  anzunehmen, 
l^nter  dem  Gesichtspunkte  einer  Beamten  Untersuchung,  die  in 
den  ersten  Tagen  der  Gefangennahme  in  Paris  stattgefunden 
liat,  gewinnen  auch  einige  auffällige  Nachrichten  besondere 
Bedenlung:  Wenn  Philipp  der  Schöne  schon  am  2*).  Oktober 
an  König  Jaynie  von  Aragon  schreibt  *),  daß  der  firottineislpi-, 
•ille  Templer  in  Paris  und  sehr  viele  aus  allen  Gegenden 
Frankreichs   gestanden   hätten,   könnte   man  immerhin  an  eine 

■)  JUichelet  II,  399. 
")  HkhBlet  [[,  291. 
*)  Uicbelet  I.  387. 

')  Piiike  II,  48:  Mainr  mngjst^r,  omnes  Parishis  sitiHtentm  et  qitnm 
plnrra  nIü  de  diversis  regni  nofllri  pflrttlma  frntre»  Hpontan^e  annl  i-nnfesai, 
riaka.  FapsUain  an<l  Unter|tan|r  dei  TecnpUrordeui.    I.  1 1 


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ite  Die  VerhKra  des  .Tnliros  130^. 

beabsichtigte  ÜbciHrcibung  denken,  um  die  zögernde  Haitung 
des  Aragonesei]  zu  beeinflussen;  aber  dieselbe  Behauptung 
kehrt  noch  zweimal  wieder:  Piaisians  erkifirt  vor  Klemens  V. 
in  Poitiers,  daß  die  Templer  in  einer  Woche  in  Paris  und  in 
ganz  Krankreich  ein  Geständnis  abgelegt'),  und  schon  am 
28,  Oktober  wissen  die  Dominikaner  in  Bayeux  mit  dem  Satze 
zu  wirken:  que  la  graignor  partie  des  Tempüers  deu  roiamiie 
de  France  avoienl  cogneu  et  confesse*),  Weisen  sie  nicht  allo 
auf  eine  weit  verbreitete  Anschauung  von  einem  bald  nach 
dem  i:^,  Oktober  erfolgten  fast  allgemeinen  Templergesblndnis 
hinV  Und  hat  dies  nicht  am  ehesten  als  Grundlage  die 
Reamtenverhöre  ?  Man  wird,  wenn  man  hierzu  noch  die  All- 
ffemeingöltigkeit  des  „modus  executionis'  bedenkt,  diese  Frage 
nur  bejahen  können. 

Die  Frage  der  Folterung  ist  von  großer  Bedeutung  fTir 
die  Beurteilung  der  Templerschuld.  Zeitweilig  hat  man  die 
Anwendung  der  Folter  ganz  oder  fast  ganz  geleugnet.  Noch 
vor  zwanzig  Jahren  meinte  Jungmann "),  bei  der  ersten  Unter- 
suchung des  Großinquisitors  Wilhelm  sei  von  der  Folter  ;.'ar 
keinen  Gebrauch  gemacht.  ,Man  findet  keine  Spur  von  ihrer 
Anwendung  in  den  Akten.  Es  durfte  aber,  da  die  Folter  ein 
gesetzliches  Mittel  war,  nicht  verschwiegen  werden,  wenn  in- 
folge .peinlicher  Befragung'  die  Geständnisse  erfolgten."  Letz- 
teres bt  nun  enei^isch  von  Lea  und  andern  bestritten;  die 
Folter  brauche  überhaupt  nicht  in  den  Protokollen  der  Inqui- 
sition erwähnt  zu  werden.  In  dieser  Allgemeinheit  ist  Leas 
Auffassung  sicherlich  unrichtig:  es  gibt  keine  Inquisitionsbe- 
stimmung solcher  Art.  Die  Folteranwendung  wird  z.  B.  in 
dem  Bruchstück  eines  Verhörsprolokolls  aus  der  Provence  aus- 
drücklich erwähnt '):  Huguo  Gaysonnon  de  Cresto  ...  iuratus 
ut   proximus   eoque,    cum    eosdeni    articulos   pro   niaiori  parte 

'I  CoDfessi  .  .  .  Pariafus  et  iti  diversis  pnrtibne  regni  uii&  Mptlmtoa. 
Finke  II,  144. 

')  Finke  II,  314. 

')  ZeitBchr.  f.  Katli,  Theot.  1881  S.  398. 

')  FiDke  11,  3Ö0.  In  dem  Pftlle  von  Bnyenx  (Finke  11,  31.'>)  wird  in 
dor  franzSaisi^hen  Protokoll fassiiii);  die  Folter  erwühnt,  in  <ler  liileinisi'hfn 
iiiclit.  Der  FhU  von  Cahors  i»t  zu  allgemein  gehalten:  Finke  II.  31'; 
Schottmüller  11,  52. 


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Die  Vprbltre  Heu  Jahne  tSO'?.  183 

negasset,  quesliontbus  supposito  et  habito  post  illas.  eongruo 
inUrvallo  interrogatus  super  eisdeni  XI  articulis  dixit. .  Wienti 
liier  bei  den  andern  Verhörten  gesagt  wird:  spontanea  volun- 
täte,  nulla  coactione  precedente  dixit,  so  kann  man  ohne  Be- 
denken schlie&en,  dali  in  diesen  Fallen  damals  nicht  geroltert 
worden  ist.  Und  wenn  die  päpstliche  Kommission  nach  der 
rnihern  Folterung  Tragt  und  sie  aufzeichnen  läßt,  so  hat  auch 
sie  gewiß  nicht  geroltert,  wenn  der  Zeuge  nach  dem  Protokoll 
freiwillig  aussagt. 

Die  Pariser  Inquisitionsprotokolle  erwähnen  die  Folterung 
nie;  dag^en  bringen  sie  am  Schlüsse  eines  Verhörs  stets') 
die  Frage:  ,0b  (der  Verhörte)  durch  Anwendung  von  Gewalt, 
oder  aus  Furcht  vor  Hefängnis  oder  der  Folter,  oder  aus  einem 
andern  Grunde  irgend  etwas  Falsches  gesagt  oder  seiner  Aus- 
sage beigemischt  halP"  *)  Eine  solche  Frage  liätte  nach  unserm 
Emf^nden  nicht  gestellt  werden  sollen;  aber  sie  war  inqui- 
^itionsäblich.  Nun  wissen  wir,  daü  zahlreiche  Folterungen 
zwischen  Verhaftung  und  Inquisitionsverhör  fallen*);  auch  ohne 
.■^liirkere  Phantasie  dürfen  wir  annehmen,  dafi  die  zufilJlig  be- 
kannt gewordenen  Torturen  nur  einen  geringen  Bruchteil  der 
laUächlich  stattgefundenen  bilden.  Aber  wir  können  trotzdem 
die  Angaben  der  Protokolle  nicht  mit  Sicherheit  als  irrig  be- 
zeichnen, denn  wir  wissen  nicht,  ob  nicht  alle  Fälle  mit  dem 
Verhör  der  königlichen  Beamten  zusammenhängen,  also  ganz 
ttelrennt  vom  Inquisitionsverhör  sich  ereignet  haben. 

Jedenfalls  hat  die  Folter  im  Jahre  1^07  Qberall  geherrscht. 

Auch   die   Dominikaner   haben   sie  damals,    wenn   nötig,    d.  h. 

wenn    kein    Geständnis   erfolgte,    angewandt*).     Sehr   charak- 

t<'tistisch    fBr    ihre    Gebräuchlichkeit    ist    die  Äußerung    einer 

■  li'nippe  von  13  sonst  unbekannten  Templern,  die  im  Frölijahr 

')  Mit  einer  Ausnahme. 

')  loterragatus  Dtmin  vi,  vel  metu  carceria  seu  tormentorum  Hut.  nlia 
ile  riDu  aliquam  diierit  falsitatem  nat  immiHcuerit  in  deposicione  aua. 

')  Zu  den  oben  angegebenen  Fallen  sind  noch  nechweisbor  Miclielct 
il.  306  and  Schottmaller  11.  42;  Micbetet  II,  299  und  SchottmflUer  II.  £9; 
üicheltt  II,  418  und  I,  640.  In  letzterem  Falle  ist  die  Folter  xwnr  ni(;ht 
angewandt,  aber  der  Zeuge  hat  .metn  CormeDtonim'  irrig  aoagesagt. 

')  Vgl.  den  Fall  von  Baycnx  Finke  IT,  315;  iu  Amiene  haben  die 
Üominikanerinquisitoren  1^07  dit>  Folter  angewandt.     Miclielet  I,  241. 

1[* 


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IM  Dia  Vnhnre  äen  .l^rra  1307. 

1310  auf  die  Aiiü-a^e,  ob  sie  einen  Ordensverteidiger  steHen 
wollten,  ach  pei-sönlich  zur  Verteidigung  bereit  erklärten,  aber 
mit  der  bittem  Bemericüng  schlössen:  .Damals,  als  sie  auf  die 
Folter  gekannt  wurden,  habe  man  sie  nicfat  gefragt,  ob  sie 
etnMi  Verteidiger  wQnschten!' ')  Wann  diese  Folterung  voll- 
zogen wurde,  ist  freilich  unbestimmt ;  und  so  ist  in  einer 
ßeihe  von  Fällen  die  Foiterzeit  nicht  m  erniiUeln:  ob  könig- 
liches Beamtenvwhör  oder  Jnquisition  1307.  ob  bischöfliches 
Verhör  1309. 

Dagegen  verfehlen  so  oft  Schottmüller  und  Grtielin.  Bei 
den  ersten  Massenerklärungen  vor  der  päpstlichen  Kommission 
shid  'die  Angaben  fast  stets  summarisdi.  Gern  wüßten  wir. 
waini  die  von  Ponzard  de  Cisi  erwShnten  36  Bröder  in  Paris 
und  die  vielen  andern  anderswo  ,per  iainnam  et  tonnent«'. 
wann  .und  wo  die  von  Jakob  de  Saciaco  aus  Troycs  gennnntcn 
35  Templer  infolge  von  ,torinenta  et  pasciones'  gestort>on 
sind  *).  Wir  können  nicht  einmal  feststellen,  ob  beide  Zißem 
nicht  zusannnienhängeii ;  noch  viel  weniger,  ob  diese  SterbelSlle 
Folge  der  Foltern  und  Entbehrungen  von  1307  oder  1309  sind. 
Auch  die  furchtbare  Marter  des  Geistlichen  Bernardus  de  Vado, 
dem  beim  Bösten  seiner  Glieder  am  Feuer  die  Knöchel  aus 
den  Gelenken  fielen  ~  er  zeigt  zwei  vor  ~,  ist  ^idtlich  unbe- 
stimmbar''). Ich  neige  allerdings  dazu,  diese  entsetzlichen 
Auswüchse  der  Folter  wie  den  Fall  von  Macon  der  Bcaniten- 
imtersuchung  zuzuschreiben. 

Die  Ergebnisse  des  Pariser  Verhörs  sind  bekannt.  Von 
I3ß  Templern  beharren  nur  vier  bei  der  Unschuld  des  Ordens. 
Alle  andern,  damnter  die  HauptwQrdenträger,  der  General- 
prokuralor  an  der  Römischen  Kurie,  Peter  von  Bologna,  weit- 
gereiste, wellerfahrene  Manner,  im  Orient  und  Occident  be- 
kannt, Ritter,  die  für  den  Orden  gefochten,  in  der  Haupisnche 
aber  Servienten,  Männer  aus  dem  Volke  oder  wenigstens  von 
volkstümlicher  Tätigkeit,  Verweser  der  groiien  und  kleinen 
Präzeptorien,  I^andleule,  bis  zum  Schafhirten  herunter;  sie  alle 

')  Michelet  1,  134:  Nan  petebatnr  al)  eis,  quAixIu  ponehnntiir  in  iunia. 
si  procnratores  constitnere  volebant. 


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Die  Verhör«  des  Jabres  1307.  1«5 

bekennen  die  eigene  und  damit  auch  die  Schuld  und  Schande 
des  Ordens.  Die  VerleugnuDg  und  Bespeiung  des  Kreuzes 
haben  neben  den  genannten  vier  nur  noch  zwei  andere  nicht 
zugestanden;  in  Einzelheilen  weichen  allerdings  gerade  hier 
die  Aussagen  voneinander  ab.  Bald  ist  es  ein  Kruzifls  mit 
dem  Korpus  des  Erlösers,  bald  ein  einfaches  Gisenkreuz,  oder 
i>in  gemaltes  Kreuzzeichen,  am  Altar,  in  einem  Missale,  auf 
dem  tiewande  des  Rezeptors;  bald  wird  Christus,  Gott,  der 
Herr,  der  falache  Prophet  verleugnet;  bald  speien  sie  auf  den 
Gegenstand,  bald  daneben ;  bald  vor  dem  Altar,  bald  hinter 
demselben,  abseits,  in  einem  dunklen  oder  besonderen  Räume; 
bald  in  G^enwart  vieler,  bald  mit  irgend  einem  Bruder,  der 
den  Neuling  zur  Seite  gezogen,  aliein;  bald  in  der  ersten  Ver- 
blQfiüng  gehorchend,  bald  widerwillig,  weinend,  sich  sträubend, 
nach  manchen  Drohungen,  oft  nur  scheinbar  oder  halb  ore  non 
corde.  Der  Grund  ist  meist  Angst  vor  Gewalttätigkeiten,  da  man 
sich  t>ei  der  vollsten  Geheimhaltung  von  aller  Welt  verlass«) 
\vei&.  Nur  Dreiviertel  gestehen  Qberhaupt  die  Forderung  und 
das  Zugeständnis  unanständiger  Küsse  bei  der  Aufnahme ;  den 
schlimmsten  ,in  ßne  spine  dorsi"  —  der  Auedruclc  „in  ano* 
kommt  hier  Oberhaupt  nicht  vor,  dagegen  einmal  ,in  culo*  — 
erwähnt  nur  ein  Drittel.  Der  Nabelkuß,  oft  nur  fingiert,  soll 
bald  Ober  dem  Gewände,  bald  auf  den  entblößten  Leib  erfolgt 
iein;  während  sonst  einer  der  Neueintretenden  der  ausfuhrende 
Teil  ist,  sollen  in  fünf  Fällen  sich  die  Rezipienten,  darunter 
Männer  wie  der  Visitator  Hugo  de  Peraudo,  zu  dieser  schmach- 
vdlen  Prozedur  herbeigelassen  haben !  Auch  die  Frage  der 
Sodomie,  der  Vermischung  mit  den  eigenen  Ordensgenossen, 
vird  nur  von  stark  einem  Drittel  bestritten  oder  sie  wird  bei 
ihrem  Verhör  nicht  erwähnt.  Beinahe  die  Hälfte  bekundet, 
eine  direkte  Außorderung  zu  diesem  haßlichen  Orientlaster 
vom  Hezeptor  erhalten  zu  haben.  Und  ganz  im  Gegensätze 
dazu  uun  die  Bekundung  fast  sämtlicher  Gefangenen  —  die 
TerschwindMiden  Ausnahmen  kommen  kaum  in  Betracht  —  sogar 
mit  einem  offenbaren  Abscheu,  daü  sie  nie  dieses  Laster  aus« 
geübt  oder  an  sich  haben  ausüben  lassen.  Es  ist  einer  der 
Lichtpunkte  bei  diesem  Meere  von  Schmach  und  Schande,  daß 
unter  den  Tausenden  und  Abertausenden,  die  dem  Orden  an- 


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166  Die  VurhQro  des  Jahres  13UT. 

gi-hörtc-n  iitid  ai)(,''(;hört  liaben,  diese  Arl  Sodomie  nur  so  ver- 
einzelt uacliweisbar  ist.  Nur  auf  diese  drei  Punkte  gelit  da^ 
Pariser  Verhör  ein;  der  vierte,  schon  von  Esquiu  de  Floyraii 
hervorgehobene:  die  Anbetung  des  Idols,  tritt  vollständig  zurück. 

Die  im  11.  Bande  zum  ersten  Male  veröfTentlichten  zwei 
Protokolle  geben  Aufklärung  über  zwei  mehrrach  mißverstandene 
Episoden  aus  dem  Pariser  Verhör.  Das  zweite  minder  wiehliitf 
stammt  vom  36.  Oktober.  Wiederholt  begegnen  wir  in  deo 
Tetnplerprozessen  nach  den  Einzelverhören  der  feierlichen  Zu- 
sammenfassung einer  Gruppe,  die  ihre  Aussagen  noch  einmal 
vor  der  Öffentlichkeit  oder  einer  geladenen  Menge  wiederholt: 
so  auch  hier  vor  einer  glänzenden  Kleriker-  und  Universitäts- 
versammlung. Eine  volle  Woche  hatte  der  Generalinquisitor 
selbst  untersucht;  von  jetzt  au  wechselt  er  mit  seinen  HQlfs- 
inquisitoren  ab.  Nicht  weniger  als  37  Verhöre  hatten  in  diesen 
acht  Tagen  stattgefunden ;  32  Templer  erscheinen  noch  einmal, 
Jakob  de  Molay  fehlt  und  vier  andere;  warum  letztere,  oh 
infolge  von  Krankheit,  Folter,  oder  ans  einem  andern  Grunde, 
bleibt  unentschieden.  Zwei  kleine  chronologische  Korrekturen 
nehmen  zwei  Angeklagte  vor,  sonst  beharren  alle  bei  ihren 
früher  und  auch  jetzt  wieder  beschworenen  Angaben!  Viel- 
leicht wollte  auch  der  König  Ergebnisse,  über  die  er  noch  am 
selben  Tage  nach  Spanien  berichtete.  Und  tags  darauf  schildert 
ebenfalls  ausführlich  der  in  das  Templergeheimnis  eingeweihte 
Pariser  Theologe  Romeus  de  Brugaria  König  Jayme  die  Ge- 
schehnisse der  letzten  Tage  '), 

Sehr  interessant  und  wichtig  ist  der  Inhalt  des  andern 
Protokolls.  Der  Grolimeislcr  -lakob  de  Molay  war  nach  dein 
bekannten  Protokoll  am  25.  Oktober  zuerst  verhört.  Er  ge- 
stand, bei  der  Aufnahme  Christum  verleugnet  und  neben  das 
dargebotene  eherne  Kreuz  gespieen  zu  haben ;  weiter  siehts. 
vor  allem  verneinte  er  die  Aufforderung  zur  Sodomie.  Nocli 
am  selben  Taf-^e  wird  dieses  kostbare  Geständnis  aller  WeR 
bekannt  tceniacht :  Geistliche  und  Laien,  insbesondere  die  Großen 
und   Vertreter   der  Universität  sind  als  Zeugen   geladen.    In 

')  Wenck,  der  dieses  zusammen  fassende  Verhür  nicht  kannte,  h*E 
also  mit  Unrecht  die  GlaubwOrdJKkeit  des  Romeus  angegriffen.  Tgi.  üUA 
1890  8.  261. 


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Diu  Verhüre  des  Jklirei«  1307.  167 

seJQem  eignen  und  im  Namen  der  bereits  verhörten  Urdeiis- 
'  ritler  Gerald  de  Caucbe,  Guido  Delphini,  Gaufrid  de  Clmrnay 
und  Gallerius  de  Lienticuria  gesteht  der  Ordenstneister  in  der 
Volkssprache,  da&  der  zur  Verherrlichung  des  Namens  Christi 
and  des  christlichen  Glaubens  sowie  zur  Eroberung  und  zum 
Schulze  des  h.  Landes  gerundete  Templerorden  seit  langen 
Zeileo  durch  die  Verführung  Satans  bei  der  Aufnahme  Christus 
Torleugnet,  das  Kruzifix  bespieen  und  .nonnulia  alia  enormia" 
aus^lührt  habe.  Mit  bew^lichen  Worten,  reuigen  Herzens 
envähnt  er  sodann,  da&  sie  die  Furcht  vor  Aufhebung  des 
Ordens  und  vor  Verlust  ihrer  Stellung  und  Ehre  von  einem 
Geständnis  zurückgehalten,  bis  Gott  selbst  sich  Philipps  des 
Schien  zur  Aufdeckung  bedient  habe.  Er  bittet  die  Menge 
um  Verzeihung  (ur  das  Ärgernis  und  um  ihre  Hülfe,  da&  sie 
bei  Papst  und  König  Gnade  fänden  •)■ 

Noch  mehr !  Er  schreibt  an  alle  Ordensgenossen  in 
Frankreich,  dag,  wie  sie  von  ihrer  eigenen  Aufnahme  lier 
irü&ten,  die  Neiiaufgenommenen  im  Orden  zur  Ableugnung  und 
Bespeiung  gezwungen  würden  und  dalä  manche  Rezeptoren 
noch  .alias  enomiitates"  hinzufügten;  er  befieiilt  ihnen  kralt 
seiner  Ordensgewalt,  daÜ  sie  trotz  der  entgegenstehenden  Ge- 
löbnisse und  Eide,  diese  Geheimnisse  nicht  zu  offenbaren,  die 
reine  Wahrheit  dem  Inquisitor  oder  seinen  Kommissaren  oder 
den  bischöflichen  Ordinarien  gestehen.  In  einem  besondern, 
von  ihm  genehmigten  und  besi^elten  Schriftstück  gestattet 
Molay,  dag  dieses  verhängnisvolle  Schreiben  an  alle  Ordens- 
häuser in  Frankreich  gesandt  werde. 

Wann  ist  dieser  Brief  entstanden  P  Weil  man  in  Beant- 
w(»1ung  dieser  Frage  ganz  in  die  Iixe  ging,  ist  das  so  wichtige 
Dokument,  das  uns  im  Chartularium  der  Pariser  Universität 
schon  eine  Reihe  von  Jahren  vorliegt,  ganz  unbenutzt  geblieben  *). 
Denifle  brachte  das  Stück  in  Verbindung  mit  einer  Notiz  des 
Chronisten  Johann  von  St.  Viktor,  nach  welcher  die  Universität 
dem  Könige  am  25.  Mai  1308  eine  Kopie  des  Molayschen 
Briefes  schickte.  Das  ist  insofern  ja  nicht  falsch,  als  das  im 
Chartularium  abgedruckte  Stück  als    ,Iste  sunt  rabrice  facte 

')  Finke  11,  307  f. 

')  Vgl.  GGA  1896  S.  647.    Rei.  von  Wenck. 


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168  l>io  Verliere  des  JHhres  131/7. 

super  coiifessioTic  et  [estimonio  magni  inagistii  ordiiiis  Tempi)'' ') 
um  diese  Zeit  geschrieben  sein  mag*).  Der  Brief  Mola;s  konule 
im  Mai  1308  nichts  mehr  nützen,  er  gehOrt  einer  ganz  anderen 
Zeit  an;  das  bekundet  ja  schon  der  Hinweis  auf  den  noch  in 
voller  Tätigkeil  befindlichen  Inquisitor.  Er  ist  unzweifelhall 
am  25.  Oktober  erftstanderi  und,  was  wohl  ebenso  sicher  ist, 
in  Zählreichen  Exemplaren  sofort  an  alle  gefangenen  franzö- 
sischen Templer  gesandt  worden.  Bei  der  straffen  Ordens- 
disziplin muEi  man  sich  wundern,  daü  seit  dem  25.  Oktober  1307 
der  Orden  überhaupt  noch  Verteidiger  gefunden  hat!') 

Molays  Scliuld  am  Untei^ng  des  Ordens  wSchst  durch 
diesen  Brief  gewaltig.  Wiederholt  hat  man,  um  das  Charakter- 
bild dieses  schließlich  fDr  seine  Orden  sterbenden  Ritters  za 
rettcif,  dem  Übermaß  der  Folter  das  unerklärliche  AuRreteo 
zuschreiben  wollen.  Auch  die  Zeitgenossen  haben  sich  in  diese 
Fiktion  hineingelebt:  seine  Ordensgenossen  im  Auslande  vor 
allem,  hi  den  Korrespondenzen  des  II.  Bandes  erscheint  er 
als  der  Held,  der  sich  auch  in  Fesseln  gegen  den  Riesen 
Philipp  den  Schönen  erhebt  und  ihm  die  bittern  Worte  ins 
Gesicht  schleudert,  daü  man  nichts  anderes  erwarten  könne 
von  einem  Manne,  der  sogar  Bonifaz  VIII.  gefangen,  der  diu 
ganze  Kirche  regierte!  Man  stellt  sich  ihn  vor,  wie  ihn  der 
König  Hieben  lassen  möchte  und  ihn  die  Bröder  dazu  ermun- 
tern, wie  er  aber  das  stolze  Wort  spricht:  Wenn  ich  in 
Deutschland,  Spanien  oder  England  wäre  und  hörte,  du&  ihr 
gefangen  wäret,  so  würde  ich  kommen  und  die  Gefangenschall 
mit  euch  teilen!  Man  berichtete  wiederholt  über  seinen  Tod 
infolge  seiner  Martern.  Packend  ist  die  Schilderung  eines 
Nichttemplers,  wie  der  alte  Meister,  aui^efordert  von  den  Kar- 
dinälen, noch  einmal  vor  allem  Volk  seine,  des  Ordens,  Schuld 
zu  bekennen,  sich  erhebt,  plötzlich  seinen  Mantel  auseinander- 
reiljt,  auf  seinem  abgemagerteb  Körper  das  durch  die  Folter 
vort  den  Knochen  gerissene  Fleisch  zeigt  und  ruhig  sagt:  Seht 
da  uiisere  Schuld!     Schade,  dalä  Jakob    nicht  der  Held  war, 

')  ChnrtDlAriuni  univ.  PariB.  1  Nr.  8G6. 

*I  Wahracheinlich  zar  Benatsuog  bei  den  Verhaadinngen  in  Poitien. 
")    Hno    hat    anscheioeDd   ala    Minimum    voU    den  Oeftbgenen  den 
Glauben  an  dieeen  Brief  gefordert.    Vgl.  Michelet  11,  15. 


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Die  Verhöre  des  Jahre»  1307.  169 

wofür  ihn  Zeitgenossin)  und  Nachwelt  gehalten,  daL^  allt-  die 
^«höneii  Geschichten  nicht  wahr  sind,  nicht  wahr  sein  können ! ') 

Molay  ist  niemals  gerollert  worden.  Üas  hat  Plaisians 
vor  Riemens  V.  in  Poitiers  behauptet  *),  das  besagt  untröglich 
ein  aas  französiüchen  R^ierungskreisen  stammendes  Gutachten, 
welches  zur  Vernichtung  des  Ordens  ratend  durchaus  vertrau- 
licher Natur  ist").  Es  stammt  aus  dem  Anfang  des  Jahres 
\WS.  Darin  wird  die  Fra^  erhoben,  wie  man  gegen  den 
Ordensmeister  Torgehen  solle,  der  sich  zuerst  öffentlich  als 
schuldig  bekannt,  dann  gesagt  habe,  er  habe  dieses  GestAndnis 
aus  Furcht  vor  der  Folter  abgelegt  und  der  so  vielleicht  noch 
öder  seine  Aussagen  wechseln  würde?  Die  Antwort  lautet, 
daä  nach  kanonischen),  bßrgerlichem  und  Naturrecht  es  sehr 
niedrige  Gesinnung  tiekunde,  das  einmal  öfTcntlich  Gingeslandenc 
später  zu  widerrufen.  Es  stehe  fest,  dati  der  Ordensnieister 
bei  seinem  Schuldbekenntnis  mehr  als  zwei  Monate  beliarrt 
und  daß  er  von  Anbng  an  wiederholt  gebeten  habe,  ihn  zu 
Toltem,  damit  seine  Ordensgenossen  nicht  tiehaupten  könnten, 
er  ha.be  den  Orden  freiwillig  zugrunde  gerichtet.  Man  habe 
ihm  geantwortet,  es  gebe  Zeugen  genug,  die  gegen  ihn  aus- 
sagen, deshalb  sei  seine  Folterung  unnötig.  Wer  die  Sachlage 
kenne,  mQsse  den  zahlreichen  Gealfindnissen  g^en  den  Meister 
recht  geben.  Der  ganze  Passus  atmet  eine  MiÜaclitung,  die 
Jakob  de  Molay  durch  sein  konfuses,  schwankendes  Verhalten 
Tollauf  verdient  hat. 

Busson  hat  in  einer  lesenswerten  Abhandlung  den  Nach- 
weis versucht,  Molay  sei  nach  einem  klar  von  ihm  abgelaljten 
oder  ihm  suggerierten  Plane  vorgegangen;  er  habe  den  Onlen 
durch  ein  Zugestfindnis  retten,  der  Wahrheit  durch  Unwahrheit 
zum  Siege  verhelfen  wollen  <).  Sein  ein  und  alles  sei  die  Zu- 
sammenkunfl  mit  dem  Papste  gewesen,  durch  persönliche  Auf- 
klärang  habe  er  alles  zu  retten  gehoITt.  Darum  habe  er  die 
naheli^nde  Taktik  eingeschlagen:  irgend  einen  Punkt  der 
Anklage  einzugestehen,   ,um  durch  ein  solches  Eingeständnis 

']  Alles  m  l'inlce  [l,  lief. 
'i  Fioke  II,  143. 
■)  FtDke  II.  t02. 
*]  HIÖG  IX,  51S. 


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170  Die  Vcrliüru  doe  Jabres  1307. 

die  dua  Ürdensleuteii  drohenden  Gerahren  zunächst  za  ver- 
mindern, des  weitern  aber  vielleicht  daraufhin,  wenn  er  endücli 
beim  Papst  persönlich  erscheinen  lionnte,  sie  vielleicht  ganü 
abzuwenden".  Und  dazu  habe  sich  das  Geständnis  der  Ver- 
unehrung des  Kreuzes  vorzüglich  geeignet;  denn  diesen  Punkt 
habe  er  beim  Papst  leicht  durcli  den  Hinweis  auf  die  reiigiösen 
Verdienste  des  Ordens  ad  absurdum  führen  können.  Bussen 
kannte  den  Molayschen  Brief  noch  nicht;  er  hat  aus  gewissen 
Indizien  das  Vorhandensein  einer  derartigen  Verardnung  zum 
Teil  richtig  geschlossen.  Aber  er  wußte  nicht,  da&  Molay  in 
dem  Schreiben  nicht  bloß  eine  Sache,  sondern  auch  .nonnulb 
alia  enormia'  zugestanden,  und  damit  fällt  der  Kern  seiner 
Hypothese.  Das  Zielbewuüte  fehlt  überhaupt  der  Persönlichkeit 
Molays,  wenigstens  in  der  Gefang^schaft.  Er  flammt  auf, 
stölät  die  unbesonnensten  Ausdrücke  aus,  um,  durch  Plaisians 
oder  Nogaret  auf  ihre  Gefährlichkeit  hingewiesen,  sich  dann  in 
devoter  Weise  zu  entschuldigen  und  seine  Äußerungen  zurüclt- 
zunehmen.  So  geschah's  vor  der  päpstlichen  Kommission.  Er 
kann  sich  zu  keinem  heroischen  Enlschluti  erschwingen.  Die 
andern  übernehmen  die  Verteidigung  des  Ordens;  er  bleibt 
wie  ein  Kind  hartnäckig  bei  der  ihm  früher  gemachten  Zusage, 
dati  er  den  Papst  sprechen  werde.  Zu  ihm  will  er,  den  Wunsch 
äui^ert  er  stets,  alles  andere  ist  ihm  gleichgültig,  selbst  das 
Geschick  seines  Ordens  tritt  zurück.  Erst  im  letzten  Augen- 
blick ermannt  er  sich  zur  alten  GröSe  des  Ordens,  er  sühnt 
seine  folgenschweren  Schwächen  mit  dem  Feuertode, 

Neben  den  Beamten-  und  Inquisitionsverhören  gab  es 
1307  auch  bischöfliche  Untersuchungen.  Klemens  V.  gedenkt 
sogar  ihrer  Prolokolle')-  Auch  die  französischen  Bischöfe 
lassen  1309  daraul  hinweisen,  dag  gegen  einige  Templer^ruppeii 
nur  die  Bischöfe,  nicht  die  Inquisitoren  verhört  hätten  *).  Von 
den  Protokollen  ist  nur  ein  einziges  aus  Nimes  erhalten.  Der 
Bischof  von  Nimes  geht  gegen  die  Templer  auffSDigerweise  in 

')  Vieis  etiam  diversis  processibus  contra  Bingulares  personaa  dicti 
nrdinis  snper  ipaia  sceieribuB  et  crimJDibuB  factia  per  locorum  ordinarios  et 
inquisitorem  generslem.     Reg.  Clem.  V.  Nr.  3400.     Vgl.  3402. 

-)  Her  prelatos  eo»deni  et  non  per  inquisitorea  ipeos  sit  contra  dod- 
Dullos  ex  fratribas  inquisitam.    Finke  II,  Nr,  106. 


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Die  Verhüro  den  Jibre»  1307.  171 

eiiiur  Zuit  vor,  da  Biscliöfen  und  Inquisitoren  votii  Papste  die 
Hunde  gebunden  waren:  am  22.  April  1308.  An  einen  Scliieib- 
Fchler  in  der  Jahreszahl  möchte  ich  nicht  denken,  da  der 
Biscltof  erklärt,  er  gehe  vor,  weil  ,ad  suum  officiuni  ordinariuni 
pertineat  inquirere  conira  quoscnnque  errantes  in  fide" ;  ein 
Jahr  später  würde  er  auf  den  päpstlichen  Auftrag  hingewiesen 
liaben.  In  Gegenwart  einer  glänzenden ,  üahtreichen  Menge 
Adliger,  Bürgerlicher  und  Kleriker  sowie  des  Bischofs  von 
Nevers  hbt  er  acht  Templer  aus  der  Komlurei  St.  Gilles  vor 
sich  kommen,  die  auf  ihre  Verhöre  vor  der  staatlichen  und 
kirchlichen  Inquisition  im  vergangenen  Jahre  hinweisen,  dabei 
beharren  wollen  und  rekonziliiert  werden  ')■ 

Sonst  läüt  sich  aus  einzelnen  Daten  nur  feststellen,  dali 
der  Erzbischof  von  Sens,  die  Bischöfe  von  Ainiens  und  Perrgeux 
1307  einzelne  Templer  verhörten  *). 

')  H^Dard,  prcQvea  p.  181  ff. 

*}  Hiclielet  I,  254:  per  arcbiep  i)uondnm  Henon<^n»eni ;  J,  444:  per 
il.  ii.  quandam  AmbiBDensein  fuerat  cum  eo  inquieitiiiii;  illinlicli  1,  'iG9; 
I,  230:  (Jonaoliiiua  do  Jorio  von  dem  Kiacliuf  von  Pengeus.  Rechnet  man 
den  Anrang  seiner  Marter  aod  Leiden  nnch,  nu  kuinmt  man  zu  1307. 


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V.  Papst  und  König 

nach  der  Gefangennahme  bis  zum  Äbschloss 

der  Verhandinngen  in  Foitiers. 

Eine  Darstellung  des  Verhaltens,  das  Kleniens  V.  Philipp 
dein  Schönen  gegenüber  nach  dem  13.  Oktober  1307  einnahm 
ist  nicht  ohne  Schwierigkeit,  da  das  Material  dürftig,  dio 
Korrespondenz  monatelang  unterbrochen  ist.  Nicht  da&  man 
mit  Gmelin ')  ein  absichtliches  Beiseil eschaffen  vermuten  darf; 
so  etwas  liegt  nicht  vor.  Aber  gerade  in  dieser  Epoche  wurde 
nicht  alles  dem  Papiere  anvertraut.  Und  vom  Januar  bis  tief 
ins  Frühjahr  1308  hat  keiner  dem  andern  geschrieben  *),  So 
hat  denn  die  subjektive  Deutung  ein  freies  Feld.  Vor  allem 
weißt  hier  Lea  zahlreiche  positive  Verstöße  auf:  von  einem  ja 
nicht  zu  leugnenden  Gharakterzuge  des  Papstes,  seiner  Geld- 
neigung, ausgehend  sucht  Lea  sein  ganzes  Vorgehen  nur  durch 
die  Angst  des  Papstes,  daä  ihm  die  Teniplci^ter  entgehen 
möchten,  m  erklären '').  An  andere  edlere  oder  doch  natür- 
lichere Motive  denkt  Lea  nicht  und  schafll  so  ein  Zerrbild. 
Durchaus  objektiver  und  viel  richtiger  sucht  Prutz  die  Vorgänge 
zu  erfassen.  Manches  Neue  ist  den  spanischen  Quellen  zu 
entnehmen;  leider,  wenn  auch  begreiflich,  sind  die  aus  Frank- 
reich über  die  Pyrenäen  dringenden  Gerüchte  gerade  in  der 
ersten  Zeit  übertrieben,  plian tastisch,  ja  direkt  unwahr;  selbst 
die  bessern  Berichte  leiden  unter  der  gewaltigen  Einwirkung 
dieses  unerhörten  Vorganges  auf  die  Phantasie  königlicher  oder 

<)  S.  533  Anm. 

*)  Im  Register  Klemens'  V.  ßnde  ich  Philipp  von  Ende  1307  fin  erst 
nieder  genannt  am  26.  Mai  1808  Nr.  284S.  Auch  sonst  können  wir  disse 
hnibjahrige  LBcke  nicht  ausfDilen. 

■)  Man  v(tl.  z.  B.  Ua  p.  277  ff. 


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PäfM  lud  K5nif;  bis  «im  Ati8chlB6  der  Verhandlungeii.  ITS 

bisehdnicher  tiesandler.  Trotzdem  \A£ii  sic\i  durch  sie  und 
doreii  ein  energischeres  Eindringen  in  die  oflbiellen  Akten* 
stücke  doch  ein  vollständigeres  und  riditigefes  ßild  als  das 
bisherige  zeichnen. 

Wie  handelt  der  Papst  nach  der  ersten  Nachricht?  Wir 
wissen  jetzt,  daß  er  nicht  erst  14  Tage  wartet,  sondern  alsbald 
handelt.  Aber  )^nz  seineBi  Wesen  entsfuwhend  vorsichtig 
und  nicht  wie  ein  Innozenz  lil.  oder  gar  ein  Booifaz  VIII.  mit 
einem  drohenden  Schrillstüok  eHWreifeod,  was  bei  Philipp  ja 
auch  wirkungslos  geblieben,  soodem  tastend,  klagend,  mahnend. 
Pur  dieses  an  sich  ja  scbwadiliche  Verhalten  liaben  wir  aber 
zuei  Erklärungs^ründe:  Klenieos  V.  suchte  gerade  in  der 
Teniplerangelegenheit  im  EiBverstSodnis  mit  den  Kardinälen  zu 
handeln,  und  auch  ohne  genauere  Kenntnisse  der  Einzelauf- 
Tassungen  dürfen  wir  annehmen,  daü  die  Mehrheit  der  Kardinüle, 
wenn  auch  nicht  alle,  an  die  Schuld  des  Ordens  glaubten. 
Aber  noch  wichtiger  ist,  daß  Klemens  in  dieser  Zeit  zwar  noch 
nicht,  an  die  Schuld,  sicherlich  aber  nicht  mehr  an  die  völlige 
I'nschuld  der  Templer  glaubt.  Längst  haben  die  zahlreichen 
Zuflüsterungen  gewirkt.  Er  weiNi  nichts  Sicheres,  hält  aber 
das  Schlimmste  für  möglich:  er  hat  ja  einen  Templer  selbsl 
^hon  früh  verhört  und  der  hat  gestanden.  Gewiü  klingl 
aus  den  beiden  Bullen  vom  22.  November  1307,  worin  er  zur 
Gefangennahme  der  Templer  auffordert,  und  vom  5.  Juli  1 308, 
worin  er  den  französischen  Bischöfen  und  Inquisitoren  in  der 
T^nplersache  wieder  bestimmte  Aktionsfreiheit  gewährt,  ein 
verschiedener  Ton,  der  aber  durch  die  Verschiedenheit  ihres 
Zweckes  erklärt  wird.  Die  erste  soll  die  vorläufige  Gefangen- 
nahme in  England,  Aragonien  und  sonst  motivieren,  die  andere 
den  Bischöfen  angeben,  warum  trotz  der  möglichen  Bejahung 
ilcr  Schuldfrage  der  Papst  ihnen  die  Untersuchung  ans  der 
Hand  nehmen  mu6te. 

W^  will  denn  der  Papst  in  diesen  ersten  Monaten? 
Templer  und  Templei^ut  gehören  der  Kirche,  nur  die  Kirche 
hat  über  sie  zu  richten  und  zu  verfügen.  Darum  muß  der 
Papst  zuerst  und  allein  beide  in  seine  Hand  bekommen,  erst 
dann  kann  eine  kanonisch  rechtliche  Beurteilung  des  Falles 
(erfolgen.    Nur  so,   von   diesem   Gesichtspunkte   aus,  den   un- 


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174  Papst  and  Knnig  bis  zum  Abschlag  in  Verhandlungen. 

zweifelhafl  das  Eardinalskotlegium  geteilt  hat,  kann  man  sich 
das  Vorgehen  des  Papstes  erklaren.  Darum  der  verhängnis- 
volle Schritt,  die  andern  Mächte  zur  Gefangennahme  und 
fiüterbesohlagnahme,  aber  für  die  Kirche,  aufzufordern,  der  mit 
einer  gewissen  Hast  erfolgt,  diktiert  von  der  Angst,  daü  aurh 
anderswo  die  weltlichen  Mächte  allein  vorgehen  mAchlen. 
Darum  der  zornige  BrieF  an  König  Jayme  II.  vom  32.  Januar 
1308  ')>  als  er  erfuhr,  daß  der  König  in  seinem  Eifer  selbständig.' 
vorgegangen  war.  Lft&t  man  dieses  Angstgefühl  au&er  acht, 
so  begreift,  man  die  Erregung  des  Papstes  nicht,  da  der  Kfinifr 
ja  anscheinend  gerade  das  getan,  was  der  Papst  gewollt  halte. 

Und  wenn  die  Templer  in  den  Händen  der  Kirche  AvaretiV 
Dann  wollte  der  Papst  Milde  walten  lassen.  Darüber  liegen 
doch  wohl  genügende  Andeutungen  vor,  sowohl  in  den  An- 
klagen der  Helfershelfer  Philipps  wie  in  den  spanischen  Berichten, 
wenn  die  Einzelheiten  auch  noch  nicht  festgestellt  waren.  In 
dieser  Zeit  scheint  Kleniens  noch,  auch  beim  Schuldnachweis, 
nn  eine  Rehabilitierung  des  Ordens  in  irgend  einer  Form  gi»- 
dacht  zu  haben. 

[Tnd  dagegen  war  Philipp  der  Schöne.  Für  ihn  war 
durch  die  Untersuchung  und  das  Geständnis  die  Templerfra^'c 
abgetan:  Die  Personen  wurden  gestraft  in  verschiedenen  Al)- 
stufungen,  von  der  Todesstrafe  bis  zum  zeitweiligen  GefTtngnis, 
der  Besitz  des  Ordens  sollte  unter  seiner  Beihälfe  und  Zu- 
stimmung zu  religiösen  oder  scheinbar  religiösen  Zwecken  ver- 
wandt werden,  nachdem  er  selbst  einen  Hauptteil  sich  angeeignet 
hatte.  Gewiä  spielt  auch  der  Geldpunkt  mit  in  den  pdpstlicheir 
Erwägungen  -),  vielleicht  sogar  sehr  stark,  nur  nicht  allein. 

So  mußte  der  Konflikt  eintreten,  als  der  Papst  eingreifen 
wollte;  dabei  spielt,  wie  ich  glaube,  die  GQterverwaltung  keine 
Hauptrolle:  darüber  hatten  beide  eine  Einigung  erzielt;  der  Kon- 
ftikt  kam,  als  der  Papst  die  l^ntersuchung  selbst  in  Frage  stellte. 
Da«  war  im  Januar  1308:  der  Zwist  dauerte  Monate.  Dann 
wird  er  akut  in  Poitiers.  Und  hier,  bedrängt  vom  König  und 
den  Seinen,  durch  allerlei  Verhöre  von  der  Schuld  der  Templer 

'>  BensTidea,  Memonas  II,  595. 

')  Das  besagt  ja  ancli  ili-r  Brief  von  Rsquiii  (Kinke  II,  8$'>  vom 
2S.  .lanuar  1308. 


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t*apsl  ani  König  hin  zum  Abschluß  der  Verhnndlongen.  17A 

Überzeugt,  oder  wenifratens  sich  iiberzeuffen  wollend,  gibt  der 
Papst  zum  gröLteii  Teile  nach.  Jetzt  driin;^  er  selbst  zur 
Feststellung  der  Schuld,  er  selbst  befiehlt  in  einer  neuen,  durch 
riie  kirchlichen  Organe  zu  veranstaltenden  Untersuchung  die 
foWn  anzuwenden.  Eine  tiefe  Tragik  liegt  in  dieser  ganzen 
Entwickelung.  Sicherlich  fällt  auch  so  ein  tiefer  Schatten  auf 
den  Namen  des  Papstes,  aber  seine  Schuld  ist  doch  verständ- 
licher, erklärbarer.  Und  eines  darf  man  nicht  vergessen;  wfire 
Klemens  V.  im  Januar  moS  nicht  gewesen,  so  würde  das 
{M^rsönliche  Geschick  iler  französischen  Templer  doch  viel  hürter 
;.'e\vesen  sein,  und  die  Ordensgüter  wrtren  (lanz  in  den  Hesitz 
<tes  Staates  übei^^angen. 


Bislang  waren  wir  ohne  Kenntnis,  wie  die  Nachricht  von 
(|pr  Gefangennahme  an  der  Kurie  gewirkt  habe.  Jetzt  besitzen 
wir  den  Brief)  einer  Persönlichkeit,  die  in  jenen  Tagen  an 
der  Kurie  weilte,  vielleicht  sogar  eines  Templers,  an  den  Komtur 
diT  aragonesischen  Ordensfeste  Asciio.  Nicht  in  den  ersten 
Tagen  kann  er  geschrieben  sein:  denn  es  fließen  auch  Nacli- 
richlen  aus  Paris  mit  ein,  vor  allem  von  einem  heftigen  Zu- 
sammenstoß Philipps  des  Schönen  mit  dem  Ordensineister,  der 
den  König  daran  erinnerte,  daß  es  nichts  besonderes  sei,  ihn 
und  seine  Brüder  gefangen  zu  nehmen,  da  er  ja  Bonifaz  VIll. 
Kfifangen  gehalten,  der  die  ganze  Christenheit  regiert  habe. 
Der  König  soll  dem  Meister  heimlich  Gelegenheit  zur  Flucht 
geboten  haben,  um  so  seine  Schuld  zu  bekunden,  Jakob  de 
Mola;  sie  aber  al^elehnt  habe  trotz  der  Aufforderung  seiner 
Ordensgenossen  so  zu  handeln,  damit  er  mit  Papst  und  Kardi- 
nälen in  Verbindimg  treten  könne.  Unmöglich  wäre  ersteres 
Faktum  an  sich  nicht,  wie  auch  die  etwas  großtuerische  Ant- 
wort dem  Wesen  des  Ordensmeisters  entsprochen  hal}en  mag: 
,Es  ist  nicht  mein  Wille,  so  zu  handeln ;  vielmehr  erkläre  ich 
euch,  wäre  ich  in  Deutschland,  England  oder  Spanien,  und 
wüSte,  daß  ihr  gefangen  wäret,  so  würde  ich  kommen  und 
mit  euch  dulden.  Es  li^t  kein  Grund  zur  Flucht  vor,  denn 
wir  sind  ohne  Schuld  und  der  Oi-den  ist  gut  und  ehrenhaft;  wir 

■)  Fiuk«  II,  58  ff. 


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17ß  Papat  und  Kftnig  bis  Enm  Abschlati  der  TeriiiinillnngFn. 

sind  alle  so  gulgläuhi^e  Katholiken  wie  Papst,  Kardinäle  utid 
alle  andern  Christen;  nnd  ich  bitte  euch,  Brüder,  vcraweifeil 
nicht').'  Trotzdem  müssen  wir  diese  Angaben  eines  Pariser 
Boten  dahingestellt  sein  lassen. 

Dagegen  stammen  wohl  die  Angaben  aus  PoiUer^  von 
einem  Augenzeugen.  Der  GroBvisitator  von  Frankreich  war 
damals  mit  drei  andern  Komturen  an  der  Kurie,  um  vv^en 
der  schwerwiegenden  Forderungen,  die  damals  noch  Philipp 
an  den  Ordtdi  stellte,  zu  verhandeln.  Sie  und  die  andern 
Templer  wurden,  im  ganzen  16  oder  17,  am  13.  Oktober 
verhaftet  und  tags  darauf,  am  Samstag,  nach  dem  königlichen 
Schloß  Loges  gebracht').  Am  Sonntag  kam  der  Papst  aus 
der  Umgegend  zurück;  er  wäre  noch  nicht  heimgekehrt,  wenn 
ihn  nicht  die  Schreck ensnaehriclit  dazu  bewogen  hätte''*).  Als- 
bald berief  er  für  die  Frühe  des  Montags  ein  Konsisiorium. 
'Kardinalbischof  Peter  von  Palästrina,  einer  der  einflußreiclisleii 
Kardinäle,  lag  eine  Tagereise  weit  von  Poitiers  krank  darnieder: 
der  Papst  befahl  ihm,  zu  kommen,  auch  wenn  er  sich  tn^n 
lassen  möl»te!  Tag  üQr  Tag  fanden  geheime  Konsistorien  stall. 
Am  Lukasfeste  wurden  die  gefangenen  Gefieimkämmerer  ins 
Konsistorium  geführt  und  blieben  dann  auch  mit  einer  Waclie 
in  ihren  bislicrigen  Wohnungen.  Im  Konsi&toriuni  redete  der 
Papst  sie  mit  dem  Worte  „Freunde'  an:  .Tröstet  euch,  ver- 
zweifelt und  fürchtet  euch  nicht!  Wir  werden  guten  Rat  in 
dieser  Sache  finden;  lagtäglich  beschäftigen  wir  uns  damil. 
Vor  allem  aber  flieht  nicht!'  Der  Komtur  der  Lombardei  er- 
widerte: , Heiliger  Vater,  wir  haben  keine  Furcht,  wenn  du 
uns  schützen  und  gerechtes  Gericht  gewähren  willst.  Wir 
Templer  sind  gute  katholische  Christen,  fest  im  Glauben;  zu 
allen  Zeilen  sind  die  Templer  für  den  Glauben  in  Gefangen- 
schaft der  Saracenen  geraton  und  gestorben.  Niemals  haben 
wir  seit  den  190  Jahren,  daß  der  Orden  besieht,  den  Tod 
gefürchtet.  Unmöglich  kann,  wenn  Schlimmes  voi^ekonimen 
ist,  das  niemand  im  Orden  gewulät  haben." 

')  Vgl.  oben  S.  168. 

'.)  Nnch  Finke  II,  114  bliebpo  die  .ciibicnlsrÜ'  iidb  dttni  Ordfii  in 
Poitisra. 

')  So  dente  inli  din  Hcliwev  vi^rstUndlirlie  Stolle  (-"inke  il,  59  oben 


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pApat  und  Kiinig  bis  znm  Alsclilufi  dor  Verhandlungen.  lT7 

Die  Verwiminj;  an  der  Kurie  zei(,'t  sich  in  den  vielen 
Konsistorien,  in  der  Anrede  des  Papsles ').  Man  hörte  eben 
nur,  was  die  Menge  sich  erzählte;  es  fehlten  vertrauenswürdige 
Mitteilungen  Aber  die  aufregenden  Pariser  Vorgänge;  denn 
Klemens  V.  blieb  wochenlang  ohne  ii^end  eine  Nachriclit  vnn 
Philipp-).  Um  dieses  Gebaren  des  Königs  zu  würdigen,  miili 
man  wissen,  daä  Philipp  schon  am  dritten  Tage  ein'Rund- 
i^hreiben  an  König  Jayme  II.  von  Aragonien,  an  den  jungen 
KftnifT  von  England,  an  den  deutschen  König  Albrecbt  und  eine 
Reihe  Fürsten  erließ ').  worin  er  ihnen  die  Freveltaten'  der 
Templer  aufzählte,  ihre  Gefangennahme  „ad  requisicionem  sancte 
malris  ecclesie'  sowie  die  Beschlagnahme  der  Güter  schilderte, 
und  dann  die  Fürsten  zu  ähnlichem  Vorgehen  anstachelte. 
Zehn  Tage  später  erzählt  ein  zweites  Schreiben  Philipps  dem 
König  Jayme*)  die  bisherigen  Untersuchungsergebnisse:  Schon 
hat  der  Großmeister,  schon  haben  alle  Pariser  Templer  und 
viele  aus  den  Provinzen  freiwillig  alles  gestanden;  in  Kürze 
sollen  die  Protokolle  nach  Aragonien  geschickt  werden.  So 
sucht  der  französische  König  alle  Welt  zu  informieren  und  zu 
interessieren,  nur  den  Papst  nicht!  Freilich  in  dieser  Form 
liiUte  er  dem  Papste  nicht  schreiben  dürfen:  denn  aus  der 
ranzen  Fassung  der  Briefe  mulaten  die  Adressaten  entnehmen, 
riaE  Philipp  in  engster  Verbindung  mit  der  Kurie  so  vorgehe; 
Wie  weit  Philipp  den  Kreis  seiner  hetzerischen  Mitteilungen 
ausdehnte,  wissen  wir  natürlich  nicht;  daß  er  bei  seiner  Stini- 

')  Ober  die  Stimmung  an  der  Kurie  findet  •icli  aach  eine  Noti?.  in 
HtrceloDB.  Archiv,  Templarios  193:  Bsrtbolomiius  de  Turri  »n  seinen  Brniler: 
Sirut  iam  aliaa  firripsi  vobis  propttr  capcionem  TempUriornm  omDLiim.  ijui 
Hiint  capti  in  regDo  Francie,  pnpa  est  multipliciter  impeditus  nden.  quoii 
iinllo  modo,  qiiuusque  presena  negocinni  fuerit  expeditum.  poteat.  per  vire- 
eancellariam  expediri. 

*J  Am  klardten  t>elcaDdet  das  Klemene  in  Reinem  Schreiben  an  ilic 
franzüsischen  BiachQfe  am  b.  Juli  1308:  die  Gefangennahme  hnhc  ihm  mit- 
geteilt .vulgatus  rumor*,  über  den  .processiis'  d,  li.  die  Verhöre  .referchut 
innndita  publica  assercio'.    Coli,  de  doc.  ined.  Mel.  Hist.  II,  419. 

*l  Finke  II,  46.  Die  dort  p.  48  im  Heg.  wiedergegebenen  Kricfe 
sind  inzwiscfaep  vollatandig  TeiBffentlicht  von  Kohwalm,  N.  A.  XXIX,  fi32ff. 
Dun  Not  et  Extr.  XX,  161. 

*l  Finke  II,  47  mit  der  wichtigen  f^tetle,  dafi  sdion  .omm«  Parisiiia 
existente«'  gestanden  hStten. 

Pinka,  PapMtam  und  l'nterKnnK  <les  Temi'leronleiis,    I.  12 


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178  P*pet  nnd  KOnig  bis  zum  Abschlufi  der  Vei^iandlnngeli. 

nnmi^mache  nicht  bei  den  herrschenden  Kreisen  stehen  blieb, 
ist  aber  sicher,  denn  sogar  der  Arzt  Arnald  von  Villanova, 
den  er  einige  Jahre  vorher  kennen  gelernt,  berichtet  nach 
Aragonien,  daß  er  eines  königliclien  Sclireibens  gewürdigt  spi. 
Die  Antwort  des  sonderbaren  Propheten  und  Kirchenpolitikers 
wird  dem  König  schwerlich  gefallen  haben.  Wenn  das  Tenipler- 
ereignis  —  so  schrieb  Arnald  ~  auch  staunenerregend  sei, 
noch  staunenerregender  sei  die  Gesamtlage  der  Christenb^l. 
Hier  Öffentliche,  dort  geheime  Apostasie,  besonders  bei  den 
Forsten,  die  viel  verabscheuuiigswördiger  sei  und  schwerer 
gestraft  werden  müsse.  Den  September  1307  habe  Gott  zum 
Beginn  der  Reform  seines  Volkes  bestimmt;  mit  den  kleineren 
hat>e  er  begonnen,  bald  würden  die  gröäern  Apostaten  folgen. 
Sei  das  Gewitter  beim  Sturze  der  Templer  groß  gewesen,  so 
werde  das  kommende  unvei^leichlich  gröUer  werden!  Auch 
dem  Papste  hatte  Amald  ein  Schreiben  gesandt,  das  Klemens  V. 
ein  ähnliches  Geschick  wie  den  Templern  androhte,  wenn  nicht 
die  Kirchenreforni  beginne  i). 

Die  peinliche  Situation  des  Papstes  bekundet  sein  gerade 
zwei  Wochen  nach  der  Gefangennahme  an  den  König  gerich- 
tetes Schreiben  ^).  Es  ist  das  schärfste,  das  der  König  je  vom 
Papste  erhalten  hat.  Und  wenn  jemals,  so  hatte  diesmal 
Klemens  Grund  zu  bittern  Worten.  Mehr  wie  it^end  einer 
seiner  Vorgänger  hatte  er  für  das  französische  Königtum  ge- 
wirkt, und  in  der  Templerangelegenheit  hatte  er  —  wenigstens 
von  seiner  Seite  aus  —  mit  dem  König  ausgemacht,  daß  sie 
sich  beide  die  Ergebnisse  ihrer  Nachforschungen  mitteilen 
wollten.  Statt  dessen  war  der  König  eigenmächtig  vorgegangen, 
ohne  ihm  bis  dahin  ein  Wort  zukommen  zu  lassen:  das  ergibt 
sich  deutlich  daraus,  daß  der  Papst  noch  gar  nicht  weiß,  dab 
der  König  in  Verbindung  mit  der  Inquisition  voi^egangen  isl. 
Wie  hätte  Klemens  sonst  schreiben  können:  Non  tam  pre- 
postero  quam  nullo  ordine  habe  Philipp  Hand  an  die  Templer 
gelegt!  Was  er  weiß,  weiß  er  von  hören  sagen:  Ut  fertur! 
Diese  Fama  hat  ihm  allerdings  auch  schon  das  harte  Geschick 
der  Templer,    wohl   ihre   Folterung,   zugetragen.      Das  ganze 

'1  Knke  II,  92  ff. 

'J  B«v.   des   qnest.   bist.  X,  333  S.   hus   Or.  Arch.  Nai  J.  416  Nr.  2. 


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I'apBt  Dod   üdnig  bis  zam  Abschluß  der  Verb  and  luDgeo.  1% 

Schreiben  ist  darauf  gerichtet,  dab  dem  Papste  und  seinen 
Organen  die  Inquisition  gebührt.  So  haben  die  mit  hohem  Lobe 
bedachten  Vorfahren  Phihpps  der  Kirche  die  Entscheidunjj  in 
Ulaubenssachen  gelassen,  so  haben  die  principes  Romani  — 
es  bleibt  frei  gestellt,  hier  an  die  Kaiser  des  4.  Jahrhunderts 
oder  an  Friedrich  11.  zu  denken  —  durch  ihre  .statuta'  aner- 
kannt, dai  ihnen  in  diesen  Sachen  nur  .reverentia  sedis  apo- 
stolice  et  obedtentia,  cum  ab  ea  requisiti  fuerint',  zukommt. 
Philipp  dagegen  hat  ohne  alle  Berechtigung  Hand  an  die 
Templer  und  ihr  Gut  gelegt,  und  zwar  als  weltlicher  Fürst. 
Ganz  allgemein  werde  dieses  brüske  Vorgehen,  wo  doch  der 
Papst  in  nächster  Ndhe  gewesen,  als  Verachtung  des  h.  Stuhles 
fedeutet.  Andere  Gründe  des  Schmerzes  und  der  Verwunde- 
rung ■)  sollen  ihm  die  beiden  pApstlichen  Gesandten,  die  Kar- 
dinalpriester Berengar  und  Stephan,  demnächst  auseinander- 
setzen. Der  Papst  hoffte  vom  Könige  sofortige  Übergabe  der 
Personen  und  der  Besitzungen  der  Templer  in  ihre  Hand. 
Dabei  unterläüt  er  nicht,  durch  eine  scharfe,  nicht  niiüziiver- 
slehende  Wendung  zu  betonen,  daß  er,  wenn  Unkraut  vor- 
handen, dieses  mit  allen  Kräften  aus  dem  Garten  der  Kirche 
ausrotten  will:  keine  Spur  eines  Templerschadens  soll  zurück- 
bleiben. 

Fast  immer  wird  bei  Erwähnung  der  beiden  Kardinäle 
betont,  data  sie  Günstlingskreaturen  Philipps  seien,  daß  die 
,VVut  des  Papstes  nicht  so  tragisch  zu  nehmen  sei",  dal4  es 
sich  vielmehr  nur  um  ein  .Scheinmanöver'  gehandelt  habe. 
Wen  sollte  Klemens  denn  senden?  dem  Könige  weniger  genehme 
Persönlichkeiten?  Der  Papst  betont  ausdrücklich,  wie  er  wohl 
wei&,"dafi  sie  zu  den  Intimen  des  Königs  gehören,  dalB  er 
ihnen^deshalb  aber  nicht  weniger  Vertrauen  schenkt.  Jedenfalls 
handelte  er  so  durchaus  klug  und  korrekt,  und,  mag  auch  die 
Persönlichkeit  Stephans  de  Saissy  nicht  zu  den  bedeutendsten 
KirchenfOrsten  zählen,  Berengar  Frodoli  tut  es. 

Und  nun  diesem  Schreiben  g^enüber  die  Bulle  , Pastoralis 
preemiuentie'    vom   22.  November!     Wir  kennen   sie   in  den 


*)  d.  h.   nur   hat  diesen   Punkt   bezQglich.   niclit   Ober  andere   Dinge 
e  PmtE  S.  1S4  meint. 


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l80  pHpat  und  küDJ)(  li.s  /.nm  Atiscliliiß  der  V«rhandlungoii. 

Exemplaren  '),  die  an  die  Könige  von  Aragonien  nnd  England 
sowie  an  Herzog  Robert  von  Calabrien,  Sohn  Karls  IL,  gesandl 
sind;  unzweifelliall  ist  sie  aucli  andern  Monarchen  zugegangen. 
Schon  in  der  Arenga  betont  der  Papst  seine  Pflicht,  das  ,Schöd- 
licbe  zu  beseitigen"  in  einer  Wendung:  exciisso  a  nobts  negli- 
gentie  sonipno,  die  jedenfalls  sonderbar  klin^rt,  wenn  ich  aucli 
nicht  mit  Prutz  ^)  darin  ein  oß'enes  Bekenntnis,  daü  er  sirli 
»einer  Nachlässigkeit  schuldig  gemacht",  sehen  möchte.  Sodann 
folgt  die  After  wiederkehrende  Aufzählung  der  einzelnen  Etappen 
in  der  Entwicklung  der  Templertragödie  und  die  Aufforderung 
an  die  Herrscher,  an  einem  Tage  sämtliche  Templer  ilirfr 
Staaten  nach  einem  soi^fältigst  von  den  Vertrauten  des  Köniira 
ausgesonnenen  Plane  im  Namen  der  Kirche  gefangen  und  ihre 
Güter  in  Beschlag  nehmen  zu  lassen ;  die  Verwalter  der 
Templergöter  müssen  genaue  Inventare  abfassen  und  Rechen- 
schaft abl^en;  ja  sogar  für  eine  möglichst  ergiebige  Ernte 
trägt  der  Papst  Soi^e. 

Gewiü  spricht  der  Papst  hier  kein  Schuldig  aus;  aber 
nm  den  guten  Ruf  des  Ordens,  um  den  sichern  Glauben  an 
seine  Unschuld  ist  es  ei-st  seitdem  und  endgültig  goscheliei). 
Wie  ist  Klemens  zu  diesem  folgenschweren  Schritte  gekommen? 
Er  handelte  ja  buchstäblich  nach  dem  Rezepte  Philipps  des 
Scliönen:  Geheimnis,  Gefangennahme  an  einem  Tage,  Besrhla};- 
nahme,  Inventar:  die  päpstlichen  Verordnungen  decken  sirli 
mit  den  königlichen  an  die  Baillis.  Es  ist  ja  ein  Irrtum,  dnli 
Klemens  dem  König  durch  seinen  Kaplan  und  Propst  Anialcl 
de  Faugeriis,  den  spätem  Kardinal,  dieses  Schriftstück  am 
17,  November^)  „zur  Begutachtung'  oder  zur  Korrektur  über- 
sandt  —  es  war  nur  eine  immerhin  charakteristische  Mitteilung, 
wie  sie  aus  Höriichkeit  damals  öfter  zwischen  den  beiden 
Teilen  erfolgte  — ,  aber  man  erwehrt  sich  kaum  des  Verdachtes, 
dafi  der  Abfassung  des  päpstlichen  Schriftstückes  eine  Instrnt- 
tion  Philipps  an  seine  Beamten  zugrunde  gelegen  habe. 

'}  L«ibniz,  Mnntiasii  II  p,  89;  Dupny,  Hint.  do  Ir  raijilemnatinn 
p.  221  lind  Bymer.  Foeikra  IJl,  p.  30;  Benavjdes,  Memorins  II.  «18  mit 
vprkeljrUüD  Datum;  dazn  DahiKe.  Vitae  pap,  Avenion.   I,  ."iOO. 

')  Rntffichliing  S.  l.')'. 

'l  Baluze  II,  111. 


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Pnpst  und  KclniH  bis  zum  Al)schlu&  dor  Verhanilluogcn.  181 

Kleinens  gibt  uns  selbst  zwei  Gründe  an.  Philipp  der 
Schöne  hat  ihm  geschrieben;  wann,  wissen  wir  nicUt,  wahr- 
scheinlich als  Antwort  auf  das  Schreiben  vom  22.  Oktotier. 
Jetzt  weiß  der  Papst,  daü  der  König  erst  auf  Anr^un^^  des 
hiquisitors  vorg^angen,  daß  die  Bischöfe  ihre  Hfinde  im  Spiele 
gehabt,  daä  Molay  und  die  andern  gestanden  haben.  Der 
Inhalt  des  Briefes  wird  sich  mit  den  früher  genannten,  die 
Philipp  den  Monarchen  zusandte,  gedeckt  haben ;  allerdings 
mit  Abweichungen,  so  fmdet  sich  die  Angabe:  capi  fecit  iudicio 
ecciesie  presentando,  in  diesen  frühem  nicht.  Allerlei  ist  auch 
sonst  dem  Papste  durch  die  ,fama  publica"  zugegangen.  Dann 
aber  hat  Klemens  selbst  einen  hochstehenden  Templer  verhört, 
der  von  sich  und  von  einem  Ritter  die  Verleugnung  Christi 
Freiwillig  eingestanden:  letzterer  hatte  es  auf  Cypern  in  einer 
^'ro^en  Ordensversammlung  vor  dem  Grolämeister  getan.  Aus 
anderer  Quelle  wissen  wir,  daß  der  Verhörte,  ein  päpstlicher 
Cubtcularius,  der  mit  11  Jahren  in  den  Orden  gekommen,  sein 
Geständnis  vor  dem  Papste  und  dem  aufzeichnenden  Kardinal 
Ilaiinund  ablegte  '). 

Klemens  hatte  nur  die  allgemeinen ,  aber  bestimnileii 
Aussagen  des  Königs;  sie  deckten  sich  mit  seinem  eigeiiun 
Versuch;  Prolokolle  hatte  er  noch  nicht  eingesehen,  sonst 
würde  er  es  sicher  erwähnt  haben  *).    So  wufite  er  nichts  von 

')Zurilm  berichtet  zum  Jifare  1308:  A  cinco  delmeade  JulioMCCCVIJl 
istando  e\  rry  de  Francia  presente  tuvo  coiuistotio  publieo  y  en  el  dixo, 
que  na  cavBillero  amy  principal  de  ftquella  Orden,  qoe  era  su  cubiciilario, 
OMpoDtaiieaineDie  coDfeaso  en  preaencia  del  cardinul  Ramon  de!  Agont  au 
äohriDO,  qai  escrivift  la  confeeaion,  que  recibio  el  habito  de  onze  bddos 
f  qae  aU  tieinpo  qae  fue  recibido  a  ella  apoetatö  de  ia  fä  y  diio,  que  el 
■via  viat«,  qne  an  cavallero  jaay  genereso,  tenieodo  el  magistro  capitulo 
gen^ral  en  el  reyuo  de  Chipre  sieudo  recibido  al  hnbito  de  In  orden  y 
»tando  preaentes  mas  de  ciea  cavalteros  y  otroa  taotoa  religtoeos  por 
medio  del  maeatre  tambien  avia  npoatatado.  Zurita,  Analee  Lib.  V  Nr.  Ti 
ful.  429  (Ed.  1610).  So  eouderbar  diesea  klingt,  traue  ich  doch  der  so  oft 
bevtbrten  Znverllsaigkeit  Zuritas,  der  hier  eine  mir  unbekannte  gleich zeitigu 
(jnelle  benntzt.     Dar  KBmmsrer  »oll  der  Lombarde  Oliverlua  de  Penna  sein. 

'l  Nach  Spanien  hat  Philipp  solche  gesandt.  Sie  sind  noch  erhalten. 
Mach  dar  VI.  Vita  KleineaV  T.,  die  susreilen  gute  Nnchrichtan  hit,  muß 
Philipp  auch  (spftter)  an  den  Papst  eine  Kopie  der  Pruzesae  geschickt 
lubcn.    Vgl  Balttze  T,  101. 


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182  l'njml  und  KOnig  bie  zum  Ahschlulj  der  VerliHndlungen. 

den  schlinnnen  Begleiterscheinungen  bei  den  Verhören,  wenig- 
stens nichts  Greifbares,  Sicheres.  Kein  Wunder,  daü  sicU  sein 
Glaube  an^das  Verbrechen  festigte.  Aber  ich  glaube  bestimmt, 
er  würde  den  so  verhängnisvollen  Schritt  nicht  so  beschleunigt 
haben,  wenn  er  nicht  in  der  Furcht  gelebt,  da&  die  ihm  in- 
zwischen wottlbekannt  gewordene  f^itatorische  Tätigkeit  Philipps 
auch  die  andern  Monarchen  zu  selbständigem  Voi^hen  ver- 
anlaßt hätte. 

Man  hat  Klemens  zum  Vorwurf  gemacht,  daS  er  sich 
schon  in  einem  Briefe  vom  1 .  Dezemt>er ')  gleichsam  zu  Philipp 
intim  gestellt,  den  König  belobt  und  nur  Sorge  gehabt  habe, 
daö  er  nicht  in  den  schlechten  Ruf  komme,  mit  Philipp  ge- 
meinsam den  Untergang  des  Ordens  geplant  zu  haben.  Der 
Brief  ist  ganz  irrig  aufgefaßt*).  Königliche  Höflinge  lialten 
päpstlichen  Kurialen  mitgeteilt,  daß  durch  ein  päpstliches,  vom 
Notar  Gottfried  de  Plessis  Qberbrachtes  Schreiben  der  Papst 
dem  Könige  in  der  Templersaehe  ganz  trete  Hand  gelassen 
und  dag  auf  Grund  dieses  Schreibens  Gottfried  den  König 
kraft  päpstlichen  Auftrages  zur  Gefangennahme  veranlagt  habe. 
Das  war  natürlich  dem  König  und  wohl  auch  dem  päpstlichen 
Notar,  einem  der  geschicktesten  Unterhändler  beim  Konklave 
in  Perugia  wie  während  der  Regierungszelt  des  Papstes,  zu 
Ohren  gekommen,  und  unzweifelhaft  fürchtete  Gottfried  de 
Plessis  für  seinen  Ruf  und  seine  Stellung  an  der  Kurie.  Kle- 
mens konnte  in  solchem  Falle  sehr  energisch  voi^ehen.  So 
drückt  denn  der  König  seine  Verwunderung  über  derartige 
unsinnige  Gerüchte  aus  und  nimmt  Gottfried  warm  in  Schutz: 
er  habe  kein  solches  Schreiben  überbracht,  auch  nichts  der- 
artiges gesagt,  sondern  nur  dem  Könige  einige  Vorschläge  in 
der  Templersache  gemacht. 

An  diese  Mitteilung  hatte  der  König  einige  schmeichel- 
hafte Sätze  geknüpft;  er  hatte  vor  altem  betont,  daü  er  das 
, negotium  Templariorum "  nur  für  die  Glaubensei-höhung  und 
für  die  Erhaltung  der  Kirchenfreiheit  in  die  Hand  genommen: 
Diese  Freiheit  wolle  er,  in  die  Fu^tapfen  seiner  Vorfahren 
tretend,   ganz   unverletzt   bewahren   und  sie  auf  keine  Weise 

')  Dupuy,  Hiatoire  p.  223;  B»Ium  il,  112  f. 

')  Prutz,  Entwicklung  S.  158;  Lea  111,  278;  Gmelin  S.  852. 


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Papat  UDd  KSnig  bis  xuni  Abschluß  der  Verbünd  lungeo.  183 

schwächen  oder  Termindem.  Gerade  wegen  der  Persönlichkeit 
Klemens'  V.  werde  er  J&r  ihre  Erhaltung  sorgen.  Das  waren 
schöne  Worte,  nur  Worte,  aber  sie  hatten  doch  Bezug  gerade 
aul  den  Kernpunkt,  die  Kränkung  des  Papstes  durch  das 
AUentat  des  13.  Okiober.  Was  konnte  der  Papst  tun,  als 
diese  Worte  loben  und  daran  die  Hoffhung  knüpfen,  daä 
Philipp  um  so  eher  den  Wünschen  der  päpstlichen  Gesandten 
sich  Fügen  werde,  so  da&,  wie  Klemens  nichl  mißverständlich 
schließt,  nicht  blo6  er,  der  Papst,  dem  Inhalt  seines  Schreibens 
Glauben  schenke,  sondern  die  ganze  Welt.  Gerade  dieser  Brief 
verlangt  drängend  in  höflichster  und  doch  bestimmter  Form 
Taten  vom  König. 

Erst  im  Dezember  1307  muß  Philipp  die  beiden  Kardinäle, 
doreii  Äbsendung  Klemens  schon  am  27.  Oktober  ai^ckündigt 
hatte,  gesehen  haben ').  Der  Ausdruck  ,diebus  istis  novissimis 
biiariter  vidimus'  im  Briefe  des  Königs  vom  T^e  vor  Weih- 
nachten laut  keine  andere  Deutung  zu.  Warum  so  spät?  ist 
schwer  zu  sagen.  Sind  die  Gesandten  trotz  der  Ankündigung 
erst  nach  Wochen  abgereist?  Derartige  Verzögerungen  finden 
wir  sehr  oft  im  damaligen  päpstlichen,  vor  allem  auch  im 
aragonesischen  Legationswesen;  in  ähnlicher  Weise  gelangen 
Schrillstücke,  die  vollständig  au^:efertigt  sind,  erst  Wochen, 
ja  Monate  später  zur  Versendung*).  Die  Vermutung  ist  wohl 
nicht  zu  gewagt,  dafi  die  inzwischen  erfolgte  Aufklärung 
Philipps  über  sein  Voi^ehen  die  Verzögerung  herbeigefühi-t, 
die  schon  auf  der  Reise  befindlichen  Gesandten  möglicherweise 
zurückgeführt  hat.  Oder-  sind  die  Gesandten  erst  nach  längerer 
Anwesenheit  vom  König  empfangen  worden?  Auch  dafür 
linden  wir  in  den  aragonesisch- französischen  diplomatischen 
Beziehungen  mehrere  Belege;  allerdings  nicht  für  so  hoch- 
stehende Persönlichkeiten  wie  die  beiden  Kardinäle. 

Das  königliche  Schreiben  vom  24-.  Dezember ")  zeigt  dem 
Papste  den  Abschluß  der  Verhandlungen  an.  In  tönenden 
Worten  bekundet  es  die  Liebe  und   Verehrung  Philipps  dem 

')  Dtraat  ist  nooh  nie  hingewieBen. 

1  Hkii  Tgl.  den  anslogeti  Fall  der  Tsraendnag  der  vom  12.  Augnst 
1308  datierten  Briefe. 

*)  Leiniz,  Mantiasa  II,  87  f.;  Dapnj,  Histoire  p.  225;  Baloze  II,  llSff. 


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184  Pftpst  und  Künig  bis  zum  Absubluli  der  Vcrliandlungen, 

li.  Stuhle,  besonders  diesem  Papst  ^^geiiüber;  die  Liebe  und 
Kreundschafl  gerade  gegenüber  den  beiden  ausgewäblten  Kai-üi- 
tmlen.  Wieder  lieißt  es,  der  König  wolle  die  kirchliche  Freilieit 
unversehrt  bewahren,  ganz  nach  Weise  seiner  Vorfahren;  aber 
diesmal  tritt  eine  ausdrücicliche  Einschränkung  ein:  unbescbadd 
der  staatlichen  Rechtcl  Gerade  in  der  Teniplersache  wolle 
er  wie  das  Recht  der  Kirche  so  auch  das  königliche  schützen. 
Erst  nach  dieser  scharf  betonten  Einschränkung  erklärt  Philipp: 
1)  die  Pei-sonen  der  Templer  habe  er  den  Kardinälen  fiir 
Papst  und  Kirche  anvertraut;  2)  ihren  gesamten  Mobiliar- und 
Ininiobilienbesitz  lasse  er  im  Interesse  des  h.  Landes,  wofür 
das  Gut  ja  von  seinen  Vorfahren  und  andern  Gebern  gesliRet 
worden  sei,  verwalten,  und  zwar  durch  besondere,  erprobte 
Beamte,  die  über  ihre  Verwaltung  spezielle  Rechnung  abl^'cn 
muteten.  Im  Interesse  beider  Angelegenheiten  werde  er  mög- 
lichst bald  den  Papst  persönlich  besuchen. 

Anscheinend  hatte  Klemens  doch  manches  erreicht;  das 
Los  der  Templer  war  in  seine  Hand  gegeben,  die  Güterver- 
waltung  zwar  nicht,  doch  konnten  größere  Veruntreuungen 
durch  die  gesonderte  Aufsicht  vermieden  werden ;  jedenfalls 
hätte  im  Augenblick  der  Papst  auch  kaum  die  ganze  enorme 
Wirtschaft  tatsächlich  übernehmen  können,  und  weiteres  durfte 
er  ja  von  dem  demnächstigen  persönlichen  Verkehr  mit  Philipp 
erhoffen.  Und  trotzdem  verstummt  nun  plötzlich  die  Korre- 
spondenz der  beiden,  hören  alle  persönlichen  Beziehungen  um 
diese  Zeit  für  Monate  auf,  und  wird  das  persönliche  Verhältnis 
zwischen  König  und  Papst  ein  so  gespanntes,  daß  aintliclie 
Kreise  dem  Oberhaupt  der  Kirche  mit  dem  Schlimmsten  zu 
drohen  wagen. 

Worin  haben  wir  den  Grund  dieser  Entfremdung,  vor 
der  die  bisherige  Forschung  ratlos  stand,  zu  suchen?  Ara- 
gonesische  Berichte,  leider  gerade  hier  phantastisch  aufgeputzt, 
und  einige  bisher  schon  bekainite,  aber  mil^deutetc  Tatsachen 
lassen  uns  wenigstens  in  den  Grundzügen  das  Rätsel  lösen. 

Der  eine  Bericht  ist  dem  König  von  Mallorca  zug^angen '). 
Leider  ist  er  uns  erst  —  vielleicht  verändert?    —    aus  dritter 


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Pupet  und  KUnig  bis  zum   AbsrhluEi  der  ViTiiMnillungen.  18,5 

tland  überkommen.  Darnach  hatten  die  Kardinäle  zuiiüchst 
die  Übergabe  der  Templer  nicht  erreicht  und  wollten  so  nach 
Poitiers  zurQcIclcehren.  Da  befahl  ihnen  der  Papst,  sich  sofoi't 
wieder  nach  Paris  zu  begeben  und  vom  Könige  die  Übergabe 
nochmals  zu  verlangen,  sonst  wörde  er  ihn  exkommunizieren  ') 
und  sein  Land  mit  dein  Interdikt  bellen. 

Vom  selben  Brief&chreiber  stammt  dann  noch  die  intor- 
o^iBaote,  leider  zu  wenig  glaubwürdige  Erzählung,  data  die  zehn 
vom  Papste  zuerst  kreierten  Kardinäle  zu  ihm  gekommeu  und 
ihm  erklärt  hätten,  sie  glaubten  nicht,  daü  er  der  wahi-e  Pa[)st 
:>oi  und  daß  er  sie  zu  Kardinälen  habe  kreieren  können  und 
tlaU  sie  ihm  deshalb  ihre  HQte  zur  Verfikgung  stellten.  Aul' 
ilie  natürlich  verdutzte  Frage  des  Papstes,  wie  sie  zu  solchen 
Aulicrungen  kämen ,  erklärten  sie,  sie  hätten  bisher  ange- 
nommen, daß  der  Papst  Herr  der  ganzen  Well,  über  Könige 
und  Kaiser,  sei.  Jetzt  sähen  sie,  daß  der  König  von  B'rarik- 
reich  über  ihm  stehe  und  daß  er  den  Übermut  Philipps  er- 
dulde und  den  geachtetsten  Orden  zugrunde  gehen  lielje. 
Damm  wollten  sie  das  Kardinalat  nicht,  solange  er  nicht 
anders  handle.  Darauthin  habe  dann  der  Papst  die  Kardinäle 
iibg&iiandt  und  die  Auslieferung  der  Templer  verlangt.  Un- 
möglich ist  ja  nicht,  dati  diese  Phantasien  starke  Gegensätze 
im  Kardinalskollegium  zur  Grundlage  haben. 

Der  wichtigste  Bericht*),  der  Wahres  mit  Falschem  mischt 
und  viele  Einzelheiten  enthält,  rührt  von  einer  nicht  nachweis- 
baren Persönlichkeit  her,  die  wahrscheinlich  an  einen  Verwandten 
in  Mallorca  schreibt,  da6  der  Papst  nach  Empfang  der  .Inqui- 
sitionsakten'^)  zwei  Kardinäle^)  zu  näherer  Information  nach 
Paris  geschickt  habe.  Dort  in  Paris  redeten  ihnen  Räte  und 
Inquisitoren  so  zu,  daß  sie  an  die  Wahrheit  der  Anschuldiguitgen 
tllaubten.     Mit  den  Geständnissen  (ab  la  conl'essio)  kehrten  sie 

')  i>i  fer  DO  votia,  que  poMsen  entredit  t>  el  vt  &  totn  an  terrn. 

'i  Finke  II,  115  fr. 

')  Lo  rey  de  Franc«  ach  trames  a)  papn  U  iaquisicio  dela  Templera. 
Daa  kSDoeD  die  Ontindnisse  doch  nicht  sein,  denn  die  confnesiu  bringen 
die  Kardinale  erat  mit. 

')  Sie  werden  so  charskterieiert:  que  son  caecuns  du  caan  del  rey 
de  Franzi. 


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186  I'iipst  uiiil  K3njg  kits  zum  Abaclilulj  der  VerhandluDgen. 

zum  Papste  zurück.  Der  fragte:  „Habt  ihr  das  aus  dem  Munde 
der  Terripter':"  Worauf  sie  antworteten:  „Nein,  Herr;  aber  es 
ist  nach  den  Behauptungen  der  Theologen,  Juristen  und  Höf- 
linge des  Königs  unbedingt  wahr.*  Es  fand  nun  ein  Konsi' 
storiuni  statt,  und  der  Papst  wollte,  dag  die  Templer  venirteiH 
-  werden  sollten,  wenn  all  das  Berichtete  wahr  sei.  Allen  reu- 
mütigen und  um  Barmherzigkeit  nachsuchenden  Templern,  die 
fürderhin  dem  Papste  gehorchen  wollten,  sollte  nach  Meinung 
des  Papstes  verziehen  werden;  sie  sollten  mit  einer  neue» 
Regel  ihre  Besilzungen  zurückerhalten,  sich  der  Sache  des 
h.  Landes  widmen  und  dem  Orden  angehören,  den  der  Köuig 
von  Frankreich  stiften  wolle:  jenem  schon  früher  erwähnten 
einzigen  Ritterorden,  an  dessen  Spitze  Philipp  der  Schöne 
treten  würde.  Die  beiden  Kardinäle  gehen  wieder  nach  Paris, 
wo  sie  das  Urteil  lallen  sollen,  aber  erst  nachdem  sie  die 
Templer  in  ihre  Gewalt  bekommen  und  aus  ihrem  eigenen 
Munde  gehört  hätten,  daä  die  Behauptungen  des  Königs  und 
seines  Rates  der  Wahrheit  entsprächen. 

In  Paris  übergaben  beide  dem  Könige  die  päpstlichen 
Schreiben.  Der  König  befahl  die  Auslieferung  der  Templer, 
und  so  wurden  ihnen  der  Groiämeister  und  viele  Templer  über- 
geben. Auf  die  Frage,  ob  das,  was  er  gestanden,  wahr  sei, 
erwiderte  der  Großmeister,  daß  es  der  Wahrheit  entspräche, 
und  wenn  sie  die  ganze  Pariser  Einwohnerschaft,  arm  und 
reich,  versammeln  wollten,  würde  er  noch  viel  größere  Irrtümer 
gestehen.  Die  Kardinäle  entgegneten:  .Das  ist  gewiß  noch  ^n 
größeres  Verdienst,  und  Ihr  werdet  auch  größere  Barmherzig- 
keit flnden."  Alsbald  ließen  sie  das  Volk  versammeln  und  als 
die  Kirche  voll  war,  den  Großmeister  mit  ungefähr  40  Temp- 
lern erscheinen.  Jakob  de  Molay  besti^  eine  Art  Kanzel,  als 
ob  er  predigen  wolle,  und  erklärte  nunmehr:  ,Ihr  Herren, 
was  die  königlichen  Räte  euch  gesagt,  daß  ich,  diese  und  vide 
andere  Templer  gestanden  haben,  ist  die  Wahrheil.  Wir  haben 
alle  gestanden."  Und  nun  öffnete  er  seinen  Mantel,  Z(^  das 
Gewand  zur  Seite,  zeigte  die  bloßen  Arme  und  die  Seite  und 
rief:  ,Seht,  ihr  Herren,  daß  sie  uns  haben  sagen  lassen,  was 
sie  gewollt  haben  t*  Und  dabei  wies  er  auf  die  vom  Fleisch 
entblößten  Arme,  an  denen  nur  Nerven  und  Knoch«)  geliehen. 


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Tapet  und  KGnig  liia  zum  Aluwhlufi  dur  VorliaDiIlungHt).  187 

Fleisdi  und  Haut  war  von  ihnen  gerissen;  ebenso  von  den 
Sctiienen,  dem  Unlerleibe,  den  Rippen.  Darauf  sagte  er:  ,Öo 
wie  ilir  mich  seht,  so  sind  auch  alle  andern  ohne  Schuld!" 
L'nd  dann  beteuerte  er  die  Unschuld  des  ganzen  (Jrdens.  Die 
Kardinäle  weinten  bei  diesem  Anblick  so  bitterlich,  daß  sie 
kein  Wort  sagen  konnten.  Und  als  die  königlichen  Räte  sie 
ersuchten,  den  Urteilsspruch,  mit  dem  der  Papst  sie  beauftragt, 
zu  fallen,  erklarten  sie  sich  ganz  entschieden  dagegen;  sie 
würden  gegen  die  nicht  voi^ehen,  welche  keine  Schuld  halten. 
Inquisitoren  und  Räte  bekamen  infolgedessen  Angst  und  nahmen 
Groümeister  und  Templer  wieder  in  ihre  Gewalt. 

Der  Bericht  schließt  mit  der  Erwähnung  der  Reise  dtis 
Köni^  nach  Poitiers;  als  Philipp  unterw^  diese  Vorgänge 
vernommen,  sei  er  zwei  Tagereisen  weit  zurückgekehrt  und 
habe  dem  Papste  geschrieben,  daß  er  die  Templer  verurteilen 
mfisse;  andernfalls  werde  er  ihn  und  die  Kardinäle  als  Häre- 
tiker t)ehandeln.  Der  Papst  soll  darauf  entgegnet  haben, 
bevor  er  unschuldige  Menschen  bestrafe,  wolle  er  selbst  lieber 
sterben;  hätten  sie  Schuld,  bereuten  und  beharrten  im  Guten, 
so  werde  er  ihnen  verzeihen  und  ihnen  ihre  Besitzungen 
wiedergeben  und  eine  neue  Regel  abfassen. 

In  dieser  Darstellung  sind  unzweifelhaft  richtig:  die  Namen 
und  die  Charakteristik  der  abgesandten  Kardinäle,  ihr  Auftraj:, 
die  Cbemahme  und  spätere  Rückgabe  der  Templer,  die  Reise 
des  Königs,  die  also  schon  begonnen,  die  beabsichtigte  milde 
B^ndlung  des  Ordens  durch  den  Papst;  auch  die  Drohung 
mit  der  Anklage  auf  Häresie  g^en  den  Papst  ist  damals  ge- 
fallen.  Allerdings  der  dramatischste  Punkt  der  ganzen  Erzäh- 
lung muß  falsch  sein.  Von  einer  großen  Volkszusammenkunll 
in  Paris,  bei  der  die  gefangenen  Templer  nocti  einmal  in  der 
Öffentlichkeit  erscheinen  wie  an  jenem  unglücklichen  25.  Ok' 
tober,  wissen  wir  nichts.  Und  vor  allem:  die  Szene,  in  der 
der  gefolterte  Großmeister  seine  gemarterten  Glieder  zeigt, 
kann  nicht  stattgefunden  haben,  denn  wir  besitzen  untrügliclie 
Zeugnisse,  daß  Jakob  de  Molay  niemals  gefoltert  worden  ist! 
Aber  die  Hauptsache  hierbei  ist  wiederum  richtig:  die  Kardi- 
näle haben  sich  durch  Besuch  der  Templer  und  ihrer  Gefäng- 
nisse von  der  Wahrheit  der  Verliöre  ütwrzeugen  wollen.     Das 


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188  Papat  und  Künig  bia  zum  Abaclilub  der  VcrliHndliingcn. 

wissen  wir  durch  das  (ieslüiidnis  des  Magisters  Johannes  de 
if'oUiaco  im  sogenannten  .Processus  Pictauiensis",  den  SchüU- 
inüller  schon  vor  Jahren  veröffentlicht  hat ').  Dieser  merk- 
würdige Templer  wurde  gefragt,  ob  er  von  dem  Widerruf 
einzelner  Ordensgenossen  etwas  wisse.  Er  entgegnete,  da6  er 
nichts  Bestimmtes  wisse,  aber  davon  gehört  habe.  Auf  diu 
Weitere  Frage:  Wer  sie  zum  Widerruf  ermuntert  halKV  ant- 
wortete er,  der  Großmeister  oder  ein  anderer  in  seinem  Auf- 
trage habe  von  Gemach  zu  Gemach  Wachstäfelchen  mit  der 
Aufforderung  zum  Widerruf  gesandt,  bevor  der  König  und  die 
Kardinäle  dort  erschienen  seien.  Ein  Name  stand  auf  den 
Täfelchen  nicht  verzeichnet;  der  Hauptinhalt  der  Schritt  lautete: 
,lhr  Witt,  dali  der  König  und  die  Kardinäle  morgen  zu  diesem 
oder  jenem  Haus  kommen ;  einige  Brüder  werden  ihr  Geständ- 
nis widerrufen,  tut  ihr  dasselbe."  Vielleicht  hängt  damit  aucli 
das  Geständnis  des  Johannes  von  Chalons  ^)  zusammen,  daü 
der  Ordenspriester  Rainald  durch  geheime  Pergamentschriften 
und  Bleitäfelchen  mehr  als  60  Templer  zum  Widernif  bewegen 
habe.  Unzweifelhafl  spielt  damals  auch  die  oft  erwähnte 
Geschichte  eines  der  berühmtesten  Ordensmitglieder,  des  General- 
visitators Hugo  de  Paredo.  Ihn  hatten  die  Kardinäle  zu 
Tisch  eingeladen,  und  darauf  hat  er  widerrufen^).  Die  groüe 
Mitistimmung  darüber  in  den  köt^iglichen  Kreisen,  womit  auch 
ein  gewisses  Angstgefühl  verbunden  sein  mochte,  klingt  noch 
aus  den  Reden  in  Poitiers  wider.  In  dem  Entwurf  der  Plai- 
siansschen  Rede  werden  die  Kardinäle  ganz  deutlich  als  Zeugen 
und  zwischen  den  Zeilen  auch  als  Miturheber  dieser  Ableug- 
nungen angeführt  ^). 

Das  alles  muÜ  um  die  Jahreswende  gescliehen  sein.  Die 
Folgen  lassen  sich  ermessen,  auch  ohne  da&  uns  ein  sicheres 
Zeugnis  dafür  vorliegt.  Die  Kurie,  das  Kardinalskollegiuni,  der 
Papst  werden  erst  jetzt  über  die  Tragweile  der  Vorgänge  nacli 

')  ScbottmQller  II,  37.  »cbottmttller  hat  die  Sache  vüllif:  mißver 
statiden. 

>)  Finke  II,  338  f. 

")  Dnpuy,  Traitez  ,  .  .  U  coDdamnatioD  des  Templiera  (1685)  p.  91  f. 
Nr.  34.  iDtereasant  iat  daa  Diner!  Daß  der  Großvisitator  damtüa  vider 
rufen  hat,  deutet  auch  eiD  vertrauliches  tJchreiben  Finke  II,  102  an. 

*)  FiEke  II,  188. 


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t*npst  uiid  KöDJg  liiü  zum  Absrlilnß  der  VerhandlunKen.  189 

dem  13.  Oktober  Klariieit  gewonnen  haben.  Die,  welche  bis 
dahin  an  der  Unschuld  der  Templer  festtrehalten  hatten  — 
und  ihre  Zahl,  vielleiclit  noch  mehr  ihre  Bedeutung,  wird  nicht 
50  gering  zu  schätzen  sein  — .  werden  Mut  gescliöpfl  und  mit 
itirpr  Ansicht  wieder  frei  hervorgetreten  sein;  die  Unentschie- 
denen, die  Zweifler,  darunter  auch  der  Papst,  werden  wieder 
^[rötere  Bedenken  dem  ganzen  Prozeliverfahren  g^enQt>er  emp- 
Tiinden  haben.  Und  damals  wahrscheinlich  erst  wird  der 
P.ipsl  die  Iiiquisitionsgcwalt  der  Bischöfe  und  Inquisitoren  sus- 
pendiert und  sich  die  fernere  Enlscheidung  reserviert  haben. 
Preilicli  könnte  man  aus  dem  Schreiben  an  die  Erzbisch^fe 
und  Bischöfe  vom  ■>.  Juh  1308,  das  die  Suspension  wieder 
aufhebt,  auf  einen  frühem  Termin  schliefen  ').  Würde  aber  der 
K'(>iiig  Ende  Dezember  noch  so  freundlich,  unterwürfig  dem 
Papste  geschrieben  haben,  wenn  dieser  sicherlich  größtes  Auf- 
sehöi  erregende  Schritt  schon  damals  vollzogen  wäre?  Ich 
kann  es  nicht  glauben.  Denn  der  Papst  griff  damit  in  das  ur- 
pi^ensle  Gebiet  der  Gewalt  der  Bischöfe  ein,  in  das  .ministerium 
a  Deo  sibi  traditum",  wie  eine  spätere  Anklage  betont.  Das 
Vorgehen  des  Papstes  hätte  kure  nach  dem  13.  Oktober  von 
segensreichsten  Folgen  sein  können,  jedenfalls  hätte  es  damals 
manche  Grausamkeit  verhindert,  manchem  Templer  das  Lehen 
geschenkt;  freilich  konnte  diese  Suspension  erst  erfolgen,  nach- 
dem der  Papst  üt>er  die  Rolle  des  Klerus  und  der  Inquisitoren 
^'fnauer  informiert  war,  und  das  geschah  viel  später,  vollstiindig 
erst  jetzt. 

So  ist  denn  der  Templerprozeli  auf  einen  tolen  Punkt 
angelangt:  ein  kirchliches  Urteil  kann  nicht  mehr  gelAllt  «■erden, 
lind  da  die  weltliche  Macht  allein  vorzugchen  nicht  wngl,  so 
kann  auch  sie  nichts  weiter,  als  die  Templer  fernerhin  be- 
wachen oder  sie  dem  Papste  ausliefern, 

L'nzweifelhaft  hat  man  auch  damals  in  kurialen  Kreisen 
liie  Forderung  einer  päpstlichen  Revision  der  Prozesse  gestellt; 
t'inos  nochmaligen  Verhöres,  wie  es  unter  veränderten  l'm- 
süinden  1300  stattfand.    Vielleicht  hat  man  auch  Ernst  irmchen 

')  Db6  Hie  Siuip«nsioii  im  »hniar  1308  bereite  slalt^efiin<len  hat, 
WeJRen  Air  fVfari^tOükn  Finke  II,  flOff,,  ilio  Hurh  in  interessanter  Weise 
d#a  Eiudrack  wiedergeli«!). 


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ISO  {"apat  und  Köoig  bis  zum  Abschluß  der  Verhand langen. 

wollen  mit  der  Übernahme  der  Templer  in  pApstlichen  Gewahr. 
Daß  das  freilich  nidit  leicht,  ja  fast  ein  Ding  der  Unmöglich- 
keit war,  beweist  die  Flucht  des  päpstlichen  CiroBkämmerers. 
der  mit  den  andern  ,cubicularii"  aus  dem  Templerorden  in 
Poitiers  gefangen  sala,  in  der  Nacht  zum  13.  Februar').  Ab 
der  Papst  dies  tags  darauf  vernahm,  ließ  er  sämtliche  Kardi- 
näle zum  Konsistorium  auf  den  Nachmittag  einladen  und  be- 
klagte dort  tief  diesen  Schritt  des  falschen  Ordensmitgliedes, 
vor  allem  auch  wegen  seiner  Forderung,  daü  alle  Templer 
seiner  Obhut  anvertraut  werden  sollten.  Nun  könnten  der 
französische  König  und  die  andern  Fürsten  anführen,  daü  er 
nicht  einmal  einen  Templer  bewachen  könne,  geschweige  denn 
zweitausend.  Wie  ernst  Klemens  den  Fall  nahm,  zeigt  die 
Verhängnng  des  Bannes  über  alle  Bcherberger  und  Verheim- 
licher, und  wie  wenig  er  selbst  hohen  kurialen  Kreisen  traute, 
zeigt  die  Aufforderung  an  die  Kardinäle,  den  Flüchtling  in 
ihren  Hospizen  oder  sonst  aufsuchen  zu  lassen!  Ja  er  hielt 
es  für  notwendig,  ausdrücklich  zu  erklären,  niemand  möge 
glauben,  daß  er  selbst  der  Beschützer  sei:  gern  gehe  er  Kost- 
barkeiten im  Werte  von  10000  Gulden  dem,  der  ihm  das 
Versteck  des  Templers  anzeige.  Aus  der  ganzen  Szene  erftiht 
sich  die  Ratlosigkeit  des  Papstes. 

Mit  dieser  veränderten  Stellungnahme  der  Kurie  war  aueh 
der  Kampf  gegeben.  Im  Ernst  haben  ja  weder  Philipp  der 
Schöne  noch  seine  Ratgeber  an  die  tatsächliche  LoslassiinK 
sämtlicher  Templer,  oder  gar  an  die  Wiederaufnahme  des 
Prozesses  damals  gedacht  oder  nur  denken  können.  Prutz*) 
hat  schon  mit  Recht  darauf  hingewiesen,  daß  seit  dem  13.  Ok- 
tober der  Orden  Todfeind  des  französischen  Königs  sein  mulite, 
und  wenn  die  päpstliche  Untersuchung  mit  der  Lossprechun;: 
des  Ordens  endete,  daß  dann  dem  Könige  schw^e  Verl^en- 
hciten  erwachsen  konnten. 

Dazu  kam  nun  noch  der  Konflikt  wegen  der  Templer- 
güter. Es  würde  irrig  sein,  ihn  auszuschalten,  wie  es  seitens 
der  bisherigen  Forschung ")  irrig  war,  ihn  allwn  in  den  Vorder- 

■)  Finke  II,  113  f. 

')  Entwicklung  S.  165. 

")  Mit  AuHDahmc  von  Prutz. 


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Papst  und  ESnig  bis  zum   Abscli  lu6  der  Verfa*ndlung«ii.  1dl 

grund  zu  schieben.  Kleinens  V.  hat  seiner  ganzen  Natur  nach 
diese  Frage  nicht  unterschätzt;  er  durfte  es  auch  nicht,  denn 
es  handelte  sich  um  Kirchenbesitz.  Vielleicht  ist  sie  zeitweilig 
sogar  mehr  besprochen  als  die  Personenfrage.  B^uiu  de 
Floyran,  der  doch  in  etwa  eingeweiht  sein  dürfte,  spricht  Ende 
Janaar  nur  von  einer  Entzweiung  in  der  Güterfrage ').  Er 
hehandelt  die  Sache  als  ein  (Geschäft:  der  Papst  will  seinen 
Anteil  am  Reichtum,  denn  er  gehört  ja  Ordenspersonen,  der 
König  verweigert  es  ihm,  weil  die  Templer  niemals  eine  Ordens- 
gemeinscbaft  gebildet  haben!  Ober  beide  Punkte  haben  eine 
Reihe  von  Verhandlungen  der  französischen  Stände  stattge- 
funden, wahrscheinlich  in  den  ersten  Monaten  1308,  sicher  im 
Man,  als  der  König  in  Melun  weilte  *).  Aber  auch  Klemens 
erörterte  mit  dem  Kardinalskollegium  die  Slreitfri^e,  wie  uns 
zwei  durchaus  vertrauenerweckende  Briefe  an  die  Komture  von 
Ascbo  und  Gardeyne  berichten.  Anfangs  April  1308  sagrtc 
der  Papst  plötzlich  im  Konsistorium:  ,Es  ist  nötig,  eine  Ent- 
scheidung in  Sachen  der  Templei^ter  zu  fällen."  Daran'^ 
entgegnete  charakteristisch  der  Jurist  Johannes  Monachus:  ,Het- 
ligCT  Vater,  zuerst  nmts  über  die  Personen  eine  Entscheidung 
getroffen  werden  und  dann  über  die  Güter.'  Und  damit  war 
damals  die  Sache  erledigt^). 

Zugleich  lassen  diese  Briefe  erkennen,  wie  versctiieden- 
nrtig  die  Situation  damals  von  den  Kardinälen  aufgefaüt  wurde. 
Kardinal  Berengar  Fredoli,  Vertrauter  Philipps  und  Gesandter 
<le8  Papstes,  schrieb  dem  König  von  Mallorca  kurz,  der  Orden 
werde  demnächst  aufgehoben,  doch  seien  über  Personen  und 
(iQter  noch  keine  Bestimmungen  getroßen;  in  nächster  Zeit 
werde  das  aber  geschehen.  Andererseits  riet  damals  der 
,Tnaior  cardenal  de  la  cort"  in  tiefstem  Geheimnis,  die  Templer 
möchten  sich  noch  eine  Weile  halten,  so  data  der  Papst  un- 
entschieden bleibe  und  kein  Urteil   mit  Philipp  dem  Schönen 

'I  Pinke  11,  84. 

'}  Et  ob  hoc  rex  in  aaia  pnrlamentiH  Heleduni  et  alihi  de  hoc  sollicite 
Irtctabat  cam  priacipibos  suis,  liftlnze  I,  10.  Noch  dem  Itinerar  Keciieil 
.XXI,  449  ist  der  KQnig  im  MHrx  1308,  lienonders  am  28.  uod  29.  Miirz.  in 
H«Idd  nachweiabftr. 

')  Finke  U,  122  ff. 


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1Ü2  l'apBt  und   Kftnig  bia  zum  Aliachliib  der  VoThnndlungeii. 

faiJe.  Sterbe  dann  einer  von  beiden,  so  bleibe  der  Orden  be- 
stehent  I^eider  haben  wir  Itelne  Mögücbkeit,  das  „maior  cnr- 
denal"  xu  fixieren;  ist  es  der  etnflu&reidiste  Kardinal,  so  miiü 
man  an  Raimund  de  Got  deniten,  und  auf  ihn  könnte  man 
auch  zuerst  bei  der  Anschuldigung  Plaisians  raten,  daß  die 
Templer  einzelne  Grofee  am  päpstlichen  Hofe  bestochen  ballen; 
denn  fßr  Geld  war  Raimund  sehr  empfänglich.  Aber  wir 
wissen  sonst  nichts  von  einer  Regünsti^ing  der  Templer  durcli 
ihn.  Oder  war  es  der  böchststehende  Kardinal:  Kardinal- 
bischof von  Ostia,  Nikolaus  von  Prato? 

In  die  ersten  Monate  130H  sind  eine  ganze  Reihe  lil<'- 
rarischer  Erzeugnisse  zu  setzen,  die  sich  mit  dem  KonDikt 
zwischen  Klemens  und  Philipp  beschiifligen.  Einige  stammt'ii 
aus  der  nächsten  Umgebung  des  Königs,  sind  nur  einem  kleinen 
Kreise  bekannt  geworden ;  andere  sollten  auf  weile  Kreise 
wirken,  man  vermeint  in  zweien  die  Fland  Peter  Dubois",  des 
geschickten  Pampbletisten  zu  spüren.  Ohne  ihre  Wirkung  zu 
(il>erschätzen,  kann  man  doch  aus  ihnen  lernen,  welche  Droli- 
niittel  gegen  den  Papst  verwendet,  wie  tief  dessen  Ansehen 
beruntei^ezogen ,  wie  das  Volk  selbst  zum  Schiedsrichter 
zwischen  ihm,  dem  Säumigen,  und  Philipp,  dem  Diener  Gottes, 
aufgerufen  wird :  eine  wfirdige  und  wirksame  Vorbereitung  fTir 
die  Versammlongen  von  Tours  und  Poiliers.  Eine  sichere 
Datierung  ist  nur  bei  einigen  möglich;  doch  kommt  es  darauf 
auch  weniger  an,  da  nur  bei  einigen  wirkliche  Zusamnien- 
liänge  vorhanden  sind. 

Wohl  in  die  erste  Zeit  des  Konfliktes ')  gehört  die  Be- 
antwortung einer  Anzahl  auf  den  Ordenmeisfer  und  den  Orden 
selbst  bezügliche  Fragepunkte,  die  unzweifelhaft  aus  der  nflcli' 
sten  Umgebung  des  Königs  stammen,  wenn  sie  nicht  vielleicht 
fingiert  gestellt  und  vom  Fragesteller  beantwortet  sind.  Der 
erste  Punkt  berührt  die  wechselnden  Geständnisse  Jakobs  de 
Molay  und  des  Großvisilators.  Dann  geht  aber  der  Schreiber 
auf  den  Orden  selbst  über.  Die  Antwort  auf  die  Frage:  Ob 
das  Wesen  der  Ordensprofession  verderbt  gewesen,  wird  noch 
nüchtern    nach    vorschie<lenen   Seiten    erwogen    und  h^aheml 

')  Finke  II.   102  ff. 


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l'apet  naä  König  bis  znm  Ahsehlafi  der  VerluuidlQDgeii.  19^ 

entschieden.  Dann  aber  folgen  die  Kernpunkte,  die  brennenden 
Fragen:  Bekommt  der  Orden  einen  Verleidiger?  Ist  überhaupt 
in  irgend  einer  Weise  das  Fortbestehen  des  Ordens  möglicli? 
Gegen  beides  wendet  sich  der  Beantworter  mit  einer  gewissen 
Leidenschaftlichkeit.  Der  einzelne  Templer  kann  natürlich  keinen 
Verteidiger  mehr  verlangen !  Aber  der  ganze  Orden?  Trotz  der 
anfai^lich  anscheinenden  Bejahung  entscheidet  er  sich  für  ein 
Nein.  Die  Korruption  des  Ordens  steht  ja  fest.  König,  Klerus 
unil  Volk  erscheinen  ja  nicht  als  Ankläger,  sie  verlangen  ja 
kein  Gericht,  sie  soltizilteren  nur  die  Kirche,  daü  sie  den  Leib 
Cliristi  und  den  katholischen  Glauben  verteidigt  gegen  diese 
Niederträchtigen,  und  sich  selbst  von  solcher  Makel,  solchem 
Skandal  befreit.  Als  .minister  Dei  et  fidei  defensor'  spricht 
der  König,  nicht  als  Ankl&ger,  und  ruft  die  Kirche  an,  der 
Sohn  weckt  den  schlafenden  Vater.  Auf,  g^en  die  einbrechen- 
den Diebe!  Durch  zahlreiche  Depositionen  ist  die  Korruption 
des  Ordens  festgestellt.  Das  wejti  die  Kirche,  deren  Pflicht 
die  Untersuchung  an  sich  ist.  Wozu  also  der  Verteidiger? 
Es  sei  denn  —  was  Gott  verhüte  —  zur  Verteidigung  des 
Irriumes! 

[Jnd  nun  zeichnet  der  Schreiber  zum  ersten  Male  den 
W^,  den  der  Papst  und  die  Kirche  später  eingeschlagen  haben : 
Nicht  auf  gericlitlichem  W^e  soll  die  Kirche  vorgehen,  sondern 
auf  dem  Wege  der  Provision.  Soviel  Geständnisse  zeigen,  daü 
der  Orden  ohne  SkandaJ  nicht  zn  halten  ist.  Also  weg  mit 
diesem  Skandal!  Aber  die  Kirclie  muß  sich  beeilen,  denn 
dine  schwere  Sünde  darf  die  Kirche  nicht  mehr  z^ern:  denn 
die  Zt^erung  bringt  unerträgliche  Gefahren!  Und  nun  folgen 
im  Laufe  des  Schreibens  noch  einige  historische  Gründe  für 
die  Vorschläge:  Gr^or  X.  hob  in  Lyon  mehrere  Orden  auf 
dem  W^e  der  Provision  auf,  die  kein  Verschulden  aufwiesen, 
ohne  daß  ihnen  eine  Verteidigung  zugesagt  war,  ohne  ,strepitus 
iudiciarius' ;  warum  dann  aber  hier?  Städte  und  Genossen- 
schaften wurden  Irotz  einzelner  Unschuldigen  vernichtet,  weil 
sie  Idolatrie  und  Sodomie  getrieben;  und  bei  den  Templern 
gehörte  das  zu  den  Statuten! 

Aber,  fragt  man,  können  die  wenigen  Unschuldigen  nicht 
den  Tempierorden  rehabilitieren  ?    Nein !  erwidert  der  Schreiber 

^irke,  PsiMttam  nml  l'iitarKnnx  <l«  ToniplernrdBin.    I.  \'.i 


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IM  Papet  und  KOnig  bis  zum  Abschlufi  dar  Verhandlnng«». 

uod  von  seinem  Standpunkte  aus  mit  einigem  Recht.  Wer 
beweist,  da^  es  auch  nur  einen  Unsclmldigcn  gibt?  Selbst 
wenn  trotz  Folter  kein  Geständnis  erfolgt  ist,  oder  wenn  der 
Tod  vorher  den  einzelnen  weggenommen,  so  fehlt  doch  der 
Beweis  der  Unschuld.  Hier  ist  es  völlig  unint^lich,  bei  der 
allgemeinen  Ansteckung  Unschuldige  zu  finden.  Und  wenn 
gelbst!  Immer  sprich!  die  „presumpcio",  auch  gegen  solche. 
»Seniper  esset  petra  scandali*  ...  Zudem  ist  ja  auch  kein 
Nutzen  zu  ersehen.  Und  so  laulet  die  Schluljentscheidiing: 
,Sine  periculo  et  scandalo  totius  ecciesie  lalis  ordo  remanere 
non  polest.' 

Am  wichtigsten  ist  das  oflizielle,  wohl  im  Februar')  abge- 
falile  SchriftsLück,  das  alle  Schwierigkeiten  in  7  Fragen  kon- 
zentriert, die  der  Universität  Paris  voi^el^t  wurden.  Wie 
sollte  der  König  das  Suspensionsverbot  des  Papstes  unmöglicti 
machen?  Wohl  erkannte  er  das  Entscheidungsrecht  der  Kirche 
in  Glaubens  fragen  an.  ßibt's  aber  keinen '  besonders  gearteten, 
schweren  Ausnahmefall,  nach  welchem  die  weltliche  Macht 
untersuchen  und  die  Dherführlen  bestrafen  kann,  ohne  Auf- 
forderung der  Kirche?  Das  besagt  die  erste  Frage.  Daran 
schloh  sich  dann  die  zweite:  Ob  die  Templer,  da  doch  ihre 
Schändlichkeit  so  deutlich  erwiesen,  trotzdem  als  Orden,  als 
privilegiert  anzusehen  sind,  obwohl  sie  doch  nur  ein  Ritter-, 
kein  klerikales  Kollegium  bildeten?  Und  daran  reihen  sich 
dann  die  weniger  wichtigen:  Oh  man  hei  den  mehr  als  500 
Geständnissen  noch  auf  weitere  warten  müsse  und  ob  die 
Nichtgeständigen  fQr  Katholiken  zu  lialten  seien?  Auch  die 
vom  vorigen  Gutachter  schon  abgelehnte  Frage,  ob  selbst  bei 
einer  Anzahl  Unschuldiger  der  Orden  aufgehoben  werden  sollf, 
taucht  hier  wieder  auf.  Die  Schlulafragen  beeielien  sich  auf 
den  TemplerbesitK :  Darf  jeder  Fflrst  die  in  seinem  Terriloriüin 
belegenen  Güter  konfiszieren  oder  gehören  sie  nicht  vielmehr 
der  Kirche  oder  dem  h.  Lande?  Wenn  letzteres,  hat  dann 
nicht,  besonders  in  Frankreich,  der  Staat  die  Verwaltung  der 


')  FJDke  II,  107  If.    Da  nach  dem  Anfange  der  im  Ttüit  gegebenen 
Antwort  äivae  langi>  Zeit  veriTigorl  wurde,  so  dUrn^n  die  Prägen  =~  "  ' 
gestellt  sein. 


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t'apst  nad  KSnig  bis  ZDm  AWblaß  der  VerhuidluDgen,  IttS 

Templei^t^r,  zumal  sie  auch  bis  dahin  unter  königlichem 
Schutz  gestanden  haben? 

Die  Beantwortung  ßel  der  Universität  Paris  schwer '). 
Nicht  allein  die  Abwesenheit  hervorragender  Mitglieder,  auch 
iWe  „magnittido  n^ocii*  verschuldete  den  langen  Zwischenraum 
zwischen  Fragen  und  Antworten.  Sie  gab  iu  der  Hauptfrage, 
ob  ein  Fürst  Häretiker  fangen,  inquirieren  und  strafen  könnp, 
nur  soweit  nach,  daU  sie  im  Notfälle  die  Gefangennahme  zu- 
gestand; aber  auch  nur  zum  Zweck  der  Obei^at>e  an  die 
Kirdie.  In  gar  nichts  weiteres  dürfe  sich  die  weltliche  Macht 
selbständig  einmischen;  damit  verurteilte  die  Universität  die 
von  den  königlichen  Beamten  allein  voi^enommene  Inquisition 
als  ungültig.  Auch  im  zweiten  Punkte  blieb  die  Universität 
fi^st:  Der  Orden  sei  ein  privil^ierter  Orden,  und  im  übrigen 
mü.siie  hier  die  Kin;he  entscheiden.  In  den  folgenden  Punkten 
gab  sie  nach;  vor  allem  auch  in  der  Gütorfrage,  wenn  auch 
nicht  mit  voller  ßcstimmtheit. 

Ein  neuerdings  bekannt  gewordenes  (Sntachten  des  Theo- 
lo(fen  Augustinus  Triumphus  *)  ist  möglicherweise  eine  Vorarbeit 
ffir  das  Votum  der  Universität.  Es  iaewegt  sich  durchaus  in 
alten  Geleisen,  um  den  Nachweis  zu  erbringen,  daia  kein  KOnig 
CKier  Fürst  das  Recht  hat,  die  der  Kirche  unmittelbar  nnter- 
slehenden  Templer  oder  auch  irgend  einen  andern  Häretiker 
zu  fangen  und  abzuurteilen  ohne  Veranlassung  der  Kirche. 
Wohl  könne  es  Ausnahmefälle  geben,  sagt  auch  dieser  Theo- 
loge, wenn  eine  Häresie  sich  plötzlich  so  mächtitr  entwickle, 
(lat  die  Fürsten  ohne  Gefahr  der  Infizierung  ihrer  Untertanen 
den  Auftrag  der  Kirche  nicht  abwarten  könnten;  natürlich 
müßten  sie  auch  dann  den  Willen  haben,  der  Kirche  alsbald 
das  Weitere  zu  überlassen.  Doch  ein  solcher  Fall  lag  bei  den 
Templern  nicht  vor,  wenigstens  nach  der  bissif,'en  Schliitibe- 
merkung  des  Triumphus.  Seiner  Ansieht  nach  gleichen  die 
modernen  Könige  dem  bei  Aristoteles  vorkommenden  Arxli', 
der  erst  dem  Kranken  das  Purgativ  gibt  und  dann  den  Fall 
im  Buche  nachschlägt;   so   ßndet  er  denn  den  Patienten  tot 

')  ChartuUriam  aniv.  Parisienaie  1  Kr.  664  p.  125  fr. 

"  '  -Iz,  Die  Pufalizietili  zur  Zeit  Kbilippa  um  Scbfinen  und  Honifaz'  VIII. 
11903;  .     .„elf.,  beaouQ... 


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IM  Papst  und  KOnig  bis  tarn  AbschluG  der  VertuuidlnngeU. 

vor.  So  gingen  auch  jene  zuerst  kraft  eigener  Autorität  g^en 
die  Templer  vor  und  befragten  dann  die  Weisen,  ob  sie  ohne 
AulTorderung  der  Kirche  so  handeln  dürften.  Allerdings  darf 
man  hierbei  nicht  veigessen,  daß  Augustinus  Triumphus  ein 
entschiedener  G^ner  des  französischen  Königtums  wie  der  ab- 
hängigen Stellung  des  neuen   französischen  Papsttums  war'). 

Was  bezweckten  Philipp  und  seine  Batgeber  mit  diesen 
Artikeln?  Wenn  die  Antwort  völlig  bejahend  au^erallen, 
dann  hätte  der  König  die  Templer  ganz  in  seiner  Hand  ge- 
habt; die  Untersuchung  war  bereits  geführt,  er  brauchte  nur 
noch  zu  strafen,  den  Orden  zu  vernichten ;  die  ganze  Tenipler- 
frage  wfire  in  kürzester  Zeit  erledigt  gewesen.  Zuerst  hatte 
der  Papst  versagt,  jetzt  versi^e  auch  zum  Teil  die  ange- 
sehenste geistliche  Behörde  seines  Landes!  So  galt  es  denn, 
den  Papst  mürbe  zu  machen.  Und  so  beginnt  nun  mit  Pam- 
phleten und  Drohungen  ein  geistiger  Kriegszug  gegen  KlemensV. 

Ein  ungünstiges  Geschick  hat  über  einem  Dokument  ge- 
waltet, dessen  Abfassung  in  diese  Zeit  fällt ').  Dupuy  hat  in 
seiner  Geschichte  der  Templerverurteilung  eine  Anzahl  wich- 
tiger Aktenstücke  exzerpiert;  sie  alle  sind  im  französischen  Natio- 
nalarchtv  noch  nachweisbar,  nur  dieses  eine  fehlt,  und  unter 
seiner  Nummer  (34)  figuriert  schon  seit  mehreren  Jahrzehnten 
ein  anderes,  eine  später  zu  erörternde  Rede.  Leider  lägt  in 
diesem  Falle  das  Exzerpt  den  genaueren  Charakter  des  SchHR- 
siückes  nicht  erkennen^).  Die  .remontrances  faites  au  pape 
sous  le  nom  du  roi"  können  einen  Brief,  können  aber  auch 
eine  Rede  bedeuten.  Klemens  V.  wird  in  den  wörtlich  zitierten 
Stellen  persönlich  zweimal  apostrophiert.  Mag  es  nun  Bede 
oder  Brief  oder  Entwurf  sein,  jedenfalls  gehört  es  zu  den  am 
schärfsten  und  am  frechsten  gegen  den  Papst  auftretenden 
Stücken  dieser  Zeit.  Nach  ihm  li^t  der  Templerfall  klar; 
aber  der  Papsl  ist  säumig,  und  Gott  verabscheut  die  Säumigen. 
So  macht  man  sich  des  geheimen  Einverständnisses  mit  den 
Templern  schuldig,  macht  sie  arrogant.  Der  Papst  muß  den 
Prälaten  freie  Hand  lassen,  ihre  PQicht  zu  erfüllen,  d.  h.  er 

■)  Vgl.  seiDen  TrakUt  in  FiDke,  Ana äea  Tigen  [tonifai  Vlll.  8.  IJCIS  S. 

')  DopDf,  TrKiUz  p.  91  Nr.  84. 

')  Vielleicht  bot  Ana  Original'  aneh  scboii  keine  genQgsDde  Htndb*l«. 


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Pspat  und  König  big  inm  Abschlafi  der  VerhwidluDgen.  197 

soll  die  Suspension  aufheben,  denn  sie  sind  beruren  „in  partem 
sollicitudinis* ;  schwer  würde  das  ihnen  zugefügte  Unrecht  sein, 
wenn  ihnen  ohne  Grund  das  Ihnen  von  Gott  verhehene  Amt 
l,"PDomnien  würde.  Der  Verfasser  droht  mit  dem  Widerspruch 
der  Ordinarien,  dem  Zorn  des  Königs.  .Welcher  Gottlose 
wagt  also,  heiliger  Vater,  Euch  zu  raten,  diese  oder  vielmehr 
Jesum  Christum,  der  sie  sendet,  zu  verachten."  Bis  zu  der 
Drohung  versteigt  sich  der  Verfasser,  daü  der  Papst  in  kirch- 
liche Zensuren  verfallen  könne,  besonders  in  Glaubenssachen. 
Dann  beki^l  er  sich  aber  die  Suspension  der  Inquisitoren; 
seitdem  haben  die  Templer  guten  Mut,  daü  der  Papst  für  sie 
sein  and  ihre  Sache  führen  werde,  so  daü  nie  eine  Entschei- 
dung erfolge;  seitdem  erfolgen  stete  Widerrufe:  Grande  igitur 
peccastis,  pater  sancte! 

In  Einzelzügen  fihnelt  das  Stück  schon  den  beiden  für 
weiteste  Kreise  bestimmten  Agitationsschriften,  die  wahrschein- 
lich der  Feder  Peter  Dubuis'  entstammen  ').  Die  eine  ist  ein 
Mahnruf  des  französischen  Volkes  an  den  Papst,  wohl  das 
erste  Stück  in  seiner  Art,  die  andere  ein  angeblich  an  den 
König  adressierter  Notschrei  desselben.  Das  französische  Volk, 
heiSt  es  in  der  ersten,  gehorsamer  dem  Papst  als  irgendein 
anderes,  verlangt  von  seinem  König,  daß  er  dem  Papste  die 
Entrüstung  des  Landes  mitteile,  weil  er  gegen  die  Templer 
nur  mit  Worten  voi^ehe.  Das  Volk  kann  darin  nur  die  Be- 
stätigung des  allgemeinen  Gerüchtes,  daß  Geld  versprochen  sei, 
sehen.  Es  glaubt  daran  um  so  eher,  da  eine  Sünde  der 
andern  entstammt.  Während  die  Dekretalen  sagen,  daä  die 
besten  Pfründen  den  gelehrtesten  gegeben  würden,  sieht  das 
Volk,  da&  der  Papst  seinen  Verwandten  und  den  Kardinalen 
mehr  als  Bonifaz,  mehr  als  40  Päpste  vorher,  an  Pfründen 
gespendet  hat.  Ja,  jetzt  besitzt  der  eine  Kardinal  —  wohl 
Raimund  de  Got  —  mehr  Pfründen  als  200  Doktoren  der 
Theologie,  Jurisprudenz  und  des  kanonischen  Rechtes!  Ein 
Nepote  erhielt  die  große  Pfründe  von  Bouen,  ein  anderer  die 
von  Toulouse,  ein  dritter  die  von  Poiliers  *).    Und  doch,  wären 

')  Wot.  et  Extr.  XX.  176  ff.  (Nr.  XXVII  und  XXVIII). 
')  Beniard  de  FaTgis,  Qailhsrd  de  PreyM«c  und  Amald  d'Auch,  aJle 
im  VsrwMidte  dea  P&pstes,  in  Jahre  1306. 


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196  Papst  und  Künig  bis  zum  Absohluli  der  Verhandln Dgon. 

sie  nicht  seine  Verwandten,  sie  würden  nur  Pfründen  mit  tlciri- 
stem  Einkommen  haben.  Der  Herr  hat  es  ani^edeutet,  Thomas 
von  Aquin  hat  es  gesagt,  daß  alles  dieses  schwere  Sünde  ist. 
Nun  wendet  der  Schilderer  analoge  Bilder  aus  dem  staatlichen 
Lehen  an;  niemals  würde  dort  so  etwas  ohne  schwere  Buße 
möglich  sein.  .So  mag  denn  der  Papst  sich  entschuldigen, 
wenn  er  kann ;  beharrt  er  in  seinem  Unrecht,  dann  wird  da? 
Schreien  des  Volkes  nach  seinem  Tode  den  Nachfolger  veran- 
lassen, die  Nepoten  wegon  ihres  Bildungsmangels  ab-  und 
hervorragende  Meister  einzusetzen ').  Das  darf  um  so  eher 
staltlindcn,  als  der  Papst  willkürlich  vorgegangen  und  ohne 
Grund  den  Kapiteln  das  Wahlrecht  genommen  hat.  Wer  OoU 
gehorcht,  ist  Gottes  Sohn ;  wer  stets  wechselt,  aus  Anhänglich- 
keit, Liebe,  Hal^,  wegen  Geschenke  und  Versprechen,  ist  ein 
Sohn  des  Teufels,' 

Dieses  harte  und  lieblose  Charakterbild  Klemens'  V.,  das 
un'^weifelhaft  weiteste  Kreise  mit  Verachtung  gegen  Papst  und 
Kurie  erfüllte,  schlieft  mit  dun  drohenden  Worten:  .Ein  Mensch 
in  Sünde»,  der  sich  nicht  bessert,  i.sl  zu  meiden!"  Ob  es 
jemals  Klemens  zu  Gesicht  gekommen  istr"  Die  letzte  Flug- 
s<'hrifl  —  nominell  an  den  König  gerichtet  —  wendet  sich  an 
eine  leider  nicht  bekannte  Verteidigung  des  päpstlichen  Ver- 
haltens, in  der  eine  Reihe  von  religiösen  Denominationen 
als  Belege  dafür  erbracht  waren,  dala  der  Papst  allein  über 
sie  zu  bestimmen  hätte.  Das  sei  für  die  genannten  riehti}.'! 
Denn  sie  seien,  trotz  einzelner  Abweichungen,  katholisch  ge- 
blieben. Aber  bei  den  Templern  treffe  das  nicht  zu:  sie  seien 
iieine  Häretiker,  sondern  Apostaten,  durchaus  außerhalb  der 
Kirche  stehend.  Hier  lieüen  sich  nur  biblische  Beispiele  ver- 
wenden. So  habe  Paulus  den  Gorinthius  dem  Satan  über- 
geben, Moses  habe  die  Anbeter  des  goldenen  Kalbes  iiiil 
Zustimmung  des  Hohenpriesters  Aaron  getötet!  Da  nun  alles 
in  der  li,  Schrift  zu  unserer  Belehrung  geschrieben,  so  erhebt 
der  Schreiber  die  eindringliche  Frage:  Warum  geht  der  König 
diesmal  nicht  so  vor !  ?  Und  nun  werden  noch  einige  Bedenken 
der  Schriftverdreher  geholfen  und  dann  ertönt  das  Verlangen 

')  Dr3  ist  taUttchlich  zum  Teil  durch  JohaDoes  XXII,  gcscfaeben. 

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Papet  und  Kdoig  bis  znra  Abaeblnß  der  Verhandlungen.  199 

nach  der  .execucio  iustitie",  die  ohne  irgendwelche  mensch- 
liche Rücksicht  alsbald  vorzunehmen  sei. 

So  war  der  Boden  monatelang  vorbereitet  für  die  kom- 
menden Aktionen ;  auch  eine  stärkere  Natur  als  die  Klemens'  V. 
würde  bei  einer  solchen  ■  niedrigen  Hetze  müde,  einen  Moment 
schwankend  geworden  sein.  Nun  begann  Philipp  mit  der  Aus- 
führung. Wie  bei  der  groüen  Bewegung  des  Jahres  1S03 
wollte  er  auch  jetzt  im  Einvernehmen  mit  den  drei  Ständen 
des  Klerus,  des  Adels  und  der  guten  Städte  handeln;  um 
mehr  wirken  zu  können,  wollte  er  in  B^leitung  ihrer  Ver- 
treter vor  dem  Papst  erscheinen.  So  berufl  er  denn  in  der 
Zeit  vom  34.  bis  39.  März  1308  eine  Beichsversammlung  zum 
ijritten  Sonntag  nach  Ostern  —  5.  Mai  1308  —  nach  Tours  i). 
Interessant  ist,  daß  man  einen  Moment  an  Poitiers  als  Ver- 
sammlungsort gedacht  hat :  wohl  um  durch  die  Masse  auf  den 
Papst  zu  wirken.  So  tragen  eine  Anzahl  Prokurationen  tat- 
sächlich diesen  Talschen  Bestimmungsort  und  haben  einige  Kon- 
fusionen hervorgerufen. 

Ganz  kurz  ist  die  Einladung  an  die  Großen  gehalten,  sie 
werden  bei  ihrem  l«henseid  aufgefordert;  länger  ist  schon  die 
Berufung  des  Klerus,  ihm  gegenüber  wird  die  Glaubenspflicht 
belont,  die  Erzbischöfe  sollen  vorher  Provinzialkonzilien  ab- 
lialten;  ganz  ausführlich  ist  die  an  den  dritten  Stand  gerichtete 
Fassung.  Sie  stammt  von  Nogaret  und  war  geeignet,  die 
tiefsten  Leidenschaften  im  Menschen  gegen  die  Verworfenen 
aufzuwCihlen,  „Himmel  und  Erde  erbeben  beim  Hauch  eines 
solchen  Verbrechers,  und  die  Elemente  geraten  in  Verwirrung." 
G^en  .eine  solche  Pest'  wird  zum  Schluß  alles  aufgerufen, 
uiu  sie  auszurotten:  , Gesetze  und  WaEfen,  alles,  was  lebt,  und 
alle  vier  Elemente." 

Von  Provinzialkonzilien  kennen  wir  zwei,  die  am  Montage 
nach  dem  weißen  Sonntt^e  stattfanden :  der  Erzdiözese  Ronen 


')  Cber  die  Vorbereitaag  vgl.  man  jetzt  das  Werk  von  G.  Pivot, 
DocnineDta  relatifa  nax  ^tatg  genärauz  et  aasembl^eB  r^unie  sous  Philippe 
>*  B^  (1901)  in  der  Coli,  de  doc.  in^d.  Serie  ].  Besondera  die  Einleitung 
S-ILTff.  Kecneil  XXI,  651  f.;  Boutaric  in  Rev.  des  quast.  biet.  XI,  1  ff.; 
Hutbmann,  Wilhelm  von  Nogaret  S.  151  ff.;  Chartalarinm  nuiv.  Parisienaia 
Nr.  m  f.  129. 


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200  Papst  nnd  SOnig  bis  zam  AbacliIaB  4er  Verband lungeo. 

in  Pont-Audemer,  der  RlieJmser  Erzdiözese  in  Senlis.  Hier 
wurden  die  Delogierten  bestimml  und  allerlei  Beschwerden  und 
Wünsche  an  den  König  formuliert. 

Die  Versammlung  dauerte  vierzehn  Tage  und  war  außer- 
ordenllich  stark  besuciil;  allein  die  Vertreler  dos  dritten  Standes 
dürften  nach  Picot  inehr  als  700  gewesen  sein.  Ober  die  Er- 
gebnisse wissen  wir  nur,  dati  fast  alle  Anwesenden  dafür 
stimmten,  die  Templer  raößlen  die  Todesstrafe  erleiden.  Es 
muü  also  eine  derartige  bezeichnende  Frage  gestellt  worden 
sein!  Wahrscheinlich  hat  man  in  der  Versammlung  erst  ein 
Urteil  der  Pariser  Universität  gewünscht  nebst  einer  Absdirift 
des  Geständnisbriefes  von  Molay')!  tl^'^"  sonst  wäre  es  uner- 
klärlich, daß  Antwort  und  Sendung  erst  am  35.  Mai  erfolgten. 
Auch  jetzt  beharrt  die  Universität  t)ei  ihrer  zurückhaltenden 
vorsichtigen  Stellung,  sie  überlaut  die  Entscheidung  der  kirch- 
lichen Autorität.  Tags  darauf  zog  der  König  mit  den  Ver- 
tretern der  Versammlung  in  Poiliers  ein. 


Die  Verhandlungen  von  Poitiers  treten  erst  seil  Boutaric 
mehr  in  den  Vordei^rund  des  Templerdramas.  Boutaric  fand 
im  Pariser  Nationalarcliiv  eine  Anzahl  wichtiger  Aktenstücke, 
ohne  die  Materialien  völlig  auszubeuten;  hier  war  noch  eine 
Nachlese  möglich.  Auch  jetzt  sind  wir  noch  nicht  über  jeden , 
Voi^ang  unterrichtet  und  fehlen  auch  noch  die  Protokolle  von 
dreiliig  Verhören,  doch  lassen  sich  die  Hauptzüge  der  Ver- 
handlungen erkennen. 

Philipps  Begehren  ist  in  erster  Linie  auf  die  sofortige 
Aufhebung  des  Ordens  und  die  Verurteilung  der  Einzelpersonen 
gerichtet,  wenigstens  äußerlich  zielen  alle  königlichen  Vor- 
schläge darauf  hin:  Hat  er  das  in  Poitiers  erreicht? 

Der  feierliche  Einzug  des  Königs  erfolgte  am  Sonntag 
vor  Pfingsten,  am  20.  Mai*),    Sein  Bruder  Karl  war  wie  bei 

')  Vgl.  oben  S.  167  f. 

')   Finke   II,  .134.     Ebenso   der  gleich   za  nennende,    leider  schlecht 
erhaltene   englische  Bericht   in   der  Rev.  des  weiiUe  uvBnt«s  des  d^purie- 
ments,  4.  serie  (1867),  tome  VI,  416.    Vgl.  Holtzmsnn  p.  IGöff.; 
Exkurs  III. 


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Papet  und  Ktoig  bis  lam  Abw;lilu&  der  Verhandlungen.  201 

allen  grofien  Aktionen  so  auch  hier  an  seiner  Seite,  ebenso 
sein  zweiter  Sohn  Philipp  i),  sonst  war  nach  dem  sehr  sorgsam 
registrierenden  Johannes  Burgundi  das  Geleit  entgegen  andern 
Schilderoßgen  nicht  allzu  glänzend:  .einige  Prälaten  und 
Banne*),  Prokuraloren  oder  Syndici  der  Kapitel,  Konvente  und 
Hauptslädte* ;  anscheinend  viel  niedere  Laien.  Der  K6n^ 
wart  sich  dem  Papste  zu  Füben,  dieser  küßte  ihn  auf  den 
Hund ')  und  Äußerte  laut  seine  Freude  über  den  angenehmen 
Besuch!  Zwei  Gründe  der  Freude  gab  er  an:  Zuerst  weil  er 
mm  Papstsitz  nach  Born  jetzt  ziehen  wolle  und  er  vor  seiner 
Abreise  noch  etamal  den  König  gern  gesehen  liStte;  dann  weil 
der  Künig  in  Sachen  des  heiligen  I^andes  käme,  das  ihm  so 
sehr  am  Herzen  liege.  Warum  wohl  dei-  Papst  diese  Vor- 
spiegelung vornahm,  die  er  sich  noch  vom  König  bestätigen 
ließ,  während  doch  alle  Welt  den  wahren  Grund  der  kommen- 
den V«'handlungen  wofite? 

Dafi  die  Verhandlungen  lange  dauern  würden,  erkannte 
der  gewiegte  Berichterstatter  aus  allerlei  Anzeichen ;  Kurialferien 
waren  für  die  ,audiencia  causarum*  und  die  .audiencia  litte- 
ranim*  bis  in  die  erste  Juliwoche  angekündigt,  in  die  Häuser 
mancher  Kurialen  zog  die  Hofgesellschaft  ein. 

Mehr  als  einen  Monat  hat  der  verbitternde  RedekampF 
anf  beiden  Seilen  gedauert,  da  kamen  beide  sich  erst  etwas 
entg^en  und  erzielten  einige  praktische  Ergebnisse.  Das  Hnupt- 
redetoumicr  b^^n  im  Konsistorium  am  Mittwoch  vor  Pfing- 
sten. Wir  besauen  l>ereit8  ausführlichere  Aufzeichnungen  in  eng- 
lischen Quellen :  aber  bis  zur  Undeutbarkeit  an  manchen  Stellen 
schlecht  ül>erliefert');  nunmehr  können  wir  der  von  Burgundi 

'l  In  d«r  (Ude  Plsiaians  wird  denttich  zwisch«n  diesen  beJd«D  und 
den  andeni  Verwandleo  gcacfaiedeii.  Fiuke  II,  148.  Der  «Dglischa  Bericht 
hat  allerdings,  dafi  der  KOnig  mit  seinen  [brojthren  and  children  gekummen 
»H.    Splter  kam  der  König  Ludwig  von  Navarra. 

^  Jahaonee  Bnrgnndi  aagt  ansdracklich  von  den  Barouen:  In  conai- 
atorio  .  . .  fnit  .  .  .  rex  Fnutcie  com  baronibna  aliqaibns,  qnia  non  sunt  bir 
miütL    Fink«  II,  Ul. 

<)  Bdnw  I,  2». 

*)  SS.  rer.  Britt.  28,  Cbronica  monasterii  a.  Albani  p.  492  ff.  Dann 
dn  Bericht  in  der  Rev.  d.  ftoc.  sav.  416  ff.  Tah>meo  von  Lucca  bei  Mura- 
tori.  SS.  rer.  IUI.  Xl,  1229;  Recneil  XXJ,  661. 


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^02  Papat  und  König  bis  zum  AbscbluE  der  Verhoadlungen. 

bereits  am  80.  Mai,  tags  nach  der  Verhandlung,  aufgezeichneten 
klaren  Darstellung  Tolgen.  Das  Konsistorium  fand  im  bisherigen 
Gorichtsgemach  der  Auditoren  statt;  jetzt  bewohnte  es  der 
König.  Das  Kardinalskollegium,  wenige  Vornehme,  alle  Kurialen, 
eine  unermeßliche  Menge  von  Laien  und  Klerikern  nahmen  teil. 
Die  Hauptrede  hielt  Ritter  Wilhehn  de  Plaisians;  aljer  nicht 
er  ist  der  Verfasser  dieses  Schriftstückes,  das  uns  —  ein  sel- 
tenes Vorkommen  —  im  Entwurf  und  iu  zwei  gleichzeitigen 
Aufzeichnungen  erhalten  ist '),  .sondern  unzweifelhaft  Nogaret, 
der  hinter  den  Kulissen  arbeitende  einSu&reiche  Staatstnami, 
den  der  fortwirkende  Bannstrahl  am  persönlichen  Aultrelen 
hindert.  Ein  Meisterstück  krummwinkliger  Politik,  das  in  all- 
mählicher Steigerung  bis  zur  anmaßendsten  Drohung  auf  che 
Masse  seinen  Eindruck  wohl  kaum  verfehlt  liat.  So  war  vor 
einem  vielköpfigen  Publikum  von  einem  angeblich  treuen  Dieiner 
der  Kirche  dem  Oberhaupte  noch  nie  entg^engetrelen  worden! 

Christus  vincit,  Christus  regnat,  Christus  imperati  Mit 
diesem  Motto  setzt  die  Rede  ein  und  fügt  alsbald  eine  enorme 
Übertreibung  an :  Christus  habe  jetzt  einen  Sieg  über  seine  G^er 
errungen,  wie  seit  den  Tagen  seines  Leidens  keinen  zweiten! 
Und  so  käme  der  König  nicht  als  Ankläger,  nichl  als  Partei- 
mann, sondern  um  dem  Papste  die  groüe  Freude  zu  verkünden, 
die  jede  Kreatur  über  diesen  Sieg  Christi  empfinde.  Nach 
diesen  beinahe  wie  Hohn  klingenden  Einleitungssälzen  folgt 
das  dreiteilige  Thema:  Das  Erringen  des  Sieges  war  furchtbar 
in  seinen  Anfängen,  wunderbar  und  erfreulich  in  seinem  Fort- 
gange, der  Sieg  allgemein  anerkannt  und  unzweifelhatt  am  Ende. 

Aus  dreifachem  Grunde  war  der  Anfang  schwierig  und 
furchtbar:  wegen  der  niedem  Persönlichkeit  des  Denunzianten, 
der  Machtstellung  der  Angeklagten,  der  Furchtbarkeit  der  Ver- 
brechen. Trotz  alledem  hat  der  König,  wenn  er  auch  nicht 
sofort  geglaubt,  doch  in  seinem  Glaubenseifer  die  Sache  im 
Auge  behalten.  Als  der  Denunziant  sein  Werk  begonnen,  hat 
der  König  mit  dem  Papste  darüber  in  Lyon,  Poitiers  und  durch 
Gesandte  verhandelt.  Und  hier  flicht  der  Redner  eine  offen- 
kundige Unwahrheit  so  nebenbei  ein:    ,Und   in  dieser  Ange- 

')  FiDke  II,  135  ff.  DDd  141  ff. 


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Papet  und  Kanig  bis  Etiin  Abachtufi  der  Verliandlungan,  203 

l^enheit  ist  man  weiter  verfahren  kraft  päpstlicher  Briefe.' 
Kein  solches  Srliriflstöck  existiert,  und  Ktemens  hat  alsbald 
dagegen  protestiert.  Leicht  konnte  PlaJsians  dann  in  wirkungs- 
vollem Gegensätze  die  Macht  der  Templer  in  der  Kirche  und 
das  Entsetzliche  ihrer  Verbrechen  zeichnen. 

Der  zweite  Hauptpunkt  gab  ihm  Gelegenheit,  die  Ver- 
dienste Philipps  hervorzuheben:  Gott  hat  ihn  besonders  aus- 
emählt,  „der  in  seinem  Reiche  Dei  vicariiis  in  temporal  ibus* 
ist,  der  frommste,  mächtigste  und  reichste  Fürst.  Und  nun 
gerät  Kedner  in  Zorn:  .Darum  mögen  jene  Verfluchten 
schweigen,  die  zugunsten  der  Templer  behaupten,  der  König 
handle  so  aus  Geiz  und  Gier  nach  ihren  Reichtümern;  er,  der 
genug,  ja  mehr  als  irgendein  FQrst  der  Christenheit  besitzt! 
Darum  hätte  er  ganz  genaue  Vorschriften  über  die  getrennte 
Vern'altung  der  Templergüter  getroffen,  damit  alles  dem  h. 
Unde  zugute  komme,  obwohl  er  rechtlich  alles  sich  aneignen 
könne.  Nur  religiöser  Eifer  treibt  ihn.  Wären  die  hier  an- 
wesenden Karl  von  Vatois  oder  sein  Sohn  Phihpp  oder  der 
König  Ludwig  von  Navarra  so  wie  die  Templer,  der  König 
würde  auch  gegen  sie  nicht  anders  handeln.  Und  als  Gt^cn- 
bild  zum  König  der  „vicarius  in  spiritualibus",  der  Papst,  der 
nach  Gottes  Fügimg  nicht  von  irgend  her,  sondern  gerade  aus 
dem  glorreichen  Frankenreiche  stammen  und  seinen  Auronlhalt 
dort  mit  seiner  Kurie  nehmen  mulite.  Redner  streut  die 
interessante  Eventualität,  wenn  der  Papst  jenseits  der  Berge 
gewesen,  der  König  ihn  nicht  hätte  sehen,  die  ganze  Ange- 
leifenheit  nur  durch  Gesandte  hätte  erörtert  werden  können. 
Dann  wäre  vieles  anders  gewesen!  Und  mußte  nicht  durch 
tiottes  Fügung  der  Grotimeister  mit  fast  allen  Brüdern ')  aus 
andern  Gründen  daher  kommen-'  Und  nun  werden  nach 
diesen  beinahe  blasphemisch  wirkenden  Tiraden  die  Geständ- 
nisse besprochen.  Daß  der  Großmeister  freiwillig,  ohne  Folter, 
bekannt,  ja  vorher  schon  in  einer  Versammlung  des  könig- 
lichen Rates  Ansichten  über  die  Absolution  geäutiert,  die  durch- 
aus häretisch  geklungen  hätten.  Viele  Brüder  hätten  ohne 
Folter  ebenfalls  bekannt,  andere  allerdings  erst  mit  Hülfe  der 


')  Eine  merkwürdige  UbeTtreibnng. 

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204  pRpet  und  Kanig  bia  zum  AbBchlaS  der  Verhaudlungen. 

Folier.  Einige  haben  widerrufen,  und  nun  wagt  der  Redner 
direkt,  den  Kardinälen  —  nur  sie  können  gemeint  sein  —  eine 
Drotiung  ontgegenzusclileudern:  -, Woher  das  kommt,  weiß  der 
König  wohl!  Einige  aus  eurer  Gemeinschaft  haben  den  Temp- 
lern bedeutet,  sie  sollten  nur  sich  tapfer  halten,  denn  an  der 
Kurie  landen  sie  ihren  RQckhalt.  Man  weilä  sehr  wohl,  wer 
das  Geld  angenommen;  eines  Tages  wird  es  ans  Licht  kommen.* 
■  Im  dritten  Teile  werden  die  Gestandnisse  nacli  ihrer 
wunderbaren  Seite  vor  allem  beleuchtet  1  Wie  in  Paris  und 
in  den  verschiedenen  Gegenden  Prankreichs  die  Templer  in 
einer  Woche  gestanden,  ohne  etwas  voneinander  zu  wissen. 
Ja  selbst  direkte  Wunder  müssen  herhalten;  so  der  angebliche 
Fall  von  Beaucaire,  wo  erst  nach  dem  Geständnis  der  ge- 
schwollene Hals  des  Templers  wieder  in  seine  natürliche  Ver- 
fassung zurückkehrt,  was  alle  dortigen  Brüder  zum  Geständnis 
veranlaßt.  Dann  ein  Fall  aus  Macon,  wo  Templer  am  Kur- 
freitag  das  vorher  verehrte  Kruzifix  in  der  schmählichsten 
Weise  verunehrten.  Auch  ein  Teil  des  Schleiers,  wie  man  sich 
einen  Einblick  in  den  Orden  versctiafFl,  durch  den  kühnen 
Eintritt  von  12  Spionen,  wird  gelüftet;  aber  hier  bleibt  der 
Redner  doch  vorsichtig  schweigsam.  Hat  man  doch  sonst 
Bürgschaften  genug  lür  ihre  Schandtaten.  Ihretw^en  ist  das 
h.  Land  verloren,  in  Spanien  sind  viele  von  ihnen  Saracenen 
geworden,  und  im  übrigen  bezeugt  es  der  König  von  Frank- 
reich, und  ihm  allein  muti  man  in  diesem  Falle  glauben. 

Und  nun  kommen  die  Schlußfolgerungen:  Was  bleibt 
noch  zu  tun  übrig?  ,Nur  Deine  Erklärung,  heiliger  Vater'.* 
Keine  verurteilende  Sentenz,  sondern  nur  die  Erklärung,  dali 
jener  Orden  ein  verurteilter  sei;  denn  er  hat  sich  selbst  ver- 
urteilt. Und  so  stellt  nun  Redner  an  den  Papst  die  Bitte  im 
Namen  des  Königs,  des  Klerus,  des  französischen  Volkes,  ohne 
besondere  Feieriichkeit,  ohne  Hintergedanken,  ohne  Zügernng 
vorzugehen;  denn  Zögetn  heißt  Begünstigen.  ,Und  dann  löst 
die  Hände  der  Inquisitoren,  damit  sie  gegen  die  einzelnen 
Persönlichkeiten  vorgehen  und  sie  aburteilen  können.* 

Und  nochmals  ertönt  die  Bitte  zum  sofortigen  Einschreiten, 
denn  sonst  müßte  der  König,  und  täte  dieser  es  nicht,  die 
Barone,  und  unterließen  sie  es,  so  müßte  das  französische  Volk 


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Papst  and  RSnig  hia  mm  Abechlafi  der  VerbBndlonge».  iOh 

das  Unrecht  Jesii  Christi  räclieii;  ^rade  das  Volk  glühte  vor 
Eifer  und  wollte  schon  die  Templer  vernichten,  ohne  sich  um 
ein  Urteil  zu  kümmern;  doch  hat  der  König  es  zurückgelialten. 

Den  Schluß  gebe  ich  wörtlich  wieder:  «Sicher,  heiliger 
Vater  —  möge  es  Euch  nicht  mißfallen  — ,  verrlankt  die  Kirche 
mehr  dem  französischen  Könige  als  Euch.  Denn  viele  seiner 
königlichen  Vorfahren  haben  ihr  Blut  für  Christi  Glauben  und 
Gottes  Kirche  vergossen;  entlt^ne  Beispiele  brauchen  wir 
nicht:  sein  Großvater  heiligen  Angedenkens  Ludwig  starb  bei 
der  Ausführung  tles  Kieuzzuges.  Auch  sein  Vater  Philipp  starb 
in  Diensten  der  Kirche.  Barone  und  Völker  dieses  Reiches 
vergossen  ihr  Blut  für  den  Glauben.  Und  in  dem  Blute  dieser 
Könige  und  dieses  Volkes  ist  die  Kirche  gegründet  und  erhöht. 
In  diesem  ruhmreichsten  Staate  blüht  das  Studium  göttlicher 
Weisheit,  der  Theologie,  die  die  Kirche  erleuchtet.  Wenn  also 
der  König,  die  Prälaten,  die  Barone,  alte  Völker  dieses  Staates 
drängen  auf  die  schleunige  Erledigung  dieses  Glaubensgeschüftes, 
heiliger  Vater,  so  mf^est  du  es  auch  sofort  erledigen.  Anders 
niQssen  wir  mit.  dir  in  einer  andern  Tonart  reden!"  >) 

Nach  der  Fortsetzung  des  Tolomeo  von  Lucca  sollen  die 
folgenden  Redner  noch  mit  schwererem  Geschütz  gekommen 
scin^;  das  darf  man  wohl  als  Phrase  ansehen.  Die  Rede 
Plaisians'  lieü  sich  schwerlich  im  Ausdruck  und  in  Wirkung 
übertrumpfen.  Das  haben  auch  die  beiden  Berichterstatter 
empfunden.  Auch  Johannes  Burgundi  gibt  die  folgenden  An- 
sprachen nur  flüchtig  wieder.  Während  Plaisians  in  der  Vulgär- 
sprache geredet,  sprachen  die  beiden  Erzbisehöfe  lateinisch "). 
Der  Erzbischof  von  Narbonne,  ein  Vertrauter  des  Königs,  ver- 
glich die  Templer  mit  den  Verderbern  des  Judenvolkes,  den 
Madianiten.  Eine  schlimmere  Häresie  habe  es  nie  gegeben! 
Hätten  auch  einige  Häretiker  behauptet,  wie  heute  auch  noch 
die  Heiden,  daß  Christus  nicht  wahrer  Gott  sei,  so  hätten  ihn 
doch  alle  einen  Propheten  und  heiligmülaigen  Menschen  genannt. 
Die  Templer  aber  beschimpfen  ihn  als  Pseudopropheten.  Wer, 
[figte   er  bedeutsam    hinzu,    dem   offenkundigen   Irrtum   nicht 

')  Alias  oportet  dos  vobis  loqni  de  alio  l«ngnagio! 

*)  Idem  repet«Dte8  qnod  priinue  et  amplias  aggravantee. 

■]  LiUeraliUr. 


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ade  Papst  und  ßSnJg  bis  zum  AWhIuß  der  VerlmndluDgell. 

widersteht,  obwohl  er  es  vermag,  beteiligt  sich  an  der  SciiuM. 
Das  gelte  vor  allem  von  einem  Prfllaten!  Auch  dieser  Redner 
drängt  auf  schleunige  Erledigung,  indem  er  auf  die  (Gefahren 
hinweist,  wie  bei  dem  Funlten  des  Ärrius,  der,  nicht  rechtzeitig 
gelöscht,  die  ganne  Welt  in  Flammen  setzte! 

Leider  hat  Burgundi  von  den  Worten  des  beriUimtesteii 
Theologen  damaliger  Zeit,  des  Aegidlus  Colonna,  damals  Erz- 
bischof von  Bourges,  nichts  weiter  aufbewahrt  als  die  Ein- 
leitung; .Nunc  flens  dico  de  inimicis  crucis  Christi.*  Er  habe 
inhaltlich  ganz  wie  sein  Vorredner  gesprochen,  .licet  per  altera 
verba". 

Dann  sprach  einer  für  die  Barone,  ein  Pariser  Bürger 
für  die  «lingua  Gallica'  und  ein  Bürger  von  Toulouse  für 
Toulouse  und  Montpellier  und  die  ganze  .lingua  Occitana". 
Schleunigste  Erledigung  der  Sache!  wiederholten  auch  sie 
immerfort '). 

Dann  erhob  sich  der  so  tief  gekrfinkte  Papst.  Dali  die 
Prälaten  die  Bösen  hassen,  die  Guten  lieben  müssen,  enthielt 
sein  Vorspruoh,  und  er  begrimdete  es  mit  biblischen  Beispielen; 
vor  allem  aber  mü^te  es  der  höchste  Prfilat,  ,qui  est  Dei 
vicarius".  Aber  —  lautete  sein  Thema  weiter  —  »setzt  einen 
Gericlitshof  ein  an  den  Toren".  Gott  selbst  hat,  als  er  auch 
in  Sodom  durch  seine  Engel  erst  eine  Untersuchiing  veran- 
staltete, den  Prülaten  den  Weg  gewiesen,  den  sie  wandeln 
müssen. 

Und  dann  crZilhlte  er  über  seine  Beziehungen  zu  den 
Templern:  Vor  seiner  Wahl  habe  er  wenig  Templer  gekannt, 
denn  in  seiner  Heimat  schlössen  sich  wenige  Adlige  dem  Orden 
an;  als  Papst  habe  er  den  Orden  und  seine  Glieder  liebge- 
wonnen, da  er  sie  für  gut  hielt.  Sind  sie  so,  wie  man  sie 
beschuldigt,  so  wird  er  sie  hassen  und  g^en  sie  vorgehen, 
wie  es  die  Ehre  Gottes  erfordert.  Das  wird  er  mit  den  Kardi- 
nrden  schnell  und  in  Kürze  ausführen,  allerdings  nicht  üb«%ilt. 
sondern  mit  ehrlicher,  reifer  Überlegung,  wie  es  sich  für  die 
Kirche  Gottes  geziemt. 

Das  wiederholte  der  Papst  nunmehr  in  der  Volkssprache 
und   in   ihr  fuhr  er  fort:   Wahr  sei,  daß  der  König  in  Lyon 

')  Also  aeclis;  Tolamen  vou  Lucca  bat  Septem  arringantflS  ex  parU  regia- 

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fapst  nnd  tCGnig  bis  zum   Abschlafi  der  Verhuid langen.  iOl 

und  PoUiers  Unterredungen  mit  i)im  In  der  Templer&ache  ge- 
habt; seiner  Antwort  entsinne  er  sich  nicht  mehr,  da  die  letzte 
l'nterredung:  ganz  kurz  gewesen.  Dann  habe  Magister  GcofIW>i 
du  Plessis  mit  ihm  im  Auftrage  des  Königs  gcsproclien.  Das 
weiß  jedoch  der  Papst  bestimmt,  ,dati  niemals  durch  den  König 
die  Gefangennahme  auf  (^rund  päpstlicher  Briefe  vorgenommen 
ist!  Doch  glaubt  er,  daß  der  Inquisitor  einen  ganz  allgemeinen 
Auftrag  •)  seitens  seiner  Vorgänger  besitze. 

Hit  einer  gewissen  Schärfe  ging  Ktemens  dann  auf  die 
anmaßenden  Schlußworte  Plaisians'  ein:  Die  Kirche  sei  ge- 
t^rOndet  im  Btute  Christi,  der  Apostel,  die  alle  Märtyrer  ge- 
wesen, der  Päpste  der  ersten  vier  Jahrhunderte,  die  fast  alle 
[nr  den  Glauben  geblutet  hätten,  (iewiß,  er  selbst  habe  für 
die  Kirche  noch  nicht  viel  getan;  er  habe  Ehrenstellen  in  der 
Kirche  tiekommen,  freilich  nicht  ohne  Lasten.  Was  äußerlich 
schön  erscheine  in  Gewändern  und  sonst,  ergötze  ihn  nicht 
viel,  denn  die  Last  sei  inwendig  um  so  gn'^fier.  So  viel  sei  ihm 
die  Kirche  wert,  daß  er  Itir  die  Verteidigung  des  (ilaubens 
bereit  sei,  Tod  und  Martyrium  zu  erdulden. 

Diesen  würdigen  Worten  schloß  der  Papst  —  leider  möchte 
tnan  si^n  —  noch  den  bei  ihm  unvermeidlichen  Lobhymnus 
auf  Philipp  den  SchAnen  an:  Er  habe  niemals  geglaubt,  datJ 
der  König  aus  Geldgier  so  gehandelt,  sondern  er  halte  es  für 
ausgemacht,  daß  er  vom  Glaubenseifer  dazu  getrieben  werde. 
Das  gehe  auch  schon  daraus  hervor,  daß  er,  wie  betoiit  worden, 
keine  Ahsichten  auf  die  Güter  habe,  sondern  sie  für  die  Kreuz- 
zugsangelegenhciten  zur  Disposilion  der  Kirche  stelle.  Dabei 
unterlief  dem  Papst  ein  charakteristischer,  hei  ihm  öfter  wieder- 
tehrender  Fehler,  wie  der  Berichterstatter  hervorhebt.  ,Zur 
Disposition  der  Kirche"  hatte  Plaisians  gar  nicht  gesagt;  was 
Klemens  wünschte,  das  spiegelte  ihm  seine  Phantasie  als  vom 
G^mer  schon  angeboten  vor.  Noch  einmal  betonte  er  seine 
und  der  Kardinäle  Bereitwilligkeit,  schnell,  aber  mit  reiflicher 
Überlegung  vorzugehen;  er,  der  Stellvertreter  Christi,  sei  ja 
zuerst  dazu  t^rufen"  *). 

')  HerkwQrdig  unbestimmt. 

*)  Darsn  aeblob  aich  die  F;rt«ilung  eines  Alilaasea  fOr  alle,  di?  fUr 
■bn  uro  Erlenclitang  in   dieser  Angelegenheit  beteten. 


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ä08  ^fipst  nnd  K5nig  bia  2Dm  Abscblnfi  dar  VerhuidlnDgail. 

Natürlich  genügte  dieses  allgemeine  Zugeständnis  dem 
Könige  und  den  Seinen  nicht;  nicht  sofort,  wie  Prutz  meint, 
sondern  mehr  als  14  Tage  später,  am  14.  Juni'),  hegann  lier 
zweite  Ansturm.  Auch  diesmal  besitzen  wir  unzwcifelhnß  ~ 
was  bislang  völlig  übersehen  wurde  —  die  einleitende  Rede^), 
und  auch  diesmal  ist  es  höchstwahrscheinlicli  Nogarct,  der  das 
Material  geliefert  hat*). 

Wenn  Christus  sc^ar  die  Frage  stellte:  Wer  von  euch 
kann  mich  einer  Sünde  beschuldigen,  wenn  Petrus  von  Christus, 
aber  auch  von  Paulus  getadelt  wurde,  dann  —  beginnt  der 
Redner  —  darf  auch  der  Hirt  der  Kirche  von  den  Geringsten 
MaliDungen  und  Warnungen  entgegennehmen.  (Jnd  nun  wendet 
er  sich  zur  Templersache,  die  spruchreif  ist.  Nicht  als  An- 
kläger*), sondern  als  Eiferer  für  den  Glauben  erscheint  der 
König  hier,  obwohl  ihn  viele  anspornen,  kraft  eigener  Autorität 
den  Orden  auszurotten.  ,  Als  rücksichtsvoller  Sohn  hat  er  drei«-lei 
von  dir  erbeten  ^),  data  Du  die  französischen  und  fremdlän- 
dischen  Prälaten  anspornst,  in  ihren  Diözesen  gegen  die  ein- 
zelnen Templer  vorzugehen;  da&  Du  die  Susp^sion  der  In- 
quisitorengewalt wieder  aufhebest;  daß  Du  endlich  durch 
apostolische  Provision  den  Templerorden  aus  der  Kirche  be- 
seitigst." 

Die  ausweichende  Antwort  des  Papstes  habe  viele  ver- 
wundert, alle  hätten  starkes  Ärgernis  daran  genommen.  Es 
gibt  ja  manche,  die  an  die  päpstliche  Gunst  für  den  Orden 

')  J)tT  englische  Bericht  echlieBt  hd  iliia  erste  KonsistoriDin  nn  (p.  4171: 
Upon  Frid&;e  next  afl«r  the  feaet  .  .  ,  lioly  troughe,  being  the  eigblli 
cftlendes  of  Julye;  wahrscheinlich  mufi  statt  8  hier  18  stehen;  dann  mmmt 
es:  XVIII  kalendaa  Julü  ist  der  14.  Juni,  das  war  Freitag  nach  Dreihltigkfit. 

')  Not.  et  ICitr,  XX,  182  ff.  —  Fflr  den  Cbaralcter  der  Red«  apriebt 
die  ganze  Form;  Puter  aaDctissime,  pBt«r  aancte,  sanctitas  veatn  nav. 
IcGnnen  doch  nur  in  einem  Schreiben,  uad  als  aolchea  ist  das  StDcb  niciit 
unterzubringen,  oder  in  einer  Rede  vorkommen.  Boutario  (p,  lT2i  hat  den 
Text  des  von  ihm  edierten  Stdcbes  ganc  Tnißverstanden. 

')  Eine  Anzahl  Stellen  stiminen  mit  Nogarets  Schrift«a.  Das  ial 
Dlrigens  such    von  Scholz,    Die  Publizistik  S.  869  Anm.  17   aehoo  erkaniil. 

*)  Diese  Stelle  stimmt  .fast  wQrtlich  mit  der  wiederholt  erwlbolfo 
Tttselharten  Nr.  .14  in  Dupuy,  Traitez  p.  91. 

')  Reverenciani  vestrain  adhiens  tria  reqnisivit  (rex).  Hierdurch  isl 
Zeit  nnd  Oit  gesichert.    Das  kann  nur  die  Zusaoimenknnft  iu  Paiti»rs  Gein. 


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P«p8t  imd  ^Bnig  bis  Eom  Abschlug  der  Verband lungen.  209 

glauben ,  was  man  auch  einigen  Kardinälen  zutraut ;  denn 
dessen  rühmen  sich  ja  die  Templer  in  Wort  und  Schrin. 
Andere  l)e(;innen  an  die  Templerschuld  zu  zwelTeln,  da  es  der 
Papst  ja  auch  tut.  Rasche  Abhüire  müsse  der  Papst  schaffen 
—  dafür  zitiert  der  hibelkundige  Verfasser  allerlei  Stellen, 
aucli  —  ganz  wie  Nogaret  im  Frühjahr  —  das  Beispiel  des 
ürgemisnehmenden  Bruders ').  In  immer  neuen  Wendungen 
sucht  der  kühne  Redner  zn  spornen;  denn  tut's  der  Papst 
nicht,  dann  tun  es  Fürsten  und  Völker.  Wenn  das  .hrachium 
ecclcsiasticuin "  versagt,  so  tritt  das  .hrachium  seculare'  ein, 
fehlt  dieses,  so  erscheinen  ,pedes  et  alia" ;  wo  Gefahr  im 
Voi'zuge,  da  gibt's  keinen  Richter,  da  tritt  jeder  fflr  sich 
selbst  ein. 

Es  naht  das  Schreckbild  der  Häresiehegünsligung;  sonst 
so  oll  gegen  Freund  und  Verehrer  der  Häresie  angewandt, 
diesmal  dem  Papste  selbst  voi^ehalten!  Anastasius  war  an 
sich  ein  würdiger  Papst,  und  doch  zog  ihn  die  Schwäclie 
gegen  Äcacius  ins  Verderben.  Noch  mehr!  Die  Kirclie  selljst 
ist  in  Gefahr.  Schon  wankt  weithin  der  Glaube,  schon  be- 
ginnen weite  Kreise  die  Kirche,  die  lau  sich  verhält,  zu  ver- 
achten. Schon  brennen  die  Häuser  der  Edelsten.  Und  so 
Höht  denn  die  ganze  Gallikanische  Kirche:  ,Ins  Feuer!  ins 
Feuer  mit  ihnen!  Hülle,  Hülfe!"  .Schüttele  die  Schläfrigkeit 
von  Dir  ab  und  lasse  Dich  nicht  von  den  Fesseln  des  Teufels, 
allerlei  sophistischen  Gründen ,  umschlingen !  Sonst  wartet 
Deiner  Helis  Geschick,  der  den  Hals  brach.  Oft  ist  keine  Ord- 
nung besser  als  pünktliche  Ordnung.  Was  darf  es  uns  küm- 
niorn,  wer  die  Verbrechen  der  Templer  bloßgelegt,  mögen  es 
auch  Laien  und  nicht  zünftige  Inquisitoren  sein  ^).  Diese  An- 
gdegenheit  triffl,  alle,  alle  sind  berufen  zur  Voitei<li}jung  des 
Glaubens.' 


')  Finke  II,  107  oben. 

*)  Nee  est  cnranduiii,  onde  clamerint  crjr 
Bi  coram  lairis,  non  dicam  iaquieitoribus,  vel  eiu« 
narÜB  clamerint  peccata  predicta.  Eine  buchst  interessante  .Stello,  worans 
bervorgeht.  dnS  onch  jetzt  noch  von  päpstlicher  Seite  gegen  die  Unter- 
saehang  der  Templer  durch  die  Laien kommissare.  d.  li.  die  küniglichen 
Beamten,  proteeticrt  wird,    Not.  et  Extr.  XX,  ltf6. 

Fink«.  FaiKttnm  nnil  rnterxBiiK  äe\  Templerordaiii.    I.  14 


izecyGOOglC  I 


219  Pnpet  ond  Ksnig  bis  sum  Abacblofi  der  Verhondlaogen. 

Wie  im  ersten  Konsistorium  muß  auch  diesmal  Plaisiaos 
die  Rede  vorgetragen  ')  und  dann  zu  einer  EntschelduDg  ge- 
drängt haben.  Nach  dem  von  jetzt  an  fast  allein  als  Quelle 
dienenden  verstummelten  englischen  Bericht  betonte  der  Pat>st 
den  geistlichen  Charakter,  die  privilegierte  Stellung  des  Orden;. 
Seien  die  Templer  wirklich  schuldig ,  so  könnten  weltlidie 
Forsten  und  Laien  sie  nicht  richten;  nur  die  Kirche.  Nur 
mit  vorsichtiger  Beratung  könne  die  Untersuchung  gegen  sie 
geführt  werden.  Plaisians  wies  auf  das  allgemeine  Geständnis 
hin,  darum  sei  Verzögerung  vom  Übel.  Klemens  erklärte,  dati 
auch  Unschuldige  unter  dem  Zwange  oft  Schlimmes  gestanden 
hätten,  und  selbst  im  Falle  der  Schuld  kOnne  das  Templer- 
geständnis  nicht  als  gesetzmäßig  gelten.  Plaisians  stellte  sie 
tief  unter  die  Juden  und  Saracenen,  Der  Christ  besitze  das 
Hecht,  solche  Leute  zu  töten  oder  ihnen  wenigstens  Widerstand 
zu  leisten  als  Feinden  Christi.  Mag  sein,  meinte  der  Papsl, 
daü  sie  so  schlimm  seien,  dann  hat  der  Christ  die  Verpflich- 
tung, sie  zu  verachten  und  ihre  Gesellschaft  zu  fliehen,  aber 
zum  Tode  können  sie  nur  mit  Zustimmung  der  Kirche  v^^ 
urteilt  werden.  Sind  auch  die  Templer  im  Bereich  der  fran- 
zösischen Krone  schlimm,  so  braucht  darum  doch  der  ganze 
Orden  noch  nicht  ausgetilgt  zu  werden.  Wie  dieses  ganze 
Zwiegespräch  nur  bruchstückweise  erhalten  ist,  so  vor  allem 
der  Schluü.  Vielleicht  trißl  man  den  Sinn  der  päpstlichen 
Worte,  wenn  man  so  deutet,  daß  er  nicht  weiter  voi^ehen 
werde,  solange  nicht  Personen  und  Güter  in  seiner  Gewalt 
seien;  erst  dann  glaube  er,  ein  solches  Urteil  fällen  zu  können, 
das  dem  Allmächtigen  gefalle,  die  Kirche  stärke  und  den  Ab- 
scheu vor  der  Häresie  fördert.  Dabei  richtete  Klemens  direkt 
an  den  König  die  Frage,  wann  er  ihm  Personen  und  Güter 
überantworten  werde.  Der  König  hielt  noch  erst  weitere  Be- 
ratungen für  nötig. 

Wahrscheinlich  laufen  diese  königlichen  Gelieimberatungen 
neben  den  öffentlichen  Verhandlungen  her.  In  zwei  höchst 
merkwürdigen  Schriftstücken  sind  die  springenden  Punkte  wohl 
bis  zum  27.  Juni  festgestellt  worden.     Denn  von  diesem  Tage 

')  Vgl.  deo  engliachen  Bericht  in  der  Rev.  dm  eoo.  mt.  VI  p.  411. 

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Papst  und  KSoig  his  mm  Abschluß  der  Verhandlungon.  ätl 

datieren  die  beiden  entscheidmden  Urkunden  Philipps,  indem 
er  auf  seine  Gewalt  über  Personen  und  Güter  der  Templer 
zugunsten  des  Papstes  verzichtet  <).  An  diesem  Ta^e  führt  er 
dem  Papste  eine  kleine  Zahl  Templer  zu,  am  folgenden  be- 
ginnen die  Verhöre  der  72  aos  königlicher  Gefangenschaft  ent- 
lassenen und  dem  Papste  zu  seiner  freien  Verfügung  t;ciialtenen 
Ordensmitgliedcr.  Auch  die  ersten  päpstlichen  Urkunden  vom 
j.  Juli  beben  hervor,  datt  schon  eine  Reihe  Akte,  die  in 
den  Vereinbarungen  bezeichnet  sind,  bereits  vorher  vollzogen 
wurden  *). 

Beide  merkwürdige  Dokumente-'')  ~  das  eine  die  kAiiig- 
liolie,  das  andere  die  pilpstliche  Auffassung  fixierend  —  sind 
in  engster  Beziehung  zueinander  und,  was  vielleicht  noch  inler- 
es^nler  ist,  auch  zu  den  ausführenden  Urkunden  beider  Teile 
nbgcfa&t ').  Der  königliche  Vorschlag  dürfte  der  ursprüngliche 
$ein;  er  ist  knapper,  an  ihn  knüpft  die  päpstliche  Erwiderung 
mit  charakteristischen  Erweiterungen  an.  Ob  wir  eine  gemein- 
same Arbeit  N<^aret8  und  des  päpstlichen  Nepoten  Raimund 
vor  uns  haben?  Personen-  and  Güterfrage  wird  genau  ge- 
schieden. 

Den  Vortrügen  Plaisians'  entsprechend  wird  in  der  Per- 
sonentrage als  Basis  vom  Könige  Aufhebung  des  Verbots  der 
bischöflichen  Inquisition  gefordert;  dann  sollen  den  nischöfen 
die  Templer  formell  überleben  werden,  wenn  sie  aucli  tat- 
sächlich in  den  Händen  des  Königs  bleiben  ,ad  requestam 
ecclesie".  Alles  Weitere  findet  sich  später.  Die  päpstllclic 
Forderung  lautet  auf  Übergabe  an  den  Papst,  dann  wird  als- 
bald die  Freigabe  der  Prälaten  und  die  tals<\chtiche  Überlassung 
der  Personen  an  die  königliche  Gewalt  erfolgen,  doch  muß  der 
König  sich  zur  Auslietening  auf  kirchliches  Ansinnen  stets 
verpflichten.  Soweit  ließen  sich  die  beiderseitigen  Anschauunj^en 
zusammenbringen.    Was  soll  nun  aber  fürderhin  mit  den  Einzel- 

'l  Vgl.  Rev.  des  queot.  bist.  XI,  15  f.  Die  zweite  hat  irrig  XXXII 
»I«tt  XXVII.  ')  Vgl.  z.  B.  Coli,  de  doc.  indd.  Mel,  Hist  II.  422. 

')  Rev.  de«  qneat.  bist  XI,  9  (königlicher  Vorschlag),  II  (pSpstlicher). 

*)  Z.  B:  In  beiden  Vorschlagen  steht  fast  ObereinstimmeQd :  Deus 
inipinTit  tam  d.  summo  pontifici  qnam  regi.  Die  AusfDhningsurkund» 
Philipps  vom  9.  Jali  beginnt:  Inspiravit  snnctitati  vestre  spiritus  .  .  . 

14* 


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äl2  fapst  aai  Kfinig  bia  zum  Abachlafi  der  Verbaadlungea. 

Personen  geschehen?  Das  wird  in  dem  päpstlichen  Schrifl- 
stück  genau  bestimmt:  Neue  Inquisition  in  den  einzelnen 
Diözesen  durch  die  Bischöfe  unter  Hinzuziehung  päpstlicher 
Vertrauensmänner;  die  Entscheidung  über  das  Geschick  der 
einzelnen  bleibt  den  Provinzialkonzilien  vorbehalten,  mit  Aus- 
nahme der  fünf  Hauptwürdenträger  —  des  Großmeisters,  des 
Generalvisitators  von  Frankreich,  der  Gro^präzeptoren  von 
Cypem,  der  Normandie  und  Aqtiitanien  — ,  deren  Inquisition 
der  Papst  sich  vorbehält. 

Die  Güterfrage  war  bislang  in  den  peinlichen  Debatten 
zu  Poitiers  kaum  berührt  worden.  Warum  zunächst  mich-' 
Das  stand  ja  durch  unzählige  Wiederholungen  fest,  und  seit 
den  drohenden  ÄufJerungen  Plaisians'  hatte  wohl  niemand 
öffentlich  daran  gezweifelt,  daß  der  König  ,non  typo  avaritie*- 
die  Hand  auf  sie  gelegt.  Aber  der  Papst  verlangte  sie!  So 
zieht  denn  der  König  seine  Hand  von  ihnen  zurück,  und  beide 
Parteien  erklären  ausdrücklich:  Nur  für  das  h.  Land  sollen  sie 
und  ihre  gesamten  Einkünfte  verwendet  werden.  Die  Ver- 
waltung wünschte  der  königliche  Vorschlag,  unter  Oberaufsiclit 
der  Bischöfe,  zwei  von  Bischof  und  König  zu  ernennenden 
Administratoren  in  den  einzelnen  Diözesen  anzuvertrauen;  zu 
der  jährlichen  Rechnungsablage  möge  der  Papst  Superinten- 
denten ernennen.  Die  Gelder  selbst  sollten  in  den  königlichen 
Kassen  deponiert  und  den  Bischöfen  darüber  Bescheinigungen 
ausgestellt  werden.  Wohl  schiebt  der  päpstliche  Entwurf  den 
Staatsvertreter  in  der  Verwaltung  zunächst  beiseite;  denn  nur 
der  Papst  soll  einen  (General-)Adininistrator  und  jeder  Biscliof 
in  seiner  Diözese  einen  speziellen  Verwalter  bestellen.  Aber 
durch  das  Zugeständnis,  daß  der  König  seine  besondern  Ver- 
trauenspersonen hierzu  dem  Papst  und  bestimmten  Bischöfen 
vorschlagen  darf,  in  vollstem  Geheimnis,  und  diese  kirchlichen 
Oi^ne  dann  diese,  und  nach  ihrem  Tode  ihre  Nachfolger,  in  ähn- 
licher Weise  auch  die  Rechnungsabnehmor  auswählen  dürfen'), 

')  So  ist  weDigsteDB  d«r  Entwurf  am  nnttirlicbaten  ta  deuten.  In 
der  epStern  urkDDdlichen  AuafDbrang  wird  eine  iindero  Deutung  gegeben: 
Zu  den  päpstlicboD  GeneralkuTatoren  und  den  biacbSflicben  einzelnbn  Ad- 
ministratoren kann  der  König  bestimmten  PrRlaten  einzelne  PersOnUcbkeiteo 
nennen,  wclrlio  neben  den  püpatiiclien  und  bJBchOflicfa^n  Beftmten  fangier^D. 


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Papst  and  KSaig  bia  lam  Abachlufi  der  Vei^ftodlungsn.  218 

ist  der  eigentliche  Zweck  des  kirchlichen  Vorschlages,  die  Ver- 
waltung in  sicherere,  vom  König  unabhängigere  Hand  zu  bringen, 
völlig  illusorisch.  Von  mindeier  Bedeutung  sind  dann  die  Zusagen 
beider  Teile,  welche  den  ausschließlichen  Gebrauch  der  Gelder 
zu  Kreuzzim;3zwecken  auch  fQr  die  Zukunft  sichern  sollen. 

Von  päpstlicher  Seite  wurde  der  Vorsehlag  als  provisorisch 
angesehen;  alles  soll  nur  bis  zur  cndgQltigen  Entscheidung 
über  das  Geschick  des  Ordens  gelten.  Vor  der  Abreise  des 
K'ön^  aus  Poitiers  wird  der  Papst  einen  passenden  und 
ehrenhaften  W^  ausfindig  machen,  auf  dem  diese  Entscheidung 
über  den  Orden  getroffen  werden  kann '). 

Persönlich  muß  dann  der  Papst  für  eine  andere  Ange- 
legenheit, die  dem  König  so  sehr  am  Herzen  lag,  nur  schwer 
zu  gewinnen  gewesen  sein.  Der  Generalinquisitor  Wilhelm  von 
Paiis,  Beichtvater  des  Königs,  hatte  mit  diesem  die  schlimmen 
Verhältnisse  inszeniert,  aus  denen  jetzt  kaum  ein  Ausweg  zu 
luiden  war,  und  ihn  hatte  dafür  die  Strafe  der  Suspension 
getroffen-  Sie  mußte  der  Papst  aulheben!  Er  tat  es^),  ob- 
gleich es,  wie  die  oft  zitierte  Stelle  lautet,  .wider  seine  Ehre 
ging",  und  in  der  Aufhebungsbulle  vom  5.  Juli  hat  Klemens 
seinem  Groll  noch  einmal  scharfen  Ausdruck  verliehen^).  Nicht 
allein,  nur  in  Verbindung  mit  den  Ordinarien  durfte  er  — 
und  das  gleiche  sollte  von  den  andern  französischen  Inquisi- 
toren gelten  —  gegen  die  einzelnen  Templer  die  Untersuchung 
leiten.  Wir  hören  darum  auch  nichts  mehr  von  Wilhelms 
Tätigkeit  *). 

Ob  du  in  dem  pApstlichen  Entwurfs  liegt?  Dniin  mOfite  docli  .nddeiit* 
aUU  ipDoeDl'  stehen.  Ober  die  kfinigliche  Teilnahme  »n  der  RxchDungs- 
tblige  ist  keine  Urkunde  aurgestellt,  Sie  war  ja  aach  kaum  nOIig,  da  der 
König  Mieb  bo  alles  in  Hilnden  hatte. 

')  Ei^r  bleibt  also  eine  starke  Unklarheit 

')  Dia  Stelle  Rev.  des  qneet,  hiat.  XI,  12  ist  inkorrekt:  Item  de 
rMtitQtione  inquIaitoriB.  quia  res  tantnm  habet  cordi,  feciat  s  pontifex, 
licet  videalnr  contra  honorem  euum  facerc,  poese  buuid  cum  collegio,  quod 
piüenter  totleretur,  quod  una  cum  ordinariis  BSsociandis  procedat  coatra 
sia^lareB  perwnaE  ordiaia  Templi.     Bibl.  Nat.  üod.  1091S  f,   112, 

•l  CoU.  de  doe.  in^d.  Hei.  Hist.  11,  424. 

'}  Noch  in  der  Anordnung  der  Klementinen,  die  eine  stärkere  Heran- 
liehnag  der  BiechSfe  bei  der  Inquisition  betonen,  glaubt  man  dis  Einwirkung 
dieser  VerbältniaM  zu  aeben. 


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214  Papst  and  KQuig  bis  zum  AbBchlufi  der  Verb  and  lungen. 

Worin  besteht  die  Bedeutung  dieses  Abkommens,  das 
während  des  Juli  urkundlich  fixiert  wurde?  Hat  der  Papst 
nunmehr  in  allem  nachgegeben,  wie  in  allen  Darstellungen 
betont  wird?  Denn  „was  nun  noch  folgi,  ist  teils  at)sichtliches, 
teils  unabsichtliches  juristisches  Gaukelspiel,  um  den  Justizmord 
so  gut  als  möglich  :!u  maskieren',  sagt  einer  der  schärfsten 
Tadler.  Um  ein  sicheres  Urteil  zu  Ollen,  müssen  wir  fragen; 
Was  wollte  der  König  und  was  wollte  der  Papst,  und  was 
haben  beide  durch  die  Verträge  erreicht?  Nach  dem  Wort- 
laut der  FrOhjahrspaniphlete  und  der  Beden  Plaisians'  muü 
man  schließen,  der  König  wollte  baldige  Vernichtung  der  ver- 
hörten und  für  schuldig  befundenen  Templer  wie  des  ganzen 
Ordens.  Doch  muäten  der  König  und  seine  RSte  bald  heraos- 
finden,  da^  ein  nochmaliges  Verhör  nicht  zu  umgehen  war; 
und  darum  erklären  sie  sich  einverstanden  mit  der  neuen 
Inquisition,  die  aber  nicht  am  Mittelpunkt  der  Kurie,  sondern 
in  den  einzelnen  Diözesen  stattzufinden  liat,  und  darum  das 
Drängen  auf  Freigabe  der  bischöflichen  Inquisition.  Woran 
der  König  aber  festhält  ist:  schleunigste  Aufhebung  des  Ordens; 
dadurch  wäre  die  Personen-  wie  die  Güterfrage  ja  au&er- 
ordenllich  vereinfacht  worden. 

Was  will  der  Papst?  Verkehrt  wäre  es,  ich  betone  es 
nochmals,  zu  glauben,  daß  er  jemals,  d.  h.  seil  Sommer  1307, 
völlig  vou  der  Unschuld  der  Templer  überzeugt  gewesen;  sein 
Zweifel  wurde  sicherlich  mit  der  Zeit  immer  stärker,  und  da- 
durch verlor  er  noch  die  wenige  Widerstandskraft  Philipp 
gegenüber.  Sein  Gewissen,  auch  Klemens  V.  müssen  wir  ein 
solches  zusprechen,  beruhigte  sich  nicht,  bevor  nicht  das  hier 
allein  legitime  kirchliche  Gericht  gesprochen  hatte.  Die  großen 
Mängel  des  königlich -kirchlichen  Verfahrens,  wahrscheinlich 
auch  die  Härte  desselben,  kannte  er  genau.  Seine  Auffassung 
der  ihm  zuströmenden  mündlichen  und  schrifliichen  Nachrichten 
über  den  TenipIerprozeB  hat  er  den  französischen  Bischöfen 
gerade  in  diesen  Tagen  in  einer  merkwürdigen  Expektoration 
bekannt;  bis  zum  letzten  Augenblicke,  bis  Ende  Juni  dürfen 
wir  sagen,  blieb  er  dabei:  de  quibus  modicam  habebamus 
vcrisimilem   coniecturam   nee   ad  illa  credenda  noslre  mentis 


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P»pst  Dod  EGnig  bia  luin  Abschlag  der  Tarhandlungen.  216 

oppinio  poterat  inclinari ').  Also  bei  einer  nochmaligen,  rein 
kirchlichen  Inquisition  beharrte  er. 

Wie  sollte  er  sie  at>er  Tomehmen  lassen?  Beinahe  3000 
Menschen,  so  viele  waren  allein  aus  Frankreich  —  und  nun 
die  aulJerfranzösischen !  ~  konnten  doch  Papst  und  Kardinals- 
|[oIleg  unmöglich  allein  verhören,  abgesehen  von  der  UnoiJ^- 
lichkeit,  sie  alle  nach  Poitiers  zu  schaffen.  Er  hat  einen 
Augenblick  an  besondere  Inquisitoren  gedacht-);  würden  sie, 
wie  die  Sache  ]ag,  etwas  anderes  erzielt  haben?  Schließlich 
blieb  er  bei  seinen  legitimen  Mitarbeitern  stehen,  den  fran- 
zösischen Bischöfen:  qui  estis  in  partem  sollicitudinis  advocati; 
aber  nicht  sie  allein,  ein  besonderes  Kollegium,  aus  Kanonikern, 
Franziskanern  und  Dominikanern  bestehend,  sollte  ihnen  helfen. 
Sie  alle  kann  man  doch  nicht  als  königliche  Kreaturen  be- 
zeichnen, wenn  man  nicht  die  ganze  französische  Kirche  als 
verrottet  ansehen  will. 

Kiemens  wollte  damals  persönlich  noch  eine  milde  Be- 
strafung der  Templer.  Ich  weise  hin  auf  die  Andeutungen, 
daS  (SC  die  reuigen  Templer  der  Verteidigung  des  h.  Landes 
wieder  zufahren  wollte;  und  darum  wohl  die  wütende  Hetze 
des  königlichen  Gefolges.  Ob  er  damals  die  Erhaltung  des 
Ordens  Selbst  noch  für  möglich  gehalten,  in  der  ursprünglichen 
oder  in  einer  abgeänderten  Form?  Wir  wissen  es  nicht. 
Sicher  ist  nur,  daS  er  die  Entscheidung  darüber  nicht  sobald 
fallen  wollte,  während  sie  für  den  König  die  Hauptsache  war. 
Möglicherweise  ist  die  dunkle  Äuljerung  in  dem  päpstlichen 
KompromiS  nicht  ungewollt.  Bedeutete  die  ,via  rationabilis 
et  honesta",  fQr  welche  Klemens  vor  Abreise  Philipps,  also 
noch  im  Juli,  soi^n  wollte,  eine  endgültige  Entscheidung  oder 
nur  die  Einleitung  zu  einer  solchen?  Letzteres  hat  Klemens 
durch  die  Ankündigung  des  Generalkonzils  beabsichtigt,  ersteres 
hat  der  König  gewollt.  Beide  blieben  hier  auf  ihrem  Stand- 
punkte stehen,  und  so  zeigt  sich  denn  die  merkwürdige  Er- 
scheinung, da&,  obwohl  seit  Juli  1308  Klemens  V.  an  die 
Sdiuld   der  Templer  glaubt  und  nunmehr  auch   entschieden 

■)  H«l.  Hiat.  II,  420. 

*  IntendabBt  mittere  episeupos  AtiqnoB,  qai  simul  cum  ordinariia  . .  . 
iDqoirareDt  et  demnni  p«r  »e  ioquirereot.    Ftnke  II,  152. 


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216  Papet  und  KOuifc  bis  zum  Abscfalufi  der  Verhandiungen. 

darnac))  handelt,  docli  auch  fernerhin  eine  gereizte  Stimmui^ 
auf  köni^riieher  Seite  in  der  Teiiiplerangelcgenheil  bleibt,  die 
niclit  durch  das  Verhalten  des  Papstes  in  den  andern  gleidi- 
zcitigen  poHtischen  Verhältnissen  zu  erklären  ist.  Kleinens  hat 
der  königlichen  Partei  doch  zuviel  Schwierigkeiten  gemacht; 
noch  heinuiie  4  Jahre  existierte  der  Orden  und  war  in  dieser 
Zeil  ein  ilcnnnnis  üQr  die  französische  Politik,  und  dann  blieb 
auch  von  den  Gütern  des  Ordens  nur  ein  großer  Raub  in  den 
Händen  des  Staates.  Beides  hatte  die  von  Tours  nach  Poitiers 
ziehende  Vertretung  des  geistlichen  und  weltlichen  Frankreich 
nicht  geahnt. 

Das  soll  keine  Apologie  der  päpstlichen  Politik  seni;  eine 
tatkräftige  Naiur  hätte  vielleicht  auch  jetzt  noch  die  schmäh- 
liche Umklammerung  gesprengt;  ein  Bonifaz  VIII.  hätte  jeden- 
falls niciit  Günstlinge  des  Königs,  wie  den  Erzbischof  von 
Nurhonne  und  den  Bischof  von  Bayeux  in  die  besondere 
päpstliche  Kommission  ')  ernannt,  und  so  die  Wirkung  dieses 
unabhängig  arbeilen  sollenden  Organs  schon  im  voraus  ver- 
nichtet, ich  will  mit  dieser  Ausführung  nur  betonen,  daß  das 
Abkomnicn  der  Abschluß  einer  natürlichen  Entwickelung  war, 
die  sich  nur  anders  hätte  gestalten  können,  wenn  Kleniens 
den  vollen  Glauben  an  die  Unschuld  der  Templer  besessen 
hätte;  dann  aber  auch,  dafj  trotz  dieses  Abkommens, die  Ge- 
schicke des  Ordens  sich  noch  hätten  günstiger  gestalten  können, 
wenn  nicht  die  vom  Papste  mit  Recht  berufenen  legitimen 
Hülfskräfte  versagt  hätten.  Nicht  er  allein,  auch  sie  lagen  im 
Banne  der  königlichen  Macht  und  der  königlichen  Auffassung. 

Noch  hatte  der  Papst  bis  dahin  keine  persönliche  Be- 
rührung mit  den  gefangenen  Templern  gehabt.  Da  erst  mit 
dem  5.  Juli  seine  ersten  urkundlichen  Zugeständnisse  beginnen, 
ist  wohl  anzunehmen,  daß  er  von  dem  eigenen  Verhöre  die 
endgültige  Entscheidung  abhängig  gemacht  hat.  Nach  dem 
öller  zitierten  englischen  Berichte  wurden  ihm  am  27.  Juni 
8  oder  9  Templer,  die  Edelleute  waren,  zugeführt');  vielleicht 
ist  hier  die  vornehme  Herkunft  das  Wesentliche,  denn  ta^ 
darauf  beginnen  schon  die  Massenverhöre  der  72  Templer,  die 

■)  Schon  damaU  war  sie  fertig.     Mel.  HUt.  II,  422. 
')  'i'.itsi'tclilicb  waren  es  einige  mobr. 


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Papst  nad  KSnig  bis  ZDm  Abschlufi  der  Verhandlungen.  217 

also  abends  vorher  sich  schon  an  Ort  und  Stelle  befanden. 
Die  ProtokoUe  von  33  Vernehmungen  hat  SchottniQller  auf- 
branden, 9  neue  kann  ich  hinzufQgen.  Es  fehlen  also  noch 
30  Protokolle.  Merkwürdig  ist  es,  daS  auch  der  Äuszu(f  für 
das  Konzil  von  Vienne  nur  die  jetzt  bekannten  42  Einzelver- 
höre aufweist;  man  könnte  einen  Augenblick  bei  don  fehlenden 
an  ergebnislose  Verhöre  denken.  Daß  nicht  alle  gestanden 
haben,  wissen  wir  von  Klemens  selbst.  Aus  der  Bulle  .Facicns 
itiisericordiam''  *)  könnte  man  herauslesen,  daä  alle  72  Templer 
Geständnisse  abgelegt  hätten,  denn  von  Aufnahmen  ist  dort 
keine  Rede;  aber  der  Passus  ist  in  seiner  knappen  Fassung 
«»  allgemein,  daß  keine  sichere  Folgerung  möglich  ist.  In  der 
Bulle  ,Subit  assidue*  vom  5.  Juli  dagegen,  die  er  an  den 
französischen  Episkopat  und  den  Inquisitor  richtet'),  nennt  er 
Jie  Zahl  der  Verhörten  „nonnulli  ex  Templariis  memoratis" 
und  sagt,  daß  .nonnulli  eorum*  ein  Gestfindnis  abgelegt 
halten.  Ganz  klar  ist  das  neu  aufgefundene  Protokoll:  alle 
hätten  gestanden  .paucis  exceptis'  ^.  Daß  die  Zahl  der  Nicbt- 
gesläadigen  30  betragen,  ist  aus  den  verschiedensten  Gründen 
nicht  anzunehmen;  so  dürfte  dann  die  genannte  Übereinstim- 
mung zufällig  sein. 

Klemens  V.  hat  die  Vernommenen  als  hervorragende 
Ürdensmitglieder  bezeichnet:  , reputacionis  non  modicc'  meint 
er  einmal  und  das  andere  Mal  .iiec  levis  autnritatis".  Wenn 
das  hinsichtlich  ihrer  Stellung  in  etwa  stimmen  mag,  ein 
Drittel  der  bekannten  Namen  ist  ritterlich,  und  eine  gröbere 
Anzahl  Präzeptoren,  also  Verwalter  von  bedeutenden  Häusern, 
neben  niedrig  stehenden  Gefährten  treffen  wir  an,  jedenfalls 
waren  die  Vernommenen  keine  hervorragenden  Beweiszeugen. 
Schottmüller  und  Gnielin  suchen  den  moralischen  Wert  oder 
vielmehr  Unwert  des  einzelnen  Zeugnisses  zu  bestimmen  *). 
Ersterer  unterscheidet  drei  Gruppen:  Abtrünnige,  Unzufriedene, 
Gefolterte  —  letzterer  zwei:  , charakterlose  Subjekte'  und  durch 

<)  Reg.  Clenieiitis  V.  Nr,  3402. 
')  Uel.  Hist.  II,  420. 

')  Finke  II,  340.     Wir  wUsen  auch  hub  Uichelet  von  einem  Templer, 
(ier  1310  erklArt,  vor  dem  Papst«  nichts  gestanden  zd  haben. 
*)  ScbottniUltor  I,  266;  GuieÜD  S60ff. 


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218  Papst  und  KOoig  bis  zum  Abschluß  der  VerhandlunKen. 

physische  Zwangsmittel  Beeinflußte.  Solche  Scheidungen  und 
Wertungen  haben  etwas  sehr  Mißliches  an  sich,  wenn  auch 
bei  einzelnen,  besonders  den  Ordensabtrünnigen,  der  Minder- 
wert  des  Zeugnisses  klar  liegt.  Ohne  Zweifel  genügt  schon 
der  Hinweis  auf  die  Herkunft  für  unser  Urteil.  Philipp  will 
den  Papst  l>eeinf1ussen,  ihm  den  letzten  Zweifel  an  dem  Ver- 
brechen der  Templer  benehmen.  Wird  er  da  nicht  die  soi?- 
ßtlUgste  '  Auswahl  aus  den  Hunderten  ihm  zur  Verfügung 
stehenden  Gefangenen  getroffen  haben ,  zumal  die  Zeit  der 
Auswahl  ja  unl}escbränkt  war  und  der  Papst  sich  gar  nicht 
eingemischt  hat?  .Liberaliter*  sind  sie  diesem  übergeben 
worden.  Um  aber  die  Minderwertigkeit  möglichst  stark  dar- 
zutun, oder,  wie  Gmelin  sagt,  ,die  Versicherungen  aller  dieser 
Protokolle  über  die  pure  Freiwill^keit  der  hier  gemachten  Ge- 
ständnisse auf  ihren  wahren  Wert,  nämlich  Null,  zu  redu- 
zieren', wird  die  Anwendung  der  Folter  auch  für  das  Verhör 
von  Poitiers  behauptet  Diese  Behauptung  beruht  aber  auf 
einem  groben  Mi&Terständnis  j  der  angeblich  jetzt  gefolterte 
Audebert  de  la  Porte  erklärt  ausdrücklich  vor  der  päpstlichen 
Kommission  >),  daß  er  von  dem  otflcialis  Pictaviensis,  also  im 
Jahre  1307,  in  einem  der  königlichen  Prozesse  gefoltert  ist 
Ebensowenig  hat  in  Poitiers  der  König  dem  Verhöre  angewohnt 
und  die  Gefangenen  beeinflußt  *).  Äußerlich  waren  die  Templer 
frei;  daß  einschüchternde  Drohungen  seitens  der  königlichen 
Partei  vor  der  Auslieferung  stattgefunden  haben,  können  wir 
ohne  Bedenken  behaupten;  Klemens  V,  konnte  es  nicht  wissen. 
Schottniüller  hat  die  Fassung  der  Protokolle  seihst  ange- 
griffen ;  seine  kritischen  Bedenken  gegen  die  Glaubwürdigkeil 
hat  schon  Prtitz  in  genügender  Weise  zerstreut'].  Mag  auch 
hie  und  da  nicht  alles  aufgezeichnet  sein,  im  allgemeinen  ist 
hierin  eher  zu  viel  als  zu  wenig  getan,  selbst  mit  Rücksicht 
auf  moderne  Untersuchungsprotokolle.  Und  die  tatsächlichen 
Angaben  über  die  Art  der  Verhöre,  die  von  den  vier  Kardi- 
nälen von  Beziers  und  von  Brügge,  die  auch  als  Gesandte  des 

■)  Micbelet  II,  191, 

')  Du  beraht,  wie  erwähnt,  uf  einer  mißveTsUndlichea  Dentang 
Schottmüllers. 

')  EntwickluDg  S.  247.     Krit.  Exk.  5. 


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Papst  unii  KSnig  bis  zmu  AbachluS  der  VerhRndlimgen.  219 

P&pstes  den  Bruch  mit  Philipp  hatten  hervorrufen  müssen,  dem 
Kardinalbischof  von  Palästrina  und  Landulf  von  Neapel  geleitet 
wurden,  die  Teilnahme  des  Papstes  an  denselben,  der  ja  nicht 
bei  jeder  Untersuchung;  von  Anfang  bis  zu  Ende  geweilt  zu 
liaben  braucht,  sind  unzweifelhaft  korrekt.  Warum  hier  Fehler 
Ix^dien  oder  gar  Lägen  verzeichnen  ? 

Die  Geständnisse  der  unten  publizierten  Protokolle  be- 
wegen sich  ganz  im  alten  Geleise.  Welche  Elemente  die  Eides- 
iielfer  des  Königs  waren,  zeigt  die  Aussage  des  Stephan  von 
Troyes*).  Dieser  Abtrünnige,  dem  seine  Mutter  die  Freiheit 
angeblich  lur  300  Pfund  erkauft,  der  die  schönsten  Geschichten 
vom  Idol  zu  erzählen  weiß,  dem  seine  Flucht  vor  der  Sodomie 
drei  Zähne  kostete,  der  sogar  dem  schmählichsten  Kuis  noch 
eine  neue  Seite  abzugewinnen  weiü  —  ,um  Dich  besonders  zu 
ehren  and  aus  besonderer  Brüderschaft  küsse  ich  Dich"  — , 
dieser  Schwindler  hat  sich  als  Zeuge  angeboten,  ist  vom  König 
vor  der  Gefangennahme  vernommen  worden  und  hat  seine 
Aussagen  vor  zwei  Bischöfen  wiederholen  niössen.  Wiederholt 
wird  der  berüchtigte  Ordenskerker  IHerlan  *)  genannt  und  wohl 
nicht  mit  Unrecht  die  Härte,  ja  Grausamkeit  der  Ordenslie- 
straftingen,  die  simonistische  Aufnahme  betont.  Vereinzelt  er- 
scheinen diese  Züge  aber  auch  in  den  Protokollen  der  päpst- 
lichen Kommission,  so  daß  wir  hier  nur  von  einer  willkommenen 
Bestätigung  anderer  Angaben,  nicht  so  sehr  von  gänzlich  neuen 
Angaben  reden  können. 

Die  Einzelverhöre  dauerten  vier  Tage;  dann  bestätigten 
die  Geständigen  in  einem  feierlichen  Konsistorium  auch  öffent- 
lich ihre  Aussagen!  Am  10.  Juli  abends  fanden  sich  die  Keu- 
mütigen  mit  ihren  Untersuchungsrichtern  zusammen  im  Hause 
des  Kardinalbischofs  von  Palästrina  ein  und  dort  schworen  sie 
ihre  Häresie  ab,  erbaten  die  Absolution  und  wurden  von  der 
Exkommunikation  losgesprochen,  nachdem  sie  zuvor  geschworen 
hatten,  die  von  der  Kirche  ihnen  auferlegte  Strafe  und  Buße 
auf  sich  zu  nehmen.  Dann  fand  die  Aussöhnung  mit  der 
Kirche  statt.  Da  der  Orden  noch  bestand,  durften  sie  Bart 
und  Mantel  noch  tragen;  auch  konnten  sie  am  Gottesdienste 

')  FiDke  II,  884 ff. 
■)  Finke  II,  381,  388. 


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220  Papst  und  König  bis  zum  Abscfaluß  der  VerhandluBgen. 

teilnehmen  und  die  Sakranienle  empfangen,  doch  unterstanden 
sie  auch  fernerhin  der  gewohnten  Aufsicht '). 

Die  Frage  liegt  nahe,  warum  befindet  sich  unter  den 
Gefangenen  keiner  der  fünf  Gro&würdenträger  ?  Hatte  doch 
der  Papst  schon  in  den  Vertragsverhandlungen  vom  Ende  Juni 
wie  in  den  Briefen  vom  Anfang  Juli  ihr  Verhör  sich  persönlitli 
reserviert.  Klemens  kann  das  Wegbleiben  nicht  verschulden; 
nur  der  König  hat  es  so  gewollt  Wenn  selbst  der  eine  oder 
andere  um  Mitte  August  krank  war,  niemand  sagt,  da&  das 
auch  schon  6  Wochen  vorher  der  Fall  war;  und  konnten  sie 
die  weite  Reise  aus  der  Umgegend  von  Paris  bis  Ghinon 
machen,  so  waren  sie  in  diesem  Zeiträume  von  zwei  Monaten 
auch  wohl  zu  ii^endeiner  Zeit  imstande,  die  wenigen  Meilen 
von  Chinon  bis  Poitiers  zurückzulegen.  Sie  sollten  aber  den 
Papst  nicht  sehen,  sie  sollten  sich  nicht  vor  der  köni^ichen 
Änfsicht  sicher  wähnen,  darum  die  Komödie  des  Verhöres  in 
Chinon  im  August  vor  den  drei  Kardinälen,  die  neben  dem 
Kardinalbischof  von  Palästrina  das  Verhör  der  73  Templer 
geleitet,  und  den  königlichen  Räten  Plaisians,  Nogaret  und 
Jamvilla !  Wir  tiesa&en  durch  Baluze  *)  einen  eingehenden 
persönlich  gefärbten  Bericht  der  Kardinäle  an  den  französischen 
König;  nunmehr  liegt  auch  das  Protokoll  des  Verhörs  vor*); 
ob  dies  Original  oder  ein  Auszug,  läßt  sich  schwer  sagen;  die 
trockene  Fassung,  der  viele  interessante  Details  des  Pariser 
Verhörs  fehlen,  laut  beinahe  letzteres  vermuten  *).  Jedenfalls 
bringt  keins  der  Verhöre  des  Gro&präzeptors  von  Cypem, 
Raymbaud  de  Caron,  des  Präzeptors  der  Normandie,  Gottfried 
de  Charneyo,  des  Präzeptors  von  Poitou  und  Aquitanien, 
Gaufried  de  Gonaville,  des  Groiävisitators  von  Francien,  Hugo 
de  Peraudo,  und  des  Großmeisters  irgend  etwas  Oberraschendes. 
Die  Angaben  decken  sich  mit  den  Aussagen  vor  dem  Pariser 
Inquisitor;  mit  peinlicher  Genauigkeit  werden  die  Angaben  des 
Alters  und  der  Templerzeit  gemacht.  Nur  einigemal  fand  icli 
unwesentliche  Abweichungen.  Der  Präzeptor  der  Normandie 
hat  im  Jahre  vorher  erklärt,  er  habe  den  Rezeptor  küssen 
mfissen  „in  umbilico",  jetzt  heiüt  es  zarter,  der  Kuß  sei  erfolgt 

')  Finke  11.   153  f,  •)  8hIu«>  11,  121  fF.  •)  i'inke  II,  334  5. 

*|  Dazu  heißt  ea  amSchlufi  S.  328:  ut  io  iuatrumBDhtpleaiuBoonttDetDt. 


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pApst  und  fCSnig  bis  zum  Attschluß  der  Verbundlungen.  2H 

,m  pectore  supra  vestes  ob  reverenciam":  und  der  Präzeptor 
von  Aquitanien  erinnert  sich  jeUt,  daß  er  bei  der  geforderten 
Bespeiung  des  Kreuzes,  die  der  Rezeptor  in  eine  Bespeiung 
seiner  Hand  umgewandelt  habe,  aus  Furcht,  daß  der  Rezeptor 
die  Hand  wegziehe  und  etwas  auf  das  Kreuz  fiele,  nicht  auf 
die  Hand,  sondern  neben  das  Kreuz  gespuciit  habe.  Vielleicht 
ist  die  stärkste  Abweichung  die,  dab  Gottfried  de  Charneyo 
diesmal  behauptet,  von  Sodomie  nichts  zu  wissen,  während 
er  im  Pariser  Verhör')  auf  eine  hierauf  t)ezügliche  Äußerung 
eines  Präzeptors  hinweist.  Bei  Hugo  de  Peraudo  ist  die  Über- 
einstimmung des  Protokolls  von  Chinon  mit  dem  Pariser 
^radezu  auffällig;  nicht  bloß  die  Reihenfolge  der  Aussagen, 
auch  eine  Anzahl  Redewendungen  decken  sich  bei  beiden  so 
wörtlich,  daß  man  an  eine  Verwendung  des  alten  Protokolls 
in  irgendeiner  Form  denken  möchte.  Dieser  vorsichtige  Templei' 
zitiert  auch  ganz  auffällig  den  Pariser  Notar,  der  damals  sein  ■ 

Geständnis  au^ezeictmet ,  erklärt  ausdrücklich,  daß  er  beim 
Pariser  Protokoll  beharren  will;  habe  er  jetzt  zuviel  gesagt, 
£0  solle  die  Pariser  Aussage  gelten.  Gerade  die  Aussage 
Molays  dürfte  besondere  Enttäuschung  bereiten ;  sie  ist  die 
knappste  und  bringt  in  einem  Satze  in  fast  wörtlicher  Über- 
einstimmung mit  dem  Pariser  öffentlichen  Geständnis  vom 
35.  Oktober  1307  die  Angabe  über  die  Verleugnung  und  Be- 
speiung. 

Soweit  das  Kardinalsschreiben  Angaben  über  das  im 
Verhör  Gesagte  macht,  stimmen  sie  mit  diesem  Protokoll. 
Interessant  ist  es  aber  wegen  der  Schilderung  der  begleitenden 
Umstände.  Die  Kardinäle  begannen  am  20.  August:  Die  Frä- 
zcptoren  des  h.  Landes  und  der  Norniamiie  gestanden  sofort 
.lamquam  filii  obedientie"  ;  der  Präzeplor  von  Aquitanien  ver- 
langte am  Abend  desselben  Tages  Aufschub  bis  zum  folgenden 
und  gestand  dann  am  allerwenigsten;  ihm  waren  angeblich 
beide  Freveltaten  —  Verleugnung  und  Bespeiung  —  erlassen. 
Der  Großvisitator  und  der  Großmeister  verlangten  am  Sonntage 
Au&chub  und  dann  gestand  Hugo  am  Montag,  Jakob  de  Molay 
am  Dienstag,  der  dann  noch  seinen  Diener  das  gleifhe  Geständnis 

■)  Michelet  11,  295 

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32ä  Papst  waA  Ksnig  bia  zum  AWhlu^  der  Verhandlungen. 

der  Verleugnung  ablegen  ließ.  Hieran  schloß  sich  die  Ab- 
schwörung und  Aussöhnung.  Und  nun  kommt  das  Bezeich- 
nendsie: Für  die  drei  Bußfertigsien,  den  Großmeister,  GroÜ- 
visitator  und  den  Prftzeptor  des  h.  Landes,  die  so  demölig  ilir 
Bekenntnis  abgelegt  —  die  beiden  andern  hatten  viel  weniger 
gestanden  — ,  erbitten  die  Kardinäle  nicht  die  Gunst  des 
Papstes,  sondern  des  Königs.  Daraus  Tolgt  doch  unzweifeihan. 
daß  nicht  bloß  Philipp,  sondern  auch  diese  kirchlichen  Würden- 
träger die  neue  Gewalt  des  Königs  ober  die  Templer  als  eine 
unumschränkte,  abgesehen  von  der  Hinrichtung,  ansahen.  Und 
dann  zum  Schluß,  die  beiden  G.  und  G.,  d,  h.  Nogarel  und 
Plaisians,  würden  mit  Johannes  ele  Jamvifia  den  König  genauer 
informieren,  denn  sie  waren  mit  den  Kardinälen  in  Chinon. 
Auch  ohne  weitere  Angabe  wissen  wir  jetzt,  wer,  wie  später 
vor  der  päpstlichen  Kommission,  in  den  Stunden  des  Zauderns 
den  drei  Templern  zugeredet  und  ihre  Aussagen,  sicherlicli 
doch  nur  durch  Drohungen,  provoziert  hat.  Und  dabei  lieiliL 
es  in  dem  päpstlichen  Schreiben,  das  die  Vorgänge  in  Cbinon 
schildert,  daß  die  Kardinäle  den  Gro^wördentnlgern  gleich  zu 
Anfang  mitgeteilt,  daß  sie  ohne  Furcht  vor  irgend  jemand  und 
frei  ihr  Bekenntnis  ablegten:  quoniam  persone  ipsorum  el 
aliorum  Templariorum  in  r^^o  Francie  conslstentium  nobis 
tradite  fuerant ').  Dem  Wortlaut  der  auswechselten  Doku- 
mente entspricht  das,  da  auch  später  die  Templer  stets  zur 
Verfügung  der  Kirche  standen,  der  König  gleichsam  nur  Ge- 
fangenwörter  war  —  latsAchlich  muß  aber  das  Geschick  der 
einzelnen  Persönlichkeiten  vom  König  abhängen,  sonst  wflre 
die  sonderbare  Bitte  der  Kardinäle  nicht  zu  erklären.  Leider 
werfen  nur  einzelne  freiere  Äußerungen  der  Templer  im  Frfih- 
jahr  1310  vor  der  päpstlichen  Kommission  trübe  Streiflichter 
auf  ihre  erbärmliche  Lage  nach  den  Tagen  von  Poitiers. 


Am  5.  Juli  fand  ein  öffentliches  Konsistorium  statt,  in 
dem  Klemens  wohl  im  Anschlüsse  an  die  Bekanntgabe  der 
Geständnisse  die  Geschichte   vom    frühem  Verhör   eines  vor- 


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Papet  nnd  KSoig  bis  zmn  Abachlaä  der  Verhamllaiigen.  228 

nebmen  Templers  vor  ihm  und  dem  Kardinalnepoten  Raimund 
erzählte  >).  Das  kann  doch  nur  hedeutän,  daß  er  den  Wechsel 
seiner  AufTassung  öffentlich  bekunden  wollte;  er  glaubte  jetzt 
an  die  Templerschuld,  wenigstens  derer,  die  vor  ihm  bekannt 
hatten  ^).  Aber  darum  deckte  sich  seine  Auffassung  der  Sache 
noch  längst  nicht  mit  der  Philipps:  Der  König  verlangt  nun- 
mehr die  ofii7.ielle  Verurteilung.  Das  hei^t  nach  der  Antwort 
des  Papstes:  .Die  Kirche  soll  sie  zum  Tode  verurteilen,'  Da- 
gegen sträubt  sich  Klemens;  die  Kirche  verwerfe  nie  einen 
Iteuigen.  Zudem  weist  er  auf  die  Untersuchungen  im  Aus- 
lande hin,  die  nunmehr  erfolgen  niOBten;  aber  wenn  auch 
dort  alte  gestanden  hätten,  würde  er  doch  keine  allgemeine 
Verurteilung  eintreten  lassen  ').  Die  in  Poitiers  vemommenen 
Templer  überlieüe  er  dem  König  und  den  französischen  Prä- 
laten ;  sie  sollten  , anständig  von  ihrem  eigenen  Vermögen 
gefangen  gehalten  werden"  *).  Am  selben  Tage  hat  er  auf 
Bitten^)  des  Königs  und  der  Seinigen  die  Aufhebung  der  Sus- 
pension für  den  französischen  Episkopat  und  den  Inquisitor 
unter  den  [»kannten  Einschränkungen  verordnet;  vor  allem 
blieb  ihnen  auch  jetzt  noch  die  Untersuchung  gegen  den  Orden 
entzogen,  denn  sie  sei  schon  andern  übertragen  '').  Das  Zuge- 
ständnis ist  dem  Papst  schwer  geworden;  das  kommt,  wie  er- 
wähnt, in  dem  Schreiben  an  den  Inquisitor  stark  zum  Ausdruck. 
Der  König  wollte  den  Papst  weiter  treiben ;  so  holt  er 
denn  tags  darauf  zu  einem  allgemeinen  Angriff  aus.  In  seinem 
sechspunktigen  Programm  bildet  die  Verurteilung  der  Templer 
nur  ein  Bruchstück;  es  umfafit  den  ganzen  KonOikt  des  fran- 
i^ischen  Königtums  mit  dem  Papsttum.     Die  Erledigung  im 

')  Das  KonsUtorinm  wird  in  der  englischen  wie  io  der  spanischen 
•Jnelle  prw&bnt  Die  Enihlnng  des  PHpstex  ist  uns  nur  durch  ZuriU  be- 
kinat    Vgl.  die  SUlle  oben  S.  181  Ann).  1. 

*)  Seinem  Empfinden  liat  er  in  starken  Worten  Ausdnicli  verlieben. 
MrL  Hiat  11,  421. 

'}  Der  8ati  ist  nicht  gans  klar;  es  fehlt  docli  .Verurteilung'  oder 
ähsliches? 

*}  bonestlye  ot  their  own  goodes. 

*)  In  ,Sabit  Msaidae'  wird  ausdrScklich  hervorgehoben,  daß  der  KOnig 
1»«.  erst  nach   dem  Verbfir  den  Papst  gebeten  haben.     Mel.  Hixt.  II,  421. 

*)  Die  Bullen  sind  erst  am  12.  August  susgestellt. 


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234  Papst  und  KOnig  bis  xum  Abeohluß  ier  Verbaod langen. 

königlichen  Sinne  sollte  die  völlige  Abhängigkeit  des  Papsttums 
von  der  Krone  Frankreichs  bekunden.  In  seiner  voJIsländigen 
Fassung  besitzen  wir  das  Programm  nur  in  der  englisclien 
Quelle;  Tolomeo  von  Lucca  kennt  nur  die  Hälfte  \);  einiges 
war  als  Programm  fQr  Tours  schon  nach  Aragonieii  berichlel 
worden*).  Die  oFfizielle  französische  Geschichtsschreibung 
schweigt  darüber,  Philipp  der  Schöne  verlangte:  1)  dauernde 
Niederlassung  der  Kurie  in  Frankreich;  2)  Verdammung  der 
in  Frankreich  verhörten  Templer;  3)  Abhaltung  des  geplanten 
Generalkonzils  in  Frankreich;  4)  Kanonisalion  des  Papstes 
Cftlestin  V.;  5)  Verurteilung  Bonifaz'  VIII.  und  Verbrennung 
seiner  Gebeine;  6)  Lossprecbung  Nogarets.  Plaisians  mu6fe 
die  Begründung  liefern  *).  Auch  ans  aragonesischer  Quelle 
wissen  wir,  dalj  er  gegen  Bonifaz  damals  losgezogen  ist*). 

In  einem  Punkte  stimmte  Kleniens  zu:  ein  allgemeines 
Konzil  wolle  er  abhalten,  und  das  dürfe  Frankreich  bean- 
spruchen. Sonst  blieb  er  damals  ablehnend.  Die  Templer- 
frage will  er  mit  den  Kardinälen  rasch  und  in  guter  Ordnung 
erledigen,  ^aber*  —  lautet  die  vorsichtige  Wendung  — .  .es 
sei  noch  nicht  bestimmt,  ob  er  ein  Urteil  für  sie  oder  gegen 
sie  fällen  werde,  innerhalb  oder  außerhalb  Frankreichs".  Den 
Aufenthalt  der  Kurie  in  Frankreich  lehnt  er  ab,  denn  er  wolle 
und  müsse  nach  Rom,  und  in  Frankreich  könne  die  Ktirie 
wegen  der  geringen  Einkünfte  nicht  existieren*).  Die  Kanoni- 
sation  sei  ihm  als  Privatperson  sympathisch,  aber  als  Papst 
müsse  er  in  solchem  Falle  sehr  vorsichtig  vorgehen*).  Ener- 
gisch wies  er  das  Vorgehen  gegen  das  Andenken  Ekinlfaz'  Vllf. 
zurück.  Er  verbindet  damit  sogar  einen  schüchternen  Tadel: 
das  Aultreten  Philipps  mache  ihn  stutzig.  Auch  die  Los- 
sprechung Nogarets  kann  er  wegen  des  gruüen  Ärgernisses, 
das  der  Urheber  von  Anagni  gegeben,  nicht  zugestehen. 

■)  BftlDze  I,  30.  ')  Finke  IT,  123. 

')  Pleasiatia  dj'd  exponnde  all  thos  thinges 

')  Hulta,  Bleut  alias  aiidivietia,  gravin  propoait«  sunt  coram  nobis 
cnnlrn  dominum  ineiim.  doniJnnm  llnnifitcium,  sagt  Kleniens  einen  Monat 
später.    Pinke  II,  157. 

')  lleim  Empfange  PhilippE  liatte  Klemons  noch  aaf  den  Ronimg 
hingewiesen! 

";  Kine  Scheidung  von   Amt  nnd  Persun,  die  Klemeos  liebt. 


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trapst  and  König  kis  zdid  Abschluß  dar  VerhitDilInngeD.  225 

So  damals!  Und  einige  Wochen  später  liatte  Klcmens 
schon  in  ein  paar  wichtigen  Punklen,  unter  dem  steten  Drucke 
der  königlichen  Räte  nachgegeben;  und  einige  Jahre  spTiler 
waren  alle  königlichen  Forderungen,  wenn  auch  nictit  buch- 
slAhlich,  so  doch  dem  Inhalte  nach  erfüllt  bis  auf  die  Verur- 
teilung seines  Voi^ängers,  Schon  AnTang  August  verkündete 
er  im  Konsistorium  die  Verlegung  der  Kurie  För  den  Winter 
nach  Avignon  ')  und  dort  blieb  sie;  schon  damals  proklamierte 
CT  den  Beginn  des  Prozesses  gegen  das  Andenken  Bonifaz'  VKI. 
für  den  Monat  Februar  1.100,  den  Konzilsort  Vienne  an  der 
französischen  Grenze,  und  hier  wurde  der  Templerorden  auf- 
^'ehoben.  der  Lossprechimg  Nogarets  folgte  die  (leilig^prechung 
Cöleslins  im  Jahre  I:t13. 

Damit  ist  die  an  aufregenden,  sogar  dramatischen  Vor- 
gittigen  reiche  orsle  HSIfte  des  königliclien  Aufenlhaltes  in 
Poitiers  vorüber.     Nun  b^innt  die  stille  geschäftliche  Arbeit. 

Die  Urkunden  des  Juniüth-reinkommens  ^)  zwischen  Papst 
und  König  werden  jetzt  in  drei  Gruppen  ausgestellt.  Zimüchst 
Kalt  es,  die  bischöfliche  und  inquisitorinle  Jurisdiktionsgewalt 
wiederherzustellen:  die  beiden  Dokumente,  denen  sich  später 
am  13.  Juli  die  Neuordnung  der  künftigen  Inquisition  anschloU, 
stammen  vom  5,  Juli^).  Dann  folgt  die  llegetung  der  Güter- 
frage  durch  drei  päpstliche  und  zwei  königliche  Schreit>en^). 
Schon  am  37.  Juni  hatte  der  König  die  Güter  freigt^ehen  und 
versprochen,  sie  den  vom  Papste  generell  und  den  Hischnfen 
in  ihren  Diözesen  zu  ernennenden  Verwaltern  zu  ütierlassen, 
unter  Zusicherimg  des  Königsschutzes.     Vom  9.  Juli   stammen 


<)  Finke  IJ,   l.'>ßr. 

*]  Id  welcher  Weise  tlieiie  gegenaeitiRen  Zasageo  erfolgt  sein  iiiUsiien, 
deutet  Reg.  Clementiit  V.  Nr.  r>011  an;  R«x  in  noittra  et  noiitmrum  fratrum 
pmentin  ironatitataa  prupoeoit,  quod  ipae  .  .  .  nd  nustram  re<|uiBitionGin 
munam  so  am  amovit. 

')  Es  sind  die  Nr.  A.  B,  C  in  dem  Verzeih hniaae  Piaislans'  Not.  et 
Eitr.  XX.  2.  191  f.  C^edr.  M^  Hist.  II,  418  tF.  Die  llezeicUniins  mit 
Bocfastaben  gab  acbon  Plaisians  den  Stücken,  die  er  am  .'i.  Sept«mlwr  dem 
Kinig  tibergab.  Sie  finden  sich,  soweit  icli  sehe,  sämtlich  im  Parixer 
NatioiialarcbiT.  Weil  die  bisherigen  Angaben  Dberall  nicht  korrelit  wiiren. 
luae  icli  die  Anfittblung  etwas  genauer  folgen.  Am  ausfUhrlicbuten  bisher 
bei  HefelcKnOpfler  VI,  432  fr. 

')  Die  pftpatlicben  DFG.  die  königlichen  NO. 
Pink«,  PapiUnm  nai)  (Juttntsng  <lea  Tempi eroriltni.    T.  15 


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ä2e  f  Apat  und  König  bis  zam  Abschluß  der  Verhandlungen. 

die  Erklürungen  des  Papstes  und  des  Königs  —  bei  letzterem 
soweit  es  ihn  ang^eht  — ,  die  Güter  nur  für  das  h.  Land  zu 
verwenden,  sowie  das  päpstiiciio  ZugestAndnis,  laut  welcliem 
Philipp  einer  Reihe  benannter  Prälaten  gewisse  Vertrauens- 
männer angeben  darf),  die  gemeinsam  mit  den  kirchlichen 
Organen  die  Güterverwaltung  leiten  *). 

Die  Personenfrage  regeln ,  nachdem  am  11.  Juni  der 
König  auch  die  Personen  dem  Papste  überlassen,  zwei  päpst- 
liche Schreiben  vom  )3.  Juli;  in  dem  einen  wird  dem  Kardi- 
nalbischof  von  Palästrina  die  Übernahme  der  Templer  und 
fernere  Disposition  über  sie  anvertraut,  im  andern  dem  König 
hiervon  Mitteilung  gemacht.  Der  Kardinal  bekundet  dann 
später  am  18.  Juli  die  Übergabe  durch  den  K6nig  und  zugloicii 
den  Verbleib  der  Templer  in  den  Königlichen  Kerkern  unter 
der  Oberaufsicht  des  Papstes  % 

Als  Schlu^nrkunden  hierzu  kann  man  die  gegenseitigen 
Zusieherungen  des  Königs  und  des  Papstes  vom  H.  und  11.  Juli 
betrachten,  wonach  ihnen  aus  der  Güterfrage  und  aus  dem 
.factum  Tempiariorum"  kein  Präjudiz  in  Zukunft  erwachsen 
soll,  und  die  Wiederholung  dieses  Gedankens  in  dem  päpsl- 
liehen  Schreiben  vom  13.  Juli,  das  zugleich  die  Aufbewahrung 
der  Einnahmen  aus  den  Templei^ötern  durch  den  König  r^elt*). 

Am  meisten  Anstoü  hat  bisher  die  Form  der  Personen- 
Übergabe  gefunden;  Hefele- Knöpfler  nennen  sie  das  , reine 
Gaukelspiel".      Wie    sollte    der    Kardinal     denn    aber    anders 

')  Die  PrAluten  sind  die  Erzbischsre  von  Narbanne,  BordeftDx  und 
Sene,  die  Bischöfe  von  Badens  und  Soiaaone.  Die  VertrauenBinanner  be- 
DfinDte  der  Köiiig  1809  April.    Trnitez  98  Nr.  6. 

■)  N  uud  0  gedr.  RQ  Biet.  XI.  15  (.Nuper'  nnd  .ItupiraTJt*);  Reg- 
in  Dnpuy,  Traitez  71  Nr.  1  nnd  3.  Nr.  D  and  G  (Klemens:  .Proptw 
fervens'  nod  .Circa  custodjam')  gedr.  Baluie  II,  97  und  lOO;  Reg.  Tnitei 
p.  98.     Nr.  4  und  8.     F  ist  nicht  gedruckt;  Reg.  Traitez  p.  9S  Nr.  5. 

■]  H  gedr.  RQ  Bist,  XI,  15  (.Nuper*);  J  und  K  (Klemene:  ,Cnm 
carisBimus*  und  .Cuncta')  Bsluze  II,  101  f.;  Reg.  Traitez  99 f.  Nr.  9  nnd  ». 
J  nngednickt.  Reg.  Traitez  72  Nr.  9  (Arch.  Nat.  J.  413  Nr.  9  mit  Datnm 
XV  kolendsB  Augusti.  Irrig  Boutaric,  La  France  sous  Philippe  1e  Bei 
p.  137  Anm.  4). 

*)  D  and  P  gedr.  Baluze  II,  97  f.  (,Ut  omnia*)  und  R  Q  Hiat  XI,  15 
(.PlBcuif);  Reg  Traitez  99  Nr.  7  und  71  Nr.  5.  E  gedr.  Ualaze  II,  9(^ 
(,Iuatum  et  laudabile'). 


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t*Apst  and  König  bis  lum  Abschluß  der  VerbaDdlungen.  32? 

handeln?  Sollte  er  die  Gefangenen  sämtlich  an  sich  nehmen? 
Das  war  ja  wegen  ihrer  Masse  unmöglich.  Die  Templer  blieben 
in  den  Händen  der  Kirche,  und  untersuchend  und  strafend 
konnte  prinzipiell  die  weltliche  Gewalt  nicht  mehr  gegen  sie 
Foi^ehen,  so  unendlich  traurig  ihr  Geschick  ja  auch  sein  mochte. 
Dab  praktisch  selbst  die  Kardinäle  den  König  als  Herrn  der 
Templer  ansahen,  bewies  der  Brief  aus  Chinon.  Auch  in  der 
(iilterfrage  muüte  der  Papst  die  Hülfe  des  Königs  in  Anspruch 
nehmen.  Und  hier  gestatteten  die  püpstliclien  Zugesländnisse, 
dalj  die  Verwaltung  ganz  in  die  Hunde  der  Vertrauten  dos 
König:^  kam;  das  flbte  eine  starke  Einwirkung  auf  die  Ver- 
wendung der  Gelder  aus.  Trotz  päpstlicher  Kommissare  und 
t)idesh&lfe  ist  ein  Hauptteil  des  Einkommens  der  Folgezeit  iu 
den  Händen  Philipps  gehlieben.  Äußerlich,  der  Zeil  der  Ur- 
himden  nach,  war  Philipp  der  Zugestehende,  in  der  Tat  aber 
war  er  der  Sieger '). 

Auch  nach  der  Abreise  des  Königs^)  genoti  der  so  ge- 
hetzte  Papst  in  den  nAchslen  drei  Wochen  bis  v.a  seiner  Ab- 
reise von  Poilicrs  keine  Ruhe.  Philipps  vornehmste  Ratgeber, 
der  Erzbischof  von  Narbonne,  Nogarel  und  Plaisians -''),  blieben 
an  der  Kurie  und  „mehr  wie  während  der  Anwesenheit  des 
Königs  beschäftigten  sie  Klemens  mit  der  Angelegenheil  des 
Königs",  sagt  Johannes  Burgundi,  der  deshalb  vergebens  sich 
um  eine  Audienz  bemühte.  Damals  rangen  die  Räte  dem 
Papste  das  Zugeständnis  ab,  data  er  im  Lande  bleiben  und 
den  Prozeß  gegen  Bonifaz  ankündigen  wolle*).  Zuerst  wurde 
die  WiedereröfThung  der  kurialen  Gerichtsverhandlungen  in 
Avignon  auf  den  I.  Dezember,  später  auf  den  ei-sten  Gerichts- 


')  Die  AasliefeniDg  der  <>flter  an  die  päpstlichen  nnd  hiaoliöflichen 
KominiBsare  ist  nicht  vor  1309  Februar  15  erfüllt.  Vgl.  Mel.  HJst,  II,  425. 
In  England  Tafite  man  die  ^tnUung  Philipps  r.u  den  (iDtom  so  nur:  Demuni 
d.  pipa  .  . .  regem  Fmocio  curatorem  d.  bonorum  und  cum  curatoribus 
prefatia  deputaTtt!     Balnze  II,   174. 

')  Am  20.  Juli.  Vgl.  such  Holtimann  S.  164  Ann.  Merkwürdig  ist 
nun.  difi  eine  Urkunde  Philipps  dae  Datum  trägt;  Dat.  Pictavis  XXX  die 
lulii  a.  d    1308.     Keg.  Clcmentis  V.  Bd.  IV  p.  214. 

')  Nach  Reg.  CJemeDtia  V.  Nr.  3146  erhalten  »eine  NetTen  (un 
5.  AogoBt  1308  PfrDnden  obtentu  Ouillelmi  do  Plasia. 

*)  Finke  II,  IM,  156  f. 

15* 


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^8  fspst  nnd  KOnig  bis  zum  Abschluß  der  Verhandtuiigen. 

tag  nach  Epiphanie  1309  verlegt.  Bald  darauf  sollte  auch 
das  Prozeßverfahren  gegen  Bonifaz"  Vlll.  Andenken  oröffnel 
werden.  Die  Mitteilung  vom  Zusammentreten  eines  allgemeinen 
Konzils  benutzte  Klomens,  um  in  hellen  Tönen  das  Lob  Philipps 
zu  verkünden '),  dem  er  gerade  damals  auch  den  Bischof 
Guichard  von  Troyes  opferte*).  Guichards  SkandalprozeÜ  zeltrt 
merkwürdige  Übereinstimmungen  mit  den  Anschuldigungen 
gegen  die  Templer  und  Bonifaz  VIII, 

Am  Tage  des  letzten  Konsistoriums,  am  12.  August, 
wurden  in  der  ,audientia  lilterarum'  zwei  Bullen  gegen  dit> 
Templer  verlesen  und  sodann  an  den  Kathedraltflren  ange- 
schlagen*). Es  ist  die  vom  8.  August  datierte  Zitalion  des 
Gesamtordens  und  der  einzelnen  Templer,  die  für  denselben 
eintreten  wollen.  Sie  müssen  vor  den  Inquisitoren  zur  be- 
stimmten Zeit  erscheinen.  Ebenso  soll  der  Orden  für  eine 
Gesamtvertrelung  vor  dem  Viennor  Konzil  sorgen,  wahrend 
der  Kaidinalbischof  von  Palästvina  die  fünf  Groliwünlenträger 
dann  vor  den  Papst  fuhren  soll.  Keiner  von  ihnen  ist  aber 
dort  erschienen.  Am  selben  Tage  wurde  der  Konvent  von 
Cypern  zitiert '). 

Tags  darauf  löste  sich  die  Kurie  auf;  der  Papst  verweilte 
in  mehreren  Poitiors  benaciibarten  Orten,  um  die  Bückkehr 
der  nach  Oliinon  am  14.  August  reisenden  KardinAle  abzu- 
warten *). 

Das  Datum  des  12.  August  tragen  nun  eine  groüe  Masse 
von  Urkunden,  die  als  .littere  contra  ordinem  Tempil'  im 
Register  Klemens'  fast  alle  zusammenstehen:  Verordnungen 
ober  die  Rückgabe  der  dem  Orden  in  Frankreich  entwendeten 
Güter  (,Ad  perpetuam  rei  nienioriam") "),  Bestimmungen  über 
die  Verwaltung  der  nicht  französiseben  Templergüter,  die  den 

')  Et  mDlta  circa  eiusdein  regis  magniladioeni  et  cumetidiirionpni  djxil. 

*)  RigHalt,  Lc  procts  de  (iiiichurd  i^v^uo  de  Troyes  (IfeSfi)  p.  2fifl. 
Kulle  vom  9.  Anguat  1308. 

')  Finke  It.  157. 

*)  Reg.  Clementis  V.  Nr.  3.'>84  f. 

'')  Diese  wichtige  NHohricIit  Finko  II,  ir>5;  Rritque  in  loci«  cirrs 
rivitatem  Pictanensem  nd  quatuor  vel  quinqne  learas  usqne  nd  redilutn 
dominorntn  .  .  .  cardinaliuin. 

")  Keg.  Clementis  V.  Nr,  3i00f. 


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Pspot  UDd  König  bis  zam  Abscblufi  der  Verband laagen.  221) 

Metropoliten  oder  BischtJfen  der  betreffenden  Gegenden  anver- 
traut worden  (.Dens  ultionum') '),  die  zahlreichen  Stücke, 
welche  die  pfipstUche  Inquisition  g^en  den  Gesamtorden  oder 
die  bischöfliche  gegen  die  einzelnen  Templer  regeln,  sämtlich 
mit  .Paciens  misericordiam '  beginnend '),  die  Anweisungen 
der  Tag^elder  für  die  päpstlichen  Inquisitionen  in  den  ver- 
schiedenen christlichen  Staaten "),  endlich  die  Einladungshulle 
.R^nans  in  celis"  zum  Vienner  Konzil*).  Während  in  fast 
allen  vorbeigehenden  Schreiben  die  Vorgänge  des  Templer- 
prozesses  ziemlich  gleichlautend  angeführt,  werden ,  hat  bei 
diesem  Dokument  eine  sehr  starke  Überarbeitung  stattgefunden. 
Hier  verlautet  nichts  mehr  von  der  Gefangennahme  durch 
Philipp;  ganz  in  Licht  gefaucht  erscheint  das  Verhalten  des 
frommen  Königs,  der  nur  ,mullas  et  magnas  informationes" 
dem  Papste  gesandt,  worauf  dieser  —  so  muH  man  schließen  — 
die  Initiative  ergriffen  hat ;  selbst  bei  den  7t  Gefangenen 
von  Poitiers  beut  es  nicht  mehr,  dab  der  König  sie  .libera- 
liter'  dem  Papste  ausgeliefert  habe.  Niemand  vermag  aus 
diesem  Stücke  die  Rolle  zu  erkennen,  die  das  Königtum  ge- 
spielt hat.  Ebenso  auffällig  wie  diese  Umformung  der  harten 
Tatsachen  zu  einer  allgemeinen  Templerlegende  ist  die  Auslese 
der  Bischöfe  zum  Konzil,  über  die  der  König  zum  mindesten 
vorher  verständigt  war.  Während  sonst  zum  allgemeinen  Konzil 
der  gesamte  Episkopat  geladen  wurde,  sollen  hier  nur  die  be- 
nannten Bischöfe  in  Vienne  erscheinen,  während  die  übrigen 
in  der  Heimat  die  bischöflichen  Pflichten  erfüllen  sollen !  *) 

Das  Datum  dieser  Urkunden  hat  zu  einer  groben  Milä- 
duutung  Veranlassung  gegeben.  In  einer  umfangreichen  Gruppe 
wird  sehr  ausführlich  das  Verhör  der  Würdenträger  in  Chinon 
geschildert,  obwohl  dies  erst  am  17.  August,  also  fünf  Tage 
nach  der  Datierung,  brennen  hat.  Die  früheren  Forscher, 
selbst  Hefele-Knöpfler,  bringen  alle  scharfe  Bemerkungen  über 
diese  Unehrlichkeit  Kleinens'  V.  Vor  allem  spricht  Lea  vom 
lügnerischen  Papst,   von  der   , empörenden  Zweideutigkeit'  ^). 

')  Rag.  CleiDeutifl  V.  Nr.  3515.  ')  I.  c.  Nr.  3402  B. 

")  1.  c.  Nr.  3516  ff.  *)  1.  c.  Nr.  3626-83. 

*)  RaliqDie  ipBoram  «piscopomm  in  dictia  provinciis  retnanentibu»  ad 

B^  qae  poolificale  officium  exignat.  ')  Lea  lil,  2B3. 


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'230  Ptipst  und  Kilnig  bis  zum  Abschluß  der  VerhandluDgeo. 

Voi'siclitigere  Foi-schcr,  die  sich  fragten :  Warum  soll  Kteniens 
hier  ilie  Unwahrheit  sagen?  konnten  Iceine  Antwort  finden  und 
suchten  wie  Prutz  und  Funk  allerlei  miülungene  Deutungen '}. 

Und  docti  liegt  die  richtige  Antwort  schon  nahe,  wenn 
man  die  Zahl  der  den  12.  August  tragenden  Stücke  zusammen- 
stellt: nicht  weniger  als  483,  zum  guten  Teil  sehr  umfangreiche 
Bullen,  sind  vuni  tSS.  August  datiert.  Sie  Icßnnen  ganz  un- 
möglich alle  an  diesem  Tage  fertiggestellt  sein;  zu  einer  solchen 
Arbeitsleistung  hätte  auch  die  päpstliche  Kanzlei  damals  nicht 
annähernd  hingereicht.  Das  Datum  kann  also  nur  als  Beur- 
kundungsbefehl gedeutet  werden ;  so  hat  es  schoD  früher  Hollz- 
mann  angenommen  ^).  Jetzt  haben  wir  zwei  schlagende  Be- 
weise fQr  die  Richtigkeit:  Am  13.  August,  dem  Datierungstage, 
löst  sich  die  Kurie  auf,  der  Papst  reist  tags  darauf  ab;  damals 
also  hat  er  seine  letzten  Aufträge  gegeben.  Er  blieb  aber  in 
der  Nähe  von  Poitiei-s,  da  er  die  Berichte  der  Ka^dinalsunte^ 
suchung  von  Chinon  abwartete*).  Aber  noch  mehr!  Viele 
Monate  später,  zu  Beginn  des  neuen  Jahres,  beklagte  sich 
Philipp  über  die  Verzögerungen  in  der  Versendung  der  wicli- 
tigen  Dokumente;  noch  sind  die  vom  13.  August  datierten 
Stücke  nicht  in  den  Händen  der  Hauptadressaten.  Und  der 
Papst  antwortete,  daß  die  Last  der  Arbeit  so  groß  gewesai, 
datj  die  betreffenden  Schriftstücke  erst  vor  kurzem  hätten  aus- 
gefertigt werden  können*). 

Abgesehen  von  allem  andern  bekundet  ein  solcher  Vor- 
wurf dummer  Lüge  und  plumpster  Unehrlichkeit  eine  Ve^ 
kennung  der  Tradition  der  päpstlichen  Kanzlei  und  Kurie,  die 
beide  sicherlich  am  wenigsten  verdienen. 

')  Prutz  a.  173  und  Exkurs  V].  Auf  das  Verfehlte  hat  Wescb, 
Gütt.  Gel.  Ann.   1890  S.  266  f.  hingevioscn. 

')  In  MIOG  IX,  503  spricht  Bussen  von  .VordMierUDg*.  Das  Itbrifie 
ist  bei  ihtn  unklar. 

■)  Vgl.  üben  S.  228. 

^1  Vgl.  unton  S.  236.  VerHchiedeue  dieser  Sclireiben  vom  12  Auguit 
frliielt  der  Erzbiscliut  von  Toura  erst  am  18.  Janaar  1309.  Hei.  Hiat 
II.  424  IT.    Vgl.  auch  ßnluze  II,  141. 


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VI.  Die  Templer 

und  die  bischöfliche  Inquisition  in  Frankreich. 

Die  päpstiiche  Kommission  daselbst. 

Die  französischen  Templer  hatten  ein  halbes  Jahr  Ruhe 
gehabt;  freilich  nur  die  Rübe  des  Kerkers.  Nunmehr  begann 
seit  dem  Übereinkommen  zwischen  Papst  und  König  eine  neue 
Reihe  von  Prozessen.  Über  die  jetzt  einsetzende  bischöfliche 
und  päpstliche  Inquisition  herrscht,  was  die  Grundlagen  an- 
gebt, vollste  Unklarheit;  ScholtmüUer  wie  Lea  nehmen  sie  als 
g^eben  hin,  ohne  äch  um  die  einzelnen  Entstehungsmomente 
zu  kümmern  ^).  Und  doch  ist  ihre  Erkenntnis  zum  Verständnis 
der  einzelnen  Akte  und  üirer  Beurteilung  unbedingt  nötig. 

Den  französischen  Bischöfen  und  Inquisitoren  waren  durch 
päpstlichen  Befehl  anfangs  1308  die  Hände  gebunden;  ver- 
gebens hatten  Drohungen  und  Pamphlete  den  Papst  zu  er- 
schüttern versucht;  Klemens  V;  war  fest  geblieben,  bis  in 
Poitiers  ihnen  die  Hände  gelöst  werden.  Seitdem  arbeiten 
Papst  und  Kardinäle  an  der  Neuorganisation  der  Templcr- 
inquisition  für  Frankreich,  an  der  Schaffung  einer  solchen  für 
die  ganze  christliche  Welt.  Die  Urkunden  dieses  wichtigen 
Werkes  tragen  sämtlich  das  Datum  des  13.  August  130S.  Daß 
sie  nicht  alle  damals,  manche  erst  nach  einem  halben  Jahre 
ausgestellt  sind,  wurde  oben  gesagt.  Aber  die  Gnindzüge  der 
Neuorganisation  waren  damals  schon  gegeben. 

')  8a  kann  SchoUmOller  ],  862  eu  der  Bemerkung  Aer  pBpstlichen 
KomiDiasiaii,  dt&  sie  231  Zeageu  verhOrt,  ,qui  alias  enminati  contra  ordinem 
nan  fneniiit*  [Hinbelet  II,  271)  biniarDgen:  .Obschoo  durch  die  tiberwie- 
gende Mehrbeit  der  Zeugen  die  UDwahrheit  dieser  Hehauptung  erwisBen 
wurde*  ...  Er  verstand  eben  gar  nicht,  daß  Cntersucbung  gegen  Einzel- 
person und  Orden  Enei  guu  verachiedeae  Dinge  sind. 


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232    Die  Templer  und  die  bischöfl.  Inquisitjou.    Die  pSpetl.  Komniisaiun. 

Die  neue  Inquisition  stützt  sich  wesentlich  auf  die  bischör- 
lichc  Tätigkeit.  Bischöfe  bilden  den  Kern  der  neuen  Kommis- 
sionen; denn  nirgends  wird  einer. EinzeJpcrsönlichlieit  die  ünler- 
sucliung  übertragen.  Neben  den  Bischöfen  erscheinen  Prälaten, 
Äbte,  Prioren,  Kanoniker.  Die  eigentlichen  Inquisitoren  spielen 
in  der  Neuorganisation  nur  eine  sehr  bescheidene  Rolle.  Sie 
sind  , zugelassen"  —  so  lautet  der  Ausdruck  —  zu  den  bischöf> 
liehen  Untersuchungen  und  zur  Urteilsfällung  bei  den  Provin- 
ziulkonzilien ;  aber  sie  können  nicht  mehr  entscheiden. 

Zwei  grolJe  Gruppen  von  Kommissionen  waren  nötig: 
zur  Untersuchung  gegen  den  Orden  selbst  und  die  Großprfizep- 
toren  der  einzelnen  Länder  utid  zur  Untersucliung  gegen  die 
einzelnen  Templerpersönlichkeiten.  Letztere  sollte  in  Frankreich 
zunächst  nur  gegen  die  Templer  gerichtet  sein,  die  weder  vor 
dem  Papste  1308,  noch  vor  den  Inquisitoren  1307  ausgesagt 
hatten.-  Für  das  gesamte  Ausland  fiel  diesc>  Einschränkung 
weg.  Dort  sollte  ja  jetzt  erst  gegen  den  Orden  wie  gegen 
den  einzelnen  die  Untersuchung  beginnen.  Wir  verwenden 
für  beide  Gruppen  die  bislang  angewandten,  aber  nie  richtig 
verstandenen  Bezeiclmungeii ;  päpstliche  (gegen  den  Orden)  und 
bischöfliche  (gegen  den  einzelnen  Templer  untersuchende) 
Kommission;  die  Bezeichnung  ist  insofern  irrig,  als  beide  vom 
Papste  eingesetzt  sind,  gibt  aber  die  Sache  insofern  richtig 
wieder,  als  die  bischöfliche  Kommission  auf  die  Diözese  tie- 
schränkt  isL 

Die  päpstliche,  gegen  den  Orden  inquirierende  Kommission 
umfa&t  ein  ganzes  Land  —  wie  Frankreich,  Aragonien,  Eng- 
land oder  auch  einzelne  oder  mehrere  Kirchenprovinzen  wie 
z.  H.  für  Oberilalicii,  Unleritulien.  Zuweilen  soll  sie  nur  in 
einem  kleinen  Komplex  arbeilen  wie  in  der  Diözese  Ancona: 
Dann  ist  auch  die  Zahl  der  Mitglieder  klein;  für  Ancona  sind 
es  nur  die  Bischöfe  von  Fano  und  Esi.  Oft  ist  aber  auch  der 
Bezirk  gewaltig  wie  Deutschland,  dann  bildet  die  Kommission 
ein  umfangreiches  Kollegium:  mehrere  Erzbischöfe  und  Bischöfe 
und  sieben  niedere  Würdenträger.  Oft  treten  in  den  Kom- 
missionen kleine  Änderungen  ein,  zu  den  Mitgliedern  tritt  Für 
eine  entfernte  Gegend  noch  ein  besonderer  Erzbischof  oder 
Bischof  hinzu.     Ich   zähle   solcher  Kommissionen  25,   darunter 


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Die  Templer  und  die  bischfifl.  InquisitioD.    Die  pfipstl.  Kommiesion.    233 

l'J  vollsUndig  verschiedene,  wälirend  6  Modifikationen  be- 
deuten. Am  bekanntesten  ist  ja  durch  die  groüe  Quelleii- 
sammlung  von  Miclieict  die  Tätigkeit  der  gegen  den  Orden  in 
Frankreich  untersuchenden  Konnuission  geworden.  Sie  stand 
bislang  im  Mittelpunkte  der  Beurteilung.  An  ihrer  Spitze  stand 
der  Erzbischof  von  Narbonne,  Großsiegelbe wahrer  Philipps,  der 
Bischor  von  Bayeux,  das  Haupt  der  Gesandtschaft  des  Königs 
an  den  Papst  im  Dezember  1310,  iil>er  die  uns  einer  der 
berühmtesten  Uesandt&chaflsbertcbte  erhalten  ist,  der  Bischof 
Durandi  von  Mende,  ebenfalls  in  küniglichen  Diensten  tälig, 
der  Bischof  von  Luiioges;  ebenso  lieüen  sich  wahrscheinlich 
auch  für  die  drei  Frülaten:  den  Archidiakon  von  Trient, 
Jobann  von  Mantua,  Auditor  des  mit  Philipp  eng  verbundenen 
Kardinals  Pe.ler  Colonna,  den  Propst  G.  Agarni,  früher  lang- 
jährigen Frokurator  der  neapolitanischen  Anjous  an  der  Kurie, 
und  den  Archidiakon  Johannes  de  Montelauro  aus  Maguelonne 
Beziehungen  zum  französischen  Königtum  nachweisen.  DalJ 
Philipp  auf  die  Bildung  der  Kommission  für  sein  eigenes  Land 
Einfluß  gesucht  hat,  ist  b^rciflich;  ein  starkes  Stück  aber  ist, 
daü  er  auch  die  Ernennung  der  Inquisitoren  für  die  andern 
Länder  in  seine  Hand  zu  bekommen  suchte.  Wie  die  Liste 
der  rOr  das  6eneralk(>nzil  zu  borufendcn  Bischöfe,  so  li^t  auch 
die  Liste  der  päpstlichen  Inquisitoren  unter  der  Bezeichnung: 
Scripta  secreta  super  facto  Teniplariorum  im  Pariser  National- 
archiv, (her  ist  für  Ungarn  bei  dem  von  der  Kurie  bezeich- 
neten Namen:  „Bernardus  Blanc  canonicus  de  Corona  ordinis 
s.  Augustini  Engolismensis  diocesis*  die  Notiz  von  französischer 
Hand  eingetragen:  .Iioco  eins  mitatur  alius!  Posset  mitti  fr. 
Bertrandus  de  Rocauilta  (?)  ord.  Prcdicatorum,  natus  de  Tho- 
losa."  Freilich  ist  dieser  Vorschlag  nicht  durchgedrungen ; 
Bemardus  Blanc  blieb  auf  der  Liste.  Aber  wir  wissen  die 
Beniiihungen  um  eine  ihm  genehme  Liste  aus  Philipps  eigenem 
Hutide:  .Mit  größter  Vorsicht  sind  Dir,  h.  Vater,  wie  wir 
wissen,  die  Persönlichkeiten  hierfür  ausgewählt;  darum  unter- 
lasse, Veränderungen  vorzunehmen,  wenn  es  nicht  unbedingt 
nötig  ist.  Denn  Änderungen  der  Liste  bringen  vielleicht  Ver- 
zierungen und  so  den  grfißten  Schaden."  So  der  König  in 
dem  gleich  ausführlicher  zu  behandelnden  Schreiben.   Kleniens  V. 


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234     Die  Templer  und  die  bischSH.  Inquisition.     Die  pSpatl  KoDimiMioa. 

hat  sonst  auf  alle  Klagen,  Vorwürfe  und  Vorschläge  geant- 
wortet, hier  schweigt  er.  Jedenfalls  hat  der  König  erreichl, 
daü  fast  in  jeder  Kommission ,  ob  sie  nun  nach  Sizilien, 
Deutschland,  England  oder  Kaslilicn  ging,  französische  Prälaten 
und  Mönche  eine  Rolle,  und  wohl  die  entscheidende,  treibende 
Rolle  spielen  ■). 

Die  Ei^ebnisse  ihrer  Untersuchungen  muüten  diese  Kom- 
missionen in  urkundlicher  Form  dem  Papste  zustellen;  denn 
sie  sollten  als  Grundlage  bei  der  Prüfung  auf  dem  Vienner 
Konzil  dienen.  So  sind  uns  denn  auch  gerade  diese  Malerialien 
aus  den  verschiedenen  Ländern  erhalten.  Viel  weniger  die 
Arbeiten  der  zweiten  Kommission. 

Die  bischöflichen,  gegen  die  EinzelpersÖnlichkeUen  unter- 
suchenden Kommissionen  sollten  in  den  einzelnen  Diözesen 
vorgehen.  Woher  die  Templer  stammten,  kam  nicht  in  Be- 
tracht, auch  die  von  anderswoher  Herbeigeführten  untcrli^en 
ihrer  Beurteilung.  Nach  Beendigung  der  Untersuchung  sollte 
dann  das  Provinzialkonzil  über  die  Templer  der  einzelnen 
Kirchenprovinzen  eine  verurteilende  oder  freisprechende  Sentenz 
fällen.  Gegen  den  Orden  selbst  oder  den  Präzeptor  des  be- 
treffenden Landes  durften  sie  nicht  unlei-suchen.  An  der  Spitze 
dieser  Kommissionen  erscheint  natürlich  das  DiOzesanoberhaupl. 

')  Hier  folgt  nnrh  dem  Register  Klemena'  V.  Bd.  III  eine  Obersiclit 
der  verschiede  neu  KommisBioDcn.  Ich  gebe  zuerst  die  beiden  Baopt^rupptD 
und  setze  die  entepre<:heDde  biacliSfliche  Kommission  hinter  der  pfipstlichrn 

in  Klammern.  FrHnkreich  3402  (346ÜJ;  Oberitalieo  S403  (3426.  3436-371; 
Ungarn  und  Süden  3404.  14.  3415  (3433.  34.  47);  Aragonien  3405  (3432): 
AreUt  usw.  3406  (3461  -  Ö4);  Insel  Sizilien  8407  (3438.  43.  46);  PertDg«! 
340^  ;3455);  England  und  Schottland  und  Lund  [statt  Londoniensial  und 
Drontbeim  3409.  3421.  3492.  8494  f.  (3439.  62.  86.  87.  92,  Mf.),-  Kaatilien 
3410  (8440.  44.  60r.);  Deutschland  und  Schweden  3411.  IS  (3428-31.  ^7- 
58;;  Cypern  3412  (3406);  Sardinien  3418  (3427);  Griechenland  3415  (3445 
59);  Ancona  8416  (3448);  Tuscien  3417  (3449);  Kircbenatsat  3419  I34&0. 
3513);  Nuapel  3420  (3425.  40-42);  Irland  3422  (3488  -91.  96);  Polen  3423 
(3493;  hier  auch  das  in  3423  auNgelsasene  Prägen.);  Riga  34S4.  i"^ 
Schottland  und  den  Norden  durften  Unterdelegationen  stattfinden.  Von 
Nr.  3463-85  nnd  3497—8512  stehen  die  einzelnen  ErzbistOmer  nnd  Bis- 
tflmer,  denen  die  päpstliche  Kommisaion  zugeteilt  wird.  3514  gibt  dum 
fQr  Frankreich  die  besondere  bischQfliche  Inquisition  durcb  Verbindu&|{  des 
Bischofs  mit  je  zwei  Kanonikern,  Dominikanern  und  Minoriten. 


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Die  Templer  und  die  biBchöR.  Inquisition.    Die  pSpstl.  Kommiasion.     235 

Aber  neben  ihm  erscheinen  auch  überall  die  Mitglieder  der 
ersten  Kommission  a)s  Beauftragte,  die  mit  dem  einzelnen  Erz- 
bischofe  oder  Bischöfe  sämtlich  oder  einzeln  vorgehen  sollen; 
das  tntsächliche  Ergebnis  ist  also,  daß  beide  Kommissionen 
ans  den  gleichen  Männern,  mit  Hinzuziehung  des  Diözesan- 
bischofs  bestehen  ktonen ;  höchstwahrscheinlich  aber  hat  meist 
nur  das  eine  oder  andere  Glied  der  ersten  Kommission  in  der 
zweiten  mitgewirkt. 

Nun  ist  aber  für  Frankreich  noch  eine  zweite  Form  der 
bischönicben  Kommission  nachweisbar,  und  ich  möchte  nach  den 
dürdigen  erhaltenen  Anzeichen  —  so  z.  B.  für  Nimes,  Eine  — 
glauben,  da&  sie  wesentlich  t)ei  den  bischönicben  Verhören 
It^en  die  einzelnen  Templer  erscheint.  Schon  am  5.  Juli  hatte 
der  Papst,  als  er  die  französischen  Bischöfe  zu  seinen  Mit- 
nrbeiteru  in  der  Templerfrage  annahm,  erklärt,  daß  er  ihnen 
einige  Persönlichkeiten,  die  er  für  die  Teilnahme  an  der  Unter- 
suchung für  passend  hielt,  zuweisen  werde.  Das  tat  er  acht 
Tage  darauf:  er  benannte  als  solche  Geholfen  der  einzelnen 
Bischöfe  je  zwei  Kanoniker,  Minon'ten  und  Dominikaner,  welche 
die  Bischöfe  sich  auswählen  konnten  '). 

Wie  nahe  beide  Kommissionen  einander  standen,  beweisen 
auch  die  für  beide  bestimmten  Inqutsifionsartikel.  Die  For- 
schung hat  meist  beide  Arten  nicht  auseinander  gehalten;  in 
der  Hauptsache  stimmen  sie  ja  überein.  Nur  enthalten  die 
gegen  den  Orden  gerichteten  Artikel  eine  Anzahl  Nummern, 
die  auf  den  Gesamtchar»kter  des  Ordens,  die  Tätigkeit  des 
Großmeisters,  der  Brüder  im  Orient  hinweisen;  dagegen  steht  am 
Schliisse  der  g^en  die  einzelnen  Templer  gerichtuten  Artikel 
eine  Gruppe  Ton  Fragen  über  den  Eintritt  in  den  Orden,  über 
den  Beginn  der  Ordensirrtümer  und  die  Idole.  Erstere  Gruppe 
weist  meist  127  Artikel,  letztere  88  auf.  Anscheinend  hat 
man  beide  zuweilen  zusammengeworfen,  so  daü  man  nur  aus 
den  einleitenden  Worten  den  wahren  Charakter  des  Verhöres 
erkennen  kann  *). 


')  H^l.  Eist.  II.  423. 

')  Vgl.  die  ,Aiticnli,  super  quibus  ioquiretur  contrn  frstreB  .  .  .  tam- 
qmm  contra  siogulares.  tSil.  Hret,  II,  441  ff.  M4nsrd,  preuvee  p.  170s.; 
die  Aiticnli,  super  quibos  inqairetur  contra  ardinem  militie  Tempil,  Michelet 


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236     Die  Templer  und  die  bischOfl.'  Inquisition.     Die  papstL  KommiaBioi]. 

Die  Grundzüge  dieses  Systems  entsprachen  der  kirchlichen 
Organisation;  die  legitimen  Vertreter  der  Kirclie  kamen  zum 
Wort.  Für  Frankreich  barg  vielleicht  die  Einfachheit  die  größte 
Gelahr.  Sie  führte  zur  Verwirrung.  Dadurch,  daß  äer  Be- 
fragte ober  den  Orden  aussagte,  sagte  er  auch,  ohne  sich 
dessen  voll  bewußt  zu  werden,  gegen  sicti  aus.  Die  Opfer  der 
Provinzialkonzilien  erzählen  davon.  Anderswo  Treilich  zeigten 
sich  diese  Schwierigkeiten  nicht.  In  den  nichtfranzösisclien 
Ländern  fanden  tieide  Kommissionen  keine  Vorarbeiten  vor. 
Sie  konnten  nach  dem  Inquisitionsverfahren  tieginnen  und  cnt- 
scheiden.- 

Die  Fertigstellung  dieser  vielen  hundert,  zum  Teile  aus- 
führlichster Anweisungen  erforderte  lange  Zeit.  Man  darf  es 
Klemens  V.  glauben  ^),  daß  die  letzten  Monate  des  Jahres  1308, 
als  die  Kurie  auf  Umwegen  nach  Avignon  zog,  die  ganze 
Schar  der  Kanzleibeamten  auf  Anweisung  der  Kardinäle  B«- 
rengar,  Stephan  und  Pettr  Colonna  daran  gearbeitet  hat.  Mit 
Entrüstung  hat  er  den  Vorwurf  Philipps,  daß  er  zögernd  und 
verzögernd  dabei  vorgegangen,  zurückgewiesen,  oder  daÜ  das 
der  Grund  sei,  warum  manche  Templer  verzweifelt,  andere 
wortbrüchig  geworden  seien.  Auch  die  weitern  Folgerungen, 
die  daraus  entstandenen  bösen  Gerfichle,  dala  es  ihm  und 
Philipp  nicht  um  die  Seelen  der  Templer,  sondern  nur  um  die 
Güterbeute  zu  tun  sei,  konnte  er  für  seine  Person  damals  noch 
ruhig  ablehnen.  Ein  paar  tiescheidene  Möbel*),  deren  Ertrag 
für  die  Legation  der  Kardinäle  Berengar  und  Stephan^}  ver- 
wandt seien,  sei  alles,  was  er  bekommen  habe.  Sonst  habe 
ihm  die  Templerangel^enheit  nur  Ausgaben  gebracht.  Geniä 
muß  es  auffallen,  daß  die  zahlreichen  Schriftstücke,  welche  die 
neue  Inquisition  formulierten,  im  Frühjahr  1309  noch  nichl 
einmal  nach  Frankreich,  geschweige  denn  ins  Ausland  versandt 

I,  89 «.  Schottninller  II,  119  ff.  Eioe  VermbchaDg  beider  ScfaoUmOlkr 
S.  149  tr.  Bis  Art.  76  [faciendi)  stimnien  beide  Dberein.  dann  beginnen  dt* 
Abweichungen. 

')  Dae  Folgende  nacli  der  wichtigen  Nr.  106  8.  189—20]  in  Finli«. 
Band  II. 

')  .  .  .  nisi  modica  bona  mobilia  deposita  penes  enndetn  BerengHion 
cardinalem.     Finke  II,   191. 

'I  Ende  1307  zu  Philipp  selbat. 


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Die  TempUr  and  die  biMböf).  Inquisition     l)i«  pftpstl.  RommiBBioD.    28? 


waren,  die  Kommissare  also  auch  noch  nicht  ihre  Reise  an- 
getreten hatten.  Ein  langsamer  Modus  in  der  Versendung 
wichtiger  Aktenstücke  lälit  sicli  un^weifelhall  an  der  Kurie 
KIcniens'  V.  öfter  nacinvoiscn;  ob  er  stets,  ob  er  Oberhaupt 
Tadel  verdient,  ist  schwer  zu  entscheiden.  Diosnial  hatte  der 
Papst  aber  sicher  recht;  denn  schon  waren  Zweifel  aller  Art 
i^ber  die  Durchfährung  des  groüen  Untersuchungsapparates  laut 
(feworden,  gerade  von  Paris  aus  kam  die  Veranlassung  zu  der 
Zägening ').  Und  den  besten  Beleg  für  die  in  Frankreich  all- 
gemein herrschende  Unsicherheil  bietet  gerade  dies  pfipstliclie 
Srhreiben,  das  auf  zahlreiche  Bedenken,  Mi Ü Verständnisse  und 
Klagen  eingeht. 

In  den  ersten  Monaten  1309,  wohl  im  Februar,  tagte  in 
Paris  ein  Nationalkonzit  in  der  Templersache,  liier  erschien 
der  päpstliche  Kaplan  Hugo  Geraldi,  der  wenige  Jahre  später 
iih  Bischor  von  Caliors  so  entsetzlich  endete,  und  überbrachte 
pinem  Teil  der  Prälaten  die  Inquisitionsnufträge.  Das  Konzil 
ülM-rsandte  dem  Papste  allerlei  Bedenken  über  die  kommenden 
Untersuchungen.  Wohl  nicht  ohne  F^inwirkung  des  Hofes 
H'ftnschten  die  Bischöfe,  da  der  größere  Teil  der  Templer  in 
Paris  und  in  den  Erzdiözesen  Sens  und  Tours  inlernicrt  sei, 
so  möge  der  Prozeü  gegen  den  Orden  in  der  Provinz  Sens, 
also  wohl  in  Paris,  beginnen,  wogegen  der  Papst  nichts  ein- 
wandte; ebenso  stimmte  er  dem  sofortigen  Beginne  der  päpst- 
lichen Untersuchung  zu.  Dali  die  päpstliclio  Kommission  sich 
wohl  rersammelte,  aber  IrolKdem  ihre  Tätigkeit  erst  im  Winter 
l>^innen  konnte,  ist  bekannt.  Dagegen  hatte  der  Papst  nach 
Beratschlagung  mit  dem  Bischöfe  von  PalAstrina  und  seinem 
Nepoten  Raimund  de  Got,  die  beide  damals  wob!  den  größten 
Einfluß  bei  ihm  hatten,  sowie  mit  den  Freunden  des  Königs 
starkes  Bedenken  gegen  eine  Teilung  der  päpstlichen  Kommis- 
sion. Die  Bischöfe  wollten  die  päpstliche  Inquisitionskommission 
fnr  Frankreich  teilen,  sie  wollten  ein  paar  Prälaten  und  ein 
oder  ein  paar  Mitglieder  der  Untersuchungskommission  in  die 
verschiedenen  Kirchenprovinzen  gleichzeitig  senden.  Dadurch 
wäre  das  Unternehmen   allerdings  sehr  beschleunigt   worden, 

'}  Scriptum   de   Parisins   Bxtitit.  .  . .   quod    aliqnn  dubia  currigtaiti 

iminebant. 


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2ä8    Die  'Templer  und  die  btschUft.  Inquisition.    Die  pipatl.  ttommissioa. 

aber  Kleiriens  wies  wohl  nicht  mit  Unrecht  auf  die  Gefahr 
hin,  daü  jede  Kommission  an  jedem  Orte  besondere,  einauiiiT 
widersprochende  Ergebnisse  erziele.  Das  hAtte  allerdings  der 
Untersuchung  einen  starken,  aber  lieilsamen  Stoß  versehen 
können!  Wahrscheinlich  wollte  man  dadurch  königlicherseits 
die  gefürchtete  Massenansamnihing  der  Templer  an  einein  Orte 
verhindern.  Der  König  kommt  selbst  in  seinen  Vorschlägen 
insofern  darauf  zurück,  äaü  er  um  MaÜrt^eln  ersucht,  wie  die 
ütwrall  im  Lande  zerstreuten  Templer  an  Ort  und  Stelle  ge- 
prüft und  nicht  zu  ihren  Bischöfen  geschleppt  werden  brauchen. 
Die  Wirkung  der  Massenzusamnienkünfle  hatte  er  richtig  vor- 
ausgesehen. 

Diese  Vorschläge  Philipps  bilden  doch  wohl  eins  der 
charakleristischslen  Stücke  in  der  nn  solchen  sicher  nicitt  amieii 
Korrespondenz  der  beiden  Herrscher,  Der  unfreundliche,  über- 
hebende Ton  könnte  ja  mit  der  allgemeinen  politischen  Kon- 
stellation zusammenhängen;  at>er  er  ist  Philipp  dem  Papste 
gegenüber  geläußg.  Man  denke  nur  an  Plaisians'  freche  Bede 
in  Poitiers!  Es  ist  ein  regelrechter  Schulmeisterton.  Der  Papst 
soll  in  seinen  Briofen  klare,  passende  Vorschl^e  machen,  nicht 
viele  Worte,  keine  Unklarheiten  und  Unbestimmtheiten.  Philipp 
traut  dem  Papste  zu,  daß  er  aus  Vorliebe  für  Bordeaux  dort 
eine  Ausnahme  machen  wolle.  Mit  schneidendem  Hohn  weis! 
er  auf  die  angeblichen  Widersprüche  hin;  vor  allem  lengnel 
er  ganz  bestimmt,  gesagt  zu  haben,  was  der  Papst  über  die 
Templei^üler  ihm  in  den  Mund  legt ').  Er  hat  sie  keineswegs 
dem  Papste  übergeben,  denn  sie  gehören  dem  Orden  und  sollen 
in  dessen  Besitz  bleiben  für  das  b,  Land,  mag  auch  der  Orden 
zugrunde  gehen:    .Wenn  die  Leute  hörten,  daß  die  Güter  in 

')  Der  Papst  ist  tatsScIilich  nur  dns  Verlangea  Philippe  oingeganp*". 
Er  habe  die  Urkunden  gennu  nnch  dem  Wortlaut  der  Verträge  roni  Juli  130$ 
UiD&ndem  Inssen,  .licet  quo  ad  facti  salistantiam  nulla  varietaa  vel  divcrsitns 
fore  noscatur* ,  So  kann  es  der  Kfinig  aus  den  jetzt  nach  Lyon,  BordvM^ 
und  Narbonne  bestimmten  Stücken  ersehen.  Falle  der  ECoig  ea  will,  ist  tt 
bereit,  die  an  die  sechs  andero  Kirchenprovinzen  gesandten  Exemplar«  ein- 
zufordern  und  umzuändern.  WahrschHJnlich  ist  das  geschehen.  Denn  in 
der  bulle  .Cum  otim"  vom  ö.  Januar  1309  steht  ausdrfleklicli :  Neniine 
ordinis  Teiiipli  administrent.  Es  ist  das  Exemplar  fUr  Tours.  Vgl.  Hrl 
Hist.  II  p.  417. 


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Di«  Templer  and  die  bischöfl.  Inquisition.    £He  plpetl.  Kotnmiauon.    S3Ö 

Eiire  Hand  gel^t  seien,  würden  sie  Ärgernis  nehmen,  mag 
auch,  was  die  ProteJction  angeht,  alles  Tempel-  wie  alles 
Kirchengut  in  Euren  Händen  sein."  Philipp  hat  jetzt  das 
^anze  internationale  Templerproblem  in  seiner  Hand.  Er,  nicht 
der  Papst,  ist  der  Inspirator!  Wie  er  um  die  Abgesandten 
weiä,  sie  wahrscheinlich  durch  die  Seinen  hat  mitbestimmen 
lassen,  so  soi^t  er  Tür  alle  Einzelheiten,  damit  die  Sache  bald 
erledigt  werde.  Er  sorgt  für  die  Kommissare  und  ilir  Ein- 
kommen, denn  er  hat  vernommen,  daü  sie  zu  wenig  erhalten, 
und  darunter  leidet  eben  der  Prozeß  ').  Ja,  er  mischt  sich  in 
die  Art  der  Besoldung  ein,  und  der  Papst  ist  gutmütig  genug, 
Ihin  weitläufig  auseinanderzusetzen,  wie  er  durch  doppelte 
Sicherung  auf  die  Güter  und  die  Prälaten  der  einzelnen  Länder 
den  papstlichen  Inquisitoren  zu  ihrem  Recht  verheiren  will, 
Philipp  wei&,  daß  in  Deutschland  Kirchenrörsten  von  der  Ab- 
gabe für  die  Kommissare  befreit  sind,  obwohl  sie  besser  und 
williger  solehe  Last  tragen  würden.  Er  .wundert  sich  über- 
aus', dag  der  Papst  nur  in  Frankreich  und  schließlich  in 
England  für  die  Obei^be  der  Templer  in  seine  Hand  und  die 
Verwaltung  der  Güter  genügend  gesorgt  hat.  Geht  nicht  alles 
in  den  verschiedenen  Ländern  nach  einer  Schnur,  so  ist  das 
fieschäfl  nicht  sicher. 

Was  wichtiger  noch,  Philipp  vertritt  die  Bischöfe  auch 
in  Fragen  der  Inquisition.  Er  bringt  die  Fragen  der  Präloten, 
ihm  antwortet  der  Papst  erklärend,  zustimmend,  stillschwei- 
gend ablehnend  am  9.  Mai;  den  Bischöfen,  die  ihm  die  be- 
treffende Bittschrift  übersandt,  erst  ein  paar  Wochen,  auf 
einiges  erst  Monate  später '),  Durch  Schreiben  vom  5.  Juli 
und  12.  August  glaubte  Klemens  alles  vortrefflich  für  die  Unter- 
suchung g^en  die  einzelnen  Persönlichkeiten  in  Frankreich 
geordnet  zu  haben;  den  Bischöfen  und  dem  Könige  schien  es 

')  Di»  Beeoldnngen  der  Kommiesare  waren  anch  unter  dem  Datum 
it  n  AugDat  festgesetzt.    Reg.  8516  ff.    Dann  509Slf. 

*}  Die  endgltltigen  pipatlichen  Antworten  an  die  DiacliUfe  liegen  vor 
VBter  dem  Datum  des  22.  Mai  und  1.  Angnet  1309.  Regg.  Nr.  5063  67; 
M7S  (wOrlliuh  wie  606S,  nur  ist  hier  der  Satz  eingefügt;  Nee  per  vos  vel 
ilioa  sine  noatro  speuisli  mandsto  posset  contra  illos  inquiri  de  iure)  — .'iOVIi. 
Itu  vgl.  dazu  die  Erklirungen  Finke  II,  p.   197  ff. 


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24D     Die  Templer  and  die  bischafl.  taquieitioD.     Die  päpatl,  KommiasiDn. 

nicht.  Zudem,  beide  hatten  Wiinsciie,  d.  h.  wohl  königlicbe, 
die  sie  in  die  Form  von  Fragen  kleideten,  und  der  Papst  g»l> 
fast  in  allem  nach.  Aufklärung  bedurfte  eine  Unlerlas-sun^  in 
dem  päpstlichen  Schreiben  vom  12.  August.  Dort  war  Lberall 
nur  vom  Verhör  der  Inquisition  von  1307  die  Rede,  obwohl 
doch  auch  die  Prälaten  inquiriert  hatten.  Beide  Verhöre  werden 
gleichgestellt.  Aufklärung  erforderte  vor  allem  die  Kernfri^: 
Viele  Templer  sind  1307  und  1308  vom  Inquisitor,  den 
Bischöfen,  vom  Papst  und  einigen  Kardinälen  nach  einer  Reihe 
von  Punkten  —  erst  waren  es  fünf,  später  mehr  —  gefragt : 
jetzt  liegen  127  Anklage-  oder  P'ragepunkte  gegen  den  einzelnen 
vor,  sollen  diese  inquirierten  Templer  über  die  andern  Artikel, 
ober  die  sie  nicht  gefragt  sind,  Zeugnis  ablegen?  Der  Popsl 
hält  es  nicht  für  angemessen,  die  vor  ihm  gefragten  Templer 
noch  einmal  vor  Gericht  zu  stellen,  dn  aus  ihren  Aussagen 
die  Sache  spruchreif  sei.  Es  sei  denn,  daü  sie  selbst  auf  etwas 
noch  nicht  Erörtertes  hinwiesen;  dann  möchten  die  Prälalen 
nach  eigenem  Gutdünken  verfahren.  Gegen  die  von  Prölaten 
und  Inquisitoren  Vernommenen  sollte  man  ebenfalls  nicht 
weiter  vorgehen,  wenn  die  Sache  durch  die  Untersuchung 
spruchreif,  für  Verurteilung  oder  Lossprechung,  sei.  Übrigens') 
überlaut  er  da  die  Entscheidung  den  Prälaten  als  eine  Ge- 
wissensfrage. 

Und  nun  die  andere  Frage:  Unler  den  1307  und  1308 
Vernommenen  finden  sich  viele  hartnäckige  Leugner,  viele,  liie 
ihre  Geständnisse  zurückgenommen  haben.  Was  soll  mit  ihnen 
geschehen?  Bischöfe  wie  König  haben  diese  Frage  gestellt. 
Der  König  spielte  ganz  deutlich  bei  Erwähnung  der  Bfick- 
fälligen  darauf  an,  daü  der  Papst  daran  mitschuldig  sei  w^en 
der  , prorogatio  negotii".  Der  Papst  hat  dem  König  auf 
diesen  Punkt  nicht  geantwortet.  Und  den  Prätaten  erst  am 
1.  August  —  ein  Vierteljahr  später!  Und  dann  mit  einer 
merklichen  Schärfe  und  Zurückhaltung:  ,Da  im  geschriebene« 
Recht,  das  nach  unserer  Kenntnis  einige  von  Euch  vollständig 

')  Ob  hier  euch  die  Präge  der  vom  P&pste  Iitqoirierlen  nieder  aof- 
gegriffen  wird  oder  es  sich  nur  um  <lie  andere  Kategorie  handelt  IflBt  »\eb 
nicht  mit  Sicherheit  sagen.  Wie  denn  Oher)innpt  nicht  immer  alles  kkr 
ist.  besonders  nirht  die  >ScheiduniB:  zwischen  beiden  iDquisitionen. 


oy  Google 


Die  Templer  und  die  biscbOfl.  loquisitioa.     Die  {^psll.  Kommission.     241 

kennen,  diese  Bedenken  gelöst  werden,  deshalb  wollen  wir,  da 
wir  jetzt  kein  neues  Recht  hier  schafTen  wollen,  daü  ihr  nach 
den  Forderungen  des  Rechtes  vorgeht"  '). 

Die  Frafce  mu&te  dem  Papste  doppelt  unangenehm  sein 
wpgcn  der  Insinuation  des  Königs,  die,  wenn  auch  im  Korn 
nicht  begründet,  doch  die  Meinung  weiter  Kreise  ausdrückte, 
vor  allem  aber  hätte  er  durch  eine  klare  Stellungnahme  gegen- 
nber  den  .relapsi'  auch  anerkennen  müssen,  daß  1307  alles 
mit  .rechten  Dingen  zugegangen,  er  auch  hier  seine  Meinung 
über  die  Verhöre,  die  er  am  5.  Juli  1308  den  französischen 
Bischöfen  ausgesprochen,  geändert  hat)e. 

Freilich,  die  Folgen  dieser  Antwort  waren  die  gleichen 
vtie  bei  einer  Bejahung.  Bischöfe  und  Inquisitoren  sahen  die 
Vwliöre  als  rechtsgültig  an.  Widerruf  und  Rückfülligkeit  ver- 
dienten den  Feuertod.  Und  dadurch,  dafi  sich  Klemens  der 
Msiuig  der  schwierigen  Aufgabe  entzog,  den  Weg  anzugeben, 
ivie  die  Leugnenden  zum  Geständnis  zu  bringen  seien,  überlicü 
er  das  dem  Ermessen  der  einzelnen  oder  dem  „geschriebenen 
Recht*.  Erst  später,  als  man  sich  nicht  zu  helfen  wulite,  hat 
er  dann  die  Folter  überall  zur  Erzieiung  von  (iestündnissen 
pefordert. 

So  blieb  denn  das  Geschick  der  einzelnen  Templer  ganz 
in  rien  Händen  des  Tranzösischen  Episkopates,  da  der  Pjipst 
sicli  auch  seines  Vorrechtes  bei  Fällung  der  Sentenz  begab. 
Die  Frage  lautete:  Kann  bei  einem  vom  Papste  früher  Ver- 
härten das  Provinzialkonzil  ein  entscheidendes  Urteil  abgeben':' 
Die  Antwort:  Prinzipiell  nicht.  Nur  er,  der  Papst,  könne  in 
solchem  Falle  die  Sentenz  iällen.  Um  aber  die  Angelegenheit 
nicht  länger  hinzuschleppen  und  wegen  der  Ruchlosigkeit  der 
Templer  verbrechen  gestattet  er  eine  Aburteilung  auch  solcher 
Pers^lichkeiten  durch  die  Provinzialkonzil ieii,  abgesehen  von 
den  fünf  Groß  Würdenträgern. 

Erst  jetzt,  kann  man  sagen,  hat  der  Papst  auch  auf  den 
letzten  Rest  seines  einzigen  mutigen  fkhrittes,  der  Suspension  der 
Inqiiisitionsvoltmachten  zn  Anfang~i:W8,  verzichtet;  keine  Spur 
meines   so   gerechten    Unwillens   und    Mii^trauens   den  Prälaten 

')  Reg.  CTementis  V.  Nr.  5074. 
ViDk«,  PkjMttDiD  and  Untsr^nff  d»  T*iiii>1er<iTd«ni.    I.  16 


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S42    Die  Templer  und  i\o  bischsrl.  Inquisition.    Die  pitpntl.  K< 

gegenüber  ist  noch  äußerlich  sichtbar^).  Tatsächlich  können 
jeti^t  in  Frankreich  alle  Templer  nicht  bloü  von  den  päpstlichen 
sondern  auch  von  den  bischöflichen  Inquisitoren  verhört  werden; 
und  so  ist  es  ja  wohl  meist  geschehen,  nur  dala  stets  ober 
den  bereits  Verhörten  das  Damolilesschwert  der  Geständnisse 
von  1307  hing. 

Aus  all  den  Fragen  ersieht  man  auch,  wie  flüssig  doch 
noch  die  ganze  Organisation  des  Inquisitionsprozesses  in  man- 
cher Beziehung  war  und  welche  Verwirrung  damals  in  Frank- 
reich der  Templerfall  hervorgerufen  hat.  Philipp  hatte  aber 
ein  verkehrtes  Empfinden,  wenn  er  dem  Papste  vorliielt;  „Wenn 
schon  in  Frankreich,  wo  doch  die  Sache  in  Fliilü  ist,  solche 
Verwirrung  sieb  zeigt,  wie  soll's  dann  in  den  andern  Ländern 
ausfieben?"  *)  In  den  n ich I französischen  Ländern  hat  die  dop- 
pelte Oi^anisation  genügt;  hier  stand  nicht  i:iü7  im  W^. 


Hei  dem  Mangel  an  Akten  der  bischöflichen  Inquisition 
ist  um  so  wertvoller  der  bislang  unboaclitot  gebliebene  , modus 
procedendi'.  den  der  Bischof  Wilhelm  von  Paris  mit  dem  In- 
quisitor vereinbart  hat,  und  der  doch  wohl  in  den  Grundziigen 
überall  angewandt  wurde  ^).  Der  Hauptteil  beschäftigt  sich  damit, 
wie  von  solchen  ,qui  semper  negaverunt  et  negant'  Geständnisse 
zu  erzielen  seien.  Zunächst  soll  man  sie  durch  häufige  Uiiter- 
suchungcn  zu  prüfen  suchen:  ob  sie  irgendwie  bei  spätem  von 
frühern  Aussagen  abweichen,  ob  man  durch  selbst  von  weit- 
her geholten  Zeugen  und  Zeugnissen  sie  fangen  kann,  ob  sie 
durch  Geheimhafl  zu  gewinnen  sind.  Dann  folgen  gröbere 
Versuchsniittel;  juagere  Kost,  Wasser  und  Brot  mit  einigen 
wenigen  Zutaten,  falls  nicht  Alteisschwäche,  Krankheit  solche? 
verbieten.     Hilft  dies  noch   nicht,  sie  zur  Walirhcit  zurüekzu- 

')  Auch  die  Beantwortung  der  Frage,  wie  die  Klausel  in  Mtnem 
Schreiben:  vocatis,  qui  fuerint  evocnndi,  zu  deuten  sei:  an  alii  quam  fratren 
ipei  Ad  inquisitionem  huiusmodi  et  procesBDa  super  hoc  faciendos  debeent 
cvocari  et  an,  si  non  vocatt  acceeaerint  et  se  ad  fratrum  ipsonim  defeDsioDem 
obtuleriot,  aint  nd  defeneionem  huiusinodi  admittendt.  hat  Klemens  abgeleliDl. 
Reg.  .W74.  ')  Finke  II,  194. 

")  Et  mu5  nach  der  pBpatlichen  Erklärung  vom  1.  Aagnat  1W9 
fallen.     Mel.  Hiat.  11.  44(i  (f. 


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Die  Templer  und  die  bischAfl.  Inquisition.     Die  pfipatl,  KoinniiBaion.     24^ 

führen  —  wie  der  .modus'  so  bezeichnend  sagt  — ,  dann 
liest  man  ihnen  die  Aussagen,  wie  sie  in  den  päpstlichen  Bullen 
stehen,  vor  und  sagt  ihnen,  daü  die  gro&e  Masse  der  Templer 
freiwillig  geslanden  hat.  Sodann  folgt  Androhung  und  Vor- 
zeigen der  Folter;  aber  niciit  sofort  soll  sich  die  Folterung 
ansehtie&en,  sondern  erst  das  Ze^en  der  Instrumente,  die  Vor- 
bereitung, die  anscheinend  so  manche  nervös  und  zu  Aussagen 
bereit  gestimmt  hat.  Erst  dann,  wenn  alles  nichts  hilfl,  schlie&t 
sich  die  Folter  an,  zuerst  leicht,  und  niemals  in  außergewöhn- 
lich starker  Weise, 

Die  kirchlichen  Sakramente  müssen  solchen  vei-weigert 
norden;  beichten  därfen  sie,  und  dann  wählt  man  einen  vor- 
sicliligen  Beichtvater,  der  sie  recht  zu  schrecken  und  zu  mahnen 
versieht;  doch  darf  er  ihnen  die  sakramentale  Absolution  nicht 
erteilen;  sterben  sie,  so  erhalten  sie  keinenfalls  kirchliches  Be- 
pn'ibnis. 

Die  Uestiindigen  und  bei  ihren  Geständnissen  Beharrenden 
können  nach  feierlicher  Abschwörung  nhsulviert  werden,  und 
sie  sind  mit  Milde  zu  behandeln  und  gut  zu  beköstigen,  doch 
bleiben  sie  in  Haft.  Wer  zuerst  geleugnet  und  dann  gesteht, 
muß  besonders  sorgfaltig  bewacht  werden,  sonst  werden  sie 
wie  die  von  Anfang  an  (äeständigen  behandelt.  Ober  die 
Riickfätligen  wird  nur  bestimmt,  daä  sie  wie  die  Leugnenden 
zu  behandeln  sind;  die  Strafe  hatte,  was  liier  nicht  vermerkt 
ist,  das  Provinzialkonzil  zu  bestimmen.  Die  schon  vom  Papst 
i>der  Inquisitor  Verhftrten  läßt  man  zunächst  unbehelligt. 

Wie  immer,  so  zielt  aucli  diese  Instruktion  nur  auf  Er- 
langung eines  Geständnisses;  an  etwas  anders  denkt  man  nicht, 
solches  gibt  es  nicht.  Das  ganze  Verfahren  mit  seiner  ver- 
liältnisniä^igen  Milde,  mit  seiner  allmählichen  Steigerung  bis 
zur  Folter  und  zum  nichtchristlichen  Bqrräbnis  war  vorznglicli 
geeignet,  bei  solchen,  die  keinen  Heldencharakter  besagen,  zu 
dem  gewönschten  Ziele  zu  kommen. 

Die  biseböflichen  Inquisitionsprotokolle  sind  im  Mittelaller 
selten,  sie  fehlen  auch  für  die  Tempi orkataslrophe  fast  völlig '). 

')  Wann  die  bisctiQfliche  Inqnisition  aach  Puitiera  einsetzt,  ist  schwer 
ZD  sagen.  Man  sollte  meinen,  erst  nach  den  päpstlichen  Informationen  vom 
Mii  1S09.    Aber  dem  widerspricht  z.  B.  folgendes:  Micheiet  1,  498  wird 

16* 


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S44    Die  Templer  und  ilie  bisrhon,  Inquisition.    Die  pSpatl.  Koninii»N«i. 

Die  Spuren  aus  den  Jahren  1307  und  1308  sind  oben  erwähnt. 
Wie  das  Protokoll  des  Bischofs  von  Nimes  für  1308,  so  ist 
auch  das  seines  Vertreters  aber  das  zwei  Jahre  später  in  Alelli 
stattfindende  Verliör  das  ausföhrlichste ,  das  wir  kennen '). 
Nicht  der  Bischof  selbst  sitzt  zu  Gericht,  sondern  er  hat  einen 
rechtskundigen  Pfarrer  als  seinen  Inquisitor  delegiert,  der  mit 
den  nach  der  päpstlichen  Vorschrift  fOr  das  bischöfliche  biqui- 
sitionsgericht  normierten  Kanonikern,  Minorilen  und  Domini- 
kanern in  Aleth  erscheint.  Die  päpstliche  Bulle  ,Paci«is 
niisericordiam"  hatte  der  Metropolit,  Erzbischof  Aegidius  von 
Narbonne,  schon  am  5.  Mai  1309  dem  Bischöfe  mit  der  For- 
derung übersandt,  nunmehr  die  betreffenden  Verhöre  mil 
einzelnen  Templern  vorzunehmen.  Der  Bischof  hatte  mit  der 
Ernennung  des  Pfarrers  der  Thomaskirche  de  Durfort,  G.  de 
S.  Laurencio ,  bis  zum  22.  Dezember  gewartet ,  und  dieser 
führte  die  Untersuchung  erst  von  Johnnnestag  bis  zum  'i.  Juli 
1310^).  Von  den  32  Verhörten  lälit  sich  nur  bei  sechs  nicht 
nachweisen,  ilab  sie  schon  früher  vor  dem  Richter  gestanden 
hatten:  alle  andern  waren  1307  und  einige  dazu  noch  1308 
in  Nimes  selbst  verhört.  Ein  guter  Beleg  dafQr,  wie  man  ilie 
päpstliche  Bestimmung  möglichst  weit  ausgedehnt  hat.  Säint- 
lichc  2G  übrige  —  die  bis  auf  zwei  diesmal  für  die  Unschuld 
des  Ordens  sich  aussprachen,  während  sie  früher  alles  (te- 
standen  —  hatten  sich  bei  ihren  Beratungen  vereinbart,  alle 
frühem  Verhöre  zu  leugnen  und  nur  den  gegenwärtigen  Inqui- 
sitor als  legitimen  Richter  anzuerkennen '),     Einer  besitzt  Ate 


der  kclniglicbe  Rlemo*iiDar  G.  de  Areblayo  verhOii.  Aof  ilem  KoduI  iI<t 
Kirrhenprovinz  Sena  (1810  Mai)  warf  er  den  Mnntel  weg.  Vor  dem  Ksnxil 
per  Xtll.  menses  fuerHt  inqnisituni  runi  co.  Dan  weint  doch  anf  d«8  ■''rflh 
Jalir  1309  (März  oder  April)  hin. 

')  Menard,  preuves  p.   166  ff, 

']  Freilich  zeigt  sirh  die  Spur  eines  andern  bischQflirhen  Genrhtes 
in  Aletfa,  dessen  Besetzung  mit  Minoht^n  und  Doniinikanern  doch  duf  Hk' 
üeit  nach  1308  weist.  Jobannea  Tardini  hatte  vor  ihm  Kusgeaagt,  wahrend 
er  jetzt  leugnete.     Mennrd,  preuvea  p.   175a. 

')  .  .  .  constet  etiani  niichi  per  cnnfessiones  factas  .  .  .  se  et  alios 
fratres  Teniplnrioa  supradictoa  concorduase  in  carcero,  quod  omnes  illoa 
errntcs.  quos  coDfeeei  fuerunt  coram  nliia  inquisitoribna,  coram  me  nagArrnt, 
quia  erani  rompet«ns  iiid<>x.     Mi-nard,  preiivea  p.  260. 


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Dm  Templer  and  die  biachCfl.  InquiaitiDD.    Die  pBpell.  Kommission.    '245 

Naivität,  alle  frühern  Verhöre  zu  leugnen  und  gleich  darauf  — 
diesmal  wurde  die  Folter  nicht  angewandt  —  zu  gestehen, 
dag  er  1307  von  dem  königlichen  Richter  und  dann  von  den 
Inquisitoren  vernommen  sei.  Einem  andern,  Poncius  de  Castello 
bono,  wird  sein  Verhör  vom  Jahre  1307  und  vor  dem  Bischof 
TQigelesM;  er  erklärt   nach  längerer  Erwägung,  dag  er  jetifts  / 

Geständnis  niemals  gemacht  habe;  und  wenn  das  doch  ge- 
schehen sei,  so  habe  er  es  ohne  Gedächtnis,  aus  Furcht  vor 
der  Folter  abgelegt,  und  darum  widerrufe  er  es!  Der  Inqui- 
sitor konnte  nur  seinen  Unglauben  bekunden,  da  er  ja  vor  dem 
Bischöfe  alles  abgeschworen  habe. 

Warum  dieses  sonderbare  Vorgehen  seitens  der  Verhörten  V  / 
Es  ist  ja  denkbar,  dals  ihnen  von  den  bessern  Aussichten  zu  > 
Anfang  des  Jahres  in  Paris  Mitteilung  geworden  und  dag  sie 
Ton  dem  Brande  des  Provinzialkonzils  nichts  vernommen  hatten : 
vielleicht  hofften  sie  diesmal  gerechte  Richter  zu  bekommen. 
Aber  sonderbar  bleibt  das  Vorgehen  doch,  und  es  zeugt  von 
großer  Begriffsverwirrung,  da^  sie  durch  offenkundige  Unwahr- 
heilen  ihre  Lage  zu  ändern  erhofften.  Der  Inquisitor  selbst 
konnte  ja  die  frähern  Akten  einsehen;  die  Mitteilungen  der 
drei  Geständigen  wiesen  ihn  auf  die  Abmachungen  im  Kerker 
hin.  Er  hat  die  Folgerung  daraus  gezogen  und  gegen  die 
Lei^ner  die  Folter  angewandt.  Wann  ?  ist  allerdings  nicht  gesagt. 
Bei  dem  Protokoll  der  genannten  Verhöre  steht  darüber  nichts; 
trst  bei  dem  Protokoll  der  Verhöre  vom  Jahre  1311  im 
August  zu  Äleth  ist  die  Angabe  als  »interlocutoria"  vermerkt. 
Mäßige  Folterung  genügte  1311;  sämtliche  gestehen  diesmal 
wieder  wie  1307  und  22  —  wahrscheinlich  die  Oberlebenden  — 
bleiben  dabei  im  November  1312,  als  sie  mit  der  Kirche  aus- 
gesöhnt wurden.  Schlimmeres,  wie  sie  es  nach  Inquisitions- 
recbt  Verdient  hätten,  scheint  ihnen  nicht  widerfahren  zu  sein. 

Man  hat  Aufhebens  gemacht  von  der  Milde  des  Bischofs 
von  Clermont;  auch  von  ihm  besitzen  wir  die  Akten  seines 
Prozesses  vom  Juni  130!).  Von  den  68  Vernommenen  ge- 
standen 39 '),  blieben  ä9  t>ei  der  Unschuld  des  Ordens,  und 
zwar  mit  der  mutigen  Erklärung,  falls  sie  später  aus  Furcht 
vor  der  Tortur  oder  dem   Kerker  oder   vor  einer  sonstigen 

')  Pniti  S.  327  ff.    RajTDoaatd  bat  40  Ueständige. 

DiaitizecyGOOgle 


246     Die  Templer  und  <]iu  bisuhOfl.  Inquisition.     Die  pSpstl.  KomiiiigBion 

Strafe  etwas  anderes  aussagen  würden,  dann  solle  solches  nicht 
gelten  und  niemand  möge  ihnen  glauben.  Zwei  Drittel  von 
letzteren  erscheinen  in  Paris  unter  den  Verteidigern  des  Ordens; 
nach  dem  Provinzialkonzil  von  Sens  hört  man  nichts  mehr  von 
ihnen,  während  eine  größere  Anzahl  der  1309  Geständigen 
auch  vor  den  päpstlichen  Richtern  aussagen.  Verbrannt  sind 
jene  SO  nicht,  da  sie  bei  ihrer  ersten  Aussage  beharrten.  Ob 
damit  aber  die  Tätigkeit  des  .müden'  Bischufs  von  Clermonl 
zu  Ende  ist?  Unzweifelhaft  fehlen  die  späteren  Prozesse  von 
1311,  in  denen  mit  der  Folter  gearbeitet  werden  muüte;  auch 
in  Nimes  hat  ja  die  Folterung  erst  1311  eingesetzt.  Rekon- 
ziliiert  waren  die  Leugner  nicht;  einer  von  ihnen,  R.  de  Bort'), 
der  sicl)  anfangs  in  Paris  als  Verleidiger  meldete,  hat  sclilie^ 
lieh  als  Ankläger  geendet,  und  dabei  heißt  es:  nondum  abso- 
lutus  nee  reconciliatus  per  aliquem.  Und  solange  das  nicht 
erfolgt  war,  harrten  des  Leugners  immer  noch  neue  Prozesse. 
Bemerkenswert  ist  allerdings,  data  in  der  kleinen  Veileidiger- 
scliar  von  Glermont  die  beiden  Ritter  sich  befanden,  Bertrand 
de  Sartiges  und  Wilhelm  de  Chambonent,  die  das  Vertrauen 
des  Ordens  als  Laien  Verteidiger  den  beiden  Geistlichen  hinzulugte. 
Ks  ist  gcfrdirlich,  das  Individuelle,  die  Persönlichkeit  der 
Bischöfe  bui  diesf^n  hischöflichen  Inquisitionsprozessen  zu  be- 
tonen, oder  gar  eins  der  schwerwiegendsten  Momente  für  die 
Unschuld  des  Ordens  in  den  verschiedenen  Itesultaten  der  ver- 
schiedenen Diözesen  bei  diesen  Untersuchungen  zu  linden. 
Dazu  ist  der  Stoff  zu  dürftig  *),  Wir  besitzen,  abgesehen  von 
obigem  Malorial,  nur  Notizen  mit  sehr  vagen,  vielleicht  sogar 
falschen  Zeitangaben.  Niemand  bürgt  uns  für  Vollständigkeil. 
Es  wäre  nachweisbar  ebenso  irrig,  aus  dem  cigentümliclieii 
Ullislande,  daü  der  Erzbischof  von  Tours  den  Petrus  de  S. 
Benediclo  —    der  nichts  gestand  als ') :  credit  tamen,  quod  in 

■)  Michelet  H.   102.     Er  gesteht  freilich  fut  nichto. 
']  (tmelin  hnt  nach  Lena  Vorgang  S    ^75-386  eine  Übereicfat  Db«r 
doa    nngeblich    ungleiche    Verhalten    der    Bischöfe    von    Clermont .   Sainte*. 

Limogcs,    l'oura,    pHrje,   Orleans,   Reims,   Nuyon,   Soisaons,  Aniiens,  Nnvenk 
Khudez,  Toulouse  und  CarcaaBonne  bei  der  biechci fliehen  Inquisition  geRfben- 
die  einige  gntc  statistisclie  Angaben  enthält,  sonst  aber  von  Unrichtigkeiten 
aller  Art  strotzt.     Mit  dem  Verseicbnis  ist  gar  nichts  xa  machen. 
';  Alichelet  II.  96  If. 


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Di«  Tampler  and  die  bischsfl.  Inquisition.    Di«  pApstL  Kommisiion.    247 

recepcionibus  aliquorum  intervenirent  illa  illicita,  que  magnus 
magister  et  alii  fratres  confessi  fuisse  dicuntur  — ,  absolviert 
und  rekoDziliiert  hat,  auf  dessen  besondere  Milde  zu  schließen, 
wie  aus  einzelnen  harten  Folterun^^i  auf  die  Grausamkeit  der 
Bischöfe  von  Paris  oder  Saintes.  Mag  hie  und  da  auch  ein 
Bischof  mit  der  Folter  etwas  l&nger  gezögert  haben  wie  ein 
anderer,  seit  der  p&pstlichen  Verordnung  vom  6.  August  13tO 
haben  sie  dazu  greifen  müssen.  Und  wir  besitzen  genügende 
Andeutungen,  daß  in  dieser  bischönichen  Inquisition  schon 
vorher  stets  die  Folter  arbeitet,  in  Nordfrankreich  ebensogut 
wie  in  Südfrankretch. 

Wenn  sie  in  Paris  am  stärksten  hervortritt*),  so  liegt 
das  nicht  bloß  in  der  Massenansaiiinilung  der  Templer  im 
Zentrum  des  Landes,  sondern  auch  in  der  Nähe  der  königlichen 
Gewalt  begründet.  Ihre  Vertreter  stehen  und  drängen  immer- 
fort hinter  den  Kulissen;  das  ist  unzweifelhaft.  Hier  lag  der 
Templer  Johann  de  Fumo  ein  Jahr  lang  krank  an  den  Folgen 
der  ersten  Folter,  und  doch  wurde  er  wieder  drei  Monate  vor 
dem  bischöflichen  Verhör  durch  dasselbe  Mittel  mürbe  ge- 
macht*). Der  heltigste  Ankläger  ist  Ponzard  de  Gisi.  Er 
weist  gerade  auf  die  große  Zahl  der  an  den  Torturen  gestor- 
benen Pariser  Templer  hin;  mögen  diese  Todesfälle  auch  zum 
Teil  auf  die  Untersuchung  des  Jahres  1 307  fallen,  sein  eigenes 
ächließliches  Martyrium,  dessen  nackte  Tatsachen  sicher  richtig 
sind,  daß  ihm  die  Hände  so  auf  den  Rücken  bei  der  Folter 
gepreßt  waren,  daß  das  Blut  unter  den  Nägeln  hervortrat; 
daä  er  in  einer  feuchten  Grube  eine  Stunde  lag,  fällt  der 
bischöflichen  Inquisition  zur  Last  ^).  Natürlich  nicht  der  Person 
des  Bischof;  in. Paris  folterten  auch  andere.  Robert  Vigerii*) 
bekennt  im  Februar  1311,  daß  er  in  Paris  im  Frühjahr  vor- 
her^) angesagt  wegen  der  heftigen  Tortur,  die  er  dort  bei 
der  Untersuchung  durch  den  Bischof  von  Nevers  erduldete  und 

't  übrigena  elMOM  stark  anch  Orlüans. 

')  Uicbelet  I,  42.  So  ist  doch  »ofal  der  Satz  zu  verstehen:  Dixit, 
quod  fnent  questioDstus  tres  menses  eraot  elapai  ante,  et  dubitabat  pont 
itenim  ad  tormenU,   qui   fuerat  infirmuB   racioDe   illorum   tormentorum   per 

*)  Micbetet  1,  86.  ')  Michelet  1,  &U.  ')  Vgl.  unten. 


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248     Die  TcmjJer  uiid  dis  bischüfl.  Iiiquisitiuu.     Diu  pipstl. 

aus  Schrecken  über  den  Martertod  dreier  Templer  '),  die  dniiiaU 
dort  der  Tortur  erlagen.  Diese  Tortur  fällt  zeitlicti  mitten  in 
die  Tätigkeit  der  päpstlichen  Inquisition,  und  sie  wird  an  itireiii 
Wirkungsorte  vollzogen. 

Das  führt  uns  auf  eine  sehr  beachtenswerte  Erscheinung: 
die  bischönicbe  Inquisition  arbeitet  der  päpstlichen  entg^en! 
Ich  meine  damit  nicht  eine  gewisse  Rivalität  der  beiden,  die 
sieb  z,  B,  in  der  geringen  Neigung,  genügend  Menschen material 
nach  Paris  zur  Prüfung  zu  senden,  bekundet*).  In  einem  von 
Prulz  ganz  milj verstandenen  Briefe  des  Ofüzials  von  Bazas 
hciüt  CS  Ende  Oktober  1309,  nachdem  die  Kommission  schon 
ein  halbes  Jahr  getagt  hatte:  Da  die  Sendung  der  Templer  in 
den  Briefen  der  Kommission  früher  nicht  ausdrücklich  verlangt 
sei,  so  habe  er  sie  unterlassen,  da  er  die  Macht  der  Templer- 
freunde und  andere  Gefahren  fürchte.  Auf  Befehl  sei  er  zu 
gehorchen  bereit,  wenn  ihm  für  die  Rücksendung  gehülst 
wei-de,  da  docli  die  Aburteilung  oder  Lossprechung  Sache  der 
Provinzialkonzilien  sei.  Die  neun  Templer  wollen  erscheinen, 
wenn  man  sie  loslasse  und  ihnen  Zehrung  gebe.  Man  hat 
wohl  ihr  Erscheinen  nicht  weiter  verlangt;  denn  ihre  Namen 
fehlen  in  den  Vei'zeichnissen  ^).  Ich  meine  auch  nicht,  daü 
hier  „Gehässigkeit  der  Bischöfe,  die  alte  Feindschaft  der  I^- 
laten  und  Pfarrgeist tichkeit  ins  Spiel  kommt".  Nein,  diT 
Gegensatz  war  in  gewissem  Sinne  durch  die  Ernennung  der 
beiden  Kommissionen  gegeben.  Wenigstens  durch  das  Auf- 
treten der  päpstlichen,  die  in  der  ersten  Periode  unzweifelhaft 
ohne  Gewaltmittel,  nur  mit  milder  und  versöhnlicher  Über- 
redung vorgehen  wollte;  die  Folge  war  die  bekannte  Massen- 
verteidigutig.  An  ihr  beteiligten  sich  aber  viele,  die  vor  der 
Uominikanerinquisition  zuungunsten  des  Ordens  ausgesagt;  es 
lag  also   Widerruf  früher  beschworener  Aussagen    vor.    Nun 

')  Nicht  auf  dem  KoDzilo  ISlü,  sondern  sie  starben  propter  didt 
Uirmenta. 

')  Michelut  -1  zu  Anfnng  klngen  die  papatlicben  Inquisitoren  (Ifler 
über  den  Mangel  an  Rntgegenhommen. 

°)  Vgl.  Prutz  S.  334.  Das  Stück  steht  Mbc.  5490  der  Etibl.  Nut.  iu 
Paris;  es  stsmint  wahrscheinlich  vom  Offizial  dea  Bischofs  von  Baiaa  — 
der  Anfang  fehlt  ~,  der  für  den  Bischof  (epiacopi  Vasatensis  in  reniatis 
ngentis)  an  die  pSpstlirhe  Kommission  schreibt. 


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Die  Templer  nud  die  biscbOft.  Inquisilioa.     Die  pfipetl.  Koniniisawn.     249 

sollte  die  bischfiriiche  Inquisition  im  allgemeinen  gar  nicht 
gegen  die  kleinere  vom  Papste  inquiriertc  Gruppe  voigelien, 
aber  auch  nicht  gegen  die  viel  größere  Menge  der  von  den 
Dominikanern  1307  berragten  Templer:  bei  letzteren  nur  dann, 
wann  triftige  Gründe  vorlagen.  Und  ein  solcher  war  doch 
durch  den  Widerruf,  der  das  frühere  Zeugnis  in  Frage  stelllc, 
fi-egeben.  So  sehen  wir  denn  den  Bischof  von  Paris  im  Früh- 
jahr 1310  in  vollster  Tätigkeit,  und  er  bleibt  in  Tätigkeit  auch 
Dach  dem  Konzil  von  Sens  bis  in  den  Winter'):  unmöglich 
ist  es  also  nicht,  daä  während  der  ganzen  Zelt  der  päpstlichen 
hiquisttion  auch  die  bischöfliche,  nebenhergehende,  gearbeitet 
hat!  Der  Bischof  verhört  Dutzende  der  früher  geständigen, 
jelzl  für  die  Verteidigung  eintretenden  Pariser  Templer  von 
neuem  und  söhnt  sie  aus,  d.  h.  nichts  anders  als:  er  macht 
sie  der  Verteidigung  abspenstig;  er  greift  in  die  Geschäfte  der 
päpstlichen  Kommission  ein ! ') 

So  entsteht  denn  durch  diese  Tätigkeit  der  konkurrierenden 
Kommissionen  ein  eigenartiges  Gemisch  von  beschworenen,  ein- 
ander widersprechenden  Aussagen;  wie  in  dem  Falle  des  Al- 
bertus deCanellis.  Dieser,  einer  der  vornehmsten  Templer,  trotz 
seiner  erst  3S  Jahre  schon  lange  Gro&präzeptor  von  Sizilien, 
während  der  kurzen  Regierungszeit  Benedikts  XI.  ningister 
tiosliarius  an  der  Kurie,  niulj  schon  1H07  vor  November  ver- 
hürl  sein  und  gestanden  haben.  Denn  er  tritt  plötzlich  bei 
dem  Verhör  des  Ritters  ßernard  de  Selgups  in  Nimes  auf,  als 
dieser  bei  der  Frage  nach  der  Bedeutung  der  Sakramciile 
zuerst  nichts  erwiderte  und  dann  sagte,  bei  seiner  Kommunion 
habe  er  stets  nur  die  Intention  gehabt,  eine  weiße,  nicht  kon- 
sekrierte  Hostie  zu  sich  zu  nehmen;  darauf  sagte  dann  der 
Hiller  Albert  gerade  so  aus").  Dann  legte  er  ein  zweites  Ge- 
älündais  ab  vor  den  Bischöfen  von  Anecy,  Maguelonne  und 
Nevers,  die  bei  Someyre  im  Namen  des  Bischofs  von  Nimes 
inquirierten  *).  Da  er  hier  losgesprochen  und  ausgesöhnt  wurde, 
so  ist  das  die  Täligkeit  der  bischöllichen  Kommission,  wahr- 
scheinlich im  Jahre    1300.     Im  Februar  und  März  1310  will 

')  Hichelet  1.  Wi. 

*)  In  den  Tafeln  bei  Onwtii)  öndet  miiD  die  Belege  leicht. 

')  Uenard,  preuves  p.  202.  *i  Michelet  I,  425. 


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350    Die  Templer  und  die  liis^hOfl.  InquiNtion.    Die  pKpstl.  KamnÜMii«. 

er  den  Orden  verteidigen  '),  im  Frühjalir  wirft  er  den  Mantel 
ab,  am  äO.  Januar  1311  erhebt  er  wieder  die  alten  Anschul* 
digungen  gegen  seine  Genossen,  nur  daß  er  diesmal  behauptet: 
quod  ipse  bene  credebat  ecclesiasticis  sacramentis! 

Nicht  alle  Wiederholungen  der  Inquisitionen  von  1307 
durch  die  Bischöfe  lassen  sich  so  einfach  erklären;  im  Grunde 
hatten  ja  die  Bischöfe  zu  stetem  Vorgehen  die  Handhabe  In 
der  gewaltigen  Einwirkung  der  Untersuchungsartikel.  So  wollte 
zunächst  auch  die  päpstliche  Kommission  gegen  die  vom  Papsle 
Vernommenen  vöi^ehen,  indem  sie  nur  die  neuen  Fragepunkle 
vorlegte;  doch  unterblieb  das  zuletzt.  Merkwürdig  ist  nuu 
hierbei,  daß  bei  Anführung  dieser  Fälle  vor  der  päpstlichen 
Kommission  nur  die  bischöHtche  Inquisition  und  ihr  Ergebnis 
erwähnt  wird;  fast  nie  die  frühere  dominikanische  oder  gar 
die  staatliche ').  Die  wenigen  Ausnahmen  lassen  sich  stels 
wohl  besonders  begründen. 

Noch  lückenhafter  als  die  Inquisitionsprotokolle  sind  die 
Nachrichten  über  das  eigentliche  Ziel  der  Inquisition:  die  Ab- 
urteilung oder  Lossprechung  auf  den  französischen  Provinzial- 
konzilien.  Wenn  wirklich  nur  an  zwei  Orten,  in  Paris,  d.  Ii. 
in  der  Erzdiözese  Sens  und  in  Reims,  die  Scheiterhaufen  ge- 
raucht haben  ^),  so  würde  das  wiederum  bezeichnend  für  den 
königlichen  tCinfluß  sein;  denn  beide  kirchlichen  Gebiete  lagen 
Paris  am  nächsten,  An  sich  liegt  ja  in  der  völligen  Über- 
lassung des  Endurteils  an  diese  kirchlichen  Organisationen  ein 
Widerspruch  gegenüber  der  Bestimmung,  dafä  diese  letzte  Ent- 
scheidung in  Vienne  erfolgen  solle.  Hätten  alle  Provinzial- 
konzilien  so  radikal  verfahren  wie  das  Pariser,  so  würde  es  in 
Vienne  keine  Templerfrage  mehr  gegeben  haben ! 

')  Michelet  I,  68,  9»  usw. 

')  Sehr  beEeichnend  ist  folgender  VM.  Bei  Hjchelet  1,  S-SO  werden 
eine  Reihe  Templer  aus  Gabors  angefObrt,  die  eich  am  2.  Hai  1310  lur 
Ordens  Verteidigung  anbieten,  obwohl  sie  einige  eirores  vi  tonnentorum  et 
famia  vor  dem  Bischöfe  von  Perigeux  bekannt  haben.  Nun  sind  diese  abfr 
such  1307,  wahrscheinlich  duppelt,  vernommen.  Vgl.  Finke  II,  S16ft. 
Davon  sagen  sie  nichts. 

-'')  Irgendeine  sichere  Angabe  Ober  frtuiziSsiecbe  I'roviniialkoniilieii 
Im  Sommer  1810  außer  Paris,  Senlis  und  Pont  de  l'Arche  gibt  es  nicht; 
von  letzterem  wissen  wir  nur  den  Namen. 


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llie  Templor  und  die  biBchöfl.  Inquisition.     Dia  päpstl.  Kiininiission.     351 

Von  den  pä(>stlichen  Inquisitionskommissionen  gegen  den 
(ioäamtorden  hat  die  Pariser,  vum  8.  August  1309  bis  zum 
Juni  1311  tagende  in  der  Templei^esehichte  die  größte  Beach- 
tunjt  gefunden.  Schon  darum,  weil  ihre  Akten  vollständig 
erhalten  und  veröffentlicht  sind;  die  Protokolle  sind  mit  grö- 
tierer  Brette  als  die  Pariser  Inqulsitionsvei-höre  von  1307  ab- 
gefabt,  bringen  vielfach  Angaben  über  frühere  Verhöre,  Folte- 
rungen ,  wenn  auch  nicht  immer,  und  gewahren  so  auch 
Einblicke  in  Vorgänge  der  beiden  vei^angenen  Jahre,  über  die 
sonst  Aufzeichnungen  fehlen').  Aber  auch  als  Pariser  Kotn- 
uiission;  denn  sie  tagte  am  Sitze  der  Zentralgewalt  und  in 
Verbindung  mit  ihr*).  Philipp  halte  bei  der  Ernennung  der 
verschiedenen  päpstlichen  Kommissionen  die  Hand  im  Spiele. 
Er  kennt  die  Abgesandten  und  billigt  sie.  So  wird  von  seinen 
Hälen  vor  allem  die  Pariser  Kommission  nach  seinen  Wünschen 
au^ewählt  sein.  Ich  habe  schon  oben  eine  Charakteristik  der 
leitenden  Persönlichkeilen  gegeben,  auch  die  anderen,  denen 
direkte  Beziehungen  zum  Hofe  nicht  nachzuweisen  sind,  werden 
sich  ebenso  sehr  als  königliche  wie  als  päpstliche  Beauftragte 
;.'efitlilt  haben.  Und  das  war  von  Bedeutung;  denn  diese 
Oi^nisation  war  tn  gewissem  Sinne  vom  Papste  dem  Könige 
at^erui^en  worden.  Die  bisehöfliche  Inquisition  halle  zwei 
[iiil  den  königlichen  Wünschen  parallel  laulcnde  Zwecke: 
Verhör  der  noch  nicht  Inquiricrten  und  Zuführung  der  Ange- 
klagten zu  den  Provinzialkonzilien,  die  in  letzter  Linie  über 
ihr  Geschick  entscheiden  sollten.  Was  sollte  dagi^en  die  päpst- 
liche Kommission-'  Sic  sollte  formell  das  Material  für  das 
Generalkonzii  bringen,  damit  Papst  und  Bischöfe  über  den 
Orden  als  solchen  aburteilten.  Das  war  aber  nach  Ansicht 
Philipps  und  seiner  Räte  ganz  nutzlos;  denn  der  Orden  war 
^richtet.  Nur  zu  leicht  konnte  ja  das  Verhör  zu  einer  Revi- 
sion der  Untersuchung  von  1307  fahren.  Und  darum  lag  es 
im  staatlichen  Interesse,  gerade  diese  Kommission,  soweit  es 


')  Hie  and  da  stehen  auch  sehr  wichtii;e  persänlichn  üemerkuagi^n. 
So  z.  Ü.  Michelet  I,  557:  Kina  dvpoeicioni  Don  fuit  visum  d.  d,  conimisanriia 
magnam  tidem  eue  sdbibendani. 

')  Dm  seigt  sich  wBbrend  der  Verhandlungen  und  vor  allem  auch 
iMim  SeblQg     Michetot  II,  270. 


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252    Die  Templer  und  die  biachofl.  Inquisition.    Diu  päpstl.  KonimiMim. 

bei  einer  kirchlichen  Behörde  anging,  von  «sich  abhängig  zu 
machen  und  ihr  so  ihre  GerfthHichkeit  zu  nehmen.  Das  haben 
auch  die  Verteidiger  des  Ordens  so  aurgefa&t:  darum  ihr 
wiederholter  Hinweis  darauf,  data  zu  allererst  die  alten  Ver- 
höre, weil  erpreßt,  für  ungüllig  erklärt  und  Jetzt  von  Grund  aus 
eine  neue  Untersuchung  geführt  werde.  Darum  verlangten  si« 
möglichste  Loslösung  der  Kommission  von  allem,  zumal  von  allem 
Laienanhange,  mit  einem  Worte  Selbständigkeit  dieser  päpst- 
lichen Behörde.  Und  das  Tragische  liegt  in  dem  Konflikte  der 
einzigartigen  prinzipiellen  Machtstellung  der  Inquisition  mit  der 
momentanen  Macht  des  französischen  Königtums.  Im  ent- 
scheidenden Augenblicke  versagte  die  richterliche,  also  objelliv 
wirken  sollende  Tätigkeit ;  die  Kommission  wurde  Handlangerin 
für  die  Provinzialkonzilien,  sie  hat  ihnen,  ohne  daü  den  ein- 
zelnen Mitgliedern  das  zunächst  t>ewußt  war,  ihre  Opfer  zuge- 
führt; daU  es  nicht  noch  mehr  geworden  sind,  liegt  wohl  in 
andern  Verhältnissen  begründet.  Das  geschah  dadurch,  Aa.& 
die  Kommission  Klarheit  über  die  ^huld  oder  Unschuld  des 
Ordens  schaffen  sollte,  was  doch  nur  durch  Vernehmung  ein- 
zelner geschehen  konnte.  Und  diese  einzelnen  kannten  nicht 
über  dieses  Thema  sprechen,  ohne  über  sich  zu  sprechen  und, 
falls  sie  früher  ausgesagt  hatten,  sich  der  größten  Gefahr  aus- 
zusetzen. Unzweifelhaft  waren  die  Zusagen  über  die  Geheim- 
haltung der  einzelnen  Zeugenaussagen  ernst  gemeint  ^) ;  dali  sie 
trotzdem  bekannt  wurden,  da  beispielsweise  sicherlich  dem 
Bischöfe  von  Paris  das  Recht  des  Zuhörens  zustand,  nachdem 
sogar  königliche  Beamte  ohne  Einladung  erschienen  waren,  ist 
begreiflich.     Und  damit  waren  die  Folgen  gegeben. 

Das  lag  eben  in  der  vom  Papste  genehmigten  gleich- 
zeitigen, konkurrierenden  Gerichtstätigkeit  der  Provinzialkonzilien. 
Ua&  Klemens  Gewaltakte  wie  die  von  Mai  1310  gewollt  hat. 
ist,  wie  ich  glaube,  ausgeschlossen;  da^  er  aber  die  Mi^lich- 
keit  eines  solchen  Zusammentreffens  bei  der  eigenartigen  Stellung 
des  Königtums  zum  Templerproblem  nicht  erkannt  hat,  ist  seine 

')  So  SHgen  die  EümmisBare  am  8.  Janaar  1311  zu  einem  Zeagen: 
Aaseruiesent  ei,  quod  nullnm  pericnlum  ei  poterat  imminere,  ai  dicetet  veri- 
Utem  coram  eis,  quJK  ipai  nullo  modo  revelarent  uec  aotarii  aatantss. 
Michelet  I,  369. 


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Die  Templer  und  die  bischOfl.  Inquisition     Die  pHpetl.  KommiBsion.    253 

große,  veranlwortunffsvolle  S<!hwache.  Nichts  hinderte,  daß 
er  die  Tatijfkeit  der  Provinzialkonzilien  —  nachdem  er  früher 
den  Bischöfen  ein  halbes  Jahr  die  HJünde  ^buiiden  —  bis 
nach  der  allgemeinen  Synode  aufschob.  So  isl  es  in  andern 
LTindern  ja  gewesen.  Dann  würden  die  Ei^obnissc  der  zalil- 
reichen  Verhöre  vor  der  Pariser  Kommission  zum  großen  Teile 
ganz  anders  gewesen  sein. 

Der  Verlauf  des  beinahe  zweijährigen  Prozesses  ist  wieder- 
holt geschildert  worden;  vielfach  inkorrekt,  oder  ohne  ge- 
nOgende  Hervorhebung  der  für  die  Schuldfrage  entscheidenden 
Punkte.    Nur  auf  letztere  gehe  ich  ausführlicher  ein. 

Ursprünghch  hatte  die  Kommission  im  Umherziehen  unter- 
suchen sollen;  Zugeständnisse  des  Papstes  gestatteten  die  Ab- 
haltung des  Verhörs  in  Paris.  Ohne  gerade  eine  Tücke  Philipps 
dnriii  zu  sehen,  darf  man  die  Änderung  doch  auch  nicht  als 
ganz  minderwertig  filr  ihn  hinstellen.  Jedenfalls  verursachte 
die  Änderung  eine  starke  Verzierung  der  Verhandlungen,  ob- 
wohl der  König  doch  so  bittere  Worte  für  die  angebliche 
Saumseligkeit  des  Papstes  gefunden  hatte.  Als  die  Kommission 
am  12.  November  1309  beginnen  wollte,  fehlten  die  Zeugen. 
Tag  ßr  Tag  erschienen  die  Inquisitoren,  ohne  Erfolg!  Sie 
hatten  unter  Benutzung  des  p.lpstlichen  Schreibens  ,Faciens 
misericordiam '  vom  12.  August  130H  dip  Zitation  der  Templer 
und  Zeugen  an  alle  französischen  Prälaten  gerichtet;  die  Ant- 
wort blieb  vielfach  aus,  selbst  der  Bischof  von  Paris  sclivvieg, 
und  doch  tagte  die  Kommission  in  seinem  Paläste!  ,ln' vir- 
tute  s.  obedientie  suh  aucioritate  apostolica'  befehlen  sie  ihm 
energisch,  schleunigst  die  verlangten  Schritte  zu  tun.  Mehr 
als  14  Tage  nach  Beginn  der  Untersuchung  —  am  28.  No- 
vember^) —  haben  .quam  plures'  Erzbischöfe,  und  Bischöfe 
noch  gar  nicht  geanlwortel,  geschweige  denn  Gefangene  ge- 
sandt, andere  in  ungenögeoder  Weise;  einige  Prälaten  haben 
überhaupt  nicht  begriffen,  daü  es  sich  nicht  um  Einzelunter- 
sucliung,  sondern  um  Prüfung  des  ganzen  Ordens  handelt; 
einige  Templer  in  den  Diözesen  Vaison,  Toulouse,  Clerniont 
nnd  Paris  haben  sich  zur  Verteidigung  des  Ordens  erboten, 

',  Mirhelet  I,  47  tT. 


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354    Di«  T«inptar  und  die  biarhöfl.  InqQiBJtinn.    Die  pSpetl.  Kommiuion. 

andere  wollen  vor  der  Kommission  erscheinen,  wieder  andere 
ihren  Befehlen  gehorchen,  indes  einige  alle  Verteidigung  ab- 
lehnen, hl  dem  bereits  genannten  Briefe  des  OHlzials  von 
Bazas  heißt  es,  dali  die  Sendung  nnlerWiebe,  ,weil  in  Eurem 
Briefe  nicht  ausdrücklich  enthalten  war,  dafi  wir  die  Templer 
senden  sollten". 

\(an  hat  die  Hinhaltung  als  beabsichtigt  angesehen:  gewiü 
werden  sich  die  bischöflichen  Behörden  nicht  beeilt  haben'), 
weil  sie  für  die  päpstliche  Inquisition  als  nnndtig  kein  Interesse 
hatten.  Die  Zögening  des  Bischofs  von  Paris  entbehrte  nicht 
einer  gewis.sen  Dosis  von  Zurückhaltung,  vielleicht  sogar  offen- 
kundiger Renitenz.  Aber  die  Hauptsache  der  Verzögerung  lag 
in  der  Organisation  selbst.  Es  herrschte  unzweifelhaft  .in  der 
Auffassung  der  Tätigkeit  der  päpstlichen  Kommission  damals  noch, 
nachdem  sie  schon  anderthalb  Jahre  nominell  existierte,  dii' 
gröljte  Konfusion;  und  das  in  einer  Angelegenheit,  bei  der  auf 
kristallhelle  Klarheit  doch  so  viel  ankam.  Der  päpstliche  Aullrag 
lautete  hinsichtlich  der  Zeugen  ganz  allgemein:  evocatis,  qui 
fuerunt  evocandi,  d.  h.  Templer  und  nicht  tempierische  Zeugen-). 
Die  Kommission  hatte  den  Orden  zitiert:  ut  omnes  et  singulos 
fralres  dicti  ordinis,  qui  pro  ipso  vellent  respondere ").  Lag 
darin  schon,  daß  sie  nur  solche  Templer  vor  sich  lud,  die  für 
den  Orden  günstig  aussagen  wollten-'  Muteten  diese  erscheinen? 
Die  Bischöfe  wüteten  beides  nicht,  und  so  warteten  sie.  ICrst 
am  18.  Oktober  in  einem  Schreiben  an  den  Bischof  von  Pari« 
erlüiitcrle  die  Kommission  die  Templerzttalion  dahin,  es  seien 
vorzuführen:  si  aliqut  ex  diclis  fratribus  dicant,  sc  vello  nliquid 
dicere  pro  ordine,  und  noch  spezieller:   ncc  fuit  nostre  inleii- 

')  Auch  [lic  (ioraDgniswarter  Wtcüifstcn  aicli  an  0er  Olistniktiaa:  »t 
virhiiiilerteD,  daß  dje  piipatlicho  ZilHtinn  den  l'cinplern  publiziert  vwAe. 
Miclielet  I,  52. 

'j  Der  PnpHt  linttc  dna  Rrsuclien  um  AuFklüning  aber  diesen  Piinkl. 
dns  die  Btachcre  an  ilm  ricliteten,  uiclit  beantworten  wollen,  sundern  air 
anf  das  alte  Reclit  verwiesen.  Von  di-r  pflpstliclieii  Kommission  sind  turh 
andere  stets  m  Aussicht  genommen.  Sie  betont  nnsdrDcklich :  qnod  per  eos 
erat  inquirendum  contra  dictum  ordinem  Tempil  non  solnm  cnin  Tratribus 
dicti  ordinia  veram  iciam  cum  aliis,  qui  non  erant  de  dicto  ordine.  Diea« 
Zeugen  müssen  erarheinen   Sit;  werden  zitier!  snb  penia  raiiuniciit.  Miubeletl,4'*. 

')  fieg    -i^M  vom  «    Angnal   1309 


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Dia  Templer  und  die  bischOft.  Inqnisition.    Die  pllpstl.  Kommission.    2^^> 

lionis  nec  est,  quod  aliqui  ex  eis  venire  cogantur  seu  teneantur, 
sed  solum  sl  qui  voluntarie  venire  voluerint,  venire  valeant  pro 
preinissis ').  Das  wiederholen  sie  auch  in  dem  letzten  an  di« 
Prälaten  gerichteten  Zitationsschreiben');  nur  die  nicht  temp- 
lerischen Zeugen  geistlichen  und  wellliclien  Standes,  welche 
die  Wahrheit  über  die  dem  Orden  zugeschriebenen  Verbreclien 
kennen,  sind  gezwungen,  vor  der  Kommission  zu  erscheinen. 
Tatsächlich  figurieren  ja  auch  einige  solche  —  aber  noch  kein 
(ranzes  Dutzend  —  in  diesen  Protokollen;  wenn  man  woili, 
welflie  Aufregung  die  Templerfrage  in  ganz  Frankreich  veriir- 
t;acht  hatte,  so  kann  man  darin  doch  ein  ganz  klägliches  Er- 
gebnis, aber  auch  einen  beachtenswerten  Beweis  dafür  sehen, 
wie  wenig  man  in  allen  Kreisen  von  den  Templern  posiliv 
Sciilimmes  aussagen  konnte. 

Ganz  deutlich  hel^t .  es  in  dem  Schreiben  ^)  des  KOni^s 
an  verschiedene  Baillis,  welche  die  IlerbeiscIiafTung  der  Templer 
besorgen  sollten,  .qualeniis  onines  Templarios  in  ballivis  veslris 
detcntos,  qui  sponte,  voluntarii  et  sine  coactione  .  .  .  pro 
deflendendo  prefatuni  ordinem  *),  ...  Parisius  ,  . .  faciatus  ad- 
ducere".  Also  nur  die  zur  Verteidigung  des  Ordens  bereiten 
Templer,  die  zugleich  die  Reise  nach  Paris  wünschen,  werden 
von  der  Kommission  vorgefordert.  Erst  allmAhlich  ist  aber 
diese  AufTassung  klar  durchgedrungen;  wer  wollte,  konnte  sie 
auch  schon  aus  Klemens'  V.  Zitation  heraus  lesen.  Direkt 
war  diese  Weisung  darin  nicht  enthalten,  weil  nach  der  Bulle 
die  Kommission  an  Ort  und  Stelle  die  Gefangenen  vernehmen 
sollte.  So  erklärt  es  sich,  dalä  denn  auch,  mit  ein  paar  ganz 
verschwindenden  Ausnahmen,  sämtliche  von  auswärts  nach 
Paris  verbrachten  Templer  zunächst  für  die  Verteidigung  des 
Ordens  stimmen. 

Der  Bischof  von  Paris  erschien  alsbald  nach  der  Zitation 
vor  den  Inquisitoren  und  erzählte,  dali  er  dem  GroJimeistcr, 
dem  Visitator  und  einigen  andern  die  Vorladung  überhracht, 
andere  durch   seine  Beamten   hatte  laden   lassen.     Dali  auch 

■)  Michelet  I.  24,  25. 

'I  Im  Schreiben  vom  28.  November.     Mirliclet  I,  48. 

')  Hinhelet  1,  50. 

*)  Es  feblt  koinmon  wnllen.     Mirhplet  1.  ^1. 


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256    Die  Templer  und  die  biscliOfl.  InqaUition.    Die  päpHtl.  Kommiesion. 

jetzt  noch  nicht  volle  Klarheit  herrschte,  bekundete  der  go- 
wandte,  juristisch  geschulte  Templer  Gerard  de  Causse '),  dir 
wie  seine  Tünf  Pariser  Gefährten  vor  der  Kommission  mit  dem 
Bemerken  erscheint,  er  habe  aus  den  Erläuterungen  des  Bischofs 
von  Paris  entnommen,  daß  die  Kommission  sein  Kommen 
wünsche;  erst  hier  vernahm  er,  dali  ein  Zwang  gar  nicht  l)o- 
stehe,  sie  hültc  niemand  aufgerufen  ,ad  testimonium,  sed  ut 
venirent,  si  volebant  defendere  ordinem!'  Auch  des  Großvisi- 
tators  und  selbst  Molays  Antworten  zeugen  davon,  dab  der 
Pariser  Bischof  die  Hauptfrage,  wer  (ieii  Orden  verteidigen 
wolle,  nur  sehr  verblümt  voi^ebracht  haben  muß.'  Am  27.  No- 
vember zeigten  sich  zwölf  Pariser  Templer:  an  der  Spitze  der 
viel  genannte  Radulf  de  Gisi  %  einer  der  ersten  Finanzbeamien 
des  Königs.  Auch  sie  sind  sich  über  die  Untersuchung  selbst 
nicht  klar.  Raduif  sagt  ausdrücklich,  er  sei  gekommen,  um 
die  Kommissare  zu  selten,  weiter  nichts,  denn  der  Pariser 
Bischof  habe  ihnen  gesagt,  wer  zu  den  päpstlichen  KommissareJi 
wolle,  möge  es  tun.  Wahrscheinlich  von  allerlei  imbestimnilen 
IIofTnungen  und  Erwartungen  getrieben,  erscheinen  sie  und 
hören  nun  plötzlich  die  bestimmte  Frage,  ob  sie  den  Orden 
verteidigen  wollen.  Keiner  ist  darauf  voibereitet,  keiner  erkifirt 
sich  ausdrücklich  daffir,  obwohl  einige  Monate  später  alle,  mit 
Ausnahme  des  Radulf  de  Gisi  —  und  vielleicht  eines  zweiten, 
Johannes  de  Villa  Serra,  der  verschwindet  — ,  unter  den  Ordens- 
verteidigern erscheinen.  Fast  alle  sind  neuerdings  vom  Bischofi' 
von  Paris  verhört,  teilweise  unter  schweren  Foltern,  die  bo-  ' 
sonders  lobhaft  von  Ponzardus  de  Gisi  geschildert  werden. 

Molays  drei  Verhöre  vor  der  päpstlichen  Kommission  — 
im  November  und  im  folgenden  März  —  gehören  zu  den  be- 
kanntesten Episoden  des  Templerprozesses.  Alle  drei  Male 
lehnt  der  Grolanieister  es  ab,  den  Orden  zu  verteidigen,  also 
das  zu  tun,  wozu  sich  Hunderte  seiner  Untei^ebenen,  teilweise 
trotz  harter  Folter,  wenigstens  eine  Zeitlang  bereit  f-nden. 
Wir  wissen  jetzt,  d.ati  er  nach  seinem  schwankenden  Verhalten, 
nach  seinen  anfängliclien  Zugeständnissen  einiger  Grundülx'! 
im  Orden,   deren  Kingestrtndnis  er  kraft  Gehorsams  von  den 

')  Miehelel  I.  2S.  ')  Micliel^t  1,  35. 


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Die  Ttm[>ter  nod  die  biscbAfl.  Inqniaition.     Die  pipstl.  Komm i sei nn,     2^7 

Seinigcn  erwartet,  nach  seinem  Widerrur,  den  er  ebenfalls  durch 
Itrier  den  Genannten  auferlegt,  und  nach  seinem  VeriiOr  in 
Chinoi)  —  alles  das  ohne  eine  Spur  von  Folter  —  kaum 
Clauben  gefunden  hatte;  aber  dem  Orden  hat  er  mit  seinem 
Hinhallen,  wie  er  andeutet,  auch  nicht  genätzt.  Sein  steter 
Wunsch  ist,  persönlich  den  Papst  zu  sprechen;  die  Kommission 
hat  ihm  im  MArz  versprochen,  schleunigst  an  den  Papst  zu 
schreiben.  Von  einem  Erfolge  verlautet  nichts,  Molay  hat 
KIcniens  V.  nicht  wiedei^csehen. 

Molays  Offenherzigkeit,  mit  der  er  Fehler  des  Ordens 
eingesteht,  seine  naive  FrÖi»migkeit,  mit  der  er  das  tilaubens- 
hebenntnis  abl^  und  für  sich  Gottesdienst  erbittet,  sein  kind- 
licher Verteidigungsversuch  für  den  Orden  bcröhreii  nicht  un- 
sjnipathiscli;  wie  er  mit  Zeichen  Suüerer  Frömmigkeit,  mit 
sdii^nen  Kirchengebfiuden  und  fleiß^em  Almosen,  aber  auch 
mit  dem  Martyrium  zahlreicher  Templer  die  Unschuld  des 
Ordens  erweisen  will,  so  haben  es  auch  die  spanischen  Tonipier 
^ebn.  Solche  Art  Beweisführung  gti^enüber  schlimmen  An- 
äcliuldigungen  war  damals  Sitte,  wie  wir  aus  dem  Proxetj 
gegen  Bonifaz  VIII.  ersehen.  Unangenehm  wirkt  dagegen  ein 
starker  konfuser  und  theatralischer  Zug  bei  ihm;  seine  Ge- 
schichten passen  nicht  oder  sind  unrichtig,  und  seinem  Auf- 
lirausen  folgt  bald  tiefe  Depression.  Man  hat  auf  seine  Auf- 
regung beim  Verleseil  der  päpstlichen  Bulle  mit  dem  Inhalte 
des  Verhörs  von  Chinon  hingewiesen  und  Irrtümer  in  dem 
^  Schreiben  zu  entdecken  geglaubt:  entweder  sei  das  Ganze  oder 
doch  ein  großer  Teil  der  Anschuldigung  falsch.  Nun  deckt 
sich  aher  die  Fassung  des  Papstes  in  dem  päpstlichen  Schreiben 
durchaus  mit  dem  Inhalt  des  von  Molay  1 307  versandten  Briefes 
und  in  etwa  auch  mit  seinem  Verhör  in  Ohinon !  Sein  Auf- 
brausen hat  die  Kommission  sehr  kühl  gelassen:  sie  warnt  ihn 
vor  unvorsichtigen  Au&erungen  und  betont,  die  Kirche  t>ehandle 
Häretiker  durchaus  als  Häretiker,  das  beste  Zeichen,  daü  man 
seinen  Angaben  nicht  allzuviel  Wert  beilegte.  Um  so  mehr 
aber  andere  Kreisel  Was  Molay  dem  König  und  den  Seinen 
wert  war,  zeigt  am  besten,  dati  bei  seinen  ersten  Vorhören 
die  bedeutendsten  Staatsmänner  FhiUpps,  Plaisians  und  Nogarel, 
sich  ungeladen   einfinden,   seine  ÄulJerungen  kontrollieren  und 

Kinkr,  Paj>,tlam  iiDil  Vntersang  da»  Tainiilerurdciis.    I  17 


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258     Die  Templer  und  die  hischCfl.  Inquisition.     Diu  pHpstl.  KommissioB. 

ihn  stark  in  seinem  Verhalten  und  seinen  Aussagen  beeinflussen'). 
Man  mag  manches  Gerede  seinem  Aller  zuschreiben,  eine 
imposante  Figur  ist  Molay  im  TeniplerprozelJ  nur  einmal,  als 
die  Flammen  ihn  verzehren. 

Der  3.  Februar  1310  galt  als  letzter  Termin  für  Ordens- 
verteidig'er  und  Zeugen;  dann  wollten  die  Kommissare  mit  d^r 
En^egennahmc  der  Aussagen  beginnen.  Aber  audi  jelzt  nocli 
stockt  der  Zulauf:  groBe  Überschwemmungen,  harter  Winter 
und  andere  Hindernisse  dienen  als  Entschuldigung.  Erst  vom 
G.  Februar  ab  an  beginnt  die  Entgegennahme  der  Erklärungen; 
in  kürzester  Frist  haben  sich  mehr  als  000  Templer,  teilweise 
mit  den  begeisterten  Worten  .bis  in  den  Tod*,  teilweise  in 
drastischer  Zurückweisung  ihrer  frühern  Aussagen,  .weil  sii* 
erlogen  seien',  zur  Verteidigung  der  Uiischidd  des  Ordens«^ 
boten.  Die  meisten  stammen  aus  der  Erzdiözese  Sens,  aus 
Paris  und  tlmgebung,  dann  folgt  über  Orleans,  Bourges,  Tours 
und  Poitiers  Südfrankreich:  Auch,  Toulouse,  Cahors,  die  Sene- 
schallei  Carcassonne,  Nimes  luid  Tarbes,  daneben  Beauvais, 
Chalons,  Macon  und  Clermont;  die  Zentrale  überwi»^!  aber 
so,  datj  die  andern  durchaus  in  der  Minderheit  sind.  Ein  sehr 
starker  Bruchteil  hat  in  Paris,  Cahors,  Carcassonne  und  vor  dem 
Papste  früher  unter  starkem  Drucke  den  Orden  und  sich  be- 
schuldigt. Wenn  irgend  etwas,  so  bekundet  dieser  plötzliclie 
Aufschwnng,  der  alles  mit  sich  reilit  und  nur  die  Bedenk- 
lichsten noch  etwas  zaudern  laut,  wie  tief  dieser  geistige  Druck, 
selbst  wenn  wir  die  Folter  beiseite  lassen,  anf  diese  Massen  , 
gewirkt  haben  muß.  Denn  nirgends  ist  ihnen  Hoffnung  auf 
Befreiung  gemacht.  Nur  um  die  Ehrenrettung  des  Ordcn.- 
handelt  es  sich:  wie  weit  die  einzelnen  dadurch  erlöst  werden, 
mutete  erst  die  Zukunft  entscheiden. 

Am  28.  März  sind  die  gefangenen  Templer  zum  crstrn 
und  let!:ten  Male  in  einer  grollen  Massenversammlung  im 
bischöflichen  Garten  zu  Paris  vereint.  Das  trockene  Protokoll 
berichtet  nicht  über  die  Emplindungen,  welche  die  so  lange 
Getrennten  beim  Wiedersehen  beseelten,  über  Äußerungen  der 
Trauer,  Freude  und  Hoffnung;  berichtet  es  ja  doch  nicht  einmal 

']  MicIiHc-l:  1.  82  ff.  lind  42  IT. 


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Die  Templer  und  die  bischOfl.  Inquisition.     Die  pHpstl.  Kommission.     259 

vollständig  Ober  alle  dort  gehaltenen  Öffentlichen  Reden.  Nur 
einmal  \nrd  die  starke  Bewegung  der  Menge  angedeutet,  die 
klare  Abstimmungen  verhinderte;  und  wie  kräftig  der  alte 
Templermul  wieder  erwacht  war,  erhellt  aus  dem  Widerspruch, 
ilcn  sie  nach  dem  Verlesen  des  lateinischen  Textes  der  Anktage- 
artikel  erhobt,  als  die  pftpstlicheii  Kommissare  ihnen  den 
Wortlaut  französisch  auslegen  wollten ').  Sie  seien  zufrieden 
mit  dem  lateinischen  Texte,  sie  wünschten  keine  Auslegung 
dieser  erlesenen  Gemeinheiten  in  der  Muttersprache!  Hier 
reden  nun  zum  ersten  Male  vor  den  Kontmissaren  im  Namen 
firs  Ordens  zwei  Ordenspriester.  Das  Wesentlichste  sind  Klagen 
üIkt  harte  Behandlung  und  schlechte  Beköstigung,  über  das 
elende  Hinsterben  so  mancher  Templer,  über  die  notwendige 
Verbindung  mit  dem  Ordensmeister  und  den  andern  Obern, 
iira  die  gewünschten  Prokuratoren  zu  ernennen.  Denn  dazu 
war  die  Versammlung  berufen.  Sie  sollte  in  irgendeiner  Weise 
Vrrlreter  stellen,  mit  denen  die  Kommission  weiterhin  ver- 
handeln könne.  Doch  dazu  kam  es  nicht;  was  uacli  dem 
Weggange  der  Inquisitoren  geschehen,  verheimlicht  das  Proto- 
itoll,  dafür  hat  es  «na  die  Teilnehmer  dieser  denkwürdigen 
Versammlung  aufgezeichnet. 

So  wird  denn  die  Vertreterwabi  in  den  nächsten  14-  Tagen 
in  anderer  Form  bewirkt.  Wie  von  selbst  hatten  sich  eine 
Anzahl  hervorragender  Persönlichkeiten  —  da  alle  Onlensobern 
sidi  der  Verteid^ung  entzogen  hatten  —  in  der  Versammlung 
und  bei  den  trühern  Verhandlungen  bemerkbar  gemacht.  Ans 
ilinen  schälen  sich  nach  und  nach  vier  Namen  heraus:  Peter 
von  Bologna,  Reginald  de  Pruvino,  R.  de  Sartiges  und  G.  de 
Chamhonenl;  die  beiden  ersten  Kleriker,  die  andern  Riltcr;  der 
geistige  Führer  war  wohl  der  Genernlprokiirator  des  Ordens 
an  der  Kurie,  Peler  von  Bologna,  der  schon  unter  Bonifaz  Vlll. 
erscheint.  Aber  beide  (ieisllichen  hatten  in  Paris  sich  schwach 
gezeigt;  bei  der  Dominlkanerinquisition  bekennen  auch  sie  sich 
s-huldig,  wenn  auch  Reginald  durch  gescliickle  Formulierung 
'lartun  will,   dat^  bei  setner  Aufnahme  tatsächlich  nichts  Böses 

'I  MerkwDrdig  ist  diese  Erklftrnng.  da  docli  mir  sehr  wenige  Tein|iler 
iiitein  veraUndeD.  Wollt  kaanten  sie  ja  die  frühem  AntilBKeartil«;!,  aber 
di«se  deckten  sicli  ilouti  niclit  mit  den  jetzigen. 


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260     Die  Tfmpler  nod  die  btsi^lriSfl.  Inqniaition      Die  pBpstl.   Ki 

sich  ereignet  habe:  der  böse  Wille  war  aber  vorhanden.  Da- 
gegen hatten  die  beiden  Ritter  in  Ctermont  nicht  gesüin<ien. 
Diese  vier  werden  als  die  tatsächlichen  Vertreter  des  Ordens 
angeschen,  wenn  auch  forniell  die  Bezeichnung  selbst  ivcgcn 
der  fehlenden  Ernennung  durch  den  Grolänieisler  unterbll^). 
Sie  erscheinen  bei  den  ersten  VerhCren  im  Namen  des  Ordens, 
bis  dann  die  Maikatastrophe  dieses  Kommissorium  veniiehtele. 
Die  beiden  Kleriker  gestanden  wieder,  wurden  degradiert,  Peter 
von  Bologna  entkam,  w<1hrend  Rainald  de  Fruvino  7.a  ewigent 
Kerker  verurteilt  wurde. 

Um  die  völlige  oder  bedingte  Zustimmung  zu  dieser  Stell- 
vertretung zu  erlangen,  besuchen  die  Kommissionsnotare  die 
(■erangenen  in  ihren  Pariser  Massenquariieren :  in  kleineren 
Trupps  von  vier  bis  zu  zwanziij  sind  sie  untei^ebracht,  liii* 
und  da  auch  mehr  bis  zur  Höchsizniil  75  im  Tempel  selbsl. 
Und  dabei  erfolgen  nun  hoinahe  ein  Dutzend  meist  scliriftlii-li 
überreichter  Erklärungen,  die  in  ihrer  durchaus  unoflizicilpri 
Form  einen  tieren  Einblick  in  die  Anschauung  dieser  Templer- 
kreise  gestatten.  Es  ist  unmöglicli,  bei  diesen  teilweise  naiven 
Ergössen  in  der  Muttersprache  oder  auch  im  felilerhaflesten 
Latein,  um  dessen  Korrektur  die  Noiare  gebeten  werden,  irgeml 
etwas  Gemachtes,  Erkünsteltes  oder  gar  Berechnendes  voraus- 
zusetzen. Dann  würden  nicht  die  Vorwürfe  so  herb  lauten, 
dann  Hütte  man  sich  eher  aufs  Schmeichein  als  auf  das  Porhen 
auf  sein  gutes  Recht  und  seine  Privil^ien  verlegt.  Den  Keni 
bildet  die  Verteidigung  des  Ordens  an -sich  und  die  Erkläruni; 
der  bisherigen  schlimmen,  anschuldigenden  Aussagen.  Man 
könnte  die  Unschuld  des  Ordens  nur  geschichtlich  bel^n. 
Und  so  durchwandern  sie  die  Hauptetappen  von  seiner  firiin- 
dung  bis  zu  den  letzten  Ereignissen.  Auch  hier  spielen  ihr.^ 
äußerliche  Frömmigkeit,  ihre  Marien  Verehrung,  ihre  Kreuz- 
adoration  am  Karfreitag,  ihre  schönen  Gotteshäuser,  ihre  Almosen 
und  schließlich  die  Aufopferung  ihres  Lebens  bis  zum  Tode 
die  Hauptrolle:  Nicht  minder  die  angeschenen  Stellen,  zu  denen 
die  Templer  gelangten,  vor  allem  der  Vertrauensposten  beim 
Papste,  das  Amt  des  Tresorier»  und  Alnioseniers  beim  fran- 
zösischen Könige;  dann  das  Ansehen,  welches  sie  sonst  ge- 
nossen.   Der  Vater  zog  den  Sohn  in  den  Orden  nach  sich,  der 


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Dia  Templer  and  die  bischOfl.  InquieitioD.    Die  p&pstl.  KvmmiMicn.    261 

Onkel  den  Neffen  ~  viele  Gläubige  wurden  auf  dem  Todes- 
bette Templer  — ,  andere  kehrten,  nachdem  sie  den  Orden  um 
strengeren  klösterlichen  Lebens  wegen  verlassen,  später  trotz 
harter  Buße  zu  den  Templern  zurück :  Wäre  das  alles  möglich, 
Tragen  sie,  wenn  der  Orden  sellist  schlecht  wäre?  Wären  die 
Templer  nicht  „ratui',  wenn  sie  einem  so  strengen  Orden  bei- 
träten, nur  um  ihre  Seele  zu  verderben?  Und  dann  kommen 
besondere  Hinweise  auf  den  Glaubensmut  gefangener  Templer 
in  alter  und  neuer  Zeit. 

Wie  al>er  ist  der  Orden  in  diese  schlimme  Lage  ge- 
kommen? Durch  jene  Verleumder,  die  die  LQgen  dem  Papste 
und  dem  König  zugetragen,  die  falschen  Christen,  Häretiker, 
Vemichter  des  Glaubens  und  der  Kirche;  sie  haben  sich  aus 
Geldgier  oder  Ordensneid  mit  den  Ordensapostaten  verbunden, 
die  aus  dem  Orden  wie  .morbide  pecudes*  wegen  ihrer  Laster 
hinau^eworfen  sind.  Und  dann  kommt  eine  wahrscheinlich 
nicht  unrichtige  Darstellung,  wie  diese  beiden  Verleumder- 
gnippen  es  verstanden  haben,  von"  den  verschiedensten  Ge- 
genden dem  Könige  und  seinen  Räten  die  Anschuldigungen  zu 
si^erieren,  so  da&  altes  vonOglich  zueinander  paßte.  Dann 
erfolgte  die  Verhaftung,  wie  Schafe  wurden  sie  zur  Schlacht- 
bank geführt,  aller  Sachen  beraubt,  in  grausige  Kerker  einge- 
sperrt, gefoltert,  so  daß  viele  den  Martertod  erlitten,  viele  für 
immer  an  ihrer  Gesundheit  geschwächt  wurden;  und  so  ver- 
loren sie  den  freien  Willen,  die  klare  Einsicht.  Dazu  kamen 
dann  die  Briefe  des  Königs  zu  ß^inn  des  Prozesses,  die  den 
Geständigen  vollste  Straffreiheit,  gute  Versorgung  und  grolae 
lebenslängliche  Einkünfte  sicherten.  Manche  Brüder  sind  durch 
Furcht  oder  Gewinnsucht  verführt  worden  '). 

Was  soll  nun  geschehen  ?  Der  Vorsehlag  ist  zwar  radikal, 
würde  aber  auch  zu  andern  Ergebnissen  geführt  haben.  Zu- 
nächst Annullierung  der  bisherigen  Geständnisse,  die  mit  Ge- 
walt und  Folter  erpre&t  wurden,  durch  den  Papst.  Denn  die 
Sache  li^  so:  Die  Brüder  würden  gern  widerrufen,  aber  sie 
wagen  es  nicht,  denn  sie  befinden  sich  ganz  in  der  Gewalt 
der  Verleumder;  täglich  raten  und  drohen  sie  ihnen,  mündlich, 

')  Hicbelet  I,  168,  202. 


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262    Die  Templer  ud<1  die  biech&fl.  Inqnisitinn.     Die  päpatl. 

sclirifllicl],  durch  Bolen,  wenn  sie  von  den  erpreßten  Geständ- 
nissen ablietäen,  so  würden  sie  unbedingt  verbrannt  Dann 
neue  Verliöre,  in  grö&tem  Gehettn,  bis  der  Papst  sie  erfahren, 
ohne  Hinzuziehung  von  Laien,  Nannung  der  Zeugen,  die  für 
oder  gegen  den  Orden  sprechen  wollen,  Befragung  sämthcher 
Templer,  die  den  Orden  nicht  verteidigen  wollen,  warum  sie 
sich  zurückhalten.  Die  Konimission  kann  natürlich  auf  solche 
radikale  Vorschläge  nicht  eingehen.  Soweit  reicht  ihre  Macht 
nicht;  sie  will  aber  gern  die,  welche  es  angeht,  bitten,  daD  sie 
doch  alles  erlaubte  Gute  den  Brüdern  zukommen  lassen  und 
sie  menschlich  behandeln! 

Die  Schwäche  der  Verteidigungsschriften,  von  denen  zwei 
der  Kommission  vorgetragen  wurden,  liegt  in  einer  merkwürdi); 
verkehrten  Auffassung  des  Inquisitionsprozesses.  Die  Richter 
mußten  sie  darauf  hinweisen,  da&  bei  der  Verfolgung  der 
Häresie  eben  alles  anders  gehe ').  Diese  Templer  beriefen  sich 
auf  die  Privilegien  des  Ordens,  und  solche  gab  es  nicht  t>eiiit 
Cilaubensverrat,  zumal  A4r  Papst  alle  Aufträge  erteilt  halte. 
Derselbe  Optimismus  begegnet  in  der  Beurteilung  der  eigenen 
Onlensbrüdcr :  Wenn  ein  hervorragendes  Mitglied  fehlt,  bf- 
liaupteii  sie,  dalj  es  zurückgehalten  wenlc;  wiederholt  muMcii 
sie  erfahren,  daEi  nicht  Gewalt,  sondern  eigener  Wille  sok;he 
fernhielt. 

Mit  dem  II.  April  1310  beginnen  die  eigentlichen  Ver- 
liüre')  und  dauern  zunächst  einen  Monat,  bis  die  Voi^äiige  auf 
dem  Pariser  Konzil  eine  halbjährige  Unterbrechung  heriwi- 
führen.  Die  Auswahl  der  Zeugen  stand  der  Kommission  irei. 
Man  sollte  nun  nach  dem  Voran fgegangenen  erwarten,  daß  die 
Verhöre  zu  glänzenden  Plaldoyers  für  den  Orden  sich  gestal- 
teten. Brannten  ja  mehr  als  ein  halbes  Tausend  Templer 
darauf,  die  Ehre  des  Ordens  wieder  herzustellen.  Aber  das 
Bild  ist  ein  ganz  anderes!     Keiner  von  denen  erscheint  zu* 

')  Michelet  1.  171. 

'"')  Bis  dtihin  hHtten  itie  Kommisaare  nur  die  Erklttrougeo  der  Ordeos- 
vertßiiliger  entgegengenommen.  Vgl.  Michelet  1,  28  die  Bemerk ang:  Per 
dictum  edictum  non  vocHvcrant  adhuc  sliquos  ad  testimoniDm :  und  1,  31. 
Vortrugen  durften  diu  Gekommenen  noch  Belieben  (aber  die  Kommiasare 
UnlerHUclit«n  noch  nicht'. 


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I)ie  T»npler  ond  die  btacbori.  loquisition.    Die  ptpatl.  KanmisBioii.    'i&B 

DJcbst,  die  sich  zur  Verleidigung  des  Ordens  gestellt  haben. 
Merkwürdig  ei^eht  es  der  ersten  Liste  der  Vereidigten;  es  sind 
vier  Laien  und  zwanzig  Templer').  Aus  letzterer  Gruppe 
kommen  nur  fünf  zum  eigentlichen  Verhör,  die  andern  treten 
in  den  Hinlergrund.  Sie  waren  l>ereits  vom  Papste  in  Poitiers 
vernommen ').  Anscheinend  wurden  die  Kommissare  hierauf 
erst  bei  der  geplanten  Vernehmung  des  Johannes  de  Juvignaco 
am  30.  April  aufmerksam  ").  Anfangs  unsicher  über  die  Punkte, 
welche  in  Poitiers  zur  Sprache  gekommen  —  eine  auffällige 
Unkenntnis !  —  ,  haben  sie  sich  erst  zur  Zurückstellung,  dann 
2ur  rül%en  Ausscheidung  der  also  Verhörten  entschlossen. 

Charakteristisch  ist  das  Verhörsniaterial  bis  um  Anfang 
Mai.  DaS  mit  einer  Anzahl  hochstehender  Lisien  begonnen 
wird,  ist  begreiflieh.  Radulf  de  Praelles  war  ein  bekannter 
Jurist  der  damaligen  Zeit  —  nicht  zu  verwechseln  mit  dem 
berühmten  Schriflsteller  gleichen  Namens  um  die  Mitte  des 
Jahrhunderts  —  und  in  enger  Verbindung  mit  der  damaligen 
Slaatsleitung ;  er  bülito  das  unter  der  Reaktion  nach  Philipps 
Tode ') :  Guichard  de  Marsiaclio  war  in  jungen  Jahren  in 
Montpellier,  später  Seneschall  in  Toulouse  gewesen  und  vielfach 
zu  Templern  in  Beziehung  getreten^).  Freilich  bedeuten  ihre 
buntEarbigen  En:ählungen  für  die  Schuldfrage  nichts,  höchstens 
kann  man  ihnen  entnehmen,  daß  der  Orden  seit  langem  allerlei 
Verdächtigungen  angesetzt  war ").  Ein  dritter  nichttemple- 
riächer  Zeuge  hatte  ans  derselben  Quelle  wie  Radulf  geschöpft, 
der  vierte  ist  überhaupt  nicht  verhört.  Und  nun  folgt  eine 
tjrappe  von  vier  Templern,  die  zusammen  in  einem  Gemache 
lit^end  nach  gemeinsamem  Plane  vorgehen'):  sie  haben  den 

'}  Micfaelet  I,   174. 

')  S«cbe  siad  b«i  Scbottinfliler  [1  am)  Finke  Bd.  It  aachweisbar. 
Die  Bodero  aiod  vorläufig  nicht  unterzab ringen. 

']  Hicholet  1,  229. 

')  Vgl,  Chevalier,  Repertoire  .  .  .  unter  Rodolphe   I  di>  Prosles. 

')  Gmelin  macht  ibit  in  seinem  Buche  S  423  und  in  seinen  TaliuUmi 
zu  einem  der  .ürgnten  Folterer*  der  Templer.  £r  meint,  (iuidiard  sei 
noch  im  Amt«;  tatsächlich  war  er  ecbon  1301  .qnondam  seneBchallus*. 
Vgl.  Hiet.  de  Langnedoc  X,  344,  884  und  vor  allem  528. 

*)  Tgl.  fDr  das  Folgende  Michelet  I,  lT5fr. 

'l  Qni  omnee  qnatuor  morabantur  io  uno  loco  captl.    Uichelet  1,  205. 


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2(S4     Die  Templer  und  die  biscIiOfl.  Inquisition.     Die  pipatl. 

Ürdensmantel  der  Kommission  vor  die  Füße  geworfen,  zwei 
von  ihnen  freuen  sich  über  die  Ordenskatastrophe,  ein  dritter 
wäre  gern  schon  vor  7  Jahren  mit  wohl  500  Brüdern  ausge- 
ti-eten.  Dann  folgt  ein  wirklich  vor  5  Jahren  Aposlasicrter, 
der  viel  in  der  Welt  herumgekommen,  Frankreich,  Deutschland 
und  den  Orient  kennt  und  sein  sicherlich  nicht  einwurfe- 
freies  Lehen  mit  furchtbaren  Folterqualen  vor  dem  Bailli  vchi 
Macon  gehütit  hat ').  Dazwischen  wird  das  den  Orden  be- 
lastende Geständnis  eines  todkranken  OrdensfH'iesters  enlgegen- 
güiionmten  *), 

Daß  in  einer  zweiten  Gruppe  von  Vereideten  der  Bilter 
Haymundus  de  Vassiniacho  erscheint,  ist  erklärlich.  Die  Ordens- 
pi-okuraloren  haften  am  28.  Märe  ihn  unter  denen  genannt, 
die  an  der  Verteidigung  verhindert  wurden  und  die  Kommission 
hatte  sein  freies  Erscheinen  zugesagt ').  Das  geschieht  einen 
Monat  später,  allerdings  in  anderer  Weise,  wie  die  Kommissare 
es  vorausgesehen  liatten;  auch  er  ist  Ankläger.  Er  wie  die 
bis  zum  12.  Mai  folgenden  Zeugen  haben  mit  Ausnahme  eines 
Apostasierten  gemeinsam,  dalj  sie  alle  gefoltert  waren. 

Vei^ebens  sucht  man  hier  nach  einem  Prinzip  bei  der 
Auswahl:  Nur  die  Vernehmung  des  letztgenannten  Ritters  lag 
im  Interesse  des  guten  Hufes  der  Kommission.  Aber  sonst 
fragt  man  unwillkürlich:  Warum  greift  die  Komuiission  die 
vom  Papste  Vernommenen  heraus  und  labt  sie  alstmid  fallen':"*) 
Warum    befragt   sie  nicht   den   einen    oder  andern  aus  dein 


')  Weil  er  Über  die  Anbetung  des  Mola  nicht«  zu  sagen  ge- 
wußt. C'oriini  bnylivo  Matisconeiisi  fnit  qniatiunntua  {tonduribue  speiuia 
in  genitalibiis  suis  ot  in  nlüa  m«mbriB  qua»!  usque  ad  «xuiimacionem. 
Mi.helet  I,  218. 

')  Warum  dieaes  Uratlindnia  eines  Sterbenden?  Eine  (jenDgende  f.r- 
klMrung  fehlt  Hat  man  ihm  ao  zugeaetztV  Hoffte  er  dnrcb  das  GeaUndnia 
auf  ein  hirchlichea  Begrftbnia? 

")  Michulet.  I,  103.  Kr  beißt  hier  Kaynaudua,  doch  ist  er  aoiweifel- 
baft  identisch  mit  dorn   Verhörten  S.  23^. 

')  Zu  der  Vereidigung  der  ersten  Gruppe  werden  die  OnleDsproku- 
rntoren  eingeladen  mit  der  merkwürdigen  BegrQnduDg:  ad  videndum  iurare 
tentes,  de  quibua  videretur  dominla  contmisaariia.  quod  periculum  non  immi- 
neret.     Waa  hei6t  das?     Micbelet  I,   173. 


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Die  Tempter  und  die  biacbOfl.  laquisitioD.    Üi«  pi4psll.  KominiBsiun.     265 

Kreise  der  OrdensTerleicli{(er?  Wanim  tagt  sie  einmal  ver- 
geblich, da  kein  Zeuge  zu  bal>en  sei,  der  nicht  vom  Papste 
»erhört  worden?')  Wer  verweigert  ihr  denn  die  für  den 
Orden  Zeugenden?  Solche  Fragen  finden  nur  eine  vemünflige 
[.ösang,  wenn  man  annimmt,  daß  hier  bei  dem  ersten  unsichern 
Unihertappen  der  Kommission  andere  Hände  die  Auswahl  ge- 
leitet, der  Kommission  die  sich  zum  Verhör  drängenden,  zum 
Teil  URsaubem  Elemente  zugeschoben  hat.  Man  kann  sich 
nur  schwer  des  Eindrucks  erwehren,  daß  in  Erwartung  einer 
SToiea,  ausschlaggebenden  Aktion  des  Episkopates  diese  Ver- 
höre nur  ein  Zwischenspiel  l>edeuten  und  die  Kommissare 
dabei,  wenn  aucti  unbewuUt,  Handlangerdienste  geleistet  haben. 
Die  Situation  für  das  Königtum  im  Templerdrama  war 
vielleicht  im  Fr&hjahr  1310  am  ungünstigsten.  Der  mächtige 
Strom  mutvoller  ß^eislerung,  der  aus  der  grofien  Templer- 
versammlung  so  plötzlich  hervorbrach,  bedrohte  das  von  Philipp 
und  den  Seinen  begonnene  Werk.  Kamen  diese  Kreise  jetzt 
zum  allgemeinen  Zeugnis,  so  muUten  sie  allein  durch  ihre 
Massenhaftigkeit  schon  wirken  und  die  früheni  belastenden 
Aussagen  unschädlich  machen;  der  Orden  als  solcher,  den 
man  sclion  vernichtet  glaubte,  lebte  in  diesen  Massen  wieder 
aur.  So  waren  die  Ordensgegner  zu  einem  eneiyischen  Gegeti- 
i\üli  genötigt.  Es  ist  sicherlich  nicht  von  ungefähr,  da&  gerade 
jetzt  die  Inquisition  des  Pariser  Bischofs  sicti  besonders  be- 
merkbar macht,  daü  gerade  jetzt  die  Provinzialkonzilien  gegen 
die  Templer  abgehalten  werden.  Nichts  drängte  zu  ihrer 
raschen  Benifung;  der  einzige  Gnind  dafür,  weil  im  Oktober 
das  allgemeine  Konzil  b^inne,  fiel  weg  durch  die  Verlängerung 
auf  das  folgende  Jahr,  die  den  matigebenden  französischen 
Kreisen  gewili  schon  frßher  bekannt  war  *).  Vor  allem  sprach 
dagegen,  daü  die  bischöflichen  Untersuchungen  noch  nicht 
beendet  waren").     Die  päpstliche  Aufforderung  zur  Abhaltung 

')  Michelet  i,  281:  Ciiini]ue  duIIus  toetia  prudueeretur  corani  eis,  qui 
Ȁifninatiiit  non  faiaaet  per  d.  nostrum  papam  nee  cummpde  possent  itiidem 
habere. 

*)  Reg.  Clementis  V.  Nr.  6293  f.  vom  4.  April. 

*)  Es  finden  aich  nocb  Spuren  der  spatern  Untersucbungen  des 
HiKhafs  TOD  Paris. 


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266    Die  Templer  und  die  bischSfl.  Inquisition.    Die  p&pstl.  Kuiptnissign. 

der  Konzilien  denict  unzweifelhaft  an  die  Vollendung  der  In- 
quisition vor  Abhaltung  der  entscheidenden  Konzilien  i).  So 
war  es  auch  anderswo '). 

Dat3  gerade  damals  die  bischöfliche  Inquisition  in  Paris 
eine  intensive  Tätigkeit  entwickelte,  ist  zwar  nirgends  gesf^, 
aber  aus  allerlei  Anzeichen  mit  großer  Wahrsclieinlichkeit 
nachzuweisen  *).  Fast  sämtliche  nach  der  Verbrennung  ver- 
hörte Templer,  d.  h.  ein  paar  hundert,  sind  nach  den  Angaben 
der  Protokolle  von  der  bischöHichen  Inquisition  vcmoiiuuen, 
absolviert  und  mit  der  Kirche  ausgesöhnt.  Am  stärksten  tritt 
dabei  der  Bischof  von  Paris  mit  beinahe  50  Fällen,  darnach 
der  Bischof  von  Orleans,  der  während  der  Sedisvakanz  in 
Sens  tätig  war,  der  Ozbischof  von  Reims  und  der  Bischof 
von  Clermont  hervor.  Eine  Anzahl  anderer  Bischöfe  folgen 
noch  mit  kleineren  Ziffern.  Von  diesen  Verhören  lassen  sich 
zunächst  die  von  Clermont  und  Orleans  —  letztere  wegen  der 
Sedisvakanz  von  Sens')  —  bestimmen:  Sie  fallen  l)eide  ins 
Jahr  1309,  also  vor  der  Verteidigung  des  Ordens,  Aber  die 
von  beiden  Verhörten  zählen  bis  auf  drei  nicht  zu  den  Ver- 
teidigern im  Frühjahr  1310, 

Dagegen  sind  fast  sämtliche  vom  Pariser  Bischof  und 
Rciinser  Erzbischof  Rekonziliierte  solche  Ordensverteidiger.  Von 
letzterm  wissen  wir  nun,  dalä  er  diese  auf  dem  Konzil  in  Scnüs 
(Mai  1310)  vernommen  und  ausgesöhnt  hat.  Dafä  der  Pariser 
Bischof  schon   vor  dem  Februar   1310  imjuirierte,   sagt  Pon- 

')  VotumuB  insnper,  quod  inquisitione  aea  inqoiaitionibus  huiasniodi 
faclis  per  provinciale  concilium  .  .  .  sententin  .  .  .  proferatnr. 

')  Daß  der  neue  Frzbischof  von  .Seos,  Philipp  de  Mari^y,  Brndrr 
des  berflbmten  Enguermud,  ernunDt  vor  Oktober  1309,  hierbei  keine  ent- 
scheidende Rolle  geapielt  hnt,  ist  bei  Prutz  S.  181  f.  richtig  hsrrorgehobeii- 

•)  Uei  den  VerhQren  Michelet  1,  494  und  496  änden  sieb  diewlboD 
irrertlhrenden  AogabeD.  £a  heißt;  HHDtellam  .  .  .  dimiserat  in  coneilio 
Senanenai.  Poetmodum  radi  fecent  sibi  barbsm,  et  fnent  cum  eo  ioqii' 
aitani  per  d.  ep.  Parlaienaem  et  absolutua  et  reconeiliattis  per  enm.  Wegca 
des  .Poatmodum*  konnte  roao  an  Untereucfaung  nnd  Geatandnia  nach  dem 
Konzil  denken.  Doch  ninfi  man  nach  den  andern  Protokollen  annehmtn. 
daß  hier  gar  keine  strenge  Zeitfolge  gemeint  ist,  sondern  dafi  mit  ,ct 
fuerat'  ein  ganz  nener,  vom  vorigen  uuabhKngiger  Abachnitt  beginnt. 

'j  Dort  hat  er  die  Aussöhnung  vorgenommen. 


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Die  TempJer  und  die  biscbon.  Inquisitiun.    Die  pSpatl.  Kommission.    267 

zardus  de  Gisi  ausdrücklich  ').  Aber  er  wie  die  beiden  andern, 
die  gleich  ihm  wegen  ihrer  Martern  auf  das  Tröhere  bischöi- 
licbe  Verhör  hinweisen,  Aimo  de  Borbona  und  Johannes  de 
Fumo,  erscheinen  nicht  vor  der  päpstlichen  Kommission;  Pon- 
zardus  war  tot,  die  beiden  andern  vielleicht  auch.  Haben 
nun  die  Geständnisse  und  Aussöhnungen  in  Paris  vor  der 
VerteidigungserklSrung  oder  nachher  sialtgerunden?  Dafa.  auch 
solche,  die  1307  vor  der  Inquisition,  1309  vor  dem  Bischöfe 
feslanden,  dann  Verteidiger  wurden,  ihrem  Schicksale  vor  dem 
Konzile  durch  Zuräcknahme  entgingen,  beweisen  die  drei  vor 
dem  Bischof  von  Orleans  vernommenen  Zeugen  -).  Unmöghch 
ist  also  nicht,  daü  auch  in  den  Protokollen  der  Kommission 
meist  auf  (rubere  Inquisitionen  in  Paris  hingewiesen  wird, 
wenn  ich  auch  gemäß  dem  Verhalten  des  benachbarten  Erz- 
biscbofe  von  Reims  die  Vernehmung  und  Aussöhnung  in 
l'aris  ebenfalls  eher  in  die  kritische  Zeit  vertuen  mödite; 
jedenfalls  muü  aber  zwischen  Verteidigung  und  Konzil  ein  Akt 
des  Bischofs  liegen,  durch  den  er  den  Entschluß  der  Verteidi- 
gung bei  den  Gefangenen  wieder  rQckgüngig  gemacht  hat.  So 
lialwn  wir  uns  das  Vorgehen  des  Albertus  de  Canellis  zu  er- 
klären. Kr  war  in  Someyrc  (Diözese  Nimes)  vor  drei  Bischöfen 
verliört  und  ausgesöhnt,  kam  dann  nach  Paris  und  erscheint 
dort  als  Verteidiger  bis  Ende  März  1310,  hat  aber  darauf  noch  vor 
dem  Konzil  —  also  im  April  oder  Anfang  Mai  —  den  Mantel 
vor  dem  Bischöfe  von  Paris  hingeworfen  mit  der  Intention, 
daü,  wie  er  den  Mantel  von  der  Kirche  erhalten  habe,  er  ihn 
auch  so  der  Kirche  zurückgebe^).  Unzweifelhaft  ist  dieser 
Akt,  der  sich  auf  den  Konzilien  so  oft  wiederholt,  auch  vor 
dem  Bischöfe  nicht  vereinzelt  gewesen.  Doch  wir  wissen  auch 
Ton  direkter  Inquisitionstätigkeit  des  Bischofs  in  der  entschei- 
denden Frühjahrszett.  Ritter  Balduin  de  S.  Justo  war  1307 
in  Amiens  gefoltert,  verhört  und  geständig;  er  erbot  sich  nicht 

')  Qaecumqae  ipse  vel  slii  htttea  dicti  ordinis  fuerunt  cunfussi  do 
pr^miaiie  roram  epiacopo  Pitrisiensi  vel  nlibi.  Ho  um  27.  November  13119. 
Uicbelet  I,  36. 

')  »ichelet  I,  43»  ff.  und  606. 

')  Hichelet  1,  425:  nuper  circ»  mediam  quadragesirnnm  examinatus. 
Vgl.  I,  Ö7. 


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268    Diu  1'empler  uud  die  biacbofl.  iDquiütioa.    Dia  päpatl.  Kammiasian. 

zur  Verteidigung,  wurde  aber  doch  Ende  März  1310  vom 
Pariser  Bischof  vernommen  '■),  vielleicht  weil  er  damals  nach 
Parts  gekommen  war  und  so  Mißtrauen  erweckte.  Er  gc-stand 
denn  auch  und  blieb  bei  seinem  Geständnis.  Mit  welchem 
Hochdruck  aber  damals  gearbeitet  wurde,  das  bekundet  am 
deutlichsten  das  Geständnis  des  Hebert  Viguerii  vor  der  Kom- 
mission. Er  gehört  zu  den  wenigen  mutigen  Leugnern  der 
Templerschuld ;  alwr  auch  er  halt*  einen  Augenblick  der 
Schwäche  gehabt,  er  hatte  im  letzten  Monat  vor  dem  Konzil 
dem  Bischöfe  von  Paris  gestanden  und  auf  dem  Konzil  den 
Mantel  abgeworfen.  Das  war  nicht  allein  die  Folge  der  eigenen 
heiligen  Folterqualen  gewesen,  die  er  damals  erduldete,  sondern 
vor  allem  des  Schreckens,  den  ihm  die  Nachricht  vom  da- 
maligen Foltertode  dreier  Gefährten  in  Paris  eingetlöüt  hatte'). 
Das  sind  drei  zußillig  datierbare  NachrichteD,  die  aber  wohl 
genügen,  um  uns  die  damalige  ßeberhafle  Tätigkeit  der  Pariser 
bischöflichen  Inquisition,  die  mit  den  stärksten  Mitteln  arbeitel, 
ahnen  zu  lassen.  Interessant  ist  hierbei,  daß  keiner  der  drei 
Zeugen  ursprünglich  zur  Diözese  Paris  gehört,  daß  Robert 
Viguerii  und  Albert  de  Canellis  zur  Verteidigung  dorthin  ge- 
führt waren,  vielleicht  auch  Baudoin  de  S.  Justo,  wenigstens 
zur  Mitteilung ").  Sie  alle  hat  der  Bischof,  da  sie  in  Paris 
weilen,  vor  sein  Forum  gezogen,  ihnen  gegenüber  eine  Art 
ergänzende  Inquisitionstätigkeit  ausgeübt  *). 

Gewiö  hat  diese  nicht  verborgen  bleibende  bischöfliche 
Tätigkeit  die  Templerb^eisterung  gedämpft.    Gewaltiger  aber 

'}  Aber  oicht  absolviert  ond  anageaObnt. 

*,  Michelut  I.  514.  Die  Datierung  ergibt  aicb  aua  folgendem:  Von 
deo  drei  gefolterten  Geführten,  deren  Tod  er  vor  eeiaem  OeatSndnis  eriUirt, 
ist.  CbanUlop  ala  Orden  »Verteidiger  Hichelet  1.  89,  109,  138,  d.  h.  bii 
2.  April  1810  nachweisbar.  Da  er  auf  dem  Konxil  den  Mantnl  abwirft,  so 
gestand  Robert  zwischen  2.  April  und  12.  Mai. 

")  Er  atammt  ane  Beanvam,  wird  allerdinga  buh  dem  Pariser  Templer- 
haose  vorgefBhrt.    Michelet  I,  87. 

*)  HerkwQrdig  ist  aucb  die  Rolle,  die  der  Bischof  von  Nevera  ia  den 
biacbDfliclien  InquiBitiousprozeaaen  fObrt.  Er  ist  bei  der  CnterBuchnng 
gegen  die  Templer  vop  Nimes  durch  den  Biscliof  (Henard);  er  untersufbt 
mit  2  andern  BiachGfen  im  Auftrage  des  Biar.hofa  von  Nimea  gegen  Albert 
de  Canellis;  er  notersDcbt  in  Paria.  Hicbelet  I,  42.^  und  614.  Er  acheint 
|ini  Nomen  des  Kdnigs?)  eine  Art  Oberaufsicht  bei  den  Proiesaeu  an  flbren. 


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Die  Templer  nnd  die  hjschofl.  Inquisition.    Die  pftpstl.  Kommission.    260 

und  entscheidender  hat  auf  die  erregten  Teniplergemöter  der 
feuerbrand  zweier  Provinzlalkonzilien  im  Mai  1310  gewirkt. 
Die  Nachgiebigkeil  der  pflpsiliclien  Kummission  gerade  ihnen 
gegenüber  ist  besonders  hart  getadelt  worden.  Wie  sie  sicli 
aber  bei  der  von  K1emen.s  geschaffenen  Organisation  verhalten 
sollte,  um  die  traurigen  Vorgänge  wirksam  zu  verhindern,  wird 
wohl  niemand  dartun  können.  Ihre  Opposition  hätte  früher 
einsetzen,  schärfer  lauten  müssen:  wirksam  aber  wäre  sie  doch 
nicht  geivorden.  Beide  Organisationen  arbeiteten  vAllig  unnb- 
*  hüngig  voneinander,  formell  hatten  beide  miteinander  niciits 
zu  lun;  die  pfipsttiche  Kommission  kümmerte  sich  nicht  um 
die  Personen,  die  bischöfliche  Inquisition  nicht  um  den  Orden. 
Das  pafite  für  die  nichtfranzösischen  Gebiete,  wo  die  Unter- 
suchung beider  Teile  erst  begann,  wo  zudem  die  beiden 
tvoinmissianen  zum  Teil  oder  ganz  aus  denselben  Inquisitoren 
bestanden,  obwohl  auch  hier  allerlei  Verwirrung  eintrat  ■),  die 
aber  wenig  schadete.  Es  pa^te  nicht  lär  Frankreich,  wo  schon 
die  Untersuchung  von  1307  vorlag,  beide  Kommissionen  aus 
ganz  verschiedenen  Personen  bestanden,  wo  zudem  —  wie  die 
Verhältnisse  sich  entwickelt  hatten  —  beide  einander  feindlich 
entgegentreten  muüten.  Die  bischöfliche  Inquisition  arbeitete, 
wie  man  aus  der  Anweisung  des  Pariser  Bischofs  ersieht,  auf 
die  Ei^rQndung  der  Wahrheit,  aber  nur  durch  Erzielung  von 
Geständnissen,  hin ;  die  päpstliche  Kommission  ging  in  den 
ersten  Zeiten  durchaus  objektiv  vor.  Sie  wollte  die  Wahrheit 
und  nur  die  Wahrheit,  mochte  sie  für  oder  gegen  den  Orden 
lauten.  Ihr  Verhalten  erweckte  Vertrauen ;  die  zugesicherte 
Ticheimhaltung,  die  wiederholten  Bemühungen,  daü  die  vor  ihr 
nt^legten  Geständnisse  keine  bösen  Folgen  hatten,  die  Be- 
tonung der  päpstlichen  Autorität  lösten  die  Zungen  der  armen, 
solange  moralisch  und  körperlich  Gequälten  zu  Geständnissen, 
die,  wie  die  Aufdeckung  der  Gewalttaten,  dem  Köiiigtum  ganz 
unerwünscht  sein  mutiten.  Die  Templer  haben  sich  zur  Ver- 
teidigung des  Ordens  gedn'mgt,  weil  sie  durchaus  der  An- 
schauung waren,  wenn  sie  nur  jetzt  die  Wahrheit  sagten, 
komme    es    auf  frühere    Äufierun^cn    gar    nicht    an.     Und   die 

')  Vgl.  unten  bei  Gyptm. 

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370    tlie  Templer  and  die  bischofl.  Inquisition.    Die  pfipall.  Koromission. 

päpstliche  Kommission  hat  sie  iinzweifeihart  in  dieser  Ansicht 
hestärkt.  Die  BischöFe  auf  den  Provinztalkonzilien  dachten 
anders;  sie  fragten,  ob  der  Templer  früher  beschworene  Aus- 
sagen widerrufen  habe.  Sie  konnten  das  trotz  der  fornielleii 
Geheimhaltung  der  Geständnisse  leicht  erfahren,  weil  königliche 
Beamte  bei  der  Untersuchung  ein-  und  ausgingen,  die  Bischöte 
der  Kommission  selbst  gegen  ihre  Templer  prüften,  die  andern 
Bischöfe  ja  nur  die  eidliche  Frage  an  den  Inquirierten  zu 
stellen  brauchten.  Nach  diesen  Ei^ebnisscn  haben  Bischöfe 
und  Provinzialkonzilien  gehandelt. 

Im  Mai  1310  haben  in  Frankreich  eine  Reihe  Provinzial- 
konzilien  getagt;  die  Templerangelegenhejt  war  wohl  cinnger 
Beratungsgegenstand.  Sonderbarerweise  fclilen  uns  alle  Akten, 
ja  nicht  einmal  die  Namen  der  Konzilien  kennen  wir.  Nnr 
die  Orte  der  Versammlungen  von  drei  Paris  zunächst  liegenden 
Kirchen  pro  vi  nzen  sind  bekannt'):  Paris  (Sens),  Senlis  (Reims) 
und  Pont  de  l'Arche  (Rouen),  und  nur  Ober  Sens  und  Fteims 
besitzen  wir  einige  Nachrichten.  Wiederholt  heiöt  es  in  den 
Akten,  daD  auf  dem  Reimser  Konzile  Untersuchung,  Absolution 

')  tiber  den  Brand  der  54  auf  dem  Pariser  Konzil  gelten  die  Aktes 
Hiclielet  1,  276  aichere  Auskunft;  damit  stimmen  Kecneil  XX!.  140;  655 
(Jalmnnes  vun  S.  Viktor);  75^  Dernard  Guidonia;  p.  34  werden  ^9.  SIS 
werden  b6  genftnnt.  Die  4  andern  nennt  Bemard  Guidunis.  —  Vgl.  8urb 
Ree.  XX.  Denn:  Les  graniles  clironiquea  de  France  V,  187  (RA.  P.  raris); 
Villeni  bei  Murtiteri  XIII,  430  usw.  —  Die  zweite  Verbrennanfc  ist  nicht  datiert. 
Icli  möchte  glauben,  daß  sie  deninls  nnd  niclit  im  SpHtsommer  beim  ivreilen 
Konzil  von  Sens  alntt^eümden  hat,  Rnynounrd  p.  121  maeht  darauf  racb 
den  Memoires  eoncernent  l'histoire  .  .  .  d'Auxerre  Tf,  294  aarmerksam.  — 
über  Senlis  vgl  Reeneil  XXI,  34;  140;  TIS,  -  Micbelet  I,  262.  -  Cber 
das  Konzil  der  Provin:^  Reuen  heißt  es  Micbelet  I,  194.  daß  der'Bierhof 
von  Ka.yeux  am  34.  April  der  Kammisaion  erklärt  habe.  deB  er  weggehen 
mOase:  propter  coneilium  provineinle  Hothomagenso,  qnod  interim  celebran 
debebni.  Ksynonard  p,  120  Anni.  1  nennt  nar.h  der  Chronik  de  Maneval 
als  Versammlungsort  Pont  de  l'Arche,  Von  Verurteilungen  zum  Feuertade 
iluselbat  wissen  wir  nichts.  Ea  wäre  aucb  ein  starkes  StBck,  wean  in 
.Uegenwert  eines  Mitgliedes  der  päpstlichen  Kommission  ein  solches  l'rteil 
gesprochen  wSre.  Von  verschiedenen  Sohriftstellern  wird  dann  Templer- 
verbrennang  auf  dem  Diözeannkonzil  von  Cnrcassonne  erwftbnt.  In  dieser 
Fiirni  kann  die  Nacbridit  nicjit  richtig  sein,  denn  ein  DiOEssankonzil  hrtte 
dnzu  keine  Berechtigung.  Itaynouard  zitiert  dnftlr  Bonrge,  Uiet.  eccl.  de 
Carrasaiinne  p,  222.   V^t.  noch  Coli.  <)e  ClironiqDes  Beiges,  Cod.  DDnenBis446. 


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Die  Templer  nnd  die  biacbofl.  InigDiaition.    Die  pltpstl    Kemmissiun.    271 


aad  Rekonziliatioii  stattgefunden  habe '),  bei  Sens  wird  am 
häufigsten  das  Abwerfen  der  Mäntel  betont,  während  die  Inqui- 
sition und  eventuelle  Aussöhnung  schon  vor  dem  Konüil  in 
Paris,  in  der  Stadt  Sens  und  sonst  geschehen  ist.  Aber  wenn 
OS  auch  nur  ein  paarmal  ausdrücklich  heißt,  data  ein  TemfiliT 
seine  frühern  Geständnisse  auf  dem  Konzil  bestätigt  hat,  so 
dürfen  wir  dies  auch  für  zahlreiche  andere  Fälle  annehmen. 
Vielleicht  daß  bei  der  Masse  der  in  Paris  und  Umgegend  Ver- 
liörten  gerade  auf  diesem  Konzil  nur  ein  summarisches  Ver- 
jähren, die  Gnlgegennahme  des  Geständnisses  oder  der  Leug- 
nung  möglich  war.  Nach  den  Akten  wissen  wir,  dab  drei 
Priester,  darunter  Reglnald  de  Pruivino,  degradiert,  des  priester- 
liclien  und  Templergewandes  beraubt  und  zu  lebenslänglicliom 
Kerker  verurteilt  wurden;  zu  letzterm  auch  zwei  Ritler  und 
m  Servient').  Akten  nnd  gleichzeitige  Chroniken  berichten 
zum  !2.  Mai  die  Verbrennung  von  5t  Tenipleni^);  wenige 
Tage  später  folgten  vier  weitere.  Sie  sterben  mutig  mit  dem 
Widemif  früherer   Geständnisse   und    dem   Glaubensbekenntnis 

'I  Z.  h.  Cum  quo  inqitisilam;  absolutus  et  recoociliatas  per  d.  arplii- 
rpisropnm,  Kemensem  in  concitio  Remensi.     Micbelet  I,  632. 

')  Micbelet  11,  Hf.  Sie  werden  nin  Zeugen  vereidet,  haben  aber  nte- 
tnala  ausgesagt. 

'l  Bei  folgenden  aclit  Templern:  Radalphus  de  Freynoy  (Michetet 
I,  3I13J,  Anricus  de  Anglesi  (I,  5U9),  Galterus  «lo  linllcna  (I.  536),  Ganne- 
Mndus  de  Bnrix  (I,  53S),  Guido  de  Nic.i  und  Murtinua  de  Nici  |l,  !)i(^), 
[atohua  de  Sanei  (I,  575),  Lanrentiua  de  Ilelna  <[,  5911  steht  verzeir.hnet, 
Abu  sie  in  Pftris  verbrannt  seien.  Anricns  de  Angleat  durfte  identiei^li  sein 
mit  dem  Anricns  de  Aullsi  milea  Bituricensis,  der  mit  lisnrentiiia  de 
Kelna  wejteD  der  Verteidigung  ^s  Ordens  mit  dem  Meister  aprerlien  will. 
Hichelet  I,  70.  Zu  Bnllens  vgl.  Finke  11,  3H  Rei  A.  de  Anglesi  nnd  J.  de 
Satxi  baben  GestSndige  betont,  daß  heider  Anfnabme  korrekt  gewesen  sei. 
Vielfach  iat  nun  seit  Raynouard  p.  109  C  versucht  worden,  eine  Tiiste  der 
Verbrannten  BofzuBtellen.  Das  ist  ein  Ding  der  [JnmQglichkeit,  denn  bei 
allen  andern  —  ancb  Panzard  de  üisi  ~  steht  nur  der  Tod  (defunctua  u.  H.) 
verxeicbnet.  der  ebensogot  eine  Folge  der  Folter  gewesen  sein  kann.  Es 
liegt  gar  keine  Veranlassung  vor,  die  zahlreichen  als  verstorben  Bezeich- 
neten mit  dem  Brande  in  Vertiindung  zu  bringen.  Wichtig  ist  auch,  daß 
keiner  von  den  acht  in  den  1S8  in  Paris  1307  Verhörten  znhlt.  —  ('brigeno 
lei  hier  auf  folgende  Stelle  in  den  Aussagen  des  Johannes  de  Tnrno  hin- 
gewiesen (Micbelet  I,  595):  Qnod  in  dicta  concilin  Renonensi  fuerunt  aliqna 
diKia  per  eum  de  voinntate  prelntornm. 


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272    Die  Templer  und  die  biaehsfl    Inquisilian.    Die  päpsU.  If< 

auf  den  Lippen  unter  gewaltiger  Erregung  des  Volkes,  das 
mehr  und  mehr  an  ihre  Schuld  zweireltc.  In  Senlis  wuido 
der  Priester  Egidius  de  Ronlangi  zum  Kerker,  aber  ohne 
Degradation,  am  37,  Mai  wurden  !l  Templer  zum  Tode  ver- 
urteilt; bald  darauf  fand  eine  zweite  Verbrennung  statt. 

Welche  Templer  wurden  in  Paris  und  Senlis  veArannl? 
Anscheinend  haben  wir  darüber  sicherste  Nachrichten.  Die 
Kommission  selbst  hört  am  12.  Mai:  54  Templer,  ,qui  coraru 
.  . .  commissariis  se  obtulisse  dicebantur  ad  defensionem  ordinis. 
erant  dicta  die  coniburendi".  Gleiches  haben  auch  sclion 
ein  paar  Tt^e  vorher  die  Ordensprokuratoren  ge&ubert.  Ein 
zitternder  Zeuge  meint  dagegen  am  Tage  nach  der  Katastroplie, 
„weil  sie  die  Irrtömer  des  Ordens  nicht  eingestehen  wollten' '). 
Ganz  korrekt  ist  natürlich  die  Angabe  der  Kommissare  nicht; 
die  Verteidigung  des  Ordens  selbst  konnte  den  Templern  nicht 
zum  Verderben  gereichen,  sondern  nur  in  dem  Falle,  daß  eine 
ausdruckliche  ZurOcknahme  des  frühem  Geständnisses  damit 
verbunden  war.  Hierbei  wissen  wir  zwar  nicht  ausdrflcklich, 
ob  auch  die  Geständnisse  des  Jahres  1307  als  vollgültig  ange- 
sehen wurden,  doch  ist  es  höchst  wahrscheinlich.  Verbrannt 
wurden  nur  solche  Templer,  die  nach  frühem  Geständnissen 
die  Ordensverteidigung  übernommen  und  dann,  wiedenmi  durcli 
die  biscIiAlliche  Inquisition  oder  durch  die  Provinzialkonzilien 
verhört,  diese  frühem  Geständnisse  geleugnet  haben.  Wie 
könnten  sonst  mehr  als  achtzig,  d.  h.  über  ein  Drittel  der 
spätem  Zeugen,  vor  der  päpstlichen  Kommission  1311  erscheinen, 
die  sowohl  früher  gestanden  als  später  Verteidiger  geworden  V 
Ilire  rechtzeitige  Zurücknahme  hat  sie  vor  dem  Schwerslcn 
bewahrt.  Zudem  gehören  zu  den  Verbrannten  auch  Personen, 
die  —  soweit  die  Protokolle  bekunden  —  niemals  sich  zu 
Ordens  Verteidigern  ausdrücklich  erklürt  haben;  gerade  die  beiden 
vornehmen  Templer  Laurentius  de  Belna  und  der  Ritter  Anricus 
Aulisi  aus  Bourges*),  unter  dein  doch  wohl  der  oben  tfe- 
nannte  Ritter  Anriciis  Anglesi  zu  verstehen  ist,  iiabeii  auf  Be- 
fragen nur  erklärt,  daüi  sie  sich  mit  dem  Onlensmeister  beraten 

■)  Michelet  I,  274,  260.  270. 

')  Kie  wcrdeD  in  VprbindunjK  mit  der  Verteidigong  nnr  dieaei  eiaMnal 
genRDDt,     Mii'li^iet  I,  '0. 


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Die  Templer  und  die  bisrhnfl.  fiuiuisitinn.     Die  pSpst).  Koinmisston.     273 

Kolllen,  beide  erscheinen  später  weder  bei  der  großen  Garten- 
versaninilung,  noch  boi  der  Nacbfrage  in  düii  einzelnen  Quar- 
lieren,  und  doch  gehören  sie  zu  den  \\'onigen,  deren  Ver- 
lirt'nnung  sicher  fcKlstcht. 

Mil  dem  Feuertode  bedrohle  die  Inquisition  den  .relapsus", 
(Irr  in  seine  fröhern  Irrtümer  KiirQcIcfällt ').  Nun  la(;  aber  bei 
den  Templern  kein  Rückfall  in  die  Fläresie  vor,  da  sämtliche 
Templer  ja  die  angeblichen  Vorgänge  bei  der  Aufnahme  ver- 
abscheuten, sondern  nur  Rücknahme  eines  beschworenen  Ge- 
.'ttändnisscs.  Wie  der  Widerruf  in  diesem  Sinne  zu  behandeln  sei, 
ist  in  der  Inquisilionsliteratur  ftfter  erörtert;  die  Frage  wurde 
liieorotisch  nicht  übnrnll  gleich  entschieden,  und  auch  die  Praxis 
blieb  sich  nicht  gleich  ^).  Dali  diese  Frage  auf  dem  Pariser 
Konzil  l>errihrt  und  in  welchem  Sinne  sie  entschieden  wonleii, 
lii'saBt  der  Zeitgenosse  Tolomeo  von  Lucca^):  ,Movetur  queslio 
contra  cos,  utiiim  talis  rcvoralio  pnsset  dici  rclapsio  et  iudi- 
catiir,  quod  sie  *).  Man  wollte  sogar  den  Papst  auf  seiner 
Seile  haben.  Im  Februar  \'M0  kursierte  in  den  Kreisen  der 
Kf'fangcnen  Templer  ein  Di-ohbrief  ihres  WSchters,  des  Propsles 
von  Poitiers,  an  den  ehemaligen  Komtur  von  Apulien,  Lau- 
rentius  de  ßeina  und  seine  nelähilen,  die  von  ihm  verhört 
waren.  Er  erliofn  mit  Bestimiiitheil,  dalJ  sie  demnächst  vor 
ilt^in  ßischofe  von  Orleans,  der  sie  aussühnen  soll,  hei  ihren 
Costündnissen  verhan-en.  „Denn  wisset,  daü  der  Papst  be- 
fnlilen  hat,  alle,  die  vor  dem  Inquisitor  gestanden  und  ihre 
Geständnisse  ziirtickgenommen  iiaben,  zum  Feuerlode  zu  ver- 
urteilen" "). 

')  llinscbinH,  Kirchenrerht  V.  488  Nr.  7.  Vor  allem  kommt  hier 
f'.  ü  X  ile  liaeret.  V,  T  in  lletraclit:  ,Ail  almlenditi».' 

'I  Vgl.  I^a-IUnsen  I,  478  f. 

'l  HrIuzc  I,  S7.    Rr  fDgt  hinzu:  Utide  Pnrisinn  comburuiilnr. 

'i  Raynouaril  ztliert  p.  106  Anm.  hierzu  ans  <lem  Vat.  Archiv  mich 
Wgrnde:  R^aponsiones  concllii  (statt  cunciliiirij)  Nnrlioneiims  siiper  diibiia 
■  ..in  Tucto  aingularimn  perBonarnni  Tcmplariorum :  Viiletur  quani  run- 
tnrinm  rationi  tales  indluaro  relapaon  .  ■  •  In  tiililiiiH  iliibiia  reKtriogendne 
«nnt  poea&f.  Leidpr  verinai;  ich  das  Stück  nicht  aurKiilindcn;  die  Angabe 
-SchnttmDller«.  da&  es  eingebunden  aei  iu  Itibl.  Vat.  Mae.  Lat.  Nr.  4U3l)  ist 
irrig.   Mir  acbeint  die  g«ni:e  Ansirlit  su  »chjin,  als  daß  sie  richtig  sein  könnte. 

'j  Michelet  l.  71  f. 

Fink«,  Fapsttam  and  UntergHOg  An  Templeriirdana.    I,  18 


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274    Die  Templer  nnJ  He  h\Behü(\.  Inquisition,    Die  pSpatl.  Rammission. 

Ein  Punkt  wird  im  Dunkeln  bleiben,  so  sehr  auch  die 
moderne  Forschung  ihn  als  klar  gestellt  ansieht:  Ob  auch  pe- 
foll'erte  Rückfällige  verbrannt  sind,  oder  ob  man  hier  vor- 
sichtiger vorgegangen  ist:'  Oewiü,  wenn  Ponzardus  de  Clisi, 
dessen  Qualen  Triiher  geschildert  wurden  und  der  in  den  Ver- 
hören als  .defunclus"  bezeicimet  wii-d,  zu  ihnen  gcliörle,  so 
wäre  die  Frage  entschieden.  Das  ist  aber,  wie  erwähnl,  keines- 
wegs sicher.  Bei  den  acht  als  verbrannt  Bezeichneten  H-isscn 
wir  von  keinem,  datj  er  mit  der  Folter  in  Berührung  gekommen 
isL  Anders  ist  es  mit  der  berechtigten  Furcht  vr.r  der  Folter: 
sie  war  bei  allen  gefangenen  Templern  vorhanden. 

Anscheinend  haben  erst  kurz  vor  Zusamnientrill  des 
Konzils  die  Ordensverleidiger  von  der  drohenden  (Jofahr  gehört. 
Am  Sonntag,  10.  Mai,  tags  vor  Reginn,  reichen  sie  in  besoii- 
dorer  Sitzung  der  Kommission  eine  Appellation  an  den  Papst 
ein,  unter  dessen  Schutz  sie  den  Orden  stellen.  Sie  beloneti, 
daü  durch  ein  Vorgehen  des  Konzils  die  püpstliciie  Inquisition 
völlig  gestört  würde,  und  bitten  die  Kommission,  nicht  bloli 
den  Pariser,  sondern  allen  französischen  Prälaien  das  Vorgehen 
gegen  die  Templer  während  des  päpstlichen  Inquisitionsprozesse-; 
zu  verbieten.  Bei  diesem  entscheidenden  Akte  hat  sich  der  En- 
bischof  von  Narbonne  unter  dem  Vorwande  des  Zelehriereii? 
oder .  Messehörens  entfernt')!  Die  Ausführung  der  Bilte  der 
Ordensvertreter  hätte  die  gerechte  Lösung  dieses  Problems  ^'c■ 
bracht*).  Das  hat  man  aber  königlichersei ts  sicherlich  niclit 
gewollt;  und  so  gehen  die  Dinge  ihren  Gang:  Die  Kommission 
verhört  noch  an  den  beiden  Tagen,  da  das  Todesurteil  gefäül 
und  angeführt  wird;  erst  als  die  Hinrichtung  der  54  Templer 
als  bevorstehend  angekündigt  wurde,  .sandte  sie  den  Propst  von 
Poitiers  und  den  Archidiakon  von  Orleans  an  die  Prälaien  de? 
Provinzialkonzils  mil  der  Ritte  und  dein  Rate,  doch  vorsrcliUg 
vorzugehen  und  die  Vollziehung  der  Strafe  aufzuschiebt^n.  Die 
beiden  Abgesandten  sollten  das  zunächst  mit  dem  Hinweis  auf 
die  Aussagen  sterbender  Templer  begründen,  die  im  letzten 
Augenblick    behauptet   hallen,   daLi  sie  und  ihr  Orden  falsrli 

')  Qua  andita  (die  Appellation)  d.  doni.  nrchiep.  direna  vpI  relelir«re 
vel  misBam  andire  receasit,     IMifhpjet  I,  262. 
')  Dns  Folfjcrde  Midii^li.t  T,  254  ff. 


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Die  Templer  und  die  bischin.  In^nUition.    Die  pBpstl.  KoinmiRsion.    275 

heschuldig^t  wQrden  —  der  Propst  selbst  und  viele  andere 
waren  dafQr  persönliche  Zeugen;  dann  aber  wfirden  durch 
die  Hinrichtung  selbst  die  weitern  Verliöre  der  päpstlichen 
Kommission  in  Frago  gestellt.  Die  Abgesandten  trafen  nnr 
tjie  SufTragane,  nicht  den  Erzbischor.  Der  Eindruck  besonders 
lies  ersten  Argumentes  muQ  doch  stark  gewesen  sein;  man 
suchte  ihn  durch  die  unwahre  Bemerkung  abzuschwächen,  dali 
die  beiden  nicht  im  Auftrage  der  päpstlichen  Kommission  ge- 
sprochen hätten.  Freilieh  hat  auch  dieses  schüchterne  Vor- 
goheii  der  Kommission  den  Templerbrand  nm  keine  Stunde 
venögerL 

Unzweifelhaft  besteht  seitdem  eine  gereizte  Stimmung 
zwischen  den  beiden  Kreisen;  aber  die  Bischöfe  sind  in  der 
Vorliand.  Sie  greifen  jetzt  in  den  Geschäftsgang  '  dt-r  pilpst- 
lidien  Kommission  seilst  ein,  indem  sie  Beginald  de  Pruvino 
zitieren.  Schüchtern  weist  die  päp.stlielie  Kommission  auf  seine 
von  ihr  selbst  anerkannte  Verteidigereigenschart  hin:  sie  will 
^pwiü  nicht  den  Erzbischof  und  die  Tätigkeit  des  Konzils  lie- 
liindern,  sie  bittet  nur  um  gütige  nochmalige  Erwägung  dieses 
Falles,  fiereizt  fragen  die  drei  Konzilsabgesandtcn,  was  diese 
Andeutimg  bezwecke;  gegen  Beginald  schwebe  seit  mehr  als 
zwei  Jahren  die  Untersuchung,  das  Provinzialkonzil  sei  jetzt 
versammelt,  um  diese  Untersuchung  zu  Ende  zu  führen,  denn 
der  Erzbischof  könne  nicht  beliebig  das  Konzil  versammeln. 
Die  Kommissare  wagen  nur  zu  erwidern,  ihre  klare  und  un- 
zweideutige Andeutung  sei  mit  Zustimmung  des  FIrzbischofs 
von  Narbonne  abgefaüt,  und  da  dieser  nicht  anwesend  sei, 
mfl&len  .sie  die  Antwort  auf  später  verschiehen.  Erzbischof 
und  SufTragane  seien  zudem  so  einsichtsvoll,  dali  sie  das  Not- 
wendige ihrer  Andeutung  entnehmen  luüMen.  Aber  Irotzdem 
li[rel)en  die  Prälaten  schwerhörig:  sie  nahmen  zur  selben  Zeit 
der  Tempi  er  Verteidigung  ihr  Haupt,  den  Oeneralproknrator 
Petrus  von  Bologna,  und  damit  war  diese  lahm  gelegt,  da  die 
drei  andern  Verteidiger'  nicht  rechtskundig  war^n.  Diesmal 
griO  die  Kommission  durch;  sie  befahl  den  beiden  Tenipler- 
hülern,  den  Prokurator  zum  folgenden  Morgen  vorzuführen. 
Aber  dazu  ist  es  nicht  gekommen;  seiner  wird  im  Protokoll 
des  folgenden  Tages  nicht  gedacht,  dann  folgt  die  Verschiebung 

18* 


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2Tfi    Die  Templer  und  die  bidcbOfl.  Inquisition.    Die  pSpstl.  EommiMion. 

und  erst  zum  3.  November  heiM  es,  da^  die  beiden  Kleriker 
der  Verteidigung  entsagt  und  ihre  frühern  Aussagen  gegen  den 
Orden  wieder  auTgenommen  hfitten,  der  Genera iprokurator  aber 
aus  dem  Kericer  entflohen  sei. 

Die  Wirkung  des  Pariser  Autodafes  war  eine  ungeheure. 
Selbst  aus  den  trockenen  Protokollen  klingt  der  starke  Pündruck 
auf  die  Templer  wider.  Schon  vor  dem  Brande  regten  sieh 
einige  Zeugen  —  nach  Aussage  der  Kommission  —  so  auf, 
daß  sie  ihrer  Sinne  nicht  ganz  mächtig  waren.  Am  Tage 
nachher  erschien  der  arme  Templerservient  Amerius  de  Vil- 
laribus  Ducis')  bleich  und  bebend  im  Verhör;  er  wünschte 
sich  augenblicklich  den  Tod,  sein  Leib  und  seine  Seele  sollten 
vor  den  Augen  der  Richter  in  die  Hölle  fahren,  wenn  er  lüge; 
dabei  zerarbeitete  er  sich  die  Brust  mit  den  Fäusten,  hob  die 
Hände  zum  Altar,  kniete  nieder,  und  dann  strömte  es  heraus; 
der  Orden  sei  unschuldig,  obwohl  er  infolge  der  vielen  Marleni 
früher  anders  ausgesagt  habe.  Als  er  gestern  die  54  Templer 
zum  Tode  führen  gesehen  und  ihre  Verbrennung  vernommen, 
da  habe  er  steh  gesagt,  in  solchem  Falle  werde  er  alle  dem 
Orden  angedichteten  Verbrechen  gestehen,  ja,  wenn's  verlang! 
würde,  auch  daß  er  den  Heiland  selbst  gelötet  habe.  Umi 
dann  bittet  und  beschwört  er  die  Kommissare  und  selbst  die 
Notare,  sie  möchten  um  Gottes  willen  sein  Geständnis  nielit 
den  königlichen  Beamten  oder  seinen  Wächtern  verraten,  denn 
dann  würde  es  ihm  ebenso  gehen,  wie  den  5i  verbrannten 
Templern. 

Der  Fall  ist  der  krasseste.  Aber  eine  starke  Verwirrnng 
bekunden  die  Befragten  in  diesen  Tagen  Öfter.  Und  so  eiil- 
schlieüt  sich  die  Kommission,  die  Verhöre  ein  halbes  Jahr  zii 
sistieren.  Sie  hätte  es  nicht  gebraucht;  ein  gewisser  mensch- 
licher Zug  steckt  doch  in  diesem  Aufschub,  wenn  auch  der 
Hauptzweck  ja  war,  unanfechtbare  Protokolle  z»  schaffen. 
Nominell  am  3.  November,  tatsächlich  am  17.  Dezember  1310 
begann  die  letzte  bis  zum  ä6.  Mai  1311  sich  hinziehende  Ver- 
hörsreihe. Noch  über  200  Templer  werden  verhört  (im  ganzen 
waren   es   231  *)),   über  200  gestehen  die  Ordensverbrechen, 

■)  Michelet  [,  275  F. 

*)  8o  zAhlt  die  Kommiasion  BetliBt. 


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Die  Templer  oad  die  bisehöfl.  InquUitioii.    Die  pSpatl.  Kaminission.    277 

noch  kein  Dutzend  tritt  fQr  völlige  Ordensunschuld  ein.  Dafi 
diese  Verhöre  auch  nach  so  langer  Zeit  noch  durchaus  unter 
dem  E^indnick  des  Autodafes  vom  12.  Mai  stehen,  ist  unzweifel- 
haft. Insofern  könnte  man  schon  den  Wert  der  Ergebnisse 
niedrig  stellen.  Wichtiger  ist  aber  für  die  Beurteilung  die 
Antwort  auf  die  Frage:  Wie  sind  jetzt  die  Zeugen  au^ewählt?  ') 

Rechnen  wir  einzelne  erklärbare  Ausnahmen  ab,  so  werden 
nur  solche  vernommen  *),  die  vor  der  bischöflichen  Inquisition 
oder  den  Provinzialkonzilien  vorher  ausgesöhnt  sind.  Hat  es 
nach  der  Katastrophe  so  wenig  Templer  unter  den  mehr  als 
sechshundert  gegeben,  die  der  Verteidigung  treu  blieben,  die 
also  nicht  ausgesöhnt  werden  konnten?  Wir  wissen  es  nicht. 
Von  den  umgefallenen  Verteidigern  sind,  wenn  ich  recht  zähle, 
84  verhört,  darunter  38,  die  schon  wenige  Tage  nach  dem 
Templerbrande  ihren  ROcktritt  von  der  Verteidigung  erklärten. 
Ilire  Ansicht  war  also  der  Kommission  von  vornherein  bekannt; 
im  Grunde  auch  die  Ansicht  sämtlicher  Ausgesöhnten  und 
damit  schon  im  voraus  das  Ergebnis  des  Verhöres:  Nur  in 
einigen  wenigen  Fällen  hat  diese  Erwartung  versagt. 

Das  zweite  Aufl^ltige  ist,  daü  über  zwei  Drittel  der  Ver- 
nommenen aus  der  Kirchenprovinz  Sens  oder  Reims  stammen 
oder  dort  ausgesöhnt  sind.  Ein  innerer  Grund  sprach  gegen 
ilire  Vernehmung,  da  gerade  diese  Templer  unter  dem  stärk- 
sten EinQusse  der  königlichen  Kreise  stets  gestanden  hatten. 
Ein  äu&erer  Grund  sprach  Ja  daßr,  dag  sie  leicht  zur  Hand 
waren.  Aber  das  war  die  große  Schar  der  Verteidiger  doch 
auch.  Oder  hat  man  sie  zur  Urteilsentgegennahme  auf  den 
Provinzialkonzilien  heimgcsafidtP  In  Senlis  werden  mehr  als 
zwei  Dutzend   Verteidiger  vernommen.     Sie  müssen  also  im 

')  Testes  s  veaectibili  vini  N.  prepoeito  Pictaue&si  ,  .  .  et .  .  .  lobsDae 
de  luDvilln  .  .  .  nobis  de  diversis  provinriis  sdminiBtrHtoe,  sagt  die  Kommis- 
BUo  Hichelet  II,  271.  Der  Ausdruck  .sdmiDietrHri*  wird  anch  ia  dem 
Scfalußbericbt  gebrancbt;  luweilen  steigt  wirklieb  der  Verdacht  saf,  daG 
iio  etaia  BaeoTgoog  der  Zeugen,  such  die  Auswahl  in  den  Hündsn  dieser 
Siebter  lag. 

')  leb  benutze  hier  die  Tabellen  von  Gmelin.  Leider  sind  an  recht 
^i«lan  Stollen  die  Angaben  inhorrekt;  oft  ist  die  deutsche  Übersetiung  zu 
boipp,  so  dafi  das  Gesuchte  nicht  m  linden  ist.  Namentlicb  ist  zu  wsmen 
'or  der  Knbrik:  Vorher  verhörtt  Rekoniiliiert? 


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278    Ilie  Templer  und  die  bJeehOfl.  iDquisition.    Die  päpsÜ.  Kammiastra. 

April  oder  Mai  dorthin  zuröckbefflrdert  sein.  Es  ist  wahr- 
scheinlich, daß  bei  den  weiter  liegenden  Erzdiözesen  aucii  so 
verfahren  ist.  Dann  entsteht  aber  sofort  die  Frage :  Wen 
haben  diese  entfernt  lieg:enden  Diözesen  dann  zur  spätem  Ver- 
nehmung g:estellt? 

Die  Antwort  lautet:  Von  den  nicht  aus  den  Kirehen- 
pruvinzen  Sens  und  Reims,  also  aus  dem  Süden  kommenden 
Zeugen  gehört  keiner  —  abgesehen  von  einer  merkwürdigen 
Ausnahme  —  der  Verteidigungsgruppe  an:  Limoges '],  Rhodez, 
Saintes,  Clermont  senden  mehr  als  40  Zeugen,  von  denen 
keiner  im  PrQhjahr  in  Paris  war!  Vielleicht  erscheint  diese 
merkwürdige  Tatsache  bei  Clermont  am  auffälligsten.  Dort 
waren  bei  der  bischöflichen  Inquisition  1309  über  die  HSine, 
39,  geständig,  ü!9  leugneten.  Von  letzteren  waren  zahlreiche 
als  Verteidiger  in  Paris;  sn^ar  ein  paar  Leugner:  nur  einer 
von  ihnen  erscheint  als  Zeuge,  R.  de  Bort'},  und  der  ist  ge- 
ständig! Freilich  „nondum  absolutus  nee  reconciliatus  per 
aliquein".  Alle  andern  nicht;  dafür  an  ihrer  Stelle  20,  die 
dem  Bischöfe  von  Clermont  1 309  gestanden  hatten  und  ausge- 
söhnt waren  und  von  denen  keiner  vorher  in  Paris  gewesen  war. 

Ahnlich  ist  es  bei  den  andern  Diözesen:  überall  erscheinen 
neue  Pereönlichkeiten,  die  wahrscheinlich  nie  von  ihrer  Aussage 
abgewichen  waren  und  deren  Aussage  man  sicher  war.  Bei 
Sainles  konnnt  noch  ein  bezeichnender  Moment  hinzu:  Zwei 
Gruppen  von  (i  und  7  Templern  erscheinen  vor  der  Kommission, 
Die  erste  Gruppe,  die  in  Saintes  infolge  harten  Kerkers  und 
harter  Tortur  gestanden  hatte,  leugnet  ganz,  wohl  zur  Über- 
raschung der  Kommission.  So  erhält  denn  ~  ein  Ausnahme- 
fall —  der  Bischof  von  Saintes  den  Auftrag,  neue  Zeugen  zu 
SL'uden ,  und  diese  entsprechen  den  Anforderungen  bis  auf 
einen  ■').  Keiner  von  allen  diesen  war  aber  bei  der  Vertei- 
digcrpruppc. 

')  Intereiisiint  ist.  dafi  sämtliche  Zeugen  von  liimuges  susdrBcklicb 
bekunden,  Dicinnls  gefoltert  zu  aein.  Der  KiBchof  wxr  Hilgtied  der  pipst- 
licheii  KuDimiesion. 

')  Michelet  II,   152. 

')  Micfaelet  II,  6  ff.  und  198  IT.  Der  Biecbof  aendst  Beptem  Tem- 
pUrios,  quoa  de  speciali  mandat«  d.  n.  Bummi  pontificia  tenebamuB.  Du 
wird  doch  nur  eine  Bemerkung  Ober  die  allgemeine  Dulte  des  Papstes  Min- 


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Die  Templer  und  die  biscbOfl.  Inquisition.    Die  päpstl.  KommisBion.    279 

Zwei  Erscheinungen  treten  also  klar  hervor:  Zunächst 
das  ganz  un verhältnismäßige  Übergewicht  von  Paris,  der  Erz- 
diöijesen  Sens  und  Reims;  dann  das  voJtstündige  Verschwinden 
der  Verteidiger;  die  Ausnahmen  slammen  aus  den  beiden  Erz- 
diözesen. Jedenfalls  dürften  auch  diese  statistischen  Tatsachen 
auf  eine  planmäßige  Auswahl  hinweisen,  mit  der  ein  m^llchst 
erdrückendes  Schuldmaterial  erzielt  werden  sollte. 

Planmäiig  war  die  Auswahl  der  Zeugen,  planmäßig  auch 
<Iie  Beeinflussung  der  Aussagen.  Die  Folter  ist  freilich  hier 
nicht  angewandt  worden;  hier  genügte  nach  dem  Voraufge- 
gangeneß  milderer  Druck.  Nicht  allzuoft  tritt  er  hervor  bei 
den  sich  aneinander  reihenden  Geständnissen  der  Ausgesöhnten : 
aber  doch  vereinzeil,  nur  feilweise  ans  Licht  tretend.  So  bei 
dem  Zeugen  Johannes  de  Pollencourt '). 

Er  berichtfit  über  seine  Aufnahme,  gesteht  nichts,  und 
wiederholt  dabei  mehrmals,  dag  er  bei  seinem  Geständnis  vor 
dtm  Bischöfe  von  Amiens  und  seinem  Voi^änger  verharre, 
denen  er  die  Verleugnung  Gottes  gestanden  habe*).  Die  Inqui- 
sitoren suchen  den  bleichen  und  zitternden  Mann  durch  die 
Zusicherung  vollsten  Geheimnisses  r.a  beruhigen;  wenn  er  die 
Wahrheit  sage,  geschehe  ihm  nichts.  So  sagt  er  denn  bei 
seinem  Scetenheile,  daS  die  frühem  Aussagen  falsch  seien, 
vuranlaljt  durch  den  mit  ihm  gefangenen  Priester  Egidlns  de 
Rostangi,  der  unter  Tränen  ihn  und  seine  Genossen  in  Montreuil 
beschworen  habe,  die  Verleugnung  und  Bespeiung  zu  gestehen, 
sonst  ginge  es  ihnen  ans  Leben.  Johannes  hatte  dieses  falsche 
Geständnis  dem  g^enwärtigen  Bischof  Robert  von  Amiens 
hoichten  wollen;  doch  hatte  ihn  dieser,  da  er  mit  den  andern 
Templern  zu  sehr  beschäftigt  war,  an  einen  Minoriten  ge- 
wiesen. An  diesen  psychologisch  durchaus  vertrauenerweckenden 
AViderruf  hält  der  Servient  einen  Tag  fest.  Dann  erscheint  er 
knieend  und  die  Hände  faltend  vor  den  Inquisitoren:  er  habe 
falsch  geschworen,  gelogen.  Und  nunmehr  gesteht  er  alles,  ja 
hat  sogar  nach  der  Gefangennehmung  von  dem  in  der  Ver- 
sammlung erscheinenden  Kater  gehört.  Warum  dieses  i*  Die 
Kommissare  haben  es  ausdrücklich  ins  Protokoll  setzen  lassen, 

')  Micbeltt  I,  36».  ')  Michelet  1,  369  IT. 


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28Ü     Die  Templer  uni]  die  bjscbüfl.  InqiiisJlioii.     Die  püpatl.  Kommissien. 

dalj  sie  an  eine  Beeinflussung  denken.  Und  wenn  wir  da  iicii 
Namun  des  Gofangenenwarters  Johannes  de  Jamvilla  liAren,  an 
den  sich  der  GefaDgene  gewandt  hat,  so  wird  liaum  mehr  ein 
Zweirei  an  der  (reibenden  KraFt  sein. 

In  dasselbe  Kapitel  gehört  aucli  der  merkwürdige  Widerruf 
dreier  aus  Poitiers  kommender  Servienten  ') ;  alle  drei  sagen 
mit  denselben  Ausdrucken,  da(i  sie  gor  keine  Schuld  des  Ordens 
kennen,  und  alle  drei  widerrufen  dieses  günstige  Geständnis 
zwei  Tage  später  mit  derselben  Motivierung:  sie  wären  zu 
dumm  gewesen !  Wir  dürfen  auch  für  diese  Zeit  und  diese 
Zeugen  für  wahr  halten,  was  die  Ordensverteidiger  im  ersten 
Stadium  behauptet:  Non  audent  propter  minas  eis  illatas 
cotidie! 

Wie  eng  König  Philipp  mit  dieser  durchaus  kirchlichen 
Kommission  verbunden  war,  zeigt  der  Anfang  wie  der  Schluß 
dieser  Verhörsreihe*).  Als  die  Kommission  im  Winter  wieder 
beginnen  wollte,  widerriet  Philipp  den  B^inn  der  Untersuchung 
vor  dem  Beginn  des  Parlamentes  am  23.  Januar.  ,Aus  be- 
stimmten Gründen"  lieS  er  sagen,  leider  fehlen  die  genauen 
Angaben,  Während  die  Kommission  hier  nicht  nachgab,  hat 
sie  bciui  Schluti  der  ganzen  Aktion  sich  vollständig  dem  könig- 
lichen Willen  geFTigt.  Sie  schob  den  Schluß  auf  Wunsch 
des  Königs  hinaus,  bis  sein  Vertrauter,  der  Bischof  von  Bayeux, 
von  der  Kurie  zurückgekehrt  war,  und  hat  ihn  dann  in 
längern  Beratungen  mit  Philipp  herbeigeführt,  obwohl  der  Papst 
noch,  wenn  möglich,  die  Vernehmung  von  Zeugen  über  die 
Vorgänge  im  Orient  verlangt  hatte  3).  Freilich  kam  der  Mangel 
an  Zeugen  hinzu ').    Wo  mochten  die  drei  Viertel  derer  weilen, 


■)  Hicbelel  II,  88  IT.  und  107. 

'I  Michclot  II,  269fr.  Bei  der  Scblußurkundc  ist  auch  riai««ns 
ncbcD  (loUfried  de  Plexeio  Zeuge:  die  l)eideii  Münner,  die  flir  die  Durch- 
fahrung des  l'rozesses  so  viel  bedeuteten. 

')  Der  Papet  und  einige  Kardinülo  hatti-n  gesagt:  (juwl  acta,  .  ■  - 
sslia  eidem  .  .  .  sufficcre  videbantur,  nisi  de  receptia  ultra  niare  poss*»' 
adhuc  infurnineiouem  recipero  pleniorem.  Dngegeti  hatte  Kardinal  StepbM 
goBchriebcn:  Quod  processuin  mtttereat  celeriter.  Der  Papat  maß  also  die 
Akten  schon  in  etwn  gekannt  haben. 

')  C'ain  nee  eciani  plures  tostea  adniinistrarentur. 


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Die  Templer  und  diu  hrschüD.  Inqulaition.    Die  pHpstl.  KommiBfliou.    281 

die  ^ch  zur  Verteidigung  des  Ordens  erboten  hatten,  denn 
noch  nicht  hundert  waren  vernommen,  ein  Zehntel  war  dem 
Feuertode  geweiht  worden?  Wer  verhinderte  denn  die  Vor- 
führung? Entweder  beharrten  die  übrig  bleibenden  Fünfhundert 
bei  der  Verteidigung  oder  auch  sie  waren  mürbe  geworden. 
In  ersterem  Fnlle  durfte  die  Kommission  an  ihnen  nicht  vorbei- 
gehen, um  ein  objektives  Bild  der  Aussagen  zu  bieten,  in  letz- 
terem standen  doch  Mittel  genug  zur  Verfügung,  um  sie  her- 
beizuschaffen. Ist  die  Aussage  der  Kommission  aufrichtig 
gemeint,  so  stehen  wir  auch  hier  vor  einem  Kätsel. 


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VII.  König  Jayme  IL 

und  die  ardgonesischen  Templer  1307    isog- 

Die  Verhöre  in  den  andern  Ländern. 

Eine  besondere  Behandlung  verdient  die  Geschichte  der 
arat^onesischen  Templer  in  diesem  Zeitraum  wegen  ihrer  schon 
oben  kurz  erwähnten  ')  Sonderstellung  und  kriegerischen  Be- 
deutung, dann  aber  auch,  weil  ein  reiches  Quellenmateriai 
über  den  Kampf  der  beiden  militärischen  Gewalten  in  seinen 
einzelnen  Phasen  Licht  verbreitet.  Der  König  hat  ein  gewal- 
tiges Sammelwerk  anlegen  lassen,  in  dem  er  seine  Korrespon- 
denz und  seine  Verordnungen,  die  nach  vielen  Hunderten 
zählen,  eintragen  liefä^);  die  Templerkorrespondenz  blieb  uns 
auch  für  diesen  Zeitraum  zum  guten  Teil  erhallen.  Sie  unter- 
richtet vorzüglich  über  die  Stimmung  der  Ordenskreise,  natür- 
lich weniger  genau  über  die  Tatsachen,  hesondei's  die  entfernten. 
Zahlreiche  Tartarennachrichten  laufen  mit  unter;  der  Groß- 
meister erscheint  durchaus  idealisiert,  ebenso  die  französischen 
Brüder;  man  glaubt  jeder  Mitteilung.  Müssen  wir  so  auch 
bei  der  Benutzung  vorsichtig  sein,  so  würden  wir  diese  rascli 
und  flüchtig,  oft  bei  Nacht  hingeworfenen  Zeilen,  die  mit 
fieberhafter  Hast,  bei  Tag  und  Nacht,  von  Haus  zu  Haus 
dann  weiter  verbreitet  wurden  ~  Sia  tramesa  decasa  en 
casa,  denit  et  de  dia  — ,  nur  ungern  entbehren, 

Jayme  II.  hatte  zuerst  von  den  bösen  Templergeröelileti 
gehört;  seine  merkwürdige  Auflassung  ist  oben")  gezeichnet 
Jedenfalls  wird  er  sieb  des  sonderbaren  französischen  Anklägers 

'I  S.  oben  S.  27  ff. 

-)  Über  Cod.  291  vgl.  man  die  Einleitung  lum  II.  Baode. 

')  S.  S,  110. 


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U&DJg  Jajmu  11.  und  di«  aragoneBiscIien  Templer  eU,  388 

wieder  erinnert  haben,  als  die  ersten  Nachrichten  von  der 
(Jefangennahme  nach  Spanien  drangen.  Philipp  der  Schöne 
liat  wohl  ihm  zuerst  geschrieben,  drei  Tage  nach  der  Kata- 
strophe und  dann  wieder  am  S5.  Oktober,  als  die  ersten 
ößentlichen  Geständnisse  stattgefunden  hatten');  galt  letzteres 
Schreiten  nicht  dem  Könige,  so  doch  sicher  seiner  Umgebung, 
denn  es  findet  sich  unter  der  aragonesischen  Königskorrespon- 
denz.  Aber  bevor  diese  Nachrichten  Jayme  erreichten,  hatten 
ihn  schon  die  Ereignisse  in  Navarra  genauer  unterrichtet. 

Über  die  Templerfrage  in  Navarra  war  bislang  nichts 
bekannt;  doch  konnte  man  bei  seinem  engen  Verhältnis  zu 
Frankreich,  im  Sommer  war  Philipps  ältester  Sohn  als  König 
von  Navarra  gekrönt,  vermuten,  dag  dort  gegt-n  die  wenigen 
Templer  ganz  nach  französischem  Muster  vorgegangen  würde. 
Jetzt  wissen  wir,  daü  auch  dort  zur  gleichen  Zeit  wie  in 
ganz  Frankreich  die  Gefangennahme  erfolgte.  Denn  schon  am 
S3,  Oktober  wandte  sich  der  aragonesische  Ordensmeister  an 
den  König  um  Hülfe  für  einige  Brüder,  die,  obwohl  Aragonesen, 
in  Navarra  festgenommen  seien  *) ;  sie  hatten  sich  nach  Navarra 
liegebcn,  als  sie  von  der  Gefangennahme  der  dortigen  Templer 
{;eiiörl;  sie  hatten  gehofft,  durch  ihre  Füi-sprache  beim  jungen 
Könige  ihre  Befreiung  zu  erlangen  und  waren  nun  selbst  Ge- 
fangene. Auch  die  zuerst  Festgenomnienctt  stammten  aus 
Aragonien,  wenn  sie  auch  dem  Templerhause  in  Painplotia 
angehörten.  So  wendet  sich  denn  Jayme  II.  am  1.  November 
an  König  Ludwig  um  ihre  Freilassung"). 

'j  S.  Bd.  II  S.  46  f.  Hr.  80. 

')  Bd.  11  S.  .^0  Nr.  83  Anm. 

=)  DftB  Schreiben  fand  ich  erat  nach  trag!  ich  im  Keg.  UÜ  f.  69v  des 
.\rchivs  in  Bnrcriona.  Die  HRQptstelle  Ikutet:  Kelitcione  qiiniii  pluriuin  ad 
noBtrum  pervenit  audilum,  quod,  cum  aliqui  fratrca  ordinia  inihtii^  Tonipli, 
naturale«  noetri,  in  regno  nostro  Aragonie  comorantea  apud  regnum  Nauarro 
acceaaiaaent  predictam,  nt  quibasdam  fratribus  sui  ordinia  per  vos  captis 
■Diilio,  quo  poasent,  apud  voe  aapplicando  insiaterent,  ipsi  fratrcs  iussa 
veatro  capti  fnerunt  adhacque  aub  regio  carcere  detinentar  Üum  igilur 
ipaia  fratribas  teire  nostre  deßiccre  non  poasimuB,  quin  pro  eis  partes 
nostras,  at  conveDit,  imponamus,  ideo  voa  requirimiu  et  rugamuH,  quatenua 
ipeos  Iratres  a  dicla  capcione  abaolvi  protiaua  faciatia.  Pro  aliie  veru 
fratribus  primo  Captin,  quia  de  terra  nostrs  auam,  ut  audivirouH,  traxerunt 
originem  nostrique  naturalea  existunt,  qaamquam   in  reguo  Nauarre  resi- 


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284  König  Jayme  il.  und  die  aragonesi sehen  Templer  etc. 

Anscheinend  wurde  nur  die  erste  Gruppe,  die  neu  zuge- 
reisten und  in  Tudela  gefangenen  drei  Templer,  losgelassen, 
über  die  andern  wollte  König  Ludwig  Nachricht  schicken '). 
Dabei  fn^e  man  den  Boten,  ob  der  Papst  denn  noch  keinen 
Auftrag  zur  Gefangennabme  und  ßäterbeschlagnahme  geschickt! 
Auf  die  verneinende  Antwort  waren  der  König  und  seine  Um- 
gebung verwundert:  .Jayme  könne  doch  ein  gutes  Geschäft 
machen."  So  fafite  man  hier  an  der  Grenze  Frankreichs  die 
Aktion  durchaus  als  eine  gemeinsame,  zwischen  Philipp  und 
Klemens  vereinbarte  und  zu  gleicher  Zeit  als  eine  wesenthch 
materielle  Operation  auf!  Dann  erzählte  der  Graf  von  Bou- 
logne  und  der  Kanzler  dem  Boten  den  Grund  dieser  seltsamen 
Ma&r^el;  doch  wollten  sie  sich  auf  weiteres  nicht  einlassen. 
Df^^en  bat  der  junge  König  Jayme  um  eine  persönliche 
Begegnung,  die  dieser  auffälligerwetse  mit  der  Motivierung 
ablehnte,  daß  die  Königin  erkrankt  sei  und  er  zu  weit  von 
der  Grenze  sich  aufhatte.  Ob  bei  der  offenkundigen  Verstim- 
mung die  Teropleraffilre  mitgewirkt  hat?*} 

In  derselben  Zeit  hatte  der  aragonesische  Templenneister 
mit  mehreren  Gelehrten  eine  Audienz  bei  Jayme  in  der  G^end 
von  Daroca.  Et  sprach  von  den  Bedrängnissen  des  Ordens  in 
Navarra  und  Frankreich  und  bat  den  König,  da&  er  sie,  seine 
Untertanen,  deren  einzige  Hoffhung  er  sei,  schützen  mögt;. 
Der  König  empfing  sie  sehr  liebenswürdig  und  besoif:t  uad 
betonte  zwei  Punkte:  zunächst  daß  er  ganz  fest  überzeugt  sei, 
daß  die  dem  Templerorden  vorgeworfenen  Dinge  bei  den  spa- 
nischen Templern  nicht  zu  finden  seien");  dann  aber,  der 
König  von  Frankreich  habe  einen  so  vortrefflichen  Rat,  wie 
könne  er  da  so  grundlos  vorgehen  ?    Offenkundig  will  er  beide 

denciam  faciant,  vos  attente  rogamus,  quatenus  honore  sc  precibas  noatn* 
.  .  .  liberari  aimititer  faciatia.  1.  November  1307.  Nr.  33  ist  alao  et«U 
epHter  zu  aetzen.    Der  Gesandte  heißt  hier  F.  Domir. 

')  De  los  de  au  tierra  enbia  resqaesta.  Zu  diesen  sind  wobi  aiKli 
die  nur  in  Navarra  domizilierten  Templer  zu  zählen;  denn  sonst  vftre  die 
erste  äruppe  doch  zu  klein. 

'l  Damit  tritt  Navarra  wieder  ganz  in  den  Hiat«r^nnd.  Erst  bei 
den  Verhören  des  Jahres  1310  wird  es  wieder  gensnnt. 

^)  Nach  einer  andern  Fassung  (Finlce  II,  54)  kOnnte  mMi  annehnfn, 
daß  der  KOnig  seinen  Unglauben  ganz  generell  ausgedrDckt  habe. 


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ROnig  Jnym«  iL  und  die  HTitgoResisrliPii  Templer  etc.  2^5 

Gruppen  scheiden  und  sein  Urteil  i'iber  die  französischen 
Templer  suspendieren.  Verdacht  hegt  er  aher  auch  schon 
gegen  seine  eigenen  Untertanen:  Warum  befestigen  sie  ihre 
Burgen?')  Anscheinend  glaubt  der  Meister,  daß  er  den  Ver- 
dacht vorläufig  beseitigt  hat.  Er  konnte  sich  auf  ein  bezeich- 
nendes Faktum  berufci):  Schon  damals,  zu  Anfang  November, 
halten  gascognische  Edle  ihren  aragonesischen  Freunden  ge- 
scliriebeii,  wenn  sie  Templei^ut  bekommen  könnten,  sollten 
sie  es  nehmen.  So  mQsse  er  gegen  solche  vornehme  Diebe 
sich  vorsehen.  Zudem  sei  es  Ordensgewohnheit,  im  Kapitel 
zur  Instandsetzung  der  Burgen  aufzufordern.  Der  König  er- 
klärte sieh  damit  einverstanden.  Aber  zwei  Tage  darauf,  am 
Martinstag,  war  das  Gerücht  schon  weit  verbreitet,  der  König 
i¥ise  nach  Valencia,  um  Peniscola  zu  belagern :  das  läge  am 
fAoere,  seinen  Feinden  zunächst,  und  dorllier  könnte  ihm  am 
ehesten  Schaden  kommen  '). 

Auf  Verlangen  des  Landmeisters  wuriien  die  Burgen  mög- 
lichst tmauffdllig  in  Verteidigungszustand  gesetzt,  die  einzelnen 
Komture  gingen  auf  ihre  Posten,  ein  alles  umfassender  Narh- 
richtendiensl  wurde  organisiert.  Der  Komtur  von  Peniscola 
crlieti  in  der  Hast  ein  Getreidehandelsverbot,  das  die  gerade 
hierauf  angewiesene  Stadt  Peniscola  sehr  schädigte.  Der  Land- 
meister veranlagte  seine  Zurücknahme ").  Anderswo  bo^ann 
man  dagegen  mit  dem  Verkauf  entbehrlicher  Snchon  und 
machte  möglichst  viel  zu  Geldo,  das  man  an  sichern  Stellen, 
bei  guten  Freunden,  unterbrachte.  Die  Handelsgcschäfle  des 
Onlens  stockten*). 

')  Der  stete  vorsicbtigc  Mrivn  mnior  llernard  de  Avonuin  lifttte  oh 
Ton  Unten  nua  MorelU  geliSrt.    Finke  II,  5.^. 

')  Pinke  Nr.  86  der  Kn8t«llnn  von  Monzon  nn  den  Komtur  von 
PeDJseola. 

')  Finke  II,  55. 

')  Finke  II,  bl.  leb  füge  hier  hü:  CRD  T30  3.  (.  Der  Tempipr 
P.  Comitia,  jetet  in  Valencia  gefangen,  als  er  raatruni  do  Alcgarp  vprlii-ß. 
venJidit  licte  et  etiam  allqDa  dedit,  iitpote  tiiilliBtaa  bonnn,  olln.t  cnpri, 
btadnin,  matalaFs,  mortariolum  cupri,  linteaminn.  —  Itertn^nriiis  ;a  Corliolla 
oH,  Tempil  soll  in  einer  Hoflpitnliterburg  batliotas,  arnia,  dsnarioa  et  iooalin. 
jeborgen  haben,  —  Von  fr,  Arnaldna  de  Bayiilli«  mifes  ord.  Tempil,  der 
raatram   de  (lardinio  Iherdcnsia   diitcoaia   tenebat,    naiiin   sein  Bruder,    dei' 


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2S8  Rftnig  Jnyme  IT.  und  die  aragoneaischen  Templer  etc. 

Wohl  Mitte  des  Monats  kam  das  erste  Sclireil>en  Philipps 
-an,  Jaymes  Antwort  am  17,  November  zeigt  Venvunderung 
und  Aufregung.  Sie  hobt  gleich  die  Leistungen  der  aragone- 
sischon  Templer  hervor,  rlie  so  o(l  für  seine  Vorfahren  in  den 
Tod  gegangen  seien.  Auch  er  weiß,  dali  ihr  Leben  rein,  ihr 
Glaube  katlioiisch,  ihr  Patriotismus  bewährt  ist.  Trotzdem: 
König  und  Papst  sind  gemeinsam  voi^egangen,  und  das  gibt 
zu  denken.  Er  ist  von  der  Kirche  noch  nicht  ersucht,  er  kann 
sich  nur  zur  Verfügung  halten,  wenn  nicht  ein  starker  Verdacht 
ihn  zu  anderm  Handeln  veranlaßt ').  So  schreibt  er ')  ein 
paar  Tage  später  an  Klemens  V.  in  gleichem  Sinne  und  bittet 
dringend  um  Aufklärung:  vorher  will  er  nichts  unternehmen. 
Wichlig  war  für  Jayine  ein  gemeinsames  Voi^ehen  mit  Kastiiien 
und  Portugal.  Darum  bescblieljt  er,  Ramon  de  Montros,  Arcbi- 
diakon  von  Guarda,  dorthin  zu  senden,  beglaubigt  ihn  auch 
bei  den  cinHuQreichen  Königinnen,  den  Erzbischöfen  und 
Bisctiören.  Im  Beglaiibigungssclneiben  betont  er  das  seitherige 
christliche  Leben,  den  guten  Ruf  und  die  immensen  Verdienste 
des  Ordens  um  sein  Reich  wie  um  Kastiiien  und  Portugal. 
Darum  wird  rr  nichts  nntcrnehmen,  bevor  er  nicht  größere 
Gewißheit  oder  einen  päpstlichen  Auftrag  erhalten  hat,  und 
ein  gleiches  Verhalten  erbittet  er  von  den  beiden  Monarchen  ^). 

Kanoniker  BemurdiiB  de  I).  roiiziDum,  unam  malam  et  certa  orDameuU 
(■amere  ipsiiis  im  Werte  von  ßO  Pf.  kleiner  Turnoaen.  Er  ist  drobaib 
exkommuniziert.  Kleinenfi  V.  lilst  ilin  vom  Hnnne,  besonders  mit  KOckairht 
auf  seinen  ßrnder  Dalinntiiiü  de  it.  rapitaneus  snldaUriorum  BoDonienaiDiD. 
Reg.  ri240.  —  Usw. 

')  Finke  11,  56  Nr.  37. 

')  Finke  II,  G:t  Anm. 

'}  Reg.  Fazemos  von  >inl>er,  en  romri  nvemo»  enlendido  el  escandalo. 
qiie  es  en  Francn  cnentrn  los  freyres  clel  Temple.  ii  creemoa,  que  eW 
mismo  quo  lo  ayas  vor  ya  entcndldo.  De  k  quHl  coss  nos  fsKemos  nrnfbo 
maravetlndos,  porqqe  siemjiri!  «yenio.'i  muy  buenn  fnina  de  los  Tenipleros  i« 
nuestra  tierra.  E  nvemos  vlato,  quo  en  nuestru  tiempo  ban  vivido  boneaU- 
mente  e  en  bnena  fama  c  aecr  cierto,  rey,  que  bin  fecho  muchos  servirios 
a  loa  nueatros  nntece^sorcs  e  a  nM  aaai  en  ecliar  loa  Moroa  dein  niieatn 
tierra,  canio  cn  otron  muclias  iiianeraa,  l'orque  nos  no  entendemos  sl  futr 
eontra  elloa,  si  nu  aviamua  inayor  nertanidat  del  feyto  e  qne  el  papa  rx» 
end  requisiesse  e  nos  end  lixiesae  mnndnniiento.  E  creemoa,  rey,  que  en 
la  vuestra  tierra  los  dirbos  Treyres  assi  niisnio  liao  sido  tiomhres  de  bneo* 


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K&nijt  Jayme  II.  und  die  sra^Dneniachen  Templer  elc.  28T 

Acht  Tnge  später  erhält  der  Gesandte  den  Auftrag,  vorläufig 
bis  auf  wettern  Befehl  nicht  abzureisen;  anfangs  Dezember, 
ttaU  er  diesen  ganzen  Punkt  bei  seiner  fiesandtscliafl  nicht 
bfrühren  darf. 

Denn  inzwisclien  waren  woitere  Nachrichten  von  Ki^niß 
Philipp  eingelaufen  '),  vor  allem  aber  schilderte  ihm  der  aus 
Rareelona  gebürtige  Dominikaner  Ronieus  de  ßrugaria,  Theo- 
Ir^e  der  Pariser  Universität,  der  seit  sechs  Monaten  an  den 
vertraulichen  V'orbereitiinpen  zum  Tempierfang  teilgenonmien 
hatte,  das  öffentliche  Geständnis  des  Grolimeisters  und  der 
bisher  Verhörten  am  S-'i.  und  26.  Oktober.  Das  war  ein  un- 
verfänglicher Zeuge,  Untertan  des  Königs,  in  Barcelona  be- 
kannt. Homeiis  teilte  auch  seinem  Konvente  und  dein  kala- 
laiiisclien  ln()uisitor  Johannes  de  Ix>tgertn  die  befronidenden 
Neuigkeiten  mit,  welch  letzterer  alsbald  den  König  zum  (ein- 
schreiten ermunterle. 

So  erläßt  deim  der  Köni^  am  1.  Dezember  dem  Prokn- 
rator  von  Valencia  den  Befehl  zur  Gefangennahme  der  Templer 
im  Königreiche  Valencia  und  zur  Beschlagnahme  der  Güter; 
lags  darauf  an  den  Edlen  Artald  de  Uma  fflr  Aragonien. 
Die  Bischöfe  von  Valencia  und  Saragossa  erklären  ihr  Einver- 
ständnis und  bitten  nm  schleunige  Verhaftung,  da  sich  die 
Templer  täglich  mehr  verschanzen;  aus  ihren  Verschanzungen 
seien  sie  nichl  mehr  herauszubringen.  Vorläufig  untersagt  der 
König  noch  die  Belagerung  der  Festungen.  Das  sollte  erst 
beginnen,  wenn  die  Zjtationsfrist  des  Inquisitors,  der  alle 
Templer  am  5.  Dezember  innerhalb  der  nächsten  10  Tage 
nach  Valencia  Iwschied,  abgelaufen  war.  Das  wichtige  Penis- 
cola,  das  schon  am  12.  Dezember  in  den  Händen  des  (iouver- 
neurs  war,  fiel  ohne  Schwertstreich.  Der  Komtur  und  wohl 
die  meisten  Brüder  flohen  übers  Meer.  Es  folgte  die  rasche 
Annahme  von  Ares,  Burriana,  Coves  und  anderer  valencia- 


tainn  e  han  vtvido  lionestnuient  ca  nunca  end  oyeiiios  el  contrario,  o  qno 
lian  mocho  servido  nl  Ins  vueetros  antecesfiores  o  n  vos.  Porqup,  rey. 
B^mella  a  dob,  quc  vor  Innibien  devnites  tcner  tii  dicha  mitnoni,  quo  nns 
tcnemos  en  est«  fetho  (?)  .  .  .     Reg.  HO  f.  77". 

')   Finke    II,  47  IT.    Nr,   31-33.      8i<-    aollte    der    Chirurg    Petrus 
Miiwaderi  bcMirgen 


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S88  Krinig  Jnyme  II.  und  die  aragonesiachen  Templer  pli*. 

nischer  Templerbesitzungen ;  ebenso  fielen  eine  Reihe  unbe- 
deutender Kastelle  in  Aragonien  und  Katalonien  noc-li  im 
Monat  Dezember.  Nur  noch  die  beiden  groLien  Festen  Miravet 
und  Monzon,  dann  Asclio,  Cantavieja  und  Villel,  Castellot  uiiil 
nbalamera  blieben  im  Januar  in  den  Händen  der  Templer. 
Der  Ordensineister,  der  sich  vertrauensselig  zum  Könige  1«- 
gcben,  wurde  in  Valencia,  zahlreiche  Templer  an  verschiedenen 
Orten  ohne  wesentlichen  Widerstand  eingekerkert'). 

Durch  dieses  rasche  Vorgehen  geriet  Jaynie  II,  in  einen 
sonderbaren  Konflikt  mit  dem  Papste.  Vom  22.  November  ist 
die  Bulle  , Pastoralis  preeminentie'  datiert,  deren  Bedeutung 
oben  dargetan  wurde*).  Der  Papst  hat  sich  zu  dem  folgen- 
schweren  Schritt  entschlossen,  die  Einkerkerung  sämtlicher 
Templer  und  Güterbeschlagnahuic  för  die  Kirche  von  allen 
christlichen  Monarchen  zu  fordern,  da  sonst  älmltclic  Vorgän^'C 
wie  in  Frankreich  zu  erwarten  waren;  erleichtert  wurde  ihm 
dieser  Schritt  durch  die  bei  ihm  auftauchenden  Zweifel  an  der 
Unschuld  der  Tentpler.  Jaymes  selbständiges  Voi^ohen  zeiRt 
die  Richtigkeit  der  Annahme  des  Papstes.  Auch  hier  halte 
auf  Betreiben  des  Inquisitors  die  Haft  der  Personen  und  die 
Beschlagnahme  der  Güter  zur  staatlichen  Verwaltung  begonnen. 
Aber  Klemens  hatte  durch  sein  Zögern  das  Einschreiten  Janae« 
selbst  verschuldet.  Länger  als  einen  Monat  niuü  die  Bulle  von 
der  Kurie  nicht  abgesandt  sein,  denn  erst  am  18,  Januar  kam 
sie  dem  Könige  zu  Händen!  So  kreuzten  sich  in  sonderbarster 
Weise  königliche  und  päpstliche  Schreiben.  Am  :{.  Januar 
hatte  Klemens  einen  glänzenden  Lobeshymnus  auf  den  Eifer 
und  die  Glaubenstreue  des  Aragonesen  angestimmt,  während 
schon  einen  Monat  vorher  ihm  Jayme  sein  eigenmächtiges 
Vorgehen  geschrieben  hatte;  so  ei^ing  denn  ein  paar  Woelien 
später  ein  scharf  tadelndes  Schreiben.  Der  Papst  wirft  ilem 
König  den  Widerspruch  in  seinen  beiden  Schreiben,  Veräniier- 
lichkcit  in  seinen  Beschlüssen  vor;  der  Feind  des  Mensclien- 
gcsclilcchtes    hat    ihn    vom    rechten    Wege   abgebracht.     Die 

')  Vgl.  die  Notizen  in  l>'inke  II  Nr.  42.  48,  45;  PruLr.  S.  347  IT.  DfJ 
Künig  hat  am  Ti.  Dezember  Hiir.li  zu  einer  ^rafien  Bisch abveraammlu Dg  luni 
6   Januar  in  ValeiH^tB  eingeladen. 

^  Vgl.  oben  S,  179  ff. 


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ESoig  3*jme  II.  und  die  arBgDiieaischen  Templer  etc.  280 

Absendung  sofortiger  päpstlicher  Gesandten  wird  ihm  ange- 
kündigt. Man  ersieht  aus  dem  Stücke  deutlich  die  Angst  Kle- 
tiiens'  V.,  Jayme  möge  in  Ahnliche  Bahnen  wie  Philipp  der 
Scheine  einlenken.  Da  der  König  dies  keineswegs  beabsichtigte, 
dns  inzwischen  abgegangene  aufklfirendc  Schreiben  wohl  bald 
(laranr  an  der  Kurie  eintraf,  so  wird  sich  der  Papst  bemhigt 
Ilaben '). 

Ohrigens  kan>  das  erste  päpstliche  Schreiben  zur  rechten 
Zeit,  Den  widerstrebenden  Templern  wurde  es  mitgeteilt  und 
sie  auf  Grund  dessell>en  von  neuem  zur  Dbergabe  ihrer  Burgen 
aurgpfordert,  die  Gegner  des  Königs  auf  dem  im  Januar  und 
Februar  tagenden  Provinzialkonzil  zu  Tarragona  wurden  da- 
durch zum  Schweigen  gebracht.  Auf  dem  Konzil  war  wegen 
des  cigenmdclitigen,  vom  Papst  nicht  befohlenen  Eingreifens 
SroUer  Lärm  entstanden:  Ritter  und  Juristen  waren  daseihst 
als  Ten) pierfreunde  erschienen  und  hatten  gegen  den  Kßnig 
agitiert.     Das  hörte  nun  auf»). 

Jayme  und  der  Inquisitor  suchten  sich  über  die  Vcrliält- 
nisse  in  Frankreich  zu  informieren.  Darum  bat  erslerer  König 
und  Papst  stets  um  genauere  Angaben,  den  König  um  Über- 
sendung der  ProzeGiakten,  den  Dominikaner  Romeus  um  Infor- 
mationen; darum  sandte  er  auch  schon  am  4.  Dezember  den 
Stephan  de  Seta  zu  ihrer  Entgegennahme  nach  Frankreich. 
Dieser  kam  dort  mit  Esquiu  de  Floyran  —  doch  in  Paris?  — 
zusammen,  und  von  ihm  liat  dann  der  Denunziant  wohl  die  ver- 
ün'derte  Anschauung  des  Königs  erfahren,  die  ihn  zur  Absendung 
des  Rir  die  Aufklärung  der  Anfänge  so  wichtigen  Briefes  ver- 
anlagt hat').  Aber  auch  der  Inquisitor  war  seiner  Sache  nicht 
t'anz  sicher;  darum  schickte  er  den  Dominikaner  ßernnrd  de 
Boiados  aU  die  Inquisitoren  nach  Garcassonne  und  Toulouse  und 
von  dort  an  die  Kurie.  Jayme  schrieb  selbst  an  sie  und  bat  um 
Aufklärung  und  Obersendung  ihrer  Templerprozesse,  da  er  sie 
ifrlömltch  daran  beteiligt  glaubte.  Der  Inquisitor  von  Toulouse 
lüHl  es  für  geratener,  den  Fragesteller  an  die  Kurie  zu  senden, 

')  Tgl.  Fink«  II  Nr,  58  und  Ann).  Bernivides,  Memoriaa  de  Pemaado 
*e  Cutilla  II,  819,  593,  596, 

'i  Vgl.  Finke  II  Nr.  58  8.  88  ond  Nr.  51  S.  78. 
*|  FiDke  II  Nr.  44  8,  67  und  Nr.  56  S.  83. 


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äüU  KSnig  iayme  11.  and  die  nrAgoflO&i sehen  Templer  etc. 

der  bekannte  GefTroi  d'Ablis,  Inquisitor  von  Carcassoniie,  er- 
klärte in  l'oitiers,  itin  hätten  in  U'tx.ler  Zeit  nur  die  Fläretiker 
aus  Carcassonne  und  Albi  beschäTtigt,  und  so  konnte  er  keine 
Prozetikopie  überscliicken.  Dem  Boten  hat  er  aber  allerlei  er- 
Zilhlt,  was  einifie  zur  Aiilechtunt,'  der  Prozesse  ermutigt  habe  unit 
was  der  Inquisitor  Aragoniens  vermeiden  müsse.  Im  ßbrigeii 
werde  ja  der  ^laubetiseifrige  König  Philipp  seinem  Herrn  die 
Prozesse  semieii.  Die  Spitzen  des  Dominikanerordens,  derOrdens- 
niagister,  Prokurator  und  hervorragende  Mitglieder  lehnten 
Oberhaupt  jede  Antwort  ab  , wegen  der  Gefalir .  die  dem 
Orden  daraus  envaclisen  könne".  So  kommt  der  Bote  fast 
gänzlich  ohne  Information  heim,  und  Jayme  sah  sich  gezwungen, 
einen  andern  Dominikaner  direkt  an  König  Philipp  zu  senden!') 
Daß  Jayme  trotz  seiner  viel  geflulierten  üankespflicht 
dem  Orden  gegenüber  in  der  Angelegenheit  das  Materielle 
nieht  vergal.^,  wissen  wir  schon  aus  seinem  Zugeständnis  für 
Esquiu  de  Floyran.  Geradezu  naiv  äußert  sich  seine  Habgier 
nach  dem  Ordenägut  schon  am  29.  Dezember:  In  Aragon  lag 
das  Hauptkloster  Sexena,  vom  königlichen  Hause  gerundet, 
als  Begräbnisstätte  der  Vorfahren  besonders  geehrt.  Javaies 
jugendliche  Toeliter,  die  energische  Bianca,  weilte  dort;  für 
dieses  Kloster  erbittet  er  den  umliegenden  Teniplerbesitzl  Becht 
charaktei istisch  ist  in  dieser  Hinsicht  auch  die  Instruktion  fi'ir 
seinen  Prokurator  an  der  Kurie  am  ö,  Februar:  noch  ist  öher 
Schuld  oder  Unscliuld  des  Ordens  nichts  entschieden,  und  schon 
schlägt  er  dem  Papst  allen  Ernstes  ein  TauschgescliAlt  vor. 
Er  will  zwei  päpslliclie  Nepoten  in  seinem  Lande  begütern, 
dafür  muß  ihm  der  Papst  aber  in  der  Göterfrage  zu  Willen 
sein.  Bekommt  der  König  von  Fmnkreich  das  ganze  Templer- 
gut,  sei  es  aus  (hiadc,  sei  os  dem  Bechte  gemäü,  so  verlang!« 
Jayme  für  sich  das  aragonesische  auch  vollstilndig,  KeiTieswe).'^ 
will  er  aber  dulden,  daß  Kastelle  und  Güter  der  Templer  Her 
römischen  oder  einer  andern  Kirche  als  Lehen  gegeben  werden: 
überhaupt  will  er  es  keinem  Kleriker  zuwenden,  denn  die  Geis!- 
lichen  können  das  Land  nicht  verteidigen:  er  will  aber  aud' 
keinen  alten  oder  neuen  Orden;  und  selbst  wenn  die  Templer 


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Ksnig  JHyme  II.  und  die  ariigonesitM'h('n  Templer  etc.  291 

wieder  r.u  Gnaden  kamen,  würdo  er  nienmts  zugeben,  dalj  sie 
ilif  Kaslelle  wiedeihekAnifn,  hesunders  die  (Jrenz-  und  Meeie.-*- 
hurjfi'n.  Will  der  PapüL  einen  Teil  bq^natligen,  so  wird  ihnen 
der  Kimi^  nur  das  (äehiot  ohne  die  Fi>slen  herausgeben  '). 
Das  hinilcrt  ihn  aber  niclil,  ^'leich/eitig  den  Abtcn  einer  Reihe 
um  Kiösterji  ninl  seinem  alten  l^ibarzte  Arnald  von  Vilhmova 
das  groüe  Drama  in  den  hilchslen  theologischen  Ausdrücke/i 
zu  schildern,  die  List  des  Tenfels  7m  beklagen,  die  Ankiinit 
de.s  Aiilichrists  anznkiindi^'cn  und  sie,  besonders  die  liei  (!olt 
soviel  vennögcnden  Cistercienser,  um  eifriges  Gebet,  Fasleu 
und  Almosen  xu  ersuchen,  damit  die  Wahrheit  ans  Lieht 
koirinie  und  die  Templer,  wenn  schuldig,  reuig  zur  Kirche 
j^iiri'ick kehren,  wenn  unschuldig,  gleichsam  wie  im  Feuer  Ge- 
Ifuiterte  ihren  guten  Ruf  zurückgewinnen  *).  Das  Bild  vom 
Atjliclirist  tag  ihm  nahe  durch  seinen  Verkehr  mit  dem  sonder- 
liaren  Mediziner:  der  hatte  ja  angekfindigt,  dati  im  vorllosserien 
September  die  Reform  und  der  Kampf  mit  dem  Anliehrist  be- 
gonnen. ,Das  Tem pleite witter  sei  stark  gewesen',  schrieb  er 
(lern  König,  .ein  viel  stärkeres  wflrde  denmächst  folgen,"  Fr 
verlangt  für  seine  Prophezeiungen  unbedingten  Glauben;  selbst 
'lern  Papste  hat  er  gesagt:  .Alle  die,  welche  sich  seinen  An- 
kündigungen entgegenstellen,  wird  Gott  strafen.  Und  schon 
naht  eilends  diese  Zeil"  *). 

Zu  B^inn  1308  waren  die  Templer  entweder  gefiangen 
oder  tu  ihren  Burgen  eingeschlossen.  Beide  Gruppen  haben 
miteinander  zu  verkehren  versucht,  die  Eingeschlossenen  sendin 
von  Burg  zu  Bui^  einander  Nachrichten;  sehr  oll  fielen  diese 
in  Feindeshand  und  sind  uns  so  erhalten  geblieben. 

Die  so  hart  Getroffenen  verkehren  in  herzlichstem  Tone 
niileinander;  die  Frage  nach  dem  Befinden  fehlt  nie,  dann 
ilgen    aufmunternde,    zukunflsfreudige,    After   aber    traurige. 


■)  FiDke  11  Nr.  49  S.  78  und  60  S.  89.  Leider  wissen  wir  Dl.er  .lic 
Aufnabme  dieser  Voracblüge  an  der  Kurie  nichle,  Clierliaupt  scliwi?i(it  dip 
"igone«iscbe  BerichterstRttung  nbor  dir  Vor^äiigo  in  )''rnnkrei<'li  ikmntH 
vütlig,    Wohl  nicht  ohne  Grund. 

'1  Finke  U  Nr.  56  S.  81. 

'}  Kinkc  II  Nr.  R.'i  S.  «7. 

1!)* 


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292  KOnig  Jajme  11.  und  die  Hragonesiachen  Templer  etc. 

seltener  bittere  Worte.  Sie  grüben  sich  im  Herrn  Jesus  Christ, 
unser  aller  und  alleinigem  Heil,  sie  beteuern  sich  ihre  ewige 
Liebe  und  Freundschaft,  sie  senden  sich  jede  gutkÜngende 
Nachricht  eiligst  zu,  sie  suchen  sich  gegenseitig  zu  überzeugen, 
dai^  das  Unwetter  vorüberziehen,  Gott  den  Orden,  ihren  Orden 
nicht  zugrunde  gehen  lassen  kann.  Rührend  ist  die  Soi^e  um 
den  gerangenen  allen  Templermeisler.  „Sans  som  la  Deu 
merve  et  ab  gran  dolor  de  cor  del  vestre  trebayl,'  beginnt 
der  Komtur  von  Miravet.  ,Wir  bitten  Euch,'  wendete  sich 
Ramon  (,a  Guardia  an  de»  Ordensmeister,  ,so  gut  und  so 
her/.lich  wir  können,  dati  Ihr  stark,  fest  und  geduldig  in  dieser 
Trübsal  bleibt,'  Wer  diese  Briefe  durchliest,  in  denen  sich 
der  ganze  Mensch  ohne  Zwang  ofTenbart,  denn  niemand  konnte 
an  ein  Bekanntwerden  denken,  der  gewinnt  durchaus  die  Ober- 
zeugung, dalj  die  Führer  dei'  aragonesischen  Templer  charakter- 
volle, edle  Menschen  waren,  daß  der  Orden  dort  trotz  der 
früher  angeführten  Mängel  seine  Existenzberechtigung  noch 
vollständig  bewiesen  hat. 

Die  Läge  der  eingeschlossenen  Templer  war  durch  das 
Ausbleiben  aller  sichern  Nachrichtfen  besonders  peinlich;  die 
Folge  war  ein  vielfach  gesundes  MiEitrauen,  andererseits  aber 
auch  gro&e  LeichtglAubigkeit.  Ein  Dogma  für  sie  war,  daü 
der  Papsl  nicht  frei,  sondern  in  Philipps  HSnden  sei;  das  tritt 
vor  allem  in  Miravet  hervor,  wo  man  nur  mit  einem  freien 
Papst  unterhandeln  will.  Wahre  und  falsche  Nachrichten 
bringen  sie  in  sonderbarem  Gemisch;  der  Forscher  weiß  oll 
kaum,  was  er  damit  beginnen  soll.  So  erzahlt  Ramoo  cfi 
Guardia  dem  Templermeister  Ende  Februar  1308,  dag  Ramo" 
Folc  de  Cordona,  der  bei  Ausbruch  der  Katastrophe  in  Poifiers 
weilte,  dann  noch  länger  in  Paris  war,  berichtet  habe,  daß  es  den 
Templern  im  Pariser  Hause  nicht  schlecht  gehe,  daß  sie  sich  frei 
innerhalb  des  Hauses  bewegen,  ihre  Dienerschaft  und  alles  zum 
Leben  Nötige  haben,  daü  ihnen  nichts  fehlt.  Und  dann  heilit 
es:  an  dem  Geständnis  de'*  Großmeisters  und  der  Brüder  sei 
kein  wahres  Wort.  Folc  träte  för  die  Unschuld  der  Templer 
mit  seinein  ganzen  Hab  und  Gut  ein.  Die  Lage  der  Templer 
mag  damals  die  geschilderte  sein,  aber  wie  kann  der  kundig 
Spanier  das  andere  behaupten?    Sell)st  wenn  in  der  Zeit  seiier 


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König  J*yiiie  II.  und  die  sragonueiscben  Tt-uipler  etc.  293 

Abreise  viele  Templer  alles  zurücknehmen,   so  konnte  er  dodi 
nichl  von  einem  nie  geschehenen  Geständnis  sprechen!') 

Hamon  de  Guardia  wird  durch  seine  Korrespondenz  und 
sein  Handeln  vielleicht  die  sympathischste  Persönlichkeit  der 
damaligen  Templer  Spaniens.  Unermüdlich  in  der  Verteidigung 
(Jes  Ordens,  stets  auf  der  Suche  nach  Hölfsmitteln,  vorsichtig 
und  doch  so  warmherzig,  weiS  er  mit  grofiem  Geschick  alles 
zu  vermeiden,  was  die  Lage  der  Seinen  noch  erschweren 
konnte.  Gerade  ihm  g^enOber  mußte  Jayme  sein  eigenes 
Vorgehen  persönlich  unangenehm  sein.  Er  hatte  in  früheren 
Zeiten  den  aus  vornehmstem  Geschlecht  stammenden  Mallor- 
kaner,  langjährigen  Komtur  von  Masdeu,  zu  politischen  und 
vertraulichen  Geschäften  oft  verwandt;  stets  hatte  er  ihm 
Ii6chstes  Lob  gespendet  *).  Jetzt  in  der  Zeit  der  Not  übernahm 
Bamon  an  Stelle  des  behinderten  Meisters  das  aragonesische 
Magistrat.  Er  ist  die  Seele  der  Verteidigung  von  Miravet. 
Die  hohe  Achtung,  die  er  trotz  allem  genoß,  zeigt  sich  aucli 
darin,  daß  der  König  ihm  nach  der  Übergabe  eine  Audienz 
gewährte  und  später  auf  Wunsch  Jaymes  von  Mallorka  mit 
Zustimmung  des  Papstes  dorthin  gehen  ließ  *).  Im  Prozeß  von 
Ü\nn  (rat  er  lebhaft  för  die  Unschuld  des  Ordens  ein  '■).  Später 
\tezog  er  die  zweithöchste  Jahresrente  von  allen  überlebenden 
Templern  in  Masdeu  *). 

')  R.  [Fo|lc  es  vengDl  de  Frnn^  et  comte,  que  nostre  niaeatre  eis 
frares,  qai  aon  en  pod^r  del  rey  de  Fran^a,  que  eetan  en  nostra  chsb  h 
r^riB  et  van  per  tot»  rana  (>t  qaels  aerveien  Iura  escudere  et  lur  cornpayna 
et  qne  hau  tot  fo  que  meeter  hiin  de  Iura  viandes  aea[a]  nulti  detresan,  que 
no  hin  auda  iii  ban  en  Iura  pereonee.  Et  de^o,  qae  hom  deya,  quel  maeatre 
■Tia  uonreBsat  nils  frarea,  no  es  eatat  res.  Et  en  R.  Folc  es  molt  despagat 
daqneet  nostre  trsbayl  et  qae  sen  vaa  envee  lo  senyor  nj  ab  cor  et  ab 
volenUt  de  obligar  tot  qnant  ha  al  aanyor  rey,  que,  ais  pot  trobar  en 
Verität,  qae  a^o  aia  ver,  que  hom  ha  alerat  ala  fraree  del  Temple,  qne  el 
vol  p«rdre  tot  qnant  ba,  et  Bii  qae  requerra  al  SBoyor  rey,  qne  el  se  deja 
partir  daqaeat  tort  et  daqnestes  sobres,  quens  ba  fejt  nins  fa.  Das  hat 
allen  der  Proknrator  der  Templer  in  Valeoeia  erzNblt.  CRD  Templarios  131. 
ttbrigens  hielten  andere  Templer  den  R.  Folc  fDr  verdächtig. 

*)  Die  Regiaterblnde  Jaymes  bis  zum  Jahre  1307  enthalten  seinen 
Namen  aehr  oft  ';  Fiuke  II  8.  ITS. 

*l  Vgl.  Michelet  II  Register. 

')  Villanueva,  Viage  literariu  V,  231. 


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2ti4  KOnig  Jayme  II.  und  die  nrngoncsiacben  Teroplor  xtc. 

Sofort  nach  <1er  Einschließung'  wendet  er  sich  an  die 
Königin:  Wie  die  Sünder  zu  Marin  eilen  und  um  ilire  Ver- 
mittejungf  bei  ihrem  Sohne  und  um  Barmherzigkeit  bitten,  so 
liittet  er  sie  bei  ihrer  Güte  und  Heiligkeit,  dalj  sie  für  den 
gefangenen  Meister  und  die  Brüder  eintrete  und  bewirke,  dati 
ittT  König  vor  der  Untcrsncliung  nichts  gegen  sie  untcrnelirne. 
„Durch  unsere  Taten  köinien  wir  beweisen,  daß  wir  loyale, 
wahre  und  gute  Christen  sind,  alle  Glaubensartikel  für  wahr 
und  die  Gebote  der  Kirche  halten."  Sie  muli  als  einzige  Helferin 
ihnen  beistehen;  gern  wollen  sie,  wenn  die  Königin  Wünsche 
hat,  sie  erfüllen.  Am  selben  S.  Dezember  schrieb  er  auch  an 
den  König.  Er  beklagt  die  ohne  Grund  erfolgte  Gefangennahme 
seiher  Brüder.  Wenn  der  König  Philipp  dem  Schönen  folge, 
so  möge  er  bedenken,  daß  die  Lage  der  spanischen  Templer 
in  Spanien  eine  ganz  andere  wie  in  Frankreich  sei.  .»Wir  sind 
alle  Eure  Untertanen,  jene  stammen  aus  verschiedenen  Ländern, 
reden  in  verschiedenen  Sprachen;  ihr  Besitz  stammt  nicht  aus 
dem  Glaubenskrieg  wie  bei  uns,  sondern  aus  Schenkungen  und 
Käufen.  Mit  Euren  Vorfahren  haben  unsere  Brüder  ihr  Blut 
vergossen  und  sind  für  sie  gestorben.  Dafür  gaben  die  Köni;.'e 
uns  Privilegien  und  Freiheiten;  in  den  Dokumenten  sagen  sie, 
dalj  sie  uns,  den  Streitern,  Verteidigern  und  Mauer  gegen  die 
Feinde  Jesu  Christi,  diese  Gunst  erweisen."  Jedermann  wisse, 
dal^  im  Kriegsfälle  die  Templer  die  ersten  bei  der  Verteidigung 
gewesen.  Dann  erinnert  er  den  König  an  die  letzten  Templer- 
züge nach  Granada  und  den  Bnhm,^  den  sie  sich  dort  erworben, 
an  den  Heldentod  des  Meisters  Muncada  und  seiner  Begleiler- 
schar,  an  die  grolien  Aimosenspenden  des  Ordens,  grö§er  aF- 
bei  irgend  einem  andern:  20000  Personen  in  Gardeny  und 
GOOO  in  Monzon  wurden  in  den  Tagen  der  Not  dort  ernährt, 
während  in  Miravet  Almosen  an  Christen  und  Saracenen,  in 
Masdeu  täglich,  zum  guten  Beispiel  ausgeteilt  wird.  Und  in 
der  fuichtbaren  Lage,  worin  sich  der  Orden  befindet,  dürfe  er 
ihn  auch  an  einen  besondern  Fall  von  Patriotismus  und  Treue 
der  Templer  erinnern:  als  zu  Zeiten  seines  Vaters,  Pedros  des 
(iroßen,  der  französische  König  ins  Land  fiel  und  ganz  Barce- 
lona und  das  ganze  Land  flüchtete  und  man  alles  für  verloren 
hielt,   hheben  die  Templer  auf  ihren  Bulben,   bereit  für  den 


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KOoig  Jayme  II.  und  die  aritguues lachen  Tempior  etc.  2U5 

König  zu  sterben  oder  ihm  sein  Land  zu  retten.  Darum  muU 
(ler  König  Meister  und  BrQder  loslassen!  , Haben  wir  Schuld, 
so  stelle  man  uns  unsere  AnklAger;  werden  wir  schuldig  ge- 
funden, so  strafe  man  uns.  Alles,  was  wir  geschrieben,  muli 
bestätigen,  dali  wir  loyale,  katholische  und  ^ute  Clhrislen  sind." 
Nichts  als  Gerechtigkeit,  Gehör  vor  der  Verurleilung,  vurlatiKt 
er  zum  Schlui. 

Jayraes  Antwort  zeigt,  wie  unangenehm  ihm  das  Schreiben 
gewesen:  ,Die  Templer  haben  von  meinen  Vorfahren  und  mir 
viele  Gunstbeweise  erhalten.  Sie  haben  in  vielen  Fällen  unserii 
Vorfahren  und  mir  treu  gedient.  Das,  was  wir  jelzl  tun,  tun 
wir  als  katholischer  Fürst,  und  auch  fernerhin  werden  wir 
iiacli  der  Wahrheit  und  Gerechtigkeit  vorgehen  ')."  Verhand- 
lungen über  eine  Zusammenkunft  zerschlugen  sich.  Dabei 
wurde  dem  König  fälschlich  fiberbracht,  daU  der  Komtur  sich 
abtällig  über  ihn  geäutäert.  Energisch  lehnt  Ramon  das  ab. 
Er  würde  nie  etwas  Böses  ober  Jayme  sagen,  möge  er  ihm 
auch  noch  so  großes  Unrecht  lun;  er  sei  bereit,  alles  zu  er- 
tragen wie  ein  Lehensmann  von  seinem  Herrn,  ein  Sohn  von 
seinem  Vater.  Darum  m^e  der  König  solche  Gedanken  weit 
ran  sich  weisen;  ihm,  dem  Templer,  aber  käme  es  zu,  gegen 
die  abscheulichen,  ihnen  zugeschriebenen  Verbrechen  zu  prote- 
stieren. „Weiß  Goll,'  ruft  er  feierlich  auS|  „dali  ich  mehr 
Euch,  den  König  von  Frankreich  und  alle  Katholiken  beklage 
w^en  des  Unheils,  das  aus  allem  folgt,  als  uns,  die  wir  das 
Schlimme  erdulden.  Mit  vollem  Grunde  können  wir  ein  grotJes 
Unglück  daraus  befürchten,  dali  Ihr  und  der  französische  Könifi 
£uch  so  habt  betören  lassen,  dati  Ihr  glaubt,  Gott  zu  dienen, 
wo  Ihr  dem  Teufel  dient."  Er  ist  gern  erbötig,  aus  der 
Ordensregel,  die  ihnen  von  der  Kirche  gegeben  wurde,  aus 
den  Verordmmgen  und  Bestimmungen  der  Ordenskapitel,  selbst 
aus  der  Vorführung  des  Anlnahmemodus  die  Unschuld  des 
Ordens  darzutun;  er  ruft  zu  Zeugen  an  die  zahlreichen  edlen 
und  gebildeten  Männer,  die  in  der  Well,  vor  ihrem  Eintritt, 
schon  60  oder  80  Jahre  gelebt  halten.  Wie  könne  man  nur 
denken,  dali  solche  dem  Orden  beitrelreten  oder  in  ihm  ge- 

')  Finke  II  Nr.  4J,  48  S.  69  ff. 


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296  König  Jajme  II.  und  die  aragonesi schert  Templer  efc. 

blieben  wären,  wenn  die  Vorwürfe  wabr  seien.  Noch  einmal 
erbietet  er  sich  gegen  Sicherheit  zu  kommen  und  dem  König 
einen  Weg  zu  weisen,  wie  er  mit  Ehren,  Nutzen  und  Anstand 
sich  aus  dieser  Afltire  ziehen  könne '). 

Monzon  war  die  stärkste  Ordensfeste,  Mii-avet  mit  Aem 
benachbarten  Ascbo  tritt  zunächst  mehr  hervor,  da  hier  Ranion 
^a  Guardia  sich  aulhteit  ^).  Die  AiifTorderung  des  Inquisitors, 
sich  zu  stellen,  blieb  unbeantwortet,  und  so  begann  dann 
schon  Ende  Januar  die  Einschließung,  im  Kastell  beEanden 
sich  ungefähr  200  Bewaffnete,  dazu  kam  die  untere  Stadt,  in 
der  die  Saracenen  unsicher  waren,  da  sie  hier  wie  anderswo 
nicht  wußten,  wer  Sieger  bleiben  würde;  doch  nutzte  den 
Königlichen,  daß  sie  verhältnismäßig  wenig  kriegerisch  gesinnt 
waren.  Zunächst  lagen  vor  Miravet  nur  40  Bewaffnete,  während 
Ascho  von  10  Mann  fags  und  20  Mann  nachts  bewacht  wurde. 
Erst  seitdem  Mitte  Februar  die  Erbauung  von  Bastiden  be- 
stimmt war,  konnte  man  von  einer  tatsächlichen  Einschließung 
sprechen.  Zunächst  galt  es,  die  Macht  der  Verteidigung  mög- 
liciist  zu  schwächen;  so  werden  denn  alle  Rittersöhne  nnd 
sonstige  L-fiien.  die,  ungeachtet  der  päpstlichen  Verordnung, 
kainpfcst'reudig  sich  in  Miravet  und  Ascho  eingefunden,  zum 
Verlassen  der  Burgen  bestimmt;  anscheinend  sind  die  meisten 
abgezogen.  Doch  kamen  auch  noch  später  im  Juni  neue 
Hfilfskräftc;  der  König  wünschte  mit  ihnen  kurzen  Prozeß  zu 
machen,  sie  sollten  einfach  aufgehängt  werden.  Die  Belagerungs- 
mannschaft  blieb  stets  gering;  es  sollte  möglichst  wenig  aus- 
gegeben werden,  da  sowieso  schon  die  Kosten  die  Einnahmen 
aus  den  Gütern  von  Miravet  zu  übersteigen  drohten.  So 
konnte  man  an  eine  Bestürmung  der  Burg  kaum  denken; 
man  beschränkte  sich  auf  möglichste  Abscbließung  und  auf 
täglieho  Scharmützel.  Die  von  der  Burg  warfen  noch  im  Mai 
täglich  Steine,  Wurfgeschosse  aller  Art,  selbst  Feuer  auf  das 
untenliegende  Miravet.  Im  Stadtteil  Blora  stürzten  eine  Reihe 
Häuser  infolge  der  Steinansammlung  auf  den  flachen  Dächern 
ein.      Doch    wird    von    eigentlichen    Menschenrerlusten    nidit 

')  Finke  U  Nr.  55  S.  78  ff. 

-I  Fflr  das  Folgende  vgl.  Finke  11  Nr.  47  f.  S.  69  ff.,  Nr.  56  S.  79  U 
Nr    58  S.  85 ff.,  Nr.  79  -  82  S.   125  ff,  Nr.  89  S.   151  t. 


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KOnig  Jayme  II.  und  die  aragonesischen  Templer  etu.  297 

gesprociieii :  diu  Hauplwirkung  versprach  man  sich  von  der 
Aushungerung.  So  fehlte  es  denn  bald  an  frischtim  Fleisch 
und  besonders  an  gutem  Trinkwasser,  Einen  grotien  Teil  des 
reichen  Viehbestandes  —  1025  Zie^n  und  1*5  Pferde  ~  hatte 
<lit>  Edh  Berengaria  de  Enten<,-a  an  sich  genommen,  wahr- 
scheinlich um  ihn  für  die  Ritter  zurückzuhalten. 

Die  nie  ganz  unterbroctienc  Korrespondenz  mit  dem  König 
setzt  besonders  seit  Endo  April  wieder  stärker  ein,  die  Neigung 
zu  Verhandlungen  war  auf  beiden  Selten  gewachsen.  Wohl 
schlägt  Hamon  ^n  Guardia  noch  starke  Töne  am  24.  April 
an.  Wenn  der  König  die  Feste  mit  Gewalt  wolle,  so  werde 
es  viel  lieben  und  Geld  kosten.  Davon  stehe  aber  auch  in 
der  päpstlichen  Aufforderung  an  den  König  nichts.  0er  Papst 
hat  nicht  befohlen,  die  Templer  zu  bekämpfen  oder  zu  töten, 
noch,  fügt  er  bitler  hinzu,  ,wilt  er,  dab  unsere  Güter  verkauft 
und  in  alle  Welt  zei-slreut  werden,  wie  die  königlichen  Beamten 
es  tun.  Sterben  wir  bei  der  Verteidigung,  so  sterben  wir  ohne 
Unrecht  und  Schuld.  Und  so  werden  uns  die  Engel  singen: 
Das  sind  jene,  die  aus  groüer  Trübsal  kommen  und  ihr  Ge- 
wand waschen  im  Blute  des  Lammes.'  In  den  Verhandlungen 
mit  dem  Veger  von  Tortosa  hatte  er  sachlicher  gesprochen.  Das 
Hauptbedenken  der  IJbergabe,  bestand  in  der  Angst  vor  dem 
Papst.  Man  wähnte  ihn  in  der  Hand,  ja  als  Gefangenen  des 
französischen  Königs,  der  seine  Urteile  nur  nach  dessen  Willen 
(alle.  Darum  wünschte  Ramon  so  sehnlich  für  die  angesagte 
Ankunft  des  Königs  in  Tortosa  eine  persönliche  Besprechung. 
Er  wolle  ihm  dann  die  Wege  zeigen,  wie  er  mit  großem  Ehren 
als  irgendein  Fürst  sich  aus  der  AfRlre  ziehen  und  dabei  noch 
den  Dank  des  Papstes  verdienen  könne.  Auch  seine  Genossen 
schlagen  vor,  der  König  solle  ausdrücklich  versprechen,  sie  za 
schützen,  dann  übergäben  sie  sich  sofort;  habe  der  Papst  ent- 
schieden, so  solle  man  einen  Templer  und  einen  Beamten,  dem 
der  Orden  vertraut,  nach  Poitiers  zum  Papst  senden.  Behaupte 
der  Papst,  er  habe  die  Sentenz  gefällt  nach  dem  kanonischen 
Hecht  und  nicht  nach  dem  Willen  des  französischen  Königs, 
mit  ausdrücklicher  Betonung  des  „de  certa  sclencia",  dann 
werden  sie  sich  in  die  Gewalt  des  Königs  begeben  und  das 
Urteil  anerkennen.     Wenn   der  Papst  aber  sagt,    er  habe  es 


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2'ja  Küiiig  Jayiiie  II.  and  die  MAguneiiiiichen  Templer  etc. 

wügeii  des  Köiii)^  von  Frankreich  tun  niüüsen,  dann  solle  König 
Jayine  ihnen  seinen  Sohutn  versprechen.  Sie  stuiien  dabei  dem 
König  die  Ablielung  von  Monzon  oder  eines  ^Jeichwerligen  Ge- 
schenkes,  der  Königin  ihren  Salzzoll  mit  einer  jähriichen  Rente 
von  30000  solidi  in  Aussicht!  Beides  wollen  sie  durch  den 
Grolämeisler  besiegeln  lassen.  Will  der  König  noch  mehr  Geld, 
so  werden  sie  tun,  was  in  ihren  Kräden  steht. 

Wohl  mit  königlicher  Erlaubnis  gingen  damals  die  Bolen 
zwischen  den  einzelnen  belagerten  Lajgerii  hin  und  her;  man 
wollto  zu  einer  gemeinsamen  Vereinbarung  mit  dem  König 
kommen.  Ein  besonderer  Gesandter  Jaymes,  Pere  de  0"wa't. 
berichtet  am  i),  Mai  über  eine  Unterredung  mit  Ramon,  den 
Komturen  von  Miravet,  Granyena  und  Saragossa.  Ihre  Stellun); 
y.ain  Papste  haben  sie  jetzt  so  formuliert:  Sie  gehorchen  jeder 
Entscheidung,  die  der  Papst  mit  seinen  Kardinälen  lalit,  nia|! 
sie  nun  auf  Auflösung  des  ürdens,  Eintritt  in  einen  ander» 
alten  oder  neuen  Orden  oder  sonst  lauten.  Nur  wenn  sie  der 
Papst  für  Häretiker  erklärt,  würden  sie  nicht  zustimmen,  dann 
würden  sie  sich. eher  verteidigen  und  in  ihren  Bulben  sterben. 
Mittlerwette  wünschen  sie  Waffenstillstand  und  Versorgung  niil 
frischem-  Fleische,  Geld  für  Trunk  und  Brot,  wofür  sie  sich 
von  den  königlichen  Mannschaden,  die  draußen  in  den  Bastiden 
bleiben,  bewachen  lassen  wollen.  Das  solle  dann  auch  für  die 
andern  Burgen  gelten.  Während  Queralt  meinte,  der  König 
könne  sich  hierauf  einlassen,  lehnte  Jayine  ab,  da  es  gegen  die 
Forderung  des  Papstes  sei.  Er  sei  eben  wegen  des  Verdachtes 
der  Hflresie  und  der  Infamie  zur  (jefangennahme  aufgefordert. 
Er  erinnert  daran,  dalJ  in  diesem  Falle  auch  die  ,contuniacia* 
gefährlich  sei,  denn  sie  könne  zur  gleichen  Verurteilung  wie 
bei  der  Häresie  führen.  Der  Schlufi  ist  dann  sehr  charakteri- 
stisch: Hinsichtlich  der  Betonung  des  „Rates  der  Kardinäle'  er- 
klärte er,  dalj  die  Templer  so  etwas  nicht  sagen  und  er  es 
nicht  annehmen  dürfe.  ,Der  Papst  besitzt  (allein)  die  Allge- 
walt und  ist  Stellvertreter  Gottes,  kann  also  von  sich  aus  die 
Dinge  regeln,  wenn  wir  auch  täglich  sehen,  dati  er  die  wich- 
tigen Angelegenheiten  meist  mit  Rat  der  Kardinäle  ordnet. 
Aber  wir  können  ihm  keine  Bedingungen  stellen'  '). 

')  Finke  II,   130. 


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KSni);  Jityiuc  II.  und  diu  arAgunetiiaclioii  Temidur  etc.  2ti9 

Ende  Juli  weiitü  ein  voineluncr  Mallorkaner,  Verwaiicltor 
Harnoiis,  R.  de  Catifl,  mit  königlicher  Erlaubnis  in  Miravet. 
Aus  seiner  Mitteilung  spricht  die  gedrückte  Stimmung  daselbst. 
Alles,  was  sie  noch  wollen,  ist  Wahrung  ihrer  Ordens-  und 
rillerlichen  Ehie.  Trolz  aller  Bek&mpfung  liegten  sie  nur 
Liebe  und  Verehrung  Tür  den  König,  der' nächst  tiotl  ihr  alleä 
sei.  Die  so  sehr  Trüher  gewünschte  Besprechung  mit  Jaynie 
wagt  Etamon  nicht  mehr  zu  vorlangen;  angeblich  lassen  ihn 
lue  Brüder  nicht  gehen,  solange  er  nicht  die  Sicherheit  hat, 
<lu|j  er  trotz ider  päpstlichen  Bulle  frei  zurückkehren  kann'). 

Während  der  König  neue  Betagerungsnuiiinscharten  in 
BarcL'luna  anwerben  lAlat,  diesmal  in  ziemlich  beträchtlicher  • 
Höhe,  suchen  die  Belagerten  noch  einmal  ihr  Heil  in  einer 
Aiiicalil  Bittschriften  an  den  König,  den  Koni}:  von  Maljorka, 
(Ihi  Papst  und  andere,  die  aber,  abgesehen  von  der  ersteren, 
nie  an  ihren  Bestimmungsort  gelangten.  Wir  erfahren  das 
durch  eine  breite  Erzühlung  des  Oberbringers,  die  eines  tragi- 
komischen Beigeschmacks  nicht  entbehrt.  Der  Komtur  einer 
kleinen  Feste,  Jacme  Garrigans,  ein  vortrefflicher  Schreiber  und 
Illuminator,  der  auch  diese  SchriftslOcke  geschrieben,  war  schon 
im  Frühjahr  einmal  beim  Könige  gewesen.  Seitdem  bearg- 
wöhnten ihn  nicht  mit  Unrecht  seine  Leidensgenossen  und 
machten  ihm  das  Leben  sauer,  mit  Ausnahme  Ramon  va 
Guardias,  der  ihn  nach  wie  vor  freundlich  behandelte.  Oft 
schien  es  ihm,  da^  er  mitten  unter  den  Teufeln  in  der  Hölle 
wäre!  Wie  er  nun  von  den  Geständnissen  von  60  Templern 
hörle  —  die  Ereignisse  von  Poitiers  wurden  also  auch  dort 
i>ekannt  —  und  dann  in  der  Supplik  an  den  Papst  'böse  Worte 
gegen  den  König  las,  dem  er  doch  stille  Beihülfe  im  Frühjahr 
versprochen  hatte,  beschloß  er,  Miravet  zu  verlassen.  Er  weiß 
^ich  die  Dokumente  zu  verschaffen,  \äüt  sich  eine  Nachtwache 
an  der  ,porqueria'  *),  einer  Sielle  außerhalb  der  Mauer,  gerade 
über  Mii-avet,  geben,  verlStät  seinen  Posten,  geht  in  das  Haus 
eines  Saracenen  und  labt  sich  zu  dem  P,  Martinic  führen!  Seine 
Waffen  sollten  ihm  von  seinem  Diener  heruntergelassen  werden, 
doch  wurde  seine  Flucht  eher  entdeckt,  die  Wachen  alarmiert. 

')  Fiake  II  Nr.  89  S.  151. 

')  Üb  Schweiaeatsll  oder  Ünfftlatulle'?. 


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300  König  Ja^me  II.  uod  die  aragonesiacliOD  Templer  ote. 

Er  besitzt  tiann  noch  tlie  Kühnheit,  Ftamon  um  seine  Elelt- 
Siichen  und  einige  Bächer  zu  hitten.  Die  wahrscheinlich  nietil 
sehr  l'reundliche  Antwort  iegle  er  seiner  Sendung  an  den  Könij; 
bei,  den  er  um  Gottes  willen  bat,  ihn  irgendwo  unterzubringen. 
Er  ist  jelzt  Laie,  .kann  aber  auch  Kleriker  sein,  denn  er  hatte 
schon  vor  seinem  Ordenseintntt  die  Tonsur  empfangen  und  war 
Akoluth  gewesen*.  Er  will  nie  zurQck;  eher  wird  er  an  ^cli 
Hand  anlegen.  Zudem  ist  er  auch  nach  der  Ordensr^cl  au^ 
gestoüen!  Die  in  Miravet  sind  so  böse  auf  ihn,  daü  sie  ilin 
gewili  eines  schlimmen  Todes  sterben  lassen,  wenn  sie  ihn  be- 
kommen, »denn  es  sind  bflse  Leute,  grausam  und  zur  (jnadc 
nicht  geneigt".  „Von  1000  Leben  habe  ich  nur  eins!'  üote 
Behandlung  seiner  Person  wird  bald  Nachahmung  seines  Vor- 
gehens in  Monzon  und  Miravet  bewirken. 

Aber  er  erfuhr,  wie  er  in  einem  zweiten  Briefe  schreibt, 
die  Wahrheit  des  Satzes,  da&  .Hoffen  auf  Fürsten  geiahHicli 
sei*.  Der  König  glaubte,  hinter  diesen  Schriftstücken,  der  Art 
der  Besorgung  und  wohl  auch  hinter  dem  Wortschwall  des 
Templers  seien  allerlei  böse  Dinge  versteckt.  Er  befiehlt,  den 
aus  allen  Himmel  Gefullenen  in  Tortosa  in  Fesseln  zu  legen 
und  niemand  zu  ihm  zu  lassen.  Eine  Antwort  erhielt  der  un- 
glückliebe Templer  nicht '). 

Neun  Monate  dauerte  bereits  die  Einschließung,  da  be- 
gannen die  Schlutdverhandlungen.  Noch  einmal  erinnert  der 
Komtur  Berengar  de  S.  Just  den  König  an  die  Dienste,  die  sie 
seinem  Vater,  Bruder  und  ihm  erwiesen  haben.  In  guten 
Tagen  hatte  ihnen  der  König,  wahrscheinlich  für  Ki-ankheiten, 
die  Hülfe  Arnalds  von  Villanova  zugesagt:  jetzt  ist  sie  nötig. 
Denn  Hunger  und  Durst  quälen  und  machen  krank;  sie  möchten 
Fleisch,  Wein,  Gemüse.  Sie  bieten  ihm  und  seiner  Gemahlin 
zwei  kostbare  Ringe  und  eine  poma  dambre.  Der  König  lehnte 
die  Geschenke  ab  und  drückte  sein  Bedauern  über  ihre  Lage 
aus,  die  er  aber  nicht  ändern  könne  '). 

Am  selben  28.  Oktober  1308,  an  dem  die  Templer  in 
Miravet  Bittschreiben  an  den  Papst   und  an  den    Vizekanzler 

']  Spfiter  erscheint  er  ab  Schreiber  in  eineoi  DorainiktnerkloaUr. 
')  Fitike  JI  Nr.  96  ü.  112.    Vgl.  hierzu  auch  Pnite,  Eatwicklang  S.  3bi. 


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Kfinig  Jajme  II.  und  die  aragonnaUchtn  Templer  etr.  801 

richteten,  worin  sie  auf  ihre  iange  Einscblie&ung  durch  den 
König  hinwiesen  und  ilin  baten,  docii  Jaymo  zu  berehlen,  dati 
er  von  der  Belagerung  abstehe,  ilaü  sie  als  getreue  Söhne  der 
Kirche  dem  Papst  in  allem  gehorchen  wollen  *),  an  diesem 
Tage  bt  aijch  in  Daroca  die  letzte  Instruktion  ausgestellt*),  die 
ilann  auch  die  Entscheidung  herbeiführte.  Den  Bemühungen 
Ranion  ^a  Guardias  gelang  es,  allerlei  kleinere  Erleichterungen, 
freien  Abzug  ihrer  nichttemplerischen  Dienerschaft,  Abzug  mit 
lieTi  Waffen,  möglichst  geringe  Wache,  freie  Anschaffung  von 
Lebensmitteln  und  Kleidern,  freie  Benutzung  ihrer  Pferde,  freien 
Anfang  und  Ausritt  innerhalb  bestimmter  Grenzen,  milde  Be- 
handlung vom  Papst  zu  erzielen  ^) :  Hauptsache  war  aber  doch, 
daU  sie  jetzt  in  der  Gewalt  des  Königs  zur  freien  Verfügung 
der  Inquisition  standen.  Ein  königlicher  Beamter  schildert  den 
Eindruck  in  Miravet  um  ersten  Samstag  im  Dezember:  Man 
miiüte  durch  ein  Fenster  des  Palau  in  das  gröbere  Kastell 
steigen.  Ramon  y^  Guardia  fanden  sie  in  der  Kirche,  den 
Komtur  mit  seinen  beiden  Neffen  in  einem  ganz  verwüsteten 
hiernach.  Sofort  wird  ein  Verzeichnis  der  Habseligkeiten  auf- 
Kestellt,  besonders  des  vorhandenen  Geldes  —  700  dobles^ 
nach  anderer  Schätzung  70000  solidi  —  und  der  weggeschafften 
Summen  *).  Von  den  dort  noch  verweilenden  63  Eingeschlos- 
senen wurde  ein  grolaer  Teil  alsbald  nach  Tortosa  geschafft. 
Bittere  Klagen  folgten  alsbald  über  die  ungerechtferligte  Weg- 
nahme von  Kleidern  und  Waffen. 

Monzon  besaß  außerordentlich  reiche  Einkünfte.  Allein 
das  jährlich  einkommende  Bargeld  belief  sich  auf  40  bis  50  000 
solidi,  ohne  den  Zehnt  von  Wein,  Ol  und  Fleisch  und  das, 
was  nicht  in  Geld  entrichtet  wurde  und  keineswegs  unbe- 
deutend war.  So  ist  es  begreiflich,  dafi  Peter  der  GrolJe  einst 
erklärte,  wer  von  seinen  Vorfahren  eine  solche  Feste  und  solche 
Einkünfte  w^g^eben,  müüte  ein  abständiger  Greis  oder  ver- 
rückt gewesen  sein.  Peter  selbst  plante  schon,  es  an  sich  zu 
nehmen '). 

'1  Beimvidee.  HemorlBs  II,  (tl8K. 

*)  Villennevn.  Vmgo  liternrio  V,  202  ff.  ')  fr'inke  II,  173. 

')  CRD  Templsn'oa  124  f. 
-  'f  Knke  ii.  3:t  Nr,  91. 


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302  KSnlg  Jayme  II.  und  dia  HfagonesJ sehen  Templer  etc. 

Mon/.ons  Belagerung  war  viel  schwieriger  und  Jieü  sidi 
uiclit,  wie  es  einmal  heitit,  mit  „oscut  et  lanzu"  ')  ninclien.  Vau- 
zl'Iiic  Sti'idte,  wie  Htiesca  und  Ijerida,  wurden  zu  TriipjH'ii- 
sciidungüu  niirgorordcrl,  allgemeine  Aufgebnle  urrol^teii.  Jaytn»' 
selbst  weillo  eine  Zeillang  in  der  Htadt,  vin  „niHKistt'r  iii- 
geniorum'  wurde  sogar  von  Paniplona  versclirieben.  Aber, 
trotzdem  schon  früh  in  der  Feste  der  Verrat  eindrang  —  ein 
TempelHller  erbietet  sich  bereits  am  28.  Februar  durch  den 
Bischof  von  Lerida,  Templergeheimnisse  und  Mittel  und  W'i^c 
KU  verraten,  wie  Monzon  zu  nehmen  sei,  wenn  er  nur  sicheres 
Oeieile  und  keine  ötTentlicIie,  gegen  seine  Ehre  gehende  Ru^e 
bekäme  —  und  Irotzdcm  wir  aus  derselben  Quelle  *)  von  star- 
ken Zwisten  hören ,  von  zwei  einander  gegenfibersleliendeii 
Parteien ,  trotz  wiederholt  einsetzender  AnstOrnie  hielt  sich 
Monzon  noch  lange,  nachdem  alle  andern  Festen  ächon  ge- 
Tallen  waren.  Verhandlungen  haben  wiederholt  durch  Arlald 
de  Luna,  Oenernlstatthalter  von  Aragonien,  stattgefunden.  Jayme 
schlug  den  Eingeschlossenen  zwei  W^e  vor:  Aufhören  der  He- 
iagei'ung,  Bewachung  durch  Truppen,  bis  der  Papst  über  ihre 
Personen  bestimmt  habe ;  oder  Oberffal«;  Monzöns  an  eine 
Mittelsperson  bis  zur  Sentenz  des  Papstes;  werden  die  Templer 
verurteilt,  so  geht  Monzon  in  die  Hände  des  Königs  aber,  sonst 
erhalten  sie  es  zurück.  Dann  sollen  sie  in  gleicher  Weise  wie 
der  Ordensmeister  in  Gardeny  bewacht  werden ').  iu  einer  Er- 
gänzung zu  diesen  Vorschlägen  wird  erklSrt*):  Schmuck,  Geld 
und  Waffen  sollen  einer  Vertrauensperson  übei^eben  werden; 
verlangt  sie  der  Papst,  so  erhält  er  sie,  bei  Aufhebung  des 
Ordens  der  Knuig,  sonst  bekommen  sie  alles  zurück.  .Be- 
treffs der  Folter  sagte  der  König,  das  sei  nicht  seine  sondern 
des  Papstes  Sache,  aber  er  verspreche  ihnen,  daß  er  mit  allen 
Mitteln  gegen  ihre  Anwendung  bei  seinen  Untertanen  wirken 
werde.'  Diese  Punkte  wurden  auch  später  den  Endverhand- 
lungen zugrunde  gel^t. 

Vorher  aber  hatte  das  Bittgesuch  aus  Miravet,  das  den 
dortigen  Templern  nichts  mehr  genützt  hatte,  noch  eine  eigen- 

')  Fioke  II  Nr.  Hi  S.  181  f. 

')  Kinke  II  Nr.  68  S.  101  und  Nr.  91  S.  168. 

■•)  VillanucvH.  VUge  V,   198  If.  ')  Finko  II,  lüS. 


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Kflnig  Jayme  II.  und  ilie  sragODesi sehen  'Templer  etc.  SOt 

lümliclie  Episode  zur  Fo^e.  Der  Papst  sah  in  dem  Schreiben  vor 
allem  den  Wunsch  der  Elngeschlosseni'U,  sich  ihm  zu  übergeben. 
Darum  beanflrapte  er  einen  Verwandten  des  ara(;onesischrn 
Königshauses,  Prior  Bertrand  de  Cassano,  an  seiner  Stelle  mit 
der  Übernahme.  Er  sollte  dann  Personen  und  Güter  Köni^ 
Jaynie  wieder  übei^eben ').  Wir  besitzen  über  die  Wirkung 
dieser  Gesandlschalt  in  Monzon  den  vom  I,  März  l^fW  da- 
tierten hübschen  Bericht  eines  Notars  aus  Lerida  an  den 
Teinplermeister  und  den  Komtur  von  Cantavleja,  Darnach 
war  die  Freude  bei  der  Ankunft  des  Legaten  grölier  als  später; 
damals  liofTlen  sie  viel,  späler  nichts  mehr.  Denn  er  kam  nur 
zur  Übernahme  des  Kastells.  Er  zeigte  ihnen  die  Supplik  aus 
Miravet,  die  Antwort  des  Papstes  und  seinen  Aullra^.  Niclil 
Treilich  den  Befehl,  beides,  Personen  und  Güter,  an  Jayme  aus- 
zuliefern! Die  Templer  baten,  da  sie  als  Laien  kein  Latein  ver- 
ständen, um  einen  Gelehrten  und  einen  Schreiber  aus  Lerida. 
So  wurde  u.  a.  der  Berichterstatter  herbeigeholt.  Festgestellt 
wurde  zunächst,  daü  sie  an  dem  Audrage  des  Papstes  nicht 
nielir  zweifeln  könnten.  Die  Hauptsache  war:  Wem  sollten 
sie  nun  alles  geben,  dem  l.^^ten  öder  dem  Könige  y  So  stellen 
sie  dann  die  Frage  an  den  Legaten,  was  mit  Monzon  geschehen 
würde.  Er  lehnte  jede  Antwort  bis  zu  ihrer  Übergabe  ab, 
meinte  aber,  dab  die  Folgen  nur  gute  sein  könnten,  was  die 
Templer  jedocb  sehr  bezweifelten.  Mehrere  Tage  suchten  sie 
aus  ihm  ihr  künftiges  Geschick  herauszulocken;  das  mißlang 
aber  völlig*).  Sie  suchten  dann  den  Ausweg,  datj  er  ihnen 
vor  dem  Könige  in  Barcelona  Antwort  gebe;  auch  das  wollte 
er  nicht. 

So  faxten  sie  dann  den  Beschlufj  zur  schriftlichen  Mit- 
teilung; Da  der  Papst  keinen  ausdrücklichen  Befehl  erteilt, 
sondern  ihnen  nur  gesagt^),  .wenn  sie  wollten",  könnten  sie 
Ach  ergeben,  und  da  sie  über  ihre  Zukunll  keine  Klarheit  er- 
langten, so  wollen  sie  weiter  dulden,  bis  Gott  und  der  Papst 
ihnen  helfe.  Mündlich  gaben  sie  dann  die  anzügliche  Antwort: 
Der  Papst  pflege   in   wichtigen  Dingen   ganz   bestimmt   sicii  zu 

'I  Reg.  Clementis  V.  Nr.  5013,  U,  15,  16,  IT.    Bonavides  11,  6ä01f. 
')  Er  wollt«  also  den  beeondern  Auftrug  nicht  Hagen. 
)  Die  Stelle  in  Reg   Nr.  5015. 


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804  König  Jkfme  11.  and  die  angoneeücben  Templer  eU. 

äußern,  das  sei  hier  nicht  geschehen.  So  müssen  sie  denn 
glauben,  daü  es  nicht  dor  besLimmte  Wille  des  Papstes  sei, 
dal»  sie  sich  ergäben,  sondern  da^  er  „aus  Zufall  oder  Ver- 
sehen' ihnen  einige  Briefe  zugesandt!') 

Der  Legat  reiste  sehr  unzufrieden  ab.  Zwei  hohe  kfiiiip- 
liche  Beamte  waren  bei  dieser  Unterhaltung  anwesend  und  ver- 
handelten jetzt  seihst  mit  den  Belagerten ').  Traurig  sah's  in 
Monzon  aus:  Viele  Kranke,  keine  medizinischen  Mittel;  Wein 
gab's  nur  noch  ein  wenig  für  Messen  und  Kranke;  Getreide, 
Öl,  Salz  und  Leguminosen  noch  reichlich.  Das  Kastell  war 
stark  geschädigt  durch  die  großen  Stoßmaschinen,  einzelne  Ge- 
bäude, das  Kapitel-  und  das  Krankenhaus  besonders,  waren 
ganz  zerstört.  Jayme  war  vielleicht  das  Ergebnis  nicht  so  ganz 
unangenehm.  Trotzdem  sandte  er  einen  entrüsteten  Brief  an 
den  Papst*),  worin  er  seine  Bemähimgen  für  den  E^rfolg  der 
Legation  auseinandersetzt  und  die  t^rgebnislosigkeit  beklagt. 
Selbst  —  was  ihm  hart  angekommen  ^  den  Laien,  die  trotz 
päpstlicher  Verbote  und  königlicher  AulTorderungen  in  Monzon 
geblieben  und  gegen  ihn  gekämpft  halten,  habe  er  verziehen, 
wenn  sie  jetzt  abständen;  aber  unter  dem  Einfluß  des  Teufels 
blieben  sie  verslockt.  Das  war  nicht  ganz  richtig:  eine  statt- 
liche Anzahl  Laien  verließ  schon  am  2.  März  die  Bui^.  Jaymes 
Hoffnung  ist,  daß  die  enge  jetzt  vollzi^ene  Umschließyng  in 
wenig  Zeit  die  Übergabe  von  Monzon  und  Chalamera  —  das 
zur  grolien  Burg  gehörte  und  um  das  man  sich  nicht  weiter 
zu  kümmern  brauche  —  erzwingen  werde.  Tatsächlich  fand 
die  Obergabe  am  17.  Mai,  also  zwei  Monate  später,  slalt. 
Unter  ähnlichen  Bedingungen,  wie  die  Verteidiger  von  Miravel, 
mntHen  die  Tapfem  von  Monzon  in  die  königliche  Gefangen- 
schaft sich  begeben  *). 

Die  dritte  grötiere  Templerburg  Cantavieja,  bestürmt  seil 
dem  i:i.  Mär/.,  schien  schon  im  April  der  Übergabe  nahe:  we- 
nigstens nach  Ansicht  des  Berengar  de  Tovia.  Wasser  hallen 
sie  kcins,    außer  was  Gott  ihnen   mit  dem  Begen  schickt  und 

')  Finke  II  Nr.  100  S.  181. 

*j  Die   l>eideD  Notere   konnten   keimen  Tenipler  sehen   oder  sprechen. 

■)  Finke  II  Nr.  103  S.  186. 

■)  Finke  II,  133. 


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Kanig  Jayme  II.  und  di«  Bragoneaischeii  Templer  etc,  30& 

das  ist  wenig  und  übelriechend;  binein  kommt  nichts,  dabei 
sind  die  Eingeschlossenen,  die  durch  groüe  und  kleine  WuiT* 
beschösse  bedrängt  werden,  uneins  —  der  Komtur  war  ge- 
fangen --,  die  unterste  Klasse  der  Verteidiger  hatte  sich  der 
Herrschall  bemSchtigt,  Ganz  anders  klingt  das  Schreiben  des 
stellvertretenden  Komturs  an  die  Templerfreundin  Berengerona 
de  Enlen^a.  Wohl  erwähnt  er  die  Bestürmung  bei  Tag  und 
Nacht,  aber  alle  sind  gesund  und  kampfesfreudig,  zudem  be- 
sitzen sie  alles  in  Obertluli ').  So  zieht  sich  denn  auch  die 
Belagerung  noch  bis  in  den  August  hin;  damals  muü  Cantavieja 
geladen  sein  ^).  Aus  Castellol  wurden  unlerni  2.  November  l'MtS 
die  Brüder  abgeführt,  Puigr^  war  schon  Mitte  Juli  besetzt, 
Villel  fiel  Ende  Oktober'').  So  waren  sämtliche  von  Jayme  in 
seinem  Schreiben  vom  23.  Januar  1308  als  feindlich  bezeich- 
nelp  Templerburgen  in  seinen  Händen, 

Die  allgemeine  Göterverwaltung  ging  an  ßertrand  de  Valle 
über;  an  ihn  sind  zahlreiche  Erlasse  aller  Art  gerichtet.  Unter 
iiim  standen  die  Verwalter  der  einzelnen  TemplerhAuser  uixl 
Bezirke.  Die  Einnahmen  wurden  /.unächst  zur  Bestreitung  der 
Belagerungskosten  verwandt;  nach  den  wiederholten  Klagen 
müssen  sie  sehr  groU  gewesen  sein  und  zeitweilig  die  Ein- 
nahmen überstiegen  haben.  Manches  wurde  auch  verschleu- 
dert; die  Templer  klagen  selbst  bitter  darüber  und  auch  sonst 
tauchen  Vorwürfe  auf:  Später  fand  eine  genaue  Konirolle  der 
Güterverwaltung  wohl  durch  die  Zentralinstanz  statt.  Darnach 
haben  einzelne  Verwalter  allerlei  Posten  anzugeben  unterlassen, 
die  Einkünfte  in  einzelnen  Jahren  zu  billig  abgegeben,  wohl  an 
?ule  Freunde,  haben  die  Templer  trotz  Angabe  hoher  Summen 
schiecht  in  Kleidung  und  Essen  gehalten,  dafür  die  Zahl  der 
Mitesser  unter  dem  Titel  .Wächter'  sehr  hoch  anschwellen 
lassen;  bei  einem  heilst  es  allgemein,  da&  er  sich  nach  der 
Volksanschauung  an  Templergut  bereichert  habe  *). 

Allerlei  Einzelangaben  geben  ein  Bild  von  dem  Leben  der 
Gefangenen.     Willkürliche  Hörte  ist  hier  meist  ausgeschlossen; 

>l  S  Pinke  II  Nr.  76  S.  120. 

')  Jedenfklk  vor  16.  September.     Vgl.  Flofae  11  Nr.  93  S.  159. 

')  Finke  II  S.  121. 

*i  Vgl.  die  merkwDrdiice  InqnisitioD  Finke  II  Nr.  124  K.  228. 

Finke,  Paoiittiiiii  und  rntüncnns  clei  Templernrileii*.    I.  20 


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806  KSnig  Jnyino  II.  and  ili»  nrngansaischen  Templer  etc 

derartige  Ffilte  werden  sorort  geragt  und  abgestellt.  Aber 
darum  ist  das  Geschick  der  aragoncsischen  Templer  doch  niclit 
leicht.  Genügende  Kost  erhalten  sie:  an  drei  Tagen  der  Woche 
Fleisch,  welches  sie  wollen;  an  andern  Fische,  KSse.  Eier: 
oder  auch  Geld  dafOr.  Als  die  fßr  jeden  ausgesetzten  8  Denare 
in  der  Zeit  der  Teuerung  1311  nicht  reichten,  gab  ihnen  der 
König  zwei  mehr.  Ober  ungenügende  Kleidung  wird  zuweilen 
geklagt.  Zur  Be<lienung:  Wassertragen,  Reinigen  der  Geßüe, 
wird  eine  Waschfrau  genannt.  Auch  die  speziellen  Wünsche 
der  Templer,  was  Unterbringung  unbetrifFI,  wurden  berück- 
sichtigt. So  besonders  beim  Ordensmeister.  Andererseits  ist 
die  Einsperrung  eine  sehr  strenge  und  sie  dauerte  über  drei 
Jahre.  Von  Zeit  zu  Zeit  kamen  Erleichterungen,  so  auf  An- 
regung des  Provinzialkonzils  vom  Herbst  1310,  wonach  sämt- 
liche Templer  von  den  Fesseln  befreit  werden  sollten,  wenn 
sonst  nur  genügende  Bewachung  vorhanden  sei.  Auch  können 
sie  zuweilen  in  den  Templerhöfen  frei  umberspazieren.  Dan 
ist  aber  nur  für  eine  kurze  Zeit  im  Herbst  1310  bis  Frühjalir 
1311  gewesen;  bis  dahin  lagen  sie  in  Eisen  und  auch  seü 
Sommer  1311,  als  der  Papst  zu  sorgsamerer  Bewachung 
mahnte,  waren  sie  wieder  eingeschlossen,  nachts  sogar  in  be- 
sondern VerlielJen  untergebracht.  Die  Gelenke  schwollen,  Gut- 
Zündungen,  besonders  bei  allen  Leuten,  traten  ein;  die  Ärzio 
erklärten,  sie  könnten  dem  schwerkranken  Ordensmeister  nicht 
helfen,  solange  er  in  seiner  traurigen  Lage  verbliebe,  was 
dann  eine  Milderung  zur  Folge  hatte  >).  Die  verstorbenen 
Templer  wurden  auf  königlichen  Befehl  auüerbalb  des  ciini- 
teriums  bestattet*).  Dazu  kam  die  Pein  der  Verhöre  und 
schhelJlich  die  Folter. 


Die  aulaerfranzösischen  Templerverhöre  sind,  wenn  über- 
haupt, nur  in  Bruchstücken  erhalten;  oH  auch  nur  in  späteren 
Bearbeitungen:  so  für  Aragonien,  Kastilien,  Italien,  Deutsch- 
land.    Nur  der  cyprische  Prozeb  ist  vollständig,  der  englische 

'}  Eximen  de  Lenda  niii&  vor  der  Entscheidung  gestorben  Bein,  denn 
■pSter  wird  seiner  nicbt  mehr  gedacht. 
';  Finke  II,  159  ff. 


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KDdIi;  Jayme  It.  nnd  die  aragoopsischen  Templer  «tc.  907 

Hegt  in  einer  teitweisen  Verkürzung,  die  wohl  gleichzeitig  ab- 
gefaßt sein  dÖTite,  vor.  Rajnouard  konnte  vor  100  Jahren 
noch  manches  iin  Vatikanischen  Archiv,  das  damals  in  Paris 
sicli  bebnd,  nachweisen;  seitdem  sind  viele  der  an  den  Papst 
gesandten  Protokolle  nicht  mehr  zum  Vorschein  gekommen ; 
dal  sie  ganz  verloren  sind,  machte  ich  bezweifeln.  Zum 
Glücke  läl^t  sich  aus  den  AoKab^i  des  sorgföltigen  Raynouard 
das  Ergebnis  der  jetzt  fehlenden  Prozesse  feststellen. 

Die  Gnindiage  (i)r  die  Prozesse  bildet  wie  in  Frankreich 
die  Bnlle  , Fadens  misericordiam ' ,  die  trotz  ihres  Datums  erst 
im  Fr&hjahr  1309  und  spAter  in  die  Welt  gesandt  wurde. 
I'nd  dann  vergingen  sicher  noch  Mon&te,  bis  die  aus  Frank- 
reich stammenden  Inquisitoren  die  weiten  Reisen  antraten  und 
nn  ihrem  Wirkungsorte  erschienen.  So  ist  der  ßegin»  der 
Prozesse  wohl  meist  ins  Prähjahr  1310  zu  setzen;  nur  tn  Eng- 
land beginnt  das  Verhör  schon  im  Oktober  1309. 

Die  Bulle  bestimmte  für  alle  außerfranzA.si.sc)ien  Länder 
dieselbe  Organisation:  eine  päpstliche  und  eine  bischöfliche 
Hntersuchungskommission,  erslere  gegen  den  Orden  und  den 
Ciro^prSzeptor  des  Landes,  letztere  gegen  den  einzelnen  Templer 
im  einzelnen  Bistum.  Da  über  den  einzelnen  die  Provinzial- 
konzilien  aburteilen  sollten,  über  erstere  al>er  der  Papst  und 
das  allgemeine  Konzil,  so  ist  es  begreiflich,  daß  gerade  die 
nach  Vienne  gesandten  Akten  mehr  als  die  Einzeluntersuchungen 
erhalten  sind ').  Denn  die  Akten  über  den  einzelnen  hatten 
ja  nach  der  Aburteilung  wenig  Wert,  Doch  hat  man  sich  in 
der  Art  der  Untersuchung  allerlei  Freiheiten  gestattet ;  das  lag 
schon  in  der  Natur  des  Anklagematerials  begröndet,  das  für 
b^e  Prozesse  ja  zu  dreiviertel  dasselbe  war;  und  auch  in 
der  Zusammensetzung  der  Kommissionen,  die  ebenfalls  für 
beide  Abteilungen  in  der  Hauptsache  dieselben  Persönlichkeiten 
enthielten  *).     So  entstanden  allerlei  interessante  Konfusionen, 

'}  Der  ProieS  der  DiCzese  Etoe  macht  eiDe  Ausnabnie  (Miclielet 
11.  428  ff.|.  Er  ist  vollständig,  der  Typos  der  biscbof lieben  Untersuchungs- 
kommission,  wie  er  aber  sonst  wohl  selten  sich  zeigte.  Die  Kommiaaion 
iM  nach  der  Torwhrift  fUr  Frankreich  Easammengeeetit  (Biscfaof,  2  Kano- 
aiker,  2  Hiaoriten  und  2  Dominikaner),  denn  Eine  gehörte  zur  Kircben- 
rrorinz  Narbonoe. 

*j  Tgl.  S    234  f.  ilaa  Ȋhere. 

20* 


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808  KöDJg  .hyme  li.  uuä  di»  Hragoneai sehen  Templer  etc. 

die  vor  allem  Scliottmöller  zu  den  gewagtesten  Kombinationäi 
über  die  Entstehung  der  Akten  veranlagen,  die  aber,  was 
wichtiger  ist,  sclion  zur  Zeit  dc-s  Konzils  von  Vienne  eriunnt 
wurden. 

Die  nachfolgende  Übersicht  soll,  unter  stetem  Hinweis 
auf  die  Organisation  und  das  urspröiigliclie  Material,  im  weseiil- 
liclien  nur  das  bringen,  was  für  die  ScbuldTrage  von  Be- 
deutung ist;  eine  breitere  Darstellung  fällt  der  Territorial- 
geschich te  zu. 

Soviel  sciion  über  den  aragonesischen  Templerkanipr 
der  Jahre  1808  und  9  beltanjjl  war,  die  Verhöre  waren  bis- 
lang völlig  verschollen.  Im  zweiten  Bande  kann  ich  nur  ein 
Bruchstück  von  Originalen  bieten '):  Stöcke  der  bischöflichen 
Inquisition  in  Lerida,  d.  h.  der  Untersuchung  von  Templern, 
die  in  Lerida  gefangen  waren,  und  ein  winziges  Stück  der 
sich  anschließenden  Unlersuchimg  in  Pamplona,  d.  h.  also  aus 
Navarra,  deshalb  von  besonderem  Interesse,  weil  wir  bislang 
über  Navarra  ja  überhaupt  nichts  wußten.  Die  Untersuchung 
in  l.erida  umfalJt  für  Februar  und  Mörz  1 3 10  im  ganzen 
34  Vernehmungen;  dann  folgen  anfangs  Mai  in  Oleto  zwei  und 
in  Stella  ein  Verhör  und  zwar  eines  Hundertjährigen!  Alle 
leugnen,  kaum  den  leisesten  Fleck  lassen  sie  an  dem  geliebten 
Orden.  Die  nichttemplerischen  Zeugen  sind  dem  Orden  niclil 
alle  so  freundlich  gesinnt;  kleinen,  allerdings  schwer  liegründ- 
baren  Veidacht  wollen  viele  schon  vor  der  Katastrophe  gehabt 
haben;  hauptsächlich  wegen  des  auffälligen  Geheimnisses,  mit 
dem  der  Orden  Kapitel  und  Aufnahmen  umgab.  Da  klet- 
tern die  Leute  aufs  Dach  oder  spähen  durch  die  Ritzen;  kein 
Wunder,  dafi  eine  Wache  aufs  Dach  und  eine  Tucliwand  vor 
<1ie  Ritzen  gestellt  wird.  Spione  haben  einen  gehrauchten  und 
genäliten  Teppich  gefunden;  ohne  Zweifel  mu&  deshalb  auf 
dem  Templerkapitel  Unheimliches  vorgekommen  sein!  Aller- 
dings gibt's  auch  ehrliche  Freunde  des  Ordens,  Geistliche,  die 
früher  lange  Zeit  im  Orden  Beichtväter  gewesen  und  ihm  ein 
geradezu  glänzendes  Glaobenszeugnis  ausstellen. 

Wie  diese  so  werden  auch  die  andern  aragonesischen  Vei^ 
höre  gewes«!  sein.    Wir  wissen,  daß  sie  schon  vor  dem  18.  März 

')  Finko  It,  36*  ff. 


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Kflnig  Jafme  II.  nnd  die  aragonesiDchei]  Templer  etc.  309 

1311  in  den  Händen  des  Papstes  waren.  Daß  sie  ihn  nicht  be- 
friedigen, wenn  sie  angfeblich  auch  starke  Verdachtsmomente 
enthielten,  geht  aus  seiner  Veronlnung  über  die  Anwendung 
der  Folter  hervor '),  die  freilich  das  Verhalten  der  aragonesi- 
sehen  Templer  nicht  geändert  hat  *), 

Jayme  hat  sich  nicht  wie  die  Engländer  gesträubt,  son- 
dern sich  zu  ihrer  Anwendung  am  19.  August  1311  bereit  er- 
klärt. So  ist  det)n  unter  Leitung  der  Bischöre  von  Lerida  und 
Vic  in  der  Zeit  von  September  bis  Mitte  November  1311,  als 
das  Konzil  schon  längst  begonnen,  mit  der  Folter  gearbeitet. 
Damals  erhielten  die  vier  Folterer  ihren  Sold.  .Propter  tor- 
menla  et  alta  eorum  mala'  bedürfen  die  Templer  der  Ärzte 
und  der  Mediliamente,  heißt  es  vielsagend  in  einem  Erlati 
Jaymes  an  den  Generaladministrator  der  Güter.  Er  soll  dafür 
aus  den  Ordcnsmilteln  sorgen.  Seit  Ende  1311  wird  man  die 
Armen  in  Ruhe  gelassen  haben  bis  zur  Entscheidung  über  ihr 
Geschick,  die  sie  schon  1310  vom  Septeniberkonzil  erbeten 
hatten');  auch  Jayme  hatte  sich  an  die  Bischöfe  gewandt*). 
Wahrscheinlich  fand  kurz  vor  Mai  1311  wieder  eine  Versamm- 
lang statt  und  wiederum  wurde  ^  sonderbarerweise  —  die 
Entscheidung  verschoben;  anfangs  Juni  tagte  eine  neue  Synode, 
über  deren  Ausgang  ich  nichts  weili*).  So  scheint  denn  erst 
nach  dem  Vienner  Konzil  Lossprechung  und  Versoi^ung  für 
die  aragonesischen  Templer  durch  das  Provinzialkonzil  von 
Tarnigona  am  4,  November  1312  erfolgt  zu  sein.    Decretum- 

'I  Vgl.  Benavides  II.  788;  Reg.  dementia  V.  Nr.  7498. 

')  Mse.  bUn  der  Nationalbibliothek  in  Paris  iat  ein  Miscell.-Band. 
der  Stocke  vom  U.  bis  17.  Jabrbundert  eotbBIt.  Da  8t«ht  bei  Stflck  3  f  14 
von  einer  Hand  saec.  XVII :  Inquieitio  contra  TemplitHoB  archicpiacopi  Terra- 
eoMDtia  et  epiacopi  ValentineneiB  nono  MCCCXI.  Weiter  nicbta.  Da  ija« 
folgende  Blatt  4  von  derselben  Hand  iat  and  ganz  andere  Dinge  enthnlt, 
darf  nan  anoebmen,  dafi  bei  der  ZnsuninieDBtellunf;.  jedenfalls  bei  der 
('•liiening,  der  Proceä  acbon  gefehlt  hat. 

•)  Fink«  II,  203  Nr.  109.     Vgl.  Prutz,  Entwicklung  S.  353  f. 

')  Finke  II.  99. 

')  Reg.  2S9  f.  88'.  Ad  den  Blscliof  von  Valencia;  Intel laximas. 
qnod  iafra  brevee  diea  roa  et  ceteri  prelati  debetis  discedere  a  concilio 
Terrae honenai  ...  ISll  IUI.  idas  Innii.  Damals  sollten  auch  die  Templer 
•ncfaeinen.  die  beim  letzten  Konzil  krank  waren  nnd  inzwischen  geneaen 
»iad.     Daselbst  f.  Tu". 


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810  König  Jnyms  II.  und  die  aragunesiecben  Templer  etc. 

que  fuit  ne  aliquis  eos  infainare  auderet ').  Su  glänzend  war 
der  Endspruch  Tür  die  Templer  nirgends  ausgefallen. 

Über  den  Untei^ang  des  Ordens  in  Kastjlien  haben  wir 
merkwürdig  dQrftige  Nachnchleii.  Über  die  entscheidende  Zeit 
von  1307  auf  1308,  über  das  VerhaitenFerdinandslV.undäberdic 
Gefangennahme  haiaen  wir  nur  das  wenige,  was  die  Cronica  de 
Don  Fernando  el  IV.  berichtet:  diu  Verhandlungen  desTempier- 
nieisters  mit  dem  Könige,  der  Königin  und  dem  aufsässigen 
Infanten  Philipp,  worauf  dann  die  Übei^abe  an  den  König 
ohne  Kampf  erfolgt  *).  Aber  auch  die  Verhöre  und  Konzilien 
kennen  wir  fast  nur  dem  Namen  nach.  Raynouard')  hat 
noch  Stücke  der  Verhöre  gesehen,  die  jetzt  auch  der  Spürsinn 
eines  Fidel  Fita ')  nicht  aufzufinden  vermochte. 

Wie  für  alle  Länder  erfolgte  auch  für  Kastilien  im  August 
1308  die  Ernennung  der  beiden  Kommissionen^):  der  Erz- 
bischöfe  von  Toledo  und  Compostella,  der  Bisehöfe  von  Palentia 
und  Lissabon  und  vier  Gehülfen.  Nirgends  steht  verzeichne!, 
wann  sie  die  Untersuchung  begonnen  haben;  nach  Raynouard 
sind  vom  Erzbischof  von  Compostella  in  Medina  del  Canipo 
30  Templer  und  3  Zeugen  vernommen:  kein  Templer  gestand 
etwas,  die  3  Nichttempler  stellten  ihnen  das  glänzendste 
Zeugnis  aus.  Am  selt>en  Orte  inquirierte  der  Bischof  von 
Lissabon  4  Nichttempler  und  in  Orense  28  Templer  und 
6  andere;  auch  hier  dasselbe  günstige  Resultat.  In  einem  von 
Benavides ")  angez<^enen  und  von  Fita  besser  edierten  Bruch- 
stück eines  Verhörs  von  5  Nichttemplern  ist  das  Urteil  Jiicht 
so  günstig:  Einer  erklärte,  daß  sieh  die  Templer  um  Verord- 
nungen und  Interdikte  der  Bischöfe  nicht  kümmerten;  das  wird 

'I  Hflnsi,  Couciliorum  Coli.  XXV,  515  ff. 

*|  Hemorias  1.  208. 

*)  HonuTnene  hiatoriquee  S.  264  ff.  nod  S.  318—315  mit  der  Bmeicb- 
nnng  Ärch.  du  Val.  Instr.  misc.  Nach  S,  814  f.  existierte  ao^ar  eia  AiunK 
för  das  Koniil  von  Vienne. 

')  Acitia  ineditwa  de  siete  concilio«  espnnolea  (1882).  Doa  Bach  von 
Uhr.  Gottlieb  v.  Murr,  Über  den  wnhreD  Uraprung  der  Roaenkrenier  . .  - 
kenne  irli  nicht.  —  R,  Campomsnes.  DiBaertacionea  hiatoricaa  del  orden  j 
caTallerta  de  los  Templnnos  (1747)  enthalt  ftlr  diese  Zeit  nichts  Selbatftndiges. 

•)  Vgl.  S.  282. 

*,  Benavidea  II,  634  ff  ;  FiU  90  ff^. 


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König  Jajme  1].  und  die  aragoneaischen  T«mpl«r  etc.  3lf 

stimmen ;  ein  zweiter  hat  gehört ,  da&  sie  zur  Verächtlich- 
machuiitf  des  Kreuzes  es  am  Steigbügel  dort  anbringen,  wohin 
sie  den  FuS  setzen ;  ein  dritter  kennt  die  Erzählung  vom  drei- 
mal geschlossenen  Buch,  in  dem  ein  Templer  las.  Die  stärkste 
Geschichte  bringt  der  vierte:  König  Alfonso  —  doch  der  deutsche 
König?  —  trieb  einen  Jüngling  zum  Eintritt,  um  das  Ordens- 
geheimnis zu  erfahren,  und  der  hat  dann  alle  Greueltaten  mit- 
erlebt. Das  ist  anscheinend  aber  auch  das  einzige  Ungünstige, 
was  über  die  kastilianischen  Templer  geäuüert  worden. 

Die  unbestimmten  Angaben  lassen  es  auch  im  unklaren, 
ob  diese  Verhöre  der  päpstlichen  und  bischöflichen  Kommis- 
sionen in  Verbindung  mit  den  Frovinzialkonzilien  zu  Alcala  ') 
am  8.  November  1309  und  zu  Medina  del  Campe  am  27.  April 
1310  stattfanden;  anderswo  war  das  nicht  der  Fall.  DaU 
ersteres  sich  mit  der  Templerfrage  beschflftigte,  steht  urkund- 
lich fest;  beim  zweiten  ist  es  zu  vermuten,  doch  nicht  er- 
wiesen. FQr  den  15.  Juh  1310  hat  Erzbischof  Gundisaivus 
von  Toledo  ein  Konzil  super  inquisittone  nobis  conimissa  contra 
fratres  dicti  ordinis  angekündigt  -) ;  weitere  Nachrichten  fehlen. 
Aufiällig  ist,  daü  in  Salamanca  schon  im  Oktober  1310  ein 
Preispruch  erfolgt  sein  soll,  wie  es  im  Anschluia  an  Mariana*) 
überall  heifit,  und  dafi  die  Templer  um  vollständige  Restitu- 
tion ersucht  hätten,  was  vorläufig  noch  zurückgestellt  sei.  Un- 
möglich ist  es  nicht,  denn  auch  in  Mainz  geschah  ähnliches. 
Es  kommt  aber  jetzt  noch  erst  die  Follerprobe,  die  auch  an 
den  Kastilianem  nicht  vorbeig^angen  ist*).  Auffällig  ist  das 
von  Fita  zitierte  Dokument^),    das  früher  existiert  haben  soll, 

')  Fite.  25  ff.  'I  Fita,  67. 

')  Pro  eonim  ionoceiitiA  pronuncintDin  cominDDi  pntrum  suffragio,  nd 
pontifieem  Umeu  RoiriRnam  raipcta  t«liae  rei  soninm  delibpratio.  Mansi, 
Conciliornm  Milleotio  XXV,  298. 

')  Reg.  CiemeDtis  V.  Nr.  6716  vom  80.  Mftrz  1811:  AufTordsrung 
mm  Foltern.  Vorwarf,  daß  die  EommiBsion  das  niclit  schau  frQfaer  get.aD 
bitte  (qnod  tam  miaiu  pnidaiiter  qnam  negligenter  fscere  omiaistia). 

*)  Fita,  105  f.  TeBtiflcamn  loa  alli  flrmados,  que  no  hallaron  contra 
«IIa«  Eoaa,  qoe  se  les  padiees«  scnsar  en  iuicio.  Da  als  einer  der  Richter 
if  Bischof  von  Vieeu  (Eircbenprovinz  Bragn  in  Portugal)  genHiiDt  vrird, 
*«  kCuDt«  SB  eich  nur  am  eine  biechOfliehe  Kommission  in  der  Diösese 
VJaea  handeln. 


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S12  Künig  Jayme  II.  nod  die  arAgoneaisobeD  Templer  «tc 

versehen  mit  den  Siegeln  der  6  Inquisitoren,  worin  sie  ein 
Generalurleil  über  die  Untersuchung  in  Spanien  und  über  das 
überaus  günstige  Ergebnis  abgeben,  üas  ist  sonst  nicht  ge- 
schehen '). 

Die  englischen  Teinplerverhöre  wurden  am  rriiheslen  aus- 
führlich bekannt');  nicht  dalä  sie  ganz  vollständig  wären:  Zu- 
nächst scheint  der  Editor  an  einigen  Stellen  gekürzt  zu  haben; 
wenigstens  hat  eine  Pariser  Handschrift  des  14-.  Jahrhunderts 
ein  ausführlicheres  Bruchstück  der  Verhöre  auf  S.  352,  wobei 
es  sich  allerdings  meist  um  Wiederholungen  handelt '].  Wich- 
tiger ist,  daß  die  Handschrift,  aus  der  Wilkins  schdpRe,  kein 
oßizielles  Protokoll  ist,  sondern  eine  wohl  gleichzeitige  Notariats- 
zusammenstellung des  Wesentlichen  enthält,  in  der  aber  vieles 
und  Inl eressantes  fehlt.  So  hei&t  es  am  Schluü  des  Protokolls 
über  die  Aussöhnung  einer  Templergruppe  in  London  *),  daß 
eine  ganze  Reihe  von  Einzelheiten  über  allerlei  Verordnungen, 
ober  Einschließung  und  Trennung  der  Gefangenen,  über  Ver- 
suche, die  Brüder  zum  Geständnis  zu  bringen,  bald  durch  die 
Bischöfe  persönlich,  bald  durch  „severas  et  crudeles  personas 
laicas    iudicium    sanguinis    quandoque    exercentcs' '),    in   den 

')  Über  Jen  portugiesischen  Prozeß  weifi  ich  nichts  ireiter  t.a  sagen, 
als  waa  an  andern  Orten  schon  ausgofthrt  worden  ist.  Auch  die  portn- 
gicsischen  l'empler  bekannten  sich  als  □  ich  tschuldig.  KOnig  Djniz  schQttte 
sie   und   förderte   ihren  Lbergang   lu   einem   andern  Orden.     Das  Buch  von 

A.  Ferreira.  Memorias  ,  .  .  dis  Templarios,  parte-  primeira.  toia.  I  and  II 
(1786)  bringt  für  diese  Zeit  nichts.  Verfiisser  spricht  II,  919.  was  biaUnfl 
Qhersehen  ist,  von  der  opposiciaii  que  fez  el  rey  D.  Diniz,  de  qne  hej  de 
trstar  na  terceira  parte  nn  diasertacari  iuridicopotitica.  Dieser  Teil  scheint 
niolit  veröfFent licht  in  sein. 

*}  Wilkina,  Concilia  magnse  Brittannise  II  (1787)  aus  einem  Uac. 
der  BodleinnB. 

')  Msc.  SS76  (Miscell.)  der  Nation albibliolhek.  Unmöglich  ist  nicht, 
dafi  hjer  eine  andere  Fassung  vorliegt.    8o  heifit  es  hier  e.  B.  in  ecelesi« 

B.  Botulß  extra  porlam  episcopi;  im  Druck  extra  esgste  Bishop.  Übrigens 
hat  die  Abhllrzung  auch  manche  gute  Wendung  verschlungen.  So  BSft 
W.  de  Chaseley  zu  Pui>kt  VI;  Credit,  quod  sint  ubique  coufessi  veriUtem. 
praetarqunm  in  Francia! 

*)  Wilkins  11,  393.  —  Ga  fehlt  auch  der  Auszug  aus  dem  Protokoll 
des  Bischofs  von  Clormont,  der  auf  Himbert  Blanke  Bezug  hat  8.  S64. 
S,  SSI   fehlen  mehrere  Zeugen  tisw.  ' 

')  Das  soll  doch  ein  Hinweis  auf  diu  Anwendung  der  Folter  sein? 


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Staig  Jk^nte  li.  >iid  die  angmeMscbeB  Tampler  etc.  313 

,schedulae'  des  Notars  enthalten  seien  und  dort  eingesehen 
werden  könnten.  Vom  kullurgeschichllichen  Standpunkte  kann 
man  das  Felilen  dieser  Einzeltatsachen  bedauern,  für  die  prin- 
zipielle Beurteilung  des  englischen  Templerprozesses  und  seiner 
Ei^ebnisse  lie^l  alles  Material  vor  >). 

Vom  Testl&ndischen  Besitze  des  jungen  englischen  Königs, 
von  Agen  aus,  sollten  sich  die  üblen  TemplergerOclite  ver- 
breitet itaben.  An  Oluard  II.  hatte  sich  ctienso  wie  nach 
Aragonien  Philipp  der  Schöne  alsbald  nach  der  Gefangennahme 
am  16.  Oktober  1307  durch  den  Prior  de  Manso  Bernard 
Peleti  gewandt  *).  Eduard  II.  verhielt  sich  zunächst  ungläubig, 
wollte  sogar  gemeinsam  mit  den  Herrschern  auf  der  spanischen 
Halbinsel  Opposition  machen,  ward  aber  noch  vor  Jahresschluß 
(ür  die  Verfolgung  der  Templer  gewonnen*),  nahm  sie  zu  An- 
fang 1308  gefangen  und  beschlagnahmte  ihre  Güter. 

In  England  beginnt  zu  Ende  Oktober  1809  die  Arbeit 
der  pjtpstlichen  und  bischöflichen  Inquisitionskommissionen*). 
Die  leitenden   Persönlichkeiten  sind   in   London,   Lincoln    und 


')  Bemerkenswert  ist  auch,  Aab  der  Anazug  für  Tienne  nichts  wesent- 
lirb  Neoee  unth&lt,  aleo  mit  unHerm  Stoffe  Hrbeilet. 

*)  Dieser  eigenartige  Hnno,  den  die  franiiteiscfaeD  Templer  Als  iliron 
tnfleur  nebea  Esqeiu  de  FloyrHii  stellteti.  wird  b^l  Rymer,  Koodera 
II.  ].  63  (111,  4741  TOD  Eduard  11.  dem  Pnpst  empfohleo:  negotia  discreti 
et  Dobin  ditecti  niagistri  Uernsrdi  Feleti  prioris  de  Manso,  utriusque  iuris 
protesBoria,  der  aeinem  Vater  und  ihm  gedient.  Eine  frühere  Bitte  hat  der 
Papst  nicht  erfUllt.  Amanten  de  I.cbret  verfolgt  ihn  tiis  aiifa  Blut.  Auf 
Bittsn  Philipps  des  SnhSnen  entließ  er  ihn  eae  seinem  Dienst.  In  ßeg. 
Cletnentis  V,  Nr.  S638  steht:  ßernardus  Poleti  (so)  utriusqae  iuris  prafessor, 
teinos  loci  de  Hanso  necnon  et  prior  et  Rnymundaa  Peleti  fratcr  eiua 
canoniens  ecclesie  [de  Manso]  haben  einen  Be«itzslreit  mit  den  Minoriten. 
130S  Kebnuir  5.     über  ihn  vgl.  oben  S.   111. 

'^  Lens  (III,  299)  Hinweis  auf  die  Beziehungen  zu  seinem  kanftigeu 
Schwiegervater  ist  ganz  Uberflfissig.  Rduard  handelte  gernde  so  wie 
Ja}'H)eII.  SehoUmBlters  Angaben  I,  378  f.  sind  Phantasien.  Die  Daten  sinil 
richtig  bei  Pnitx,  Entwicklung  S.  159  f.  gegeben.  Beachtenswert  ist,  daß 
o.  Peleti  seine  energischen  BemDhen  stützte  durch  litterae  quorundam,  also 
nicht  bloG  des  KOmgs  Philipp,  und  durch  den  Hinweis  auf  TemplergestAnd- 
i^iau  (Rymer  I,  3,  101  oder  III.  86  and  Wilkins  II,  337).   Snhon  in  dieser  Zeit! 

'j  Aus  meinen  obigen  AuafDhmngen  wird  man  nicht  mehr  wie  Leti 
^  Emplinden  haben,  als  ob  hier  eine  besondere  Zögerung  vorliege. 


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3U  Kenig  Jaytne  II.  und  die  amgoDesiMheii  Templer  eU. 

York  die  beiden  französischen  päpsttichen  Kapldne  Aht  Deodal 
von  Lagny  (de  Latigniaco)  und  Sicard  de  Vauro  ').  Sie  unter- 
suchen in  den  3  Diöxesen  mit  dem  betreffenden  Bischöfe.  Der 
Londoner  betonte  wiederholt,  soweit  die  Untersuchung  (ien 
Orden  selbst  oder  den  Gro&prfizeptor  von  England  betreffe. 
Wolle  er  nur  Zeuge  nicht  Examinator  sein*).  Und  ein  anderes 
Mal  erklärt  das  L,ondonor  Provinzialkonzil,  der  Bischof  von 
Chicester  solle  zum  Grotiprüzeptor  geben,  denn  er  aliein  unter 
den  anwesenden  Bischöfen  könne  gegen  den  Orden  als  solcher 
voi^ehen  ^).  Man  weiß  also  beide  Behörden  wohl  auseinander- 
zuhalten, wenn  auch  tatsSchlich  nur  die  bischöfliche  Kommis- 
sion, d,  h.  die  UntersucfaQng  gegen  die  Einzeltempler  in  Tätig- 
keit erscheint. 

Merkwürdig  selbständig  gehl  man  vor;  zuerst  nach  dem 
Schema  der  87  (88)  Anklageartikel:  vom  November  bis  März 
1310  gegen  ungefähr  50  Templer.  Wie  aber  keiner  gesteht, 
werden  von  jetzt  an  immer  neue  Artikel  formiert!  So  werden 
zunächst  1 1  nichttemplerische  Zeugen  gefragt ;  aber  auch  hier 
ist  das  Ergebnis,  abgesehen  von  allerlei  Verdachtsmomenten, 
negativ.  Am  3.  Juni  1310  werden  die  ultimi  arliculi  ange- 
kündigt, denen  am  S.  Juni  aber  noch  die  Frage  folgt:  Wie  er- 
teilt der  Gro&präzeptor  oder  ein  anderer  Laien-Kapitelsvorsteher 
die  ^zielle  Absolution  im  Kapitel  und  welche  Worte  gebraucht 
er  dabei?  Wobt  äuüern  sich  hier  einige  Templer  so,  daß  man 
annehmen  muti,  dag  sie  den  Vorsteher,  trotz  seines  Laientiin)s> 
zur  Erteilung  einer  allerdings  nicht  scharf  umschriebenen  Ab- 
solution für  fähig  hielten;  andere,  und  zwar  die  maßgebenden 
Persönlichkeiten,    haben  jede   Inkorrektheit  hier   abgewiesen'). 

Ahnlich,  nur  viel  dürftiger,  werden  die  Verhöre  in  Lin- 
coln, York,  in  Irland  und  Schottland  geschildert;  auch  hier 
nach  alten  und  neuen  Eragezusammenstellungen,  an  verscbie- 

')  Die  andern  Glieder  der  Kommiulon,  abgeeehen  vom  Enbiachofe 
von  York  und  dem  Bischof  vod  Chicester  (daa  eine  Mal!)  werden  gar  nicht 
genannt.     Vgl.  Ober  die  Eommiaaion  8.  'i!fi  Anm.   1. 

*)  Wilkina  II,  349,  390  (er  handle  als  Ordinarius  cata  ipsi  recesserint. 
qnibua  ipse  fuerat  per  papam  adinnctus). 

')  Eo  quod  ipae  soIds  datns  erat  contra  ordinem. 

')  Wilkins  II,  829 -3ö6.    Vgl.  auch  Anhang. 


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RSnig  Jsyma  II.  und  die  Kragonesischen  Templer  etc.  315 

denen  Orten  und  in  verschiedenen  Gruppierungen:  auch  hier 
keine  Resultate '). 

Um  April  1311  griff  die  Londoner  Kommission  zum  letzten 
HQIfsiniUel;  sie  vernahm  eine  grobe  Menge  von  Laien,  Geist- 
lichen, Mönchen  über  den  Ruf  des  Ordens,  Da  werden  nun, 
zum  Teil  direkt  auf  Woibei^eschwStz  beruhend,  die  tollslon 
lind  schon  deshalb  meist  unglaubwürdigen  Geschichten  über 
Ordensgenossen  belichtet;  vor  allem  spielt  das  Kreuz  im  Hinter- 
teil der  Templerhosc  eine  Rolle !  Hier  erklingt  auch  der  Warn- 
ruf: Hütet  eucli  vor  den  Küssen  der  Templer!  Ob  die  Geschichte 
vom  Übertritt  des  Hugo  de  Nipurias  —  das  ist  der  in  Nr.  1 
des  IL  Bandes  genannte  Hugo  de  Aivipurias  —  richtig  ist? 
Den  armen  Londoner  Gefangenen  wurden  im  Mai  diese  Be- 
schuldigungen mitgeteilt.  Sie  haben  sich  auf  das  einzelne 
nicht  eingelassen,  haben  ein  warmes  Glaubensbekenntnis  ab- 
gelegt und  an  die  Richter  die  mannhalte  Bitte  gerichtet,  sie 
möchten  über  sie  so  urteilen,  wie  sie  es  vor  Gottes  Richter- 
stuhl verantworten  könnten  *). 

So*)  war  im  Sommer  1310  für  die  eifrigen  Ankläger  die 
Sache  recht  unerfreulich.  Nunmehr  mischt  sich  Klemens  V. 
ein;  ihm  war  durch  die  Inquisitoren  berichtet,  dati  sich  Prfllaten 
und  Könige  gegen  die  Anwendung  der  Folter,  die  nicht  landes- 

■)  WilkioB  11,  365  fr.  InUcessant  der  Hioweia  des  Uischors  von 
Andrew  wegen  der  Formloatgkeit  Boinns  Protokolls  II,  383. 

»)  Wilkina  11,  858-364. 

')  Le>  III,  299  meint,  ilsfi  die  Kolter  von  Anfang  an  eine  Rolle 
gespielt,  auch  der  König  gleich  nachgegeben  linbe.  Wurc  das  der  Fall, 
10  wDrde  man  die  Klagen  Klemena'  V,  vom  S  Aagast  1310  nicht  verstehen. 
Hie  banen  dsrauf,  daß  BiBchBfe  und  Kftnig  bis  dahin  die  Fciter  verhindert 
Üben.  Die  nnfSnglicbe  Nichtanwendong  zeigt  Dbrigens  »aeh  der  oben 
nvKhnte  Fragebogen  dt«  Eribiachofs  von  York,  der  sicher  aus  dem  Jahre 
1310  stammt.  Vgl.  Chronicon  .  ,  .  Walter!  de  Hemingborgh  II  (1849),  28Ö. 
Ua  bat  aas  der  Stelle  in  den  königlichen  Briefen:  ensqae  [die  KonimisBion] 
permittant  de  corporibns  dictomm  Templariarum  Tacere  id  quod  eis  secnudum 
legem  pcclesiasticflin  videbitur  fariendum  geecfaloesen,  da^  hier  von  Folter 
die  Rede  sei;  das  wflre  an  sich  nicht  aDmOglich.  paüt  hier  aber  nicht, 
*eil  Kdnard  narh  der  pSpetlichcn  Aufforderung,  die  Folter  zuzulassen,  am 
^  November  1810  tarn  ernten  Haie  sagt:  quod  iidem  prelati  et  inqutsitures 
de  ipaig  Templariis  et  eoram  corporibae  in  qneationibus  et  aliia  ad  hoc 
eoarenientibuB  ordinent.    R;mer  I.  4,  177  {III,  231). 


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316  KöDig  JAyino  II.  aad  die  arBgoDcaischen  Templer  eir. 

Üblich  sei,  gewehrt  liütten  und  darum  seien  keine  Ergebnisse  er- 
zielt. In  beweglichen  Worten  mahnte  er  Bischöfe  und  Herr- 
scher zur  Anwenduntir  dieses  letzten  Hüifsinittels  ^).  Wie  uner- 
hört dieses  Schreckmittel  in  England  war,  bekundet  der  Frage- 
bngen, den  der  Erzbischof  von  York  an  alle  Klöster  und  Lehrer 
der  Theologie  in  seiner  Provinz  nindsandte.  Darin  hie&  es: 
,Mug  man  die  Templer,  da  sie  gar  nichts  gestehen,  der  Folter 
unterziehen,  obwohl  das  in  England  niemals  gesehen  oder  ]^ 
hört  ist?  Wer  mufi  eventnell  foltern,  Kleriker  oder  Laien? 
Und  wenn  man  in  ganz  England  keinen  Folterknecht  finden 
kann,    muß  man  da  vielleicht  sich  an   das  Festland  wendeni'' 

Data  die  Folter  seit  Herbst  1810  bis  Sommer  1311  gear- 
beitet hat,  mit  schlie&ticher  Zustimmung  des  Königs,  wissen 
wir  aus  einer  versteckten  Andeutung*);  direkt  ist  uns  nichts 
überliefert.     Und  das  Endergebnis? 

Auf^)  dem  zwei  Monate  tagenden  Provinzialkonzil  von 
York  geben  die  gepeinigten  Templer  ihre  Difiiamation,  den 
Häresie  verdacht  zu,  demütig  empfangen,  sie  die  Lossprecliung, 
dann  werden  sie  aus  dem  (lefängnis  entlassen  und  verschiede- 
nen Klöstern  zu  einem  neuen  Leben  der  Bu&e  zugeteilt.  Auf 
dem  gleichzeitig  (Im  Juni  und  Juli  1311)  versammelten  Pro- 
vinzialkonzil der  Provinz  Canterbury  in  London,  wohin  auch 
die  Templer  aus  Lincoln  geschafft  waren,  gab  es  drei  Geständige. 
Davon  war  einer  während  der  Katastrophe,  wie  er  sagt,  im 
Aultrag  seiner  Obern  in  Frankreich  gewesen  und  hatte  dort 
starke  Eindrücke  von  der  verzweifelten  Lage  des  Ordens  be- 
kommen ;  einen  zweiten  hatte  eine  fast  unmöglich  klingende 
Drohung  des  einen  päpstlichen  Richters  so  eingeschüchtert,  da& 
er  nunmehr  alles  gestand.  Die  übrigen  blieben  fest,  nur  daS 
sie  einige  Inkorrektheiten  in  der  Absolutionsfrage  gestanden;  alle 
imterzogen  sich  ganz  wie  in  York  der  demütigenden  Prozedur 
der  Aussöhnung,  weil  sie  diffamiert  waren.  Vielleicht  ist  am 
bezeichnendsten  für  den  geringen  Glauben  der  Konzilsprölaten 

')  Reg.  Clenientis  V.  Nr.  6376-8. 

^)  Vgl.  oben  S.  312  Anin.  5.  Um  ans  dem  berSliDiteBteii  der  en^ 
lischeo  Templer,  Binibert  Blanke,  die  Wnhritelt  heraasxa pressen,  hielt  mtn 
ihn  ,in  vilissimo  carcere  ferro  duplici  constrictus*.     Wilkios  II,  893. 

',  WilkiDS  II,  888-93;  394-401.    Die  Schlueatelle  S.  392. 


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KOnig  Jajme  II.  and  i)ie  ArRgM)«aischen  Templer  etc.  31? 

an  irgendwelche  Schuld,  dag  man  in  dpr  Absolutionsformel  die 
direkte  Behauptung  der  Exkommunikation  (ab  excomniunicatio- 
nis  vinculis,  quibus  propterea  tenebaris)  in  eine  bedingte  Form 
(si  aiiquibu  spropterea  tenebaris  ...  ad  cautelam)  auf  Verlangen 
einiger  Konziisväter  umänderte! 

Die  beiden  Großwürdentrfiger  VVillielm  de  la  More,  Prä- 
zeptor  von  England,  und  Himbert  Blank,  Prilzeplor  der  ÄtiverKin', 
lieijen  sich  zu  gar  keinem  Zugeständnis  herbei.  More  orklürte, 
er  wolle  kein  Verbrechen  abschwören,  das  er  nie  begangen: 
das  ist  die  letzte  Nachricht  über  ihn,  zwei  Jahre  später  wird 
er  als  verstorben  bezeichnet.  Dbei-  Himbert  Blank  lagen  er- 
pT(;&£  französische  Geständnisse  vor;  auch  er  lehnte  jedes  Ge- 
slAndnis  ab,  und  so  hielt  man  ihn,  um  die  „Wahrheit  noch 
iierauszupressen",  im  elendesten  Kerker  in  Eisen  eingeschlossen. 
Er  erbte  später  das  kleine  Einkommen  des  englischen  GroÜ- 
pnlzeptors. 

Deutschland  tritt  im  Tcmplerdrama  sehr  stark  zurück; 
nur  die  Verwaltung  der  Ordensgüter  hat  allerlei  Spuren  in  den 
iTkundenbücheri)  hinterlasssen,  während  die  uns  interessierende 
Scliuldfrage  nur  ein  einziges  Mal  zur  Erörterung  kommt. 

Hat  in  Deulschland  eine  allgemeine  Templergelangennahnie 
stattgefunden?  Die  Frage  mub  verneint  werden.  Philipp  des 
Schönen  drängendes  Ersuchen  wurde  von  König  Albreclit  an- 
fangs 1308  recht  kühl  beantwortet  >).  Dat^  auf  Veranlassung 
der  Zenlralgewalt  nichts  geschehen  ist,  ergibt  sich  aus  der  Auf- 
forderung Klemens  V.  an  den  bei  ihm  weilenden  Erzbischof 
Burchard  von  Magdeburg,  die  Templer  seines  Gebietes  an 
einem  Tage  gefangen  nehmen  zu  lassen  *).  Das  war  wohl  Ende 
März  1308;  die  Gefangennahme  kann  höchstens  im  Mai  erfolgt 
sein.  Dein  Erzbischofe  ist  das  nicht  gut  bekommen;  anscheinend 
hat  er  die  Gefangenen,  darunter  den  Templermeister  Deutsch- 
lands Friedrich  von  Alvensleben,    wieder  loslassen   müssen*). 

■)  Neaes  Archiv  XXIX  S.  6S3. 

')  Qaod  DOS  sibi  doilum  »pnd  aedem  apostolicam  constitato  tarn  vive 
voris  oraruio  quam  per  noetnie  aab  rerta  forma  litterae  dedimus  in  man- 
datia,  gt  omnra  Templarios  dtocesia  et  dominü  aaorum  et  alios,  qni  reperi' 
n>ntiir  in  eis,  .  .  .  capi  fnreret  ddb  die.     Reg.  Clementia  V.  Nr.  S888. 

')  J.  Koch,  Das  Lebea  dea  Ersbiacbora  Burchard  111.  von  Magdeburg 
(1S88)  S.  17.     In   dem   eigi>nartigen    VertrHg,    den   5   Templer   am    18.  No- 


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fl\6  Kcnig  Jajtne  ll.  nnd  di«  AragoDeeiachen  Templer  et«. 

Jedenfalls  haben  Templer  und  Templerfreunde,  wie  der  Papst 
selbst  erkifirt,  ihm  infolgedessen  Schaden  zu;^eru(ft.  In  den 
KSmpren  mit  ihm  mOssen  die  ma^deburgischen  Templer  sich 
noch  131 1  gehalten  haben ').  Aus  andern  Kirchenppovinzeii 
vernehmen  wir  nioliLs  über  die  Einschließung^). 

hu  August  1308  frliiclt  auch  Deutschland  seine  beiden 
Untersuchungskommissioncn ;  den  ß  Erzdiözesen  war  noch  Ri}ca 
und  Upsala  zugeteilt.  Die  Zahl  der  Mitglieder,  im  ganzen  13, 
war  größer  als  für  die  andern  Länder.  Neben  den  4  Erz- 
bischöfen  von  Mainz,  Trier,  Köln  und  Magdebui^,  die  Bischöfe 
von  Basel  und  Konstanz  —  dazu  für  Polen  dann  noch  die 
Bischöfe  von  Prag  und  Breslau  —  der  Abt  de  Crudjicio  ans 
der  Diözese  Viviers,  der  Prior  de  Longo  Ponte  aus  Paris,  der 
Dcchant  von  St.  Servacius  in  Maestricht,  Paulus  de  Chadarosse 
prepositus  Cavallicensis,  Magister  Bernard  Ramundi,  Arehi- 
diakon  von  \fallorka,  Johannes  genannt  Presbyter  Longus, 
Kanonikus  von  Toni  und  Laurentius  de  Fusciberte,  Kanonikus 
von  Maria  Ma^ioro^).  Auf  Spuren  ihrer  Tätigkeit  stoßen  wir 
in  der  Personenfrage,  abgesehen  von  einer  Notiz  für  Trier*), 
nur  bei  Mainz.  Peter  von  Aspelt,  gewandt,  tatkräHig  und 
selbständig,  hielt  im  Frühjahr  1310  eine  durch  ihre  reichen 
Statuten  bekannte  Mainzer  Synode  ab.  Wahrscheirrfich  er- 
schien dort  eine  Schar  Templer  und  erhob  onerifischen  Protest 
gegen  ihre  Verurteilung;  der  Erzbischof  suchte  sie  zo  beruhigen, 
versprach  mit  dem  Papste  zu  reden,  daß  sie  ungestört  wohnen 
könnten,  und  entließ  sie  in  Freiheit  ^).    Auf  diesem  Konzile  — 

veinber  1308  mit  dem  Erzbischof  schloBEen,  heiU  ea:  Wer«  ocb,  dit 
Düse  vorbenoinede  lierre  de  ert^ebischop  den  boggemeyster  weder  gefange 
Dcme  .  .  .  Der  Erzbiachof  dmf  nkhts  gegen  sie  tan,  es  sei  deno,  d*t  ema 
en  nige  both  geeant  werde  voti  deme  pavcste;  dAnn  mufi  er  ihoeii  abn 
den  Frieden  14  Tage  vorber  aufiwgeD.     Cod.  diplam.   AtH^Wp^  III  9.  117, 

')  J.  Koch  3.  29. 

')  Noch  am  30.  Dezember  18Ü8  erliftlt  der  Herzog  lFri»drieh|  von 
Österreich  den  Auftrag,  etwaige  freie  Templer  gefangen  zu  nehmen.  Reg. 
Clementis  V.  Nr.  3648.  ')  Reg.  dementia  V.  Nr.  3411  und  341S 

')  Raynouard  p.  126  Anm.  Der  Beriebt  von  Trier  an  den  Papst 
spricht  von  17  Zeugen  (darunter  8  Templer),  die  nichts  gegan  den  Oidra 
gestanden.    Vgl.  Rsynaldi  annales  ad  ann.  1810.    Rajrooiuvd  p.  270. 

■)  Vgl.  Kericht  in  Wiehert,  Jakob  von  Haine  (1881)  S.  Tfif.  und 
Mann,  Conc.  Coli.  XXV,  297  ff. 


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König  J«;nie  II.  uaä  die  aragoneBiBchen  Templer  etc.  3ld 

von  einem  zweiten  im  Jahre  1310  wissen  wir  wenigstens 
niclils  —  mu&  nun  der  Erzbischof  mil  seinen  Sufh-aganen  über 
den  päpstlichen  Auftrag  hinausgegangen  sein:  er  hat  nicht  btoü 
imlersucht,  sondern  auch  ein  Urteil  fiber  den  Orden  gekillt, 
wahrscheinlich  in  günstigem  Sinne.  Klemens  V.  annullierte  das 
,  mit  erraten  Worten  zu  Ende  1310;  nur  dem  Papste  stehe  die 
Sentenz  zu,  und  er  verlangte  Zusendung  der  mit  Unterschrift 
and  Siegel  versehenen  Untersuchungakten  gegen  die  einzelnen 
Templer  *).  Vielleicht  sind  das  die  Akten,  von  denen  Raynouard 
wenigstens  die  t}berschrift  und  das  Resultat,  data  49  Zeugen 
(damnter  37  Templer)  günstig  über  den  Orden  sich  aussprachen, 
milgeteih  hat  *).  Der  l7bergriff  auf  dem  Konzil  war  es  wohl  nicht, 
weshalb  Philipp  der  Schöne  die  Bestrafung  des  Mainzers  ver- 
langte»), sondern  wahrscheinlich  seine  Übergriffe  in  der  GQtpr- 
vomaltung:  Peter  hatte  eigenmächtig  die  päpstliche  Bulle  ,Deus 
ultJonum"  *)  dem  Trierer  und  Magdebui^er  Kollegen  vorent- 
halten und  die  Aufsicht  über  Templer  und  Templergüter  seinen 
Suffraganen  anvertraut ').  Mit  derselben  Eigenmächtigkeit  ging 
er  auch  fernerhin  in  der  Gütersache  vor;  das  hatte  zur  Folge, 
dati  der  dem  Papste  sympathische  Magdeburger  den  Hauptteil 
der  Templerverwaltung  mit  Zustimmung  des  Kölners  und  des 
in  Italien  w«ilenden  Trierers  auf  deutschem  Boden  erhielt. 

Auch  für  Deutschland  Ist  die  Geschichte  der  Templer  im 
Jahre  1311  ganz  dunkel*^).  Ob  auch  hier  die  Folter  gewütet 
hat?  Eine  vereinzelte  Notiz  besagt,  dab  der  Mainzer  und 
sein  Konzil  die  Templer  seiner  Provinz  in  diesem  Jahre  frei- 
gesprochen habe').  Klemens  V.  fordert  ihn  am  15.  August 
auf,  zum  Vienner  Konzil  Prokuratoren  zu  senden,  die  auch 
über  die  Templersache  informiert  seien  ^);  er  soll  auch  die 
Vorgänge  auf  dem   Provinzialkonzil,    auf  dem   sich    der   Erz- 

')  Regestnm  CIsmentis  V.  Mr.  6666-6668. 

*|  Kajnoaard  p.  127  and  26)j  f.  Dort  die  hQbBchen  Stellen  über  den 
'trafen  Friedrich  nnd  sein  Urteil  Ober  dvn  Orofimeiater. 

')  NeaerdiDga  von  Schwalm  im  N.  An)hiv  XXIX  8.  618  verJtITentticfat. 

*)  Reg.  dementia  V.  Nr.  3Ö16. 

')  Reg.  Nr.  5886. 

')  Die  Nachrichten  Aber  Verbrennung  von  Templern  sind  alle  apater. 

'l  Wiehert  3.  77  lam  1.  Jnli;  Hansi  XXV,  27». 

■)  Keg.  Clementia  V.  Nr.  7610. 


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S20  Ksnig  isyme  It.  uod  die  arigonasisrben  Templer  »tc. 

bischof  vergangen,  dem  Papste  schildern;  Weiteres  ist  nicht 
bekannt  geworden. 

Italien  besnfi  entsprechend  dem  Reiclitum  seiner  kircli> 
liehen  Organisation  nicht  weniger  als  sieben  bischöfliche  uii<) 
päpstliche  Kommissionen :  fflr  Oberitalien,  Tuscieii,  Kirclten- 
staal,  Ancona,  Neapel,  Sizilien  und  Sardinien ').  Dieser  ge- 
waltige Apparat  arbeitet  mit  dürlligstem  Material:  nur  ein 
paar  Dutzend  Templer  stellen  Ihm  durch  ganz  Italien  zur  Ver- 
fügung. Gewili  sind  die  Akten  ja  nur  zum  Teil  erhalten,  aber 
man  gewinnt  doch  auch  den  Eindruck,  daU  damals,  sei  es 
durch  Tod  oder  Flucht  der  Templer,  sei  es  aus  andern  Griin- 
den,  die  Zahl  der  italienischen  Templer  ät>erhaupt  gering  ge- 
wesen ist. 

Ober  Sardinien  erfahren  wir  nichts*);  Ober  Sizilien  exi- 
stierten vor  hundert  Jahren  die  Akten  beider  Kommissionen:  ilas 
Urleil  der  32  Nichttcmpler  —  wo  bleibt  der  Orden?  —  fiel 
zugunsten  des  Ordens  aus ").  König  Friedricli  hat  sicher  übw 
ihm  wie  über  den  Spiritualen  seine  schötzende  Hand  gehalten. 
Seine  sonst  so  sehr  ins  Einzelne  gehende  Fainiiienkorrespondenz 
gedenkt  der  Affäre  nicht;  ein  Zeichen,  daü  sie  für  ihn  keine 
grotie  Bedeutung  gehabt  hat.  Im  Neapolitanischen  halle  wie 
in  der  Provence  Karl  II,  die  Ciefangennahme  zu  «Be^nn  ISifs 
angeordnet ;  um  so  merkwürdiger  ist,  daß  in  Brindisi  für  dif 
Untersuchung  gegen  den  Orden  nur  zwei  Personen  zur  Ver- 
fügung stehen,  die  ungünstig  aussagen  *).  Im  Kirchenstaate  ar- 
beitete die  Kommission  monatelang  ^)  und  das  Ergebnis  ist  die 
Einvernahme  von  kaum  einem  halben  Dutzend  untergeordneter 
Persönlichkeiten,  die,  von  der  Folter  bearbeitet,  nach  Wunscli 
sich  fluüern.  Dag^en  nahmen  zwei  Templer  in  Cesena  und 
einer  in  der  Mark  Ancona  sich  warm  des  Ordens  an ").  Selbst 
aus  den   tuscischen    und    obenlalienischen    Landschaften    ver- 

■)  Vgl.  oben  S.  234  Anm.  1. 

'I  Nur  einmal  wird  im  Florentiner  Prozeß  gesagt,  dafi  SardiDirn  ■!» 
VerbannDDgsort  galt  für  uugeboruine  Teroplerl 

')  Raynouard  p.  2t^4  und  316. 

*)  Scbottmflilur  11.  105  ff. 

')  Der  Binrhof  Jakob  von  Sntri  arbeitete  ein  Jahr  lang  als  Templer- 
inquiaitor  und  hatte  große  Auslagen.     Heg.  Clemenüs  V.  Nr.  9356. 

"i  Raynouard  p.  278. 


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(fSoig  Styme  iL  und  die  ftrAgunMiacIieii  Templer  etc.  fl2l 

nehmen  wir  nur  von  je  einem  Verhrtr!  Im  Florentiner  {mit 
dem  von  Lncca  verbundenen)  wird  im  Schreiben  der  toskani- 
scheji  Kommission  vom  Jatire  1311  ausdrürklicli  liiiigewiesen 
aiil  die  13  „fralrps  in  provinoia  Tnscie  caplivatos' ;  es  kennen 
also  aucli  nicht  mehr  dort  vorhanden  sein.  Der  instrnk- 
liv*^  Brier  betont  zunächst  die  vorjährige,  dann  die  dies- 
jülirige  Untersuchung,  welch  letztere  die  AuDorderung  des 
Papstes  zur  Anwendung  der  Folter  veranlagt  hatte.  Trotz 
Polterung  haben  aber  nur  sechs  gestanden  und  auch  diese  nur 
zum  Teil;  die  Angaben  der  übrigen  sieben,  deren  Persftnlied- 
keiten  und  Bedeutung  das  Schreiben  möglichst  heninlerdiückt, 
werden  als  unwesenilich  nicht  öbersandt.  Die  beiden  Kom- 
missionen sind  in  denselben  Persönlichkeiten  vertreten;  aber 
Jeder  einzelne  wird  zuerst  ober  den  Orden,  danri  ,de  se"  ver- 
nommen ').  Wertvoll  ist  der  anscheinend  aur  zeitgenössische 
Ouelien  sich  stützende  Bericht  über  das  Proviiiziatkonzil  von 
Havenna  im  Juni  1311:  Ei-zbischot  Rainald  vernahm  dort  als 
, Inquisitor  contra  singulares  personos  et  ordinem  militiu  Tempil' 
einige  Templer,  die  nichts  gestanden,  und  befragte  sodann  die 
Synode,  ob  sie  gefoltert  Werden  sollten;  die  Anwesenden  ver- 
neinten dies  mit  Ausnahme  zweier  Dominikaner  und  beschlossen, 
das  Urteil  nicht  dem  Papste  zu  überlassen,  sondern  von  den 
Templern  die  kanonische  Reinigung  zu  verlangen.  Tags  darauf 
entschied  man,  daij  die  unschuldigen  freigesprochen,  die  Schul- 
digen ,ex  lege*  bestraft  werden  sollten.  Und  dann  folgt  die 
höchst  beachtenswerte  Erklärung;  Unschuldig  sind  die,  die  aus 
Furcht  vor  der  Folter  gestanden  und  später  widerrufen  haben, 
oder  den  Widerruf  nicht  wagen  aus  Furcht  vor  neuen  Foltern; 
falls  letzteres  nur  feststeht!')  Wäre  diese  so  menschliche  und 
so  vernünftige  Auffassung  vüiher  auch  im  französischen  Klerus 
herrschend  gewesen,  oder  selbst  damals  noch  allgemein  durch- 

')  Ich  fol)^  hier  Loiseleur,  der  in  eeinem  sonst  wertlosen  Bucliv:  I.h 
doctrioe  secrete  des  Templiers  (18T2)  S.  172  ff.  das  Florentiner  Verlißr  nach 
dem  mir  nielit  EUKBngliehen  Bini  gibt. 

')  Intelligi  innocentes  debere,  qui  roetu  toniientoram  confesai  fiiissent, 
>i  deinde  eam  coufeMionnm  revoCBssent,  aat  revocare  bniuBmodi  tormoD' 
toruin  metu,  ne  inferr«DtDr  nov»,  nnn  Tniasent  aosi:  dum  tamen  i<l  constiiict. 
MiDsi,  C'oneilioram  collectio  XXV,  296. 

Pinke,  PnpaltDm  nii.l  UntervnnK  ■!■•  T«inpler..r.len».    I.  21 


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32S  Kftnig  JsymB  It.  nnd  die  arflgoneBiechen  Templer  etc. 

gedrungen,  ein  Meer  von  Etend  und  Unglück  wäre  dann  über 
den  Orden  nicht  hereingebroclien. 

Diese  Erklärung  wurde  abgegeben  von  einem  Slanne, 
der  —  der  einzige  unter  den  damaligen  bischöflichen  Inquisi- 
toren —  in  Hallen  als  Heiliger  verehrt  wird  ^). 

Und  nun  zum  Scliluß  der  durch  Schpttmüller  *)  bekannt- 
gewordene cyprische  Prozeli:  Ein  Glück,  daß  die  Akten  des 
HauptsitzDS  der  Templer,  der  zudem  die  Brücke  zwischen 
Abend-  und  Morgenland  bildet,  so  vollständig  und  in  solcli 
breiter  Wiedergabe  erhalten  sind;  denn  mehr  wie  irgendein 
anderes  außerfranzösischef;  Land  bedeutet  Cypeni  für  die  Beur- 
teilung des  Templerdramas.  Die  Glii.'der  der  beiden  Kommis- 
sionen waren  die  Bischöfe  von  t'aniagusta  und  Limasol,  da  der 
Erzbiscliof  Gerhard  von  Nicosin  durch  seine  Stellung  im  groten 
kirchenpalitischen  Kampfe  1.W8  suspendiert  war  und  blieb, 
dann 'der  abbas  monasterii  Eleclen^is  in  der  Diözese  Narbonne 
und  Magister  Thomas  von  Rieti,  die  beide  aber  im  Verhöre 
nicht  erscheinen.  Dali  die  Untersuchung  nicht  ganz  korrekl 
im  Sinne  der  päpstlichen  Verordnung  gerührt  wurde,  hat  scboo 
der  Rubrikalor  für  das  Vienner  Konzil  herausgefunden.  Nach 
ihm  gingen  die  Inquisitoren  bei  der  Bestrafung  .nonfuse  et 
turbato  ordine"  vor,  .preponentes  articulos  postponendos',  nnd 
so  seien  die  Aussagen  der  Zeugen  oft  .ohne  Sinn  und  Ver- 
stand*, wenn  man  sie  n'it  den  Fragen  zusammenstelle.  Das 
stimmt! 

Es  haben  vom  10.  Mai  bis  zum  5.  Juni  I3tü  vier  Ver> 
höre  stattgefunden :  Zunächst  werden  2 1  nichtlempleriscbe 
Zeugen  vernommen;  ihnen  sollte  nach  der  Bestimmung  des 
Papstes  der  Fragebogen  mit  den  127  Fragen  voi^elegt  werden, 
denn  sie  sollten  nicht  gegen  einzelne  Persönlichkeiten,  sondern 
g^en  den  Orden  bekunden.  Tatsächlich  werden  sie  aber  nach 
dem  Schema  der  87  Artikel  befragt,  die  gegen  die  einzelnen 
Templer  sich  richten!  Daran  schliefen  sich  die  Verhöre  der 
Templer  in  zwei  Fassungen.  Darnach  sind  in  derselben  Zelt 
vom   5.  bis  31.   Mai  gleichzeitig  Tag   für  T^  die  einzelnen 

']  Aof  die  Einzelheiten  und  die  PersünlJRhkeit  Rninalds  g43denka  ich 
an  andern)  Orte  einzugehen. 

')  Sclnittmütler  W.   Wi   -401). 


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Könif:  Jnym«  1[.  and  die  «ragoneHiachen  Templer  etc.  823 

Twiipler  nach  zwei  Vorlagen  gefragt  worden :  das  längere  Pro- 
lokoli  ist  leicht  erkennbar,  es  ist  das  Verhör  gegen  den  Gesamt- 
orden. Aber  das  kürzere?  Ea  werden  stets  nur  drei  Fragen 
von  den  Templern  beantwortet:  Ober  ihre  Aufnahme  —  den 
Anrang  des  lemplerischen  Irrtums  —  und  über  den  Verbleib 
der  Idole.  Diese  drei  Fragen  sind  dem  Anklageschema  (ur  die 
biscliöfliche  Inquisition  gegen  den  einzelnen  Templer  hinzuge- 
Tügt;  wir  haben  hier  also  das  Verhör  gegen  die  .Teniplarios 
singuiares'  vor  uns,  allerdings  in  einer  Weise,  wie  es  sicher- 
licli  nicht  in  den  päpstlichen  Intentionen  lag.  Und  um  die 
Verwirrung  voll  zu  machen,  werden  die  zu  Anfang  Juni  ver- 
liörlen  Niclittempler  nach  dem  richtigen  Schema  gegen  den 
Gesamtorden  vernommen. 

Doch  dieses  Durcheinander  schadet  dem  Ergebnis  t)er 
Aussagen  nicht.  Und  das  ist  höchst  bemerkenswert:  Hier  im 
Zentralpunkt  des  Ordens,  von  den  Hauptvertretem  —  nach 
den  in  Frankreich  gefangenen  Großwördenträgern  — ,  von  säint- 
liehen  Mitgliedern  des  angesehensten  Konventes,  aber  auch  von 
zahlreichen  hochstehenden  Laien  und  Geistlichen,  die  zum  Teil 
politische  Gegner  der  cyprischen  Templerpolitik  sind,  wird  die 
vollste  Unschuld  des  Ordens  proklamiert.  Alle  europäischen 
Länder  sind  im  Orden  vertreten,  mit  Ausnahme  des  hohen 
Nordens:  Frankreich,  Burgund  und  Provence  überwiegen,  sie 
bilden  mit  ihren  38  Brüdern  die  Hätfle,  aber  auch  England  ist 
durch  4,  Aragonien  durch  7,  Italien  durch  S,  Deutschland  durch 
i  Templer  dort  vertreten.  Und  keiner  von  ihnen  hat  auch  nur 
das  geringste  gestanden!  Mit  Entrüstung  weisen  sie  die  An- 
schuldigungen zurück  und  sie  können  an  den  Verrat  Molays 
nicht  glauben;  wichtiger  vielleicht  noch  ist,  dalj  sie  in  <lurch- 
aus  einheitlicher  Weise  über  die  Aufnahme  aussagen,  verstän- 
dige Grklänmgen  für  auffällige  Erscheinungen  —  z,  B.  für  die 
Nachtkapitel,  die  Verehrung  des  Kopfes  der  h.  Euphemia  statt 
des  Idols  — ,  klare  Angaben  über  einzelne  Ordenssch wachen 
macheu. 

Am  stärksten  wirkt  aber  auf  den  Leser  das  Lichtbild, 
das  aus  den  Aussagen  der  nichttemplerischen  Zeugen  ihm  ent- 
g^nstrahlt.  Auch  die  aragonesischen  und  englischen  Templer 
e>-stelien  nicht,  at>er  die  Aussagen  der  Geislliclien  und  Mönche 

21* 


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834  KSnig  Jayme  ll.  und  die  ttmgoneaiBclieii  Templer  etc. 

sind  dagegen  unTreundlich.  Hiei*  in  Cypem  überwiegen  auch 
bei  den  Mönchen  ilie  günstigen  Bemerltungen ;  nicbt  unterbleibt 
der  Klatsch,  aber  ehrlich  weist  man  doch  auch  auf  die  Ent- 
stehungszeit, die  Ankunft  der  päpstlichen  Brtere  hin.  Vierzig 
Jahre  hat  der  greise  Bischof  Hobert  von  Beirut  mit  Templeni 
verkehrt;  er  weite  nichts  Schlechtes  zu  berichten.  Er  glaubt 
unbedingt  an  ihr  Festhalten  an  den  Sakramenten,  denn  sehr 
oft  hat  er  Templern  die  Kommunion  gereicht  und  sie  demütig 
zum  Tische  des  Herrn  gehen  sehen.  Wie  er  traten  noch  andere 
Kleriker,  die  lange  die  Beichten  der  Templer  gehört,  mit  WSrmo 
für  den  Orden  ein;  Bitter,  die  mit  den  Templern  in  Krieg  und 
Frieden,  in  den  Städten  und  auf  dem  Lande  zusammen  gelebt, 
wissen  .nur  gutes  zu  sagen".  Gewi§  kursieren  auch  unerfreu- 
liche Bemerkungen  über  den  Orden,  der  lange  so  mächtig  ge- 
wesen und  sich  viele  Feinde  verschafft  Imtle,  dali  er  jeden 
Anspruch  des  Ordens  nach  Templersitte,  mag's  recht  oder  nicht 
recht  sein,  verteidigt,  und  dann  jenes  Sprüchlein  auf  Cypem, 
.daß  die  Frau,  die- nicht  mit  einem  Templer  zu  schaffen  ge- 
habt, keine  Dame  sei* ;  —  in  dem  Rahmen  des  Verhörs  möchte 
man  sie  nicht  missen,  denn  durch  solche  Zitate  wissen  wir, 
dai  man  auch  alles  Verdächtige  gegen  den  Orden  heraiige- 
zc^n  hat. 

Ein  eigentümliches  Resultat  ergibt  sich  für  den,  der  diese 
Oberschau  überdenkt,  wobei  die  Nachricht  von  der  Verbrennung 
von  Templeni  in  Lothringen')  auf  sich  beruhen  bleibt:  bei 
allen  Frankreicli  in  engerm  oder  weiterm  Kreise  umgebenden 
Ländern  ist  die  Unschuld  des  Ordens  sonnenklar;  was  höch- 
stens übrig  bleibt,  sind  allerlei  böse  Gerüchte.  Nur  die  Terri- 
torien, die  mit  Frankreich  enger  zusammenhängen  wie  HJe 
Provence  und  Neapel,  oder  auch  mit  dem  Papsttum  wie  der 
Kirchenstaat  und  auch  Tuscien  weisen  Schuldbekenntnisse  auf! 
Diese  Tatsachen  sprechen  für  sich. 

')  In  Calmet,  Hiet.  gen.  de  I.orraiue  II,  436  findet  sicii  folgende 
Nutiz:  l/liiBtoire  maauscrit«  du  duc  Thiäbtmt  porta  qa'eii  1311  ca  priDce 
fit  enceater  dans  ses  ^tsta  grand  uombre  <ie  TenipIierH  ...  et  s'appropriii 
une  bonae  partie  de  leura  bieos.  In  dieser  Form  ist  die  Sache  Bicher 
unrichtig.     Wer  gab  denn  Theobald  das  Recht  zum  Verbrennen? 


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KSnig  J«iyn>e  II.  und  die  aragunesi sehen  Tumpler  etc.  325 

Freilich  eines  darf  man  nicht  übersehen :  fast  sämtliche 
siliere  Nachrichten  reichen  bis  zu  dem  Zeitpunkte,  da  zwangs- 
weise üt>erall  —  anscheinend  mit  Ausnahme  Deutschlands  — 
die  Folter  einsetzt.  Mit  dem  ti.  August  1310  b^innen  die 
drängenden  Aufforderungen  zum  Foltern,  die  Klemens  V.  erst 
nach  England,  dann  im  März  1311  nach  Kastilien,  Aragonien, 
PoKugal,  im  Juni  nach  Italien,  Cypern  und  dem  Orient  richtet '). 
Eine  furchtbare  Urkundengruppe!  Ol)  dadurch  überall  Zuge- 
ständnisse erzielt  sind,  bezweifle  ich;  in  Florenz  ist  es  ge- 
lungen. Aber  tär  die  Beantwortung  der  Schuldfrage  in  den 
auberfranzösischcn  Ländern  sind  diese  etwaigen  erpreßten  Ge- 
ständnisse ohne  Bedeutung. 

Ich  glaube,  der  Schiula  ist  nicht  zu  gewagt:  Kämen  für 
die  Schuldfrago  nur  diese  Länder  in  Betracht,  dann  gäbe  es 
kein  Templerproblem.  Jedermann  würde  den  Orden  für  un- 
schuldig halten.  So  darf  und  muü  die  Erörterung  der  Schuld- 
frage auf  Frankreich  beschränkt  bleiben. 

■)  Reg.  Clementis  V.  Nr.  6376  ff.,  7493-98,  7&27ff.,  7595ff.,  76tl. 


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Vm.  Die  Schuldfrage. 

Wenn  von  Schuld  oder  Unschuld  des  Tenipierordens  ge- 
schrieben und  gesprochen  wird,  so  hedeulet  das  eine  Antwort  auf 
die  Frage:  Waren  die  Verleugnung  Christi,  Bespeiung  des  Kreuzes, 
unsittliche  Küsse,  AufTorderung  zur  Sodomie  und  Anbetung  eines 
Idols  im  Orden  bei  der  Aufnahme  und  den  Ordenskapiteln  ge- 
brauchlich? Nur  in  diesem  Sinne  kenne  ich  ein  Problem.  Also 
nicht  Veilchen  eines  einzelnen  Templers,  nicht  dem  Orden  auf 
andern  Gebieten  anhaftende  Schattenseiten  fallen  unter  den 
Begriff  der  Templerschuld.  Wer  die  Literatur  genauer  ver- 
folgt hat,  weit,  daß  allmählich,  vor  allem  seit  dem  Erscheinen 
dos  Leaschen  Werkes,  die  Mehrheit  der  Forscher  sich  für  die 
Schuldlosigkeit  ausgesprochen  hat.  Aber  nicht  alle  und  überall- 
Gerade  in  Frankreich  erheben  sich  immer  wieder  Stimmen,  die 
unentschieden  klingen,  das  Problem  als  noch  ungelöst  bezeich- 
nen. Und  selbst  Lea  und  Gmelin  huldigen  einem  gewissen 
Eklektizismus;  auf  sie  hat  die  lange  Beschäftigung  mit  den 
ProzciJakten  einen  gewissen  Einfluti  gehabt;  sie  möchten  gern 
alles  wegleugnen,  und  können  es  doch  nicht  vollständii;: 
schmutzige  Küsse,  Sodomie,  ja  auch  gewisse  fiivole  Verhöh- 
nungen der  Heiligen  möchten  sie  nicht  ganz  wegleugnen'). 
Das  ist  inkonsequent  und   weicht  in  der  Wirkung  sehr  wenig 

■)  Leu  111,  276  f.;  Gmelin  8.  b08.  Im  Grunde  stehen  ata  laf  dem 
Stnndpunkte  den  Dominikaners  Petrua  de  Palude,  des  sp&ter  so  berUhniien 
'nieolofen  and  Patriarchen  von  Jerusalem.  Zaeret  «rkiBrt  er,  nachdem  «r 
vielen  VerhOren  beigewohnt,  daß  ans  vieleii  Qrtlnden  die  LengneodMi 
glaubwQrdiger  seien  als  die  Geetttndigen,  Dann  aber  meint  er:  Ez  quibiu 
oarracionibus  et  aliia  credebat,  quod  illicita  contenta  in  dictis  arüculis  vtl 
nuior  para  ex  eis  intervenirent  in  rccepcionibus  tüiquanim  ex  tatribus 
erdinis  vel  pcMt,  et  non  in  recepcionibus  alionim  doc  post.   Hicbelet  II,  K^ 


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Die  Schuldfrage.  827 

von  den  Anschauungen  ab,  die  Prutz  vertritt  und-  gegen  die 
beide  energisch  ankämpfen  >). 

Ober  zwei  Punkte  ist  dagegen  ein  allgemeines  Einver- 
ständnis erzielt:  1.  Die  Unschuld  der  nichtfranzösischen  Templer 
ist  durch  das  vorhandene  Prozeimaterial  glänzend  erwiesen; 
(las  Gros  bekennt  sich  unschuldig,  wahrscheinlich  auch  unter 
der  Tolter;  die  wenigen  Ausnahmen  bedeuten  für  die  Gesamt- 
heit nichts.  Gerade  das  Bruchstück  der  aragonesischen  Pro- 
zesse, das  ich  veröffentliclie,  bestärkt  diesen  Eindruck,  und 
nnzweifelhall  würde,  wie  erwähnt,  jeder  neue  Fund  hier  die- 
selbe Wirkung  erzielen.  2.  Der  Hauptreiz  des  Tem  piergeh  eiiij- 
nisses  lag  in  frühern  Zeiten  wohl  in  der  Annahme,  Abu  es 
sich  Iiicrt>ei  um  häretische  Anschauungen,  um  Annäherung  an 
mohammedanische  oder  an  Ideale  handle,  die  später  von  frei- 
maurwischer  Seite  vertreten  wurden ,  überhaupt  um  etwas 
Prinzipielles.  Diese  Anschauung  teilt  wohl  kein  Mensch  mehr: 
das  Aufsuchen  des  BafTomet,  der  geheimnisvollen  Idole,  hat 
längst  aufgehört ').  Man  kann  ruhig  sagen,  daß  den  Häretikern 
des  Mittelalters  bitter  unrecht  geschähe,  wenn  man  —  die 
Wahrheit  der  Aussagen  vorau^esetzt  —  die  Templer  ihnen 
gleichstellte:  da  fehlt  ja  jede  innere  Oberzcuguiig,  geschweige 
denn  Bt^eisterung,  jedes  Gefühl  der  Pflicht  und  des  Heroismus. 
Sollen  die  Aussagen  ganze  Wahrheit  oder  wenigstens  einen 
Kern  enthalten,  so  kann  es  sich  nur  um  Roheiten  und  Fri- 
volitäleii  handeln.  So  haben  es  Lea,  Gmelin  und  schließlich 
auch  Prutz  angesehen.  Sie  erklären  sich  die  Sache  so:  Der 
Kiiä  auf  den  Hinlern  läßt  sich  wohl  denken  bei  dem  Hochmut 
der  Bitter  g^cnüber  dem  ihnen  in  angeblicher  Brüderschaft 
gleichgestellten  gemeinen  Mann;  ein  ßerehl  der  Art  sollte  das 
Prinzip  des  absoluten  Gehorsams  geltend  machen.  .Männer, 
erbittert  durch  die  ihnen  im  Orden  gebotenen  Enttäuschungen, 
gleichsam  wund  gedrückt  von  den  Fesseln  des  unwiderruflichen 
Gelübdes  und  inmitten  der  Zuchtlosigkeit  des  Ostens  von  allen 

')  Vgl.  Wencb  in  GMt.  Gel.  Anzeigen  1896  S.  538.  Fratz  benift 
«ich  Histor.  Viertel jahrachr.  1S94  S.  266  auf  Kanke.  Als  ob  Rankea  Urteil 
hier  etwas  Wesentlidiee  bedeuten  kSunte! 

1  Vgl,  die  Zasammenfasaiuig  von  Wenck  in  Gütt.  Gel.  Anz.  1890 
S.  256f. 


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828  Die  Scbuldfrag«. 

religiösen  Überzeugungen  losgelöst,  Itaben  viellGtchl  gelegentlich 
den  Geliorsani  eines  Neulings  auf  die  Probe  gestellt,  indem  sie 
ilin  das  verhaßte  Kreuz  bespeien  ließen"  ')■ 

Mit  dieser  Auffassung  wären,  wie  gesagt,  die  Aussagen 
aber  in  Einklang  zu  bringen.  Handelte  es  sich  uiu  wirkliche 
Häresie,  so  wäre  es  ja  ganz  unverständlich,  daü  die  Ange- 
klagten nicht  bloJi  als  Gefangene  bereuten,  sondern  alsbald 
nach  der  Verleugnung  und  Bespeiung  angebticli  zur  Beichte 
geeilt  sind;  Nach  ihren  Aussagen  haben  sie  also  sofort  den 
Eindruck  eines  schlimmen  Vergehens,  das  sie  baldigst  sühnen 
mül^ten,  bekommen.  Zuweilen  stand  der  Priester  schon  dabei 
oder  war  in  der  Nähe,  um  gleich  die  Absolution  zn  geben, 
damit  das  Gefühl  der  Reue  sich  nicht  zu  tief  einniste  ^.  So 
ermahnt  einmal  der  Geistliche  zur  Verleugnung  mit  dem  Trost, 
er  könne  kraft  Autorität  des  Papstes  absolvieren !  ^)  Der  arme 
Kandidat  küßt  noch  erst  das  Kreuz,  bevor  er  darauf  speit*). 
Ja  selbst  der  Rezeptor  külJt  wohl  einmal  ehrerbietig  das  Kreuz, 
nachdem  er  es  gerade  hat  bespcien  lassen.  Im  allgemeinen 
abci'  scheinen  die  Rezeptoren  die  Sache  rein  gewohiiheitsmäüig 
zu  betreiben:  in  einem  Atem  verlangen  sie  Entsagung  aller 
weltlichen  Freuden,  Gehorsam,  Keuschheit  und  dabei  Bespeiung, 
Sodomie  und  andere  Niederträchtigkeiten!  Sehr  oft  mit  einem 
Scherz-  oder  Trostwort :  ,Tufs  nur  kühn,  denn  es  kostet  ja 
nichts!"*}  Oder;  „Jetzt  muKl  du  etwas  tun,  was  nicht  viel 
Mühe  macht!"  ")  Oder  in  plumper  Form:  Das  soll  er  nur  tun, 
denn  in  seiner  Heimat  verleugne  man  Gott  täglich  hundcrtnial 
„pro  una  pulice' ! ')  Derselbe  Zeuge  verehrt  dann  demütig 
am  Karfreitage  das  Kreuz  Christi.  Manchmal  gibt's  eine  kriege- 
rische Ermunterung  sofort  nach  der  Zeremonie:  ,Uu  wirst  im 
Orient  etwas  leisten!"") 

';  So  Prutz  a.  a.  0.  S.  272  f.  ')  Miclielet  I,  431  ff.;  II,  26S. 

^)  [Presbyter]  .  .  ,  qui  adtiemt,  .  .  .  per  quem  'uit  ei  dictum,  quod 
aiictorittito  dominj  pape  poterat  nbsolvere  eum.  Michelet  II,  268;  FinkeII,34T. 

*)  Et  poat  hoc  osculatus  fuit  crucem  mantelli  sui  et  apnit  aaper  esm. 
Finke  II,  317.     Dann  Michelet  1,  561. 

'I  Facjatis  midncter,  quia  nichil  deconatat.  im  Druck  ist  die  Slallr 
unversUndlich.     Michelut  II,  152. 

°)  Mänard  I,  176:  Qaod  non  erit  magDOin. 

'I  Micbelet  II,  110.  ')  Tu  eria  benue  pugll  ultra  mare. 


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Die  Schuldfriige.  339 

Atso  nach  den  Frolokoliei>  siml  es  keine  goll^erälHgen 
Akte:  der  Rezeptor  und  seine  Umgebung  seligen  sicli  alkrdings 
tiieUt  leicht  fil)er  sie  Iiinwe^,  dem  Ordenskandidalen  aber  ver- 
pillen  sie  angeblich  den  Eintritt,  otl  das  ganze  Leben  im  Orden. 

Können  nun  aber  die  französischen  Prolokolle  für  die 
Sclmldfrage  als  historisches  Beweismittel  gebraucht  werden?') 
Wir  die  einzelnen  Aktert  des  Templertlramas  kennt,  muü  darauf 
mit  einem  vollen  Nein  antworten. 

Wolil  besitzen  wir  nicht  alle  Protokolle :  selbst  aus  Frank- 
reich ist  ja  nur  ein  Bruchteil  erhalten;  es  Fehlen  zahlreiche 
Verhöre  des  Jahres  1307,  die  meisten  bischöflichen  Prozesse 
Ton  laoo  und  13H).  Aber  wir  können  mit  Sicherheit  sclilieüeu, 
daß  das  Bild  durch  Auffinden  der  jetzt  fehlenden  Prozesse 
wenig  geändert  würde;  das  Jahr  tH07  würde  wahrscheinlich 
fast  nur  Geständnisse  bringen,  aus  der  spätem  Zeit  würde 
wenigstens  die  Mehrheit  ebenfalls  GestAndnisse  sein. 

Das  französische  Material  macht  ziinüchst,  wenigstens  bei 
oberfläcWicher  Durchsicht,  keinen  ungünstigen  Eindruck.  Die 
Abfassung  seitens  der  Notare  ist  —  das  möchte  ich  andern 
Ansichten  gegenüber  betonen  —  sicherlich  korrekt,  jedenfalls 
ohne  absichtliche  Fehler ').  Man  Termi^t  oft  Angaben  über 
die  Folter;  ein  sicheres  System  scheint  es  hierbei  damals  nicht 
gegeben  zu  haben.  Jedenfalls  wird  in  einem  Notariatsprotokoll 
meist  nicht  auf  eine  frühere  Folter  zurückgegriffen.  Der  Notar 
wufite  ja  oft  nichts  von  der  Folterung.  Zuweilen  aber,  und 
das  ist  wichtig,  wird  auch  der  frühern  Folterung  gedacht  ^). 
Der  Folter  wird  wohl  stets  gedacht,  wenn  der  Inquisit  bei  dem 
Akte  gefoltert  oder  wenn  speziell  nach  der  frühem  Folter  ge- 
fragt wird.  Besonders  bei  der  pSpstItchen  Kommission  sucht 
der  Notar  die  ÄuÜerlichkeiten  stets  genau  anzugeben*).  Als 
einmal  das  Protokoll  wegen  seines  Umfanges  an  einem  Tage 
--  ^ 

')  Ich  betone  fUr  die  Scholdfrage.  Daß  in  viel«ii  Nebensachen  oft 
Wilires  mit  Fftlaehem  venniaeht,  oft  durchaus  Wahres  entbalten  ist,  leugne 
ich  nicht.    Das  kommt  bei  jeder  modernen  Strafverhandlung  ähnlich  vor. 

■)  Qewifi  kommen  Fehler  vor.  Einer  der  nnAälligstcn  ist  wohl,  daß 
unter  die  teste«  einea  Frotokella  bei  Mänard  p.  207  zu  lesen  ist;  fratre 
foDdo  Planenti  teroplsrio,  dessen  Verhör  p.  1S8  steht! 

■)  Z.  B.  bei  Finke  II,  S50.  *)  Hichelet  I,  460  NnchverhOr. 


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8S0  Die  Schuldfrage, 

niclit  ferliggeslelll  werden  konnte,  wurde  es  ui  den  folgenden 
unter  steter  Anwesenheit  des  Zeugen  au^carbettet  >).  Auch 
die  Richter  mühen  sich  um  Harmonie  in  den  Aussagen;  von 
ICngland  aus  erkundet  man  sich  nach  früheren  Aussäen  in 
Frankreich  ^).  Man  hält  dem  Verhörten  frühere  protokollarische 
Aussagen  vor").  Die  Fragestellung  erfolgte  meist  in  der  Mund- 
art; wenn  der  Zeuge  Latein  versteht,'  wird  es  besonders  be- 
merkt. Die  Oberartwitnng  in  Latein  machte  gewiß  oft  Schwierig- 
keiten, aber  der  Notar  mühte  sich,  die  Eigenart  des  Aussagenden 
zu  (reffen;  sonst  würden  die  Aussagen  viel  eintöniger  lauten. 
Ihre  Ausdehnung  ist  in  den  verschiedenen  Perioden,  vor  allein 
auch  nach  der  Zahl  der  Fragcpunkte  verschieden  :  1307  gab 
es  nur  5  Hauptpunkte,  von  IH08  an  in  der  einen  Fassung 
mehr  als  120,  in  der  andern  beinahe  ftO. 

in  den  nelwnsäcliHchen  Dingen  *)  haben  sich  die  ange- 
klagten und  den  Orden  belastenden  Templer  größter  Genauig* 
keit  befleißigt,  so  bei  allem,  was  auch  von  der  Au&enwelt 
kontrolliert  werden  konnte:  Angaben  ober  ihr  Alter,  Zeit  ihres 
Eintrittes;  historisch  sicher  ist  auch  das,  was  von  ihnen  wie 
von  den  Leugnern  aller  Schuld,  besonders  in  Spanien,  in  der 
Diözese  Eine,  in  England  und  Cypern,  ausdrücklich  zug^eben 
wird.  So  vor  allem  die  sofortige  Aufnahme,  ohne  Probezeit; 
das  bekunden  fast  alle  Templer  in  den  verschiedensten  Welt- 
gegenden, die  nie  Beziehungen  zueinander  gehabt  haben  können. 
Viel  Gedanken  hat  man  sich  auch  in  der  spanischen  Komturei 
nicht  darüber  gemacht.  Es  war  Ordensgewohnheit,  daß  man, 
ohne  den  Orden  weiter  zu  kennen,  alsbald  schwor,  ihm  ständig 
treu  zu  bleiben.  Höchslens  meinte  einer,  allerdings  irrig,  daß 
es  bei  den  andern  Orden  gleichfalls  so  sei  ^).  Das  Nächst* 
hegende,  daß  früher  wohl  militärische  Gründe  dies  l>ewirkl, 
scheint  von  niemanden  geäußert  zu  sein.     Da&  auch  elljährige 

■)  Michelet  I,  893:  Proptor  eins  prolixiUtem. 

')  Michelet  II,  132. 

')  So  bfaondera  boim  Prgiefi  jd  Nimee 

*]  So  Bind  wohl  hUs  DnteD  richtig,  NatQrlicL  auch  die  Nnoien  ber. 
vorragender  Personen, 

')  Micbelet  II,  429,  471.  Michelet  I,  199  war  einer  2  Jahn:  donatua, 
dann  frator.    Vgl.  auch  1,  614  a.  o. 


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Die  SchuldfrBge.  S31 

Knaben,  allerdings  wohl  nur  aus  hoben  sozialen  Kreisen,  zu- 
gleicli  mit  ilcm  Ritterschlag  aucli  das  Ordenskleid  für  immer 
empfingen,  dürfte  riclitig  sein  ').  Besonders  belastend  für  den 
Orden  wurde  die  obenralls  wohl  den  kriegerischen  2^!iten  ent- 
stainmende  peinlichste  Heimlichkeit  bei  der  Aufnahme  und  den 
Kapitels  Versammlungen.  Auch  die  Leugner  jeder  Ordensschuld 
gpbcn  sie  unbedingt  zu;  ebenfalls  dat^  man  mit  andern  Brüdern 
nur  ungern  über  Kapitelssachen  sprach.  .Sic  erat  slattituni'  *). 
Nicht  bloti  die  Nachtzeiten  wiThlle  man  aus,  man  suchte  sich 
auch  möglichst  vor  dem  Blick  Uneingeweihter  zu  schützen, 
Dalj  man  Hitzen  und  Fugen  verstopfte,  sagen  nicht  nur  fran- 
zösische, sondern  auch  aragonesische  Protokolle^).  So  wurde 
die  Neugier  aul's  liüchstc  gereizt:  Mönche  klettern  aufs  Dach, 
um  so  einen  Blick  in  die  geheimnisvolle,  feierliche  Versamm- 
lung zu  werfen!  Aber  auch  der  Verdacht  wurde  rege;  ich 
glaube,  es  wäre  verkehrt,  dies  leugnen  zu  wollen.  Ich  will 
nicht  auf  Frankreich  hinweisen,  aber  die  von  ihrer  Unschuld 
ganz  durchdrungenen  Templer  von  Mallorka  und  Aragonien 
deuten  es  an,  nicht  als  eine  von  ihnen  verschuldete  Tatsache, 
aber  doch  als  eine  Tatsache,  die  sie  zuweilen  schon  vor  dem 
Eintritt  in  den  Orden  gekannt,  die  sie  al>er  vom  Eintritt  nicht 
zurückgehalten  hat*)- 

Auch  tatsächliche  Flecken  am  Orden  werden  von  i^eug- 
neni  und  Geständigen  zugegeben,  wie  der  Ordenshochmut  ^), 
die  SchrofTheit  in  Verteidigung  ihrer  Ordensinteressen  andern 
Kreisen  gegenüber*),  die  Härte  den  befangenen  (tegenüber, 
vielleicht  auch  zu  hastiger  Erwerb  fremden  Besitzes,  Das 
wurde  ihnen  auch  schon  früher  vorgeworfen.  Dem  Ansehen 
des  Ordens  aber  halte  alles  das  kaum  Eintrag  getan,  weder 
die  öfter  bespTOchehe  Heimlichkeit,  noch  diese  Schwächen  '). 
Wie  würden  wir  sonst  so  viele  Glieder  hochangesehener 
familien,  so  viele  Glieder  desselben  Hauses,  wo  der  eine  den 

'I  Micbelet  I,  415.  ')  Hichelet  II.  440. 

')  Michelet  ],   164  und  Finke  II,  373  f. 

'1  Michelet  II,  430,  440,  445.  'j  Michelet  II.  12,  83  uaw. 

')  Michelet  I.  88. 

')   Dazu   kommen    die  oft  beeprocfaenen  AnBchnldipnngeD  des   Pod- 


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882  Die  Schuldfrage. 

andern  nach  sich  gezogen  hat,  im  Orden  finden:  die  de  ti. 
Justo,  die  Gisi,  Paraudo,  de  Canellis,  de  Turno  usw.;  Vcltern. 
Olieim  und  NefTen,  Brüder,  selbst  Vater  und  Sohn.  Vornelime 
bemülien  sich ,  im  Orden  einen  Sohn  oder  das  Kind  eineä 
Freundes  unterzubringen.  Würdig,  mit  dem  ganzen  ritterlich(-n 
Apparat,  stattet  man  ihn  aus ').  Der  Orden  galt  also  als  vor- 
nehme Versorgungsanstall !  Die  so  handelten,  haben  sicher 
den  üerüchten,  wenn  solche  sich  verbreiteten,  keinen  Glauben 
geschenkt. 

Der  erste  gute  Eindruck  hält  bei  einer  Vertiefung  in  die 
Akten  nicht  stand;  zu  zahlreich  sind  die  sonderbaren,  ver- 
dächtigen, unwahren  Angaben.  Bei  einigen  lassen  es  die  In- 
quisitoren  selbst  im  Protokoll  ver.^eichnen,  da&  sie  den  Aus- 
sagen nicht  trauen ;  so  bei  dem  lateinkundigen  Jakob  von 
Trojes^),  der  bald  so,  bald  so  berichtet,  sich  ohne  Veranlassung 
dreier  Eidbrüche  beschuldigt,  dom  Radulf  de  Gisi  einen  Privat- 
dämon zuschi^eibt  und  zu  behaupten  wagt,  er  sei  mehr  wegen 
der  schlimmen  Dinge  als  w^en  der  Liebe  zu  einem  Weibe 
aus  dem  Orden  getauTen,  da  er  das  Weib  auch  im  Orden 
habe  besitzen  können.  Bei  den  meisten  schweigt  aber  das 
Protokoll  über  den  Eindruck  des  Zeugen  auf  die  Inquisitoren. 
Zum  Glück  besitzen  wir  nun  von  unge^hr  100  Templern  mehr- 
fache  Aussagen  aus  den  Jahren  1307  und  1308,  oder  aus  1307 
und  1310*).  Was  das  kurze  Protokoll  nur  andeutet,  wird 
durch  das  längere  oft  erst  verständlich  und  bedenklich.  Nur 
ein  paar  bezeichnende  Beispiele! 

Von  dem  Geistlichen,  rechtskundigen  Templer  Johannes 
de  Folliaco  hebt  das  Verhör  vor  dem  Inquisitor  1307  drei 
Punkte  besonders  hervor.  Zunächst  hat  er  auf  das  wiederholte 
Ansinnen  des  Rezeptors,  Christus  zu  verleugnen,  gesagt;  ,Nego 
te*  und  damit  den  Rezeptor  gemeint;  dann  hat  er  später 
einen  schriftlichen  Protest  bei  der  Pariser  bischöflichen  Kurie 


')  Hichelet  1,  186:  UoDorifice  cum  equts  et  armis  et  aliis  u 
militavemt  eum. 

*)  Hichelet  I,  253  ff. 

'^  D.  ti.  VerbOre  vor  den  InqDJaitaren  1307  und  dem  Papst  130B. 
oder  vor  erstoren  und  der  püpsUicheD  Kommission.  Dsm  kommt  dum 
noch  (Or  einige  dae  Protokoll  vom  26.  Oktober  1307. 


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Die  Schnldrrage.  3S3 

ebgereichl,  wonach  ihm  der  Orden  nicht  getollt  und  er  gern 
auslrüte,  wenn  er  könnte;  schließlich  hat  er  seine  Vei^eheii 
ilem  g^enwärtigen  Bischof  von  Paris  gebeichtet ').  Bei  einem 
zweiten  Verhör,  acht  Tag»  später,  hält  er  das  alles  auTrecht, 
nur  in  der  Zeit  seines  Eintritles  —  nächste  Fasten  werden  es 
vier  Jahre  —  hat  er  sich  um  ein  Jahr  getäuscht.  Auch  hat 
er  vorher  dem  Bischof  von  Meaux  gebeichtet.  Dies  Verhör 
lilingt  durchaus  glaubwärdig.  Von  drei  Punkten  waren  zwei 
genau  kontrollierbar:  vor  allem  die  Beichte.  Jetzt  konnten  ja 
auf  seinen  Wunsch  die  Bischöfe  von  Paris  und  Meaux  Zeugnis 
ablegen ;  den  Aufsehen  erregeuden  Fall  halten  sie  doch  sicherlich 
nicht  vei^essen!  Bei  dem  Verhöre  vor  dem  Papste  1308  ge- 
stalten sich  alle  drei  Punkte  anders^):  Die  Ableugnungsszene 
schmückt  er  aus,  indem  er  jetzt  den  ,Gott  der  Heiden"  ab- 
leugnen will  und  erst  zum  dritten  Male  dem  Rezeptor  ins 
Gesicht  schreit:  ,Abnego  te".  Auf  die  naheliegende  Frage,  ob 
Has  der  Rezeptor  gemerkt,  weili  er  keine  sichere  Auskunft; 
vielleicht  sei  er  durch  den  lauten  Ruf,  welcher  die  seiner 
Kleider  harrenden  Diener  aufmerksam  gemacht  habe,  von  wei- 
terem abgehalten.  Ferner:  Der  Inhalt  seines  Protestes  wird  jetzt 
bekannt,  er  enthält  gar  nichts  von  Anklagen  gegen  den  Orden, 
sundem  nur  eine  Beschwerde  über  die  Strenge  im  Orden! 
Und  seine  Beichte  vor  den  Bischöfen?  Den  Bischof  von  Paris 
nennt  er  nicht  mehr,  sondern  nur  den  Bischof  von  Meaux,  der 
am  18.  April  desselben  Jahres  gestorben  war!  Und  was  hatte 
er  gebeichtet  i*  Gr  habe  gesagt,  daS  ihn  jemand  zur  Verleug- 
nung Christi  habe  bewegen  wollen,  ohne  aber  den  Orden  zu 
bezeichnen.  So  bekommt  die  Aussage  ein  ganz  anderes  Ge- 
siclit'):  der  erste  Punkt  wini  unglaubwürdig,  die  beiden  viel- 
sagenden folgenden  lösen  sich  in  Nichts  auf. 

Ob  wir  im  letzten  Punkte  überhaupt  nicht  den  Typus 
für  die  zahlreichen  Beichtangaben  der  Templer  besilzen':'  Fs 
ist  od   aufgefallen,   daä  die  Templer  so  genaue  Angaben  über 

■j  Hicfaelet  II,  277f.    Finke  11,  311. 

')  SehottmDlIer  II,  35. 

')  Dabei  habe  icb  noch  nicht  einmal  betont,  dag  er  beim  ersten 
derbere  vor  ditD  Zeugen  seiner  Aufanhitie  aaüvr  Joliannes  da  Tero  sagt: 
ue  qaorum  nominiboa  non  recolit,  und  beim  dritten:  quos  non  recognoarebnt. 


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SÖ4  Die  Schnldfrage. 

ihre  Beichten  vor  Bischöfen,  päpstlichen  Pönitentiaren,  Mönchen. 
Ordenspriestem  usw.  gemacht  haben.  Hotten  sie  diese  An- 
gaben auch  erfunden?  Lea,  und  nach  ihm  Wenck  >),  meinten, 
die  Unwahrheit  gehe  schon  daraus  liervor,  daLi  diose  Oi^t- 
liehen  keine  Absolutionsitewalt  l>ei  Häretikern  besessen;  daa 
ist  unrichtig.  Dadurcli  hätten  sicli  ja  sofort  die  Templer  vor 
ihren  Richtern  ins  Unrecht  gesetzt;  so  unklug  waren  sie  iiielil. 
Sie  bekunden  meist  ausdrücklich,  ob  der  betreffende  Geistliche 
Absolutionsgewalt  gehabt  orler  nicht  Etwas  anderes  ist:  Sollten 
die  Templer  nicht  in  ihren  Gesprächen  den  Fall  so  wie 
Johannes  de  Folliaco  sich  zurecht  gelegt  haben?  So  durften 
sie  ja  unbedenklich  selbst  einen  lebenden  päpstlichen  Pöniten- 
tiar  benennen,  der  natürlich  von  einer  so  allgemeioen  Beichte, 
seitist  wenn  sie  geselieheii  wäre,  keine  Ahnung  mehr  besessen 
haben  würde'). 

Einer  der  vornehmsten  und  gebildetsten  Templer  ist 
Geraldus  de  Caucho;  seine  Erörterungen  von  der  päpstliclitn 
Kommission  haben  öfter  Interesse  erweckt.  Wir  kennen  seine 
drei  Verhöre:  am  i2l.  Oktober  1307  vor  dem  Inquisitor,  am 
3C.  Oktot)er  das  summarische  mit  Molay  zusammen  und  das 
Verhör  vor  der  päpstlichen  Kommission,  Im  ersten  eriilärt  er. 
datj  der  Rezeptor  das  Kreuz  herbeischaffen  ließ  und  er  dann 
ableugnete;  dafs  der  Rezeptor  ihm  die  Bespeiung  des  Kreuzes 
befahl  und  da&  er  diesen  nur  auf  den  Mund  külite;  daß  er 
nur  einen  in  den  Orden  aufnehmen  sah.  Im  letzten  erzählt 
er  ganz  ausführlich,  wie  der  Rezeptor  we^egangen  und  wie 
4  oder  5  Servienten  ihn  zur  Verleugnung  und  Bespeiung 
zwingen  wollten  und  wie  er  bei  mehreren  Aufnahmen  zugegen 
war.  Während  er  in  beiden  Verhören  die  tatsächliche  Be- 
speiung des  Kreuzes  ableugnet,  gibt  in  dem  Gesamtverhör  am 
2ß.  Oktober  Molay  auch  für  ihn  die  Verunehrung  des  Kreuzes 
zu.     Also  auch  hier  die  stärksten  Verschiedenheiten! ") 

Zahlreich  sind  die  Fälle,  wo  frühere  und  spätere  Aus- 
sagen der  Templer  in  wichtigen  und  in  minder  wichtigen  Dingen 

')  Uh  111,  275.     Weack  in  Gütt.  Gel.  Am.  1896  S.  584. 
')  Der  einmal  erwähnte  fHpstliehe  Pönitentiu-  JohanoeB  de  Divione 
wird  in  Reg.  dementia   V.  Nr.  5ÜIJ9  zn  1309  .Tuli  28  genannt. 

')  .MidieiRt  II,  2äi.  I,  •im-,  rinke  II,  307. 


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t»ie  Sehaldfrage,  335 

nicht  nbereinslimtnen ;  man  sehe  nur  die  Tafetn  b«i  Gmelin. 
Eiuer  der  krassesten  ist  woM,  daß  Giiillelmus  de  Giaro  1307 
Jakob  de  Molay  des  sodomilischen  Umganges  mit  ihm  be- 
schuldig, 1310  aber  erklärt,  daß  er  von  VerQbung  der  Sodomie 
im  Orden  nichts  wisse!  ')  Inzwischen  ist  dieser  aucli  kurze 
Zeit  Verleidiger  des  Ordens  gewesen!  Petrus  Brocart  gesteht 
1307  Verleugnung,  Bespeiung,  unsittliche  Küsse  und  AulTorde- 
rung  zur  Sodomie;  die  beiden  letiiten  Punkte  kennt  er  nicht 
beim  Verhöre  vor  dem  Papste*).  Zahlreich  sind  auch  die 
Fälle,  wo  sich  Aussagen  verschiedener  schroff  gegenüberstehen, 
so  besonders  in  der  Aurnnhmerrage:  der  spanische  Ordens- 
meister Eximen  de  Letida  wußte  von  nichts  Schlimmem  im 
Orden,  trotzdem  soll  er  bei  der  schlimmen  Aufnahme  des 
Petrus  Maurini  im  Orient  zug^en  gewesen  sein ').  Eine  der 
prächtigsten  Erscheinungen  in  der  Toniplerschar  ist  ßertrand 
Sartiges,  der  ritterliche  Tempterverteidiger  vor  der  pöpstliehen 
Kommission,  der  auch  in  Clermont  stets  geleugnet  hatte: 
trotzdem  soll  er  in  schmählicher  Weise  aufgenommen  haben'). 
Guillelmus  Aimerici  leugnet,  bei  irgendeiner  Aufnahme  gewesen 
zu  sein,  ein  anderer  nennt  ihn  bei  der  Aufnahme  seines 
Neffen').  Einer  muU  hier  doch  stets  die  Unwahrheit  sagen. 
Noch  mehr  wird  die  Glaubwfu'digkeit  der  Aussagen  er- 
schüttert, wenn  der  Hauptpunkt,  die  Verleugnung  und  Be- 
speiung,  gänzlich  unglaubwürdig  dari^estellt  wird.  Und  man 
darf  ohne  Übertreibung  sagen,  dala  gerade  dieser  Kardinalpunkt 
in  einem  nicht  unbedeutenden  Prozentsatz  von  Fällen  in  einer 
Form  geschildei-t  wird,  die  selbst  unter  durchaus  normalen 
Verhältnissen  starken  Zweifel  an  ihrer  Tatsdchlichkeit  wecken 
ivQrde.  So  die  Schilderung  einer  Szene  ans  Sidoti  im  Jahre 
1291*):  Ein  halb  verhungernder  Pilger  bittet,  um  leben  zu 
können'),   um   Aufnahme  in   den   Orden;   das  geschieht.     Es 

')  Michelet  II.  290  aod  1,  565. 
'-)  Michelet  II,  2V3;  Scliottm Oller  II,  62. 

"l  Uichelet  II,  SS9.     Narswment  d«  I.eDÜit  i«t  Rxinicn  ilo  1.. 
*)  Michelet  II,  130. 

')  Michelet  II.  26  Dod  123.    Vgl.  II,  344  f.  and  I,  im-.   II,  399  und 
^hottmUller  II,  201  hbw. 

•)  Michelet  11,  258-60.  ';  Aorh  «in  Erntiittsmotiv! 


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^a  Die  ScbaldfrRge. 

folgt  die  Zeremonie,  die  Aufforderung  zur  Verleugnung,  Weige- 
rung, Bedrohung  des  Kandidaten  mit  dem  Sehwerte,  plötzlicher 
Ansturm  der  Saracenen,  worauf  der  Rezeptor  ihn  sdnvüi-cn 
lAüt,  nichts  zu  verraten;  dazu  hat  er  Zeit,  aber  keine  Zeil 
mehr  zur  Verleugnung  selbst;  auch  später  koiimit  der  Kezi'plar 
nicht  darauf  zurück,  sondern  sagt  nur,  er  habe  das  damals 
Scherzes  halber  und  um  itin  zu  erproben  getan!  Wer  hüll 
eine  solche  Szene  für  glaubwürdig?  Interessant  ist  nun  aber, 
daü  eine  ganze  Anzahl  solcher  Uiiterbrechungsszenen  existieren. 
Bald  aus  diesem,  bald  aus  jenem  Grunde  soll  Eile  gewesen 
sein:  Besuch,  Ungeduld  der  Wartenden,  und  darum  blieb  die 
Hauptsache  unausgeführt.  So  kommt  z.  B.  dreimal  die  Hand- 
lung nach  Angabe  der  Zeugen  nicht  zu  Ende,  weil  es  Essens- 
zeit sei!  „Hora  erat  prandü,"  sagt  einer,  der  vor  ä4-  Jahren 
in  Paris  aufgenommen  worden,  ,tenipus  erat  prandendi'  ein 
zweiler,  der  vor  5  Jahren  in  Nicosia  eintrat,  und  .salis  est, 
eamus  pransum'  lälat  ein  dritter  seinen  Rezeptor  sagen,  der 
bei  Etampes  Templer  geworden  war.  ,Es  kann  keinem  Zweifel 
unterliegen,"  sagt  Bussen,  der  hierauf  aufmerksam  macht'), 
,da[2  diese  Aussagen  über  die  Rezeptionen  zu  verschiedenen 
Zeiten  und  in  ganz  verschiedenen  Häusern  auf  vorherg^an- 
gener  Verabredung  beruhen  müssen  —  und  zwar  haben  sielt 
die  Verhörten  auf  die  Ausrede  geeinigt,  daü  es  bei  ihrer  Auf' 
nähme  eilig  hergegangen  sei,  weil  es  Essenszeit  gewesen,  um 
sich  auf  diesen  Umstand  hin  in  ihren  Aussagen  zu  entlasten'  ■). 
Der  Wert  solcher  Aussagen  ist  sicherlich  nicht  höher  einzu- 
schätzen als  die  Bekundung  des  Ritters  Guido  Üelptiini,  der, 
mit  1 1  Jahren  aufgenommen,  noch  nicht  recht  auf  die  Fragen 
zu  antworten  wußte,  und  dem  doch  Belehrung  darüber  zuteil 
geworden  sei:  Quod,  si  haberet  calorem  naturalem,  polctal 
conimisceri  carnahter  cum  fratribus  ordinis!*) 

Es  ist  früher  einmal  bedauernd  darauf  hingewiesen  wor- 
den, daß  die  Templer  nur  über  Dinge  gefragt  seien,   die  dem 

')  Mitt.  (I.  Inat.  f.  Oetenr.  Geschichtsforschung  IX,  äOT. 

*)  Die  intereseanteele  Vereinbarung  ist  wühl  die  der  Templer  vou 
Nimea,  die  eich  zu  leugnen  beredet  hatLen,  weil  sie  erst  jetzt  vor  de« 
rechten  Richter  kamen . 

'}  Michelet  1,  415. 


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Die  Schnldfruge  837 

gesunden  Menschenverstände  nicht  gerade  widersprechen;  und 
nicht,  ob  sie  auf  Besen  durch  die  Luft  geritten:  das  wäre  für 
ihre  historische  Hepulation  besser  gewesen').  Wer  weiß,  ob 
nicht  etwas  Ähnliches  wenigstens  in  größerm  Umfange  stattge- 
Tunden  hat?  Das  merkwürdige  Bruchstück  eines  Templer- 
Verhöres  von  der  südöstlichen  Seite  Frankreichs,  oder  vielmehr 
aus  der  Provence,  das  ich  im  11,  Bande  veröffentliche  *),  weist 
die  Nummern  (i4— 87  auf;  das  Ganze  würde  also  immerhin 
beinahe  ein  Achtel  der  bekannten  Verhöre  bildeo.  In  dem  er- 
haltenen Teile  offenbart  sich  eine  schärfere  Tonart:  Hier  wird 
nicht  bloß  Christus  verleugnet,  sondern  auch  Maria  und  die 
Heiligen;  hier  wii-d  das  Kruzifix  nicht  nur  bespuckt,  sondern 
a<ich  meisl  mit  Füben  getreten,  man  setzt  sich  darauf  und  be- 
sudelt es  sonst  in  der  gemeinsten  Weise-').  Hier  erscheint  nun 
fast  je<lem  das  Idol  und  daneben  plötzlich  der  Kater,  dem  man 
Heverenz  erweist  und  oft  ,in  ano*  küüt.  Woher  er  plötzlich 
auftaucht,  wohin  er  verschwindet,  weiß  der  Templer  nicht, 
wahrscheinlich  sendet  ihn  der  Teufel  oder  ist  es  der  Teufel 
selbst!  Und  neben  dem  Kater,  dessen  Fai'be  nur  bei  den  ein- 
zelnen Angilben  verschieden  ist,  erscheinen  vereinzelt  auch 
holde  weibliche  tiestalten,  mit  denen  der  eine  sniidigl,  der 
andere  nicht:  es  müssen  Teufel  in  Frauengesfnlten  sein,  da 
sie  als  Menschen  durch  eine  Öffnung  erscheinen  muüten,  hier 
aber  Türe  und  Fensler  verschlossen  waren  *).  Dürfen  wir 
nicht  annehmen,  daü  auch  die  andern  63  ähnliches  bekundet 
haben?  Und  dann  haben  beinahe  100  Menschen  diesen  Unsinn 
bezeugt  und  beschworen!  Dieses  glauben  wir  nicht,  können  wir 
nicht  glauben:  sollen  wir  vielleicht  den  andern  Angaben  mehr 
Olauben  schenken?! 


So  laut  sich  die  Glaubwürdigkeit  vieler  einzelner  Templcr- 
TPrliöre  ersc-hüttern;  ob  aber  auch  alter?  Auf  die  bedingten  und 
unbedingten  Anhänger  der  Tempterschuld  hat  stets  die  Massen- 
haftigkeit  der  französischen  Schuldbekenntnisse  faszinierend  ge- 

')  BussoD  a.  a.  0.  S.  606.  *)  Finke  II,  342  ff. 

')  Minxit  anper  onicem  et  enm  cum  pede  impegit.    Finke  II,  346  ii.  ü 

')  Pinke  II,  351. 

Pinke,  FnpgUnm  nn>l  Uiiturg&npt  ilei  Tüm|>lcrr>[ileiis.    I.  22 


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338  Die  Schaldfrage. 

wirkt.  So  viele  hundert  Bekenntnisse  können  doch  nicht  alle 
erfunden  sein?  Solehe  zweifelnde  Auüeningfcn  konnten,  wie  icli 
glaube,  nur  laut  werden,  weil  man  sich  über  das  Prozel»- 
verfahren  und  seine  Folgen  nicht  klar  war.  Passen  wir  die 
Ergebnisse  der  franzßsist^hen  Prozesse  zusammen  mit  den  nöti- 
gen prinzipiellen  Erörterungen! 

Die  Templer  wurden  in  der  Frühe  des  13.  Oktober  in 
wahrstem  Sinne  des  Wortes  überrumpelt.  Wohl  haben  ein- 
zelne, besonders  die  GroUwOrdenträger,  das  drohende  Unwetter 
herannahen  sehen,  das  Gros  wu&te  sicherlich  nicht,  weshalb 
sie  Gefangene  waren.  Zunächst  blieb  jeder  in  Einzelhaft')  bis 
zur  Untersuchung;  erst  später  konnten  die  einzelnen  Gruppen 
miteinander  sprechen,  aber  sie  wuülen  nichts  von  den  andern 
Teniplerhüusernj  sie  wußten  nicht,  ob  anderswo  vielleichl 
schlimme  Dinge  voi^ekonunen,  die  ihre  Gefaiigennahnic  recht- 
fertigten. Besonders  im  Anfange;  im  ersten  Schrecken  hat>en 
die  aragonesischen  Templer  nur  für  sich  gebfti^,  die  französi- 
schen Templer  mit  anderer  Herkunft,  andern  Zielen  gehen  sie 
nichts  an.  Ein  solch  unsicheres  Gefühl  hat  sicherlich  auch  die 
französischen  Gruppen  zunäciist  heherrsciit,  besonders  als  ihnen 
sofoM,  bei  ihrem  ei"sten  Verhör,  von  den  königlichen  Beamten 
ganz  bestimmt  erklärt  wurde,  dalj  die  Ordensverbrechen  durch 
eine  Reihe  glaubwürdiger  Zeugen  aus  dem  Orden  selbst  sicher- 
gestellt seien.  Über  manches  sind  sie  sich  nie  recht  klar  ge- 
worden: so  über  die  traurige  Rolle  Molays.  Der  Märtyrer  der 
aragonesischen  Berichterstatter  wird  zum  hülflosen  Gefangenen 
für  die  Templerscharen,  die  im  Frühjahr  1310  in  Paris  weilleti. 

Entscheidend  ist  nun,  wie  ich  glaube,  für  die  ganze  fol- 
gende Entwickelung  des  Dramas,  was  zuerst  mit  jedem  Templer 
geschehen  ist;  und  darüber  ist  man  sich,  wie  ich  früher  dar- 
getan  habe,  niemals  klar  geworden*).  Wer  hat  bislang  den 
nmodus  excqutionis"  und  den  „modus  inquirendi'  gründlich 
geprutl?  Darnach  haben  die  königlichen  Beamten,  nicht  Hie 
kirchlichen  Inquisitoren,   zuerst  die  Untersuchung  geführt  utid 

')  Deutlich  besHgt  daa  die  fniDzaBische  Übersetzung  des  .singuUritfr 
et  divisim";  es  heiljt:  aingiilii-rcment  et  rescun  pur  soi.  tieviie  des  qural. 
hist.  X.  331. 

^,  Vgl.  obcii  S.  153, 


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Die  Scbnldfr»ge.  339 

zwar  mit  Hülfe  der  Folter.  Einige  Fälle  von  Anwendung  der  Folter 
ilurcli  die  Hcainten  sind  uns  denn  anch  bekannt  geworden,  aber 
mehr  aus  einem  zufAlligen  Grunde :  wegen  ihrer  Grauenhaftigkeit. 
Eigentlich  sollle  letztere  kaum  nötig  Rein;  denn  die  Beamten  traten 
den  Verdutzten  ja  mit  dem  Geständnis  von  so  und  so  vielen 
glaubwQrdigen  Ordensmitgliedern  entgegen.  Die  Sache  war 
ganz  klar!  Die  Beamten  sollen  nur  eins  verlangen:  daS  die 
Templer  die  WaliHieit  sagen  —  und  das  deckt  sich  mit  einem 
Eingeständnis  — ,  in  dem  Falle  wird  ihnen  Straflosigkeit  zuge- 
sichert'). Sonst  wird  ihnen  Todesstrafe  angedroht!  Wie  sicher 
man  in  königlichen  Kreisen  den  Geständnissen  entgegensah,  be- 
kundet ganz  klar  die  Aufforderung  an  die  Beamten,  schleunigst 
in  Verbindung  mit  den  Inquisitoren  die  Aussagen  zu  senden; 
aber  welche  Aussagen?  ,Nur  die  Aussagen  derer,  die  die  ge- 
naiinlen  Irrtümer  eingestehen  oder  wenigstens  den  Hauptartikel 
der  Verleugnung  Christi.*  Andere  erwartete  man  nicht!')  Das 
Verhör  der  Inquisition  soll  nach  dem  Verhör  der  königlichen 
Beamten  stattfinden,  aber  auch  dieses  nur  in  einer  gewissen 
Abhängigkeit  von  der  weltlichen  Untersuchung. 

Der  König  muö  gute  Nachrichten  von  allerorten  haben: 
denn  wie  könnte  er  sonst  schon  am  26.  Oktober  vom  Geständ- 


')  Ria  venia  promitttitur.  Der  Ausdruck  ist  wolil  HtwichÜich  unge- 
mein gehalten.  Ka  ist  ganz  natOrtich,  daß  liier  allerlei  Zusagen  gemacht 
vDrden.  Von  den  Ordern  Verteidigern  wird  sogar  hervorgeh  oben :  Dabantur 
eis  littere  cum  bnll.t  d.  regis  pendente  de  conservucione  membroruni  et 
Tit«  *e  libertatix  ac  omni  peoa  (!)  et  diligenter  cavebatur  eisdem  de  bona 
pravisiane  et  magnia  redditibga  siM  dnndJ!)  annnatim  in  vita  ipsorum. 
Michelet  1.  202. 

')  llem  adverlenduin  etit,  qnod  coinissnrü  mitlant  regi  aub  suis  et 
eomls&Brionim  inquisitoria  sigillia,  ut  ciciUB  poterunl,  copiam  deposicionts 
fornm,  qui  ironfitebantur  dictos  crrores  vel  Haltern  abnegstionum  nrticuliini 
principnlem.  In  franzSeischer  Fassung;  la  cupie  de  1a  deposition  de  ceux 
qui  rnnfeaseront  leaditca  errunre,  especiaument  [e  reniement  de  notre  seig- 
nmr.  [)upuy  ist  diese  merkwürdige  Fassung  eclion  aufgefallen.  Er  mnclit 
die  naive  Bemerkung  zu  „confesseronf;  II  t-toit  de  la  justice  de  faire  nusni 
voir  iD  roi  les  depositions  de  ceux  qui  Otoient  iunocens  des  crimes.  dont 
Vordre  etoit  nccus^.  tJist.  de  la  cond.  p.  202.  Dazu  vgl.  man  auch  die 
interessante  Notiz  in  dem  Hriere  des  InquiaitoTS  von  Malz,  Toul  und  Verdun. 
Kadnipbus  de  Iiinsjo,  an  den  KOnig,  da6  der  hinzugezogene  Katar  h'errietus 
de  Lingonia  das  Protokoll  nicht  mit  seinem  Zeichen  versehen  hatte:  quia 
irichil  Tidebantnr  recognoscere.    Pnitz  S,  S27. 


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340  Die  Sclinldfrage. 

nis  aller  Pariser  und  der  meisten  andt-rn  Templer  sprechen? ') 
Folfer  und  Todesanj^st  riaben  ihr  Ziel  erreiclil:  die  Gestilndnisse, 
linier  Eid  abgelegt,  sind  allgemein.  Krst  darnach  beginnt  die 
kirchliche  Inquisition.  Sollten  die  Templer  jetzt  leugnen,  wns 
sie  vor  kurzem  noch  beschworen,  und  so  eidbröchii?  wei-den? 

Sic  beharren  eidlich  fast  alle  bei  ihrem  Geständnis,  ßaü 
auch  hierbei  die  Folter  noch  nfttig  war,  ist  aus  Spuren  oben  *) 
dargetan.  Ob  oft  oder  selten  kommt  nicht  in  Betracht;  woclten- 
^anges  Angeschmiedetsein  in  dumpfem  Kerker  für  Leute,  die  an 
das  Landleben  gewöhnt  waren,  Folter-  und  Todesangst  werden 
die  Folter  oft  ersetzt  haben.  Man  ist  zu  leicht  zur  Annahme 
geneigt,  da^  die  damaligen  Menschen  die  Foltcranwendung  als 
etwas  Unangenehmes  statt  als  eine  strenge  Pflicht  zur  Klar- 
stellung der  Wahrheit  bei  der  ,veheniens  suspicio'  angesehen 
haben.  Wenn  Kleniens  V.  den  kastilianischen  Bischöfen  und 
Inquisitoren  1311  vorwirft,  daß  sie  weniger  klug  und  nacli- 
Iflssig  die  Anwendung  der  Folter  unterlassen  hatten,  um  volle 
Klarheit  zu  bekommen,  so  gilt  dieser  Vorwurf  auch  der  frühem 
Zeit').  Nicht  auf  seine  Anforderung  hin,  von  selbst  sollen  die 
Inquisitoren  foltern!  Die  Folter  war  eben  das  letzte  Bequisit 
zur  Erzielung  des  Geständnisses. 

Jetzt  war  der  Bing  um  die  Templer  geschlossen.  Wiir 
überhaupt  unter  den  obwaltenden  Umständen  ein  Freispruch 
für  sie  nicht  mehr  zu  erzielen,  sondern  nur  eine  Lossprechung 
nach  getaner  Buße,  so  war  ein  Widerruf  für  die  Templer  seit- 
dem gleichbedeutend  mit  dem  Feuertode.  Das  wird  ihnen 
nicht  bloU  1310  durch  Worte,  Boten  und  Briefe  eingesagt') 
sein,  sondern  auch  viel  früher.  Ihren  klassischen  Ausdruck 
hat  diese  Drohung  gefunden  in  dem  Briefe,  den  angeblich  der 
Propst  von  Poitiers  an  den  Templer  Laurentius  de  Beina  ge- 
richtet hat:  Wisset,  dafa  der  Papst  befohlen  hat,  alle,  die  vor 
den  Inquisitoren  gestAndig  gewesen  sind  und  die  ihr  Geständ- 
nis verheimlichen  oder  widerrufen,  zum  Feuertode  zu  verur- 
teilen !  =}    Ob  der  Brief  von  Philipp  de  Voet  stammt,  ist  frap- 

■i  Finko  tl,  47  Nr.  31.  ',  S.  168. 

'I  Reg.  Clementis  V.  Nr.  6715, 

*)  Micbelet  1,  1G8 :  Cotidie  per  so  vel  per  alioa. 

^  Michelet  I.  73. 


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Die  Schuldfrage.  341 

lieh;  darauf  kommt  es  auch  nicht  an,  sicher  ist,  daü  er  kursiert 
und  seine  Wirkung  getan  hat. 

Kann  man  es  darnach  verwunderlich  ßnden,  daß  das 
Verhör  vor  dem  Papste  ein  ähnliches  Ergebnis  wie  die  frühem 
hatte?  Die  Räte  Philipps  des  Schönen  werden  sclion  für  die 
nötige  Auswahl  und  die  notwendigen  ErniiLlinungen  gesorgt 
haben.  Die  Gefangenen  wuüten,  daü  sie  in  der  Hand  des 
Königs  waren  und  blielwii-  Was  nützte  ihnen  da  die  momen- 
tane Freiheit  vor  dem  Papste? 

Bei  Erklärung  der  jämmerlichen  Widcrstandslosigkeit  des 
(Jrdens  darf  man  auch  die  traurige  Rolle  Molays  nicht  ver- 
gessen. Zu  Beginn  der  Inquisitions verhöre  wird  durch  ganz 
Frankreich  sein  Brief  mit  der  Aufforderung,  die  zwei  Haupt- 
punkte :  Verleugnung  und  Bespeiung  zu  gestehen ,  versandt, 
wird  überall  in  Templeikreisen  sein  öffentliches  GestAndnis  kol- 
portiert. Wahrscheinlich  hat  der  niedergedrückte  Ordensmeister 
durch  diese  schmählichen  Zugeständnisse  den  Orden  zu  retten 
gehofft.  Die  an  Gehorsam  gewöhnten  Templer  folgten  seinem 
Gebote  nur  zu  schnell.  Gewiß,  einige  Monate  später,  in  einem 
Momente  leiser  Hoffnung,  sendet  er  einen  Widerruf  durch  die 
Pariser  Templerhäuser.  Wohl  waren  die  Insassen  schon  zu 
oll  getäuscht;  und  doch  hat  sein  Wort  eine  ganze  Reihe,  zum 
Ingrimm  der  Umgebung  Philipps,  zur  Umkehr  bewogen!  Andere 
verzweifelten  in  dem  Wirrwarr  der  Meinungen  und  Angriffe 
und  nahmen  sich  das  Leben. 

Und  nun  im  Frülijahr  1310  diesem  allem  gegenüber  die 
gewaltige  Bewegung  zur  Verteidigung  des  Ordens ,  als  die 
Losung  lautete:  Wer  den  Orden  verteidigen  wolle,  möge  in 
Paris  erscheinen ,  ohne  Gefahr  für  seine  Person !  Mehr  als 
600  Templer  strömen  zusammen;  sicherlich  sind  es  nicht  sämt- 
liche Verteidiger,  mancher  Schwachmütige  und  Angstliche  ist 
zurückgeblieben ;  und  doch,  wenn  man  erwägt,  wie  Kerker» 
Gram  und  Folter  unter  den  Armen  in  mehr  als  zweijähriger 
Haft  aufgeräumt  haben  mögen,  ist  es  sicherlich  mehr  als  die 
Hälfte  aller  französischen  Templer.  Was  ist  da  erstaunlicher: 
die  frische  Begeisterung  dieser  Angeketteten,  Gequälten,  die 
ihre  verstorbenen  Gefährten  ohne  Sterbesakramente  dahin- 
sclipiden   und  in  ungeweihter   Erde  bestatten  sahen,   und  die 


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843  Die  Scbaldfraga. 

jelzt  rundweg  erklären,  daß  sie  bisher  gelogen,  daß  sie,  wenn 
sie  für  den  Orden  nicht  eiritrülen,  in  den  Hals  hineiniQgen 
würden,  daü  sie  den  Orden  bis  zum  Tode  verleidigen  wollen ; 
oder  aber  die  Erscheinung,  da6  unter  den  Verteidigern  gerade 
die  firühern  Anschuldiger  erscheinen,  nur  weil  sie  jetzt  einen 
Augenblick  Mut  geschöpft  haben? 

Im  Jahre  1307  gestanden  in  Paris  134  vor  der  Inquisi- 
tion, nur  vier  beteuerten  die  Unschuld  des  Ordens;  was  wird 
nun  aus  diesem  so  überwiegenden  Schuldbekenntnis  im  Jahre 
1310?  Beinahe  zwei  Drittel  von  ihnen  —  ich  zahle  81  — 
treten  als  Ordensverteidiger  auf:  47  werden  nicht  mehr  ge- 
nannt; darunter  waren  fünf  vom  Papste  verhört,  drei  nach- 
weislich gestorben,  und  unter  den  übrigen  39  werden  sicherlich 
viele,  vielleicht  die  meisten  nicht  mehr  unter  den  Lebenden 
sein ;  man  denke  an  die  3G  an  den  Folgen  des  Kerkers  und 
der  Folter  Gestorbenen ').  Nur  die  fünf  Gro6würdenträger  — 
Molay,  Charon,  de  Peraudo,  Gonavilla  und  Chameyo  — ,  die 
auf  ein  Verhör  vor  Klemens  V.  hofften,  und  fünf  andere  treten 
nicht  l'flr  den  Orden  ein  und  zeugen  später  gegen  ihn: 
darunter  der  ehemalige  königliche  Elemosynar,  der  einzige,  der 
ausdrücklich  erklärt,  den  Orden  nicht  verteidigen  zu  wollen, 
und  drei  Ritter,  die  im  Oktober  1307  mit  Molay  das  öffent- 
liche Schuldgeständnis  ablegten  *). 

In  Bayeux  haben  1307  nach  mehrmaligem  Zureden 
12  Templer  gestanden^).  Jetzt  erscheinen  von  ihnen  10  unter 
den  Verteidigern;  von  den  sechs  in  Carcassonne  verhörten 
werden  vier  Verteidiger;  von  den  iingerähr  60  in  Clermoiit 
vernommenen  vielleicht  die  Hallte;  bedeutende  Prozentsätze 
von  den  sonst  in  der  Provinz  früher  Geständigen  tauchen  als 
Verteidiger  in  Paris  auf*).    Und  die  Zurückbleibenden,  weigern 

')  PonzarduG  de  Uiai  gedenkt  ihrer  Hichelet  I,  36,  Sie  waren  zu 
Paris  geatorbcii  hu  den  J^'olgen  der  Kolter  and  des  Kerkers.  Üo  darf  man 
8i»  auch  wohl  7u  den   1307  in  l'nriB  Verhßrlcn  zMen. 

*)  Wohin  soll  tniin  Johtinnes  do  Turno  recbnen,  der  erat  fSr  Ver- 
teidignng  stimmt,  dano  in  seinem  gegenwArtigcn  Znatande  ablehnt,  ^it«r 
wieder  unt^r  den  Verteidigern  ztthlt  und  aciiliefiÜch  gegen  den  Orden  aus' 
sagt?    Michelet  I.  7B.  87,  114  new.  'j  Fiulie  II,  813,  321. 

*j  Durch  die  verschiedeoeo  Namensschreibnngen  ist  die  FestaUUang 
erschwert. 


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Die  Sebnldfr»ge.  843 

sie  sich  alle?  Sind  nicht  viele  krank?  Und  die  bestimmt  sich 
weigera,  glauben  sie  an  die  Ordensschuld,  oder  bleiben  sie 
aus  Aogst  zurück,  weil  man  ihnen  täglich  mündlich  und  schrift- 
lich suggeriert:  Si  recesserint,  comburentur  omnino! ') 

Welcher  Mehrheit  der  Templer  aus  Paris,  Bayeux,  Car- 
cassonne  und  sonst  soll  man  glauben?  Der  mit  dem  Tode  be- 
drohten, gefingsligtcn  und  verschüchterten,  oder  der  endlich 
aulalmenden  ?  Die  Entscheidung  dürfte  nichl  schwer  fallen. 
Jedenfalls  dürfte  doch  die  brutale  Wirbung  der  Majoritälsziffer 
vom  Jahre  1307  vollständig  erschüttert  sein. 

Pnitz  möchte  immer  wieder  das  Persönliche,  die  Schil- 
derungen mit  dem  Stempel  des  Erlebten  in  den  Prozessen  be- 
tonen; gibt  es  aber  Subjektiveres,  mehr  Erlebtes,  als  die  Be- 
leuerungs-  und  Enlrüstungsrufe,  die  aus  dem  Herzen  kommen- 
den G^)ete  der  verteidigungsfrohen  Templer  im  Frühjahr  1310? 
Niemand  wird  die  Echtheit  und  Wahrheit  dieser  plötzlichen  Er- 
güsse bezweifeln.  Und  wer  das  zugibt,  muß  auch  ihren  guten 
Glauben  an  die  Unschuld  des  Ordens  zugeben.  Nur  die  von 
der  Verteidigung  im  Frühjahr  1310  vorzüglich  gezeichneten 
Pressionsmiltel  hatw  in  einem  Augenblick  der  Schwache  die 
Schuldbekenntnisse  1307  erzeugt;  und  wiederum  haben  sie  seit 
Mai  1310  dieselben  Wirkungen  au^eübt. 

Ein  furchtbarer  Feuerbrand,  und  die  Begeisterung  ver- 
film, die  Todesangst  macht  sich  auf  den  Gesichtern  der  Ver- 
hörten breit,  klingt  wider  aus  der  zitternden  Stimme.  Wieder 
erfolgen  vor  der  päpstlichen  Kommission  lauter  Geständnisse? 
mehr  als  ein  Drittel  der  Geständigen  sind  umgefallene  Ver- 
teidiger —  ich  zähle  an  80  — ,  ein  Viertel  wird  aus  den  schon 
vor  der  bischöflichen  Inquisition  Geständigen  entnommen,  wäh- 
rend man  die  zur  Verteidigung  Gesonnenen  ohne  Verhör  heim- 
sende't.  Anscheinend  sind  es  die  letzten  Hülfskräfle  des  An- 
griffes: die  päpstlichen  Kommissare  schließen  auch  aus  dem 
Grunde  die  Untersuchung,  cum  nee  eciam  plures  testes  admi- 
niatrarenturl 

Ich  kann  diese  Gedankenreihe  nur  so  schließen :  Die 
Heimsuchung  der  Templer  traf  ein  schwaches  Geschlecht,  das 

')  Uichelet  I,  16«!. 


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M4  Die  Schuldfrage. 

aus  Folterangst  und  Todesliircht  sich  zu  schmähtichen  Geständ- 
nissen lierbeilielj,  die  es,  sobald  ein  HofTnungsstralil  leuclilete, 
mit  Entrostung  ableugnete,  um  sie  bei  neuer  Gefahr  wieder 
von  neuem  abzulegen.  Nur  bei  einem  Staricmütigcn  icönnen 
erfoltertc  Geständnisse  von  Werl  sein.  Nur  wenn  man  die 
Templer  für  unschuldig  an  den  ihnen  angedichteten  Vcrbrechcu 
hält,  versteht  man  das  lobende  Zeugnis  des  alten  Bischofs  von 
Beirut,  der  vierzig  Jahre  mit  ihnen  gelebt,  ihnen  otl  die  Kom- 
munion gespendet  und  ihre  Frömmigkeit  dabei  beobachtet  hat; 
dann  versteht  man,  wie  GeistUche,  denen  die  Templer  jahre- 
lang gebeichtet,  niemals  von  den  horrenden  Irrtümern  etwas 
vernommen  haben;  dann  versteht  man  auch  den  Wert  des 
Zeugnisses,  der  in  der  Aussage  des  Templergegners,  des  Propstes 
von  Poitiers,  Hegt,  da  er  "mit  vielen  andern  bekundet:  Ordens- 
bruder haben  auf  dem  Todesbette  es  auf  ihr  Seelenheil  ge- 
nommen, daß  sie  und  der  Orden  falsch  beschuldigt  seien '). 
Wären  die  Templer  schuldig,  so  hätte  allerdings  Bertrand  von 
S.  Paul  recht;  es  würde  ein  Wunder  sein,  meint  et:  si  acci- 
perenl  (corpus  Christi)  siraul  confitentes  et  ditTitentes*). 

']  Hichelet  il,  27b:  Prepositua  PIctnnensis  et  inultj  alii  nsBerebant, 
qitod  fratrcs  .  .  .  qui  obiernnt,  in  extremis  vite  sue  aesomerant  in  pericula 
nniiiiarum  eunnim  so  et  dictum  ordinem  falao  deUtos  fuiase  de  criminibus 
eis  impoBitia. 

'j  Miclielel;  1,  69. 


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IX.  Die  Templerfrage 
auf  dem  Vienner  allgemeinen  Konzil. 

Der  letzte  offizielle  Akt  im  Templerdraiiia  vollzieht  sich 
auf  dem  Vienner  Konzil;  danach  gibt  es  keinen  Orden,  keine 
Templer  mehr.  Wer  den  Geilanken  an  der  Kurie  zuerst  ge- 
faxt, dem  bedrflnglen  Papste  diircli  die  KonzilsankQndigun^ 
etwas  Luft  zu  verschaffen,  ist  bekanntlich  nicht  sicher;  zeitge- 
nössische AufTassung  schrieb  den  ersten  Vorschlag  dem  klugen 
Kardinal  Nikolaus  de  Pralo  zu,  vielleicht  nicht  mit  Unrecht, 
wenn  auch  die  Verbrämung  der  Erzählung  legendarisch  ist '). 
Jodenfalls  stammt  der  Plan  aus  kurialen  und  nicht  höfischen 
Kreisen.  Im  Sommer  1308  erfolgte  die  Berufung  zu  1310^). 
Im  Frühjahr  1310  wurde  der  Beginn  des  Konzils  auf  den 
I.Oktober  1311  verschoben;  damals  war  ja  die  Inquisition 
in  einzelnen  Ländern  noch  nicht  einmal  begonnen  und  die 
schwierige  Arbeit  war  selbst  im  Herbst  1311  noch  nicht 
beendet. 

Das  Konzil  dauerte  wider  Erwarten  —  noch  Ende 
De7.ember  1311  hat  der  Papst  die  zweite  H&llte  Januar  als 
Schlußtermin  bezeichnet  —  über  ein  halbes  Jahr:  am  16.  Oktober 
war  die  erste,  am  5.  April  die  zweite,  am  6.  Mai  die  Schluü- 
Sitzung  des  Konzils.  Das  Zusammenströmen  so  vieler  Menschen 
in  der  engen  uod  kleinen  Stadt,  der  ungewöhnlich  rauht;  Winter, 
unbehs^Iiche  Wohnungen  und  Teuerung  machten  den  Aufent- 
halt nicht  gerade  angenehm  ^). 

')  ViltsDi  I.  Till  c.  91  b«i  Hnrntori  Xllt,  427. 
'I  tteg.  Clementie  V.  Nr.  6293  f. 
*)  Kiake  II,  252. 


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346  Die  Templerfrage  auf  dem  Vienner  (ülgemeioen  Konzil. 

Eine  Geschichte  des  Viennense,  allerdings  mit  Lüchen, 
lälit  sich  jetzt  schreiben:  zn  der  stattlichen  Reihe  der  Refonn- 
traktate  aller  Art  kamon  vor  :20  Jahren  die  Funde  von  Elirle '), 
die  er  in  einer  tiefjifrQndi^en  Studie  selbst  gewürdigt  hat, 
kommen  nunmehr  in  erster  Linie  die  Berichte  der  aragonesi- 
schen  Gesandten  *).  Wohl  sind  es  hier  Laien,  die  schreiben 
und  denen  der  König  antwortet;  denn  der  alte  Kanzler  RaimuDd 
von  Valencia  sendet  nur  ein  paar  dürftige  Briefchen,  in  denen 
er  si%h,  was  Neuigkeiten  angeht,  auf  die  Laiengefährlen  berull. 
Wohl  haben  diese  Gesandten  für  eigentUch  kirchliche  Fn^cn 
wie  die  Beformen  wenig  Interesse,  kennen  natürlich  auch  we- 
niger den  Geschäftsgang;  aber  für  die  beiden  Hauptpunkte: 
Kreuzzug')  und  Templerorden,  zeigen  sie  vollstes  Verständnis. 
Was  aber  nocli  wichtiger  ist,  die  eigentümlichen  Verwicke- 
lungen zwangen  sie,  sich  immer  wieder  an  den  Papst,  die  Kar- 
dinäle, das  Konsistorium  persönlich  zu  wenden  und  sich  m^- 
liehst  vielseitig  und  genau  zu  informieren.  So  hören  wir  die- 
selben Ansichten  verschiedener  Kardinäle  wohl  öfter,  aber  wir 
gewinnen  auch  den  Eindruck  genauester  Bericliterslattung. 
Fehler  mögen  in  den  paar  Zahlenangaben  enthalten  sein ;  sonst 
decken  steh  die  Mitteilungen  mit  den  bisher  bekannten  Nach- 
richten oder  ei-gänzen  sie  noch  mehr  vortrefflich. 

Hier  kann  ich  nur  auf  die  Erörterung  und  die  Erledigung 
der  Templerfrage  in  Vienne  eingehen.  Für  sie  war  das  Konzil 
in  ganz  bestimmter  Weise  berufen.  Nicht  alle  Bischöfe  der 
katholischen  Welt  sollten  erscheinen,  sondern  nur  der  jeweilige 
Metropolit  mit  einem  oder  einigen  Sufiraganen.  Ob  hier  neben 
den  von  Klemens  charakterisierten  allgemein  praktischen  Grün- 
den auch  noch  Parteiwünsclie  Philipps  des  Schönen  mitgewirkt 
haben,  ist  mir  fraglich,  denn  sie  lassen  sich  nicht  erkennen. 
Dabei  ist  es  aber  doch  bezeichnend,  daß  die  Liste   oder  viel- 

')  Archiv  f.  Lit.  u.  Kircheogesch.  IV,  361-470.  Dun  V,  S74S. 
V(;l.  auch  Göll«r,  Die  Gravatnina  auf  dum  Sanzil  von  Vieone  b  der 
Featgnbe  für  Finke  (1904)  8.  19511,  Dann  die  gute  Überaiobt  in  Uefel«' 
Knöpfler  VI,  615  ff. 

')  Pinke  II.  230—306. 

*)  Die  KreuEzugafrage  in  Vienne  hat  in  den  Berichten  etwas  besond«ra 
Eigenartiges,  doch  maß  ich  aie  hier  beiseite  lassen.  Ebenso  die  Refonn- 
trahtate.     Vgt.  Hatier,  Papsttum  und  KircheDreforai  I,  Ö2  ff. 


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Die  Templerfrage  auf  dem  VieoDer  allg^tneinen  Konzil.  ZU 

melir  eine  Liste  —  denn  sie  weicht  von  der  onizielleti  ab  — 
der  zu  beruTenden  Prälaten  im  Nationalarchiv  iiegt,  da&  also 
Pliilipp  und  die  Seinen  auch  hier  wieder  die  Hand  im  Spiele 
gehabt  haben '), 

Für  die  Behandlung  der  Templerrpago  diente  das  Prozeß- 
niaterial,  das  die  beiden  Kommissionen  einzusenden  hatten,  als 
Grundlage.  Auf  die  Bedeutung  der  ProzclJakten  wies  der  Papst 
üelbst  in  der  Aufhebungsbulle  ,Vox  in  excelsis"  hin*).  Schon 
Ende  1310  forderte  er  die  Untersuchungsakten  von  Mainz  ein; 
im  Sommer  1311  drängte  er  die  französischen,  spanischen, 
portugiesischen  PrAlaten,  die  alle  mit  der  Sendung  noch  im 
Rückstande  waren  ^).  Seine  Einladung  an  den  Erzbischof  von 
Narbonne,  jetzt  nach  dem  reichsten  Erzbistum  Narbonne  bc- 
fdrdert,  an  die  Bischöfe  von  Bayeux  und  Coutances,  an  den 
Nolar  Gaufrid  de  Plessis,  der  so  oft  in  Templersachen  zwischen 
Fapst  und  König  verhandelt  hatte,  hängt  wohl  auch  mit  der 
Sichtung  des  Inquisitionsmaterials  zusammen;  sie  sollten  ihn  zu 
Maria  Himmelfahrt  oder  spätestens  zum  I.  September  in  der 
Provence  aufsuchen  *).  Wahrscheinlich  hat  er  mit  ihnen  das 
hiquisitionsniaterial  durchgemustert;  von  einer  derartigen  Tätig- 
keit spricht  er  in  der  Aufhebungsbulle;  vielleicht  haben  siü  mit 
aridem  an  den  Exzerpten  aus  den  oft  unförmHch  langen  Prozeß- 
akten mitgearbeitet. 

Unzweifelhaft  spielen  die  „Bubriee",  die  Exzerpte,  au  denen 
man  sich  schnell  orientieren,  wollte,  eine  wichtige  Rolle  in 
Vicnne.  Scholtniüller  fand  eins,  auf  eine  Reihe  anderer  kann 
ich   unten    aufmerksam    machen^).     Eine    starke    Mißdeutung 

']  Man  vgl.  FinJte  il.  303  ff.  mit  Reg.  Ckmentia  V.  Nr  3029  ff. 
Merkwürdig  sind  dio  CbcreinBlimmungen  bpi  boideii  Listen  in  einigen  fehler- 
haften  und  ungowSholicben  liistumsbezeichnungeii.  Z.  B.  Moranien  für 
Olomucen,  Signen  zum  Erzbistum  Jadren.  wahrend  ea  zu  Spalalen  gebürt 
na«.  Vgl  die  Notiz  bei  Sehottmaller  I,  500  Ober  den  angeblichen  Verluflt 
der  Liste  im  Pariser  Arcbiv.  Mit  Hflifo  dieser  Veneichnisau  und  der  zahl- 
ceiclien  Ervrihnnng  der  Teilnehmer  oder  Entschuldigten  in  den  Kcgistern 
lipfie  alch  eine  ungefähre  Teilnebmerznbl  herauaarbeiten, 

')  Vgl.  unten  S.  351. 

')  Reg.  Clementis  V.  Nr.  6668.  7S17.  7524  ff. 

'1  Reg.  aeraentia  T.  Nr.  751B— 21. 

*)  Vgl.  DDtsD  Anhang. 


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348  Die  TemplerfTage  auf  dem  Vienoer  allgemeinen  Konzil. 

dieser  Dokunieiito  hat  seit  ächotiiiiQlior  Platz  go^rifTen;  man 
ül}erbictet  sich  in  schai-ren,  venirteiienden  Ausdrücken  über  die 
Willkür,  die  Unehrlichkeit  und  Liederlichkeit,  die  ihre  Ab&ssuni; 
begleitet  hat,  Ober  den  Papst,  der  so  etwas  darbietet!  Ja. 
Schottmüiler  weiü  gar  nicht  scharf  genug  die  Liederlichkeit  in 
der  AnTertigung  zu  rügen,  wo  es  sich  mn  ein  offenkundiges 
Konzept  bandelt  und  jeder  andere  Forscher  sich  freuen  würde, 
den  sonst  so  glatten  mittelalterlichen  Schriftsteller  --  glatt, 
weil  wir  ja  fast  nur  über  Abschrlilen  verfügen  —  bei  der 
ersten  Arbeil  beobachten  zu  können.  Was  wollen  denn  diea^> 
Dokumente?  Gegen  die  Templer  war  der  Inquisitionsprozeli  er- 
öffhet,  nachdem  eine  .vehemens  suspicio"  gegen  sie  entstanden 
war.  Zweck  des  Prozesses  ist  Erzielung  eines  Geständnisses 
mit  alten  Mitteln.  Das  tritt  natürlich  anch  in  den  Akten  her- 
vor, sowohl  in  den  eigentlichen  Protokollen  wie  in  den  Es- 
zerpten.  Letztere  enthalten  nur  die  Geständnisse  und  die 
Schuldbehauptungen  seitens  nichltemplertscher  Zeugen;  höch- 
stens, daS  hie  und  da  hinzugefügt  wird:  Testis  deponit  se 
nichil  scire;  das  ist  aber  schon  überflüssig.  Einen  Vorwurf 
könne  man  den  Urhebern  —  beim  englischen  Prozeß  ist  es 
sicher  einer  der  Inquisitoren  —  machen,  wenn  sie  falsch  ei- 
zerpiert  hätten;  das  ist  aber  weder  beim  englischen  noch  bei 
den  andern  Auszügen  in  irgendwie  erheblichem  Mafio  zu  mer- 
ken ').  Daß  so  erbärmlichei-  Zeugnisstoff  uns  in  der  englischen 
.deminutio"  get>oten  wird,  liegt,  nicht  am  Verfasser,  sondern 
am  Verlauf  des  englischen  Prozesses,  Dort  haben  die  Templer 
ja  fast  gar  nichts  Ungünstiges  über  den  Orden  ausgesagt,  die 
andern  Zeugen  um  so  widersinnigeres,  kindischeres  Material  auf- 
getischt. Das  wenige  Sachliche  ist  ganz  geschwunden,  der  Un- 
sinn leuchtet  um  so  mehr  hervor! 

Aber  die  dadurch  erzeugte  falsche  AutTassung?  Der  Vor- 
wurf wäre  berechtigt,  wenn  der  Prüfungskommission  nur  diese 
Exzerpte  vorgelegt  wären.  Das  ist  aber  nicht  der  Fall,  Von 
ihnen  sagt  Kleniens  ausdrücklich:  dicte  attestationes  ac  nibrice 
super  his  facte  vise,  perlecte  et  ex&minate  fuerunt  *) :  Prozeß- 
akten und  Auszöge  wurden  durchgelesen!    Nur  von   .franslat 

')  Kleinere  Fehler  kommen  natflrlirli  vor.    Vgl.  Aobang. 
*i  So  in  .Vox  in  exceUis'. 


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Die  Templerfrage  tat  dem  Tienner  allgemeinen  KoDiil.  M9 

de  les  inquistcions'  '),  die  den  Prälaten  gegeben  wurden,  spricht 
der  aragonesische  Bericht;  er  kennt  die  Exzerpte  gar  nicht. 
Noch  mehr,  wer  die  Exzerpte  durchliest,  besonders  die  von 
mir  unten  erwähnten,  ersieht  bald,  daü  sie  ohne  die  eigent- 
lichen Akten  nicht  verständlich  sind ;  sie  können  nur  mr 
s«:hnelleren  Orientierung  gedient  haben.  JedenTails  halte  ich  es 
für  unmöglich,  daß  sich  die  maßgebenden  Kreide  der  Teinpler- 
tommission  mit  diesem  dfirltigeii  Materiale  in  ihrer  anderlhalb- 
nionatlichen  Tätigkeit  die  nötige  Einsicht  verscliafTt  haben. 

Ehrle  suchte  darzutun,  dalä  es  au&er  den  ProzeiJakten 
noch  Material  auch  für  die  Teniplerfrage  gegeben  habe;  Out- 
nchfen  hätten  nicht  bloU  über  die  Freiheit  der  Kirche  und  die 
Siltenreform  existiert,  sondern  auch  über  Teinplerfrage  und 
Krenzzugsangelegenheiten  ^) ;  die  mütUen  dann  verloren  ge- 
panjren  sein.  Das  wäre  wohl  weniger  für  die  Kreuzzüge,  um 
so  mehr  för  die  Templerfrage  ein  groUer  Verlust.  Wie  gern 
möchte  man  die  Auffassung  eines  hohen  deutschen,  englischen 
oder  aragonesischen  Prälaten  haben,  die  uns  nicht  in  der  juri- 
stischen Formulierung  eines  Synodal beschlusses.  sondern  in  der 
mehr  subjektiven  eines  Gutachtens  entgegenlrfite!  Aber  ich 
frtaube,  beide  Gruppen  haben  nie  existiert ').  Wann  ist  denn 
den  Prälaten  die  Aufforderung  zur  Abfassung  eines  solchen 
Schriftstückes  zugegangen?  In  der  Bcrufungsbulie  verlangt  der 
Papst  nur  Aufzeichnung  dessen,  ,quae  correctionis  et  reiornia- 
tioiiis  limam  exposcunf.  Und  in  der  ersten  Sitzung  erklärt 
Klemens,  nachdem  er  die  Frage  der  Kirchenfreiheit  besprochen: 
.Wenn  ein  PrÄlat  Petitionen  über  irgendeinen,  seine  Diözese 
betreffenden  Fall  habe,  so  solle  er  sie  —  schrifllich  —  der 
Kommission  der  drei  Kardinale  übei^ebon."  Beide  Auf- 
forderungen könnten  doch  nur  gewaltsam  auf  die  Templerfrage 
gedeutet   werden*).     Jedenfalls    fehlt   bislang   jede   Spur    eines 

',  Finke  II,  239.  ')  Archiv  ...  IV,  433. 

')  D.  h.  natdrlicli  io  dem  von  Elirlo  gcdarlitcn  Umfang«.  Daß 
einzelne  so  etwas  geliefert  habeo  wie  U.  lo  Maire,  leugne  ich  nicht. 

*|  Ehrle  verweist  S.  484  auf  den  Bericht  des  Tolomeo  von  T.nrca 
über  die  Abetimmnng  lu  Anfang  Dezember  über  die  Templerfrage.  Di« 
Abatimmung  war  aber  mÜDdlich,  Erst  später  verlangte  der  Papst  besiegelte 
Vota,  dia  nitiirlich  nur  kura  waren  und  nicht  mit  dem  Untachten  auf  eine 
^nfe  m  stelJeD  sind. 


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850  Di«  TempIerfrAge  an!  dem  Vienner  allgemeineD  Konzil. 

eulchen  Gutachtens,  abgesehen  von  der  Schrift  des  G.  Ic  Maire, 
und  sie  nimmt  unz weife) halt  eine  Sonderstellung  ein;  ie  Maire 
gab  seine  Ansichten  lange  nach  Beginn  des  Konzils  scbriilHcli. 
da  seine  Gesundheit  ihn  an  der  Teilnahme  an  den  Verhand- 
lungen hinderte,  er  damals  wahrscheinlich  nicht  in  Vienne  war'l- 


Wer  die  aragonesischen  Gesandtachaflsberichle  durchliest, 
könnte  glauben,  dali  es  sich  in  Vicnne  wesentlich  um  die 
Templergüter  gehandelt  habe;  so  stark  tritt  die  Personenrrage 
zurück.  Das  lag  an  dem  Auttrage  der  Gesandten.  Über  die 
Personen  der  Templer  sollten  sie  dem  Papste  sager. ,  daü 
ihr  König  glaube,  Klemcns  werde  nach  Recht  und  Gerechtig- 
keit vorgehen,  und  deshalb  stimmt. der  König  seiner  Entschei- 
dung schon  im  voraas  zu-).  Nicht  so  in  der  Gulertrage;  die 
spanischen  Templergfitor,  vor  allem  die  aragonesischen,  sollten  bei 
der  Auttiebung  des  Ordens  besonder.=i  behandelt  werden.  In  keinem 
Falle  stimmte  der  Köni^  der  Übertragung  an  die  Hospitaliler 
bei,  denn  das  sei  nur  ein  Schaden  lüi-  den  Papst,  die  Kirche, 
den  König;  noch  auch  an  den  Orden  von  Udes,  wohl  aber  sei  er 
geneigt,  sie  einem  von  Kastilien  ganz  unabhängigen  Magistrat 
des  Ordens  von  Calatrava  zu  geben.  Und  dartim  dreht  sitli 
iler  Kampf,  der  von  den  Gesandten  mit  aut^eronlenllichem 
Eifer,  grolJer  Hartnackigkeit  und  einem  gewissen  Erfolge  ge- 
führl  wird. 

Bei  ihrer  Ankunft  nach  Mitte  Oktober  1311  fanden  die 
Gesandten,  dala  nur  die  Templersacho  verhandelt  wurde. 
Kleniens  hatte  nämlich  nach  der  ersten  Sitzung,  angesichts  der 
Unmöglichkeit,  alles  im  Plenum  zu  verhandeln,  einen  Ausschult 
aus  den  fähigsten  Persönlichkeiten :  Patriarchen,  Gr/.biscbüfe. 
Bischöfe,    Abte,    Prälaten    und    Prokuratoren    aller    Nationen. 

>)  0.  \e  MaireB  Sclirift  in  Colt,  äe  äoc.  in^d  Mel.  hiet.  11.  i'ltt. 
Vgl.  Heber,  tjiitnrhU'ii  und  Refurtnvoraclililge  fDr  itaa  Vi^nner  Genernlkonzi! 
(Uias.  1S96I,  S.  13  Anin.  und  15  tf.  Das  (iuUtchUn  des  Ulschnra  von  Avipoitn 
(HpUter  .lofaanneB  XXII. ]  existiert  unzweifelhaft  nicht.  Ich  lialie  in  P*^l^ 
lange  vergebens  darnach  gcant^bt.     Vgl.  auch  Heber  S,  (i3. 

*)  Quant  nies  persones  dels  enten  lu  s.  rey,  quel  s.  papa  lii  orde 
nnra  e  hi  enentara  st'gonn  raho  e  justicia.  Kinke  I],  23S.  Dort  auch  du 
Fuliüende.     Die  BeriHito  heginnen  mit  dem  -,!3,  Oktober.     Kinke  H,  23S. 


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Die  Templerfraga  nnf  dem  Vienner  ii))g<>Tneineii  Eoniil.  851 

wählen  lasset),  die  mit  ilim  und  den  Kardinälen  die  Templer- 
sache erArtem  sollten.  Vor  diesem  grof-en  Ausschuß  wurden 
mehrere  Tage  hng  die  Inquisitionsproloholle  in  der  Kathedrale 
verlesen ;  soviel  als  die  Mitglieder  hören  wollten.  Dann  erst 
folgte  eine  lange  Prüfung ')  dieser  Protokolle  und  der  aus  ihnen 
veranstalteten  Auszßge  durch  einen  kleineren  Ausschuß,  den 
viele  Kardinäle,  der  Patriarch  von  Aquileja,  Erzbischöfp  und 
Bisclicre  bildeten,  der  delE^iert  war  vom  grAgern  Ausschusse. 
Mehrfach  hörten  die  Gesandten  die  Ansichten  der  Kardi- 
näle in  der  PersonenlV^ge.  Der  angesehenste  Kardinal  be- 
hauptet, daü  eine  Aufhebung  des  Ordens  unmöglich  sei !  *) 
Zwei  andere  nicht  viel  weniger  angesehene  Kardinäle  sagten, 
einige  würden  verurteilt  und  die  andern  nach  dem  Ergebnis 
der  Inquisition  freigesprochen.  ,Aher  wir  glauben, '  fügen  die 
(iesandten  hinzu,  .daU  sie  das  vor  allem  von  den  spanischen 
Teinpleri)  meinen,  denn  die  meisten  andern  haben  doch  die 
Veriirechen  gestanden."  Jedenfalls  hat,  nach  Ansicht  des 
Kardinals  von  Beziers,  die  Personenfragc  solche  Schwierig- 
keilen,  dali  in  drei  Monaten  die  Güterfrage  noch  wenig  ge- 
Mert  sein  wird.  Die  Hauptsache  scheint  den  Gesandten  aber 
die  Ankunft  Philipps  des  Schönen,  der  znnäcbst  zum  30,  No- 
vember erwartet  wurde.  Ja,  1+  Tage  spater  meint  derselbe 
Kardinal,  die  Templerangelegenheit  sei  so  verwickeil,  dati  er 
nicht  erwarte,  daß  man  zu  den  Verhandlungen  in  der  Güter- 
frage in  den  nächsten  fünf  Monaten  gelange^).  Und  so  hören 
sie  denn  auch,  daß  man  jetzt  auf  dem  Konzil  den  Besuch  der 
Kftnige  von  Frankreich,  England  und  Navarra  erst  in  vier  bis 
>=echB  Monaten  erwarte.     Inzwischen  wird  Philipp  der  Schöne 

'j  Nach  der  Bolle  .Voi  in  excelfli»"  vom  22.  MArz  1813.  Q^lr 
Vilbnppvn,  VJBgo  literario  V,  208  ff.  VillunnoT«  eiklfirt.  sie  aus  einer 
AJ>Klirifl  des  Klosters  Agor  zu  hftben,  zitiert  ober  Rurh  die  fleirhsieitigp 
UDztreirplhaft  »athentiscliere  Alischrift  im  Reg.  291  in  Barcelona.  Ans 
VilianueTn  scbüpfen  Beoavides,  Memortas  II,  835  ff.  und  TQbingor  Theolug. 
QuarUlachrift  1866  8.  63  ff  -  Vgl.  Visgo  llt,  V.  217.  Qimrtnlschrirt  72: 
Nno  perTunctorie  aed  inoratoria  tractatione. 

*)  Violte  II,  245:  No  enten  per  res.  quel  orile  del  Tcmple  so  deffn^n. 

')  Finke  II,  247.  So  wurde  die  KDcksendnng  eines  TdU  der  tJe- 
Mniltachafl  erwogen. 


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352  Die  Tamplerfrflge  aaf  i)em  ViöDner  itUgeincJnen  Koaxil. 

ein  Generalparlameiit  seines  Landes  um  Maria  Lichlmeü  ab- 
halten. 

Die  AulTassiiiig  über  die  Personenfragc  ist  schon  zu  An- 
fang Noveinber  etwas  geändert.  Wie  aiicli  jetzt  noch  Prälaten 
und  Kardinäle  sagen,  kann  der  Orden  nnmöglich  vcriirleill 
werden;  denn  es  findet  sich  nichts,  was  direkt  ^egeii  den 
Orden  zeugt.  Da  aber  die  Mehrzahl  der  Templer,  soviel  mau 
weiü,  schuldig  befunden  ist,  wird  der  Papst  wohl  niitsaml  den 
Prälaten  kraft  seiner  päpstlichen  Gewalt ')  Vorson?e  treffen,  daü 
der  Orden  aufgehobon  und  ein  neuer  geschaffen  wird,  dessen 
Oherhaupt  wie  hei  den  Templern  jenseits  des  Meere,'!  seinen 
Sitz  hat. 

In  der  Güterfrage  beginnen  die  Gesandten  sofort  zu  son- 
dieren, Sie  sind  vorsichtig.  Vor  Kardinal  Stephan  de  Siiissy 
nelinicn  sin  sich  in  acht,  denn  er  will  sie  atishnrchoii !  Darum 
sagon  sie  nur  allgemein:  „Der  KtVnig  will,  was  recht  ist'-). 
Dem  Kardinal  von  Beziers  können  sie  verlrauen;  obwohl  Ver- 
trauensmann Philipps  gilt  er  ihnen  doch  als  Hauptfreund  der 
Aragonesen.  Er  kannte  ja,  als  Hiemaliger  Bischof  einer  Ara- 
gonien  benachbarten  Stadt,  die  spanischen  Sonderverhflilnise; 
schon  zwei  Jahre  vorher  hatte  er  erklärt,  daü  die  araguncsi- 
schen  Templergöter  nicht  für  das  h.  Land,  sondern  für  die  Ver- 
teidigung Spaniens  und  der  Kirche  bestimmt  seien.  Zudem  haben 
die  Templer  in  Aragonien  eine  solche  Machtstellung,  daß  ihre 
GQter  nicht  ohne  weiteres  in  fremde  Hand  kommen  können^. 
Und  er  wiederholt  das  bei  einer  neuen  vertrauliciien  Be- 
sprechung, als  sie  ihm  ihre  ganzen  Pläne  enthüllten:  Weder 
der  Papst  noch  eine  Kirclie  können  die  aragonesischen  Güter 
erhalten,  deim  dazu  sind  sie  nicht  gesclienkt;  noch  die  Hospi- 
taliter,  mit  denen  die  einzelnen  Diözesen  ja  schon  jetzt  nithi 
mehr  auskommen  könnten;  wie  erst,  wenn  sie  eine  solche  Erb- 
schaft machten!  Noch  viel  weniger  dürfen  sie  in  die  Hand 
Philipps  des  Schönen  oder  eines  andern  weltlichen  Fürsten 
konmien.     ,Es  sei  nicht  gut,  dem  Könige  von  Frankreicti  oder 

'j  prorehira  de  son  poder. 

'}  äie  liftttea  das  nicht  nfitig  gehnlt,   denn  eioifce  Woclien  dvMif 

"l  Kinke  II.  2«. 


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tlie  Templei'frnge  nnf  dem  Vrenner  allgemeinen  Konzil.  953 

einem  andern  welllichen  Fürsten  den  Degen  in  die  Hand  zu 
drücken*  ').  Das  irete  ein,  wenn  Philipp  oder  die  Fürsten 
Besitzungen  in  den  Ländern  eines  andern  Fürsten  bekämen 
und  »o  alle  ehristlJchen  Fürsten  hokämpleii  könnten.  Wird  der 
Templerorden  aiirgelöst,  dann  niulj  ein  anderer  Orden  gestiftet 
werden,  dem  nichl  die  Templerfeslungeii  zufallen  sollen;  der 
König  niutj  ihn  durch  Einkünlle  an  andern  Stellen  entschädigen. 

Die  Kardinäle  LandulT  und  Peter  Colonna  wollen  ihnen 
alles,  auch  die  geheiiuen  Verhandlungen  in  der  Güterfrage,  mit- 
teilen % 

Anfangs  Dezember»)  101 1  folgte  eine  vorläufige  Entscliei- 
ihing  in  der  Personenfrage.  Der  Papst  stellte  in  einer  geheimen 
Sitzung')  an  den  groücn  Ausschuß'')  vier  Fragen:  f.  Ob  dern 
Orden  Verleidiger  zu  gestatten  seien,  die  (als  Mitglieder  des 
Ordens)  sich  oder  den  Orden  verteidigen  wollten.  2.  Ob,  wenn 
die  Verteidigung  zugebilligt  wird,  die  sechs  oder  sieben  Templer 
ituzuUuisen  seien  %  die  sich  dazu  erboten  haben.  ',i.  Wenn  diese 
nidit  zugelassen  werden  dürfen,  ob  man  allen  Templern  aus 
den  verschiedenen  Teilen  der  Welt  erlauben  solle,  daü  sie  .'^icli 
an  einem  bestimmten  Orte  versammelten,  um  einen  Syndikus 
oder  Prokurator  für  die  Verteidigung  zu  ernennen.  4.  Wenn 
lüeses  dem  Konzil  schwierig  oder  beinahe  unmöglich  erscheine, 
ob  dann  der  Papst  einen  Offizial-Verteidiger  ihnen  geben  solle. 

Nachdem  die  Versammlung  sich  beritten,  ließ  sich  der 
Papsl  persönlich  von  jedem  einzelnen  seine  Ansicht  vortragen. 
Die  überwiegende  Mehrzahl  erklärt  sich  für  Zulassung  eines 
Verteidigers;  und  zwar  müsse  dieser  Verleidiger  vom  Papste 
selbst  gestellt  werden.  Alsdann  mutite  jeder  auf  Befehl  des 
Papstes  sein  Votum  besiegelt  abgehen.  Nur  der  Krz- 
bisehof  von    Rouen,    der  Abt  von   Cluny    und   drei    Bischöfe 

'j  Finke  II,  247:  No  scria  bondi  cosa,  que  lioin  mcaes  Ih  espiiii  en 
ma  äel  rey  de  Franfa  o  daltre  princep. 

')  Finke  11,  241. 

')  Hop  antem  actum  est  sive  Hctitatum  in  principio  Deccniliri.s.  sngt 
Toloineo  von  Lncca.  ßaluze  I,  43;  damit  stimint,  wenn  Ate  amgoneslBilien 
'''csandteD  am  12.  Dezember  sclireiben:  Molts  iIjpb  ha  pnsaats.    Finke  II,  2n3. 

*)  fropanitione  et  coDsnltatloDe  secreta  heifit  es  in  ,Vox  In  excetsis*. 

'j  Peu  IUI  qnestiona  al  concili,  sagen  die  Arngoncsen.    Finke  li,  S'v'^. 

")  Es  waren  aber  sieben  und  zwei. 


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fibi  Die  Tcmplerfrnge  auf  dem  Vienner  HllgeiiieineD  Koniil. 

wollten  von  einer  Verteidigung  nichts  wissen ').  Zu  diesen 
Biscliöfen  hat  nnzwoifelliaft  nach  seinem  Gutachten  der  Bischor 
Le  Maire  von  Angeis  gehört;  weiteres  lätU  sicli  schwer  sagen. 

Schon  die  Aragoncson  merkten,  dali  mit  dem  Entscheid 
des  Ausschusses  wenig  gewonnen  wai'  und  sie  ^lauhen,  daü 
trotzdem  ohne  Verteidigung  die  Sentenz  gefällt  winJ.  Demi 
der  Enlschluü  ist  gefaLit.  schreiben  sie,  mehr  um  der  Reclils- 
form  zu  genügen,  als  weil  man  an  einen  Vorteil  für  die  Sache 
des  Ordens  glaubt.  Denn  allgemein  sieht  man,  daü  die  Vor- 
eingenommenheit gegen  den  Orden  zu  stark  ist  und  dali  man 
sich  zu  weit  vorgewagt  hat,  als  dalä  man  ohne  Standal  zürnet 
könnte.  Die  Sache  geht  sehr  langsam  vorwärts;  man  führt  sie 
nicht  wie  Leute,  die  vorwärts  wollen,  sondern  um  nur  dem 
Äuttern  nach  etwas  zu  tun.  Sie  wollen  keinen  Scliritt  vor- 
wärts, ohne  daß  der  König  von  Frankreich  etwas  davon  weili. 
,So  tut  man  schließlich  ganz  und  gar,  was  er  will."  Und  die 
Geschäfte  werden  immer  mehr  von  den  Prälaten  seines  Hauses 
und  seines  Rates  geführt-). 

Mit  merkwürdiger  Offenheit  erklärte  der  Papst  selbst,  dali 
diese  Befragung  erfolgt  sei,  weil  dem  Orden  Verteidiger  er- 
wachsen seien").  Zu  Anfang  November  erschienen  nämlich  im 
Ausschuß,  als  der  Papst  nicht  anwesend  war,  an  einem  Tage 
sieben,  an  einem  andern  zwei  Templer,  die  sich  zur  Verteidi- 
gung erboten  und  versicherten,  daü  1 500  bis  2000  Templer  in 
Lyon  und  Umgegend  versammelt  seien  und  ihrer  Verteidiguiif.' 
sieh  anschlössen.  Klemens  hat  diese  Verleidiger  ins  Gelangnis 
werfen  lassen,  und  zugleich  es  für  nötig  gehalten,  seine  Pei'so» 

')  Tolomeo  von  I.iicca  Imt;  Omties  praetati  Itaüae  praeter  ununi 
(alimmten  daflli')  .  .  .  item  (iailici  praeter  trca  metropol itnnos  vidflki't 
Itemonsoin,  Scnaneneeni  et  Rotomagensem.  Würtlivh  genommen  ist  J"» 
nnrliweialiar  unriclitig,  da  der  Sunanensia  nicht  anureaend  war;  aber  anrli 
als  itezciclinung  der  Provinzen  halte  ich  die  .Angabe  fBr  ungenau,  dit  das 
Rislum  Angers  nur  Kirchenpruvinz  Tours  gohöit.  icL  bleibe  also  li^i 
obiger  Angabe:  larchnbisbo  de  Boain  ab  laliat  de  Clunyecb  e  trca  bisbfs. 
Finke  II,  259, 

')  Finke  II.  259,    Axi    que   Unalment  en   tot   e   per  tot  aic  fa,  nii 

-')  Facta  per  nos  propoaitiono  et  consultntiona  aecreta,  qualiter  esset 
in  eodem  negotio  procedendum,  presertim  cum  quidam  Templarii  ad  defen- 
sioni-m  ciusdem  ordiiiin  ne  ofTcri'ent.    i^o  in  ,Vox  in  exceUis*. 


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bie  Templerfrug»  Huf  dem  Vieaner  allgemeinen   Konzil.  35G 

sorpfälliger  bewachen  zu  lassen.  Auch  Philipp,  dem  er  diese 
Angelegenheit  am  II.  November  mitteilt,  bittet  er,  vorsichtig 
zti  sein!*)  Nacli  all  den  zahlreichen  päpstlichen  und  könig- 
lielieiT  Erlassen,  welche  die  Gefangeiinahinü  der  Templer  überall 
licznecken,  kann  die  Zahl  der  um  Lyon  versammelten  Templer 
iiiiniöglicli,  auch  nur  annähernd  so  groU  gewesen  sein;  ciaü 
Me  nicht  unbelnlchtiieh  war,  vor  allem  aber  daü  man  in  Vienne 
grütjere  Templeransammlungen  für  möglich  hielt,  geht  aus  dem 
sonderbaren  Verhalten  Klemens"  V.  hervor.  Er  ist  wohl  der 
erste  und  letzte  Papst,  der  sich  vor  einem  Orden  in  dieser 
Weise  gefürchtet  hat! 

So  ist  es  nicht  zu  einer  Verteidigung  des  Ordens  ge- 
kommen. Wahrscheinlich  sland  bei  Klemens  schon  damals 
fe^l,  dati  er  den  Orden  nicht  verurteilen,  sondern  kraft  päpst- 
licher Vollmacht  aufheben  wolle;  und  hat  er  darum  keine 
oRizielle  Verteidigung  für  nötig  gehallen.  Man  muli  tief  be- 
dauern, daß  dem  Orden  der  letzte  Versuch,  vor  den  Kirchen- 
fürsteii  der  ganzen  Welt  seine  Unschuld-  öffenllich  zu  beteuern, 
vorenthalten  blieb;  daß  nicht  Molay  den  Papst  von  Angesicht 
zu  Angesicht  gesehen,  wie  er  es  so  sehr  gewünscht  hatte;  daß 
nicht  die  zu  Recht  bestehende  Vorführung  der  GroUwünien- 
Irfiger  durch  den  Kardinalbischof  von  Palästrina  stattge- 
funden hat. 

In  der  Güterfragn  geschah  im  Dezember  ein  bedeutender 
Schritt  vorwärts.  Noch  um  die  Mitte  hcri-sclite  grolJcr  Wirr- 
warr der  Meinungen.  Die  meisten  erwärmen  sich  für  einen 
neuen  Orden.  Das  Oberhaupt  soll  im  Orient  wohnen  und  von 
dort  allen  Ordensbesitz  verwalten.  Eine  kleinere  Gruppe  will 
dtn  Bischöfen  die  Verwaltung  zusprechen,  die  das  Gut  fürs 
h.  Land  oder  für  die  besondern  Zwecke  der  Donatoren  ver- 
wenden sollen.  Doch  sprechen  sich  dagctren  die  höhern  Kreise 
auä;  denn  daraus  könne  für  die  Kirche  nur  Skandal  entstehen; 
man  wfirde  sagen,  dati  sie  aus  Habsucht  den  Orden  aufge- 
lioben  habe,  um  in  den  Besitz  der  Güter  zu  kommen.  Eine 
dritte  Partei  will  die  Güter  dem  Hospital  zuwenden;  dagegen 
arbeiten  aber  wieder  andci-e,   denn  bei  den  llospitalitern  sieht 

')  KayniHiard  p.  177  T. 

2;j* 

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866  Di«  l'einplerrrtige  nuf  (tem  Vienner  allgemeinen  Kon2il. 

man  ja  schon  die  Übel  und  Fehler,  die  sie  infolge  ihres  Beich- 
tunis, de»  sie  bereits  besitzen,  angenommen  haben:  sie  tragen 
wenig  Soi^e  für  eine  richtige  Verwendung  ihres  Besitzes,  l)auen 
sirli  schöne  Paläste  und  VVohiiriiunio  und  greifen  den  Feind 
ni<^lit  gern  mehr  an  '). 

In  den  Weihnachtstagen  errahren  die  Gesandten  ganz 
vertraulich  durch  den  Kardinal  von  Beüiers  von  der  Schwen- 
kung des  Papstes:  Er  hat  geheim  mit  ihm  und  den  andern 
Kardinälen  verhandelt  und  dabei  geüufiert,  es  sei  gefährlich, 
einen  neuen  Orden  zu  stiften.  Woher  die  Regel  nehmen? 
Woher  das  übrige?  Er  halte  die  tJberlassung  der  Güter  ans 
Hospital  für  das  einzig  ricl>tige.  Er  halte  sich  schon  seine 
Antwort  auf  die  Einwände  zuroclitgelegt,  Ais  der  Kardinal 
von  Beziers,  der  stets  für  einen  neuen  Orden  eingetreten  war, 
meinte,  da[i  die  Fürsten  dem  Hospital  nicht  gern  mehr  gäben, 
da  es  so  schon  so  mächtig  sei,  und  auf  die  andern  Onlen  von 
Ucles,  Calatrava  und  den  Deutsrhorden  hinwies,  hatte  Klemens 
stets  die  eine  an  sich  ja  richtige  Bemerkung:  sie  bildeten 
keinen  so  allgemeinen  Orden  wie  das  Hospital  ^).  Anscheinemi 
hat  der  genannte  Kardinal  dann  für  Aragonien  besonders  vor- 
geschlagen, dalä  einer  der  Söhne  des  Königs  einem  Ritterorden 
beiträte  und  vom  Papste  den  Magistrat  für  sein  ganzes  Lfben 
erhielte;  dafür  war  Klemens  schlieülich  gewesen*). 

Um  dieselbe  Zeit  hat  Klemens  den  Gesandten  erkläri, 
dali  das  Konzil  14  Tage  nacli  Christi  Erscheinung  —  also  um 
den  20.  Januar  —  zu  Ende  sei;  das  hängt  zunächst  init  dem 
Verlangen  der  fJesandtcn  zusammen,  vereint  ndt  dem  Bischöfe 
von  Valencia  heimkehren  zu  dürfen.  Den  Bischof  wollte  der 
Papst  auf  keinen  Fall  missen,  ümen  gab  er  Erlaubnis,  doch 
hielt  er  für  sicher,  daü  das  Konzil  vor  ihrer  Ankunft  in  der 
Heimat  auseinandei^egangen  sei.  Wir  können  kaum  anneli- 
inen,  dali  der  Papst,  um  sie  zurückzuhalten,  eine  baldige  Been- 
digung prophezeit  habe,  an  die  er  selbst  nicht  glaubte.  Viel- 
mehr mula  er  selbst  die  Hoffnung  gehegt  und  nicht  die  Schwierig- 
keiten vorausgesehen  haben,  die  seinem  von  ihm  unerschüllerlicli 

■)  Finke  II.  260.  ',  Finke  II,  265. 

')  Dieses  altht  in  einem  später»  Briefe  vom  19.  Februar,  k»nn  sich 
aber  wob)  nur  hierauf  beziehen.     S    Finke  II,  278  f. 


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Die  TemplurTrage  aaf  dem  Vieaner  atlgemeincD  Konzil.  357 

festgehaltenen  Plane  von  verseil iodenen  Seiten,  vor  allem  aber 
von  Philipp  dem  Schönen  begegnen  würden.  Denn  der  fran- 
zödsthe  König  hat  unzweiTelhafl  in  dieser  Sache  nachgegeben! 

Anscheinend  ruhte  im  Januar  und  zunächst  auch  im  Fe- 
bruar die  Templerangolegenheit;  Rcrorm-  und  Kreuzzugsfragen 
traten  in  den  Vordergrund '}.  Inzwischen  reiste  Philipp  lang- 
sam 7.am  Süden;  angeblich  hatte  er  schon  im  Januar  erscheinen 
wollen,  als  ihn  die  Affäre  des  Grafen  von  Nevers  zurückhielt '); 
für  den  2.  Februar  war  seine  Ankunft  in  Cluny,  für  die  Liclit- 
me&oktav  in  Lyon  angekündigt,  doch  paüt  dieses  nicht  zu 
seinem  t>ekannten  Reiseitinerar,  das  ihn  noch  am  I.  Februar 
in  Paris  weilen  läM'*).  Jedenfalls  war  er  Ende  Februar  in 
Macon  und  seine  Gesandten,  sein  Bruder  Ludwig,  die  Grafen 
von  St.  Paul  und  von  Boulogne,  Enguerrand  de  Marigny, 
Nogaret  und  Plaisians,  befanden  sich  seit  dem  17.  Februar 
beim  Papste.  In  größtem  Geheim  haben  sie  mit  Klemens, 
seinen  Nepoten  Pelagrua,  Cantaloup  und  dem  Vizekanzler,  sowie 
mit  dem  Kardinal  von  Beziers  und  Kardinal  Nikolaus,  dem 
frühem  königlichen  Beichtvater,  verhandelt.  Fast  Tag  für  Tag 
arbeiteten  sie  zusammen  *). 

Kein  Mensch  weiB  etwas  sicheres;  doch  hat  —  den  Ge- 
sandten zufolge  —  Enguerrand  durchblicken  lussen,  dali  sie  mit 
dem  Papste  sich  geeint  hätten  und  nunmehr  den  König  nach 
Vienne  führten.  Dab  die  Teniplerfrage  den  Mittelpunkt  der 
Krörlerungen  gebildet,  hielten  die  Aragonesen  für  au^emacht. 
Darum  ihre  Aufr^ung;  wiederum  nehmen  sie  ihre  Zuflucht 
Kum  Kardinal  von  Bezters,  aber  sie  hören  nichts  als  die  alte 
Versicherung,  dalJ  ihrem  Könige  kein  Unrecht  geschehen  wird. 
Hat  er  beim  Papste  doch  schon  eine  Note  gesehen  mit  den 
Forlen:  assignabuntur  cum  honoribus  atque  oneribus  universis  ^). 
Das  müsse  genügen.     Endlich   fragt  er  sie:    Wenn  der  Papst 


')  Tgl.  Finke  JI  Nr.  135  and  137  die  Briefe  vom  22.  und  30.  Jnnunr. 

')  Finke  II,  271.  Vgl,  Funck-brentano.  Philippe  le  Bei  en  Fliindre 
p.  SITff,  Ladwig  von  Nevers  war  gefangen  in  Mont  Cbüri,  „prison  rebu- 
'■nt«!  ...  ob  des  Templiere  avaient  pari  egorgäs'.    Er  fluh  anfan^a  JuDusr. 

')  Finke  II,  278.    ßecueil  XXI.  478. 

')  Finke  II,  276  ff. 
)  Die  Phrase  erscheint  im  Briefe  Pliilippu  vom  2.  März. 


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Die  Tempi erfrnge  nuf  dem  Vienner  Hllgemeiiieu  Konzil. 


einen  neuen  Orden  schaffl,  dem  er  die  Güter  fibei-Iälit  und 
dem  Köiii^  seine  Rechte  lAfil,  die  er  bei  den  Templern  be- 
sessen, ob  er  dann  zufrieden  sein  würde?  Sie  glauben  eä  bi- 
jatieii  zu  dürfen. 

Am  letzten  Februar  reisten  Pliilipps  Gesandte  aus  Vienne 
und  schon  vom  2.  Mfirz  ist  das  kÖniKliclic  Vertragsdokunicnt, 
das  das  Ergebnis  der  Verhandlungen  enttiält,  datiert'),  Philipp 
erbittet  auf  (irund  der  nachgewiesenen  Hiiresie  die  Aufhebung 
des  Ordens,  sodann  die  Gründung  eines  neuen  Ritterordens, 
dein  die  Templergfiler  übei^eben  werden  sollen,  oder  die  Über- 
lassung der  Templcrgüter  an  einen  der  alten  Ritterorden,  wie 
das  der  Papst  bestimmen  wird.  Philipp  fügt  sich  der  päpst- 
lichen Entscheidung,  unter  Vorbehalt  aller  seiner  und  seiner 
Untertanen  Hechte  an  diesen  Gütern,  Der  Papst  erklärt  sich 
dagegen  am  8.  März  bereit ,  falls  der  Orden  aufgehoben 
wird,  seine  Güter  „cum  suis  iuribus,  honoribus  et  onerihus' 
durch  eine  Konstitution  zur  Unterstützung  des  b.  Landes  fest- 
zulegen, unter  Vorbehalt  aller  Rechte  des  Königs  und  dCT 
Seinen. 

Philipp  lieü  damit  wohl  endgültig  den  Gedanken  an  einen 
neuen  Ritterorden,  in  dem  er  und  sein  flaus  die  führende 
Rolle  übernehmen  sollten,  fahren.  Der  Gedanke  taucht  waiir- 
scheinlich  schon  im  Jahre  1^05  auf.  Noch  130!)  warnt  allen 
Ernstes  ein  Kardinal  die  Gesandten  Aragoniens  in  Avignoti, 
daß  ihr  König  sich  bei  Auslieferung  der  Kastelle  in  acht  nehme, 
und  dala  er  vor  der  Auslieferung  sich  genau  erkundige,  was  der 
Papst  damit  wolle.  Denn  der  französische  König  bemühe  sich, 
die  Tcmplergüter  in  der  ganzen  Welt  einem  seiner  Söhne  als 
König  von  Jerusalem  -  oder  als  Haupt  eines  Ritlerordens?  — 
zuzuwenden  *).  Ähnliche  Befürchtungen  müssen  nach  einem 
englischen  Chronisten  ^}  auch  noch  während  des  Vienner  Kon- 
zils in  einzelnen  Kreisen  geherrscht  haben.  Ausdrücklich  er- 
klärt Philipp  in  einem  spätem  Schreiben,  daß  seine  Zustimmung 
zur  Cberlassung  der  Güter  an  die  Üospitaliter  erfolgt  sei,  weil 

')  Dnpiiy,  Traitez  p.  199  ff,  'i  Finke  II,  183. 

"j  Ks  ist  Thomas  WulsiDgliani,  ein  viel  späterer  Chronist,  der  aber 
Huf  ftitcre  Quellen  fuüen  muß,  denn  soine  Mitteilung  deckt  sieb  fast  gnni 
mit  der  jiußeMiiig  des  Karitionls,  nur  dfi£  er  sie  zaui  Kousil  rou  Vienoe  aetiL 


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Die  Templeifrage  auf  dem  Vii-nnor  allgemeioen  Konzil.  3ä9 

der  Papst  eine   Reform   und   Neuordnung  der  Johanniter   an 
Haupt  und  Gliedern  zugesagt  hatte '). 

Von  Macon  bet^b  sich  Philipp  in  den  ersten  Tagen  des 
Mürz  nach  Lyon.  Hier  hat  unzweifelhaft  damals  vor  dem 
li.  März  die  Ständeversammlung  stattgefunden,  obwohl  ihre 
Spuren  in  der  Geschichte  fast  völlig  verwischt  sind ').  Ur- 
sprünglich Wühl  war  sie  als  ein  Gegenstück  zu  Tours  1308  ge- 
plant: wenn  nötig,  sollte  der  hier  von  neuem  zu  entfachende 
Fanatismus  gegen  die  Templer  seinen  Einllulä  in  Viennc,  wie 
ehemals  in  Poitiers,  ausüben.  Das  ergibt  sich  aus  dem  Ein- 
ladungsschreiben vom  letzten  Dezember").  Gerade  wie  bei 
Tours  1308  wurden  hier  die  Verbrechen  der  Templer  aufge- 
zählt und  wird  der  Wunsch,  den  Glauben  zu  schützen,  betont- 
Darum  sollen  alle  StadtoberliilupLer  erscheinen  oder  heimliche 
liesandte  schicken  *).  Auch  in  dem  merkwürdigen  Schreiben 
an  Toulouse,  das  vom  14.  März  1312  aus  Lyon  datiert  ist, 
stellt  Philipp  Tours  und  Poitiers  in  Parallele  mit  Lyon  und 
Vienne;  auch  hier  betont  er  das  negocium  fidei  Christiane  seu 
Templariorum .  Das  Schreiben  ist  zugleich  der  einzige  Beleg, 
daß  die  Verfolgung  in  Lyon  in  der  ersten  Hällle  des  März  statt- 
gefunden hat.  Die  Totosaner  haben  darnach  Gesandte  ge- 
äthickt;  andere  Städte  nicht,  die  nunmehr  zur  Tragung  der 
Kosten   iierangezogcn    werden '}.     Allerdings    war   der    Verlauf 

'l  Dupoy,  Traitez  p.  'i{04:  Unn  cum  preUtia  in  concitio  congregntis 
Fuiniun  (dtatt  fiicrinius}  per  vos  inducti,  quin  snnctitas  vc.ttra  dispusiicrMt  et 
ordiDBviTHt.  quod  per  aedein  apoetolicam  sie  dictorum  llospitHliorum  orda 
f*giii«tctur  et  rcforniBri'tur  tnm  in  captle  quam  in  nienibiia,  quod  Deo 
,  ocdfHinülids  personia  et  setniaribus  esset  ncccptabilia,  ,  .  .  aubsidio  Tetto 
sancte  qmiui  plurimum  fructuoaua. 

')  Vgl.  Holtzmflnn.  Wilhelm  von  Nognret  S.  209.  Besondera  Wenck 
in  «Ott.  Gel,  Anz.   1830  8.  272  Arnn. 

']  Merkwürdig,  daS  die  nragoiieeischen  Gesandten  sclion  am  6,  No- 
vember ganz  genau  den  Termin  angeben  künnen.  Kb  muß  also  vorher 
schon  eine  Elnladnng  ergangen  eein.     Vgl.  Finko  II,  251, 

')  Boataric,  La  France  Bons  Fbilippe  le  Bei  S.  38  Anin.  2. 

'I  Baudonin,  Lettre»  inddites  de  Philippe  le  Bei  S.  179.  Aus  dem 
Tenor  geht  auch  hervor,  daß  die  atHdtiachen  (iesnadten  mit  nach  Vienne 
reisten.  So  erscheint  denn  Philipp  tateächlich  in  auffftlliger  Weise.  Multnrum 
peritonun  nobilium  ac  magnatum  decenti  pariter  ac  potenti  oomitiva  valtatus 
"«cnril  XX,  605. 


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860  Die  Templerfrtige  aaf  dem  Vieonar  allgemeinen  Konzil. 

der  Lyoner  Vorsammlunt,',  an  der  übrigens  der  hohe  Klerus  ja 
wohl  nur  in  geringer  Zahl  teilnahm,  wohl  ein  anderer  wie  la 
Tours;  zu  kämpfen  gab  es  nichts,  höchstens  konnle  man  srcli 
des  errungenen  Sieges  freuen. 

Inzwischen  erscheint  zu  Mitte  März  Enguerraiid  de  Marrgny 
wieder  in  Vienne  und  arbeitet  von  neuem  tagelang  mit  dem 
Papste;  auch  diesmal  im  Geheim.  Das  Kardinalskollegium  er- 
fährt nichts,  nur  die  fünf  vertrauten  Kardinäle  kommen  zum 
Papst,  zuweilen  aber  nur  einige  von  ihnen.  So  genau  kon- 
trollieren die  Aragoiiesen  den  Verkehr;  Da  der  König  noch 
ausbleibt,  muü  die  Angelegenheit  wohl  noch  nicht  ganz  geord- 
net sein.  Aber  jetzt  fürchten  sie,  ptölzlicli  könne  alles  abge- 
macht sein,  der  König  erscheinen  und  der  Papst  zur  Publika- 
tion folgenschwerer  Dokumente  schreiten ').  So  entfalten  sie 
denn  nun  in  der  nächsten  Zeit  eine  ßeberhade  Tätigkeit.  Sie 
berufen  alle  spanischen  Prälaten  in  die  Wohnung  des  Erz- 
bischofs von  Santiago  und  vor  dieser  Versammlung  entwickeln 
sie,  im  Verein  mit  den  portugiesischen  Gesandten,  die  Rechte 
der  Könige  auf  der  Halbinsel  am  Templei^ute,  das  nicht  für 
das  h.  Land,  sondern  zum  Schutze  der  spanischen  Kirche  und 
des  spanischen  Landes  gegen  die  Saracenen  dienen  solle.  Sie 
appellieren  an  den  Patriotismus  der  Bischöfe  und  verlangen 
Rat  und  Hülfe,  falls  eine  diese  Vorrechte  schädigende  Konsti- 
tution erlassen  würde.  Sie  betonen,  daß  die  Könige  nicht 
nachgeben  würden.  Die  Bischöfe  antworteten  ausweichend, 
nur  die  aragonesisclien  Bischöfe  von  Valencia  und  Saragossa 
stellten  sich  ganz  auf  Seite  der  Gesandten. 

Von  den  Bischöfen  eilen  sie  zu  den  Kardinälen.  Auch 
hier  dieselben  Reden:  Androhung  eines  großen  Skandals,  d» 
die  Könige  nicht  nachgeben  würden,  weil  sie  Recht  und  Ge- 
rechtigkeit auf  ihrer  Seite  hatten.  Die  Anschauungen  der  Kar- 
dinäle waren  geteilt:  die  fünf  päpstlichen  Vertrauten  sprechen 
dein  Papste  das  Verordnungsrecht  allein  zu,  wenn  er  nur  die 
Rechte  anderer  schone.  Die  italienischen  Kardinäle  loben  ihr 
Vorgehen  und  versprechen  Hülfe,  soweit  sie  können.  Ständi;; 
arbeiten  sie  bei  den  alten  Freunden  ihres  Landes  Pelagrua 
und  Beziers,  endlich  verlangen  sie  Audienz  beim  Papste. 

')  Finke  II,  278  f. 


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Die  Templerfrag«  nur  dem  Vienacr  ailgemeinon  Konzil.  361 

Am  1 1.  März  Tand  das  Kardinalskonsistorium  statt,  in 
dem  die  Gesandten  beider  Reiclie  erschienen  und  plädierten. 
Was  gemacht  werde,  könne  nicht  ohne  ausdrückliche  Zu- 
sliminung  ihrer  Monarchen  gemacht  werden,  war  auch  hier 
ihr  Hauptsatz.  Sie  verlangen  vom  Papst  direkt,  dali  er  mit 
ihnen,  die  sie  Land  und  Verhältnisse  kennen,  die  Sache  ver- 
handle; und  dann  besprechen  l)eide  Gruppen  die  einzelnen 
Pläne.  Hierauf  muMen  die  Gesandten  eine  Zeitlang  das  Kon- 
sistorium verlassen;  dann  lieti  man  sie  wieder  eintreten. 

In  seiner  gewohnten  höflichen  Weise  schilderte  der  Papst 
erst  die  Verdienste  der  beiden  Monarchen  von  Aragoniun  und 
Rastihen;  gerade  ihnen  gegenOber  würde  sich  die  Kirche  mit 
Kränkungen  in  achtnebmen,  vielmehr  stets  gerade  ihre  Rechte 
peinlich  wahren.  Die  Gesandten  möchten  versichert  sein,  i\aU 
er  über  die  Güter  noch  nichts  angeordnet  habe,  wenn  er  in 
seinem  Kopfe  auch  schon  ein  ihm  gut  scheinendes  Projekt 
bei^e.  Zuerst  müsse  aber  über  Personen  und  Orden  abge- 
urteilt werden;  komme  man  an  die  Güter,  so  würde  niemandes 
Hecht  verletzt.  Die  Forderung  auf  gemeinsame  Beratung  lehnte 
Klemens  sachte  ab:  Der  Bischof  von  Valencia  sei  ein  weiser, 
ehrwürdiger  Prälat,  Kanzler  Aragoniens;  ohne  sein  Vorwissen 
geschehe  nichts  im  Kollegium;  er  würde  und  könne  die  Ge- 
sandten stets  informieren. 

Wohl  dankten  die  Gesandten  für  die  Zusage,  dati  kein 
Unrecht  geschehen  solle;  sie  sprachen  dabei  die  feste  Erwar- 
tung aus,  dalä  so  um  die  Kirche  verdiente  Monarchen  nicht 
durch  solche  Dinge  beleidigt  werden.  Aber  sie  halten  an 
ihrem  Vorschlag  der  gemeinsamen  Besprechung,  wohl  mit 
Röcksicht  auf  die  französischen  Gesandten,  fest.  Gewiß  sei 
der  Bischof  von  Valencia  ein  vornehmer,  wahrhafter  und 
lojaler  Charakter,  aber  in  dieser  Sache  habe  der  König  l^ien 
gesandt,  die  sagen  sollten,  was  zu  sagen  sei! 

Von  Samstag  bis  Donnerstag  16.  März  besuchen  sie  Tag 
für  Tag  die  Kardinäle.  Die  Italiener  spenden  ihrer  Vorsicht, 
Diskretion  und  Enei^ie  hohes  Lob  und  tadeln  heilig  die  Zurück- 
haltung des  jungen   kastilischen  Königs  ■),   der  hier   gar   nicht 


')  DoD  FerDBDdo  )V,  wnr  damats  meist  krank  und  starb  > 
Monate  epfiUr. 


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362  Die  Templerfrnge  auf  dem  Vicnner  itllgemeinea  Konzil. 

verlrßlen  sei.  Von  Peter  Coloniia  erfahren  sie,  daß  Enguerrand 
abgereist  ist  und  der  Papst  bereits  die  Hospilaliteiprloren  von 
Frankreich  und  der  Auvcrgne  bestellt  hat,  Sie  haben  ^ie 
seitdem  schon  in  Vienne  {gesehen.  Wiederum  eileu  sie  xuni 
Papst  und  verlangen  Gehör!  Erst  nacli  dem  Konsisloriuni  lälit 
er  sie  vor  nnd  [,'ibl  dann  -  ein  paar  Tage  vor  dem  22.  März 
die  merkwürdige  Erklärung  ab:  „daß  er  noch  nicht  wisse,  ob 
der  Orden  aufgehoben  werde  oder  nicht,  wenn  er  auch  giaulie, 
dati  die  Aufhebung  erfolge;  wenn  er  aufgehoben  werde,  wünie 
er  hinsichtlich  der  Güter  nichts  tun,  bevor  er  nicht  mit  den 
Gesandten  darüber  geredel  habe."  Dabei  entwickelt  er  aber 
sofort  seine  Ansichten ;  die  Überlassung  der  Güter  an  einen  neuen 
Orden  sei  wenig  ratsam,  da  die  Güter  alle  in  schlechtem  Zu- 
stande süien  und  niemanden  auf  lange  Zeit  nützten;  Ucles  und 
Calatrava  sind  spezielle  Orden,  da  nützen  die  Güter  In  andern 
Ländern  nicht  — ,  gibt  man  sie  den  Hospitalitern,  die  überall 
dort  begütert  seien,  wo  die  Templer  gewesen,  so  sei  alles  am 
besten  versorgt.  In  allen  andern  Ländern  hätten  die  Templer 
viel  mehr  Einkommen  als  in  Spanien  gehabt,  nur  hätten  sie 
dort  mehr  Festungen  als  anderswo.  Die  Kirche  verlange  keine 
Festungen!  ,Aus  allen  seinen  Worten"  —  scblieüen  die  (ge- 
sandten resigniert  —  „entnehmen  wir  nur,  daü  es  auf  das 
Hospital  losgeht.  Und  altes,  was  er  auch  sagte,  sprach  er  nur, 
um  uns  den  Kontrast  der  beiderseitigen  Auffassungen  weniger 
fühlbar  zu  machen."  Bleiben  beide  Teile  bei  ihrer  Ansiclif, 
so  kommen  sie  mit  der  Kirche  in  Konflikt.  Will  der  König 
seine  Ansicht  noch  ändern,  so  möge  das  sofort  geschehen. 
Selbst  der  Bischof  von  Valencia  meine,  es  sei  doch  vernünf- 
tiger, die  Kastelle  zu  übernehmen,  als  mit  der  Kirche  in  Ströt 
zu  geraten.  Und  als  traurige  Nachschrift  fügen  sie  hinzu:  ,Es 
scheint,  da^  wir  bald  das  Ende  sehen;  denn  nach  dem,  was 
wir  gehört  haben,  wird  der  König  morgen,  Samstag,  in  Vienne 

Zwar  nicht  schon  am  18.  aber  doch  am  20.  März  er- 
scheint der  Ersehnte  in  Vienne^):  in  seiner  Begleitung  ist  dies- 
mal seine  ganze  Familie,  seine  Brüder  Karl  und  Ludwig,  seine 

')  Fiakc  11,  2BUff.  ')  Kinke  II,  286. 


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Die  Tempterrmgu  auf  dtni  Viunrir  atlgemeinen  Kunzil.  363 

SJ^Iino:  der  Kötiifr  von  Navarra^  Philipp  und  Karl;  wahrsclieiii- 
tieli  auch  oin  groties  Gefoltje  vom  Lyoner  Parlament.  Die  Ge- 
santitcn  können  ilin  znnäclisl  nicht  länger  sprechen,  da  lim, 
wie  der  König  selbst  sagt,  viele  Kardinäle  erwarten. 

Und  nun  drängen  sich  die  (^reignBse.  Schon  oni  3ä.  Mürz 
tTfolgt  die  geheime  Aufhebung  des  Ordens.  Bernhard  (j»1  be- 
zeichneL  die  Versammlung  als  Privatkonsisloriuni,  an  dum  die 
Kardinäle  und  viele  Prälaten  teilnahmen  ').  Es  war  unzweifel- 
liafl  eine  Sitzung  des  grolion  Ausschusses,  ähnlich  der  vom 
Abrang  Dezember.  Auch  hier  hat  der  Papst  zuerst  die  Frage 
voi^rel^l,  ob  Verteidigung  oder  Aufhebung  ,per  viam  ordina- 
liünis  et  provisionis  sedis  apostoücae',  und  dann  abstiiinneii 
tas^n.  Das  beweist  die  Aufhebungsbulle,  welche  von  der  Zu- 
stimmung der  Mehrheit  der  Kardinäle  und  von  vier  rrinllel 
oder  fünf  Sechstel  des  Ausschusses  spricht.  Das  zeigt  auch 
der  aragonesische  Bericht,  der  ein  paar  Tage  nach  der  Sitzung 
abgefaßt  ist,  der  von  .Zustimmung''  und  „ablehnender  Er- 
klärung' spricht.  Auch  erfahren  wir  aus  ihm,  daU  der  Papst 
eine  Ansprache  gehalten:  die  Prälaten  möchten  nachdenken, 
«ekhes  die  besle  Bestimmung  für  die  Güter  sei,  damit  sie  auf 
Befragen  Antwort  geben  könnten ').  Wer  die  dissentierenden 
Kardinäle  gewesen  sind,  wissen  wir  nicht;  wahrscheinlich  sind 
sie  unter  der  italienischen  Partei  zu  suchen.  Die  Prälaten 
werden  uns  von  den  Aragoncsen  genannt.  Es  waren  ihre 
l^ndsleute.  .Alle  Prälaten,  die  vorher  fast  sämtlich  geraten 
hatten,  daü  dem  Orden  Verteidigimg  zugestanden  werden  müsse, 
haben  ihre  Ansiclit  geändert  und  der  Aufhebung  2ugestinnnt. 
Nur  die  Provinz  Tarragona  nicht.  Das  hat  vor  allem  der 
liischof  von  Valencia  bewirkt,  der  ausdrücklich  erklärte,  vorher 
müsse  man  wissen,  welche  Templer  gut,  weiche  sclileclit  seien, 
damit  nicht  gute  und  böse  zugleich  bestraft  worden;  die  Bösen 


']  X[  kslendns  Apiilid  sumtnus  pontifcx  inultts  priiGlatis  cum  mrili- 
nuliliuB  coram  sc  In  privtitn  consiBtorio  coavocatis.  }taluzc  I,  58.  Alinlich 
I,  75  upd  107. 

'l  Dk  t&i  die  GeaandlcD  damals  die  GUUrfrngo  nlles  beileutet,  be- 
greifen wir,  du&  ihncD  die  Veraögerung  der  Anfrage  bis  zum  27,  MSrz  — 
also  weil  sie  in  fOnf  Tagen  nicht  erfulgt  ist  —  acfaoD  peinlich  und  auffällig 
"scheint-     Finka  II.  28liff. 


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864  Die  Tom  pierfrage  auf  dem  Vieoner  allgemeineD  Konzil. 

mOlaten  bestrafl,  den  Guten  ihr  guter  Ruf  gewahrt  bleiben.  In 
den  Guten  bestehe  der  Orden  weiter;  Im  Orden  selbst  sei 
keine  Sünde,  seine  Organisation  heilig  und  gerecht.  Gesundigt 
sei  (von  den  elnuelnen)  durch  die  Laxheit.'  Mit  diesem  Vor- 
schlage, schliefen  melancholisch  die  Berichterstatter,  , stehe  die 
Provinz  Tarragona  allein.  Wir  glauben  aber,  er  gcrällt  Gott 
und  den  Menschen,  die  mit  wahrem  Verständnis  hier  vor- 
gehen." AufTällig.  ist  bei  den  paar  Prälaten  der  Provinz  Tarra- 
gona die  Bezeichnung  „vier  Fünflei  oder  fünf  Sechstel",  un- 
möglich freilich  je  nach  der  Zusammensetzung  nicht. 

Die  zweite  Generalsession  am  3.  April  bot  äußerlich  ein 
glänzendes  Bild:  der  PapBt,  der  König,  seine  Brüder  und 
Söhne,  die  Kardinäle  und  Prälaten,  viele  Barone  und  Gesand- 
ten *).  Zunächst  erzählt  der  Papst  das  ganze  Templerdrania 
vom  Tage,  da  er  die  erste  Anklage  gehört,  bis  jetzt.  Er  be- 
tont, daß  der  Rat  der- großen  Mehrheit  von  Kardinälen  und 
Prälaten  dahin  gelautet,  den  Personen  und  dem  Orden  Ver- 
teidiger zu  gewähren;  daß  man  gefunden,  daß  der  Orden  von 
Rechts  wegen  nicht  verurteilt  werden  dürfe,  da  keine  Sache 
gegen  den  ganzen  Orden  auszubeuten  sei.  Weil  es  aber  ein 
Skandal  sei,  daß  ein  so  verrufener  Orden  bestehen  bleibe,  in 
den  kein  guter  Mensch  mehr  eintrete,  weil  viele  einzelne 
Templer  gestanden  hätten,  weil  die  Güter  in  (sehr  scliliin- 
nier  Verfassung  seien)*),  weil  auch  die  größere  Mehrheit') 
meine,   daß  die  Verzögerung  der  Angelegenheit  keinen  Nutzen 

')  Der  KGnig  sali  a  dextris  b.  [tonliücia  pre  ceUris  oninibBS  in 
eede  lamcn  inftriori  nliquantuluDj.  sagt  der  Nachfolger  von  W.  v.  Nniifiis. 
KecDetl  XX,  606.  Jthnlich  der  Bericht  StephaDeectiis.  Vgl.  Ehrle  in 
Ar,hiv  ...  V,  576  ff. 

')  Davon  steht  allerdinga  b  der  bulle  nicht«.  Daß  der  Papst  ia 
seiner  Rede  aber  von  den  Otltem  geBprechen,  darf  man  nach  der  ErvtlinoDg 
im  aragoueBisclien  Bericht,  der  hier  sicherlich  gnnnu  ist,  annehmen,  l/äätt 
ist  gerade  hier  eine  LOcke  im  Text:  Com  loa  bena  dal  orde  SOD  ea 
tals  .  .  .    S.  293. 

'I  In  der  Bulle  Vox  in  excelsis  lieifit  es:  Qnia  ei  maiori  parti  dietonun 
cardinaliam  et  predictoruni  a  t«to  concilio  electorum  plus  quam  qnatuor 
vel  quinque  partibus  eorundem  viaum  est  decentioB  «t  cxpedientius  . . 
aeqaendam  fore  potiua  viam  ordinationis  et  provisionie  eedia  apostolice 
ordineni  aepefatum  toliendo  .  .  .  quam  defensionis  iuris  observationes  et 
negotii  Prorogation  es. 


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Die  Templerfrage  auf  dem  Vienner  allgemeinen  Konzil.  865 

bringen  werde :  deshalb  hebe  er  kraft  päpstlicher  Provision  den 
Orden  auf,  verbiete  unter  Strafe  der  Exkommunikation  das 
Trinen  des  Ordonsbabils  und  reserviere  sich  Personen  und 
Güter.  Nach  dieser  Rede  lieti  er  die  ballierte  Aufhebungs- 
urkunde vom  22.  Mäm  verlesen. 

Dann  erklärte  Klomens:  Nach  soviel  Schmerzlichem  ver- 
künde er  grotie  Freude.  König  Philipp  wolle  einen  Kreuzzug 
unternehmen.  Er  verpflichte  sich  mit  seinen  Söhnen  und  Brü- 
dern dazu;  könne  er  nicht,  dann  müsse  König  Ludwig  von 
Navarra  oder  irgendein  anderer  König  an  seiner  Statt  ziehen. 
Nicht  jetzt  nehme  er  das  Kreuz,  sondern  später  in  seinem 
Lande,  damit  seine  Barone  ihm  folgten.  Als  Zeit  der  Kreuz- 
nahmc  sei  ein  Jahr,  als  Zeit  des  Kreuzzuges  selbst  nächsten 
Mürz  In  sechs  Jahren  feslgesetzl.  Sodann  wurde  die  Urkunde 
Philipps  verlesen,  worin  der  König  nur  für  sich  versprach;  da 
war  keine  Rede  von  seinen  Sühnen  und  Brüdern,  noch  von 
der  Forlsetzung  des  Unternehmens,  wie  f?s  der  Papst  erzählt 
halte!  Ob  hier  wieder  eine  bekannte  Schwüclic  dos  Papstes 
zutage  tritt,  oder  ob  hier  tatsächlich  der  König  vorher  ganz 
andere  Zusagen  gemacht  hat?  Zum  Schlufj  fügte  der  Papst 
bei,  dati  alle  Prälaten  auf  sechs  Jahre  ihm  den  Zehnten  für 
den  Kreuzzug  versprochen  hätten;  darnach  müssen  die  franzö- 
sischen Prälaten  auch  hierzu  ihre  Einwilligung  gegeben  haben'). 

Bis  jetzt  halle  der  Papst  die  Gofolgschaft  der  Konzils- 
mehrheit, bei  der  materiellen  Frage  schien  sie  zu  versagen. 
Schon  vier  Tage  nach   der  zweiten  sollte  anfangs  die  dritte 

')  Der  Forisetzer  des  W.  von  Niingi«  (Heoueil  XX.  606)  bringt  über- 
cinatimniGiiden  Itericbt.  Der  Piipst  eprscli  zuerst  .per  motliim  prpditncionia* 
über  diia  bezeich  Den  de  Tbcnia:  (Non  rcaurgunt  impii  in  iudicio.'  Dinin 
lipQ  n  sofort  die  Konstiiation  verlesen.  Dann  sprflcb  er  Ober;  .DesideriHm 
BDum  iustiti  dabitnr*  und  im  sollion  Gedankengange  wie  üben:  post  verba 
amaritudinis  propinare  incipiena  verba  duicedinis.  Nun  setzte  er  Philipps 
Kreuzzugeplfine  auseinander,  liefi  die  Bulle  verlesen,  in  der  sieb  der  Küni^ 
und  eventuell  der  primogenitus  verpflirbtot.  ,Sed  nihil  fccit"  meint  der 
forisetzer  bissig.  Darum  haben  ihm  die  franzüsi sehen  Prälaten  den  serha- 
jiihripeD  Zebnten  gcwBbrt.  Beides,  Kreuzzugaplan  und  Zehnt,  billigt  das 
KonKil.  Cberhenpt  ist  der  Bericht  des  Fortsotzers  gnr  nicht  so  verwirrt, 
vis  Kfarle  IV  8.  419  f.  meint.  Er  schließt  gnnz  hlur  die  zweite  Sitzung  vom 
folgenden  ab:  Et  fnit  illa  sessio  terminata  Dan  nun  Folgende  ist  die  dritte 
Sitznng,  der  der  Forlaetzer  nur  nicht  den  Niimen  gcgelien  bat. 


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§66  Üie  tciiiplerfrnge  auf  dem  Vienner  nllgemeineß  Rotiiil. 

Sclilu&sitzung  statlßnden:  aus  den  vier  Tagen  wurden  melir 
als  vier  Woclicn.  Papst  un<l  König  ersclieincn  als  Werber  bei 
den  dissentierenden  Prälaten:  der  Papsl  durch  einige  veitraulo 
Kardinäle,  der  König  durch  seine  Räte;  selbst  persönlich  ht- 
miiht  er  sich,  bei  dem  französischen  Klerus  die  Überweisimg 
an  die  Hospitalitcr  durch zusel/en.  Wohl  gewinnen  sie  die 
paar  vom  Papste  ernannten,  oder  die  dem  königliciien  Rat  an- 
gehörigen  Bischöfe '),  Aber  das  Gros  der  franüösischen,  eng- 
lischen; italienischen,  deutschen  Prälaten,  die  aus  dem  Arelat, 
aus  Spanien,  allen  voran  die  aus  der  Provinz  Tarragona  leh- 
nen ab;  sie  wollen  einen  neuen  Orden.  Selbst  die  neue  kasti- 
lische  Gesandtschafl,  die  erst  beim  Papst  Liebedienerei  treilwri 
wollte,  ist  gewonnen.  Da  mag  Pelagrua  und  Beziers  ruhig  er- 
klären; Der  Papst  laut  Spanien  aus  dem  Spiel,  er  will  nichts 
ohne  Zustimuiung  der  Fürsten,  er  wird's  urkundlich  geben. 
Selbst  das  Kardinalskolieg  hält  noch  fest,  abgesehen  von  dem 
Kreise  der  vertrauten  Ratgeber,  wohl  vor  allem  die  italie- 
nische Partei.  So  sah's  Mitte  April  ans,  ansclieinend  hoff- 
nungsvoll. Doch  deuten  die  Schreiber  auch  schon  weitire 
Wandlungen  an. 

Das  Ende  des  Konzils  zieht  sich  immer  weiter  hinaus, 
.letzt  hat  der  Papst  eine  neue  Verzögerung  gebracht.  Er  for- 
dert, daß  alle  Kathedralkirchen  der  christlichen  Welt  für  iiiiraer 
sich  zur  Unterstützung  der  Kardinäle  verpflichten.  Jede  Kirclie 
soll  das  Einkommen  einer  Pfründe  dazu  hergeben.  Doch  be- 
harren die  Prälaten  noch  bei  ihrem  Nein!  Worauf  der  Papsl 
ihnen  vorgehalten,  er  lasse  sie  nicht  eher  ziehen,  bis  sie  getan, 
,quc  bons  lulieus  deven  fer!"-) 

Acht  Tage  später  ist  das  Bild  schoji  ein  wenig  verändert. 
Die  .Predigt"  von  Papsl  und  König-')  hat  einige  Wirkung  ge- 
liabt.     Wenigstens  sind    von   den   französischen   Prälaten,  die 


')  Fnetura  liir  wcr(!<.>n  sie  Finke  II,  206  gennnnl. 

')  Kinke  II,  298.  Ich  vcrstolic  diese  doch  Barkaalisclio  Boinerkuni: 
nidit  recht.  Dnfi  sie  aus  dem  Mutide  des  Papstes  stiunmt,  sb'lit  ans- 
(Irücklich  dft. 

")  Com  lo  papa  e  el  rey  de  Frnnta  preycnsaen.  Finke  II,  299.  i-^ 
diifi  Ganze  diiaelbst  H.  •^93-;!u2. 


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Die  TempWr»ge  mf  dem  Vieaner  flllgemeinen  Konzil.  SG? 

mehr  als  50')  zählen,  12  umgerallen;  auch  einige  Italiener, 
Die  andern  blieben  fest.  Da  Klemeiis  sah,  daß  die  unvei- 
t;leidjlich  grötäere  Majoritäl  auf  seilen  der  Gegner  blieb,  lieü 
er  die  rranzösiscben  nnd  ilalieiiischen  Prrdaten  zu  sich  kommen 
und  liielt  ihnen  in  fiegenwait  dos  Knni^s  eine  mit  vielen 
(jründen  operierende  Rede  zujinnslen  der  Ilo^pilaliter.  Ein 
Hauptgrund  war  rier:  Er  habe  Briefe  erhalten,  dati  die  Hojipi- 
taliler  mit  den  Türken  eine  Schlacht  gehabt,  in  der  1500 
Türken  gelötet,  75  Hospitaliter  gerallen  seien!  Sehlieblich  sagle 
er  aber:  .Wenn  die  Bischöfe  rieten,  dali  die  Güter  dem  Hospital 
zugewendet  wünien,  werde  es  ihm  angenehm  sein,  daü  er  es 
ridt  ihrer  Zustimmung  tun  könne.  Wenn  nicht,  werde  er  es 
doch  tun,  und  er  gedenke  es  auszuführen,  möchten  sie  wollen 
"der  nicht!"  Dann  verlangte  er,  sie  möchten  noch  einmal 
alles  durchsprechen.  Das  ist  geschehen.  Die  Italiener  lilieben 
fest  bei  ihrer  frühern  Ansicht:  .Aber  der  Papst  möge  handeln, 
wie  er  es  für  gut  finde!" 

Daß  die  Zuwendung  im  päpstlichen  Sinne  erfolgen  wird, 
bezweifeln  die  Gesandten  nicht  mehr.  Sie  werde  sich  voll- 
ziehen gegen  den  Rat  und  den  Willen  der  meisten  der  Kardi- 
näle^ gegen  die  Auffassung  des  königlichen  Fiates,  abgesehen 
von  Karl  von  Valois  und  Enguerrand  de  Marigny,  die  für  die 
ilospitaiiler  eintreten,  gegen  den  Rat  der  Prälaten. 

Noch  einmal  versuchen  die  Aragonescn  ihr  Heil  heim 
Kardinal  von  Beziers:  er  weiü  ja  alle  Pläne  des  Papstes  in 
»iieser  Sache;  sie  begleiten  ihre  Bitte  um  Informationen  mit 
tltr  Bemerkung,  dalä  der  König  ja  sein  möglichstes  tun  werde, 
um  nicht  mit  dem  Papste  zu  zerfallen.  Nach  ihm  haben  Papsl 
uiid  König  sich  vereinbart,  daß,  wie  auch  die  neue  Güter- 
ordnung ausfalle,  Spanien  davon  niclit  berührt  werde.  Das 
wird  in  öffentlicher  Erklärung  festgelegt  werden.  Seien  die 
Gusandten  heimgekehrt,  so  würden  die  Hospitaliter  oder  die 
andern,  welche  die  Güter  bekommen  — ^  er  sagte  zwar  nicht 
<leii  Namen  des  Hospitals,  doch  deutete  er  ihn  genügend  an  — , 

')  Für  Frankreich  im  engem  Sinne  wgre  die  Zaiil  zu  gruG,  es  sei 
il^nn,  di6  moD  die  Äbte  iIiizuziLhit.  Vielleiclit  mU3.s<'n  hier  aher  nnch  dia 
"19  den  umliegenden  Kirr.henprovinzeii  Be9an9on,  Arelal,  Tarantiiiac!  uew. 
Iiinzn;piahit  worden. 


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ä6d  tiia  tempUrtmge  auf  dem  Vjeuner  allgemeinen  fionxil. 

zum  König  Jaynie  kommen  und  mit  ihm  verhandeln.  Jelzl  sei 
keine  Zeit  zum  Verhandeln!  Als  die  Gesandten  notli  oinmai 
den  Papst  seticn  und  eine  schriltliche  Gesctieinigung  von  ilini 
verlangeu  wollten,  meinte  der  Kardinal,  er  glaube  niclit,  daii 
der  Papst  das  täte;  denn  er  würde  so  was  nicht  gern  ge- 
zwungen tun.    Aber  der  Kardinal  will  an  den  König  schreiben. 

So  blieb  den  Gesandten  nichts  anders  übrig,  als  nötigen- 
falls gegen  die  Union  zu  protestieren.  Es  war  an  sich  ja  schön, 
aber  von  geringem  praktischen  Werte,  dalä  sie  dem  Kßnig  mit- 
teilen konnten,  sein  Ansehen  sei  sehr  im  Konzil  gewachsen; 
was  erzielt  worden,  sei  durch  ihn  erzielt!  Es  war  eben  sehr 
wenig,  im  Grunde  war  der  Kampf  nur  aufgeschoben,  den  jetzt 
die  spanischen  Könige  allein  führen  inuüten  '). 

König  Philipp  kehrte  inzwischen  nach  Lyon  zurück;  er 
hatte  ja  das  Wichtigste  erreicht,  die  Ilauplangelegenheilcn 
waren  während  seiner  Anwesenheit  rasch  erledigt.  Er  nahm 
ein  pei-sönliches  Geschenk  des  Papstes  in  einem  Zehnten  mit, 
den  er  für  anscheinend  näher  spezitiziL'rte  Auslagen  in  kurialon 
Dingen  sich  in  letzter  Zeit  verdient  hatte*). 

Mit  dem  Schreiben  vom  3ä.  April  hören  die  Berichte  lier 
aragonesischen  Gesandten  auf;  ihre  Tätigkeit  war  ja  auch  zu 
Ende,  wtis  sie  erreichen  konnten,  ist  schon  angedeutet.  Sic 
werden  bald  nach  der  SchluLisitzung  heimgereist  sein  und  wie 
der  Erzbischof  von  Tarragona  inündlich  berichtet  haben ').  Diese 
ScIilulJsilzung  fand  am  6.  Mai  statt. 

Die  Güterfrage  war  schon  am  2.  Mai  entschieden;  denn 
von  diesem  Tage  datiert  die  Überwoisungsbulle;  verlesen  wurde 
sie  aber  erst  vier  Tage  darauf  in  der  feierlichen  Sitzung.  Vii'l- 
leicht  fand  am  zweiten  Maitage  in  einer  geheimen  Sitzung  eine 
ähnliche  Umfrage  wie  am  22.  März  statt.  Denn  der  Papst 
mulj  schließlicli  doch  die  Mehrheit  für  sich  gewonnen  oder  doch 

')  Docli  sflh  der  kluge  Biscliof  von  Valencia  darin  immer  schon  eipeP 
großen  Vorteil;  NuDCÜ  veatri  non  sine  clamoribus  et  )aborn  Dblinueninl. 
quod  in  boDis  et  pcrsonis  Tempi nriorum  in  Yspnniii  nicliil  ordinstum  eiialit. 
Finlce  II.  302. 

')  Die  GeBundten  meinen,  der  Pitpst  habe  ihm  auch  Lyon  geaclienH 
,ln  pDS  bella  joyn.  quo  Icsgleyn  de  Koma  havia*.  Nur  drei  Kardioilf 
hätten  zugeatimnit;  der  KOnig  zahle  daffir  dem  Erzbistum  2000  Livres  RenU. 

',  Vielleiclil  fehlt  nlier  auch  der  Krlitiftliclie  Scblu&beriebt. 


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Die  Templ^rfrAge  auf  dam  Tienner  stlgemeinen  Konzil. 


zum  Schweigen  veranlaßt  haben.  Die  Oberweisungsbulle  ^Ad 
pmvidam*  ')  spricht  von  langen  Beratungen  —  ardua,  morosa 
et  (iiversa  roncilia  — ,  die  der  Papst  nicht  bloß  mit  den  Prä- 
laten und  Prokiiratoren  sondern  auch  mit  Laien  gepflogen,  sie 
sa^.  da&  dann  allinfihlich  seine,  der  Kardinüie  und  Konzils- 
inilglieder  deliberationes  et  concilia  in  hoe  fmaliler  resederunl, 
daß  der  Johanniterordcn  der  Erbe  der  Haupthäuser  der 
Templer,  der  übrigen  Häuser,  Kirchen,  Städte,  Burgen,  Ge- 
biete, sowie  aller  Rechte  diesseits  und  jenseits  des  Meeres  sein 
soll.  Der  Ausdruck  ist  stark  allgemein.  Dagegen  wird  in 
einer  spätem  Bulle  vom  16.  Mai  ausgeroiirt,  daß  das  ,sacro 
approbante  concÜio'  am  2.  Mai  erzielt  sei  *).  Von  der  allge- 
meinen t}bei^abe  waren  die  Templergüter  in  Kastilien,  Ara- 
gonien,  Portugal  und  Mallorca  ausgenommen;  ihre  Disposition  be- 
hielt sich  der  päpstliche  Stuhl  vor.  Damit  war  im  Prinzip  auch 
diese  Frage  erledigt;  die  praktische  Ausrührung  vollzog  sich  erst 
in  späterer  Zeit,  zum  Teil  erst  nach  Jahren,  zum  Teil  gar  nicht. 
Die  Bestimmung  über  die  Personen  der  Templer  war  im 
(irundc  ja  sebon  früher  getroffen,  die  Provinziaikonzilien  soll- 
ten über  sie  aburteilen.  Jetzt  gibt  der  Papst  noch  eine  Beihe 
allgemeiner  Verfügungen^):  Die  für  unschuldig  Erklärten  sollen 
aus  Ortsmilteln  unterhalten,  die  Geständigen  milde  behandelt, 
die  Unbußfertigen  oder  Rückfälligen  dagegen  strenge  bestraft, 
die  trotz  Folter  nicht  Gestehenden  nach  dem  kirchlichen  Recht 
abgeurteilt  werden;  die  Flüchtigen  müssen  sich  binnen  Jahres* 
frisl  stellen.  Für  alle  soll  gut  gesorgt  werden,  betont  er  noch- 
mals, mit  Ausnahme  der  Unbußfertigen  und  Rückl^tligcii. 
Leben  sollen  sie  auf  Kosten  des  Ordens  in  den  eigenen  Teinpler- 
häusern  oder  in  andern  Klöstern,  aber  niemals  viele  zusammen. 
Seinem  eigenen  Urteile  reserviert  sich  Klemcns  die  fünf  Groß- 
würdenträger und  seinen  ehemaligen  Kfimmerer  Oliverius  de 
Penna  *). 

')  R«g.  Clementie  V.  Nr.  7885.  In  d«r  folgenden  Nammer  werden 
ilie  KirchenfUrsten  u,  a.  eiUHnnt,  die  in  dur  gnnzen  zivilisierten  Welt  fUr 
AusfQhruTig  dieser  Bulle  sorgen  sollten. 

*)  Reg.  Nr.  7952  .Nuper  in  generali*  an  alle  Tem[i)ergater Verwalter, 

't  Reg.  Nr.  8784  .Considerantea'. 

')  Dieser  wird  hier  plötzlich  gemtoDt. 


I,  Paptttam  nnil  UnterKnng  t)<>  Templer 


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X.  Klemens  V.  nnd  die  Templergnter. 
Templergeschicke.    Schlass. 

Die  Geschichte  der  Vprwaitung  und  des  Verbleibs  der 
Templei^ter  kann  mit  genügender  Vollständigkeit  erst  ge- 
schrieben werden,  wenn  das  in  Aussicht  stehende  Urkundeii- 
buch  des  Ordens  Klarheit  über  den  Umfang  des  Templer- 
besitzes  im  Äbendlande  gebracht  hat,  wenn  vor  allem  femer 
das  in  Paris  wie  Barcelona  t}eruhende  umfängliche  Material, 
das  wahrscheinlich  aber  auch  in  anderen  eiiropfiischen  Arcliiveii 
sich  vorfindet.  Ober  die  Verwaltung  und  Auslieferung  an  die 
Hospttaliter  oder  an  die  neugegründeten  Orden  gesammelt  ist 
Die  Frage  nach  dem  Verbleib  lial  übrigens  für  das  diesem 
Werke  gesteckte  Ziel  nur  nebensächliche  Bedeutung;  allein  die 
Stellung  Klemens'  V.  zum  Templergut  ist  es,  die  auch  hier  be- 
sondere Beachtung  verdient. 

Bei  der  Eigenart  Klemens"  V.  ist  es  kein  Wunder,  daß 
seine  und  Philipps  Habsucht  alsbald  als  Ursache  der  Kata- 
strophe angesehen  wurde.  Beim  Papste  sicher  mit  Unrecht, 
Daß  er  dann,  als  das  Unerwünschte  geschehen,  von  den  Gütern 
für  die  Kirche  zu  retten  suchte,  was  zu  retten  war,  war  seine 
Pflicht.  Daß  die  Güterfrage  ebenso  stark  zum  zeitweiligen 
Bruche  mit  Philipp  geführt  hat  als  die  Personenfrage,  ist  zu- 
zugestehen. Wenn  der  Ordensverrfiter  Esquiu  de  Floyran  aber 
auf  den  Streit  um  die  Güter  altein  hinweist,  so  wulite  er  eben 
von  dem  Kampfe  um  die  Personen  nichts*).  Notgedrungen 
mußte  Klemens  in  PoUiers  einer  Verwaltung  der  französischen 
Templergüter  zustimmen,  die  nur  dem  Scheine  nach  kirchlich, 
taisächlich  aber  nur  für  den  Staat  und  seine  Beamten  von 


')  Pinke  Jl,  84. 


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KleiDBns  V.  noä  die  TeniplergOter.     Templergascbicke.     Schluß.     371 

Nut2«Q  war,  während  in  den  andern  Ländern  die  Gesamt* 
Verwaltung  unter  dem  Schlagworte  , für  die  Kirche"  trotz  päpst- 
licher Wünsche  wohl  nocli  mehr  staatlich  blieb '). 

Auf  die  gewaltige  Masse  dieses  mehr  oder  minder  herren- 
losen Gutes  richtet  sich  die  habgierige  Phantasie  der  Fürsten '). 
Zu  häufig  begegnen  wir,  wenn  auch  nur  in  leisen  Umrissen, 
dem  Plane,  alles  dieses  in  der  Hand  eines  Groüen  zu  vereinen, 
zu  oll  klingen  die  Warnungen  rorsichtiger  Kardinäle  von  ara- 
gonesiscber  Vertrauensseligkeit,  als  daß  wir  dem  französischen 
Projekte  der  Schöpfung  eines  neuen  Ritterordens,  unter  Leitung 
Philipps  des  Schönen  und  seiner  Familie,  allen  tatsächlichen 
Untergrund  absprechen  dürften.  Ich  glaube,  der  Gedanke  hat 
auch  auf  dem  Vienner  Konzil  noch  seine  Bedeutung.  Ob  nicht 
die  Abneigung  des  Papstes  gegen  die  Gründung  eines  neuen 
Ordens  und  sein  hartnäckiges  Eintreten  für  das  Templerprojekt 
daraus  zu  erklären  ist?  Meint  doch  selbst  ein  Freund  Philipps, 
der  Kardinal  von  Beziers,  darauf  hinweisen  zu  müssen,  dalj 
der  Franzosenkönig  niemals  Templerbesitz  in  Aragonien  erhatten 
dürfe.  Philipp  der  Schöne  war  der  erste  in  der  Reihe  der  Be- 
wert)er;  wäre  aber  das  Projekt  der  Verwirklichung  nahe  ge- 
kommen, so  würden  sich  auch  für  die  einzelnen  Länder  die 
Königssöhne,  wie  in  Aragonien,  gefunden  haben,  die  einem 
solchen  Geschenk  zuliebe  den  Urdensmantel  angezogen  hätten. 

Solche  Pläne  wurden  durch  die  Schenkung  der  Güter  an 
den  Hospitaliterorden  zunichte.  In  der  Zwischenzeit  nahmen 
ilie  Fürsten  die  Erträgnisse  der  Güter  für  sich;  Gründe  dafür 
Fehlten  ja  nicht.  In  Aragonien  hatte  der  Kampf  wirklich 
groüen  Aufwand  erfordert,  anderswo  konstruierte  man  sich 
die  Ausgaben  in  dem  Beamtenapparat.     Einzelheiten  sind  hier 

')  Interessant  ist,  wie  Philipp  in  der  englischen  GHSCO|ine  als  ßenersl- 
kurstor  iler  kirchlicheo  Verwaltung  geflkhrlichen  EinSnß  auszuüben  sucht. 
B*1ms  II.  171  ff. 

*)  NstOrlich  such  nnderer  Kreis«.  Auf  einem  Provioziaikoiizil  in 
Tamgona  (1311?)  schlug  ein  Bischof  vor,  deo  Papst  durch  einen  Ksrdinsl 
in  bitten,  sr  mOge  jedem  Bisrhore  die  TemplergDtpr  in  seinem  Bistume 
schenken.  Dann  sollten  die  Bischöfe  dem  Papste  so  viel  Abgabe  (responsio) 
gaben,  als  bislang  die  Templer  dem  Ordennme ister  gegeben  hatten.  Das 
*trd  DsUtrlich  sofort  dsm  Kßnig  mitgeteilt,  denn;  seria  gnin  dnn  vostre. 
CBD  ohne  Nr. 


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872     Kletn^na  V.  nod  die  Tempi erg&ter.     TeinplargvSchiuke      Schlnfi. 

natürlich  nur  selten  bekannt ').  Vor  allem  wünschte  man  der 
Kirche  möglichst  wenig  Einblick  in  die  Besitz verhftllnisse  zu  ge- 
währen; so  waren  ein  halbes  Jahr  nach  den  Abmachungen  von 
Poitiers  die  französischen  Güter  noch  ganz  in  der  Hand  der 
königlichen  Beamten  ^).  Wieder  ein  halbes  Jahr  später  erklüK 
Philipp  ausdrücklich,  dag  es  ihm  nicht  eingefallen  sei,  ,die 
Güter  dem  Papste  zu  überlassen",  da  sie  dem  Templerorden 
gehörten,  und  er  sie  fQr  diesen  oder  einen  andern  Orden  .nur 
bewahre  und  bewache'  ^).  Ja,  er  wagt  dem  Papste  höhnisch 
mitzuteilen,  das  Volk  murre  darüber,  dalJ  es  anscheinend  Papst 
und  König  nur  um  die  Templerbeute  zu  tun  sei.  Klemcns  er- 
widerte bitter,  und  er  durße  es,  daß  ihm  noch  kein  Templer- 
gut zugefallen  sei.  Das  bißchen  Mobiliar,  das  er  habe  nehmen 
lassen,  reichte  längst  nicht,  um  die  Kosten  der  Kardinal»- 
gesandtschaft  Ende  1307  zu  decken*).  In  diesem  Punkte  halle 
er  schon  in  Poitiers  klar  gesehen,  ,daü  alles  zugrunde  ginge*  *''). 
Wohl  werden  seit  1309  die  Güter  von  Klerikern  nominell  ver- 
waltet, der  König  hat  aber  ein  Aufsichtsrechl  und  im  Grunde 
geschah  alles  nach  seinem  Willen.  tJnd  dabei  hielt  Klemens 
im  Oktober  1308  Eduard  von  England  das  leuchtende  Beispiel 
seines  Schwiegervaters  vor,  der  ihm  alles  Teniplei^l  in  Frank- 
reich überlassen,  während  er,  Eduard,  das  englische  nach  Will- 
kür an  seine  Günstlinge  verschenke  !•>) 

Naiv  und  rücksichtslos  ging  auch  der  junge  Ferdinand 
von  Kastilien  vor.  Schon  am  20.  Juli  1308  verschenkt  er  an 
den  Großmeister  Juan  Osorez  von  Santiago  das  .Trauerreclit' 
(el   derecho  de  luctuosa),   das  die    .vom   Papste  verurteilten 

'I  Aach  die  Beamlensclinft  nAbm.  Ein  hübsches  beispiel  Reg.  de- 
mentia V.  Nr.  5240.  Ein  Beninter  achreibt  einmal,  d»  man  von  der  päpst- 
lichen Verordnung  spricht,  da&  olles  l'emplergut  der  Kirche  gehüre:  hh 
gebe  dem  Teufel  eine  solche  Verordnung! 

')  Reg.  Clementis  V.  Nr  5011  vom  6.  Janosr  1309:  Quia  prefstnm 
mnndnlum  reginm  nondnm  est,  nt  intellezimus,  exccationi  mandiitam. 

"]  Finke  II,  195.  '|  Finke  II,  191  f. 

')  Die  bekennte  Bemerkung,  die  er  Ende  1310  den  fraDiOsiscben 
Gesandten  machte:  Quod  omnia  perdebantur  et  dissipabantar  et  qoo^ 
bene  previderat  hoc  Pictauis.  l'rDher  gedruckt  von  Buutaric  und  Wenek, 
neiiestens  von  Schwalm,  N.  Archiv  XXIX  S.  618. 

°,  Rymer,  Foedera  1,  I,  130  (lli,  110). 


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Klenieiia  T.  and  die  Tempi ergdter,    Templergeschicke.    Schloß.    878 

Templer*  von  allen  Vasallen  des  Reiches  erhoben  hatten.  Und 
1309  und  1312  —  noch  während  der  Konzüatagung  —  ver- 
schenkt und  verkauft  er  Teniplerbesilz  an  den  Orden  von 
Aicantara ').  Auch  Eduard  von  England  schaltete  damals 
schon  frei  ober  Templerbesitz. 

Am  Schlutä  des  allgemeinen  Konzils  ward  die  Union  der 
Templer-  und  HospitalitergQler  ausgesprochen.  Die  feierliche 
Übergabe  durch  den  Papst  vollzog  sich  bis  zum  28.  März  1313. 
Das  verschuldeten  wohl  nicht  allein  die  gleich  zu  schildernden 
Veriiandlungen  mit  Aragonien;  auch  mit  Philipp  dem  Schönen 
scheint  der  Papst  erst  kurz  vor  diesem  Termin  eins  geworden 
zusein*).  Mit  gemischten  Gefühlen  schildern  die  aragonesi- 
sehen  Gesandten  ihrem  König  den  Empfang  des  Gro^präzeptors 
Albert  (von  Schwarzhurg)^) :  wie  dieser  zuerst  den  geladenen, 
aber  unabkömmlichen  Großmeister  entschuldigt,  wie  der  Papst 
die  Union  der  beiden  Besitzungen  mit  der  Hoffnung  motiviert, 
daß  die  Hospitaüter  den  besten  Gebrauch  von  den  Schenkungen 
Diachen  werden,  und  wie  dann  der  HospitalÜer  im  Namen  des 
Ordens  dankt  und  hervorhebt,  eine  größere  Schenkung  sei  seit 
den  Tagen  Konstantins  nicht  gemacht  worden!  Aiser  nicht 
ohne  Besoi^is  nimmt  er  die  Riesengabe.  Stark  betont  er, 
daß  der  Orden  kein  Danaergeschenk  wolle.  Nur  die  Güter, 
die  er  ohne  Zwist  mit  den  Herrschern  erhalten  könne,  nehme 
er  an,  andere  nicht.  Doch  die  Ereignisse  waren  auch  hier 
stärker:  sie  zwangen  den  Orden,  um  die  Güter  in  Frankreich 
und  Spanien,  jedes  in  seiner  Art  das  reichste  Geschenk,  ener- 
gisch zu  kämpfen;  sonst  wäre  er  Ja  leer  ausgegangen. 

Bei  dieser  Gelegenheit  muß  denn  auch  der  Papst  jenes 
Geschenk  angenommen  haben,  das  so  oft  bei  seiner  Charakte- 
ristik tadelnd  hervoi^ehoben  wird.  Die  Gesandten  wissen  nur 
von  Hörensagen:  „magna  encennia"  sind  dem  Papst  und  einigen 
Kardinälen  zugekommen.  Der  Chronist  F.  Pipini  behauptet, 
Papst  und    König    hätten    zusammen    vom    Hospilaliterorden 

■)  BeoBTideB,  Meinoriu  ...  II,  607,  667,  S28.  Der  erat«  Fall  ist 
dirtkt  aaflSHig.  Der  Papst  bU  ja  noch  Diemanden  vemrteilt.  Ob  die 
UAmide  acht  tat?  *)  Fioke  II,  220. 

')  Di«  OrdenavoUmacht  in  Dapny,  Uiatoire  ...  des  Templiera  (Nouv. 
«it)  452. 


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374    Elemens  V.  und  die  Templergater.    Templergeschicke.    Scbinfi. 

200000  Gulden  empfangen*).  Geschenke  geben  und  nehineo 
war  damals,  besonders  in  der  Zeit  Klemens'  V.,  bei  allen  An- 
lässen so  üblich,  daS  es  überraschen  würde,  wenn  das  diesmal 
ausgeblieben  wäre.  In  der  Fassung  des  F.  Pipini  ist  die  Nach- 
richt unzweifelhaFt  unrichtig,  denn  Philipp  der  Schöne  irird 
damals  vom  Orden  kein  Geschenk  ertialten  haben. 

Wofür  auchp  Wohl  hat  er  formell  den  Hospitalilern  die 
Templergüter  Obergeben ').  Aber  tatsächlich  nicht.  Klemens 
beklagt  sich  Mitte  1313,  dag  Philipp  die  Vermischung  der  bei- 
den Gütergruppen  nicht  dulde.  Der  König  hatte  eben  seine 
bcsondem  Absichten,  er  kam  den  Hospitalitern  mit  einer  großen 
Rechnung:  200000  Pfund  sollen  ihm  die  Templer,  als  sie  noch 
seioe  Bankiers  waren,  nicht  ausgezahlt  haben;  60000  Pfund 
betragen  die  Kosten  des  Unterhalts  und  der  Folter  der  Ge- 
fangenen. Um  ihre  Zahlung  handelt  es  sich  zunächst  Philipp 
starb  darüber  hinweg.  Unter  seinem  Sohne  Ludwig  X.  boten 
die  Hospitaliter  zu  Anfang  1316  neben  Verzicht  auf  alle  An- 
sprüche an  die  frühere  Verwaltung  die  Hälfte  des  Mobiliars 
und  der  kostbaren  Kirchenschätze.  Unter  Philipp  V.  entschied 
das  Parlament  am  II.  Oktober  1317,  dafi  zwei  Drittel  des  ge- 
samten Einkoninicns  des  tempterischen  Besitzes  dem  Könige 
und  ein  Drittel  dem  Orden  zustehe.  Dann  kam  es  noch  zu 
längern  Streitigkeiten  zwischen  Hospitalitern  und  königlicheti 
Beamten  über  die  260000  Pfund.  Schließlich  bot  der  Orden 
50000  Pfund  und  Verzicht  auf  alle  Ansprüche  an  das,  was 
die  Beamten  des  Königs,  seiner  Verwandten  und  Großen  in 
dem  schlimmen  Jahrzehnt  bekommen,  genommen  und  geraubt 
hatten.  Um  die  Bedeutung  dieses  Zugeständnisses  zu  verstehen, 
muß  man  die  Summen  kennen,  die  z.  B.  dem  stets  geldbedürf- 
tigen Karl  von  Valois  aus  dem  Tempel  zuflössen  ").    Dem  Kön^ 

')  Dicitur  autem  papam  et  regem  ei  bonia  ipais  florenoa  daceotl 
mtUin  percepissp.  Maratori  IS,  750.  Eine  Stelle  bei  Tulomeo  von  Lwu 
(Hnratori  XI,  1234) ;  Tunc  anibasaiatorea  regia  «ttuleniDt  camere  d.  pspe 
100000  flpr.  iet  Öfter  ähnlich  gedeutet.  Sie  gehOrt  aber  gar  nicht  bieriiin; 
Tolomeo  setzt  sie  zu  1311.  Ea  ist  die  angebliche  Belohnung  fflr  das  Ver 
halten  dea  Papste»  im  Pri>ze6  Bonirai'  VlII.  8«lbBt  der  vorsichtige  Ha*e- 
mann  S.  335  beurteilt  Klemens  V.  hier  ganz  falsch.  Gmelin  8.  496  bat 
I^a  Dicht  verstanden.  ')  Dupuy,  Hiatoire  ...  8.  462  so  Ende  1S12. 

'j  Vgl.  J.  Petit,  Charles  de  Valois  p.  132  u.  H. 


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Klemeaa  T.  und  die  TemplergQter.    Temptergeschicke.    Schlaf.    375 

blieb  das  Recht,  die  GuUiaben  des  ehemaligen  Ordens  einzu- 
kassieren; so  empfinden  erst  nach  einem  Jahrzehnt  weitere 
Kreise  der  Bevölkerung  die  Folgen  des  Gewaltaktes.  Auf  Grund 
des  Hospitaliterangebotes  kommt  es  dann  zu  einer  Einigung: 
der  König  läßt  sich  .um  Gottes  willen*  darauf  ein  und  über- 
last dem  Orden  sein  Stück  «als  Almosen*.  Diesen  jammer- 
vollen Ausgleich  mußte  Papst  Johann  XXll.  bestätigen!  So 
liegt  —  da  mittlerweile  auch  das  Hospitalitcrgul  in  Mitleiden- 
schaft gezogen  war  'J  —  etwas  Wahres  in  der  viel  zitierten 
Behauptung  des  h.  Antonin,  die  übrigens  wörtlich  an  Villani 
sich  anschlie&t  *),  daS  die  Hospitaliter  durch  die  Union  eher 
ärmer  als  reicher  geworden  seien  >), 

Auch  die  Staaten  *)  der  spanischen  Halbinsel  haben  jahre- 
lang um  eine  ihnen  passende   Verwendung  des  Templergutes 


■)  Vgl.  Raynoaard  p.  25  dasStQck  rds  einer  Balle  JoUnaes'  XXII. 
vam  IS.  Mri  1317  (nicht  18161.  DHnn  J.  Petit,  I.  c.  p.  182:  [Les  Huspi- 
laliere]  n'en  farent  pas  ploe  rlche;  tout  leur  argent  liquide  passa  au  cod- 
Iraire  dana  les  caiases  du  roi,  soas  menace  du  aort  des  Templiera. 

*;  Muratori  XIII,  4SI. 

')  Vgl.  Lehugeur,  Hiat  de  Philippe  le  Long  (1897)  p.  35S  f.,  Boatanc, 
U  France  bods  Philippe  le  Bei  p.  145  f.  und  l.ea  111,  329  f.  Die  Haupl^ 
nrkaadeti  sind  nicht  immer  leicht  au  deuten,  wie  denn  auch  sonst  nicht 
alias  klar  ist;  vor  allem,  wann  die  Obergabe  des  Templergutes  wlrklii^h 
erfolgt  ist.  Lehugenr  nimmt  au,  daß  zwei  Drittel  des  ganzen  Templergutea 
dem  KQnig  zugefallen  sind.  Tata&cblich  heifit  ea  in  der  letzten  Urkunde  der 
Templer  vom  6.  Hfirz  1318:  Par  la  vertu  d'nn  arreat  donnä  en  la  conr  de 
nvsiredit  seigneur  le  roi,  qui  est  orea,  ...  les  denx  pnrta  de  tuiis  lee  biena, 
les  fniits  dea  terrea  et  dea  vignea,  de  tontee  lea  maisons  .  .  .  fnasent  ad' 
jugeaa  ä  icelu^  nostie  sire  le  ro^.  Aber  in  dem  nngezogenen  .Arrest* 
vom  H.  Oktober  1317  heifit  ea:  Noa  debemua  habere  duaa  partes  fructu um 
et  eiitnum  predictorum.  Lehugeur  zitiert  auch  nocb  aus  archivaliacher 
Qoetle  die  BeetStigang  der  Urknnde  vom  6.  HArz  durch  den  KOnig.  Ob 
si«  etwaa  enth&lt?  Die  TezU  nach  Felibien,  Hiet  de  Paria  111,  den  ich 
nicfat  eingesehen  habe,  bei  Dnpuy,  Hiatoire  .  . .  dea  Templiera  p.  466  ff. 
Die  Bezeichnung  .Compoaitio*  ist  falsch;  denn  Nr.  2  z.  B.  ist  eine  einseitige 
,pn)paBitio*  des  Ordena.  Nenerer  Druck  u.  a.  bei  Deliale,  Mäm,  aur  lea 
op^tiona  finaneiärea  des  Templiera  p.  229  ff.  Die  Erklärung  Kanig  Phi- 
lipps V.  vom  II.  Oktober  1317  bei  Bengnot,  Lea  Olim  II.  643. 

*|  Auf  England,  Deutschland,  Italien  usw.  gebe  ich  nicht  nBher  ein ; 
den  hisher  bekannten  Notizen  konnte  ich  nur  wenig  Selbatindiges  hinza- 
Iflgen.  —  Vüt  Prorence  vgl.  Conlon,  Lettr.  secr^tea  et  onriales  du  pape 
Jean  XIIL  Nr.  728. 


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876    Klemens  V.  und  die  TemplergDter.    Templergeschiclce.    Schluß. 

gestritten.  Uaß  sieh  die  Sache  solange  hinzog,  lag  vor  allem 
in  dem  Tode  des  Papstes  und  in  der  langen  Sedisvakanz  be- 
gründet.    Erst  Johannes  XXII.  trieb  ?.u  energischem  Abschluß. 

Wahrscheinlich  war  Jayrne  II.  von  Aragonien  der  erste, 
der  Teinplergut  beanspruchte.  Noch  Ende  1307  bitiet  er  den 
Papst,  wenn  der  Urden  aurgehoben  würde,  doch  dem  Klosler 
Sigena  (Sexena),  in  dem  seine  Tochter  ßinnca  weilte,  die  be- 
nachbarten Templei^üter  zu  schenken  >).  Eifrig  sucht  er  sicli 
von  Anfang  an  über  das  Vorgehen  Philipps  des  Schönen  in 
der  üüterfrage  zu  informieren;  wie  dieser  will  auch  er  han- 
deln. Dann  schuf  der  hartnäckige  Widerstand  der  aragonesi- 
schen  Templer  eine  eigenartige  Lage;  statt  Vorteil  hatte  er  zu- 
nächst groSe  Ausgaben.  Die  sorgfältig  organisierte  Generai- 
verwaltung  des  Templerbesitzes  konnte  sie  nicht  alle  decken; 
wiederholt  klagt  er  über  die  großen  Ausgaben.  So  nimmt  er 
dann  auch,  wessen  er  habhaft  werden  kann.  Zahlreiche,  höchst 
interessante  Invenlare  des  beweglichen  Teraplerbesitzes  infor- 
mierten ihn  und  seine  Staatsmänner  Ober  alles  Vorhandene: 
über  Kleider  und  Waffen,  Bücher  und  Reliquien,  Bilder  und 
Schmuck.  Er  verfügt  über  sie  als  freies  Eigentum;  an  Mobiliar 
ist  den  Hospitalitern  und  dem  neuen  Orden  i-a  Montesa  woht 
kaum  etwas  zugekommen. 

Jayme  II.  sucht  mit  den  Königen  von  Kastilien  und  Por- 
tugal in  Fühlung  zu  bleiben.  Vor  dem  Konzil  von  Vienne  imd 
nach  der  Entscheidung  im  Sommer  1312  vereinbaren  sie  ge- 
meinsames Vorgehen  *) ;  doch  wissen  wir  über  die  Schritte  der 
letzteren  wenig'),  während  die  aragonesischen  Gesandtschafts- 
bericbte  sowohl  über  Vienne  wie  die  Verhandlungen  des  Jahres 
1313  ausführlich  berichten.  In  Vienne  hatte  man  die  Sonder- 
stellung der  spanischen  Staaten  sowie  Mallorcas  in  der  Templer- 
frage zunächst  gerettet;  aber  sicherlich  gab  Klemens  V.  nur 
vorläufig  nach.  Einige  Monate  nach  dem  Konzil  lud  Klemens 
die  vier  Staaten  zum  ersten  Gerichtstag  im  Februar  1313  vor: 
dann  sollten  sie  ihre  Gründe  gegen  die  Templeranion  vor- 
bringen *). 

')  Oben  290.  ')  Villsnueva,  Viage  litorario  V,  206  an(<  '^25. 

')  Im  September  1312  etarb  Ferdinand  IV. 

')  Bog;,  Clenientis  V.  Nr.  8862  vom  23,  August  1812. 


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Kl«ineiiB  V.  ond  die  Tempi ergOter.     Templergeachicke.     Schluß.     377 

So  erscheinen  denn  zu  Beginn  des  Jahres  der  gewi^te 
Diplomat  Vidal  de  Villanova,  der  Vizekanzler  Dalmatius  de 
Pontonibus  und  der  Ritler  Bernard  de  Ponte  an  der  Kurie. 
In  ihrer  Instruktion  wird  zunächst  die  Gefahr  der  Gülerunion 
betont;  die  Hospitaliter  bekämen  eine  so  außergewöhnliche 
Machtstellung  in  Aragonien,  da^  sie  ihre  Unabhängigkeit  or- 
Irotzen  und  das  Königtum  in  die  größten  Gefahren  bringen 
könnten;  at>er  auch  wenn  der  Orden  treu  bliebe,  sei  das 
Gleichgewicht  völlig  ruiniert.  Wenn  der  Papst  erkläre,  er  könne 
doch  für  die  spanischen  Staaten  keine  Ausnahme  mashen,  soll 
auf  die  eigenartige  Stellung  des  Templerordens,  besonders  in 
Aragonien,  eingegangen  werden:  nirgends,  auch  in  Kastilien 
nicht,  hatten  sie  im  Verhältnis  zur  Landesgrß&e  so  umfang- 
reichen Besitz  und  namentlich  so  viele  Festungen.  Der  König 
könnte  in  eine  Union  nur  einwilligen,  wenn  er  sämtliche 
Festungen  erhielte,  sämtliche  Teniplerangehfirigc  ihm  huldigten 
und  die  Hospitaliter  keinen  Grundbesitz  mehr  erwerben  dürf- 
ten. Am  liebsten  ist  dem  Könige  eine  neue  OrdensgrQndung, 
zumal  die  Niederlassung  eines  Zweiges  des  Ordens  von  Cala- 
trava').  Mitte  Februar  begannen  die  Unterredungen  mit  dem 
kränklichen  P8i.4e.  Klemens  gibt  in  seiner  höflichen  Manier  aller- 
lei zu  und  wünscht  von  den  Gesandten  allerlei  neue  Vorschläge, 
ohne  selbst  solche  zu  machen.  Es  ist  ein  vorläufiges  vorsich- 
tiges Aushorchen  auf  beiden  Seiten.  Der  Kardinal  von  Beziers 
war  mit  den  Eventual vorschlagen  des  Königs  ganz  einver- 
standen, nur  möchte  er  das  Vorbringen  des  dritten  Punktes, 
dati  die  Hospitaliter  keine  neuen  Liegenschaften  erwerben 
durften,  %'ermieden  sehen;  das  könne  der  König  ja  in  seinem 
Lande  nach  Belieben  bestimmen,  wie's  Philipp  der  Schöne  und 
andere  Fürsten  auch  täten.  Das  lasse  die  Kirche  zu:  gefragt, 
könne  sie  natürlich  so  etwas  nicht  zugeben!  ')  Trotzdem 
haben  die  Gesandten  es  vorgebracht.  Klemens  war  entrüstet: 
.Das  sei  g^eo  Gott  und  gegen  die  Gerechtigkeit'  ^).    Er  beriet 

')  Ii-inke  II,  213-216. 

')  Finke  II,  219:  Et  hoc  auatinebAt  ecctesia.  £t  quod,  si  istud 
petercmaB  ab  ecclesia,  Dtmqnom  obtinereinns!  NntOrUch  aagt  er  ao  etwas 
■n  f    'Item  ßeheim. 

')  Inipngnando  .  .  .  apecialiter  enper  illo  capitnlo,  videlicel  quod 
HoBpilalBrii  deincepe  oon  posseat  aliquid  immobile  adquirere  in  terra  vestra 


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378    KlemeDS  V.  und  die  Tempierg Qter.    l'emplergeschicke.    Schluß. 

sich  in  den  nächsten  Wochen  mit  einigen  Trühern  aragonesi- 
schen  Templern  und  hörte  von  ihnen,  daü  Jaynie  seine  Rechts- 
ansprüche dem  Orden  gegenüber  viel  zu  weit  gespannt,  das 
meiste  eigentlich  nur  durch  Gewaltakte  erlangt  habe.  Das 
sollte  natürlich  seine  Ansprüche  herunterdrücken.  Die  Ge- 
sandten protestierten,  aber  ohne  Erfolg.  Der  Kardinal  von 
ßeziers  meinte,  der  Hauptpunkt,  die  Überweisung  an  die 
Hospitaliter,  stehe  beim  Papste  fest,  höchstens  sollte  der  Groß- 
meister einige  Zugeständnisse  machen.  Mehr  würden  sie  nicht 
erreichen,  auch  wenn  sie  immer  an  der  Kurie  blieben!  Auch 
sonst  fallen  drohende  Äußerungen  »).  In  seiner  Erregung  ver- 
langt Jayme  feierliche  Proteste  seiner  Gesandten  im  Privat- 
und  öffentlichen  Konsistorium,  „damit  wenigstens  seine  Rechts- 
Verwahrung  in  der  ganzen  Welt  widerhalle*.  Dazu  kam  es 
nicht.  Der  Papst  wandte  ein  Öfter  gebrauchtes  Mittel  an:  er 
gibt  den  Gesandten  eine  sehr  schlaue,  gewundene  Antwort, 
läM  sie  schwören,  daß  sie  nur  dem  König  sie  offenbaren 
wollen,  und  sendet  sie  damit  Ende  April' 1313  heim*). 

Dann  geschah  bis  zum  Winter  nichts:  die  VerstimuiuDg 
des  Papstes  über  den  andauernden  Widerstand  Jaymes  wuchs, 
er  wartet  nur  noch  die  Gelegenheit  ab,  um  ohne  Zustimmung 
des  Königs  vorzugehen.  Es  erfolgte  Ende  des  Jahres  die  Ge- 
sandtschall des  Erzbischofs  von  Tarragnna,  ebenfalls  ohne  Er- 
folg, die  Erkrankung,  Abreise  und  der  Tod  Klemens'  V.  ^). 

Bei  den  seit  der  Wahl  Johanns  XXll.  b^oonenen  neuen 
Verhandlungen  zeigte  der  Papst  durch  leichtverständliche  bis- 
sige oder  ironische  Bemerkungen,  daÜ  er  die  Verhältnisse 
kannte  und  mit  der  Verlängerung  des  Interimistikums  nicht 
einverstanden  war.  Im  Winter  erschien  Vidal  de  Villanova  in 
Avignon  *).  Seine  Tätigkeit  läßt  sich  aus  den  Legationsregistem 
und  der  Korrespondenz  mit  Jayme  11.  leicht  verfolgen,  Monate- 


sine  conaeusu  vestro  vel  veslronim,  «t  ei  aliqaid  eis  adquireretar,  qiod 
haberent  illad  tranaferre  in  personiiB  lafc&les:  et  boc  dixit  Dobis,  qnod  «nt 
cootrn  Deuro  et  contra  iusticiam  et  omneni  raciooem.  CRD  4&81  Tom 
23.  Febniar.  ■]  Finke  II,  222  f. 

')  Andeutungen  Über  den  lohalt  Finke  11,  227. 

'j  Finke  II,  228. 

*j  Über  ihn  und  »eine  Tätigkeit  vgl.  Finke,  Acta  Aragonensi»  Einleitung. 


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V.  nnd  die  TemplergQter,     TemplergeBohicke.     Schlaft.     879 

lang  hatten  Papst,  Kardinäle  und  Konsistorien  sich  mit  der 
Gfilerfrage  beschäftigt.  Nachdem  im  Frühjahr  eine  Eioigimg 
in  den  Hauptpunkten  erzielt  wef  und  der  König  zu  jedem  ein- 
zelnen seine  Genehmigung  gegeben,  crrolgle  am  8.  Juni  1317  die 
päpstliche  Entscheidung:  Für  den  Süden,  den  meist  den  Sara- 
cenen  exponierten  Teil  des  aragonpsischen  Staates,  wird  in  der 
Burg  Montesia  ein  Kloster  des  Ritterordens  von  Calatrava  ge- 
gründet ,pro  defensione  regni  Valentie*  und  ihm  werden  alle 
Templer-  und  Hospitalitet^ter  des  Königreichs  Valencia  und 
die  Kirche  der  Burg  Montesia  zugewiesen.  Nur  das  Hospita- 
literhaus  in  Valencia  mit  den  eine  halbe  Meile  rings  um  die 
Stadt  liegenden  Gütern  und  die  Bui^  Torrent  verbleiben  dem 
Hospitaliterorden.  Ihm  fallen  auch  die  Templergüter  in  Ara- 
gunien  und  Katatonien  zu.  Persönlich,  nicht  für  die  Güter  ~ 
denn  diese  sollen  den  König  nichts  angehen  — ,  huldigt  der 
oberste  Hospitaliter,  der  Kastellan  von  Emposta,  und  huldigen 
die  Unterkastellane  dem  König '). 

Kne  völlig  andere  Gestaltung  der  Dinge  hat  den  Papst 
dabei  wohl  nur  einen  Äugenblick  beschäftigt;  es  sollte  nämlich, 
um  einen  dauernden  Frieden  zwischen  den  Königen  Robert 
von  Neapel  und  Friedrich  von  Sizilien  herzustellen,  letzterem 
das  Jaynie  II.  gehörige  Sardinien  zufallen,  Jayme  dafür  die 
aragonesischen  Templerbesitzungen  erhalten.  Der  Plan  ging 
von  König  Robert  aus,  fand  aber  nicht  die  Billigung  Johanns^). 
Eid  anderes  nicht  erkennbares  Projekt  der  Verwendung  der 
katalonischen  und  aragonesischen  Güter  hat  deshalb  Interesse, 
weil  es  angeblich  daran  scheiterte,  dati  der  Papst  sich  um  die 
Hospitaliterbesitzungen  in  der  Grafschaft  Vcnaissin  bemühte 
und  dem  Orden  dafür  die  aragonesischen  Templergüter 
überließ »).     , 

')  Die  Eoerat  in  der  Hooteea  illustrada  (1669)  und  d&on  dfter  ge- 
druckten BDllen  beoatze  ich  nach  Baluse  11,  Sil  ff.  —  Der  KGnig  erbet 
(nod  erhielt,  auch  wobt)  Indemnit&t  fQr  alles,  wns  er  aus  Templerbcsitz  fSr 
Mch  nnd  Für  andere  genomnien  batte:  tJt  eic  racione  dictomm  bonorum 
"itfr  d.  papam  et  nos  omnia  peticionis  materia  ulteriDS  cooqaiescat.  Reg. 
337  f.  268- B70. 

1  Finhe,  Acta  Aragoneneia  Nr.  449. 

*)  [DumiDDa  Napoleon  cardinalia]  reepondit  micbi,  qaod  et  via  üla, 
de  qns  düwfaam,  iam   tractata  faerat  ...  et  deniDiii  deliberato  diaceasuni 


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860    KlemenB  V.  und  diu  TemplergQter.    Templergesobicke,    Schloß, 

Ganz  unbekannt  ist,  daß  im  Jahre  nach  der  Grüodung 
des  Ordens  von  Monlesa  der  König  selbst  den  Versuch  machte, 
sich  mit  dem  HospitaÜterorden  zu  einigen  und  den  neuen 
Orden  ganz  auszuschnlten.  Aber  der  Papst  wollte  sich  auf  die 
Vereinbarungen  zwischen  Orden  und  König  nicht  einlassen, 
wie  der  Prior  Leonardus  de  Tibertis  .tränenden  Auges'  dem 
Kardinalhischof  ßcrengar  von  Tuscuiam  mitteilte  ').  Bald  raüs- 
seh  die  Schwierigkeiten  behoLien  sein;  der  neue  Orden  gedicfa. 

In  Kastilien  begünstigte  die  Anarchie  nach  dem  Tode 
Ferdinands  IV.  die  Verschleuderung  des  Templergutes:  ein 
Teil  fiel  an  die  Krone  oder  an  die  Ricos  hombres,  einigem 
wenige  erhielten  die  Orden  von  Ucles  und  Calatrava ').  Erst 
1320  scheint  der  Papst  eingegriflfen  zu  haben;  er  überwies  die 
Güter  den  Hospital itern.  Die  Proteste  der  zeitigen  Inhaber 
wies  er  zurück;  viel  hat  sein  Vorgehen  nicht  ausgerichtet.  Die 
Transaktionen  der  Hospitaliter  mit  den  Besitzern  ziehen  sich 
durch  das  ganze  Jahrhundert^).  König  Diniz  von  Portugal 
hatte  schon  mit  Klemens  V.  und  dann  mit  Johann  XXII.  ve^ 
handelt;  von  neuem  weilen  seit  Herbst  1318  seine  Gesandten 
an  der  Kurie,  im  März  131<J  wurde  der  Christusordea  ge- 
gründet, dem  alle  portugiesischen  Templergöter  zufielen '),  am 
5.  Mai  ratifizierte  Diniz  die  Stiftung*}.  Auch  der  König  des 
kleinen  Mallorca  hatte  seinen  Teil  haben  wollen  und  deshalb 
durch  seine  Gesandten  gegen  die  Union  protestiert;  nach  An- 


eet  a  vm  illa.  Nee  vJ.sa  est  exppdiens.  Non  tiiinen  appeniil'  michi  cinssn), 
licet  de  !.>&  interrogusaem.  Forte  loca,  que  hflbet  Hospi(«le  S.  lohuini* 
lerosolimitnai  iti  comitatu  VcnechiDO  et  que,  ut  dicitnr,  dorn,  pnpa  mit 
habere  pro  ceclesia  Romaou,  coius  eat  coinitatus  ipee,  ia  recomp^uaacioneni 
corum  locorum  qaondam  Templi,  que  unit  eidem  Hoepitali  in  Aragonia  et 
Catalonia,  dederunt  ad  bcic  causam.  CRD  Juli.  Der  Ürief  ftt  von  Jabannea 
Burgnndi.  datiert  15.  Juli,  und  kann  nur  aus  dem  Jahre  1317  Btanunen- 
Er  Bpricbt  von  der  Fertigatellung  der  Bulleo  Ober  die  Verwendung  der 
Güter,  die  noch  nicbt  expediert  seien,  aleo  fllnf  Wochen  nach  ihrsm  Datum! 

')  Templarioa  SS  und  192. 

'}  Znrita  11  1.  6  c.  26. 

']  R.  Campomanes ,  Dissertaciones  historicas  del  orden  ...  de  Im 
TemplarioB  136  ff.,  beaonders  146  ff. 

*;  Campomanes,  Dissertaciones  .  .  .  p.  134. 

')  Die  Bullen  hier  nach  Dupuy,  Uistoire  .  .  .  p.  500  ff. 


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klemene  V.  und  die  Tempi rrgDter.    Tcinplergeschicke.    Schlaf.    381 

sieht  Klemens'  V.  hatten  sie  aber  keine  vernünftigen  Gründe 
vollbracht.  So  konnte  Könijr  Sancho  die  Überweisung  nicht 
verhindern,  erhielt  aber  vom  Papste  Indemnität  für  alles,  was 
er  bislang  dem  Orden  genommen  und  Zusage  des  Ordens- 
mobiliars, während  die  Hospitaliter  ihm  t)ei  dem  endgültigen 
Vertrage  1314  eine  Rente  von  9000  solidi  von  Mallorca,  eine 
zweite  von  2000  solidi  von  Barcelona  und  außerdem  eine  ein- 
malige Abfindung  von  22500  solidi  zubilligten  -  -  bei  dem 
nicht  umfangreichen  mallotcanischen  Ternplerbesilz  immerhin 
eine  beträchtliche  Beute!  ')  Nur  im  französischen  Navarra  er- 
hielten die  Hospitaliter  den  ihnen  zugewiesenen  Besitz  ohne 
Schwierigkeiten. 


Am  6.  Mai   1312  hatte  Klemens  V.  über  das  fernere  Ge- 
schick der  Templer  verfügt.     Die  verschiedenen  Gruppen  der  j 
Freigesprochenen,    Geständigen,    der  auch  unter  Foltern  ihre  I 
Unschuld  Beteuernden  sollten  milde  bebandelt  auf  Kosten  des 
Templer^utcs  in  kleineren  Gruppen  in  den  Templerbesitzungen  i 
oder  in  Klöstern    untergebracht    werden,    nur  die  Bücklalligen  ■ 
und  üiibufefertigen    dJe  Strenge    des  Gesetzes    erfahren  *).     Die  \ 
volle  Gewalt  über  diese  Klassen  —  mit  Ausnalime  der  Würden- 
[rüger  des  Ordens  —  lag  in  den  Händen  der  Provinzialkonzilien. 
Noch   waren   nicht   alle  Templer   abgeurteilt;    doch   hören   wir 
nichts   mehr   über   Konzilien  *),    Aburteilungen,    auffälligen  Be- 
kenntnissen.    Die  Oberlebenden  waren  längst  mürbe  geworden, 
die  Bischöfe  trieb  niemand  mehr.    Kein  Wunder,  daß  von  dem 
Schicksale   der   einzelnen  Persönlichkeiten    in   den   erzählenden 
Quellen  fast  nichts  verlautet.    Nur  einmal  noch,   als  Jakob  de 
Holay  und  Gaufrid  de  Charney  ihre  alte  Tapferkeit  wiederge- 
wannen und  am  18.  März  1314  die  Unschuld  des  Ordens  be- 

')  Regestnm  Clementis  V.  Nr,  9363  und  9496.  Campnmtines  p.  128. 
CRD  5230  ein  anderer  Verlrag  von  181.^  Mni  15,  wonncli  der  König 
\2m  solidi  in  Renten  erhielt.  NotDrlicl)  protestiert  Jnyme  II.  nla  Ober- 
lahrngherr  gegen  dis  tTberlassang  der  Güter,    Reg.  241  f.  67. 

■)  Vgl.  oben  S.  369. 

*J  Im  exemten  Bistum  Hnllorca  war  big  zum  15.  Mftrz  1313  nocb 
kein  Urteil  Ober  die  dortigen  Templer  gefällt.  Der  Hiscbof  wird  deshalb 
WituCiragt,  nilein  vorzugehen.     Reg.  Clemenlis  V.  Nr,  9170, 


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8d2    Elem«nB  V.  nnd  die  TempIei^Dter.    Templergeachicke.    Schlaft 

teuerten,  und  Philipps  des  Schönen  Feuerbrand  sie  auf  immn 
verstummen  ließ,  gedenken  die  Chroniken  der  Unglücklichen '), 
Ist  man  Qberall  buchstäblich  nach  den  BeslimmuDgeii 
I  vom  i'i.  Mai  vorg^angen,  dann  dOrlte  das  materielle  Geschic): 
i  der  ehemaligen  Ordensmitg'heder  nicht  äbermüfiig  liart  ge- 
wesen sein :  denn  der  Rückfälligen  und  Unbutärerligen  im  Sinne 
der  Bulle  gab  es  doch  selbst  in  Frankreich  nur  wenige:  in 
England,  Deutschland,  Spanien,  Cypern  waren  wohl  überiiaupt 
keine  Rückfälligen  vorhanden.  In  Frankreich  herrscht  Toten- 
stille üt>er  die  einzelnen  ^).  Aus  England  erfahren  wir,  ^^ 
jeder  Templer  4  Denare  täglich  erliält;  das  Deputat  des 
Landesmeisters  Wilhelm  de  la  More  im  Betrage  von  2  solidi 
bekommt  nach  seinem  Tode  Himbert  Blank.  So  steht  in  der 
königlichen  Verordnung ;  doch  muäte  sich  ein  halbes  Jahr 
später  der  Erzbischof  von  Canterbury  an  den  Hospitaliterprior 
wenden  und  ihn  mit  leiser  Drohung  an  die  Erfüllung  seiner  Ver- 
pflichtungen gegen  die  Templer  erinnern :  täglich  vernehme 
er  die  bittersten  Klagen,  einige  Templer  seien  am  Ver- 
hungern! "}  Am  meisten  verlautet  über  Aragonien.  Hier 
waren  die  Templer  in  ihren  Burgen  und  Höfen  in  kleinen 
Gruppen  untergebracht,  womöglich  in  der  Gegend,  der  sie  ent- 
stammten*); ihre  Beschäftigung  war  meist  die  Landwirtschaft. 
Als  das  Kloster  Montesia  errichtet  und  ausgestattet  wurde, 
wünschte  Jayme  II.  die  Übersiedelung  der  Templer  aus  Va- 
lencia in  die  nördlichen  Landesteile.    Die  volle  Rehabilitierung 


')  D«ß  die  KardiDaJBkoTiiTnission  mit  der  aofortigen  Exekotiuii  Art 
beidoD  nichts  zu  tun  hat,  geht  klar  nus  den  zeitgenöasischeo  Quellen  hervor. 
Zur  Charakterisierung  des  utflodifieii  Oeredes,  dafi  dio  drei  Kardinile  fi*»- 
zOaische  Kreaturen  seien,  weise  ich  darauf  hin.  dafi  ein  paar  Jahre  «fUer 
bei  der  Wahl  Johanns  XXII.  Philippe  dea  Schonen  Sohn,  Philipp  V..  die 
Wahl  dea  zweiten  Gesandten  Arnuld  (Novelli)  verhindert  hat,  nnr  weil  er 
ihm  zu  ehrlich  und  gerecht  schien.  Fitike ,  Act»  Aragonensia  p.  309- 
Klemena  V.  mit  dem   Brande  in  Verbindung  xn  bringen,  ist  nosiunig. 

*}  Wahrscheinlich  gibt's  nher  noch  archiva Haches  Material  Ober  die 
Unterhaita  ng. 

■)  Wilkins,  Concili»  II,  «7;  Dupuy.  Üiatflire  .  .  .  p.  478  ff.;  Kjm«. 
Foedera  II,  1,  62  (III,  472). 

*)  Bainon  de  Quardia  kam  nach  allerlei  Wanderungen  nach  M*»i«>i 
KUrUck.  Sein  Künig  hatte  ihn  früher  einmal  religiosua  obtiroas  geDun'' 
CRD  2S48. 


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Klemena  V.  Diul  die  TempIergOter.    TemplergeMbkk«.    Schluß.    883 

einzelner  däifen  wir  wohl  in  der  öfter  erwfihnten  Rückgabe 
der  Waffen  sehen').  1319  einigen  sich  die  beiden  Templer- 
prioren  Martin  Perez  de  Oros,  der  die  Kastellanei  Emposta  in 
Aragonien  hat,  und  Raimund  de  Ampurias  in  Katalonien  über 
die  beiderseitigen  Zuschüsse,  die  sie  den  Templern  zu  zahlen 
haben.  Es  sind  im  ganzen  noch  1 09,  d.  h.  ungefähr  ein 
Drittel  der  Zahl,  die  der  Orden  sonst  meist  in  Aragonien  auf- 
wies,  und  da  figurieren  Summen  von  8000  solidi  bis  zu  500 
solidi,  die  niedrigste  Summe,  herab.  Die  höchsten  Einnahmen 
hatten  mit  8000  solidi  Dalmau  de  Rochaberti,  der  lange  Jahre 
im  Orient  getangen  war,  Bruder  des  frühern  Erzbischofs  von 
Tarragona,  und  Raimund  de  Gardia  mit  7000  solidi'). 

Das  Schicksal  hatte  aber  alle  aus  der  Bahn  einer  gecixl' 
nelcn  Tätigkeit  geworfen^):  nicht  alle  ertrugen  das,  ohne  auch 
sonst  Schiffbruch  zu  leiden.  Im  frühorn  Templerortc  Gordeny, 
lier  zugleich  Walirabrisort  war,  hauste  einer  der  vornehmslen 
Orden^lieder,  Berengar  de  Pulcrovisu,  schon  im  Jahre  1:^14 
mit  einer  Konkubine,  die  er  wie  seine  Frau  hielt.  Angeblich 
haben  die  Walifahrten  wegen  seiner  und  seiner  Genossen  liäla- 
liflien  Taten  aufgehört;  das  Ärgernis  war  zh  gro&*).  Die  De- 
nunziation scheint  ihm  aber  nicht  geschadet  zu  haben,  denn 
er  ist  1319  einer  der  bestbedachten  RentenempfSnger.  Ja, 
schon  1313  hat  sich  der  frühere  Templer  Marlinus  de  Frigola 
eine  Frau  geraubt  und  andere  .enormia  crimina'  begangen; 
er  wurde  gefangen  *). 

IManche  Templer  sind  in  den  Tagen  der  Bedrängnis  übers  < 
Meer  gegangen  und  zu  den  Saracenen  geflohen;  wiederholt  I 
wird   in   den    aragonesischen  BriefschuJIen    darauf  angespielt ").    ,' 


')  Z.  B.  Reg.  266  f.  46  f. 

*)  Villitnueva,  Viage  liternrio  V,  226  ff. 

']  Dio  wonigen,  die  im  HoepitHÜterorden  eurgenommon  iiml  dort 
hochgfkoinint?!)  sind,  wie  angeblich  die  viel  genannten  AIHert  van  BIncns 
niid  Friedrirh  von  Alvensleben,  sind  jedenralls  kaum  in  Betracht  zu  ziehen. 

')  Reg.  291  f.  339  zu  1314  Oktober  26. 

•)  Eleg,  251  f.  88. 

*|  Rs  ist  also  keine  Phantasie,  wsa  GetTroi  de  Paris  in  seiner  Reim- 
chroDik  sagt.  Recneil  XXII.  133.  Übertrieben  ist  wohl  Ferretua  von 
Viienza  in  Horatori  IX,  1017. 


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384    Klemens  V.  hdH  dit>  TcmplergBUr.    Tempi ergeschirka.    Schlag. 

Viele  werden  dort  den  Glauben  mit  dem  Ordensgewande  ab- 
geworfen haben,  einige  haben  sich  ein  neues  anständiges  Da- 
sein gegründet,  wie  der  ehemalige  Templer  Bernard  de  Fon- 
tibus ,  der  als  Gesandter  des  Königs  von  Tunis  und  als 
(Christen-)Alkalde  der  Stadt  Tunis  bei  Jayme  II.  erscheint'). 

Ein  merkwürdiges  Bild  entwirft  Johann  XXII,  im  ersten 
Pontiflkatsjahre  von  zahlreichen  aragonesischen  Templern: 
Übermäßige  Vorsorge  des  Provinzialkonzils  von  Tarragona  — 
schreibt  er  an  den  dortigen  Erzbischof  —  habe  einer  Reilie 
von  Templern  überraschend  hohe  Einkünfte  verschafft.  Einige 
bezögen  mehr  als  200  Pfund  kleiner  Turnosen,  andere  nielit 
viel  weniger.  Manche  nähmen  am  Kriege  teil  und  ergälwn 
sich  mit  ihrem  Getde  einem  zügellosen  Leben;  andere  zöj^en 
umher,  ohne  sich  um  den  ihnen  angewiesenen  Wohnort  zu 
kümmern.  Er  macht  dem  Erzbischof  Reform  vorschlage;  vor 
allem  Minderung  des  Einkommens.  Exiniinns  wendet  sich  an 
den  König  und  seine  Suffragane.  Die  Templer  sollen  keine 
bunlfarbigen,  seidenen  Gewänder  tragen,  an  ihrem  Bestimmungs- 
orte weilen,  den  Bischöfen  gehorchen  *). 

Johannes  XXII.  beschäfligte  auch  fernerhin  die  Templer- 
fragc.  Wiederholt  mußte  er  in  den  einzelnen  Ländern  für  die 
Hospitaliter  und  ihren  Teniplerbesitz  eintreten.  Wichtig  ist 
seine  allgemeine  Verordnung  für  das  künftige  Verhalten  der 
noch  übrigen  Templerkreise.  Zahlreiche  Templer  hatteu  sich 
verheiratet;  sie  hielten  dafür,  daß  mit  der  Aufhebung  des 
Ordens  auch  ihre  Gelübde  gelöst  seien.  Der  Papst  wies  auf 
das  Irrige  dieser  Ansicht  hin,  da  sie  das  G<<lübde  auch  jetzt  noch 
binde,  und  er  suchte  die  Templer  überall  in  Klöstern  unterzu- 
bringen. Man  möge  dort  die  Priester  als  Orden^eistlicbe,  die 
Laienbruder  als  Konversen  aufnehmen;  wo  man  sich  in  keinem 

')  Finke  II,  226  f. 

')  CRD  5613  SchreibeD  JoliRiins  XXII.  vom  12.  Aogast  1817,  4(9 
Eribischofa  vom  28.  Fabruar  1318.  Et  ne  se  jruerrie  vel  gecolaribus  negotii- 
ciooibus  jnmiecerent  et  a  vestibua  nibeis,  viridibaa  ntqae  virgatjs  et  ib 
Omnibus  iiliis  religiani  dissonis  et  contriiriis  tataliter  nbEtinerent  pellesqiW 
varias  seu  nlias  nisi  tantuin  agninas  aec  sliquem  ornatum  sencum  io  snia 
veatibuB  noD  portarenl,  nt  earnm  vita  religioea  et  Lonpsta  in  moribus  et 
restibiis  appnreret 


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Klrmena  V.  und  die  Teinplergüter.     Tempi ergescliirke.     Schlnß,     385 

Falle  hierzu  bequemen  wolle,  mösse  man  den  Templern  doch 
einen  Platz  innerhalb  der  Klostermauern  gewähren  ^).  Zu- 
{.'leich  beauftragte  der  Papst  generell  Minoritenguardiane  und 
Doiiiinikanerprioren  in  allen  christlichen  Ländern  mit  der  Re- 
gelung des  Pensionswesens.  Er  ging  in  seinem  Schreiben  da- 
von aus,  dati  die  Templergüter  für  das  h.  Land  bestimmt  und 
die  Abgaben  der  Hospitaüter  an  die  frühem  Templer  an  vielen 
Stellen  übermäßig  groH  seien.  Sie  sollten  feststellen,  wieviel 
in  den  einzelnen  Gegenden  ein  Mönch  zum  Leben  und  für 
Kleidung  gebrauche,  und  darnach  sollten  sie  das  fernere  Ein- 
kommen der  Templer  festsetzen  ^). 

Beide  gutgemeinten  Anweisungen  sind  wohl  nicht  allge- 
mein durchgedrungen;  auf  die  Opposition  der  Provinzial- 
konzilien  bei  der  Renteneinschränkung  deutet  der  Papst 
selbst  hin.  AutTällig  ist,  data  trotz  dieses  Erlasses  ein  Jahr 
später  die  beiden  Hospitaliterprioren  in  Aragonien  das  oben 
zitierte  Abkommen  treffen,  das  den  meisten  Templern  ein  sehr 
hohes  Einkommen  zuweist.  Auch  zeigt  der  Erla&  die  Templer 
in  größern  Gruppen  nicht  in  einem  Kloster,  sondern  auf  den 
ehemaligen  Besitzungen.  Auch  sonst  liegen  Belege  vor,  daU 
die  Verordnungen  wirkungslos  blieben:  so  verkauft  Jayme  IL 
ein  Haus,  das  sieh  der  Templer  Arnald  de  Siscar  ohne  seine 
Genehmigung  angeeignet  halte").  Und  als  1325  der  König 
beim  Hospitaliterkomtur  von  Caspe  anfragte,  warum  er  dem 
Berengar  de  S.  Marcial  seit  zwei  Jahren  seine  Rente  nicht 
mehr  anweise,  mubte  dieser  darauf  hinweisen,  daß  Berengar 
abgelehnt   habe,   sich    einem   bestimmten  Orden   anzuschlietien 


']  Dnpuy,  Histoire  .  .  .  p.  611  vom  17.  Dezember  1318.  Auch  Prutz 
S.  ^3.  Diese  Urkunde  veranlafite  Rnynouard  p.  214  und  noch  iliiii  andure 
\i,  B.  Verlaqne,  Jean  XXII,  aa  vie  et  ses  oeuvi'ea  p.  57;  Lesquiei',  Les 
Templiera  de  Cahora  p.  GOj,  Jobannea  eine  feierlidia  Unschuldserklifrung 
de»  Ordens  zuzuach reiben.  Audi  Lea  111,  324  meint,  er  halie  dadurch  die 
Orthoduxie  dar  Templer  anerkannt.  Diia  atlmmt  fDr  die  Freigesprochenen; 
ittr  die  andern  nicht.  Die  Einleitung  der  beiden  BtUcke  bekundet,  daß 
JohaDDea  die  Venirteilnng  nla  geieclit  anerkennt. 

*)  Die  Bulle  jetzt  mit  nllen  Adressen  gedruckt  im  HuliaTiiim  t'rancis- 
omum  V  Nr.  347:  1318  Dezember  1. 

'I  CRD  6889. 

Pinke,  Faputtam  an<l  l'ntertcnnK  '■«>  Tom]>lerr>r>lBiis.    I.  25 


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iS6     tiamme  V.  oad  die  1'einpl»rgflt«r.     Tempi erKeschicke.     Sehluß. 

und   einem   Prälaten  unterzuordnen;    darum   könne  die  Aus- 
zahlung nicht  mehr  erfotgen  ^). 


Ehemalige  Templer  als  Rentenempfänger  des  früher  kon- 
kurrierenden Ordens,  als  widerwillig  geduldete,  wenig  geach- 
tete Klostet^enossen ,  oder  ohne  Erlaubnis  weltlich  lebend, 
vielfach,  was  noch  schlimmer,  als  spöter  Sinnenlust  ergebene 
Greise  —  das  ist  das  jämmerliche  Schluübild  in  der  Geschichte 
eines  der  kriegerischsten  und  gefeiertsten  Orden  der  Christen- 
heit. Eines  darf  man  aber  dabei  nicht  ver^^essen:  Viele  und 
die  edelsten  Persönlichkeiten  unter  den  Tempfern  endeten  schon 
vorher,  die  einen  auf  dem  Scheiterhaufen,  die  andern  infolge 
des  mörderischen  Kerkers,  manche  im  Jammer  über  den  Unter- 
gang ihrer  Gemeinschatt  in  Gelstesumnachlung  und  Verzweif- 
lung. Und  dann:  Nicht  diese  unbedeutende  Masse  mub  mau 
anschuldigen,  sie  verdient  Mitleid.  Will  man  anschuldigen,  so 
muü  man  die  Faktoren,  die  sie  in  solche  Lage  gebracht  haben, 
anklagen ;  das  war  nicht  allein  die  so  od  hervoi^ehobene  tn-  i 
änderte  Lage  der  Dinge  —  in  Spanien  hatten  um  1300  z.  B.  i 
die  Templer  dieselbe  Daseinsberechtigung  wie  um  1200,  —  das  , 
waren  vor  allem  die  leitenden  Kreise  der  mitteialterlichea  Ge 
Seilschaft,  die,  von  Habsucht  und  Machtgier  getrieben,  vwführl 
durch  bösen  Wahn,  ihr  Vernichtungswerk  an  dem  Orden  durcti 
viele  Jahre  vorgenommen  haben,  unterstutzt  von  der  Schwäche 
der  damaligen  kircbiicben  Autorität.  ' 

'}  CBD  TerapUrioB  62.    Warum   seit  iwei   Jahren   erst!    Ob  «ine 
neue  Verordnung  des  Papstes  ergangen  war?  I 


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Beilagen. 


I.  D«r  Tempi« mieiHt«r  oHd  die  KreiiKxngxrnifre  auf  äem  KimM  Ton 
Ljon  12T4.  (Vgl.  oben  3.  14  Aum.  1.) 
Ich  gebe  hier  ein  Stück  kdh  dem  lateinischen  Text  der  Chronik 
P.  HarsilÜB,  Ober  die  ich  an  anderer  Stelle  bandeln  werde.  Aur  dem  Konzil 
hatte  Jpyme  1.  Vorschläge  fflr  die  VorbereltUDg  des  in  2  Jahren  zu  unter 
nehmenden  Kreoizugeti  gemacht  (vgl.  S  18  f.).  Keiner  wollte  antworten. 
Dann  heißt  es:  Quod  animedvertens  rex  dedit  vnltam  anmmo  pontifici  et 
ait:  Pater  sanct«,  ecce  nunc  hora  fest,  nt  promittant  vobia  determinare,  qni 
assenint,  ausilium.  Embescent  anim  modicum  dicere  propter  presenciam 
DDatram  et  dicta.  Hoc  idem  vieam  est  cardinatibiia.  Proptei  quod  papa 
dixit;  Dicite  iam  intencionem  vestrain,  vos  AUrde  de  Balnri  et  alii,  qni 
aetatia.  Et  nullna  eororo  dedit  responaum.  Tnnc  papa:  Dicite  tob,  magiater 
Templi  et  lobannes  de  Scarcella!  Cui  magiater:  Doraine,  obaecro,  ut  prior 
me  loqnatar  lobannea  de  Searcella,  qni  in  ordine  nostre  milicie  seiaginta 
habet  annoB.  Cni  lohannea;  Magister,  non  curetie  de  annis  mein!  Tunc 
ad  pape  instAnciam  lociitus  est  niHgiater  et  nichil  penitos  tangena  de  aer- 
monibuH  rejtis  nee  applaudens  regia  zelo  noc  congandens  promisso  nee  ad- 
berens  consilio  solum  modo  ita  dizit:  Procul  dubio,  sanctiBsime  pater,  multo 
aozilio  iudigct  Terra  aancta.  Cni  papu;  Quo  sunt,  quibua  pocins  eget  Terra 
•ancta?  Cni  magiater;  Vere  omnibaa  bonis.  quia  armis,  victu&libua,  fideli- 
tate  gencium  et  atiis  quam  pluribns  necessariis.  Set  aatis  videtur  micbi, 
qnod  V.  a.  mittat  ilino  dneentoa  vel  dncentos  quinqnagint«  milites  et  pedites 
elactm  qaingBntos.  Intelligens  rex  ineptam  magiatri  persuasionem  reapondit: 
Utgiat«r,  et  ai  dom.  papa  vnit  mittere  quingentoa  militea,  quid  ad  voa? 
Et  dixit  papa:  Soldanna  habet  magnnm  uavigiani.  Cni  magiater:  Vere, 
paler  Mnctissime,  ego  video,  qnod  Soldanoa  propoanit  obeidionem  ponere 
anper  Aconitanam  ciritatem  et  exeroens  vires  propriaa  ad  plenum,  non 
potait  armare  niai  dec«m  Septem  ligna,  inter  qne  erant  alique  galee.  Cui 
p«pa:  Si  Boldaniia  bähet  decem  et  8epl«m  ligna,  expedit  nos  habere  viginti. 
Cni  rex:  Non  oportet,  p.  a.,  quia,  ai  decem  galeaa  in  terra  nostra  armare 
feceritia,  fide  nibeo,  qnod  non  fngient  a  fscie  decem  et  octo  vel  viginti, 
stt  eoa  diasipabunt  et  deätment  et  confandent. 

Dann   sprach    noch    Alardoa   de   Vatari,    der   schloß:   Haiti    regea   et 
nobile«  aua  fecere  paaaagia  et  omnes  audivinms  optato  fine  privatum.     Inde 

25» 


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ä8ä  ßeÜH^en. 

approbo  dktiiui  mngistri.  Dntin  echwiegen  alle;  aof  Antrag  des  Königs 
hob  der  Papst  die  Sitzung  auf.  und  der  alte  Kriegsheld  Jnyme  I.  sagte  auf 
dem  Nacfah austritt  vergnügt;  Viri,  deincepa  reredere  poasunius,  quin  hodie 
est  totft  Vspanis  onorata  .  .  .  Tunc  reit  cppit  pukre  Bgitaro  eqauDi.  cui 
insidebat,  cfticaribus,  et  admirati  ennt  (isilici  dicentes:  Nequnquam  res 
tanio  dcpressus  est  senio,  ut  nudivimiis.  Fortis  enjm  viribus  prevajetct  in 
Turcum  unum  adhnc  natnm  vibians,  HS.  in  Bibliothek  zu  Barcebma.  Vgl, 
hierzu  die  S,  33  zitierte  Vida  d>^l  rey  en  Jacine  lo  Couqueridor  p.  bO&S. 

II.  Per  Entwui-r  der  Bulle  „Ijotamur  In  te"  Tom  I.  Juni  1307.  (Vgl. 
oben  8.  135.) 
Clemona  episcopus  seivus  servonim  Dei  cnriasimo  in  Christo  lilii» 
Pb[ilippo]  regi  Frnncorum  illuatri  snluteni  et  apostolicani  benedictionem, 
Letamur  in  te,  fili  benedictionis  et  gracic,  in  quo  ex  operJbua  ntaauum 
noBtrai'um  coIligimiiB  Bmabiles  fructus  pacia  et  eincere  cnritatia  dulcedinem 
deguatamus,  dum  progenitoruni  tuorum  veatigia  clara  BequeuA  in  plenitudiDü 
devotionis  et  fidei,  qua  progenitores  ipsi  erga  Deum  et  Rumntiain  eccUsiiiii 
claruerunl.  immobiliter  perseveraa  ac  patemis  monitis  nostrisque  beneplacitis 
filisli  reverentia  te  coaptnris  ad  illa  tolicnda  de  modio  et  penitua  exlio- 
guenda,  per  qne  inter  ecdesiam  ipsam  et  te  ac  inclitum  regnimi  tuum 
poaset  iuease  materia  dissensiunis  et  scaiidali  aut  scintilla  ignis  obnoxii 
rcmanerc,  te  tractabitem  exhibes,  benivolum  et  intentum.  Sans  ex  parte 
tua  fuit  propositum  (ornm  nobis ')  .  .  .  Prorsus  amovemus  et  tollimus  *c 
oinnino  remitiimus  et  quitumus  tcque  ac  regnum  predictum.  denanciatores. 
accusiitorea.  prelatos,  barones  ac  cleram  et  populuni  dicti  regoi  necnon  cua- 
federntos,  alligatos,  fautorca,  valilores  et  alioa  supradictue  iu  eum  stalam 
spiritnaliter  et  temporaliter  in  omnibua  et  per  omnin  repenimua,  restituimus 
et  plene  redncimus,  in  quo  tu  et  ipsi  erutis  ante  captionem  dicti  Bonifacii. 
rapinani  sen  deperditiimem  thesauri  piedicti  ac  sententias  et  proressus  pre- 
dictos,  ita  quud  tu,  posteritaa  tun,  regnum  v»  predictum,  denunciatoKS. 
accuaatorea.  prelati,  barones  et  alii  supradicti  aut  aüqui  seu  quivia  ex  eii 
ex  calumpnia,  iiotis,  mnculia,  capcione,  rapina  seu  deperditiuue,  culpia,  in- 
iuriis  vel  ofFenais,  blaafemüs,  tententiis  aut  proceasibua  siipradicils  deinccps 
nutari  vel  rmpcti  nequeatia  nee  sententie  aut  processus  huiuamodi  contra 
te  vel  ipsos  aliqneni  possent  habere  vigorom,  efTectum  aut  ruboHs  firmitateni. 
Porro  Guillelmum  de  Nougnreto  et  fieginaldam  de  Supino  militea  et  qaos- 
libet  alios.  ciiiuscumque  natianis  esistant,  qui  raptioni  prodicte  Bonifarii 
lapine  seu  deperditioni  thfSauri  predicti  interfnere  prcaentes,  preataiilea  ad 
hoc  openi,  auxilium  vel  favorein  et  alioa  quoBCiinque  de  Urbe.  de  Campinia 
et  de  terria  aliia  eccieaie  memorate  aubiectis  confederatoa  et  alligatos  tuiM 
voraciter  et  non  ficte,  qui  capcionein  eaddcm,  licet  in  ea  presentlam  doh 

')  Daa  Folgende  gedruckt  Rajnaldi,  Annalea  ad  ann.  1307  Nr.  lO. 
Ciegen  Schluß  des  gedruckten  Paasus  steht  die  Stelle:  an  blasreiniis  — 
tiiortem  illatia  am  Rande  von  anderer  Kand  nachgetragen. 


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Ueilagen.  389 

exliibneriat  pereoDAlem,  fieri  fecisse  vel  procnrassc  nut  ei  consensisae  vel 
eain  graUm  et  rstnm  habuiese  dicuDtur,  sul>  generalitale  coDfederatoruni  et 
Rlligatonim  ipsorum  intelliginma  et  voluinua  comprehendi  ae  huiusmodi 
nostraniTn  relaxiunis,  revocationis,  irritationia,  casaationia,  abolitionis.  Hnio- 
ttunis,  quitjltionis,  remissioniB,  reposiciauia,  restitutionJB  et  reductiODJs  CBSO 
participeä,  dam  toman  ponitenrins,  nmltaa  et  penas  quiileacunqu^  et  quanlns- 
cunqne,  quas  eis  de  consilio  venerabilia  fratria  nostri  P.  epiacupi  Pcnestrini 
et  dilectorum  filionim  Dostroram  B.  tituli  sanctorum  Nerei  et  Achillei  et 
Stepbani  tiliili  aancti  Üiriaci  in  Termia  preHbilerorum  cardinalium  vel 
duorum  ex  eie.  ollero,  quod  abait,  interim  sublato  de  medio,  prn  premtsais 
iropoDeiidas  duxiniua  seu  etiaiii  infli^endas,  humiliter  et  devute  Busceperint 
M  reverenter,  ut  decet,  impleverint  et  peregerint  cani  effectu  infrA  termboB, 
quoa  eis  ad  hoc  de  cardiaaliuni  ipaorum  consilio  duxerimus  prefigendoa. 
Alioquin  ipaoa  aut  üIdb  ex  eis,  qui  penitentiaa,  mullaa  aat  penas  hnias- 
modi  infra  tenninos  aopradictos  sibi  a  nobia  de  cardinalium  pLedictorum 
consilio,  ut  premillitur,  osHignandos  butniliter  acceptsre  neglexürint  et  effi- 
cociter  Hdimpkre,  premissnnim  rcvocatiunis,  irrtUtiauie,  caeutioiiis,  ad- 
nullationis,  nbolitioniB,  amotionia,  quitationis,  rcmisElDnis,  roductionia,  reali- 
tutionia  et  repositionis  eo  ipsa  commodo  caroont  et  elTecta  et  eoa  qnoad 
capciuneoi,  rapinam,  sea  deperditionem  tbesauri  ac  omnia  nlia  et  eingnla 
Buprnwripta  perhide  haberi  volumue  auctoritntc  et  de  plonitudine  npostolice 
pntestntis,  ac  ei  predicte  revocatio,  irritatio,  casantio  et  alii  efFectua  predicti 
nallatennB  prucesstasciit.  Dat.  Pictavis  kalendia  lunii  pontificatiia  nostri  anno 
secaodo. 

Vat.  Archiv.  Instr.  miscell.  ad  ann.  13Ü5-7  ?erg.  Ohne  Plica 
jetzt;  wahrscbeiallrh  war  nie  eine  vorhanden,  Dua  StUcli  ist  nicht  bullitrt 
lind  ohne  Kanzlei  vermerk.  Unter  dem  Text,  fast  am  Knnde,  atcbt  von  anderer 
Hnnd:   Data    ipsius  littere  sit  post  itntaui  littero  regia,  quam  debet  inittprc. 

Mit  Veriroisungszeichen,  daß  das  Folgende  zwischen  prorcasisset  und 
Dat.  zu  Btellen  sei.  steht  Aber  dem  Texte:  Licet  nuteni  diclo  Keginaidu  de 
^^^pino  et  elÜB  de  Urbc,  de  Cnnipania  et  alüs  terria  (^cclesie  Romane  auh- 
iectis,  qui  prefate  captionj  ipaiua  BunifacÜ  et  dtreptioni  tlicsauri  afTuerunt, 
vel  ad  hoc  faciendum  seu  procurandnoi  dederunt  conailium,  aiixiiium  vel 
favoreoK  penas,  penitentins  sive  inulctas,  quia  non  fuerunt  auditi  a  nohia 
vel  alio  de  mandato  nostro,  et  quin  etiam  sunt  nbacnteä,  per  prescns  im- 
ponere  noiimua,  dicto  tarnen  Guillelmo  de  Nogareto,  qni  coram  dictrs  tribus 
cardinalibna  multociens  presena  auditua  (uit.  penas  seu  penitencias  inponimas 
iDfrascriptss  de  consilio  triam  cardinalium  predictorum,  vidclicet  quod  idem 
(iuillBlmus  tenealur  traosfretare  cum  eqnia  et  armia  in  aubsidium  Terre 
sancte.  et  quod  ad  hoc  arripiendnm  iter  arripiat  infra  quinqtientum 
proiimum  et  immediatum  a  proxlmo  menee  Martii  computandum,  dietaa 
suns  continnans  sine  fraude,  exinde  nunquam  reveriturus  absque  sedia  apo- 
alolice  licencia  speciali,  et  a  lapan  prefaÜ  quinquennü  publico  officio  non 
ntatnr.  Volumus  tarnen  quod  proptcr  premissarum  penarum  seu  peniten- 
ciurura  impositionem  nulla  infamia  seu  infaabilitaa  comiti^tur  cundem. 


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Das  Oadzb  ist  vielhcli  korrigiert.  Vgl.  die  wirkitrho  Losaprechnngs- 
bulle  von)  27.  April  1311  and  die  Bolle  .Regniuis  in  celis*  vom  sellwn 
Datum.    Keg.  dementia  V.  Nr.  TÖ03  und  7501. 


III.   Adsiuit  flUB  den   TemplenerhSren    iu   C}'|>em    für   daK   Tienitr 
KoDiil  <131l>. 

In  nomine  domini  Amen.  Ute  sunt  nibrice  fücte  anper  io^nMta 
facl»  contra  magistram  et  ordinem  Templi  in  Cypro. 

I.  Frater  Hayme  de  OrcheÜers  '|  pnmna  testis.  maresfallas  didi 
ordinia  in  partibaa  illia,  iuravit  ad  a.  Dei  evangelia  carporaliter  bicta  Hern 
meram  et  plenam  veritatem  super  ing^uisitione  et  eius  orticulis,  de  qaibua 
interrogaretur.  Et  iuteirogfttns  super  primo  articulo  et  soquentibus  usqne 
ad  XXVtll  loquentibus  de  abnegacione  Christi  et  cetera  et  dogmatizatioD«, 
quod  Christas  non  erst  verus  Dens,  et  qnod  faciebant  receplos  spuere  loper 
crucem  et  de  aliia  vituperiis  crucis  et  quod  Templarit  non  credebant  aicn- 
mentuni  altaria  nee  Hliia  aacramentis  et  quod  credebant,  et  sie  eis  dicehalur, 
quod  magnos  magister,  viaitstarea  et  preceptores,  quorum  multi  erant  liici, 
poterant  eos  absolvere  a  peccatis  et  it&  faciebant  de  facto:  negavit  contenCa 
in  eis  esae  vera,  adiciens  soper  IX  articulo,  quod  ipse  et  alii,  cum  recipi»- 
bnnt  aliquem  in  ordine,  faciebant  receptnm  oscnlart  reverenter  crucem,  et 
receptorem  et  preeblterum  capellanum  ibi  presentem  in  ore. 

n.  Fr.  Ubertus  *)  preceptor  militiun  ordinis  inilicio  Templi  inler- 
rogntus  et  iuratas  ut  aupra  proximna  negavit  contenta  in  priuiia  XX  tribas 
srticulis  et  eornm  aliquo  esse  vera.  CoDtenta  vero  in  XXlll  et  aequentibus 
arttculis  usque  ad  XXVIII  articulum  et  quolibet  eomm,  dicentibua,  quod 
credebnnt,  qnod  magnue  magiater,  vjsitotor  et  preceptores,  quorum  multi 
erant  layti,  poternnt  nbaolvere  a  peccntia  et  aio  faciebant  de  facto  et  cetera: 
respondit  [non]  °)  esse  vera.     Super  XXVIIl  articulo  dicit  ee  nicbil  acire. 

IU.  Fr.  Odo  de  Vilarcto  ohm  preceptor  in  Apolia  iuratus  et  celef» 
super  XXVIIl  premissis  articulia  respondit  negnns  conlenta  in  eis  vel  iliqno 
eorum  ease  vera. 

IV.  Fr.  lohannes  de  Molmiers*)  miles  ordinis  Tempil  interrogah» 
et  iuratus  ut  aupra  proximua  auper  predictia  XXVIIl  artieulis  negavit  oinaia 
cl  aingula  rontenta  in  eia  esse  vera. 


'I  Ayme  de  OaselJers  bei  Schottmfliler  II,  219. 

'I  Albertus  Seh.  II,  223. 

')  Dbb  non  ist  docb  binzuinfQgen?  Die  Dreiteilung  Art.  1-2S  {solile 
22  beigen),  23-28  (statt  27],  28  entspricht  dem  VerhGr  bei  SchoUninller. 
Ilei  der  sonstigen  ssrhlichen  Gcnanigbeit  halte  ich  dafür,  dafi  das  non  fehlt 
hegt  man  aber  Gewicht  auf  des  .vero'  in  , Contenta  vero*  nnd  Itfit  das 
,non'  weg,  so  hltt«  der  Rubrikator  hier  ein  grobes  VersebeD  begangen. 

')  Schottmaller  II,  228  hat  (Racinbaad  Bta}ca8;  er  tut  ...  fas  ge- 
lesen und  daraus  den  Namen  konstruiert! 


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Beilagen.  391 

y.  Fr.  NicoU  Pecia  Anglieiu  miles  dicti  ordiois  innttus  et  ceterH 
respondit  cootenta  in  premiaaia  Rrticalis  Tel  aliqito  eorum  non  esae  vers. 

VI.  Fr  RichBrdus  AngliciiB  prpsb.  cBpellanaa  dicti  ordinia  iarataa 
etc.,  neg&Tit  contentA  in  premissia  srticuÜB  vel  eorum  aliquo  ease  ver»  ...'). 

LXXV.  Fr.  Bkldiia  de  Acon  aergiens  dicti  ordinia  iumtua  etc.  super 
proniisDia  nrticulia  respondit  ut  proximas. 

Omnes  precedentos  testes  dicnntur  ease  fratrea  dicti  ordinia. 

SeqQpntea  Veto  dod  sunt  de  ordine: 

I.  Fr.  Guido  abbss ')  monaaterir  do  cruce  Nimociouais  dyoceais  teatia 
productae  iuravit  coram  dictia  duobua  cpiscopia  comisanriia,  .  .  .  interrogntuB 
sapiT  omnibua  srticalia  aingnlariter  aibi  kctis  dixit,  quod  audivtt  drei  n 
plnribna,'  de  qaibus  non  reeordatur,  qnod  nemo  potent  acire  regulam  eorum, 
et  quod  fratrsH  dicts  doiniu  promittuot  aagmeatare  doronin  Tennpli,  quibua- 
conqae  modia  poaauat.  Et  alind  neecit,  nt  dictt,  contra  ordineni  et  fratres 
Tempil 

II.  Fr.  lobannea  de  Amandula  moDacboa  dicti  moDasterii  iuratos  ot 
proxinnis  concordat  com  proiiino 

in.  Dominus  Hugo  do  Garmancbino  theaaarariua  Nimoaiensis  iuratos 
ut  prozimDB  dixit  se  nichit  scire  de  contentis  in  articnlia  ipsius  inquiaicioDis 
aingnlariter  eibi  lectis  contra  ordinem  et  fratres  Tempil  neo  contra  magnum 
preceptorem  in  Cjpro. 

1111.  Dominus  lobannea  de  Noris  tbeaaararius  Nimociensia  .  .  .  dixit, 
qaod  andivit  dici  comuniler  iotor  gentea,  set  non  recordatar  a  qnibus:  Ego 
defendam  te  modo  Templariomm  ad  tortum  et  directam.  Et  audivit  dici, 
quod  nemo  poterat  acire  regulam  eorum.  Aliud  dixit  se  uescire  de  cootentia 
in  articnlia  .  .  . 

XXXIlll.  Fr.  Nicolana  de  Massilhiaco,  lector  Predicatorum  in  Ni- 
cocii  Bnper  iatia  articulis  non  deponit  *). 

XXXV.  Fr.  Sjmon  de  Suzeraitia*)  prior  Hoapitalis  s.  lohannia  Ibero- 
soiiniitani  in  Nicoeia  .  .  .  dixit,  qnod  nascit  alind,  niaj  quod  fratcr  Iteriua '') 
prior  Haspitalis  in  Francis  acripserat  aibi,  quod  magister  Tempil  et  aliqui 
fratrea  fuerant  confcssi  contcnta  in  dictis  articuüa.  Super  XVI  et  XVll 
dixit,  quod  audivit  dici,  set  nun  reeordatur  a  quibus,  quod  fratres  Tempil 
Bon  credunt  sacramentum  altaria  nee  alia  eccli^aie  ancramenta.  Super  XIX 
regpondit  .  .  .  Super  XXIIII  articulo  respondit,  quod  audivit  dici  predicta 
a  gentibas,  »et  non  reeordatur  a  quibus,  postquam  littere  papales  contra 
TemplarioB  portale  fnemnt  in  Cyprum. 

')  So  die  folgenden,  eonat  ateta  gleicblantend  mit  einigen  unweaent- 
lichen  ZnUtea,  ')  ScbottmDller  II,  876. 

■)  Nacb  ScbottmOller  11,  398  bat  er  doch  tlber  mebrere  Artikel  (36, 
^,  73)  von  Hörensagen  sich  geSufiert:  Super  LXXXIll  et  super  omnibus 
itiis  . . .  dixit,  quod  nescit  aliud,  niai  quod  aupra  dixit  d.  h,  gar  nichta. 

<)  ScbottraBlIer  II,  898  bat  Sarezariis. 

*)  Der  bekannte  frauEÖaiacfae  Oro&prior.  SchottmQlter  II,  399  hat 
itcterina. 


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392  Beilagen. 

Rubrica.  Super  XXIX  et  aequentibuEi  usque  nd  LXVII  loqnentibus  de 
confessione  inflgul  tnagistri  et  de  diversis  osculis  receptoruni  et  turamento, 
quod  preBtabant  iu  recepcione,  ...  et  de  vicio  8odon)itico  et  de  fdulis  et 
cordulis,  quibus  fiatres  cingebatitar; 

Pi'imus  testta  dixit '),  quod  de  confeaaione  magiatri  nescit  nee  credit. 
Dixit  eciam,  quod  recipiena  et  receptua  ae  deosculRntnr  jd  ore  et  quod 
receptus  iurat  Don  diniitf^re  ordioem  pro  meliori  vel  priori  et  atatim  bi. 
heolur  pro  professis.  Recepcionee  ennini  non  fiunt,  nt  dicrt,  clandeetiae 
aet  fiunt  in  capitulo  in  preseocin  fralrum  dicti  ordinU  tantum.  Et  de 
recepciane  laboravit  suspicio  contra  ordinem.  set  non  ex  culpa  vel  delirto 
ordinis  seu  frstrum.  Tamen  fratres  in  dicto  ordine  bene  recipiebantnr  et 
licite.  Dixit  etiam  verum  ense,  quod  frntribiia, 'cum  reclpiuntur.  [rndantnr 
cordule,  cnm  quibua  cinguot  se  et  debent  se  cingere  super  c 
secundam  regnlam  ordinis  et  Ordinationen]  et  cum  ea  ia< 
reatringendi  ae  a  luxuria  .  .  . 

SecunduB  teatis  reepoudit  Buper  XXIX  artlcnlo  ut  proximua.  Snper 
Xli  usque  ad  LXVIII  uegavit  conteota  in  eis  vel  eornm  aliquo  eaae  rera. 
Super  XXX  et  IX  sequeutibus  non  deponit '). 

Terclus  taatia  respondit  super  XXIS  et  V  sequentibns:  negat  con- 
tenta  in  eis  esse  Vera.  Super  XXU1I  uaque  ad  XXXTIIi  reapondit  at 
proxiniua'),  super  XXSVIH  usque  ad  LXVIJI  dicit,  quod  neacit,  ai  est 
suapicio  contra  «rdinem.  Et  si  est  vel  fuit,  peccatnm  sat,  quis  non  fit 
aliquid  per  dictum  ordinem  vel  fratres,  propter  quod  debet  esse  suspicio  . .  . ') 

XLIX  et  alii  aeqnentea  fratroa  ordinia  sunt  omnes  cum  priore  (?i  in 
efFectu  cencordes  quo  nd  dictos  urticuloa  ...'). 

VII  tcstis  de  illta  "),  qui  non  aunt  de  ordine,  aupor  urticulo  de  clan- 
deatinitate  dicit  ae  nudivisse  dici.  nee  recordatur  a  quibua,  quod  neniii 
poterat  scire  regulani  eorum,  ita  teuebant  privatam, 

VIII  dixit  verum  esse,  quod  statin),  cum  aunt  recepti,  hnbentur  pro 
professis.  Et  sie  vidit  servari  intcr  eos  et  vidit  capitula  eorum  teaerc 
clandestine  nullis  preaentibus  niai  fratribns  .  .  . 


')  Vlier  fttngt  wahrscheinlicb  der  erste  Templer  Aymo  (vgl.  SchoU- 
niQller  II,  21!))  wieder  an.  Einzelne  Stelleu  stimmen  wQrtlich,  Beim  ersten 
niclittemplerischen  Zeugen  steht  darüber  gar  nichts. 

')  Auch  im  MauptprotokoU  sieht  iiichte,  wie  aus  SchottmOller  11,  223 
zu  ersehen  ist.  Hier  ivird  man  also  kaum  von  einer  .Schuld  des  betr.  Ab- 
schreibers', wie  SchotfmUller  meint,  sprechen  kSnnen. 

']  D.  h.  der  Zweitvorhergehende. 

*)  Schottmailer  hat:  propter  quod  debent  (!)  esse  dicta  suspicio.  D») 
dehenl  atebt  auch  in  unserer  Vorlage! 

'')  Etwas  Ähnliches  scheint  auch  SchottmUller  II,  843  ff.  aoiudeuten. 

"}  Das  stimmt  wi>rtlich  mit  der  Aussage  des  7.  nichttempleriacliei] 
Zeugen:  Nicbolaua  de  Acon  cauonicus  Nicosiensia.  SchottmOller  II,  37^. 
Der  folgende  VIII.  ist  Koberlus  episcopua  Üarntensis. 


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BeiUgen.  393 

Kubriett.  Saper  LXVni  articulo  et  aliis  oaque  ad  XCVll  dicuntibus, 
quod  iniaogebittar  fratribtis  per  aucrsmeiitum  sab  penn  morlia,  ne  pr^dictn 
Kvelarent  .  .  . 

Primua  ieatie  ')  dixit,  quod  iniungebntur  tmUihae  ja  virtate  obediencie. 
ne  rcvelnreat  aecreia  ordinia  nee  modum  reccpcionis,  quem  inter  se  revelnro 
possuDt,  set  DOD  secuUribiis;  et  qui  revelsrcat  iiliin,  qiinm  fratribus  ordinis, 
puDiebaotDr.  non  tarnen  morte  vel  carcere. 

Ruper  XCVII  articulo  et  sequ«ntibus  naque  in  finem  loqoentibua  de 
dandestinitate  capituli  eea  capitolorum  .  .  . 

XXXVl  tealia  dicjt  sb  audivisae  contcntn  in  C  *t  Cl,  et  super  CV 
et  CVIII  articaijs,  set  noo  recordantur  (!),  a  quibna. 

Super  nlüs  dicunt  ee  nicbil  eciro,  niei  illad,  qaod  supra  dixcrunt. 
Ali!  Tero  teatea  de  predictie,  qui  non  anot  de  ordine,  super  ielis  artlcnlia 
noD  depoDUnt '). 

Aua  Mac,  5875  f.  49-57  der  Bibl  Nat.  in  Paria.  Ich  habe  nur 
einige  bezeichnende  Stellen  genommen,  glaube  über  nichlfl  Charakteristisches 
riWrsehen  lu  baben.  Konzept.  Das  bekunden  die  vioSen  Korrekturen,  f.  6^ 
steht  folgende  Znsnmmenfassung;  Proceaaus  dirte  inquieitionis  facte  in  Cypro 
sie  M  habet.  Facta  quidem  fuit  per  duniinum  noatram  pnpam  commissio 
FamagustBoo  et  NinocieDsi  epiacupis  ac  nbbati  Eleclensi  NnrbonenBis  dyo- 
cesia  et  magistro  Thome  de  Rente  .  .  .  Item  Processus  per  diclos  episcopoa 
fsctus  ad  dictain  recepcionem  testium  invenitnr  fHctus  anno  domini  MCC'CX, 
IUI.  die  geu  V.  monsie  Mail,  indiccione  VIll,  contra  ordinem  et  magnum 
preceptorem.  Et  idi«  dlco  .seu  V.*,  quia  iu  principio  Processus  ponitur 
IUI,  die  et  in  saperscripcione  receptorum  testium  ponitur  V,  Item  teslibus 
pro  niaiori  parte  eiaminntis  unoa  de  dlctis  episcupie  commlait  alteri  viccs 
suaa.  Et  ille  solua  proceaait  od  recepcionem  pluriani  testium.  Et.  fuit  tota 
ioquesta  completH  V.  die  liinii.  Item  in  examinnclone  testium  confuse  et 
lurbato  ordine  processerunt,  preponentes  articulus  poatpouendos  et  alias 
intricate,  propter  qnod  qaandoque  deposicionea  lastliini  rclate  nd  articulos 
sunt  incerte  et  sine  eano  intellectu.  F.t  alios  mulloa  defeiTtua  videtur  habeic 
inquesla  lata,  ut  patet  ei  premissis. 

Ans  dieser  Kritik  ergibt  aich,  daß  der  Verfasser  des  Auszuges  es 
mit  Beiner  Aufgabe  ernst  nahm.  Das  Exemplar  des  Prozesses,  das  er  be- 
nutzte, atimmt  mit  dem  von  ScljottmDlIer  edierten  autfaliig  in  einzelnen 
Schreib fcblern  1  dann  natürlich  findeii  aich  die  gerügten  Konfusionen  in 
Seh ottDiQ Hers  ExempJAT. 

r.  b9— 64  stehen  ÄuszOgo  aus  den  Tempi  er  verhOren  von  Chinon  und 
Poitiers. 

'1  D.  h.  vom  Orden.    SfhottmBMer  II,  221. 

'I  Das  stimmt  mit  SchotImUller  II,  399,  der  Aussngo  des  ä5,  ulcht- 
templerischen  Zeugen.  SchottmUller  hat  nur  35.  Am  tiand  steht  hier: 
Hie  est  incertitndo  in  articnlis.  qnia  non  sunt  ordinati  ut  alir.  AuffHliig 
der  Übergang  zum  Plural,     Ea  gilt  vielleicht  für  slie? 


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394  Beilageii. 

Iste  suot  concordancie  inquente  fflcle  cam  magno  magUtro  ttüms 
Tempil  et  cum  qnibusdsm  nliis  frntribus  eiusdem  nrdinia  per  inquiaiUireci 
heretice  pm^itatis  cum  eodom  niHgistro  et  tribns  aliis  frntribus  et  per  ttcs 
dominos  cardinitles  depotatos  per  dominam  nostrum  cum  eodem  mogistro 
et  quibuadHm  aliia  fratribus  de  maioribua  ordinin;  et  per  ipaum  domiDDCii 
uostnim  cum  pturibua  aliia  fratribus  dicti  ordiuia  BDp«r  articnlig  loqafotibos 
de  ftboegacioDe  Christi  etc. 

CoDCOrdant  (ratreB  et  magiater  iafraacripti  auper  abnegacioDB,  qne 
fiebat  in  aua  recepcione  per  eoa;  aliqai  taroen  ponunt  abDegncionein  Iheaua. 
aliqui  abnegHcionem  Christi,  aliqui  Iheao  Christi,  aliqui  crucifixi,  allqni  eins. 
qui  repreaenlabatur  per  ymaginem  crucifi^ti,  sliqui  ymaginia  cnicifiii,  «liqui 
Dei,  sliqui  addunt:  et  saDctornm  Dei. 

In  pri'mia  fr.  lacobus  de  Holny,  magiater  ord.  niilicie  Templi  pro  se 
et  fratribus  Girsrdo  de  Ganchi,  Guidone  DalBni,  Guidone  de  Cemayo,  Gel- 
tere de  Lienticuria,  militibua  dicti  ordinis  ibi  presentibna,  confessaa  fuit  e\ 
asaeruit,  quod  de  longis  temporibus  citra  recepti  io  dieta  ordiee  Iheanm 
Christum  abnegarunt  et  ^pra  crucem  cum  effigie  Iheau  Christi  iu  ipsii» 
contemptui»  spueniut  el  alia  enormia  commiaerunt  Ipae  cciam  magiater 
in  sua  recepcione  ter  abnegsvit  Ihesum  et  bis  spuit  versus  crncem  etseael 
iuxta  in  terra. 

I.  *)  Dictua  fr.  larubua  magiater  ordinis  postea  coram  dictis  dominis 
cardinalibus  dixit,  quod  ipse  fuit  receptua.  XLII  anui  sunt  Tel  circa,  apud 
Ueunam  (!}  djocesia  Eduensis  per  fr.  Ymbertum  de  Paraudo  visitatoren 
Fraucie,  Abuegavit  Deum,  cuiua  ymago  erat  depicta  in  cruce  aibi  oateasi. 
Et  apuit  iuxta  crucem. 

fl.  Fr.  Raymbandus  de  Caron  miles  preceptor  Terre  ultramarine 
rcceptus,  XIiIII  anni  aunt  vel  circa,  per  fratrem  RonceliDum  de  Foa  precep- 
torem  Proninclo  concordat  cum  proxime. 

IUI.  Fr.  Gaufridns  de  Gomeallla  miles  preceptor  domorum  TempK 
in  Plctauta  et  IQ  Aqnitania  receptus  VIII  (<)  anni  sunt  vel  circa  Londann 
per  fratrem  Robbertum  de  Toruilta  militem  precoptorem  Templi  in  Angiii'). 

V.  Fr.  Hugo  de  Parnudo  preceptor  Templi  in  Francis  receptua 
XLVI  annia  elapsia  vel  circa  Lugduni  per  fr.  Ymbertum  de  Parando 
militem  viaitabDrem  ordinis  in  Francis. 

So  geht  es  weiter,  im  Hllgemeinen  durchaus  genau  und  korrekt.  D*a 
gan7.6  Konzept  mit  mancherlei  Korrekturen  und  Verweisen.  Wicblig  "st 
daß  auch  dieser  Auszug  dieselbe  Zithlung  und  Reihenfolge  der  Verhüre  mn 
Chinon   und    PoJtiers   bat   wie    Bd.  11    Nr.  154  und  156.     Er  spricht  von 


')  Am  Rande  mit  Zeichen:  late  et  XII  eeqoentee  abnegaverunt  Denm 
seu  illum,  ciiius  ymago  erat  in  cmce,  Beu  qui  representabatur  per  ipsai» 
ymaginem,  eeu  ipsam  ymaginem,  oatensa  eis  cruce  cnm  yroagine  vel  cdEgi» 
Ihesu  Christi  eeu  crucifixi. 

'j  Dieser  Passus  durchstrichen  mit  Vacat,  mnfi  aber  wegen  des  .XJl 
eequentes*  mitgezählt  werden.    Mec.  hat  Eweiraal  GomeviUa. 


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Beilagen.  895 

16  Zeafton,  zäblt  far  Chinon  6  (der  Brief  und  das  TerfaSr  Jitkoba  de  Molay 
g«)teD  fDr  2,  ducli  acbeint  er  hier  zuweiko  zn  achwankeD)  und  für  PaitierB 
weitere  40.  Die  beiden  letzten  |4T  and  48  oder  Pojtiera  allein  41  und  42) 
buben  nichts  ausgesngt,  werduD  dämm  auch  nicht  nurgefOhrt.  Alio  niicli  dieser 
Anszng  kennt  Kr  Foitiera  nor  die  oben  genannten  42  i,bezw.  40)  VerhSre. 
Cber  die  frabern  VerfaOre  and  damit  über  die  Falter  wird  hior  nichts  erwBhnt. 

f.  42~48  tat«  inquesta  facta  fuit  in  Florencia  in  ecclesia  sancti 
Egidii  die  lane  XX.  Septembris  IX.  indictionie.    Der  Auszug  ist  gennu. 

Wer  Wesen  und  Zweck  dieser  ÄuszHge  objektiv  betrncbtet,  kann 
uomSglich  in  diu  rrrnicbtende  Kritik  ScliottmOlIors,  Qmelins,  Leos  ein- 
stimmen. Inkorrektheiten  kommen  ja  vor,  aber  die  Absicht  zu  fälschen,  ist 
nirgends  zd  entdecken.  Das  wfire  ja  anch  unmdglich  gewesen;  denn  den 
KxamiaatDren  lagen  ja  auch  die  Prozesse  selbst  vor.  Übrigens,  wer  hat 
die  Auszflge  benulztl  In  ihrer  Konzeptfonn  konnten  sie  doch  nur  dem 
Ahfssser   selbst  dienen,     Äbscbiiftcn  von  ilinen  kennen  wir  bis  jetzt  nicht. 

IT.  Die  Templer  and  die  Belebte. 

Zwei  Punkte  verdienen  hier  kurze  ErwBhnoag.  ZunBchsti  Wie  ist 
die  Behauptung  vieler  Templer  zn  verstehen,  daß  si».  die  ihnen  zugeschrie- 
benen Vergeben  gebeichtet  haben?  Prutz  bat  gerade  in  der  Sr.hihleruug 
der  Beirbten  schwer  Belastendes  für  den  Orden  gefunden  ').  Wenck  betont 
im  Anacbing  an  Lea  III,  275  die  U ng I au b Würdigkeit  gersdo  dieser  Aus- 
Mgea').  Die  Templer  hatton  ja  von  den  BischUfen.  pApstlichun  Pllniten- 
ziaren  nsw.  gsr  keine  Absolution  empfangen  kennen.  Das  ist  so  allgemein 
Dicht  richtig.  Natürlich  konnten  die  BischGfe  von  Häresie  absolvieren  und 
«b«D8a  auch  pftpelliche  POnitenziare,  wenn  letztere  die  FakultAt  bekamen; 
nirgends  steht,  dafi  nur  der  Inquisitor  hsbe  absolvieren  können.  In  Todes- 
gefibr  konntei  es  ja  jeder  Geistliche,  Ausdrücklich  bekunden  die  Templer, 
ä»6  sie  zu  einem  Geistlichen  gegangen,  der  die  Vollmncbt  hatte.  Ferner 
l:ommt  es  doch  darauf  an,  nie  der  Beichtvater  diese  angeblichen  Bekeunt- 
nisw  anffasaen  Binfita:  die  Roheiten,  Sodomie  brauchten  doch  als  Häresie- 
artikel  nicht  zn  gelten.  Und  auch  bei  den  andern  brauchten  die  Templer 
ja  nur  zu  beloneu,  daß  sie  gezwungen,  in  Todesgefahr  es  getan  hatten,  wie 
nianche  es  ja  auch  darstellten;  selbst  in  diesen  Fallen  würde  kein  Reservat 
rorliegen.  Ich  meine  also,  daß  in  dieser  Weise  die  UnglaubwQrdigkeit 
nicht  nachgewiesen  werden  kann.  Es  wfire  doch  auch  hSchst  sonderbar. 
^  die  Templer  derartig  an  sich  UnglaubwOrdigea  nicht  bloß  den  Inquisi- 
toren, den  Bischöfen,  sondern  selbst  dem  Papste  im  VerbCr  erzahlt  hatten 
und  dag  dieser  nicht  sofort  sie  daraof  habe  aufmerksam  machen  lassen. 
Uirae  Kreise:  der  Papst,  die  pspstlicbe  Kommission,  die  Inquisitoren  haben 
>nch  diesen  Teil  der  GestHndniaae  für  wahr  gehalten  nnd  darum  auch  keine 
^«iterea  Nachforscbnngen  angestellt.    Die  Aussagen  des  ßeicbtvatera  hatten 

')  D.  Ztsuhr.  f.  Geschwisssch,  1894  S.  2T0  f. 
')  Gatt.  Gel.  An».  1896  8.  634. 


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396  üeilBKcn 

erfolgen  können.  Nneh  Heniior,  l>iträge  zur  .  .  ,  Kompetenz  der  Ketzer 
gencht«  S.  238.  kann  mit  Einwilligung  des  Bck.litcudcD  der  BcicIitTHt  r  in 
Stichen  der  Härenie  Zeugnis  alilegen.  —  Etwas  Anderes  ist  natiirlich  die 
Frage:  Haben  die  Templer  diese  Vergehen  tatRHchlich  gebeichtet?  Da  innG 
ich  mit  Nein  nntworten.  Aber  das  Individuelle  b«i  der  Angabe  der  Üeicht- 
vAter,  des  Ortes  us».,  knnn  dns  auch  erlogen  sein?  Oewifi,  ebensogut  wie 
das  Individuelle  bei  ihren  sonstigen  Aussagen,  Sie  hatten  jn  Zeit  genug- 
sirli  den  Fall  zu  konstruieren.  Sie  konnten,  wie  ich  Rnnehmo,  dnbei  »ti 
irgend  etwas  TatsUcliliches  anknüpfen,  an  eine  Beichte  bei  dem  Betri-ffenden 
oder  ähnlich.  Daß  die  Oefthr  der  Aufdeckung  der  Unwahrheit  nicht  groD 
war,  ist  zuzugestehen.  Wie  sich  ein  solcher  Fall  konstniieren  lieD,  zvigl 
Johannes  de  Folliaco,  der  als  seine  Beichtväter  die  Bischöfe  run  Mcnux  und 
Piiris  nannte:  denen  wollto  er  erat  alles  speziell  gestanden  hüben.  spAter 
sagte  er,  er  habe  in  der  betreffetideu  Beichte  ganz  generell  erzählt,  jemand 
habe  ihn  zur  Verleugnung  des  Glaubens  vcranlatisen  wollen.  Das  sollte 
der  Bischof  noch  wissen?     Oder  leugnen  können? 

Der  zweite  Punkt  betrifft  die  Laienbeichte  bei  den  Templern.  Ancb 
hei  den  Templern  war  wie  hei  den  andern  Orden  das  tägliche  Schuld- 
bekenntnis über  Vergehen  gegen  die  Regel  üblich,  das  natürlich  von  der 
sakramentalen  Beichte  zu  scheiden  ist.  Ob  hier  die  I.aienobem  bei  der 
Absolution  zuweilen  za  weit  gegangen  sind,  oh  sie  die  sakramentale  Formel 
Angewandt  und  die  BrDdcr  geglaubt  haben,  dadurch  von  allen  beksDuten 
und  nicht  gestandenen  Sünden  nbsotviei-t  zu  sein,  war  Gegenstand  hiuflger 
Untersuchung,  besonders  in  England  und  Frankreich;  in  England  stötztaich 
hierauf  zum  guten  Teil  die  Vcrurteilang  der  Templer  als  häresieverdlichti;. 
Während  au»  Spanien,  Cypem  usw.  ganz  klare  Antworten  der  BefrsgleD 
vorliegen,  wonach  sie  scharf  zwischen  beiden  Arten  scheiden  und  einsD 
Übergriff  der  Obern  entschiedenst  leugnen,  lS6t  sich  fQr  die  leiden  andern 
Lünder  die  Snche  nicht  so  völlig  abweisen,  zumnl  wenn  man  erfährt,  dafi 
in  einer  Versammlung  des  königlichen  Rates,  an  dem  doch  auch  «ehl 
Bischöfe  teilnahmen,  Molay  kurz  vor  der  Gefangennahme  Äußerungen  gttaa 
haben  muß,  die  in  dem  Sinne  der  Berechtigung  einer  I.aienabsolution  ge- 
deutet werden  konnten  nnd  die  ihm  nlsbald  als  Häresie  ausgelegt  worden 
sind  ').  Vor  allem  auch,  wenn  man  bedenkt,  daß  auch  schon  etwas  frDher 
von  unbeteiligter  Seite  den  Ritterorden  die  fieig:ung,  sich  des  geistlichen 
Amtes  zu  heni  Mehl  igen,  BuHe  aufzuerlegen  und  loszusprechen  —  doch  im 
sakramentalen  Sinue?   —   vorgeworfen  wurde'].    Die  neueste  Forschnng  hat 

')  Vgl.  Finke  II,  143.  An  der  Tatsache  ist  wohl  nicht  zu  zweifeln. 
Wie  Molay  die  Worte  aufgefaßt  wissen  wollte,  wird  allerdings  nicht  kinr 
zustellen  sein.  Dieses  ist  Klemens  V.  ilberbracht,  er  hat  es  in  seioe 
Templerschreiben  aufg  mm  I  IIJ  329  (in  der  Addition  in  der  freo- 
ztlsischen  Ausgabe  v  R  1 )  h  bt  f  Grund  des  heftige  Anschuldi- 
gungen gegen  Kieme  k       I       II    d    g    die  Tatsache  nicht.  . 

'')   Usnrpant  la  d  t  m     ffi         p    nitentiam  pro  escessibus  in- 

iungentos  et  ciindcin  p  I  b  t        1         I            m     on  siot  eis  clavcs  coinniies«? 


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I)«ilagen.  ä9? 

ia  auch  ergeben,  da£  im  18.  Jnbriiuiidert  in  klösterlichen  Laienkreieen  eine 
gewisse  Neigung  besinnden  hat,  die  Lnienbeichle  über  den  Notfall  auszu- 
dehnen,  da6  itian  ihr  anderswo  auch  in  Falten  das  Wort  rodet,  ,in  denen 
eine  nicht  gerade  zwingende  Notwendigkeit  vorlag"  '). 

I>ea  bat  nun  ein  ganzes  System  liier  konstntiert.  um  nachzuweisen, 
ilaS  die  Laienbeirhto  im  Orden  das  Ursprüngliihe  und  Alleinige  gewesen; 
■ia5  erst  seit  dem  Lateraneosc  die  Kleri herbeichte  hinzugekommen;  und  dafi 
bierin,  da  ihre  Bu&cericilung  viel  laxer  gewesen,  einer  der  Gründe  der 
Deniomlisalion  des  Ordens  liege*).  Diese  Anaicbt  stützt  sich  auf  unbe- 
wiesene, zum  Teil  fnlache  VorausBetiungen,  Ich  kann  der  Frage,  ob 
Laien-  oder  KI erib erbeichte,  unmöglich  die  IJedeutung  Tür  das  Ordensleben 
der  Templer  zusprechen;  zumal  wir  ja  sehen,  do6  das  oltu  Schuldbekenntnis 
im  Orden  noch  bestand ''). 

nee  ligandi  et  solvendi  uti  debpant  potestate.  Vgl,  Döllinger,  Beiträge  zur 
polit.,  kirchl.  und  Kultur-Geschichte  II.  196. 

')  Keeniger,  Die  Beicht  nach  Caesarina  von  Heiaterbarih  (1906)  S.  73. 

*)  Das  bat  auch  nach  iUichelet  I,  448  ein  Templer  getan;  seine  Ana- 
füliruDgen  sind  aber  sicher  nicht  vertrauenerweckend. 

')  Vgl.  I.ca  111  (in  der  franzSalschen  Übersetzung  S.  32älf,).  Dann 
seinen  Artikel:  The  Absolution  formulaof  tbe  Templars,  in:  Papers  of  American 
Cbnrcb  History  Society  Vol.  V  (1893)  p.  37  ff.  Hei  seinen  Zitaten  aua 
Ihomas  von  Aquin,  der  Summa  Astcsaun  und  der  Summa  KoaelU  hat  er 
Siellen.  die  eine  nndere  Ansicht  aussprechen,  übersehen.  Das  stärkste 
Verseben  Ist  ihm  mit  folgender  Stelle  untergelaufen.  Er  zitiert  Johannes 
V..D  Freiburg.  Summ.i  casuum  I.  III  t  XXSIII  queat.  48  (nicht  47i:  Quis 
pofsit  absolvere  Templarins.  Hospttsltirloa  et  alios  religiosos  non  habentea 
prelatom  sacerdotem?  Respondeo  secundum  Raymundum  §  XVllI.  Item 
i|Ui>d  Templarii:  Credo  quod  non  possint  absoivi  a  talibus  prelntis,  cum  non 
liahcant  ordinem  clericalem.  niai  habeant  hoc  de  specinli  Privilegium  sedis 
apostolice?  Dann  weiter:  Hodie  autem  expresBum  est  de  fratribna  Hoapi' 
talis  lerosolimitani.  quod  possunt  a  suis  prioribns,  qni  presbileri  debent  esse, 
absoivi  sicut  reguläres  alii  a  sui.s  prelatia.  Lea  meint,  es  handle  sich  um 
die  ßeichtjtbsolatioii,  wfthrend  es  sich  tatsiichlicb  um  die  Absolution  von 
der  Exkommunikation  bandelt!  Das  würde  er  gemerkt  haben,  wenn  er  die 
Stellen  selbst  eingesehen  hättf,  denn  der  vornufgehende  §  47  beginnt: 
Deinde  qnero,  utrum  reguläres  posaint  abgolvi  n  prelntis  suis  a  cnnone  late 
sentenlie.  Und  g  48  folgt,  dnE  wobl  die  Frioren  der  Dominikaner  und 
Minoriteu  ihre  Manche  absolvieren  künnen,  nicht  aber  die  geistlichen  Frieren 
der  andern  regulären  Orden,  da  sie  nd  nutum  ihres  Vorgesetzten  stehen.  — 
Sie  ganze  von  Lea  nngeschnittene  Frage  bedarf  einer  neuen  sorgfUltigen 
Untersuchung.  Das  Buch  von  J.  Lnurain,  De  Tintervention  des  lalques  .  .  • 
dans  l'administration  de  U  pi^nitence  (1S97|  hat  bierfür  nichts.  —  Salvemini 
bat  in  seiner  Rezension  des  Gmelinscben  Buches  in  Arcb.  stör,  Italinno, 
äer.  V  tom.  XV  p.  22511.  nichts,  wiis  Beachtung  verdient. 


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Vorrefornationsgeschichttiche  Forschungen 

herausgegeben   von  Prof.  Dr.  Heinrich   Fiuke,   Freiburg  i.  B. 

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und  Kultui^eschichte.  XVI  und  250  Seiten.  Preis  geh. 
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ordens.   I.Darstellung.    XVI  u.  898  S.    Preis  geli.  K  Mk. 

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Jeder  Band  wird  einzeln  abgegeben. 
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Aschendorffsche  Buchhandlang. 


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yorreformätionsgeschichtliche 
Forschungen. 


HERAUSGEGEBEN 

VON 

HEINRICH  FINKE. 


V. 

PAPSTTUM  UND  UNTERGANG  DES  TEMPLERORDENS. 

II.  BlID:  QUELIEII. 


VON 

HEINRICH  FINKE. 


MÜNSTER  i.  W.  1907. 

DRUCK  UND  VERLAG  DER  ASCHENDORFFSCHEN  ÜUCHHANDLUMO, 

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PAPSTTUM 

UND 

Untergang  des  Templerordens 

II.  BAND:  QUELLEN. 


D?.  HEINRICH  FINKE, 

O.  PROf  ES80K  1)EK  GESCHICHTE  IH  FREIBUBO  i.  U 


MÜNSTER  i.  W.  1907. 

DRÜCK  UND  VERLAG  DER  ASCHEN  DO  RFFSCH  BN  BÜCHÖANDLUNG. 


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n. 
Quellen. 


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Inhalt  des  II.  Bandes. 

1.  Briefe,  Reden  und  Gutachteo  zur  Geschichte  des 
Unterganges  dei  Templerordens 

ir.  ÄragoDeaische  GusRndtschaftabericbte  vom  sllge- 
meisHD  Eonni)  von  Vieone  sowie  Antworten  des 
KSnigs.     1311  nnd  1S12 

111.  Templerprozesse 

Namensverzeichnis  zu  Band  II 


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Ergiimiiigen  nnd  BeTiohttgangeii. 

a  1  Nr.  1,  H.  de  A.  gefKugen  1288.  Vgl.  Gestoa  des  Chipmin 
S.  287  DDd  810. 

Nr.  3  jetzt  Templar.  Nr.  27. 

Nr.  4  Templar.  87.  Or.  Dat.  in  Dertusensi  inauid. 

Nr.  12  1.  Juni  21  et.  2. 

S.  29  Z.  1  I.  Amanevua  at.  Amaricua. 

S.  39  Z  17  von  0.  I.  faciliter  credere  at.  des  handscbr.  tnctre.  crrdiliter. 

Nr.  29  gedr.  Mönard,  Hist.  de  Niames,  prenvea  p  206  nnd  Dnpu)-, 
Hiat.  dea  Templiera  p.  199. 

Nr.  31  nicht  an  Jnjme  11.     An  wen? 

Nr.  32  anci)  Or.  Templarios  IST.    Darin  ebenfalla  die  Ziffer  XXXVIII. 

Nr,  SS  etwae  spHter  zu  aetzon.  Zti  Anni.  1  S.  50  vgl.  Reg.  ^Ip^ 
mentia  V  Nr.   1783. 

S,  52  Anm,  1  ist  9.  Nov.  ku  setzen. 

S.  57  ■/..  10  mna  Z  8  v.  u.  las  voa. 

S.  62  Z.  S.    Eb  exiatiert  ein  aolcbes  Schreiben  Reg.  140  f.  7T<. 

S.  83  I.  Januar  28  si  21.    Esquivus  al.  Esquinus. 

.S.  88  Z.  12  V.  u    I.  portitorem. 

a.  89  Z.  29  die  LDcke  dar  a  un. 

S.  142  Z.  2  Punkt  vor  et. 

Nr.  91  Bischof  Petrus. 

Nr.  92  Z    2  1.   IS.  Aug.  st.  12. 

S.  184  Z.  3  1.  At  Bt.  Ac. 

8.  -195  Z.  2  V.  u.  1.  veatris  st.  noatris. 

S.  196  Anm.  1.  Die  Liate  vernffentlfche  ich  nicht,  dn  sie  sich  ^^ 
Aem  Reg,  Clementis  V  findet. 

S.  202  Z.  5  I.  escriu. 

ß.  219  Z.  14  V.  u.  I.  3:. 

S.  224  Z.  11  V.  u.  1.  BomarduB. 

S.  227  Z.  16  1.  Guilelmua  et   Gaston.  (Auch  228) 

S.  245  Z.  10  V.  a.  eher  ModioB. 

S.  274  Z.  12  1   temeu  et.  tomen.    Z.  16  rerneni  richtig. 

S.  275  Z.  8  T,  u.  1.  Romeu. 

S.  280  Z.  8  V.  n.  I.  lo  st.  to. 

Nr.  148.  Vgl.  Bog.  Clem.  V  Nr.  3629, 80  die  Abweichmg« 
S.  304  Z.  7  Acaden  richtig, 

S.  S09  Z.  1  1.  Evurcio;  ebenso  8.  812  Z.  14  v.  n, 

Nr.  151  wohl  Öayeus, 

S.  316  ob  Donadei  at.  Douaderi?    HS,  eher  deri. 

8   821  Z.  4  V.  Q.  I.  Alneto. 

S.  831  Z.  19  wohl  Pontivi. 

S.  844  Z,  8  V,  u.  I.  magni  preceptoris  Frov.  locUm  tenentem- 


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L  Briefe,  Reden  und  Gutachten 
zur  Geschichte  des  Unterganges  des  Templer- 
ordens. 


].  KSnlg  J«jme  IL  Ton  Hldlt«!  «d  itn  OroBmelst^r  der  Templer 
Wilhelm  von  Beai^eD ;  ttb«r  di«  Gchiifeiiiiahme,  Leiden  und 
Befreiung'  des  Templers  Hug«  von  Ampurliis;  die  schlimme  La^e 
des  h.  Lande«;  Über  seinen  Wunseb  und  «eine  BemUhnnKen,  mit 
dem  Papst«  (Nikolaus  1V.>  sn^esShut  zu  irer^en.   <128ft— ]2»1.) 

Jacobus  Dei  gracia  etc.  Giiillelmo ')  de  Belliaco «  etc. 
Magnitudinis  *  veslre  liUeras  gratanter  recepimus  et,  que  ipsa- 
rum  continebal  series,  pleno  colleginius  intellectu.  Super  eo 
auteni,  quod«'  miserabilem  captionem  nobiiis  Tratris  Hugonis  de 
£mpurio,  vestri  ordinis,  devott  nostri,  qui  captus  extitit  in  Tre- 
politano ''  conflictu  et  Soldani  *)  carcere  detinetur  quodque  pro 
lil)eratione  ipsius  interponeremus  efficaciter  partes  nostras:  vo- 
bis  rescribimus,  quod  de  ipsius  captione  suique  maceratione 
carceris  turbamur  et  benigne  conipatiniur.  Pro  cuius  liberationc 
aput  eundem  Soldanum  cum  nuncio  et  Ittteris  nostris  laborare 
nostra  aerenitas  non  obmitet.  Debilem  autem  et  gravem  sta- 
tum  Terre  Sancte  et  dicli  Soldani  enorniitatem  orribilem,  quem 
nobis  misse  vestre  littere  continebant,  tanto  molestum  et  gra- 
vem reputamus  et  gerinius  lantoque  christicolis  ibi  degentibus 
benigne  compatimur  et  humiti  corapassione  prenioniti  eorum 
Processus  et  actus  ad  meliorationis  statum  dcbituni  cupimus 
reformari,  quanto  pei-ditionis  fllius  superbie  comua  in  ultunt 

a  So  statt  Belliioco.        b  magnitunia.        c  Fehlt  ein  Wort.        il  So. 

')  Der  drittt«tEte  Templergrofimeister, 
')  Soltau  Kelsvun  oder  Malek  b1  usclimf  von  Ägypten, 
Fiak*,   PkpattDin  und  Untergkug  dos  TamplHTordena.    11.  1 


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i  Briefe,  Redeo  and  Gutachten. 

erigens  nee  considerans  omnipotentem  superbis  obstare'  dm 
etiam  contetitus,  quod  terras  et  loca  ipsarum  parcium  Christiane 
ditioni  subditas  sue  subiecit  dominio  pravitalis, /"  unicam  teirain 
Acon  totis  viribus  conatur  invadore  et  in  tantum  inier  cbri- 
stianos  gravis  et  discriminose  guerre  regnat  perplessitas,  quod 
predicte  terre  succursus  et  subvencio,  que  ordinari  possei  in 
brevi,  ab  eorum  oculis  dignoscitur  aliena,  nee  curant  terram 
rediniere,  quam  orbis  condilor  proprio  5?anguine  consecravil, 
Et  o  utinam  placeret  sanclissimo  patri,  doniino  summe  ponli- 
flci  nos  ad  sue  gracie  pietalis  et  misericordie  sinum  ctemenler 
admittere!  Cuius  obtenta  gracia  felicium  predecesäoruni  nostro- 
rum  iinmilantes  vestigia  in  Terre  Sancte  subsidium  potenler 
et  magnanimiter  transirenms.  Super  quo  gratf  .  .  .  inten- 
C'ionis  noslre  proposituni  vestram  non  latent  noticiam  et  publica 
fama  laborat.  Et  olim,  immo  pluriei^  pro  ipsius  oblenlu 
gratie  ad  prediclum  dominum  summum  pontillcem  noslros 
soilempnes  ambasalores  et  nuncios  non  destiUmus  destinare. 
Dat.  etc. 

Barcelona,  Archiv,  TemplarJus  Nr.  83.  Gleichzeitige  Anaferiigiing 
Papier.  Die  EretDrmuDg  von  Tripolis  fand  1289  atatt ;  die  Erobening 
AkkoDS  stand  bevor.  Deshalb  die  Dntierong.  Jayrne  II.  war  damals  K5nig 
von  Sizilien  und  als  solcher  mit  der  Kurie  zerfallen.  Über  aoine  AassSb- 
nungsverancfae  mit  Nikolans  IV.  und  Kr^uzzugeprojekte  werde  ich  spUer 
die  Quellen  veröffentlichen.  Der  vornehme  Gefangene  gehört  einem  vielg^ 
nannten  katalaniecfaen  Geschlechte  an.  Er  wurde  tats&chlich  be^it,  wie 
auB  folgendem  Dankschreiben  (App.  gen.)  des  frater  Hugo  de  KmpDriis  or- 
dinia  milicie  Templi  nn  den  KDnig  Jayine  11.  hervorgeht;  .  .  .  Quit,  poet. 
quam  domians  me  a  carcere  liberavit,  hoc  apecialius  peruptavi  et  ob  boc 
ad  partes  istas  traosfretavi,  ut  peraonam  iltustrissimam  vestram  corporeis 
oculie  visitarem  tanquam  illam,  quam  scmper  nateraliter  dilexi :  quod  ani- 
mus  afectat,  corpus  non  permitit,  ut  ad  presenciam  vestram  personaUlet 
accedam,  quia  vexatua  debitia,  que  tnutoo  acMpi  pro  deliberacione  mei, 
habeo  teuere  hoatagium  in  hac  terra.  Alias  nullus  me  tenaiaset,  qain  ad 
vestram  presenciam  avcessissero,  set  predicta  de  causa  roageetaa  regia  du 
teneat  excusatum  .  .  .  Dat  Barchinone  feato  beati  Laurencii.  Or.  Fap.Sep. 
Auch  über  das  interessante  Kapitel  der  politischen  oder  diptoroatiachen  Ge- 
fangenenbefreiung  aus  mohammedanischen  Händen  hoffe  ich  apiter  Hateriil 
veröffentlichen  zu  können. 

e   obstere,  /  DIo  verderbte  Stelle  subiecü  dominio  pravitati  bäte 

ich  so  geündert.  ß   Lücke  fDr  anderllialb  Wörter. 


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Nr.  2.    Uai   14  (Anfiing  des  14.  .III).     Hr.  3.    ()301)  Kovember  8.        9 

i.  (Mrasmeister  Bennfar  de  Cardon«  bd  den  Komtur  tqd  Peiil«- 
Fol«:  Etn  Sarozeue  hat  Ihm  ^kla^,  daß  er  seine  grefanf^ne 
Tochter  Ton  Jaeme  Pddh  loskanfeu  nollte  nud  tod  den  verlang- 
ten 460  BOl.  400  gezahlt  habe.  iBzirlsehen  sei  seine  Toebter 
t'hrfatin  feiTOrden  nnd  nun  irolle  Ibm  Jaeme  die  400  sol.  nieht 
zarttekiaUen.  Befiehlt  fUr  Gerechtigkeit  zn  sorgen,  damit  der 
Sarazene  nicht  TOn  einer  Recht« rerletznng  sprecben  k^nne. 
Barcelona  Mal  14  (Anhng  des  14.  ib.). 

Frare  Berengar  de  Cardona  de  les  cases  del  Temple  eti 
Arago  et  en  Gatalunya  humil  maestre  et  visitador  genera)  en 
Espanya  al  religiös  et  honest  frare  Arnaut  de  Banjuls,  come- 
nador  de  Paniscola,  salutz  et  bona  amor  cn  Ihesu  Christ. 
Fem  vos  saber,  que  Abduzalem  el  causseri  Sarray  es  vengut 
devant  nos,  claman  merce,  que  diu,  quen  Jaeme  Pons  de  Pa- 
niscola avia  una  sua  ßlla  a  cativa,  que  avia  nom  Fatinia,  de 
la  quäl  filla  sua  el  fe  avinenca  ab  lo  dit  Jaeme  Pons,  que  la 
roeraes  per  CCCCL  sol.  de  Bar^alones  et  pagalin  encontinent 
los  CCGG  sol.  et  dementre,  que  percassava  los  L  sol.,  la  dita 
Ulla  soa  se  fo  feyta  crestiana  et  axi  el  demana,  que  li  retessen 
los  dilz  CCCC  sol.  et  diu,  que  nols  hi  volen  retre.  Per  que 
nos  vos  deym,  que  al  dit  Sarray  fassats  fer  compliment  de 
dret  et  de  raho,  en  tal  manera,  quel  dit  Sarray  no  pusca  dir 
ab  Verität,  que  el  troba  en  nos  desfaliment  de  dret.  Dades  a 
Bar^aiona  XIIII  dies  dins  maig  a  la  entrada. 

Barcelon«,  Archiv,  Templarios  Nr.  83.  Or.  P»p.  Bsp.  Derartige 
Kecblsverhaitnigse  und  -Streitigkeiten  kommen  in  den  nriigOResisclien  IVmpler- 
Witznogen  Öfter  vor. 

3.  UroBmeist^r  Jakob  Ton  Molay  an  KSuIg  Juyme  II.  von  Aragonien : 
Neuigkeiten  aus  dem  h.  Lande;  Belagerung  ton  Tortosa.  Nfino- 
Unra  (ISOlt  NoTember  H. 

Illustrissimo  et  potentlssimo  domino,  domino  Jacobo  Dei 
gracia  regi  Aragonum  dignissimo  frater  Jacobus  de  Molay  Dei 
gracia  pauperis  nilücie  TempJi  magister  humilis  saluteni  et 
paratam  ad  cuncta  beneplacita  voluntalem.  In  audiendis  nova 
prospera  vestri  Status  anxiis  alTectibus  coUdie  laboramus.  Ea 
fffopter  dominacionem   veslram    iusla"  posse  deprecamur,    ul, 

a  So  Or. 


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4  Briefe,  Reden  nod  QntacbteD. 

si  qua  facere  possimus,  que  sint  dominacioni  vestre  placencia, 
nobis  voslris  litteris  iniungatis,  cum  simus  parati  vestris  bene- 
placitis  totaliler  obedire.  Et  quja  credimus,  quod  de  novis 
partium  Terre  Sancte  cupilis  informari,  vobis  tenore  presen- 
tium  duximus  enarrandum,  videlicet  quod  rex  Ermenie  misit 
r^  Cypri  suos  nuncios,  qui  dixerant,  quod  dominus  rex  Her- 
menie  interlexerat«,  quod  Casanus  erat  ad  presens  ad  partes 
terrarum  Sordani "  venturus  com  "  multitudine  Tartaroruni.  Et 
nos  predicta  scientes  ad  presens  intendimus  ad  insulam  Tor- 
tose, ubi  noster  conventus  stetit  com "  equis  et  armis  toto 
hoc  anno  presenti,  qui  in  frangendo  casalia  et  capiendo  homi- 
nes  Saracenos  et  eos  depredando  multa  dampna  intulit  Sara- 
cenis.  Et  nos  ibidem  stetimus  et  stabimus  Tartaros  attenden- 
do.  Ea  propter  dominacionem  vestram,  quam  dominus  Deus 
noster  in  statu  prospero  conservet,  roframus  quam  plurimum. 
ut  nostras  domos  et  fratres  dignetur  habere  in  sua  gracia  com- 
mendatos.    Dat.  Nymocii  VIII.  die  Novembris. 

Archiv,  B&rcelDn&,  App.  geo.  Kr.  27.  Or.  Pap.  Ssp.  Der  Verlust  dn 
Insel  TortosA  fand  im  Oktober  lS(t2  statt.  Damm  wird  oben  das  Jahr  1301 
anzunehmen  sein. 

4.   Fr.  Bemsrdns  Gnillelml  Dentenzm,  ordlnh  hospItAlls  Banetl  Jehanib, 

«n  König  Jsyme  II.  toh  AraRenlen :    Über  seine  Fahrt  iim  h. 

Limde,  Sieg  and  weiter«  PIHne  des  TutarenllrBteii  Cisan  geg» 

den  HgyptlBehen  Snltan,  SelilEderang  der  Lagt  bei  Tortosa,  ttb« 

die  Ritterorden,  sein  EintriU  bei  den  Hmpltalltem.    (1301  0 

Purissime  devocionis  integritas,  qua  ei^a  Terrani  SanctaiQ 

a  longo  tempore  citra  accensi  noscimur,  cuiusmodi  devocionem 

nisi   sumus  pro  viribus    iisque  ad  diem  hodiernam  perrectioni 

dare,  in  Terram  Sanctam   venire  nos   monuit  et  induxit    In 

Ciprum    itaque  cum   omnibus  nostris  rebus  venimus  sospitate 

nobis  comite  per  Dei  graciam,  opinantes  statum  Terre  Sancte 

aliter,  quam   fecerimus,   reperire.     Verum    certum   fuil,   quod 

Casanus    venit  anno    preterito    in   terra  paganismi    et  iniens 

bellum    cum  Soldano    perfldo    et    aliis   magumeticolis   de  eis 

strage  facta  inmani  per  Dei  graciam  viriliter  triumphaviL  Quo 

facto  Casanus  rediit  et  eius  sequaces  post  eum,  Quliuni  castrutn, 

n    So  Or. 


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Nr,  4.    (ISOl?)  6 

vitlain  vel  fortalicium  capiendo.  Quinimmo  post  regressum 
ipsonini  plebs  scelerata  sibi  totam  terram  breviter  occupavit 
el  eam  tenebat  et  possidebat  in  presentium  factione.  Casanus 
autem,  qui  fuit  in  terra  sua,  myt  plures  nuntios  suos  in  Ci- 
|Hiini  illustri  regi  Cipn,  magistris  Hospitalis  et  Templi,  eis 
signiflcans,  quod  esset  in  terra  infidelium  filioruin  Isinael,  qui 
ilicitur  vulgariter  Chem,  per  totum  mensem  Novembris  proxime 
retro  lapsutn.  Et  quod  Christiani  pararent  se  venire  ad  eum 
cum  toto  conatu  suo  et  ipse  eis  redderet  terras  et  loca  a 
ChristianJs  inhabitari  sollta  et  ultra  eos  graciis  amplioribus 
confoveret.  Quod  christiani  audientes ,  arbitrantes  prodicta 
iiiaiorem  fructum  et  duiciorcni  dirisliano  parere  populo,  pa- 
raverant  se  et  venerunt,  videlicet  egregius  vir  dominus  Tiren- 
sis,  frater  illustris  regis  Cipri,  de  mandato  suo  cum  quantitate 
nimia  gentium,  armorum,  magister  noster  Hospitaits  cum  toto 
passj^o  suo,  quod  fecil  pulcnim  et  honoratum  valde,  et  cum 
gentibus  suis  Cipri,  et  m^ster  Tempil  cum  toto  conventu  suo 
et  pulcris  aliis  gentibus  venerunt  ad  Dertusensem  insulam  vi- 
cinam  solo  solido  sancto  duobus  miliaribus,  a  qua  insula  se 
transvexerunt  in  terram  firmam,  magnis  se  tradentes  periculis 
et  casibus,  ubi  morantes  viginti  quinque  diebus  et  pluribus, 
cum  quibus  morali  fuerunt  in  confectione  presentium  tarn  in 
insu)a  quam  terra  ßrma  quatuor  mensibus  et  plus.  El  adhuc 
ibi  sunt  ipsius  Casani  adventum  cotidie  prestolando.  Ibi 
enim  plura  amiserunt  et  vastaverunt  de  amesiis  suis  pro  forti 
jeme,  que  ibi  viguit  isto  anno.  Nosque  cupientes  exequi 
pro  viribus  nostre  menti^  conceptum  predictum,  venimus  ad 
predictus  dominos  ad  ipsam  insulam,  ubi  in  horum  scriptione 
diu  degeramus  in  «liorum  fidelium  comitiva  ...  De  domi- 
bus  Hospitalis  et  Templi  et  earum  magistris,  specialitcr  a  nia- 
gistro  nostro  Hospitalis,  qui  nobis  plures  fecit  curialitates,  amo- 
res  et  gracias,  nos  possumus  plurimum  collaudare  .  .  . 

Er  ist  in  den  HMpitaliterori]«n  «ingetreteo,  hat  spin  TeetameDt  vor 
dem  Weggehen  atu  Aragouien  gemocht  und  bittot  den  KSoig.  beide  Dinge 
u  genehmigen. 

BkrceloDA,  Archiv,  App.  gen.  Nr.  8.  Or.  Pap.  Ssp.  Ea  kaoo  eich  hier 
wohl  nur  am  das  Ende  des  Jahres  1301  oder  um  Anfang  1302  handeln.  Aua 
Ddaville  le  Bonlz,   Cartulaire  de  l'ordre  des  Boapitaliers  IV,    I    Nr.  4779 


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6  Briefe,  ßod«n  nad  Gutachten. 

und  4780  vom  22.  Dezember  1307  erfahren  \TJr  von  Bainer  Aufnahme  unter 
Wilhdm  von  Villaret  (13Q0~1305},  Bejnem  Tode  und  seinem  Testament. 
Aus  allem  geht  hervor,  daä  Bemardus  Guillalmi  de  Eutenza  emt  in  allen 
THBen  Hoepitaliter  geworden  ist 

5.  BlMhof  PelruB  fon  Lerid«  >■  KSnlf  Ja^me  D. :  Kl^eu  über  dir 
VeriTfItitnngren  nnd  Brandlefun^n,  irelehe  dt«  KrairoDMiaftn 
Terapl«r  Kegen  Ihn,  seine  Kirche  nnd  §elne  Unterfebenen  M 
erlauben.    Leilda  (Xutmng  des  14,  Jh.)  22.  September. 

Serenissiino  ac  magnilico  principi  domino  Jacobo  Dei 
gracia  r^i  Aragoiium  .  .  ,  sancte  Romane  ecciesie  vexillario, 
animirato  et  capitaneo  generali  PeLrus  Dei  gracia  Ilerdensis 
episcopus  salutem  cum  reverencia  et  honore.  lam  vestre  re^f 
magestati  nuper  scripsisse  recolimus  graves  inturias  et  offeDsas, 
quas  fratres  Tempil  nobis  et  llerdensi  ecciesie  contra  ius  el 
iusticlam  Intulenint.  Et  hiis  non  coDtenti  mala  peioribus 
infferre"  non  desinunt.  fncessanter  nam  congregata  IHtnim 
niilitum  et  peditum  multitudine  in  exercitibus  mandalis  publice 
et  indictis  cum  armis  el  manifeste,  ymmo  notorie  de  die  in 
diem  nobis  et  ecciesie' llerdensi  et  hominibus  locoruni  noslro- 
mm  danipna  inferunt,  quanta  possunt :  incidendo  et  talando 
arbores,  imnutendo"  ignem,  destruendo,  frangendo  et  combureo- 
do  molendina,  domos  et  hospitia  nostra  [et]  >>  nostrorum  ho- 
minum  predictorum  sine  aliqua  iusta  causa.  Et  quia  venera- 
bitis  Bernardus  de  Fonoyllario,  consiliarius  illustris  dotnini  in- 
lantis,  quem  Bemarduin  nos  suspectum  habemus,  et  non  sine 
causa,  pro  eo,  quia  tenel  quandam  castetaniam  de  ('elma  pro 
Templariis  et  habet  aliquos  consanguineos  in  Tempio,  proul 
nobis  dictum  est  per  aliquos  fide  dignos,  dirigit  cum  ipso  do- 
mino infantc  ad  vestre  dominacionis  presenciam  gressus  suo^ 
et  timemus,  ne  forte  ad  inrorniandum  vos  in  isto  facto  pro 
Templariis  et  contra  nos  vestre  serenitati  ducat  aliqua  propo- 
,nenda:  ideo  excellencie  vestre  supplicamus,  quatenus,  si  vestre 
doniinacioni  loquitur  de  predictis,  fidem  vobis  super  ipsis  non 
placeat  adhibere,  .  .  .  set  venerabilis  et  discretus  Natalis  Rai- 
nerii  ...  et  aliqui  etiani  de  consilio  dicti  domini  infanlis 
potenint  dominacionem    vestram   instruere,   .  .  .  quia  persone 

a    So  Or.  b   Fehlt  Or, 


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Nr.  5.  (Auf.  d.  14  Jh.)  22.  Sept.  Nr.  6.  (1302t  Febr.  18.  Nr  7.  (1305)  Dei.  9.     7 

sunt,  que   pro   nobis  vel  Templarüs  noii  devjarent  a  tramite 
verilalis  . .  .     Dat.  Herde  X.  kalendas  Octobris. 

Bftrc«loiiB,  Archiv,  App.  gen.  Nr.  5,  Or.  Pap.  Sap,  Bischof  Petrus 
regiert  von  1299—1308.  Bemord  de  Poaojllarjo  ist  ein^r  d«r  bedeutendäton 
Staatemknner  Jitymes  II.,  mehrroch  nach  Gesandtor.  Vgl.  ant«n.  Er  war 
Slellrertreter  des  alte8t«n  Sohnee  des  Königs.  B.  Petrus  gehSrt  zu  den 
HdoptkorreepoDdenten  des  Königa,  als  die  VerfolgDug  bsgann, 

6.  Paput  Bonibz  Tin.  ladet  den  General  riBltator  dei  Templerordeus, 
Hiifo  de  Peraiido,  nneh  Bern  ein.    Latenui  <1S02)  Febrau-  1^. 

Bonifacius  episcopus  servus  servorum  Dei  dilecto  ßlio  fratri 
Hugoni  de  Prato,  visitatori  generali  ordinis  milieie  Tempil  in  par- 
libus  cismarinis,  salutein  et  aposlolicam  benedictionem.  Cum 
presencia  tua  indigeanius  ad  presens,  volumus  et  per  aposto- 
Itca  scripta  in  virtute  obediencie  dislricte  precipiendo  manda- 
mus,  quatinus  usque  ad  festum  resurreclionis  dominice  proxinte 
fulurum  ad  tardius  ad  nos  personaliter  te  conrerre  procures, 
prosecuturus ,  que  tibi  duxerimus  iniungenda.  Dat.  Lateraiii 
Xll.  kalendas  Marcii,  ponlificatus  nostri  anno  octavo. 

Paris,  Bibliothäqae  nat.  Cod.  Lat.  10919  f.  34.  Wie  ans  den  beiden 
bei  Dapay,  Biet,  du  differend  d'entre  Boniface  VIII.  et  Philippe  lo  Bei  p,  BO 
u.  H2  gedmckten  Briefen  hervorgebt  (Briefe  nn  den  Herzog  Robert  von  Bur- 
gand  seitena  des  Kardinalprieeters  Robertus  s.  Poteotiane  und  des  Eardin^' 
diakons  Hatteo  Roasuj  iat  das  Schreibon  an  beide  per  religioaum  virum 
fratrem  Hugonem  Depotem  visitatoris  Tempil  im  Sommer  1302  Uberbraclit 
worden.  Dna  iat  der  später  geflohene  Templer  Hugo  von  Chalons.  Von 
eiTiein  Aufenthalte  des  Grofivisitatore  in  Rom  verlautet  nichts.  Nach  seiner 
StelluDg  za  Philipp  d.  Scb.  im  Jahre  darauf  darf  mau  wohl  sein  KernbloibeD 
VDQ  Rom  aonehmen. 

T.  Der  kg'l.  PrDknnit«r  Jobaaaeit  Bargnndl,  Sakristau  tob  Hallorea, 

and  Gondlssalvas  ßarmle  an  Kitnl?  Jayme  II.:   UnmSgl  Ich  keif, 

elae  Avdleaz   bei  FapHt  Clemens  V.  zu  erhalten.    Endlich  for- 

gelaseen,  dürfen  sie  nur  Hber  die  An^lefenhelt  mit  Philipp 

den  Sehflnen  reden.    Ihre  Pelitlonea.    Be«nehe.    Philipp  d.  tjeh. 

vermag:  alles  iiei  Clemens  V.    Seine  Kardinal  akandldaten.    Lyon 

(130&)  Dezember  9. 

Sie  kounteu  nicht  schreiben,  weil  sie  immer  auf  Cnterredong  mit  dem 

Papat  warteten ;  sie  kannten  trotx  Drängens  keine  Audienz  erhalten.    Sonn- 

t*e  frOh  sandte  der  Papst  Etoten ;   trotzdem  ging  es  nicht,    er  verschob  es 

luT  den   folgenden   Tag,    Montag,    dann    St.    Nikolaus.      Da    kamen    sie    in 

Bptier  Nsdit  an  (de  nocte  mnltum  tarde) : 


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8  Briefe,  Reden  und  GntatditMi. 

.  .  .  Antequatn  aliquid  diceremus,  dixit,  quod  propter 
n^ocia  regis  Francie  noii  potuerat  nos  videre  et  quod  io  cra- 
stiniim  bene  mane  redireinus  et  audiret  nos  et  quod  portaremus 
procuratoriuin,  quod  habebamus  super  facto  r^is  Francie. 
Quod  et  Tecimus.  Et  tarnen  eum  videre  non  potuimus,  donfö 
fuit  nox  adeo  magna,  quod  comunis  hora  erat  ad  intranduni 
lectum.  Expectabainus  enim  pro  eo,  quod  miserat  DObis 
dicendo,  quod  [non] "  recederemus.  Et  tarnen  ...  *  dixit  no&is, 
quod  non  loqueremur  sibi  de  aliquo  alio  negfocio  nisi  hoc  sohiiii. 
in  quo  statu  erat  et  reraanserat  negocium  [domini]«  r^ 
Francie ')  .  .  .  Et  cum  peticiones  .  .  .  sint  impedile,  .  .  .  yo- 
luimus  ei  dicere  explicite  et  nullo  modo  voluit  audire,  quia,  ut 
dixit,  nullo  [modo] " 'posset  applicare  animum  ad  aliquid,  dum 
ista  negocia  regis  Francie  tractabat,  quousque  essent  totalitär 
expedita.  Diximus  ei  ,  . .  [de]  cardinaintu  et  archiepiscopatu.  *) 
Et  respondit,  quod  bene  recordabatur,  quod  rogaveratis  eum  el 
[quod]  "  responderat  vobit^,  quod  tunc  non  erat  locus,  sed  suo 
loco  et  tempore  recordaretur  et  quod  fueratis  content)  de  sua 
responsione.  Et  tum  surrexit  pedes  et  dixit,  quod  recede- 
remus ....  Peticiones  autem  predicte  impedite  sunt,  quia 
in  responsione  eius  domini  pape  super  decima  est  ita  signatum: 
Fiat,  exceptis  exeniptls  etc.  De  dispensacione  duarum  ßlianun ') 
vestrarum,  quia  verbo  fuit  petita,  non  est  ibi  scripta  respoDSto, 
alia  p[etic]io  super  facto  Alexandrie  *)  pro  eo,  quod  vos  petitis 
adiungi  de  iam  absolutis,  non  expeditur  adliuc  .  .  .  Opinio 
est  multorum,  quod  rex  Francie  tenebit  hie  festum  ')  .  •  .  Labo- 
rabimus, quod  .  .  .  pi^ticiones  expedianlur  cum  papa  per 
aliquem  cardinalem,  si  invenerimus,  qui  de  hoc  sibi  loqui  Teilt 

a   Erginzt.  b   Loch  im  Papier  fDr  1  Wort. 


')  EhepiHne  und  Streitsache  wegen  des  Tal  de  Arui.  Darflber  in 
einer  spfttern  Veröffentlichuag. 

')  Jnjme  II.  hat  die  Bitte  nm  einen  nrogonesiachen  Kardinal  immer 
wiederholt. 

')  Betrifft  HeiratediapenBc  fQr  beide. 

*)  Betrifft  daa  Verbot  der  Ausfuhr  nach  Alexandrien  und  gewiw 
Dispense. 

')  Weihnachten. 


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Nr.  7.    (1305)  Detember  9.    Nr.  8.    {1305)  18.  nnd  23.  Dezember.      0 

et  audeat  Dux  Calabrie^)  nondum  venit,  neu  creditur,  quod 
veniat  rege  Francie  hie  existente.  Et  archiepiscopus  Arelatensis, 
qui  venerat  ad  curiain ,  recessit  hitic  et  ivit  ad  eum  .  .  . 
NoQcii  rcgis  Castellc  nichil  breviter  expediverunt  aec  iiiduc- 
cioues  et  informationes  nostrc  vel  sue  aliquid  profuerunt.  Sed 
isla  fuit  finalis  responsio,  quod  ipse  erat  occupatus  circa  n^ocia 
regis  Francie  multipliciter  et  ideo  non  poterat  intendere  istis, 
sed  dtxit,  quod  recederent  dimisso  hie  uno  ex  se.  Sed  non 
credimus,  quod  faciat  intencione  benefaciendi  seu  procedendi 
in  dicto  negocio.  Et  sie  recedunt  [hinc]"  dimisso  archidiacono  de 
[Majidrit,  qui  est  infirmus.  Et  penitet  eos  venisse  sicut  et 
nos,  quia  non  possetis  credere  mutacionem,  que  est  in  curia. 
De  rege  Francie  communis  habet  vox  et  credimus  esse  verum, 
quod  Taciet,  quidquid  vult.  Et  etiam  ad  eius  instanciam  ßent 
aliqul  de  suis  cardinales  in  proximis  quatuor  temporibus,  [ut]  " 
dicitur.  De  quibus  predictis  est  magna  ad[ro!r]''acio  apud 
multos  et  apud  aliquos  turbacio.  Et  ut  breviter  loquamur, 
nichil  fiet  hie  iuxta  morem  solitum  .  .  .  Dat.  Lugduni  die  iovis 
post  festum  beati  Nicolai. 

Barcelona,  Archiv,  CRD.  Nr.  4S88.  Or.  Pap.  Bsp.  Mit  vielen  l.ilchern. 
Von  der  Hand  dea  Johaonea  Burgnndi,  dea  wichtigsten  Bericbteratattera 
T<Hi  der  Kurie  neben  Vidal  vnn  VillnnoT«.  Über  ihn,  der  auch  ein  Gedicht 
an  Bonifaz  VIII.  verfaßt  hat,  irerde  ich  Ausführlicheres  in  einer  apitteren 
Publikation  bringen. 

8.    GondiMalbua  Oanle   und   d«r   Btikristan    Ton    Mallorca   (JohanDen 

Bnr^adl)  nn  KJhilg  Jafme  II.:  Andlenzen  bei  Clemens  V.    Anf- 

entbalt  des  KOnIgs  ron  Frankreich.    EmennnnK  der  KardfnKle. 

Lj«a  (1305)  18.  nnd  23.  Dezember. 

I.  Sie  sahen  den  Papst  am  Tag  ncich  S.  Nikolana,    dann  nicht  mehr; 

Kardinal  Napoleon  (Oreini)  sprach  wegen  der  Petitionen  mit  ihm  (Zefantft'age 

und  Diapenaatioa  fttr  die  2  Titchter  Jajmea).     Der  I'apat  antwortete ;  quod 

non  reeordabatnr  .  .  . 

Rex  Francie  recessurus  est,  ut  communiter  et  pro  certo 
didtup  a  suis  consiliariis,  die  lune  proxime  futura  .  .  .  XX 
dies  sunt,  quod  de  termino  in  terminum  dicitur  etiam  a  con- 

a  Brg&nzt. 


')  Robert,  der  apBtare  KOnig. 


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10  Briefe,  Reden  und  Outachten. 

sitiariis  suis:  Rex  Fraiicie  recedel  hinc  ad  III  vel  quatuor  dies. 
Et  forte  hoc  non  fiebat  sine  magisterio,  ut  negocia  sua  cum 
papa  cicius  expedirentur  .  .  .  Creavit  autem  idem  dominus  papa 
duodecim  cardiriales  die  martis  proxinie  preterita  et  in  sequenÜ 
tunc  die  mercurii  publicavit  eos  .  .  .  Adhuc  non  assignavit 
eis  litulos.  Rex  Francie  iam  ante  dederat,  ut  pro  certo  et 
coinniuniter  dicitur,  vicecomitatum  de  Lomanya  domino  Arnaldo 
Gai-sie  del  Got  fratri  domini  pape  et  suis  .  .  .  Dat  Lugdimi 
die  sabbati  ante  festum  beati  Thome  apostoli. 

II.  ...  Rex  Francie  nondum  recessit  binc,  imo  ten^üt 
htc  festum  nalivjtatis  domini  et  tunc  facict  milites  Galardnm 
frati'em  domini  pape  et  Berlrandum  eius  nepotem.  Nos  i^tur 
videntes  nos  delusos,  sicul  in  aliis  terminls,  deliberavlmus,  quod 
procuraremus  habere  ingressum  ad  papam,  quod  cum  suma« 
diflicu)tate  obtinuimus.  Et  ita  eri  satis  tarde  intravimus  ad  eum 
.  .  .  Dux  non  est  hie  .  .  .  Dicitur  esse  in  Provlncia  .  .  . 
Dat.  Lugduni  die  iovis  ante  festum  nativitatis  domini. 

Uurcelona,  Arcbiv,  CBD.  Append.  gen.  Nr.  85  nnd  84.  Or.  Pap.  Ssp. 

6.  Der  Snkrlstflii  roii  Maltore«  an  KSntg  JHf  me  II. :  Reise  des  Papstes 

nnr  In    Be^leltnns  der  Seinen.    BetseplSne.    Ljou  (1306)  Fe* 

bruar  1&. 

Iam  alias  vestre  r^ie  celsiludini, "  serenissime  princeps, 

statum    huius  curie    significavi    et   in  quo  statu   litere  super 

graciis    vobis  a   domino  papa  concessis  facte  erant. ')    Nunc 

autem  vestre  regie  magestati  signißco,  quod  dominus  papa  die 

dominica  proximo  preterita  de  quodam  loco   vocatus  saactus 

Genesius,  ubi  aliquamdui  fuerat,   ivit  et  transtullt  se  ad  quen- 

dam  alium  locum,  nominatus  (?)  sanctus  Sirus*),  insciis  et  ^o- 

rantibus  onmibu&  cardinalibus,  suis  exceptis.  ^)    Ego  autem,  dum 

illuch   iret,    posui   me    in   via.     Kt  interrogavit  me,  si  eraot 

Jitere  expedlte,   cui  dixi,   quod  non.     Inde  spero,   quod,  ante- 

,1    So  Or. 

')  Dieses  Schreiben  scheint  nicht  mehr  vorbuiden  zu  sein. 
-)  Der  Ort  heifit  in  den  (legeslen  Oeraena'  V  a.  Ciricos:  Z.  6.  Xr. 
221  nrknndet  er  dort  am  19.  Februar. 

*)  Das  heißt,  die  vier  Kardinale  seiner  Verwandtschaft. 


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Nr.  9.     (1306)  Februar  15.    Nr.  10.    (1306)  Mai  23.  11 

quam  receilat  totaliter,  eas  faciat  espediri.  Quod  si  foceril, 
est  intencio  mea  ad  presenUam  mageslatis  vestre  venire  et 
iiteras  ipsas  portare,  nist  aliud  mandaretis.  Nee  enim  necessi- 
tatem  aliquam,  imo  nee  utilitatcm  video  in  sequendo  papam 
per  Her  suuni.  Potero  ergo  ivisse«  ad  presenciam  vestram  el 
inde  Bui-degalam,  antequani  dominus  papa  sit  ibi.  Nee  enim 
credilur,  quod  infra  duos  menses  sit  ibi.  Alia  non  sunt  nova. 
Dat.  Lugduni  XV  kalendas  Martii. 

Harcelona,  Arcbiv.  CRD.  Nr.  11003.  Or.  Pap.  Ssp. 

10.  Abt  Bonenatiu  Ton  8.  CreuR,  Petrus  Hartiai  von  Godor  und  Jo- 
hannes Bni^andl  an  KOiiIr  /nymi^  II.  TOn  Ara^nlen:  Andlenz 
bei  Clemevs  V.  Verbaadl untren  ArngonlenN  mtt  Philipp  d.  Seh. 
BemUban^u  de«  Papstes  blerfttr.  DernnHchstlge  ZuMtminen- 
kanft  Pbillpps  mit  Clemens.  Nenisbelten.  Bordeaux  (1306) 
Hai  3». 

Frater  Bonenatus  abbas  Sanctarum  Crucuni ,  Petrus 
Martini  de  Godor  et  Joliannes  Bui^undi  sacriata  Maiori- 
censis  et  canonicus  Valentinus  se  ipsos  .  .  .  Ute  iovis,  in 
festo  ascensionis  doniini  proxime  preterito  fuimus  in  civi- 
late  Vasatensi  et  exinde  pro  habende  hospicio  ntisinius 
Burdegalam.  Et  precedenÜ  tunc  die  martis  dominus  noster 
summus  pontifex  intraverat  Burdegalam.  Renunciato  auteni 
nobis,  quod  hospicium  habebamus  ibidem,  intravimus  illuc 
sequenti  tone  die  lune  et  ip&a  eadeni  die  vidimus  dominum 
papam  et  litteras  nostras  eidem  tradidimus.  Pro  expo* 
nenda  autem  sibi  credencia  .  .  .  assignavit  nobis  scquentem 
tunc  diem  martis.  Ipsa  tarnen  die  lune  locuti  fuimus  ei  de 
lacto  homagii  •)  propter  termini  brevilatem,  Qui  multum  grate 
interrogato  de  vesiro  ac  domine  regine  et  liberorum  veslrorum 
statu  respondit  ad  factum  homagii,  quod  in  primo  consistorio 
poneret  negocium  illud  et  expediret.  Sequenti  autem  tunc  die 
martis  predicta  nobis  ad  proponendum  assignata  fuimus  coram 
eo  et  audita  causa  adventus  nostri  voluit  scire  in  specie  inten- 
cionem    vestram    super  tractatibus   et  in  quo  statu  hactenus 

a    So  Or. 


')  Betr.  Sardinien  u.  Corsica,  die  BonifaEVIll.  Jaymell.  geschenkt  hatte. 


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12  Briefe.  Reden  und  GotAchten. 

tractatus  ipsi  remanserant. ')  Quo  audito  dixit  nobis,  quod, 
quatitum  ei  videbatur,  candicio  tractaluum  ininiutata  erat 
propter  mortem  regine  Francie,  unde  non  videbatur,  quod  id, 
quod  de  regno  Nauarre  tunc  tractatum  fuerat,  modo  procederet ; 
tarnen  propter  hoc  non  videbatur,  quod  esset  recedendum  ab 
ipsis  Iractatibus.  Finaiiter  respoudimus  ei  post  multa,  que 
circa  hoc  dixerat,  quod  reg^es  Aragonum  hacteous  non  coDsue- 
verunt  tradere  nuptui  filiam  suam  primogenitam  nbi  regi  vel 
ei,  qui  regnatunis  esset;  unde,  quantum  erat  de  primogenita 
filia,  nichil  poteranius  obmisso  regno  Nauarre  predicto.  Tunc 
dixit,  quod  ea  omnia  ex  se  dicebat.  Tarnen  ioquerettir  nunciis 
r^is  Francio,  qui  iam,  octo  dies  erant,  venerant  pro  istis  ne- 
gociis  et  sequenti  tunc  die  iovis  responderet  nobis.  Postea  ipsa 
eadem  die  niartis  locuti  fuimus  ei  de  facto  vallis  de  Aran  et 
tunc  ipse  mandavit  michi  sacriste,  quod  ego  breviter  scribereni 
informacionem  super  lioc  et  sequenti  tunc  die  mercurii  por- 
tareni  sibi,  quod  et  feci.  Et  dixit,  quod  et  de  hoc  dictis  nunciis 
loqueretur.  Ipsa  autem  die  iovis  eum  videre  non  poluimus, 
sed  sequenti  tunc  die  veneris  fuimus  eum  eo.  Et  respondit 
nobis,  quod  fuerat  locutus  cum  ipsis  nunciis  et  cum  domino 
Stephano  cardinali,  quondam  regis  Francie  cancellario,  qui  in 
tractatibus  ipsis  plura  noverat  et  de  plurtbus  recordaljatur, 
quam  ipsi  nuncii.  Et  ftnalis  eorum  responsio  fuit,  quod  super 
regno  Nauarre  predicto  nichil  poterant.  Et  inter  cetera  dixe- 
runt,  quod,  si  priniogenitus  regis  Francie  dictum  reünuni  Na- 
uarre dimltteret  et  habitis  filiis  ipse  decedcret,  antequam  rex 
Francie  pater  suus,  ßlii  ex  eo  nati  nichil  haberent,  cum  secun- 
dum  consuetudinem  Francie  prior  gradu  succedat  in  regno. 
Dixit  tarnen  idem  dominus  papa,  quod,  sicut  et  ipsi  nuncii 
dixerant,  ipse  rex  Francie  debebat  se  videre  cum  eodern  do- 
mino papa  et  ipse  rex  Francie  posset  in  hiis  ea  facere,  que 
ipsi  non  poterant:  ünde  quod  nos  possemus  ad  vos  redire 
cum  istis  et  vos  deliberare  et  habere  consilium,  si  mitteretis 
tunc  nuncios  vestros  iterum  pro  prediclis.  Super  facto  vallis 
de  Aran  predicte  dixit  idem  dominus  papa,  quod  dixerant  ipä 
nuncii,  quod  nichil  eis  commissum  fuerat  et  ut  ipsi  credebant 

■)  Daa  beifit,  mit  Philipp  d.  Seh. 


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Nr    10.    (1306)  Hai  28.    Nr.  11.    <1306)  Jodi  20.  13 

et  dominus  pBpa  dixit  se  crcdere,  hoc  obmisil  rex  Francie  per 
oblivjonem  .  .  .  Facto  homf^o  possemus  nos  abbas  et  Petrus 
Hartini  predicti  recedfere,  si  non  retineret  nos  expectacio  nun- 
ciorum  domini  Karoli,  quos  expectare  intendimus  a  die  iovis 
sequenti  per  XV  dies.  Quia  si  cordi  est  eis  negocium,  satis 
videtur,  quod  tunc  polaerint  misisse.  Ncc  ultra  videtur  nobis, 
quod  cum  honore  vestro  expectare  possemus  .  .  . 

Nuncii  regis  Francie,  qui  tiic  sunt  modo,  sunt  prior  Francie 
ordinis  sancti  lohannis  lerosolimitani ')  et  magister  Dionisius, 
qui  alias  per  regem  Francie  fuit  niissus  pro  istis  negotiis  ad 
celsitiidinem  vestram.  Ipsi  etiam  nuncü  dixenint  nobis,  quod 
Don  est  bonum,  quod  negocium  istud  rumpatur.  Ipsi  enim 
sperant,  quod  feücem  cxitum  habeat.  Scd  tarnen,  quicquid  ipsi 
ilicaiit,  Tidetur,  quod  verba  sint.  Rex  Francie,  qui  dicebatur 
hoc  anno  contraxisse  matrimonium  cum  ßlia  comitis  Burgundie, 
nondum  cum  ea  vel  alia  contraxit.  Quod  sciatur  publice. 
Dux  Burgundie  *)  niortuus  est.  lani  in  quadragesima  decessit. 
Bei  Anglie  non  veniet  huc  modo  nee  princeps  filius  eins. 
Contra  ipsum  regem  Anglie  rebellavit  quidam  comes  de  Scotia, 
qui  preteritis  temporibus  semper  fuerat  cum  eo.  Et  vocatur 
comes  de  Garrich.  *)  Alia  nova,  serenissime  princeps,  non  sunt 
hie.  Altissimus  vos  conservet  per  tenipora  longiora.  Dat. 
Burdegalis  X  kalendas  lunii. 

Barcelona,  Archiv  CRD.  Nr.  11593.  Or.  Pup.  Ssp.  QeschrbbeD  von 
J.  Bargnndi. 

11.  P.  de  C«gbifllo  u   den    Komtur   ron  Alhmbni  P.   de    ».  Jiist: 

Naehricht«!!  von  der  Kurie,  duß  verschiedene  WUrdentrHi^er  des 

Templer-     und    des    UMpitallterordeuH    Enm    Pnpste    bommni 

and   aber  die  Union  beraten  sollen.    Andere  ZiisammenkUone. 

yoreles  (18»)  Juni  30. 

AI   seynor  frare  P.  de  Sent  Just  frare  P.  de  Casteyllo 

Saint  en  Ihesu  Christ.     Fem  vos  saber,   seynor,   quel   seynor 

maestre  desta  terra  a  agut  ardit  de  cort  de  Roma,   quel  visi- 

tadot  de  Fran^a  el  comanador  de  Portogal  an  nianamcnt  del 

')  Itherins  de  Nanteail,  oft  zn  ßsaandtscbaften  verwandt. 

■)  Im  HSn  1S06. 

')  Hiervon  iat  in  den  Berichten  Otter  eile  Rede      Vgl.  Nr.   13. 


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14  Brisfe,  Reden  and  Ontochten. 

papa  for«  .  .  .,  que  a  omnium  sanctorum  primer  vinent  sien  m 
la  sua  presencta  et  que  no  degen  anar  en  Ghipre  ni  tratnetre 
res.  El  maestre  magor  es  citat  al  sobre  dit  dia  desser  devant 
1o  papa.  E  encara,  quel  dit  conianador  Darago  aura  lo 
niananient  en  [atgunjes^  dies,  que  qiiels  sobre  ditz  an.  Lo 
maestre  del  Espital  magor  eis  altres  comanadors  [de]  >>  les  pro- 
vincies  de  la  dila  orde  an  o  auran  aquel  rnanament  metcx  per 
la  rao,  que  la  onio  dels  dites  religions  se  tract.  E  de  les  altres 
religions,  que  an  possessions,  aximatex.  Mas  totes  vegades 
avem  trobal  de  bon  cnteniment  danar  lo  seynor  maestre  Darago: 
Nostre  enteniment  es,  que  nos  degam  parlar  ab  lo  conianador 
de  Proenca  et  ab  altres  promens  deia  batlia  Darago,  que  foscti 
ensems,  si  raonablament  se  pot  fer.  Axi  metex  pregani  a  vos, 
queus  tinga^  en  les  partides  de  Mirauet  per  tal,  que  nos  pus- 
cam  parlar  ab  vos,  abans  que  partiscam  de  la  terra,  si  a  partir 
naveni  ...  A  VllI  dies  apres  sen  Jouan  entenem  a  esser  a 
Mirauet  o  en  aqueles  partides,  si  a  Deu  plau.  Deus  vos  a?e 
en  sa  garda!  Escrita  a  Nouelles  lo  diluns  ans  de  sent  Jouan. 
Barcelona,  Archiv,  CRD.  Templarioa  :>!>.  Or  Pap.  Ssp.  Auf  dm 
Rücken ;  AI  cunianador  Dalfumbin.  Die-  pUpatliclie  Binliidung  hu  ilen  Gnß- 
meiater  der  Hospitnüter  (und  Templer)  erging  am  13.  .luni  1306.  Vgl.  Rrg 
Clenientia  p.  V.  Nr.  1033. 

1'2.  B.  de  Blt«rris,  prior  Caclaii),  clerlrns  et  eoiüdllarins  KCnlf 
Jaj'inett  IL  toii  Ara^onlen  an  dleKen:  Xpoernnfen  de«  fbtniM- 
HCheu  Klfnlgs.  Sfhieelite  Aurinilime  der  Kurie  In  Bordeun- 
AbliHnglgkelt  des  Pa|Mtes  von  PliltIpii  d.  Seh.    (1306)  Jnni  i. 

Dominns  rex  FYancie  niultas  novttates  facit  baronibus, 
prelatis  et  nobilibus  terre  nostre  auferendo  eis  iuridictiones  et 
erigendo  furcas  in  terris  eorum.  ubi  omnimodam  haben!  et 
intendunt  habere  iuridictionem.  Item  quod  dominus  papa  est 
ßurdegualis  et  speratur,  quod  veniat  Tolosam  ad  teneßdum  ibi 
curiam  suam,  quia,  secundum  quod  didtur,  non  niultum  pa- 
ciose  recipiuntur  Burdegualis  cardinales  nee  alii  curiam  se- 
quentes.  Ipse  tarnen  adheret  in  otiinibus  et  per  omnia  predicto 
regi  Francorum,  faciendo  sibi  cardinales,  archiepiscopos,  episcopos 
et  dando  alia  beneficia  pro  voluntate,  gracias,  quod''  rult,  sibi 

a    Hier  fehlen  2-3  Wörter.  b    Ergänzt.  r    So  Or. 


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Nr.  12.    (1306)  Juni  3.    Nr.  13.    (1806)  Juli  S.  15 

concedendo.     Quid  futtira  dies  pariet,    ignoramus  .  .  .  Dimarti« 
ante  nativitalei»  beati  Jotiannis  Babtiste. 

Barcolona,  Archiv,  App.  gen.  Nr  95.  Or.  Pap.  8ap.  Dieser  Prior 
erBcheint  1309  in  Aragonioa  als  pSpstücher  Vertrauensmann  in  der  Tenpler- 
sBche.     Vgl.  unten. 

121.  JohnoBeB  Burundi  an  KSnif  Jafn«  II.:   PSpstllehe  AnlUireii  I» 

Frankreich.  Ubzd (Heden heit  des  KJeruR.    MIBittliBinDHg  PlilIIi^ 

d.  Seh.  irefren  der  RewrTstionen    und  besonder!  der  BesetzBBg 

des   EnbIrtHns  Honen.     Gerfl«hte   aus  Englud,   mlB^lHekte 

LegnttM    SapolMn    OrsinlN,   ZosammenknuR   des   Papsl«t<   und 

Phlltppi.      Aragone«isebe    Angelegenheiten.      Bordeanx    (1306) 

Jnli  «. 

.  .  .  Nupcr  post  recessum  vcnerabilium   relifiosi  abbatis 

Sanclarum  Crucum    et  Petri  Martini  de  Godor,   scripsi   vestre 

regie   celsitudiot    nova    ciirie    ptT   qtiendani    niiiicium    fratrum 

ordinis  Captivorum;  >)  et  quia  ncscio,  si  dictas  lilteras  habuistis, 

tJcirco,  serenissime  princeps,  illa  itcrum  nova  et  alia  vobis  scribo. 

Noverit  quidem  r^ia  inagnitudo,  quod  dominus  papa  miscrat  in 

Frauciam  et  ad  partes  alias  suos  certos  nuncios  pro  imponen- 

tiis  certis  lalliis  ecciesiis  et  pro    impositis  colligeiidis.     Prelati 

autem  et  cierus  de  Francia  hoc  non  pacienter  sustinent,  inio, 

ut  dicitur,   aliqui  negaverunt  expressc  aliquid    dare.     Et  com- 

munis  est  hie  fama,  quod  inter  se  habuerunt  prelati  colloquiuni 

et  coUigati  sunt  in  unum,   quod  nullus  presumit   hie   absque 

r^is  Francie  consciencia  esse  factum.     Ipse  vero  rex  Francie, 

ut  dicunt,  ordinavit  huc  miltere  suos  nuncios,  non  clericos  sed 

inilites,  et  iam  sunt  in  veniendo,  qui,  ut  dicitur,  veniunt  tum 

propter  predicta,  tum  quia  dominus  papa  providit  de  quodam 

nepote  suo  satis   iuvene  ad  vcctesiam    Rotomagensem,  ^)   que 

arcliiepiscopalis  est  et  inter  ceteras  in  Francia  nmltuin  honora- 

Wlis,  de  quo  idem  rex,  ut  dicitur,  et  clerus  et  populus  turbati 

sunt,  imo,  ut  quidam  dicunt,  capituluni  dicte  cccicsie  et  cJerus, 

et  populus  appellaverunt  ab  ipsa  provisione.    Ipso  tarnen  archi- 

episcopus  vadit  illuc  et  iam  sunt  ultra  octo  dies,  quod  rccessit 

hinc.    Dicitur  eciam,  quod  displicet  regi,   quia  dominus   papa 

')  Orden  de  la  Hereed.    Ich  kenne  den  Brief  nicht. 
*)  Bernardns  de  Fargin,  Nepote  Clemens'  V.,  war  im  Februar  Kischof 
von  Agen  und  im  Jnni  1306  Erzbischof  von  Rouen  geworden. 


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Ift  Briefe,  Beden  luid  Qotaoliien. 

incontinenti,  cum  seit  aliquam  ecciesiatn  vacare,  reservat  eam 
provisioni  sue  et  inhibet  capitulis,  ne  eligant.  Et  quia  Altisio- 
dorensis  ecciesia,  ^)  que  per  mortem  sui  episcopi  vacat,  sie 
reservata  est,  capitulum  ab  huiusmodi  reservacione  dicitur 
appeliasse  et  nichilomiDus  intendit,  ut  dicitur,  eligere. 

Archiepiscopus  Lugdunensis ')  citatus  est,  quod  veniat 
personaliter  ad  curiam,  sed,  ut  dicitur  communiter,  appellarit 
ad  Tuturum  papam  et  ad  coQcilium. 

Gomes  de  Garric  rebellavit  in  Scotia  contra  r^rem  Anglie 
el  fecit  se  regem  Scotie  et,  ut  dicitur,  nuper  Scoti  obtinuenint  in 
quodam  conflictu  contra  Anglicos.  Rex  Anglie  intendit  illuc  ire 
personaliter  et  fecit  ßliuni  suum  militem  et  cum  eo  feat  Ire- 
contos  milttes  novos. 

Dominus  papa  dedit  quendam  prioratum  in  Anglia  solitum 
per  monachos  gubernari  domino  Baymundo  del  (Jot  cardinali 
nepoti  suo,  qui  niisit  illuc  pro  habenda  possessione  et  contra- 
dictum  est  ei  nee  eam  habere  potuit. 

Dominus  Neapoleo  cardinalis,  qui  ivit  legatus  ad  partes 
Italic,  non  f\]it  receptus  in  Tuscia.  Pult  autem  receptus  Bononic 
et  postea  fuit  inde  eiectus  vituperose.  Vix  speratur,  quod  de 
terra  ecclesie,  que  est  in  Italia,  papa  possit  habere  aliquid, 
quamdiu  remanserit  in  partibus  istis. 

Dixerat  nuper  publice  dominus  papa,  quod  vacaciones  essent. 
Nunc  autem  mutato  proposito  vult,  quod  sit  audiencia  causa- 
rum  et  litterarum  more  solito.  Quoad  consistoria  erunt  vaca- 
ciones iioc  modo,  quod  non  fient  ita  frequenter,  ul  solent. 
Unde  ista  septimana  dicetur  cardinaübus,  quod  non  veniunt, 
nisi  vocati.  Et  extunc  spero  videre  papam  et  Joqui  tarn  de 
peticionibus,  que  penes  me  remanserunt,  quam  de  tercia  parle 
decime  vobis  pro  expensis,  quas  veniendo  ad  papam  Tecistis, 
concessa,  quod  fiat  littera  exei-utoribus,  quod  illa  tercia  vobis 
primitus  exsolvatur,  sicut  dicit  dominus  papa,  quod  est  intencio 
sua,  ut  dicti  domini  abbas  Sanctarum  Crucum  et  Petrus  Martini 
vestre  regle  celsitudini,  prout  cogito,  retulerunt.  Post  eoniiii 
enim   recessum  dictum  dominum  papam  videre  non  potui  nee 


')  Hier  «ninle  im  Aagust  Petri>->.  dec.  Parisiensis,  «rnMnt. 

')  LudovjcuB  de  Villare;  Ober  diese  Zitnt''OD  faabe  ich  ntebts  gefnadw. 


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Kr.  18.    (1806)  Ja»  6.    Nr.  14.    (I306)  äeptomW  1.  17 

qiii  de  predictis  sibi  loqueretur,  inveni.  Sed  dominus  Landul- 
fus  et  alii  dixenint  michi,  quod  expectarem  usque  ad  istas 
vacaciones,  si  vacaciones  dici  possunt.  Et  lunc  expedirer. 
Dieilur  qood  circa  festum  s.  Michaelis  ve!  ante  dominus  papa 
ibit  Trecen ')  et  videbit  se  cum  rege  Franeie  et,  ul  liltera, 
quam  dominus  Johannes  de  Rochafort  miles  eri  micht  misit, 
contioet,  videtur,  quod  intencio  sit  eorum,  qui  fuerunt  hie  nuncii 
regis  Franeie,  quod  et  tunc  vestros  nuncios  illuc  mittatis  .  .  . 
Et  tarnen  hoc  non  diximus  dumino  pape,  imo  expresse  diximus, 
quod  non  )iabebainus  ad  hoc  mandatum,  sed  quod  refTerremus 
vestre  regie  celsitudini,  que  deliberacione  habita  circa  hoc 
faceret,  quod  e!  placeret.  Alia  nova,  serenisstine  princeps,  non 
sunt  liie  . .  .  Dat.  BurdRgalJs  II.  nonas  Julii. 
Barcelona,  Archiv,  CRD.  JdIi.  Or  Pap.  S%p. 

U.  Johtinnes  BnrKandl  an  KOnlp  Japne  ü.:  Gerinirer  Elnfliill  ueb- 
rerer  Kardltiftle  bei  Clemens  V.  Krankheit  des  Papst««.  Un- 
mVfliebken,  Ihn  zu  sehen,  'iaäenmg  des  Fapstes  Über  seine 
>■  rroB«  Nachfieblirkelt  I»  PirOndensaeheii.  Bordeaax  (1906) 
8epl«inber  1. 

Presentavi  .  .  .  suas  litteras  domino  Landulfo  *)  cardi- 
nali  ,  .  .,  qui  favorabüiler  et  ferventer  reccpit  dictum  nego- 
cium  sicut  omnia  regia  negocia  reciperet  et  ad  effectum  perdu- 
eeret,  si  equaret  voluntali  potestas.  Parum  tarnen  ipse  et 
plures  alii  cardinales  temporibus  tstis  possunt.  Ipsa  die  lune 
non  potui  pres«ntare  litteras  domino  pape,  licet  ad  hoc 
fecerim  posse  meum  cum  pluribus  cardinalibus  et  cciani  cum 
hostiariis.  Sequenti  tcfo  tunc  die  martis  vel  postea  non  potui, 
quia  ipsa  die  martis  fuit  discrasiatus  ipse  dominus  papa  ita, 
quod  nullus  intrat  ad  eum  nisi  sui.  Eri  enim  venit  ad  eum 
dominus  Stephanus  cardinalis,  qui  fuit  cancellaris  regis  Franeie, 
cum  litteris  ipsius  regis  et  non  potuit  intrare  ad  eum.  Litteras 
domini  Raymundi  del   Got  nondum    ei  presentavi,  quia  pla- 

')  Das  Wort  ist  ItKum  nndera  zu  lesen  als  Trecen.,  nicht  Toriin., 
"orao  doch  eher  za  denken  wäre.  Trojes  ist  doch  wohl  nie  in  Betracht 
gskommen?  g, 

*)  Der  von  Coelestin  V,  ernannt^  Landalf  brancacci:  Neapoütanus. 

fiDka.  Papittani  und  UnteTgang  dei  Templerordena.    11.  S 


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18  Briefe,  Redau  and  äntschUn. 

cuisset  michi,  quod  primo  presentassem  suas  domino  pape; 
timoo  enim,  ne  forte,  si  sciret,  de  quo  sunt  littere,  ipse  impe- 
diret  vel  dtfferret  eoruni  presetitacioncm,  eo  quod  dominus 
P.  Lupi  de  Luna  sequitur  eum  et  ipse  cardinalis,  ut  intellexi, 
scripserat  pro  eo  convcntui  Moiitis  Aragonum.  >)  Sed  qula 
differtur  presentacio  doinitii  pape,  deliberavi  preseotare  Htle- 
ras  ipsas  domino  Raymundo  predicto.  Est  tarnen  quasi  eon- 
tinue  cum  domino  papa  . .  .  NuncÜ  domini  regis  Frederid, 
qui  venturi  sunt  ad  papam,  iverunt  in  Franciam  ad  dominum 
Carolum  pro  tractando,  ut  dicitur,  de  negocio  Eomanie.  Et  ad- 
huc  sunt  ibi  .  .  .  Ad  papam  .  .  .  locutus  fui  .  .  ,  de  litteiis 
vestris,  in  quibus  erant  peticiones  clericorum  vestropum  et  de 
peticionibus  aliis  vestris.  Ad  que  respondit,  quod  graTaveral 
mnltuin  ecciesias  et  quod  non  intendebat  de  celero  eas 
gravare  ita.  Dixi,  quod  nullam  gravaverat  ad  partes  vel  in- 
stanciam  vestram  seu  contemplacione  vestri.  Dixit,  quod  fe- 
cerat  baronibus  vestris,  fecerat  honorc  vestri.  Finaliter  post 
multa  humiliavi  me  ei  dixi :  Pater  sanctissiine,  bona  vita  sit 
vobis,  quia  saltim  ego  sum  expeditus.  Ct  ipse  dixit,  quod  non 
repulabat  nie  expedituni;  ct  dixit  finaliter,  quod  posseni  redire 
ad  eum  et  videret  super  hoc.  Vicecaneellarius  *)  graviter  infir- 
matur  .  .  .     Dat.  Burdegalis  kalendis  Septembris. 

Barcelona,  Archiv,  CRD.  Nr.   1246f!.  Or.  Pap.  Ssp. 

Vit,  Prokonitor  Johannes  Bgi^nndl  au  König  Jajne  IL:  VerhalW 
der  KardinnlBepoteH  R^mtind  und  ArnaJd  von  CanbUnpo.  Smtt 
mit  letzterem  tccgett  der  iiBKenShulieben  TaxlemugBrona  tli 
ein  araKvaesiBclies  Kloster.    Bordeanx  (1306)  September  6. 

. .  .  Videns,  quod  domino  pape  non  poteram  serenitatis  vestre 
litteras  presentare,  presentavi  domino  Raymundo  del  Got  eas, 
quas  sibi  mittebatis  ct  quas  mittebat  domina  r^ina.  Nee  tuoc 
potui  sibi  loqui,  quia  volebat  equilare  ad  papam.  Redivi  postea 
ad  eum  et  equitanti  iani    locutus  sum,   quia   in   camera  non 

')  £a  handelte  sich  nm  die  Beaetinng  der  Abtastelle.  Der  KSoig 
»Dnaohte  sie  fVr  aeioen  kleinen  Sohn  Johannes.  Der  einfinfireicfae  Kartüul- 
nepote  trat  fQr  Petrus  Lnpi  de  Lnaa  ein,  der  auch  ernannt  warde. 

')  Petms  Anialdi,  Kardinal prieeter  8.  Priacae,  der  am  4.  September  starb. 


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Hr.  15.    (Id06)  September  6.  Ift 

potui.  Suspicor,  quod  utnimque  scienter  fecerit,  videlicet  quod 
nee  in  camera  presentarem  sibi  litteras  nee  in  camera  sibi 
loquerer.  Erat  enJm  forte  instructus  per  Petnim  Lupi  de  Luna  . . . 
Dixi  ei  et  exposui  factum  seriöse,  sicut  in  vestra  liltera  man- 
dabatis,  qui  finaliter  respondit  in  genere,  quod  sperare  poteritis 
a  dotnlno  papa  graciam,  iniusticiam  autem  nulio  modo  faceret 
iuri  vestro.  Quantum  michi  videtur,  in  n^ocio  isto  Don  erit 
bonus  adiutor.  Locutus  sum  postea  domino  AmaMo  de  Pe- 
lagnia  cardinali,  quem  alias  in  vestris  negociis,  serenissime 
pdnceps,  inveneram  favorabilem.  Dixit  tarnen  ex  consciencia, 
quia  non  est  in  talibus  assuetus,  quod  non  videbatur  posse 
fieri  secundum  Deum,  quod  ita  infans  preflceretur  abbacie. 
Cui  dbci,  quod  maiora  f!et>ant,  non  cum  tanla  racione.  Post 
mulia  dixit,  quod  bene  placeret  ei,  quod  papa  facei'et  Islam 
graciam,  sed  ipse  ei  non  consuleret.  Staret  tarnen  pro  iusticia 
vestra.  Locutus  sum  postea  domino  cardinali  Biterrensi,  qui 
in  Omnibus  et  per  omnia  se  pai-atum  obtulit  .  .  .  Fecit  alia 
vice,  quod  ^o  intrarem  ad  papam.  Domino  papc  non  possum 
litteras  prcsentare,  est  enim  dtscrasiatns  et  nullus  cardinalis 
exceptis  suis  videt  eum.  Vicecancellarius  decessit  dominica  pro- 
xime  ppeterita  et  sequenti«  .  .  .  iune^)  sepiiltus  est  .  . .  Came- 
rarias domint  pape  idemque  cardinalis^)  mandavit  per  suas 
litteras  ofÜciali  episcopi  Carcassonensis,  quod  in  adiutonum 
eipensanim,  quas  dominus  papa  fecit,  quinque  diebus  ante- 
quam  intraret  Burd^alas,  taxaret  in  tribus  milibus  Jibro- 
runi  Turonensium  certos  abbates  et  priores  Carcassonensis 
diocesis  et  quosdam  alios  Sinensis  diocesis.  Et  inter  istos 
abbates  posuit  abbatem  de  Batneolis,  Gerundensis  diocesis; 
in  ipsis  tarnen  litteris  nulla  l\t  mencio  de  diocesibus  pre- 
ilictis.  Et  dictus  officialis  taxavit  eos  omnes,  propter 
quod  dictus  abbas  de  Balneolis  misit  huc  procuratorem. 
Quod  eum  ego  scivi,  ivi  ad  dictum  camerarium  cardinalem. 
El  dixi  ei  inter  cetera,  quod  non  erat  decens  nee  conveniens, 
quod  collecla    comuniter  et  simul   imponerctur  abbatibus  de 

a   Es  fehlen  iwei  WOrUr. 


')  Am  i.  and  5.  September. 

*)  Der  Eardinebepote  AraalduB  ile  Cnntalupo. 


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20  Briefe,  Reden  nod  Ontachten. 

terra  vestra  et  iIHs  de  terra  re^is  Francie,  et  maxiroe  non  erat 
decens,  qiiod  offlcialis  Cnrcassonensis,  qui  est  de  terra  r^s 
Francie,  taxaret  aliqiiem  in  terra  vestra,  quia  ex  tali  comixtione 
et  conrusionc  possct  fieri  preiudicium.  Ad  quod  vilaoduin 
dominus  rex  Jacobus  sancte  meniorie,  avus  vester,  Privilegium 
a  sede  apostolica  impetraverat,  quod  in  legatis  et  in  sub^diis 
legatoruin  vel  alüs  talibus  diocesis  Elnensis  non  contribueret 
cum  provincia  Narbonensi,  licet  sit  de  ipsa  provincia,  sed  con- 
tribueret cum  Ulis  de  Catalonia.  Multo  minus  debebat  ergo 
contribuere  abbas  de  terra  immediate  vestra  cum  illis  de 
regno  Francie  .  .  .  Tunc  ipse  dixit ,  quod  clerici  omnes 
et  isti  et  Itli  sunt  omnes  de  regno  pape.  Et  ego  dixi  ei, 
quod  semper  hactenus  distincte  contribuenint  ...  Et  ipse 
dixit,  quod  nunquam  papa  fuit  alias  in  partibus  istis;  et  ega 
dixi,  quod,  licet  papa  non  fuerit,  fuerunt  tamen  legati,  qui  I(^- 
tioneni  Iinbebant  in  utroque  regno  et  tamen  nunquam  ^mul 
contribuemnt  Dixit,  quod  istud  dieebatur  ad  difugium  solu- 
tionis. Et  ^0  dixi  ei,  quod  hoc  dicet)am  ad  vitandiun  scan- 
dalum  .  .  .  Dixit  tamen,  quod,  dum  tamen  viderct  pecuniam 
paratam,  ita  quod  brevi  manu  posset  cam  recipere,  ipse  revo- 
caret  factam  comissionem  dicto  officiali  et  secutam  eis  taxa- 
lionem  el  quod  ego  taxarem.  Ego  dixi,  quod  ego  nesciebam 
facultates  monasteriorum  nee  ea  taxarem  .  .  .  Dat.  Burdegatis 
VIII.  idus  Septembris. 

ßBTcelon»,  Archiv,  CRD.  Nr,  12510.  Or.  Pap.  Ssp. 

10.  Jobannes  Bni^ndl  an  KVnlf  Jayme  U.:  S1«llo»gr  inekrercr  Eir- 

dinlUe  zn  den  Wünsche»  des  KVnlgB.    Die  Kardlnile  Terlaugn 

den  kranken  Papst  zu  sehen,   der  nnr  fUr  seine  i  Nepoten  in* 

^flni-Ilch  Ist,  ebenso  Auskunft  Über  dias  Venrellen  der  Earir- 

Plan  Clemens'  V.   Er  wtll  zwn  Besaeh  des  bwuSsIsehen  KSalp 

nach    Poltlers   nnd   dann   naeb  Born.    Gesandtsehanen.    KSalF 

Friedrieb  UI.  von  SizlUen.    Fni  Dulcino  (1300  Ende  Septcnber, 

Tor  Oktober  13). 

Johannes   berichtet  zunSchst  Aber   die  Stellung  mehrerer  Eardinil^ 

zur  Frage  der   Besetzaog   des   Klosters  Hoos   Aragonnin.    Der    EardiBtl- 

Keferendar')  und  Johannes  Monachus  sind  fltr  das  Recht  des  EDnigs. 

*)  Qoilelmas  Kuffati,    Kardinaldiakon  von  S.  Cosinas  and  Damiannt, 
Nepote. 


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Nr.  16.    (1806)  Ende  Septcmbtir,  Tor  Oktober  13.  21 

Locutus  sum  et  domino  Peiro  de  Podio «...  electo  Pa- 
leutino, ')  qui  cum  domino  Raymundo  predicto  ■)  multuni  potest 
El  respoudit  mich!  multum  bene  et  oblulit  se  vaJde  ad  ea, 
que  posset  pro  vestra  regia  maicstale  .  .  .  Est  tarnen  magnus 
amicus  dicti  Petri  Lupi  de  Luna  et  ipse  posuit  eurn  in  notJcia 
dicti  domini  Raymundi.  Si  verba  sua  factis  consonent,  non 
deerit,  qui  cognoscat. 

Dominus  papa,  poslquam  cepit  inßrmari,  vbitalus  fuil 
continue  per  quatuor  cardinales  de  suis,  sctiicct  dominos  R. 
del  Got,  Arnaldum  de  Pelagrua,  et  camerarium  et  referendii- 
rium. ")  Äliis  autem  cardinalibus  non  patebat  aditus  ad  eurn 
nee  patuit  usque  ad  diem  lune*)  po.'st  nattvitatem  beate  Mariu 
prozime  preteritum.  Precedenti  enim  tunc  (?)  die  sabbati  con- 
venerunt  onines  cardinales  simnl  in  domo  Iratrum  Minorum  ad 
hunc  ßnem  {?),  quod  penilus  volelianl  eurn  videre.  Et  ita  dicla 
die  lune  videnint  eum  .  .  .  Postea  non  viderunl  cum  usque 
eri.  Eri  enim  mane  portalus  est  per  ...  in  quadam  [lec]tica 
cohoperta  usque  ad  quendani  locum  vocatum  [Pjessac,  ubi 
nuper  diu  stetit  .  .  .  Secuti  ei^o  fucrunt  .  .  .  cardinales  et 
postquam  Tuerunt  ibi,  [videninjt  eum,  sed  valde  parum  stete- 
rant  cum  eo.  Intellexi,  quod  adlutc  est  valde  debilis.  Non 
sunt  quatuor  dies  elapsi,  quod  adhuc  mortem  vicccancellarii 
iiesciebat.  [Dicunt]  tarnen  aliqui,  quod  modo  seit.  Quia  non- 
dum  est  vicecancellarius,  cessat  audiencia  litterarum.  Nuper 
per  primam  congregacionem  fuerunt  simul  .  .  .  cardinales, 
[vo|lentes  de  statu  aut  [ni]otu  (?)  curie  ccrliflcari.  Et  papa 
signiftcavit  eis,  [quod]  intencionis  [sue]  erat,  esse  hie  usque  ad 
futurum  mensem  Marcü.  Tunc  enim  licenciabit  curiatn  ad 
eunduni  ultra  montes  et  ipse  videbit  se  in  Pictauia  cum  rege 
Francie,  ut  inducat  eum  ad  recipiendum  crucem  [elj  ad  con- 
solidandum  pacem  inter  eum  et  regem  Anglie.     Et  ex  tunc  in 

n   Luch  TOD  1—2  W&rtern,  wie  so  oft  io  diesem  SWck. 

')  D«r  Iwld  darauf  Vizekaozler  wurde. 
*)  Rmimimd  del  Qot,  der  einflaBreichsU  Nepote, 
*)  Alle  4  Nepoten.    Der  Refereodsr  ist  vorhin  genannt;    Kammerer 
ut  Amald  de  Cftntolapo. 
*J  12.  SeptemW. 


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28  Briefe,  Reden  und  GuUrhton. 

null»  loco  .  moram  trahens  [ibi]t  in  Italiam  ideni  doiiiinus 
papa  . .  . 

Pluribus  de  cardinalibus  displicet,  quia  hie  remanent, 
tarnen  non  revenit  abbas  Mosiacensis  et  coll^a  suus,  qui  ex 
parte  pape  iverunt  ad  regem  Francie.  Nondum  eciaiii  venil 
dominus  Bertrandus  del  Got  nepos  eiusdem  domini  pape, 
[quij  similiter  illuc  iverat.  Papa,  quando  erit  magis  foriis,  in- 
tendii  ire  ad  locum  nativilatls  sue,  qui  est  in  diocesi  Vasatensl 
et  distal  binc  per  Vlll.  leucas  et  curia  reinanebit  hie  et  ipso 
erit  ibidem, 

Nuncii  domini  r^is  Fredenci,  qui  iverant  in  Franciaoi 
et  huc  venturi  sunt,  nondum  venenint.  Domini  rex  Fredeiicus 
misit  apud  lanuam  frunientum  et  cotonum  vendendum  ibi 
et  [ut]  de  precio  satis  faceret  de  certa  quantitate  census,  quam 
debet  pape  et  cardinalibus.  Quidam  vero  lanuensis  fecit  ca 
arrestari,  dicens,  quod  de  officio  portolanatus  Sicilie  debetar 
ei  prius. 

Episcopus  Lectorensis,  si  papa  curatus  esset,  debet  irc 
in  Lombardiam  ex  parte  pape  contra  iltum  bereticum,  qui  se 
dicit  fratrem  Dulsinum ').  lam  ante  suam  inßrmitatem  ordina* 
verat  hoc  papa  et  postca  super  eius  expedicione  fiierunt  simui 
cardinales,  sed  quia  vicecancellarius  non  est,  expediri  tolaliter 
non  potest  . . . 

Post  prestitum  bomagium  in  continenti,  sereuissime  prin- 
ceps,  supplicavi  pape,  quod  concederet  litteram  super  recogni- 
cione  ipsius  homc^ii  prestlti.  Et  nichilominus  supplicavi  ei, 
quod  placeret  ei,  quod  requirereni  quendam  notarium  camere, 
qui  ibi  erat,  quod  de  prestacione  dicti  bomagii  faceret  publicum 
instmmentuni,  quod  placuit  ei  et  sie  dictum  notarium  super  hoc 
requisivi,  unde,  si  serenitati  vestre  placuerit,  quod  faciam  ibidem 
fleri  publicum  instrum^tum,  preelpiat  hoc  regia  magnitudo. 
Totus  tarnen  tenor  littere  cum  bulla  aurea  habebit  inseri  in 
ipso  instrumento  et  credo,  quod  non  pro  levi  precio  habebilui 
instrumentum  ipsum  . .  . 


';  Zu  dieser  Angelegenheit  vrI.  mitn  die  neuen  Auflagen  von  Hertiog, 
Reidenzyklop&die  und  Wetzer  und  Weite,  Kircbenlexikun ;  dse  Den«  Bodi 
von  0.  Begani,  Fri>  Dolcinn,  Milono  IBOl  und  Reg.  Ctementis  papM  T 
App.  1.  p.  31.  A.  1. 


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Nr.  17.    (1306)  Anfang  Oktober.    Hr.  18.    (1306)  Oktober  27.        2S 

Barcelona.  Arcbiv,  CRD.  Nr  12666.  Or.  Pap.  Ssp.  Sehr  stark  be- 
schädigt, mit  vielen  LSchem.  Dos  DatniD  ist  nicht  mehr  vorhanden.  Doch 
Ist  es  siemlich  genau  lu  bestimmen.  In  Nr.  13852  vom  18.  Oktober  130S 
ist  der  genannte  Petras  de  Podio  schon  VtEekonEler:  Vicecaurellanua  nichil 
pul«st  expedi're,  nisi  litterHs  de  iusticin  tAntum.  propter  quod  non  possum 
habere  littflras  spoatolicas  tun  super  recognicione  homngii  quam  super  tercia 
pnrte  decime.  (Hierin  vgl  man  den  SchlnQ  obigen  StDckes.)  Anderereeite 
mafi  doch  auch  seit  dem  Tode  des  Vizekanzlers  (am  4.  September)  und 
dem  12.  September  schon  eine  Iftugoro  Zeit  vcrgnngen  seia.  Vgl.  fnig.  Nr. 
Aach  in  Nr,  12862  wird  gesagt,  da&  die  oben  angefahrten  G^sandteti  noch 
nicht  inrOck-  oder  angekommen  sind. 

17.    Bnrfastitk    eines   Briefe«    (de«  Johannes   Bnrgnndl)    an    KVnig 

Jayniell.:  Den  PapKt  kann  In  Pemae  antter  den  äelnl^n  krfn 

Kardinal  Heben.    Emenanng  des  st  eil  vertretenden  Vizekanzlers. 

(1806)  AnGuig  Oktober. 

.  .  .  Papa  est  adhuc  in  Pessaco.  Nullus  cardinalis  videt  eum 

nisi  tili   quatiuor  sui.    Quidam   dicunt,   quod  curalus  est,  sed 

nondum  est  Tortis.    Quicquid   sit,   nescit  adhuc   mortem  vice- 

cancellarii.    Sed  cum   dictum  sit  ei,   quod  adeo  est   infirmus. 

quod  non  polest  nee  poterit  de  magno  tempore  intendere  ad 

expedicionem   eorum,  que  respectant  ad   ofücium   cancellarie, 

fecit  et  ordinavit    dominum   Petrum  de  Podioderfila  electiim 

Paleatinum     in    vicecancellariuni    usque    ad    convalescenciam 

altertus. ') 

Barcelona,  Archiv,  CDR.  App.  gen.  Nr.  82.  Or.  Pap.  Ssp.  Ein  gro5er 
Teil  des  von  der  Hand  Burgundia  stammenden  SchriftatDckea  ist  abgefault. 

IS,  Johannes  Bnrgundl  an  Kltnlg  Jayme  11.:  Terhandlnngen  der 
kastlllantsehen  Ueftandten  mit  Philipp  d.  geh.  ünehrllehkelt 
der  fmnztfsiMben  Ünt«rliHndler.  KSnIg  Philipp  kündigt  seinen 
Besneh  beim  Papsl«  an.  Unangenehme  Veriiandlnngen  der 
pipntllehen  Gesandten  mit  Philipp.  Gespanntes  TerhUtnls  bei- 
der. Krankheit  nnd  Isollemng  des  Papstes.  Gesandt«  itallenl- 
seher  StMl«.    Bordeanx  (1306)  Oktober  27. 

Nuncii,  .  .  .  qui  pro  rege  Castelle  iverant  ad  regem  Francie, 
fuemnt  hie,  Intellext  pro  cerlo,  quod  nichil  ßnaliter  fccerunt 
de  hiis,  pro  quibus  niissi   fuerant.     Et   tarnen   antequarn   ipsi 


')  Auch  die  Angelegenheiten  der  Gesandten  König  Karle  von  Sizilien 
konnten  trotz  der  Bitten  des  Kardinal koUegs  nicht  erledigt  werden.  Drin- 
gende Fordening  nm  baldigste  äeldsendong. 


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24  Briefe.  Reden  und  Gatschten. 

recederenl  de  Castella,  fuerant  omnia  concordata  cum  nunciis 
regis  Prancie  [et]  ad  [desponsan]dain  (?)  dominani  ipsant, 
scilicet  sororem  regis  Castelle,  et  ad  concordandos  Iraciatits 
illuc  iverant.  Nunc  autem  cum  nuucii  regis  Castelle  fuenutt" 
coram  rege  Francie,  voluerunt  GallJci  ingredi  novuni  tractatum. 
Istt  nuiicii  dixerunt,  quod  iam  tractatus  concordali  erant; 
negaverunt  Gallici.  Fuit  eis  ostensum  de  concordacione  per 
litteras  nuiicionim  regis  Francie  predictoruni,  Negaverant  tmic 
Galiici,  illos  ad  hoc  potestatem  habuisse.  Fuit  et  tunc  eis 
ostensa  Httera  regis  Francie,  quam  ipsi  nuncii  r^s  Francie 
dimiscrant  post  concordatos  tractatus  regi  Castelle,  per  quam 
quidem  litteram  apparebat  eos  ad  hoc  potestatem  habuisse. 
Tunc  erubesccntos  pecierunt  Gallici,  quod  innovarentur  tractatus 
habiti  cum  domino  Sancio  quondam  rege  Castelle.  Dixenint 
Castellani,  quod  non  erat  modo  illud  tempus,  quod  tiuic  erat, 
quia  tunc,  serenissime  princeps,  vos  eratis  in  guerris  cum  ipsis 
regibus  Francie  et  Castelle.  Et  ut  dicitur,  ad  hoc  instabaat 
Gallici  signanter,  quod  fierent  inter  eos  liancie  seu  colligacioDe? 
de  iuvando  se  adinvicem,  etiam  contra  vos.  Sciunt  enim 
Gallici  ipsi,  totam  linguam  Occitanam  non  diligere  eos,  ...  et 
timent  plus  de  persona  vestra,  serenissime  princeps,  quam  de 
aliquo  virente  propter  afTectioneni,  quam  sciunt  gentes  de 
lingua  illa  ad  vos  habere.  Castellani  excusaverunt  se  de  Ta- 
ciendo  tales  üancias,  eo  quod  non  erant  res  in  eo  statu,  in 
quo  esse  consueverant,  Finaliter  dixit  eis  rex  Francie,  quod 
negocium  illud  niatrimonii  erat  sibi  cordi,  in  ilto  tarnen  non 
poterat  procedere  sine  papa,  cum  quo  habebat  breviter  se 
videre  et  sine  quo  propter  dispensacionem,  que  in  hoc  est 
nücessaria,  fieri  non  poterat.  Et  presertim  cum  ipse  dominus 
papa  hoc  significaverat "  eidem  regi,  quod  non  procederet  ad 
aliquod  matrimonium  pro  persona  sua,  donec  eum  viderit  et 
sibi  locutus  fuerit. 

Dominus  Bertrandus  del  Got,  nepos  pape,  necnon  et  abbas 
Mosiacensis  cum  collega  suo,  scilicet  magistro  Amaldo  de 
Aucx,  venerunl  de  Francia,  quo  per  papam  niissi  fuerant,  iam 
diu   est.     Quid    procuraverunt,    nescitur,  dicitur  tarnen   com- 

a   9o  Or. 


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Nr.  18.    (1S06)  Oktober  27.    Nr.  10.    (1306)  November  0.  25 

muDiter,  quod  non  grata. ')  Sigoanter  dicitur,  quod  nullo- 
modo  placet  regi  FraDcie,  qtiod  papa  hie  remaneat.  De 
quo  dicitur  fuisse  papa  turbatus.  Fuit  eciani  inultum  dis- 
crasiatus  papa,  die  dominica  proxiina  fuerunl  Vlll  dies,  *) 
ita  quod  sui  quatuor  cardinalis  fuerunt  ibi  continue  et  iacu- 
erunt.  Et  adhuc  non  redierunt  huc  totaliter.  Papa  tarnen, 
ut  comuniter  dicitur,  totaliter  curatus  est,  sed  nondum  viderunt 
fium  cardinales  alü,  postquam  ivit  apud  Pi[ssa]cum.  Et  tarnen 
uite  eri  rnane,  scilicet  die  martis  proxime  preterita,  cum  ntve 
et  malo  tempore  omnes  simul  iverunt  illuc,  nitentcs  (?)  eum 
videre.    Et  non  viderunt  eum,  de  quo  sunt  multura  turbati. 

Nuncii  comunilalum  Bononie,  Florencie,  Luche  et  Sene 
sunt  hie.  Ad  quid,  nescitur.  Sed  dicitur,  quod  propter  Pro- 
cessus factos  per  dominum  Neapoleonem  cardinalem,  aposto- 
lice  sedis  legatum,  contra  Bononienses  .  .  .  Dat.  Burdegalts 
vigilia  apostolorum  Simonis  et  lüde. 

Bwcelon»,  Archiv,  CBD.  App.  gen.  Nr.  Hl.  Or.  Pap.  Sap.    Von  Jfur- 

19.  JokftBne«  Bargnndl  an  KOnI;  Jajme  II.:  Anfrelegreahelt  dett  Klo« 
item  Mons  Anigolinm.  Drohnng  des  Kardlanlü  Rnlninnd  del 
Got  gefCB  Ihn.  Helntteiiläne.  Zelt  der  Zuwunmenkunft  von 
Poltiere.    Bordeaux  (1806)  Noreinber  9. 

. .  .  N^otiuni  ^)  Petri  de  Luna  reciplt  dominus  Raymundus 
de)  Got  sicut  proprium.  Et  sicut  dixit  miclii  dominus  Landul- 
fus  cardinalis,  quasi  tale  est  ei,  si  quis  tangit  in  n^ocio  isto, 
quäle  esset,  si  tangeret  sibi  ad  cardinalatum  .  .  .*)  Ego  autem 
nullo  modo  intrare  illuc  potui,  licet  dicereni,  inichi  fieri  iniuriam, 
qualis  non  consuevit  fieri  alicui  quantumcimquc  minimo.  Nego- 
ciuiu  illud  comissum  fuit,  sicut  de  electionibus  concordibus  con- 
suevit Qeri,   tribus  cardinalibus,   scilicet  dominis  fratri  Nicoiao 


')  Tgl.  hienn  das  Schreiben  vom  37.  Joli  1806  an  Philipp  in  Ualu- 
liiu,  Vitae  pap.  Aveo.  II.  p.  61  und  die  obigen  AusfQhningea. 

*)  Der  neue  Aofall  ereignete  eich  also  am   15.  Oktober. 

'I  Schreiber  verweist  auf  einen  am  Montag  abgesandten  Brief,  der  fehlt. 

')  Dann  folgt  der  Bericht  Dber  ein  Privatkonsistorium  am  Donners- 
tag, in  welchem  der  Kandidat  Petrus  und  zwei  Kanoniker  seines  Slosters 
Uons  Aragonum  mit  zwei  ihrer  Advokaten  anwesend  waren. 


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86  Briefe,  Keden  und  Outachten. 

episcopo  Hostiensi,  fratri  Nicoiao  tiluli  s.  Eusebü  presbitero  et 
Petro  de  Colunipiia  diachono  cardinalibus.  Instante  tarnen 
iterum  et  iteruni  domhio  Berengario  .  .  .  cardinali  quondaiu 
episcopo  Biterrensi,  et  nullo  alio  instante  vcl  de  hoc  loqueote, 
fuit  mandatum  illis  tribus,  quod  me  vocaretit  et  audirent  Ipsi 
autem  rogati,  ut  accelerarent  negocium,  fuenint  simul  die  veneris 
proxißie  preterita  mane  et  fui  coram  eis,  qui  in  caniera  esa- 
minantes  decretum  eleccionis,  quod  clausuni  et  sigiDatum  por- 
tatum  fuerat  et  loquentes  nunc  cum  ipso  Petro  Lupi,  nunc 
cum  electoribus  suis,  modo  simul,  modo  cum  uno  et  deinde 
cum  alio;  demum  vocabant  me  et,  ut  breviter  me  expediam, 
interrogaverunt  me,  quid  opponebam  diclo  Petro  Lupi.  Dixi, 
quod  ei  nichil,  quia  bonus  homo  erat.  Et  sie  non  impugnabam 
materiam,  impugnabam  tarnen  formam,  cum  ordinacio  ipsius 
nionasterii  non  ad  eleccionem  canonicorum  sed  ad  regiaro  dis> 
posilionem  spectare  noscatur.  Et  tunc  finaliter  veni  ad  hoc, 
quod  capta  civitate  Oscensi  rex  Aragonum,  qui  tunc  erat,  con- 
siderans,  quod  cum  Dei  adiutorio  fortaiicimn  il)ud  Montisara- 
gonum  via  fuerat  ad  capiendum  civitatetn  ipsani,  deputavit  illad 
Dei  servicio  et  fecit  ibi  capellam  suam,  non  collegiatam  ccclc' 
siam,  non  monasteriuin,  sed  capellam  et  dotavit  eam  et  statuit 
ibi  certum  numerum  clericonim  .  .  .  Demum  inventa  est  eccle- 
sia  illa  conventualis  et  regularis,  per  quem  modum  nescio  . . . 
üixit  michi  dominus  Berengarius  cardinalis  Bitterrensis  pre- 
dictus,  quod,  sicut  ex  verbis  domini  R.  dei  Got  cardinalis  perce- 
perat,  si  ego  eum  impedtrem  in  isto  negocio,  ipse  perpetuo 
tempore  impediret  hie  promocionem  meam.  Hespondi,  quod 
non  eram  hie  intencione  procurandi  promocionem  meam,  sed 
promovendi  et  procurandi  n^ocia  domini  mci,  et  quod  antt 
morerer,  quam  recederem  infideüs. 

Dominus  papa  recessit  de  Pessaco  die  dominica  proxim^ 
preterita ')  et  vadit  ad  locum  nativitatis  sue,  propter  quod 
n^ocium  istud  habebit  aliquam  dilacionem,  ut  credo.  Unde, 
screnissime  princeps,  procuratoriuni  sufliciens  et  privil^ia,  st 
qua  habetis,  vel  cotuni  transumptum  in  forma  publica,  licet  noD 
plene  sufficeret,  et  quicquid  super  instruclione  ipsius  negocii 

')  Am  6.  November. 


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Nr.  19.    (180«)  November  9.    Nr.  20.    (1807)  J»dum  8.  27 

poteritis,  huc  mittatis  celeriter.  Sicut  dixit  dominus  lohanncs 
Monachi  cardinalis,  maxinia  n^ligencia  fuit  non  milterc  huc 
proGuratoriuin  .  .  .  •) 

Dominus  papa  mittit  in  Franciam  duos  cardinales,  scilicet 
dominum  cardinalem  ßitterrensem  et  dominum  cardinalem  Bru- 
gensem,  qui  fuit  cancellartus  regis  Francie.  Mittit  eciam  in 
Angliam  dominum  P.  Ispanum  episcopum  Sabinensem.  Et 
cardinales  ipsi  recessuri  sunt  in  brevi,  Displicet  michi  de  re- 
cessu  dicti  domini  Bitterrensis.  Nuncii  regis  Frederici  tracta- 
venint  et  concordaTenint  matrimonia  in  Francia,  scilicet  de 
Slia  regis  Frederici  cum  Ulio  r^is  Francie  tertio  genito,  qui 
vocatur  Rotbertus,  et  de  filio  r^is  Frederici  cum  fiUa  domini 
Garoli  frutris  regis  Francie.  Pro  certo,  ut  intellexi  a  nunciis  ipsius 
regis  Frederici  et  etiam  a  quibusdam  clericis  regis  Francie,  qui 
venerunt  huc  pro  ipso  rege,  .  .  .  credo  quod  papa  videbit  sc 
cum  rege  Francie.  Citra  festum  nativitatis  non  credo,  sed  forte, 
ut  communiter  dicilur,  in  continenti  post  festum  et  in  Pic- 
tauia  . . .     Dat.  Burdegalis  V.  idus  Nouembris. 

BarceloDs,  Archiv,  CRD.  Nr.  13070.  Or.  Pap.  Sap. 

20.  Johuines  Bnrfundl  an  KSnig  JKyme  IL:  Aniiferti^nng  der  Ur- 
bniidea  flr  den  KVolf.  Naehrlcht«»  vom  kranken  PnpBte.  Be- 
saehe.  PiKne  dea  E.  r.  Cardonn  and  seine  vergeblichen  An- 
strcHgiingen,  den  Papst  zu  sehen.  Clemens  V.  erhilt  gute 
IfMhrtcht«n  fon  Philipp  d.  Bch.,  leiert  We)hnneht«n  allein  und 
kann  Infoiire  eine«  neoen  Anlalis  die  KardinlUe  trotz  Ihres  Ver- 
Uufens  nieht  emphnfen.  Tiellelcht  kommt  er  dernnHehst  znr 
Abhaltunf  einiger  Konsietoiien  In  die  Xihe  von  Bordeanx.  An- 
gelegenheit von  Mons  AragonuDi.  Tod  eines  Kardinals.  Hlt- 
tellnng  von  der  Gesundung  des  Papstes.  Aninillfe  Xachgleblg- 
keft  Philipp«  d.  Seh.  MerkirUrdlge  Inßernng  Karls  von  Yalols 
über  die  groDen  PlHne  Philipps  d.  6ch.  BUndnlsgerUeht«.  Bor. 
desnx  (1S07)  Jaanar  S. 

Littcras  celsitudinis  vestre,  serenissime  princeps,  recepi 
dominica,  qua  dicebatur  II.  nonas  Decembris,  per  Dominicum 
cursorem  vestrum,  portitorem  presentium  michi  exhibitas,  in 
qaibus  michi  mandavistis,  quod  super  recognicione  homagii  ra- 


')   Es  folgt  ErOrterang  der  Frage :    Qau  iara  potest  laicus  in  colle- 
gUta  eccleaia  eese  patromis? 


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38  Briefe,  Reden  und  Gutachten. 

cione  regni  Sardinie  et  Corsicc  presUti  nedum  IHleram  aposto- 
licam  imo  et  inslrumentuni  publicum,  super  quo  notariuio  ca- 
mere  in  ipsa  prestacione  requisiveram ,  procurarem  habere. 
Super  quo,  serenissime  princeps,  vestre  regle  tnaiestati  signi- 
ßco,  quod  noUrius  ille,  qui  niagister  Jolianncs  de  Regio  «ippel- 
latur,  missus  per  camerarium  domini  pape  ivit  in  Alamanniam, 
iam  est  diu,  ita  quod  tempore,  quo  predictas  recepi  litteras, 
[non]  erat  hie,  sed  speralur  cito  venturus  . .  .  Dominus  papa, 
sicut  alias  scripsi,  ivit,  iani  diu  est,  ad  locum  na[tivitajtis  sue 
vocatum  Vilandrau  et  adhuc  ibi  est. 

£>oniina  Guillelma  de  MoRtecat[eno]  venil  nuper  apud 
Vasatum,  Civitaü  est  prope  dictum  locum  ad  duas  leucas. 
Et  tum  ibi,  tum  apud  Langonuni  stetit  aliquibus  diebus.  Cum 
ea  erat  dominus  Gasto  de  Armanyach,  qui  sepe  ex  parte  eius 
ibat  ad  papam.  Ipsa  [enimP]  non  potuit  videre  papam.  De- 
mum  recessit  inde. 

Dominus  R.  de  Cardona  fuit  hi[c]  cum  satis  puicra 
comitiva  sociorum  et  domicellorum.  Dicitur  comuniter,  quod 
vcnit  missus  [perj  r^em  Portugalie  ad  papam.  Aliqui  alii 
dixerunt  miclii,  quod  ipse  venerat  ad  papam  pro  [su]is  pro- 
priis  negociis  et  rex  Portugalie,  ex  quo  venturus  erat,  comi- 
sit  sibi  litter[as]  ad  papam  et  forte  aliqua  dicenda.  £)oininus ') 
car[dinalisj  ..."  ivit  postea  versus  Vilaii[drau]  et  dictus  domi- 
nus R.  de  Cardona  cum  eo.  [Et  cjum  diu  stetisset,  ibi  uon 
potuit  .  .  .  obtinerc,  quod  videret  papam,  i(a  quod  ad  festuiii 
nativitatis  rediverunt  apud  Burd^alam.  Fuit  autera  hie  . .  ■ 
dictus  dominus  R.  de  Cardona  die  lune,  que  est  nonas  Decem- 
bris,  et  recessit  binc  die  martis  in  festo  beati  Jobannis  apo- 
stoli.  Et  vadit  in  Franciam  ad  comitem  Fuxensem,  ut  dicit, 
qui  ibi  est,  et  sperat,  quod  dominus  R.  del  Got  predictus  ei- 
pediverit  sibi  in  reditu  suo  omnia  negocia  sua,  quia  ita  dixit 
ei.     Ipse  tarnen  nicbil  bic  fecit. 

Sicut  alias  scripsi,   dominus    cardinalis    Ispanus  recessit 

fi  Hier  wie  später  fehlt  meist  Vi  o^^r  '  Wort.  Nor  die  sicheni  E^ 
giozuageD  in  den  eckigen  Klammem. 

')  Da  anlen  R.  del  Oot  predictmi  folgt,  so  hat  anch  hier  wohl  sein 
Name  geetaaden,  obwohl  aas  den  Überresten  eher:  ious  m  lesen  isL 


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Nt.  20.    (ISOT)  Januar  S.  29 

hinc,  iam  diu  est,  et  vadit  in  Angtiam  et  dominus  Atnaricus 
de  Lebreto  cum  eo.  Credo,  quod  in  festo  nativitatis  doniini 
fuerint  Paris[ius}.  Hiis  diebus  reeepil  papa  litteras  a  cardina- 
libus,  qui  sunt  cum  rege  Francie  et  dicitur,  qtiod  eis  visis  fuit 
letus  et  dixit,  quod  bona  nova  portaverat  Cursor,  qui  litteras 
regis  portaverat.  NuUus  cardinalium  est  cum  [eo]  nee  fuit  in 
festo  nativitatis  ..."  ablwite  Fontis  fVigidi '),  qui  fuit  cum  eo 
in  festo  tribus  diebus  et  retulJt  michi  idcm  abbas,  quod  ipse 
dixerat  ei,  quod  cardinales  multum  desiderabant  eum  viderc 
et  ipse  papa  respondit,  quod  intencio  sua  fuerat  per  sex  dies 
ante  festum  mittere  pro  eis,  nisi  quia  fuit  discrasiatus  ipso  b 
tunc.  Dicitur  etiain  communiter,  [quodj  venturus  est  ad  quen- 
dam  locuni  hie  prope,  qui  vocatur  Lonnont  et  est  ultra 
aq[uasF].  Locus  est  archiepiscopi  Burdegalensis.  Non  est  nisl 
Garona  in  medio  inter  civitatem  istam  et  [loc]um  illum.  Et 
ibi,  ut  creditur,  lenebit  aliqua  consistoria  et  faciet  aliquas  pro* 
vtsiones. 

Quantum  possum  perpendere,  P.  Lupl  de  Luiia  muttum 
sperat  de  exped[itione]  sui  negocii  et  dixit  michi,  quod  ipse 
habet  litteras  bullatas,  quo  misse  sunt  ei  de  monasterio  Montis- 
aragonum,  per  quas  apparet,  ut  dicit,  de  iure  canonicorum  in 
eligendo.  Dicit  etiam,  quod  est  ibi  iittera  bullata,  in  qua  papa 
cassavit  postulacionem  factam  de  domino  Sancio  patruo  vestro 
et  providit  de  alio.  Dicit  etiam,  quod  dominus  R.  del  Got 
vidit  litteras  ipsas  et  cum  dictus  P,  L[upi]  interrogaret  eum, 
si  mitteret  pro  pluribus  litteris  papalibus,  cum  et  alie  essent 
adhuc  de  monasterio  littere  apostolicc,  dixit  ei  dominus  R.  del 
Got,  quod  sufticiebant  die,  quas  videral.  Unde,  serenissimc 
princeps,  expediret,  quod  vel  mitteretis  plenam  super  iure 
vestro  informationeni,  vel  si  vos  non  babetis,  quod  mitteretis, 
ut  desisteretur  a  contradictione  dicti  P.  Lupi.  Non  enim  esset 
pulcrum  in  lanto  principe  aggredi  negotium,  in  quo  succum- 
beret,  quod  contingeret,  si  ius  non  habetis.  Iteruni  nee  pul- 
crum  esset,  si  ins  habetis,  illud  per  negligentiam  vel  iniuriam 

a  Hier  grOßere  Lücke  von  uogefthr  3  WSrtera.  b  So  Or. 


')  AnwMns  Novelli,  Hpäter  Vizekanzler  nnd  Kardinalprit^sbr. 


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30  Briefe,  ßeden  lud  Qutacbten. 

perdere.  Quia  si  ius  habetis  et  hoc  perditis,  non  remanebit 
vobis  tani  pulcruni  iocule  de  re  eccIesiasUca  in  tota  terra  vestra. 
Parcat  regia  celsitudo,  quia  ex  affeccione  loquar. 

Alia  nova  non  sunt  hie,  nisi  quia  dominus  Theoderieus 
Civitatis  Papalis  episcopus  cardinalis  decessit  nuper  ante  festum 
nativitatis  domini  proxime  preteritum. 

Vicecancellarius  eguitavit  ad  papam  dominica  protime 
preterita-  et  creditur,  quod,  quicquid  sit  in  cancellaria  legendum, 
l^et  modo.  Ipse  idem  hoc  niichi  dixit,  quod  sperabet  omnia 
l^ere,  et  sie  credo,  quod  litteras  illas,  serenissinie  domino. 
tarn  super  recognitione  homagii  prestiti  quam  super  tercia 
parte  decime  habebo  cito. 

Ad  convocationem  domini  R,  del  Got  cardinalis  eonvene- 
runt  omnes  cardinales  heri  niune')  in  domo  fratrum  Minorom, 
et  cum  ibi  essent,  dixit  eis  idem  dominus  R.  del  Got  ex  parte 
pape,  quod  idem  dominus  papa  emt  bene  curatus.  Et  quia 
in  recessu  suo  mandaverat,  quod  nullus  iret  ad  eum  nisi  voca- 
tus,  modo  placebat  ei,  quod  irent  ad  etim  ipsi  cardinales  et 
possent  eum  viderc  die  dominica  sequenti  ^). 

InleElexi,  nescio,  si  sit  verum,  quod  rcx  Francie  reinitlit 
Flandrensibus  multa,  in  quibus  per  convencionem  se  obligave- 
rant  tempore  concordie  inter  cos  initc.  Et  alüs  genlibus  suis 
placere  conatur  nunc.  Audivi  etiam,  quod  dominus  Carolus 
(Täter  ipsius  regis  dixit  nuper  quibusdam ,  quod  sexi^nta 
anni  erant,  quod  rex  Francie  non  habuerat  tarn  grandia 
ne;;ocia ,  sicut  habere  credebat.  Dicunt  aliqui ,  quod  coii- 
feilerati  sunt  reges  Alamannie  et  Änglie.  Non  tarnen  pleuani 
tidem  adhibeo  hiis,  que  de  rege  Francie  michi  dieta  sunt, 
l[icet]  homo  bnnus  dixerit  michi,  se  predicta  audivisse  referri. 
Alia  nova  non  sunt,  sercnissime  princeps!  .  . .  Dal.  Burdegalis 
111.  nonas  Januarii,  in  media  tercia. 

Barcelona,  Archiv,  CRD.  Nr.  10305.  Or.  Pnp.  Ssp.  Mit  snhr  viel« 
Lochern. 


')  2.  Janunr  1807. 
T  8-  Jonnar  1307. 


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Nr.  21.    {1807)  Februar  25  und  Hin  12.  St 

21.  Zwd  Briete  ita  Jobunes  Banrandi  an  KtinlK  J«fme  II.:  Mlt- 
tellaB;  dw  PmpBtM  in  Konsistoriiim  tlber  ZnBammeBkanft  iu 
Paltim.  llelnitapliae.  KnrlalF  TakanzcB.  Abntee  dra  Papst«. 
Daur  dn  AnfenthalUa  In  Poltiere.  Sebwleriskelt«ii  betr.  Er- 
laarnF  der  Honiaflainrknnde.    (180T)  Febraar  2h  UDd  HHn  12. 

I.  .  .  .  Die  martiä  proxime  preterila  dominus  papa  tenuit 
consistorium  privatum  cum  cardinalibus  apud  Pessacum.  Et 
ogo  fui  Tocatus')  .  . . 

Posl  hec  Omnibus  cardinalibus  presentibus  dixit  michi 
papa:  Nunc  dum  occurrlt  nobis  et  recordamiir,  dicimus  vobis, 
nos  intcndimus  esse  Pictauis  prinia  die  mensis  Aprtlis  et  ibi 
erit  rex  Francic.  Signlflcabitts  domino  vestro  regi,  iam  scitis, 
quare  dJcimus.  Hec,  serenissime  princeps,  dixit  idem  dominus 
papa  credens,  quod  propter  traclatus",  qui  Tuerunt  inter  vos 
et  regem  Francie  super  liberorum  matrimoniis  habiti,  debeatis 
huc  mittcre.  Et  iam  cliam  de  hoc  idem  dominus  papa  locu- 
tiis  Tuerat,  dum  tiic  essenl,  venerabili  abbati  Sanctaruni  Crii- 
cum  el  Petro  Martini  de  Godor  et  micl)i.  Iam  alias,  serenis- 
sime  princeps,  scripsi  vestre  r^ie  magestati,  qualiter  audiveram 
a  nunciis,  qui  fuerunt  liic  domini  regis  Frederici  tratris  vestri 
et  postea  a  procuratoro  suo,  quod  habiti  et  firmali  fuerant 
tractalus  matrimonii  inter  fllium  r^is  Francie  et  filiam  ipsius 
regis  Frederici  et  inter  filium  regis  Frederici  et  filiam  domini 
Caroli.  Quid  super  hiis  et  super  facto  vallJs  de  Aranno  ex- 
pediat,  videat  regia  magnitudo.  Lilteram  super  facto  decime  (?) 
Iiabeo  in  domo  bullatam.  Spero  illam  super  recognitione  ho- 
magii  prestiti  racione  regni  Sardinee  et  Corsice  habere  bre- 
viter.  Die  lune  in  antea  usque  ad  Testum  beati  Michaelis 
mensis  Septembris  erunt  vacationes  quo  ad  audientiam  littc- 
ranim  et  cansarum  sacri  palacÜ.  Cause  tarnen  electionum 
episcoporum,  abbatum  et  supra  ducentur  et  cause  comisse  car- 
dinalibus. Resumetur  autem  tunc  audientia  Tolose.  Sicul 
intellesi,  iam  in  secreto  consistorio  confirmata  est  electio  Mon- 
tisaragonum   et  credo,   quod  in  primo  publico  consistorio  pu-> 

a  trsctus  Or. 


')  Betrifft  die  Wahl  ia  Mobs  Aragonum.   Der  KDaig  hat  nachgegeber 
unter  Wahrung  Boiaer  Rechte. 


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88  itriefe,  Reden  aad  QaUclitda. 

blicabitur.  Dominus  papa  infra  octo  dies  speratur  agfp'essurus 
iter  suuni  versus  Pietauiam.  Alia  nova,  priiiceps  serenissime, 
non  sunt  liic  ad  presens  .  .  .  Dat.  Burdegalis  V.  kalendas 
Martii. 

II.  ...  Dominus  papa  recessit  hinc  eri  et  vadit  usque 
Ptctauiam,  ubi  debet  se  vJdere  cum  rege  Francie,  ^cut  alias 
scripsi.  Litteram  autem  super  recognicione  homagii  nullo  niod) 
potui  habere  bullatam,  licet  multi  cardinales  sibi  de  hoc  ver- 
bum  fecerint  et  ego  ipse.  Et  tarnen  dixerat  a  principio,  porf- 
quani  venit  de  Vilandrau,  quod  eam  hie  expediret.  Dixit  aii- 
tem  nunc,  quod  eam  expediri  faceret  Pictauie.  Et  quia  res 
Francie  citra  medium  Äprilis  non  speratur,  quod  sit  ibi  p1 
moram  ibi  contrahet  aliquam,  saltem  per  totum  mensem  Äpri- 
lis« .  .  ,,  serenissime  princeps,  imo  et  necessitas  me  compellit  re- 
dire  ad  presentiam  maiestatis  vestre,  ila  quod,  si  aiiqua  vestra 
negocia  cum  rege  Francie  presente  papa  agenda  fuerint,  po- 
leritis  me  vel  alium  satis  cum  tempore  remisisse,  Statum 
autem  curie  clarius  et  decencius  tunc  verbo  quam  nunc  scriplo 
vestre  maicstati  regie  cxpHcabo.  Abbas  Montis  Aragonum  con- 
firmatus  est  .  .  .    Dat.  Burdega|is  domiiiica  in  passione  domini. 

Barcelona,  Archiv,  CRD.  Nr.  107S9  und  a.  f.  Nr.  1868  Or.  Pap.  Ssp. 
Ersteres  sehr  beschädigt 

a,  Johannes  Bur^idf  nn  KVnlg  Jny mc  IL :  BpmHhnngen  des  kMti- 
llaniHchen  Prltt«ndent«ii  Alfonso  beim  Papste  am  ein  \Wp 
reich.  HeiralspIKiie  Im  (tanxÖNigchfu  ESnl^Bhanse.  Wann 
Clemens  V.  und  Philipp  d.  Seh.  Ihren  Elnzoic  In  Poltlen  tu- 
zSKern,    Bordeaux  (l.Wi)  MSn  27. 

.  .  .  Dominus ')  Alfonsus,    ßlius  domini  quondam  iafantis 
Ferrandi   de  Castella  et  domine  Biaiiche^),    fiiit    hie  et  nuni- 
etiam  vadit  Pietauiam.     Slcut    intcllexi,   petit    a   papa  conrr 
sibi  nomen  regiuni  et,  ut  dicilur,  papa  dedit  sibi  spem  de  rr 

II   Folgt  dem  Sinne  nach:  redeo,  oder  Ähnliches. 

'I  Erst  schreibt  er  von  seiner  Krankheit  und  daß  er  n.' 
gehe :  procarstorns  expedfcionein  littere  recognitionis  homai^ii 
Corsice,  quam  papa  diicit  ae  ibi  facturom. 

*)  Tochter  des  b,  Ludwig.    Ihre  SOhne  sind  die  beiden  Prii 
de  la  Cerda. 


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Nr.  22.     (1307)  Hfin  27.    Hr.  2B.    (1307)  Mai  U.  38 

Creti".  Petit  eciam  sibi  concedi  passagium,  si  Hat,  et  ad  hoc 
papa  dicitur  respondisse,   quod   aliquant  parteni    assignabit  ci. 

Filius  primogenitus  regis  Francic  habet,  Jam  diu  est,  in 
uxorcm  flliam  quondam  ducis  Burgundie,  Fuerat  tarnen  primo 
Lractatum,  quod  haberet  ßliani  comitis  ßurgundie;  sed  quia 
postea,  mortua  reffina  Francie,  rex,  ut  dtcilur,  intendebat  pro 
SP  habere  ßliam  comitis,  habuit  ipse  primogenitus  filiam  ducis. 
Nunc  autem  secundogenitus  (ilius  regis  contraxlt  cum  dicta  filia 
comitis  pro  certo.  Rex  vero,  sicut  dicitur,  intendit  habere  pro 
,'ie  neptem  quondam  comitis  Attrebatensis,  filiam  sciHcet  filii 
ipsius  comitis  Attrebatensis  quondam,  que  et  soror  est  uxoris 
comitis  Fuxensis.  De  tercio  autem  genito  legis  ipsius,  sicul 
iam  alias  scripsi,  intellexi  a  nunciis,  qui  tunc  erant  hie,  regis 
Frederici  et  ab  eius  procuratore,  quod  tractatum  erat  et  con- 
venlum  de  fiendo  matrimonio  inter  ipsum  tercio  genitum  et 
filiam  ipsius  regis  Frederici.  Dominus  tani(?n  Stephanus  car- 
(iinalis,  qui  fuit  eancellarius  regis  Francie,  dixit  raichi  ante  eri, 
rjuod  pro  certo  de  tercio  genito  nichil  erat  actum  ...'). 

Dicitur  hie  per  ahquos,  quod  papa  intendit,  quod  rex 
Francie  intret  prius  Pictauiam  quam  ipse;  et  rex  Francie  in- 
tendit contrarium.  .Unde  suspicantur  ex  hoc  aliqiii,  quod  non 
ernnl  usque  ad  medium  mensis  Aprilis  vel  etiam  ultra  ibi.  Qui- 
iibel  enim  tardat  venire.    Dat.  Burdegalis  in  crastinum  Pascbo. 

Barcelona,  Archiv,  CRD.  App.  gen.  Nr   86,  Or.  i'ap.  Sbil 

23.  Johannen  Bunrnndl  an  Könir  JH3'mf  II.:  PhlMpp  von  Tarciit  er- 
hHlt  Zehnten  dir  den  Orient.  PrttlendeDt  AlfoiiK  de  1»  Cerdn. 
VeuexianlHclie  Yerfa«ndliinKeii  mit  Karl  von  Valoh.  Abreise 
Philipp«  d.  8ch.  TOD  Poltlers.  Petitlomen  desKOIWii  bezUg'lh-b 
CSlextlns  V.  und  Bonilkz*  YlII.  Anden-  ^beimnlNTolle  Plline. 
Helnit  de»  enirütiehen  Thron  foltrors.  Anbnnft  der  <<:  roll  meist  er 
der  Templer  und  Hospitaliter.    Poitiers  (1307)  Hai  U. 

Dominus  Karolus  rex  Iherusalem  et  Sicilie  non  est  hie 
nee  speratur  venturus  ad  prescns.     Dominus  Philipus  princejw 


')  Folgt  HJUeiluog,  d»B  er  die  Bniie  sup«r  tercia  pui'te  ilcc 
wit«  oBioia  exMlvende  sende,  nnd  Bitte  lun  Geld. 


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34      <  Briefe,  lUdeD  und  Gutachten. 

Tarentinus  eius  fllius  fuit  hie  et  obtinuit  a  domino  papa  ad 
duos  aiitios  deeimam  comitatus  Provintie  et  provintianim  Vien- 
nensis  et  Lugdiinensis  in  illis  earum  partibus,  que..-"  sunl 
in  regno  Francie,  et  etiam  deeimam  provintie  Embredunensis  nee. 
non  et  deeimam  Aeaye  et  tocius  illius  terre,  quam  ideu  prin- 
ceps  habet  in  Romania.  Et  hoc  pro  [acquijrendis  terns  illis 
in  Romania,  in  quibus  idem  princeps  dicitur  ius  habere.  [Ob- 
tinuijl  etiam  idem  princeps,  ut  dixit  michi  procurator  eius, 
procedi  et  confirmari  prü[ce3]!9us  iam  per  alios  summos  ponti- 
tlces  habitos  contra  Ungaros  illos,  qui  non  recipiunt  füium  do- 
niini  Karoli  quondam  regis  Ungarie  pritnogeniti  dicti  r^is  Si- 
cilie  [in]  i'^em  suum.  Rccessit  autem  hinc  [idjem  princeps 
die  iovis  proxime  preterita ')  satis  [tarjde. 

Dominus  Alfonsus  filius  quondam  intantis  Ferrandi  et 
domine  Blanche  est  adhuc  liic  et,  sicut  alias  scripsi,  inslat  apud 
papani  pro  nomine  regio  et  data  est  sibi  spes  de  regno  Creti. 
Instat  etiam,  quod  sibi  comitteretur  passagium.  si  Rcret,  d 
data  est  ei  spes  de  aliqua  parte  passagü  sibi  comittenda. 

Nuntii  solemnes  Venetopum  sunt  hie  et  fuerunt,  postquain 
papa  est  hie.  Venerunt  signanter  pro  domino  Karolo  fratre 
regis  Francie ')  et,  sicut  a  flde  dignis  audivi,  actum  est  ei  con- 
ventum  inter  eundem  dominum  Karolum  et  nuntios  ipsos,  quod 
Veneti  iuvabunt  dictum  dominum  Karolum  in  acquisicione 
Romifnie  et  pro  tercia  parte  sumptus  ad  hoc  de  suo  facient 
et  similiter  in  acquisicione  ipsa  partem  terciam  obtlnebunl 
tenendaro  tarnen  in  feudum  pro  ipso  domino  Karolo.  Hoc 
firmattse  dicitur  imperatrix,  uxor  dicti  domini  Karoli,  et  papa 
etiam  approbasse  .  .  . 

Tractatum  et  conventum  erat  de  matrimonio  contrabeniio 
inter  filiura  domini  regis  Frederici  et  filiam  dicti  domini  Karoli, 
non  quidem  primogenitam  ex  secunda  uxore  sed  aliam.  Nani 
primogeiiita  ipsa  debebat  contrahere  cum  lilio  ducis  Burgun- 
die  .  .  .     Postea  intellexi  contrarium  a  domino  Stephane  cardi- 

a  Locb.    Non  fehlt  wohl. 

')  Am  11.  Hai  181)7. 

')  Man  vgl.  hierzQ  J.  Petit,  Charies  äo  Valoie,  p.  105  and  106  nwl 
meine  epStero  Publikation. 


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Ht.  2S.    (1S07)  Hai  14.  3& 

naii,  qui  regis  Francie  fuerat  cancellarius . . ,  Nunc  autein, 
postquam  fui  hie,  tntellexi  et  dominus  lohannes  de  Rocliafort 
miles  vesier  eUam  dixit  michi,  quod  tractatus  de  fliio  domioi 
r^is  Frederici  fuit  cum  terciogenita  dicti  domini  Karoli  ex  se- 
cunda  lixore.  Habet  enim  ex  ea  tres  filias,  sed  in  tractatii 
de  secundogenila  ni«hil  est  immutatum  nee  innovatum. 

Rex  Francie  recessunis  est,  ut  communiler  dicitur,  die 
martis  sequenti ').  Et  \pse  idem  ita  scripsit  regi  Maioricarum, 
qui  huc  ventebat  ad  eam.  Sed  habita  Uttera  super  hoc  ipsius 
r^s  Francie  idem  rex  Maiorieanim  vadit  apud  Lotxas  *)  et 
ibi  expectabit  ipsum  regem  Francie.  Communis  Imbet  asser- 
cio,  quod  idem  rex  Maioricarum  venit  pro  cambio  faciendo  de 
MoDtepessulano  cum  rege  Francie,  quod  iara  diucius  tractatum 
est.  Idera  vero  rex  Francie,  ut  communiter  dicilur,  erit  apud 
Lotxas  et  in  locis  ibi  circumvicinis,  donec  veniat  princeps 
Wallie  primc^nitus  scilicet  regis  Anglie,  qui  in  veniendo  est, 
et  in  feste  beati  lohannis  Baptiste  proximo  futuro,  ut  pro  certo 
communiter  hie  tenetur,  debet  hie  esse.  Intellexi  tarnen  ab 
aliquibus,  quod  ipse  princeps  venit  morose  .  .  .«  nee  aeeelera- 
bit  iter  suum,  donec  sciat,  quod  rex  Francie  reslituerit  castnmi 
de  Haileo").  Dicitur  hie  etiam  per  quosdam,  qui  a  quibusdam 
amicia  suis  de  Anglia  hoc  per  litteras  habuerunt,  quod  regina 
Anglie,  que  regis  Francie  soror  est,  venit  similiter. 

Quid  autem  hie  ll^acil]  rex  Francie  cum  papa,  adhuc 
iiescitur.  Dicitur  tarnen  quod  multa  petit,  de  quibus  quedam 
indecmtia  sunt  ad  petendum  set  et  ad  concedendum  essent 
inde[cent]issima  *).  Inter  cetera  petit,  quod  canonizetur  frater 
Petrus  de  Moiro,  qui  fuit  papa  CelesUnus,  et  per  consequens 
datnpnetur  papa  Bonifacius.  Ipsius  autem  canonizacionis  ne- 
gotium est  commissum  tribus  cardinalibus,  sciücet  dominis  P. 

■)  Am  16.  Hai  1807. 

')  Loches,  Vgl.  du  Itinerariani  im  Rec.  des  bist,  des  Gaales  et  de 
)s  Pnnee  XXI.  p.  448. 

'i  Hierfiber  eine  Anzahl  Briefe  bei  Balazius,  Vitae  pap.  Av^n.  11. 
p.  66  as. 

*)  Vgl.  hieran  d.  a.  die  Stelle  bei  Balnzins,  I.  p.  27:  Petitionea 
tnnHoendebant  regalem  aUtom. 


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86  Briefe,  Reden  und  Gutachten. 

episcopo  Prenestino,  qui  fuit  episcopus  Tolosanus,  Stephano, 
qui  fuit  canccilarius  i-egis  Francie,  et  P.  de  Columpaa  cardi- 
nalibus.  De  atiis,  que  dicitur  petere,  non  scribo,  quia  et  si 
opinio  sit  multoruni  et  quasi  communis,  quod  ea  petat,  ab  eis 
tarnen,  qui  inde  »liquid  senciunt,  nichJl  dicitur,  et  quia  ideni 
Rodericus  •),  sicut  hie  audivit,  potent  referre.  Post  recessum 
tarnen  ipstus  r^is  Francie  forte  melius  scietor  inde  Verität 
et  tunc  scribam,  si  inde  aliquid  scivero. 

Rayniundus  de  Cardona  .  .  .  dixit  michi,  quando  ipse  fuit 
in  Anglia,  locutus  l'uit  regi  Anglie  et  principi  eius  filio  de  ma- 
Irimonio  contrahendo  inter  dictum  principem  et  sororem  regis 
Caslelle,  quia  per  regem  Castelle  et  per  reginam  eius  matrem 
hoc  ei  commissum  fuerat.  Et,  sicut  dixit  michi,  rex  et  prin- 
ceps  habuerunt  gratnm.  Dixit  tarnen  rex  Anglie,  quod  certe 
conventiones  erant  inter  eum  et  r^em  Francie  de  contrahendo 
matrimonium  inter  ipsum  principem  et  filiam  regis  Francie, 
qiias  conventiones  ipse  rex  AnglJe  non  frangeret,  dum  tarnen 
rex  Francie  certas  conventiones,  quibus  ei  tenebatur,  servaret. 
Non  refutabat  tarnen  istum  tractatum,  imo  placebat  ei  et  si. 
quid  de  rege  Francie  dictum  est,  non  procederet,  ipse  signiü- 
caret  regi  Castelle  suam  intentionem.  Noiebat  tarnen  nee  con- 
sulcbat,  quod,  si  dicta  domina  interim  inveniret  locum  pro  se, 
dimitteret  propler  hoc. 

Magister  militie  Tempil  debet  hie  esse  cito;  venlurus  est 
et  m^lster  hospilalis  s.  lohannis  Iherosolimitani;  et  papa 
tractat,  ut  pro  constanti  dicitur,  et  intendebat  facere,  cum  ee, 
quod  uniantur  dicti  duo  ordines. 

Comes  Fuxensis  cum  vicecomite  de  Narbona  et  cum 
nobili  Guilelmo  de  Calmont  ex  una  parle  et  vicecomes  de  To- 
rena  filius  comilis  Conuenarum  cum  ipso  coinite  ConuenaruDi 
ei  cum  comite  de  Armaniacho  ex  parte  alia  flrniaverunt  facere 
inter  se  bellum.  Tarnen  rex  Francie  misit  ad  eos,  quod  non 
moverent  se  interim,  quia  ipse  recipiebat  negocium  et  assigna- 
vit  eis  diem  ad  primum  parlamentum  Parisius . .  .  Dat.  Picta- 
uis  in  festo  Pentecostes. 

Barcalona,  Archiv.  CRD.  App.  gen.  Nr.  80.  Or.  Pap,  Ssp.  mit  »iel«i 
Lütheru. 

'}  Der  Bote  Rodericus  Egidü. 

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Nr.  24.    (18«7}  Hai  23  (1).  37 

2t.  ¥,  de  S.  Jnijl,  Eomtar  tob  AlAunbra  mb  GroBmelBter  Jftkob  tob 
Mola;:  HenlleheaBegrllBnBgissclireib«!!  des Uroflm eisten,  dewteu 
KoniBieB  fttr  den  OrdeB  und  die  Gegead  sehr  nOtlg  sei;  siieli 
nfirde  seine  Retse  aaeh  Ksstlltea  und  Portasal  sehr  nflUen. 
Mlravet  flSOT)  Xai  3S  (i). 

De  sobirana  religio  et  de  gran  honestat  et  savlea  baro 
inolt  noble  et  molt  honral  en  Christ  pare  et  senyor  molt  temut 
al  senyor  frare  Jacme  de  Molay  per  la  gracia  de  Deu  de  la 
sanla  honrada  cavaleria  del  Tenipte  mestre  molt  digne  trare 
P.  de  sent  Just  comanador  Dalfanibra  saluts  et  vera  hobe- 
dieocia  ab  tota  quanta  polest  reverencia  et  honor.  Ha  la 
vostra  molt  digna  senyuria,  senyor,  fem  saber,  que  avem  entes 
per  lo  noisatger  del  comanador  Darago  la  vostra  bona  sanitat 
et  el  bon  estament,  del  qua)  agem  molt  gran  goy.  Et  si  la 
vostra  merce  es,  queus  plaeia  huir  de  nos:  sans  som,  ta  Deu 
meree,  ab  molts  trebayls  et  ab  molls  enuycts,  que  avem  aguts 
d[e]puys,  que  partim  devant  vostra  presencia,  mas  tots  los 
prenem  en  repos  et  en  delic,  tan  gran  es  lo  piaer,  que  nos 
agem,  can  p<^em  venlr  devant  vostra  presencia.  Senyor,  con 
vostra  .  .  .  ^da  sia  molt  proHtosa  et  molt  honorable  a  nos  et 
al  Temple,  nomenadament  nos  sera  molt  profitosa  et  honorable 
de  venir  en  esta  terra  et  nielorar  senhia  molt  lestanient  del 
Temple  n.  Et  axi  seria  molt  profitosa  la  vostra  entrada  de 
Castela  et  de  Portogal,  segons  quens  ba  fet  saber  a  ^  letres 
aicuns  (rares  daquetes  partides.  Supticam,  senyor,  a  la  vostra 
alfea  molt  digna  senyuria,  que  siam  comanats  en  vostra  gracia 
et  siats  remenbran  de  nos.  Manat  nos  <,'o,  queus  plaura,  que 
nos  somi  aparelats  dobeir  vostres  manamens.  Senyor,  Deus 
voB  do  bona  vida'  et  longa  ab  salul. 

Data  en  Mirauet  f  X.  dins  rf  a  la  entrada  del  mes  de  uin. 

Barcelonu,  Archiv,  CBD.  Nr.  4236.  Kopie  Pnp.  2  Bifittar  aus  einem 
Regiiterbuch  des  gentmoteu  Komtur«.  Die  Datierung  ist  zweifelhaft.  Jeden- 
t*üa  handelt  es  eich  um  einen  ßeBUch  des  Großmeisters  und  ich  kann  den 
Komtur  nur  für  die  letzte  Zeit  des  Ordens  nacbweisen. 

n  Undeutlich.  Statt  melonir  nsw.  stand  da:  es  hie  gran  obs. 
f<   l.'r«{irttnglich :    per    Iura.  c    L'rsprtlnglich :    Escrit    lo    dimecres, 

''  dis  mit  AbkDrznngsiitric.h  über  i. 


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88  Briefe,  Reden  nitd  Gutachteti. 

2Ö.  JobNiines  Bni^audl  an  KSalf  Jayme  n.:  »rzSserang  drr  AW 
reise  FblllppH  d.  Seh.  vm  Poltleiti.  Aflfel«K«Hhe1t  BfnlGu'  TIU. 
KardinalNkommlsHlon  daHlr.  Gliste  In  Poltlers.  TftrUriMbe  tir- 
HUidte.    Poitiers  (1307)  Jnnl  26. 

Acceptis  litteris  vestris  .  .  .  disposui  nie  ad  recessum  . . . 
Deliberavi  tarnen  expectare,  quod  rex  Francie  hinc  recederet, 
qui  dicebatur  tunc  continuo  discessurus,  ut  post  eius  recessum 
super  expedicione  littere  recognitioiiis  homagii  racione  regoi 
Sardinee  et  Corsice  prestiti  facereni  possc  tneuiii.  Sed  quia 
proerastinando  rex  ipse  recessum  suum  dtstulit,  habui  plus 
quam  a  priticipio  crederem  remanere.  ...  Post')  recessum 
regis  Francie  remanserunt  hic  pro  eo  Guilelrous  de  Plasiano 
et  Guiletnius  de  Nogarelo,  qui  petunt  procedi  contra  dominum 
Bonifacium  quondani  et  n^ottum  hoc  tam  presente  rege  fiiil 
cominissum  sex  cardinalibus '}.  Filius  regis  Änglie  nee  venit 
nee  speratur  de  proximo  venturus.  Rex  Haioricensis  fuit  iiic 
et  vidit  papam  et  in  continenti  recessit.  Dominus  Alfonsus  de 
Castella  est  adhuc  hic  et  ductus  est  verbis  usque  modo.  Nun- 
cii  Tartarorum  ^)  sunt  hic  et  offerunt,  si  fiat  passagium,  cen- 
tuin  milia  equituni  cum  equis  suis  et  ultra  hoc  centum  milia 
equos  pro  iiiis,  qui  Iransfretabunt  .  .  ,  Dat.  Pictauis  VI.  ka- 
lendas  Julii. 

Hawelon«,  Archiv,  CRD.  Nr.  12866.  Or.  Pap.  Sap. 

'}  Vorher  berichtet  er  über  den  endlichen  Empfnaj;  der  Balle:  fiä^ 
euirn  finaliter  ipsa  littern  »xpeditn  et  eam  liubeo  dupliciitam;  babeo  atiui 
instrumentum  publicum  super  ipsa  prestacione  homagii.  Et  cum  diniin« 
sollicttudine  obtinuissem  die  merrurii  proxime  preteritii  aditam  ad  dominiiin 
papam,  inveni  eum  in  regiis  negociis  phis  soh'to  favorubilem.  Et  locntvs 
sum  er,  qunliter  dominus  Bonifncius  et  post  eum  dominus  Beitedicbns  .  .  • 
commiserant  domino  episcopo  Valentino  officium  legscionis  in  regao  Sirdinip 
et  Corsice  et  quod  dignaretur  idem  facere  .  .  .  Respondit.  quod,  cum  teati 
Pictauis,  reducerem  sibi  ad  memoriain  et  loqueretur  de  hoc  cum  omnibu^ 
vel  cum  aliquibus  cardinalibus  et  libenter  placeret  nobia.  Et  enim  est  in 
quodam  monasterio  extra  per  nnam  magnam  leucam.  Poat  hec  loentw  fni 
aibi  de  peticionibua  .  .  .  Receptia  ipaia  peticionibus,  mandavit  confMW 
suo.  quod  oportunitate  captattL  legeret  eaa  sibi  .  .  . 

')  Diese  Kommission  wird  auch  BaloziuB,  Tilae  Pap.  Aven.  I.  2"!  er- 
wähnt, ritht  aber  wofür  sie  ernannt  wurde. 

^1  Ihrer  wird  in  clen  Expensae  Clemens'  V.  xnerat  zum  23.  Jnni  ISC' 
gedacht. 


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Nr.  26.    (1807)  Juli  5.  89 

ä«.  ClemenB  V.  mn  Philipp  d.  Seh.:  Die  KnnlliuUBkoDimlMiton  hat  «leb 
mit  der  AnKele^uhelt  BoMlfax'  VIII.  bewhafti^  und  einen  dem 
KVdI^  TorznMhlagvnden  Weg'  nusgesncht.  Abgesehen  von  den 
Ansele^Bhell«B  KbtIh  II.  von  »apel  will  der  PapHt  sieh  bin 
znr  Erirdi^n^  nnr  mit  dieser  Bliebe  behssen.  Poitlen  (1S01> 
Jali  5. 
Clemens  episcopus  servus  servorum  Dei  carissimo  in 
Christo  filio  Philippo  r^i  Francoruni  illustri  salutem  et  apo- 
slolieam  benedictionem.  Si  tua  et  regni  tui  nostris  visceribus 
impriniuntur  negocia  et  presertim  illa,  que  post  nos  non  eque 
uliliter  forsan  aut  salubriter  pro  te  ac  r^no  tuo  ab  nliquibus 
possent  a{p,  tractari  aut  duci :  te  iam  ex  pluribus  experimentis 
cerciorem  efTectuni  Jgnorare  non  credimus  et  vere  siipponimus 
noü  latere.  Sed  scimus,  quod  sie  geris  in  corde  et,  si  non 
fallaris,  totis  oientis  viribus  agnoscis  et  sentis.  Ea  propter  de 
illo  predecessoris  nostri  Bonifacii  et  tui  regni  negocio,  quid 
^rimus,  ex  premissis  habes  facere  crediliter,  quia  fecimus  et 
fecerunt,  qui  a  nobis  dati  fuerunt  super  hoc  tractalores,  si 
manus  oostra  tactu  non  caruit  aut  oculus  visu,  nedum  quod 
decuit  eo8  facere,  quinimo  continuatis  diebus  operaciones  suas 
ad  extremum  suarum  virium  extenderunt:  istoriarum  et  geslo- 
runi  sancte  Romane  ecelesie,  conciliorum,  iurium  et  sanctorum 
patnim,  ut  viri  oculati,  sentencias  revolventes,  vias  varias  et 
divei^as,  attamen  tendentes  in  unum,  videlicet  in  tranquillita- 
teni  et  pacem  sancte  Romane  ecelesie  tuique  ac  regni  et  tuo- 
rutn  orrmium  invenerunt;  quorum  prudenciam  et  sollerciam 
nobis,  tibi  et  regno  tuo  ac  universali  ecelesie  fructuosam  in 
domino  commendantes,  de  viis  illis,  quaruni  atteram  ut  magis 
utrinque  acceptabilem  arbitrenmr  districto  examini  tractatorum 
ipsomm  preeligendam,  quam  voluerint,  duximus  committendam 
adeo,  quod  tempore,  quo  dilectus  filius  Guillelmus  de  Plaisiano, 
miles  tuus,  iator  presentium,  vir  utique  sollers,  industriosus 
et  prudens  a  nobis  propter  quedam  a  te  recepta  mandata  pe- 
lilam  cum  inslancia  obtinuit  licenciani  recedendi,  non  restaret 
aliud  in  agendis,  nisi  quod  de  altera  viarum,  quas  predicli 
traclatores  adinvenerant,  communiori,  iustiori  et  securiori  ab 
ipsis  ßnaliter  eligenda  te  valeamus  quamtocius  certum  efHcere, 
ut  plene  delilwrare  valeas  super  ea.  Et  super  eleccione  vie 
huiusmodi  conünuatis  diebus,  cuiusquam  hominis  nc^ocio  non 


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40  Uriefe,  Reden  und  Qutoclit«i. 

obstante,  excepto  dum  taxat  .  .  illustri?  regjs  SicUie,  qui  prop- 
ter  tua  et  r^ni,  que  pre  manibus  liabebamus,  tractanda  n^ocii 
ad  nos  hucusque  de  beneplacito  nostro  venire  distulit,  proce<<e- 
mus,  quoadusque  una  de  viis  preelecta  fuerit.  De  cuius  e<'ec- 
cione  efficienius  te "  quanicicius  polerimus,  cerciorem,  ul  ex- 
tunc  cuiuscunque  more  aut  ne^tligencie  sublato  dispendio  venias 
pulsaturus  imporlunitate  nobis  gratuita,  ut  tres  a  malre  tua 
paties  accipias  ad  robur  perpetuum  in  comodato  aut  dono, 
quibus  progenitores  lui  in  hoc  deserto  pasti  sunt,  federis  vide- 
liccl  Qum  sancta  Romana  ecclesia,  dileccinnis  et  pacis.  Dat. 
Piclauis  111.  nonas  lulü  ponüßcatus  nostri  anno  secundo. 

Psria,  Bibl.  Nat.  Cod.  Lat.  10919  f  52  '.  Karl  tl.  von  Neapel  btüe 
sein  Kommen  nach  Poitiera  nufgeachoben.  Johannas  Burg  und)  berichtet 
nnn  zam  11.  Jnli  (1307);  Dominus  tex  Cuvlue  est  hie  et  prioceps  eins 
lilius  oUDi  eo.  [Cnusn]  eins  adventus  igaoratar  communiter,  salvo  quod  od 
faciendem  pape  reverentiam  dicitur  veniase.  Ante  eius  adventnm  fuemnt 
hie  niintii  ducia  Oalabrie  et  proposnerunt  in  secreto  coneistorio  contra  regem 
Fredericum,  qni  nondum  reatituit  nee  vult  restituere  trin  costra,  que  adfanc 
tenet  in  Ualabria  ...  Et  papa  scribit  eideni  regi  Ftederjco  super  restitu 
cion«  dictonim  castrorum.  Intell|igitur]  tarnen,  quud.  [et|  ei  non  sit  scrip- 
tum, actum  tarnen  fuit  inter  dictoa  regem  Fridcricum  et  ducem  Calabrie. 
qiiod  ipse  rex  teneret  ipan  ceütra,  donec  ei  restituisaet  cnstmm  de  liati. 
Nova  de  Anglia  aunt  modo  hie  sopita.  Niehil  onim  de  adventu  filii  regia 
Anglie  diclitur]  nee  aliquos  misit  nnnc  nuncios.  Maiima  discordis  dicitnr 
eaae  laiiue,  propter  qiiod  illie,  qui  ad  honorem  veatrum,  sereniaaime  prin- 
ceps,  ajfuenint,  vidcretur,  quod  nunc  eaaet  tempua  acceptabile  ad  oandnii). 
Alia  nova  uon  sunt  liic  .  .  .  Dat.  Pictauia  V.  idua  Jnlij.  Barcelona,  Arcbiv 
CRD.  Monat  Juli.     Über  das  Ganze  vgl.  Darstellung. 

27.  (KnrdltiHl  Potras  Ooloiinit  mi  Papst  Clemens  >%):  .4iiss5buniif  mtl 
der  BonKkzIaulNrhen  Purt«l  kann  nur  mit  Willen  des  FnpstfS 
PhillppR  deH  SchGnen  nnd  iter  Scinigen,  Karia  11.  Ton  Neapel 
und  der  Seinigen,  sowie  der  genannten  '  i'ilmtst-lien  Palrliler, 
StSdte  Am  Kirt'hen»itnat«s  und  «Iler,  die  von  den  fiaEtaal  ft- 
Hehidlgt  Nliid,  erfolgen  (1307  ?). 

SancLissime  pater!  Humiliter  et  reverenter  protestor  et 
dcnuncio,  quod  non  est  niee  intencionis,  quod  pax  fiat,  et, 
si  lieret,  procedat  quomodolibet  nisi  de  mandato  expresso  sanc- 
titatis  vestre.     Item  de  voluntate  et  consensu  serenissinii  prin- 

't   Abschrift  hat  et. 


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Nr.  27.    (1307?)  41 

cipis  doitiini  r^iä  Fraiicoruni  illiistris  et  domJni  K.  et  Ludoiiic) 
fratrum  suorum  e\  omniuni  devotorum  et  subditorum  eiusdeni 
legis,  sive  sint  clerici  sive  layci,  qui  quoniodolibet  iniuriati 
vel  lesi  fuei-int  per  Gayetanos  vel  aliquem  eorum.  fteiii  excel- 
lentis  principis  domini  regis  Sicilie  et  ßliorum  siiorum,  precipue 
lirincipis  Taranlini,  et  consiliärioruni  suoruin  :  domini  lohannis 
I'ipini  et  domini  Ändree  de  Ysernia  et  domini  Mathci  de  Adria 
et  aliorum,  qui  quomodoltbet  lesi  fuerint  per  (jaietanos  vel 
uliquem  eorum.  Item  dominorum  noslrorum  cardina'i'um  sci- 
licet  domini  Tusculani,  domini  Portuensis,  domini  Ostiensis  ') 
episcoporum;  item  domini  lohannis  Monachi  presbyteri  cardi- 
oalis,  item  dominorum  Neapolionis,  Landulphi,  Guillelmi  dya- 
cononim  cardinalium.  Item  domini  lacobi  de  Columpna  pa- 
trui  mei. 

Item  infrascriptoruni  nobiliuni  de  Urbe,  scilicet  dominorum 
Sabellencium, "  precipue  Petri  de  SabeUo.  Item  domini  Stephani 
de  Comite  et  suoritm.  Item  Theobaldi  de  sancto  Eustachio 
et  suorum.  Item  domini  Ricardi  de  Milieus  de  Anibaldis  et 
suonim  nepotum.  Item  Nicholaij  filii  domini  Petri  Trasmundi 
de  Anibaldis  et  suorum.  item  tlüorum  Nicholai  de  Anibaldis 
et  suorum.  Item  filiorum  Nicholai  domini  Theobaldi  de  Ani- 
baldis et  suorum.  Item  Stephani  de  Albertis  et  suorum.  Item 
Bone  aventure"  Alexii  Romani  de  Bonaventuris  et  suorum. 
Hein  Pandulphi  Cracbii"  Guidonis  et  suorum.  Item  Andree 
lohannis  Ardeloti  et  suonim.  Item  Ricardi  Petri  laquinti  et 
suorum.  Item  Ricardi  Petri  de  Anibaldis  et  fralrum  et  nepo- 
tum suorum.  Item  domini  Nicholai  de  Buccamattis  et  suorum. 
Item  domini  Oddonis  de  Palombarya  et  Oddonis  nepotis  sui 
et  suorum.  Item  Bertuldi  et  Petri  de  Palonbaria«  et  suorum. 
Hein  domini  Laurencii  de  sancto  Alberto  et  suorum.  Item 
Bartholomei  de  Columpna  et  fratrum  suoram,  Petri  de  Co- 
lumpna et  fratris  sui,  dominorum  de  Gallicano.  Item  domini 
Petri  et  domini  Stephani  filii  sui  de  Columpna  dominorum 
Olibarii.    Item  domini  lohannis  de  Columpna  domini  Genazani. 

a   So  Abschrift. 

')  JohoimeB  BoccAmazza,  JohaDues  de  Murra  und  Nikolaae  Alberti. 
^1«  wie  die  folgenden  Kardinale  gebüren  zur  antiboDifaziani sehen  l'artei. 


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42  Briefe,  Reden  und  Gutachten. 

Item  domini  loliannis  de  Montenigro  cancellarii  Urbis  et  alionint 
amicorum  ot  devotorum  supradictorum  de  Urbe.  Ilem  in 
patritnonio  civitatis  Viterbtensis,  Narniensis,  Reatine,  Tuder- 
tineneis,  Ortanensis,  Tuscaniensis :  civitatis  Castellane  et  Sulrine. 
Item  comitatum  Corneti,  Montisalti,  Canini,  Gentumcellis,  Galle- 
sii.     Item  domini  Manfredi  alme  Urbis  prefecti  et  suorum  .  .  . 

Item  in  Campania  omnium  et  singulorum  dominorum  de 
Ceccano.     Item  lohannis  de  Comite  et  suorum  .  .  . 

Item  civitatum  et  comitatum  Florentini,  Alalri  et  Sene, 
Ceperani  et  Frosinonis  .  .  . 

Item  consanguineoram  lohannis  Castellani,  lohannis  Ar- 
chionis,  lohannis  Panis,  guorum  duo  occasione  Columpnensium 
occisi  fuenint  per  Gaietanos,  trinus  caplus  et  in  carcere  in- 
teremptus. 

item  omnium  illorum,  qui  privati  fucrunt  episcopalibus, 
abbaciis  et  beneficiis  ecclesiasticis  et  l>onis  eciam  temporalibus 
propter  Columpnenses.  Item  omnium  ßdeiussorum  Colump- 
nensium, a  quibus  magne  quantitates  pecunianim  exacte  fuerunt 
propter  Columpnenses  .  .  . 

Item  salvo  in  omnibus  mandato,  benepiacito  et  conseosu 
populi  Romani,  qui  pro  iusticia  dictorum  Columpnensium  ex- 
bannivit  et  djffidavit  Gaietanos  omnes  et  singulos  de  Urbe, 
diversos  processus  huius  occasione  faciens  contra  ipsos.  Item 
protestor  et  denuncio  huiniliter  et  reverenter  coram  pedibus 
sanctitatis  veslre,  quod  per  firmacionem  pacis  quocunque  ßnna- 
tnento  vel  iuramento  vel  alias  Armande  cum  domino  Ffrancisco] 
Gaietani  pro  se  et  suis  non  est  mee  intencionis  aliqaa  iura 
realia  vel  personalia  . .  .  ledentur '),  diminuentur,  rcroUtentur 
seu  cedentur.  Set  propositi  et  intentionis  mce  est,  quod  omnia 
iura  realia  et  personalia  .  .  .  salva  et  integra  sint  et  omnino 
illesa  et  illibala,  et  quod  in  pace,  que  fiel,  fiat  pax  et  recon- 
ciliatio  libera  et  spontanea  et  remissio  omnts  odii  et  rancoris 
hinc  inde. 

Supradicta  autem  j)articularia  et  contingencia  ipsa  et 
omnia  pertinencia  ad  ea  sanctitatis  vestre  clemencia  iure  ordi- 
nario  vel  ex  compromisso,   quod   suscipietis   et  in    vobis  Ret 

')  Nicht  ganz  deutlich. 


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Nr.  27.    {ISMfl    Nr.  28.    (1807)  September  10.  43 

plnne  et  libere,  alte  et  basse,  examinabit  et  iudicabit  et  difti- 
niet,  prout  sue  ptacuerit  saiictitati.  Et  fiiiem  Deo  dante  lau- 
dabilem  omnLbus  controversüs  et  questionibus  imponet. 

Paris,  Bibl.  Nnt.  Cod.  Lat  1091»  f,  192.  Urheber  dieses  Schrift- 
stückes ist  unzweifelhaft  Petrus  ColoDoa,  denn  er  spricht  von  setoem  Uhcim 
dem  Kardinaldiakon  Jakob  und  nennt  sich  in  dem  StQck  nicht.  FQr  die 
ZeitbeHtimmung  ist  wohl  nis  sicher  snzunehinen,  daß  das  Sldck  nach  der 
Inaugriff nähme  des  Prozesses  gegen  Bonifaz  VIII.  und  vor  dorn  Tods  Karls  II. 
vun  Nespel  —  nnr  er,  nicht  Robert  ist  gemeint  ^  abgefaßt  ist,  also  von 
1307 — 1309.  Ob  ane  den  lahlreichea  römischen  Namen  sich  eine  genauere 
Datierung  ergibt,  vermag  ich  mit  meinen  hiesigen  HUlfomittelu  nicht  anzu- 
geben. Zunächst  steht  nichts  im  Wege,  das  StUck  mit  den  in  voriger  Nr, 
erwäbnUin  Bemühungen  Cleniens   V.  zusammenzustellen. 

28.  TemplergroBin elfter  Jakob  ron  HoUy  an  KOnig  Jajrme  II.;  Er- 
BenBODg  des  Exlmlnns  de  Leudn  xom  Meister  der  Brngoneslsclien 
Templer  und  Bitte  um  die  Gnuat  des  Kflnigs  fOr  denselben. 
Pftitiera  (1S07)  September  10. 

.  .  .  Excellencie  vestre  presentibus  notuni  fiat,  quod  iios 
utilitatem  domus  nostre  diligenter  pensantes  habitoque  coin- 
muni  fratruin  nostroruin  consilio  expedire  credidimus  et  vestre 
celsitudine  fore  gratum  baillivie  nostre  Aragonie  orbate  reclore 
per  obitiim  venerabilis  quondam  viri  Berengarii  de  Caidona 
Provider!  de  religioso  viro  sapicnti  et  tionesto  fratre  Eximino 
de  Lenda,  qui  moribus  et  etate  maturus  adeo  diversis  graciarum 
generibus  adornatur,  quod  ei  (otiusbonitatis  testimonium  per- 
hibuenint.  Quare  maiestatem  vestram  diiximus  presentibus 
affectu,  quo  possuraos,  exorandam,  quod  idem  preceptor  noster 
ymmo  potius  vester  in  suis  agibillbus  inveniat  clenienciam 
vestram  sibi  favorabilem  et  benignam  ceterique  tVatres  nostri 
ac  bona  ad  instar  antecessoruin  veslrorum  et  niore  vobis  solito 
sint  vestre  magnitudini  commendata.  Fandet  nobis  gratia 
vestra  sua  benepiacita  voluntatis,  ad  quorum  completionem 
sollicite  intendimus  taniquam  pro  doinino  speeiali.  Valeat 
exceilencia  vestra  per  tempora  longiora.  Dal.  Pictauis  X  die 
Septembris. 

Barcelona,  Archiv.  CRD.  TemplaHos  Nr.  89.  Or.  Pap,  Ssp.  Nr.  38  zeigt 
Jakob  der  Kfinlgin  Blanrha  von  Aragonien  dieselbe  Wahl  an :  sperantea, 
qood  idem  frater  crga  regiam  maiestatem  ae  talit«r  ebsequioaum  prestahit, 
quod  dominacio  vestra  contentatur.   Tom  selben  Dntutii.    Or.  Pap.  Ssp.    Aus 


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44  Briefe,  Reden  und  Gutachten. 

CRD  Nr.  2902  Schreiben  P.  de  Qneralt  nn  Jftyme  IL:  EI  carren.  que  vos 
trameaea  a  cort  dp  Roma,  ea  vengat.  Lo  quäl  a  aportiides  letree  del  mM«tre 
del  Temple,  qui  venen  a  vo9  o  aqueles  noa  do  volgani  obrir,  1307  dimccn'S 
derrer  Dngost,  darf  man  wohl  schließen,  daß  der  GroSmeietcr  aclion  im 
fiühen  August,  vor  der  Abreise  des  Boten,  an  der  Kurie  war. 

29.  Wilhelm  von  ParlH,  pKpstItehor  KuplHU  uud  kSnle'lkfaer  Dcfrkt- 
v»Ur,  Genera] fnqnlititoi-  tu  Frankreich,  sn  die  Inqnisltom  la 
Toulunsf  nuä  CarriiHiMinne  und  die  übri^n  Dominikaner  Fruk- 
i-elt^hx:  Mfttellniit;  der  Entdecknng  der  templerisphen  Terg«fcen, 
AnREUhlnng,  Anrahniu^  der  Sehritte,  die  Philipp  d.  Seh.  dafeirn 
getan  Iiat,  Versammlung  der  BlKcb)>re,  seiae  Bitte  an  dea  KMf. 
Ihm  zur  Untersnchuug  gegen  einzelne  Templer  behtUflkh  «dl 
na  iToUen.  AatTordernug  zur  Untertiuebnng  und  Hlttdlang  der 
Er^hnlBse  an  die  Hlnoriten  und  andere  Httaehe.  FantiriM 
<1307>  September  22. 

Religiosts  et  venerabilibus  fratribus  [Jnquisiloribus]  ^  here- 
lice  pravitatis  Tholose  et  Carcassone  auctoritate  apostoÜca 
depiitatis,  prioribus  conventnalibus,  supprioribus  et  lectoribus 
ordinis  fratrum  Pretiicatoruni  in  regno  Francie  constituüs. 
eorum  videlicet  singulis,  frater  G,  de  Parisüs,  eiusdem  ordinis, 
capellanus  domitii  pape,  sercnissimi  prindpis  domini-  regis 
Francie  confessor  et  Inquisitor  heretice  pravitatis  in  regno 
Francie  predicto  auctoritate  apostolica  deputatus,  saluteoi  in 
aclore  *  et  consummatore  fidei  Ihesu  Christo.  Fralres  earis- 
sinii!  Scelus  sceleratissimum,  Celeste''  flagicium,  quod  nee 
oculus  vidit  nee  auris  audivlt  nee  alias  hominis  cor  ascendit: 
res  amara,  res  Qebilis,  abbominabilis  et  nimis  terribilis,  ex  qua 
consuevil  ira  Dei  in  filios  diüdencie  provocari.  Commovetur 
terra  nimirum  ac  omnia  elementa  turbantur,  divinum  nomen 
contempnitur,  religionis  venustas  confunditur,  laceratur  "■  slabi- 
litas  fidel  christiarte.  Nuper  ad  domini  r^is  auditum  et 
nostrum  pervenit,  videlicet  quod  fratres  quamplures  ordinis 
milicie  Tempil,  si  fratres  debeant  appellari,  Talso  religionis 
numen  tenentes  ')  .  .  . 

a   Fehlt.  b   So  Abschrift.  <•   latator  Abscfar. 

')  Hier  folgt  die  Aufzählung  der  Anschuldigungen  wie  in  dem  Schrei- 
ben des  KUnigs  vom  14.  Sept.  130^:  Rev.  d.  q.  bist.  X,  829. 


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Nr.  29.    (l307).SepUml)8r  22.  4& 

Heu  nobis,  si  premissa  veritafe  nilantur!  Quis  nobis. 
fratres,  tribuat,  iit  tanti  facinoris,  tante  divine  blasphetnie  vtdea- 
mus  aliquain  ultioncm.  Prefatus  igitur  dominus  rex  chmtia- 
nissiitius  premissis  auditis,  admiraciotiis  stupore  perletritus  et 
ftdei  ardore  succensus,  ea  non  spernit  sed  neduni  nobis  suisquu 
secretis  consifiarüs  sed  patri  nostro  saticlissimo  doinino  summo 
pontifici  apud  Lugdunum  primo  et  Pictauius  secundo  audita 
diligenter  aperuit.  Et  nobis  postmodum  adhibitis  diligencins 
perquisivit  pluresque  testes  ßdedigni,  omni  excepcione  maiores, 
inaxime  in  causa  fidei,  sunt  recepti  per  nos  iudicialiter.  Per 
quos  omnes  singulariter  turpis  recepcio  predicta  probatur  in 
eorum  personis  facta  fuisse.  Ac  veheinens  inducitur  presumpcio 
contra  oranes.  De  pturibusque  personis  eiusdein  ordinis  Imius 
r^ni  dicti  testes  deponutit,  quod  präsentes  fauttores"  ac  assen- 
cientes  fuerint  in  recepcionibus  fratrum  taliter  attemplatis.  Ea 
propter  per  ipsum  dominum  regem  reverendis  patribus  archi- 
episcopjs,  abbatibus  b  et  alüs  eniinentibus  viris  ecciesiastirris  ad 
hoc  specialiter  congregatis  eorum  tarn  per  ipsum  dominum  r^em 
quam  per  nos  requisito  consiüo,  provida  eorum  et  concordi 
deliberacione  accedente,  ipsum  dominum  r^em  duximus  pro 
causa  fidei  requirendum,  ut  contra  singulares  personas  dicti  or- 
dinis de  premissis  vehementer  suspectas  huius  regni  nobis  dare 
farorem,  opera  et  auxilium  dignaretur,  ut  eas  habere  vaieamus 
examinandas,  ut  decet,  super  hiis  non  intendentes  negocium 
hoc  contra  dictum  ordinem  assumere  seu  contra  fratres  ipsius 
orditiis  universaliter,  sed  soium  contra  singulares  suspectas 
perquiri,  Qui  religiosus  prince[p]s  animo  promplo  requisicionem 
nostrarn  exaudiens  per  djversas  partes  ragnt  sui  dictas  singulares 
personas  suspectas  perquiri  et  ecclesie  iudicio  presentari  pre- 
cepit,  ad  hoc-certas  eminentes  specialiter  destinando.c  Nos 
igitur  per  diversas  partes  regni  presenciallter  accedere  non 
valentes,  pluribus  negociis  et  infirmitate  proprü  corporis  impe- 
diti,  TOS  exhortamur  in  domino,  vobis  presencium  tenore  com- 
■nittentes  ac  vos  singulariter  deputantes,  quafinus  nobis  in 
adiutorium  cause  fidei  assurgentes  non  pigri  sed  vigiles  adhi- 
bitis duabus  religiosis  personis  et  discretis  cum  personis  suspectis 

n  So  eher  als  fauttorie.  b  «piscopis  fehlt.  r.  personas  fehlt. 


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4(t  Briefe,  Reden  und  GaUcbten. 

sie  vobis  per  gentes  domini  regis  predicti  ezhibendis  inquiraUs 
ex  parte  nostra  immo  pociiis  aposlolica  super  premissis  dili- 
gentius  verilatem,  deposicioiiihus  eorutiidem  per  publicam  per- 
sonam,  si  comode  poterit  haberi.  aut  per  duos  viros  idoneo^ 
conscribendis.  Et  si  premissa  scelera  inveneritis  esse  vera. 
probis  viris  ordinis  fratruin  Minorum  ac  aliis  religiosis  vu-iü 
n^octum  sie  aperire  curetis,  quod  apiid  eos  vel  populum  non 
oriatur  scandsluin  ex  huiusmodi  processibiis  sed  odor  pocius 
bone  fame.  Deposicioiiesque  talium  testium  domino  regi  et 
Qobis  in  Francia  sub  vestris  et  dicti  domini  regis  gencium,  que 
ad  prcdicta  specialiter  destinantur,  sigillis  interctusas  Tideliter 
tiiittere  non  tnrdetis.  Datum  Pontisare  XXII  die  Septembris 
anno  domini  M"CCC''  septimo. 

Paris.  Archiv.  Nnt.  J  418.  Nr,  22.  Gleichzeitige  beglaobigte  Ab- 
schrift. Ungenau,  mit  Auslasnung  einiger  wichtiger  .Stellen,  gedruckt  von 
Uoutaric,  Revue  des  queet.  bist  X.  p.  335.  Cleiiii^iia  V,  hatte  auf  Bitt» 
Philipp«  d.  Seil,  diesem  Inquisitor  kurz  vorher,  am  24.  Mai,  in  Poitien 
folgendes  Privileg  verliehen  (.Oerontes  ad  magnilicenciam  tu»ni*):  Tai» 
itaqne  eupplicationibus  iiicitnati.  nt  confessor  tuus,  qui  nunc  est,  et  qoi 
pro  tempore  facrit.  frntribus  Predicntoribus  ad  tunm  hoapicium  confluentibas 
vescendi  earaibDii.  dum  in  eodem  hospicio  fuerint.  illis  damt&xat  diebas, 
quibus  iJ  secukiibus  est  perniiesan).  .  .  .  possit  nustra  frelus  aactorltite 
llcentitini  uxbibeie,  dumtnodo  cmisa  necessaria  et  legltima  id  eipoecat  dm 
idem  cunfessoi-  uoa  et  eadem  die  pluribus  quam  quiituor  ex  rtsdem  fratri- 
buB  concedat  lic^enciam  antedictam,  auctoritate  tibi  apostolica  indulg^mus  . .  - 
Dat.  Pictauis  Villi,  kalendas  Junil. 

Paria,  BibI,  Nat.  Cod.  Ut.  10S19  f  52.  Über  Wilhelm  von  Pai» 
vgl.  HiBt.  litt.  lid.  XXVIl.  p.  140. 

:{0.  Philipp  der  Nehüne  an  KUuIk  jHjme  II.:  fber  die  ARMhnMI- 
gungen  gegen  die  Teinjtler  beim  Papst  nnd  bei  ihm,  Beth^nnc 
hervor  ragend  er  Theologen  nsn.,  Oeßingennnhnie  und  BfsehUg- 
nähme  ilii-er  Gitt«r.  Auch  der  Pa|>§t  habe  g^gen  tue  kUnlM 
den  Prozeß  begouncn.    Pari»)  (liWi)  Oktober  16. 

.  .  .  Licet ')  autem  ex  talibus  nobls  ac  patri  sanctissinio 
summo  pontifici,  per  se  cnilibet  nunciatls,  ab  inicio  credere  non 
pnssemus  ullatenus,  parvipendere  tarnen  tantam  Dei  blasphe- 
miam  nimirum  noluimus,  scd  diligenter  indagavimus  ventAtem. 
prefato  sanctissimo  patri  summo  pontifici  Lugduni  primo,  se- 
cundo   Pictauis    nq^ocio    reserato    iiobis    inquisitore  pravitalif 

')  Vorher  geht  eine  knrze  Aufzühlung  der  AnscIiuldigUDgen. 


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Nr.  30.     (1307)  Oktober  16.    Hr.  31.    (1^07)  Oktober  26,  41 

heretice  (fenerali  r^ni  nosiri,  probis  viris  religiosis  ei  alüs  flde 
dignis  adhibitis  ac  per  testes  fidedignos  omni  excepcione  maiorcs 
heresis  est  predicta  probata  contra  quamplures  personas  eius 
ordinis  ac  suspicio  vehemens  erroris  eiusdem  in  omnes  et 
singulos  ordinis  supradicti.  Propter  quud  consultis  super  hoc 
prelatis,  religiosis  viris  theologie,  iuris  etiam  utriusque  magistris 
ad  requisicionem  sancte  matris  ecclesie  nos,  qui  leneniur  hereses 
ac  scismata  tollere  regnumque  nostruni  tali  peste  purgare, 
^ngulos  fratres  ordinis  prefati  in  nostro  r^:no  degentes  cum 
Omnibus  bonis  capi  mandavimus,  personas  videlicet  ecclesie  lu- 
dicio  presentandas  et  proponendas  examini,  ut,  si  culpabiles 
reperti  fuerint,  iusto  puniantur  iudicio,  nisi  reverti  corde  sio- 
eero  voluerint  ad  sancte  ecclesie  unitatem:  si  vero  innocentes 
forte  reperiaiitur ,  tanquam  aurum  in  foraace  put^ti  liberi 
permaneant,  Infamie  macula  loti,  qua  nunc  in  regno  nostro 
graviter  sunt  aspersi,  maxime  postquam  nuper  prefatus  summus 
pontifex  super  premissis  in  eo»  processum  ineepit.  Bona  vero 
dictonim  fratrum  ad  custodiam  capi  mandavimus,  ut,  si  fratres 
ipsi  reperti  fuerint  innocentes,  eis  saiva  remaneant,  alias  Terre 
Sande  negocio,  cui  destinata  sunt,  integre  reserventur.  Cum 
igitur  nos  et  vos  pax  retigionis,  fldei  causa  constringat,  premissa 
Vobis  significare  curavimus,  ut  ad  Hdei  deffensionem  pariter 
assurgalis,  sie  quod  super  ecclesie  Dei  debita  deffensione  Den 
simul  et  pariter  racionem  reddere  valeamus.  Act,  Parisius  die 
XVI.  Octobris. 

BarceloDA,  Archiv.  Reg.  291  f.  22.  Am  25.  Oktober  bericlitet  er  an 
Jajme:  coDfewioDee  spontanee  inegiatri  ordinis  et  nlloniTn  muttorum  ex 
dictis  fratrihus  in  diversis  regni  loci»  exiatentibue  snnt  secuta  .  .  .  Paria, 
25.  Okiober.  f.  25. 

31.  Philipp  d.  Seh.  ah  König  ^syme  U.:  Der  Grofimeiat«r,  nlle  Brü- 
der In  Paria  und  sehr  fiele  In  Terachledenen  Teilen  des  Reiehes 
hitt«n    gestanden.    Er   werde   die  Geatlndnlsse  bald  schicken. 
Paris  (1807)  Oktober  28. 
Ph.    Dei  gratia  etc.  salutem  et  sincere  ditectionis  affecium. 
Amicitie  vestre  presentium  tenore  duximus  intimandum,   quod 
divina  [operante]  gracia,  que  cecata  corda  singulorum  illustrat, 
abnegationem     domini     nostrt    Ihesu    Christi    enormitatesquc 
quamplurimas  et   errores    nephandos,    quos  et    quas    quihbet 
ordinis  militie  Templi  frater  in  profexione  seu  ingressu  eiusdem, 


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48  Briefe,  Heden  nad  Qatacht«i]. 

insligante  diabolo,  facere  dicebatur,  maior  magister,  omnes 
Parisiiis  existentes  et  quaiiiplures  alii  de  riiversis  regui  noätri 
partibn»  fratres  dieti  ordinis  spontanee  sunt  confcssi  et  cotidic 
corde  contrito  devote  et  hiimiliter,  siciit  placet  allissimo,  oiiiib: 
misericordia  sine  dubio  corda  visitabit  eonim,  ad  laudem  :^ui 
nominis  et  honorem  saunte  matris  eedesie  predictos  voluntaip 
spontanen  confitentur  errores,  prout  de  hiis  dilectioni  vesire 
per  depositiones  eorum,  quas  vobis  mittitnus  in  brevi,  clariiij; 
apparebit.     Dat.  Parisius  vicesimo  sexto  die  (^ctobris. 

BHrcelunB,  Archiv,  Templnrios  Nr,  39.  Glekhz.  Abschr.  Tap,  Ant- 
faltig  ist  die  Bemerkung,  daß  omnea  Pnrisius  exiatentee  gestanden  liitten. 
Wenn  dio  Remerkung  sich  auf  die  (lesUndnisso  vor  den  Inquiutoren  lie- 
zlige,  ao  wUre  sie  iinwftbr.  DnmAls  waren  erat  wcnif;e  verhürt.  Ab«r  w*hr- 
sclieinlich  sprii-lit  fhilipp  von  dem  riestiindnis  vor  seinen  ÖeamUn.  Vgl 
unten  Anm.  zu  Nr.  8»  von  1308  Mxi  30.  Philipp  der  Srliüne  hati«  an  fol- 
gende Fürsten  in  der  Templersaclic  Hn6erilem  geschrieben,  wi^  sieb  an: 
den  Antworten  dereolben  ergibt  in  Bibl.  Not.  Cod.  I.at.  I0B19  fol  2-35  B^. 
Küuig  Albrecht  i.  antwortet  von  Nürnberg  am  !3,  Janunr  1308.  diG  er 
vorgehen  werde,  wenn  der  Pupst  ihn  natfordere;  der  Herzog  von  LothringeD 
am  25.  November  (1307).  daß  er  die  Templer  in  seinem  Lnnde  gefangen 
und  ihre  Güter  heschlngnahmt  h.ibe;  Bischof  Tlieobald  von  Tiättich  am  29, 
Janunr  (l'^OSI.  dnfi  er  den  Brief  erst  jetzt  erhalten:  ecitnri,  quod  ipsi  fni- 
tr(-9  pnucA  obtinent  aub  ditiono  iiostra;  Guido  von  Utrecht  am  17,  Deieraber 
(1307),  daß  er  vorgehen  werde;  dann  dor  bekannte  Brief  Eduards  von  Eng- 
land vom  30,  Okiober  1307  (Rymer.  Foedern  I.  4  p.  S»3}.  .layme  antwortete 
Philipp  zum  zweitenmal  am  4  Dezember,  daß  er  seine  Ansicht  über  dir 
Templer  geändert  habe:  Copinm  aen  tranatatum  procesaua  in  regne  veatro 
superius  facti  per  quoslibet.  insaper  etiatn  confessionum  per  dictam  m^i- 
Btrum  aliosque  Tcmplnrioa  sub  i^uacunque  forma  factai-um  in  srriptis  si)i> 
ventri  et  aliorum  .  ,  .  munimino  aigillorum  inolosa  ad  nos  quamcicios  per 
nuntium  nostruni,  piirtitorem  preseuclum  transmitttitis  .  ,  .  Valencia  ISUT 
Dezember  4. 

Xi.  I>pr  PnriHer  UniTei-Nitlltnlelirer  Roineiis  de  Bra^arln  '|  an  KMc 
Ja^Die  II.:  Berlrht  Über  4le  entert  Tempi errerhOre,  besoidfri 
des  GroBmeisterii,  hk  xnm  m.  Oktober.    Paris  O^i)  Oktobfr  Ti. 

Postnioduni  -)  dominus  rex  receptt  a  religioao  frotre  Romeo  de  Bnigsrii 
do  ordine  fratrum  Predicntonmi,  nunc  Pariaiua  iii  theulogia  actu  regenlew, 
quaudam  litteram  sub  forma  sequenti : 

')Romen3{Prutz:Romflnus)sptttervomK0ntga1sBischofakandidHtgeDinnt. 

')  Dieses  postmodum  (Prutz:  quem  ad  modum)  nicht  onwichtig,  da  m 
bedeutet,  daß  diese  Nachricht  erst  nach  Absendung  des  ersten  Briefes  an 
Clemens  V.  vom  November  17  dem  König  zugekommen  sein  muß. 


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Kr.  S2.    (1807)  Okt«l>«r  it  4ä 

. . .  Maturo  consilio  et  domini  pape  aäsensu  precedenle 
III  idus  Octobris,  quo  fuit  festum  sancti  Odoardi,  omnes  Tem- 
plarii  tanqtiam  de  fide  catholica  suspecti  sunt  in  toto  dominio 
r^is  Francie  capti  et  eorum  bona  nichiloininus  per  raanum 
r^iam  occupata.  (Jnde  cum  Parisius  magister  generalis  dicti 
ordinis  et  ntulti  nobiles  eiusJem  ordinis  essent  detenti  et  in 
eorum  domo  et  Templo  per  dies  aliquos  separati  et  arccius 
custoditj,  ad  paucos  dies  post,  videlicet  VIII  kalendas  Nouem- 
bris  primo  ad  partem,  postmodum  publice  presentibus  prelatis, 
m^^tris  et  bachaltariis  Parisienstbus  supradictus  magister  est 
confessus,  quod  ritus  communis  dicti  ordinis  est  a  magnis 
temporibus  observatus,  qnod  omnes  profitentes  dictum  ordinem 
presentata  sibi  cruce  habent  cruciSxum  Ihesum  Gtirlstum  domi- 
num abnegare  et  in  huius  Signum  ter  conspuere  in  eandem. 
De  alüs  autem  articulis  nichil  expresse  voluit  loqui,  set  minime 
n^ando  voluit,  ut  ab  alüs  peteretur.  In  crastino  die,  videlicet 
VII  kalendas  Nouembris  presente  quasi  tota  universitate  ma- 
gislrorum  regentium  et  non  regentium  in  diversis  facultatibus 
diversi  tarn  milites  quam  capellani  quam  sargentes  eiusdem 
ordinis  numero  XXXVIII  concorditer,  licet  singillatim  ab  in- 
quisitore  interrogati  deposuerunt,  quod  fecerant  professioneni 
et  recepti  fiierant  in  hunc  modum:  ...  In  omnibus  autem  hiis 
ego  interfui  et  a  sex  mensibus  citra  in  diversis  consilüs  fui,  in 
[juibus  erat  consultatio  de  predictis  . .  .  Similem  litteram  misi 
vobis  per  quosdam  mercatores,  qui  super  hoc  ad  vos  mittuntur, 
quomm  unus  vocatur  R.  lohan  et  alius  en  Guaylat.  Hanc 
autem  mitto  per  quendam  cursorem,  quem  ad  conventum 
ßarchinonensem  specialiter  propter  hoc  fratribus  destinavi,  ut 
Tobis  presentem  litteram  quam  cicius  poterunt,  debeant  presen- 
tare.    Dat.  Parisius  in  vigilia  apostolorum  Simonis  et  lüde. 

Barcelona,  Archiv,  Reg.  291  f.  23.  Ich  gebe  die  Hauptetellen  des  von 
Pnitz  S.  346  f.  abgedruckten  Briefes  noch  einmal  wieder,  da  er  von  K. 
^'eock  und  auch  wobl  von  Prntz  nicht  richtig  verstanden  iet  und  an  den- 
Mlben  eich  eine  längere  ErOrternng  von  K.  Wenck,  Qott.  Gel.  Anz,  1890 
S.  Sfil  f.  geknflpft  hat,  die  den  Inhalt  ganz  ablehnt,  wahrend  jetzt  ans  dem 
onlen  folgenden  ätOck  Ober  das  Ensamroen tassende  Verhör  vom  26.  Oktober 
Bieh  ergibt,  daß  der  Briefschreiber  ganz  korrekt  beritht«t  hat.  Db&  er  irr- 
t^bnlich  die  ZaBtinunong  des  Papstes  behaoptet,  will  ja  nichts  besagen ;  das 
*w  jt  allgemeine  vom  König  verbreitete  Anschaanng. 

Pinke,  pBpattnm  und  Unlsr(itng  d«j  Templerordans.    11.  4 


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so  briefe,  tteden  und  GataolitBfl. 

3S.  Pent  de  Mar  kh  KOnlg  Jftyme  n.:   Der  ESnl^  Ton  Xanm  kil 
die  drei  ^ranKenea  Templer  losfelMsen  mnd  Mhrelbt  Ihn  Hb« 
die   niTkireHlsehen.    KVnl;  und  GraTen  ßra^n  ihn,   ob  KMf 
Jaynie  TOin  Pnpet  Anftrag  znr  Gefimgeiinehninnr  der  Teaphr 
erhalten.    Ihre  Terwandemn;,   da  er  dju  Temelnt.    Aar  sctie 
Anfrage   Über  den   firnnd    der   OefiinKennafanie   In  Frankrrieh 
hSrt  er  tob  den  Ansehnldl^n^n,   die  er  nieht  ^nbt.    (IM! 
Ende  Oktober.) 
Senyor,  yo  Pero  de  Mur  mer^e  vostra  de  la  voslra  casa 
me  comando  en  vostra  gracia.     Fu  al  rey  de  Nauaira  et  dii 
le  todo  lo,   que  me  aviades  mandado,   s^unt  me  CQmplJo  el 
entendimiento  .  . .  con  las  vostras  saludes.    Et  pr^unto,  senor, 
de  la  vostra  salut  et  de  ia   senyora  reyna  et  de  aus  cosinos 
los  iffantes.  1    Et  avida  deliberacio  mando  me  seer  livradros 
los  III  frayres  de  la  vostra  tierra,  qui  presos  fueron  en  Tudela, 
et  de  los  de  su  tierra  enbia  respuesta,  senyor,  con  su  carta  . . . 
Et,  senor,   el   rey   et  los  condes  preguntaren  me,  sy  aviadp? 
ovido  mandamiento  del   papa  de  prender  las  personas  de  lo^ 
fpeyres  del  Temple  et  de  emparar  lurs  bieoes  et  yo  respus  ios 
quc  non.     Et   dixieron,  que  send  maraviUavan,  per  que  eud 
podriades  fazer  de   vostro  pro.     Et  pregunte  al  conte  de  Bo- 
lonia^)  et  al  chaneeller,    que  per  quäl  razon  eran  presos  en 
Franyia  los  ditos  frayres  et  emperados  los  bienes.     Et  respu- 
sieron,   que  por  que  eran  ereges  et  era  provido  >>.    Et  yo  dii 
los,  en  que  manera,  et  aesto  non  nie  recudieron  o  non  supieron, 
por  que  non  es  verisimile,   que  tanto   buen    cavallero    fuesse 
en  tan  gnui  yerro.    Et,  senyor,  envio  nes  la  carta  de  la  respu- 
esta del  rey  de  Nauarra  et  yo  me  yria  a  vos,  senyor,  con  ella. 
sino  que  finco  en  Calatayud  por  afercs,  que  vos  me  mandastes 
desenbargar.    Parellado  so   de  servir   vos  toto  tiempo  de  la 
mi  vi  da. 

Bucelona,  Archiv,  TempUrios  Nr.  S6.  Or.  Pap.  Sap.  mit  rflckaeitiger 
Adresee:  ExcelleDtisaimo  domioo  regi  Amgonum.  Die  QeuuidteGban  wtr 
durch  den  aragonesischeD  Ordensmeister  veranlagt,  der  am  23.  Oktober  von 


')  Der  mit  andern  französischen  Gro^o  im  Jnli  1807  den  Eßnig 
Ludwig  nach  Pampelona  xur  ErOnung  und  Beruhigung  des  Landes  geführt 
hatt«.    Vgl.  u.  a.  Baluzius,  Vitae  psp.  Aveo.  T.  p.  7. 


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Nt.  A3.  (1307  Endo  Okt.)   Nr.  »4.  (1307)  Nov.  2    Nr.  36.  (1307)  Nov.  5.    51 

Miravet  sdb  dem  KSnig  den  Ordensprokurator  »n  Minem  Hofe,  P.  Seatrec, 
iondte,  der  dam  KOnig  erzählen  sollte;  sobre  aicuns  frares,  qiii  aon  preaes 
ea  Nansrra.  Loe  qnaU  fraree,  Benyor,  aon  naturale  voatres.  Doaelbst  Nr.  53. 
Daa  Stück  ist  daram  von  besonderem  Interesse,  weil  wir  von  den  oavarre- 
aischen  Templern  sonst  nicbta  wissen. 

Si.  Chrtatbu  »flatllm  an  Kflnls  Jajine  IL:  NMhrleht  tob  der  de- 
foH|«BBaliiDe  4er  TeMpler.  Venulaasnng  Igt  naeh  Miner  Aisieht 
die  GeldnelfanK  äea  Papstes  nad  des  KQatg^,  I^mer  der  Wniueb 
Philipps,  alle  RitterwdeB  la  etnlgren  and  einen  Miner  SShne 
ZHin  KVaig  derselben  in  maeliea,  woltel  sieh  die  Templer  ab- 
lehsead  Terhielton.    Genna  (1W7)  November  2. 

...  De  partibus  vero  Francie  hie  nova  talia  enarrantur, 
quod  dominus  rex  Franconim  per  totam  eius  terram  omnes 
de  Teniplo  frerios  fecit  capi,  opponens  eis,  quod  tenent  de" 
gazaria  propter  quandam  promixiünem,  quam  faciunt,  cum 
intrant  in  ordineni,  quam  scire  aliqualiler  nemo  valet.  Intendo 
tarnen,  quod  summus  pontifex  et  dominus  rex  hoc  faciant  causa 
habendi  de  eorum  moneta  et  quia  [facere]  volunt  de  Hospitali  et 
Templo  et  omnibus  alils  freriis  unam  simplieem  mansionem, 
cuius  mansionis  rex  predictus  unum  ex  eius  filiis  r^em  facere 
dexiderat  et  intendit.  Templum  autem  de  hüs  multum  durum 
existit  nee  adhuc  in  hüs  se  voluit  convenire. 

Aiia  nova  in  hüs  partibus  non  existunt,  que  vestre  5iut 
excellencie  Propaganda  .  . .    Dat.  laiiue  die  11.  Nouembris. 

Barcelona,  Archiv,  CRD.  Nr.  ISOIO.  Or.  Pap.  .Ssp.  Christian  Sp.  ist 
einer  der  eifrigsten  Korrespondenten  des  Königs  Juyme. 

8».  Der  aragonedsehe  Templennelster  an  den  Komtor  von  Peniseola 
(nnd  die  ttbiigen  Komture):  Berieht  Über  seine  Unterredung 
mit  dem  KSnig  In  Gegenwart  ier  Kttnigln  nnd  vieler  Templer, 
worin  er  den  KVnIg  als  den  Landesherm  angesiehts  derTempler- 
gebngennahme  In  Navarra  und  Frmnkrelefa  ain  Sehnte  vnd  Bat 
bittet.  Jajme  II.  erUirte,  dafi  ihre  NSt«  ihn  qnUten.  Einer- 
seits kHme  er  xn  der  Elnnleht,  daB  die  Anschnldlgnngen  gegen 
sie  aieht  wahr  seien;  andererseltfl  kUnne  er  niefat  annehmen, 
daB  der  tranzttalsehe  KSuIg  bei  seinem  vortre  ff  Hohen  Bäte  ohne 
(limnd  vorgehe.  Er  werde  splter  antworten.  Dann  xpraeh  er 
vom  Oertteht,  dafi  dl«  Templer  Ihre  Bnrf«n  liamprberelt  mseh- 

n    So  Or. 


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Kfi  Briefe,  fteden  nnä  QnUchteU. 

t«i.  Der  Heister  erklbte  du  mit  der  Anfforderu^  lufcMi- 
scfaer  Herren  u  annfoneslBehe,  ttleh  der  TemplergrAter  n  be- 
mlehtlgeu.  Sie  AukUnfte  beMedl^n  deu  KOnlK.  Der  Heteter 
rHt  Torelebtlg«  Bewacbanf  aller  Bnr^n  bis  tarn  Dlchsten  Be- 
fehl.   TUlatamea  (1307)  NoTember  5. 

In  einer  TfaehBefarlft  erklKrt  der  Schreiber  des  Tenpter- 
melsters,  dnfi  er  In  der  Naclit  rlel  zn  sehreEben  fariw.  Veu 
der  KSnIf  seine  Antwort  Kegeben  habe,  würde  er  sie  ibn  ■!!• 
teilen.  Trost  fUr  den  EmpHnger:  er  hofft,  dnfi  die  Sadw  ar 
Ehre  des  Ordens  nisfrehe. 

De  pari  lo  maeslre  del  Temple  al  comanador  de  Paniscola 
salutz  et  Vera  amor  en  Ihesu  Christ.  Fem  vos  assatter,  qtie 
diyous  ans  de  la  festa  de  sen  Marti  ^)  Tom  denant  lo  seoyor 
rey  en  Mont  reyal  aldea  de  Daroca  et  acullins  molt  gracio- 
sament  et  benigna,  e  denant  la  senyora  reyna.  Et  draant 
aquells  frares,  qui  eren  en  nostra  compaynia,  be  et  largament 
contamli  los  trebaylls  nostres  per  rao  dels  frares  nostres,  qm 
eren  preses  en  Nauarra  et  encara  daquells  altres,  qui  «-en 
preses  en  la  seynoria  tota  del  rey  de  Fran^a.  E  humilment 
suplicamli  et  clamamli  merce,  quenlos  nostres  trebaylls  nos 
fos  ajudador  et  sostenidor  et  conseilador  con  aquells,  qut  erem 
seus,  et  la  speran^a  nostra  tota  era  en  etl.  E  lo  senyor  rey 
respos  nos,  quels  nostres  trebaylls  li  pessaven  molt.  Et  que 
era  duptos  en  dues  coses:  la  una,  que  de  tot  en  tot  creja, 
que  aquelles  coses,  que  dites  havien  del  Temple,  no  eren  m 
nos,  et  que  allo  eil  en  nulla  manera  no  crehia,  que  p<^^ 
esser.  Lattra  duptan^a  sua  era  del  rey  de  Fran^a,  que  havia 
tan  bon  consell  o  devia  haver,  que  enantas  contral  Temple 
sens  raho,  E  finalment  respos  nos  de  la  hayuda  et  de)  consell  et 
dela  mantinenga,  que  nos  lo  requeriem :  que  eil  seria  en  Terol 
et  que  liauria  son  consell  et  quens  respondria.  E  parlans,  que 
li  havien  dat  entendre,  que  nos  que  guamiem  nostres  castells; 
et  nos  respon^emli,  que  li  claraavem  merce,  que  eil  no  fos 
indignat  sobre  nos  per  aquella  rao,  per  90  cor  nos  haviem 
entes,  que  alcuns  nobles  de  la  sua  senyoria  havien  haudes 
letres  dalcuns  amics  turs  de  Gascunya,  que,  si  ells  podien 
haver  alcuna  cosa  dels  bens  del    Temple,    quen    haguessen. 

')  Am  ü.  November. 


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Hr.  85.    (1307)  November  5.  53 

Encara  quens  duptavem  per  les  males  novelles,  que  de  tots 
partes  veDien  del  Temple,  que  aicuns  .  .  .  vissen  <■  de  metres 
en  nostres  castells,  que  nons  feesen  dan.  Encara,  que  aca- 
ätumavem  tota  via  que  veniem  a  capitol,  que  feyem  manament 
als  comanados  <•,  que  jaquissen  totz  los  castells  ben  stablits 
et  ben  guardatz.  E  per  aquestes  rahons,  que  nos  havem  dites 
al  senyor  rey,  et  per  altres,  que  nos  nous  podem  scrivre,  eil 
te  per  ben  feyt  les  guardes  dels  castells,  que  nos  havem  feytes. 
E  axi  tenim  per  be,  en  la  pus  bella  manera,  que  poretz,  queus 
prengatz  guarda  de  totz  los  castells,  tro  altre  manament  hayatz 
nostre.  E  axi  tenini  per  be,  quel  comanador  de  Barcelona  et 
de  Celma,  que  sen  vagen  en  lur  batlies.  Quant  sabrem  altres 
novelles,  feem  les  vosen  a  saber.  E  vos  azimateix  con  pus 
soven  poretz,  fetz  nos  a  saber  vostres  novelles.  Dat.  en  Vila 
Franca  aldea  de  Daroca,  on  nos  en  vinguem  passar  lo  diyous 
ans  de  sent  Marti. 

Yo  lacme  (?)  Astruch '),  senyor,  me  coman  en  vostra 
gracia.  Eaxi  dam  vos  merce,  quem  perdonetz,  com  nous 
pusch  scriure,  per  ^o  cor  daquesta  rao  havia  a  escriure  stanit 
a  moltz  per  lo  senyor  maestre.  E  axi  nous  he  pc^t  fer 
asaber  los  fej^  de  la  cort.  Quant  que  siam  en  Terol,  nil 
senyor  rey  haya  haut  son  consell  nt  feyta  resposta  al  senyor 
maestre,  yous  fare  asaber  longament  totz  los  feyts.  Eaxi 
»atz  ab  bon  cor,  car  los  feytz  vendran  a  honor  del  Temple. 
Prech  vos,  senyor,  quem  comanetz  en  gracia  de  totz  los  frares, 
qui  son  en  vostra  compaynia.  Et  aquesta  letra,  qui  va  al  co- 
manador de  Valencia,  que  sia  piaer  vostre,  que  lay  trametatz 
a  Exiuret  o  on  que  sia  en  vostra  batlia. 
Adresse:  AI  comanador  de  Paniscola. 

Sia  tramesa  de  casa  en  casa  de  nit  et  de  dia,  cuy- 

tadament. 

BarcelonA,   Arcliiv,   Templarios  58.    Or.  P»p.  Sep.    Die   letzte  NotJE 

des  Schreibe»  wird   doch   gleichzeitig   eein?    Über  dieselbe  Versammlung 

berichtet  tm   Freitag,    10.  November,   der   Komtur    roo  Cantavieja    an    den 

Komtur  von  Peniscola  JDhaltlich  dasselbe  mit  einigen  interesstintflD  Zutaten. 

a   Einige  Buchstaben  «bgeblilttert.  b  So  Or. 

')  An  anderer  8t«lle  als  Schreiber  (ncriva)  des  TemplenneisterB  genannt. 


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54  Briefe,  Reden  oad  Oiitacht«!!. 

Er  aHgfc  vom  KOnig:  Lo  qunt  nos  acalla  be  et  AvJDennimit  et  dijeq  li  tot 
Qo,  que  li  aviem  uJir,  be  et  InTgunent  et  el  reepoa  nos  be  et  Mviunent 
com  B  savi  aenyor,  quell  es,  et  diz,  que  mott  li  peeara  et  li  ennjave  lo 
trebftyll,  en  qael  Temple  ee;  et  defo  que  nofalli  aviem  dit  et  clamid* 
mer^e,  qneus  donae  conaell  et  ajuda  en  aquel  feyt,  dU  n<M,  qne  «aeord» 
ria  .  .  .  8  Teroll  et  quea  aeria  lo  biabe  de  ValeD?  et  aqni  quens  Teapondna. 
Et,  MDjor,  qnenB  diea,  lo  biabe  de  Yalen^  ea  fort  de  boa*  volentat  ma  lo 
Temple.  Et  diz  encara,  qu6  posava  an  gnui  dupte  duea  coaea,  que  dii, 
qnen  nulla  tnanera  noa  pensava  ni  creya,  que  foe  el  Temple  fo,  quea  dien, 
ui  pognea  eaaer  en  cor  de  nulia  bona  persona;  et  diene  eatee  paranlee  Im 
molt  lorde  det  Templa;  et  nzi  matei,  que!  re;  de  FnuiQ*  era  tu  deli  pe- 
deroaoa  pHn^eps  dal  nion  et  qua  avia  bon  coDSeyll  el  devia  aver.  Per  quea 
■naravellaa.  quel  enBDtaR  vea  lo  Temple  sens  alguna  rao.  Enearai»  dii, 
que  lo  aviea  dit,  qne  nos  stAbliem  nostres  castells  eb  aparellaTeni  et  prr 
que  o  rayam?  EI  mseatre  eeousasen  be  et  Baviameiit,  segoDS  que  os  eate- 
nem.  Le  re;  no  a  aguda  cuta  del  apost^lli,  maa  qae  dien,  que  so  proca- 
radoi  li  a  feytea  aaber  lea  Doves.  Quui  nos  parlam  ab  lo  rej,  en  b;  li 
reyna  et  en  .  .  . "  et  eo  Tidal  de  Vila  noua  et  en  P.  Harch.  tloj  a  altres 
Dovelles,  queua  pnxem  fer  aaber.  Sina  plaen  milla  coaea,  fa;  noa  saber. 
Daaelbat  Nr.  57.    Feniecola  fiel  too  den  bedeutenderen  Burgen  suerst. 

SU.  Der  Kastellan  von  HDiizon  an  den  Komtnr  Ton  Penlseoln:  Abrrt» 
des  KOnlgs  von  Duro««,  wabrscheinlleh  am  Kastell  FeibMlli 
dM  er  fUr  das  irlchtigst«  hUt,  in  bela^m;  drlnfen^e  BIttf, 
es  zn  halten.    Honzon  (1307)  NoT«inber  11. 

AI  conianador  de  Peniscola  de  part  lo  castellan  de  Mont- 
son  Saluts  e  bona  amor  en  nostxe  seynor  Ihesu  Christ.  Fem 
vos  saber,  seynor,  que  avem  entes  per  algunes  pei'sones,  que 
son  de  corl  del  seynor  rey  amichs  nostres  e  dignes  de  fe,  quel 
rey  per  esferecir  (?)  es  partit  de  Darocha.  E  diu,  que  sen  va  ves 
Valencia,  mas  es  cn  enteniment,  que  sen  va  a  asajar  a  Penis- 
cola.  Car  dien  que  primer  vol  aquel  castell  asetgar,  que 
nei^un  altre  per  (;o  cor  es  riba  mar  e  prop  de  ses  en^chs 
e  que  porielin  major  dan  venir  que  de  nengun  aitre  loch. 
Per  queus  pregam,  en  en  quan  que  podem  tos  requerim,  que 
vos  que  pensets  dapareyliar,  a  en  quan  que  puxats  de  bo 
establir  lo  castell  de  Peniscolia  eis  altres  lochs  e  a;o  fet  al 
pus  tost  e  deliure,  que  puxats  en  manera,  que  sobrepres  Don 
puxats  estar.     E  a^o  us  pregam  eus  conseyltam  per  profit  liel 

n    Fehlt  ein  Name. 


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Nr.  36.     (1807)  November  11.    Nr.  37.    (1307)  Norember  17.        55 

Temple.    Car  aquel  es  lo  pus  senyalat  loch  del  Temple.     Dat. 
en  Hontson,  lo  disapte  festa  de  sent  Harti. 

BarceloBR,  Archiv,  Templnrios  Nt.  73.  Or.  Pap.  Ssp.  Dagegun  ochraibt 
d«r  T«mpl«nneister  an  den  Komtur  von  Paaiacola  (P.  de  e.  Jmt)  nnler 
Gtttßen  and  dem  Wnusche :  ,vera  amor  en  Iheaa  CbriBt:  Defi  quens  ba- 
reti  trainea  a  dir,  qael  comanador  de  Barcelona  et  lo  comanador  de  Qelma 
se  ROD  partibs  daqni  et  een  »on  «natz  en  Iura  batlies,  plau  noa  et  es  be. 
Defo  qnens  trametetz  adir,  qnel  procnrador  del  regne  de  Valencia  fa  cridar 
les  hosti  en  Valencia,  do  ea  nostre  enteniment,  ai  eia  de  voe,  qaee  eridan 
antra  nnllea  cogea  del  Temple.  Car  noa  havem  parlnt  longsment  de  tote 
loa  feyta  ab  lo  eenyor  rejr  et  el  ans  reapoat  niolt  benignament  com  senyor 
natural.  Dann  folgt  ein  Beriebt  Ober  die  Uoterbaltang  mit  dem  ROnig,  der 
erkllrt  habe:  ni  consentria  a  nati  bom  per  uengnna  manera,  que  fes  dan 
ni  mal  a  res,  que  fos  [del]  Temple.  Beraart  de  Averso,  scriva  major  del 
senjor  rey,  habe  Äufiemngen  von  Leuten  von  Iforella  ihm  mitgeteilt:  qne 
VM  qne  feyeta  stablir  et  aparellar  lotz  loa  caatells  de  voatra  batlis.  Za- 
greb daß  er  (der  Komtor)  Fremden  und  Einheimiacben  erklilrt,  que  noi 
jaqaietz  trer  btat  nengn,  qne  ells  bagueeseo  en  Peniscola.  Er  habe  dem 
KOnig  beiDglicb  der  Inatandhaltang  geaagt,  daß  sie  einige  Veränderungen 
vorgenommeD  bfitten  und  er  dieee  billigen  mScbte.  BeiHglich  dea  Getreide- 
verbota:  es  nos  eemblant,  que  no  ho  deyatz  fer.  Die  Einwohner  von  Penis- 
cola: viveu  de  Inrs  mercaders  et  ban  anar  9a  et  la.  Per  que  teoim  per 
be,  que  voa  als  .  .  .  qui  an  blat  ni  altres  coees  en  Paniscola,  qne  lea  loa 
eo  lexetz  trer  et  aportar  la,  on  eil  se  vulen  .  .  .  Empera  a  les  gens  del 
senyor  rey,  mercaders  0  altree,  qui  vioguen  en  aquexea  voetres  partidea,' 
bifatz  loe  amor  et  aelaz  et  bon  acnlliinent  de  vostra  boca.  Empero  Iob 
ostelb  sien  ben  gnardatz  et  ben  regenegutz  et  ben  stablitz  en  bella  manera 
et  sena  brngit.  Piacia  a  Ibesn  Christ,  que  nitre  roanament  contrari  no 
vinga  del  papa  al  Moynr  rey.  Dat.  en  [Terjul  dijona  aprea  aent  Harti. 
Dieelbst  Nr.  69.  Ein  ,hom*  des  fr.  P.  de  s.  Jnat,  Komtur  von  Peniscola, 
Bcfareibt  an  dienen,  wahrscheiDlich  noch  Anfang  November :  Les  novellee, 
qne  bic  son,  qne  hom  parla  regeament  de  vus  altres  en  diverses  maneres, 
qua  los  uns  compten,  qne  tots  los  frarss  del  Temple,  que  son  en  la  sejnaria 
del  nj  de  Franfa  son  preaes,  et  encara  qne  nia  de  tnrmentats  en  moltes 
maoeres  se  compta.  E  dien  encara  les  Jens,  quel  rey  Darago  a  manament 
del  apoetoli,  que  fafa  atretal  en  aa  terra  ,  .  .  Tots  dies  se  crid»  best 
duM  vegadea  lo  dia  per  manament  del  seynor  rey,  que  hom  seguescha  la 
ana  saynora  a  peu  et  a  cavall  eontre  aqnetls,  que  aon  rebels  al  manament 
del  teynor  rey.  Les  jene  no  sahen  esta  hoat,  on  den  anar  ui  on  ne,  ans  se 
cnidan,    qae   deie   anar  sobre  vosaltres.     Or.  Pap.  Ssp,     Templarios  Nr.  50. 

37.  Jnjrme  n.  nn  Philipp  d.  8ch.:  Verwnndemng  Aber  sein  Schreiben. 
Die  Templer  haben  sdnen  VorfiUiren  und  Ihn  In  der  Bekimp* 
tnf  4cr  GlMnbenaftlnde  grofie  Dienst«  geleistet,  fttr   sie   ihr 


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50  Briefe,  Reden  und  Gntachtea. 

Blat  TerffosMii,  iebten  naeh  ali^nieliiciB  Ürt«ü  «ebt  chiWflfL 
]>•  Philipp  afwr  auf  Enaehen  der  Ktrehe  gtg^m  sie  nrftpaf 
K<^'n,  wlri  ftii«h  er  «elHe  PAIekt  tut.  Temel  (1907)  Smtmika  li. 

.  . .  Excellencie  vestre  liüere  . . .  non  solum  admimciom! 
causam  set  perturbacionis  etiam  prebuerunt  eo  potissime,  qiia 
dicti  religiös!  precessoribus  noslris  in  eialtacione  fidei  et  in 
inimicoram  crucis  depressione  labores  non  tnodicos  cum  effKäone 
etiam  sanguinis  subire  mioime  formidantes.  mortis  timore 
posLpDsito,  gratum  et  magnum  servicium  prebuerunt  et  tnulU 
ex  eis  mortem  etiam  incurrerunt.  Propter  que  pn^enitores 
nostri  ipsos  retigiosos  eorumque  ordinem,  servicium  prestilum 
remunerare  volentes  et  credentes  ipsum  ordinem  ad  Dei  seni- 
cium  institutum  ac  sine  omni  labe  erroris  exlstere,  mulla 
castra  forcia,  villas  et  alia  loca  concesserunt  et  etiam  dona- 
verunt  eisdem.  Vixerunt  siquidem  religio«  usque  modo  se- 
cunduni  comunem  opinionem  hominum  laudabiliter  in  hiis  par- 
tibus  nee  error  ßdei  contra  eos  apud  nos  hactenus  ortus  fuit, 
inimo  nobis  tempore  nostri  r^iminis  in  liiis,  quibus  eonuii 
indiguimus,  servicio  maximo  in  depressione  inimicorum  fidei 
fldeliter  servierunt.  Verum  quia  error,  quem  snblimitas  r^a 
in  suis  litteris  nobis  detectum  asseruit,  gravis  est  nee  debet 
modo  aliquo  sub  dissimulacione  transiri  vosque  iam  super  eo 
ad  requisicioneni  sancte  matris  ecclesie  processisse  conlra 
[dictjos  religiosos  in  aliquibus  asseratis:  nos,  quia  ab  ecdeaa 
requisiti  non  Fuimus  nee  alias  ad  nostram  pervenit  noticiam, 
non  processimus  .  .  .  nee  procedere  poteramus,  set  . . .  cum 
fuerinius  per  ecciesiam  reqaisitl  vel  nobis  alias  clare  constiterit, 
aut  violentas  presumpcioiies  huiusmodi  super  .  . .  crimiue,  in 
quo  cum  multa  cautela  procedendum  existit,  . . .  debitum  nostram 
reddemus  Deo  primo  et  sancte  Romane  ecclesie  totiqiie  fidei 
catholice  .  .  .  Dat.  Turolü  XV.  kalendas  Decembris  anno  do- 
mini  MCCC  septirao. 

Bsrcelonn,  Archir,  Reg.  291  f.  23  mit  der  Uberacbrifl:  Bt  domiDin 
rex  respondit  dicte  littere,  nt  aequitur.    (Brief  Philipps  Nr.  SO.) 

38.  ^jlarriK  Ferrandei  an  den  Komtar  TOn  Mallorea:  GraeUUtllclie  Ai- 
gelegvnhelten.  Nach  der  Sentenz  dee  Papstes  Ton  der  AbAc- 
biD^  dra  Ordens  haben  die  Komtare  von  Ar^oniei  i 


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Hr.  S8.    (ISO?  November,!  57 

Tiel  Eo  G«ld  ^naeht  und  bei  Ihren  Freunden  deponiert;  rät 
Ihn,  In  seiner  Kontiircl  nneh  so  in  handdn.  fber  den  GroB- 
nehter  and  tther  die  Templer  von  »rsm  wird  Pldrolo  Na- 
FUTo  Ihm  erstUleu.     (1307  NoTember.) 

Ai  honrado  et  savio  et  religioso  padre  et  senyor  frayre 
Amalt  de  Casteluj  comanador  de  la  casa  dcl  Temple  en  Ma- 
lorcha  de  mi  Garcia  Ferandez  humil  servo  vostre  saluts  con 
complimento  de  bona  amor  asi  como  a  padre  et  a  senyor,  de 
qui  yo  espero  bien  et  merce.  Fago  vos  asaber,  que  so  sano 
ms  no  alegre  por  razon  del  danyo,  que  oym  del  Temple. 
FazD  TOS  saber,  que  yo  que  faule  con  el  senyor  niaestre  et 
con  el  comanador  de  Gantauiella  daquel  bomne,  que  vos  sa- 
bedes,  quei  vos  sacassen  de  vostre  poder.  Et  eis  dixeren  me, 
que  lo  farien,  mas  que  quanto  ad  agora  que  noy  pudrien  veer, 
por  razon  de  niuites  negocies,  que  eilles  et  les  probomnes  del 
Temple  avien.  Encara  vos  fazo  asaber,  que  el  senyor  maestre, 
ques  a  relenido  .  .  .  vostro  ,  .  .  por  ala  casa  Dorta  et  dixo, 
que  vos  ne  daria  vostro  dreyto  et  que  lo  pendria  en  sa  comte 
de  la  rcsponsio  e  que  vos  emviaria  les  dineres,  quäl  vos  mas 
querissets.  De  la  pira ",  que  vos  me  digestes  per  a  la  pedrera, 
et  de  las  mazaS  et  de  los  lebreros  no  men  son  ansiado  por 
razon  del  trebaillo,  qui  es  en  el  Teinpte.  Es  a  saber,  quell 
papa,  que  a  dada  sentencia,  que  ta  horden  del  Temple  que 
sia  desreyta,  por  que  vos  fazo  a  saber  que  los  comanadors  de 
Aragon,  que  venden  et  pensen  de  vendeer  todas  cosas,  de  que 
eillos  pueden  aver  dineros  et  comenden  dineros  et  todas  otras 
cosas  a  sos  amigos.  Por  que  tendria  por  bien,  que  vos  que 
vendesseis  algunes  cosas  de  vostra  baylia  et  que  fieessets  ^ 
dineros  et  que  [los?]  mandasseis  ad  algun  de  vostros  amigos, 
por  que  yo  entendo,  que  la  orden  del  Temple  se  desfage. 
Las  Dovtelas  del  maestre  mayor  et  de  les  frayres  de  Nauarra 
Pidrolo  Nauarro  los  vos  recontara.  Encara  vos  prego,  senyor, 
que  vos  que  me  trametatdes''  a  dir  de  vostro  bon  estament 
et  de  vostra  saaitat.  E  si  algunes  cosas  vos  ",  .  .  .  que  yo  pueda 
fer  por  vos,  enviat  mo  adir,  que  yo  so  apareillado  de  fer  por 
vos  asi  come  por  padre  et  por  seynor.  Et  senyor  saluden  vos 
nostras  companyes  et  comanden  se  en  vostra  gracia  . .  . 

n    Bo  Or.     Ob  pera'?  b    So  Or.  c    Fehlt  ein  Wort;  dem 

Sinne  nach:  haben. 


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58  Briefe,  Beden  oud  OntacbteD. 

Adresse:    AI    senyor    comanador    de  la  casa  del  Tetnple  a 

Malorca  dentur. 

Bftrcetooa,  Archiv,  TemplarioB  Nr.  18,   Or.  P»p.  Sep.    Die  Nacbricfat 

von    der   pSpstlicfaen  Seotanz   iat  DatUdicb  ein  fatscbea  Oerflcht    Die  Ab- 

aenduDg  des  Briefes  muß  noch  vor  derGafaDgennahnie  stftttgefuiiden  luben. 

8».   Ein  üngenaniiter  an  der  Knrle  an  den  Komtsr  Ton  Aseho:  Ge- 
fKDKennalime   der  Templer.    Kdne  WertsendDiiK  mehr  u  in 
Orofimelster  I    Gehagennshme   des    GeneralTlisttaton    n,  l  u 
der  Kurie,  We^ftthrnnK  nach  Loches.    AnJcnnft  des  Papstes  li 
Foitiers;    sofortlfe  Kondstoiien.     Der    kranke    Kardinal    tm 
Tonlonse.    Torttthmngr  der  fefongeaen  pipütliehen  Klmnnvr. 
Trmtrede  des  Papst««  nnd  Antwort  des  Komtnra  der  Lorahudel. 
Nfiehriebtei   ans  Paris;    ZnsmnneDHtoß  des  Orofimelsten  ntt 
Philipp  d.  Seb.    Möglichkeit  zur  flucht  lUr  M«U}.    Er  lehit 
sie  ab  und  erinnert  Philipp  tiel  einer  ZuKammeDkunft  an  B«al- 
bz  VUl.  und  sein  Geschick.    CrSBe  des  Un^meks.    (1307  >'•- 
T«mber.) 
Sap  Deus,    seynor,    que  yo  sens  gran   dolor  de  mon  cor 
et  tristea  nous   puix   scriure,    que  ara  aja,    perc^o  que  tots  los 
fpares   de  la   cavaleria  del  Temple  foren  presses  per  tot  lo 
reyne   de  Fran^a   divenres,   que  foren   lll   idus  de  mes  Dctc- 
tubre.    E  so  cert,  quel  noble  en  Ranion  de  Cardona,  qui  es  eu 
c[or]t,   vos  ne  tramet  missatge  cert,   quel  jo  pr^^e  queus  (?) 
portas  lelres  per  tal   que  no  tramessess^  aur  ne  argent  ne 
b[.  ,  ,]us  al  seynor  maestre,  per  co  que  no  fos  pres  per  man 
daltre,  enou  volc  Ter  . , .  ')  Lo  vtsitador  de  Fran^  *)  el  comanador 
del "  .  . .,  ab  in  comanadors  altres  eren  ladonchs  ab  lo  senjor 
papa  de  pari  del   seynor  maestre  per  raho   deles  demandes 
grans  effor^  *,  quel  seynor  rey  de  Fran^a  fa  als  seynors  frares 
del  Temple.     E  eis  e  tots  los  altres  foren  presses,  qui  (breo 
tro  a  XV  ho  a  XVI.     Lo  disapte  apres  tengueren  c  los  de  la 
ciutat  e  menaren  los  al  Loges '}.     Lo  seynor   maestre  el  co- 
manador de  Lamaina  *),  que  novellement  ere   vengut  ab  gra" 

n  Abgebifittert  ein  Wort.         b  Statt  et  for9.         e  Statt  traignuen! 


')  Die  Antwort  laeee  iiih,  weil  eie  unveraiändlicb  ist,  weg. 
*)  Hugo  de  Peraudo. 

')  Loches  bei  Poitiers,  wo  anch  Philipp  d.  Scb.  früher  weilte. 
*)  VoD  Dentachland?    Davon  ist  eonet  nichts  bekamit. 


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Vi.  89.    (1807  Noveinbar.)  59 

apareyllament,  sen  presses  a  Paris.  Lo  seynor  papa  digmenge 
s^ent '),  que  fo  idus  del  damutit  dit  raes,  encontinent  enlra 
en  la  ciutat  en  volentat  dentrar  si  no  Tos  pera^o,  per  raho 
daquest  feyt  specialment.  E  al  entraiit  ab  grans  fougueres  (?)  de- 
straven  lo  Nanffos  de  Castella')  el  noble  en  Ramon  de  Car- 
dona.  Quant  fo  descavalgat,  inana  als  cardenals,  que  bo 
mayti  fossen  a  consistory.  Tranies  missatge  al  cardenal  de 
Tolossa  °),  qui  es  malaut  a  una  jornada  de  [Pjejrteus,  que 
vmis  a  consistori.  E  st  cavalcari  no  podia,  ques  feses  portar 
cl  lyt.  CascuD  jom  tenen  lo  seynor  papa  eis  cardenals  priva^s 
coDsistoris  daquest  feyt.  Mas  non  pot  nuyll  hom  saber,  quen 
sera.  Dimercres*),  que  fo  sen  Luhe,  feren  venir  al  consistory 
los  cubicular[s]  ^),  qui  eren  presses  en  continent.  E  soo  en- 
cara  ab  guardes  en  son  hostal,  mas  no  eren  ladonchs  en  la 
ciutat.  E  diz  los  lo  seynor  papa:  Amihcs  fraies,  consolat 
vos  et  nous  desconortets  e  noua  tema^,  que  nos  darem  bon 
consseyl  al  feyt,  que  tot  dia  ne  stam  en  als.  E  no  fugai; 
perre!  Reepos  lo  comanador  de  Lombardia:  Pare  sant,  nos 
no  avent  paor,  ab  que  vos  nos  vuylla^s  deffendre  e  con- 
servar  iusticia,  que  nos  tosi^s  los  frares  del  Tcmpie  som  bons 
crestians  chatliolics  e  ferms  en  la  fe  et  son  stat;  mor^s  to^; 
temps  les  frares  del  Temple  et  cativa<,-s  per  la  fe  catoHca  en 
poder  des  Sarayns  e  son  huy  encara.  E  no  avein  duptat  de 
morir,  que  be  ha  CXG.  ans,  que  la  horde  del  Teinple  es 
feyta.  E  no  poria  esser,  si  mala  honesta!  tenien,  que  no  fos 
sabut  per  alguns.     Finalment  parla  saviament. 

Encara  sapiats,  segons  que  hun  scuder  tia  comtai,  qui 
es  vengut  de  Paris,  quel  seynor  maestre  ha  aguts  forc,'  par- 
aules  e  mott  grasses  ab  lo  seynor  rey  de  Fran(;a.  Et  ai;o  de- 
pus  que  fo  pres,  dien,  quel  seynor  rey  volle  pendre  manera, 
quel  seynor  maestre  fugis  et  segrelament  tractava  ho,  per(;o 
quel  seynor  maestre  se  mostras  colpable.  Diguerenli  los  frares, 
qui  son  ab  el  pres:   Pus  que  vos,  seynor,  pode^s  scapar,  anat 

')  Am  15.  Oktober.    Die  Stelle :  en  volentat  ist  unvcratflndlicb. 

*]  Der  oftgenaont«  Älfona  von  Kastilien. 

*)  Kardinilbiwfaof  Petme  von  Psl&strina. 

*)  Am  18.  Oktober.    So  geschrieben. 

*)  Bis  jettt  wußte  msa  nur  von  dem  «inen  Oliverius  da  Penna. 


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60  Briefe,  Reden  und  Qutacht«n. 

vos  en  que  niylls  dare<;z  conseyll  a  nos  ab  lo  papa  e  ab  los 
cardenals!  Respos  lo  seynor  maestre:  N[o  es]  mon  enteniment, 
que  jo  fa^  ^o,  que  noy  sabem  to^  quan^  sera  rabo  (?).  An^ 
vos  die,  que,  si  jo  era  en  Alatnayna  ho  en  Espayna  ho  eo 
Anglaterra  et  sabes,  que  vos  altres  fosse^s  presses,  vindria  a 
vos  et  passria«  .  .  .  en  press[o  ab]  vo3.  No  es  semblant  cossa, 
que  dega  ftigir,  per^o  quan  nos  to^s  som  sens  colpa  e  la  onie 
uostra  bona  et  honesta  es  et  nos  catolics  som  molt  fenus  en 
la  fe,  axi  be  com  to  papa  nels  cardenals  ne  to^s  quaols 
crestians  ha  el  mon.  E  preehc  vos  carament,  frares,  que  nous 
sperdacs;  equax  per  aquella  metexa''  parla  lo  cubiculari  devant 
lo  papa.  En  apres  lo  seynor  rey  ventic  al  maestre  e  agueren 
paraules  molt  for^s  et  dures.  En  axi  quel  seynor  maestre  11 
dix :  Nous  <^  donam  a  despayament,  si  ave^  pres  mi  et  mes 
frares,  que  ja  prengues  lo  papa  Boniffacii,  que  governare  to^s 
crestians ! 

Eahon  pode^s  veure  tan  gran,  tan  gran  es  lo  feyt  et 
tan  gran  et  tan  doloros,  que  tota  la  cort  e  la  terra  nes  torvada, 
que  anhc  no  fo  en  la  glessia  de  Deu  tan  gran  trebayll  ne  tan 
gran  scandel,  com  es  aquest.  E  a?o  dien  totes  les  gens  del  cort, 
que  CO  (?)  del  papa  Boniffacii  To  c&s  exeptos  e  no  semblant 
3  quest,  dien  tost  cels  de  la  cort  .  .  .<*  semblant.  Si  avos, 
seynor,  ho  parle,  tiamessesse^  un  correu  a  cort,  que  mo\is  . . . 
el  consel,  que  no  ,  .  . 

Adresse:  AI  comanador  d  As[cho]. 

Barcelona,  Archiv,  Teniplarios  Nr.  65.  Or.  Pap.  Bsp.  Gescbricbea 
mit  stark  verblaßter  Tinte.  Die  Schrift  zuweilen  abgeblitteri;,  viele  LScber. 
Am  Schluß  iat  der  Sinn  aosicher. 

40.  Die  Eumtare  t«d  Hlravet  nnd  Hasdeu  ma  dfa  mr^oacslsth» 
Templertnelster:  HlttelluDK  des  Brleres  des  Homeiu  d«  Bni;«t 
im  den  Prior  In  B«rceloDa,  darin  das  dnreb  die  Folter  erzwu- 
gene  OestHndnls  des  tiroBmciHters;  ferner  d»Q  der  arafOKdsde 
Inquisitor  K'KCn  die  elnxelnen  Templer  foi^lien  irolle.  Drli- 
grende  Notnendifkelt,  daß  der  Heister  tu  Ihnen  komne.  {Vtti 
Ende  Norember.) 
AI  senyor  mestre  de  parte  . . . '  comanador  de  Mira[uet] 

a    Es  fehlt  ein  Wort.  b    Ea  fehlt  wobl ;  muiera.  c  Ob 

nous?  il    Hier  leider  einige  WSrter  gani  abgeblAttert.  (   Z*** 

WQrter  fehlen. 


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Nr.  40.    (1S07  Ende  Korember.)  61 

et  del  Mas  Deu.  Fem  vos  saber,  senyor,  que  de  pus  vos  agem 
enriades  les  noveles,  que  aviem  agudes  de  Roselo,  nos  ha 
veng(ut  un]  missatge  dorn  digne  de  fe  et  que  nos  crem  axi 
be,  com  farteii  nos  mesexs,  quel  es  vengut  ardit  et  carta,  que 
mestre  en  toulogia  de  lordc  dels  Preycadors,  qui  es  ha  Paris, 
escriu  al  prior  dels  Preycadors  de  [Barce]lona  et  tia  tot  lo 
covent  aquestes  paraules:  Que  persones  honradas  et  dalt 
estament  To  per  aquels  denuDciat  al  rey  de  Franga  et  al  en- 
queridor  de  Franqa,  que  es  preycador,  que  lorda  del  Temple 
ere  eayguda  en  eror  dels  arlicles  de  la  fe  et  ques  esfor^ava 
la  nostra  fe  hanular.  Et  axi  lo  rey  de  Fran^a  voich  ne  aver 
consel  ab  lo  seynor  papa  et  ab  gran  deltberacio  de  son  consel 
es  se  esforcat  de  saber  a^o:  axi  que  feu  pendre  lo  mestre  del 
Temple  et  eis  altres  frares  de  sa  seynuria.  Et  foren  gardats 
an  la  casa  nostra  de  Paris.  Et  foren  departits  los  huns  dels 
altres  axi  que  priinerament  io  mestre  fo  mes  al  turment  el  axi 
que  confesa  publicarnent  en  preseocia  de  molts  prelats  et  de 
tots  los  mestres  de  Paris  et  bacyelors,  quel  orde  del  Temple 
avia  acustumal  de  molt  lonch  te[mps] ...'). 

Et  aquel,  que  a?o  ha  escrit  al  covent  de  Barcelona,  diu, 
que  ha  escrit  la  tota  ..."  al  enqueredor  de  Catalunya,  quel 
ne  dege  escriure  lo  senyor  rey  ... "  aquel  feyt,  El  enqueredor 
es  anat  al  senyor  rey  ab  volentat,  que  el  diga  devant  tuyt, 
que  el  no  enten  procesar  contra  la  horde  del  Temple  mas 
contre  aqueles  persones,  que  son  sospitoses  de  la  fe.  Aquest 
es  lo  traslat  de  la  carta,  que  avem  aguda,  enquara  navem 
aguda  altra  de  creen^a  et  misatge  de  creenga,  quens  ha  dit 
de  paraula  moltes  coses,  que  nous  volem  enviar  per  letres. 
E)t  per  aquestes  rahons  demunt  dites  et  per  les  altres  noveles, 
que  ja  avets  agudes,  serians  semblant,  que  seria  gran  ...  et 
que  seria  de  necessitat,  que  vos  vosen  degesets  venir  ves  nos 
per  ^0,  que  acordadament  et  apensadanient  pogesets  respondre 
et  satis  fer  ha  tots  los  feyls,  que  da  questa  raho  serien  muguts 

a  Zwei  Wßrter  fehlen. 

')  Ee  folgt  die  geoane  Wiedergabe  dm  Briefes  von  RomeDs  de  Bni- 
gm  bis  lor  Anbetung  des  Kopfes;  axi  com  ha  creador  et  ha  Salvador  del 
nioD  (et  Creator  onininm  et  rodemptor). 


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88  Briele,  Reden  und  GuUchteo. 

ni  demanats.  C«r  nos  tenim,  senyor,  a  gran  peril  a  vos  et 
tot  frare  del  Teniple,  que  sia  en  la  cort  ni  algu  (V),  que  y 
ages  anar ').  Car  ja  vets,  com  se  son  capdelats  dei  mestre  el 
dels  atlres  frares,  que  tangran  falsia  et  tan  grau  desIeyalUt 
les  fa^a  hon»  dir  per  for^  de  turment.  Fei  nos  saber  voslres 
noveles  et  manat  nos  <;o,  queus  pl[ague]. 

Adresse:  AI  honorable  mestre  del  Temple. 

Darunter:  Et  vagen  cu|yda]dament  de  nit  et  de  dia  de  casa 
en  casa. 
Barcelona,    Archiv.   Templarios  Nr.  51.    Or.  Pap.  Ssp.    AbgeblUtorl 
und  mit  Löchern. 

41.  BereoKer  de  Sent  Inst  oomanador  de  Mlraret  «n  Iran  F.  de  Seat 
Inst  eomansdor  de  PanlseoUa:  Brlere  Jaymea  II.  »  Oostn 
der  T«iQ)»ler.  Naehrlobt  Tom  Tode  des  gefolterten  Grofinclit«»; 
vom  Papste.  MahnnnK  zur  Toralebt.  Der  anfoneslsefae  Hctdcr 
geht  zum  KtinlKe.    (1307  Ende  NoTcmber.) 

Avem  rebudes  letres  del  maestre  Darago,  [que]  diu,  quel 
seynor  rey  .  .  . ')  al  papa  et  tramete  li  adir  lo  bon  portament. 
quels  t'rares  an  agut  hen  la  sua  terra  et  ...  al  rey  de 
Casteylla  et  de  Portogall,  que  eis  guarden  les  frares  del  Tm- 
ple  ^)  .  ■  ■  Hen  Managera  nia  trames,  que  un  Trare  de  Lespitai  es 
vengut  de  . .  .,  que  comtava,  quel  maestra  del  Teniple  era  niorl 
et  moitz  daltres  frares  a  tunnent.  Comtava  nioltes  daltres  males 
noveyles.  Hen  R.  Saguardia  .  .  .  bisbe  de  Vieh,  que  [es]  sun 
germa  *),  ha  trames  adir  quel  . .  .  procurador,  qui  es  ab  lo 
papa,  la  henviat  adir,  que  .  . .  lo  papa  es  estat  acu  . . .  maestre 
de  moltes  rahons  a  gran  carech  del  Temple  ,  .  .  s).  Conseylk», 
quesguail  ben  et  tot  (,o,  que  aver  pora  et  aja.  Tenim  per  be, 
que   s^ues   vos  .  •  .  Guardat    vos  al  myis  que   poretz  vos  ei 

')  Nach  Nr.  41  war  der  Meiater  zom  KUaige  nach  Valencia  gegangen 

*]  Zu  ergtinzen:  sandte  oder  schrieb. 

')  Es  folgt  eine  Stelle,  von  der  nur  einzelne  WOrtor  erhs|ten  »ni. 
Ich  glaube,  daü  sie  zu  denten  ist:  in  ihren  Rechten  wie  er  in  seinem  lAnit. 
übrigens  ist  ein  eolches  Schreiben  Jaymes  nicht  bekannt. 

*)  Berengar  de  Ouardia  1306-1S28.    Zu  denten:  erzahlte,  daß  mr. 

*)  Hinter  que  fehlt  nur  ein  Wort,  bei  acu  nur  2—8  Bncbstalw. 
Wnhrscheinlich  ist  die  Deutung,  dafi  der  Orofimeiater  beim  Fapet  TtrUagL 
nicht  daß  or  vom  Papat  beschuldigt  ist. 


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Nr.  41.     (1307  Ende  Not.)    Nr.  4i.     [1307  Dez.  bis  1808  Febr.)      6S 

vostres  casteyls.  Lo  maestre  Darago  sen  va  ab  lo  rey  a 
Vale[ncia]  et  lo  conianador  de  Cantaveyla  ab  [e]yl  et  los 
altres  comanadors,  qm  eren  ab  eyli,  sen  van  ii  lurs  batties. 

Äaf  einem  angeklebten  Zettel,  daü  jemand  de  Rozello 
viel  erzählte,  was  er  ihm  jetzt  nicht  sagen  könnte:  Mas  que 
guardetz  tos  matex  et  les  casteyls  ben, 

BarceloiiA,  Archiv,  TempIarioB  Nr.  11,  Or.  Pap.  Sep.  Schwer  zu 
entziffern,  weil  grofie  Löcher  nod  verbla&te,  abgebltttterte  Sclirift  Dbb 
Scbreiben  Jajnies  vom  19.  November  1307  nn  den  Papst  steht  Beg.  291 
fol.  22  *.  Es  berichtet  Konächat  Ober  des  emtea  Brief  Philipps  d.  Seh.  und 
ergebt  sich  in  all gein einem  Lobe  des  Ordens.  Dann  schliefit  ee:  Prgpt«r 
qne,  ssoctiasime  pater,  nolnimns  sicnt  nee  expedire  cognovinins  ad  proce- 
dendnm  anper  hiia  in  aliqao  inaorgere.  douec  eorum  per  aanctitatia  vastre 
raMBriptum  aciverimua  veritatem.  SnppIicunuH  .  .  ..  qnatenus,  ^  qneDi  in 
predictis  fratribus  errorem  foraitan  cegoovistis,  nos  Pitinde  ac  de  intencione 
veetra  velitia  et  plaeeat  per  vestrum  rescriptum  reddere  cercioreB  .  .  .  Dat. 
Tarolii  XIII.  kalendas  Decombria  anno  domini  MCCC  septimo. 

42.  Notfsen  über  das  Vorgehen  Jafmes  gegen  die  Templer  In  aelneni 
Beiehe  Tom  Anlkiige  bis  zam  Beginn  der  Belagemngen  nach 
dem  Register  291  in  Bareeiona.  (1S07  Dezember  bis  180K  Fe- 
brur.) 

Prplibatna  antem  doroinoa  rex  habita  deliberacione  et  consilio  man- 
davit  personas  omniam  Templariomm  capi  et  bona  eomm  et  inmobilia 
emparari.    El  primo  in  regno  Valeocie  snb  forma  Beqitenti. 

Ja,  Dei  gratia  . . .  Oombsldo  de  Entenfa  procuratori  regni  Valencie  . . . 
Scire  voa  volamas,  qnod,  com  valide  ot  vehementes  presDrapciones  sint  ro- 
perti  contra  Templarioa  .  .  .  nosque  etiam  fuerimus  requiaiti  per  ...  fr. 
Johannem  da  Lotgerio  ord.  Pred.  inquieitorem  ...  in  toto  noatro  dominio, 
.  .  .  qnod  omnee  fr.  Templsrios  .  .  .  faceremue  exbibendos  dicto  inquisitori, 
qni  contra  eos  inquirere  intendit,  ut  ezperiri  valeat  et  videre,  an  ambulent 
in  tenebris  vel  in  lace,  et  nichilominuB  empararetnus  omnia  eorum  bona 
Uiu  mobilia  quam  immobilia,  ne  aliensri  seu  occnltsri  valeant  .  .  .  aed  de 
ipoa  poaait  fieri,  qnod  inaticia  auadebit,  .  .  .  mandamus  exprssse,  qustenuA 
.  .  .  omnee  Templarios  tarn  milites  quam  alios,  quoa  in  iuriadiccionibue 
vobis  comissis  invaDtru  poteritia,  capiatis  et  .  .  .  bona  .  .  .  emparetis.  Nos 
anteiD  mittimiu  litteras  nostraa  ad  unirersoe  hsbitatores  in  loci»  Diilicie 
Templi,  ut  dictis  Templariia  nullum  preatent  anxilium  .  .  .  aut  obediant  eis, 
immo  pkreont  .  .  .  vobia  .  .  .     Valencia  1307  Dezember  1. 

Poatmodnm.  dominus  rex  ordinavit,  quod  Bernardne  de  liibiano  miles 
caperet  Templarioa  et  empararet  bona  eorum  in  locis  de  Paniechola  et  de 
Xinret  et  t«rminoriim  suorum  ,  .  .     1307  Dezember  2   f,  37  ". 


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U  6ri«fe,  Reden  und  QnUcliUil. 

An  GombMdiis  da  Ei]t«i^&:  Ut  anper  processa  .  .  .  cuotf«  TempIviM 
et  Bomin  bona  .  .  .  cercior  efSciamiai,  quoliter  in  eo  voa  dsbekttB  haben, 
vobia  per  preeentes  eigDificunus,  quod  intoncioDis  noatre  est  sc  volmnns 
qaod  procedatis  ad  capiendos  peraonas  Templariomm,  ai  invenire  poUritä. 
et  emparetia  eoram  bona,  .  .  .  illas  videlieet  peraonas  et  ilin  bona,  qnc 
capere  et  emparare  poteritis  abaqne  expugnacioDe  castroram  et  alionin 
foTtalicionim.  Non  eaim  volumua,  quantam  ad  preaens,  aliqaa  castn  Td 
fortalicia  expugnnri,  donpc  dies  oitacionis  (acte  Templariis  per  inqaiaitoren 
.  .  .  lapsuB  fuerit,  nee  ex  tunc  etiam  naqae  qua  vobis  aliud  dederimna  in 
maadatia.  Caveatis  etiam  diligeiit«r,  ae  bomioea  aat  bona  Templi  per  ■!(■ 
qaos  offendi  valeant  vel  gravari  .  ■  .     Valencia  1307  Dezember  5.  f.  38*.') 

Bona  Templi  in  Burriana  wurden  luerat  gsDommen.  1307  Dfiember 
5.  f.  39. 

An  B.  de  Libiano:  Apnd  Pauiacolam  accedat  sine  exercitn.  1307 
Dezember  7.  f.  112. 

An  Beruardos  de  Libiano:  Saper  facto  cnstri  de  Xiaret  vobis  laliler 
reapondeniDB,  quod  ex  quo  illi,  qui  nunc  tenent  dictum  caatram,  fecennt 
homagium  G,  de  Campsercb  —  dem  etellvertretenden  Oonveroeor  —  et 
noatro  nomine  existunt  in  eo,  placet  nobia, 

Super  facto  autein  Peniaeole  .  .  .  aignifficamua.  nobia  cordi  non  eii- 
stere,  evasioni  peraonarum  aliquorum  Templariomm  modo  aliqoo  noIiiHii 
preatare  consensum  .  .  .  Mandamus,  qnatenus  non  consenciatia,  quod  fralie« 
in  Castro  Peniaeole  exiatentea  vel  eorum  aliquia  evadat  .  .  .  Valencia  ISDi 
Dezember  7.  f.  39. 

An  B.  de  Libiano ;  Mandamne  vobia.  qnatenaa  dimiasa  sufficienli 
custodia  in  caatro  de  PeniBCola,  quod  tenetis.  ad  nostram  personam  protinaa 
veniatis.  Volumus  etiam,  ut  addocatis  vobiscum  bene  custodit^nm  comenda- 
torem  de  Peniacola  cum  biia,  que  capta  et  inventa  Ibenint,  cum  eo  ad  cifi- 
tatem  Valencia  1S07  Dezember  13.  f.  89  *, 

KHnig  erklärt :  Inter  alia  bona  .  .  .  Templi  ...  ad  manuB  nostm 
cepiase  caatrum  de  Area  dicti  ordinie  in  regno  Valentie.  Vorfligang  darUber 
Valencia  1807  Dezember  36.  f.  39  v. 

Über  cnstris  et  locis  tenencie  de  Cuyla  wird  verfügt. 

Verwaltung  der  GOter  Templi  Valencie  et  Bmrriane  et  turrie  ToctU 
de  Hontecathino.     1308  Januar  29. 

Rea  des  fr.  0.  de  Vatfagona  cambrerii  in  Burriana  geoommeD.  l^OB 
Februar  5. 

Tenencia  de  lea  Covea  genommen,     f.  41. 

An  die  Templer  in  Aragonien    1807  Dezember  2.     13  BHefe.    f.  46. 

MilitibuB  quam  aliia  habitatoribus  Uontisaoni :  den  Templern  darf 
keine  HOlfe  geleistet  werden,     f.  47. 

In  Aragonien,  wo  Templer  sind,  soll  die  Zitation  dea  Job.  d.  LotgaHo 
vcrSffentlicht  werden. 

Nobili  Artaldo  de  Luna  gerenti  vicea  procuratoris  in  An^uia  f.  49. 


')  Vgl.  PruU,  S.  849. 


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Nr.  42.    (1307  Dezember  bis  1300  Febniar.)  65 

Nomine  noatro  tenelis  potenter  castrum  de  Athambra  milicie  Tempil. 
1307  DeEomber  19.  f.  49. 

Domna  Templi  Osce  et  loca  .  .  .  cum  omoibos  rebns  .  .  .,  qne  per 
Templarioa  derelictn  foeranl^  sollen  in  Verwaltung  geDommen  werden  1307 
Deiember  23.  f.  49  *■.  ") 

Homioes  tod  Cantavieja  nnd  MonzoD  scbicken  zum  Kdnige,  bib  seien 
ilcD  Templern  astricti.   1307  Dezember  26. 

An  Bartholomena  Tarini :  Tpneatis  .  .  .  cBstnim  de  Orta  cum  omni- 
tiDs  bonis.     1807  Dezember  26. 

Guilleimtu  de  Castronouo:  Papst  hat  kürzlich  inforroacionem  et  re 
quisicionem  geschickt.  Desbalb  achreibt  Jayme  II.  an  fr.  Berengar  de  Fukro 
dIui,  caatellano  HoDtissoni,  nnd  die  andern  Templer,  aich  dem  Gnillelmus 
zu  ergeben.  Soll  sofort  hingehen,  Brief  präsentieren,  auch  den  vom  Inqui- 
sitor; daiDber  öffentlichen  Akt  anfnebmen  und  an  die  kgl.  Kanzlei  senden. 
Will  fr.  Kerengar  und  die  andern:  eondneatis  ipsos  curinli  modo,  taliter  ne 
mBiins  vestras  in  veniendo  poasint  evadere  nee  offendi  valeant  a  quocun- 
qoe.    Valencia  1308  Januar  20.  f.  52. 

Ähnlich  pro  Castro  de  Castelloto.  Fr.  Guillelmus  de  Vjlalba  comeu- 
dator;  pro  castro  de  Chalamera;  pro  Castro  de  Cantauella  et  de  Vilello ; 
fr.  Unitholomeas  de  Villafrnncba  comendator  de  Vilello.     f.  53. 

Fr.  Uichael  de  Bayra  gefangen  in  S«r»gossa:  Adduci  ad  Valentiam. 
ut  ibidem  captus  existat  cum  magistro  et  aliie  Templariis,  1308  Harz 
10.  f.  67. 

Non  tarnen  intendimus  tob  teneri  ad  capiendam  personas  dictarun) 
Templariornm  vel  ad  expugnandnm  luca  eorum,  .  .  .  donec  veritaa  dicti 
criminis  aliter  fnerit  patefacts-     1307  Dezember  26.  f  50  ". 

ErmenganduB  comes  Urgellensis  hst  rastrum  et  ioca  do  Corbina  et 
de  Villanana  ordinis  Tempil  besetzt.     1307  Dezember  23.  f.  94  t. 

Caatram  de  Rupp»  rubea  ist  dem  nobilis  li.  de  Enten^a  übergeben, 
1307  Dezember  30.  f.  96. 

Usiulo  Dertuaensi :  Itona  .  .  .  Tempil  minus  bene  custodiuntur  et 
diversimode  consumuntnr.  De  bonis  tarn  per  fratres  quam  alios  alicnata  et 
Trandnlenter  occultata  .  .  .  sitis  diligenter  solliciti.     1308  Januar  3    f.  97. 

Non  est  intencionia  nnstre,  quod  ab  hominibus  locorum  Tempil,  quo 
ad  presens  homsginm  recipere  debeatis.     Valencia  130S  Januar  10.   f  97  v. 

Bemardo  de  Podiatia  vicario  :  Litteras  regias  de  cemparendo  coram 
rege  et  fratre  Johanne  de  l.otgerio  fratri  R.  de  Guardia  piesentetis  legique 

')  Itemart  ^espnjades  wid  0.  de  Ceret  an  den  König :  Tots  les  bonies 
dels  dites  batlies  [de  Gandesa,  de  Miranet  et  üaieho]  se  temen  molt,  que, 
si  eis  tornen  en  poder  dels  frares  del  Temple,  que  sien  per  eis  fortment 
HgreviatB  et  dampniticats,  per  qua  an  aisi  bobeit  al  vostre  mnnament  et  an 
feit  lomensge  de  susdit.  Et  per  oqaesta  rafao  van  a  comparer  davant  le, 
vostra  sLtea  presencia  dos  bons  horoens  de  Gandesa.  Tortosa  (1308]  Januar 
13.    Teraplarioa  Nr.   13. 

Finka.  PnpiiUnni  nnil  UnterKnntc  <les  Templaroflenh.     II.  5 


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M  Üriefe,  tleden  und  GDtachten. 

per  noUriuin  publicam  faciatiB  ...  8i  venire  voluerint,  conducatu  ipaot 
curiati  modo.     1308  Januar  20.  'I 

G.  de  Cereto:  Expedito  negocio  Mirnueti  apad  locDm  do  ARdioii  ir- 
cedatie  et  preeentetia  fr.  llereDgarJo  de  a.  Marciali  comeodabiii  .  .  .  littenn 
nostram  pateotem  et  litteraa  J.  de  Lotgerio.     Dat.  nt  sapra. 

Simoni  de  Bella  loco  Ticario  GernndeDai ;  R«ceptis  litteris,  iiulll« 
comsB  tmpuriiiruin  et  Dalinaciua  de  Rochahertino  necnon  epiacopns  GnvD- 
(lensie  impedirent  processum  contra  bona  Templarionim  in  locin  suis:  f 
litterfts  Qoatras  intimamus  predictis,  nt  nb  iiopedimeBto  predicto  deeitliDl- 
Valencia  Febmar  1.  f.   100.») 

Analdiis  de  s.  Marcinli  frater  fr.  Berengarü  de  a.  Marciali,  coiwii' 
datoria  de  Ascone,  ad  fratrum  accedat.  Intrare  et  loqni  publice  Tel  tH 
partem  cum  fratre  wiid  erlaubt.     Valencia  1S08  Februar  9. 

Bereugarius  de  Couia  an  Jajme  II.:  Noveril  me  monaiaM  lacie  td 
fnciom  fr.  Biirtbolomeiim  comendatorem  de  Vilello  nee  non  alios  fnti« 
residentea  in  cdatro  de  Vilello  .  .  .  Oportuit  me  fecisse,  quod  leci  dif 
dominica  featinanter,  quin  alias  foraan  non  abaiasem  oportonitatem,  eo  i)iiü 
in  Heqaenti  die  vel  prope  dictua  comendator  se  intendebat  inclndere  cnn 
dictis  bommibua,  ita  qood  noD  abercnt  eui  vassalU  aportunitaleni  twni^ 
foras.  Nam,  domine,  aniversitos  dicti  loci  intencionia  eat  pro  viribus  ifl'irr 
dictDtn  comendatorem,  aet  credo,  quod  cum  modica  coercione  ,  . .  defficiml 
ei  .  . .  Dat.  Turelü  IUI.  kalendaa  FebruarÜ  (1308  .lannar  29.1  Or.  P«p. 
CRD.  Nr.  10516. 

43.   Tenammlnn^n  wege«  der  Tempkr.    (180T  Dezenilwr  ].> 

I.  Notar! atainstmment, ')  daß  KOnig  Jayme  11.  den  BiacbOfen  v«n 
Valencia  und  Saragoaaa  und  dem  Inquisitor  -lohannes  de  Lotgerio  ai\tf'- 
l«ilt,  daß  er  durch  Briefe  des  Küniga  von  Frankreicb  und  des  Romeos  ii>- 
wie  durch  die  Fama  vor  dem  Vergehen  der  Templer  gehört  und  sie  bitW. 
in  ihren  Diözesen  —  und  der  Inquisitor  im  Reiche  —  die  Sache  zn  aittr- 
Sueben.  Die  drei  erhifiten  sich  bereit  und  bitten  um  schleunige  Verfaaftnnf. 
da  sich  die  Templer  taglich  mehr  verschanzen;  sind  sie  in  ihren  FestoDfiPn. 
so  können  sie  nicht  mehr  gefangen  genommen  werden.  Der  KOnig  vrr 
apricht  Beihnife     Die  veneria  kalendis  Deoembria  1807. 

Unter  den  Zeugen:  Jacobe  Petri  et  Johanne  fratribus  domiai  nfit- 
fratre  Quillelmo  Arnnyonis  ord.  Pred  domini  regia  Aragonie  prefati  ri»- 
fessoro  .  .  ,     Bernardo  de  Ahbacia  vicecancellario  curje  .  .  . 

II.  Jayme  II    an  den  Bischof  von  Valencia: 

Bequirimus  vus,  quatenus  in  instanti  feste  Epiphanie  donupi  ȟ'' 
.  .  .  Valencie,  ut  ibidem  vohis  aliisque  terre  nostre  prelatis.  qaibus  1» 
canaimiii  forma  scribimus.  et  prefato  inquisttore  preaentjbua,  quid  ageodBHi, 

')  Hierzu  vgl.  Aufforderung  an  R,  de  Ouardia.     Gedr.  Prnti,  S.  34i3. 
')  Brief  an  Bischof  von  Gerona  vom  11.  MArz  1808.  f.  114. 
')  Notiz  bei  Prutz  S.  348. 


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Nr.  43.    (1B07)  DcMinber  1.    Nr.  44.    (130^)  Dezember  4.  6^ 

qualiterre  sit  in  tanto  negocio  ulterioa  procedeDdiim,  communi  tractetur 
colloqaio  et  Bolidiori  consilio  ordinetur.  Dat.  Valencie  nonas  Decembria 
snna  damiao  HoCCC  septimo.     Reg    291   f.  26  und  25. 

So  an  10  Bischöfe  und  den  Stellvertreter  des  Erzbischofa  Boderioh 
von  Tarragoua. 

44.  KSntg  Jajm«  II.  •■  B«mens  de  Brnfaria:  Bmptang  gelnea  Briefes; 
Philipp  d.  Seh.  hat  bereits  geschrieben;  hat  Untersuch nng:  gtgtn 
die  Templer  begonnen;  bittet  am  Übersendung  der  Prozeßakten 
dnreh  den  StAphanns  de  Seta.    Yalenela  (1307)  Dezember  4. 

Item  dominus  rex  scripsit  predicto  Tratri  Romeo  de  Bni- 
garia  sub  forma  sequenti: 

Nos  vero '),  qui  ab  ecclesia  non  fueramus  requisiti  nee 
alias  nobis  eonstabat  de  errore  ac  crimiiie  predictis,  cessavimus 
actenus  procedere  in  premissis.  Nunc  autem  tarn  ex  scripto 
premisso  regis  prefati  quam  ex  littere  vestre  continentia  ex- 
citati,  ad  requbitiotiem  etiam  venerabilis  et  religiosi  fratris 
lohannis  de  Lotgerio,  inquisitoris  auctoritate  apostolica  in  regnis 
nostris  super  heretica  pravitate  deputaU,  procedere  incepimus 
in  premissis  adeo,  quod  capi  mandaviinus  omnes  Templarios 
in  dominlo  nostro  d^entes  et  iam  etiam  circa  quosdarn  ex  eis 
earcer  noster  tenet  inclusos  ac  eorum  bona  tarn  mobilia  quam 
stabilia  emparavi.  Sane  quia,  ubi  malus  est  periculum,  et 
potissime  in  casu  huiusmodi  caucins  est  agendum,  discrecionem 
vestram  attente  requirtmus  el  rogamus,  quatenus  copiam  seu 
Iranslatum  processuum  super  premissis  per  quoscunque  factoi'um 
ac  oranem  aliam  quamlibet  eertificacionem  ac  inrormacionem, 
quam  habere  poteritis,  sigillis  persoiiarum  autenticarum  aut 
personarum  publicarum  subscripcionibus  roboratas  ad  nos  per 
Stephanum  de  Seta  de  domo  nostra,  latorem  presentium,  quem 
hac  causa  ad  antefatum  Francio  regem  et  vos  de  presenti 
transmitimus,  transmitatis,  ut  in  pretacto  negocio  caucins  ac 
utilius  procedatur.  Dal.  Valencie  II.  nonas  Decembris  anno 
domini  MCCCVII. 

Barcelona,  Archiv,  Reg.  291  f.  2Z  ".  Teilweise  gedr.  Prutz  S.  347. 
Hier  wegen  der  Stelle  Qber  den  Boten  wiedergegeben,  die  znr  richtigen 
Datierung  der  wichtigen  Nr.  56  verliilft.  Spftter  bekundet  der  Künig  (f.  112) 
Empfang  des  zweiten  Briefes  von  Remens. 


')  Vorher  Brwfthnung  des  1.  Briefes  Philipps  d.  Seh. 

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68  Briefe,  R«den  und  OatMihtes. 

4ü.   Der  araKoncaisebe  loqiitsltor,  Johannes  de  Lotgerio,  dUert  ttt 
Kensnaten  Templer  xnm  Verbür.    ValeneU  (1307)  Deierabfrl. 

Frater  lohannes  de  Lorgerio "  de  ordine  fratrum  Predi- 
catoruni,  Inquisitor  heretice  pravilatis,  in  toto  dommio  iliustris- 
simi  domini  lacobi  Dei  gracia  regis  Aragonura  a  sede  apo- 
stolica  deputatus  venerabilibus  fratri  Paschasio  de  Alharo, 
comendatori  de  Buquinyenich,  et  aliis  fratribus  ordinis  milicie 
Tempil  ibidem  exislentibus  salutem  in  domino  Ihesu  Christo. 
Dolentes  deferimus  sei  et  certe  vos  ignorare  putamus'', 
quam  vehemens  et  quam  violenta  contra  vos  et  fratres  veslri 
ordinis  sit  exorla  de  catholica  Me  suspicio  et  quam  multi- 
pliciter  de  gravibus  et  sceleratis  erroribus  vos  publica  fama 
diffamet.  Utide  quia  contra  vos  hec  cotidie  invalesci  suspicio 
vehemencius  et  violencius  fama  clamat,  iam  ulterius  hec  äne 
Dei  offensa,  animarum  periculo  et  scandalo  plurimorum  disi- 
mulare  non  possumus,  set  ex  coinisso  nobis  ab  apostolica  sede 
inquisicionis  contra  pestem  heretice  pravitatis  officio  urgeniur 
descendere  et  inquirere  cogimur,  an  invalescens  suspicio  el 
fama  clamans  huiusmodi  opere  sint  complete.  Propter  quod 
auctoritate  sedis  apostolice,  cuius  vices  gerinius  in  hac  parte, 
TOS  et  Testrum  quemlibet  citamus,  primo,  secundo  et  tercio  ac 
peremptorio  per  presentes  vobisque  mandamus,  quatenus  de- 
cima  die  a  die,  qua  presens  citacio  vobis  presentabitur,  vel 
quominus  f-  presentetur,  per  vos  steterit  numeranda,  si  feriata 
non  fueril,  alioquin  sequenti  tunc  proximo  non  feriata  coni- 
pareatis  personaliter  in  domo  fratrum  Predicatorum  Valencie. 
coram  nobls  responsuri  de  fide  catholica  et  super  predictls  et 
ea  [t]angentibus  processuri  et  facturi,  quod  iusUcia  suadebit. 
Alioquin  contra  vos  et  in  ipso  negocio,  quantum  de  iure  po- 
terimus,  vestri  non  obstante  contumacia  procedeinus.  Signifi- 
cantes  vobis  ac  predicentes  aperte,  quod  ad  esortam  conira 
TOS  de  catholica  Tide  suspicionem  non  modrcam  presumpcioneoi 
adiceret,  si  citati  ad  respondendum  de  ea  recusaretis  contuma- 
citer  comparere.  Dat.  Valencie  nonis  Decembris,  anno  domini 
M»CGC  septimo. 

Bwcalona,  Archiv,  CRD.  Nr.  2840.  Or.  Pap.  Ssp. 

(I  So  Or.    SoDBt  Bat  Lotgerio.  b  Es  muß  doch  tos  dod  ignonre 

heißen.  c  So  Or. 


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Nr.  46.    (1307)  Dezember  6.    Nr.  47.    (1807)  Dezember  8.  69 

48.  KCnlit  J>;me  n.  ao  den  Haflster  P.  Meremderl,  Ant  Philipps 
d.  Heb.:  Emptans  der  gvnaniiten  Briefe,  wHnieht  Beinen  Besneli. 
ValeneU  (1307)  Dezember  «. 

la  etc.  Prudenti  viro  magistro  Petro  Mercaderii  cirui^co 
et  clerico  illustris  regis  Francie,  karissinii  consanguinei  nostri, 
satutem  et  dilectioiiem.  Recepimus  lilteram  vestrani,  quain  una 
cum  litteris  duabus,  altera  quanim  per  regem  Francie  illustrem 
et  altera  per  venerabitem  fratrem  Roraeuni  de  Brugaria  in 
ttieologia  Parisius  actu  regentetn  mittebantur,  nobis  noviter 
per  latorem  presencium  transinisistis,  et  inlelieximus  plenarie, 
qiie  continebantur  in  litteris  supradictis:  Verum  quia  in  vestra 
littera  supra  dicta  inier  cetera  continebantur  expresse  vos 
appetere  esse  in  presencia  nostra,  ut  aliqua  secreta  fructuosa 
nobis  possetis  declarare  et  quod  de  hoc  scriberenius  votum 
nostnini  .  .  .,  placet  nobis  vosque  etiam  rogamus,  quatenus 
assumpta  convalescencia  vestri  corporis  ex  discrasia,  quam 
scripsistis  habere,  ad  presenciam  nostram,  quamcicius  poteritis, 
venialis  .  .  .  Dat.  Valentie  VIII.  idus  Decembris  anno  domini 
MoCCC  septimo. 

Barcelona,  Archiv,  Reg.  291.  f.  112. 

17.  R.  ^  GardU  an  die  HÖDifln  ßlanha  von  Aragunlen;  Wie  die 
Sinder  tu  Maiia,  der  Vermittlerin  bei  Ihrem  Sohne,  sieh  wfn- 
den,  M  wemden  Nleh  die  Templer  an  sie,  daß  sie  beim  KSnIf  die 
PrellMsaag:  Ihres  Meisten  und  das  AnfhVren  des  Sbaudals  gegtn 
sie  bewirke.  BeteueraiiK  der  Unschuld.  Mlnret  (1307)  De- 
zember 8, 

Ha  la.molt  alta  et  molt  noble  et  molt  poderosa  madona 
na  Bianca  per  la  gracia  de  Deu  r^tna  Darago  .  .  .  frare  K. 
i;a  Guardia  comanador  del  Mas  Deu  et  tenent  loch  de  niestre 
del  Temple  en  Arago  et  en  Catalunya.  Besan  les  vosties  mans, 
madona,  me  coman  en  la  vostra  graeia.  Äxi,  madona,  com 
los  pecadores  recorren  ha  madona  sancta  Maria,  que  ela  per 
sa  gran  d[u]Icor  sia  migan^era  entre  nostre  senyor  et  eis  en 
acaptar  perdo  et  misericordia  de  lurs  pecats:  axi  madona  prec 
yo  avos  eus  clam  merge,  que  per  vostra  bonea  et  devocio  et 
santetat,  que  en  vos  es,  tos  plasia,  queus  trabalets,  quel  senyor 
re;  deliure  nostre  mestre  eis  l'rares,  et  que  dega  sesar  aquesta 
tan  gran  confusio  et  escandel,  quel  mestre  el[s]  flrares  del  Temple 


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70  Briefe,  Reden  uad  GaUcht«!). 

ara  pres  a  sens  colpa  et  sens  tort,  que  no  tenen  ha  n^tina 
re.  Et  que  placia  al  senyor  rey,  que  Verität  nos  sia  rebuda, 
abans  que  hom  anal  pus  contra  nos.  Car  nos  bastanlmenl 
podem  provar  per  hobres  et  per  feyts,  que  som  leyals  et  vers 
bons  crestJans  et  qui  crem  las  articles  de  la  fe  et  servam  lä 
mantenini  los  manamens  de  iiostre  senyor,  et  i;o  que  per  la 
e^lea  de  Roma  es  ordenat  ha  tot  fei  crestian  de  creure  el 
de  fer.  Et  per  ^o,  madona,  nos  recorem  a  vos,  axi  com  aqueU. 
qui  esperam,  que  per  Deu  et  per  vos  et  per  la  bonea  del 
senyor  rey  aja  remey  aquest  feyt.  Si  neguncs  coses,  madooa. 
vos  plaen,  que  nos  fagam  per  vos,  fet  nos  ho  saber;  car  nos 
soni  aparelat,  madona,  de  fer  et  de  dir  «;o,  que  fos  honor  et 
servi  de  vos.  Et  Deus  per  sa  merge  vos  do  bona  vida  el 
longa.  Escrit  divenres  dia  de  la  concepcio  de  Madona  sancta 
Maria,  ha  Mirauet. 

BHrcelana,  Archiv,  TemplarJos  Nr.  78.  Or.  Pap.  Ssp. 

tH.  I.  Batmiind  «a  Gnardla,  Komtur  von  Müden  and  8t«IlTertrttcr  de« 
OrdenBtnelBters  an  Kttnig  Jajnne  II,  tob  Aragonl«ii:  Veriraadt- 
rBDK  Uker  die  GeraDKeo nähme  des  nDgohuldig«ii  Ordensmelstcrs 
und  anderer  Templer.  Gewtileht  es  wefren  de«  KHnIgs  th 
Frankreich,  so  raUsse  der  K^ti\g  bedenken,  daß  ihre  VethlltakM 
andere  seien.  Jene  Templer  seien  ans  Tcrsebledenen  Gegend»,  ihr 
Besitz  geschenkt  oder  gekaart;  sie  seien  Elnheimlsehe  ond  httttn 
mit  Ihrem  BInte  den  araKouesiseheu  Kttnlgen  Ihrei  Besitz  er- 
worben. Erinnert  an  den  Sieg  Berengars  de  Cardmia,  de> 
Martertod  P.'h  de  Huncada  und  seiner  Templer.  Die  Ttnplrr 
geben  die  grSßten  Almosen.  Beispiele.  Erinnert  an  den  EIbUI 
Philipps  des  BchSnen;  die  Templer  stritten  Kr  Jayme,  als  andere 
abfielen.  Verlangt,  dnO  man  Ihnen  die  Vergehen  naebwetoe; 
bittet  znm  Schlnß  um  Gehör.  Miraret  (1307)  Dezember  8. 
II.  Auf  einem  angeklebten  Original -Zettel  Anttrort  Jafmes  IL: 
Er  wisse,  daß  die  Templer  Tlele  Gfller  und  Gnaden  tob  sels« 
Vorhhven  erlangt  nnd  die  Templer  ihnen  und  Ihm  treu  getint 
haben.  Im  Yorllegenden  Fall  handelt  er  als  Bsthollseher  First 
nnd  wird  naeh  Wahrheit  und  Gerechtigkeit  lorgehen.  Alelrt 
(190T)  Dezember  13. 

I,    AI  molt  alt  et  molt  poderos  monsenyor  en  lacmc  per 

la  gracia  de  Deu  rey  Darago  ...  del   vostre    humil  frare  R. 

ga  Guardia,  comanador  del  Mas  Deu,  et  tenent  loch  de  mestie 

del  Temple  en  Arago  et   en  Catalunya  .  ,  ,     Ala  vostra  alla 


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Nr.  48.    I.  (1307)  Dezember  8.    n.  (1307)  Dezember  18.  71 

senyuria  Fa^  saber,  sfinyor,  que  he  entes,  que  avets  feyt  pendre 
noslre  mestre  e  eis  afltrejs  frares,  que  eren  en  sa  companyia  ni 
qiie  avets  puguts  trobar.  De  la  quäl  cosa  nos,  senyor,  et  tots  los 
frares  nos  som  molt  maravelats,  per  co  com  lo  mestre  ni  negu 
dels  frares  de  vostra  senyuria  no  es  colpable  a  vos  senyor  ni 
a  negu  altre,  et  axi  sens  colpa,  ni  sens  de  falta  que  no  agam 
feyta  ha  negu,  qui  de  nos  se  puxa  planyer  ni  clamar  no  poria 
ver,  que  diesem  peudre  tan  gran  injuria  ne  tan  gran  es- 
candel  com  aquest  et  magorment,  com  hnm  no  trobc  en  nos 
de  falta  de  (;o,  que  fos  dret  ni  raho,  que  nos  degcsein  fer  ni 
dir  a  vos,  senyor,  ni  ha  degu  allre.  Et  si  tant  es,  que  aquest 
anantament,  que  ses  feyt  per  lo  senyor  rey  dp  Fran(,'a  contra 
los  frares  del  Temple,  vulats  vos,  senyor,  segir,  devrien  r^ardar, 
que  nos  no  som  daquela  condicio,  que  aquels  son.  Car  nos 
tots  som  vostres  naturals,  et  aquels  son  de  diverses  nacions 
et  de  diverses  lenguatyes  et  de  terres,  que  ha  conqueses  et 
siibjugades  et  sos  predesessors  ab  favor  et  ab  hajuda  de  la 
esgiea,  et  eis,  i;o  que  tenen  en  la  sua  terra,  no  poden  dir 
que  sia  estat  de  conquesta  dels  enemichs  de  la  fe,  ans  es  estat 
de  [dojnacions  et  lexes,  que  son  estades  feytes  als  frares  del 
Temple,  et  compres  et  meloramens,  quels  an  feyts;  et  ab  los 
vostres  predesesors  los  nostres  frares  espandent  lur  sanch  et 
murin,  combaten  contra  los  enemichs  de  la  fe  et  nieten  de  les 
altres  terres  et  provincies  \o  quels  pudien  aver  an  ajudat  ha 
conquere  et  ha  mantenir  et  ha  defendre  la  terra  contra  los 
enemichs  de  la  fe.  Et  vostres  predesesors,  senyor,  nos  en  Tan 
testimoni  en  los  priviletges  et  franqueses,  que  nos  avem  agudes 
dels,  la  hon  dien,  que  ha  salvacio  de  lurs  aninies  et  en  remesio 
de  lurs  pecats  ha  nos,  qui  som  batalers  et  defenedors  et  mur 
contra  los  enemichs  de  la  fe  de  Ihesu  Christ,  fan  aqueles 
gracies  ho  donen  aqueles  libertats.  Enquara,  senyor,  que  totes 
Ips  gens  del  vostre  regne  ho  la  magor  partida  sahen  be,  que, 
com  los  Sarayns  venen  contre  lo  vostre  regne  ho  senyoria, 
quels  frares  del  Temple  hi  son  los  primers  en  defensio  del 
vostre  regne  et  de  la  fe  de  nostro  senyor.  Et  no  ha  enquara 
gran  temps,  quel  mestre,  qui  mort  es,  entra  en  la  terra  del 
fey  de  Granada  ab  pochs  de  frares  et  de  companyes  et  venceren 
les  gens  del  rey  de  Granada  hey  comhateren  castells,   hey  al- 


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72  Briefe,  Redan  und  Gutschtea. 

bergaren  et  fo,  senyor,  grau  honor  de  vos  et  de  »oslreä  göis. 
Et  enquara,  senyor,  frare  P.  de  Muncada,  que  ere  mestre 
Darago,  fo  pres  en  la  vayl  Dalbayda,  e(  tots  los  &ares  que 
ab  el  eren  morts  et  preses  en  servi  de  Deu  et  en  defensio  du 
la  fe  et  de  vostre  regne.  Et  enquara,  senyor,  que  de(,-a  mar 
los  frares  del  Teniple  ni  del  Espital  ni  de  neguna  religio,  que 
nos  ajam  huida,  no  Tan  tan  grans  almoynes,  com  los  frares,  que 
son  de^  la  vostra  terra,  fan.  Cor  solament  en  la  casa  de  Gar- 
deny Ja  dona  hom  III  dies  la  setmana;  ab  gran  carestia  son 
lit  pugades  ha  XXII  milia  persones  en  temps  de  frare  Bn.  du 
Muntoliu,  conianador  Dosca,  quen  ere  comanador,  et  haMonso 
hi  pugen  lia  V  ho  ha  VI  milia  persones  et  per  les  allres  cases 
la  fa  hom,  en  que  nos  lenini  frares  de  convent  ni  quiu  podeu 
mantenir.  Et  enquara  ha  Mtravet,  com  noy  venen  tans  crestiaDS 
com  als  altres  loclis,  la  dona  hom  ha  crestians  et  ha  Sarayns 
en  satisfaccio  de  Deu  et  ha  bon  exemple  de  les  gens.  Et  nos 
al  Mas  Deu  la  donam  cascu  dia  ha  aytantes  de  gens,  com 
venir  hi  volen,  et  tots  aquests  bens,  senyor,  et  tots  los  altres. 
quels  frares  dei  Teinple  fan,  van  devant  vostres  predesesors  el 
devant  los  altres  nostres  benfaytors.  Et  enquara,  senyor,  la 
leyaltat  et  la  fermetat,  quels  frares  de  Temple  de  la  vostra 
terra  an  poilada  alz  vostres,  vos  devria  remembrar  en  cas 
de  tan  gran  nessesitat,  com  aquesta  es.  Car  si  tots  los  homcits 
del  mon  nos  falisen,  vos  nos  devriets  mantenir.  Que  quaii  lo 
rey  de  Fran<;a  vench  en  la  terra  per  conquere  la,  frare  Beren- 
guer  de  Sent  lust,  que  ere  mestre,  nils  altres  frares  del  TenipK* 
de  la  batlia  Darago  nos  partJrem  del  senyor  rey  en  Pere. 
la  hon  les  gens  de  Barcelona  et  de  la  terra,  dels  hi  avia  stsi 
fugien  OS  tenien  per  perduts ;  et  avien  guarnils  et  apareiats  lurs 
castels  ab  lurs  fori^es  ab  volentat  de  murir  ab  lo  senyor  rey 
ho  de  salvarli  lo  regne,  defenen  el  et  la  sua  terra  en  satiä- 
faccio  de  naturalea.  Et  per  totes  les  coses,  senyor,  demun' 
dites  paria  ver,  que  vos  degesets  delivrar  nostre  mestre  et  el- 
frares que  son  preses,  et  que  hom  nos  deges  rebre  et  huir  de 
(;o  que  fos  Verität;  et  si  no  aviem  colpa,  que  no  anaatas  hom 
conira  nos  et  que,  si  en  negunes  coses  erem  cuipables,  qi""" 
fosem  punits,  et  que  no  fesem  [an]s  del  pecat  penetencia- 
Car    totes  les  coses,  que    nos    vos    avem   escrites  et  moHes 


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Nr.  48.    I.  [1307)Dei!.8.    JI.  (1S07)  Des.  13,    Nr.  49.    (1807)  Dez.  29,     78 

daltres,  que  seria  longa  cosa  descriure,  nos  escuseti,  que  som 
legals  et  catolichs  et  boiis  crestians.  Per  que,  senyor,  clamam 
merce  a  vos,  que  la  vostra  gran  bonea  et  la  vostra  noble  et 
gran  saviea  et  devocio,  que  en  vos  es,  nos  dega  ajudar  et 
valer,  qucns  sia  rebuda  Verität,  abans  que  pus  anantets  contra 
nos.  Car  nos  ne  som  apaielats  et  eis  altres  frares  del  Temple 
de  la  vostra  senyoria,  que  tot  escuidament  et  prova,  que  ne- 
gunes  gens  puzen  Ter,  ni  degen,  en  escusacio  dels  meteys, 
farem  nos  en  poder  et  en  »na  de  prelats  et  de  richs  honiens 
et  daltres  bones  gens  de  la  vostra  terra,  que  parega,  que 
degen  esser  tals  gens,  que  sien  dignes  de  (e.  Et  placia  ha 
noslre  senyor  Ihesu  Christ  et  ha  madona  sancta  Maria,  qui 
ha  lo  poder  del  gel  et  de  la  terra,  quels  vos  do  (?)  aquela  vo- 
lentat,  que  vos  aver  devets  ves  nos!  Et  Deu  per  sa  nierge 
vos  do  bona  vida  et  longa.  Escrites  en  Mirauet  lo  dia  de  la 
concepcio  de  Madona  sancta  Maria. 

II.  De  nos  en  I.  per  la  gracia  de  Deu  rey  Darago  a  vos 
en  R.  Caguardia  respon,  que  yo  se  [yj  som  cert,  quels  Templers 
an  reebut  de  nostres  antecesors  et  [de]  nos  niolts  de  bens 
et  de  gracies.  Eis  Templers  en  molt  cases  an  [se]rvit  los  no- 
stres et  nos  ben,  et  en  t-Oi  que  ara  fem  contra  vos  alti-es,  fem 
CO,  que  princep  catolic  deu  Ter  et  envo,  que  daqui  avant  farem, 
sagirem  veritat  et  iusticia.  Dada  en  Algei,-ira  sots  nostre  segel 
secret  lo  dia  de  santa  Lucla. 

Blircelona,  Archiv,  TeTiiplario3Nr.21.  I.Or.Pap.Ssp.  11.  Orig.-Zettel.  Ob 
vonUand  JaymesII.?  Jedenfalls  nicht  kuDzIeimilfiJge  Schrift.  Nr.  I  teilweise 
gedruckt  und  zum  Jahre  1SU6  gesetzt  in  Mateo  ßraguera,  Historia  ...  du 
los  Caballeros  del  Temple  III.  p.  893.  Kaimund  antwortete  diluns  apres 
Bauet«  Lucik  mit  der  dringenden  Ititte  um  Audienz:  er  will  nachweisen,  daQ 
weder  sie  noch  die  übrigen  Templer  die  behaupteten  Verbrechen  begangen 
haben  kbnnen,  Templarios  77,  Jajme  fordert  ihn  am  SO.  Januar  auf,  mit 
dem  zu  den  Templern  nach  Miravet  geschickten  vicariue  von  Tortusa  zu 
ihm  EU  kommen.  Er  soll  auch  die  Templer  in  den  anderen  Burgen  veran- 
laaaen.    Reg.  291  f.  99.  Prutz  8.  850. 

1«.  KSiiIf  JajiDe  II.  aa  Clemens  T.  (und  >n  fHnl  KardloBle) :  Bittet, 

yiemjt  der  Templerurden  «nr^ehoben  werden  sollte,  dem  Kloster 

Sexena,  in    dem    nelne  Toehter    Blancn  netit,    die    benannten 

Tenplerflt«r  zu  sehenken.    Tklencin  {iSOI)  Dezember  29. 

Sanctissimo  ac  reverentisslmo  .  .  .  Clementi  .  .  .  summo 

pontiflci  lacobus  Dei  gracia  rex  Aragonum  .  . .    Quia  monaste- 


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?4  Briefe,  Reden  und  Gutachten. 

rium  Sexene  situm  in  re^o  nostro  Aragonie  por  progenitores 
nostros  fundatum  est  et  lai^icionibus,  IJbertatibus,  privilegiis  . . . 
per  eosdem  ,  ,  .  ac  per  nos  decoratum  existit  pluraque  corpora 
eorundem  progenitoruni  iacänt  in  ipso  monasterio  tumulala: 
nos  etiain  Blancham  ßliam  nostram  inclitam  in  eodein  mons- 
sterio  collocavirnus  itiibi  altissiino  servituraiii :  hiis  itaque  de 
causis  teoeamur  ipsum  monasterium  diligere  et  honorare  et. 
que  sint  sibi  utilia,  procurare.  Idcirco  clemenciaiti  bealitudinis 
vestre  .supplices  exoramus,  quatenus,  sj  ordineiii  fratnim  milicie 
Tempil,  qui  pro  detestabili  crimine  heresis  vehementer  suspecli 
sunt,  destitui  seu  deponi  et  bona  eorum  occupari  contigerit: 
dignetur  ipsa  clemencia  ecciesias,  quas  dicti  fratres  Tenipli 
habebant  et  possidebant  in  locis  de  Vayllobar,  de  EntinycDa, 
de  Poniar  et  de  Alcoleya  .  .  .  conferre  et  assignare  nostrr  honoris 
intuitu  raonaslerio  prelibato  .  .  ,  Dat.  ValenÜe  IUI.  kalenda:^ 
lanuarii  anno  domini  M^CCC"  septiino. 

Barcelona,  .\ruiiiv,  Reg.  33S  f.  826.     Es  folgen   die   .Adressen  von  5 
KardinäleD     <Jedr.  Delaville  le  Roux,  C<trtu)aire,  IT  Nr.  4781. 

50.   Verzelchals  der  K^Holieneii  Templer.  ~  Teni|»ler,  die  asreblkh 

die  ErmorduiiK  Thlllpps  d.  Srb.  pliinteii.    (UlOl  Ende.) 
I.  Ce  sunt  ies  nons  des  freres,  qui  sen  sunt  fouy. 

Frere  Ricliart  de  Monlcler  ßuz  a  la  suer  monseigneur 
Foque  de  Rigni  et  repaire  en  la  niarche  Daleinaigne 
et  en  la  conte  de  Monbeliart. 
Item   Oiareinbaut   de  Comflanz  reperanl  avee  le  dit 

frere  Kichart. 
Item  frere  Benaut  de  la  FoilHe:  touz  Borgoignoiis. 
Frere  Ouillame  de  Lins  (y). 
Frere  Hugue  de  Ghalon. 
Frere  Hugue  Daray. 
Frere  Baraus  comandeur  du  Pay. 
Frere  Geraudon    fiuz  monseigneur  Geraut  de  Chatiau- 
nuef  reperaiit  a  Grisignau  vers  la  conte  de  Venei'i. 
Frere  Girart  de   Villers,   qui  est  armez  li  XL  de 

freres. 
Frere  Ymbert  Bianc,  qui  est  en  Angleterre. 
Frere  Adam  de  Wallatncourt. 
Frere  Pierre  de  Bouch  en  la  marche  Dalemaigne. 


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Nr.  50.    (1307  Ende.)    Nr.  51.    (1S08)  Januar  2.  76 

II.  Frater  Hugo  de  Cabilone  nepos  vjsitatoris  et  frater  Girar- 
das  de  Monte  daro,  milites  ordinis  seu  secte  Tempil,  una 
cum  qiiibusdam  suis  coniplicibus  eiusdem  sectc  eoncoperant 
occidere  regem. 
Paria,  Bibl.  Nat.  Cod.  Lat.  1091«  fol.  84  "  und  236  v. 

äl.  G.  de  Cent«  «n  KödI^  JHjme  II.:  DhB  ein  tou  Ihm  gefon^n  fe- 
hBltener  Templer  crklBrt  habe,  er  irolle  niemanden^  aaeh  dem 
Papst  nieht,  die  Art  der  Professio  nnd  des  Ordenseintrltte  mit- 
teilen, wohl  aber  dem  KHnlg  allein,  habe  er  erst  nach  Empfong: 
des  kSttlgliehen  Bebrelbeas  erhbren;  er  halte  den  Templer  rur 
Bchwaehsinnif  nnd  habe  ihn  deshalb  nicht  befragt-  Tortoaa 
(laoA)  jMiar  i. 

Die  martis,  que  fuit  Uli.  nonas  lanuarü '},  vestre  regie 
celsitudinis,  domine,  quandam  suscepi  lUteram  reverenter,  in 
qua  inter  alia  continebatur,  quod  ad  vos  mitere  deberem  illos 
tres  fratres  milicie  Tempil,  quos  captos  tenebam,  admirante 
vestra  doniinatione,  quia  vobis  non  signiGcaveram  quedani 
prolata  per  altemm  dictorum  fratrum,  qui  interrogatus,  qualiter 
fiebat  professio  et  ingressus  per  fratres  ipsius  ordinis,  respondit  se 
hoc  nee  pape  nee  alicui  alii  nisi  vobis  tantummodo  revelai'e. 
Quibus  cum  reverencia  intellectis  respondeo,  domine,  vestie 
Tcgie  magestati,  quod  venia  postulata  et  honore  regio  saivo 
michi  fuit  et  est  ignotum  ab  ore  illius  fratris  talia  processisse 
usque  modo.  Post  recepcionem  vestre  littere  supradicle,  que  (!) 
quidem  nunc  audivi  per  Berengarium  de  Cortiella,  notarium 
Dertusensem,  qui  vicario  et  michi  dixit,  quod  interrogando  de 
n^ocio  Templariorum  fratrem  illiim,  dixerat  sibi  verba  in  vestra 
litera  contenta.  Verum  est,  quod  cum  ipso  fratre  publice 
tocutus  fui  modica  verba  et  cum  videretur  michi  ipsum  fore 
siniplicis  conditionis  et  sensu  bono  indigontem,  ipsum  de  pre- 
mlssis  interrogare  non  curavi.  Quarc  suppliciter  restram, 
domine,  deprecor  regiam  magestatem,  quatenus  me  seivmii 
5uum  de  premissis  vestre  celsitudini  non  denunciatis  dignetur 
eicusatum  habere  .  .  .     Scripta  Dertuse  IUI,  nonas  lanuarü. 

Barcelona,  Archiv.  Templarioa  Nr.  66.  Or.  Pap.  Ssp.  In  dem  ange- 
klebt«a  Schreiben   des  Bemard  Cespujaiies    und  Ü.  de  Ceret   an   den   Künig 

')  Am  2,  Jorniar  1308.     Her  Brief  gedmclit  Pmtz  S.  349. 

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78  Briefe,  Reden  und  Gntachteo. 

wird  der  Bruder  D.  de  Pcrtuss  —  durcb  P  geht  eio  AbkOrzungiutrich.  alao 
PerertuBA  ~  genannt     Datum  vom  selben  T<ge     Nr.  57  *•. 

62,  KSnIg'  Jajme  II>  an  den  IiH]|ulBlt«r  In  CareamoiiHe:  Da  der  an- 
goneslsch«  InqnlBltcr  den  Bernwd  Boxadors  nafb  Fnakraltli 
sendet,  bittet  er,  Ibn  iber  den  vou  Ihm  geftthrt«n  TemplerproitB 
zn  Informieren  und  eine  Kopie  seines  Prozesses  Bltzu^ben.  |b 
folgen  welt«re  EinpfehlunKen.)    Valencia  (1308)  Jannar  lt. 

la  etc.  provido  et  religiöse  viro  fralri  .  .  de  ordine  Prc-- 
dicatorum  in  Carcassesio  inquisitori  hereü'ce  pravitatis  ek, 
Cum  discretus  et  religiosus  vir  frater  lohannes  de  Lotgerio  de 
ordine  vestro  inquisitor  in  r^nis  nostris  et  terris  pravitatis 
predicte  inquirens  contra  TemplaHos  inß-a  nostrum  dominimn 
existentes  super  crimine  heresis,  de  quo  nimium  increpantur, 
pro  habenda  pleniori  infonnacione  negocii  supradicti  ad  vos 
prudentem  virum  fratrem  Bernardum  de  Boxadors  ordinis  eius- 
detn,  exhibitorem  presencium,  continue  pioviderit  transmitten- 
duin,  nosque  idein  inquisitor  rogaverit,  ut  vobis  super  hoc 
scriptum  nostrum  dirigere  deberemus:  propterea  discrecioneni 
vestram  precamur,  quatenus  antefatuni  fratrem  Bernarduni  de 
Boxadors  vos,  qui  contra  Templarios  illarum  parcium  inquisi- 
vistis,  ut  didiscimus,  et  inquiritis  super  crimine  memorato, 
prout  clarius  poteritis,  informetis  mittatisque  per  eundem  iam 
dicto  inquisitori  in  nostris  partibus  copiam  seu  transumptum 
vestrorum  processuum  ac  certificacionem  plenariam,  ut  iode 
inquisitor  predlctus  cercior  anibulet,  et  ut  possit  in  certo  pro- 
cedere  In  negocio  prclibato  diclumque  fratrem  Bernardum  sie 
expeditum  breviter  remittatis.  Dat.  ValenUe  IUI.  idus  lanuarii 
anno  predicto  [septimo). 

Simile  fuit  missa  .  .  .  fratri  .  ,  de  ordine  Predicatonim  ia 
Tholosano  inquisitori  heretice  pravitatis. 

Fratri   Bernardo    Ferrari!  priori    Predicatorum    Gerundensi 

scribit  rex,  ut  det  socium  Bernardo. 
Fratri  Poucio  de  Montecluso,    priori   ordinis  Predicatorum 

Barchinonensi  simiJe.     Datum  ut  supra. 
Landulfo  s.  Angeli  diacono  cardinali:   Cum  fr.  Bernardum 

de  Boxados  ad  curiaiii  pape  pro  informacione  supra- 

dicto  mittat,   quatenus  in  curia  prestet  auxilium.    D. 

Valencie  IUI.  idus  lanuarü  anno  septimo. 


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Nr.  52.  J>n.  10    Nr.  S3.  (I307j  1808  J»n.  19.   Nr.  54   (1307)  8  Un.  2S.     77 

Barcelona.  Archiv,  Reg.  291  f.  112  v  b.  Daran  schliefit  sich  Doch 
folgendes  Schreiben :  Bernardo  de  Fonollnrio  gereati  lofücinni]  procnratoris 
in  Catalonia  pro  inclito  infanti  Jacobo:  Cum  fr.  Johannea  de  Lotgerio  de 
ordJDe  Predicatoram,  iuquisitor  heretice  pravitatia.  accedat  pro  Templariaram 
Degocio  apud  cifitatem  Tetrachone,  ut  cum  pielntis  inibi  pru  generali  cod- 
cilio  coagregatie  conferot  super  negocio  meiUDrato,  ausilium  prealet.  Dat. 
Valeneie  XT  kaleodaa  Febniarii 

&3.  KSnls  JMjme  11.  «n  Clemens  V.:  Emprung  des  J.  BriefeH  des 
Papstes;  Entschuldigung  geiuea  VorgeheDK.  ValeuoU  (1307)  1908 
Jan  aar  19. 

.  .  .  Litteras  vestras,  sanctissime  pater,  quas  sup^r  Teni- 
piariomm  negocio  ex  parte  beatitudinis  vestre  nobis  presen- 
cium  lator  exhibuit,  recepimus  die  iovis,  qua  XV.  kalendas 
Februarii  dicebatur.  In  quo  quidem  neg:ocio  iam  pridem,  sicut 
alias  sanctitati  vestre  per  litteras  nostras,  signißcavinius,  ad 
quorumdam  prelatoniiti  ac  inquisitoris  pravitatis  lieretico  in 
biispartibus  requisicioneDi  processimus.  Et  nunc  etiam  receptis 
litteris  vestris  predictis  ulterius  cum  sollicita  diligencia  proce- 
demus  ac,  quicquid  in  hiis  fecerimus,  iu  brevi  per  nostrum 
nuncium  sanctitati  vestre  plenius  curabimus  intimarc  . .  .  Dat. 
Valeneie  XIUI.  kalendas  Februarii ')  anno  domini  .MCCC  septimo. 

Reg.  291  f.  27  V.  Der  ersbi  hier  erwähnte  päpBÜiche  Brief  in  der 
Teni^ersache  ist;  .Püstoralie  pi'eeminentie*  vom  22  November  1307  (f.  27). 
Gedr.  Rymer,  Foedera  1.  4,  99;  Henavides,  Vid«  di  Fernando  ol  IV  Bd. 
II.  p.  619  V.  f.  28  das  2.  Schreiben  des  Papstes:  .Pateme  benrgnitas'  von 
1308  JanoarS:  Dank  fQr  seinen  1.  Brief;  eoll  vorgeben,  wie  er  ihm  geechrie. 
ben.  Der  1.  Brief  Jaymea  stammt  vom  19.  November.  (Reg.  291  f.  22.) 
Vgl.  Nr.  41.  Das  vorwarfsvolle  Schreiben  Clemens'  V,  niif  die  Mitteilung 
vom  HelbstSndigen  Vorgehen  Jilymes  steht  im  Register  nicht.  Die  Antwort 
Jajnnes  fehlt  Oberhaupt.  Sie  war  ja  infolge  dor  VerhAltnisao  und  der 
andern  Briefe  kaum  nötig. 

M.  S8nlg  Jajme  II.  «n  Bischof  Hali»und  \ot  ValencU:  Mitteilung 
des  ersten  pHpstllcben  Selirell>ens;  Unmöglichkeit,  allen  musza- 
ruhreu;  doch  sehreibt  er  an  die  Templer,  lu  den  geiinnnten 
Burgen  sieh  zu  ergeben;  MlttcUnng  an  das  tagende  Prorlnslal- 
koBzU  in  TarragoDo.    (1907)  S  Janaar  23. 

lacobus  etc.  venerabili  in  Christo  patri  B.  divina  provi- 
dencia  episcopo  Valentino   cancellario  et  consiliario  nostro  di- 

'j  Pratz  3.  346  gibt  in  seiner  Noliz  verkehrte  Daten. 


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>  78  Briefe,  Reden  und  Gutachten. 

lecto  etc.  Ad  noliciam  vestram  deferirnus  per  presentcm  ",  do? 
a  sanctissimo  domino  papa  Htteras  suas  super  Templarionun 
negotio  noviter  recepisse,  per  quas  narralione  facta  in  effeetu 
requisivit  nos,  rogavit  et  ortatus  est  attente,  ut,  quam  citiu^ 
post  receptionem  ipsarum  litterarum  comode  possemus,  sie 
prudenter,  sie  caute,  sie  secrete  de  sapientum  secretarionim 
nostrorum  eonsilio  studeremus  ordinäre,  quod  omnes  et  singulos 
Templarios  regiii  et  dominii  nostrorum  et  alios,  qui  reperientur 
in  eis,  et  eoruin  bona  mobilia  et  immobilia  per  bonos  per- 
sonas  omni  maxime  quoad  bona  ipsa  suspicione  carenfes  jm- 
liori  modo,  quo  fieri  posset,  capi  faceremus  uno  die,  personas 
eorum  faciendo,  donee  nobis  scribat  aliud,  sub  fida  custodia 
detineri ,  ac  bona  etiam  conservari,  prout  liee  in  dictis  suis 
titteris  plenius  continetur.  Sane  quia  nos  per  modum,  quem 
scilis,  iam  processeramus  ad  eapiendas  persnnas  illorum  Tem- 
plariorum,  quos  habere  potuinms,  et  ad  bona  eoruiidem  occu- 
panda  et  emperanda:  propterea  formam,  quam  dictus  dominu; 
papa,  ut  predictum  est,  signiflcavit  nobis,  ut  Templarü  et  bona 
uno  die  caperentur  et  emparentur ",  nequivimus  observare. 
Uitcrius  autem  requisieionem  dicti  domini  summi  pontificis,  in 
quantum  polerimus,  exequeniur,  significantes  vobis  nos  auctori- 
tatc  dictarum  apostolicarum  litterarum  noviter  mandavisse  per 
scripta  nostra  TempJariis  exislentibus  in  Miraueto,  Aschonf. 
Montesono,  Cantauiella  et  Vileilo,  Castelloto  et  in  Ctialamera. 
nt  racione  premissa  coniparcant  coram  nobis  et  tradant  cum 
inventariis  publicis  personis,  quas  eis  signiflcavimus,  bona  swa. 
Mandavimus  etiam  nostris  officialibus,  ut  ad  nos  veniendo,  si 
venire  voluerint,  dictos  Templarios  salve  conducant.  De  tenori- 
bus  auteni  dictorum  scriptorum  nostrorum  dictis  Temptarüa  pI 
noglris  officialibus  per  nos  missorutn  fidelis  scriptor  nostcr 
Bemardus  de  Aucrsone  per  suam  litferam  vos  informat.  Nisi'' 
autem  dicti  Templarü  venire  voluerint,  procedenius  ex  tunc 
ad  exequcionem  dicte  papalis  requisicionis,  donec  pluriinum 
sorciatur  cffectum.  Ilec  igilur  patemitati  vestre  signiticanda  cn- 
raviinus,  ut  super  hiis  coHoqui  possitis  cum  reverendo  Terra- 
cbonenst   arcbiepiscopo    et    venerabilibus  cpiscopis  in  concüio 

<r    So  Reg.  /,   Statt  sin'? 


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Nr.  &4.    (1307)  8  Jiumar  28.    Nr.  55.    (13ö8|  Janow  26.  79 

coD^egatis,  proul  circumspecte  providencie  vestre  videbitur 
expedire.  Dat.  Vatende  X.  katendas  Februarii  anno  domiiii 
M-CCC  seplimo. 

Barcelowv,  Archiv,  Reg.  291  f.  113.    Teilweise  gedr.  Prutz  S.  850  f. 

06.  Ralmnnd  «^  Gaardia,  Komtur  tod  Hasden  an  König  Jafme  II, 
TOD  Aragonlen:  Wandert  sich,  daß  der  König  glaubt,  daß  er 
Uafrenndllebes  über  Ihn  gexagt;  beklagrt  ihn,  daD  er  mit  Phi- 
lipp d.  Seh.  dnreh  Unrecht  ^egen  die  Templer  recht  zn  tnu 
glaube.  Dnrefa  seine  Regel  nnd  £inrlchtongen  Itit  der  Templer- 
orden als  der  bestgeordnete  za  erkennen.  Wie  könnt«!  sonst 
80—70  J.  Lente  um  Ihres  ^elenbelles  irlllen  eintreten]  Wenn 
ihnen  der  König  dlelelt  iibt,  wollen  Rle  Ihm  zeigen,  irle  er 
mit  grofien  Ehren  nnd  Nutzen  ans  dietier  Saebe  komme.  MIraTet 
(I308>  Januar  36. 

AI  mo!t  alt  et  moit  poderos  monsenyor  en  lactne  per  la 
gracia  de  Deu  rey  Darago  ...  del  vostre  hiimil  frare  R.  <.'a 
Guardia'},  comenador  del  Mas  Den,  et  tinent  loc  del  maestre 
del  Temple  en  Arago  et  en  Catalunya.  ßesan  les  voslres  mans. 
senyor.  me  coman  en  la  vostra  gracia.  A  la  voslra  alta 
senyoria  fem  a  saber,  senyor,  que  avein  entes,  que  hom  vos 
a  donat  a  entendre,  que  nos  avem  dites  paraules,  de  que  vos, 
senyor,  sotz  despagat  de  nos.  Et  donani  nosen  gran  niara- 
veyla,  que  vos  senyor  en  vostre  cor  o  pusatz  pensar,  que  nos 
feesseni  ni  diguesseni  neguna  re,  qui  fos  encontre  vostra  per- 
sona per  neguna  re,  que  feit  nos  ajatz  ni  fer  nos  puxatz,  per 
mal,  quens  en  viilatz  capdelar,  ni  per  gran  crueltat,  quen[s]  po- 
guessetz  fer,  que  nos  appcrelat  soni  de  solrir  et  daver  aytan 
gran  paciencia  enves  vos  com  nul  hom  poria  aver  enves  senyor 
ni  fil  enves  pare.  E  axi  senyor  gitatz  o  de  vostre  cor,  quf 
nos  nul  temps  no  erravem  enves  vos  ni  per  aquestz  feytz  ni 
per  altres.  Mas  a  nos  cov(;  a  respondre  et  a  rahonar  et  a 
parlar  en  satisfaccio  de  nos  et  dels  altres  frares  del  Temple 
contra  aquestz  malvatz  crims,  que  hom  nos  aleva  tnjustanient 
et  a  gran   tort  et  a  gran   peccat.     El  sap  Dens,   senyor,   que 

')  Ein  G.  Sagooardia  bekennt,  dag  er  vom  Künlg  Jnkob  eine  Anf- 
fordening  zur  Leistung  des  Homagiain  binnen  15  Tagen  per  lo  casteyl  e 
per  Ift  honor  de  Ib  Qoardia  erhalten  hat.  Er  kann  in  dieser  Zeit  nicht. 
1307  April  17. 


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80  Griefe,  Reden  und  Gntachten. 

yon  plane  mes  vos  el  senyor  rey  de  Fran^a  el  mal  comu,  qm 
sen  en  seguex  el  sen  seguira  a  totz  cels,  qui  son  de  la  fe  ca- 
tolica,  quc  no  fa^  lo  mal  nil  trebayl,  que  yo  nits  altres  fran« 
(lel  Temple  ne  sostendrem.  Et  axi,  senyor,  podem  nos  o  tenir 
a  gran  desastre,  que  vos  senyor  nil  senyor  rey  de  Fran^a  siati 
estatz  enganatz  en  semblant,  que  vos  servissetz  nostre  senyor 
de  go  que  el  es  deservit.  Et  Deu  per  la  sua  misericordia, 
qui  es  poderos,  do  gracia  et  lUuminament  a  vos  senyor  et  a 
nos,  que  vos  conegatz  et  sapiatz  y  veatz  (?)  la  Verität  daguest  fejt 
ja  sia  av'O,  senyor,  que,  qui  volia  pensar  en  los  feytz  nostrec 
trespassatz,  et  en  aquestz,  qui  vuy  son  presentz,  eertes  inoH 
clarament  o  poriu  hom  veure  lost,  et  encara,  qui  a  nos  o  nolia 
sofrir  ni  reebre:  que  nos  raoll  volenterosament  o  moslrarieiii 
per  justes  el  per  vertaderes  rahons,  et  encara  per  la  noslia 
regia,  que  la  sancta  e^Iea  de  Roma  dona  a  nos,  et  per  tots 
los  altres  ordonamentz  et  establimens  de  la  nostra  i-eligio, 
qui  son  axi  bons  et  ben  reglalz  com  de  nula  religio,  qui  vuy 
sia  el  mon,  et  encara  a  demostrar  a  vos,  senyor,  en  vostra 
presencia,  en  quäl  manera  se  fan  los  frares  del  Temple.  El 
porietz  veure  aqui  et  conexer,  que  totes  coses,  que  son  en  satis- 
faccio  de  nostre  senyor  Ihesu-Christ  et  a  profit  et  a  salvacio 
de  les  animes  daquels,  qui  enlren  en  la  religio  del  Temple,  si 
fan  et  si  dien  el  si  complexen,  et  son  daquest  feyt  testimoni 
et  exempli  tant  noblos  et  tantz  savis  homens,  qui  son  estaU 
frares  del  Temple,  et  qui  ja,  quan  se  fayen  frares,  avien  visgut 
al  segle  LX  o  LXXX  ans,  que  no  es  creedor  ni  en  cor  dorne 
no  deu  esser  pensat,  que,  si  aqueles  maledictions  si  feessen, 
que  ja  eis  nut  temps  si  mcessen  ni  consentissen  en  nula  re. 
qui  fos  error  ni  perdicio  de  lur  arma,  que  ans  si  meten  tolz 
per  Deu  servir  el  per  lur  arma  a  salvar.  Et  si  a  vos,  senyor, 
playa,  que  nos  fossem  per  vos  asseguratz  danar  davant  la 
vostra  presencia  et  destar  et  de  retornar  segurament:  nos  vos 
moslrariem  ab  Verität,  com  daquestz  afcrs  vos  exirietz  a  honor 
de  vos  et  ab  gran  merit  de  la  vostra  anima  et  a  gran  pmfil 
voslre  el  de  nos  et  de  tolz  cels  de  vostre  r^ne.  Et  sobrc 
aco  mana  nos  la  vostra  senyoria  aqueles  coses,  que  a  vos 
plauran,  que  nos  fer  puxam.    Car  nos  som  apparelatz.   que  o 


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Nr.  55.    (1308)  .lannitr  26.    Nr.  50.     (1307)  3  Januar  21.  81 

riicam   a   nostre   poder.     Dades  al  castel  de  Miravet  divinres 
npres  la  festa  de  seilt  Vicent. 

Bareelana,  Archiv,  Tomplarioa  Nr.  20. 

ha.  KShIk  Jafme  II.  an  die  Xbte  toii  S.  Cnafi,  Talltgdlsna,  d«n  Prior 
der  KartaiM  nnd  Hai^fiter  Arnmld  von  VlllaaOTa:  fber  die 
Templer Terbrpfhen.  Zelehen  der  XKhe  de»  Antlehrtates.  Er* 
flneht  nm  Gebete,  d«B  die  Wahrheit  uut  Lieht  komme.  Valencia 
<lä01>  K  Jaonar  27. 

lacobus  etc.  venerabilibiis  et  reli^osis  viris  fratri  Petro 
abbati,  capellano  maiori  suo,  et  conventui  monasterii  Sanctanini 
Oticum  salutem  et  dilectionem.  Perplexus  animus  noster  in- 
torius  nimia  turbacione  sepe  concutitur,  niniia  concussiono  men- 
tali  turbatur,  dum  inmense  religionis  ordiois,  qua  Templariorutii 
milicia  multifarie  multisque  moilJs  actenus  miriricis  actibus  apud 
Deum  el  homines  claruerat,  recordainur  duraque"  nunc  nephan- 
dorum  criminum  pravitatem  mesta  meditalione  pensamus, 
quibus  prescriptus  ordo  denigratus  dicitur  et  prolapsus;  quoruni 
acerbitatem  ob  pudoreni  referre  desinimus,  cum  iam  hec  por- 
lante  fama  et  per  processum  contra  dictos  Templarios  hie  et 
alibi  factum  ad  vestram  audienciam  pervenisse  creilamus. 
Stupentes  autem  animadverlimus,  cuius  astucia  demonis  qtieve 
matignorum  spiritimm  antiqua  sagacitas  tot  et  tantos  intcr  tante 
religionis  viros  errores  induxerit,  quos  nedum  animalia  raciona- 
bilia  verum  eciam  bruta  vercrentur.  Set  demum  resumentes 
nos  in  nos",  si  sie  est,  verc  putamus,  ut"  Ätitichristi  adventus, 
perdicionis  filii  tinalia  tempora  plurimuin  appropiiiquant  iuxla 
VfTbum  domiiiicum  redemptoris  et  salvatoris  nostri  liiesus,  qui 
in  mundo  existens  et  inter  liomines  conversatus  profutura  osse 
dictis  temporibus  multa  prodigia  evangelice  predicavit. 

Affectanles  igitur  rem  hanc  ad  lucem  claritatis  et  veritatis 
perduci,  ad  vos,  quorum  prorssus  circa  celcstla  quam  terrena 
versatur  intentus  quibusque  iusta  desideria  facilius  a  doniino 
meritorum  exigencia  conceduntur,  in  casu  perplexitatis  huitis- 
modi  providimus  recurrenduni,  eo  maxime,  cum  in  vobis  vestri- 
que  Cisterciensis  ordinis  sufl'ragiis  apud  Deum  spcrenius  confl- 

o  So  das  Reg. 

Pinke.  PapstCnm  qdiI  Untersang  liea  Templeronleim.    II.  6 


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6ä  Briefe,  Reden  unii  Öutaditcn. 

dencius  in  nostris  postulacionibus  specialiter  adiuvari.  Itaque 
vos  in  domino,  quanta  maiorl  possumus  intitna  cordis  affectioiie 
obsecrando  rogamus,  quatenus,  ut  Deus  dominus,  raiserieoi^ 
atque  pius  fantam  pestem  a  medio  sui  ctiristiani  populi  dignetui 
eripere  et  veritatem  rei  huius  tarn  sanctissimo  domino  suinmo 
pontifici,  tarn  mundi  principibus  quam  dicto  suo  populo  rnii- 
verso  aperiat  et  hostendat,  sacrißcÜs,  oracionibus,  ieiunüs  et 
aliis  spiritualibus  operibus  insistalis,  ut  sie  Templarii,  si  noiii 
nee  reverti  voluerint  sincero  corde  ad  sancte  eathoüee  fidei 
unionem,  condignam  penam,  quam  merentur,  recipiant;  et  si 
insooies  fuerint,  fama,  immo  infamia,  qua,  sicut  audistis,  tantis 
erroribus  aspersi  sunt,  comiat  et  tanquam  in  adversitatibuf 
comprobati,  abiecto  tarn  orribili  scandalo  ad  exibitionem  divi- 
nonim  eultuum  fideliter  revertantur.  Ceterani . . .  Dat  Valentie 
VI.  kalendas  Februarü  anno  domini  millesimo  CCC  septimo. 

Similes:  fratri  lohanni  abbati  et  eonventui  Valtis  digne, 
fratri  . .  priori  ac  eonventui  monasterii  Cartusiensis,  venerabili 
magistro  Ä.  de  Villanoua  consiliario  et  familiari  domini  regis 
verbis  competenter  mutatis  . . . 

Barcelona.  Archiv,  Reg.  3fö  f.  327.  Es  folgt  dann  die  inteniMiile 
Notiz;  Cerhim  est,  qnod  predicte  IUI  littere  fueraut  expedite  absqn«  »gl» 
cancellarii  et  vicecancellnrii,  quin  dominus  rei  sie  mandavit  oretenos  dict« 
Bernardo  de  Auersone.  Dem  hntte  sie  der  KGoig  persönlich  gegeben.  Dk 
Antwort  des  Klosters  S.  Crens  lautet:  IlluHtrissimo  .  .  .  domino  Jacoho  ... 
regi  Aragonnm  .  .  .  frater  P.  dictua  abbas  Sanctanim  Cnicum  totosqne 
Gonventns  eiosdem  monasterii  .  .  ,  Noverit  vestra  regia  maiestas  doa  r^ 
cepisse  vestrae  litteras,  quibna  intellexiniue  animi  veatri  perplex itatem  *c 
conturbacionem  et  concussiooem  super  compassione,  qnara  babebatia  de  tri- 
bulations  Templariomm.  Et  moti  maxima  pietate,  qnia  vidimns  vm  tatmi 
sc  tantam  principem  dominum  sie  compnssam  erga  trihulacionem  dictorom 
Templariomm  cundolnimuB  amplius,  quam  scripto  vobis  explanare  poueiniia. 
Et  quia  mandastis  nobis  exomre  illam,  qui  est  omniam  secretonim  preteri- 
toram  et  futarorum  cognitor,  visa  veatrtt  littera  congregationis  in  capitnlo 
tarn  monarbi  quam  conversi,  lecta  et  expoeita  dicta  littera  inter  noB,  stape- 
facti  et  ammirsti  tnrraimna  ultra  modum.  Et  qaia  tenemar  quam  plariniani 
pro  Testris  angustiis  atare  et  orore  altiasimum  creatorero  et  celestinm  atqae 
terrestriuro  rectorem  inclinati  vestria  mandatia  omnea  animo  lacrimahiü 
iviinus  ad  eccleeiam  deprecantes  iUnm,  cui  attribnta  est  omnis  potestas  in 
oulo  et  in  terra,  qnod  ipae  .  .  .  vobis  aperire  vlam  dignetar  et  dan  cor 
rectum  et  docile,  .  .  .  rogantee  etiam  illnm,  .  .  .  quod  ipae  . . .  redneat  nni- 
veraitatem   socri   ordinis  Templariomm  ad  sacrosanctain  matrem  ecciesi«» 


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Nr.  56.     (1307)  8  Januar  27.    Nr.  57.    (1308)  Januar  21.  83 

atque  caUtolicam  fldem  .  .  .  Haben  genaa  angeBsbeue  Gebete  angeordnet. 
Dat.  in  Sanctis  Cnicibna  [I.  kalendaa  (?)  Febmaiii.  Templarioa  Nr  48.  Or. 
Pap.  Sep.  Der  Snbprior  and  Konvent  von  Tallisdigoa  bekundet  dnrcb  gegen- 
wArtigee  Schreiben  (tenore  presentis  albarani),  daß  aie  ieinnia,  obsecracionea 
et  miniBterium  aacrificioruin  anordnen  werden.  Or.  Pap.  Sap,  Templarioa 
Nr  63.    Das  Schreiben  Aranlds  von  Villanova  vgl.  Nr,  65. 

S1.  Eaqnlnai  de  Flojrraii  an  KOulf  Jajine  U.  Ton  Aragonlen:  Hitt«!- 
iDDg,  daJt  er  der  Offenbarer  des  TemplergehelmuliaeH  bei  Philipp 
d.  Seh.  »et  nnd  dteß  er  In  Letida  znerst  Jajme  dasselbe  geoffen- 
bart.  Klnlg,  Pn]Hit,  anniTÜrtlge  FQrBten  g'lanbten  daran.  Ge- 
ntSB  Beinen  bUhem  VerRpreehen  teilt  er  dem  KSnlg  die  Haupt- 
pankte  de«  Geheimnisses  mit.  Clemens'  T.  nnd  Philipps  d.  Seh. 
Differenz  wegen  der  Templergflter.  Erinnert  Ja^me  an  seine 
Zisage,  Ihm  (dem  Verrftter>,  wenn  sieh  die  Baebe  bewahrhelt«, 
eine  grVBere  Snmme  nnd  Rente  zn  geivUren.  Bonlogne  (130H> 
JwiiMr  21, 

Serenissimo  ac  potentissinio  principi  domino  suo  karissimo, 
domino  lacobo  Dei  gracia  Aragonutn,  Valencie,  Sardinio  ae 
Scoreice  regi  illustri  ac  comiti  Barchinonensi  suus  devotus 
Esquiuus"  de  Floyrano.  varletus  illustris  domini  reps  Francie, 
devotam  reverenciam  cum  obsequio  perpetue  servitutis,  Veslre 
regie  mj^estaU  sit  manifesluni,  quod  ego  sum  ille,  qui  mani- 
festavi  faduin  Templariorum  domino  regi  Francie,  et  siatis, 
dumine,  quod  tos  fuistis  primus  princeps  universi  mundj,  cui 
prius  manifestavi  apud  Leridam  factum  illorum  in  presencia 
fratris  Martinii  Detecha ')  confessore  vestro.  Unde  vos,  doinine, 
verbis  ineis  noliiistis  darc  plenam  Gdem  üla  hora,  quare  habui 
ressortnm  ad  dominum  regem  Francie,  qui  factum  probavit  et 
invenit  darum  sicut  solem  scilicet  in  regno  suo,  taliter  quod 
papa  sertus  est  de  facto  ad  plenum  et  alii  prineipi,  vidclicet  res 
Allamanie  et  rex  Anglie  et  Karolus  rcx  et  alii  prineipi.  Unde 
siatis,  doinine,  quod  in  contlnenti,  quod  causa  fuit  clara  regi 
Francie,  vobis  mandavi  Htteras  meas  creditorias  per  magistrum 
Petnun  Mercatorem  clericum  illustri  domini  nostri  rcgis  Francie, 
qui  vobis  debuit*  declarare  totum  factum  ex  parte  mea.  Item 
[doininejc  mi,  siatis,  quod,  quando  recessi  a  vobis,  fuistis  con- 

a  So  steht  hier  denUkh,  nicht  Eeqainna.        h  Doppelt.        e  Fehlt  Or. 

')  Martinne  Datcclio,  DominikaDer,  Gegner  A.'s  v.  Villanora. 


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^  brief«,  tteileo  aii<l  Gatachton. 

Cordes  mecum,  quod,  facto  serto  invento,  vobis  deberemu; 
mandare  clarum.  Quare,  domine  mi,  TOJui  obedire  mandato 
vestro.  Et  confessio  dictorum  Templariorum  vobis,  domine. 
ser[ti]ßcare  volo,  qualis  est:  In  primis  confituratur,  quod  in 
die,  quod  recipiunlur  et  habent  raantellum  Tempil  in  collo. 
defertur  eis  crux  cum  crusißso  aut  Über,  ubi  depi[iiK]atur 
crusifjxus  Ihesu  Christi  et  illum  crustfixuni  in  similitudinem  passo 
in  crusse  illorum  receptor  facit  ter  eis  denegare  et  qualibel 
vice  scupere  rf  super  crucifixum  in  despectu  passo  in  cruse  el 
dieunt  ipsum  passum  falsum  profetam  esse  dicunl. «  Item  se- 
cundun^  arti(;[ulu[n] :  faciunt  eis«*  iurare  castitatem  mulierum  et 
est  eis  iniunctum  preceptorum  ipsorum,  ut,  quando  voluntas 
carnalis  eis  acsidat,  quod  unus  cum  altero  habitet  caraaiiter 
de  ipsa  luxuria.  Tercium  articulum  est,  quod  receptus  novis- 
simus  oscuJat  receptorem  in  dorso,  post  in  ionbrico,  post  in 
höre.  Gartuni  articulum,  quod  orant  quendani  idolami*,  quem' 
dieunt  esse  suoruni  deum,  tarnen  pauci  inveniuntur,  qui  pre- 
dictam  idolam  viderint.  Item  noverit  vestra  dominacio,  quod, 
cum  papa  querat  habere  porsioneni  suam  de  bonis  predictorum 
Templariorum  tanquam  personarum  religiosarum,  quod  dominu? 
rex  Francie  habuit  consilium  suum,  quod  iiou  tenetur  ey  dare 
quicquam  racione  religionis,  qiiia  unquam  ''  fuit  religio,  inmo 
inicium  ipsorum  fuit  ita  fundatus  sub  eretica  pravitate.  Et  si 
aliqui  dicant,  quod  datum  eis  in  elemozina,  non  bene  dicuiil. 
quia  datum  est  demonibus  et  non  Deo  et  dantes  ideo  non  de- 
bent  quicquam  recuperare,  inmo  debet  reverti  principibus  leire. 
Domine,  recordaminy,  quod  michi  promisistis  in  r^resu  meo 
in  Camera  vestra  Leride,  quod,  si  factum  Templariorum  in- 
veniebatur  clarum,  quod  michi  daretis  M  libras  in  reddilibus 
et  tria  milia  libras  in  peccunia  de  bonis  ipsorum.  Et  exe,  quod 
inventum  est,  et  dum  fuerit  locus,  dignemini  recordare.  Item 
dominacioni  vesire  manifesto,  quod  Stepanus  de  Seta  serviens 
vester  venit  ad  dominum  nostrum  regem  ad  duas  leucas  prope 
Bolonie  et  ibidem  bene  et  diligenter  complevit  mandatum  smim 
pro  vobis.  Unde,  domine,  vellem  ob  honorem  vestri,  quod  omnes 
illi,  qui  pro  vobis  ad  partes  Francie  venerint,   se  haberent  ita 

d   Statt  epuere.  r  So  Or. 


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Nr.  57.    (1308)  Jan.  21.    Nr.  58.    Vom  Fobr.  bis  Mitte  Nov.  1808.     85 

diligenter    in    negocio    vestro.     Dat.    Bolonie  dominica  ultima 
Gennarii. 

BwrceloDO,  Archiv,  Templarioa  Nr.  40.  Or.  Pap.  mit  Sparen  eines 
runden  Si^els.  Adresse  Mif  der  ROckseite.  Ich  habe  du«  Srhreiben  diesmal 
mit  ^len  Fehlem,  ohne  sie  besonders  zu  vermerken,  wiedergeguben.  Über 
die  Bedeataog  des  wichtigen  Stückes  fOr  die  Tempi ergeech ich te,  welches 
vor  allem  den  Bedenken  gegen  die  EsisteoE  des  großen  Verräters  ein  Ende 
macht,  spreche  ich  in  der  Darstelinng  ansfOfarllch.  Für  die  Datierung  ist 
maBgebend,  daß  StephsnoB  de  Seta  am  4.  Dezember  1307  nach  Frankreich 
gesandt  wird  (vgl,  Nr.  44).  Daß  König  Albrecht  1.  damals  von  der  Templer 
Schnid  aberzeugt  gewesen  sei,  ist  natSrhch  Gerede.  Kez  Kamlus  ist  Karlll. 
von  Sizilien.  Der  DrieF  des  KeqninuB  rd  Jnyme,  den  der  Arzt  Petrus 
Hercator  Qberbracht  haben  soll,  wird  von  Jayme  nicht  erwfthnt.  t)ber  die 
Datierung  der  Anwesenheit  des  Esqaiana  in  Lerida  vgl.  ebeufallB  Dar- 
stelinng. 

'iH.    Xotlien  Über  die  Bel»fr^rung  tob  Hlravet,  besonders  aus  Reg.  2A1 
in  Bareelonn.    Tom  Febmar  bis  Hitte  November  130K 

Bornart  fes  Pojades  und  Guiilerm  de  Ceret  an  Jayme  11.  Übergabe 
der  Schreiben  Jajnias  und  des  Inquisitors  an  die  Templer  in  Miravat  und 
Azco:  die  Templer  lehnten  ab;  darum  Einschließung  Vor  Mirsvet  liegen 
40  homens  darmes;  im  KasteU  wohl  200  Bewaffnete.  Die  Sarszenen  in  der 
Stadt  seien  unsicher.  Vor  Azco  warJien  tags  10,  nachts  ^  Mann.  Miravet 
1308  1.  Febmar.    Templarios  Nr,  66. 

Keceptis  litteris  super  effectu  presantacionis  littcrarum  in  Miraneto : 
ordinsmus,  quod  vos  construi  faciatis  bastidam  vel  bastidas  in  circuita  castri 
de  Miraueto,  ponendo  in  eis  hominea,  per  quos  tute  cnstodiri  poesit  castrum. 
Simile  de  castro  de  Ascone.     1808  Febr.  13.  f.  100  v. 

An  alle  vicarii  und  bsiuli :  Tarn  fllii  militnm  quam  alii  laici,  Dei  et 
apostolic«  aedifi  revereDrism  non  verentee,  salutis  sue  temporalis  et  spiri- 
tualis  immemores,  in  Castro  de  Miraueto  et  de  Ascone  se  posuerunt,  po- 
nentes  se  Templarionim  adiutores  .  .  .  Voce  praconis  iuxta  castra  predictos 
Isicoe  meneri  fociant,  qaod  infra  duos  dies  exeant  .  .  .    1308  Febr.  13.  f.  101. 

Filios  militum  et  alios  in  Castro  Miraueto  existentes  et  nunc  exire 
volentea,  permittant.  Caveaut  ditigenter,  ne  aliqui  iVatres  Tempil  .  .  .  ez. 
eant.    Valencia  1308  MftrE  2.  f.  102. 

Admiratur  plurlmnm,  qualiter  eontingere  potuit,  quod  ctientes  intra- 
verint  castnun  Hiraneti,  non  obstantibos  haatidis.  Bona  dicti  Calaff  exire 
nolentis  oconpent  .  .  .     1808  Hftrz  11,  f.  102  v. 

P.  de  Villarosa:  Accedat  ad  caatrum  Miranet  et  R.  sa  Guardia  mo- 
neat,  ut  veniat  ad  regem  vel  primogenitnro  .  .  .     1308  Man  11.  f.  102  v. 

Nobili  BersQgarie  nzeri  G.  de  Enten^a:  Audito.  qnod  in  posse  soa 
pervenerunt  de  bonia  Tenplariorum  comendarie  Miraueti  mille  viginti  qnin- 
qne  pecndes  inter  oves  et  capras  et  viginti  quinqne  eque  maiores  cum  ali- 


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86  Briefe,  Reden  und  C>utacht«D, 

qnibQB  eanindem  puUinis  tradite,  postquam  hereBis  infainia  capit  invalescett' 
contra  Templarios:  K&nig  verlaagt  Abgab«.     1808  April  15.  t.  114. 

R.  de  Caneto,  qnod  posaet  luqui  fratri  R.  de  Ouardia.  ValeDcia  ISO^ 
Jani  19. 

Saper  factu  peditum,  qni  in  auzilium  Tanplarioniin  casiri  Uinaati 
intrare  volebnnt,  eignificnniua,  qnod  plscuisset  Dobis,  qood  mandatim 
noatrum  complendo  tradidiasetis  suspeudio  peditos  Bnpradictos  .  .  .  Talendi 
1308  Juni  22.  f.  110. '| 

Sarracenus  captivue  faciat  ad  opua  noatri  atiralea  et  aocataroe  für  die 
Belagerer  von  Miravet.     1308  Juli  14.  f.  130. 

An  Bernardus  de  Podiatis:  Wegeu  dea  Oeleitea  für  R.  de  Guudi«. 
König  iat  zufrieden,  wenn  eie  den  fr.  Jac.  de  Garrigans  senden.  Gibt  Ge- 
leit.    1308  Juli  18.  f.  120  '. ') 

50  Laien  dfirfen  ane  Miravet  gehen.  1308  September  9.  f.  130. 
Bemardo  de  Podiatia:  In  poeae  vestro  tenetis  fr.  Jacobum  de  Qani- 
gans.  Recepimue  etiam  enpplioatiunem,  quam  illi  de  Castro  de  Uiraueto 
fecerant  et  littoras,  quas  mittebant  regi  Maioricaruin  ...  et  litteram,  quo 
Jacobua  de  Oarrigana  nobla  miait.  Vieiun  est  nobia  hec  omnis  ex  magiBteri« 
^la  esae  ipaaque  omnia  anspecta  tenemua.  Befieblt:  qaatenna  fratrtin 
Jacobnm  de  Garrigans  captnm  et  bene  custodjtam  aob  compedibaa  hntii 
feneatia  in  Bacreto  laco  coatri  Dertuae,  ne  inde  vadat  et  ne  cum  iJiqna  lo- 
qui  poBMt.     1308  September  15.  f.   131. 

In  derselben  Sache  heifit  es  f.  145:  Ad  contenta  in  littera,  quam  ... 
fr.  [JacDbna]  nobia  direxit,  non  curavimua  reapondendum,  aet  inbemiis,  vt 
ipse  frater  captas  exiatat  anb  compedibaa  ferreis. ')  Valencia  130S  Sep' 
tember  30. 

Legatio  commissa  Bernardo  da  Libiauo  mititi  ad  fratrea  In  Hiraoel« 
exiBtentes.     Darooa  1308  Oktober  23.  f.  162. ') 

An  R.  de  Guardia  usw.  Sah  die  fratrea,  die  eu  ihm  geschickt  wmm. 
Sendet  Bernardna  de  Libiono.     1308  November  16.  f.  171  v. 

No9  Jacobus  etc.  Tenore  preeentis  carte  noatre  promitiniaa  et  CV' 
cedimua  fratribas  Templariis,  qui  sunt  in  Castro  de  Hiraneto  et  de  Aarboiie, 
Ulis  videlicet,  quoram  opera  aeu  facto  caatra  predieta  Tel  alternm  eonnn 
ad  manos  et  posee  nostnim  pervenerit,  qnod,  ai  ex  eo  roptati  f&erint  alt 
in  aliqno  Impetiti  per  magistrum  ordlnis  milicie  Tempil,  nos  cnrablmn»  com 
efectn,  quod  dominua  papa  ipaoa  fratrea  a  reptamento  aeu  Impeticiow  dlcb 
niaglatri  absolvet  et  pro  absolutis  habebit,  nbi  etiam  orde  Templamron 
rocupeiaret  primnm  statum  .  ,  .    1308  Dezember  17.  f.  172. 

')  Tataftchlich  sollen  2  clientes  intrare  volentes  saspendi  in  loco,  * 
quo  videri  posaunt  per  illos,  qai  in  caatro  exiatunt.     1308  Juni  6.  f.  115- 

')  Vgl  über  die  von  Barcelona  und  Lerida  verlangte  HDlfe  ¥i^ 
S.  351. 

')  Vgl.  Ober  den  unglflcklichen  FlDchtling  seine  Briefe  welter  nitH' 

*)  Gedruckt  Vlllanueva,  Viaje  literario  V,  202. 


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Nr.  58.    Vom  Febr.  bis  Hitte  Nov.  1308.  87 

Alle  scutiferi  st  vasaain  von  Hiravet  werden  von  »ller  Strafe  befreit, 
r.  173.     (Selbes  DstBio.) 

Capitnla  der  Üitergabe  vua  Hiraret.  1808  November  16.')  Darin: 
Pregsra  lo  aenyor  papa  et  fara  son  poder,  quele  sia  favorable  e  que  la  in- 
quisicio  sia  feta  benigoament  et  tniaericordiosament  ...     f.  174. . 

Die  BelageniDg  von  Miravat  und  Ascho  kostete  an  Sold  VUT  mil. 
sol.    CRD.  Nr.  1S646. 

Aue  den  Briefen  gebe  ich  einige  Stellen  Über  die  Uelagerung.  Nach 
einem  Brief  vom  3.  Mai  verlangt  der  Vicariua  von  Torlos«;  quod  mitterem 
sibi  cadrellos,  qaaotos  habere  possem,  qnia  cotidie  fiunt  „mescles'  intar 
familiain  costodie  oastri  Mirmaeti  et  familiain  eiuidem  castri,  pro  eo,  qnia 
familta  castri  non  cessat  iacere  lapidea  et  mitere  csdrelloa  et  etiam  ignem 
in  villam  Hiranett,  sie  qaod  in  qaadam  parte  einadem  ville,  qae  dicitur 
Blora,  ^gemnt  tact«  aliqaarum  domnum  pra  mnltitudine  lapidom  emisso- 
mm  ab  .manderos*  .  .  . 

Bfniart  fes  Pujades,  vegner  de  Tortoaa,  et  de  la  ribera  Debre  be- 
richtet an  Jayme  II.  am  23.  Hai :  Fas  sabec,  aenyor,  qae  ans  qiie  en  P.  de 
Qneralt  fos  a  Miravet,  frare  R.  (pagoardia  eis  frares  del  Temple,  que  ali 
soD.  avien  combatuda  la  villa  de  Miravet  ab  U  brigotes,  que  an  feytea 
el  casteyl  et  ab  inandrous  et  ab  canterea,  qiis  gitaven  en  la  villa  et  donaven 
gran  dan  a  la  villa  Dablora,  qui  eata  fort  a  sola  man  del  castefl,  en  la 
qonl  jo  fas  tot  mon  poder  en  aquela  a  tenir,  rar  ei  aquela  perdiem,  eis 
Bvrien  Isygua  Dobre.  Et  aqueat  combatiment  dura  X  dies  et  deffeasem  noa 
ea  fort  be  et  tenim  la  dita  villa  Dablora  poderoeament.  Et  com  F.  de 
Qneralt  ona  a  Mon^,  oguem  treva,  tro  eyl  fos  tornat  a  Miravet,  en  aqaesta 
manera  gnardan  de  na  entrar  nuyl  hom  ni  eiir  del  costeyl  et  qne  nengun 
refresdiament  no  pogaessen  aver. 

O.  de  Cereto  schreibt  am  2.  Juni  an  den  KOnig :  Veatra  regalia  do- 
minitio  providit  relacione  Bemardi  de  Fonollario,  quod  nltra  clientes  exer- 
citanm,  qui  ad  obsidionem  caetri  Miraueti  venturi  ernnt,  essent  centum 
ballistarii  de  Dertnaa  et  etiam  aliqui  homioes  generosi  in  obsidione  castri 
predicti.  Significo,  qaod  de  olientiboa  dictomm  eiercituum  nonduro  preter 
centum  homines  advenerunt  ad  obsidionem.  Vicarius  Dertuee  tenet  in  obsi- 
dione caalri  ad  soldnm  ultra  centum  sexaginta  bomines  armorum,  dando 
cMitom  ballieteriis  soldam,  quod  nunc  eis  datur,  videlicet  viginti  faabentibns 
ea;rsfoe  et  SVIIl  non  babentibus  cnfra^os.  Omnes  reditus  tocius  baiulie 
Uiraaeti  non  snfficiunt  nllo  modo  Et  hoc  idem  dico  de  redditibus  Aaconia. 
In  obsidione  eins  loci  sunt  decem  b&llistarii  cnm  cnyrafos  ultra  triginta 
clieBtes.    Templarioa  16. 


')  Gedr.  Villanneva,  V,  204.  Das  Datum  bedeutet  die  Übergabe  der 
Kapitel  durch  den  KQnig  an  den  Unterhändler.  Die  Übrigen  Punkte  be- 
treSen  Freiheit  der  mithKmpfenden  Vasallen  und  Freunde;    Unterhalt  und 

Aufenthaltsort;   Hitnahme    ihrer  Kleidung   und  Wallen;    Untersarhung   in 
Araganiea;  Übergabe  binnen  4  Tagen. 


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88  Briete,  Reden  und  GuUphtea. 

ü9.  Fral«r  RiÜDinnd,  Btsehof  von  VKlencIa,  na  iajme  II. :  Em|)llu; 
des  neulich  (de  novo)  dem  KSni^  gresandten  pXpfitiiehen  SefarelbMs, 
das  die  Anfrrelfer  des  KOnig«  nnd  Verteidiger  der  Templer  mI 
dem  KeKenwHrtli^D  ProrlnElalkoiitil  iht  Rahe  brtn^n  werde. 
Tarrsg:»!!«  (1307)  S  Febmar  1. 

Noveril  regia  celsitudo  nos  veslras  litteras  recepisse,  in 
qiiibus  inter  alia  vidimus  contineri,  quod  dotniims  papa  retjui- 
sivit,  rogavil  et  ortatus  est  de  novo  per  litteras  aposlolicas 
attente  excellenciam  regiam,  ut  procedat  contra  Templarios  et 
eorum  bona.  Et  tarn  per  dictas  vestras  litteras  quam  per 
litteras  Bemardi  de  Auersone,  qualiter  requisiti  estis  et  qualiter 
etjam  procedere  intenditts,  informati  sumus  ad  plenum.  Pre- 
terea  sciatis,  quod,  quia  ante  dictam  requii^icioneni  domini 
pape  et  sine  eins  precepto  contra  eos  processeratis,  fuit  magna 
bricca  nunc  in  concilio  quibusdam  militibus  et  sapientibus 
comparentibus  pro  eis  in  diclo  concilio  et  proponentibus  qaas- 
daiii  raciones,  que  de  cetero  habebunt  cessare,  ut  credimus  el 
tenemus.  Quicquid  autem  factum  est  el  fiel  in  ipso  concilio,  quid 
explicandum  fuerit  magnificencie  regle,  in  brevi  dante  domloo 
vobis  expiicabimus  oraculo  vive  vocis  .  .  .  Dat.  TerrachoDe  ka- 
lendis  Februarii  anno  domini  niillesimo  CCC  septimo, 

Barcelonn.  Archiv,  CRD.  Nr.  28^7.  Or.  l'tip.  ßsp.  Das  Scbn-ibn 
dea  Papstes  kann  nnr  daa  erste  seio.  Vgl.  Nr.  53.  Zugleich  folge  hier  cw 
ua  3.  M&rz  1308  von  Jnyme  II.  ad  den  Erzbischof  von  Tairagona  geriehldUä 
Schreiben  (Reg.  291  t   114): 

Reverendo  in  Christo  patri  Roderico  Terrachonensi  archiepiaeopo  etc. 
Volentes  adversus  cogitaciones  et  verba  quorundam  contra  dos,  ut  aodivipiu). 
ohioquencium  Taoioae  spoBtolici  reacripti,  quod  a  domino  aummo  pontifiM 
Buper  negocio  Tempi arioruni  recepinius,  vestram  liquide  conacienciuii  infor- 
mare  traneiHtum  ind«  sumi  iuesimas  publica  tnana  clausuni,  quod  vobis  ml' 
tiinus  per  presentiura  partitorem  et  ut  ex  nunc  rei  veritaa  vobis  cl«rin» 
clareat  et  ut  etiam  vestra  possit  patemitas  in  contrarinm  obloquentibns  eer- 
cius  respondere.     Dat.  Valentie  V.  nonas  Marcii  anno  domiot  MCCC  septimo 

Die  Antwort  des  Erzbischofo  vom  9.  März  lautet:  Regie  nitfestatu 
litteras  dos  ooveritis  recepisse.  In  qaibus  conscienciam  nostram  liquid«  in- 
formatis  super  negotio  Templariorum  adversns  cogitaciones  et  verba  H""- 
mndam  obloqiiencium  contra  magniücenciam  vestram  racione  apoatolici  le- 
scripti,  cuius  copiam  nobis  in  forma  publica  destinastis  (juod  multam 
acceptabile  nobis  fnit  et  est,  cum  de  contentis  in  reacripto  damini  nosCn 
sDmmi  pontiGcis  nobis  extitit  facta  fides,  ut  ex  nunc  rei  veritaa  pobia  clariiu 
clareat  et  nt  etiam  nos  posaimus  in  contrarium  obloquentibns  cerctns  R- 
spondere.    Dat.  Terracone  VII.  idus  Marcii,    Templarios  Nr.  25. 


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Nr.  59.   (1307)  8  Kebmw  1.    Nr.  fiO,    (1307)  8  Febmnr  5.  89 

60.  Iwitraktlftn  Nr  den  Pnfcvnitor  Jm^meg  II.  an  der  Knrle  lu  der 
TemplersHche:  Erknndlgnnf^  betr.  Terhalteir  des  franxOfilNchen 
KVnlm  und  der  andern  FUntten.  Glelcbstellunfr  mit  Philipp 
d.  Seh.  Der  K9n\g  wird  die  rberlleferuDK  der  Templerbni^n 
«n  eisen  plp«rtllehen  BevolltnSebtl^n,  an  BlKchwe  ttelnex  Lan- 
def,  eine*  bestehenden  »der  neuen  Orden,  oder  an  die  Templer 
nelbHt  f^r  nicbt  oder  nur  tellirelNe  )reNtatten.  Anerbieten,  zirel 
>'ep«ten  oder  Verwandte  de«  Pi^teH  lu  seinem  Lande  zn  be- 
irUteni.    <]30;>  8  Februar  ä. 

.  .  .  Saber  secretanient,  .  .  .  en  qual  entencio  es  lo  rey  de 
F'ranva  o  eis  altres  princeps  de  la  terra  e  dels  castülls  dels 
Templers. 

Si  la  terra  roinan  al  rey  de  Frain-a  o  per  dret  o  per 
gracia,  .  .  .  al  roy  Darago  romanga  la  sua,  car  no  deu  esser 
daltra  condicio. 

La  onteneio  del  senyor  rey  es  aquesta,  que  eil  per  nuyla 
re  no  sofferria,  quels  castells  iii  la  terra,  quels  Templers  han 
en  son  regne,  fos  assignada  a  neguna  siiigular  persona,  maior- 
ment  que  e)  papa  enteses,  qua  Tos  tenguda  en  feu  per  la  es- 
gleya  de  Roma  o  per  allra  esgleya. 

Encara  mes  no  soßerria,  que  fos  assignada  a  archabisbe 
ni  a  bisbes  ni  a  altres  clerigues,  per  ^:o  cor  en  les  guerres, 
que  eil  lia  asscnyaladament  contre  los  enemichs  de  la  fe,  eil 
se  pot  mils  aiudar  e  ses  aiudat  dels  cavallers  e  dels  altres 
frares  de  Temple,  que  no  poria  dels  bisbes. 

Encara  nies  noli  plaura,  que  fos  asjgnada  a  allre  ordre 
antic,  per  ^o  gor  los  antecessors  del  senyor  rey,  qui  dolaren 
lo  Temple  e  Lospital  eis  altres  ordens  de  cavalleria  en  sa  terra, 
CO  que  partiren  entre  molts,  no  volgren  tot  dar  .  .  . 

Encara  mes  noli  plauria,  que  a  altre  ordre  noveyl,  esta- 
blit  en  loc  daquell,  fossen  assignades  les  for^res. 

Encara  nies,  sil  senyor  papa  reeonciliava  los  dits  frares, 
perdonan  los  e  volen ,  que  romanguessen  en  lur  estament 
primer,  non  sofferria  el  senyor  rey,  que  cobrassen  ^-o  que 
aver  solien;  e  maiorment  no  sofferria,  que  cobrassen  les  for^es, 
e  assenyaladament  aquelles,  que  son  en  frontera  o  pres  de  mar. 

Encara  mes,  si  el  papa  dehia,  que  tot  lordre  non  era 
en  colpa  e  punits  los  colpables  volia,  que  les  altres  romasessen 
en  lur  estament,  plauria  al  senyor  rey,  que  cobrassen  les  terres 


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90  Briefe,  Reden  und  Gutaehton. 

planes,  mas  no  les  foi^es,  maiotmeat  aquellcs,  que  soo  eo 
frontera  o  pres  de  mar. 

. .  .  Parle  al  senyor  papa,  ea  quina  manera  lo  senyor 
rey  Darago,  entenent  a  placr  a  eil  en  totes  coses,  vol  e  li 
plau  de  eretar  I  o  II  de  sos  nebots  o  de  sos  parents  en  la 
sua  terra  .  .  . 

BiirceloDa,  Archir,  Reg.  3S4  f.  138.    Aus  einem  l&ngem  HemDiisi. 

61.  GanfHfhis  de  Abluidls,  laqoMtor  In  CftreassoHiie,  u  KSaIr 
inyme  IL:  Sendung  der  aragoneslBchen  Dominikaner  u  Ihi 
nnd  die  utderen  franzSsluhen  Inquisitoren.  Er  knnn  die  gc- 
iTÜBschte  Aoskanft  nnd  ProzeBkoplen  nleht  geben,  da  er  steh 
nldit  mit  dem  TemplerprozeB  belafit  hat;  hat  aber  dea  Ab- 
gesandten einige  Punkte  mitgeteilt,  Yreshaib  der  bwuMstbe 
TeraplerproseB   angefoehten   nlrd.    Poltieis  (1808)  Februr  1ä. 

Fraler  Gaufridus  de  Ablusiis  ordinis  fratrum  Predicatonim 
Inquisitor  heretice  pravitatis  in  regno  Francie  et  specialiter  in 
partibus  Carcassone  a  sede  apostolica  deputatus  . . .  Zelus  fida 
Christiane  excellenciam  niaiestatis  vestre  r^alis  induxit,  ut 
iniuriam  Ihesu  Christi,  pro  humano  dudum  genere  cnidfigi", 
contra  cruciferos  crucilisum  eundem  suis  perversis  actibus  et 
nephandis  cnicifigenles  iterum  vindicaret,  eosdem  ad  requisi- 
cionem  fratris  lohannis  inquisitoris  super  crimine  memorato  in 
regnis  et  ten-is  vestris  auctoritate  sedis  aposlolice  deputati  Tem- 
plarios  cruciferos  capiendo,  demum  pro  commissis  in  perfidia 
detestande  sue  heresis  punitura,  cum  ipsorum  heresis  maiestaü 
vestre  vel  ipsi  inquisitori  cognita  fuerit  et  detecta.  Circa  cuius 
detectionem  ipse  inquisitor  proponit  procedere,  sicul  nostri 
inquisitores  in  regno  Francie  processerant.  Ad  cuius  informa- 
cionem  habendam  ad  me  et  alios  inquisitores  Francie  karissi- 
mos  fratres  Bernardum  et  Symoneni,  exhibitores  presenciuni, 
celsitudo  regia  deslinavit.  Verum  cum  rae  et  inquisicioniä 
negocium  hereticales  de  Carcassesio  et  Albigesio  in  Romana 
curia  diu  f>  tenuerinl  et  adhuc  detineant  impeditura,  dominacioni 
vestre  presentibus  manifeste,  me  in  Dullo  circa  Templariorum 
negocium  processise,   unde  nee  copiam  processuum  inquisiton 

a   Doch  wohl  crooifixi  zu  setien,  b  Hier  folgt  wieder  lllw 

flüssig  me. 


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Nr.  61.    (1308)  Febraai-  17.    Nr.  62.    (1808)  Febrokr  17.  91 

possum  mittere,  cum  nullos  fecertm  super  n^ocio  preübato. 
Fratribus  tarnen  prefatb  aliqua  reseravi,  ex  quibus  nonnulli 
conanlur  Processus  habitos  impugnare,  ut  eadem  valeal  inqui- 
sitor  in  suis  processibus  declinare.  Geteruni  suppono,  quod 
illustrissimus  princeps  dominus  meus,  dominus  rex  Francie,  qui 
zelo  fidei  orthodoxe  succensus  oniDes  huiusinodi  cruciferos  sui 
regoi  carceri  mancipavit,  talia  vero  c  vobis  destinaveril  vel 
destinet,  que  suFßcienter  inquisitorem  poterunt  infomiare  . .  . 
Datum  Pictauis  XllII.  kalendas  Marcii. 

Dictos  autem  fratres  ß.  et  S.  non  fuit  utile  diucius  deti- 
neri,  cum  nichil  aliud  potuissent  morando  amplius  reportare 
et  dilacionem  negocium  non  requirat.  Et  credo,  quod  regalis 
providencia  corum  diligenciam  et  festinum  redilum  approbabit. 

Barcetoaa,  Arobiv,  CKD.  Nr.  2838.  Or.  Psp.  Ssp.  Über  den  Inquiu- 
tor  Ueoffroi  d'Ablie  und  seine  Tätigkeit  vgl.  Hiet.  Litt.  XXX,  416-421. 
Von  einer  beaotidoreit  TfttigkeiL  duaselben  im  Tempterprozeß,  wie  in  neucror 
Zeit  von  verschied etieu  Seiten  behauptet  worden  ist,  knnn  also  keioe  Hede  sein. 

62.  Fiater  Petras  de  Biefieaas  an  Kitnli:  Jajme  IL:  Empbn^  des 
kBnif  liehen  Schreibens,  dem  DomlnikMier  BemtirdnB  de  Boxadoe 
beiUgllch  des  flranzdslgehen  TempIerprozesECB  AufklSrans  zn 
^ben.  Dem  Ordensgeneral  nnd  dem  Kxnien  Orden  schien  es 
aber  ;nt,  far  kein  Wort  darUber  zu  rerlieren  iregen  der  dem 
Orden  drohenden  Gehhr.    Poltiers  (1308)  Febnmr  17. 

Recepi  literas,  quod  "  fratri  Bernardo  de  Boxados  niisso  a 
fratre  lohanne  de  Logerio  in  vestris  regnis  inquisitore  heretiee 
pravitatis,  ut  de  Bomana  curia  informationem  plenani  super 
crimine,  de  quo  Templarii  increpantur,  reportaret,  mandantes, 
ut  eidem  fratri  Bernardo  prestarem  consilium,  auxilium  et 
iuvamen.  Et  seiatis,  serenissime  domine,  quod  statim  habito 
coosilio  cum  inquisitore,  cui  literam  similem  mitebalis,  et  cum 
alUs  fratribus  sapientibus  et  procuratore  ordinis  et  niagistro 
Visum  est  omnibus,  quod  non  erat  verbum  de  ista  materia 
faciendum,  propter  quod[d]am  periculum,  quod  poterat  ordini 
inminere;  et  debebat  predictus  Trater  Bemardus  reverti  ad 
inquisitorem  cum  informatione,    quam  Tholose  babuit  et  etiam 

c   So  Or.  a   So  Or.    Der  Satz  ist  falsch  aber  verständlich  kon- 


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92  Briefe,  Beden  und  QnUcht«D. 

Carcassone,  quia  non  posset  hinc  reportare  aliam  pleniorem . . . 
Dat.  Pictauis  XIIII.  kalendas  Marcü. 

B&rcolDDH,  Archiv,  CRD.  Nr.  2tJ39.  Or.  Pap.  Ssp.  Über  di«  B«dra- 
tnng  dieses  Schreibens  vgl.  Darstellung 

6S.  KVdI;  Jayme  11.  an  Pblltpp  d.  Sfh.:  Sendanr  des  Domlilkum 
FasctaasluB  TOii  Toaloiue,  um  AnrklSrnn^  ttber  den  TemplN^ 
prozeß  zu  erlangen.    Xstiv«  (1307)  8  Febroar  18. 

Excellenti  et  magnifico  principi  Philippo  Dei  graciä 
Francie  regi  illustrj  karissimo  consanguineo  nostro  lacobus 
eadem  gralia  rex  Aragonuin  .  . .  Certißcari  a  vobis  super 
Templarioruin  negocio  affectantes  magnificencie  vestre  religiosum 
fr.  Paschasium  Tholosanum  de  ordme  Predicatorum  exhibitOTem 
presencium  de  intencione  nostra  super  hoc  plenarie  transmitli- 
inus  informatum.  Placeat  igitur  serenitati  r^e  dicti  fratris 
Paschasii  relatJbus  super  isto  fidem  credulam  adhibcre  ac 
euiideni  ad  presenciaiii  nosttam  remittere  quam  cicius  utiliter 
expedituin.  Dat.  Xative  XIII.  kalendas  Marcii  anno  domini 
MCCCVII. 

Barcelona,  Arcbiv,  Reg.  2!)1.  f.  113  v.  Es  fnigt  der  shIvus  conductus 
pro  fnitre  Paschasio.  loh  schließe  hier  noch  ein  Schreiben  des  Inquisitors 
von  Toulouse  an;  lllustri  domiao  ac  magnificD  principi  Jacobo  Dei  pncu 
regi  Aragonum  frator  Ber.  de  ardine  Predicatorum  Inquisitor  Thalosums 
post  regnum  presentis  seculi  regnum  celi.  Vestras  recepi  litterss  k^W 
Tholoee  die  lune  post  feetum  panficacionis  beate  Marie  Virginia ')  pw  fn- 
ttetn  Bcmardum  de  Bosadoa  viaumqne  fnit  tnichi  consulcios  atqne  bonnm, 
ut  ipse  inde  ultra  procederet  usque  Pictaui[u]m,  ubi  cercior  fieret  de  hits.  qse 
cauaa  et  ratio  sui  itineris  exposcebat.  Factnmque  est  ita,  sicut  ipse  referre 
poterit  vive  vocis  oraculo  vestre  regio  magestati.  Ego  quoque  resnip^ 
fratri  lohanni  inqnisitori  per  enndem  inzta  vestr»ruin  continenciaci  littin- 
tnm,  quod  viBum  est  rescribendum.  Modicum  id,  quod  sum,  spontanenm  et 
devotum  me  offero  regiis  vestris  beneplacitis  et  mandatia.  Bex  regom  vm 
oustodiat  in  regnu  suo,  Dominua  Ihesus  Christus.  Datum  Tholose  di«  lune 
in  camiprivio ".    CRD.  Nr.  2859  (Or.  Pap.  Ssp.). 

Kl.  (Amald  von  Vlllanora)  an  den  König  Ja;me  II.  tob  Aragoal«: 
Sendet  Abitelirin  eines  Briefes  au  Clemens  Y-,  worin  er  Hk  Sd- 


')  Am  b.  Februar  ISOä. 


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Kr.  63.   (1307)  8  Febnisr  18.    tJr,  64.    (1308  vor  Febroar  19.)        ÖS 

nendlgkelt  raerglxeher  AnBrottung  der  Tom  Vtgt  Abneiehen- 
den  Iwtoit,  anderfroelt«  aber  anch  daraaf  hiaireint,  daß  der, 
der  HO  den  Fel^nbaun  follen  Behe,'irenn  er  an  der  Spitze 
stehe,  Ihnllehes  befürehten  mflwe.    (1.%M  vor  Febrnar  19.) 

Transumptum  litere  directe  ad  summum  pontificem  posl 
responsiones  ad  regfm  Francie. 

Scio,  quod  Christi  vicario  convenit  principaliter,  ut  in  zelo 
Moysi  et  Finees  tarn  vi(i;i!anter  quam  constanter  exterminet, 
quicquid  in  populo  christiano  palam  repugnat  ewangeiice  veri- 
tati.  Nam  proprium  ipsius  oficium  est:  stare')  super  speculam 
domiui  et  perspicaciter  intucri,  quid  in  stattbus  aut  quibus- 
cunque  collegiis  et  illornni  precipue,  qui  ductores  sunt  aüorum, 
vexillo  religionis  aut  prelationis  auctoritate  seu  verbo  preconii 
vei  doctrine,  discedit  a  Iraniite  salvatoris,  cuius  efigiein  vicarius 
ätio  ministerio  debet  seinper  eiiprimere  certosque  labssus  rnaxiine 
notorios  cum  tanto  fervore  con-igerc,  quod  universsi  congnoscant 
eum  non  solutn  fore  ciistodem  auctoritate  set  amatorem  inte- 
meratum  apostolice  sanctitatis,  circa  quod,  si  negligens  fuerit, 
indubitanter  est  ficulnea  -)  slerilis  et  radicitus  abscindetur. 
Que  vero  pependerint  in  eadem.  non  solum  deicientur  ad  terram 
set,  quemadmodum  malodicta  Heus  a  domino  aruit,  in  mo- 
mento  sie  admirantibus  populis  et  Deuni  laudantibus  velut 
sotnpnium  evanescent.  Kt  qui  videt  suo  tempore  sterilem 
fkutneam  lam  abseindi  et  sublimen  (?)  de  culmine  ruere,  pro 
certo  est  dementatus,  si,  cum  in  apice  steterit,  ex  causis  simi- 
libus  ruere  non  Corniidat.  Si  tarnen  uti  voluerit  prudencia, 
quam  exeniplo  docuit  magister  tidettum,  quando  suos  tidcles 
interrogans  aijt  primo:  Quem  ™)  me  dicunt  esse  lioniines?  deinde 
secundo:  Vos  autem,  quem  me  esse  dicitis?  caute  scrutabitur 
cum  devotis.  quorum  sincoritatem  adulacio  non  corrumpit, 
quäle  sit  commune  iudiciuni,  qualis  etiam  comniuniter  iiiotus 
sit  animorum  tam  erga  ficulneam  quam  erga  pendencia  in 
eadem,  taliter  quod,  nisi  lippus  exliterit,  prospiciet  absqtie  mibe, 
quid   expedit   utrorunique   saluti.     Simulque    intelii^iet    verhum 


gerne  Schrift:  De  ndventa  Antichristi. 
•)  Lnkae,  13.  7. 
")  HArkna,  8.  27. 


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94  Briefe,  Reden  und  GaUchten. 

Spiritus  exortantis,  cum  dicit ') :  Qui  habet  aures  audiendi,  aa- 
diat!  Congnoscct  insuper,  quod  facit  mulierem  castis^mam 
de  scorto  fallaci  et  impudicissimo.  Procul  dubio  divine  laudi 
celebre  tribuit  incrementum,  et  si  de  medio  populorum  mures 
ac  lupi  et  colubri  et  scinifes  et  scrabones  pellantur  in  sempi- 
ternum,  perpetue  consolationis  g^audium  in  vivenlibus  (i:eneFatur. 
Que  scribcre  co^or  idcirco,  quia  negligentem  et  ea  sper- 
nentcm,  qui  habitat  in  celis,  irridebit  velociter  et  dominus 
subsannabit  eum  repentino  iiidicio.  Quapropter  profundis  opto 
suspiriis,  ut  ille,  qui  dixit^),  se  nichil  aliud  tcIIo  scire,  nia 
Ihesum  Nazarenum  et  hunc  cnicifixum,  iterum  alloquiitur 
mortales  et  suam  scienciam  imprimat  universis. 

Barcelona.  Archiv,  Templarioa  56.  Langer  StretfeD  Pap.  mit  Siegel 
AIbo  Original,  d.  h.  besiegelt«  Abschrift  des  an  den  Papat  gesandten  Stflcfce». 
Bflckaeite :  illnetri  domino  regi  AragoDum.  Von  derselben  Hand  wie  das 
uaclifolgende  StQck.  Vgl.  die  Anm.  Es  ist  kurz  vor  diesem  gescbrieben 
nod  deutet  aicher  auf  die  Templer  hin,  wie  auch  schon  der  Hinweis  anf  deo 
Brief  an  den  französischen  KOnig  bekondet.  Den  Hinweis  anf  den  Eifer 
des  Moses  und  Phinoes  gebraucht  in  der  Templerssche   auch  Pietra  Duboii. 


6&.    (Anuüd   Ton   TllUuova)   an   KSnig  Jafme   U.: 

Briefes.  Einen  iihnllehen  habe  Ihm  Philipp  d.  Seh.  ^esaadt 
Er  habe  erwidert,  daü,  wenn  das  Templererel^ls  anefa  staun- 
erregend  sei,  noch  stannenerregender  die  Gesantlag«  der  Cfa^ 
stenheit  seL  Dort  geheime  Apoetasle,  hier  VbatUehe,  btm- 
Aen  bei  den  F(lr8t«n,  die  riel  verabsebewugvwlrdlfer  sd  nd 
schwerer  gestraft  würde.  Den  S«ptenber  Torigea  Jahns  hakt 
Gott  znm  Beginn  der  Referm  seines  Volkes  bestlmnit ;  alt  dm 
tlelueren  habe  er  begonnen,  bald  folgen  die  greSerm  Aptstaka. 
Bei  das  Gewitter  beim  Sturz  der  Templer  groß  gewesea,  W 
werde  das  kommende  unTergieiehtieh  grtfDer  werden.  Die  Vir* 
achter  seiner  Auffassung  würden  beetrafl.  Etrzlleh  habe  ff 
dem  Papst  ein  seharfes  Schreiben  gesebickt.  Marseille  (UtC) 
Febmar  1». 

Domino  suo  karissimo  servus  inutilis  tani  creatori  quam 
croaturis  manuum  oscula  cum  salute.  Quia  consanguineus 
vester,   illustris  rex  Francie,   nuper  scripssit  michi  stilo  amiüi 


'}  Mattb.  11,  15  u 
')  I  Kor.  2,  2. 


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Kr.  6&.   (1808)  li'elbniar  l6.  Ö& 

quo  scripsistis  >),  rescribo  vobis  similiter  et  multo  apertius. 
Scpipssi  enim,  quod,  licet  id,  quod  emersserat  apud  eum,  vi- 
deretur  ei  valde  stupendum,  tarnen  si  Teilet  recto  et  pleno 
iuditio  contemplari  cristlanonim "  statum  universalem,  incom- 
parabiliter  senssibus  eius  occurreret  maior  Stupor,  precipue  si 
titulum  christianitatis  veUet  ad  sunm''  ori^nem  retorquere; 
videltcet  Ihesum  Christum.  Nam  si  velit  attente  meditari,  quid 
ipse  docuit  verbo,  quid  et  monstravit  exemplo,  qualia  quoque 
beneftcla  et  quanta  fuerit  operatus  ad  imprimendant  veritatem 
doctrine  sue,  congnoscet  indubitanter,  quod  christiani  per  sin-_ 
gulos  Status  palam  vita  et  moribus  et  afectibus  Christum  abne- 
(rarunt,  cum  per  vias  ei  contrarias  in  conspectu  cunctorum 
incedant,  delicias  et  divicias  et  honores  istius  mundi  cum 
altitudine  cordis  et  ferrore  querentes  et  amplectentes  non  minus 
quam  barbari  vel  pagani.  Et  in  omni  platea  et  statu  cande- 
labram  huiusmodi  perverssitatis  est  positum,  ita  quod  in  toto 
corpore  christiani  collegii  a  planta  pedis  usque  ad  verticem 
non  solum  vivit,  set  regnat  et  imperat  talis  apostasia.  Ut 
autem  de  ceteris  levius  iudicetur,  placeat  de  regibus  contem- 
plari, si  que[ru]nt  ea,  vel  promovent,  que  sunt  Christi,  scilicet 
ut  ad  honorem  eius  et  sue  religionis  promocionem  studeant 
populum  eis  snbditum  exemplo  edificare,  sie  scilicet,  ut  a  sc 
et  suis  domesticis  omnem  superfluitateni  abscindant,  et,  quic- 
quid  vanitati  soluni  deservit,  abiciant,  si  Itberos  suos  faciunt 
informari  ad  Christi  vestigia  querenda  et  amp[lec]tenda  ut'  ad 
humilitatem  et  contemptum  omnis  elationis  mundanc,  si  zelo 
iusticie  contra  persequtores  et  oppressores  pauperum  et  debi- 
lium  excaadescunt,  ita  quod  illis  inimicari  specialiter  se  osten- 
dant  et  quod  propriis  sumptibus  et  lalmribus  miserabilium 
perssonarum  iniurias  propulssare  non  tardent,  si  vicinis  et 
peregrinis  et  cunctis  ingredienlibus  et  egredicntibus  servant 
fidem  catholice  fratemitalis,  ut  indempnes  in  perssonis  et  rebus 
et  iuribus  eos  servent?  Nain  si  reges  fecerint  hiis  contraria, 
certum  est,   quod  illa  non  agunt  ut  christiani  sed  ut  de  facto 

a  So  Or,  b   Or.  raam. 

')  Du  Schretboi  Jafmes  vgl.  obes  Nr.  56.     Leider  ist  daa  ähnliche 
SchrriboD  Philipps  d.  9ch.  wohl  verloreo. 


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dS  Briefe,  tteden  nnd  Outochten. 

negantes  Christum  et  eius  relii^onein.  Que  abnegatio  cum  sit 
publica  vel  notoria,  procul  dubio  magis  est  aboiiiinabilis  in  se 
ipsa,  quam  ea,  que  fit  occulte,  nee  est  miniis  stupenda  quam 
illa,  nisi  pro  eo,  quia  magis  est  assueta  communi  noticie. 
Supradicte  vero  apostasie  christianonim  notorie  tanto  sunt 
magis  abominabiles,  quanto  maiorem  biasfemiam  et  illusionem 
construunt  adversus  filium  vii^inis,  quoniam,  qui  predictrs 
m'odis  abnegant  veritatem  et  sanctitatem  sue  religionis,  eficatiii^ 
movent  inlideles  ad  blasfemandum  eum  et  ad  respuendum. 
quecunque  de  ipso  dicuntur  et  predicantur,  racionabililer  ar- 
guentes  vel  argumentantes,  quod,  s'i  talis  et  taiilus  esset  Ibesus 
Nazarenus,  qualem  predicant  christiani,  non  Tacerent  univpr- 
saliter  el  palam,  quecunque  illi  contrariantur.  Ymo  de  facto 
predicant  chrisliani,  quod  ipse,  qui  docuit  omnia  terreoa  de- 
spicere,  fuerit  meiidax  vel  indiseretus  aut  Tatuus.  lliudunt  vero 
turpiter,  quia  missas  audiunt  et  sermones  et  in  festis  mulli- 
plicant  sonitiis  campanarum  et  rasiones  capitis  et  barbanim 
■et  induunt  splendida  vestimenta,  set  quicquid  missis  et  senno- 
nibus  et  sollemnitatibus  festorum  in  moribus  et  afectibus  ^1 
contrarium,  cotidianis  operibus  publice  solleuinizant.  Que  btas- 
femia  necnon  illusio  semper  eist  in  superioribus  magis  pestifem, 
quia  trahitf  ad  corrupeioneni  multipliciter  subditos,  inter  quos 
ydiotas  vel  ignaros  ad  Infidelitatem  propellit.  Sicut  legitur  de 
quodani  principe  publice  adultero,  qui  cottdie  missas  audiebat 
sollenines  et  crebro  confitebatur,  quod  plebs  communiter  asse- 
rebat  adulterium  non  esse  peccatuni  mortale,  cum  eonim  priii- 
ceps,  qui  sepe  confitebatur  et  magnuä  eclesiasticus  erat,  non 
cessaret  publice  fornicari.  Similiter  in  alüs  [subditijs  est 
cxemplnm  superioruni  nimis  pestiferum.  Cum  igitur  abnegacio 
Christi,  que  fit  oculte,  constituat  minorem  eius  blasfemiam  et 
minorem  universsitatis  corrupcionem,  conskt,  quod  minus  est 
dampnabilis  apud  Deum ;  set  quia  minus  nota  vel  asueta,  aaps 
niirabilis  el  stupenda. 

De  tempore  vero  isto  interrogatus,  quid  forte  sentirem, 
respondi,  quod  in  Septembri  proximo  preterito  cepit  illuct 
tempus,  in  quo  Dens  disposuit  propter  sue  bonitatjs  abissum 

I'    trahiit  Or. 


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Nr.  65.   (1308)  Pebronr  Ifl.  Sl 

et  lacrimas  quarundatn  personaram  adherencium  ei  reformare 
veritateni  ewangelicam  in  populo  denominato  ab  ipso.  Set 
quia  veritas  reformari  non  posset,  »isi  extirparetur  mendaciuni, 
propler  lioc  inciperet  a  deieccione  illius  et  post  a  manifestatione 
oculti,  ut  hiis,  qui  manifeste  contempnunt  eum,  sit  simul  ad 
terrorem  et  ad  monicionem  festine  correctionis,  cum  experian- 
tur  eius  potenciani  facere  iudicia  repentina  [de]  latenti  apostasia, 
deinde  ponet  nianum  in  Üliisoribus  manifestis,  ita  quod  quanto 
solimiores  r  tanto  depressius  incurvabunt.  Et  sie  in  omni  statu 
deiciet  falssarios  ewangelice  veritatis,  ad  cuius  custodiam  et 
promoctonem  constituet  homines  despectissimos  et  quasi  nior- 
tuos  huic  »^  seculo.  Per  quos  tanta  et  talia  faciet,  quod  nullo 
modo  possent  credere  huius  seculi  amatores  et  vix  et  qni 
diligunt  veritatem.  Nee  amodo  cessabit  Deus  e  vicino  facere 
magna,  quousque  veritas  documentorum  et  exemplorum  Christi 
luceat  generaliler  in  populo  christiano,  sie  scilicet,  quod,  si 
magnum  fuit  tonitruum,  quod  audivistis  in  percussionc  Tem- 
plarionim,  maius  iocomparabiliter  audietur  in  proximo.  Deinde 
multa  alia  vatde  magna.  Nee  miremini,  si  a  multis  contcmp- 
nitur  id,  quod  denuncio,  quia  denunciacio  est  divine  veritatis. 
Non  fiunt  nisi  propter  electos,  qui  respectu  alionim  sunt  valdc 
paud.  Set  si  recolitis,  narravi  quandoque  vobis,  quod  sedi 
apostolicc  dixeram :  me  scire  indubitaulcr,  quod  omnes  illi, 
qui  denunciacionibus  per  me  factis  hactenus  direete  se  oppo- 
nerent,  temporaliter  a  Deo  confunderentur;  et  si  perseverarent, 
et  etemaliter.  Et  iara  festinanter  accedit  tempus,  in  quo  {?) 
illi,  qui  spernunt  eas  tamquam  fantasticas «,  connoscent  se  vere 
fuisse  fantasticos/  ...  Et  non  sunt  multi  dies,  misl  domino 
pape  sagitas  acerbissime  perforantes  cor  eius  '),  st  tarnen  habeat 
sensstim,  ut  cupio,  quia  si  non  habuit,  renovabitur  et  auge- 
bitur  micbi  dolor.     Vos  autem  celestis  agnus  eustodiat  et  in 

c   Statt   BnblimiMres  ?  <l  linyc   Or,  e   fastanticas   Ot. 

f  Eid  Wort  fehlt. 


')  Wahrscheinlich  das  voranfgehende  ächreib«ii,   dna  er  dem  KSnige 
mitsandte. 

Fink«,   PapattDiD  and  [TntaTganE  >le>  TempUrorJsn».    tl.  7 


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98  Briefe,  Redeo  und  Gatachtan. 

corde  vestro  fervere  faciat  sue  passionis  memoriam  et  splend«^ 
in  opei{ibus  et]  exemplis.     Dat.  MassJlie  XII.  kalendas  Marcii. 
Adresse:  Illustri  doinino  regi  Aragonum. 

BBri;elona,  Archiv,  aepenit.  Or.  Pap,  Langer  schmaler  Streifen. 
Siegelspuren.  Der  eigentümliche  Stil  und  der  sonderbare  Inhalt  —  des 
man  einem  Philipp  dem  Schönen  ^egenOber  eher  als  bittere  Irool« 
denten  künnte  ~  weisen  anf  Amttld  von  Villanova  bin.  Dieeslbeo  Ideen 
erscheinen  in  seinen  andern,  z.  T.  von  mir  in  den)  Buche:  Ans  den  Tagen 
BoniTaz' Vlll.  verütTeDtlirhten  Schriften.  Zudem  wiaaen  wir,  daßihni  Jafmell, 
HitteiluDg  gemacht  hat.  In  Marseille  wohnte  er  viel.  Die  gleich  erkenn- 
bare Schrift,  mit  dem  charakteristischen  langen  kleinen  i,  «eist  eine  kkine 
Anzahl  von  Ortginalbricfen  {auch  der  vorhergehende)  auf,  die  Ich  apltrr 
veröffentlichen  werde;  sie  alle  deuten  auf  Arnald  liin  fch  möchte  di« 
Schrift  fOr  seine  Handschrift  halten. 

66.   AragONMlBclie  ProTlnEiatkonzllieii  <in  Tarragonn)  in  der  Templer- 
angelegenbelt.    (1308-^-1312.) 

I.  Das  erste  Konzil  1308  b'ebruar  ist  schon  oben  erwähnt  (Nr.  59,. 
fn  Reg  291  und  in  den  CRD.  ünden  sich  nur  folgende  Angaben  Dber  vier 
spatere  Konsilien,  obwohl  es  in  Tleg.  235  f.  46  in  einer  Gesandtschaft  vom 
•lahre  1311  an  ClemeDS  V,    heißt  iu  Bezug  auf  die  Abgaben  der  Ijischüf«: 

Item  habnernnt  satisfacere  de  mandato  eiusdem  domini  s.  pontifieis 
inquiaitoribus  contra  Tempisrios  ad  provintiam  destinatis  per  seidocini 
menaes  et  ultra  dando  octo  Horenos  pro  qualibet  die  .  .  .  Et  pro  negocio 
Templariorum  bis  et  pro  snbsidio  nntedicto  semel  in  anno  habnerust  pro- 
vinciale  consilium  celebrare  non  sine  maKimo  honere  expenaarum. 

II.  Jacobus  .  .  .  ')  custodientihns  in  locis  dominacioni  nosb'e  snbtertis 
ft'atres  ordinis  milicie  Templi  salutem  etc.  Significamus  vobis  venerabilf 
consilium,  qnod  fiiit  in  civitate  Tarrachouensi  proxime  celebratum,  Dobis 
noviter  rogando  ecripsisse,  ut,  quia,  licet  inquiaicio  super  hiis,  que  impo- 
nnntur  dictis  fratribus,  facta  fuerit  de  mandato  domini  pape,  hoc  tamt». 
quod  eis  imponitur,  an  eit  verum  vei  non,  nondum  est  per  aenteDciain  de- 
claratum,  propter  quod  non  est  eis  tahs  capcio  facienda,  ob  qaam  poK^ 
eis  mortis  vel  infirmitatis  periculum  imminere,  deberemus  fratree  predidoä 
a  compedibus  sive  ferris,  quibus  de  mandato  nostro  custodiuntur,  he«* 
libcrari,  dum  tamen  alias  possint  tute  absque  fuge  pericnlo  cnstodiri  .  ■  - 
Befiehlt,  so  zu  verfahren  und  zuvor  sie  zu  vereidigen.  Barcelona  ISIC 
Oktober  20.    f.  284  «. 

III.  Erzbischof  Guilelmus  von  Tarragona  an  Jayme  11.;  CelsitadiiiB 
vestre  litteris  inter  cetera  continentibus.  ut  vobis  significaremus  dieai,  tpt 
snfficeret  Templarios  esse  Terracone,  cum  diligencia  intelfectis,  ad  ipsanrm 
contenta   ducimna  respondendum,   uos  deliberacione  auper  ipsis  plenarie  bi- 

')  Nicht  ganz  korrekt  gedruckt  Pmtz  S.  352. 

DigmzecDy  Google 


Nr.  68,    (1308— 1S12.)  99 

Iniiwe,  qaod  a  die  date  presentis  littere  &d  quindecim  dies  sd  longina  Tem- 
pUrti  sint  TerracoDe,  cum  ultra  non  pouet  absque  magnia  periculis,  dampnis 
et  samptibus  tocine  concilii  prorogari.  Quare  veatre  regle  niagestati  diem 
predictam  ducimns  intimandam.  rogantee  maf^ifioentiani  regiam,  ut  ipsa  di« 
dicti  Templarii  sint  infsllibiliter  Terratvone.  Uli  vero  debiles  et  inljrmi,  qni 
venire  non  poBsent  sine  magno  cnrparia  periculo,  non  mittaotQr.  Dat. 
Tcrrvcone  pridie  kalpndss  Marcii  aano  domini  MCCC  decimo.  CKD. 
Nr.  3831.  Die  Anfrage  dee  KSnigH  iat  vom  18.  Febrnar  (1310)  11.  Reg. 
291  f.  293  T.  Weiaang  an  alle  Kuetoden  der  Templer,  sie  innerhalb  der 
Frist  zu  senden  (1310)  11  Mttrz  ö.    f.  293.  ') 

IV.  Jaynie  11.  an  6.  .  .  .  Terrachonenei  archiepiacopo  necnon  episcopie 
peterisqne  prelatis  congregandia  npud  Terrachonam  pro  concilto  inibi  rele- 
brande  salntem  etc.  Saper  expedicione  et  decisione  negocü  inquisicionia 
Templarioram  terre  nostre  apud  vos  iam  alias  ad  instanciam  magietri  et 
atloram  fratram  Templnriarnin  predictomra  maminimus  precibus  institiase. 
Nddc  vero  intellexinma,  qood,  licet  in  concilio  per  vos  apud  dictam  civita- 
t«ni  Terrachone  novissime  celebrato  inquiBicio  facta  contra  dictos  Templa- 
rios  fuerit  recognita  «t  eciam  pnblicata :  attamen  ipeius  inquieicionia  nego- 
cium  in  dicto  concilio  decisiunem  aliquam  non  anscepit,  set  in  celebracione 
alterimi  concilii  per  vos  in  proximo  celebrandi  extitit  reservata.  Cum  nute m 
dicti  magister  et  fratres  a  Qobia  aupplicando  ioatanter  pecierint.  ut  super  hoc 
vobis  scribere  dignaremur;  ideo  patemitatem  veatram  idcirco  rogamus 
attente,  quatenas,  in  qtmntum  insticie  tramites  auadeant,  saper  decidendo 
saprodicto  negocio  seciindum  formsm  et  potestatem  a  aede  apoatolica  vobis 
traditnm  operani,  quam  poteritia,  impendatis,  ut  in  dicto  celebrando  concilio 
per  TOS  fine  debito  dccidatar.  Dat.  Morelle  III.  nonas  Hau  a.  d.  mill. 
CCC  undecimo.     f.  297  v. 

V.  JaTme  tl.  im  Berirandns  de  Valle :  .  . .  Quillelmus  Terrae hoDenais 
archi«ptae«pu9  a  nohis  noviter  postnlavit,  ut  faciamas  addoci  seu  venire  ad 
locam  de  Monte  albo  vel  de  Barberano  aingalarea  peraonas,  que  fuerunt  de 
ordine  Diilicie  Templi  quondain,  quaram  personarum  preaencia  est  in  pro- 
vincisli  concilio,  quod  in  instaati  feato  beati  Luche  in  Terrachona  celebra- 
bitar,  neceasaria.  Propter  qaod  scribimus  per  litteras  nostros  personia  sub- 
acriptis  teneutibns  snb  custodia  dictas  personas.  ecilicet  nobili  Petro  Üui- 
lelmi  de  CaatUione'],  necnon  .lacobo  de  Turricella"),  Uernardo  de  ?{«lluncje*), 
Stephono  de  Roda  "),  Mascharoeio  Garidelli '),  Petro  de  Cardona  '),  Btmardo 


■}  Diese  Weisung  erwähnt  Protz  S.  »53. 

*)  Nach  früherer  Angabe  in  Saragossa. 

")  In  Aschone. 

*)  Bainlns  generalis  regoi  Valencie. 

*)  BaiiÜDS  gen.  r.  Arsgonie. 

*)  Nach  frtthem  Angaben  in  Tortosa. 

')  Tn  Qranyena. 


.,  .„Google 


100  Briefs,  Reden  nnd  Gutachten. 

de  Solerio '),  P.  de  Spallargiia '),  Petro  de  Martorello '),  G,  de  SoUais'l 
et  Dominico  Vioea ')  nt  omnea  persopaa,  que  fuerunt  de  ordine  supradido. 
sub  eorum  custodia  existentes  ducant  seu  rooduci  facUnt  in  contineDti  tA 
loca  prcdicta  de  Hont«  albo  vel  de  l3arberano  .  .  .  Quocirca  volamoa,  ... 
qaatenua,  si  iiliqui  ex  predictia,  qui  fuernnt  de  ordiuc  aupradicte,  anat  mb 
cnstodiA  Bliqaonim  aliarum,  .  .  .  provideatia  taliter,  qaod  .  .  ,  ducaotar  ad 
loca  predicta  .  .  .    Dat.  Herde  nouas  Octobris  a.  D.  HCCC  XII.  f.  322  t. 

Jayme  II.  an  denselben "]:  Cum  in  Terraohonenai  p«Dcilio  proittne 
celebrat«  fnerint  de  maodato  domini  aammi  pontiSris  per  revereudam  ardii- 
episcopnm  TerracboDensem  ipso  approbsnte  concilio  ordinat«  pmTJsiaiKS 
fratrum  ordiiiia  quondam  milicie  Tempil  predlctl,  prout  in  ordinacione  ipu 
lacius  continetor,  fueritque  etiam  ordioBtum,  qaod  fratres  aupradicti  collo- 
centur  in  locis,  que  fuorint  dicti  ordluls,  iuxta  diatinceionem  et  fonuam  In 
ipaa  ordinacioiie  coDteotaiii,  idcirco  dos  voientes  omnimode  in  premlGsis 
omnlbuB  aatlafacere,  nt  tenemar,  vobis,  qnanto  posanmns,  expresalaa  dicimnä 
et  mandamaa,  qnatenus  visis  presentibos  .  .  ,  faciatia,  quod  da  bonis  ordiaii 
quoadam  predii^ti,  iion  obstantibus  aliquibna  aasigDacianibuB  per  noa  aopcr 
eia  factia,  provideutur  aub  farma  in  diclo  concilio  ordinata  omnibua  et  sia- 
gulia  peraonia  fratribna  otdinia  quendsm  aupradicti,  ualcnlqae  eanuu,  vide- 
licet  in  qaantitate  sibi  racione  provisioois  sue  coostitata  aire  tajtata,  proat 
iiide  unaqueque  peraanarum  dictorum  Fratruni  per  litterani  dicti  archiepisci^ 
suo  aigillo  aigillatam  fecerit  vobis  fidem.  Faciatiaqne  in  coatinGDti  penoa^ 
ipsas  collocari  in  domibus,  quns  dictae  ordo  quandam  habebat  ioila  diatiac- 
cioneni  et  ordinacionem  concilii  prelibati  :  sie  tamen,  quod  domaa  ips^ 
proptor  dictam  colloceclonera  non  desemperentar  per  vos  aeu  illoa,  qui  ipsis 
pro  Dobia  tenent,  aet  quod  de  eia  peraanis  predictia  tradatur  aliqai  pan. 
in  qua  habitare  decenter  valeant  et  morari :  taliter  facientes,  quod  ob  deffec- 
tum  preinissorum  fratres  quondam  predictos  non  oporteat  fieri  vaf:abundos 
nee  Blit«r  vivere,  quam  deccnt  et  ordinatum  est  in  conailio  aupradicto.  nti; 
tuidinmaa  etiam  ipaos  vel  eorum  aliquoa  de  predictia  corani  nostra  preofoci* 
conquerentes.     Dat,  Exee  VU.  kalendas  Decembris  a.  d.  MCCCXtl.  f.2S-y'- 

KT.  Fr.  Berengrer  de  Sont  Just,  eoroanador  de  HIravet,  nn  den  »ri  «4 
dispret  Ihirc  Exemen  de  Leiid«  honrat  mestre  In  AnveitM; 
Xaohricliten  Yom  (;re[tmeist<'r.    (130S)  Februar  21. 

Sans  som  la  Deu  mer^e  et  ab  gran  dolor  de  cor  del 
vostre  trebay!  et  dels  altres  promens,  Lo  mestre  del  Temple 
als  altres  frares  dol  regne  de  Fran^a  dien,  que  son  deliures,  et 

*)  Nicht  naher  bezeichnet. 

')  Ezpensor  domua  regio  (in  Barcelona). 

')  In  Cautavieja. 

*)  civis  DertuseueiB. 

')  Habitator  loci  de  AachoDe. 

*)  Pmtz  S.  354  ein  kleioes  StQok. 


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Nr.67.  (1308)Febr.27.  Nrf«.  (1308)  Febr.28.  Nr.ö9.  (ISOSi.d.eret.Moo,)     101 

^o  que  hom  los  metia  sus,  es  trobat  en  mon^on^a.  Darüber 
hätten  sie  bestiinmte  Nachrichten  erhalten  .  .  .  Escrits  lo  di- 
marts  abans  de  Carnestoltes. 

Barcelona,  Archiv,  TempUrios.  Or.  Pap.  Ssp. 

68.  Bisehof  Petrus  Ton  Leridn  an  König  Jnyme  IL:  EIu  Templer  aus 

HomoD,  Titltt  einen  dem  Blxcbor  beß'euadeteu  Ritters,  ftei  unter 
l^irlKsen  BedinKoni^n  bereit,  zum  Köni^  zu  komuieQ  and  alles 
Über  den  Templerorden  uud  irlc  man  Houzon  einnehmen  könne, 
nttintellen.    Lerlda  (130S)  Februar  28. 

Noveril  regia  celssitudo,  quod  quidani  frater  miles  de 
ordine  Templi  est  in  castro  Montissono,  qui  habet  qiiendani 
avunculum  militem  secularem,  qui  avunciilus  est  familiaris  amlcus 
noster,  et  quodamodo  de  domo  nostra;  et  ut  nobis  relatiim 
est  per  istunt  militem  secularem,  ille  alius  l'rater  miles  nepos 
suus  dixit  sibi,  quod,  dummodo  ipse  possei  secure  ire  ad  vestram 
presenciam  et  quod  sibi  non  imponeretur  publica  penitencia 
nee  talis,  quod  cederet  ad  oprobrium  seu  inTamiam  sui,  propter 
quod  ipse  vel  alii  de  genere  suo  vituperari  essent  seu  aliqua- 
tenus  diffamari,  ipse  simul  cum  avunculo  suo  predicto  ad  pre- 
senciam celsitudinis  vestre  personaliter  accederet  et  diceret 
vobis  totum,  quicquid  ipse  seit  in  factis  Templi,  et  resipiscerel 
et  reciperet  sub  predicta  forma  penitenciam  salutaretn.  Et 
insuper  hostenderet  vestre  magnitudini ,  qualiter  infra  breve 
spacium  temporis  possetis  habere  castrum  de  Montessono  .  .  . 
Unde  videat  vestra  serenitas,  quid  sibi  expediat  super  premissis, 
et  nobis  rescribat  super  hiis  et  alüs,  quicquid  sibi  fuerit  com- 
placendum  .  .  .     Dat.  Herde  III.  kalendas  Marcii. 

BatcalonH,  Archiv,  TempUrios  Nr.  6ä.  Or.  Pap  Ssp.  Bischof  Petrus 
war,  wohl  wegen  seinen  frOhern  Streitigkeiten  mit  dem  Orden,  Rin  heftiger 
Templergegner.  Der  König  schreibt  ibm :  Concedimua,  quod  dictas  Tem- 
plarina  ad  nos  tot«  venire  possit.  Schickt  ihm  litteram  guidatici.  Valencia 
(1307)  8  Harz  8.     Reg   291  f.  114  v. 

69.  Ein««  Un^nannten  [yo^ret!],BeuntiTortung  Terwhiedener  Fra- 

gen :  1)  Was  von  den  necbKelndeii  CeslUndnlssen  des  firoß- 
melsters  lu  halten  sei !  2)  Ob  der  Kern  der  Templer-Professlo 
(beim  Eintritt  in  den  Orden)  verderbt  sei !  3)  Ob  den  Templern 
ein  Terteldlger  zu  stellen  sei  i  i)  Ob,  falls  olnlKe  Unschuldig 
fefnnden  wUrden,  der  Orden  besteben  bleiben  solle  I  (1808  in 
den  ersten  Honateu.) 


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102  Briefe,  Reden  und  GutitchteD. 

Ad  primani  questionem,  qua  querJtur:  Cum  oiagister 
Teniplariorum  semel  publice  sit  confessus  se  fore  reutn  in  hiis, 
de  quibus  accusatus  fuit,  et  postea  dixit  se  hoc  confessum  fore 
metu  pene,  et  tercio,  quod  prima  confessiu  fuit  vera,  et  forte 
adhuc  varie  respondebit,  qualiter  sit  contra  ipsum  agendum, 
respondoo  siqiiidem,  quod  secundum  iuris  canonici  regulas  ot 
civilis,  et  prout  ostt-ndit  ratio  naturalis,  nimis  est  tndlgnuin,  quod 
illud,  quod  quis  est  palam  et  publice  confessus,  proprio  yaltal 
lestimoniu  infirmare.  Constat  autem,  quod  dictus  magisler 
priuio  fuit  confessus  errores  suos  inquisitori  heretice  pravitatis 
sponte,  presentibus  multis  bonis  personis,  ac  postea  diebus 
plurimis  perseverans  coram  eodem  inquisitore,  pluribus  reli- 
giüsis  ac  universitate  Parisiensi  presentibus  cum  lacrimis  suum  (!) 
ordinisque  sui  confessus  fuit  errores  palam  per  modutn  senno- 
nis,  duobus  mensibus  et  amplius  postea  perseverans,  ab  inicio 
plangens  verecondiam  temporalem  peciit  aliquando,  ut  torque- 
retor,  ne  fratres  sui  dicerent,  quod  eos  libemliter  destruxisset. 
Responsum  fuit  ei,  quod  ipse  testes  habebat  palam  contra 
eum  deponentes,  propter  quod  torquendus  non  erat;  nuUus 
nietus  fuit  ei  Ülatus.  Vanus  timor  pene  figure  non  poluit  ho- 
minem  sie  constanter  inducere  ad  talia  confitendun).  Cutii 
igitur  testes  habeat  contra  se  propriamque  coofessionem  tociens 
iteralam,  in  qua  tanto  tempore  perseveravit,  cum  insuper  tot 
aliorum  Teniplariorum  occurrant  testimonia,  per  quos  ntiis  llle 
dampnatus  Teniplariorum  clare  probatur,  sit  autem  impossibile 
inagistrum  ipsum  ordinis  talia  ignorasse,  nemo  sane  menlis 
dubitare  debet,  quin  errorum  precedentibus  confessionibus  cum 
tot  probationibus  aliis  concurrentibus  sit  standum  contra  eum. 
Nee  mirum,  si  postmoduiii  variet.  Est  enim  secretum  Dei  iu- 
dicium,  ut  tantarum  Christ!  bla[s]femiaruni  niagister,  qui  tantis 
temporibus  male  vixit.  tot  alios  ad  sectam  traxit  danipnatam. 
remanere  non  debeat,  quin  ad  exemplum  in  hoc  seculo  punia* 
tur,  nee  enim  sine  scandalo  facile  posset  ecclesia  talis  hominJä 
misereri.  Quod  est  similiter  dicendum  in  fratre  Hugone  de 
Paredo,  qui  mille  fratres  et  ultra  noscitur  ad  heresiin  dampna- 
tam  traxisse,  et  de  similibus. " 

a  Dano  folgt  von  der  korrigierenden  Ud.  mit  Zeichen  ~ :  Sicot  enioi 
cerroB  footee,  nie  totns  popuIuB  uatolicua  ezpectat  (?)  videre  dictenun  Bigi- 
ciorum  vindictsm.    Es  läßt  sich  nicht  festatellen,  wohin  dieaea  m  setzen  ist 


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Nr.  6».    (1308  in  den  eisten  HonsUn.)  103 

[2]  Ad  aecundara  queslioneni,  qua  queritur,  utrum  essen- 
cia  professionis  eonim  censcri  debeat  esse  corrupta,  que  talis 
est :  iura  servare  statuta  ordinis  et  secreta !  Hoc  facto  inter 
secreta  exigitup,  quod  professus  abneget  Christum ;  Respon- 
deo,  quod,  licet  iustus,  ubi  non  vere  dubitat,  ad  veritatem  fir- 
mandain  sepe  per  moduin  dubilacionis  faciat  questionem  de  re 
certa  tanquam  de  dubia,  et  hoc  modo  possit  esse  catholici 
questio  supradicta ,  tarnen ,  qui  diceret  talem  proressioneni 
tenere,  quominus  sit  prorsus  essencia  vel  substancia  eius  cor- 
rupta, vel  qui  vere  super  hoc  dubitaret :  non  esset  bene  firnius 
in  fide.    Nam  ut  scriptum  est :  Dubius  in  fide  inßdelis  est. 

Inter  cetera  vero  corruplam  dicte  professionis  essenciam 
seu  substanciam  esse  ostendo  multiplici  racione.  Pnnio  proptcr 
profitentis  errorem  in  subslancia  obligacionis  et  contractus 
errantis.  Gertum  enim  est,  quod  omnes,  qui  ingrediebantnr 
ordinem  supradictum,  ante  ingressum  intendel)ant  et  credebant 
ordinem  illum  esse  catholicum  et  societatem  fratrum  et  colle- 
girnn  esse  ad  Christi  servicium  solmn  Tundatum  et  secreta  or- 
dinis esse  licila.  Cum  igitur  ipse  ingrediens  se  tali  collegio 
conferebat,  cum  obttdienciam  promittebat,  quod  est  principale 
omnis  professionis,  ut  Christi  collegio,  quod  est  pocius  Anti- 
christi,  errabat  per  facti  ignoranciam  in  substancia  contractus 
ipsius,  quo  ad  statum  coUegii,  cum  quo  contrahebat  et  cui  se 
ligabat,  errabat  et  in  substancia  obligationis,  quia  pro  Christi 
obsequio  se  oöerebat,  cum  tarnen  collegii  esset  contraria  in- 
tencio.  Se  namque  dedicare  Deo  credebat,  se  dyabolo  dedica- 
bat.  Item  iurabat  se  servare  secreta,  que  credebat  licita  in 
sui  essencia,  que  erant  illicita. 

Secundo  probatur  idem  alia  racione:  In  omni  enim  con- 
tractu ea,  que  inter  contrahentes  iuxta  conlractum  principale 
aguntur,  inesse  videntur,  hoc  est  intus  de  substancia  con- 
tractus esse  et  formam  dant  ipsi  contractui  secunduin  iuris  ra- 
ciones.  Cum  igitur  in  proposito  post  professionem,  quam 
Tempiarii  faciebant  in  continenti,  hoc  est  antequam  diverterent 
ad  alios  actus  extraneos,  iuxta  ritum  suum  oportcbat  eos 
Christum  n^are  aliaque  turpia  promittere  et  facere:  perindc 
est,  ac  si  in  precedenti  professione  id  principaliter  ageretur. 


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104  Briefe,  BeiJen  unil  Gutachten. 

Tercio  probatur  idem  alia  racione:  Videnius  cnim  in 
tnatrimonio  carnali,  quod,  si  condicio  turpis  adicitur,  que  ät 
contra  bonum  matrimonii,  hoc  est,  propler  quod  matrimontttta 
introductuni  est,  non  valct  matrinionium  et  tota  sutstancia 
matrimonii  est  corrupta  ...'),  Quarto  hoc  idem  ostendo :  Ubi 
namque  mc  tibi  Obligo  tut^i  ex  causa,  ut  occidas  homineia  vel 
aliud  tlagicium  committas,  tota  obligacionis  subslancia  nulla 
est  .  .  . 

[B]  Ad  terciam  questlonem,  qua  queritur :  An  sit  dandus 
deffensor  in  hoc  nefrocio,  respondeo,  quo  ad  personas  singu- 
lares  certum  est,  quod  non.  Nee  enim  interrenit  proeurator. 
Set  quo  ad  totum  ordineni  si  procederetur  per  viam  accusa- 
cionis  directe  et  per  viam  ordinariam,  postquam  magister  or- 
dinis  est  impeditus  ex  facto  proprio,  videretur  prima  feicie 
debere  dari  defTensorem :  set  hie  non  est  ita.  Nee  enim  accu- 
sacio  instituttur  nee  litis  ordinacio,  set  es  deposicionibus  in- 
numerosorum  Templariorum  claret  ecciesie  de  ordinis  corrup- 
tela.  Rex  Francie*),  peisone  ecciesiastice  ac  totus  populoa 
huius  regni  vident  tarn  fetidum  coll^ium,  in  quo  sie  Christus 
offenditur,  clamant  ad  dominum,  non  accusando,  non  iudicium 
aliquod  instituendo,  sei  ecciesiam  Romanam  sollicitando,  ut 
corpus  Christi  fidemque  catholicam  deffendat  contra  perödos 
illos,  a  tanta  labeque  purget  ac  toliat  scandalum  ecciesie.  Non 
ergo  ut  accusator  vel  partein  faciens  litigantis  rex  loquitur, 
set  ut  Dei  minister  fldeique  deffensor  et  pugil  clamat  ecciesie, 
ut  subveniat,  filius  patrem  excitat  dormientem  ^,  ut  contra 
fures  donium  domini  fodientes  vigilet,  sicut  ecciesia  catholicos 
principes  requirere  consuevit.  Cum  igitur  ecciesia  requirit 
priticipes,  non  est  accusacio,  et  cum  princeps  catholicus  requi- 
rit ecciesiam  excitando,  non  est  accusacio,  set  ecciesie  vulnera 
Christi  ostendit,  ut  sanet  et  carnes  putridas  de  corpore  eccie- 
sie expellat.  Quid  ei^o  facit  ecciesia?  Descendat,  utrum  cla- 
mor  opere  compleatur,  cum  casus  est  dubius.    Hie  autem  iam 


')  Dieser  und  der  folgende  Ponkt  werden  dann  weiter  inagefBliri 
ohne  histerische  Begründung. 

'l  Man  vgl.  hierzu  die  Stelle :  Rex  c&tholicns  luw.  im  Stück  Nr.  XXIS 
der  Noticea  et  extralta  des  manuscripto  XX,  2  p.  182. 

')  Daselbst  p.  186 :  Non  vos  igitur  Uneanl  torpor  non  sompons. 


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Nr.  69.     (1808  in  den  ersten  Monaten.)  105 

dubius  esse  non  potest.  Nam  per  tot  deposiciones  Teniplario- 
runi,  licet')  non  ad  linem  ordinis  dampnandi  sint  reccptc'', 
liquet  ecciesie  ordinem  Jllum  esse  pravum.  Hec  videt  ecclesia, 
que  sine  omni  accusatore  ex  se  tenetur  perquirere ;  iani  evi- 
dencia  rei  nequiciam  ordinis  demonstrat.  Ad  quid  ergo  dabi- 
tur  deffensor,  nisi,  quod  absit,  ad  Teinplariorum  defFendendos 
errores,  cum  rei  evidencia  reddat  rem  notoriam!  Pretqrea 
ecclesia  ipsa  locum  obtinet''  dcffensoris,  si  vidisset,  quod  locus 
passet  esse  deffencioni,  cura  tarnen  nullus  sit. 

Preterea  ubi  namque  reperitur  de  Nestoriariis  c  veJ  aliis 
sectis  hereticorum  otim  dampnatis,  quod  locus  defTensionis  da- 
retur  sectis  iliisi'  Postquam  igitur  liquet  ecciesie  de  heresi 
Templariorum,  qualis  defTensio  potest  locum  habere  vel  flgiira 
iudicialis  servaretur?    Absit! 

Item  ecclesia  contra  totum  ordinem  per  modum  iudicii 
non  habet  procedere  set  per  niodum  provisionis.  Videt  enim 
ecclesia  tot  fratres  illius  ordinis  errorem  prapriuni  esse  con- 
ressos  et  ritum  ordinis  danipnaturn  ostendentes,  quod  inipossi- 
biie  est  illum  ordinem  posse  deinceps  proficere  nee  remanere 
sine  scandalo  tocius  ecdesie.  Ämoveat  ei^o  scandalum,  festinet 
ad  hoc  ecclesia!  Tantum  est  enim  scandalum,  quod  sine  nior- 
tali  et  gravissinio  periculo  sui  et  aliorum  ecclesia  Romana  non 
potest  amplius  differre,  quominus  tollat  hunc  ordinem  sie  scan- 
dalizantem  totam  Dei  ecciesiam.  Mora  namque  eciam  modici 
temporis  est  intolerabile  periculum  allatura !  luxta  illud  ^) : 
Si  oculus  tuus  scandalizaverit  te  etc. 

Item  videmus,  quod  in  conciiio  Lugdunensi  Gregorius  X, 
propter  pluralitatem  religionum  per  provisionem  propter  modi- 
cum  scandalum,  quod  non  erat  contra  fidem,  plures  ordlnes 
amovit  de  medio  ecciesie  nee  fuil  ibi  deffensio  vel  strepitus 
iudiciarius  aliquis  observatus.  Quanto  ei^o  magis  in  proposito 
ecclesia  cernens  et  vit^ens  scandalum  ecciesie  debet  talem  or- 
dinem   ex   se  tollere  ?     Nam  deinceps  propter  multorum  Tem- 

b   recepti.  c  So  Abschrift. 

')    Hier    auch   wieder  die  Fiktion  betont,    daß  die  Untersuchung  nui; 
gegen  die  eiozelneo  Templer,  nicht  gegen  den  Orden  stattfand. 
']  Mftttb.  18.  9. 


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106  Briefe,  Reden  und  Gat«ohten. 

plarioruni  enorGin,  esto,  quod  omnes  forsitam  non  peccasseiit, 
totus  ordo  est  notorie  in  abhominacionem  et  in  scandalum 
loli  mundo. 

[4]  Ad  quartam  questionem,  qua  queritur:  An,  si  aliqui, 
licet  paiici,  reperiantur  innocentes,  ulrum  sit  in  eis  tolus  ordo 
firmandus  vel  deffendendus  ?  Respondeo :  Difficiie  esse  immo 
quasi  imposstbile  inveniri  in  eis  aliquos  innocentes,  quin  ei 
conversatione  vel  alias  fuerint  conlagione  percussi;  presutnpcio- 
que  gravis  et  violenta  est  contra  otnnes,  nee  quisquam  ex  eis, 
quamvis  per  tormenta  vel  alias  confileri  non  vellent  nee  forte 
testes  contra  eum  extarent,  utpote  mortui  sunt  vel  sunt  ior- 
sitan  pertinaces  cum  eo,  non  ideo  sequitur,  quod  innocens 
probetur,  cum  gravis  presumpcio  sempcr  vigeat  contra  eum. 
Semper  eciam  esset  petra ')  scandali  et  abhominacio  cuilibet 
catholico  eum  videnti.  Quomodo  ei^o  in  talibus  posset  re- 
manere  religio  vel  firmari,  non  potest  videri  .  ,  . 

Item  maior  pars  eorum  peccavit,  ut  per  confessos  iani 
ex  Omnibus  quasi  regionibus  *)  et  ex  magistris  eoram  iam  ii- 
quet.  Et  ad  universitatem  dampnandara  sufßcit,  quod  maior 
pars  peccaverit,  maxime  cum  illi  peccaverunt,  per  quos  ipsa 
universitas  regebatur  .  .  . 

Item,  videmus,  quod  propter  detestacionen)  criniinis. 
propter  delictum  plurium  tota  civitas  et  congr^acio  destruitiir, 
licet  plures  in  eis  fuerint  innocentes,  ac  propter  ddictum  unius 
tota  cognatio,  quod  in  divina  pagina  reperitur,  propter  pecca- 
tum  ydolatrie  contra  fidem  et  propter  peccatuni  Sodomie,  qutt- 
rum  utrumque  in  Templariorum  ordine  comniittebatur,  immo 
statuebatur  pro  ritu  ,  . . 

Preterea,  qui  remanerent,  semper  essent  in  scandalum  «- 
clesie  Dei  et  in  abhominacionem,  propter  quod  ecciesia  sine 
gravi  peccato  et  periculo  animarum  scandalizancium  talem  or- 
dinem  firmare  non  potest.  Nee  est  aliqua  necessitas  vel  uü- 
lilas,  que  ex  hoc  aliquatenus  sequeretur,  si  ordo  firraetur; 
Quare  secundum  iuris  divini  et  humani  regulas  talis  ordo  ür- 
man  non  potest  nee  debet  in  paucis,   immo  nee  in  pluribus. 


■)  I  Petr.  2,  8. 

')  D.  h.  Dach  der  guizen  Deutung  des  Stückes  doch  n 


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Nt.  69.    (1308  in  den  ersten  Monaten.)    Nr.  70.    (1308  Februar.)     107 

qu)  es  ilio  ordine  reitianerent.  Si  enim  ab  esu  carnium 
abstineo,  ne  fratrem  scandalizeni,  pro  quo  Christus  mortuus 
est  secundum  apostolum  ac  omnia,  quecunque  sine  peccato 
mortali  possunt  obmitti,  sunt  propter  vitandiim  scandalum  di- 
initenda  nee  secundum  iuris  di?ini  ac  humani  regulas  scanda- 
lum est  Qecligendum,  nisi  iibi  sine  salulis  eterne  pcriculo  vitari 
non  polest :  Hie  auteni  vitari  potest  sine  periculo,  ymnio  sine 
periculo  et  scandalo  totius  ecclesie  talis  ordo  remanere  non 
polest. 

Parü,  Arch.  Nst.  J.  413.  Nr.  37.  Qleichz.  Abschr.  Perg.  Anf  der 
KflctcBeite  von  der  Hd.  das  Schreiben»:  De  facta  Templariorum.  Der  SchlaS 
VOD  :  Si  enim  «n  ist  mit  blnsaerer  Tinte  von  anderer  Hund  geacUrieben,  die 
auch  die  Korrekturen  und  Ergänzungen  gemacht  und  Ähnlichkeit  mit  dor 
Hnnd  hat,  die  das  Konzept  zur  Bede  Plaiaiana  in  Poitien  schrieb.  Der 
erste  Teil  bia  \2]  gedr.  Prutz,  Entwickelung  und  Untergang  des  Tepipler- 
ordens  S.  345  f.  Die  DaHening  ergibt  eich  aus  Nr.  I  uod  3.  In  Nr.  1 
wird  darauf  hingewiesen,  daß  der  Uroßineiater  bei  seinem  Geständnis  vom 
Ende  Oktober  duohna  mensibus  et  amplius  heharrt  nnd  nun  schon  wiediT 
gewechselt  habe;  das  weist  anf  den  Anfang  des  Jahres  130S  frOhestens, 
sicher  auf  die  ersten  Monate  1308  hin.  In  Nr.  3  wird  verlang,  dafi  dar 
KSnig  deu  schlafeuden  Papst  werke  und  ansporne  zum  Vorgehen  gegen  die 
Templer.  Das  pa&t  ebenfalls  fDr  die  Zeit  der  ersten  Monat«  1308,  dagegen 
nicht  mehr  nach  den  Verhandlangen  von  Poitiera  1308. 

70.  Annagen  In  Soehen  der  Templer  an  die  Universität  Paris:  1>  Ob 
die  neltllebe  G«wnlt  gegen  notorlKrhe  Ilfiretiker  alkln  rorgehen 
iarCi  2)  Ob  die  offenbare  Schuld  der  Templer  Jeden  Voi'zug 
und  Jede  Priflleprierang  derselben  veralehtot .'  3)  Ob  man  bei 
den  500  GestMndnlssen  noch  nur  ireltere  ivartcn  rnttNae  i  4>  Ob 
die  NIehtgestAndIgen  nir  Entboltken  zu  halten  seien  i  5>  Weun 
«■eh  eine  Auuihl  Unüchnldlge  seien,  ob  trotnlem  der  Orden  zu 
Terwerfen  sei  I  0)  Ob  der  Landesrdnit  die  Templerg Uter  kon- 
firalercn  kuin  !  7)  Wer  nnf  Jeden  Fall  die  Verwultanir  Knnttebst 
bnbeC    <130R  Febmar.) 

In  prosecucione  n^ocü  Templariorum  tarn  quo  ad  per- 
sonas  quam  ad  bona  occurrunt  dubia,  que  scqunttir. 

[I]  Primo  causa  namque  (idei  dupiiciter  pertinet  ad  ec> 
clesiam :  imo  modo  fidein  predicare,  populum  instruere;  et  si 
quid  dubium  circa  fidem  occurrat"  aliquibus  seu  inter  aliquos 
errantes   vel  alios,   ad   ecciesiam  pertinet  cognicio  et  decisio. 

a    occurrerit  B. 


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108  Briefe.  B«den  ood  Gutachteo. 

Item  alio  modo,  ut,  si  quis  contra  fideni  conimittat,  contra 
talem  '*  sacrilegum  ad  finem  spiritualem  penilencie  ac  reconcilia- 
cionis  procedat,  si  peiiitenlem  et  obedientem  reperiat.  Vel  si 
contumacem  in  pertinacia  vel  relapsum  post  abiuracioneiii 
eiToris,  de  quo  non  est  presumendum  eum  stare,  qui  sie  egit. 
licet  lugens  et  dolens,  ecciesia  tales  contiimaces  vel  relapsos 
dimittit  curie  seculari.  Non  eos  iudical  teniporaiiter  nee  con- 
dempnat,  immo  pro  relapsis  errorem  iterum  agnoscenlibus 
orat,  contra  quos  cuna  secularls  vires  sue  potestatis  exercet. 
Circa  hoc  autem  nemo  dubitat. 

Sed  occurrit  dubium  ex  eo,  quod  iuxla  legis  divine  prt- 
ceptum  princeps  seoularis  vel  populus  iurisdictionem  eiercens  ■■ 
audit  per  horeticos  vel  scismaticos  vel  alios  inüdeles  nomw 
doniini  blasfemari  fidemque  catholicam  exsuflari«',  si  hoc  fiat 
palam,  vult  contra  eos  ex  iurisdtctione  sibi  commissa  vires 
exercere  iusticie,  vel  si  factum  non  est  palam,  valt  super  facto 
contra  Dcum  et  fidem  commisso,  ut  sibi  nunciatur  f,  inquirere, 
et  si  reperiat  crimen  de  facto  commissnm,  nuUo  iuris  dubio 
super  flde  catholica  oecurrente,  vult  contra  violatorem  talem 
exercere  iusticiam,  ut  ceteri  llmorem  Iiabeant;  nisi  iusticiam 
exereeat,  videt  scandalum  generari  posse:  Utrum  ergo  sine 
aliqua  requisicione  ecclesie  vel  cuiuscumque  teneatur,  ad  hoc 
vel  sibi  liceat,  queritur,  an  per  novum  lestamentum  sit  eins 
potestatis  secularis  restrieta  auctoritas,  ut,  nisi  ad  requisido- 
nem  ecclesie,  non  debeat  interponere  partes  suasV 

[2]  Secundo  in  Templariorum  negocio,  ubi  quasi  una 
secta  dampnata  tam  horribilis,  tarn  abhominabilis  plurium  ia- 
venitur,  propter  maius  periculum  princeps  temporalis  magis 
modo  pretacto  iusticiam  debeat  exercere  ad  tantam  pesteni 
heresis  extirpandara  ex  suo  officio,  an  eo,  quod  dicti  Templarii 
ordinem  religtonis  se  teuere  dicebant,  manus  princlpibus  sH 
ligata,  ut  contra  eos  procedere  non  possint,  nisi  ad  requiacio- 
nem  ecclesie?  An  reatus  sie  probatus,  sie  clarus  per  tanti 
numeri  Templariorum  confessiones  f,  omnem  dignitatem  ei- 
cludat  et  Privilegium  maxime,  quia  erat  militum  collegiuni,  non 
clericonim  principaliter  ? 

b  Fehlt  A.  e  exercet  B.  d  ezufBaci  Ä.  #  B  Donciulir. 

f  coDfessionem  B. 


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Nr.  70.    (1808  Februftr.)  lOd 

[3]  Tercio  cum  quingenti  Templarii  et  ultra  in  diversis 
partibus  constitiiti  per  regnum  Francie  circuitum  fiierint  erro- 
rem  dicte  seete  coiifessi  necnon  magister  illius  et  niaiores:  An 
ergo  contra  totum  ordineni  probacio  sufficiat,  ut  tota  falsa 
religio  sit  dampnata  vel  sattim  dampnanda,  maxiine  cum  con- 
fitentes  predicti  ac  in  singulis  partibus  dicti  regni.confessionem 
aliorutn  et  confessionis  muduin  ignorarent,  an  expectare  opor- 
teat,  quod  similiter  in  r^nis  aliis  sint  confessl,  ut  talis  religio 
sit  dampnanda  vel  pro  dampnata  habenda? 

[4]  Quarto  cum  in  ingressu  fratris  cuiuslibet  posl  pro- 
Tessionem  conimuDem  Taclam  palam  Ingrediens  a  recipiente  ad 
partem  occulte  traheretur,  duobus  vel  tribns  solum  presentibus, 
ubi  apostare  contra  fideni  cogebatur  et  sie  sunt  plures,  contra 
quos  probari  non  potest,  nisi  sponte  confiteantur  vel  ab  eis 
extorqueatur  veritas,  quia,  qui  presentes  in  corum  rocepcione 
fuerint,  decesserint :  An  si  nullo  modo  possit  a  talibus  veritas 
cxtorqueri,  pro  catholicls  sint  habendi  et  recipiendi? 

[5]  Quinto,  si  forte  lale.i  non  confitentes  et  crimen  ne- 
gantes,  contra  quos  probari  non  potest,  sint  X,  XX  vel  XXX 
vel  plures  :  An  in  eis  ius  vol  status  dicti  ordinis  remanere  de- 
beat?  An  per  tot  alios  testes  deponentes  contra  ordinern  ordo 
huiusmodi  reprobetur? 

[6]  Sexto  queritur  de  bonis,  que  dicti  Templarii  in  com- 
muni  tanquam  sua  propria  possidebant,  ex  causa  huiusmodi 
dcbcant  principi.'/  confiscari,  in  cuius  iurisdictione  constituta 
sunt:  An  ecclesie,  an  Terre  Sancte  negocio,  cuius  contempla- 
cione  bona  illa  Ulis  coData  vel  alias  quesita  fuere,  sint  poclus 
applicanda  V 

[7]  Septimo  si  forsan  ex  iure  vel  devocione  principum 
Terre  Sancte  negocio  appHcentur :  Ad  quem  disposicio,  rcgimen 
bonorum  talium  vel  admlnlstracio  debeat  pertinere,  an  ad  ec- 
clesiam,  an  ad  principes  maxime  in  regno  Francie,  ubi  omnia 
bona  Templariorum  ab  antiquo  in  speciali  domini  r^is  et '' 
predecessorum  suorum  garda  et  custodia  fuisse  noscuntur? 

Paris,  Aroh.  Nat.  J.  413.  Nr.  81.  Zwei  gteicbzeitigB  Abschriften  A 
and  B.    Auf  dem  eineD  EUemplar;  Articuli  qoestionum  in  negocio  Templa- 


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HO  Briefb,  Reden  und  Ontacbien. 

riorom.  Die  Antwort  auf  dieae  Punkte  gftb  die  Farieer  UniversiUt  un  ^i. 
März  1808.  (Vgl.  Deniflc  u.  Chntelain,  Chartularium  universitatiB  Parisien- 
sis  II  Hr.  664.}  Da  die  UniverBitat  sich  wegen  der  langem  Veriügeninir 
der  Antwort  entschuldigt  (et  magnitudo  negocii  et  quorandtun  mMorum 
Dostrorum  abaencis  coDipnlit  noa  tardius  debito  reapondere),  sn  darr  die  An- 
frage wohl  sicher  io  den  Februu'  gesetzt  werden. 

71.  Bernard  de  Baynuls  nn  seinen  Bruder  Aman,  EontHr  raa  Gar- 
de.vue:  Xaehrfcht«D,  ditß  dte  beiden  zn  Philipp  d.  Seb.  fce- 
sandlen  KardlnUe  wieder  umkehren  nnd  bei  Strafe  des  Inter- 
dlkls  die  fberenbe  der  Templer  fordern  mnBIcn:  daß  der  Gro8- 
melKter  und  250  Brüder  r»<t«ndeu  liätten ;  daO  die  10  reo  Cle- 
DieiiN  y.  ernannten  Knrdlnllle  dem  Papst  erklSrt,  sie  hlltrn 
bisher  eefflnubt,  daß  der  Pa|)st  Herr  der  ^nxen  IVelt,  Aber 
KSnIgre  und  KulNer  erhaben  ttel  nnd  nnn  KtUien  sie,  diiB  der 
Ki>nlfr  T«u  Fninkreieii  Über  ihm  stehe;  sie  könnten  Ihn  daher 
nieht  filr  den  Papst  nnd  sieh  nleht  nir  KardlnUIe  halten  itepen 
seiner  Xnch^eblKkeit  ^frea  Philipp  d.  Seh.  in  der  Tnapler- 
saehe;  ireltere  Naohrichteu  Aber  die  angebliche  PrellasRaaj:  der 
Templer  nnd  über  dfe  Besetznng  von  Masden.    <130S  Frfl^abr.l 

AI  niolt  lionrat  et  discret  religiös  frare  Arnau  de  Baynuis 
comaiiador  de  Gardeyn  ßeriiart  de  Baynuis  camarer  de  Cornela 
salulz  eil  nostre  senyor  Deus  Ihesu  Christ,  Primerament, 
seynor,  vos  pregam,  quens  perdonetz  ...  Sapiatz  seynor. 
que,  can  nos  fotn  en  Roselo,  comta  a  nos  en  Volo,  quel  rer 
avia  aut  misage,  que  aquels  cardenats,  quel  papa  avia  trameses 
al  rey  de  Fran^ha,  que  eren  vengutz,  e  com  foren  prop  de 
Bordeu '),  Io  papa  sabe  lor  ardit,  quel  rey  de  Fran^ba  noli 
Tolia  retre  los  frares  del  Temple,  et  trames  los  misage,  que 
sen  tornassen  ves  Io  rey  de  Franclia  et  que  li  dixesen  de  pari 
del,  quels  los  retes  et  si  fer  no  volia,  que  posasen  entradit  ael 
et  a  tota  sa  terra.  Et  com  aquestes  paraules  agren  cor^t 
tro  VIII  dies,  veiigren  ne  autres,  quel  maester  mayor  avia 
confcsat  ab  CCL  frares  tots  aquels  capitols,  que  contra  ?osal- 
tres  son  posats,  eser  vers,  et  daso  corec  gran  iMimor  per  tota 
nostra  terra. 

Et  apres  asso  no  avia  pus  de  catre  dies,  can  aquestes 
letres  foren  feytes,  Ions  avia  comtat  hu  escuder  del  bisbe  Deine, 


')  Irrtam.     Ea  muß  lieiSen  PeyteuB  oder  ähnlich. 

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Nr.  71.     (1308  FrQbjahr.)  111 

que  X  cardenals,  quel  papa  avJa  feyts,  hungfan  sen  vengren  ael 
e  dixeren  li,  que  no  cresien,  que  fos  apostoli,  ni  cresien,  que 
el  los  poges  auer  Teyls  cardenals,  per  que  eis  totz  enseiiips  li 
retien  lors  capels.  El  papa  encontinent  vol  saber,  quäl  era 
la  rao  per  que  eis  se  movien  et  eis  dixereti,  quo  eis  eren 
sc  .  . .  tz,  que  lostemps  la  postoli  era  aut  seynor  de  tot  lo 
mon  et  sobre  reys  et  sobre  emperadors.  Et  ara  veyen,  quel 
rey  de  Fran<;ha  era  sobre  el  et  que  a  gran  sobierbia  et  a  grau 
ergol  del  rey  de  Fran^a  et  contra  dret  avia  sufert  et  suferia, 
quel  pus  honrat  hordo  dpi  mon  se  desFeses,  Per  que  eis  no 
volien  eser  sos  cardenals,  si  el  no  prenia  altre  consel  al  feyt. 
Et  en  continent  lo  papa  trames  ab  co[n]sel  lur  II  legatz  cardenak 
at  rey  de  Fran^a,  que  el  li  manava  et  li  disia  en  vertut  de 
sancta  obediencia  e  sutz  pena  descomenicacio,  que  el  li  tra- 
meta  totz  los  frares  del  Temple.  Car  el  deu  fer  la  enquesta 
contra  eis.     Et  ayxi  no  sab  hom,  que  sera  encara  del  feyt. 

Apres  asso  am  disia  hom  en  Roselo,  que  totz  los  frares 
del  Temple  eren  sout/.,  mas  nou  oym  dir  anul  hom  per  sert. 
Mas  enipero  oym  dir  a  un  lioin  de  palau,  qui  a  nom  lohan 
Reus,  qui  ara  era  vengut  de  novel  de  Mirauet  del  comanador 
del  Mas  Deu,  que,  abans  que  el  partis  de  la,  era  sout  lo 
raaester  vostre  en  aixi,  que  podia  anar  de  fora  ab  guardes. 
Daso  V03  ne  sal)ets  la  Verität,  mas  nos  nagem  gran  plaser, 
can  el  nos  o  comta. 

E  ayxi  les  noveles  avem  nos  ades  bonos,  ades  auls. 
Deus  per  la  sua  pietat  y  do  bon  consel.  Item  sapiatz,  seynor, 
quel  rey  de  Malorche  no  ses  emparat  del  Masdeu,  si  no  daytani 
quo  EI  dies  ans  de  Nadal  alehus «  de  cort  dixeren  al  rey, 
que  alcuns  frares,  qui  eren  al  Masdeu,  robaren  lo  Masdeu, 
per''  el  nou  devia  soferir,  per  so  cor  lo  comenador  no  era  en 
la  terra.  Per  quel  seyor  rey  trames  en  R.  Sauian  al  Masdeu 
et  que  escrisques,  so  que  y  fas  per  el  metex  .  .  .  c  X  o  Xll 
frares  al  Masdeu  et  II  cavale[r]s:  Frare  Guillem  de  Tamarit, 
laltre  noi  conec.  .  .  .  Fom  en  Roselo  V  o  VI  vegades  al  Mas 
Deu  eis  frares  entren  a  Perpeya  sens  tot  reguart. 


a   Statt  alchnDB.  b   Statt  pero?  c  Dos  Folgende  Bchwer 

voratfin<nipfa,     AnbnDpfung :  K«  fnnden  sich  da  . .  . 


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112  Briefe,  Iteden  aud  Gotachtea. 

Barcelona,  Archiv,  Templaries  19.  Or.  Pap.  Ssp  Von  derselben 
Hflod  wie  die  zwaitfolgende  Numnier.  Der  Schreiber  gehört  den  Templern 
nicht  nu.  Trotz  der  guten  Quellen  sind  die  Naclirichten  nur  teilweise  tit\ttif. 
Üher  die  üedeutung  der  angehlichen  Rebellion  der  Ciementiniscbeii  KllT>linitl^ 
imd  aber  die  Kdckseudung  der  Legaten  nach  Paria  vgl.  Daratellung. 

72.  Der  Komtnr  von  Garden;  an  dem  Komtnr  tou  AMhe;  In  Meuoi 
sind  alle  uresnad.  TTeni^keiteu  fehlen,  f  bersendnufr  einex  Brie- 
fes. Anf  dem  PrOTlnzlaikonziJ  in  Tarmiroua  ifrlffen  mekrere 
BisehSfe  den  KSnIg  irefcen  der  Templer  an.  Sendnng  »on  rler 
Teniplerproknmtoren  tuie  Konzil.    (UtOK  Frlibjahr.) 

AI  comanador  Daijquo  de  part  lo  comanador  de  Gar- 
deyne  salutz  et  bona  amor  per  totz  temps.  Fem  vos,  seynor. 
saber,  que  la  Dcu  mer^e  iios  et  el  castella  et  Tray  Dalmau  de 
Temor  et  tots  los  prohomens  el  eis  frares,  que  soni  en  to 
castel  de  Montsso,  som  sang  et  en  bon  estament,  Axi  matcs 
lo  castel  el  la  villa.  Novellas  no  y  a,  que  nos  puxam  fer  saber, 
si  no  que  el  canierer  de  Corneylla  ginna  noätre  ens  ha  feyt 
saber  moltas  novellas,  las  quals  podrelz  entendre  per  la  car[(a]'), 
que  el  nos  traniiso  ",  la  quäl  trametem  nos  a  vos.  Pregam  vos. 
quens  fa^als  saher  vostra  salut  et  vostre  bon  estament,  de 
vostre  castel  et  de  vostra  cornpayna.  Et  si  nullas«  novellas 
sabetz.  quens  la  fa?atz  saber.  Un  fil  de  cavaller,  que  esta  [al 
Montsso,  trames  lo  castella  a  Valencia,  cuydan  que  larquebisbe 
et  eis  bisbes  hi  fossen.  Et  troba  y  lo  bisbe  de  Vic  et  d  de 
Caragoga  et  el  de  Tortosa  et  molts  de  rics  homens.  Los  quals 
tots  en  senis  affrontaren  regeament  lo  rey  et  segons  que  eis 
nos  fan  saber,  penssan  se,  que  nol  volgre  aver  comen^al  et 
tratneteren  nos  conseyllan,  que  en  totas  guisas  ti-ameteseni 
procuradors ''  per  nos  aquest  consili  a  Tarragona,  per  quens 
som  axi  acordatz  et  avem  hi  trames  IUI  procuradors,  los  quals 
denianen  et  rahonen  lo  dret  del  Temple. 

Adresse:  AI  comanador  Da^quo. 

Barcelona.  Archiv,  Templarios  Nr.  19.  Or.  Pap,  Ssp.  Der  Absender 
iet  Amald  de  Baynnk    Vgl.  vor.  Nr. 

a   So  Or.  b   procuradoa  Or. 

')  Der  vorhergehende  Brief. 


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Nr.  73.    (Iä08  FrUlijnhr.)    Nr.  74.   (lS08)  Mira  11.  llä 

73.  BatsehlXfe  eimes  ÜBgeBannten  ßr  die  araKoneshehm  Templer: 
Durch  Tertranengwttrdife  PergOnllcfabeiten  solle  der  KOnl;  eine 
^recht«  UnterBnehnn^  ^efen  sie  Hhren  Uasen.  Aber  es  sehelne, 
äa&  nun  die  Withrhelt  nicht  wolle.  Yorsehlag',  die  Bar^R  zu 
übergeben  nnd  Sieherheft  zn  reritui^n,  aber  Rnders  als  In 
Ftwikreieh.    (1308  FrttlO^r.) 

Ami  seria  vigares,  sal  milor  conseyl,  que  vos  altres  per 
lelres  o  per  missutges  degessets  suplicar  et  reqiierir  al  senyor 
rey,  que  per  occasio  de  la  falsa  inquisicio,  qui  es  cstada  feita 
eontre  vostres  friu'es  en  Fransa,  no  volges  vos  altres  deseretar, 
maimenar  ni  destroir;  et  que  li  plages,  que  per  persones  riig- 
nes  de  fe  fos  feita  inquisicio  daquelles  tnalvades  errores  eontre 
vos  altres,  aixi  com  fer  se  d^es  segons  Deu  et  rao.  Et  sis 
volia,  leugarement  sen  porla  certificar  ab  gran  res,  quen  trobara 
en  sa  terra,  qui  son  exits  de  vostre  orde  per  diverses  raons 
que  ha,  ni  qui  son  seglars  et  en  orde.  Mds  semblam,  que  el 
eis  altres  per  cobdicia  mas  que  per  justicia  son  obc^ats  et 
que  no  volen  saber  la  Verität.  E  enaos  que  vostres  persones 
ne  fossen  en  peril,  semblam,  que  H  degessets  desetnparar  los 
castels,  pus  tan  gran  enueya  li  fan,  e  queus  donas  vostra  vida 
e  fos  vist  vostre  dict,  aixi  com  fer  se  deu,  mas  no  a  costum 
de  Fransa.  .  .  .  Deus,  qui  tio  sei  desemparar  los  jusls,  vos  empar 
t'us  conserve  en  justicia.  E  ja  quant  aquells  malvats  crims  no  us 
cn  vos  altres  de  misericordia,  mas  tan  solament  de  justicia. 

Barcelona,  Archiv,  Templarios  Nr.  12.  Gleichz.  Ausrertigung  mit 
Verschicknngsschnitten,  ohne  Siegelspur  uod  ahne  Adresse.  Von  derselben 
Hand  wie  die  Nr.  71,  also  wohl  vom  Kämmerer  von  Comela. 

(1.  Bischof  Petms  von  Leridn  an  KOtiig  Jafme  tob  Aragonleu:  Hit* 
teHung  eines  Schreibens  seines  Froknrators  Hn  der  Kurie  über 
die  Flncht  des  päpstlichen  GroQhKmmerers,  die  Gerangenschaft 
der  pSpstliehen  Kftmmerer  aus  dem  Templcrorden  in  Poltien; 
groile  Anb-egnng  des  Pupst«M  darüber  und  ErkiXrung  Im  Kon- 
ristorlam.  Ostern  trHrde  die  Kurie  nach  Paris  verlegt.  Lerlda 
(1308)  Hin  II. 

■  .  .  Noveril  serenitas  veslra,  quod  die  domtnica  secunda 
quadragesime ')    recepimus    quandam    literam    a    procuratorc 

')  Am  10.  MArz  1808. 

Finke.  Pupsttnni  naU  tlntergcnug  dm  Teniplaiordens.    II.  8 


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114  Driefe,  tteden  und  Gntitcliteil. 

nostro,  quem  tenemus  in  curia  domini  pape,  [in]  qua  int«' 
alia  continebantur  ista,  que  secunlur: 

Noveritis,  reverende  pater,  quod  tempore,  quo  omnes 
Templarii  fuerinl  capti  in  regno  Francie,  cubicularii  domini 
pape  ob  reverenciam  ipsius  remanserunt  capli  Pictaui".  Et  die 
niarlis '),  que  fuit  idus  Febroarii,  de  nocte  cubicularius  major 
Lombardus  *)  aufugiit  et  hospite  insalutato  recessit.  Et  sequenli 
die  cum  dominus  papa  hoc  scivit,  Fecit  vocari  omnes  cardioaies 
ad  consistorium  in  hora  vespenim  et  dixit  eis,  quod  muitum 
dolebat  de  fiiga  istius  falsi  religiosi  et  quod  ipse  petebat'), 
quod  omnes  Templani  adducerentur  ad  capcionem  ipsius,  et 
quod  rex  Francie  et  alii  principes  mnndi  posseut  dicere  el 
atlegare,  quod,  si  unum  non  poterat  custodire,  qualiter  cuslo- 
diret  duo  milia.  Et  ibidem  excommunicavit  omnes  scientes  el 
occultantes  ipsuni,  nisi  infra  certum  tenipus  revelarcnt  sibi. 
Et  mandavit  cardinalibus  in  virtute  sancte  obediencie,  quod 
tacerent  ipsum  inquiri  per  hospicta  sua  et  per  alia  loca,  de 
quibus  eis  videtur.  Dixit  insuper,  quod  non  crederet  aiiquis. 
quod  ipse  esset  fautor  huius  rey,  yinmo  erat  paiatus  dare 
iocalia  decem  niilium  florenonini,  cuicunque^  sibi  dictum  fra- 
trem  revelaret. 

Hoc  vestre  dominacioni  scribere  curavimus,  prout  per 
dictum  procuratorem  nostrum  nobis  fuerunt  intimata.  Dicebat 
eciam  nuncius,  qui  aporiavit  nobis  literam,  quod  post  festum 
Paschatis  *)  debbeat  curia  transferri  Parisius,  prout  in  curia 
communiter  dicebatur . . .    Dat.  Herde  V.  idus  Marcü. 

UttrceloHA,  Arohir,  Templarios  Nr.  4.  Gr.  Pap.  Sap. 

75.  Leget  F.  an  Bernart  F.  In  Vallon»  t«llt  aber  die  Tempi»  vH: 
Nach  Übersendung  des  Iiiqnisltlonsprotokolls  durch  Philipp  d.  Sfk- 
schickte  Clemens  V.  2  KardlnMc  ntieh  Parin.  Infonnicrt  im 
geheimen  Rat  nnd  den  Inqutttltoren  kehrten  dt  heim.  Xvt  Ot 
Fra^  des  Papstes,  ob  ste  die  AnssHgen  tob  den  Templen  selbst 

a  So  Or.  b   So  nnch  dem  Katalanischen  konatniiert. 

■)  Am  13,  Februar  1808. 

*)  Doch  wohl  OliveriuB  de  Penna. 

')  D.  h.  er  habs  verlangt,   daß  alle  Templer  ihm  Dbergri>eB  «fitda. 

')  Am  14.  April  1308. 


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Nr.  %.    (läOS  FVshjalir.)  Il5 

bitten,  erkllren  aie:  Nein,  betonen  hIkf  die  GlaubwBHlglEelt 
Ihrer  Keniren.  Der  Papst  beauftraKt  sie.  In  Paris,  wenn  die 
Sache  wahr  nnd  die  Templer  In  ihrer  Hand  seien,  die  Sentenz 
in  sprechen;  den  (iestAndliren  Hoile  rerziehen  nnd  ela  neaer 
Orden  tlr  rie  gestiftet  werden.  Philipp  d.  Hch.  befiehlt  die  Ans- 
lleremnK  des  OntfiaeisterB  nad  rieier  Templer.  Der  Groß- 
■eister  Terapricht  nsehmallKea,  Sffentllches  Geständnis,  wider- 
ruft aber,  unter  VorzeifinK  seines  zerfleischten  KSrpers,  alle 
AufisOKen.  Die  Kardinäle  und  später  Clemens  T.  wollen  trotz 
Drohung  Philipps  Jetzt  kein  Urteil  Wien.  Frellassnnir  zahU 
releher  Templer  in  Frunfereleh.  Philipps  d.  Seh.  Befonn- 
prt^rumm  in  HO  Artikeln:  Gründung  eines  einheltileben  Ritter- 
ordens, dessen  Hunpt  er  naeh  N'iedeFlegimg'  der  flvnzSsiseben 
Krone  wird  mit  Titel:  K9alg  tou  Jerusalem;  nach  ihm  Immer 
ein  n^onzSsIseher  Prinz ;  Einschränkung  des  Auftretens  und  der 
AntiKsben  der  Erzblsehtflt  und  BischSre,  der  Tersehiedenen  MUnehs- 
orden  und  Übergabe  der  CbersehOsse  an  Ihn  tHr  das  h.  Lund. 
Alle  Kitnl^  dieses  Ordens  sollen  bei  4er  Fapstwahl  t  Kardinals- 
stlmmen  haben.  Verbrennang  der  Gebeine  Bonlfaz'  VlIL  An- 
dere Mafireireln  Philipps  für  Frankreich.    <1.3m  Frühjahr.) 

AI  molt  aniat  e  honrat  en  Bernart  F.  demi  en  Lt^ct 
F.  jerma  vostre  salutq  e  bona  amor.  Fem  vos  saber,  senyor, 
que  per  letres,  queus  trametem  el  leny  den  Gaillart  vos  avem 
escrit,  90  que  sabem  del  fet  dels  Temple[r]s. ')  Mas  per  ?o  que 
aquestes  letres  avyetc,'  enans,  que  non  esliguesset^  cn  anssia  e 
com  avem  entes  sertanament  lo  fet,  devet^  saber,  que,  com  lo 
rey  de  Frant^a  ach  trames  al  papa  la  inquisicio  dels  Templers, 
lo  papa  Immes  II  cadernals  a  Paris  per  saber  serleiiital  del 
fei.  E  com  foren  a  Paris,  lo  conseil  del  rey  de  Franga  e  eis 
enqueridos  1  dixeren  tant  als  dit^  cardenals,  quels  creegeren, 
que  fos  Verität.  Et  ab  la  confessio  daquels  tornarensen  al 
papa.  E  demaiials:  Ävetg  ho  vos  altres  entes  de  boca  dels 
Templers?  Eis  dixeren:  Senyor,  no.  Mas  a^o  es  cert  s^ons 
dit  del  b  niaestres  en  teologia  e  de  doctors  e  de  misers  en  leys 
et  de  corials  del  rey  de  Frani;a.  Sobre  atjo  lo  papa  tench 
consistori  e  volch,  que  fos  dada  sentencia  contra  los  Templers, 

a  So  Or.  Dafi  ea  sich  hier  um  die  Inquisitoren  handelt,  ergibt  sich 
aus  dem  ganzen  Text.  b  So  Or. 

')  Leider  ist  dieses  Schreiben  nicht  unter  den  Tempi erbriefnn. 

8* 


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llft  briefe,  tuim  und  Qnbtctiteil. 

si  axi  era,  com  aquels  li  avien  du,  que  fos  verilat.  Esters 
que  volia,  que  tott;  aquels,  ques  penedissen  de  lur  error,  coiii 
y  fos,  que  si  denianaven  misericordia,  e  qiie  volguessen  obevr 
lo  papa,  quels  fos  perdonat  e  que  tomassen  en  lurs  possesäion^ 
f.  que  aguessen  rf^ia  novalla  e  fossen  a  serviu  de  la  Santa 
Terra  doltramar  e  fossen  del  orde,  quel  rey  de  Fran^a  Tolia, 
^o  es  assaber,  que  totes  les  hordens  de  Christians,  que  äen  de 
Cavailleria  ne  porten  armes,  que  tot  sia  un  orde,  el  rey  de 
Franga  renunda  a  seu  regisme  e  toI  esser  cap  del  dil  orde, 
as)  com  davail  se  contendra.  E  sobreago  los  dits  II  cademals, 
go  es  lo  Cardinal  de  Beers  e  el  cardeoal  de  Ber^unya '),  que 
son  cascuns  de  casa  del  rey  de  Frani^a,  anaren  a  Paris  per 
donar  la  sentencia.  Esters  agren  manarnent  del  papa,  que  do 
doEtassen  sentenda  ne  enantassen  contra  ells,  tro  quels  los 
tenguessen  en  lur  poder,  et  que  sabessen  dells,  si  era  aii 
Verität,  com  lo  rey  de  Franga  deya  ne  son  consell. 

E  com  foren  a  Paris,  veeren  se  ab  lo  rey  de  Franca  e 
donaren  li  les  cartes,  quel  papa  li  Irametla.  ^)  EUo  rey  de 
Franga  mana,  que  los  Templers  fossen  liurats  als  dits  cardenalf 
e  liurals  hom  lo  Maestre  major  e  molt<^  daltres  frares.  E  coni 
los  agren  retes  si  en  lur  poder,  demanaren  al  Maestre,  si  era 
Verität  go  que  eis  havien  entes,  quel  liavia  confessat.  Et  el 
respos,  que  era  Verität,  que  eil  que  avia  confessat  et  que 
encara  confessaria  molt  major  error,  si  tot  lo  pöble  &&  aju^t 
e  quel  feessen  ajustar  tot  lo  pobol  de  Paris,  richs  e  pobres,  et 
que  davant  luyt  el  confessaria  molt  major  error.  Eis  caidenals 
dixeren  li:  Gert  ago  sera  major  merit  e  vos  ne  devetg  trobar 
major  misericordia.  E  de  present  feeren  ajustar  tot  lo  pobol, 
e  com  la  esglea  fo  plena  de  les  gent;,  hom  feu  venir  lo  Maestre 
ab  tro  a  XL  frares  e  Teeren  pugar  lo  Maestre  en  un  cadaJal, 
axi  com  si  degues  preicar.  E  com  fo  lesus,  dix:  Smyors,  tot 
Qo  quel  conseil  de  Franga  vos  a  dit,  que  yo  e  tots  aquesic 
frares  Templers,  que   axi  son,   e  dalti-es  rooltg   an  confessat, 

')  Berengarina  Fredoli,  tit  s.  Nerei  et  Aefaiilei,  {rDher  ep.  BilMTeifii> 
nnd  Stephanos  lie  Suiey  tit.  a.  Cyriaci,  frflhur  ViMkanrier  Philippe  ä-  3A- 
Dar  Beiname  ,Bnrgund*  iat  souat  nicht  gebräuchlich,  aondeni  Brngeun. 

*}  Von  dioaera  Scfaruiben  fehlt  jede  Spar. 


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Nr.  75.    (1808  Frübjalir.)^  117 

es  Verität,  que  nos  avem  tot  confessat.  E  desabrigas  lo  man- 
teil  e  despuillas  la  gamatxa  e  ac  ja  descusida  la  goDtUa  per 
los  costat^  e  per  los  bra^os  e  vos  descobrir  davant  totes  les 
gens  e  dix  los:  Veus,  senyors,  quens  na  fet  dir  ^o  qualse  an 
volgut.  E  va  mostrar  los  brasos,  que  tot^  los  ach  trencat^  e 
descarnat^',  que  parech,  que  atans  (?)  fos  escapatt;,  que  noy  ac 
romas  mas  los  os&os  eis  nervis,  que  tota  la  cam  e  la  peil  ne 
fo  levada  del  esquena  e  del  ventre  e  de  les  cuxes.  E  dix; 
Senyors,  en  axi  com  veet(;  mi  apareillat,  axi  son  tot^.  los  altres 
sens  colpa,  que  no  placi  a  Deu  ne  madona  santa  Maria,  que 
la  horde  de)  Templc  auch  agiies  sino  bo  hordenameht.  E  con 
los  cadernals  viren  la  gran  error  e  la  gran  malvestat,  ploraren 
fort  t^rament,  que  no  podian  res  dir.  E  et  conseiil  del  rey 
soptavals,  que  eis  que  donassen  la  sentencia,  quel  papa  avia 
tnanada  dar.  E  eis  resposeren,  que  no  plagues  a  Deu,  que 
eis  dixessen  ne  fessen  res  en  contra  aquels,  qiie  colpa  no  avien. 
Sobra^o  los  enquisidors  ab  lo  dit  conseil  agren  paar,  que  nols 
envengues  gran  daß,  et''  tornaren  pendre  lo  maestre  ab  toU 
los  altres  Templers. 

Eis  cardenals  tomarensen  al  papa,  als  noy  sabem.  E  com 
lo  rey  de  Fran^a,  qui  sen  anava  a  Peyteus  al  papa,  sabc  a^o 
damunt  dit,  axi  com  sen  anava,  el  sen  torna  atras  II  jomades 
e  a  escrit  al  papa,  que  el  dega  condempnar  los  Templers  e  en 
cos  e  en  aver,  aino  que  el  fara  del  et  dels  cadernals  ^o  que 
liom  devia  fer  deretges.  E  el  papa  diu,  que  ans  que  a  homens 
itistg  no  donara  colpa,  ania  mes  morir  que  viure ;  que  com 
colpa  aguessen,  pus  ques  volguessen  penedir  e  estar  en  bon 
estament,  que  el  los  perdonaria  eis  tomaria  en  lurs  possesions 
eis  daria  regia  bona  e  soficient. 

Item  vos  fem  saber,  quel  rey  de  Fransa  demana  al  papa 
LXXX  capitols.  Älcuns  vos  ne  escrit  us  e  enviat  per  lo  leyn 
den  Gaillart,  per  que  ara  nous  escriu.  Noslre  senyor  per  sa 
mer^e  los  don  bon  conseil,  que  en  gran  anssia  e  en  grans 
maraveilles  fan  estar  tot  lo  mon.  Mas  ades  es  bon  senyal, 
que  comunalment  tot  hom  diu,  que  a  grant  torl  son  presos 
et  axi  ,Teu  de  gent^  veu  es  de  Deu."     Et  encara  es   bon 

c    que  ells  AbB^r.     Vorher  lees  geos  Or.  it   et  fehlt  Or. 

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118  Briefe.  Raden  und  üutaclitcn. 

senyal,  que  en  Carcasoiia  e  en  Aygiaes-Mortes  e  en  inoll;  dak 
des  locs  del  rey  de  Fran^  los  a  hom  desferral?. 

A^o''  que  es  escrit  datiiunt  aguem  primer.  Et  deviem 
aver  a^'O  que  es  escrit  davail  priino,  segons  demostra  lescrit 
damunt.  Et  en  mons  ya  concnrdan  se  la  I  ab  laltrc.  Mas 
per  <;o  que  tot  ho  sapiati;,  trametem  vos  o  tot.  Fas  vos  saber, 
quel  rey  de  Fran^a  deniana  al  papa,  que  totes  les  hordens  de 
Cavaillcria  ne  que  porteu  armes,  axi  com  Templers  e  Espitalers 
e  moltes  daltres  ordens  semblans  a  aquestes,  sien  1  orde  e  el 
que  renuncia  al  seu  regisme  e  eretan  son  fill  e  deiuana,  qne 
el  sra  cap  del  dit  horde.  Iftem  sapiats]/',  que  de  pus  que  les 
letres,  queus  trami's  per  Barchinona,  foren  fetes,  na  ej'l  audes 
II,  en  que  li  feren  saber  aqiiella  rao  metexa,  e  diu,  quel  re}* 
de  Frani;a  demana,  que  el  sia  apellat  rey  de  lerusalem  e  que 
el  sia  cap  del  dit  ordc  et  quel  orde  aja  ooni :  Orde  de  la 
cavailleria  de  leiusalcm.  E  assci  avia  el  tractat,  depuis  que 
la  regina  de  Fransa  mon  et  lo  Temple  contrastavali  mes  que 
los  altres  hordens,  e  per  aquesta  honta  als  mesos  enso,  oi 
que  son,  per  donar  a  conexer,  que  el  pot  fer  so  ques  vol  e 
a  poder  de  Ter  be  e  mal  e  vol  se  tot  lo  mon  subjugar  a  sa 
ma.  Encara  demana  al  papa,  que  tot^  temps  lo  cap  del  dit 
horde  sia  iil  de  rey  de  Franssa.  E  si  tili  noy  avia,  quel  rey 
de  Fransa  hi  pusca  metre,  qui  eyl  se  vulla  et  tot^  lemps  sia 
apeillat  lo  cap  del  horde  rey  de  lerusalem. 

Encara  demana  ai  papa,  que  negun  arcabisbe  ne  bisbe 
ne  negun  prelat  de  sancta  esgleia  no  gos  aver  mes  1  coiupa' 
nyon  e  II  preveres  e  II  escuders,  e  quels  sia  dada  renda  sofi- 
cient  a  lur  necessidat;  el  sobre  plus  sia  donat  al  rey  de  leru- 
salem a  conquistar  la  Sancta  Terra  Doltramar,  Encara  de- 
mana, que  monges  negres  e  monges  blancs  e  canonges  reglws 
nenguna  9  orde  semblanl  aquestes  no  gosen  exir  de  lur  monestir, 
sino  per  confessio  o  per  preicar,  com  hi  sien  apellats,  e  que 
de  lurs  rendes  les  sia  dada  lur  necessitat  e  que  no  goseu  tenir 
besties  ne  escuders  e  quel  subre  pus  de  lurs  rendes  sia  dat  al 
dit  rey.  Encara  vol,  que  frares  Menors  et  Preicadors  e  totes 
altres  hordens    semblans    no  yscan  de  lur  claustra  ^o  per 

«  Bis:  o  tot  fehlt  Abachr.  f  Loch.  Ergänzt  aus  B.  g  Alacbr, 
De  neng. 


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Nr.  75.    (1308  Frtthjahr.)  119 

la  rao  damunt  dita,  ho  lurs  procuradors,  que  puxen  anar  a 
captar  a  lur  necessitat.  Encara  demana,  que  neguti  clergue 
ne  ncgun  altre  no  gos  aver  canongia  ne  capeillania,  si  continu- 
anient  tots  jorns,  que  sa  sia,  no  canta  en  sa  esglea  e  que  li 
sia  dada  renda  solament  a  sa  necessitat,  el  sobre  pus  sia  ala 
Sancta  Terra  a  conquistar.  Encara  demana,  que  el  e  tots  cels, 
qui  apres  de)  vendran,  que  seran  reys  del  dit  orde,  E^en  veu 
en  elteccio  de  papa  e  que  )a  lur  veu  vaylla  per  IUI  cardenals. 
Encara  demana,  que  la  hossa  de  papa  Bonifaci  sia  cremada. 
Molts  daltres  capilols  demana,  que  dien  que  son  ben  LXXX, 
los  quals  demana  al  papa. 

EI  rey  deu  esser  ara  a  Pascha  al  papa  e  veusl  com  se 
vol  subjugar  tot  lo  mon.  Et  si  fort  se  \ol,  tot  ho  acabara, 
que  el  papa  no  fa,  sino  so  que  eyl  se  vol.  Nostre  senyor  per 
sa  beneita  merce  hi  do  bon  conseil,  que  en  gran  tribulacio  fa 
eslar  tot  lo  mon. 

Tlem  vos  fas  saber,  que  be  a  I  ayn,  quel  rey  de  Fransa 
afora  per  tota  sa  terra  tot?  vivers  e  totes  robes  e  totes  viandes 
e  totes  besties  e  comunament  totes  altres  coses,  que  a  servi 
dorne  fossen,  e  mes  les  coses  a  tan  poc  Cor,  que  totes  coses  se 
venien  mes  dabans  la  nieytat :  c  eyl  cuydava  esser  deu,  ques 
cuyda,  que  so,  que  el  man,  sia  feit;  e  axi  les  gens  non  an 
pogut  tenir  son  manament,  ans  venien  e  compraven  axi  com 
se  sollen.  E  eyl  ara  noveilJament  ha  dat  an  Carles  son  frare 
la  inquisicio  de  tot  son  regne  e  tots  cels,  qui  an  passat  son 
manament,  que  sia  ponit  en  la  pena  sens  neguna  merce  axi 
lo  comprador  com  lo  venedor  e  noli  cal,  sino  que  prena  tot 
son  regne,  que  totg  son  caygut?  el  ban  e  axi  vol  destroyr  son 
regne.  E  si  a  Deu  plau,  vendra  sobre  eyl  desta  rao.  Hi  son 
venguts  Uli  o  V  coreus  a  Monpesler,  si  que  la  ßra  na  valgut 
meyn. 
Adresse:  An  Bn.  Ff.  a  Mallorques.     Darunter:  dari  debet. 

Barcelona,  Archiv,  Templarios  Nr.  1.  Or.  Pap.  Sap.  Vod  diesem 
Stock  existiert  eine  gleichzeitige  Abschrift  [Nr.  1  b),  io  der  die  Namen  des 
Empftngers  nnd  Absenders,  sowie  jede  Spar,  die  auf  sie  hinweiwD  kSonte, 
ausgelassen  aind.  Die  Abschrift  hst  sehr  viele  Buchstab enAnderun gen. 
Über  die  Bedeutuag  dieses  Stockes,  das  in  den  ersten  Monaten  IS08  ab- 
gesandt sein  muß,  vgl.  die  Darstellung. 


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120  Briefe,  Reden  und  Gutachten. 

76.  Berengror  de  Coria  nn  ESnl^  Jn; me  II.  von  Antonien :  T^rtait- 
langen  mit  Käst«]!  Cantarieja;  Sendonf  Ton  2  Fenoncn  n 
J»jme.  QroBe  Not  daselbst  we^n  WasBermaBKels,  Cberai- 
strengnng:,  engster  Einschließung;  Zirietraeht  unter  denTenf 
lern.    Cantarieja  (130»)  April  5. 

Hombres  de  Moriella  han  tractado  composicion  entre  el 
tinicnt  lugar  de  comanador  eti  Cantavieja  et  los  hombres  de 
pie,  qui  üon  cn  el  castiello,  et  mi  en  esta  tnanera,  que  los 
del  Castiello,  seyendo  muy  nialtreytos,  segunt  que  tos  sabredes, 
han  esleyto  II  homhres,  qui  van  a  vos  per  complir  lo  que  vos 
tnandaredes  ...  En  el  castiello  todos,  quantos  sqq,  estan  en 
grant  cuyta  en  muytas  de  maneras:  primerament,  que  no  han 
agua  sino  la  que  Dios  les  da  dcia  pluvia  et  aquella  agora  es 
muy  pocha  et  ya  podrida ;  la  secunda,  que  son  niuy  cerchados 
e  muy  apretados;  la  tercera,  que  havemos  feytos  UI  jenyios 
et  mutchos  castiellos  et  mutchas  gatas  et  otros  genyios  de 
fusta  de  diversas  maneres,  de  les  quales  se  tienen  ya  por  muer- 
tos  et  por  perdidos.  E  per  est  costrenyimiento  ha  entre  ellos 
grant  discordia  et  grant  variedat,  si  que  los  pehotnes  se  soa 
apoderados  del  todo  de  los  frares.  E  yo  veyendo,  que  dentro 
V  tio  VI  dlas  todo»  los  genyions  .  .  .  seran  acabados,  he  soßrido, 
que  a  vos  puedan  hir  aquestos  dos  messatgeros  del  castiello . . . 
Empero  que  nos  no  los  lexentos  exir  fueras  del  castiello  ni 
enirar  viandes  ni  agua  ni  otros  acorrementos,  mas  que  sean 
cerchados,  quanto  mas  podamos,  e  nos  que  fagamos  todos 
nostros  genyios  et  nostras  bastidas  et  nostras  fuergas  et  noslras 
lavores,  que  havremos  de  Fazer  .  .  .  Dat.  in  Cantauella  nonas 
Aprilis. 

Barcelona,  Archiv,  Templarios  Nr.  30.  Noch  am  3.  Juli  schrübl  der 
stellvertretende  Komtur  B.  do  Galinera  an  Haduna  Berengorona  de  Eoten;* 
voll  Hoffnung :  Totf  frares  esser  sana  et  alegraa  et  plaurieos  saW  vostn 
bona  sanitat.  Berenger  de  Coula,  procurador  del  ray,  nos  te  uatgalo  >^ 
la  ost  et  combaten  nos  to9Z  dies  regen  el  fort  ab  gins  et  ab  tota  ras,  qne 
dan  nos  podeo  fer  de  nuyt  et  de  la  diu.  Nos  som  «a  tal  manera  ■pparelliti 
dintre  lo  castell  de  tot  90  que  mester  avem,  ab  molt  bona  compujs  i' 
valent.  qui  ea  ab  nos,  et  avem  molta  vianda,  si  que  ab  la  volontat  de  Dnt 
Ibesu  Christ  et  ab  noatre  bon  dret,  quens  ajudnra,  dos  salvarcm  lo  C3^ 
al  Temple:  Dimecres  apres  aent  F.  de  Juyn, 

Or  Pap.  Templarios  Nr.  9.  Die  BeBtflrmuDg  begann  um  deo  1^ 
Milrz     Heg.  291  f.  60. 


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Nr.  76.    (1808)  April  5.    Nr.  77.   (1308)  Apnl  5.  ISl 

Am  26.  Juni  war  der  KSnig.  der  fratrem  et  conBiliirium  nuBtrum 
Jacobum  Pehi  pro  e;tpcdicioDe  obsidinnis  hierhm  gpaandt  hatte,  eriOrnt 
aber :  rictanlia  .  .  .  inmiaBa  in  csstro  de  Cantauetula.     Reg.  291   f.  79. 

Schon  einen  Monat  spHter  hören  wir  von  einer  Mitteilung  an  den 
König  per  amicos  fratris  R.  de  GallinerÜH  coniendat«riB  Cantavetnie,  quod 
fratres  ee  libeuter  in  pome  noatro  miterent,  prout  magister  eorum  et  alü 
fratres  Templarii  apad  ValenrJani  in  noatra  custodia  detinentur,  Soll  aua- 
geftthrt  werden.     Valencia  130S  Augast  12.    f.  90  *. 

Fr.  K.  d«  GaDinera  und  die  andern  tn  CantavieJA:  apres  de  molts 
tractaments  Ahuts  entre  eis  et  entre  el  nohle  R.  de  Cardona  haben  Über- 
gabe der  Borg  an  den  KQnig  dnrcli  den  atell vertretenden  Heister  K.  ^a 
Giuvdia  beacbloaaen  und  bedingen  n.  a.,  daß  sie  nicht  schlechter  als  die 
andern  behandelt  wQrden.  Der  König  sagt  zu,  nur  will  er  von  R.  9a  Guardia 
nichts  wiaaen.     IS08  Augaat  19.    CKD.  Nr.  3306. 

Die  layei,  die  den  Templern  in  Cantavetula  geholfen,  erhalten  Ver- 
zeifauDg.     1303  August  22.    f.  12S. 

Veneicbnie  der  Namen  von  60  Nichttemplero,  die  aua  dem  Kastoll 
gingen.     Templarios  Nr.  60. 

Ich  fllge  hier  noch  einige  Notizen  ober  andere  Burgen  hiniu:  Cast«llot 
ist  um  6.  Hftrz  ISOd  eingescbloaaen  |Reg.  291  f.  60). 

Bartholomeo  Tarini  supraiunctario  Cesarauguatano :  anpra  oegociu 
obsidionis  oastri  de  Castelloto.  in  qua  proaidetis.  Kann  trenga  schließen 
mit  Vorsicht.     1S08  Oktober,    f.  U2 ". 

Super  negocio   costri  da  Castelloto :    Abführung  der  Templer.     164  v. 

Befiehlt  B.  Tarini :  quatenos  Sarracenos,  roncinos  et  sUa  animslia 
in  Castro  Castelloto  exiatencia  vendatis.  exceptis  armia,  iocalibua,  libris. 
AbfObrung  mehrerer  BrDder.     180S  November  2.     f.   167  f. 

Caetmm  de  Podio  regum  schon  besetzt.     1308  Juli  15.    f.  120. 

Lieferung  deasen;  quod  necessariam  exiateret  ad  expedictonem  obsi- 
dionis caatri  de  Vilello.     1308  Angnet  24.    f.  92. 

Comendator  von  VÜello  erhalt  Geleit.     130S  Oktober  19.    f.  154. 

Fr.  Bartholomeue  da  \'illafrancha  Übergibt  Vilello.  Nsch  Valencia  mit 
3  TemplerD  gefQhrt.     1808  Oktober  24. 

77.    KVnlg  J«7rae  D.  ae  6.  de  Cerfto,  Bi^slas  fon  TortoM:  In  kUr- 
M8t«r  Zelt  habe  In  Tortosa  ein  geirlBser  Tria  ein  großes  SohllT 
herstellen  lassen,  das  bereits  In  Porto  Farngw  sei.    Da  Ver- 
dacht sei,  dafi  steh  darin  fluchtige  Templer  oder  nndere  sam- 
melB  wtrden,  befiehlt  er  Ihm  sorfflUtlgste  rberwoehnng.    1306 
April  5. 
G.  de  Cerelo  baiulo  Dertusensi  etc.     Intelleximus,  quod 
quidani  cognommatus  en  Tria,  qui  niorari  consuevit  in  Panis- 
cola,  festinanter  infra  XII  vel  XV  dies  fecit  construi  et  perfici 
quendajii  magDum  lembuiii  in  Dertusa,  qui  lembus,  ut  dlcitur, 


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182  Briefe,  Reden  and  Gutachten. 

U8l,  jam  in  porlu  Fangos:  Verum  cum  ex  feslinacione  liui'us- 
mudi  suspicio  habeatur,  ne  forte  TemplarÜ  vcl  alü  in  contemp- 
tum  nostri  sc  in  diclo  lembo  recolligant  causa  recedendi  de 
terra  nostra,  dicimus  et  mandamus  vobis  sub  pena  nostn- 
graeie,  quatinus  in  continenti  visis  presenlibus  diiigenter  modis 
Omnibus,  quibus  poteritis,  certificetis  vos  super  prediclis  et 
custodiatis  et  custodiri  etiam  Taciatis  cum  omni  diligentia,  qua 
poteritis,  tam  de  die  quam  de  nocte,  ne  aliqui  Templarii  vel 
alii  in  nostri  dedecus  seu  contemptum  se  in  eodem  lembo 
recolligere  vaieant  et  exire  de  dicta  terra  nostra,  providendo 
super  liiis,  tam  in  caucione  recipienda  a  diclo  Tria  quam  aliis 
modis  Omnibus,  quibus  poteritis,  ne  forte,  quod  absit,  scandaluiu 
aliquod  seu  sinistrum  inde  posset  ex  improviso  aliquatenus 
evenire  . .  .  Dat.  Valencie  .  .  .  nonas  Aprilis  a.  d.  MCGCVIll. 
Interim  autem  facialis  dictum  lembum  custodiri,  douec  super 
hiis  certitudinem  habealis. 

Barcelona,  Archiv,  Reg.  291.  r.  Sbl. 

TS.  Zwei  zum  Teil  gleichlautende  Brielt  eines  ün^nannten  an  die 
Komtare  von  (ianleyne  und  Aseho:  Mlttellnng  des  Eardlials 
Tou  Beziers,  der  die  Tein|tlersaeke  K'^'^hrt  habe,  daß  der  Orien 
aufgehoben  nerde.  äuOerun^r  des  FapsteH  Im  KonsistoriM- 
VeniiiinmIuRg  In  Tours.  Fn^en  Philippe  d.  Stb.  an  die  FariHfr 
Ünlvenitilt.  Philipp  beherrsche  den  Papst  tSIII^.  (130^) 
April  21  0)' 

Im  2.  Schreiben  wird  noch  anf  die  Sendnns  Bnmonets  if 
Cnrdona  an  die  Hra^Dnesisclien  Templer  liIngvirieseD  nnd  nr 
frtiBten  Vorsicht  gegrenUber  den  Ventprechnn^n  des  Papst» 
gemahnt.  Der  bedeutendste  Knrdlnal  habe  an  der  Karle  p- 
rat«n,  die  Sache  blnzuziehen,  bis  entneder  der  Papst  edn 
Philipp  sterbe.  Dann  bleibe  der  Orden  bestehen.  <1S06  Frlli- 
Jahr.) 

A.  No"  sens  dolor  de  cor  ni  ab  poca  turbacio  vos  fa^ 
saber,  quel  divendres  apres  Pascha  •)  vengren  letres  a  mon 
seynor^)  de!  cardenal,  qui  fo  bisbe  de  Besers,   qui  ha  menal 

n   B  beginnt;  Fas  vos  saber,  ;ar  amic,  qne  mon  seynor. 

')  Am  19.  April  1308. 

-|  Wohl  der  KOnig  von  Mollorca. 


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Nr.  78.    (1308)  April  21  {!).    (1308  Frühjahr.)  123 

tot  vostre  feit'):  en  Ics  quals  entre  les  altres  coses  li  feu  sabcr 
breuinent,  que  vostre  orde  sera  cassat  et  desfeitj  mas  quc 
encara  de  les  persones  ni  dels  bens  no  era  res  ordenat;  mas 
que  eil  breu  sen  devia  ordenar  qo  quen  seria,  Encara  lia  feit 
saber  son  procurador,  quel  papa  tench  concistori  la  setniana 
Santa  et  avia  consey]  dalcuiis  feits  ab  los  cardenals.  El  papa 
que  dix  en  aquel  concistori:  Obs  aurieni  a  ordenar  dels  bens 
dels  Templers.  E  rcspos  en  lohan  Monge  cardenal:  Pare  sant, 
primerament  corendria  a  ordenar  de  les  persones  e  puix  dels 
bens  b.    E  aixi  no  sen  dix  ni  sen  feu  als. 

Daltrai^  part  an  feit  a  saber  a  mon  senyor,  quel  rey  de 
Francs  ha  manat  conseyl  a  sent  Martin  de  Tors  a  XV  dies 
apres  Pascha  a  tots  los  prelats  et  barons  de  sa  terra  et  que 
de  quascuna  ciutat  o  vila  hi  aga  II  prohomens<'.  E  aqui  el 
deu  aver  son  conseyl  et  acort,  que  fara  de  vos  altres  ni  de 
vostres  bens.  E  diu  hom,  que  fara  cremar  los  osses  de  papa 
Bonifaci,  que  ha  feits«  emblar.  E  diu  hom  encara,  que  fara 
daltres  novitats. 

Encara  us  fas  a  saber,  que  ha  feit  disputar  als  maestres 
a  Paris,  si  pertayn  al  princep  o  ala  esglea  de  fer  inquisicio 
contre  eretges;  encara  sils  pot  per  si  condampnarf;  encara  si 
la  confessio  de  0001/  Templers  abasta  a  condampnar  tols  los 
Templers  del  mon,  o^  si  cove,  que  per  les  altres  parÜdes  del 
mon  ne  sia  feita  inquisicio;  encara  si  el  pot  ordenar  dels  bens 
dels  Templers.  E  no  sap  hom,  quen  an  determenat,  mas  creu, 
qne  la  determenacio  es  et  sera  aital  com  el  volra'.  Pus  cl  es 
rey  et  papa  et  emperador!  Car  tot  io  mon  sap,  quel  papa 
no  es  negun  et  que  el  fa  tot  ^o  ques  vol  del  papa  et  de  la 


b   B  fugt  hinzu :  El  psps  respos  que  farieo  bo,  sil  rey  de  Fransa  era 
vengut.  c   Dies  bei  B  hinter  dem  folgenden  Abschnitt;   einige  WQrter 

geändert.  rf    B  kurz;  et  nniversitata.  e    A  bat  vorher  ein  unvet- 

ständlicbes  Verbam.  f   B  dazu:  nils  bene  aqui  deven  esaer  contjacato. 

fr   B:   cincena.    Richtig,  h   Der  folgende  Teil  dos  Satzes  nicht  in  B. 

1    B  allgemein ;  Maa  loa  reys  ele  aoynors  ailal  conse^'l  troben  com  ein  volen. 
Das  Folgende  fehlt  dann  B. 


')  Er  war  ak  Gesandter  des  Papstes  bei  Fbilipp  d.  Seh.    Ende  1307. 
Von  seiner  sonetigeii  Tätigkeit  in  dieaer  Sache  wiesen  wir  wenig. 


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124  Briefe,  Roden  nod  Gutachten. 

Daltra  part,  qui  es  cosa  molt  maraveylosa,  los  reys  eis 
princeps  et  eis  seynors  quil  obesexen  atxi  com  emperador  o 
seynor,  enaytant  que  an  deseretats  et  malmenats  vos  altres  per 
exempli  del;  car  no  parreria  ver  scmblant,  que,  si  el  per  cm- 
altati;  de  turmens  o  per  promeses  o  per  altres  raalicies  o  Tal- 
setats  fa  dir  ni  confessar  falsament  als  Templers  de  sa  terra 
coses,  qui  no  farien  a  creure  a  nuyla  creatura  humaoa  ni 
racionabia,  que  per  a(;o  los  altres  reyes  et  princeps  se  d^essen 
moure  contre  sos  naturals:  Mas  que  aixi,  com  Ter  se  de^ 
segons  dret,  que  fos  feita  inquisicio  contre  vos  altres.  Ei  si 
erets  daquells  fats  crinis  colpables ,  quen  fossets  punits.  la 
sia,  que  ala  e^lea,  si  no  fos  viduada,  pertanges  dencertar  et 
punir.  E  semblam,  que  nostre  seynor,  si  aquestes  coses  sofer, 
que  vuylla  abismar  la  crestiantat;  maraveylloses  coses  son  e 
terribles.  Deus,  qui  ho  te  tot  en  son  poder  et  es  sobre  tots, 
hi  veya  ey  meta  bon  conseyl.  Escrita  lo  dia  de  Pasquetes  {?). 
Auf  der  Röckseite:  AI  seynor  frare  Amau  de  Baynuls  eoma- 
nador  de  Gardeyn. 

Uatcelona,  Archiv,  TenipUrios  Nr.  B.  Or.  Pap.  Verscblaßachnitte. 
aber  keine  Siegetepur. 

B.  In  Nr.  2  fehlt  der  Schluiaabschnitt  des  vorigen  Stückes, 
dafür  steht  hier:  Encara  vos  fas  seynor  a  saber,  quel  papa 
tramet  lo  noble  en  Hamonet  de  Cardona  als  &ares,  qui  tenen 
en  aquexes  partides  los  castels.  Et  an  me  feit  a  sat>er  alcuns 
nieus  amtcs  de  Paytou,  que  la  missal^eria  es  aquesta,  que  si 
et  totes  lurs  coses  meten  sots  garda  del  papa  et  quels  majors 
de  vos  altres  amen  ab  giatge  al  papa  et  quel  rey  Darago  ces 
et  sobresiga  danantar  contre  vos  altres.  Empero  an  me  escrit 
alcuns,  queus  gardets  saviament,  que  per  paraules  dobles  ni 
promessions  del  papa  puxats  esser  destioits  ni  decebuts.  E 
an  me  feit  a  saber,  que  si  us  podiets  tenir  ni  deffendre  una 
pe^a  o  temps,  quel  papa  seria  confiis  et  ab  lo  rey  de  vos  ni 
dels  altres  nuyla  cosa  no  poria  ordenar,  et  entre  tant  si  lau 
dels  moria,  lo  Temple  romandria  en  son  estament  E  aquells, 
qui  a^o  man  escrit,  an  me  feit  a  saber  a  gran  secret,  que  ai;o 
lur  es  estat  dit  per  lo  maior  cardenal  de  la  cort.  E  aixi  no 
son  cert,  sil  dit  R.  es  en  aquexes  partides  ni  qui  es  la  missat- 


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Kr.  78.  (1308}  April  21  [?).    (1308  Frühjahr.)    Nr.  79.  (1308)  April  äl(?).     1^5 

geria  nil  recapte,  queuä  aporta.  Mas  en  gran  peril  mes  vigares 
que  äia  vostre  feit  et  vostre  estament,  si  Deus  doncs  noy  obra. 
Et  es  niester,  que  quäl  que  cosa  fagats,  que  ho  fa^ats  saviament 
et  discreta  e  ab  consejl  et  deliberacio  plenera. 

.  . .  Aquestes  coscs  sien  secretes.  E  fcts  les  asaber  a 
frare  R.  Manats  me  tot  go  queus  placia.  Eiters  man  feit 
asaber,  quel  papa  per  rao  daquesta  missatgeria  ha  feites  gracies 
e  grans  promessions  aii  Ranionet. 

Adresse:  AI  seynor  frare  Berengar  de  sent  Margal  comanador 
Dascho. 

Nr.  2.  Or  Pap.  Ohne  Ssp.  Veracfalafischoitl«.  In  einem  Briefe  des 
R.  de  sen  Msrsftl  an  seinen  Bruder  lt.  de  »en  Harsal ,  Komtur  von 
Aaoho,  heißt  ob  vom  Papst«;  qael  rey  de  t'ranaa  lo  forsa  de  dar  la  sen- 
t«ocia,  und  weiter:  E  avem  paor,  qao  la  sentencia  no  vengua  contre  tos 
autres  per  ao  cor  lo  rey  de  Franaa  es  seyor  del  papal  Item  mes  tos  fem 
aaber,  quel  rey  de  Fransa  diu,  qae  eil  a  la  osaa  del  papa  Bonifaci  e  quo 
I*  creuiara  ans  de  Pnntachosta  malgrat  del  pspa  o  szi  ae  conta.  Der  Brief 
ist  nnter  einer  Deckadresse  eines  Kanonikus  A.  in  Tortosa  geschickt.  Tcm- 
plarius  34.    Der  frare  R.  ist  wohl  U.  9a  Guardia. 

79.  Bernart  CMpiiJalea  «1  Kiliiig  Jajme  U.:  R.  ^«Knardfn  hat  Ihn 
wMerholt  gesagt,  daU  sie  sieh  aehenen,  rieb  zu  ei^ben,  well 
sie  den  Pafat  In  1er  Oewnit  des  rrnnzVdMhen  KSnlgs  g'Unben. 
Bei  der  AnHeeeuhelt  des  Königs  In  Tortosa  mttchte  R.  gern  mit 
Ihn  sprechen  nnd  Ihm  zu  einem  ehrenvollen  Ausgange  In  der 
Templersaebe  verhelfen.  Die  Templer  von  Hlrnvet  ei^beu  sieh 
gern,  hüten  nm  eine  Qesandtsehaft  des  Königg  nnd  tou  Ihnen 
zum  Papxtt  um  festzustellen,  oh  er  die  Entscheidung  gegen  sie 
f^l  nnd  nicht  imeh  Willen  Philipps  d.  Seh.  gelUllt;  ivenn 
crsteres,  dünn  noilen  sie  sich  ergeben,  ivenn  letzteres,  möge 
der  KSnIg  sie  schützen.  Sie  versprüchen  der  KOni^n  ein  gn>- 
lies  Oesehenk.    Mlravet  <190S>  April  21  (i>. 

AI  niolt  alt  seynor  et  molt  poderos  rey  Darago  en  Bernart 
Cespujades  veger  de  Tortosa  et  dela  Ribera  Debre  .  .  .  Fas 
sat)er,  seynor,  que  Trare  R.  (Jagaardia  ha  parlat  aleiines  vegades 
ab  nii,  que  eyls  per  ago  son  dubtans  de  venir  en  vostre  poder 
per  (;o  dien,  que  lapostoli  es  en  poder  del  rey  de  Franaa  e 
azi  con  a  hom  pres;  e  Tals  paor,  quel  apostoli  no  don  sentencia 
a  volentat  del  rey  de  Franga.  E  sobre  a^o  laltre  dia,  con  so 
deia,   que  vos  seynor  deviets  esser  a  Tortorsa,  frare  R.  parla 


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ISA  Briefe,  keden  nai  OuUchteü. 

ab  mi  e  pregam  fort  curosament,  que  yo  que  vengues  a  tos, 
que  fos  vostra  merce,  que  vos  que  volguessels,  que  Trare  R. 
que  pogues  venir  a  vos  salvu  e  segur,  que  eyl  vos  diria  coses 
e  tractaria,  que  vos  esiriets  daquest  feyt  del  Temple  ab  major 
honor  que  nengun  princep  e  ab  j^rac  del  apostoli.  Aytan  hv 
parlaren  me  aicuns  frares,  que  son  el  casteyl  de  Mirauot,  que, 
si  vos  veniets  deves  Tortosa:  que  yo  quem  degues  veer  ab 
vos  e  queus  degues  pregar  de  pari  deis,  que  vos  en  lur  dret 
los  fossets  favorable  e  que  eyls  poguessen  nianlevar  de  tos  per 
lurs  amics  o  en  aitra  manera.  que  vos  veessets,  que  s^nt 
vos  fos,  que  tota  ora,  que  vos  ios  volguessets  cobrar,  que 
Lornassen  en  vostre  poder;  e  cod  la  sentencia  fos  dada  per  la- 
postoli,  sils  venia  cerl,  que  anas  I  inisatge  vostre  ab  I  misalgc 
lur,  en  que  oyls  se  poguessen  fiar,  e  si  lapostoli  deya,  quo  eyl 
agues  dada  la  sentencia  per  dret  e  non  per  volentat  del  rey 
de  Fran^a,  ans  que  la  dava  ,de  certa  sciencia*,  que  eyls  lor- 
narien  en  vostre  poder  e  estarien  a  la  dita  sentencia.  E  si 
lapostoli  deia,  que  avia  auda  a  dar  la  sentencia  per  volentat 
dei  rey  de  Franga  e  non  de  certa  sciencia,  que  eyls  que "  . .  ■ 
justicia  e  que  fossen  mantenguts  per  vos.  E  per  les  raons 
damunt  dites  queus  darien  Mom^o  o  altra  cosa,  que"  ... 
amassets,  que  valgues  Mon^o  e  mes  a  avant.  E  que  darien 
a  madona  la  reyna  ia  cabella  de  la  sal,  que  an  a  P ''  .  . .  que 
dien  eis,  que  val  entro  a  XXX  milia  sol.  Et  a^o  ferien  fermar 
al  niaestre  major,  0  si  amavets  mes  diners,  queus  darien  aquels, 
que  poguessen.  E  axi  senyor  fas  vos  asaber  per^o  con  eyU 
van  a  vos,  esta  bien,  que  sapiatz  ^o,  que  eyls  man  partnL 
Fetes  en  Mlravet  digmange  XXII  Jörns  de  mes  Dabril. 

Barcelona,    Archiv,    Tomplarrns    Nr.    31.    Or.  Pap    Ssp.      Im    Dtdnm 
Steckt  ein  Fehler.    Am  '^.  April  1303  war  Hontag. 

80.  Ruimnnd  i^  OiirdU  un  KSnlf  Jafmc  II.:  Will  der  KSnii:  Ihn 
Bui^n,  so  wird  «las  viele  Opfer  kosten.  Lieber  wollen  de  dir 
Krone  des  MartyrioniK,  als  ehrlos  zu  Ihrer  und  liirer  Freaade 
Scbande  leben.    Mlravet  <lfWS)  Apiil  3t. 

n   Fehlen  iwei  WSrter,  b   Die  der  KSDigia  versprochMiMi  S*l^ 

einkOnfte  stammen  wolil  aus  Poniacoln. 


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Hr.  80.   (Iä08)  April  24.    Nr.  S1.    (ISOS)  Uai  5.  l^f 

...  Si ')  vos,  senyor,  per  for^a  voietz  aver  nostres  per- 
sones  eis  castels ,  en  que  nos  ara  som ,  es  et  sera  consu- 
mament  de  persones  et  daver.  Et  no  es  segons  lo  manainent 
del  senyor  papa,  qui  no  mana  nos  combatre  ni  ociure  nils 
bens,  que  vostres  ofßcials  tenen,  que  no  mana  vendre  ne  dis- 
sipar  ni  portar  a  altre  pari.  Les  quals  coses  se  Tan  per  los 
fiitx  ofRcials  vostres  ...  Et  sert  sia  a  vos,  senyor,  que  nos 
volem  mes  morir  ab  Corona  de  martiry,  que  no  viure  tostemps 
ab  desonor  de  nos  et  de  totes  nostres  amics.  Car  si  inorrini 
per  aquesta  rao  en  derenent  nostres  persones,  morrem  sens 
tort  et  sens  colpa,  que  no  tenim  a  Deu  ni  a  liomens,  axi  com 
aquels,  a  qui  hom  ha  alevat  Tals  crim  mal  et  falcament  et 
contra  Deu  et  contra  rao  et  contra  tota  veritat.  Et  axi  los 
sancz  cantaran  per  nos  en  gloria:  Isli  sunt,  qui  venerunt 
ex  magna  tribulacione  et  lavant  stolas  suas  in  sanguiiic 
agni  .  .  ,  Dades  al  castel  de  Mirauet,  diniecros  ans  do  la  fesla 
de  sent  March. 

Elarcelonn,  Archiv,  Templarios  Nr.  75.  Or.  Pap.  Ssp. 

SI.  EId  ün^iuuiBter  ui  den  Kontur  von  Anoho:  Vrrlefmng  der  Tor- 
HunmlanK  von  Tonn  anf  einen  andern  Termin.  Die  Lafre  des 
OrdeoH  sei  verzweirelt.  Die  Personen  dürften  tu  einen  neuzn- 
grttndenden  Orden  treten.  Doeh  flaubt  Schreiber  eher  an  ein 
Wunder  Gottes  als  an  deu  Cntergnu^  des  Ordens.  Perplgnan 
(!»»>  Mal  )>. 

la,  seynor,  vos  e  feit  a  saber,  en  quel  manera  lo  rey  de 
Fransa  avia  asignat  dia  a  tols  los  barons  e  prelats  e  universi- 
tats  de  sa  terra  a  avcr  ab  eyls  conseyl  e  parlament  en  la 
ciutat  de  sent  Marti  de  Tors  a  III  setnianes  apres  Pasclia  *). 
Ara  lia  vengut  novel,  que  ha  etongat  aquell  dia  e  conseyl  e 
tot  hom  aibira  seil  tot  ben  en  aytant,  que  troba  aicun  embar- 
gament.  [YoJ  tem  aIcun  peril,  qui  lin  poria  venir,  si  faliia 
^o  que  avia  en  volentat  de  fer:  de  deffer  e  cessar  vostre  orde 

')  Vorher  gebt  die  Erwähnung  der  Gesandtschaft  Garrigaus  wegen 
eine«  Qeleitsbriefes  für  ihn,  dar  in  der  aicfaem  Form  nicht  zu  erhalten  war. 
So  laBflcn  die  BrOder  ihn  nicht  gehen.  Wollten  den  BeBchlDaaen  dea  Papstes 
über  die  QOter  folgen,  aber  konnten  nicht,  da  sie  gefangen  seien. 

')  Vgl.  die  vorvorige  Nr,  78. 


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1^8  IJrief«,  Red«ii  und  (lutachteu, 

e  de  cremar  los  osses  de  papa  Bonifaci.  E  per  aventura  tem 
se "  ...  [Kr]an  escandol  no  lin  segis  e  sobresen  en  ^o  que 
avia  en  voleotat  de  fer,  e  brcument  tot  honi  te  per  desperat 
voslrc  feit,  quel  orde  roinanga  en  son  estament.  Mas  quant 
a  les  persones  diu  hom,  quc  avets  licencia  dintrar  en  aqnd 
orde,  que  entenen  a  fer  novel  o  en  altre.  Mas  yo  no  paix  per 
nuyla  res  creure  ni  pensar,  que  a?o  sofira  nostre  senyor  e  he 
esperaiisa  de  tot  en  tot,  que  el,  qui  es  sobre  tots  poders,  lii 
fara  iniracle  ey  metra  conseyl.  E  si  tots  los  homens  del  mon 
[tine]n  vostre  feit  per  perdut,  no  creuria,  que  la  gloriosa,  a 
honor  de  la  quäl  vostre  orde  age  comensameut  c  deu  fenir, 
soffirs  tan  greu  cosa.  E  conseyl  vos  aitant,  com  puix  ni  sc. 
queus  gardets  eus  tingats  aytant  com  porets  be  e  saviament . . . 
Ihesu  Grist,  qui  ajuda  a  sancta  Suzanna  de  ses  anguxes  el 
Irebayls,  vos  aiut  eus  confort.  Estcrita  lo  prinier  dimenge  de 
Maig  a  Perpeyna. 

Adresse :  AI  seynor  frare  Berenger  de  sent  Mar(,'al  comanador 
Dasco. 
Itiircelona,  Arcliiv,  Templarios  Nr.  35.  Or.  Pap.  Ssp. 

m.  Ell  P.  do  Queralt  an  KSnlg:  Jayme  II.:  VerhandlnngHi  mU  4ta 
Templern  tn  Miraret.  Sie  ngren  steh  Jeder  Bestlmmaif,  Ar 
der  Papst  mit  Rat  der  KardlnRIe  trint,  Aber  sie  nad  Ibr«  Be- 
sitz; nur  In  eine  Yernrtelluns  als  HRretlker  werden  sie  ole- 
mala  einwilligen.  Geseu  dieses  Terltreehen  irDrden  sie  äth  Ttt- 
teldigen  nnd  In  Ihren  Kastells  sterben.  Sie  wollen  In  Ihrn 
Bur^D  DDter  Beiraehna^  kStüglleber  Truppen  bleiben,  tieuw 
Feststellnns  dessen,  was  sie  als  Lebensunterhalt  TerlaaffB' 
Hora  (ISOS)  Hai  10. 

Dijous  mati  IX  dies  anatz  de  Maig  fom  a  Mirauet.  Eüin- 
tost  parlam  ab  los  frares  e  ,  . .  largament  a  frare  R.  qa  Guardia 
totes  les  coses,  per  les  quals  ereni  vengutz  a  ells,  segons  que 
TOS  senyor  sabetz.  E  aquell  dia  matex  apres  dinar  lo  dit  &are 
R.  e  el  comanador  de  Mirauet  e  el  comanador  de  Granyena  e 
el  de  ^:ar^ossa,  ahut  conseyl  e  acort,  an  respost  a  les  dites 
coses,  segons  ques  segueix:  Primerament,  que  estaran  a  tota 
ordinacio  del   senyor  papa,    la  quäl  se  fassa  dells  e  de  Iure 

(t  J-ehlt  1  Wort. 


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Nr.  82.    (ISOS)  Mai  10.  129 

bens  ab  conseyl  dels  cardenals  en  axi  que,  si  ordona,  que  lur 
orde  sia  deffel  o  que  sien  daltre  orde  o  en  qualque  altra 
manera  eil  ordo  dells,  queti  seguiran :  saul  en  I  cas  tan  sola- 
ment,  go  es  que,  si  el  papa  ordonai-a  o  condcmpnara  ells  per 
eretgia,  que  a  acn  no  consentrien  per  res.  Car  dien,  que  per 
res  no  atorgarien  de  esser  erelges,  ans  defenen  se  daquest 
crim  G  motrien  lotz  en  Iure  castells.  A  la  quäl  cosa,  senyor, 
es  semblant  a  nos,  que  vos  pugatz  consentir.  Gor  si  en  aylal 
condempnacio  venia  lur  fei,  serietz  a  lemps  axi  con  ara  de- 
vantar  contre  ells  e  que  per  aquest  punt  nos  pcrdes  aqucst 
Iractantent.  lten»>  senyor,  an  atorgat  destar  en  lo  casleil  solz 
guardes  vostres,  qui  esiien  fora  el  castell  en  les  bastides  e  en 
aquella  manera  que  miis  puxen,  e  quen  hi  estien  tantes,  con 
vos  vulatz,  en  ajtal  manera,  que  puguen  cascun  dia  aver  re- 
frescament  per  liirs  diners,  aytant  con  najen  mester  a  lur  obs. 
E  dai^o,  senyor,  es  semblant  a  nos,  que  vos  pugatz  atorgar, 
que  cascun  dia  puxen  aver  V  soldades  de  pa  a  obs  deles 
frares  e  VI  a  lur  beure,  tan  solament,  si  de  inellor  sen  venia 
en  la  vila  o  el  reynat,  que  ells  no  an  el  castell.  E  cncara 
carn  frescha  tots  dies  aqucIla  que  moster  aguessen.  E  tot 
atp'o  aguessen  a  penilrc  per  ma  de  les  vostres  guanles.  Item 
nos  som  avengutz,  que,  si  ut^gun  frare  o  frares  volien  exii-  del 
castell  e  volien  reniar  esles  covincni^ies,  que  ells  nols  gosassen 
reebre  ni  deffendre,  ans  les  vostres  giiardes  los  poguessen  pcn- 
dro  en  tot  loch  e  encara  a  la  porta  o  prop  lo  mur  dcl  caslell 
e  ells  que  nols  nc  defessen.  E  entenen  en  esta  condicio  tolz 
los  altres  castells,  qui  son  establitz.  Quant  a  la  segurtat,  que 
ells  fassen  sobre  estes  coses,  dien,  que  faran  tota  aquella  se- 
gurtat, que  vos,  senyor,  vullatz,  la  quäl  homens  dorde  puxan 
fer.  Per  que,  senyor,  sia  vostra  merce,  que  encontinent  ajan 
vostre  resposta  sobre  totes  les  dites  coses,  En  axi  que,  con 
seran  tomatz  a  Mirauet  de  Montqo,  on  sen  anan  per  aquest  fet. 
ajan  raabut  (?)  vostre  ardit.  Encara  quens  fassatz  saber,  si  les 
guardes,  qui  comandran  sobre  ells  castells,  si  scran  deles  hosts 
aquells  qui  mester  hi  sien,  o  si  y  romandrien  liomens  de 
louger  a  sou  vostre.  Feta  en  Mora  divendrus  X  diotz  anatz 
ilc  Maig. 

Finke,  PamCtam  und  Untergune  des  TomplerordAii*.    II.  Q 


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180  Briefe,  Etedeo  and  Gutachten. 

UarceloDB,  Archiv.  TemplarioB  Nr.  37.  Oc.  Pap.  Ssp.  Der  rnlet- 
liüniller  orhielt  5.  Mhi  die  Genehmigung,  nnch  Miravet  und  eventuell  mit 
1—4  frntres  narl)  Monzon  zu  gehen.  R«g.  291  f.  114^'.  Kf  w&r  aoeb  iV 
nandter  zum  Vieiiner  KoDzil.  Der  KOnig  gab  darauf  folgende  chfirakt«ri- 
Bliaclio  Antwnrt:  Kespanem,  que  a.  papa  tan  solament  ai>brel  eaa  de  li 
suxpicio  do  la  heretgia  et  de  la  infnmia  prega  dos,  qne  tuts  Im  Tempirra 
rt  los  bens  Iura  prejDjguesaem.  Per  qae  noa  non  podenl  reebre  ;o  qae  ti» 
Bou  nvcts  eacrit.  cor  eeria  uontre  la  requestn  del  papa.  Devets  aaber,  qv 
In  <;ontun]acin  es  Tort  preu  a  ejls  et  pfrilo»a,  cor  per  aqnela  podrien  «es« 
condempnata  tot  ani,  com  ei  Terdaderament  eren  aytals,  com  faom  diu.  K 
en^'o  quo  deyts,  que  ella  estarien  a  b;i>  quel  papa  feya  ab  conael  deb  rar- 
denals.  vos  dejm,  que  ne  a  clls  fa  adir  no  a  noa  <i  reebro  Hqaeata  condicio. 
quel  papa  ple  pod^r  et  loc  de  Deu  te  en  terra  et  pei  ai  pot  fcr  les  coan. 
JHi,'ia  que  veciD  tot  dia,  que  <;o  que  eil  fa  et  magomient  loa  grana  fets  fsr 
nb  CDUsela  dela  cardeimls,  per  que  dos  a^o  en  negunn  manera  en  eondkis 
HO  metrieni.  Dat.  ValeDcia  XVI  kelendaa  Janü  anni  prodicti.  [1308)  Htl 
17,     Reg.  2H1  f.  105. 

Xi.  Bei  einer  CeKandlsebaft  des  Johannes  Borgnndl  nnd  des  Lipu 
Sanell  de  Lnnn  nuch  Fraiikretch  In  Sachen  de«  Viil  de  .4nM  rr- 
hielt  lelzlerer  den  Auftrag  bezüglich  der  Templer  Philipp  de* 
SchUneu  EU  sagen:  Jayme  danlit  Htm  fUr  «eine  Hlttellong,  dafi 
er  Über  die  Gflter  der  Templer  persSulleh  mit  dem  Papste  nr- 
linndeln,  die  Ehre  Jaymea  (In  dieser  Stehe)  ^le  die  selnige  rtr- 
teidigen  nnd  ttpSter  anstttbrlieh  berlebten  irerde.  (1308)  Hai  iS. 

Aquesta  es  la  informacion  per  el  seynor  rey  Darapon 
(Inda  a  Lop  Snnchez  de  Luna  de  lo  que  el  solo  dcvc  decir  al 
roy  de  Frani^a  sobre  el  feyto  deles  Tempieros. 

Deve  decir  con  buenas  palavras  al  rey  de  Fraiiija  el  dito 
Lop  Sanchez,  que,  coino  el  senyor  rey  Daragon  le  enTiasse  a 
el  sobrd  l'eyto  de  la  vayll  Daran,  inandote  quel  dixiesse  aque- 
slas  palavras:  Com  el  dicho  senyor  rey  Daragon  entendido 
complidanient  lo  que  el  respondio  per  su  letra  ^)  e  per  el 
roli^ioso  fiay  P.  *)  Tholsan  de  la  orden  deles  Predicadores, 
que  el  dilo  rey  Daragon  lenvio  sobre  el  feyto  de  los  bienes 
de  les  Tempieros.  En  la  quäl  carta  e  aun  per  el  dito  frayre 
le  envio  a  decir  entre  las  otras  cosas,  que  eil  por  tractar  sobre 
esto  con  el  seynor  papa  devia  venir  a  eil  personalniont.  E 
quo    defTendria   e  guardaria   la   hoiira   e   lestaniineto    del  rey 

■|  Der  Brief  fehlt. 

')  PiincliasiusV 


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Nr.  8S.   (1308)  Mai  18.    Nr.  84.   (1808)  Mai  25 -(1309)  Mai  17.       131 

Daragoti  assi  como  el  snyo  en  todas  cosas  segunt  su  poder. 
E  quel  faria  saber  lungo  todo  lo  que  se  faria  e  se  ordinaria 
aqui.  Las  quales  cosas  el  rey  Daragon  muyto  agi'adesce  a) 
rey  de  Fran(;a  e  tat  respuesta  esperava  el  del  ... 

Barcelona,  Archiv,  Reg.  335  f.  237  v.  Vgl.  zu  dieser  Gesandtschaft 
auch  J.  Petit.  Charles  de  Valois  p.  lU,  115.  885. 

Kl.    NoUzen  znr  Gesehlehte  der  Belngernng  und  Cber^be  Ton  Mniixou. 
(1308)  Mal  3r>-(13m)  Mitl  17. 

Bischof  Martin  von  Hueaca  an  König  Jaymc  II. :  Artaldus  de  Tiuiin, 
giiliernator  Aragonie,  homines  OHcensts  ecclesie  ...  ml  eimdum  in  exerrituin 
aive  hoat  sopor  raatrum  Montissoni  compellit  fortiter.  Bittet  seine  f.enti', 
wio  bisher,  zu  verschonen.     {1308;  Mai  25.  CRD    Nr.  118.>8. 

Simon  de  MoKna  an  Jayme  II.:  Man  mUsso  mehr  die  frares  de^treyer. 
Er  wisse,  daß  Modzod  nicht  a  «acut  et  lanza  genommen  werden  kilnne.  Ahm' 
es  sei  auch  keiner  da,  der  gut  aufpasse.  da&  kein  refreacament  liinein- 
gelange.  Me  diu  lo  mahester  dels  geyns,  quels  guyns  vagaven  ot  estriven, 
per  quan  iiols  svia  hen  qui  parar  ni  servir.    (1308j  Juni  28.  CRD.  Nr  3572. 

Befehl  des  KUnigs:  Ingenia  in  ubsidione  Moutisanni  cxist^nciii  et 
minus  provide  custodita  cnslodiantnr  cum  diligencia,  (1308)  August  18. 
Reg.  291  f-  91. 

Scripterem  poreionis  dumua  nostre  BeiDardum  Rodera  non  habcns, 
de  qua  posaunt  solvero  aalariuu  uniua  menais  magistroruin  exiaU-nciuni  in 
ubsidione  Mnotiesoni,  rogat,  qunteiiua  miiluet  de  sm>  diio  milin  st<l,  .Inrc 
August  IS. 

I*.  del  Maa  Ober  die  Belagerung;  ÜrTißo  der  Wurfsteino  uhw.  Monziin 
September  11.    Templarios  8.'] 

Für  fr.  Dalmacios  da  Thimiir  und  Bernart  de  Fontibus  wird  guidnti- 
cum  erheten:  ita  quod  nos  scriberamus  eis,  ut  ad  mos  veiiireiit  .  ,  ..  qimd 
aiib  predicta  forma  nullatenus  concederemua.     (1308)  September  2ß. 

An  P.  Marci :  Zahlung  den  marinariia,  quos  . .  .  G.  Adronerii  [mn- 
gister  iogenionim]  de  Barcbinona  apud  Muntemaunum  erat  ductunis  pro 
directione  et  aervicio  dictorum  ingeniorum.  (1306)  September  23.  Reg. 
291  f.  142. 

AnJacobusGgidii  eampsor  in  Pampelona:  Dringende  Sendung  eines  nin- 
gisl«r  ingeniorum  für  Belagerung  Monzons.    Dezember  13U3.    Heg.  291  f  1K4 

An  fr,  Bercngar  de  Bsiuis  u.  a.  Templer  in  Monzon:  Sendung  de^ 
Admirals  Bemardns  de  Sorriano  und  des  tiiesaurnrins  1'.  Marci.  Reg.  2!ll 
f,  190  V. 

Aufforderung  der  Einwohner  von  Haeeca  zum  Zuge  gegen  Monzon. 
(1308)  9  Januar  23.    f.  194. 

')  Vgl.  Forderung  an  Lerida,  300  Mann  gegen  Mnnion  zu  acbicken. 
1.  September.     Prulz  S.  351, 


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182  Briefe,  Reden  und  GutacbUn. 

Seit  1309  Febmar  I.  —  IO.  weilt  J&ytao  li.  in  Uonzon  ;  viele  Auffor- 
derungen zum  Kampfe.    Iteg.  991  f  300  v. 

An  Artaldua  de  Lnna:  Darf  mit  Modzod  verhandeln.     (1309)  Hai  17. 

NoB  Ja.  etc.  Cum  preeenti  carta  noatra  volumns  et  canceditnna  vobis 
fratri  Berengario  de  Pulcrovisu,  fr.  Dalmacio  de  Timor  et  fr.  A.  de  Btnynlä 
et  alÜB  fratribus  TempIsrJis  in  Castro  Montiaaoni  nunc  aaBJatentibus,  qaed,  li 
forte  ordo  Teinplariorum  ad  etatuiii  redierit  asauetum,  in  quo  er«t  ante  pnt- 
cessum  factum  contra  vor  et  alios  frntres  ipsius  ordiuis,  dos  in  eo  casa 
rcetituemus  vobis  nut  ordini  Tempil  ciistruni  predictam  MontissoDi.  Harre- 
lona  Mai   17.     leb  nehme  hierzu  auher  der  cbronologischen  Reihe: 

Sü.  Sene  TonehlXge  des  KUnigH  fUr  die  Ubei^abe  Ton  Honion.   (1309 
Tor  Hai  17.) 

Esto  es  lo  quel  senyor  rey  atorgo  a  don  Arial  et  a  don 
P.  de  Queralt,  que  faria  e  milloraria  a  los  capitoles,  que  ja 
avia  dados.  . 

Primeranient  que  atorgava  de  embiar  al  papa  un  rieh 
homne,  si  convinent  se  podia  trobar  ala  dita  mandadria,  e  sino 
de  embiar  hi  I  cavallero  o  II  honirados  e  fer  todo  su  poder 
endre^at,  como  el  maestro  con  IUI  o  V  freyrfis  e  un  savio  o 
II  vayan  delant  sa  presencia  salvos  el  seguros  de  ida,  de 
eslada  et  de  tornada,  a  mostrar  de  su  dreyto,  tro  que  sean 
tornados  a  la  preson  de!  senyor  rey,  e  que  estos  freyres.  qiii 
iran  con  el  maestro,  sean  esleydos  por  los  freyres  del  casliello 
de  Mon^o. 

Item  que  todas  sus  joyas,  que  son  dentro  el  casUello  Je 
Mon(;on,  e  diners  e  arnes  de  sus  cuerpos  sea[n]  puesto  en  rtiaoo 
de  fiel  deyus  tal  condicio,  que,  si  el  papa  los  demandava  al 
rey,  que  el  fiel  las  rendiesse  a!  rey,  por  que  las  podriesse 
tomar  al  papa.  E  encara  si  la  orden  del  Teuiple  se  deslada, 
que  aquell  fiel  las  riende  al  rey.  Pero  si  la  orden  del  Temple 
fincava  en  su  estado,  quel  dito  fiel  sea  lenido  de  tomar  lo 
todo  a  cadauno  dellos  freyres. 

Item  que  atorga  el  sennor  rey,  que  aquellos  freyres,  qw 
don  P.  de  Queralt  et  don  Arial  terran  por  bien,  que  puedan 
tener  sendas  bestias  mulares  pera  su  cavalgai*. 

Item  al  feyto  del  turment  dize  el  senyor  rey,  que  no  es 
suyo  el  poder  sino  del  papa,  pero  prometen,  que  fara  todo  su 
poder  en  escusar  ne  a  cllos  et  a  lodos  sus  naturales. 


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Nr.  85.    (1309  vor  Mai  17.)  138 

Item  al  Teyto  de  oyr  sus  oras  et  el  sagramenlo  de  )a 
eglesia  dize  el  senyor  rey,  que  no  es  suyo  el  poder  ni  viene 
a  eil  ...  1). 

Item  atorga  el  senyor  rey,  que  de  la  moneda,  que  dentro 
CS,  quen  pueda  prendre  cadauno  algfuna  quantita  convincnt  por 
a  sus  necessarias  a  conoximento  de  don  Artal  et  de  don  F. 
de  Queralt.  Et  que  les  sea  perdonado  toda  ren,  que  ayan  feyto 
ni  dito,  de  que  estos  feytos  conien^aron  *), 

Item  al  feyt  de  los  solares,  qui  son  en  el  castiello  de 
Mon^on,  el  senyor  rey  lis  perdona  toda  ren  .  .  .  Sean  pagades 
sus  soldadas  . . . 

E  en  [las]  mismas  condicions  .  .  .  se  entiende  freyres 
legos  del  castiello  de  Chala[me]ra  ^). 

BarcelonH,  Archiv,  Teraplarioe  Nr.  59.  Gleichz.  Streifen  Papier.  Der 
Originalvertrag  von  tS09  Mai  IT  befindet  siuii  unter  den  Pergaminos 
Kr.  2653. 

Ich  hebe  «ns  der  etwas  ausfshrlicheren  Fasanng  bervor:  &)  Den 
BrOdem  bleiben :  Inre  joyea,  co  ea  saber  taaaee  et  cuyileres  dargeot  et  anells 
et  libree  ßomans  et  altrea  jojee  menudes.  Et  dela  lurs  dinera  ...  et  robes 
de  tits  .  .  .  indes  les  amee  o  armadurea  Iure  et  tote  los  Htnes  de  Inrs  cnr- 
pes.  (3)  I.es  nrmadnrea  del  castell  et  vexella  et  tot  aparellnmeDt  dalberch 
ab  carta  publica  sien  comenndes  a  aquell,  qui  t«ndra  lo  castell.  (4)  Geld- 
entachsdigung.  (5)  AI  fet  de  tunnent  promet  don  Artal  en  uom  del  senyor 
rey  als  dits  frsres,  quel  dit  senyor  rey  fara  tot  son  poder  ns«.  (8)  Alle 
UHcnnden,  die  die  BrOder  nnd  Laien  haben  mflseen,  sollen  frei  von  Abgaben 
sein.  (10)  A  cavall  o  a  peu  se  pnsquen  nnar.  Dia  guardes  dQrfen  sich  in 
nicht«  mischen,  abgesehen  von  der  Bewachung.  Dann  folgt  die  Verteilang 
der  Templer  anf  die  verschiedenen  Bargen. 

,E  nos  frare  Beringer  de  Hell  Tis,  fr.  Dalmau  de  Timor,  fr.  Aman 
de  Banyola  et  fr.  Bemart  de  Bellifent  en  nom  nostre  et  de  tots  los  altros 
frares  eatanta  en  lo  dit  castell  de  Hunt^o  atorgam  a  vos  dit  noble  don 
Artal  de  Lnna  en  nom  del  dit  senyor  rey,  que  lo  dit  senyor  rey  o  vos  o 
altre  en  loch  dell  conplen  a  noB  lo  avinen^s  darountdita.  Nos  ancontinent 
iinraTem  a  vos  poderosament  lo  dit  castell  de  Muntfo  segons  la  ordinacio 
del  senyor  papa  el  que  sia  en  poder  del  aenyor  rey,  segons  quels  altrea 
castella   et  bena   del  Temple  son    en    son    poder    perla  ordinacio  del  dit 

')  Will  mit  den  Bischöfen  darüber  verbandeln. 

*)  Eh  folgt  ein  Kapitel  Ober  die  idendos*. 

')  Eine  Anzahl  Funkte  stimmen  inhaltlich  mit  den  Kapitulationa- 
bedingungen  von  Miravet  flberein  (oben  Nr.  58),  doch  gibt  es  auch  einige 
ebarakterietische  Unterschiede. 


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134  Uricft',  Rodop  un<1  Uutuuhteii. 

üuiiyur  piipu  et  inutreni  DOBtrca  pursonea  cn  vostro  poiler  on  iiom  dcl  soiijor 
rty  .  .  .■  IX.  kHlcndaa  Junü  n.  d.  mill.  CCUIX.  NotariatanatnimcBl  mit 
doD  Hnndzeicljen  der  Templer. 

H>.  JohnnneH  Bai^nndi  an  KOnl^  Jajine  11.;  Ankanlt  PMllppsd.  Srb. 
In  Poltiers.  BegrllBuDfsrede  des  Papstea :  BUcbbcbr  naeb  Rom 
niid  Kreuzzugisplau.  Dauer  des  AnTenlli altes  des  KSalg«.  Y^ 
■norditngr  Albredits  1.  Uninl^ltebbeit,  deu  Papst  za  sprccbta. 
Poitlers  (i:tON|  Hnl  2«. 

Rfx  Francie  iiUravit  civiliileii)  Pictiiuensoiii  hodic  et  ali- 
qui  prelati  cum  eo  et  barones"  ...  et  procuratores  vei  sinditi 
loronim  insigiiiuni  terre  sue.  Papa  inullum  grale  recepit  fum 
et  in  ipsius  rt'gis  et  cardinalium  presencia  dixit,  quod  (?)  gau- 
dobat  de  eins  advenlu  propter  diio  signanter:  Prinio  quia  ipsc 
iiilüiidcbat  irc  ad  setlein  »uam,  sciücet  Romani,  uiide  ante  re- 
cessum  suuni  desideraltat  euni  videre  prcsencialiter  *.  Secundo 
quia  ipse  rex  veniebat  propter  (V)  negocium  Terre  Sancte,  quoii 
multum  erat  cordi  eidem  regi.  Et  tunc  ipse  papa  iiiteiTogavit 
ret^eiu,  si  erat  tta,  qui  respondit  quod  sie.  Et  istec  ...  priii- 
cL'ps  fuit  effectus  proposicionis  pape. 

De  mora  rcgls,  [quam]  hlc  contrahet,  nescitur,  sed  cre- 
diUir,  quod  non  sit  brevis,  njun  [vacancie?]  indicte  sunt  in 
audioncia  causarum  et  in  audiencia  IJtterarum  a  die  . . .  pre- 
torita  usque  ad  quindecini  dies  pust  festuni  lohannis  Baptiste 
se(]uentem,  ita  quod  niulti  curialcs,  qui  eraiit  bic  pro  causis<' .  ■  ■ 
de  domibus  suis,  ut  ibi  recipiantur  regalcs. 

(De  repc]  Aiamannie  iam  vobis,  serenissime  princep?. 
scripsi,  qualiter  prima  die  preseiitis  mensis  Madii  fuit  inttr- 
fectu-s  per  nepotcm  suum  carnalem  . .  .  Die  .  .  .  proxime  piv- 
tcrita  fuerunt  octo  dies,  quod,  cum  papa  equitasset,  disi  ci. 
IquodJ,  sicut  ipse  stiebat,  hahcbam  verba  ad  eum  ex  parte 
ccl^itudiiiis  vestre.  Dixit  miclii,  quod  redirem  ipsa  die  posl 
prandium,  quod  feci.  Et  per  queridam  domicellnm  mandavil 
inicbi,  quod  redirem  in  crastinum,  quocl  ...  et  feci.  Et  in 
ipso  cTitstino,  cum  ipse  deberet  equitare,  videns  [mc]  vofuvit 
me  et  excusavit  se  propter  multiplicitatem  n^^ciorum,  quia 
me  non  audiverat,  sed  dixit  michi,  quod  redirem  iii  craslinuni, 

.(    Ein  Wort  fehlt.  I.   01>  statt  pereooaliter  ?  -■  Zwei  Wut- 

tcr  fehlen  tl    3-4  Wörter  fehlen. 


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Nr.  86.    (130^)  Mai  26.     Nr.  87.   (13U8)  Hfli  29.  135 

scilicet  die  doniinica  .  .  .  Redivi  ipsa  Hie  dominica  et  die  lunc 
et  pluries  post  et  iiondum  sibi  locutus  sum.  Dat.  Piclauis 
(^doinin]ica  post  festum  ascensionis  domini. 

Barcelona,  Archiv,  CRD.  App.  gen.  Nr.  83,  Or.  t'ap.  Sep.  Eine  SHtf 
ist  vollständig  abgefault.     Der  Brief  nber  die  Ermordung;  Albrocbta  fehlt. 

H7.   Eitnnrf  zm  der  Etede  ^Tllhelm«  ron  Flalslans  ror  dem  Papst«  Cle- 
neBK  V.  In  Foltlers.    (1308  Tor  Hai  29.) 

In  Dei  nomine  amen.  Chrislug  vincit,  Christus  lügnat, 
Christus  imperat! 

Post  illam  universalem  victoriaiii,  quam  ipse  dominus 
Ihesus  Christus  fecit  in  ligno  CTUcis  contra  ostem  antiquum  pro 
defensione  ecciesie  siie  et  umani  generis  redeinpcione,  qui 
regnat  et  imperat  et  pre  aliis  antonomasice  et  per  excellen- 
ciam  meretur  dici  et  nuncapari  rex:  tum  quia  fillus  regis  re- 
gum,  videlicet  Dei  patris,  qui  est  et  Tuit  et  eiit  in  eleniuni 
et  ultra"  rex  cell  et  terre,  rex  regum  et  dominus  domiiiorum, 
tum  quia  incamatus  et  natus  de  Maria  vii^iine,  niatre  sua, 
que  et  ipsa  ex  rcgali  Tuit  orta  progenio,  cui  nuuquam  fuit 
regina  reperta  similis  nee  in  posterum  habebit  sequentem.  Et 
eciam  iinperator,  quia  omnibus  sub  solc  existentibus  impcral, 
angelis  etiani  et  bonis  et  malis  spiritibus,  omnibus  eciam  clc- 
mentis  et  a  nemine  imperatur.  Non  fecit  ahquam  particularem 
victoriam  contra  inimicos  sue  ecciesie  et  fidei''  .  .  .,  ita  miram 
et  magnam  et  stranuam(?),  ita  utiiem  et  necessariam,  sicut  ledt 
noTissime  hils  diebus  per  ministros'^  ...  ad  hoc  in  perßdiorum 
Templariorum  negocio  mlraculose,  detegendo  eorum  pravitatern 
heretioam  in  animorum  ipsorum  periculum  et  subversionein 
fidei  et  destruceionem  ecciesie  diucius  exculcatam. 

Ad  manifestandum  igitur  predictam  victoriam  vnbis, 
pater  beatissime,  qui  estis  urbis  et  orbis  universalis  episcopns, 
vicarius  spiritualis  in  terris  summi  presulis  Ihesu  Christi,  ac 
fratrJbus  vestris,  qui  sunt  columpne  ecciesie  sancfe  Dei  ac  per 
vos  et  ipsos  omnibus  Christicolis  dominus  noster  Francie  rex, 
dicti  r^s  lesn  Christi  in  regno  suo   temporalis   vicarius  totus 

R    Es  folgt  QberflQasig  reguin  (Vi.  h   Fehlt  ein  scliwer  lesbares 

W<Hi.  c   Fehlen  zwei  WBrt«r. 


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136  Briefe,  Reden  und  Gutachten. 

et  integer,  id  est,  cum  omnibus  membris  suis  prelatis,  capilulis, 
toto  clero  et  ecclesia,  baroDibus  et  militibus,  communilalibus 
et  fidelibiis  populi  regni  sui  ad  vestre  sanctitatis  venerabilcra 
presenciam,  predecessorum  suorum  inherendo  vestigiis,  Romane 
ecclesie  matri  sue  et  cedi  ^  vestre  debitani  et  consuetam  reve- 
renciam  exhibendo,  non  intendentes  ipse,  eius  prelati,  barones 
et  populi  partem  accusatoris,  denunciatoris,  instructoris  >el 
promotoris  in  figura  iudicii  contra  quemquam  assmnere,  set 
ut  fidei  catholice  zelatores,  defensores  ecclesie,  murus  lenisalem 
et''  purgatores  heretice  pravilatis  vobis  dicte  victorie  nunciarc 
et  ehisidare  nmteriam  atque  forniam. 

Fuit  igitur  dicta  victoria  in  belli  ingressu  orrenda  et  ter^ 
ribilis,  in  eins  progressu  iocunda  et  mirabilis,  in  eius  egressu 
dilucida,  not[oria]  et  indubitabilis.  Nilque  aliud  restat  agen- 
dum,  nisi  quod  in  eius  execucionis  effectu  per  vos,  pie  pater, 
et  alios,  ad  quos  pertinet/"  .  .  .,  et  oportunis  adiuvaturC:').«  re- 
mediis,  ut,  per  qua  ^  Christicolis  nescientibus  publicetur  et  de- 
claretur  omnibus  popults. 

Onenda  luit  doniino  regi  et  aliis  Christi  ministris  et  ter- 
ribilis  ab  inicio  propter  quatuor:  primuin  propter  condicioneni 
pei'sonarum  denuncianciuni,  quia  parvi  status  erant  hoinines') 
ad  tani  grande  promovendutn  negociuni. 

Secundum  propter  inagnitudinem  et  immanilatem  (y)i 
divicias  et  potencias,  statuni  religionis  delatorum  et  hiü  ad- 
herencium. 

Tercium  propter  inunianitatem '  criminum,  ex  quibus,  si 
vora  erant,  dlvlna  et  liumana  subvertebatur  natura. 

Quartuni  propter  dileetiotiis,  tidelitatis  et  devocionis  vin- 
cula,  quibus  erant  domino  regi  utpote  suo  principali  patrono 
et  doniino  temporali  adstricti;  et  quia  dominus  rex  proseqHe 
batur  eosdem  et  sui   predecessores   fecerant  speciali  gracia  et 

d   So   Konzept.  e   Konzept  se.  f  Dos   Folgende  leM  i'l> 

abiuts.    Ein  Btichatabe  vorher  fcblt.  1/  adiuta.    Das  t  ist  unteqiangk'rl. 

/(   Su  Konzept.  i    So  eher  ala  immanitas.    Vgl  folg.  Nr. 


')    Eine   auf^llige  Abweichung  von  der  Rede.    Nach  Job.  Borgnai 
(vgl.  folg.  Nr.)  hat  PlaiaiaDB  sicher  nur  Ton  einem  VerrSt«r  gesprochen. 


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Nr.  87.    (1308  vor  Mai  29.)  137 

Tavore  et  pre  aliis  relit^iosum  porlantibus  Iiabituni  pcculiareni 
confldenciam  habebat  de  ipsis. 

Super  hoc  primo  narretur  totus  processus  regis  ab  inicio 
infomiacionis  secrete  per  eiim  factc  el  postea  per  inquisilorem 
et  maturitas  conscilii  sui  facti  apud  PonLisaram  usque  ad  tempus 
Ordinate  capcionis  eoruin. 

locunda  et  mirabitis :  Primo  quia  Deus  tales  huius  victorie 
elcgit  ministros,  qui  non  querunt  in  bis,  que  sua  sunt,  set  que 
Christi,  abicientes  a  se  oninem  eupiditatem  et  vanam  gloriani. 
Et  hie  dicalur  regis  intencio  et  ordinacio  super  bonis.  Alius 
enim  vJvus  aiisus  non  fuisset  agendi  rem  tarn  grandem ;  et  ipse 
propter  multa  tenetur  ad  hoc,  potissime,  quia  in  coronacione 
iuravit, 

II  quia  Christus  videtur  niiraculose  egisse,  ut  vos  de 
regno  Franc  ie  Petri  successorem  assumpsil  vosque  in  regno 
predicto  presencialiter  cum  curia  vestra^  adesse  cum  rege  a 
clomino  electo  et  benedicto  pre  ceteris '  . .  .  et  ipsum  vobid'"  .  .  ., 
ut  utriusque  virtus  siniul  unita  constanter  debellaret  pro  ipso. 

III  quia  omnes  primates  ceierati  ordinis  ex  diversis  mundi 
partibus  sub  alterius  cause  velamine  in  dictum  rcgnum  de  pre< 
niissis  subituros  aduxit  iusticiam. 

IUI  Quia  magisler  cum  omnibus  aliis  primatibus  ante 
capcionem  eorum  excusando  se  regi  ipsi  et  legende  errores, 
quantum  poterat,  et  exprimendo  iura{?)  et  secreta  eoruin  ex 
lionere  suo  aliis  presentibus  et  consencientibus  confessus  fuit 
heresim  manifestam  adversus  sacraraentum  clavium  et  confes- 
sionis  sacramentalis. 

V"  quia  in  capcione  eorundem  aliqui  ex  eis  metu  crimi- 
num sibi  impositorum  desperati  de  Christi  misericordia  laqueo 
se  suspenderunt,  alii  se  occiderunt,  alii  se  precipitaverunt. 

VI"  quia  uno  eodemque  tempore  omaes  paucis  exceptis 
in  diversis  r^ni   partibus  per  omnes   bailivias  et  genescallias 

h    Folgt   wieder:    in    regno    predicto.  /   Fehlt   ein    Wort.     Die 

Stolle:  n  domiuo— ceteris  ateht  Übergeschrieben  und  scheint  dem  Sinne 
nach  hierhin  zn  gehören.  Dem  Zeichen  nach  eher  nach  ipsum  zu  setzen. 
•1  Hier  folgt  eine  S4:hwer  deutbare  Stelle  von  zirka  5—6  VVOrteni. 


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13S  Briefe,  Reden  and  Gutnthteii. 

predicta  confessi  fuerunt  spontanei,  pro  tiibus  partibiis  '),  absquL* 
quod  unus  sciret  de  alio,  et  oniiiium  in  substancia  arÜculonJin 
est  Concors  confessio  nee  iiiterrogabantur  de  certo  nee  Uli. 
qui  cratit  in  una  baiüvia  vel  senescallia  sciebant  de  aJiis. 

Item  maijister  in  publice  sermone  coram  univeR-ilate 
Parisiensi. 

Ilem  ille  de  Usecia  et  ille  de  Carcassona  et  multi  alii 
per  aperta  miracula. 

VII"  quia  fuit  in  eis  taui  diutinä  perseverancia  et  cepiusnunc 
cüi-ani  episcopis,  interduni  coram  officialibus  eorundem  et  aliis 
viris  religiosis  et  coram  clero  et  populo  eoruin  iterato  «  confe^ao. 

Quidain  aotem  post  confessionem  spontaneam  et  cepiui 
coram  diversis  per  magna  intervalla  septimanarum  el  mensiuni " 
et  perseveracionem  diutinam  revocaverunt  eosdem  collusioDe/' 
habita  super  hoc  inter  eos,  ut  noverunt  domini  cardinales  itiissi 
Parisius  et  conlorlacione  recepta  per  nuncios  et  literas  aliquo- 
rum,  que  suo  loco  et  tempore  delegentur,  quorum  quidani 
magni  in  liac  curia  dicuntur  fuisse.  Et  corrumpti  suntC:*)  pec- 
cunia,  all!  aliis  inorriinatis  motibus,  qui  penam  fautonim  liere- 
ticorum  possunt  merito  formidare. 

VIII"  quia  post  confessiotics  generales  concordes  omiiiimi 
alii  post  multa  tempora  spontanei  enormiora  confessi  sunt. 
Et  Ille  dicatur  illud,  quod  Uli  V*  confessi  fuerunt  coram  archi- 
episcopo  Senonensi  et  ilü  XXX  coram  episcopo  Mastieonensi 
et  unus  de  illis  V*  in  illa  confessione  perseverans  in  inoriis 
arliculo  migravit  utinam  ad  dominum. 

Stetit  dilucida  et  utinam  indubitabilis. 

Primo  quia  per  testes  convicü'/  quam  plures  et  superatus 
est  ordo. 

Secundo  quia  confessi  tot  confessionibus,  quod  rem  fadunl 
notoriam. 

Tercio  per  famam  publicam,  quia  est  conimuriis  tociuä 
regni,  ymmo  tocius  mundi,  contra  ipsos  aclaniatam. 

II  8u  Konzept.    Ob  atatt  iterata?  n    Hier  folgt  itoram.         ^  S> 

Konzept.    Ob  statt  coHocutioae  ?  ff  EigeoUicb  convincti. 

'l   So   steht  dentlich  dn.     Dhs  weiat  doch  auf  die  verachiedEnen  ^f^ 


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Nr.  87.    |1308  Tur  Hm  29.)  1S9 

Qiuirto  quia  Dcdum  est  iiotorium  iuris,  yiiiino  notoriuiii 
l'ucti  apud  onines  homities. 

V  per  instrumenta  publica  et  sc-ripturas  aulenlicaiü  sigillis 
autcnticis  sigillatas. 

VI  per  rolacioneni  indubitatam  tanti  et  tarn  catholici  priii- 
cipis,  in  bac  pnrte  Cliristi  ministri,  cui  in  [hi]s,  que  Hdet  sunt, 
debet  credi. 

VII"  per  relacionem  tantorum  catholicorum  pontißcum  '■, 
(jui  pro  se  et  tota  Gallicana  ecciesia  hec  prolitentur  nolorie. 

VIII"  per  aclamacioneni  tantorum  barununi  et  {jopuloruiii 
Jiuius  regni. 

Presunpcionibus  ortuni  habentibus  et  diversis  indiciis 
perspicuis  et  vcrisitiiilibus  coniccturis,  que  per  se  siniul  iunclc  " 
sine  aliis  presedentibus  rem  indubitatam  Facerent: 

Primo  prenunciavurunt  hoc  populi  a  tempore,  quo  de 
contrario  non  extat  memoria,  quod  in  sccreta  i-ecepcione  oorum 
aliquid  illici(un)  committebant  et  de  hoc  probabilitpr  ab  oui- 
nibus  babebantur  suspecti  publice  et  notorie. 

Secundo  quia  ep[iscopis]  Romane  ecciesie  sccieta  ordinis 
sui  non  revelabant. 

Item  quia  de  noctc  faclebant  c<\pitula  et  convcnticulas 
.suas,  qui  mos  est  hereticorum,  et  qui  male  egit,  odit  luccm. 

Item  a  fructibus  eorum  cognoscere  possumus  eosdetn, 
quia  per  defectuin  ipsorum  Terra  Sancta  dicitur  perdita  et 
pacliones  secretas  cum  Soldano  cepius  dicuntur  fcclsso  iiec 
ospitalitas  nee  etemosina  nee  alia  opera  cnrttatis  liebant  In 
domibus  eorum.  Totum  intentum  eorum  erat  jn  acquirendo 
et  litigando  et  iurgiando  et  ita  promittebant  se  facturos  iure 
vel  iniuria,  ut  reperitur  per  deposiciones  quorundam. 

Item  quia  alÜ  capti,  ut  suspectt  de  hore.^i,  et  accusati 
fregerunt  carceres  et  alü  citati  non  venerunt;  et  aiii  iu:^.si  capi 
eciam  per  Romanum  pontificem  aul'ugerunt.  Quorum  quidam 
sunt  latrones  in  silvis,  alü  doprodatores  viaruin,  alü  occi^orcs, 
alü  minantur  mortem  gladio  vel  veneno  iudicibus  et  ministris 
huius  negocii. 

f    So    nur    zn    lesen,  n    iucte.      Vorher    perätipiciia    stHtt    per- 


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140  Briefe,  Reden  und  Gutachten. 

Itein  io  multis  mundi  partibus  muniebant  castra  contra 
ecclesiani  et  executorem  eiusdem,  subtraxerunt  bona  et  dila- 
pidaveioint,  consumpsenint  eadem,  etiam  vasa  sacra. 

Item  nulli  vel  pauci  eciam  de  hiis,  qui  estra  regniim 
Francie  habitabant,  optulerunt  se  pui^aturos,  licet  iussus ' 
universalis  emanäverit  ab  hac  cede,  quod  omnes  tamquaro 
suspecti  de  heresi  capiantur,  ymmo  multi  in  regnis  Ispanioruin 
comorantes  ad  Sarracetios  se  transtulerunt  omnino  '). 

Ex  predictis  igitur  necessarie  concluditur,  predida  fore 
notoria  et  dilucida  et  indubitabüia,  luce  meridiana  clariora  nee 
de  cetoro  posse  vel  debere  ab  aliquo,  qui  sit  verus  catholicus 
et  velit  favoris  heresis  evitare  periculum,  in  dubiura  revocari, 
nedum  rebus  manifestatis  a  Deo  miraculose,  ut  predictum  est, 
per  predictum  christianissinium  principem  et  predictani  Galli- 
canain  ecclesiam,  barones  et  omnes  populos  dicti  regni.  Ymmo 
et  si  bnitum  animal  hoc  ita  darum  et  probatum  differret,  non 
esset  ulterius  disputandum.  Ita  est  favendum  cause  fidei  et 
specialiter  per  Romanum  pontificem,  cuius  cause  omnia  iura 
favent  et  in  ea  omnes  regule  iuris  faltunt.  Nee  est  curanduin, 
quomodo  aiit  qualiter  aut  coram  quo,  dummodo  veritas  ^t 
reperla,  ut  est,  et  maxime  per  Romanum  pontificem,  qui  so- 
lutus est  iuribus. 

PATifl,  Ärdi,  Nat.  J.  413.  Nr.  ST.  KouKept  Papier  2  BU.  mit  vielen 
KorrektureD.  Zuweilen  eubner  leebar.  Ob  von  Nogareta  Uaodl  JflDgero 
inkorrekte  Abschrift  liegt  bei. 

88.  Johannes  llnrgrniidl  nn  HVtäg  Jsyme  11.:  HItteilan;  der  Bed« 
Wilhelms  von  Plalsians,  des  Ei^blschob  von  Narbonne,  des  En* 
blschofä  von  Bonrges  niid  der  Vertreter  der  venehledenen  S)life 
sowie  des  Papstes  Clemens  V.  im  Konslstorlnm  In  Foltlers  »■ 
2».  HoL    PoltierB  (1308)  Hai  30. 

Excellentissinio  et  niagnifico  principi  domino  suo,  domino 
lacobo  Dei  gracia  regi  Aragonum,  Valencie,  Sardinie  et  Gorsice 
comitique  Barcliinonensi  ac  [sancte]  Romane  ecclesie  vexillario, 
admirato  et  capitaneo  generali  suus  in  Romana  curia  proeura- 

t  So  Konzept. 


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Nr.  88.    (1808)  Mfti  30.  141 

tor  lohannes  Bui^undi,  sacrista  Maioricensis  et  canonicus  Valen- 
tinus,  inter  consiliarios  eius  [ininijmus,  sn  ad  eius  manuum 
oscula  cum  subieccione  debita  genuflexum.  Noveril  vestra 
regia  celsitudo,  seretiissime  priiiceps,  quod  die  mercurii,  que 
fuit  IUI.  kalendas  lutin,  dominus  papa  ten[uit]  consistorium 
publicum  cum  cardinalibus  in  aula  regia,  in  qua  consueverunt 
sedere  auditores  sacri  palacii,  sed  rex  Francie  tenet  eam  nunc. 
Et-  in  consistorio  ipso  fuit  prcsens  ipse  rex  Francie  cum  baro- 
nibus  [suisPJ  aliquibus,  quia  non  sunt  hie  multi,  et  cum  pro- 
curatoribus  et  sindicis  tarn  prelatorum  quam  capitulorum  ot 
conventuum  quam  baronum  quam  etiam  et  civitatum  et  locorum 
insignium.  Fuerunt  etiam  ibi  präsentes  aliqui  de  Francia  et 
aliunde,  qui  secuntur  curiam  et  omnes  officiales  curie  et  deinde 
clericoram  ei  laicorum  innumera  multitudo. 

Surrexit  auteni  in  ipso  consistorio  pro  parte  regis  Francie 
dominus  Guillelmus  de  Plasiano  ^)  miles  et  doctor  legum  et 
slans  pcdes  supra  quoddam  scannum  proposuit  nomine  et  pro 
parte  ipsius  regis  contra  Templarios  incipiens  sie:  Glirislus 
vincit,  Christus  regnat,  Christus  iniperat!  Et  prosequens  hoc 
tlicma  dixit,  qualiter  dominus  noster  Ihesus  Christus  magnam 
victoriam  obtinuerat  teinporibus  istis  de  ininücis  suis,  qualis  non 
fiierat  a  tempore  passionis  sue  citi-a.  Ft  post  aliqua  circa  hoc 
dicta  subiunxit  sie :  Pater  sanctissime !  Rex  Francie  non  vonit 
pro  negotio  isto  ad  vos  sicut  accusator  nee  sicut  delator  nee 
sicut  denunciator  nee  sicut  instrurtoi-  nee  sicut  partem  faciens 
sed  venit  ad  annunciandum  vobis  gaudium  magnum,  quod  est 
omni  creature  de  victoria  isla.  Que  quidem  victoria  Tult 
orrenda'  et  terribilis  in  ingressti,  fuit  iocunda  et  mirabilis  in 
progressu,  sed  et  fuit  notoria  et  indubilabilis  in  ^ressu.  In 
iugressu  quidem  fuit  orrenda  ot  terribilis  propter  tria,  videlicet: 
propter  parvitateui  deferentis,  propter  magnitudinem  detatorum 
et  propter  enormitatem  flagitiorum.  Quorum  quidem  trium 
consideracio  et  si  fecerit,  quod  rex  ad  statim  credendum  non 
moveretur,  nichilorainus  tamcn  zelo  accensus  fidei  et  igne  sancti 


*)  Man  vgl.  Aber  ihn  besonders  Le  HayeD  Age  T  (1892)  | 
'M  dieser  Kedc  nnßer  dem  Konzept  in  vor.  Nr.  den  Auszug  i 
s    Albani  (RislinngFr)  Ann.  regia  Edward!  priini  p.  492. 


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U2  Briefe,  H«den  und  OnUcliten. 

spirilus  inflaraatus  noluil  delala  totaliter  non  credere,  sicut  nee 
expediebat.  Sed  super  ilÜs  voluit  cerliorari  et  proswutus  psI 
tunc  idem  dominus  Guillelnius  de  Plasiano,  qualiter  U,  t|iil 
m'fiotium  isttid  detulit  et  revelavit  r^i  Fraiicie  homo  eral  parve 
conditionis  habito  respectu  ad  ipsos  Templarios  et  audilo'}  eo 
rex  Fraucic  locutus  fuit  inde  domino  pape,  dum  adhuc  esset 
Liigdiini,  et  postea  locutus  est  inde  sibi  ilcrum,  dum  essel 
bic,  modo  erat  annus,  et  aliquando  per  nuncios  suos.  El  in 
negotio  isto  processum  fuerat  auctorilate  lilterarum  ipsius 
domini  pape*),  Postea  locutus  est  de  magtiitudlne  dclatonim. 
id  est  Templariorum,  quaiiter  magni  et  multum  potentes  eraii( 
in  ecciesia  Del.  Deiiide  expressit  iinmanitalem  seu  enortnitatem 
fln^itiorum  vel  errorum  iliomm,  recitando,  quaiiter  ipsi  ter 
ncgabant  Iliesum  Christum  esse  fdium  Dei,  et  ter  spuebant  in 
oius  imaginem,  et  viciuiii  sodomiticum  inter  sc  beere  dicebanl. 
quoddam  ctiam  idolum  ostendebatur  eis,  qui  reputabantur  bonl 
inter  eos,  et  illud  adorabant.  Et  postquam  de  hjis  locutus  c>< 
idem  dominus  Guiilelmus,  seriöse  prosocutus  est,  quaiiter  victoria 
illa,  de  qua  predlxil,  ftiit  iocunda  et  mirabilis  in  proüressu 
proptcr  tria,  videlicet  propter  Dei  providentiam  eligentem  mini- 
strum,  propter  Dei  clementiam  providentem  magistrum,  et 
propter  Dei  sapieiitiam  ordinantem  processum.  Dei  Providentia 
elogit  ad  hoc  negotium  ministrum  scilicet  ri^em  Francie,  qui 
in  regno  suo  est  Dei  vicarius  in  temporatibus,  et  certo  nullus 
ad  hoc  uiagis  idoneus  inveniri  potuisset.  Nam  ipse  est  prineeps 
devotissimus  et  cliristianissimus,  potentissimus  et  ditissimus. 
Undo  taceant  illi  maledicli,  qui  volentes  ipsis  Tempiariis  Tavere 
in  errore  suo,  dicunt :  quod  rex  motus  est  ad  isla  propter  ava- 
ritiam  et  cupiditatem  bonorum  illius  ordinis.  Gerte  non  ei 
cupiditate  motus  est,  quia  satis  babet  et  ultra  quam  aliquis 
princcps  christianus.  Prelerea  bona  ipsa  Templariorum  eom- 
misil  certis  pcrsonis  fidelibus,  non  officialibus  suis,  qui  extra 
rationes  suas  illa  custodiant,  ut  expendantur  in  passagio  Terre 

')  Hieraus  scheint  docti  hervorzugelien,  daß  zwischen  der  EnthnllDic 
Eaquins  von  Flnyinn  und  der  Mitteilung  an  den  Papst  nnr  ein  icOnfrrr 
ZwiBcbenrauni  liegt,  dft&  h)so  die  Bnthflilung  1305  stattfand.  Vgl.  Dv- 
stellung. 

')  DngejtPn  protestiert  der  Papst  in  seiner  Rede, 


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Nr.  8S.    (ISOS)  Hai  80.  14S 

Sande,  pro  qua  data  fuerant.  Licet  enim  ipso  forte  de  iure 
posset  ea  sibi  Gonfiscare,  noti  vult  tamon,  quod  intentio  suorum 
progenitorum,  qui  ea  dedenmt  conteinplatione  Terre  Sande, 
frustrarelur,  sed  quod  in  illo  negotio  expendantur.  Non  ergo 
ex  cupiditate  motus  est  rex  sed  zelo  fidei.  Unde  si  dominus 
Karolus  frater  suus  vel  filius  regis,  qui  ibidem  presentes  sunt '), 
aut  rex  Nauarre  primogenitus  suus  essent  tales,  quod  Dens 
avertat,  idem  Tecisset  et  facerel  de  eis, 

Dixit  postea  idem  dominus  Guülelmus  proponens,  qualitcr 
Dei  dementia  providit  ad  hoc  negotium  niagistrum  sdlicet 
papam,  Christi  vicarium  in  spiritualibus,  non  undecumque,  sed 
de  isto  suo  regno  gloriosissirao  scilicet  regno  Francie  imo 
Francorum,  ut  loquar  proprius,  oriundiim,  et  ex  quadam  Dei 
ordinatione  moram  ibi  cum  tota  sua  curia  contrahentem.  Si 
enim  papa  fuisset  ultra  montes,  rex  presentialiter  euni  videre 
non  potuisset.  Si  per  nuncios  negotium  istud  habuissel  fieri, 
niultum  potuisset  difTerri.  Deinde  dixit  idem  proponens,  qua- 
liter  Dei  sapienÜa  ordinavit  processum,  Nonne  a  Deo  factum 
est,  quod  magister  ordinis  cum  maioribus  et  quasi  omnibus 
fi-atribus  suis  ultramarinis  [ex]  aliis  causis  venerat  ad  partes 
istas  et  inventus  est  in  regno  islo?  Certe  a  Deo  factum  est 
Iioc,  ut  facti  veritas  darius  elucesceret.  Ipse  enim  magister 
sponte  et  sine  tormentis  omnia  confessus  fuerat  et  sicut  ma- 
gister tarn  pro  se  quam  pro  aliis;  inio  et  antequam  capcretnr, 
cum  presentirel,  que  rex  faciebat,  veiiit  ad  eum  et  in  presentia 
aliquorum  de  consilio  suo  volens  excusare  se  et  ordinem  suuni 
dixit  verba,  que,  s[i]  fuissent  premeditata,  tarnen«  .  .  .  Iieresim 
sapiebant  aperte.  Explicavit  enim  aliqua  de  statutis  sui  ordinis 
et  inter  cetera  dixit,  quod  fratres  aüquaudo  propter  timoreni 
pene  eis  i[np]onende  noiebant  eorum  peccata  contiteri  et  ipse 
in  capitulo  absolvebat  eos,  cum  tamen  sit  laicus  et  daves  non 
liabeat.  Fratres  etiam  multi  sine  tormentis  confessi  sunt  errores 
[de?J  negatione  Christi  et  aiios,  et  aliqui  post  tormenta.  Tarnen 
aliqui,  postquam  confessi  fuerant,  errores  pre<iictos  negaverunt 

a   So  Ol-.    Dann  fehlt  ein  Wort. 

')  Wahrscheinlich  Philipp,  mit  dem  Beinamen  Le  LoDg,  der  damals  15 
.InhiT  alt  war.    Doch  erwähnt  sein  Biogrnph  I'.  lichugeiir  p.  11  nicht«  linvon. 


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144  Brinfn,  Reden  wai  GuUchten. 

eos.  Et  linde  istud  processerit,  bene  seit  rex.  Natn  per  aliqiios 
de  eccicsia  ista  [fuit]  eb  signincatnm,  quod  starent  Tortes,  quta 
favorem  invenirent  hie.  Et  bene  seitur,  qui  sunt  isti  fautoi^ 
eorum  et  qui  receperiint  munera  eoram  et  veniet  hoc  in  lu- 
cem ''  , .  .  qua. 

Post  hee  prosecutus  est  idem  proponens,  qualiter  TJcloria 
illa,  de  qua  predixit,  fuit  notoria  et  indubitabilis  in  ^ressu. 
Erant  enim  notorü  errores  illius  ordinis  omnibus  modis,  qiiibus 
aliquid  polest  diei  notorium  iuris  et'-  notorium  Faeti  säve  per- 
manentis  sive  actu  transeuntis  vol  alterius,  sicut  distineuunt 
domini  legiste  de  notorio.  El  quidem  notorium  erat  de  pre- 
dictis  per  eorum  conl'essiones,  Confessus  enim  fueral  mi^^er, 
ut  dictum  est,  et  confessus  fuerat  ul  maxister  videlicel  tarn 
pro  se  quam  pro  aüis  fratribus  eiusdeni  ordinis  et  pro  ipso 
ordine.  Confessi  fuerant  et  ipsi  fratres  et  Parisius  et  in  diversis 
partibus  regni  una  septimana '),  ita  quod  propter  distantiam 
locorum  ilii  non  poterant  scire  confessionem  istorum  et  laitiai 
idem  confessi  sunt.  Preterea  eum  interrogabantur,  non  eipli- 
eabatilur  eis  capitula  vei  errores,  et  tamen  ipsi  illos  explicite 
coiilitebantur  et  invente  sunt  confessiones  esse  eedem  in  effeclu. 
In  senescallia  etlam  Bellieadri,  cum  capti  fuissent  omnes,  qui- 
dam  fraler  de  ordine  Minorum  voluit  loqui  fratri  suo  camali, 
qui  erat  Tcmplarius.  Et  cum  illuni  ad  dicendara  veritalem 
verbis  sanctis  insligaret,  ille  nolutt  verilatem  eonfiteri,  et  lunc  • 
intumuit  Collum  ipsius  et  aversa  est  faeies  eins  et  spuniaviL 
Tunc  frater  Minor  m^is  institit  et  illc  confessus  est  totaliter 
verilatem.  Et  sie  Collum  et  facies  stalum  prisünum  recupera- 
verunt.  Deinde  omncs  alii  fratres,  qui  ibi  erant  Templarii, 
sponte  omnia  sunt  eonfessi.  In  diocesi  etiam  MasticoDensi 
cum  pQSt  eorum  captionem  et  confessionem  quidam  fratres 
dixissent  epjseopo  Mastieonensi,  quod  volcbant  ei  con&teri,  el 
ipse  diceret,  quod  non  audiret  eos  de  confessione  sacramentali 

b  Ungeffibr  8  WSrter  feilten.  r  Folgt  wieder  qnibns  poteat  dici. 

')  Ist  dieser  Satz  wahr,  so  kann  es  eich  nur  um  Geatindniwe  vor 
den  kSniglichen  BeBmten  bandeln.  Mit  dieser  Stelle  stimmt  eineAaßeniD^ 
Philipps,  wonach  am  26.  Oktober  1307,  stao  13  Tage  nach  der  tiefioj^«' 
nähme,  nlle  Templer  in  l'nria  gestanden  liütten.     Vgl.  Nr.  31. 


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Nr.  89.    (1308)  Mm  30.  14S 

sed  iudiciali,  tunc  ipsi  fratres  confessi  suat,  quod,  cum  die 
veneris  sancta  de  mane  propter  vere<;undiam  populi  in  quadam 
tilia  ecciesia  crucem  adorassent,  posl  exitum  populi  posuerunt 
cmcem  in  terram  et  ininxCTunt  super  eam  et  alias  dehonesta- 
verant  et  conculcaverunt  in  terra.  Noloriuni  etiam  erat  et 
indubitatum  de  predictis  per  plurium  testiuni  depositiones. 
Multi  eiiim  inventi  sunt,  qui  fuerant  Temptarii  ot  testificati 
sunt  de  predlctis,  de  quibus  multi  erant  profes&i  alium  sanctum 
ordinem  et  in  illo  Deo  serviebant.  Reü  etiatn  in  diversis  par- 
tibus  regni  sui  ordinavit,  quod  aliqui,  bene  XII  numero,  intra- 
rent  ordinem  illum  et  audacter  facerent,  quicqutd  eis  diceretur 
et  postea  exirent.  Qui  predicta  omnia  testificati  sunt  esse  vera. 
Multi  etiam,  qui  conversati  sunt  cum  eis,  testificati  sunt  hoc. 
Preterea  de  isto  notorio  testificatur  hie  in  aninia  sua  rex 
Francie,  cui  soll  In  hoc  casu  credendum  est,  sicut  et  lohannes 
papa  credit  imperatori,  ut  habetur  in  illa  epistola:  Inter  ciaras, 
c.  de  suma  trinitate  et  fide  catholica  ')■  Set  ut  in  ore  duorum 
vel  trium  stet  omne  verbum,  testificantur  et  de  hoc  notorio 
prelati  et  capitula  de  regno  Francie,  testificantur  el  coinites 
et  barones  et  testificantur  omnes  populi  de  regno  ipso,  quorum 
omnium  procuratorcs  et  sindici  sunt  presentes.  De  isto  in- 
super  notorio  sunt  presumptiones  clarissime,  videlicet  de  secreto 
illo,  quod  nullo  modo  revelare  volebant,  et  quia  capitula  sua 
semper  de  nocte  tenebant,  scilicet  in  primo  sompno  el  quia, 
ut  communis  habet  assertio,  propter  factum  eorum  Terra  Sancta 
perdita  est,  et  quia  in  Hispania  converterunt  se  ad  Sarracenos 
et  cum  eis  impugnant  regem  Aragoiium. 

Palet  ergo,  quod  victoria  ista  est  notoria  et  indubitabilis. 
Quid  ergo  restat,  pater  sanctissime!  Gerte  nil  ahud  nisi  de- 
claratio  vestra.  Religio  enim  illa  ex  se  dampnata  est.  Unde 
non  est  opus  sententia,  que  condempnet  ülam,  sed  sententia 
opus  est  declaratoria,  videlicet  que  declaret  rellgionem  illam 
esse  dampnatam.  Et  ideo  rex  Francie  et  omnes  prelati  capi- 
tula, barones  et  omnes  populi  totius  r^:ni  Francie,  qui  coram 
vobis,  pater  sanctissime  (^  .  .  .,  ei  quidam  presentialiter,  quidam 

d   Fehlt  ein  Wort. 


')  Dm  Zitat  igt  ongenna. 

inke,  Patnttam  nnil  UntergHng  (Im  Templaro 


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146  Briefe,  tCeden  und  Gutachten. 

per  representacionem  videlicet  per  procuralores  et  sindicos  suos 
instant,  supplicanl  et  petunt,  quod  sine  solennitate  iudicü  t\ 
reiectis  caviilationibus  ba  '■  ...  alisque  dilacione  et  torporp 
ncgiigentie  procedatur  in  negolio  isto.  Istud  eoim  aegoliuni 
celeritateni  requirit  et  nötigere  non  esset  aliud,  nisi  favere  ei^ 
et  in  suo  errore  fovere.  Unde  cum  omni  celeritate  procedali> 
deckrando  per  sententiam  vestram,  quia  hoc  ad  vos  solum 
spectat,  religionem  illam  esse  dampnatam.  Et  laxetis  manus 
inquisitorum  regni  Francie,  ut  contra  singulares  pcrsonas  ipsius 
ordints  possint  procedere  iuxta  formam  culpe  eos  condempnando. 
Non  enini  omnes  sunt  in  eadem  culpa.  Quidani  enim  sunt 
relapsi,  quidam  coacte  confessi,  quidam  vero  sponte  confessi 
ot  peiiitentes,  cum  quJbus  niitius  erit  agendum,  cum  ecclesia 
non  claudat  greniium  redeunti.  Sunt  et  aliqui  sine  culpa,  non 
tarnen  totaliter  sine  culpa,  cum  non  debuissent  isla  celare  vel 
tolerare  sed  sunt  in  minori  culpa.  Et  isla,  pater  sancte,  sicut 
dictum  est  sine  omni  dilatione  liant!  Alias  rex  non  possel 
dissimulare,  et  ubi  ipse  dissimularet,  non  dissimularent  barone«. 
et  ubi  barones  dissimularent,  non  dissimularent  hoc  populi 
istius  regni  glorios),  quin  ipsi  tantam  Ihesu  Christi  iniuriam 
vindicarent.  Nee  enim  rex  propter  guerram,  quam  habuit  f. 
tantum  laboravit,  quantum  pro  bonore  ecclesie  laboravit  in 
refrenando  genLes  sui  regni,  que  auditls  istis  contumeliis,  istis 
blasphomiis  et  istis  inluriis  Ihesu  Christo  illaÜs  insuigebant  et 
volebant  in  ipsos  fratres  Tempil  irruere  alio  iudlcio  non  es- 
pectato.  Sed  rex  adhibitis  totis  viribus  hoc  cohibuit  propter 
honorem  ecclesie,  cuius  ipse  est  devotos  filius.  Et  certe,  pater 
sancte,  non  displiceat  vobis,  plus  deconstat  ecclesia  Del  regi 
Francie  quam  vobis.  Nam  multi  progenitores  sui,  reges  Fraocie, 
fuderunt  sanguinem  suum  pro  fide  Christi  et  ecclesia  Dei,  et 
ne  remota  queramus  exempla,  avus  suus  sancte  memorie  sanctus 
Lodouicus  morLuus  est  prosequendo  negotium  exaltationis  ßdei. 
Rex  etiam  Philippus,  pater  istius  regis,  mortuus  est  in  servitio 
ecclesie.  Barones  etiam  et  populi  istius  regni  pro  ecclesia  Dei 
fuderunt  sanguinem  suum.  Et  in  predictonim  r^um  et  aliorum 
sanguine  exaltata  est  el  radicata  ecclesia  Dei  et  etiam  fundats. 

r  Fehlen  2  Wörter.  /   hsbuerit  Or. 


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Nr.  88.    (1308)  Mai  30.  Hl 

In  isto  etiam  gloriosissimo  regtio  viget  Studium  divine  sapientie, 
videlicet  theologie,  per  quod  tota  Dei  ecclesia  illuminatur.  Cum 
ergo  res,  prelati,  barones  et  omnes  popuü  istius  regni  instent 
pro  celeri  expedicione  istius  negocii,  pater  sancte,  piaceat  vobis 
illud  statim  expedire!  Alias  oportet  qos  vobis  loqui  da  alio 
lenguagio  I 

Hec  fuit  in  suma  propositio  facta  nomine  et  pro  parte 
regis  Francie  per  dictum  Guillelmum  de  Plasiano,  sed  tarnen 
in  vulgari.  Post  quam  propositionem  surrexit  archiepiücopus 
Narbonensis  ^)  et  assumens  quandam  auctoritatem  de  Madia- 
nitis,  qui  pervertebant  Israel,  comparavit  illos  ipsis  Madianitis 
et  prosequens  de  ipsoruni  Templariorum  errore  dixit,  quod 
perversior  heresis  nunquam  fuit.  Nam  et  si  aliqui  negavertnt 
et  negent  Ihesum  Christum  fuisse  Deum,  sicut  fuerunt  aliqui 
heretici  et  hodie  sunt  pagani,  tamen  dicebaiit  et  dicunt  illum 
fuisse  prophetao)  et  sanctum  hominem.  Sed  isti  negantes  eum 
esse  Deum  dicunt  et  mentiuntur  eum  fuisse  pseudoprophetam. 
Allegavit  etiam,  quod  facientis  culpam  obtinet,  qui  manifesto 
errori  negligit  obviare,  cum  possit,  et  quod  istud  signanter  in- 
telligebatur  de  prelato,  qui  obviare  poterat  et  corrigere.  Con- 
clusit  pro  celeri  expeditione  allegans  pericula,  que  ex  eorum.v  .  .  . 
provenire  poterant  et  inducens  exeniplum  de  scintilla  Arrii, 
que  orta  est  in  Alexandria,  que,  quia  in  continenti  non  fuit 
extincta,  crevit  in  maximam  Iflamjmam,  que  quasi  totum  mun- 
dum  accendit. 

Post  hec  surrexit  frater  Egidius  archiepiscopus  Bituri- 
censis '),  qui  est  de  ordine  Heremitarum  et  magister  in  theo- 
ic^a,  nalione  Rumanus  et  incepit  sie:  „Nunc  flens  dico  de 
inimicis  crucis  Christi"  et  proseculus  est  et  conclusit  sicut 
Narbonensis  archiepiscopus,  licet  per  altera  verba.  Et  isti  duo 
arcbiepiscopi  litteraliter  proposuerunt. 

Surrexit  postea  quidam  pro  baronibus,  deinde  quidani 
civis  Parisiensis  pro  ling[u|a  Gallica  et  quidam  civis  Tolesanus 

g  Fehlt  ein  Wort 


')  Äegidina  Aycelini,  der  Vorsitzende  der  sp&teren  päpstlichen  Unter- 
ichangBkon 


')  Der  berUtmte  Aegidine  Coloona. 

10* 


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14d  Briefe,  Reden  nnd  Gatacliten. 

pro  Tolosa  et  Montepessulano  et  tota  lingua  Occitana ;  et  pro 
expedictone  istius  n^otü  in  vulgari  supplicavorimt  et  quoil 
nullo  modo  dilationem  sustinerent'). 

Post  hec  dominus  papa  incepit  de  Arnos  propheta  hoc 
thema :  Odile  ^)  maluni,  dil^te  bonum,  in  portis  constniite 
iudicium.  Et  illud  prosequens  dixit,  quod  Deus  odiehat  malos 
et  diligebat  bonos,  unde  de  personis  duorum,  alterius  reprobi 
et  alterius  boni,  dicit  per  Malachiam  prophetam :  Dilexi  ^)  lacob 
et  odio  habui  Esau.  üt  prelati  ergo,  qui  vicem  Dei  gerunt 
odiant  malos  et  diligant  bonos,  precipitur  in  themate  proposilo. 
Quod  quideni  preceptum  et  st  ßat  generaliter  ad  omnes  pre- 
latos,  specialiter  tarnen  astringit  supremuni  prelatuni,  videlicet 
siimuni  pontificem,  qui  est  Dei  yicarius, 

Dixit  igitur  papa:  Nos,  qui  licet  imineriti  locum  Dei  tene- 
mus  in  terris,  debemus  odire  raalum  cerle  et  odimus,  et  debe- 
mus  diligere  bonum,  sicut  et  diligimus.  Sed  sequitur  in  pro- 
posito  tiiemate:  In*)  portis  constitnite  iudicium,  ut  oslendat 
nobis  dominus,  quod  istud  debet  fieri  cum  constitutione  iudicri, 
Ipse  enim,  et  si  omnia  sibi  essent  aperta,  dixit  tarnen  de 
Sodomitis:  Descendam  ei  videbo,  si  clamorem,  qui  venit  ad 
me,  opere  compleverint.  Descendil  itaque  per  angelos  et  sicut 
dicit  ibi  gloria :  Hoc  fecit  dominus,  ut  instrueret,  qualiter  debent 
hü,  qui  aliis  presunt,  procedere.  Finaliter  dixit,  quod  usquoque* 
Tuit  papa,  non  habuit  plures  nee  multum  notos  fratres  ordinis 
Templi,  quia  in  partibus  suis  non  consueverunt  mulLi  nobües 
intrare  ordinem  illum  .  .  .  Sed  postquam  fuit  papa  novit  plures 
et  dilexit  ordinem  et  illos  tamquani  illos,  quos  credebat  bonos. 
Si  tarnen  tales  sunt,  quales  dicuntur,  ipse  odit  et  odiet  ece 
ita,  quod,  quando  constaI>it  ei  ut  iudici  de  eorum  erroribu?, 
ipse  procedet  contra  illos  taliter,  quod  erit  ad  honorem  Dei  et 

h  So  Or. 

')  Statt  der  in  der  2.  Vita  Clemens'  V.  erwähnten  Septem  anngaita* 
ex  parte  regia  et  regni  (BnlaziuB)  Vitae  pap.  Ar^n.  I,  28  erscheinen  bitf 
nnr  sechs. 

')  Amoa  5,  15. 

")  Malachiiis  1,  2. 

')  Arnos  5,  15, 


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Nr.  88.     (1308)  Mai  30.  149 

ecciesie  sue  et  ad  exaltationem  fidei  et  totius  christianitatis. 
Et  obtulit  se  et  fratres  suos  cardinales  ad  hoc  faciendum  cele- 
riter  et  breviter,  non  tarnen  precipitanter  sed  cum  illis  hones- 
tate  et  maturitate,  quibus  decet  eccleslani  Dei.  Deinde  ideni 
dominus  papa,  postquam  hec  in  suiunia  dixJsset  litteraliter, 
locutus  est  in  vulgari  repetens  vulgariter  in  suma,  que  prios 
dixerat  litteraliter.  Et  demum  subiunxit,  quod  ideo,  quia  ali- 
qui  forte  bene  et  aliqui  forte  iioti  bene  intelligereiit  aliqua,  que 
coram  eo  proposita  fuerant,  »cum  non  omnes  eandem  discre- 
tionem  hat)erent,  idcirco  declararet  ea  eis  et  dixit,  quod  Tenim 
fuerat.  quod  rex  iam  Lugduni  de  negotio  isto  sibi  locutus  fuerat, 
sed  ipse  papa  respondit  ei,  quod  non  credebat,  quod  lales 
essent  ipsi  Templarii.  Locutus  fuit  et  sibi  postea  in  civitate 
ista  Pictauensi,  quando  fuit  bic,  modo  est  annus.  Quid  sibi 
responderit,  non  recordatur,  quia  non  tantum  locuti  fuerant  de 
hoc,  quantum  esset  Ire  per  aulam  istam.  Dixit  de  aula,  in 
qua  erant.  Magister  etiam  lofFredus  de  Plexiaco,  notarius  pape 
et  clericus  ipsius  regis,  aliqnando  de  hoc  locutus  fuit  cidem 
domino  pape  ex  parte  ipsius  regis.  Seit  tarnen  papa,  quod 
nunquam  processum  fuit  in  illo  negotio  per  regem  ad  captionem 
illorum  per  litteras  ipsius  pape.  Bene  credit,  quod  inquisitor 
habebat  litteras  generales  predecessorum  i  suoram  super  In- 
quisition is  negotio. 

Dixit  postea  ideni  dominus  papa,  quod  ecclesia  ista  fun- 
data  fuit  in  sanguine  apostolicorum,  primo  in  sa'nguine  Christi, 
deinde  in  sanguine  apostoloram  et  etiam  apostolicorum,  qui 
per  quadringentos  enim  annos,  videlicet  post  passionein  Christi 
usque  ad  tempus  beati  Silvestri  (r')'' . .  .  serint  ap^  .  .  .  non 
receperint  martirium  pro  Christo:  Apostoli  etiam  aliqui  suspensi, 
alii  decollati,  aiii  aliter  interfecti  fuerunt.  Ipse  etiam  dominus 
noster  Ihesus  Christus,  in  cuius  sanguine  fundata  est  ec[clesi]a, 
primus  sumus  pontifex  fuit.  Et  licet  dictum  sit,  quod  plus 
deconstat  ecclesia  r^  quam  ipsi  pape,  dicimus,  dixit  papa, 
quod,  quantum  est  pro  persona  ßoslra,  non  multum  deconstat 
i[stu]d;  quantum  est  in  evidenti,  quia  semper  et  per  diversos 
Status  honorem  habuimus  et  habemus  ab  ecclesia  et  in  ecclesia 

I    Doppelt  Or.  k   Fehlen  ein  paar  WSrter. 


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150  Briefe,  Heden  und  Gutachten. 

Dei,  iion  tarnen  sine  onere.  Nani  ista,  que  exterius  apparent 
in  vestiiiientis  [et]  alüs,  et  si  sint  pulcra  et  preciosa,  noii 
tarnen  multuni  delectant  nos,  cum  multum  habeant  onens  in- 
trinsecus.  Et  dicimus  etiam,  quod  tantuni  deconstat  nobis 
ecciesia,  quod  pro  catholice  fidei  defensione  sumus  parati  subire 
mortem  et  pali  marlirium.  Non  dicimus,  quod  pro  qualibel 
iniuria  facta  ecclesle  veilemus  mori,  absit  enim  hoc,  sed  pro 
defensione  fidei  utinam  placeret  Deo,  quod  nos  pateremur  mar- 
tirium  et  istam  gratiam  faceret  nebis  Deus! 

Post  predicta  dixit  papa:  Nos  non  credimus  [et  njunquaiii 
credidimus,  quod  rex  Francie  rootus  fuerit  ad  rsta  ex  aliqua 
cupiditate  sed  habemus  pro  constanti,  quod  zelo  fidei  motus 
est  et  patet  ex  hoc,  quia,  sicut  propositum  est  pro  eo,  ipse 
non  intendit  sibi  appropriare  bona  eorum,  imo  vult,  quod  ad 
dispositionem  ecclesie  ponantur  in  negotio  Terre  Sancte.  Hoc 
„de  dispositione  ecclesie"  non  dixerat  dominus  Guillermus'. 
Finaliter  obtulit  sc  idem  dominus  papa,  quod  ipse  et  fratres 
sui  cum  debita  honestate  et  servata  istius  ecclesie  maturitate 
parati  erant  celeriter  in  negotio  isto  procedere,  et  quod  ipse. 
qui  vicarius  est  Christi,  magis  tenetur  ad  hoc  quam  aliquis 
alius.  Demum  dedlt  indulgentiam  quadraginta  dierum  duraturani 
per  annum  pro  qualibet  vice,  qua  quis,  semel  tarnen  in  die, 
dicerel  quinquies:  Pater  noster  et  septies:  Ave  Maria,  quod 
Deus  daret  sibi  gratiam  procedendi  in  isto  negotio  taliter,  quod 
esset  ad  Dei  honorem. 

Et  ista  fuit  in  suma  effectus  propositionum  et  responsionis 
predictarum,  licet  non  onmia  sim  eo  ordine  prosecutus,  quo 
dicta  fuerant,  sed  aliqua,  sicut  ea  recordabar,  alibi  quam  dicta 
fuerint,  posuerim.  Nichil  tarnen  in  substantia  mutavi,  quantum 
michi  sufficit  memoria.  Altissimus  personam  veslram  magnili- 
cam,  prinoeps  serenissinie,  diu  conservet  cum  incremento  glone 
et  honoris.     Dat.  Pictauis  III.  kalendas  lunii. 

Barcelona,  Archiv,  Templwios  Nr.  41.  Or.  Pap.  mit  LOchero,  «if 
beiden  Seiten  beschrieben.  Nnr  ein  Bchmaler  Streifen  fDr  Adresse  ond  Be- 
eiegelung  frei.  Konzept  fQr  die  Rede  Plaisiuia  vorige  Nr.  Einige.  Stficii? 
aus  den  Reden  Plniaians  und  des  Papstes  in  schlechter  Kasaang  gedr.  in 
Ann.  mgis  Edwardi  I.  fr&gm.  lU.  (Cbron.  mon.  s.  Albani  p.  492—7). 

l   Dieser  Satz  darüber  ubiie  genaueres  Zeichen. 


oy  Google 


Nr.  89.     (1808)  Juni  36.  151 

f^.  It.  de  Ciuiet  nn  KSnl;  Jajme  II.:  Er  Hpraeh  nm  iä.  Juni  It.  ■;« 
(•ardin  uud  die  Templer  in  Hiruret,  die  treu  Ihrer  Ehre  und 
Ihrem  Ord«n  bleiben,  >her  dem  K6nl|r  mehr  nttt  sonst  einer  un- 
liBnsen.  Bittet  den  RSnlg  um  Hilde  fltr  sie.  R.  g»  Gardla 
lasxen  seine  Geflhrten  nar  zum  KSdI^i  trenn  er  Tttlllg  sleheru 
Geleltabrlef,  auefa  fetvu  die  plipstllehen  Bullen  hat.  MtraTet 
(180S)  Jonl  28. 

AI  moit  alt  et  molt  poderos  monsenyor  en  lacme  per  la 
^acia  de  Deu  rey  Darago  ...  dal  vostre  humil  en  R.  de 
Canet  .  .  .  Fas  vos  saber,  senyor,  que  diniartz  en  lendenia  de 
sent  lohan  yo  fuy  a  Mira[uet]  et  viu  frare  qa  Gardia  eis  frares, 
qui  son  al  castel  et  parlani  ab  el  et  ab  eis  et  veeni,  que  la 
volentat  et  lenteniinent  dels  e.s,  que  en  totes  quantes  coses 
per  eis  se  pogues  Ter  ni  dir  guardan  la  honor  de  lurs  persones 
et  qo,  que  pertuyn  a  lur  religio,  a  que  eU  no  poden  falir,  que 
en  totes  altres  maiieres,  que  negunes  gens  poguessen  portar 
a  senyor  honor  et  reverencia  et  teinor  et  ainor,  que  eis  la 
poilaran  a  vos  e  la  porten  sobre  totz  los  altres  senyors  del 
mon  en  totes  coses.  Et  pus  eis,  senyor,  sasenyalen  da  questa 
raho  enves  vos  entre  tot^-  los  altres,  qui  son  en  vostra  senyoria, 
seria  bon  exempli  als  altres  (rares  del  Ternple  el  a  totes  les 
altres  ordes  et  a  totes  les  altres  gens,  qui  son  de  vostra  senyo- 
ria, que  vos  senyaladainent  vos  eomportasselz  enves  aquestz 
benigne  et  misericordios  en  donar  a  eis  refrescament  et  pas- 
sament  en  aquesta  tribulacio,  en  que  son  ni  en  que  estan, 
majornient  com  eis  non  esperen  daltra  part,  sino  de  Deu  et 
de  vos.  Et  sobre  totz  los  altres  frares  R.  ca  Gardia  es  dai,o 
aytant  savi,  que  cert  sia  a  vos,  senyor,  que  yol  veg  denteniment, 
que  diu,  que  per  mal,  que  vos  11  feessetz,  que  el  non  mu- 
daria  son  enteninient  enves  vos  en  nula  re,  que  fos  bonor  ni 
satisfactio  de  vos.  Encara  us  fem  saber,  senyor,  que  avem 
parlat  ab  frare  R.  i;'a  Gardia  del  fet  del  vostre  guiatge  et  el 
bans  respost,  que  et  mon  no  es  nul  senyor,  a  qui  el  tant  se 
Gas  com  a  vos,  ni  qui  e!  tan  gran  volentat  aja  de  veer  com 
TOS.  Mas  lenleniment  dels  frares  de  Mirauet  es,  que  eis  no 
soferrien,  que  el  se  partis  dels  per  anar  a  vos,  scns  aver  de 
vos  aytal  asegurament  et  guiatge  com  ei  jaus  ba  demamat,  so 
es  a  saber,  senyor,  que  no  contrastant  lo  manament,  qui  es 
en  la  carta  del  senyor  papa,  qui  diu,  que  prengatz  los  frares 


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Iii2  BrieFe,  R«den  und  Gatacbten, 

de)  Temple,  ni  negun  altre  cas,  que  nul  hom  pogucs  dir  iii 
posar  no  li  pogues  venir  contra,  que  ans  sens  tot  dupte  ilel 
mon,  que  el  pogues  anar  a  vos  et  estar  ab  vos  et  retorna< 
al  castel  de  Mirauet  saul  et  segur  a  tot  bon  enteniment  el 
sens  tot  embarganient  et  sens  tot  contrast,  que  nul  hom  tm  li 
pogues  fer  en  neguna  manera.  Et  axi  senyor  si  a  vos  plau. 
que  aytal  asegurament  li  fa^atz,  trametessetz  It  vostra  carüi 
ab  vostre  s^el  pendent  .  .  .  Dades  en  lo  castel  de  Mirauet 
dimecres  apres  la  festa  de  sent  lohan  Baptista. 

Barcelona,  Archiv,  TempUrioa  N>.  61.  Or,  Pap.  Ssp.  Auf  der  RDft- 
seit«  unter  der  Adreaae  von  Kanzleiband:  Noiuit  respondare!  ID.  h.  der 
KSnig.)  R.  de  Canet  war  ein  Verwandter  Keitnands,  über  eine  sieh  an 
diesen  Besuch  anluiDpfende  Qeldgescbichte  vgl.  Nr.  99. 

90.  JohanneH  Biirgnndi  an  KSnig  Jayme  II. :  MttteUung  des  Karitub 
von  Ueziers  Ulier  den  Plan  des  Papstes,  Uberallliln  Blsehtre  n 
senden,  die  mit  den  Ordinarien  die  Tenpleruntersaehnn?  rahrcB 
»olleu.  Abaehwtlrung  und  AussUhuung:  mit  der  Kirche  ron  aekr 
als  50  Templern  vor  vier  KardlnHIeu.    Pottters  <1308>  Jnli  11. 

. .  .  NoTerit  vestra  regia  celsitudo,  quod  heri,  postquant 
alias  litteras,  quas  per  presentium  portitorem  vestre  r^e  niaie- 
stati  mitto^),  eidem  portitori  dedissem,  dominus  cardinalis  Bitter- 
rensis  dixil  michi,  quod  dominus  papa,  et  si  non  ligasset  in 
negocio  Templariorum  manus  ordinariorum  et  inquisitorum, 
nisi  in  regno  Francie,  et  sie  nee  solvisset  aJibi,  nisi  in  diclo 
regno :  tanien  intencio  sua  erat  mittere  et  adiiingere  ordinariis 
aliquas  bonas  personas,  nedum  in  regno  ipso  sed  eciam  io 
aliis  regnis  el  terris.  Et  sicut  verba  ipsius  domini  cardinalis 
sonabant,  dominus  papa  intendebat  mittere  episcopos  aliquos, 
qui  simul  cum  ordinarüs  contra  singutares  personas  inquirerenl 
et  demum  per  se  inquirerent  super  statu  ordinis.  Unde,  sere- 
nissime  princeps,  non  expedit,  quod  episcopi  vel  inquisitores 
procedant  in  regno  vestro,  donec  de  personis  illis  sit  per  do- 
minum papam  ordinatum. 

Preterea  noveiit  regia  magnitudo,  quod  heri  in  ve^ris 
fuerunt  in  domo  domini  cardinalis  Prenestini  domini  cardinales 
Bitterrensis,  Brugensis  et  Neapolitanus  et  in  presencia  ipsonim 


')  Dieeea  Schreiben  fehlt. 


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Nr.  90.   (1308)  Juli  11.     Nr.  91,    (1308)  Angust  1.  158 

quatuor  cai-dinalium  fuenint  ultra  quJnquaginta  fratreä  ordinis 
inilicie  Tempil,  quidam  preshiteri,  quidam  milites  et  quidam 
servientes  sive  „sirvants"  «,  Et  ibi  iuxta  formam  in  iure  aciip- 
ta;n  abiuraverunt  beresini  iliam  signanter  de  abnegacione  Christi 
et  petentes  absolucioneni  absoiuti  sunt  ab  excominunicacione, 
qua  ex  hoc  ligati  erant,  per  dictos  cardinales  iuxta  formam 
ecciesie  prestito  iuramento,  quod  stabunt  pene  et  penilencie 
eis  per  sedem  apostolicam  iniungendJs.  Et  reconciliatl  sunt  uni- 
tati  ecciesie.  Et  dictum  est  eis,  quod,  cum  ordo  adhuc  damp- 
natus  non  sit,  quod  interim  portent  et  barbas  et  mantellos 
suos,  si  volunt.  Dictum  est  eciam  eis,  quod  possint  confiteri 
et  recipere  ecclesiastica  sacramenta  et  audire  divina  officia, 
cum  sint  reconciliati  ecclesiastice  unitati;  non  tarnen  per  abso- 
lutionem  et  reconciliationem  predictas  liberati  sunt  a  custodia 
solita  .  .  .  Alia  non  sunt  innovata.  Dat.  Picta[uis]  V.  idus 
lulii  mane. 

Barcelona.  Archiv,  CRD.  Juli.  Or.  Pap.  Ssp. 

91.  BlBchoF  Peteras  roii  Lerld«  an  KSnig  JayDie  II.  ron  Araf  oulen : 
('ber  die  Belaerenmir  tou  Monzun.  Uneinig'kelt  der  Templer. 
ElnkUufte  der  Kustellauel  Monzoa.  Sußemn;  KSuif  Peters  III. 
Über  den  Wert  der  Barg.    Lerldtt  (1308)  Aufiut  I. 

.  .  .  Noverit  vestra  serenitas,  quod  hüs  diebus  exivit  qui- 
dam homo  de  Castro  Montissonl,  qui  retulit  nobis,  quod  ille 
bos,  qui  trahebat  de  exercitu  versus  castrum  predictum,  fecit 
et  intulit  multum  malum  in  dicto  castro.  Et  si  non  esset  tur- 
batus  et  continuasset  trahere,  datnpna  et  mala,  que  fecisset, 
essent  talia,  quod  üb  de  castro  sustinere  diu  minime  potuissent. 
Dixit  etiam  nobis,  quod  fratres  inter  se  habenl  diseordiam: 
videlicet  castellanus  facit  partem  unani  cum  aliquibus  fratribus 
et  frater  Dalmacius  de  Timor  cum  aliquibus  aliis  facit  aliam 
partem,  et  quod  esf"  magna  dissensio  inter  eos.  Unde  quia 
illi  de  exercitu  et  qui  stant  extra,  ignorant  ista,  ideo  predicta 
vestre  dominacioni  curavimiis  intimare.  Insuper  significamus 
exceUencie  vestre,  quod  dictum  est  nobis  per  aliquos,  qui 
sciunt  in  redditibus  Montissoni,  quod  tributa  ei  censualia  Mon- 

a  Eber  Beriante.  b   ex  Or. 


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154  Briefe,  Reden  und  GnUchtea. 

Ussoni  et  castelianie  ipsius,  illa  solumodo,  quo  fiunl  in  pec- 
cuiiia,  ascendunt  ad  summam  XL  vel  quinquaginta  inilium  soÜ- 
doruni  qiiolibet  anno,  absque  deciinis  et  reddiUbtis  vini,  oley, 
ciirnium  et  aliorum,  que  in  peccunia  non  solvuntiir  et  in  veri' 
täte  non  debent  modicum  reputari.  Preterea  esset  necessariuni. 
quod  statim  post  festiim  sancte  Marie  Augusti  ordinaretis,  quod 
aliquis  daret  seu  locaret  hereditates,  possessiones  et  terras 
baiulie  Montissoni  ad  certam  partem,  videlicet  ad  mediam, 
terciam  vel  quartam,  secuiidum  quod  posset  vestram  condicio- 
nem  facere  melioreni,  alioquin  in  anno  futuro  parum  habebitis 
ab  ipsis  possessionibus  sive  terris.  Et  quia  intendimus,  quod 
ca&trum  predictuni  penes  yos  debeat  totaliter  remanere,  cum 
iani  audivimtis  a  serenissimo  dotnino  Petro  clare  memorie  patre 
vestro.  quod  comes  Barchinonensis,  qui  tale  castrum  et  tales 
redditus  dederat  fratribus  Templi,  erat  senex  et  decrepitus  et 
extra  menteni,  quando  predictam  donacioneni  fecit,  et  quod 
non  poterat  facere  in  preiudicium  regni  et  quod  ipse  intende- 
bat  peticionem  facere  super  ipsis,  et  quia  placet  nobis  utilitas 
vestra  sicut  propria,  novit  dominus:  ideo  predicta  vobis  scri- 
bimus  .  .  .     Dat.  Herde  kal.  Augusti. 

Barcelona,  Archiv,  Templarioa  Nr.  6.  Or.  Pap.  Sep.  Einige  Wocb« 
darAuf  starb  der  Biechof. 

92.  Johannes  Bnrgundi  an  KSnig  Jayme  11.  fon  Arafonlei:  Die  Ritt 
Phill|ipB  d.  Seh.  besehlirtlgrteu  den  Papst,  der  am  12.  AafKl 
Poitlers  Terließ.  Abreise  der  KardlnXle  naeh  Chlnon.  HehrtR 
Konsistorien  In  den  letzten  Wochen  :  EmeuRungreu.  PnbUkatlM 
des  Kouills  von  VIenne.  Klagen  der  HosplUliter.  Vakaaui 
der  Kurie.  PnbllkHtlon  9:treier  Bullen  gegen  die  Templer,  ii- 
kUndlgung  des  Prozesses  ^gen  Bonlfaz  Vlll.  Geldferspreeb» 
an  die  armenischen  Gesandten.  Nachrichten  ron  Cjpera  IWr 
die  PlJbic  des  Sultans  und  dte  Gefangennahme  der  Tem^er. 
Bclirelber  nird  zum  Beisitzer  Im  aragoneslschen  Templerpreiefl 
ernannt  werden.    Poltlers  (1308^  Angnst  IS. 

Ebjcellentissimo  . . .  domino  lacobo  Dei  graüa  Aragoiium 
regi  . .  .  suus  in  Romana  curia  procurator  lohannes  Buigundi. 
sacrista  Maioriceiicis  et  canonicus  Valentinus  . .  .  Litteras  cei- 
situdinis  vestre  per  Gaufridum  cursorem  vestrum  latorem  pre- 
sentium  recepi,  serenissime  princeps,  in  vigilia  beati  lacohi 
apostoli  proxime  preterita.     Recepi  etiam  et  duo  niilia  Turo- 


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Xr.  92.    (1308)  August  19.  165 

iiensium  argreitti,  quos  vestra  regalis  munificentia  per  lacobuni 
de  Podio  inichi  mitti  mandavit.  Posl  cuius  quidem  cursoris 
advenlum  nichil  de  rumoribus  curie  inagniiudini  regle  signiUcarc 
potui  hactenus,  eo  quod  infra  duos  dies  tunc  me  febrilis  arri- 
puit  inrirniitas,  de  qua  et  si  per  Dei  gratiam  nunc  curatus 
sim,  nondum  tarnen  sunt  plene  viribus  restitutus.  Domino 
autein  sumu  pontiüci  nondum,  serenissime  princeps,  loqui  potui. 
Nam  post  recessura  regis  Francie  remanse[runt  ]  hie  eius  con- 
siliarii  aliqui  videlicet  archiepiscopus  Narbonensts,  Guillermus 
de  Plasiano  et  quidam  alü,  qui  plus  quam  rege  presente  tenu- 
erunt  papam  in  r^is  ipsius  negociis  occupatum  usque  ad 
ipsius  domini  pape  recessum,  qui  die  martis  proxime  preterita  ') 
hinc  recessit  et  ivit  apud  Legusiacum.  Eritque  in  locis  circa 
civitatem  Pictauensem  ad  quatuor  vel  qiiinque  leucas  usque 
ad  reditum  dominorum  Berengarii  Bitterrensis ,  Stephan! 
Br[u3gensis  et  Landulfi  Neapolitani  cardinalium,  qui  die  nier- 
curii  proxime  preterita  ^)  hinc  recesserunt  missi  per  papani  ad 
quoddam  castrum,  quod  est  hie  prope  ad  XVI  leiicas  vel  circa, 
ubi  magister  Templi  et  aiii  magni  preceptores,  quorum  inqtii- 
sitionem  papam  sibi  specialiter  reservavit,  detinentur  et  iverunt, 
ut  dicitur,  ad  inquirendum  cum  illis. 

Die  sabbati  post  festum  beati  lacobi  proxime  preteritum ") 
venerunt  ad  papam  missi  per  regem  Francie  et  sequenti  tunc 
die  lone  i-ecesserunt  comes  sancti  Pauli  et  Sarrandus  de  Me- 
reymo  camerarius  ipsius  regis.  Ad  quid,  nescitur,  licet  com- 
munis habeat  opinio,  quod  portaverunt  hinc  dispensationem 
pro  ipso  rege,  quem  dicunt  gentes  velle  contrahere  matrimonium 
cum  nepte  comitis  quondam  Ättrebatensis,  filia  scilicet  domini 
quondam  Petri  (?)a,  ipsius  comitis  tilii,  que  et  soror  est  uxoris 
comitis  Fuxensb.  Interrogavi  tarnen  aliquos  super  hoc  et 
dicunt  michi,  quod  nichil  est.  Fuerunt  hie  autem  a  dicto 
tempore    citra    aliqua  consistoria   publica,    in   quorum   primis 

n    Von  filia  bis  hier  unBicher,  weil  Imlb  «bgorissen. 


')  Am   13.  AagUBt. 

']  Am  14,  Augnst  zum  Verhi3re  nach  Chinaa. 

»)  Am  27.  Juli. 


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156  Briefe,  Reden  uud  Gutachten. 

papa  publicavit  aliquas  provisi<Hies.  Nam  episcopum  Albien- 
setn  '),  quem  ab  adminisiratione  sui  episcopatus  alias  suspen- 
derat,  transtulJt  ad  ecciesiam  Aniciensem;  dominum  Bertran- 
dum  de  Bordis  ^),  ipsius  domini  pape  camerarium,  prerecit 
ecclesie  Albiensi;  et  dominum  Pelrum  de  Sabaudia  nepotein 
comitis  de  Sabaudia  prefe[cit]  ecclesie  Lugdunensi.  Et  quas- 
dam  alias  provisiones  fecit  et  publicavit  et  episcopatum  Appa- 
miensem  diffinitive  et  de  plenitudine  potestalis  restrinxit  mul- 
t[mn]. 

Dixit  postea  idem  dominus  papa  in  sequentibus  consi' 
storiis  et  publicavit,  quod  futurum  concilium  generale  celebraret 
Vienne,  ut  rex  Prancie,  qui  istud  negotium  contra  Templarios 
promoverat,  posset  ibi  Interesse.  Et  multa  circa  eiusdem  regis 
magnitudinem  et  comendacionem  dlxit.  De  tempore  antem 
dixit,  quod  a  futuris  kalendis  Octobris  ad  duos  annos. 

Publicavit  etiam,  quod  curia  esset  iterum  Auinione,  ubi 
in  Icalendis  Decembris  proxime  futuris  audientia  resunieretiir. 
Die  veneris  vigilia  sancti  Laurentii^)  in  consistorio  publico  fuit 
pro  parte  hospitalis  sancti  lobannis  Iherosolimitani  propoätuni 
contra  collectores  decime  vobis,  serenissiine  princeps,  concesse, 
quod  exigebant  et  extorquebaiit  a  fratribus  sui  ordinis  decimam 
pro  parrocbialibus  eccleaiis,  quas  tenent.  Papa  petiit,  si  habe- 
banl  de  hoc  peticioneni,  et  cum  illani  exhiberent,  papa  man- 
davit,  quod  traderent  eam  doniino  lohanni  Monacho  cardinali- 
Quod  et  factum  est  et  tuit  in  contineiiti  michi  significatuiD' 
Quod  cum  audivissem,  misi  ad  dictum  domiDum  cardioalem, 
ad  quem  occasione  inflrmitatis  ire  non  poteram.  Et  pecü, 
quod  me  non  audito  non  procederet.  Postea  iterum  miä  et 
ipse  auditis  racionibus  hinc  inde  dixit,  quod  referret  in  con- 
sistorio. Credo  tamen,  quod  nichil  inde  ultra  factum  sit,  eo 
quod  non  exhibui  tenorem  concessionis  dicte  decime,  [quam?} 
habebam.  Ipse  tamen  cardinalis  videtur  potius  pro  parte  alia 
declinare,  videlicel  quod  predicte  ad  solucionem  dicte  decime 
non  teneantur. 


')  Beraardue  de  Caataignet,  gpSter  (1317)  Kardinslbiscbof  v 
*)  1810  Kardinal. 
')  Am  9.  Angaat. 


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Mr.  Ö2.    (18pe)  Anpiüt  lö.  l5*? 

Post  hec  die  lune  tunc  proxiirie  sequenti ')  fiiit  iterum 
consistorium  publicum  et  papa  indixit  vacaciones  usque  ad 
primatn  diem  iuridicam  post  octabas  epiphanie  et  quod  tunc 
audiencia  resumeretur  tarn  causarum  quam  litterarum  Aui- 
nione.  Et  hoc  ex  causa  prorogabat  usque  ad  tunc,  licet  alias 
dizisset  usque  ad  kalendas  Decembris.  B'uerunt  etiam  ipsa 
die  lune  lecte  et  publicate  in  audieniia  litterarum  et  in  sacro 
palatio  et  postea  affixe  hostiis  cathedralis  ecclesie  sancti  Petri 
due  apostolice  littere  contra  Tfimplarios,  quarum  transsump- 
tum  una  cum  pres[enUbus  mitto?  regie]*  maiestati,  prout  pre- 
dicta  omnia  per  eos,  qui  fuerunt  presentes  in  dictia  consistoriis 
intellexi.  Ego  enim  ire  non  poteram.  Sequenti  postea  tunc 
die  martis  recessit  hinc  papa  et  est  Ligusiaci,  ut  predixi. 
Unum  non  obmitto  signlficare,  quod  ipsa  [die]  lune  in  consisto- 
rio  publico  dixit  papa  sie:  Multa,  sicut  alias  audivistis,  gravia 
proposita  sunt  coram  nobis  contra  dominum  meum  dominum 
Bonifacium  bone  memorie.  [Et]  quia  iusliciam  negare  non 
possumus,  signidcamus  vobis,  quod  prima  die  iuridica  [post] 
instans)^  festum  purificationis  beate  Marie  nos  et  fratres  nostri 
incohabimus ''  procedere  in  diclo  negotio,  quantum  et  prout  de 
iure  fuerit. 

In  alio  etiam  consistorio  publico  fecit  vocari  nuncios,  qui 
erant  hie  ex  parte  regis  Arraenie  et  dixit  eis:  quod  ipse  in 
succursum  eorum  dabat  trescenta''  niilia  florenorum  auri'  et 
rex  Francie  centum  milia  pro  certo  numero  equitum,  peditum 
et  galearum.  Credo,  quod  hoc  dixit  propter  illa  quadringenta  <' 
milia  florenorum,  quos  ipse  et  dictus  rex  dant  magislro  hospi- 
talis  pro  tenendls  certis  equitibus,  peditibus  et  galeis  in  ultra- 

b   Ällea  dieses  fehlt.  f   instas  Or.  d   So  Or.  e   trea- 

centoB,  sp&ter  Ulos  qaadriDgentos  Or. 


')  Am  12.  Angaat.  Die  beiden  hier  genannleD  Gallen,  deren  Trana- 
sumple  Dtcht  mahr  bei  äieaem  Schreiben  liegen,  sind  ebne  Zweifel  Rep. 
Clementie  pape  V.  Nr.  3584  nod  35B5,  die  Zitation  der  Templer  im  allge- 
meinen und  der  Cjpriachen  im  beeondem  vom  3.  Ängust.  Darin  helM  es: 
Hembranaa  citationem  continentea  eandeni  in  maiarie  ecclesie  Pictauen. 
appendi  et  afEgi  hostiis  .  .  .  fHCJemua, 


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iiS  Briefe,  Uedea  vmA  Gutachten. 

mariois  partibus,  ut  alias  scripsi  plenius  ').  Litterc  ^)  venerunt  ex 
parlibus  ultraniarinis  ad  dominum  papam  a  domino  de  Curco  et  a 
dominofrieTyro?],  quod  soldanus  annavit  contra  christianos  octiia- 
girtta  f^aleas.  Scripserunt  etiam,  quod  omnes  Teniplarii  [in  pai-t]ibti^ 
illis  Cipri  capti  sunt  et  ad  obedientiam  pape.  Hec  »(mificavil 
dominus  papa  cardinalibus  per  referendarium,  qui  et  cardinalJs 
est.  Multociens  a  festo  beate  Marie  citra ")  ivi  apud  Lugusiaciimf. 
ut  possem  loqui  domino  pape  et  non  potui.  Dixit  tarnen 
dominus  papa  hodie  domino  lohanni  Monacho  cardinali,  qui 
de  hoc  sibi  loquebatur,  quod  ego  sequerer  eum  cras.  \aiii 
recedet  de  diclo  loco  et  ita  intendo  facere.  Negotium  Templa- 
riorum  in  terra  vestra,  serenissime  princeps,  sicut  ntiper  lüxÜ 
michi  dominus  cardinalis  Bitterrensis  comissum  est  per  dominum 
papam  dominis  archiepiscopo  Terraconensi  et  episcopo  Valentiiio 
et  nichilominus  adiunget  eis  atiquos,  quos  i)inc  mittet  inter 
quos,  ut  michi  dixit,  ego  fueram  nominatus.  Adhuc  tameii 
nullus  milUtur,  sed,  ut  credo,  cito  mittentur.  Expeditis  negotiiä 
vestris,  serenissime  princeps,  vel  habita  super  eis  cerla  respon- 
sione  a  domino  papa  intendo  ad  celsJtudinis  vestre  presentiara 
accedere,  quia  multum  longe  sunt  vacaciones  .  .  .  Dal.  Pie- 
tauis  Xini.  kalcndas  Septembris.  Abbas  Montis  Aragonuiii 
impetravit  iitteram  de  simplici  iusticia  contra  Andream  Peiri, 
nominans  eum  canonicum  Oscensem,  sed  habui  caucioncni, 
quod  non  conveniatiir  ratione  officii.     Dat.  ut  supra. 

Bftrcelonn,  Archiv,  Templarios  Nr.  42.    Or.  Pap.  Sap.    Stark  ia^- 
lüchert 


')  Auoh  dieser  Brief  wie  so  viele  andere  des  Johannes  BnrgnCHli 
scheint  verloren  zu  sein. 

')  Audi  Clemens  V.  erwähnt  io  seinem  Sclireiben  vom  20.  Aiig<i«i 
1308  an  Philipp  d.  Srh.  neben  dem  Schreiben  des  Anianricns  von  Ttui* 
einen  Brief  des  berühmten  Amieniere  Haython  (dominua  de  Curco).  V):! 
BaluEius,  Vitae  pap.  Aven.  II,  108—106.  Aber  auch  hier  und  in  derHu^ 
Schrift  10919  fehlt  das  Schreiben  HayUione. 

"1  D.  h.  vom  15    August  nn. 


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Nr.  9S.    1306  Septemb«r-I312  Vebruar.  1S9 

9&  Scbrelben  noi  Sotlsen  iber  die  (icriHsenieliAft  der  arAKODeslschen 
Templer  ITtOS  September -1312  Februar. 

B«rehl:  Deo  Templern  in  Alfambrft  an  drei  WoDheDtagea  carnes 
arietioae  la  geben:  24  Personen  anuin  nrieUin.  Amlerea  Fleiecfa  an  diesen 
Tagen  nicht.  Si  aliqoi  ipsorum  aliaa  carnee  edere  voluerint,  detis  eis  alias 
camPS  eqnivalentes  .  .  .  Detis  mIüs  diebus,  quiLus  carnes  non  comedont, 
□va  et  raseoB  vel  pisces.  Die,  qua  ova  et  caseos  comedent,  non  comedant 
pisc«s.  Anstatt  Eier  and  Kilse  such  tres  denarios  Jaccenses;  an  Fleisch- 
tagen  4  den.     Valencia  1308  September  19.     Reg.  291  f.   134. 

Rnmon  de  Galliners,  G.  de  Muntornee,  Rainon  Danglerola  '),  cavallers. 
nncl  die  andern  Templer  von  Cantauetnia  sagen  in  einer  Bittschrift  an  den 
König :  6.  dez  Torms  will  ohne  künigliclien  Kerehl  nicht  geben :  camises  ne 
bragnas  ne  Rabats;  ni  darie  I  diner  allavar  nostres  drape  und  andere  Reinlich- 
keit; er  gibt  jedem  nur:  uns  gonella  et  un  inantell  et  iina  guarnacba,  Quan 
isquem  del  castejll,  isqaem  despulla;.  que  no  aviem  nulla  rea  que  vt-stir. 
Diu,  qne  DO  darie  a  (09  aus  altraa  et  als  XV  guardes  sine  HI  quarters  de 
vi  lo  dia  et  qne  neos  darie  salsaa  ni  candeles  ni  culues;  no  sofFerrie,  que 
nnita  nltra  preasona  estiguea  ab  dob  sino  aquells  XV  guardes.  Es  aenblant, 
que  nna  preeona  que  sportas  ajgua  et  lavas  les  escudells  qne  mesler  hi 
foa  *;.  Templarios  7.  Befehl  des  Königs,  ihnen  Erleichterungen  zu  ge- 
währen. Zeit?  Daß  ihnen  Kleidung  durch  B.  de  Conia  gegeben  werden 
soll.  Befahl  vom  16.  September  1808.     Reg.  291  f.  133. 

Ad  Artald  de  Luna:  Templarius,  qui  dictum  csstrum  [Picsmon^oj 
tenebat,  non  detinetur  sab  custodia,  immo  incedit,  ubiqiie  vult.  .  .  .  Mira- 
mur  de  vobis,  nam,  prout  scitis,  iuxta  ordinacionem  .  .  .  pspe  .  .  .  non 
posanmus  nee  debeniue  ueque  vos  debuistis  vel  potuistis  latud  aibi  concedere 
utio  modo  .  . .  MandamuB,  quatenu»  dictum  fratrem,  ut  cnriatius  poteritis, 
tarnen  aub  diligenti  custodia  esse  facistis  .  .  .  (^eUa  XVI.  kalendaa  No- 
vembris  1308,     Reg.  291  f.   1!>2''. 

Berengarius  de  a,  HarcJali,  olim  comendator  de  Azcbone  bat  instan- 
tissime,  quod  poaeet  venire  in  camera,  qua  consuevit  iecere  in  Castro  pre- 
dicto.  Gestattet  und  Befehl  ihn  und  die  BrOder:  benigne  ac  favornbiiiter 
trsctetis.     13Ü9  April  1.    Reg.  291  f.  220«,  . 

An  Mascharasius  Garidelli,  Verwalter  der  Templergfiter:  Responde- 
mus,  quod  volumns  adhnc  per  vos  secreto  Jnquirl  de  ipso  facto,  specisliter 
de  infirmitate  parelitica,  quam  scriptis  (!)  habere  fr-  Berengarium  de  s. 
Insto.  Et  inter  alia  poteatis  jnquirere  secreto  de  phiaicis,  qui  curabant  de 
eo,  quoniam.  ai  talem  intirraitatem  habet  et  habehat,  verisimije  est,  quod 
phtsicos  consuleret  in  cura  sun  et  credimus,  quod  cssent  de  civitate  Dertuse. 


')  Auf  Bitten  seines  Vaters,  des  nobilis  vir  Galcerandus  de  Angnlaria 
in  Garden;  untergebracht.     1309  Mai. 

')  Auch  Reg.  291  f.  147  gewährt  der  KGnig:  uuam  mulierem  pro 
aportanda  aqua. 


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160  Briefe,  Reden  und  GntAchben 

.  .  .  Volnmus  autem,  nt  interim  dictns  Berengnrins  JD  cotcots  toneitiir  .  . 
DHrceloiia'lS09  April  26.     Reg.  291   r.  225 

An  ßernflrdoB  de  Spelluncis;  baiulo  regni  Valeiicie  geDerali  eU. - 
Prideic  per  aliBm  litterain  noHtrani  vobia  directam  dat.  Valancie  X.  kil 
OcUhris  n.  d.  MCCC  octavo  ordiflasse  recolitnus,  qaod  in  custodia  fratnini 
Tempil.  quoB  vobis  cuatodiendaa  comisiinua,  tensretis  coatinue  viginti  q<i>>i- 
que  cuBl«dPS  .  .  .  t'ostinoduni  aatem  nrdiaRvinins,  ut  cuatodes  predicti  re- 
mnverentur  ab  ipsa  custodia,  exceptis  duobus  pro  decem  fratribt»  toUd- 
qaendia.  Nuper  vero  rerepta  a  damino  summa  pontiGco  littera  super  np- 
cione  et  custodia  de  peraonis  dictomm  Templariorum  in  noatro  oiiatentibn» 
ilominio  faciendis  vobis  per  aliam  litteram  sigillo  noatro  secreto  si^illatam 
mandaviniuB.  ut  Templariaa  predictoa  sub  vestra  custodia  aaaigaata«  si< 
custodiretis  sullicitiiT,  quod.  cum  nox  a  vobis  reqnirereinus  eosdem,  nobi^ 
aut  cui  mandarenina  ipaos  tradere  valeretis  .  .  .  MandainaB,  qoitenos  in 
custodia  fratrum  predictomm  teneatis  continue  viginti  qiiinque  costodfti 
iuxta  formam  in  pretacta  oostra  prima  littura  expreasatam.  Valpucia  13<>^ 
Juli  17.    Reg.  291  f.  258  v. 

An  Biachof  Foucius  von  Lerida;  Patcmitati  vestre  credimne  e3.4i- 
certum,  fratrem  Dalmaciam  de  Timor,  fr.  Berengariam  de  l*alen>  visu  rl 
fr.  A.  de  Banyuls,  Templarioa  da  Castro  de  Monso.  veatre  diocesis,  eiivisse 
et  in  posse  noatro  venisse,  quibus  postmodum  pro  aliquibua  nobiscam  ei- 
pediendis  apud  Valenciam  ad  dos  venientibus  ftc  voleatibna  redire  ad  frt- 
fatam  dioceaim  vestram.  iuquisitores,  qui  in  civitate  Vnleiit  existehaal. 
voluerunt  prefatoa  fratres  remanere  et  ibi  examinari  debere :  cunique  prefili 
frntres  ibidem  examinatl  fueriot  per  inquisitores  predictos  et  etiam  fratrM 
Templarii,  qui  sunt  in  vestra  diocnai,  iara  examinati  existant,  ad  supliracio- 
nem  et  peticionem  dictorum  trium  fratrum  coDaidernntea,  quod  ipsi  priu» 
in  dicta  vestrn  diocesi  capti  eziatebant  et  cuatodiebantur.  quodque  etiim 
piopter  multitudinem  aliorum  fratnun  Templariorum,  qui  in  hiis  partibss 
propter  paucitatem  bonorum  Templi  non  posaunt  in  hüa  psrtibsa 
Q  decenter,  ordinavimus  ipaoa  ad  vestrnm  dioceBim,  ubi  releoti  tot- 
runt,  deatinandos  .  .  .  Valencia  1310  April  4.  Jayme  II.  schreibt  zugleitb 
an  die  4  Inquisitoren,  dem  llischofe  dieses  zu  empfehlen.    Keg.  291  f.  271. 

An  den  Ganeraladminislrator :  Soll  kranke  Templer  mit  ,.exerapa  w 
medicinia*  versorgen.  Die  2  Templer,  die  zur  Belagerung  von  Almerit  jt 
gangen  waren,  sollen  gleich  den  andern  behandelt  werden.  1310  Hai  '^' 
Reg.  291  f.  275  V. 

f.  277  V.    Super  restrictione  captionis  Templariorum. 

An  Bemart  Desplugnes  balle  general  dal  regne  de  Valencia :  ,CDn 
no9  .  .  .  novellament  siam  requests  per  los  inquiBidora,  .  .  .  qua  dejaai 
restrenyer  la  preso  dels  dits  Templers  et  de  fer  los  guardar  ab  major  dili- 
gencia,  quo  no  eon  estats  guardata  tro  a9i,  e  ajam  ordonat  per  tal,  qiw  ea 
im  dia  ae  fafa  per  tota  nostra  terra,  que  en  lo^dia  dela  festa  de  eancta  Maria 
Magdalena,  qai  ara  ve,  ...  sia  fet  per  res  et  per  loa  altres  gnaidadon 
dels  Templers  qo,   que  noa  manam  dejos:    per  <}o  deym  vos  ena  mauan  n 


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Ht.  98.     1808  September -1312  Februar.  iGl 

pena  de  core  et  de  brns,  que  voa  ea  k)  dit  dia  .  .  .  reatrengata  h  preao  del 
tnaestre  ot  dela  altres  Templers  .  .  .  ferran  aqaells  et  en  altres  guiaea  gnar- 
dau  los  ab  tanta  cura,  .  .  .  qae  tota  bora  qae  noe  loa  voa  demanem,  los 
DOS  pngata  retfe  .  .  .  Dada  en  Darocha  V  dies  aoats  dal  mea  de  Juliol  .  .  . 
HCCCX.    GleiehlBDtend  an  C.  de  Cardona,  batle  de  Ceruara. 

.  .  .  Eidem.  Fedi  vor  aaber.  qaeas  trainetem  dins  «questa  tetra  altn 
letra  noatra  aegellada  ab  noatre  legoll,  en  la  qoal  tob  fem  manament  dnlcan 
fet  fort  secret.  La  qoal  letra  volem  eua  manani,  aots  pena  de  noatra  grs- 
cia,  .  .  .  qae  eu  neguna  manera  nu  la  obraa,  ana  la  teoita  be  amagada  et 
Bficretament  tro  al  dia  dela  fe^ta  de  sancta  Maria  Magdalena,  qui  ara  ve, 
qui  es  en  aqaest  prewnt  mea  de  Juliol  .  .  .    Dada  ut  aupra 

i(iinliche  Weiaungen  gehen  nach  Barcelona,  I.erlda,  Oandeeia,  Canta- 
viaja,  SaragoBM.    f.  277  v  f. 

282  ProTJsio  facta  per  d.  regem  anper  diaferrandis  Templariie,  pro 
qnibns  aatiadaretar. 

Die  mercurii  II.  idus  Augusti  a.  d.  mill.  CCC  dMimo  äeraldua  de 
Aqailone  promisit  raichi  BerDUrdo  Haioris  ecriptori  domini  regia  ac  notario 
publioo  nomine  domini  regia  atipolanti  et  recipieati  aub  pena  mill.  inorbe- 
tinorum  AlfoaaiDorum,  qoad  fr.  Jacobus  de  Ulugia  ord,  milicie  Templi  anie 
pedibua  Tel  alienia  non  ezibit  abaqne  voluntnte  domini  regia  caatrum  de 
Qrwiyena.    Et  ai  faceret  predictna  Qeraldns,  in  continenti  incidat  in  dictani 

.Eadem  die  Jacobas  de  Copons  miles  sab  pena  mill.  morbet  ...  pro 
fratre  Geraldo  de  Copons  .  .  . 

Ja  etc.  fideli  auo  P.  de  Cardona  baialo  Cemarie  ,  .  .  Cum  pro  parte 
fr.  Jacobi  de  Olugia  et  fr.  äeraldi  de  Copons  Templarianim,  quos  vos  de 
mandato  nostro  captos  ac  ferratos  tenetis  in  compedibua  ferreis,  eit  in  posao 
noatmin  aaaeearatum,  qiiod  ipai  ania  pedibua  vel  alienis  non  exihnnt  extra 
caatmm  de  Granjena  abaque  voluntate  noatra.  idcirco  vos  di;imu9  et  man- 
damua,  qnatenas  recepto  prius  ab  ipais  Iratribiie  et  eomm  utroqne  iuramento 
et  botnagio  .  .  .  nomine  nostro,  qnod  ipsi  non  exibunt  extra  dictum  castrum 
abaqoe  ooatri  voluntate,  qnod  si  fecerint,  qnod  eo  facto  in  continenti  easent 
pro  convictia  et  confesaia  de  crimjne,  qno  difFamantur,  heretice  pravitatis : 
et  asBimili  recepto  a  cnatodibos  .  .  .  iuramanto  de  cnstediendo  bene  .  .  .  dictos 
fntrea,  de  qnibus  premiaaia  ad  etemam  rey  niemorism  fHciatis  tieri  publica 
instrumenta:  hiie  faetis  .  .  fratrea  a  eompedibus  ferreia  libcretia,  tsnendo 
ipsoa  raptos  cum  illis  cuatodibas,  qnibus  antea  tenebatia  .  .  .  Dat.  Herde 
II.  idna  Angoati  a.  d.  MCCC  decimo.    Reg.  291  f.  282. 

Ähnliche  Bflrgschaften  am  17.  Angost  1810; 
«00  roarcamm  srgenti  fflr  fr.  Berengarioa  de  Pulcro  vian  (Bellvcei) 
Dalmacius  de  Timor  (Gardeny) 
R.  de  Angniaria  (.Corbins). 
roille  morbetinorum  auri  fQr  fr.  Bertrandns  de  Ribea  sltea  (BeÜveer) 
A.  de  Banynlls 
R.  Dontinyena 

Vinka,  PniHttiim  an.l  UnuitgKug  .leg  Tomplarur.lsii».    II.  M 


(Gardeny) 


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fOudrayl 


162  Briefe,  tteden  nnd  SutoeliteD. 

mille  morbetinnnim  sori  lUr  fr.  Bertrandna  de  Villalongft 
iJersDg.  de  Podio 
Bertr.  (n  Cirern 
Petrus  de  VillagTftnadft 
Bereng.  de  Podio  viridi 
BerDitrduB  de  Forqnes 
Bemardns  dee  Pujol,  frater 

capeUanus  Tempil 
Bartholoineue  de  Villa  francha  (Valencia) 
A.  de  Siscar  (Barohioona) 
Galcerandna  .de  ADinione  (VaJencia) 
Bereng.  de  ülmia  (Alfombre). 
Borgen  sind  o.  a.  P.  de  (jneralto,    Otto  de  Hontecatheno.    Reg.  291 
f.  282— 28S.    Mehr   Templer  sind   nidit  genannt.     Wie   die  Ansvahi  g^ 
troffen  ist,  vermag  ich  nicht  xu  erklären.     Alle  Ritter  aind  es  nicht  and  dl« 
genannten   sind  anch  nicht  alle  Ritter.    Einige  Tage  vorher  schreibt  Doch 
Bemart  fes  Puyades,    da£  er  am  Magdalenentnge  (22.  Juli]  die  bisher  tdd 
G.  de  Zeret  bewachten  Templer  in  Empfajig  genommen  habe:  Mis  a  caecnns 
dels  tnrfio  bons  grilona  et  ordone,  que  tota  loa  -frarea  jagesen  en  1  cas» 
et  ach  B  fer  privada  en  la  cassa,    qne  non  i  avia,,  et  totes  lea  finesIrsB  de 
la  casaa  ab  bonea  tancaduree,   quis  tanquen  ab  clau  .  .  .     Dicmenge  0  die 
anti  Dagost  (ISIO).    Der   Befehl   für   eins  allgemeine  Befreiung   von  den 
Fesseln    auf  Verlangen   des  Provinzlalkunzils  am    20.  Okt.   1810  f.  284'. 
Vgl.  Pmta  8.  S52. 

Bsrnart  des  Plugues  ao  Jajme  II.:  Reebi  una  carta  voetra,  en  la 
qua)  me  manata,  que  ferraa  les  frarea  del  Temple.  Lo  qntd  manament  . . . 
compli,  encBia  qne  fui  [en]  tcts  aquelea  locbs,  qni  en  les  cases  del  TecapU 
eon.  Per  los  quals  a  mi  fo  seinblant.  que  dan  no  pogneesen  fer,  fo  es,  qne 
alnuD  frare  sen  pognes  exir.  La  quäl  cosa  yo,  sonyor,  no  creu  .  . .  pei 
que,  eenyor,  loB  frarea  son  fort  be  guardata.  Ära,  8«iyor,  de  pochs  de  dies 
.  .  .  bI  maestre  del  Temple  son  imflades  les  cames  ey  feit  venir  metges  et 
finalment  an  me  dit,  que,  si  nol  fa9  desferrar,  que  eis  a  la  malantia,  noii 
porien  dar  consejl,  car  tanla  de  cura  eis  no  fanen  a  Ib  malantU,  qo' 
aytant  ames  no  sfollassen  les  ferres.  Per  que,  senior,  lo  dit  maestre  ai* 
reqnest  et  pregat,  quel  fees  desferny,  per  ^  quela  metgaa  li  [poguen]  dir 
conaeyll  a  la  dita  malaltia.  On  yo,  aenyar,  veen  lo  manament,  qni  per 
vos  ea  estat  ami  sobre  lo  feit  tan  expree,  no  men  son  volgut  plealr  sen 
licencia  vostra.  Per  qne,  senyor,  clam  merce  a  la  voatra  aenjoria,  qaeoi 
placie,  quem  scriure  fo,  que  vos  tingata  per  be.  que  fa^  en  aquast  |feit], 
encara  ai  altre  cas  de  malaltia  aesdevenle  en  los  altres  frarea,  si  men  go- 
saria  pleuir  de  desferrar,  tro  fossen  guarits  .  .  .  Feita  en  Valencia  XIS 
dies  en  Agost  anno  domini  MCCCX.  CRD.  Gr.  Pap.  Sap. 

Erzbischof  Gullelmus  von  Tarragona  an  Jayme  II. :  Supplieavit  nobis 
religioaus  vir,  irater  Eximinus  de  Lenda,  magiater  orditüa  milicie  Tempil, 
quod,  com  locus  civitatis  Valentie,  in  quo  csptns  et  sub  custodibus  teneba- 


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tlr.  98.     1Ö08  SepUmber-1812  FobmaT.  I«3 

tar,  aibi  oon  competeret.  cum  infiimitaB  eum  longo  tempore  gravaverit,  eic- 
qae  modo,  ai  aA  dictam  redncaratur  civiUtem,  corporis  timeret  periculum  r 
eicelleocie  vestre,  ut  eandem  magiatrum  cum  daod^cini  de  illia  fratribua, 
qaos  BemArduB  de  Speluncin  Valentie  et  Alfambre  tenebAt,  quos  ipae  mst- 
guter  UBnmere  voluerit.  ad  locum  de  Orta  dignaretur  tranaferre,  ibidem  sub 
c»tia  cnatodiboa  moratarum,  Bcribere  dignaremur.  Nos  eiaa  supplicacionibns 
anaaentea  .  .  .  mageatatem  vestriim  deprecauur,  qaat«nna  placeal  vobis 
eundem  magiatmm  com  dictia  dnodecim  fratribus  ad  tocam  de  Orta  trana- 
ferre predictum  et  oisdem  provideri  facere  ibidem  .  .  .  Dat  Terracone  IUI. 
.   idus  Jtmii  iISll).     Templarioa  Nr.  S4.  Or.  Pap. 

Die  Antwort  dea  KQniga  vom  18.  Juni  1311  aoa  Huesc«  laatet  xu- 
»timmend.  Wie  Hascaroa  Garideyl  an  den  König  am  2S.  Juli  schreibt,  sind 
der  Meister,  fr.  P.  de  Vilalba,  fr.  Oil  Ferif  abat  Dalcoleja,  mit  königlichem 
Schreiben,  eie  nach  Orta  zu  rohren,  angekommen.  Er  brachte  sie  bin;  dt 
Kommandant  wies  aie  ab.  So  mnfite  er  sie  in  einer  albeich  nnterbringei 
WAS  tiglich  II  sol.  Jacc.  koate.  Er  nahm  die  befohlenen  Uiener  fdr  sie;  it 
maestru  ist  krank;   Arzneien,  Koch,  Frauen  zum  SpHlen  usw.    CRD.  4157. 

Templarii  in  ToraaBa;    .Pormitatis    ire    per  totnm  spacium  dicte 
mus.*     De»mber  1810.    f.  290*. 

An  den  Generaladministrator :  Cum  noa  ciertifieari  velimus  de  nu- 
meio  omnium  frktram  Tamplariorum,  ^ni  capti  annt  et  cnstodiuntur,  tarn  in 
legno  Araganie^quam  in  Cathalonia,  et  in  quibus  locis  existunt,  et  de  no- 
miuibiis  eoramdem  et  etiam  de  numero  omnium  custodum  et  serriencium 
dictis  Templariia  ,  .  .  mandsmos,  qoatenus  de  predictis  omuibns  nos  .  .  clare 
et  liquide  informetis  .  .  .  Dat.  Algezire  Tl.  idus  Decembria  a.  predicto 
(1310).     f.  291. 

Saper  hcto  reetriccionia  capcionis  Templariorum: 

Jajrae  II.  an  G.  Oulomarii  civi  Barchiaonensi  —  und  die  Aufseher 
der  andern  Templergenngniase :  Mandamus,  .  .  .  quatenus  .  .  .  viais  presen- 
tibns  .  .  .  ponalis  in  compcdibue  ferreia  omnes  fratrea  Templarios,  quoa 
t«netis  in  vestra  coatodia,  ut  eecurius  custodiri  poasiut  .  .  .  Barcelona  1811 
August  16.    f.  805  ". 

An  curia  et  vicarios  llerdensis  et  Pallarenais :  Mandamoa,  .  .  .  qnate- 
nos  viais  preaentibus  vos  peraoualiter  adducatis  ad  noatram  presenciaiii 
■päd  Barchinonam  aub  decenti  custodia  fralies  Temptsrioa  inferius  notatos, 
in  vestra  custodia  existentes:  videlicet  fr.  P.  de  Villagrenadn  et  fr.  K.  de 
Ontinyena,  milites,  ac  fr.  Bemardum  de  Bellissen,  fr.  G.  Dalbio,  fr.  SaluS' 
torem  de  Angularis,  fr.  Q.  Bardoyll,  fr.  P.  Lanem,  fr.  P.  de  Campo  rotundo, 
fr.  P.  Sonjery,  fr.  P,  Sanf,  fr.  Bn,  de  Rouira,  fr.  G.  de  e.  Hartino,  aer- 
neutee  .  ,  .     Barcelona  1811  August  18.     f.  806. 

Similis  fuit  misaa  MaechuoBio  Garidelli  civi  Dertusensi,  .  .  ,  ut  in 
continenti  adducat  .  .  .  firatrea  Templarios  subsequentea,  quos  tenet  in  eiua 
custodia,  aeilioet  fr.  Berengarium  de  Tamarico,  fr.  Bernardum  de  Hilars, 
militea,  ac  fr.  Berengarium  9a  Corbella,  fr.  Jacobum  de  Conflent,  fr.  P.  de 
Bnbegal  {%  fr.  Andream  Joffre,  fr.  Rodericum  de  Lenda,  fr.  G.  Qescret,  fr. 

11* 


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164  Briefe,  Reden  ond  Outachten. 

Bartfaolomeum  des  Hör,  fr.  Dominicum  de  CMwlibm,  fr.  A.  Pncallnfll  H  b. 
Hurcbum  Adarroni,  earvtenteg.    Dst.  ut  eupra.    f.  806. 

An  G.  OuloniRrÜ  ');  ...  MaiidArnns  Tobi^.  quatenne  visJs  preaenb'bns 
removeatia  a  cuatodia  fratrum  in  vestro  poaae  exietencium  oinnes  scnttSerm. 
qui  ibi  sDnt  pro  cDstodibua  aasignati,  et  assignetia  ipaia  fratf  Uma  inter  dnue 
unum  ooatodem  ...  et  singulia  noctibus  ponatis  eoe  in  nliqaa  volts  Ren  ii 
tutiori  loco  domoram.  nbi  naoo  aant  ...  Et  si  de  die  spacisri  volntrini. 
enot  per  dooios  inferiorea  .  .  .     Barcelona  1311  Sept.  23.    f.  306. 

Jacoboa  etc.  nobili  et  dilecte  H  .  .  erach ')  de  Osera  etc.  Vaatna 
Tepepinna  litteraa  inter  altn  contlnentea,  qaod  frater  ii.  de  Claromonte,  qni 
cum  aliia  Templariis  sab  custodia  nobilia  Petri  Gnilelmi  de  Caatilione  riri 
veatri  apad  Ceaaraugnstam  detinebntur,  diem  clauaerat  extremum  et  cmn 
ipsum  nondum  traderatis  (1)  aepulture,  Buplicastis  nobis.  nt,  quid  aaper  hoc 
facere  deberetia,  vobis  per  nosttAa  littoraa  aignificare  dignareninr.  Ijnin 
Vobis  dieimiia  et  mandamus.  quatenua  dictum  Templariuin  in  aliqno  lor« 
extra  cimiterinm  sepelirr  faciatis.  Dat.  Barchinune  VI,  idua  Septembris  t 
d.  MCCC  ondeeimo.    f.  308. 

Scutifeto  ena  Jacobo  de  Turricells  aalntem  etc.*).  Intellexinnu  n 
parte  fratris  Berengarii  de  a.  Marciali,  .  .  .  qnod  ipae  a  vobis  minus  dKCD 
ter  tractatni'  et  sibi  tedia  et  gravamina  infenintur.  Verlangt  Änderung: 
wie  die  andern  Templer  favorabiliter  pertrnctatnr.  Calataynd  (1811)  12 
Februar  4.     f.  816. 

M.  Zwei  Briefe  des  Templer«  Jaeme  Gurlgnns  iin  KSnlg  Jajne  II. : 

I.  IM  iii§  Mliwet  geßohen.  Seit  seiner  Aniresenlielt  beim  Khle 
iKargiroliiiteii  Ihn  die  Templer  mit  Ausnahme  des  E.  (iaidla. 
neu  er  nlcNts  erreicht  und  seine  Saeben  suFflehbehomtnen  hattf. 
Sendet  ihm  die  mitgenommene  SuppUli  der  Templer  ■■  dm 
Papst  und  andere  Urletle.  Hat  den  Orden  Terlassen,  Ist  gut 
Laie  und  will  nicht  zurBek;  die  Templer  wflrden  Ihn  omkomBCa 
laasen.  Bittet  dringend  nm  eine  VenorguuK-  Stadt  Xlranl 
(130S)  September  10. 

II.  Jncme  Garrigana  Bebildert  nuafUhrlleti  seine  Pluefat  ans  Kasiril 
Xlraret  dnreli  die  [lorquerta  howie  den  mlßglQckteu  Vcrsirk. 
seine  Saelien  herunter  werfen  zu  lassen.  VermnlassDug  a.  ■.  Isl 
aneb  die  über  Jayme  sieh  unfrenndlieh  Inßemde  Supplik  ni 
den  Papst,  die  K.  v^  Gardla  gezwungen  abgefaßt.  Resckvin 
den  KSaig,  der  ihn  ans  Hißtraoen  hat  In  Elsen  legea  laswa. 
Ihm  zu  glauben  und  Ihn  nicht  Terzwetretn  in  lassen.  (1^^  ""^^ 
September  10.) 

')  Vgl.  Prnt7  S.  358.    So  *n  lesen, 

')  Zwei  Buchetaben  fehlen.  Durch  b  ein  AbkOrznngsstrich.  Bei  Pnili 
S  353  ist  es  ein  Mann.  Der  Name  des  gleich  darauf  genannten  vir  vietrr 
jst  (im  Genitiv) :  Petri  Guilelmi  (Pmtz  Fi  Ci). 

')  Ganz  Prut^  S.  354. 


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Nr.  94.    I.  (1308)  September  10.     II.  (1308  nach  September  10.)    16S 

I.  Frare  Jacme  de  Gairigans,  que  fuy  frare  del  Temple  ,  .  . 
Fas  TOS  a  saber,  que  axi,  com  yo  reeotnte  a  vos  laltre  vegada^ 
quan  fuy  a  Valeacia  ab  en  P.  Martini;,  que,  dopus  lo  primer 
viatge  1),  que  yo  flu  a  vos  a  Valencia  et  vos,  senyor,  ab  la 
vostra  merce  me  retes  ein  fees  retre  la  mia  roba  et  arnes, 
que  yo  avia  comanada  an  Not  de  Monchada  =},  ang  depuxes 
los  frares  del  Temple,  qui  son  en  lo  castel  de  Mirauet,  salvant 
frare  R.  (;a  Gardia,  no  han  aut  si  no  tot  mal  pensament  enves 
nii.  Car  toLa  hora  son  pensat,  que  per  algunes  paraules,  que 
vos  aguessetz  empreses  ab  mi  contre  lur  feyt,  vos  aguessetz 
retuda  a  mi  aquela  bona  de  roba.  Et  encontinent  nie  feeren 
avalar  del  cap  del  castel  et  puxes  me  feerea  moltz  enugs  et 
per  aquela  rao  yo  ane  a  vos  laltre  dia,  pensan,  que,  pus  yom 
mostrava  axi  tot  vostre  et  queus  digui  la  verltat  de  totz  les 
nostres  afers,  fort  bem  cuyde  yo  gran  grat "  senyaladament  tro- 
bar  ab  vos,  mes  que  no  fi  segurament,  mas  com  que  fos,  nous 
plac  adoncs  fer  anii  co  que  yous  demanava,  jas  fos  go,  que 
no  eren  tan  grans  les  giacies,  que  yo  demanava,  que  no  fossen 
bell  de  soferir,  senyor,  a  vos.  Ära  depus  yo  fuy  lomat  al 
castel  de  Mirauet  et  aqueles  frares  veeren,  que  yo  nols  porle 
nul  recapte  de  n^una  daqueles  cose.'^,  que  eis  soplicaren  a 
vos,  senyor,  tantost  dixeren,  que  yo  era  anat  avos  per  mal 
deyls,  salvant  frare  R.  qa  Gardia,  qui  es  tot  de  vostra  pari. 
Et  totz  los  altres  son  contraris  et  de  molt  mal  volentat  enves 
vos  .  . .  Semblavam,  que  yo  fos  en  mig  dels  diables  dimfern ! 
Et  axi  entre  aquest  mal,  que  ab  eis  sofcria,  et  la  paraula,  que 
vos  senyor  me  digues:  que  nul  temps  daquiavant  lo  Temple 
no  seria  Temple,  e  que  acjo  yo  creegues  fermamcnt  et  encara, 
que  avem  entes  per  cartes,  qui  son  vengudes  de  Payteus,  que 
frare  Oliuer  de  Pena  *),  qui  es  cucibulary  del  papa,   et  be  LX 

')  Diese  Reiee  fand  im  FrQhjabr  vor  B.  Marcus  {2ö.  April)  statt,  wie 
R.  (ft  Oardia  in  einem  Briefe  an  den  Küolg  schreibt,  am  einen  ßeleitsbrief 
fflr  R.  7a  Gsrdia  zu  erfaalteD. 

')  Einer  der  einflußreichBten  Großen  nm  Hofe,  Verwandter  der  spfttern 
KSnigb  Elisende. 

'1  Das  ist  wobl  das  erste  Mai,  äa&  suf  ein  GeatBndnia  dieses  Templers 
hingewiesen  wird.    Vgl.  Qber  ihn  Darstellung. 


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166  Briefe,  Reden  uod  äaUcbton. 

frares  del  Teniple,  qui  an  confessades  aqueles  maladictioDs. 
que  hom  diu  dels  frares  del  Temple,  et  encara  que  yo  sabes. 
que  a^nes  cartes  fossen  feytes  et  una  soplicatio  al  papa'l, 
qui  senibla  ami,  que  era  feyta  contra  la  vostra  honor,  co  es 
que  nul  hom,  que  sia  vostre  natural,  se  dam  ni  meta  sobfv 
vos  davant  lo  sant  pare  apostoü  negunes  coses  males  ni  que 
foi;en  contre  la  vostra  noblea ;  et  yo  agues  laltre  dia  proines 
a  vos/-[senyor,  que  en  calque  part  de)  mon,  on  yo  fos  daquj 
avant,5.estant  yo  frare  del  Temple  o  no  frare,  que  yo  nuls 
temps  no  soferria  nules  coses,  que  fossen  contre  vos  ...  per 
totes  aquestes  coses  desus  dites  yo  agui  inolt  gran  volentat. 
quem  partis  de  la  lur  companya  emper  toslemps.  Et  axi  com 
eis  agren  apparelades  lurs  cartes  per  trametre,  yo  fi  en  tal 
manera,  que  les  agui  totes,  et  de  nit  exi  men  et  vengui  meo 
en  la  villa. 

...  Et  *)  axi,  senyor,  trametem  vos  aquela  soplicacio.  qui 
anava  al  papa  et  letres,  qui  anaven  al  senyor  rey  de  Malor- 
que  et  al  bisbe  de  Vieh  et  an  ß.  de  Canet  et  an  R.  Sauina '}. 

Et  axi,  senyor,  yo  dam  merce  humilment  axi  caramenl 
com  pusc  ni  se  a  la  vostra  alta  noblea,  que  vos  .  .  .  ajat; 
bon  esgart  enves  mi  . .  ,  Car  yo,  senyor,  ab  Perm  cor  me  son 
partit  de  la  companya  dels  frares  del  Temple  et  lur -he  leial 
tot  lur  habit  et  tot  lur  orde  per  tostemps.  Car  ab  que  yo 
volgues  tornar  aels,  <;o  que  no  faria,  ans  me  metria  I  coltel. 
Costuma  es  de  lorde  *),  que  tot  frare,  qui  sen  partex  et  Jau 
II  nitz  de  fora  et  sen  porta  espasa  ni  coltel  darmes,  ni  diners 
ni  nuls  altres  bens:  que  aquel  aylal  ha  perdut  lorde  p«^r 
tostemps.  Et  encara  si  el  tot  a<;o  vollen  perdonar  a  ml,  yo 
encara'  noy   tornaria  per  nula  res  del  mon.    Cor  eis  son  ara 


')  Dtia  kann  nicht  die  an  den  Pnpst  geriehtet-;  Snpplik.  die  Itenavidn. 
Crdoica  de  don  Ferrando  el  IV  Bd.  II.  617  abgedruckt  hat  sein,  denn  sto 
trägt  das  Datum  des  2S.  Oktober.  Jacme  hat  ja  diese  und  andere  Schrift 
atOck«  mitgonommen  und  erat  spfiter  haben  dann  die  Templer  eine  d«ii' 
Supplik  abgesandt. 

')  Vorher  eralhlt  er,  dafi  er  sofort  an  den  Veger  B.  ces  Pujaded  t;f- 
schickt,  der  auf  der  hastida  war  und  sofort  zn  ihm  kam. 

')  Von  den  letztem  Briefen  ist  keiner  Tortianden. 

',  Vgl.  K.  Kömer,  Die  Templeiregel.    S.  7&,  Nr.  262. 


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Nr.  H.    I.  (IS08)  September  10.    U.  (1808  nach  September  10.)     167 

tan  indignatz  enves  mi  per  totes  les  coses  de  sus  dites,  que, 
si  eis  nuyl  temps  me  podien  tenir  a  qualque  cscusa,  cert  sia 
a  vos,  seDyor,  que  eis  mc  farien  morir  a  mala  mort,  car  fort 
son  gens  cruel  et  ab  poca  nierce.  Et  especialment  Serien  o 
ami,  per  go  cor  axi  he  eis  desemparatz  et  men  som  vengut 
a  vos.  Et  axi,  senyor,  pus  vos  deytz  ami,  que  lorde  es  des- 
Teyt,  et  encara  per  be  que  tomas,  90  que  no  creu,  que  faga, 
et  pus  yo  he  portades  aicunes  armes,  ^'O  es  espa^a  et  I  colte) 
et  entro  a  XX  libr.  de  Bargalones,  que  yo  ja  mavia:  yo  so 
ara  tot  axi  con  home  seglar;  o  pusc  esser  clergue,  que  yo  ja, 
quan  intre  en  lorde,  avia  corona  et  acolit  et  un  graus.  Et 
axi,  senyor,  per  totes  aquestes  raons  desusdites  dam  vos  uierce, 
que  per  nula  composicio  de  castels  ni  daltres  coses,  que  eis 
TOS  permetessen,  que  vos  nul  temps  no  vullatz,  que  yo  pusca 
venir  en  lur  poder.  Car  de.  m.  vides  yo  non  avria  una!  Ans 
vos  clamaria  merce,  senyor,  que  pus  que  axi  es,  que  fos  la 
vostra  merce,  quen  aicun  loc  del  regne  de  Valencia  o  de  Cata- 
lunya,  que  vos  me  donassetz  alguna  cosa,  de  que  pogues  aver 
vida  covinent;  o  quem  feessetz  donar  alguna  cosa  de  que 
pt^ues  passar  mon  temps.  Et  que  men  lixassetz  anar  qui- 
tiament:  car  yo  daqui  avant  no  son  frare  del  Temple  ni  en 
habit  del  Temple  no  so  vengut  en  vostre  poder,  que  ans  o  fi 
ab  barba  rasa  et  ab  ma  corona  et  ab  una  gi-amasia  vestit ')  ■  ■  ■ 
Si  tant  es,  senyor,  de  la  niia  bona  aventura,  que  vos  nom 
volguessetz  atorgar  ni  fer  n^^na.  deles  damont  dites  coses  et 
que  de  tot  en  tot  me  voiguessotz  aturar  per  nc^una  rao  del 
mon,  almenys  vos  dam  merce,  quem  fagatz  tanta  de  grada, 
que  yo  que  pogues  estar  a  Alcorras  empoder  den  Micholau  (!)  de 
seot  Climentz  o  al  castel  Dajabut  empoder  daquel,  quil  te ; 
o  empoder  den  Gombau  de  Monlor  a  les  Avelanes,  qui  es 
porter  major  del  Infant  et  sens  tota  prezo  et  sens  tota  garda  .  .  . 
Empero  sia  cert  avos,  senyor,  que  la  dita  soplicacio  del 
papa  ses  feyta  contra  la  volentat  de  Trare  R.  ?a  Gardia,  car 
si  be  aquexes  letres  se  van  en  son  noiii,  mal  son  grat  nac  a 
fer  tot  ^o,  quen  fe. 

')   Dann  folgt,    daß  er  ihm  Ober  die  maladictions  nicht  mehr  sagen 
könne,  ala  er  schoD  in  Valencia  geten  habe. 


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168  Briefe,  Uei]«n  und  Qutachten. 

Nosti-e  senjof  Ihesu  Christ  per  la  sua  misericordta  vos 
do  Tida  et  saiut  per  lonc  temps  et  victoria  de  totz  los  vostre[s] 
enemics,  axi  com  lo  meu  cor  o  desiga.  Amen.  Dades  en  la 
vita  de  Mirauet,  dimartz  apres  la  festa  de  sancta  Maria  de 
Setembre. 

Barcelona,  Archiv,  TemplariOB  Nr.  74.  Or.  Pap.  S*p. 

II,  A  la  real  mayestat  del  molt  alt  e  molt  poderos  moii- 
senhor  lo  rey  Darago  soplique  humilment  e  ab  gran  dolor  e 
trencament  de  cor  fhire  lacme  de  Gairigans,  que  fo  comaoador 
Dajabunt '),  que  sia  la  vostra  merce,  senyor,  que  vulatz  enten- 
dre  les  paraules,  ques  seguexen  daqui  enjos.  0  senyor,  molt 
excellent,  ara  pusc  yo  dir,  que  es  veritat  la  paraula,  que  dia 
David  en  I  vers  del  psalmy,  ^o  es :  Boiium  est  sperare  in  do- 
mino  quam  sperare  in  principibus.  Car  axi,  senyor,  com  vos 
sabes,  encontinent  que  yo  fom  exit  del  castell  de  Mirauet,  yo 
US  traines  una  letra  ^),  en  la  quäl  vos  Gu  a  saber  tota  la 
veritat  de  mon  feyl:  ^;o  es  en  qua!  manera  ni  per  quina  rao 
yo  men  era  exit,  per  lo  mal  solas,  quels  frares  a  roi  avien  per 
la  gran  sospita,  que  en  nii  avien  per  vos,  depus  que  vos  agues 
a  mi  retuda  ma  roba  e  mon  armes  e  ara  ja  mes,  quan  yo 
ane  a  vos,  que  vos  en  vostra  carta  nomenadament  demanas 
mi,  e  quan  yo  fuy  vengut  de  vos  e  eis  veeren,  que  vos  nois 
volgues  atorgar  neguna  de  les  coses,  que  eis  vos  aguessen  de- 
manades  en  Jur  soplicacto  ^.  Adoncs  agren  eis  molt  malvat 
pensament  enves  mi,  que  dixeren,  que  yo  no  era  anat  a  vcb, 
sino  per  gran  lur  dampnatge  e  del  castell,  salvant  R.  ^a  Gardia, 
qui  non  avia  nul  mal  pensament.  E  axi  yo  duptan  me  dds, 
que  nom  feessen  I  avol  joc,  volguim  partir  de  lur  Company»  e 
volgui  mes  estar  a  la  vostra  bona  merce  que  ala  lur.  E  isi. 
senyor,  quan  yo  senti,  que  eis  vollen  trametre  aquela  soplicatio 
al  papa,  quem  sembla,  que  fos  contraria  ala  vostra  honor  e 
remembram,  com  yous  avia  pronies,  que  nul  temps  no  con- 
sentiria  a  nules  coses,   que   fossen   contra   vos  e  pen^aie  per 

')   Der  Ort  wird  Dicht  in    dem  Yerzeichnis  der  Tempi erbeuitiDiigeD 
fOr  das  Kapitel  des  Jahres  1307  geoannt,  also  wohl  sehr  klein.    Vgl.  fot.  !^ 
')  Die  vorige  Nr. 
*)  Vgl.  Schreiben  des  P.  de  Queralt  vom   10.  Mai   1S08. 


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Nr.  04.    I.  (1308)  Septtwiber  10.    II.  (1808  mch  Soptember  10.)     169 

a^o  yo  degues  aver  gran  grat  e  gran  be  e  honor  de  vos:  la 
nit,  que  yo  senti,  que  eis  la  devien  trametre  per  alcun  mis- 
satge,  quel  cambrer  avia  percassat,  yo  flu  tot  mon  poder,  que 
aquela  nit  que  yo  fees  la  gayta  ab  lo  cambrer  a  la  porqueria. 
A^  es  un  loc  fora  tos  murs  del  castel,  qui  esta  sobre  la  vila 
de  Mirauet;  e  ja  era  lo  sol  post  enans,  que  yo  sabes,  que 
aquela  ait  lan  deguessen  trametre.  E  enconUnent  que  yo  o 
senti,  pregue  lo  cambrer,  que  el  pr^as  a  frare  R.  <;a  Gardia, 
que  yo  fog  son  companyo  aquela  uit  a  la  gayta  de  !a  Porque- 
ria. El  cambrer  Ion  pr^ua  e  el  li  o  atorgua  ■  ■  ■')  E  axi  el  les 
me  livra,  cor  el  no  tenia  nii  en  sospita  de  vos  ...  Et  axi, 
senyor,  yomen  avale  a  la  porqueria  ab  la  soplicatio  e  ab  totes 
les  cartes  ligades  e  nies  les  me  al  sin.  E  quan  yo  vi,  que  nul 
hom  nom  fon  de  costa,  yo  lixe  tot  mon  ames  e  avalemen 
tot  gint  entro  a  la  primera  casa  que  trobe  dun  Sairay  e  dixi- 
li,  que  yo  men  anava  al  veger  vostre  e  que  el  quem  acoin- 
panyas  entro  a  casa  den  F.  Martini«;.  El  sairay  o  fe.  E  en- 
continent  que  yo  fuy  a  casa  den  P.  Martini^-,  yo  traniis  I 
missat^e  al  v^er  a  les  bastides,  que  li  flu  a  saber,  que  yo  era 
en  casa  den  P.  Martinig  e  axi  metex  tramis  altre  missatge  an 
Vayltorba,  qui  te  la  vila  de  Blora,  que  li  flu  a  saber,  que  yo 
era  en  casa  den  P.  Martini^  e  quel  pregava,  que  el  cornas  un 
poc  una  botzina,  car  yo  avia  lixat  mon  escuder  en  la  cambra 
e  avia  li  dil,  que,  com  yo  seria  en  la  vila,  quen  Dalmau  de 
Vay[ljtorba  li  faria  senyal  ab  I  botzina  e  adonch  que  el  encon- 
tinent  pensas  de  gitar  la  mia  roba  an  Vayltorba,  car  la  cam- 
bra, on  yo  jaya,  era  sobre  la  vila,  que  te  en  Vayltorba  e  el 
que  sen  avalas  ab  una  corda.  E  enans  quen  Vayltorba  agues 
feyt  lo  senyal  de  la  botzina  al  escuder,  los  frares  saberen  per 
lo  cambrar,  que  yo  men  era  anat  e  corregren  a  la  cambra  e 
frare  R.  (a  Gardia  pres  tot  mon  anies  e  puxes  lescuder  meu 
a  II  o  a  III  dies  apres.  E  que,  ago  feyt,  fugissen  e  veno  sen 
tot  dret  al  veger,  enans  que  parlas  ab  mi  e  en  presencia  de 
tot  hom  el  lo  demana  del  feyt  e  lescuder  li  o  atoi^a  tot  axi 

')  Schreiber  schildert,  wie  er  des  andern  vorausgeschickt  und  er  die 
Dokumente  Ten  C  f«  Ijardia  ebne  B«denkeD  erhftit.  Cor  el  les  avia  fejtes 
eacrinre  a  mi.  Dsno  betont  er  nochmals,  daß  der  genannte  Templer  die 
Supplik  nur  geiwongeu  gemacht. 


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170  Briefe,  Reden,  und  Gutachten. 

com  yo  li  o  avia  dit.  Apres  a^o  feyt  yo  ab  volentat  del  veger 
trames  un  escrit  a  fi-are  R.  (,'a  Gardia,  quel  pregava,  que  retes 
alguna  parlida  de  la  mia  roba  del  lit  e  alscuns  libres.  E  el 
fe  men  respost  per  un  escrit,  lo  quäl  yo  us  txamet,  per  yo  que 
vos  lo  vejatz  per  certificar  vos,  senyor,  del  raeu  feyt,  si  vos  per 
Dula  rao  y  devetz  aver  nula  sospita  si  no  bona.  Et  eacara 
que  en  conttnent,  que  les  frares  saberen,  que  yo  men  era 
exit,  cridaren  de  totes  partz  a  les  gayEcs  noslres  de  fora:  0 
vos  altres  gaytes  de  fora,  sapiatz,  que  frare  larme  de  Gairi- 
gans  sen  va  e  ara,  ara  sen  exit  de  la  porqueria!  Cerquat 
lo  be  per  la  vila  e  per  los  camins!  E  totes  les  gens  se  aira- 
vataren ",  que  encaira  no  sabren  mes,  si  no  lo  veger  en  P.  Mar- 
tiniQ  en  Vayltorba:  car  nos  avieni  acordat,  que  nul  hom  noD 
parlas,  per  rao  que  lescuder  meu  pogues  aver  gitada  la  mia 
roba  an  Vayltorba.  Was  los  frares  o  sentiren  abans  e  cridaren 
e  axi  no  poguem  aver  gens  de  la  roba.  E  axi,  senyor,  yo,  si 
inajut  Deus,  entenia  per  a^o  aver  de  vus  gran  grat  e  be  e 
honor.  Et  ara  vos,  senyor,  s^ons  que  yo  he  entes  e  rist. 
avetz  auda  sospita,  que  yo  ayo  aja  feyt  per  inaestria  e  ab 
consey]  dels  frares  de  Mirauet  e  avetz  me  feyt  pendre  e  metre 
eil  feirest  a  gran  tort  e  a  gran  peccat !  Car  si  yo  en  aquest  fejH 
he  res  feyt  per  nula  maestria  ni  per  assentiment  ni  per  conseyl 
de  nula  persona  del  mon,  si  no  per  lasentiment  del  veger 
vustre  e  den  P.  Martinii;  e  den  Vayltorba  e  tot  a  eatenimenl 
de  fer  a  vos,  senyor,  piaer  e  profit  e  honor  e  que  vos  me  de- 
guessen  molt  grac  servir :  Si  per  altre  enteniment  yo  hi  e  res 
feyt,  yo  clam  nierce  a  nostre  senyor  Ihesu  Christ  e  a  madona 
sancta  verge  Maria  o  a  tota  la  cort  celestial,  que  la  yra  lur  e 
de  vos  et  de  totes  les  criatures,  que  Deus  a  formades  eo 
terra,  caja  sobre  mi  en  aquest  segle  e  en  laltre.  On  yo, 
senyor,  humilment  e  ab  lagremes  clam  merce  a  la  vosUa 
benignitat  e  pietat,  que  gitets  tota  la  sospita  aquexa  de  vostre 
cor,  que  avetz  auda  de  tili.  Si  yom  trobava  ara  defalit  en 
vos,  yo  seria  desesperat  per  tos  temps  e  de  totes  les  persoDis 
del  mon  ...  Si  us  capteniez  be  de  mi,  yo  creu,  que  molts 
dels  frares  de  Mirauet  e  de  Monso  vindran  y  vos  e  vostre 

a   Statt  arreliRtar.  b   StaU  feires.  c  So  Or. 


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Nr.H.  I.  (1808)  Sept.  10.  n.  (1808  d.  Sept.  10.)    Nr.  95.  (1308)  Sept.  27.     171 

poder,  sils  YOÜetz  tenir  a  Gardeyn.  la  sia  aco  que  yo  nul 
temps  no  volria  esser  en  nul  loc  en  lur  companya,  car  no 
avria  ja  mes  be  ab  eis  daquiavant.  Senyor,  ctam  merce,  que 
lam  ejatz'',  oar  1o  veger  ei  batle  de  Tortosn  saben,  que  tot  a^'o 
de  susdit  es  Verität  lialment.  Axi  Deys«  e  vos  aiut  a  mi! 
TemplarJM  Nr.  88.  Or.  Pap.  Sap. 

95.  Philipp  d.  Scfa.  sn  KSniff  J^rnic  II.:  (Xacli  GrOrterunp  der  Vei-- 
h«ndinng:en  mit  JajmeB  Geoandten  In  Poltlers  Über  die  Strelt- 
m^e  de«  VhI  Dftnin)  srhildert  er  die  ErgebnlMe  der  Templer- 
nnterguehun^n  lii  Folllen  and  Chlnon.  Longrpont-snr-Orfe 
U308)  September  27. 

.  .  .  Sane  saper  negocio  üdei  perndiam  Templariorum  tan- 
gente  notum  excellencie  vesti-e  fiat,  quod  sumnius  pontifex  Proces- 
sus contra  eos  habitos  in  diversis  partibus  regni  nostri  per  preia- 
tos  et  inquisitores  heretice  pravitatis  cum  suis  fratribus  plene  vi- 
dit  et  diligenter  inspexit,  ac  insuper  ultra  sexaginta  Templarios 
milites,  presbiteros,  preceptores  et  alios,  qui  magne  fuerunt 
auctoritatis  in  ordine  suo  profano,  prius  per  cardinales  plures, 
subsequenter  per  se  diligenler  examinare  curavit:  ac  iidem 
Teniplarii  en-ores,  quos  in  primis  inquisicionibus  confessi  fuerant, 
fuerunt  plenissime,  primo  coram  cardinalibus,  secundo  [coram] 
papa,  tertio  in  consistorio  palam  confessi  nee  non  magistrum 
majorem  eorum,  visitatorein  geneialem  in  regno  nostro,  Cypri, 
Normannie  [duc|atus,  Acquitanie  preceptores  et  quosdam  alios 
summus  pontifex  post  suum  recessum  de  Pictauis  per  tres 
cardinales,  quos  misit  specialiter,  fecit  audiri,  qui  plenius  quam 
prius  fuerunt  dictos  errores  sponte  confessi,  dietam  heresim 
soUempniter  abiurantes,  ut  et  alü  Templarii  similiter  abiurarant. 
Mittereque  dLsposuit  summus  pontifex  in  instant!  sollempnes 
inquisitores  ad  vestrum  et  alia  regna  pro  complendis  in  prefato 
negocio  tarn  contra  singulares  personas  quam  totum  ordinem 
sollempnes  personas"  vestre  cotsitudtni  ac  ad  ceteros  principes 
dirigendas  pro  negocio  memorato.  Que  vobis  significare  cura- 
vimus,  ut  Interim  ad  capiendum  et  custodiendum  personas 
Templariorum  illorum,  insuper  et  bona  ipsorum,  ne  disper- 
gantur,  set  Terre  Sancte  negocio  reserventnr,  ut  Christi  pugiles» 

d  Statt  lyafcs.  e  So  Or.  a   So  Äbechrift. 


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Briefe,  Reden  und  Gutachten. 


ferveiiter  intendere   debeatis.      Datum   apud  Longuiii   Pontem 
prüpe  Montem  Letherici  die  XXVII.  Septembris. 

Barcelona,  Archiv,  CRD.  Nr.  4108.    Gleichz.  Abschrift  Pergament 


fW.  Bereiter  de  S.  JiiKt,  Komtur  rou  MlniTi;t,  au  KSnlg  i»jiM  II.: 
EriHBert  Ihn  an  die  meinem  Vater,  Binder  nnd  Ihm  ^eleliitetei 
DieuKte  der  Templer,  bltt«t  Arnald  von  Vlll«iiora  an  oie  ih 
erinnern,  erKnebt  um  NahmngNmlttel  fUr  Sflravet  und  Kendft 
Ihm  allerlei  f;e«chenke.    HlrsTet  (1308)  Oktober  18. 

AI  tnolt  alt  et  niolt  poderos  senyor  en  Ghnst  en  lachme 
per  la  gracia  de  Deu  rey  Darago  .  .  .  frare  Berenger  de  sent 
tust  conianador  de  Mirauet  et  de  Tores  besament  de  maus  e 
si  metex  ab  tota  quanta  pot  revereiii^ia  et  honor.  Suplicani 
senyor,  ala  vostra  senyuria  axi  com  ha  pare  et  ha  senyor, 
que  siats  renienbrant,  senyor,  dels  trebayls  et  dels  perils,  que 
nos  avem  soferts  per  lo  senyor  rey  en  P.  et  per  lo  senyor  rey 
Nanfos  et  del  trcbayl,  que  a?ein  sofert  per  vos,  Eus  renieni- 
bre,  sius  plau,  com  vos,  senyor,  nos  diges,  si  nos  aviem 
niester  mestre  A.  .de  Vilanoua  et  nos  senyor  vos  digem,  que 
estaveni  en  dieta  a  son  consel.  Et  prech  a  la  vostra  senyuria, 
senyor,  que  vos  ii  diriets,  que  pensas  be  de  nos,  hon  nos, 
senyor,  som  el  castei  de  Mirauet  et  no  podem  aver  vianda 
fresqua,  que  ha  nos  sia  bona  taut  quant  mester  nos  seria; 
et  aygua  de  (jafarey,  que  no  es  ha  nos  sana;  perque  senyor 
suplicam  et  clamam  mer(,'e  ala  vostra  senyuria,  que  manasels 
al  veger  de  Torlosa,  ho  ha  aquel,  que  seria  en  son  loch  ha 
Mirauet,  quens  en  lexas  pendre  et  auer  tant  quant  navriem 
niester  ha  nostra  persona  de  carn,  ho  de  galines  et  de  vi  el 
de  cnynat  vei-t:  E  si  mes,  senyor,  nos  en  donaven,  nies  vo; 
avriem  qne  grayr  tots,  ...  Et  nos,  senyor,  som  tot  vostre  . . .  el 
serem,  mentre  vivam.  E  nos,  senyor,  per  amor,  queus  membre 
de  nos,  trametem  vos  per  lo  portador  de  les  letres  II  anels  dor 
et  son  les  peres  de  safir  e  la  hu  es  enquastat  en  branques  et 
es  tot  redon.  Et  fem  lo  ja  fer  cientment  per  donar  a  vos  et 
1  poma  dambre  et  es  guarnida  dargent  ab  perles  et  va  lol 
en  I  cap<;a,  El  present,  senyor,  es  poch  et  noy  gosam  nome- 
nar  madona  la  regina,  quey  ages  part.    Senyor,  sius  piau,  ajau 


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Nr.  96.   (ISOS)  Oktober  lg.    Kr.  97.    (1308)  Hovember -Dezember,     lli 

pietat  de  nos.  Cor  ^o  que  hom  nos  met  sus,  es  gran  fakia 
et  [wdets  hy  aver  concien^ia,  per  quens  podets  mils  aydar. 
Cor  nos  el  castel  sotn  lots  temps  a  voslre  servi.  Escrita  Jo 
dia  de  sent  Luch  ha  Mirauet. 

Barcelona,  Archiv,  Templariod  Nr.  19.  Or.  Pap.  Sap.  Dsb  StOek  ist 
voi-  Einonhrne  Miravets  und  der  UertiiiRennRhnifl  geschrieben,  denn  Simst 
hatten  die  Templer  keine  Geschenke  mehr  nnbietcn  kennen.  Die  intor- 
»»iante  Notiz  fiber  Arnsld  von  Villanova  zengt  wieder  von  dem  großen  An- 
H^ben  des  eigentDmlicheu  Mannes.  Der  KOnig  antwortete  am  SS.  Oktober 
1308  (vgl.  Druck  bei  Prutx  S.  351},  daü  er  sich  der  geleisteten  Dinge  wohl 
erinnere  nnd  gern  seinen  Willen  erfQltte,  wenn  er  mit  Ehien  kSnnle.  Kr 
kann  ihnen  nicht  zu  Httife  kommen,  wenn  sie  nicht  tan,  was  er  Bernard  de 
Libiano  aufgetragen  hat.  Die  versprochenen  iocalia  kann  er  unter  diesen 
UmstAnden  nicht  annehmen.  Er  erinnere  sich,  daS  er  unter  andern  Ver- 
h&ltniasen  früher  solche  Geschenke  von  ihm  genommen  habe 

97>  YorsehlHKe  R.  ;«  Gardias  fUr  König  Jajine  II.:  Erlunernn;  an  das 
TerkUtnls  der  Templer  Aragonlrnsi  zn  Ihm  and  Bitte  um  Bchutz 
Ihrer  Güter.  Betonang,  dai  In  Poltier»  Im  Konslftorlnm  der  Papst 
erklärt,  Pbilipp  d.  Seh.  and  der  IuqnlHlt«r  hKtten  keinen  Anf- 
trag  zum  Yorgehen  rou  Ihm  gehabt  und  daB  die  GefaDgenuahme 
der  Templer  ihm  am  meisten  TerdrnB  bereitet.  Deshalb  seien 
die  SchHdIger  des  Ordeus  zur  Entiwhlldlgiiug  rerpfliehtet.  Ab- 
sendnng  eines  TemplerN  mit  kSnigiieher  Geuindtsehaft  an  den 
Papst.  Hauptpunkte  des  C bergabe vertrugen :  Gar  keine  oder 
nl^llehst  geringe  IVaehe,  ^eie  Ansehafftaug  ron  Leben itmitteln 
und  Kleidern  nnd  Sorge  filr  Ihre  Pferde«  freier  Ansgung  oder 
Aasritt  In  bestimmten  Grenzen,  Sorge  für  den  Tempi  er  meUter 
U8W.    (130K)  Xorember — Dezember. 

.  .  .  Que  lo  senyor  rey  per  sa  boiita  el  per  sa  gran  ini- 
sericoi'dia  vula  nver  esgardament  envcs  el  et  enves  los  altres 
frares,  qui  son  ses  natui-als,  .  .  .  que  no  li  placia,  que  sien  de 
pejor  coßdicio  los  frares  del  Temple  en  la  sua  terra,  que  en 
nula  altra  part  del  mon,  que  nos  ojani  oit  ...  almenys  les 
bens  det  Temple  son  conservatz  et  no  destrovitz  a  lorde  ni  al 
servij  de  Deu,  que,  quan  quol  .senyor  papa  aja  declarada  la 
Verität,  los  bens  del  orde  seran  retornatz  en  lur  bon  estament. 
Et  no  par,  que  negu  rey  ni  princep  del  mon  ne  sta  pus  tengut 
al  orde  del  Temple,  que  es  lo  senyor  rey  ...  Negu  senyor 
de  terra  no  pot  dir,  quels  aja  melors  ni  pus  naturals,  que  cl 
log  lia. 


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174  Briefe,  Reden  und  OntachteO. 

Et  majorment,  con  es  cert  al  senyor  rey,  quel  senyor 
papa  en  plen  eonsistori  et  en  la  presmcia  del  rey  de  Franca 
et  de  molts  prelat?,  et  moltes  daltres  bones  geos,  qui  en  aqiiol 
loch  eren  present^,  lo  dimecres  ans  que  Qinquagesima ')  a 
Payteus  dix,  quel  rey  de  Franca  ni  lenqueridor  no  aren  null 
temps  audes  cartes  dell,  que  eis  deguessen  fer  nul  enautament 
ni  £^reuviament  contre  los  frares  del  Teniple.  Ans  dix,  que 
de  pus  que  era  estat  papa  no  encara  dabans  no  era  estat 
tant  despagat  de  nula  res,  que  el  hagues  oyt,  com  era  ie  la 
prezo  dels  frares  del  Temple.  Et  axi  no  apar.  que  negun  rey 
ni  princep  det  mon  ni  enqueridor  ni  nula  altra  persona  pusc 
aver  auda  carla  contre  los  frares  dei  Temple  de  consentimenl 
ni  de  volentat  del  senyor  papa,  pus  quel  rey  de  Franca,  qui 
es  estat  cap  et  come[ij]sament  daquest  feyt,  et  qui  mes  de  favor 
troba  ab  lesglea  ne  ia  na  auda.  Et  com  les  frares  del  Temple 
reeben  aquesta  iniuria  a  gran  tort  et  a  gran  peccat,  par  ver, 
que  segons  Deu  et  segons  anima,  que  de  totz  los  dampnatges. 
qui  a  eis  son  donatz,  son  tengutz  de  peccat  de  restitucio  aquels 
quil  lur  fan.  Et  que  mes  de  mal  fan  a  eis  matex,  que  no 
fan  als  frares  del  Teniple,  car  ds  fan  mal  als  ditz  frares  en 
lo  cors  et  en  laver  et  fan  mal  a  eis  mateis"  a  dampnacio  de 
la  lur  aninia,  qui  es  molt  pus  cara  cosa  a  hom  sens  tota 
coniparacio,  que  no  es  lo  cors  ni  tot  laver  del  mon. 

Per  que  esgardan  les  coses  damont  dites  enten  lo  dit 
frare  R,  (;a  Gardia,  que  monsenyor  lo  rey  Darago  ab  tota 
L'ura  et  ab  tota  diligencia  deja  esser  ajudador  et  valedor  als 
frares  del  Temple  en  eis  esser  deliures  daqUesta  pe^cutio^ 
qui  es  de  tan  gfan  necessitat  a  eis  daver  remey  en  manera, 
que  eis  per  el  sien  deliures  daquesta  tribulacio  de  tot  eu  tot 
El  ai;o  par  justa  cosa,  que  el  yvagosament  <■  deja  tractar  el 
procurap  ab  lo  senyor  papa  et  en  totes  altres  maneres,  quelä 
ditz  frares  del  Temple  sieu  per  el  yvas'-  deliures  daquesta  tri' 

a    So    Or.  b   Statt    peraecotio.  r   iv&raoBainent   aoä   *Tilt 

bedeuten  rasch. 

*)  Quinqasgeaimii,  doch  Pfingsten?  D«nn  stimmt  das  Datmn:  39. 
Mai.    DcD   zweiten  Satz  keonoD  wir  sonst  nicht.     Unmöglieh  ist  es  oicbl. 

daß  der  Papat  sic}i  so  geilu6ert  hat. 


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Nr.  97.    (1S08)  HovemW— Dezember.  175 

bulacio  et  que  el  vula  donar  loc  et  favor  a  eis,  que  eis  hi 
pusquen  trametre  et  enviar  alcuii  frare  de!  Temple  en  alcun 
ältre  abit,  que  no  sia  del  Temple,  qui  pusquen  anar  ab  aquels 
niisatgeres,  que  el  senyor  rey  hi  volra  trametre.  Et  en  aquest 
endemig,  que  sia  merce  del  senyor  rey,  que  el  los  vula  tenir 
en  la  manera,  de  quel  senyor  rey  ha  eslat  ja  request  de  part 
dels  per  en  P.  de  Queralt  i). 

[1]  Co  es  a  saber,  que  placia  al  senyor  rey,  que  vula 
esquivar  tos  dons  et  les  messions  als  frares  del  Temple,  qui 
eis  et  tot  lurs  bens  sons  seus  et  en  sa  garde  et  en  sa  comanda. 
Et  asi  quels  aseguran  al  senyor  rey  per  rics  homens  de  la 
sua  terra  o  per  cavalers  o  per  ciutadans  en  manera,  quel 
senyor  rey  ne  sia  ben  segur,  quels  frares  del  Temple,  qui  vuy 
son  per  los  castels,  no  sen  figiran  ^  a  nula  part  ni  sen  partiran 
sens  volentat  del  senyor  rey.  Et  axi  que  nutes  gardes  no 
covengues  tenir  al  senyor  rey  per  los  ditz  castels.  Et  si  a<,-o 
lo  senyor  rey  fer  no  volia,  que  almenys,  que  les  gardes  fossen 
tninpoques,  que  la  messio  agues  esser  leugera. 

[2]  Item  que  si  tant  es,  que  el  senyor  rey  volgues  tenir 
alciines  gardes  per  los  castels,  que  sofris,  que  missatges  po- 
guessen  trametre  los  uns  als  altres  o  al  senyor  rey  matex 
ho  al  senyor  papa,  ho  la  on  veessen,  que  prolit  pogucs  esser 
iil^i  ditz  frares  per  aquest  cas. 

[3]  item  que  los  frares,  que  vuy  son  per  los  castels, 
pusquen  aver  per  lurs  diners  refrescament  de  viandes,  axi  com 
carn  h-esca  et  pex  el  ous  et  formatges  et  pan  et  vin  et  fruyta 
t'l  altres  coses  abantament  de  cascun  dia  covinentment  .  .  . 

[4]  Item  si  <■  ...  de  viandes  sera  trames  als  ditz  frares 
per  alcuna  o  alcunes  persones,  que  pusquen  aver. 

[Ti]  Item  que  lurs  besties  pusquen  anar  abeurar  saWa- 
nicnt  als  abeuradors  acostumatz  dels  ditz  castels  .  .  . 

[6]  Item  quels  ditz  frares  pusquen  anar  deportar  a  peu 
0  cavalcan  Tora  la  porla  dels  castels  entro  aquels  locs  et  ter- 
iiies,  quel  senyor  rey  lur  faria  asignar  covinentment.  Et  aquels 
frares  de  Mirauet,  que  poguessen  cavalgar  entro  ab  Macaneyt 

b  StaU  fngiran.  c    Kehlt  I  Wort. 

'J  Vd,  den  Brief  vom  10.  Mai  Nr   fi2. 


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196  Öriefe,  ß«d«D  und  Gutachten. 

o  aytant  despay  com  aquel  es,  cor  en  aquels  loes  nols  veoria 
nul  hotn  estrayn;  cor  tart  ne  passa  niil  honi. 

|7]  Item  que  si  han  necessitat  de  roba  de  vestir,  quen 
pusquen  comprar  per  lurs  diners. 

[8]  Item  soplica  lo  dit  frarc  R.  per  si  et  per  tots  lo^ 
altres  frares  del  Temple,  que  sia  merce  del  senyor  rey,  que 
lo  maestre  Darago  sia  donat  amanlevar  per  ostatges  aicun  ti 
alscuns  frares  del  Temple  o  per  fian(;es  dalscuns  rics  hotnens 
de  la  sua  terra,  per  ^o  que  el  pogues  mils  tractar  et  procuiar 
ab  lo  senyor  rey  sobre  aquests  nostres  afers  del  Tempie,  cor 
el  na  lo  poder  o  pot  Ter  mils  que  negun  altre. 

Barcelona,  Archiv,  Templarioa  Nr.  79.  GleichEeitige  ADBrertigung 
Blatt  Papier  ohne  Siegel.  Noch  ein  Schreiben  richtete  R.  de  Goardia  u 
den  Kßnig  am  BO.  November  nach  einer  Unterredung  mit  Benuird  de  LibiaiiB. 
In  beweglichen  Ausdrucken  bittet  er  nm  Gerechtigkeit  nnd  HDIfe  (Templa- 
rios  70),  Der  KSnig,  damals  in  Saragossa,  sagt  ihm  eine  Audienz  in  Lendi 
zu  und  will  aeinen  persönlichen  WOnachen  geAUig  sein.  Reg.  291  f.  ISö, 
Am  6.  Hllrz  1S09  gestattet  er  ibm:  possit  residere  et  esse,  quocnnqne  Imo 
terre  noetre  duxerit  eligendum.  Han  solle  ihn  nach  Bsrcelonn:  in  qna,  ol 
intelleximns  ebtat  esse  ,  .  .  aub  decenti  custodia  bringen  lassen,  f.  211 
Nach  f.  242  "  war  R.  de  Ousrdia  vom  Könige  von  Msllorca  erbeten.  Jayme  II. 
schreibt  an  den  pHpat,  er  mOge  bestimmen,  R.  sei  lange  Komtur  von  Maadtn 
gewesen.     1309  Juni  6.    Die  übersiedlang  ist  erfolgt. 

SK.  Ontleni  de  Cei-et  nn  Bemart  Atci-m:  Anbuntt  der  Templer  rai 
Mlimret  lii  Tortoea.  Zahl.  Aublthlnn^  elnlfer  Kostbarkeiten 
ans  der  Übergebenen  Burg.  Klage  der  Templer  über  seUechlf 
Behandlung.    Tortosa  (1308)  Dezember  li. 

AI  honrat  e  molt  savi  en  Bemart  de  Auerso  escriva  del 
senyor  rey  de  mi  Guilem  de  Ceret  ...  Yo  escriu  al  senyor 
rey  de  la  venguda  de  gran  partida  deles  frares  del  Temple. 
qui  eren  a  Mirauet,  a  Tortosa  segons  que  veurels  esser  con- 
lengut  en  la  letra,  que  tramet  al  senyor  rey.  E  si  per  ayen- 
tura  lo  senyor  rey  no  tenia  per  be,  quels  dits  frares  est^en 
en  lo  casteyl  de  Tortosa,  prec  vos,  que  per  vos  ne  sia  escusat. 
que  ^^o  que  ne  feyl,  e  feyt  per  manament  den  Bn.  de  Libia  . .  - 
Entre  frares  e  lurs  homes  e  les  guardes  ab  frare  Iachme(:-I 
-Garrigans  fon  LXIII  persones  .  .  . 

Enlre  les  altres  coses,  que  son  estades  trobades  ea  lo 
casteyl  de  Mirauet  es  un  beyl  codi  en  Komans  e  II  libres  gran* 


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Nr,  98.   (1308)  üezember  12.    Nr.  99.   (1308)  9  Janaar  3.  177 

de  viblia  e  11  libres  de  Papia ')  e  molts  allres  libres  bons,  el 
ferro  duna  lan^a  de!  comte  de  Barchiiiona,  qui  es  axi  beyl  e 
dar,  que  sembia,  que  ades  sia  estat  fobril  e  no  fo  anch  fobrit, 
depuys  que  fo  en  lo  dit  casteyl.  E  es  y  )a  capela  de  frare 
Berengar  de  sent  lust,  qui  es  asüats  beyla.  Tota  la  moneda 
e  largent,  que  a  ades  si  es  trobat,  pot  nmntar  entro  a  LXX 
milia  sol.  de  Barchinones  .  . .  Scrita  en  Tortosa  digou3  XII. 
dies  auts  de  Decembre  *). 

Zettel :  De  instancia  de  frare  lachme  Dolu^a  e  de  frare 
R.  Oliuer  fai;'  a  vos  saber,  senyor,  que  eyls  e  eis  altres  frares 
se  tenen  molt  per  agreugats  dalgunes  co^es.  que  hom  lur  a 
preses  de  lur  roba  e  de  lur  ames  contra  lordonament  feyt  per 
lo  senyor  rey  . . . 

BftrceloDa.  Archiv,  Templarioa  Nr.  33.  Or  Pap.  8ap.  Über  die  Bdclier- 
snniDilungen  in  den  TemplerburgeD  änilen  sich  eine  Reihe  Notizen  in  den 
Tetnplerpapieren.    Vgl.  auch  die  Darstellung. 

99.  EOnig  Jajme  I.  T«n  Hailorca  an  KOnlg  Jajine  II.;  Emphng  seU 
nett  Biieres  mit  RUekfordemnff  Ton  SOO  Gulden,  die  R.  de  Vn- 
nct»  bei  seinem  Besnch  tn  MIravet  Im  Sommer  1308  von  Meinem 
Oheim  B.  ^  ßardln  nlder  sein  Wort  erbalten  habe.  ErblBrnng 
dee  B.  de  Cuneto,  daß  er  das  Geld  s«hon  IVeibnaehteu  läOT, 
als  er  noch  keine  Zusagen  iremaeht,  fUr  Aoflgaben  tui  der  Knrie 
im  luteresse  der  Templer  erhalten  und  rerauNgabt  habe.  Per- 
pignan  (1308)  9  Jannar  3. 

lacobus  rex  Maiortcarum,  comes  Rossilioiiis  et  Ceritanio 
et  dominus  Montispessulani  .  .  .  Recepinius  litteras  per  pre- 
sencium  portitorem,  quJbus  nos  requirebatis  et  rogabatis,  ut 
vocato  nobili  R.  de  Caneto  mandaremus  eldem  ac  faeeremus 
cum  eo  et  eum  eclam  compelleremus,  quod  vobis  restitueret 
et  ad  curiani  vestram  indilate  transmitteret  tiecentos  floreiios, 
quos  transgrediendo  inandatum  et  voluntatem  vestram  et  contra 
promissionem  vobis  iactam   expresse  in  Castro  de  Miraueto  a 

')  So  ziemlich  deutlich  zu  lesen. 

*)  Am  selben  Tage  kommt  von  Uascbaros  Garidej^l  eine  genauere 
Angabe  der  Oeldpoeteu  nnd  wo  sie  lagen ;  dann  einiger  Silbersachen,  die 
rerkanft  wurden.  Die  beiden  bibelvolnmina  sind  in  Tortosa  und  schickt  er 
sie  wegen  der  Koatltarkeit  nicht.    Nr.  32. 

Finka,   Papittnm  und  Untergang  des  Templerordena.    II.  12 


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178  Briefü,  Reden  nnd  OnUchten. 

fratre  R.  de  Guardia  receperat  et  eitrazerat  de  Castro  predicto, 
prout  ad  vestnmi  noviter  dixistis  pro  certo  perrenisse  auditum. 
Ad  que  sublimiiati  vestre  respondeotes  noveritis  nos  fuisse 
locutos  de  premissis  cum  diclo  Dobiii  R.  de  Caneto,  qui  de 
predictis  se  excusans  confltetur  verum  esse,  quod  hoc  anno 
circa  festum  nativitatis  s.  lohannis  Babtiste  de  lunio  fuil  in 
vestra  presencia  Valencie  pro  negoliis  nobilis  comitis  Pallariensis 
et  aliorum  amicoruni  suorum,  et  tunc  obtinuU  a  vestra  magni- 
ficeocia  veniam,  ut  dictum  castrum  de  Miraueto  ingredi  posset 
et  loqui  cum  patruo  suo  fratre  R.  de  Guardia,  promisäone 
vobis  requirenti  facta  prlmitus,  ne  de  dicto  casti-o  aliquid  ei- 
traberet  aut  secum  portaret.  Et  extunc  a  dicto  fratre  R.  nichil 
babuit  nee  de  dicto  castro  abstraxit,  ymmo  dictam  promissio- 
nem  vobis  factam  inviolabililer  observavit  et  fuit  in  firmo  pro- 
posito  observandi,  honore  vestro  et  reverencia  semper  salvis. 
Dicit  tarnen  fore  verum,  quod  iam  ante  circa  festum  natalis 
Doniini  tunc  proxime  prcteritum  fuerat  in  vestra  presencia  pro 
negocio  Templi  et  specialiter  pro  dicto  patnio  suo  et  eunda 
ad  vos  et  eciam  in  regressu  fecit  transitum  per  dictum  castrunt 
de  Mirauetu  et  locutus  fuit  ad  votum  cum  dicto  patruo  suo, 
nulla  licencia  petita  vel  obtenta,  cum  non  esset  tunc  necesse.  eo 
[quod]  quibuslibet  volentibus  absque  aliqua  prohibicione  licebat 
ingredi  dictum  castrum  et  loqui  cum  Templariis  indifferenter. 
Et  tunc  dictus  frater  R.  rogavit  eum  instanter,  ut  de  n^ocio 
Templi  curaret  et  intromitteret  se  cum  doniino  papa  et  aliis, 
prout  sibi  expediens  videretur  et  posset  cum  bona  consciencia, 
et  pro  negociis  Templi  et  specialibus  dicti  fratris  Rainiiindi 
ipse  tradidit  dicto  nobili  CCC  florenos,  quos  circa  dicta  n^^ocia 
dicit  se  expendisse.  Et  tempore  recepcionis  huiusmodi  CCC 
florenorum  nullum  habuerat  mandatum  aut  prohibicionem  a 
vobis  nullamque  promissionem  fecerat  de  non  extrahendo  ali- 
quid de  Castro  predicto.  Et  sie  dixit  se  nichil  fecisse  contia 
voluntatem  seu  mandatum  vestrum.  Quare  videtur,  quod  de 
premissis  debeat  excusatum  haben.  Et  de  biis,  ut  dicit,  se 
excusat  plenius  per  suam  Itteram  sublimitati  vestre.  Dat.  Per- 
peniant  tercio  nonas  lanuarii  anno  domini  M^CCC"  octavo. 

BarcalotMK   Archiv,  CRD.  3U6.    Or.  Pap.  Ssp.    Nr.  3144  ist  die  Er- 
klfirung  des  Rittrra  nn  den  K<lnig      Sie  Isutet  ftwna  schrofTer  «nd  bpfconiW 


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Nr.  99.   (1308)  9  Jwrnar  3,    Nr.  100,    (1309)  Mtei  1.  179 

besonders,  daß  er  alles  Geld  aasgegeben  habe.  Freitag  nnchN«ujahr(  1308]  9. 
Or.  Pap.  Xr.  4550:  Im  Jahre  1312,  aU  Jaknb  von  Mallorca  und  R.  de 
Oaneto  gestorben  waren,  komint  KOnig  Jayme  auf  die  Sache  zurllck.  Kßnig 
Sancho  antwortet,  daß  die  Rechnangeo  erg&ben,  daß  alles  nn  der  Kurie  im 
Interesse  des  Ordens  auagegeben  sei,  abgesehen  von  SO  Pf.;  die  seien  an 
die  kSnigliohe  Rechnung  der  TemplorgQber  in  Roasitlon  abgeführt,    Or.  Pap, 

100:  Bemart  Henagaemi  an  den  (gefangenen)  Temi»lermriittrr  und 
den  Kontur  von  CantaTleJa;  AnüingH  Trar  wehr  Freude  Über 
die  Ankunft  des  päpstlichen  Legaten  In  Honzon  ala  spHter,  dii 
er  inr  han,  um  Bnrg  und  BrQder  In  Enp&iug  zu  nehmen.  Er 
zeigte  ihnen  Ihre  Supplik  an  den  Fnpst  und  die  päpstliche  Anf- 
forderang  znr  Übergabe.  Die  BrUder  llefien  a.  a.  Bemitrt  kommen 
zur  Frlining  und  Beantwortung.  <fetzt  sahen  sie  Ihr  Ocsehlck 
ein  nnd  e«  galt  nnr  die  Frage:  Wem  sieh  übergeben  I  Dem 
Legaten  oder  dem  KSnigl  Sie  konnten  Tom  Legat«»  keine 
klare  Antwort  auf  Ihre  Fragen  und  keine  Erlaubnis,  mm  KSuIg 
zn  senden,  bekommen.  Sie  lehnten  darum  f  hergäbe  an  ihn  ab. 
Der  Legat  relnt  enlrttstet  ab.  Der  kfinlgllohe  GouTemeur  und  F. 
Bojl  verhandeln  Jetzt  oud  haben  Ihn,  den  Schreiber,  nicht  wel- 
ter mit  den  Templern  rerkehren  lassen.  Traurige  Lage  In  Hon- 
zon, Tiele  Kranke,  ohne  Medizin;  ein  Teil  des  Kastells  Hegt  In 
Rninen.    <I309)  März  1. 

AI  seynor  maestre  et  al  comanador  de  Cantauella  aniics 
et  seynors  corals  Bernart  Menaguerra  salutz  et"  .  . .  lagriniosn. 
Faz  TOS  saber,  seynors,  de  la  veagmla  del  legat  aguein  goya  a 
comen^ment  major,  que  no  avem  auda  on  la  flnament.  Car 
cuydavem  aver  recapte  pera  tot,  et  ara  non  aveni  recapte  pera 
res.  El,  con  jause  feyt  saber  en  altres  letres '),  no  es  vengiil 
sino  per  lo  castel  et  frares,  qui  son  a  redre.  Fo  a  Monso  et 
parla  dels  letres  e  mostrals  una  carta  segcllada,  quels  frares  desta 
terra  avien  tramesa  al  papa,  en  que  li  fayen  saber  lo  mal 
estanient,  en  que  eren,  eis  setges  eis  combatiments  dels  castels. 
Et  clamaven  li  mer^e  de  remey  et  de  consel.  La  quäl  fo 
dada  a  Mirauet  lo  dia  de  Simonis  et  Inde'}.  Et  niostran  altra 
del  papa  .  .  .  a  totz  los  frares  desta  terra,    en   que   faye  men- 

a    Ein  Wort  fehlt. 

')  Liegen  nicht  vor. 

')  (1308)  Oktober  28.  Die  Bullen  in  Bonsvides,  Crönica  del  rey  Fer- 
nando. B.  II.  p.  629  ff     Vgl.  auch  Reg,  Cletn.  V.  Nr.  .'.(112—17. 


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180  Briefe,  Redeo  nnd  Gotachtea. 

cio  de  la  letra,  que  avie  reebuda  et  quels  enviave  lo  prior 
de  Ca(,'a  per  aquesta  rao.  Et  que  sis  volien  rcdre  a  el  per 
nom  de  la  esglesia,  que  o  feesseii.  Mostrals  en  altra  del  papa, 
en  que  faye  de  tot  ago  mencio  et  asi,  que  li  manare,  que 
vingues  en  esta  terra  el  que  requeris  als  frares,  ques  redessen 
si  eis  castels  et  lurs  bens  en  man  del  dit  prior  per  man  dela 
egiesia.  E  si  fer  o  volien  los  frares,  que  reebes  et  ho  con- 
servas  tot.  E  axi  requeril»,  que  redessen  ael  s^ons  lo  dit 
entenanient.  Eis  demanaven  translat  et  acort  et  que  poguessen 
aver  alcun  savi*  el  escriva,  per^o  cor  son  lecs  el  no  enlenen 
lo  laÜ  et  volien  aver  acort,  que  ^  .  .  .  no  poguessen.  Trame- 
seren  an  G.  Calbel  et  ami. 

Et  anam  la  et  aguem  licenc[ia]  dentrar  en  lo  castel  Iota 
hora,  quens  volguessem,  tro  la  resposta  fos  feyta.  E  axi  enlram 
el  caslel  et  a  sen  louan,  parlani  ab  los  frares  et  veem  les  ditcs 
cartes  o  traslat  c  .  .  .  qui  ac  molt  parlat  et  traclat.  Et  fo  en- 
tcniinent  de  tots  quantz  erem,  que  pus  tro  a?i  avie  hoin  duptal 
del  entenimenl  del  papa,  que  dagi  avanl  noy  avie  duple,  pus 
legat  hie  avie  trames.  E  que  per  ma  del  legat  o  per  ma  del 
seynor  rey,  qui  per  letra  del  papa  avie  pres  et  agut  tot  lo 
romaiient,  covenie,  quel  feyl  preses  aHinament,  si  »o  serif 
mala  presumpcio  del  crtm  et  mala  fama  et  gran  carrech  el 
que  breument  que  la  volentat  del  papa  fos  complida.  He 
que  Irias  hon,  quäl  valrie  nies  de  redre  al  legat  o  ai  rey. 
He  axi  los  frares  veseren  se  ab  lo  legat,  ans  que  poguessen 
aver  Ünal  acort. 

Et  demaneren  li,  queyna  captinenga,  sis  redien  a  eil. 
cuydave  fer  del  castel  et  del  estainent  et  provisio  dels?  Respi^ 
los,  que  ago  nois  dirie,  tro  ques  fossen  reduts  et  que  pensai 
sc  podien,  que  lan  farie  bona.  Eis  frares  agren  ja  major 
sospita  contrariosa.  En  moltes  maneres  lo  assagiaren  tres  o 
Uli  dies,  quels  obris  alguna  carrera  clara  et  no  ho «  , . .  Puix 
pregaren,  quels  alongas  temps  a  la  resposta  tro  a  Barcelona, 
hon  dels  hirien  II  o  III  ab  lo  legat  ensemps  et  la  respondiieD 
li  devant  lo  seynor  rey,  per  50  que  entetiien  fer  respost,  Av 
que  lo  rey  el  legat  serien  pE^ats.     E  a^o  noIs  volch  atorgar. 

b  aaia  Or.  c    Ein  Wort  felilt 


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Nr.  100.    (1809)  HSrz  1.  181 

E  axi  los  frares  acordadament  ab  nos  altres  veseiis,  quel  papa 
avie  feyt  lo  dit  manament  al  rey,  pe[r]^o  ha  o  avie  feyt  aquel 
ordonatnent,  quel  rey  preses  los  Trares  eis  bens  et  no  podien 
escusar,  que  per  aquesta  carta  dellegat  no  sabessen,  quel  papa 
a  sabut  tota  hora  aquesU  feyts  et  que  per  una  ma  o  per 
altra  covenie  änalment  de  redre,  .  . .  guardans,  quel  poder  de) 
l^at  ere  poch  et  quel  feyt  de  redre  al  legal  ere  posat  a  vo- 
leiitat  dels  frares,  fo  finaltnent  acordat,  que  fesesen  resposta 
al  l^at  e  feseren  la  eii  aquesta  manera  cubertament :  .  .  .  Con 
lo  papa  agues  el  trames  et  no  aportas  nionicio,  requisicio  ni 
manament  spres,  mas  solaincnt,  ques  redessen  a  el,  si  redre 
si  vollen;  e  duptans  de  lur  estament  et  de  la  captiuen^a  dels 
et  del  castel,  que  nols  ere  vigiares,  que  deguessen  redre  ni 
Uurar  a  eil.  E  axi  que  nos  redrien  a  eil,  ans  sofferrien  tant, 
com  p[odi]ei],  los  mals  et  trebaylls,  que  soferien,  tro  que  Deu 
el  papa  hi  metes  major  remey  et  conseyll.  E  a^o  se  raet  tot 
cn  carta.  E  dixeren  11  fora  carta,  que,  com  lo  papa  en  Teyts 
grans  et  pochs  agues  acustumat  de  Ter  expres  manaments  o  forts 
[e]dites  o  requestes  et  en  aquest  cas  tan  fort  non  agues  feyt, 
que  avien  fe,  que  no  ere  volenlat  certa  del  papa,  que  volgues, 
ques  redessen  al  dit  iegat,  mas  que  per  Ventura,  per  impor- 
tunitat  o  puxal  daicuns  aquestes  cartes  avie  trameses.  E  axi 
lo  l^at  fo  [despagatj;  car  lo  Feyt  no  vench  a  sa  volentat. 
E  tomesen  en  sa  terra.  La  dita  resposta  fo  feyta  digous 
derrer  de  Febrer.  El  divendres  mati  isque  lo  Iegat  de 
Montso.  A  aquestes  coses  foren  tota  hora  lo  governador  et 
en  P.  Boyl  per  lo  seynor  rey.  E  enteniem,  que,  sis  ledesen 
al  Iegat,  quel  di  ...  t  '*  en  continent  ho  liurare  tot  a  eis  per 
lo  seynor  rey;  per  que  los  frares  an  feyt  esta  resposta  et  no 
an  TOlgut  tocar  sa  volentat  deves  lo  rey.  Mes  son  en  cor, 
que,  pus  axi  es  que  troban  ab  el  covinents  indicions,  com 
myllors  puxen,  pus  Ueus  tant  trigue  de  soecorrer,  ques  livren 
al  rey  . . .  E  axi  en  G.  Calbet  et  jo  partim  de  Montso  lo 
divendres  a  mig  dia  et  lexam  los  frares  . .  .  (^  per  tots  en  la 
Corona,  qui  seren  tancals  en  una  casa  ab  lo  governador  et  ab 
en  P.  Boil')  en   estrets   tractaments,    hon   vim,    ques    feercn 

')  Einer  der  enteo  BeamUn  Juymee,  oft  zu  Gesandtsohaftoa  verwendet. 

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182  Briefe,  Reden  und  Gntaohten. 

metre  papcr  et  tinta,  et  en  P.  Boil  nil  governador  nens  volgren 
sofTerre,  que  pariassem  ab  aquels  frares  iiin  prcnguessem  co- 
miat,  ans  lo[r]  asien  dit,  quens  en  crem  anats  ves  Leyda.  El 
axi  noy  poguem  i^aber  en  als  et  vinguem  nos  en.  Placie  a 
Deu,  quels  feyts  puxen  venir  be !  ...  Dat.  lo  primer  dia  de  Man-. 
A  Monso  a  malaltes  nioltz  si  frarea,  si  conipaynes  .  .J 
Vi  non  ha  punt,  sino  poc,  per  et  misses  et  a  malaltes. 
Blat  an  molt  et  oli  et  sal  et  ley  <  et  legums.  Lo  castel  es  fort 
gastat  f  et  trancat  per  les  [enjguyns,  si  que  la  obra  sobrel  celler 
et  la  casa  del  capitol  [et]  ta  enifermeria  tota  es  quaix  derrolat 
et  espadela^^at,  que  dolor  es  qui  o  veu ! 

Pus  esta  letra  fo  feyta,  entis  per  I  escuder  de  frare  P. 
de  Lobera,  que  venie  de  Monsa,  que  el  avie  vist  ara  dissapte 
mati,  que  isqueren  del  castel  de  Monso  Steue  et  Berlolorneu 
escuders  del  castella  et  pus  de  XV.  lioniens  seglars.  E  axi 
les  compaynes  suyen  totes  et  no  volen  soferrer  et  falexen  al 
milor.  Coman  nie,  sejTiors,  en  vostra  gracia  et  de  totz  los 
altres  frares  de  vostra  compaynia. 

Adresse:  AI  seynor  niaestre  et  al  comanador  de  Cantauella 
a  Valencia.  E  si  ops  es,  sien  liurades  an  G.  Dales 
capellan  caiitant  en  la  capella  del  Teinple  de  Va- 
lencia, que  les  lo  do. 

Bdrcelona,  Archiv,  Templarioa  Nr.  80.  Or.  Pnp.  Ssp.  Teilweise  b*- 
scbädigt;  meist  Löcher  fUr  1—2  Werter.    8ea  Jovan  ist  inv.  cap.  (24.  Febr.). 

101.  Ponz  hiebe  ile  Leida  et  en  Bern&rt  dex  Fonollar  an  Ktalf 
Jay me  II. :  Ein  dem  Küaig  befrenndeter  Kardiniil  riet  mr 
grOfiten  Varolcht  wegvii  Clwrgube  der  TemplergHUr  an  dn 
Papst,  dfnn  der  Künig  von  Frankreich  wolle  sie  In  allen  Uf 
dern  für  «Inen  seiner  Söhne,  der  KVnIg  von  Jerusalem  wirdr- 
Der  ensUsehe  Küalg  und  die  Barone  hatten  Übergnbe  ahgt- 
lehnt  bis  znr  EntNcheldnnr  Über  die  Templer.  Glnigrc  KardlaÜe 
liMlten  die  Templern tlHrc  fflr  eine  Torheit  nnd  nirehten  Sebudf 
(Hr  die  Kirtthe.  Verhandlnn^n  mit  den  Hospltalltem.  BItr- 
sneht  Philipps  d.  Seh.    Xiigam  (1809>  Hirz  16. 

. . .  Ala  vostra  altea,  senyor,  fem  saber,  que,  con  fom  a 

d  Das  Folgende  scheint  zu  besagen,  daß  es  ao  verechiedenen  Din^n. 
besonders  an  coses  mediciimlB  (elilt.  r    Ob  leny  ?  f   caslaa  Or. 


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Nt.  101.     (130U)  Hfirz  10.  133 

Auinjo,  visitam  alscuns  cardinals,  qui  aqui  ereo  ia.  £  alscun« 
dells,  qui  es  vostre  amich,  dix"  nos  en  gran  secrel,  que  nos 
fessem  saber  a  vos,  senyor,  queus  deguessetz  guarciar  en  de- 
liurar  los  castells  nels  bens  del  Temple  et  que  ans  que  [los?] 
deliurassets,  volguessets  saber,  senyor,  en  quäl  manera  ordinaria 
lo  papa  dels  dits  bens;  quel  rey  de  Pransa  cercava,  que  tots 
les  bens  del  Temple,  en  qualque  terra  fossen,  fossen  dun  seu 
All,  qui  fos  rey  de  Iherusalcni.  Et  que  a^o,  si  venia  a  aca- 
bament,  seria  gran  minue  et  dan  de  tots  los  princeps  del  nion, 
e  qualque  cosa  lo  papa  vos  hages  escrit  o  daqui  avant  vos 
escrius  sobrels  dits  bens,  consellavaus,  senyor,  que  en  bella 
manera  et  ab  belies  paraules  o  alargets,  tro  veJa  hon  dels 
reit£  que  sera.  Encara  dix  aquel  cardenal,  quin  respost  havia 
fet  al  papa  lo  rey  Danglaterra  et  sos  barons,  i,-o  es  que  non 
deliurarien  res  dels  dits  bens,  ans  vollen  veher  et  saber  per 
cert,  sils  Templers  fossen  jutgats  per  heretycs ;  e  sin  eren,  que 
ab  Tolentat  dels  reys  et  deles  (!)  princeps  et  dels  barons,  qui 
dats  les  liavien  los  dits  bens,  seria  ordonat  daquels  a  serviy 
de  Deu  contre  los  enemichs  de  la  fe.  E  sils  Templers  no  eren 
colpables,  que  trobassen  toi  lo  lur.  E  axi,  senyor,  es  mester, 
queus  detats  guardar  en  nquest  feit,  que  a  negun  rey  noy 
haviia  mayor  perill  ')■ 

. .  .  Molts  son  en  la  cort  generalment,  qui  entenen,  quel 
viatje  dels  Templers  sia  va,  e  alscuns  kardenals  nos  han  dit, 
queu  tenen  en  gran  foiia  es  dupten,  que  la  esgleia  el  papa 
non  venguen  a  vei^onya.  Alscuns  na  en  la  cort,  qui  son 
atnichs  dels  Espitalers,  qui  secretamcnt  nos  fan  parlar,  que 
nos  deguessem  dir  al  papa,  quel  castell  Demposta  fete''  la  ajuda, 
que  deu  fer  als  Espitalers,  ara  a  vos,  senyor,  en  aquest  viatge 
de  Granada*).  E  no  es  enteniment  nostre,  senyor,  quo  nos 
ne  parlem,  quel  papa  ...  creu,  que  volrets  quels  Espitalers 
vos    servesquen    en  aquel   viatge,    que  per  ^o  han  haut  de 

Docb    negen    des    Spateren    Singular. 


')  Eb  folgt  daun  sin  Hinweis  ouf  frflbere  Korreapondenzen  UDd  auf 
die  Venezianische  Streitaache,  in  die  sieb  Jayme  zum  Arger  des  Papstes  zu 
Uimsten  der  Republik  eingemiecbt  hatte. 

^  Ea  handelt  aich  nm  die  VorbereitnngeD  dee  Zuges  der  Aragonesen 

ood  KastiÜRDer  gegpn  Urannda  130». 


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184  Brisfe,  Reden  und  Oatachten. 

vostres  predecessors  (;o  que  han.  Alscuns  kardenals  dos  han 
dit,  quel  solda  sap  lo  viaige  dels  Espitalers  et  que  fa  fort 
gran  armada  ').  Lo  papa  nos  ha  feit  deinanar  an  R.  Ac  Despett-). 
si  escrivim  a  vos,  senyor,  sobre  les  Instructions  doltramar  et 
nos  diguem  li,  que  tantosl,  quel  papa  nos  o  dix,  hi  enviaiu. 
Messer  lolian  Gabazole,  senyor,  nos  ha  dil,  quel  senyor  rey 
Karies  deu  vcnir  el  duch  a  Auinyo.  Segons  quo  per  cert.  nos 
dien,  lo  rey  de  Franza  ha  gran  gelosia  de  les  visles,  qui  son 
estades  entre  vos  el  rey  de  Castella,  et  dela  armada,  que  vos, 
senyor,  fets.  Comanam  nos  senyor  en  vostra  gracia,  ne  manat^ 
a  nos  zo,  queus  placia.     Dat.  a  Auinyo  X  dies  dins  März. 

BarceluDa,  Archiv,  Templarios  Nr,  24.  Or.  Pap.  Ssp. 

102.  Bemalt  des  FonolUr  an  KSulf  Jayne  IL  Ub«r  die  GeUwiri- 
schaft  der  Kaiialen :  Hohe  ForderniiK  IHr  die  BbUcb.  GrU- 
»cnduDf  nötig,  damit  die  Smhen  nicht  nneriedift  bleib««. 
Otwt«ll  Jamphilaz  leiht  nieht.  Die  8  Portiere  nnd  üe  6 
Kammerherrn  Terlanften  Geld,  sonst  wUrde  Ihm  nnd  dem  Blsrhaf 
der  Zugang  zvr  Knrie  vergperrt.  Nur  ner  Geld  hat,  kuii  wla 
Ziel  erreichen.  Beispiele:  Elekt  Ton  Tarragona,  YlAt  tm 
Clnny.    Avlgnon  (1S09)  HHrz  13. 

De  la  carta  de  la  dispensacio  et  aquela  de  la  decima . . . 
demanen  los  escrivans  de  cascuna  C.  florins  et  io  ab  lo 
bisbe  enscmps  havem  feit  parlar  an  R.  Ac  Daspeit,  quen  parle 
ab  los  escrivans  et  ab  lo  vizcanxelier.  Et  an  nos  feit  respost, 
que  aquest  es  gran  feit  el  entre  grans  persones  et  que  ben  o 
ha  ops.  Penssats,  que  costara,  con  les  cartes  sien  en  grossa, 
encara  con  la  carta  de  la  decima  ne  les  aib'es  gracies  sleii 
atoi^ades,  quttnt  costaran  los  escrivans;  que  ben  creu,  que  per 
lo  papa  nos  demanaran  res. 

Sapiats  senyor,  que  alscuns  cardenals,  qui  son  vosires 
amichs,  nos  dien  ens  corissellen  fort,  que  cuitetn  daver  la  carta 
de  la  dispensacio  en  totes  maneres,  et  aquela  fare  io  tot  iDon 
poder  daver,  sin  sabia  metre  penyora  totes  quantes  besties  hie 
he.  Et  es  mester,  senyor,  que  vos  hi  tremetats  recapte,  que 
les  cartes  ja  atorgadcs  et  aqueles  gracies,  que  esperam,  quens 

']  Die  Hospitatiter  begannen  damals  ihren  kleinen  Krenzzng. 
')  Ein  efter  genannter  Spanier  an  der  Kurie. 


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Nr.  102.    flS09)  MBrz  13.  185 

sieD  atorgades,  no  rotnanguen  nes  triguen  per  pocha  moneda. 
lo,  senyor,  lie  parlat  ab  cnisser  Caslell  lamphilaz  Dauinyo, 
qui  ha  fet  s^ons  que  he  entes  äon  prou  ab  vos,  senyor,  et 
ha  tenguda  nioneda  vostra,  que  eil  que  prestas  a  aquestas 
cartes  a  trer-  Et  eil  diu,  que  nou  pot  fer.  Creu,  que  duptes 
de  mi,  per  go  cor  non  he  carta  vostra.  Encara  senyor  los 
porters  det  papa,  qui  son  VIII,  eis  donzels  de  la  sua  cambra, 
qui  son  VI,  han  demanat  al  bisbe  et  ami  e  una  e  II  vegades, 
quels  donem  e  nos  passam  los  ab  belies  noves  e  inolt  des- 
vergonyadaraent  queren  nos  ho  et  an  nos  tremeses  molts 
missatges  per  Nesplugues>)  procurador  vostre,  -que,  si  nols 
dam,  que  eils  nos  empatxaran  lentrar  de  la  cort  ens  en  (aran 
vergonya!  E  jo,  senyor,  ans  que  azo  no  sofTerria  nespararia 
I  dia  de  laq[u]i,  son  denteniment,  quentretots  do  D  tomes  dar- 
gent  et  creu,  quen  tendran  en  pochs  lo  bisbe,  quils  havia  dada 
paraula,  quels  daria  D  tofoes.  Am  diu,  que  nols  daria  diner 
nc  meala,  que  bastali,  queic  viva  ab  zo  del  seu. 

Siats  cert  senyor,  que  la  rnaior  fedea  et  mayor  descomu- 
nalea  es  lo  fet  de  la  cort,  qui  anc  Tos  per.  nuls  temps.  E 
totes  les  gens,  qui  hie  son,  ne  criden,  que  null  honi  noyc  pot 
fer,  per  gran  dret,  que  haia,  ne  per  merce  ne  per  caritat,  res, 
si  diners  no  ha  *)  .  .  .  E  creu,  senyor,  segons  que  he  entes 
per  lelec,  que  ans  i-enunciaria  al  archebisbat,  que  no  vol  desfer 
la  esgleia  per  totstemps  ne  per[dr]e  la  anima!  Be  hie  ha 
LXX  elecs,  qui  tots  estan  a  juy  de  Deu  o  de  diables !  Que 
de  sol  labat  de  Clunyeeh,  qui  es  elec  en  concordia,  volen  haver 
CG  mill.  florins.  Sia  vostre  merce,  senyor,  que  cuitets  de  dar 
recapte  ales  carles  .  . .    Scrit  a  Auinyo  XUI.  dies  dins  März, 

ßarcelonii.  Archiv.  CRD,  Nr.  10952.  Or.  Pap.  Ssp.  Die  Hoffnung  m( 
baldige  Erledigung  ihrer  Geech&ft«  besoodorH  der  Urkunden  trog  aie.  Noch 
Im  April  ma&te  Keroart  dee  Fonollar  schreiben  mit  einer  charakteristischen 
BemerkoDg  Aber  den  EinfluB  des  Kardinals  Raimund  del  Got:  Per  aicun 
dearahonanieDt,  quel  papa  hs  baut,  eil  nona  poch  fer  respost.  Et  volch, 
quel    senjor    en   R.  del  Got   nos  fees  respost  et  quena  deliuras,     E  tota  lo9 

'l  Der  Prokurator  des  KSoigs  an  der  Kurie  Petrus  de  Spellunie. 

')  Der  Elekt  von  Tarragona  solle  20000  Gulden  zahlen.  Es  Ist 
Gnilelmus  de  Rocaberti ;  Jassia  -  -  heißt  es  weiter  — -  quo  uos  per  part 
vostre  li  aydani  aitant,  con  podem.  e  valren  hi  poch,  pu9  diners  bi  corten. 


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186  Briete,  Eednn  und  GutachtäD. 

nifera  de  la  corl,  senyor,  venen  en  poder  den  R.  dal  Oot,  3i  que  h»  Unt 
affer,  que  do  pot  dar  cap  ala  mfutat  dele  affera,  E)t  ab  gran  trebayl  et 
atTan  havcm  feit  tant  que  las  cartes  sod  en  grosaa.  Et  vuy  devem  les  haver 
6  hau  se  a  moatrar  al  papa  e  puis  bollar  .  .  .  Scrit  a  Aaiujo  III  djea  * 
exidtt  Dabril.    Nr-  U842.    Or.  Pap    Bsp 

103.  KtlnlK  Ja}me  II.  an  Papfit  Clemena  V.:  Berielit  Ober  ttm  MiB- 
IbKen  der  UesandtNchsIt  d«s  Priors  t<hi  Casdaao  U  Mooim; 
doch  ist  haiaigi!  Ubergiibe  zm  erholTeD.    <130S>  9  MIns  11. 

. . .  Vestre  itaque  sanctilati  leccione  presentis  epistole  notum 
sit,  venerabtiem  virum  Bertrandum  prioretn  de  Cassiano,  capel- 
lanum  veslrum,  dilectum  consanguineum  et  consiliarium  nostrum, 
jam  Duper  nostratn  presenciam  adivisse  in  nostrisque  manibus 
vestrum  rescriptuni  apostolicuni  assignasse,  quod  nobts  pro 
negocio  fratrum  ordinis  Templariorum  in  terra  nostra  existen- 
ciuni  obsessorum  vestra  clemencia  destinavil.  Nos  autetn  . . . 
dictum  priorem  in  negocio  huiusmodi  dirigentes  eidera  asliümus 
consiliis  et  auxitiis  oportunis,  iit  vestra  provisio  plenum  ac 
integrum  assequeretur  eßectutn.  Sicque  personam  de  consilio 
nostro  notabilem  apud  castruni  Montissoni,  ubi  solummodo 
in  regnis  nostris  Templarii  tenentur  obsessi,  aliis  iam  Templa- 
riis,  exccptis  in  diclo  Castro  Montissoni  et  in  alio  parvo  Castro 
Chalamera  vocato,  quod  est  de  teniniento  castri  predicti  Mon- 
tissoni, de  quo  parvo  Castro  non  curavimus,  quia  habito  Castro 
Montissoni  habebitur  et  illud,  existentibus,  in  posse  nostro 
deductis,  cum  dicto  priore  transmisimus  pro  dicte  vestre  pro- 
visionis  effectu:  dicte  persone  de  consilio  nostro,  quantum 
potutmus,  districcius  precipientes  nee  minus  nostris  ofßciatibus 
in  dicta  obsidione  pro  nobis  agentibus  expresse  mandantes,  ut 
omnia  quecumque  facerentur  pro  expedicione  negocii  supra- 
dicti  a  vestra  clemencia  ordinati.  Et  inter  cetera,  quod  dure 
tunc  tulimus,  Jaycis  intus  dictum  castrum  in  auxilium  et  favo- 
rem  Templariorum  existentibus,  qiii  facta  publica  preconizacioce 
iussu  nostro,  ne  faverent  Tempiariis,  ob  inobedienciam  au)is- 
sionem  seu  penam  corporuiri  et  bonorum  incurrerant,  penam 
predictam  remisimus,  si  a  Templariorum  auxilio  recederent  pre- 
dictorum,  quod  facere  ducti  diaboiico  spiritu  recusarunt.  Qua- 
liter  autem  Templarii  sepefati  in  sua  perßdia  persistentes  apo- 
stolicis    nionitis,     requisicionibus    et    provisioni    paruerint  . .  -, 


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Nr.  103.    (1308)  9  Min  11.     Nr.   104.    (1309)  März  22,  187 

supradictus  capellanus  vester,  qui  in  hiis  omnem  prorsus  curam 
et  soHicilam  diligenciam  pro  posse,  ut  aliquis  exhibere  posset, 
exhibuit,  quique  ad  pedes  sancUtatis  vestre  regreditur,  sei-iosius 
enai'rabit.  Denique  vestre  bealitudini  iiotum  fiat,  ^entes  nostras 
adeo  dictos  Templarios  ...  in  diclo  Castro  Montissoni  con- 
stricte  tenere  obsessos  .  .  .,  quod  impossibile  creditur,  quia  inira 
brevis  temporis  spacium  in  manu  regia  vi  vel  gratis  venire 
cogantur  .  .  .  Dat.  Barchiiione  V  tdus  Marcii  anni  predicli 
(miilesimi  trecentesimi  octavi). 

Barcelona,  Archiv,  Reg.  291  f.  213*'. 

IM.  Pelros  de  Spelluuels  an  KSnl^  Jayme  II.  von  Ara^Dieu:  Be- 
sUltlKDiig  dM  Ulekten  von  Tarra^oav  nus  besonderer  Rflcksiebt 
auf  den  KSnl;,  in  detsaen  Reichen  die  Klrohe  die  grVßte  Frei- 
heit genlefie.  Bede  ein«  Templers,  der  alsbald  ^ehngen  gesetzt 
wird.    Avifnon  (lUm)  HHrz  ^ 

Petrus  de  Spelluncis,  vester  haniilis  et  devotus  procurator 
in  curia  summi  pontirßcis  .  .  .  Die  sabbati,  que  computabatur 
uodecimo  kalendas  Äpriüs,  dominus  papa  tenuit  publicum 
consistorium  et  confirmavit  electionein  domini  electi  Terra- 
conensis.  Et  inter  alia  proposuit,  qualiter  in  forma  electionis 
predicti  electi  fuerat  erratum.  Ex  quo  posset  de  iuris  rigore 
eieccio  viciari.  Verunlamen,  quia  vestra  regia  magestas  in- 
stanter rogabat  pro  eo,  ideo  de  plenitudine  potestatis  ipse 
suplebat  defTectum  forme  eleccionis  predicte.  Et  subsequeiiter 
comendavit  vestram  regiam  celsitudinem  de  fidelitate,  devocione 
et  tusticia  et  inter  alia  exposuit,  quod  sibi  constabat,  quod  in 
aliqua  parte  mundi  iura  el  libertates  ecciesiarum,  monasterioruni 
ae  personanini  ecclesiasticarum  plenius  non  servabantur,  quam 
in  regnis  ac  terris  iurisdiccioni  vestre  subieclis.  Ex  quo 
Homana  ecciesia  tenebatur  vestris  precibus  condescendere  et 
vestra  bene  placita  favorib  gracia  prosequi  ampliori, 

Post  hec  quidam  Templarius  ineepit  proponere  aliqua 
ex  parte  Templariorum.  Et  cum  dominus  papa  percepisset 
ex  verbis  suis,  quod  ipse  erat  Templarius,  protinus  mandavit 
ipsum  capi  et  poni  in  vinculis,  quod  factum  fuit.  Et  ita  nes- 
citur,  quid  intendebat  proponere,  cum  pauca  proposuisset  verba 
Romancto  in  ydiomate  Gastellanorum. 


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ISS  Briefe,  Reden  und  autachten. 

Alia  nova  noii  sunt  relacione  digna.  Reverendus  pater 
dominus  Iterdensis  üpiscopus  et  venerabilis  Bernardus  de  Fonol- 
lario  ambaxiatores  vestre  dominacionis,  feliciter  Dei  grada 
negocia  ceiaitudinis  vestre  expedicrunt  .  .  ,  Dat.  Auinione  un- 
decimo  kalendas  Äprilis. 

Barcelonn,  Arehiv,  CRD.  Nr.  11042.  Or.  Pop.  Ssp. 

105.  B.  Arm  an  lad,  Faxenül»  et  RathenenBln  eomeK  an  KSnl;  Jafnell.:  . 

Erkundig  sich  Über  den  Elnbll  de«  Köb)^  tod  Granada  !■  «da 
Gebiet  mit  Hflire  r»ii  Juden  nad  ap<HtBBlert«n  Templern.  Stdil 
Httife  setner  Freunde  flir  Feldkrieg  In  AnBsiehl.    (1309)  (?)  Mal  ä. 

.  .  .  Carissime  domine!  Nuperrime  intellexi,  quod  rei 
Granate  cum  ingenti  Sarracenorum,  ludeorum  et  Templariorum 
nunc  ad  legem  Sai-racenam  conversorum  multitudine  cum  ariiiis 
regnuni  vestrum  intrare  et  dampnißcare  proponit:  inde  cnm 
vestrum  honorem  sinceriter  desiderem  et  comodum  et  graviter 
de  contrario,  quod  Deus  avertat,  condolerem,  audaciam  assurno 
maiestati  vestre  scribendi  eiciem  supplicans  cum  affectu,  qua- 
tenus  mich]  certificarc  dignemiiii,  si  verum  sit  ...  Pro  bono 
nairique  facio  et  quia  eciaiii  cognosco  nonnullos  potentes,  qni 
cordi  honorem  vestrum  habent,  quique  vobis  in  iiecessitatibus 
libenter  assisterent  ac  de  quorum  sine  dubio  subsidio  gaudere- 
lis,  et  qui  fortassis  in  subsidium  vestrum  irent  et  ego  eciarti 
istud  procurarem  toto  posse,  si  sciremus,  quod  contra  regem 
predictum  per  viam  debellandi  vel  conflicü  procedere  debwelis. 
Verum  si  contra  ipsuni  deberetis  procedere  per  viam  guerre 
guerriote  fortalicia  vestra  muniendo,  se  potentes  predieti  ad 
partes  vestras  non  conferrent,  nam  vobis  in  illo  casu  modicum 
proflcerent  gressus  sui  ...     Datum  V.  die  Mail. 

Bwcelona,  Arohiv.  Templatioa  Nr.  28.  Or,  Perg.  Ssp.  Auf  den  Cb«- 
kitt  der  Templer  zu  Arn  SHmzeueii  weist  das  Eoniept  der  Rede  PlaieUne 
in  Poitiera  1303  hin. 

106.  Antnort  Clemeus'  V.  anf  Tersebiedene  Sehrelbcn  PMIlppe  d.  Set- 

Unter  ZnrUekwehuuK  des  Vonrurfes  der  Unhiariieft  In  fMlKR 
Itehrelben  und  der  atwfohtllchen  VerMhleppunK  der  Templer- 
auKeleEenhelt,  irodurcb  hllBliche  Gerflehte  Aber  die  Venreadu; 
der  Templerfüflter  und  Gefahren  fllr  die  Erledlfing;  d«  Fr*- 
zesees  entstanden  seien,  gibt  er  eine  Belhe  von  AnfUinafCi 


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Nr.  106,     (1809)  Mai  6.  1Ö9 

in  Form  toi  ZKEeatlndnlggem  an  die  Wttasehe  des  ESnigs  Aber 
die  Art  und  den  Ort  der  frauxiffducben  Templerinqufsltlon,  Über 
die  VertTmllnn^  der  Uttter,  Über  die  AbMndaiiK  Ton  Inquisitoren 
in  die  andern  LHiider,  Höhe  der  Uesoldnu^,  Heranilehun;  der 
FOnten  zn  den  Ansgiiben  luir.    Ari^on  (1309)  Hat  6. 

Clemens  episcupus  servus  servorum  Dei  carissimo  in 
Christo  filio  Philippe  vegi  Francorum  illustri  salutem  et  apo- 
slolicam  benedictionem,  Prodierunt  ex  afHuentia  reverenlie 
filialis,  quam  ad  Romanam  ccciesiam  matrem  tuam  et  perso- 
nam  nostram  sicut  benedictlonis  filius  habere  dinosceris,  lit- 
lere '),  quas  nuper  nostro  apostolatui  transmisisti,  in  quibus 
zelum  et  fervorem  multe  fidei  in  te  novimus  residere,  quas 
leta  mente  reeepimus  earumque  seriem  et  tenorem  vidimus 
diligenter.  Continebant  siquidem  littere  supradicle,  quod,  dum 
adhuc  Pictauis  residenciam  faceremus,  ütteras  apostolicas,  per 
quas  manus  prelatorum  et  inquisitorum  regni  Francic  in  pro- 
cedendo  contra  Templarios  per  nos  relaxata  fuerat-),  lue  cei- 
situdinj  miseraraus,  dando  certum  modum  procedendi  per  illas 
contra  singulares  personas  Templariorum  ipsorum,  quibusdam 
personis  eorumdem  exceptis,  quodque  postmodum  per  dileclum 
lilium  magistrum  Flugonem  Geraldi "),  capellanum  nostrum,  ad 
prcsentiam  tuam  necnon  et  ad  prelatos  eiusdeni  regni,  pro 
dicto  negotio  exequendo  salubriter  congregatos  *),  certas  ütte- 
ras  miseramus  et  specialiter  litteras,  per  quas  contra  singula- 
res personas  predictas  inquisitionem  huiustnodi  Reri  mandaba- 
muä,  et  quod  prelatis  eisdem  et  atiis,  attendentibus  diligenter 
verba  litteranim  ipsarum,  in  eisdem  primis  et  secundis  ütteris 
super  pluribus  articulis  earumdem,  ex  quibus  verisimiliter  po- 
terant  iminere  pericula,  nisi  clare  et  tute  procederetur  in  ipsis, 
orta  fuerat  materia  dubitandi.  Ad  que  regie  magnitudini  le- 
spondemus,  quod  diligenter  considerantibus  tenores  litterarum 
ipsarum  notabilis  seu  periculosa  varietas  vel  dubietas  rationa- 

')  Dieser  Brief  ist  unbekannt. 

*)  Gedr.  Coli,  des  doo.  ta^lte.  HäUnges  histor.  II.  p,  418—428. 

')  Vertrautet  Clemens'  V,  und  oft  zu  Legationen  verwandt,  unter 
Jobsnn  XXII.  als  Bischof  von  Cahors  gefangen  nnd  getütet. 

')  Darüber  war  bisher  nichts  bekannt;  auch  die  päpstlichen  Briefe 
kennen  wir  nicht,  wenn  es  nicht  die  vom  12.  August  1S08  sind.  Vgl.  auch 
Baluse,  Vitae  pnp.  Aven.  11,  141. 


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190  Briefe,  Reden  und  antachteii. 

bilis,  ut  videtur,  non  poterat  exoriri,  sicut  in  huiusmodi  re- 
sponsionibus  nostris,  per  quas  ad  singula  duhia  respondemu.':. 
plenius  lua  celsitudo  poterit  intueri.  Significasti  etJam  nobis 
per  litteras  supradictas,  quod,  licet  Processus  huiusmodi  per 
nos  cum  »laturitate  multa,  ut  decebat,  assumpius  extiterit  ei 
Pictauis  salubriter  ordinatum,  qualiter  tarn  contra  singulan?! 
personas  ordinis  supradicti  quam  contra  totum  ordineni  ipsum 
procedendum  et  agendum  existeret,  parum  tarnen  erat  in  efTectu 
secutum,  nee  videbas,  quod  commissarii  in  huiusmodi  negotio 
deputati,  ut  expedierat,  informati  fuissent  vel  eciam  destinati, 
sicque  tempus  currebai  et  parturire  poterat,  nisi  per  nos  oe- 
curreretur  salubriter,  tristes  et  periculosos  eventus,  quodque 
iam  mala  gravissima  ex  eadem  mora  fuerant  siibsecuta.  Multi 
etenini  Templariorum  ipsorum,  qui  reatum  eorum  fueraiil 
sponte  confessi,  intuentes  sie  ip»um  differri  negotium,  ad  de- 
sperationem  deductl,  de  misericordta  ecciesie  ditSdebaut;  alii 
vero  revocabant  confessioiies  easdem  et  in  errores  pristinos  re- 
cidebant,  quodque  propter  moras  et  diiationes  prefatas  contra 
nos  et  tuam  magnitudinem  populus  clamabat  et  etiam  mur- 
murabat,  dicentes  quod  nee  nobis  neque  tibi  de.negotio  huius- 
modi erat  eure,  sed  de  preda  bonorum,  que  Templarii  possi- 
debant.  Super  quibus  per  nostram  petivisU  diligentiam  provi- 
deri.  Et  quia  dicta  puncturas  et  pericula  sentiebas,  illa  ad 
nostram  reducebas  memoriam,  cum  er^a  nos  fidem  dehitam 
servare  non  crederes,  nisi  hec,  que  ad  tuum  auditum  pervön- 
rant,  ut  circa  ilta  honorem  nostrum  custodire  possemus,  quem 
tu  defendebas  et  proponebas  tueri,  nostro  apostolatui  nuntia- 
res.  Ad  que,  et  primo  videlicet  ad  id,  quod  moram  ^el  lar- 
ditatem  huiusmodi  potest  contingere,  tibi  duximus  responden- 
dum,  quod  nulla  mora  vel  tarditas  ex  parte  nostra  interveoit 
in  negoÜo  memorato,  sed  semper  cum  summa  sollicitudine  pre- 
fatum  negotium  continue  fuimus  prosecuti,  et,  quamvis  de 
Pictauis  veniendo  versus  Äuinionem  in  itinere  constituti  per- 
sona nostra  pressa  debilitatibus  diversis  extiterit,  dictum  tarnen 
negotium  per  nos  ac  dilectos  filios  nostros  Berengarium  sancto- 
rum  Nerei  et  Achillei,  Stephanum  sancti  Ciriaci  in  Teniiis 
tituli  presbyteros  et  Petrum  de  Columpna  sancte  Romane  ec- 
clesie  diaconum  cardinales,    quos  fervidos  tu!  honoris  noviiiiiK 


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Nr.  10«.    (1809)  Uai  6.  I91 

zelatores  et  ad  dictum  negotium  multtpliciter  afßci  ab  experto, 
nbsque  omni  negligentia  extitinius  prosecuti,  deputatis  nichJIo- 
minus  cardinalibus  ipsis  quasi  omnibus  curie  nosLre  scriptori- 
bus,  qai  omnibas  preterniissis  ad  expeditionem  litteraruni  ne- 
gotium contingentium  supradictum  intenderent  diligenter,  quam- 
vis  dicte  tittere  propter  niuttitudinem  et  diffusionem  ac  varieta- 
tem  ipsarum,  pro  quarum  expc-dictione  cum  omni  diligentia  et 
efficacia  extitit  latniratum,  nequiverint  cilius  expediri ').  Coin- 
missarii  quoque  in  eodem  negotio  deputati,  quantutii  ad  nos 
pertinet,  expediti  fuerunt  et  iamdudum  fuissent  ad  prosecutio- 
nem  eiusdem  n^otii  destinati,  sed  id  accessum  retardavit  Ipso- 
rum,  quod  aliqutbus  ex  fratribus  nostris,  amicis  tuis,  scriptum 
de  Parisius  exlitit,  cum  adhuc  essemus  in  partibus  Tholosanis, 
quod  aliqua  dubia  corrigenda  iminebant  et  etJam  declaranda 
in  iitteris  antedicUs.  pro  quibtis  corrigendis  et  declarandis 
e  vestigio  regii  erant  nuntii  transmittendi  et  etiam  prelatorum, 
quorum  quidem  dubiorum  et  nuntiorum  missio  ultra  spem  et 
debitum  extitit  retardata,  propter  quod  causa  non  est,  ex  qua 
ecclesie  prefate  vel  nobis  negligentia  vel  tnrditas  in  huiusmodl 
riegotio  valeat  imputari,  nichilque,  quod  desperationis  de  mise- 
ricordia  ecclesie  prelibate  materiam  ministravit  vel  rovocandi 
confessiones  predictas  ac  relabendi  in  rrrores  pristinos  aliqui- 
biis  ex  Tempi ariis  memoratis  occrasionem  debueiit  prebuisse, 
cum  nichii  in  negocio  ipso  innovatum  nichilque  neglectnm  ex- 
titerit,  sed  potius  cum  omni  sollicitudine  et  diligentia  continua 
et  attenta  habita  fuerit  prosecutio  negotii  supradicti,  nee  est 
etiam,  unde  populus  contra  nos  de  preda  bonorum  Templaiio- 
rum  predictorum  valeat  murinurare,  cum  de  bonis  ipsif  ad 
nos  nichii  umqunni  pervenerit,  nisi  modica  bona  mobilia  de- 
posita  penes  eundem  Berengarium  cardinalem,  quc  ad  sumptus 
et  expensas  cardinalis  eiusdem  et  eliam  predicti  Stephani 
cardinalis  pro  snpradicto  n^otio  Templariorum  ex  parle 
nostra  transmissorum  in  Pranctam  ad  celsitudinem  regiam 
sufficere  minime  potuerunt,  immo  pro  ipsius  feliciori  expedi- 
lione  negotii  non  leves  sumptus  meminimus   subiisso  ac  suinus 


'}  Auch  bierio  liegt  ein  Beweis,  dnfi  ilie  daa  Detam  des  12.  Augnst 
1308  tragenden  SchriftstQrke  nrat  viel  epnter  uusgercrtigt  worden  sind. 


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lEß  Briefe,  tleden  und  Outacbten. 

subire  parati,  secundum  quod  ipsius  negotii  qualitas  requirere 
polerit  in  futurum.  Preterea  scimus,  carissime  fili,  quod  huius- 
modi  series  litteranim  ex  puritate  sincere  devotionis,  quam 
ad  oandem  ecctesiam  et  nos  habere  te  novimus,  emanaTJI. 
Scimus,  quod  ex  ma^no  dilectionis  afFectu,  quo  ei^  personam 
nostrani  fervere  dinosceris,  que  per  easdem  scripsisti  Ütteras. 
processerunt.  Scimus  etiam,  quod  uostri  honoris  int^rilas, 
quem  immaculatum  servare  desideras,  ad  illa  scribenda  te  spe- 
cialiter  invitavit  et  induxit  zelus  fidel  memorate.  Gaudemus 
etenim,  quod  digna  nobis  retributione  respondes,  cum  Id  medio 
pectoris  apostolici  sit  constituta  preparalio  sedis  tue,  tuumque 
honorem  et  statum  paternls  affectibus  cupiamus.  Adjecisti 
etiam  in  lilteris  supradictis,  quod  prelati,  qui  convenerant  nuper 
Parisius,  aliquos  articulos  super  diclo  negotio  dubitationes  ™- 
rias  continentes  noslro  apostolatui  transmittebant '),  tuque  ipsis 
articnlis  alios  adiunxcras  similes,  quos  nobis  sub  tuo  contra- 
sigillo  duxeras  destinandos,  ad  quorum  aliquos,  qui  potueruni 
per  nos  evestigio  expedirl,  statim  plene  duximus  responden- 
dum,  ut  in  predicto  negotio  citius  procedatur;  super  aliis  plena 
doliberatione  prehablta  celeriter  responsuri.  Super  eo  aulem, 
quod  dicti  prelati,  videUcet  quod  littere  apostolice  super  inqui- 
sitione  facienda  contra  ordinem  supradictum  in  Lugduoensi, 
Burdigalensi  et  Narbonensi  provintüs  non  fuerant  destlnate. 
querele  causam  habebant,  excellentie  regie  respondemus,  quoii 
littere  omnes  ad  easdem  provintias  uniformiter  füerunt  con- 
fecte,  sed  ipsarum  provlntiaram  littere  pro  eo  apud  sedeni  re- 
manserunt  eandem,  quod  dilecti  filii  magister  Matheus  de  Nea- 
poli,'  notarius  noster,  et  Magalonensis  ac  Tridentine  *)  archi- 
diaconi  eccleslarum  per  nos  ad  Inquirendum  in  dictis  provin- 
tüs contra  prefatum  ordinem  deputatt,  qui  erant  de  curia  abs- 
que  ditatione  quaUbet  recessuri,  deferre  debebant,  quos  statim 
cum  eisdem  litteris  transmittemus.  Ad  illud  autem,  quod  pe- 
tebatur  a  prelatis  eisdem,  quod,  cum  maior  pars  Templariorum 
regni  tui  Parisius,  aut  in  Senonensi  vel  Turonensi  prorintüs 


')  Diese  Stücke  fehlen. 

')  Diese  drei  PrAlaten  erscheinen  auch  beim  großen  Pariser  Pnaefi 
9  imd  1810  als  die  T.eiter  neben  den  Bischöfen. 


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Nr.  106.     (IS09)  Hai  6.  läS 

leneretur,  eis  videbatur  expediens,  quod  processus  Jnquisitionis 
liuiusniodi  deberet  in  dicta  Senonensi  provincia  inchoari,  tibi 
diiximus  respondendum ,  quod  de  nostra  vokinlate  procedit, 
quod  iidem  prelati  circa  hoc  agant,  quod  utilius  in  eodem  ne- 
gotio  viderint  expedire.  Super  alio  autem,  quod  sepedicti  pre- 
lati petebant,  quod  eisdem  commissariis  mandaretur,  ut  statim 
ad  dictam  Senonensein  provinciam  sp.  conferrent,  respondemus 
quod  de  beneplacito  nostro  procedit,  et  iam  districte  manda- 
vtmus,'quod  sine  dilalione  ad  dictam  accedant  provinciam, 
pro  dicte  inquisitionis  nt^otio  prosequendo.  Petebatur  etiam 
a  prelatis  eisdem,  quod  in  eadem  provincia  Senonensi  vel  alibi, 
ubi  dicti  Templarii  detinentur  et  ubi  prelatis  et  commissariis 
sepedictis  magis  expediens  videretur,  inquirere  et  probationes 
recipere  possent  ab  oronibus,  quos  invenirent  ibidem,  quamvis 
per  litteras  apostolicas  eis  missas  oporteret  ipsos  ad  alias  trans- 
ferre  provincias,  quod  necesse  ipsis  minime  videbatur,  non 
obstante,  quod  in  eisdem  litteris  apostolicis  super  hoc  directis 
aliud  continetur:  ad  quod  respondemus,  quod  id  fleri  volumus, 
prout  a  prelatis  petitur  supradictis  Ceterum  habebat  quedam 
alia  diclorum  prelatorum  petilio,  quod  Üdem  prelati,  si  expe- 
dire viderent  se  ad  alias  debei-e  transferre  provincias,  sc  divi- 
dere  possent,  ita  videlicet,  quod  duo  ex  prelatis  ipsis  cum  uno 
vel  duobus  ex  aliis  commissariis  supradictis  per  se  super  con- 
tentis  in  eadem  commissione  in  una  tui  regni  parte  procede- 
rent  et  alii  duo  ex  prelatis  ipsis  cum  uno  vel  duobus  ex  eis- 
dem commissariis  per  se  in  alia  parte  dicti  rsgni  suos  Pro- 
cessus facerent  et  haberent:  ad  quam  quidem  petitionem  tali- 
ter  duximus  respondendum,  quod  post  diversas  collationes  lia- 
bitas  cum  venerabili  patre  Penestrino  episcopo  et  dilecto  filio 
nostro  Raymundo  sancte  Marie  nove  diacono  et  alüs  cardina- 
libus  supradictis,  quos  novimus  tui  zelatores  honoris  et  ferven- 
ter  afßci  ad  expeditionem  negotii  antedicti  felicem,  nobis  et 
ipsis  non  videtur  expediens,  ut  propter  periculum,  quod  pnsset 
dicto  ni^otio  imminere,  fiat  divisio  supradicta  et  precipue  propter 
contrarietatero,  que  posset  insurgere  ex  diversitate  inquisitio- 
num  divisim  per  eos  in  eodem  negotio  habendarum.  Nam  si 
aliqui  ex  eisdem  inquisitoribus  in  una  parte  ununi,  et  aliqui 
in  parte  alia,  quod  absit,   aliud  invenirent,  periculosa  diversi- 

Finkfl,  Piiuttnin  iiii.l  UntarKiina  .Ica  TBmi.TernrilBn».    ir.  Wi 


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194  Briefe,  Reden  und  GntacliUil. 

las,  ex  qua  deperire  posset  quamplurimum  n^otium  Christi 
et  fidei,  sequeretur:  Uimen  si  tibi,  quod  divisiiii,  ut  premilti- 
tur,  procedere  possint,  videtiir,  omnino  parati  erimus  in  hac 
parte  condescendere  votis  tuis.  Porro  sub  contrasigillo  tun 
quandam  cedulam  infrascriptos  contineiitem  orticulos  dcstinosti, 
cuias  quidem  cedule  lenor  talis  est: 

Hü  sunt  articuli,  qui  dubitationem  inducunt  ac  perplexi- 
tatem  in  Templarionim  negotio,  super  quibus  est  per  sedeni 
apostolicam  procedendura.  Primo,  super  articuüs  in  litteris 
prelatorum,  qui  iiuper  convocacioni  seu  congregationt  de  eis 
facte  Parisius  affuere,  contentis,  qui  gratia  brevitatis  iiic  non 
repetuntur.  Item  litterarum  apostolicarum  tarn  earum ,  qae 
prius  nobis  per  nuntios  nostros,  quam  earum,  que  secundo  per 
magistrum  Hiigonem  Geraldi  archidiaconum  Pelragoricensem 
pretatis,  qui  Parisius  conveneratit,  misse  fuerunt  per  sanctita- 
tem  vestram,  varietas  atque  diversitas  plures  pariter  dubietatcs 
et  inexorabiles  exitus  quudammodo  n^otii  possint  inducere 
modo  quocumque,  ex  quibus  posset,  ut  plerisque  videtur,  peri- 
cHtari  negotium.  Expediens  igitur  videretur  per  sedera  aposto- 
licam de  forma  clara  et  utili,  per  quam  prelati  procedere  dt^ 
beant,  provideri,  que  comprehenderet,  que  utiliora  sunt  in  utris- 
que  litteris  siipradictis  el  ad  expedicionem  Tacilem  et  celerem 
negotii  tendentia,  reiectis  verbis  omnibus  litterarum  ipsanim, 
que  dubitationem  vel  difficuitatem  negotii  possint  inducere 
modo  quocumque,  et  hec  forma  mitteretur  clara  et  lucida  oe 
dum  prelatis  regni  Francie  celeriter  sed  et  prelatis  alioruni 
regnorum.  Si  namque  in  regno  francie,  ubi  liquet  de  ne^ 
tio,  tot  perplexitates  occurnint,  quid  erit  in  alüs,  ubi  non  li- 
quet? item,  cum  Templarii  cerLum  doraicilium  non  haberenl 
sed  transferrentur  de  loco  ad  locum  et  nunc  maxime  in  hof 
regno  per  diversas  ballivias  et  senescaUias  capti  ten[er]enlur 
plures  diversarum  diocesium,  qui  non  possunt  comode  duci  ad 
suos  diocesanos,  providendum  esset,  ne  per  hoc  inquiäüonis 
negotium  retardetur.     Item,  cum  vestra  sanctitas  iuxerit  ...') 


'I  Der  ftngcdeatete  Satz  Ober  die  nicht  von  den  Inqaiailoreo  *»^' 
aber  von  den  PrUlnten  Exaininirten  ist  bier  nicht  ganz  klar;  völlige  Klar- 
heit gibt  der  Iet;Ete  Snti:  S.   198  nnten. 


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tfr.  10«.    (1309)  Mai  6.  195 

Item,  cum  super  omnibus  articulis  per  vestram  santitatem  "  missis 
iiisseritis  inquiri,  cum  quibus  prius  non  fuerit  inquisitum,  cum 
eis  vero,  cum  quibus  inquisitum  fuit  super  certis  articulis,  non 
super  eis,  de  quibus  fuerat  inquisitum,  occurrit  dubium :  plures 
enini  es  eis,  qui  prius  confessi  fuerunt  suos  errores,  videntes 
Prorogationen!  negotii  et  ex  eis  falsis  sugestionibus '>  et  variis 
proniissionibus,  q«e  fiunt  eis  vel  facte  sunt  verbis  et  litten's 
aliquorum,  spem  sunientes  a  confessionibus  resiliunt,  qui  prius 
errores  sponte  confessi  fuerant  el  abiuraverant.  Nisi  ergo 
denuo  inquiratur  vel  sciatur,  quaüter  perseverant  super  eis, 
que  confessi  sunt,  vel  qualiter  contra  taliter  diffilentes  proee- 
datut-  et  provideatur,  plures  dubitabunt;  licet  iura  satis  forte 
declarent,  propter  diversas  tarnen  opiniones  plures  dubitationes 
occurrunt.  Preterea  quid  prelati  facient  contra  pertinaces,  cum 
omnes,  etiam  qui  confessi  non  sunt,  sint  vehementer  suspecti, 
plures  dubitabunt,  nisi  per  sedem  apostolicam  sit  provisum  et 
prelatis  scribatur,  quid  agere  debeant  super  istis,  maxime  for- 
midolosis,  si  qui  essent.  Item  de  illis,  qui  confessiones  sponte 
factas  revocant,  et  super  similibus  est  per  sedem  apostolicam 
providendum.  Item  adverlat  vestra  beatitudo,  ne  in  provincia 
Burd^alensi  specialiter  aliquid  tangens  negotium  disponatur, 
nisi  id,  quo  pro  aliis  regni  provinciis  disponetur.  Esset  enim 
absurdum  nee  bonum  aliquod,  sed  pocius  confusio  sequi  posset 
Item  cum  Pictauis  fuerit  ordinatum  super  bonis  Templi  tra- 
dendis  curatoribus  specialibus  per  prelatos  et  per  sedem  apo- 
stolicam ordinandis,  qui  bona  huiusmodi  nomine  Templi  ad- 
ministrabunt,  in  Htteris  predictis  missis  nuper  prelatis  modum 
contra  Templarios  procedendi  continentibus  aliud  exprimitur, 
videlicet  quod  nos  in  manibus  sanctilatis  vestre  et  ecclesie  po- 
suimus  ipsa  tmna,  cum  tamen  nostra  non  fuerit  üla  intentio 
nee  littere  nostre  testantur '',  cum  bona  fratrum,  ut  plerisquc 
videtur,  Templi  fuerint  et  in  manu  Templi,  ut  speratur,  re- 
manebunt  pro  n^otio  Terre  Sancte,  licet  totus  Templariorum 
ordo  dampnetur,  nee  manus  nostra  fuit  apposita  in  bonis  pre- 
dictis nisi  causa  custodie.  Et,  pater  sancte,  si  gentes  audirent, 
quod    in  manibus  nostris  ponerentur  bona  predicta,  scandali- 

••    So  Or.  b   So  das  Or. 


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IM  Briefo,  Reden  und  GntAoliteil. 

zarentur,  licet  qao  ad  protectionem  in  nianibus  vestris  «t  ec- 
clesie  sint  omnia  bona  Templi  et  aliarum  ecclesianim.  Quare 
placeat  vestre  satictitati  super  hüs  advertere  in  litteris,  qiias 
ad  diversas  partes  mittetis.  MuUi  enim  sunt  principes  vel  po- 
tentes, qui  verba  lilteraruin  apostolicarum  non  accepta  habe- 
bunt, nisi  placeant  eis.  Item  placeat  vestre  sanctitati  loqui  in- 
quisitoribus,  qui  mitlentur  ad  alia  regna,  cum  quibus  loqui 
comode  pDteritis.  et  eos  sollicitare  et  animare  necnon  instruen- 
in  agendis.  Est  enim  necessarium.  Alias  ascriberetur ,  licet 
falso,  ros  negligere,  quod  amatis.  Quicquid  autem  fieri  potent 
erit  necessarium  in  hac  parte.  Item,  pater  sancte,  cum  m^ia 
deliberatione  nominati  vobis  fuenint,  ut  intelleximus,  pro  dteto 
negotio  niittendi  *),  Non  placeat  ergo  vobis  eos  niutare  nlsj 
pro  necessitate  inevitabili ;  mutatioiies  enim  dilationem  et  foHc 
dampnum  malus  prestarent;  nee  quis  catholicus,  dum  tanicD 
sanus  in  persona,  quominus  kborem  susclpiat,  debet  apud  to> 
in  tam  caro  fidei  n^otio  escusari.  Item ,  advertat  veslra 
sanctitas,  quod  expense  sufflcienles  iusla  conditionem  et  statum 
eoruDi  taxentur  iilis,  qui  mittentur  ad  alia  re^na  pro  n^tio 
memorato.  Intelleximus  enim ,  quod  parve  fuerunt  eis  ta- 
xate,  quod  solum,  pater  sancte,  posset  totum  negotium  impe- 
dire,  quin  irnmo  graviores  longe  expensas  eos  oportebtt  subirc 
in  aliis  regnis,  ubi  pluribus  familiaribus  et  equis  indigebant  ac 
etiam  aliarum  persouarum  conductu  pro  securitale  persona- 
rum  suarnm.  Essent  enim  in  periculo,  nisi  seniper  essent  in 
conductu  potentum.  Super  quibus  habeat  vestra  sanctitas  pro- 
videre.  Item,  ut  intelleximus,  vestra  sanctitas  disposuit  dicto*: 
inquisitores  mittendos  expensas  recipere  ab  ecciosüs  r^noruni. 
ad  que  mittentur,  certis  regnis  exceptis,  in  quibus  reciplent 
supra  Templum,  in  quibus  bona  Templi  sufficiunt.  Sed  ad- 
vertat vestra  sanctitas,  si  pnncipes  et  alii  potentes  bona  Templi 
in  manu  sua  habentes  obedient  super  istis,  taliterque  veWüf 
disponere,  quod  propter  expensarum  defectum  fidei  n^otiuni 
perire  non  posset.  Item  excepistis  a  prestatione  sumptuuiu 
certos  prelatos  in  Alemania,  qui  ipelius  possent,   ut  videtur. 


')   Die   Lint«,    die    im    Pariser   National arcbiv   liegt,    veröffeuUirW 
ich  untfii. 


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ÜT.  106.    (1809)  Mei  6.  197 

onus  portaro  et  niagis  parati  sunt.  Quare  super  hüs  onmibus 
paterna  dementia  disponere  dignetur,  ut  Dei  negotio  viderii 
expedire.  Item  mtramur  admodum,  patcr  sancte,  quod  non 
audivimus  neque  percepimus  Ganctitatem  vestram  scripsisse  ad 
alia  r^na  pro  rehabendis  personis  Templariorum  nee  mandasse 
curatores  gcnerales  pro  bonis  adininistrandis  nee  aliquid  simile 
quo  ad  ista  sed  solum  in  regnis  Francie  et  Anglie.  Nisi  enini 
imiformiter  in  hüs  regnis  et  aliis  procedatur,  non  erit  n^o- 
tium,  ut  videlur,  in  tuto.  Ex  precedenLibus  ergo  et  aliis,  que 
vestra  sanctitas  plenius  videre  poterit,  perplexitates  quaiiiplures 
üccurrunt  ac  in  futurum  occurreiit.  Super  quibus  habet  pro- 
spicere  et  plenius  providere  beatitudo  vestra  patema. 

Ad  quorum  aliquos  est  per  prcmissa  responsuni  et  ad 
nonnullos  ex  ipsis  presencialiter  respondemus,  super  aliis  post 
(icliberationcin  celerem  super  ipsis  habendam  itlico  responsuri. 
Super  eo  enim,  quod  petebatur,  si  inquisitiones  et  processus 
liuiusmodi  ab  eisdem  prelatis  extia  suas  provinclas  et  diocescs 
iuxta  continentiam  litterarum  apostolicarum  per  nuntios  tuos 
exhibitarum  eisdem  fieri  poterant  et  haberi,  excellentie  tue 
duxinius  respondendum,  ut  non  obstante,  quod  in  litteris  eom- 
niissariorum  ipsorum  dinoscttur  contineri,  quod  ad  certas  va- 
dant  provincias  et  ibi  diligenter  inquirant,  ubi  magis  dicto  ne- 
gotio  viderint  expedire,  inquirere  possint,  servatis  tarnen  atiis 
articulis  in  dictis  litteris  compreliensis,  non  obstante  clausula 
illa,  videlicet  quod  se  transferant  ad  provincias  niemoratas.  Ad 
illud  vero,  super  quo  dubitatur,  scilicet  an  iteruni  contra  illos 
dicti  ordinis  fratres,  contra  quos  per  nos  et  fratres  nostros  vei 
inquisitorem  seu  inquisitores  predictos  inquisitum  cxtitil,  magno 
magistro  et  maioribus  preceptoribus  ipsius  ordinis  reservatis, 
super  aliis  articulis  seu  capituliä,  super  quibus  fratres  ipsius 
ordinis  interrogati  non  sunt,  inquiri  valeat  per  eosdeni,  tibi 
tenore  presentium  respondemus,  quod  non  videtur  expedire 
utilitati  negotii  supradicti,  quod  iam  examinati  et  contra  quos 
per  nos  et  fratres  nostros  predictos  extitit  inquisitum,  exanii- 
nentur  amplius  vel  inquiratur  etiam  contra  eos,  cum  per  ea, 
que  coram  nobis  et  fratribus  nostris  dcposita  fuerunt  per  eos- 
dem,  tute  videatur  poase  procedi  in  ncgotio  memorato,  nisi 
aliud  pretendatur  per  eos,  quod  coram  nobis  vel  ipsis  fratribus 


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198  Briefe,  Reden  UDtl  Gnt«chten. 

nostiis  non  fiiit  allegatum,  in  quo  casu,  si  prelaiis  ipsis  dili- 
geiitius  presentialiter  inluentibus  qualitatem  et  circunistaiitiam 
negotii  memorati  aliud  utilius  et  expedientius  videatur,  proce- 
dant,  sicut  felici  expeditioni  eiusdem  n^otii  viderint  expedire. 
Adversus  illos  quoque,  contra  quos  per  prelatos  vel  inquisitores 
ipses  inquisitio  facta  est,  si  adeo  suflücienter  extitit  inquisitum. 
quod  ad  absolutionem  vel  condenipnationem  procedi  possil 
ipsoruni,  propter  contrarietatem,  que  ex  inquisitionibus  djversis 
posset  insurgere,  amplius  inquiri  non  vldelur  expedieits  contra 
eos.  Alias  tarnen  iidem  prelati  et  inquisitores  procedere  pos- 
sunt  super  huiusmodi  artlculo,  prout  viderint  expedire,  super 
quo  ipsoruni  conscientias  oneramus.  Ad  dubitaUonem  autem 
illam  prelatorum  et  inquisitorum  eorunidem,  videlicet  an  contra 
illos  Tel  pro  eis,  de  quibus  alias  per  nos  extitit  inquisitum,  in 
provincialibus  concilüs  sententia  ferri  possit,  duxinius  respon- 
dendum:  Certum  est  enim,  quod  de  iure  non  possunt  Ci- 
plorati  quidem  iuris  est,  nee  alicui  venit  in  dubium,  qaod 
coram  superiori  iudice  inchoata  in  inferior!  iuditio  leiminari 
non  possunt  quomodolibet  vel  decidi,  presertim  coram  Romano 
incepta  Pontißce,  penes  quem  plenitudo  residet  potestatis. 
Tarnen  ne  valeat  intricari  negotium  sed  felicius  et  facilius  ex- 
pediri,  et  presertim  propter  enormitatem  tanti  criminis  et  orri- 
bilitatem  facinoris,  volumus,  quod  contra  ipsos  vel  pro  ipsIs  in 
eisdem  concütis  auctoritate  nostra  procedi  valeat,  prout  de  iure 
fuerit  in  talibus  procedendum,  et  si  expedire  viderint,  proul 
iustum  fuerit,  sententia  proferri  valeat  supradicta,  exceptis  nia- 
gistro  et  preceptoribus  maioribus  Francie,  Normannie,  Pictauie. 
Provincie  et  Terre  Ultramarine,  quos  alias  nostro  iuditio  duxi- 
mus  reservandos.  Ita  tarnen,  quod  cause  predicte,  que  na» 
niovenl  ad  id  concedendum  etiam  contra  iuris  r^ulam  in  sen- 
tentiis  seu  difflnitionibus  expresse  ponantur.  Super  dubitatiooe 
autem  illa  prelatorum  ipsorum,  videlicet,  quod  nos  contra  illo;. 
contra  quos  per  dietos  inquisitores  non  extitit  inquisitum,  iusäi- 
mus  inquirendum  et  per  prelatos  eosdem  et  non  per  inquisi- 
tores ipsos  sit  contra  notinullos  ex  fratribus  eiusdem  ordinis  in- 
quisitum, tenore  presentiuni  responderaus,  quod  de  iliis  fratri- 
bus dicti  ordinis  intelligatur,  contra  quos  sive  per  prdatos  aul 
inquisitores  predictos  non  extitit  inquisitum.     Ad  illud  auleiti. 


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Nr.  106.    (1309)  Mfti  6.  199 

quod  dicitur,  qiiod  in  provincia  Burde^alensi  du  langatur  de 
negoUo  supradicto,  nisi  prout  in  aliis  provinciis  de  n^otio  ipso 
disponitur,  respondemus,  quod  eadeni  Burd^alensis  et  omnes 
alie  provincie  paribus  passibus  ambulant,  prout  in  litteris  apo- 
stolicis  super  hüs  confectis  evidenter  apparet,  nee  aliqutd  spe- 
ciale vel  singulare  stutuitur  in  aliqua  ex  eisdein.  Super  eo 
autem,  quod  predictarum  litteraram  tuaruni  seu  prefate  cedule 
series  continebat,  videlicct  ...  de  bonis  dicti  ordinis  curatoribus  et 
administratoribus  . . .  tradendis,  prout  in  dicto  articulo  conlinetur, 
respondemus,  quod,  licet  quo  ad  facti  substantiam  nulta  varie- 
las  vel  diversitas  fore  noscatur,  lilteras  tarnen  ipsas  omnes  per 
dictos  fratres  nostros  mutari  mandavimus,  prout  extitit  postu- 
latum  et  inxta  tenorem  verborum  tam  in  apostoiicis  quam 
regiis  litteris  olim  super  negotio  raateriani  contingente  predi- 
ctam,  que  confecle  hactenus  extiterunt,  contenlorutn,  sicut  in 
litteris,  quas  pro  dictis  Lugdunensi,  Burdegalensi  et  Narbon- 
iiensi  provinciis  destinamus,  plenius  continetur.  Quod  si  forte 
tibi  placet,  quod  littere  iam  pro  sex  provinciis  destinate,  sint 
modo  simili  mutande,  remittantur  et  eodem  modo,  prout  facien- 
dum  extiterit,  mulabuntar.  Ad  id  autem,  quod  petebatur, 
quod  nos  inquisitores,  qui  pro  ipsius  inquisitione  n^olü  mitte- 
bantur,  informaremus  et  instnieremus  plenius,  respondemus, 
quod  diügenter  et  sollicite  faciemus.  ut  decebit,  iltos,  quorum 
presentiam  habere  poterimus  coram  nobis.  Petebatur  etiatn 
per  litteras  seu  cedulam  antedictam,  quod  sufficientes  ministra- 
rentur  expense  inquisitoribus  et  personis  pro  huiusmodi  negotio 
destinandis;  super  quo  nosti'am  te  scire  volumus  votuntatcm. 
Moscat  enini  regia  celsitudo,  quod  Stephane  et  Petro  de  Co- 
lumpna  cardinalibus  supradictis  speciahter  et  expresse  coni- 
misimus ,  quod  mittendis  pro  negotio  supradicto  laxattoiieiu 
augeant  expensarum,  prout  viderint  expedirc,  et  iam  pliiribus 
ex  ipsis,  de  quibus  visum  est  expediens,  prout  per  eorum  re- 
lationem  accepimus,  sunt  stipendia  augmentata.  Super  eo  vero, 
quod  in  eisdem  litteris  seu  eedula  vidimus  contineri,  videlicet 
per  nos  fuisse  disposituin  inquisitores  pro  negotiis  transmitten- 
dos  eisdem  [expensas  recipere]  ab  ecciesiis  regnonim,  ad  que 
pro  dicto  negotio  mittebantur,  cerlis  regnis  exceptis,  in  quibus 
volebamus  expensas  de  bonis  Templarioruin  recipere  predicto- 


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200  Briefe,  Reden  nnd  GoUohteii. 

rum,  ad  quas  poterant  bona  ipsa  sufßcere,  quodque  per  ni»; 
erat  dJligentius  adTertendum,  si  principes  et  alii  potentes  ad 
inanus  suas  habentes  bona  Temptariorum  ipsonim  super  hik 
nostris  iussionibus  obedirent,  super  quo  taliter  vellemus  di^w- 
nere,  quod  propter  defectum  expensarum  atiquem  n^roünm 
tidei  noii  periret:  serenitati  regle  respondemus,  quod  scrJbimus 
universis  regibus  et  principibus,  de  quibus  agitur  in  hac  partt' 
et  in  quorun)  regnis  bona  dictoram  Templariorum  consistuot, 
de  quibus  predictis  mitlendis  stipendia  soivi  debent,  quod  bona 
ipsa  administratoribus  deputatis  a  nobis  liberari  facianl  sne 
mora,'  qui  postniodum  administratores  de  t>onis  ipsis  prefatis 
inquisitoribus  debita  stipendia  exhibebunt.  Et  nichüominus  ad 
cautelam  danius  prelatis  ipsorum  r^norum  per  alias  nostra; 
litteras  in  mandatis,  ut  eisdem  inquisitoribus  de  propHa  pe- 
cunia  stipendia  .  .  .  persoivunt,  illam  de  bonis  Templarionim 
ipsoFum  postniodum  recepturi  .  .  .  Tam  prefatis  regibus  et 
principibus  quam  eisdem  prelatis  mandamus  dictas  litteras  pre- 
sentes.  Super  eo  auteni,  quod  scriptum  nobis  extitit,  quod 
nonnullos  prelatos  de  Alamania  exceperamus  a  contributione  ex- 
pensarum predictarum,  tibi  duximus  respondendum,  quod  non  so- 
lum  in  Alamania  sed  [etiam]  in  aliis  regnis  et  provinciis  prela- 
tos, qui  propriis  stipendiis  iaborabant  in  inquisitione  predicla. 
a  contributione  expensarum  ipsarum,  de  bonis  videlicet  meD* 
sue  dumtaxat,  exemimus  pro  eo,  quod  laboraturi  erant  in  ne- 
golio  supradicto  et  expensas  maximas  facturi  pro  ipso,  nee  con- 
veniens  videbatur,  quod  sie  gravati  ad  faciendum  expensas 
alias  gravarentur.  Postremo  scripsisti  per  litteras  supradictas. 
quod  non  audiveras  neque  perceperas  nos  ad  alia  regna  pro 
Templariorum  ipsorum  personis  habendis  misisse  nee  niandassc- 
generales  curatores  pro  bonis  administrandis  eisdem,  prout  in 
articulo  continetur.  Äd  quod  tibi  dusimus  respondendum,  qQod 
in  regnis  et  provinciis  omnibus  administratores  et  curatores  in 
bonis  eisdem  sunt  per  uniformes  apostolicas  litteras  deputati, 
quamvis  ad  iila  administratores  et  curatores  mitti  nequiverint 
speciales,  sicut  in  tuo  et  Änglie  regnis  desünati  fuerunt,  masime 
propter  personarum  defectum  et  turbationes  partium  aliquanirii 
et  ad  expensarum  onus  nimium  evitandum,  propter  quod  non- 
nulli  prelati  ydonei  et  administratores  et  curatores  sunt  bono- 


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Kr.  106.   (1809)  Hai  6.    Nr,  107.    (1310)  April  25  (?).  201 

nini  predictorum  a  nobis  in  singulis  regnis  et  provinciJs  depu- 
tati.  Super  eo  quidem,  quod  scripseras  te  non  percepisse,  quod 
aliqui  pro  rebabendis  personis  eisdem  inissi  sint,  scire  te  volu- 
inus,  quod  inquisitores  per  nos  ad  hoc  deputati  repetere,  reci- 
pere  et  examinare  habcnt  eosdem  et  supei'  assignatione  facienda 
de  ipsis  inquisitoribus  memoratis  regibus  et  principibus  et  uliis 
universis  scribimus  per  alias  nostras  titteras  speciales.  Volu- 
nius  igitur,  quod  prelati  regni  tui  in  prcmisso  negotio  proce- 
dant  iuxta  responsiones  supradictas  nullo  alio  mandato  nostro 
super  hoc  expectato,  ut  negotium  tiuiusmodi  raciiiiis  et  celerius 
ad  finem  debitum  deducatur.  Super  itlis  autem  articutis,  in 
quibus  nova  nostra  comrnissio  necessaria  erat,  nostras  patentes 
litteras  fieri  mandaTimus,  ut  tutius  in  negotio  procedatur,  quas 
eis  etiam  precepimus  destinari.  Datum  Auinioue  II.  nonas  Maii 
pontificatus  nostri  anno  quarto. 

Paris,  ArchivM  Nationales  J.  416  Nr.  19.  Or.  Perg.  Bulle  an  Seiden- 
schDDr.  Abecbrift  mitgeteilt  ran  Herrn  O.  ]ti>ave,  Mitglied  der  erule  deä 
chartee.  Eiaige  StBcko  des  Scbreibeoa  auf  S.  19'2  f..  197,  201  aiod  ge- 
druckt in  dem  von  Hiclielet  edierteD  Prcicte  des  Templiers  I.  p.  8  (Coli. 
des  doc.  inädita.  1  S*!rie,  Hist,  pol).  Gin«  Anzahl  pBpstlicber  AufklOrunfca- 
Bchreiben  erfolgten  am  22.  Mai  1809.  Vgl.  Kegg,  Clem.  V.  Nr.  5063  bis 
.-SOe?.  5073,  5074.  5075  j  die  beiden  letzten  vom  1.  August  Über  die 
sonstige  Bedeutung  des  Stflrkes  vgl.  Daratellnng. 

107.  YitUI  T»n  VIUniiOTB  an  KSdI?  Ju}  m«  II. :  Croßp  VenrliTung  hei 
Papst  nud  KardlnUlen  iregen  des  ProzeKsm  gegen  Itonlfaz  VIII. 
XogNret  und  PtHtslans  drHugeii.  Tniisurverlelliaiig  »n  Infant 
Johaiui.  Fareht  Tor  neaem  riterfitll.  Uewaebung  der  Stadt. 
Arfgvoii  (1310)  April  &  (.'>. 

.  . .  Senyor '),  neguna  resposta  final  no  he  auda  encara  del 
pupa  ne  he  proposat "  en  consistori "  ne  enten,  t|ue  ho  puga 
fcr  apres  Vtll  dies  aenant,  apres  que  la  dada  desta  ietra  To 
feyta,  per  quel  papa  eis  cardenals  son  en  gran  pensanient  et 
en  gran  tribulacio  per  lo  fei  de  papa  Boniffassi,  que  en  G.  de 

a    perposat  —  conatori  Or 

')  Es  bandelt  sich  vor  all«m  um  Zehnten,  wie  ans  d«o  Unterhand- 
lungen Vidals  mit  Clemens  hervorgeht. 


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S02  Briefe,  Kedeu  und  OuUchtcD. 

Nogeret  en  G.  de  Plesia  noii  leven  la  man  de  sus;  pero  diusi'. 
que  daquest  feyt  se  fai'a  algun  adob.  Mas  no  he  pugul  encara 
saber,  quin  seni.  El  papa  vol  et  li  plau,  quel  senyor  enifant 
don  lohan  fil  vostre  venga  assi  et  que  el  !i  fassa  Corona.  Yo 
escrui  largament  a  madona  !a  reyna  sobret  feyt  del  eoifaiit  don 
lohaii-  Piacia  us,  queus  fassats  niostrar  )a  letra  a  madona  la 
reyna.     Conianme,  senyor,  en  vostra  gracia. 

(Auf  der  andern  Seite:)  La  raho,  per  que  yous  lie  tai- 
dada  esla  letra,  es  estat  pel  rey  Robert,  qui  nie  ha  agiat  tota 
liora.     Feyta  divendres  XXV  >)  dies  Dabri)  en  Auinyon. 

El  dituns ')  apres  la  data  desta  letra  deu  respondre  lo 
papa  an  G.  de  Nogerot  et  6.  de  Plesia,  qui  hie  son  per  rey 
de  Fransa,  et  segons  que  enten,  eis  senten  que  nosen  *  . . . 
Duptas  hom,  que  non  sia  brega.  El  rey  Robert  fa  guardar 
en  Auyon  les  portes  et  les  altres  lochs,  que  nul  hom  nov 
entre,  si  eortesa  no  es,  et  encara  aquels  meoys  d^u^nes.  Ei 
papa  eis  cardenals  son  en  gran  r^uart.    Asso  es  manifest. 

BaicelDiia,  Archiv,  CKD.  Nr.  11232.  Or.  Pap.  Ssp.  Vgl.  R.  Holti 
mann,  Wilhelm  von  Nogwet.  S.  188. 

108.  Fr.  KayniundQs,  Itlitchof  von  VHlencla,  PetruK  de  S.  CMiri*. 
Prior  de  A.rinanlcl§,  XemBUKeiulx  dloccsISf  Johannes  Bn^ai'ii 
sacrist«  ecc]e»)e  Hatorie«iiHl8  und  Bemrdus  de  Podio  BastNlN 
cauoniens  Reatinai«  an  Kbnig'  Jajme  IL :  Beendlgmig der  Te«plrr- 
Inqnhltiaii  Id  Aragontcu;  Beginn  In  Hallorca;  Bitte  um  swf' 
ntltJ^te  Bewachnn^  der  Gefangenen.    Valencia  (1310)  Jall  11- 

.  .  .  Habito  inter  nos  onnies,  serenissime  princeps,  colii)- 
qaio  ot  ti-aclatu  super  hüs,  de  quibüs  nobis  episcopo  et  sacrislt 
prefatis  per  nos  Rerardum  et  priorem  predictos  verba  et  iilteras 
transmisistis,  concordavimus  et  pro  direcciori  via  inquisitionuiD 
contra  ordinem  milicie  Tempi!  et  contra  magnum  eins  precep* 
lorem  Ara^onie  ac  contra  singulares  personas  et  fratres  eiusdei« 
ordinis  in  Terraconensi  provincia  nobis  per  sedem  apostolicam 

l>   Fehion  1—2  WUrter. 


')  Maate  24.  April  heißen. 
»)  Am  27.  AprU  1310. 


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Nt.  108.   (1310)  Juli  IS.    Nr.  109.   (ISIOV)  August  'il.  203 

comissarum,  sinml  in  hoc  convenimus,  eundum  esse  nunc  de 
presenti  Maioricas  per  nos  priorem,  sacristam  et  Berardum  pre- 
dictos  pro  comniissis  nobis  inquisicionibus  inibi  faciendis. 
Verum  quia  pro  inquisicionibus  istis  iam  quasi  totam  Terra- 
conensen  provinciam  circuivimus  et  in  illis,  quandoque  omnes 
simul,  quandoque  aliqui  nostrum  adeo  processinius,  quod,  quic- 
qaid  in  ipsis  per  noä  expedienduni  restat,  sub  brevitate  tein- 
poris  poterit  expediri:  merito  serenitatem  regiam,  licet  iani 
super  hoc  cautam,  ex  superhabundanti  tarnen  äotlicitamüs  et 
super  dictomm  fratrum  custodia  incaulamus,  eidem  suppli- 
cantes  humiltter,  quatenus  iusta  requisitionem  per  aposlohcam 
sedem  iam  pridem  litteratorie  magnitudini  regie  facta  m  sie 
fratres  dicti  ordinis  in  locis  tulis  sub  lida  custodia  tenert  facerc 
digneniini,  quod  vel  <<  exJberi  vel  Tcrraconam  seu  ad  atium 
locum  duci  eos  facere  possit  celsitudo  regia,  quando  et  quotiens 
fuerit  super  hoc  l^itime  requisita  .  .  .  Dat.  Valentie  IH  idus 
Iiilii  anno  doniini  millesimo  CCCX". 

Barcelona,  Archiv,  CRD.  Nr.  3907.  Or.  Pap.  Alle  4  Siegel  ab.  Die 
b«iden  letztgenannten  InqntBitoren  hatten  sich  nach  Schreiben  Jaymea  vom 
3.  Jnli  mit  diesem  besprechen.  Der  König  ermuntert  zum  Weiterarbeiten  in 
eiuem  negocinm,  quod  divinum  servicium  vehementer  tangit.  Reg.  291  f.  276. 

lOB.  D{e  sragoneslschen  Templer  an  König  Jajme  II. :  Nach  einer 
warmen  Apologie  Ihreu  Ordens  und  seiner  OUeder,  tou  denen 
so  viele  ihr  Blut  Kr  ChrlMtns  vergossen,  bitten  nie  den  KVnIg, 
da  der  Erzbischof  von  Tarragona  naeh  der  plpstllehen  Welsang, 
flberall  zn  nntennchen  und  zd  dlxpensieren,  die  Inquisition  voll- 
endet nnd  iteln  Provlnzlftlkonzll  naeh  ToiTagona  anr  1.  Sep* 
,  tember  znMmmenbemren  hat,  Ihnen,  seinen  Untertanen,  Ge- 
reebtlgkelt  zo  veFsehaffen.  Mehr  verlangen  nie  nicht  Valencia 
(13100  Angnst  27. 

AI  molt  alt  et  molt  poderos,  senyor,  en  lacme  per  la 
gracia  de  Deu  rey  Darago  .  .  .  lo  niaestre  et  lots  los  comana- 
dors  el  frares  de  la  cavaleria  del  Temple  de  tota  la  vostra 
senyoria  besan  les  voslres  mans.  Senyor,  nos  recomanani  oii 
la  vostra  gracia.  Ben  sab,  senyor,  la  vostra  gran  altea  los 
grans  mals  e  la  gran  tribulacio  et  la  gran  persecucio,   en  quc 

a    So  Or. 


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2M  Briere.  Roden  und  GutachUn. 

la  religio  de  la  cavaleria  del  Temple  es  posada  a  grau  tort  et 
a  gran  peccat  et  a  gran  perdicio  de  les  aniines  daqueles  per- 
sones,  qui  aquesta  tan  gran  injuria  et  offensa  lian  feyta  a 
nostre  senyor  ihesu  Christ  et  a  la  sancta  mare  esglea  de  Roma 
et  a  tota  )a  cliristiantat,  per  so,  senyor,  cor  sens  tot  duple 
la  dita  religio  es  salva  et  quitia  et  sciis  nula  colpa,  qut>  no 
ha  de  neguna  daqueles  maladiccions,  que  irijuslament  son 
«Stades  posades  ala  dita  religio.  Et  nostre  senyor  Ihesu-Christ, 
qui  CS  Verität,  sap  be,  que  nos  som  lials  cliristians  et  [versj 
catholics  et  ben  creeiis  en  totz  los  segramens"  et  ordonamen:; 
de  la  sancta  mare  le^lea  de  Roma.  Per  que,  senyor,  en  nul 
cor  de  lial  Christian  no  devria  ni  deu  esser  pensat,  que  en 
la  nostra  religio  aja  sino  tot  bon  christianisme.  Et  qui  vol 
pensar  tantz  nobles  et  honratz  barons  et  cavalers,  qai  son 
estntz  en  la  nostra  religio,  et  quantz  son  estatz  sens  nombre 
los  frares  del  Temple,  qui  per  la  fe  del  nostre  senyor  Ihesu 
a  exalsar  et  a  mantenir  et  per  la  sancta  esglea  de  Roma  i'f 
per  exalsament  de  tota  la  christiantat  han  perdut  lo  cap  et 
escanipada  lur  sanc  et  moltz.  que  son  estatz  irortz  en  les 
cruels  presons ''  dels  menys  creens  de  la  fe  de  .'.le^u  Christ,  dels 
quals  frares  del  Temple  hi  a  autz  moltz,  .a  ,ui  los  euemics 
de  Ihesu  Christ  deyen,  que,  st  vollen  renegar  la  fe  de  Ihesu 
Christ,  que  eis  lur  darien  vida  honrada  et  los  ditz  frares  volieu 
nies'  perdre  el  cap  o  pendre  altra  cruel  mort,  que  no  vollen 
reneguar ''  la  fe  de  Ihesu  Christ.  Et  qui  ben  volia  pensar, 
senyor,  en  les  obres  et  en  los  feyts  dels  frares  del  Temple, 
cert  es,  senyor,  no  semblaria,  que  nuyl  mal  lur  d^ues  hom 
aver  feyt.  Et  axi,  senyor,  com  vos  sabetz,  lo  senyor  papa 
ordona,  que  per  tota  la  christiantat  fos  feyta  inquisicio  sobre 
el  feyt  de  la  nostra  religio  et  feyta  la  inquisicio,  que  fos  liurada 
a  cascun  arquebisbe  dels  frares  de  son  arquebisbat  et  aquel 
arquibisbe  <',  qui  la  inquisicio  auria  reebuda  de  son  arquebisbat, 
que  en  continent  nianas  concili  general  et  ab  conseyl  de  son 
concili  lo  dit  arquebisbe  pusca  dispensar  sobre  les  persones 
dels  frares  del  Temple,  qui  seran  en  son  arquebisbat,  se^iis 
que  trobara  en  les  inquisicions  dels  ditz  frares;   et  ara  la  iii- 

/i    Statt  sagrainens.  b    Or.  preons.  c    So  hier. 


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Nr.  109.    (1310?)  Aagnst  27.    Nr.  110.    (ISll)  Juni  i>.  206 

quisicio  dels  Frares  del  Temple  de  tota  la  vostra  senyona  si  a 
acabada,  et  segons  que  avem  enles,  larquebisbe  de  Terra- 
gona  aja  manat  son  conciti  genei'al  et  asi^rnat  a  Terragona  a 
celebrar  aquel  lo  primer  dia  del  mes  de  Setetnbre  primer 
vinent  et  nos  ajam  major  fe  et  major  esperan^a  en  la  vostra 
ajtida,  que  en  nula  persona  del  mon,  axi  con  hom  ta  deu  aver 
a  son  bon  senyor  natural,  car  nos  totz  som  vostres  naturals, 
clamam  merce,  senyor,  huniilment  a  la  vostra  alta  .«senyoria, 
que  TOB  per  honor  et  per  reverencia  de  nosire  senyor  lliesu 
dirist  et  de  madona  sancta  Maria  ajudetz  a  nos  e(  a  la 
loligio  del  Temple  a  mantenir  a  nosire  bon  drei,  et  queus 
placia,  que  preguetz  larquebisbe  et  tot  lo  consili  de  Terragona, 
que  eis  deliuren  lo  nosire  Teyt  en  manera,  que  Verität  et  dret 
et  rao  et  justicia  hi  sia  observat.  Car  nos  no  demanam  altra 
eosa!  Dades  en  Valencia  digous  apres  la  festa  de  sent  Bar- 
tholomeu. 

Burcelona,  Archiv,  Templarioa  Nr  54.  Or.  Pap.  Ssp.  Dip  TtLlireRKPit 
fflr  den  KoDxUabegitiii 'Zwingt,  an  1310,  nicht  1311  zn  denken. 

1 10.  Erzblschar  Wilhelm  Ton  Tarmtronii  »itd  Bischof  Riiimand  toii 
Tnlenfln  l^i  Köiiltr  Jnymp  U.  von  Ar»fr»nlpn:  Aurit^lluiifr  einer 
Liste  dessen,  iras  den  ^ftinceneu  Templem  xn  rebeu  »el ;  Bitte 
»n  den  Künlg,  »de  zn  beHUitt^eii  iiad  den  kranken  Templeni 
.irzle  zn  Neiiden.  ErNneheii,  Urnen  iremliß  Anttrafc  de»  PttpHtm 
die  l'llter  der  Templer  zn  UbeirebeD.   Tarrnirona  (1311)  »Innl  fl. 

.  .  .  Exposuit  nobis  Bertrandus  de  Valle,  quod  circa  pro- 
visionem  fratribus  ordinis  milicie  Tempil  tarn  magistro,  comen- 
datoribüs,  militibus,  servienlibus  atque  custodibus  eorundem, 
quibus  de  mandato  vestre  celsiludinis  providere  teiietur,  per 
ipsum  faeiendam,  hec  esset  ordinalio  et  taxatio  iusta  et  equa, 
videlicet:  quod  magistro  darentur  diebus  singulis  duo  solidi  et 
VI  denarii,  comendatoribus  et  fratribus  militibus  et  capellanis 
XVIII  denarii  et  fratribus  servienlibus  XIIII  denarii  et  custo- 
dibus  eorundem  X  denarii  et  fratri  R.  de  Belloch,  qui  proptcr 
infirmitatem  pascere  se  non  potest,  duo  snlidi:  quid  super  hüs 
nobis  viderelur,  ceilifficari  queslvlt.  Nos  considerantes  pre- 
(lictam  taxationem  et  ordinationem  esse  racionabilem  atque 
iiislam.   .''ibi   consuluimus,  ut  iuxta  modum  i>redi€tum  ei.'ideni 


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äOfi  Brief«,  Reden  und  Gutachteti. 

ft^tribus  et  custodibus  providerel.  Quare  veslram  regiam 
maieslateiii  attentius  deprecamur,  quatenus  dictam  Ordinationen) 
et  taxationeni  ratam  et  gratam  habeates  eandem  faciatU  in- 
violabititer  observari  et  fratribus  infirmis  in  medicis  et  aliis 
necessariis  provideri.  Supplicamus  insuper  vestre  clemenctc. 
ut  iusta  mandatum  apostolicum  vobis  directum  onmia  bona 
dicti  ordinis,  que  ad  manus  vestras  vel  oFticialium  vestroram 
pervenerunt,  nobis  restitui  faciatis,  ut  nos  de  ipsis  dictam  or- 
dinationem  faciamus,  ut  pretlicitur,  observari.  Dat.  Tarracone 
V.  idus  lunii  anno  domini  MGCGXl. 

Ilftrcelona,  Ardiiv,  CRD.  Nr.  4093.  Or    Pap-  Sap, 

111.  Sclirelbeii  und  Notizen  U1>er  die  Folternni;  der  anwonesttirbfi 
Templer  aas  Vt*g.  äfti  in  Bareeloiu.  Ton  AngvHt  Mk  ßeienber 
1311. 

.Tayme  II.  tin  Clemens  V. ') ;  Wird  die  Inquisitoren  unterstützen;  pi>r 
quns  inquisitores  ftil  eliciendum  veritdtem  Templftrios  memoratue  eadrm 
Mnetitna  questionibus  poni  iusait.     1311  August  19.     Reg.  291  f.  306'*. 

. .  .  Poucio  .  .  .  Ilerdensi  episcopo  eic.  Vestram  recepimna  lilt«r*in 
noviter  nobis  missam,  qua  vos  rngastis,  .  .  .  ut  fratroa  Templi  in  terrig 
Dostris  ejtintentes  faceremus  adduci  apnd  civitAtem  Herde,  ut  super  eoran 
negocio  iuxtn.  ordiiiacioanm  domini  pape  possetis  vestrum  debitnm  adimplere- 
Unde  Vobis  reapondemus,  qnod  mittimus  vobis  literam.  quam  maDdwnns 
universis  et  singulis  dictoa  fmtres  pro  nobis  cnstodientjbua,  quod  fnUm 
cosdem  ad  civitatem  iam  dictam  ipsa  de  causa  addurant,  .  .  .  proat  per  vn 
et  npiscopum  Vicensem  ')  et  inqaiaitorem  per  dominum  papam  super  praci- 
tate  heretica  in  rogno  Aragonie  aasignatum  vel  duos  ei  vobis  faerint  r^ 
qnisiti.  Videtur  tarnen  nobis  expediens,  ne  ipaa  de  causa  expense  nimiinn 
Augmententur,  quod  confessionem  iliorum  fratnim  qui  sunt  Herde,  primo 
recipere  deberetis,  qua  recepls  faceretis  vobis  de  aliis  fratribus  adduci  . . . 
Dat.  Gerunde  III.  kal.  Octobris  a.  d.  MCCCXI.    Reg.  291  f.  SOS". 

Jayme  befiehlt  seinem  Qenersladmintstrator  Bertrandna  de  Valle,  dem 
fr.  Poncias  da  Hontecluso  und  fr.  .lohannes  de  Lotgerio  aus  den  Templri- 
gOtem  den  Unterlialt  zu  schaffen.     ISll  beptember  80.    f.  808'. 

Jakob  an  alle  Templerkuatoden :  Cum  .  . .  Ilerdensia  et  VicsmiK 
episcopi  et  Inquisitor  ...  in  regoo  Aragonie  conatitutos  ...  ad  procedeodnni 
in  negocio  fratrum  Tompli  predictoram  .  .  .  arcbiepiscopo  TerrachonBBsi  et 
episcopo  Valentino  per  .  .  .  papam  extiterint  subrogati,  befiehlt  alle  Templer 
nach  Lerida  m  bringen.    1311  Sept.  30.     f.  309. 

')  Prutz  S.  353. 

')  Bruder  des  Ramon  de  Gnardia. 


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Nr.  Ul.    Von  August  bis  Dezember  1811.  207 

Au  den  Bischof  von  Lorida  und  die  Inquinitoron :  Super  fachi  Tem- 
{tlnriomni  Barchinone  existeucium.  quos  peciistis  mitti  apnd  Ilerdam,  re- 
sponderaus,  quod  iam  misimua  vobis  .  . .  illos,  qui  questioiiibns  positi  non 
fuerunt.  Residnos  vero  non  intBimus,  quia  per  .  .  .  archiep.  Terrachonenaem 
dt  ep.  Ynlentinum  ordinatum  fuit,  qnod  a  dicta  civjtate  Dullateiius  extro- 
lierentur  aliquibus  de  cauaja  per  eoadem  anper  eo  afiaignatis  et  spMtnIiter, 
ne  cum  aliis  loquerentur  ...  Si  tarnen  .  .  .  vultis,  quod  mittentur  vobis, 
sigoiticetis  id  uobis  .  .  .  Dat.  Barchinone  IUI.  idus  Oclobris  a.  d.  M^COC  XI. 
f.  309'. 

Dem  curie  Uerdeoei :  Cum  ep.  Ilerdenais  et  fr.  Johanuea  de  Lotgerio 
ft  fr.  Poncioa  de  Monteelnso,  inquisitores,  ...  ad  mandatum  domini  pape 
l)nb«ant  fratres  Tempil  queationibns  exponei-e  et  lormentiB,  dicimuB  et  man- 
dainua,  qoatenus,  quocieng  inde  per  eoa  reqaisitua  fueritia,  aaaietatia  eiadem 
epiacopo  et  ioquisitoribna  .  .  .    (Datum  wie  oben.)    f.  810. 

Oeneraladminiatratur  aolt  Templer  nach  Lerida  bringen :  excepto  fr. 
Ruyinundo  de  Bello  loco,  olim  comendatore  domun  Templi  Valentie,  quem 
proptcr  niniiam  infirmltatem.  quam  patitur,  inibi  .  .  .  providimua  reman<:n- 
dum.     Daroca   1311  November  9.     f.  311. 

Poncio  ...  ep.  Ilerdenai  ,  .  .  Veatram  recepimuB  litternm  iiovitci' 
Dobis  missani  .  .  .  ReBpondernua,  quod  per  litternm  .  .  .  mandamna  Bertrando 
d(>  Valle  .  .  ..  quod  aolvat  sdarinTn  illorum  qaatuoT  sagionum  per  vos  et 
fnifrem  lobannem  de  Lotgerio  et  fratrem  Poncium  de  Hontectuso  naaigna- 
torum  Buper  facto  inquiaicionia  aeu  proceasus  Templariornm  .  .  ,  Dnrocn 
1311  November  16.    f.  Sil. 

An  Oeneraladministralor  Bertrond  de  Valle:  Noveritia,  quod  .  .  .  ep. 
llerdensJB  et  .  .  .  inquisitores  .  .  .  nobis  per  suam  lilteram  noviter  auppli- 
carunt.  ut  super  quibusdam  per  frntrea  Templi  a  nobis  noviler  petitia  man- 
ditremus  ipais  fraLribus  provideri.  Qusproptcr  .  ,  .  mandainua,  quatenus. 
cum  iidem  fratres  propter  tormenta  et  alia  eorum  mala  cura  maiori  indi- 
geant  asaueta,  babitn  conaideracione  nd  mala  eorum,  de  bonia  Templi  .  .  . 
providsri  facialis  fratribus  ipais  in  peraonarum  anarum,  occaaione  ipaiua 
tormenti  vel  infirmitatnm.  neccssariis  tarn  in  habendis  niedicis  quam  rebus 
medicInalibuB  quam  aliia,  prout  vobis  videbitur  expedire,  sie  quod  propter 
deffectam  necesaariorum  dampnificari  non  valeant  nllo  modo.  Volumus 
etiam,  .  .  .  quatenus  ordinetia,  .  .  .  quod  magtater  Templi  habest  duos  cu- 
Btodes,  ita  tarnen,  quod  non  aint  acutifferi  seu  familiäres  sui  .  .  .  Man- 
damus,  quatenus  fratribus  Templi,  quibua  per  nos  ordinatum  fuit  dari  quo- 
libet  die  pro  expensa  octo  denarjos  lacc.,  detis  et  de  ceteru  dari  faciatia 
nnaqueque  die  cuilibet  fratri  decem  denarios  Incc,  eo  quia  racione  caristie 
in  terra  exiatentis  non  anfficiunt  eia  VllI  denarii  supradlcti  .  .  .  Strenger 
Befehl,  ihnen  alle«  £u  geben.  Mandamua,  quatenus  super  cuatodibus  seu 
servientibus  tradendis  dictis  fratribns  tormentis  expoaitis  provideatis  pro 
parte  uostrn,  prout  vobis  expedire  videbitur,  sie  quod  propter  deffectum 
servitomm  vel  alionim  eis  ner.easnriorum,  ut  predicitur,   detrimentum   vel 


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308  Briefe,  Reden  nnd  Gntachtca. 

calnmpniain  non  anstiDeant  oUo  modo.    Dat,  in  Alagone  IUI.  noD*s  Decem- 

bris  0.  d.  MCCUXI. ')     f.  813. 

Demaelben:  Com  ,  .  .  ep.  Ilerdensia  et  fr.  [ohannes  de  I^tfceno  ac 
fr.  Poncius  de  Monteclaaao  "...  dudc  noviter  monuerint  noa  per  litteram 
Buatn,  at  eoadem  fr&troa  sibi  cicius  mittere  procoraromus.  eo  quja  deposi- 
cioDus  Bau  confessionea  eoram  per  ipaos  ad  dominum  papam  et  generali; 
aaum  concilium  habent  mitti  ",  .  .  .  mandamna.  quatenaa  omni  mora  remaU 
fratres  Tentpli  predictos  Valentie  exiErtentea  adducatis  in  contineati  ...  ad 
dictatn  civitatem  Herde  .  .  .  Pret^rua  cam  epiacopua  et  inquisitorea  predicti 
ordiuaverint  confea~ionea  aliorum  fratram  iam  per  eoa  recaptas  per  qaendam 
eorum  clericum  mittere  dicto  suimno  pontifici  et  requlsierint  nos  uC  eidem 
clerico  maiidemua  in  expenais  ipaiua  iCineria  provideri.  volumus,  .  .  .  qust^nn« 
clerico  iam  dicto  detis  et  aolvatia  de  bonia  Tempil.  Dat.  Alagone  IUI.  nanaa 
Dec.  a.  d.  MCCCXI.  Der  Biachof  halte  mit  den  InquiBitoren  proteatirrt, 
daß  es  nicht  an  ihnen  ISge,  doä  die  Valeniianer  Templer  noch  nirlit  in- 
quirjert  seien.  Dann  beßehlt  Jayme  auf  Wunsch  der  Inqulaitoren,  da&  dip 
Templer  in  Lerida  eine  Zeitliing  nach  Gardeny  kommen,     f.  itl3  '',  314. 

112.  JoliMiiiies  Burgandl  nii  KÖnip  Jaymf  II.  tob  ArafOBim:  fitn 
die  Änderung  ivH  Wortlautes  der  ZebntbuU».  Clemens  Y.  Isl 
wiederholt  erkritnlkt,  ivellt  Jetzt  In  Caro  nnd  will  niemand 
sehen.  Audi  die  fmiizi^lseben  GeKandten  wurden  MihlltBlieh 
nur  Knr  Kerei-enz  zu^lw^sen.  Selbst  die  In  drln^nder  Aife- 
legenlielt  nunesendeii  Gesandten  Kdnig:  Roberts  Kerdea  «bff 
wlesen.  IHo  elireneu  Versnobe  Jolinniis  niiOlia^n.  Die  Au>e- 
legenhelt  der  Templer^fller  zieht  sieb  hin.  VenexiMier  Itvbr. 
Naebrichlen  nm  Kaixer  ii.  a.  Die  „noTe  et  Insollte  exaeclMes- 
nir  die  Urlmudenexpedlernnfr.    Avigvon  (I3I3>  Oktober  li. 

lohannes  .Burgundi,  sacrista  Maiorkensis,  cansÜiarius  an 
König  lakob  II.: 

Litteras  .  ,  .  quas  super  morte  regis  Clastelle  doniino  pape 
mittitis  et  alias,  quas  super  eodem  miclii  misistis  die  iovis  in 
vesperis,  qua  dicebaior  IUI.  kalendas  Octobris,  dum  adhuc 
esseni  in  Montepessulano,  recepi  et  in  crastinum  inde  recedens 
fui  sequenti  tunc  die  sabbati  Auinione.  Ubi  lohannes  Lupi. 
arcliidiachonus  de  Guarga  vestreque  r^ie  celsitudinis  in  Ro- 
niana  curia  procurator,  fuit  menum  in  continenti.  Et  inter- 
rogatus  a  me  dixit  michi,  quod  note  ille  super  concessa  vobis 
dccinia,  que  per  doininos  fratrem  Nicolaum  tituli  ^ancti  Eusebii 

1   So  Reg. 

')  Ein  Stöfk  Prutz  S.  353. 


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Nr.  112.    (1312)  Oktober  12.  200 

presbytenim  et  Petrum  de  Columpna  diacbonum  caidinales  .  .  . 
iani  prideni  luerant  ordinale,  erant,  mandate  mutari,  ita  quod 
iiec  de  obligacione  nee  de  personal!  iiegocii  regni  Granate 
proseciicione  per  tos  faciendis  erat  in  notis  istis  aliqua  menci 
facienda.  Sed  quo  ad  liec  duo  puncta,  sicut  et  ille  regi 
(.Pastelle  facte  fuerant,  sie  et  iste  fieri  mandabantur.  Et  qui 
dominus  archidiaclionus  de  tenore  istarum  notarum  non  erat 
totaliler  certus  pro  eo,  quod  tenorem  notarum  regis  Castelle 
non  viderat,  ivimus  ipsc  et  ego  domintca  in  kalendis  Octobris 
apud  Carpentoratum,  et  exinde  ipse  ivit  Malausanam,  ubi 
vicecancellarius  adhuc  remanserat,  et  ibi  procuravit  habere 
notas,  quarum  tenorem  ego  videre  volui,  antequam  renirnnt 
ad  doniini  pape  presenciam,  ad  hoc,  quod,  si  de  personal! 
proseeucione  non  fieret  in  Ulis  mencio,  sicut  non  fit  in  quibus- 
dam,  quas  vidi,  nee  ego  inde  domino  pape  facerem  mencionem, 
ne  dormienlem  Teile  exeitare  viderer! 

Ipse  autem  dominus  papa  fuit  !am  nuper,  dum  adhuc 
osset  in  piioratu  de  Grausello  prope  Malausanam,  itifirmus 
aliquantulum  et  curatus  postea  recessit  inde  die  lune,  qua  dice- 
batur  VII.  kalendas  Octobris,  et  venit  ad  quoddam  castnim 
vocatum  Caro,  quod  inde  distat  per  unam  leucam  versus  Aui- 
nionem,  ubi  aliquantutum  recidivavit.  Et  licet  aliqua  vestigia 
inftrmitatis  remanserint,  equitat  tarnen  quotidie  de  inane  et 
aliquando  de  sero  fere  per  mediam  leucam  ad  quoddam  nemus, 
quod  est  prope  dictum  locum  de  Caro,  nee  vult,  quod  aliquis 
extraneus  vadat  cum  eo  nee  compareat  coram  eo.  In  dicto 
ioco  de  Caro  sunt  cum  eo  dominus  Arnaldus  de  Pelagrua,  qu! 
etiam  cum  eo  equitat,  et  dominus  Raymundus  de  Fai^is,  qui 
ibi  tnßrmatur,  et  dominus  Bernardus  del  Gar[uo]  cardinaics  ')■ 

Solennes  nuncÜ  regis  Francie,  scüicet  tres  cleric!  de  con- 
silio  suo  missi  per  ipsum  ad  dominum  papani,  fuerunt  bene 
tres  septimanas  in  quodam  Castro  vocato  Rocamaure,  quod 
est  ultra  Rodanum,  nee  potuerunt  habere  accessum  ad  dictum 
dominum  papam  usque  ad  diem  marti^,  qua  dicebatur  V.  nonas 

')  D.  h.  Zwei  Nepoton  und  ein  Guscogner.  Die  beiden  letzten  sind 
bei  der  Promotioo  ISIO  ernunDt. 

Finke,  PHpiUnm  nnil  UnlergnnR  tlei  TemiileronlcnB.    II.  14 


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SlO  Briefe,  Heden  und  Gntscbted. 

Octobris,  qua  voluit  dominus  papa,  quod  venirent  in  nonis  ad 
solam  reverenciain  factcndam,  quod  et  focerunt,  sed  nichil  cic 
sua  Icgacionc  dixerunt,  sicut  dixit  niichi  dominus  A.  de  Pelagnia 
Cardinalis,  et  idern  dixit  michi  dominus  cardinalis  Bitterren<^is. 
inio  rediverunt  iiuncii  ipsi  ad  dictum   castrum  de  Rocamaurc. 

Nuncii  solennes  Tuerunt  etiam  r^is  Rott>erti,  scilici'f 
scnescallus  Beliicadri  cum  alüs,  qui  die  lune,  qua  dicebatur 
VI.  nonas  Octobris,  fuerunt  in  dicto  loco  de  Caro  et  non  po- 
tuiTunt  videre  dominum  papam,  imo  de  consilio  domini  A.  de 
PelE^rua  iverunt  apud  Auinionem,  qui  dixit  se  s^ificatunim 
eis,  quando  locus  esset.  Et  tamen,  sicut  dixit  inichi  dominum: 
cardinalis  Bilterrensis  venerant  pro  urgentissiniis  dicti  regis  m- 
gociis,  que  ipsius  regis  et  regni  statum  tan^ebant. 

Ego  autem,  serenissinie  princeps,  dicta  die  martis,  qua 
dicebatur  V.  nonas  Octobris,  una  cum  diclo  archidiachono  de 
Guai^  in  nianc  posui  me  in  campis  iuxta  viani,  per  quam 
cquitare  solet,  et  descendentes  de  equis,  cum  inde  transirol. 
satis  de  ionge  feciraus  ei  reverenciam.  Sperabam  quidem,  quod 
faceret  interrogari,  quis  essent,  sei  frastratus  sum  spe  mea  in 
hoc,  quia  nicliil  inde  fecit  interrogari.  Post  hec  loculus  stii» 
domino  Arnaldo  de  Pelagrua  cardinali,  qui  dJxit  michi,  quod 
nullo  modo  tunc  possim  loqui  dicto  domino  pape,  sed  con- 
snlehat,  quod  inlrarcm  Auinionem.  ECt  i^o  dixi,  quod,  ex 
quo  aliud  non  poteram,  si  saltim  sciret  dominus  papa,  quoii 
ogo  essem  ibi  ex  parte  veslra,  serenissime  princeps,  et  quod 
mandaret,  quod  vel  Auinione  vel  alibi  expectareni,  istud  quo 
ad  nunc  sufficeret  michi.  Et  ipse  michi  respondlt,  quod  nee 
ipse  nee  alius  audcret  hoc  sibi  dicere  modo;  propter  quod, 
serenissime  princeps,  ego  nichilominus  sequentibus  tunc  die 
mercurii  et  die  iovis  posui  me  in  exitu  dicti  loci  de  Caro,  sali^ 
prope  viam,  per  quam  est  solitus  equitare;  et  licet  in  ipso 
transitu  non  rcspexisset  ad  nos  nee  ad  quosdam  alios,  qui  el 
ibi  crant  pro  negocio  cuiusdam  postulacionis  facte  ad  quart- 
dam  metropolitanam  ecciesiam  in  Ibernia,  tamen  postquam 
transivisset  (!),  converlens  se  respexit  et  intenx^avit  quendam  de 
cquitantibus  coram  eo,  quis  essem,  sicut  et  idem  postea  diiH 
michi.  Et  ita  scivi  ipsa  die  mercurii,  quod  ipse  dominus  papa 
sciebat   me  ex  parle   vestre   celsitudinis  venisse  ad  eum.    Et 


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Kr.  112.    (1812)  Oktober  12.  ^11 

tta  videns,  quod  ibi  tunc  aliud  non  poteram,  ivi  apud  Maku- 
sanani,  ubi  adhuc  de  mandato  domini  pape  remanserat  domi- 
nus cardinalis  Bitlerrensis  et  datis  sibi  litteris  . .  .  nichil  adhuc 
sibi  de  secreta  per  vos  michi  comissa  credentia  exposiii,  eo 
quod  de  colica  passione  aliquibus  diebus  g^ravatus  fortlter 
[fu  jerat  nee  adhuc  ab  illa  totaliter  liberatus  erat. 

Preterea  negocium  disposicionis  seu  ordinacionis  faciende 
per  dominum  papain  de  bonis,  que  fuerunt  quondam  ordinis 
Templi  in  terra  vestra  et  per  [to]tam  Hispaniam,  vidotur,  quod 
recipiet  aliqualem  dilaeionem  longiorem,  quam  vos  ...  crc- 
derelis  . .  . 

Die  veneris  proxime  preterita  .  .  .  recepimus  eursorem  .  .  , 
cum  litteris  regits,  quas  super  responslono  Venetoruni  doniino 
pape  tniltitis  .  .  .  Dicto  domino  pape  lileras  vestras  preseii- 
tare  nequivimus,  nt  mandatis,  .  .  .  locuti  fuimus  inde  diclo 
domino  cardinali  Bitterrensi,  qui  petito  tarnen  inde  secreto, 
dlxit  nobis,  quod  muttum  placebat  ei,  quod  non  habulssemus 
oportunitatem  presentandi  easdem,  quia  bene  sciebat,  quod 
responsio  domini  pape  esset  de  procedendo  contra  eos  et  tnm 
super  solvenda  certa  quantitate  peccunie  pro  emenda  et  super 
solucionum  temiinis  iam  fuerat  concordatuin.  Sed  quidani  im- 
pediunt,  modo  credit  tarnen,  quod  si  negocium  illud  vcniat  ad 
consistorium,  maior  pars  cardinalium  erit  pro  eis  ... 

De  imperatore  sunt  hie  nova,  que  communiter  dicuntur, 
quod  est  ad  duo  miliaria  prope  Klorenciam.  '- 

De  domino  papa  nescitur,  quando  intrabit  apud  Auinlo- 
ncm,  imo  dicunt  aliqul,  quod  de  anno  Isto  non  intendit  intrare. 
Dominus  Ferdinandus  de  Gastelia,  filius  domine  Blanche, 
qui  et  Trater  est  domini  Alfonsi,  est  hie:  audlta  enim  morlc 
regis  Castelle,  in  continenti  venit  ad  curiani  et  fuit  aliquibus 
diebus  in  Carpenlorato  et  qula  scivit  se  non  posse  videre  do- 
minum papam  quoad  nunc,  intravit  Auinionom.  Dicitur,  quod 
venit  ad  proponendum  et  promovendum  ius,  quod  frater  suus 
et  ipse  dicunt  se  habere  in  regno  Castelle.  Si  verum  est, 
nescio. 

Alcaldus,  qui  fuit  bic  pro  rege  Castelle,  erat  in  Monte- 
pcs^ulano,  quando  cgo  inde  transivi.     Nunc  au^pm  cum  vesli- 

11* 


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312  Briere,  Reden  und  Qntechten. 

bus  lugubribus  venit  Auinionem.  Et  ut  dicitur,  intendit  pre- 
care,  quod  concessiones,  que  sibi  facte  fuerant  pro  r^e  Castelle 
quondam,  iniioventur  pro  rege  eius  filio. 

Archidiaconus  de  Guarga  et  ^o  ad  vilnndas  expensas. 
que  ad  nimis  ascenderent,  deliberavimus,  quod  super  concessa 
vobis  decima  fiat  una  litlera  domino  arcliiepiscopo  Terraconensi 
et  eius  siiffraganeis,  quod  eam  colligant,  quiltbet  in  sua  dio- 
cesi ')  .  .  .  Pro  notis  et  pro  litteris  predictis  nulla  Tuit  iniclii 
tradita  peccunia  per  tesaurarium  vesirum,  serenissimeprmceps. 
nee  eciam  pro  expensis  ineis,  nisi  ad  duos  menses,  de  quibus 
sequenti  die  martis  erit  elapsus  uuus,  et  tum  novit  Deus,  quod 
ultra  data  slipendia  me  oportel  de  meo  expendere.  Dico  pro 
tanto,  .  .  ,  quod  propter  pericula  mulLa,  que  ex  mora  posseiit 
contingere,  expedit,  ne  pro  defectu  peccunie  remaneal  expe- 
dicio  litterarum  predictarum,  que  tarnen  fieri  non  potest  sini' 
peccunia;  et  sicut  dixit  niichi  diclus  archidiachonus  de  Guarga, 
qui  novit  abreviatorum  et  grossariorum  ac  aliorum  oAicialium 
de  curia  novas  et  insolitas  exacciones  et  scivit,  qualiter  se 
habuerunt  predicti  cum  alcaldo  predicto,  quod  ducenti  floreni 
non  äutücieiit  pro  predictis  et  alüs  notis  et  litteris  super  in- 
dulgenciis,  de  quibus  mandavistis.  Imo  dixit,  quod  solum  pro 
notis  et  litteris,  regesto  et  builis  super  decima  vix,  ut  credit 
probabiliter ,  centum  quinqua^inta  floreni  sufficient.  Tarnen 
quando  pro  minori  poterinius  eas  babere,  procurabimus  . . . 

Dominus  papa  reccssit  de  Caro  et  est  in  quodani  loco 
citra  vocato  Sarria.  Dominus  cardinalis  Bitterrensis  est  in 
quodam  loco  cuiusdam  nepotis  sut  prope  Rodanuin  , . .  An- 
dioncia  causaruni  et  litterarum  resumpta  est  et  tarnen  non  «I 
hie  vicecancellarius  .  .  .     Dat  Auinione  IUI.  tdus  Octobris. 

Barcelona,  Archiv,  CRD.  Nr.  12842.  Or.  Pap.  3ap.  Mit  rieleo 
LScIiem. 

113.  Instruktion  Kr  ViasI  von  VillnnoTm,  Vii«kmnzler  DslnseiMs  li^ 
Pontonibns  nttä  Blttn-  Bemnrdns  de  Fant«,  Gesandt«  h  Cif 
mens  V.  In  Saeb«n  der  T«mplerg4ter  Am^ontens.  (ISIä)  Ü 
Juiuar  5. 


')  Es  wcnicii  niidi  cinigo  notwendige  Driere  liiezu  gonanot. 


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Nr.  113.    (1312)  tä  JaDuar  5.  213 

Schon  1312  vor  Dezember  WHr  Vidal  als  Gcsnndter  bratimiiit.  Die 
luslruktioD  nir  ihn  Rag.  336  f.  154 -15».  158  v  Schreiben  au  Vidal:  Licet 
vua  ad  dominam  aummnin  pontificem  .  .  .  accedere  debereCis,  qaia  tarnen, 
ut  noDC  DOTiter  didiscimue  ",  dominum  suinntum  pontiGcem  esse"  discraeia- 
tuin  .  .  .  Befehl,  zum  Könige  zu  kumraen.  1312  [I.  nonas  Decembria,  Die 
lostntktioD  wurde  Eerrioaen  und  nun  die  3  Opuannten  mit  der  Legation  be- 
traut. In  der  Instruktion  heißt  es  zunBcbst,  daß  der  Papst  fUr  den  ersten 
(ierichtstot;  im  Februar  (ISIS)  von  ihm  verlangt:  Beweis  seiner  Rechte  und 
AnBprDehe  au  den  Templerbesitz.  Die  Gesandten  sollen  die  Gefahr  einer 
rnioD  desselben  mit  dem  Hospital itt^rbeaitx  zeigen.  Obwohl  es  inArngunien 
Hoapitaliter  gab,  haben  Jaj'mes  Vorfahren  die  Templer  ins  Land  gerufen 
zur  Verteidigung  des  Landes  gegen  die  gens  Maurorum.  Die  unio  iat  otfcn- 
kundig  gegen  deu  llerufungszweck ,  selbst  wenn  die  Hospitaliter  an  die 
Stelle  der  Templer  traten.  In  dicta  unione  verearetur  magnnm  preiudicium 
inri  regio  .  .  .  propter  nimiom  eorum  poteociam.  Ita  libere  haberi  non 
puasent  eervicia:  FrDher  eiferten  beide  Orden,  dem  KOnig  zu  gefallen;  der 
Grund  nQrde  negfallpn ;  frDher  wurden  die  Grenzen  an  zwei  Stellen  vertei- 
^'S^j  jetzt  nicht,  dii  die  Hospitaliter  sich  nicht  teilen  würden;  frfiber  gab 
e«  zwei  Parteien  iu  curiia  generalibus  et  consiliis  et  vistia  regum  et  legn- 
cinnibos  per  eos  fariendis;  frDber  scbickten  die  Barone  den  einen  l^ohn 
liierhin.  den  andern  dorthin :  alles  dieses  falle  weg. 

Es  werden  dann  ausgefQhrt:  pericula  et  ecandala. 

[I]  Primo  quod  evidens  est  et  iiotoriuin  cuiquum  aspicere 
volenti ,  quod ,  si  diie  polestates  cjistrorani  et  rortiLudiutim, 
vassaKonini  et  reddituuin,  quales  dicti  ordines  hnbentur,  in 
i-^nis  predictis  venirent,  tanta  esset  potestas,  quod  inde  geiie- 
rari  posset  maximum  periculutn  regi  predicto,  gentibus  et  terrU 
suis,  eo  quia,  [si]  Hospitalarii  vei  eorum  magister  noilenl  observare 
lidelitatem  ipsi  regi,  quod  absit,  esset  in  eorum  manu,  inducere 
in  terram  dicti  regis,  quamcunque  aliam  potestatem  vellerit, 
nee  posset  eis  inhiberi  propter  magnam  oportunitatem,  quam 
inde  habcrent,  consideratis  dictis  castris  et  eorum  Ibrtitudini- 
bus,  que  tenerent  in  frontariis  et  aliis  partibus  regnorum  dicti 
regis  tam  per  terram  quam  per  niare. 

[2]  Preterea  ubi  dicli  Hospitalarii  et  eorum  magister  dicto 
regi  vellent  fidelitatem  servare,  ut  tenentur,  tanta  essel  potostas, 
quam  habcrent,  Tacta  unione  predicta,  quod  ponercnt  in  scan- 
dalo  et  controvergia  prelatos,  barones,  milites  et  alios  <le  terra 
dicli  r^is,  eo  quia  terras  habereiit  contiguas  cuicumque  . .  . 

a  So  Reg. 

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214  Briefe,  Reden  und  Gutachten. 

[3J  Et  si  forsan  diceretur,  quod,  ex  quo  dominus  suiimitu 
jjonlifex  iam  procossit  ad  uniendum  universaliter  bona,  que 
dictus  ordo  Templariorum  habebat,  exceptis  hiis,  que  habebat 
in  Yspania,  esset  inconvenieiis,  quod  fierel  specialitas  in  boaU 
ipsis:  potest  veraciter  et  racionabiliter  responderi,  quod  propter 
singularitatem  condicionis  ipsorum  bonomm  et  terre,  in  qua 
sila  sunt,  potest  et  debet  in  eis  sinffulariter  provideri  ex  causis 
pretaclis,  et  quia  est  certum,  quod  plus  habebant  Templarü  iii 
regnis  et  terris  dicti  regis  absque  aliqua  comparacione  quam 
in  aliqua  parte  mundi,  habita  proporcione  terrarum,  et  eciam 
in  aliis  partibus  tocius  Yspanie  Templarü  non  habebant  tot 
bona  nee  ita  honorabilia.  sicut  in  terra  dicti  regis,  et  etiam 
est  certum,  quod  in  aliquo  alio  regno  orbis  terrarum  non  ha- 
bebant tot  fortalicia  nee  ita  signata  sicut  in  regnis  regis  pre- 
dicti.  Et  sie  idem  rex  magis  quam  alius  debet  prescriptani 
unionem  vitare  et  non  sine  causa  timere,  quod  potest  evidenter 
apparere,  quia  Templarü  in  terra  predicti  regis  fuerunt  re- 
bolles et  restiterunl  ac  magis  se  deffendebant  raeione  fortitu- 
dinum,  quas  habebant,  contra  eccJesiam  Romanam  et  refeni 
quam  in  aliqua  alia  parte  mundi  et  fecissent  amplius,  si  in 
dictis  fortalicits  vietualia  et  alia  necessaria  habuissent  ac  ponau 
potuissent.  Et  si  processus,  qui  factus  fuit  contra  eos,  non 
fuisset  factus  ex  criminc  heresis  set  ex  alio  criraine,  adhuc 
Torte  capti  non  fuissent  ipsi  nee  fortalicia  sua,  cum  plures  va- 
litores  invenissent  et  habuissent. 

Preterea  est  certum,  quod  plura  castra  ex  predictis  fue- 
i-unt  data  in  feudum  per  predecessores  dicti  regis  et  alia  aii 
tidelitatem,  de  quibus  racionabiliter  disponi  non  posset  in  per- 
sonas  alias  absque  voluntate  et  assensu  regis  predicti  *)- 

Si  vellet  reducere  ordinem  sancti  Saluatoris  Montis  gaudii 
vel  sancti  Redeniptoris,  neduni  dimiteret  expensas  prediclas, 
iraiiio  etiam  daret  castrum  suum  de  Muntesa  ad  servieiuni  Dei, 
ut  nionasterium  capud  dicti  ordinis  fundaretur  ibidem  . .  ■ 


')  Der  Papst  niijge  ein  Kloster  uilitäriacheo  Ordens  nnch  Ari  tdii 
Calatrava  errichten.  Das  künne  dann  dem  Kloster  Grandis  ailva  oder  Forts 
frigidus  wie  Calatrava  unterworfen  sein.  Es  solle  Abgaben  nach  WaM<i 
des  Papstes  an  diesen  zahlen. 


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Nr.  113.    (1312)  lä  Januar  5.  215 

Dominus  rex  in  predictis  non  movetur  ex  avaricia,  ex 
quo  de  diclis  bonis  aliquid  non  vult  relinere,  immo  de  suo 
proprio  paratus  est  offerre  .  .  . 

a)  Modus  autem  per  quem  consentire  possenl  nuncü 
unioni  predicte,  habet  esse,  ut  provJdeatur  periculis  et  in- 
dempnitati  regis  et  regni,  videlicet  ul  ad  providendum  pericu- 
lis  rex  retineat  forüdicia  omiiia,  .  .  .  que  spectabaiit  ad  ordi- 
neiTi  quondam  Templariorum. 

b)  Item  quod  omnes  homines  locorum,  que  fueruiit  ordi- 
iiiä  Tempil  quondam,  prestent  tidelittttis  äacramentuin  domiuo 
rugi  Ar^onum  et  suis  successorihus  .  .  . 

c)  Item  quod  dicli  tlospitalarü  ex  titulo  empcionis  vel 
ulio  non  possent  habere  bona  stabilia  ultra  ea,  que  habebat 
ordo  Templariorum  .  .  . 

. . .  Quod  sattem  dominus  papa  vellet  concedere  omnia 
bona,  quecumque  Templum  quondam  iiabebat  in  regno  Valen- 
cie,  monasterio  noviter  erigendo  ordinis  Calatraue,  quod  esset 
iiiagjstratu!  quodque  esset  subiectum  inonasterio  Calatraue, 
quod  est  ia  Castella,  et  dominus  rex  tractaret  et  procuraret 
cum  magislio  dieti  ordinis  Calatraue  Castelle,  quod  ipse  et 
suum  capituUm  concederet  dicto  monasterio  noviter  erigendo 
omnia  bona,  que  ordo  Calatraue  habet  in  regno  ipsius  regis 
Aragonum  vel  laltem  ea,  que  habent  in  ipso  regno  Valentino, 

Et  si  forte  dominus  papa  omni  modo  vellet  facere  unio- 
nem  predictam  tt  diceret,  quod,  ex  quo  propter  predictam 
unionem  non  intendit,  quod  fieret  preiudicium  iuri  dicti  regis, 
quod  propter  alias  raciones  a  predicta  unione  non  desisterut: 
possunt  eidem  predi{*.i  nuncü  .  .  .  respondere,  quod  salvo  ho- 
nore  sanclitatis  sue  icdum  decel  sanctitatem  suam  providere  . 
regibus  et  aliis  principbus  mundi,  ut  eis  preiudicta  non  in- 
ferantur,  immo  ex  sua  providencia  apostolica  et  summa  po- 
testate  infmita  debet  occjrrere  periculis,  si  cognoverit  proba- 
biliter  de  facili  ea  evenire  posse  .  .  . 

Recordentur  etiani  prelicti  nuncü,  quod,  si  dictus  domi- 
nus papa  intenderet  facere  ptedictam  unionem  non  obstantibus 
racionibus  propositis  per  eosi«m,  dicant,  .  .  .  quod  .  , .  non 
consenciant  nee  consentire  possent  sine  preiudicio  et  lesione 
maxima  dicti  regis  et  onmium  sihiectorum  suorum  unioni  pre- 


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216  Briofe,  Kuden  und  GutAchtcn. 

dicte  et  quod  dictus  rex  eani  servare  non  intcndit,  cur»  de 
facili  possei  esse  destruccio  tocius  regni,  iinmo  in  qiiantuni 
nuncii  possuiit,  cideni  unioni  conti'adicunt  et  a  dicta  unione 
nomine  dicti  regis  et  aliorum  principum  adherencium  sibi  appel- 
ient  ad  successorein  eius  Tel  concilium  generale,  ad  Ülum  vidc- 
licet,  ad  quem  de  iure  potius  ftierit  appellandum. 

Barcelona,  Aroliiv,  Hag.  336  f.  154—166.    Die  folgende  Apiillatun 

bringt  meist  WjederholungeD. 

lU.  Johannes  Burfaudl  an  KOul^  Ja]nic  II. :  Vei^hiedone  Koystd*- 
rten,  In  denen  die  Zehutbltte  JH^me«  beirllliii^  ^rlrd.  An  36. 
Jhduht  wird  Heinrich  VII.  zjan  entenmal  Kaiser  genannt.  Nrae 
Erkranbnnf  des  Papstes.  Avlgmon  (1313)  Febmar  8. 
.  ,  .  lam  celsitudini  vestre,  serenissime  princefs,  per 
Guiltelmum  de  Clarano  cursorem  regium  scripsi,  qua.lter  die 
iovis,  qua  dicebatur  IL  nonas  lanuarii,  locutus  fui  doreino  pape 
et  iuxta  informattonem  a  maiestate  vestra  michi  deiitam  liisi 
et  in  scripsis  dedi  ua,  de  quibus  super  negotiü  re^i  GraQale 
l'ueram  informatus.  Post  hec  iterura  die  lune  in  feste  b. 
Viiicencii ')  fui  locutuä  eidcm  domino  pape,  et  ^ue  prius  in 
scriptis  dt'deram,  iterum  dedi  et  dominus  papa  presente  do- 
mino Prenestino  eprscopo  cardinali,  cum  quo  supa"  hoc  delibera- 
verat,  respondit  ea  debere  per  consistorium  extediri.  Et  man- 
davit  eidem  domino  cardinali,  quod  ipse  pet'ciones  illas  pOT- 
taret,  quando  consistorium  esset,  quia  non  ir  primo  sed  in  st^ 
cundo  vel  tercio  consistorio  eas  audiret  et  super  eis  ordinaret. 
Ex  tunc  non  fuit  consistorium  usque  ad  s<quentem  tunc  diem 
veneris  *)i  in  qno  quidem  secreto  consistcrio  imperatorem  Ro- 
nianorum  nominavit  imperatorem  et  diiit  se  eum  habere  pro 
imperatore.  Antea  autem  non  nominibat  eum  imperatorem. 
sed  regem  Romanoi-um,  eo  quod  ante  receptas  Ütteras  aposlo- 
licas  fuerat  alibi  quam  in  ecciesia  btati  Petri  Rome  corooalus. 
Dicitur  etiam,  quod  et  in  ipso  secrrio  consistorio  dixil  se  con- 
ccssisse  civitatein  Ferrariensem  ref«  Rotberto. 

Sequenti  tunc  die  sabbati  fuit  iterum  consistorium  pii- 
vatum. 

')  Am  22.  Januar. 

')  Am  26.  Januar  1313. 


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Nr.  114.   (1319)  Februar  8.    Nr.  115.    (1S12)  13  Februar  14.        217 

Post  hoc  die  lune  Ifll.  kalendas  FebruarÜ  futt  similiter 
consistorium.  Et  dominus  papa  instigatus  per  dictum  domi- 
num Prenestinum ,  qui  in  precedentibus  duobus  consistoriis 
eum  super  hoc  sollicitaverat,  dixit,  quod  bonum  erat  expedire 
negotia  i)la,  quia  diu  fuerani  in  curia.  Tunc  dictus  dominus 
Prenestinus  le^it  omnes  peticiones,  cl  cum  omnes  lej^isset  dixit 
ei  dominus  papa,  quod  iterum  inciperet  l^ere  a  capite  et  Üa 
incepit  a  prima,  que  erat,  quod  concpssam  vobis  decimam  pro 
iiegoeio  regni  Granate  per  colleetorem,  sicut  eam  colligeret, 
vobis,  sereiiissime  prineeps,  dari  mandaret  pro  prosecueionc 
dicti  n^otii;  et  licet  dictus  dominus  Prenestinus  non  niichi  ex- 
presserit,  quid  super  hoc  fuerit  deterniinatum,  tamen  dominus 
Tusculanus  dixit  michi,  quod  concessa  erat,  non  per  omnia, 
ut  petebam,  quia  non  fuit  concessa,  quod  daretur  vobis,  sere- 
nissime  prineeps,  pro  prosccucione  dicti  negotii,  cum  istorum 
verborum  inlerpretatio  futurum  tempus  respiceret.  Sed  con- 
cessa ftiit,  quod  daretur  decima  ipsa  vobis  dictum  negotium 
prosequenti  nee  de  personal!  prosccucione  aliquid  dicitur.  Ipsa 
dio  nichil  fuit  ultra  processuni,  quia  tarde  erat.  Dixeral  tamcn 
dominus  papa,  quod  in  crastinum  in  consistorio  expediret  ahas, 
et  mandavit  dicto  domino  Prenestino,  quod  portaret  peticiones 
ipsas  in  crastinum.  Sed  quia  ipse  dominus  papa  fuit  discra- 
siatus,  ita  quod  in  ipso  crastino,  scilicet  die  martis  III.  kalen- 
das Februarii,  non  tenuit  consistorium,  nee  extunc  nichil  de 
ipsis  potuit  expediri.  Credo  tamen  quod  in  primis  consistoriis 
expedieotur  alie.  Alia  nova,  serenissime  prineeps,  non  sunt 
hie  ad  presens  .  .  .  Dat.  Auinione  VI.  idus  Februarii. 
Barcelona,  Archiv,  CHD.  Nr.  10624.  Or.  Pap.  Sap. 

115.  Vidal,  Dalmaelus  und  Bernardi»  an  KOnlf  Jayine  II. :  Yerband- 
lum^n  mit  dem  Papste  wegen  der  TemplerKtlter.  Clemens  T. 
eriteniit  die  (ießiliren  der  Union  an;  ^lanbt  aber,  Ihnen  begegr- 
n«!  za  kKaneii  nnd  rerlan^  tou  Ihnen  Vorsehll^,  sie  von  Ihin. 
Sie  Bilerhandeln  mit  dem  Kardinal  von  BezierH,  der  Ibnen  sb- 
riU  zn  bitten,  daB  die  Hospllallter  lu  Aragonlen  keinen  neneu 
BealU  erwarben.  Das  bSnne  Jeder  Kitnir,  nie  Pbilipp  d.  Seh., 
Terbiet«n.  Die  Kirehe,  fefragt,  würde  nstHrlich  widersprechen. 
ATlgnon  (1812)  13  Febmar  14. 


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218  Briefe,  Reden  nod  Gutachten. 

...  In  cmstino  ')  dominus  papa  tnisit  pro  nobis  .  .  .  Pro- 
posuiniuä  largo  modo  corani  eo  totum  negotium.  Audivit  nos 
multuiii  benigne  et  graciose,  et  repeliit  omnes  rationes  nostrai 
et  super  hüs  contulJt  nobiscum,  anultando  rationes  nostras, 
sicut  poterat,  et  dicendo,  quod  ipse  habuerat  consilium  super 
prediclis  cum  inaioribus  perilis  de  mundo.  Et  licet  super  liiis 
conferret  nobiscum,  tamen  sine  dubio  concessit,  quod  periculu 
per  nos  proposita  imincrent  vobis,  si  unio  fieret,  set  ipse  super 
liiis  volebat  providere  ...  et  quod  super  hoc  nos.  qui  scieba- 
uius  veritatem  uegocii,  aperiremus  sibi  aliquas  vias,  per  quu: 
esset  vobis  provisum.  Et  nos  diximus  sibi,  quod  providen; 
vobis  de  aüqua  via  tuta,  sicut  sibi  videretur,  spectabat  ad  eum 
tanquam  dominum  et  patrem  .  .  .  Noluimus  sibi  apenre  aü- 
quam  viam  set  spectabamus  ab  eo,  quia  ipse  dixerat  nobis 
inter  alia,  quod  ipse  sine  scandalo  et  reprehensione  magna  noo 
posset  facere  singularem  provisionem  in  terra  vestra  de  bonis 
condam  Templi  .  .  .  Finaliter,  cum  ipse  cognosceret,  quod  noä 
dubitabanius  sibi  aperire  viam,  dixit  nobis,  quod  rediremus  ad 
doniurn  et  quod  deiiberaremus  inter  nos  ...  Et  sumus  in  de- 
liberatione  et  proposito,  liabito  consilio  et  acensu  (!)  dominicar- 
dinalis  Biterrensis  .  .  .,  quod,  si  non  possumus  obtinere,  quod 
bona  Templi  assignentur  uui  monasterio  ordinis  Calatraue,  vel 
quod  inde  fiat  novus  ordo,  quod  propter  pericula  evitanda 
provideatur  vobis,  doniine,  de  retencione  castrorum  cum  soli- 
cienti  provisione  et  de  fidelitate  honiinum  iuxta  modüin  pw 
vos  nobis  traditum.  Et  ut  iusticiam  libere  et  sine  obstaculo 
melius  servare  possitis,  habeatis  eciam  merum  imperium  in 
Omnibus  locis  Templi  condam,  in  quibus  vos,  domine,  ipsum 
non  habeatis.  Et  dixit  nobis  dominus  cardinalis  Bitierrensis, 
quod  isla  poterainus  petere  mulium  racionabiliter  et  iuste,  quia 
in  predictis  tantum  provideatur  vobis  et   magnam  utilitattHJi 

'}  Am  18.  Ifebnur  ISIS.  Voriier  Nr.  4468  teilen  sie  mit,  M  sie 
nm  8.  Februar  zuerst  Zutritt  zani  Papste  gehabt  und  ibm  ibre  Mission  us- 
einanderge setzt  babeu.  Der  Papst  war  sehr  liebenswürdig  und  entscbaldiglc 
sich  mit  seiner  diacrasia.  Deslialb  habe  er  sie  nicht  frtther  emptvf' 
künnea.  Dann  besuchten  aie  —  ut  consuetum  est  ^  die  Ksrdinile.  B» 
sondere  gab  ihnen  der  Biterrensis  die  Wege  an,  wie  sie  ihr  Ziel  erreklwi 
könnten.    (Pridie  idus  FebruarÜ.) 


oy  Google 


Nr.  115.    (1312)  18  Februar  14.    Nr.  116.   (ISIS)  März  30.         319 

inde  habere  non  poteratis.  Et  adhuc  voluinus  petere,  sicut 
drximus  domino  cardinali,  quod  concedatur  vobis,  quod  Hospi- 
lalarii  non  possint  de  cetero  adquirere  vel  habere  in  tota  terra 
vestra  aliqua  alia  bona  inniobilia  iuxta  formam  per  vos  super 
lioc  nobis  traditaiii.  Set  dominus  cardinalis  non  approbabat, 
quod  hoc  peteremus,  ymmo  videbatur  sibi  superfluum,  quia 
vos  poteratis  in  terra  vestra  racionabiliter  hoc  statuere  et  pro- 
hibere.  sicut  prohibebat  rex  Francie  et  ahi  prlncipes  in  terra 
sua.  Et  hoc  sustincbat  ccdesia.  Et  quod,  si  istud  peterenius 
ab  ecciesia,  nunquam  obtineremus!  Et  ista,  domine,  debent 
esse  multum  secreta,  quia  hoc  dixil  dictus  dominus  cardinalis 
secrote  propter  magnam  afTectionem,  quam  habet  ad  honorem 
vestrum  .  .  .  Dat.  Amnione  XVI.  kalendas  Marcü  anno  domini 
M-'CCCXII. 

BarceluDO,  Archiv,  CBD.  Nr.  4469.  Or.  Pap.  Sap.  Nach  Reg.  337 
f.  169  Brief  des  KfinigB  haben  sie  dem  Karilina)  Bit^rrenais  die  muDimenta 
und  andere  boatensionea  gegeben  -    16.  Hin  1313. 

IIS.  Yilalls,  Dalmacias  and  BernardnB  an  KSnig  Jayme  II.:  Audlt-iiz 
des  stell  vertretenden  IIospItnlltergroliinelsterH  bei  Clement  V. 
HItteilunif  des  Fapttt«s,  daß  und  nai-iim  er  Ihrem  Orden  die 
Templer^t^r  luilert  habe.  Dank  des  Hosplt4il1terH  Ilir  das  <ie- 
xehenk.  Seit  der  Sebenkuu)r  Kountuntlns  an  die  Kirehe  nel  kein 
frVfieres  femaeht  irorden.  Sie  wDllt«n  die  Güter  at>cr  nar  ohne 
Streit  mit  den  Pttrsten.    Avignon  (läl3>  MVltx  30. 

Signißcamus,  domine,  vestre  regle  niagestati,  quod  die 
mcrcurii  proxime  preterita  ^)  intravit  curiam  quidam  frater 
Hospitalis  Teuthonicus»),  qui  est  magister  niayor  Hospltalis 
citra  mare.  Et  venerunt  cum  eo  sex  fratres  dicti  Hospitalis. 
Et  eadem  die  mane  non  potuemnt  videre  dominum  papam, 
set  fuit  eis  dictum,  quod  redirent  post  dormicionem.  Et  tunc 
.  . .  ille  frater  Teuthonicus  proposuit  coram  dicto  domino  papa 
et  dixit,  qualiter  magister  mayor  Hospitalis  receperat  manda- 
tum  ab  eo,  quod  personaliter  venirel  ad  curiam  vel  si  comode 
personaJiter  venire  non  posset,  quod  mitteret  aliquem  de  fra- 
tribus  Hospitalis,   qui  haberet  plenum  posse,  ut  ipse  hat)ebat. 

1)  Am  28.  Mtrz  l.-ilS. 

')  Alberhis  Alamannns  nennt  er  sich  in  den  Urkunden. 


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220  »riefe,  Reden  und  GaUchten. 

Et  quod  magtstcr  Hospitalis-  personaliter  venire  non  poUiit 
propter  plura  impedimenta,  que  ipse  liabebat  et  sie  mitcbat  eam 
cum  pleno  posse  et  quod  erant  parat!  sequi  mandatuni  et  vo- 
luntatem  sunm.  Et  tunc  dominus  papa  recitavit  eis,  qualitcr 
ipse  univerat  bona  condani  Tempil  universalster  ordlni  Hospi- 
talis et  quod  predictam  unioneni  noii  fecerat  propter  aliquam 
specialem  affectionem ,  quam  haberet  ad  ordinem  Hospitalis 
niayoreni  quam  ad  alium  ordinem,  sei  quia  sperabat  et  iü- 
tendebat,  quod  pi-edtcta  bona  melius  expenderentur  et  expendi 
poterant  ad  serviciuni  Dei  iuxta  usum,  ad  quem  erant  depu- 
tata,  per  eos  quam  per  alios  ordines  iam  institutos  vel  insü- 
tuendos.  Et  quod  non  erat  diu,  quod  racione  dicte  unionJs 
habuerat  nuncium  a  rege  Franchorum,  et  quod  bene  conve- 
nerat  secum,  set  tamen  quod  adhuc  super  dicta  unione  babe- 
bat  aliqua  tractare  et  ordinäre  cum  quibusdam ,  non  nomi- 
nando  nos  expresse  nee  alios,  set  flnaliter  totura  iret  ad  volnn- 
tateni  suara  et  quod  redirent  ad  hospicia  sua  et  slarent,  quo- 
usque  miteret  pro  eis. 

Et  postmudum  ille  frater  Teuthonicus  respondit  et  reddi- 
dit  ei  gracias  pro  magistro  et  toto  ordine  Hospitalis  de  magno 
lioiiore  et  gracia,  quam  ipse  Tecei-at  Hospital!  ex  unione  pro- 
dicla  et  quod  mayoreiti  donacionem  fecerat  inde  Hospilali. 
quam  fuisset  facta  per  aliquom  citra  donationem,  quam  fa-il 
Constantinus  imperator  occiesie  Romane.  Et  quod  placeret 
Deo,  quod  ipsi  possent  expendere  dicta  bona  et  alia,  que  lia- 
bebant,  ad  cervicium  (!)  Dei  et  iionorem  ecclesie  Romane  . .  . 
Erant  parati  recipere  predicta  bona  unita  ordini  Hospitalis,  üla 
tamen,  que  possent  habere  sine  contentione  et  contradictione  ali- 
cuius  principis,  quia  propter  predictam  unionem  non  intendebaot 
habere  contentionem  cum  aliquo  principe,  quia  posset  esse  eis 
magnum  pericuhim  et  quantum  ad  bona  unita  et  quantum  atf 
alia.  que  iam  habebant,  set  quod  acceptarent  illa  bona,  que 
dominus  papa  eis  tradi  faceret,  sine  aliqua  bricha  et  conten- 
tione. Et  dominus  papa  dixit  eis,  quod  ipse  taliter  ordinaret- 
quod  ipsi  haberent  predicta  bona  sine  omni  bricha  et  conten- 
tione .  .  .  Expensa  nobis  mltantur.  Dat.  Auinione  II-  talen- 
das  Aprilis  anno  domini  millesimo  CGCXUI. 


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Kr.  116.    (I3I3)  Man  30.    Nr.  lll   (1813)  April  6.  Säl 

Barcelona.  Archiv,  CRD.  Nr.  4705.  Or.  Pap.  Ssp.  Nr.  4715  vom  11. 
April  berichten  die  drei:  Haspitalnni,  de  quibuB  vubia  scrtpaimas,  aunt  hie. 
Rt  iit  didtiir  nobls.  dedtnint  inagnn  t>ncenn<ii  dumino  pnp't-  et  nliquiliia  <^ar- 
tlinalihua.     Et  rcmsDent  hie  pro  eadeni  negocio, 

117.  VIdal,  DmIdimIub  uad  BemardnR  nn  Kflnlfr  Ja.vnic  IL:  »rhand- 
luDffD  mit  dem  Papst  nnd  ■(  Kardlnilen.  Der  Papttt  hat  Hieb 
mit  ebemHllfen  aragroneNtitcheii  Templern  beratcK  asd  «rbtXrt, 
die  Reehte  des  KSnl^  ge^enHber  dem  Orden  seien  R»rln^,  tell- 
nelse  asnrpterl.  Die  Genandten  bleiben  bei  Ihi-er  Ansieht.  Ber 
Kardinal  von  Bezlers  hat  Ibuen  erklärt,  der  Papst  irUrde  die 
U«s|>It«llter  zur  HnldlRun;  flr  ihre  Borgen  Teranlastien,  mehr 
nicht,  nenn  die  GeKandteu  aiieb  Mets  an  der  Karle  blieben. 
Der  Papst  tue  klerln  nur,  na»  Phllliq)  d.  Seh.  wolle.  Weitere 
Drohwort«  des  Papstes.    Arl^non  (1313)  April  tt. 

Die  Dominica  proxiine  preterita  ')  dominus  papa  misit  pro 
nobis  et  fuimus  ante  presenciam  suam  et  erant  cum  oo  qua- 
tuor  cardinales,  scilicet  Bilerrensis  et  de  Perestrioo"  et  Aui- 
nione  ^)  et  de  Pelagrua.  Et  dictus  dominus  papa  in  prcsencia 
oorum  dixit  nobis,  quod  ipse  plene  deliberaverat  super  racio- 
nibus  nostris  tarn  super  iure  quam  eciam  super  facto").  Et 
invenerat,  quod  raciones  nostre  non  valebant  nee  de  iure  nee 
He  facto,  quia  super  hoc  informaverat  se  cum  aliquibus  fralri- 
bus  condani  milicie  Tempi  i,  qui  erant  de  terra  vestra,  et  quod 
invenerat  cum  eia,  quod  nunquam  vos  nee  predecessores  vestri 
habueratis  aliquod  ins  seu  servicium  in  bonis  condam  Tcmpli, 
nisi  tantum  cenas  *),  quas  habebatis  et  recipiebatis  vos  et  pre- 
decessores vestri  quasi  per  vioientiam  et  ipsis  semper  protestan- 
tibus  et  rontradic^entibus  et  exercitum  in  hominihus  Templi, 
quem   habueratis  eodem  modo,  quando  extranei  intrabant  ad 

a  So  Or. 


*)  Ain  1.  April. 

*}  Der  apAtrre  JuhnDncn  XXII. 

'■)  Nr.  448^.  Arn  19.  Mut?.  olT^nbarUn  sie  dem  Papst  ihre  GrUiiite 
gegen  die  Union,  ihm  und  den  4  Kardinalen,  aber  nicht  in  iudicio  sondern 
extra  iudieinm.  In  Nr.  4470  tadelt  sie  der  KQnig  wegim  einiger  dem  Papst 
zu  offen  gemachter  Äußerungen. 

*)  Diese  wichtige  und  schwere  Abgnbe  hat  ein  besanderes  Register: 
Cenanim  im  Aragon.  Archiv. 


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iÜ  Briefe,  Reden  und  Gutschten. 

invadendum  terram  vestram.  Et  sie  ortabatur  el  rogabat  nos, 
quod  nos  non  deberemus  stare  super  Ulis  remediis,  que  stbi 
dederamus,  quia  redundarent  in  magnuiii  periculum  animaniin 
nostraruii).  Et  quod  propter  predicta  nollenms  impedire  Ordi- 
nationen], quam  Ipse  inde  facere  intendebat.  Et  nos  respon- 
diinus  sibi,  quod  salva  ^acia  sanctitatis  sue  rationes  nostre 
erant  iuste  et  bone  et  quod  \oe  inde  habueratis  niagnum  con- 
silium  et  nos  etiam  mandato  vestro  cum  multis  et  magnis 
clericis  taiii  In  curia  quam  extra  curiam,  sicut  verum  erat,  et 
potissime  propter  perieula,  que  erant  evidentia  et  manifesta  . .  - 
Et  finaliter  post  multa  verba  dixit  nobis,  quod  post  aliquos 
dies  vocaret  nos  et  tunc  expresse  diceret  nobis  intenlioneni 
suani.  Nondum  tarnen  super  hoc  vocavit  nos,  sei  hoc  ex- 
pectamus  de  die  in  diem.  Sciatis  eliam,  domine,  quod  in 
crastinum  nos  ivimus  ad  dominum  cardinalem  Biterrensein  ad 
conferendum  cum  eo  super  nostro  negocio.  El  ipse  dixit  no- 
l)is,  quod  credebat,  quod  dominus  papa  respnnderet  et  dlcerel 
nobis,  quod  ipse  ordinäre!,  quod  mayor  comendator  Hospitalis 
terrc  vestre  el  alii  inferiores  comendalores,  tenentes  caslni 
signata,  facerent  vobis  et  successoribus  vestris  sacramenlum 
Hdelilates;  el  quod  aliud  nobis  non  faceret,  si  semper  staremiis 
hie.  Et  quod  super  hoc  rediremus  ad  vos,  ut  haberetis  in  hoe 
consilium  vestrum.  Et  nos  sunius  intentionis,  quod,  si  domi- 
nus papa  dicat  nobis  predicta  verba,  que  dominus  cardlnali:' 
dixil  nobis,  quod  nos  dicamus  sibl,  quod  per  illam  viam  non 
esset  provisum  vobis  in  aliquo  nee  qiiantum  ad  preiudicia  nn- 
eliam  quantum  ad  perieula.  Et  propter  hoc  non  iremus  aii 
vos,  quia  iam  sciebamus  intentioneiii  vestram  ...  Et  licet  nos 
dubitemus  multum  super  verbis,  que  diclus  dominus  cardinalis 
dixil  nobis,  quia  dominus  papa,  ut  communiter  dicitur,  non 
faciet  aliquid  super  unione,  nisi  de  consensu  regis  Franchonim, 
tarnen  non  speramus,  quod  finaliter  velit  rumpere  negocim:» 
nobiscum.  Dixit  etiain  nobis,  domine,  predictus  cardinalis  mui- 
tuni  secrete,  quod  dominus  papa  dixeral,  quod,  si  ipse  dorai- 
nus  papa  concordasset  super  dicta  unione  cum  quibusdain 
aliis  regibus,  quod  non  staret  propter  vos,  quin  faceret  pre- 
dictani  unioneni  et  quod  dimiteret  conscientie  vestre,  si  vellelis 
retinere  dicta   bona  contra  ordinacionem  suam !     Et  isla,  do- 


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Mr.  117.   (1813)  April  6.    Nr.  118.   (1S13)  April  16.  323 

mine,  scribimus  vobis  multum  secrele,  sicul  esse  debet,  propter 
periculum  cardinalis ')  •  ■  ■  ^^^-  Auinioiie  VÜI.  idiis  Aprili;^ 
anno  domini  MtlCCXlII. 

Uarcebaa.  Archiv,  CRD.  Nr.  4710.  Or.  Pap.  Ssp.  BezDglich  Her 
AppellntioD  schreibt  der  König  am  1,  April:  Übt  rorsitaD,  quod  vix  c^redi- 
mus.  negocia  aupradictu  noo  procedereot  sc.cundam  iDformscionem,  quam  a 
nobia  habetis.  attameu  nppellationem  predictam  nullntenus  faciatie.  Hfg  337 
f.  171.  Sie  antworten  am  11.  April:  Sie  würden  sowie  so  nicht  ohne  Be- 
Tragen  der  sapientes  an  der  Kurie  appelliert  haben  nnd  nnr  ad  cautetam. 
CRD.  Nr.  4715. 

IIK.  KVni^  Ja^me  II.  an  Heine  (-ewindteM  In  Arlfnion:  Bedauert  die 
InSernnfren  den  Kardlnaln  Ton  Bezlent  nnd  die  EntmiUeldaiie 
de«  PapateH.  Collen  ron  Nloh  erklHren,  daß  der  KVnli;  bei  seiner 
Analeht  rerharre.  Will  der  FapNt  nnbedlnRt  in  (>DnHteii  der 
IIoHpltallter  ontKelielden ,  xo  aollen  ale  Audienz  Im  tieheliu- 
koDMiHtorinni  erbitten  and  ohne  Appellation  |»rot  etil  leren.  Anßer- 
dem  Rollen  »le  naeli  Uiildflnlien  ein  itlTentlieiies  KonHlNtorlnm  er- 
bilten  nnd  darin  unter  Mlttellnuir  Ihrer  (ieaandtaehan  |trote- 
atleren,  damit  In  der  gtmMn  Welt  sein  Reebt  n-iderbnile.  Bar- 
celona (1S13)  April  16. 

.  .  .  [Quo]  dicta  fuerunt  serrete  per  cardinaleni  Bilprren- 
sem  super  facto  Icgacionis,  .  .  .  doieiiius  nimium,  quia  dominum 
pupa  non  considerat  dampna  et  pericula  regni  nostri  .  .  ,  \'i- 
denius  .  .  ,  remedia  et  vias  in  intorniacione  nostra  contenta 
totalitär  fore  rcpulsa.  Attenlo  igitiir,  quod  dictus  cardinalis 
Biterrensis.  ut  conlitietur  in  vt'stra  littera  supradicta,  dixil  vo- 
bis, quod  ultra  fidelitatem  comendatoruin  Hospitalis  dominus 
papa  aliud  nobis  non  l'acerct,  si  sempcr  slaretis  ibi,  et  quod 
super  hoc  rediretis  ad  nos  et  haberelis  consilium  nostrum,  pro- 
vidimus,  quod,  si  .  .  .  certum  verbum  vobis  per  ipsutn  domi- 
num papam  datum  fuerit,  quod  interim,  donec  responsionem 
nostram  liabuerit,  ad  aliud  non  procDdet,  in  hoc  casu  ei  dica- 
tis  sicut  ex  vobis,  qualiter  nos  cum  maioribus  regni  nustri 
iam  deliberavimus  et  in  ista  deiibcracione  lesidemus  iuxta  in- 
rormacionem  vobis  traditatn,  set,  ex  quo  placet  ipsi  domiuo 
pape,  venietis  ad  no-s  relaluri  intencionem  eius,  ut  nos  respon- 
deamus  eidem,  ul  nobis  vidcbitur  respondendum.    Kt  hoc  facto 

'I  Die  Gesandten  schlagen  dem  Könige  ein  liQnilniH  mit  Knatilien  und 
Portugal  in  dieser  Angel egeniieit  vor. 


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324  Briefe,  ßwieii  nnd  Qnlaclit«n. 

omnes  tres  obtenta  Itcencia  ad  nostram  presenciam  redealis. 
Geterum  si  dominus  papa  diceret,  quod  oninino  procedcrel  ail 
Unionen]  faciendam  in  ordinem  Hospitalis  etiain  secunduin  iiio- 
dum  predictum,  quem  dictus  cardinalis  Biterrensis  vobis  dp- 
texit  et  secundum, '  hoc  precise  licenciaret  vos,  dicendo  quod 
aliud  super  hüs  non  faceret  vel  aliud  certum  verbum  secun- 
dum dictam  form  am  vobis  non  daretur,  ut  non  procederet. 
donec  responsionem  a  nobis  liaberet,  in  utioque  istoruni  ulli- 
moriim  duorum  casuum  volumus,  quod  petalis  audionciam  in 
secreto  consistorio  et  in  pi-esencia  domini  pape  et  cardinalium 
exponatis  pleno  modo  legacioncm  vobis  comissam.  Et  si  do- 
minus papa  retinuerit  deüberacionein,  expectetis  responsionem 
suam,  quam  vobis  ßeri  in  consistorio  requiratis.  Et  quando- 
cumque  precisa  vobis  tieret  contra  informacioneni  vobis  datam, 
in  utroque  duorum  ultimorum  casuum  predictonim  protesle- 
mini  revereoter  nostro  nomine  cum  publico  instrumento.  al)S- 
que  appellacione  tarnen,  quod  unioni  de  bonis  Tempil  quon- 
dam  in  regnis  et  terris  nostris  situatts  faciende  in  ordinem 
Hospitalis  nullatenus  consentimus,  irnmo  dissentimus  espresse, 
cum  Sit  evidenter  periculosa  regno  nostro  et  in  preiudiciiini 
iuris  nostri.  Salvetisque  in  protestacione  ipsa  nostra  iura 
univcrsa.  Et  nicbilominus  consistorium  publicum,  si  vobis  ei- 
pediens  videbitur,  requiratis,  in  quo  legacionem  vestram  seriöse 
iteruni  exponatis  et  in  quo  protestacionem  similem  facialis,  ut 
per  totum  orbem  saltem  resonetiusticia  cause  nostre  . .  .  Dat. 
Barchinone  XVI.  kalendas  Madii  anno  domini  M^GCC"  lercio 
tlecimo. 

Berengarius  de  Auersonc  mandato  regio.     Puit  ci  lecln 
et  per  eum  correcta. 

Barcelona,  Archiv,  Reg.  387  f.  171  v. 

119.  Vldal,  DalmscinB  nnd  Bemardas  an  KVnig  J^yme  II.:  Der  Piptl 
gab  tlinen  in  Gegreuw&rt  der  i  KardlnUe  in  der  Templer^tw- 
trnge  eine  Antwort  (multuin  arttHcIOHe  et  caliide),  die  id«  ff 
lielminhalten  und  nur  dem  Kttnl^  zb  sAgen  besehnOrei  bhE- 
tcn.  So  Ist  die  Saclie  iinr^eseliobeu.  Der  Papst  ^hl  sab  Lu'- 
ATl^on  (1S13)  April  28. 

Die   martis   proxime  preteriti ')  ■  ■  •  fuimus  ante  presen- 


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Kr.  U9.    (1818)  April  ölt.    Nr.  120.    |13!8)  irfai  8.  226 

ciam  [pape]  et  erant  cum  eo  illi  quatuor  cardinales,  qui  con- 
tinue  fiierant  cum  eo  in  procecucione  negocii  noetri,  videlicet 
Biterrenais  et  de  Penestrino  et  de  Pelagrua  et  Auinione.  Et 
post  mutta  verba  dedit  nobis  responsum  super  n^iocio  nostro 
multum  aiiificiose  et  callide.  Ante  tarnen,  quod  aliquid  nobis 
diceret,  recepit  iuramentuni  a  nobis,  quod  respontionem  suam 
null!  diceremus,  nisi  vobis  soli  . . .  Voluit  omnibus  modis, 
quod  cum  respontione  sua  iremus  ad  vos  ...  Et  sie,  domine, 
negocium  prorogatur  et  interim  dominus  papa  non  procedet, 
quousque  habuerit  respontionem  vestram.  .  .  .  Papa  intendit 
nunc  recedere  de  Auinione  et  ire  äpud  Castrum  novum  et 
Stare  ibidem  familiariter  et  secrete  per  aliquod  tempus  et  ire 
postmodum  apud  Malausanam.  Dat.  Auinione  IUI.  kalendas 
Madii  anno  domini  mitlesimo  trecentesimo  terciodecimo. 

Barcelona,  Arcliiv,  CRD.  Nr.  4655.  Or.  Pap.  Sap.  Über  den  weitem  Ver- 
Inaf  liegen  dann  folgende  NachrichteD  vor.  Am  13.  Hai  an  Vidal  von  Yilla- 
nova :  Nach  seinem  Briefe  volle  der  Papst  nicfat  in  den  fete  aecrete  etwa« 
tan.  Daran)  solle  er  heimkommen  (f  171 '].  f.  172:  Com  antem  predicti 
YitaliB  —  and  die  andern  Gesandten  ~  rediiaaent.  .  .  .  venisset  etiam  com 
eis  discretns  Poncioa  R'  ~  ob  Roderici  ?  —  camerarius  Carcassonensie 
missuB  domino  regi  nostro  per  dominum  papam  cvm  littera  credencie,  ipai- 
que  Uli  retolissent  in  secreto  domino  regi  ea,  que  fecerant  cam  domino 
papa  et  ea,  pro  quibas  dictoe  camerarins  miasas  est,  que  tarnen  dominus 
rex  non  acceptavit:  poat  super  ist«  negocio  dominus  rex  acripeit  cardinali 
Biterrensi.  —  (Daselbst.)  An  Kardinalbiacbof  von  Tnaculnm  (der  Biterren- 
sia):  Der  Papst  habe  ihn  bis  Michaelis  um  eine  Erklftmng  gebeten,  ob  sein 
Weg  ihm  gefiele;  obwohl  seine  Gesandten  daselbst  nnd  er  selbst  in  Barcelona 
dem  Poncins  gesagt:  Nein!  fragt  er  doch  an,  ob  er  Gesandte  senden  solle. 
Dat.  Herde  VII.  idus  Angnsti  a,  d.  MCCCXIII.  f.  172  v ;  An  den  Prekurator 
Johknaes  Lappi,  arcbidiaconns  de  Qnarga:  Obwohl  er  nicht  glaube,  daß  der 
Papst  ohne  ihn  in  Sachen  der  TempIergDter  vorgehe,  befiehlt  er  ihm  eure 
sfldola  zu  sein  und  zn  berichten,  da  man  Schlimmes  munkele.  Sei  Gefahr 
vorhanden,  so  mfige  er  den  Papst  bitten,  die  Sache  aaf zuschieben,  bis  seine 
Gesandten  k&men.    Dat.  Barchiuone  oonia  Novembris  IS13. 

190.  Tldal  TOD  THIanoTM  un  KUnIg  Jajme  II.  Ton  Aragonlen:  Cle- 
mens T.  erkl&rt«  ihm,  daB  er  ihn  tregen  der  Ennonlsatlon 
Peters  Ton  Murrone  uni  einiger  Stadien  dazn  in  den  nHehsten 
Tagen  nicht  sprechen  kVnne.  Als  Tldal  am  festgesetzten  Tage 
kam,  bestellte  er  Ihn  fSr  gpHlcr.    ATignen  (ISIS)  Mal  8. 

Fink».  Paprttnm  oncl  UntflrBttnR  d«i  Templetordon».    IT.  15 


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286  Briefe,  Reden  nnd  OotBchten. 

...  El  [papa]  respos  mi:.  Eii  Vldal,  disaple')  primer  vi- 
nent  yo  he  a  uanontcar  frare  P.  de  Morro,  per  que  denia,  que 
sera  divcndres,  he  a  estudiar  sobre  quest  feyt  alguna  cov  et 
per  la  sollempnitat  det  offici  yo  aure  assats  de  ma  presona 
treballat.  Et  tro  al  diraarts  aenant  yo  no  podre  entendre 
aespet^ar  von.  Mas  lo  dimarts  yous  fare  demanar  et  vendrets 
devant  noä.  Lo  dilotns  yo  sabi  de  sert,  que  el  partia  lo  di- 
marts,  que  el  mavia  assignat,  Dauinyo.  Et  tanlost  ane  a  son 
palau  et  traete,  que  poges  aver  sa  vista  et  hacla,  et  con  fuy 
devant  el'  ans  que  li  diges  res.  el  me  dix:  En  Vida!,  per  molts 
afers,  que  yo  he  auts  et  per  gran  trebayl  de  ma  presona 
nous  he  pugut  espeegai-.  Per  que  aurets  avenir  a  nos  a 
Castei  nou.  Et  yo  li  respus:  Sant  pare,  yo  aure  afer  so  qne 
vos  volets.  Mas  be  son  sert,  que  a  Castei  nou  yo  no  aure 
hon  albergar  .  .  .  Seria  a  II  legues  o  a  Kl  daquel  loc  el 
assom  respos  et  disme:  que  yo  hi  fos  divendres*)  gran  mali 
.  . .    Aviyon  dimarts  VIII.  dies  de  M^. 

Barcelona.  Arohiv,  CRD.  Nr.   11466.  Or.   Pap.  Ssp. 

121.  KSntit  Jafme  ü.  an  BlBchof  Ponelus  Ton  Lrrida:  D«r  IHhnt 
Templer  BernardiiK  de  Foutibus,  Jetzt  StellTertreter  des  Alkaldr 
Ton  TuniK,  Is-t  füs  Gesiuidter  des  Könl^  TOn  TsnIh  zn  Ihm  gf 
kommen  nnd  muß  sehlennlf^t  li<<lmbehren.  Da  er  dcduüb  bMI 
vor  ihm  ^mttß  der  pHpstlleben  Verordnangr  ersehelnen  kann, 
bittet  er  Ihn,  einen  tieittfllchen  zu  beanftraKea,  vor  irm  n 
M-hneli  Keine  Snehe  erledl^n  kUnne.  Bnreeiona  (13IS)  Stf- 
letnber  2S. 

lacobus  .  .  .  Poncio  .  .  .  lierdensi  episcopo  Valuten)  ele. 
Patemilateiii  vestram  scirc  volumus,  Bernardum  de  Fontibus. 
ordinis  quondam  Templi,  comendatorem  lunc  de  Oorberis  qui- 
que  nunc  tenet  locum  Aluaydi  in  Tunicio,  venisse  nunc  ad  nos 
pro  legacione  regis  Tunicii  super  quibusdam  negociis  celebribiis. 
que  inier  nos  el  dictum  regem  convenit  breviter  expediri. 
Qua  occasione  idem  Bernardus  de  necessilate  compellitur,  ul 
ad  ipsius  regis  Tunicii  presenciam  conlinuo  cuiudibel  more 
sublato  dispendio  vertalur.    Cumque  ex  hüs  causis  prescripliK 

'}  ^m  4.  and  Ö.  Hai. 
')  Am  11.  April. 


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Nr.  121.    11313)  Sept.  23.    Nr.  122.   (1S13)  Nov.  26  {bis  1SI4  AprU).     221 

Bernardus  premissis  n^ociis  impeditus  aote  vos  pro  expedicione 
sui  negocii  secundum  provisionem  apostolicam  facienda  absque 
dictorum  n^ocionim  nimio  detrimento  nequeat  comode  compa- 
rere:  propterea  patemitatem  veslram  afTectiiose  rogamus,  qua- 
tenus  velitis  nostris  precibus  super  expediciono  huiusmodi  dis- 
cretis  A.  de  SolerJo,  utriusque  iuris  professori,  sive  Ä.  de  Cum- 
bis,  canonico  Barcbinonenst,  existentibus  in  domo  reverendi 
archiepiscopi  Terrachonensis  sive  Galcerando  de  Barberano,  ca^ 
nonico  Barchinonensi,  aut  alü  in  ecciesia  Barchinonensi  comit- 
tere  vices  vestras,  coram  quo  dictus  Bernardus  facilius  compa- 
rere  et  expedire  potent  factum  siium  ,  ,  .  Dat.  Barchinone 
IX.  kalendas  Octobris  anno  predicto  [MCGCXIIIJ. 

Barcelona,  Archiv,  Keg.  241  f.  50  v.  Es  folgt  ein  Schreiben  Jay mes 
in  deraelbea  Sache  an  dea  Erzbischof  von  Tamgona,  den  er  um  seine  Be- 
fOrwortong  angeht. 

2S2.  Legatloi  des  Enblsehofe  Oaston  Ton  Tamtgroiui  «n  den  PKpflt 
n.  ■.  Ii  Sachen  des  fintseheldes  Über  die  TemplergBler  in  An- 
fonlem.    (1313)  Noreniber  28  (bis  1814  April). 

KOnig  Jajme  an  den  Erzbischof:  Der  Archidiultonus  de  Guarga  be- 
richte, dafi  der  Tascnlanas  sieh  sehr  gewandert  hübe,  dsB  Vidal  von  Villa- 
novs  xa  Hichaelis  nicht  gekommen  sei.  Der  Papst  wQrde  Dber  die  Qllter 
schon  bestimmt  hüben,  wenn  nicht  andere  drllngende  GeschAfte  vorittgen. 
KOrslich  habe  er  den  Archidiakon  noch  einmal  beiseite  genommen  nnd  ge- 
sagt: Paps  torbsbatar,  quia  nos  non  penDittebamns,  quod  ipse  posset  de 
bonis  dicti  quondam  Tempil  in  regnis  et  terris  nostris  consist«DtibDB  Itbere 
ordinäre.  Der  Prokurator  hsbe  aof  die  frühem  Erklfirungen  hingewiesen, 
der  Tnacnlanns  aber  gesagt;  Dominum  papa,  quantum  est  in  eo,  habet  ne- 
gocinm  pro  condnso  et  intendit  prononcisre  et  omnino  contra  nos.  Der 
Kfinig  bittet  den  Enbischof  fUr  sich,  als  intimster  Freund  des  königlichen 
Haoaes,  mit  dem  Kardinal  zu  sprechen,  ninht  offiziell,  1313  Dezember  4. 
Reg.  837  f.  204  v,  205, 

Ein  paar  Monate  spttter  achreibt  der  KQnig  an  den  Erzbiechof:  Er 
habe  zwei  Briefe  von  ihm.  Ein  Zettel  habe  den  Inhalt:  In  secreto  signifi. 
caatis  nobis  pspsm  super  facto  bonomra  Tempil  non  fuiese  adhnc  vobis 
locotnm.  Tnscalanos  habe  nnter  anderm  sich  angeboten:  Qnod  si  nobis 
placeret,  ipae  et  vos  sine  domino  papa  compnneretis  inter  vos  et  Hospita- 
larios  super  dictia  bonis.  Auf  einem  sodem  Zettel  erkläre  der  Erzbischof, 
da&  es  gut  sei,  jetzt  andere  Gesandte  zu  schicken,  wse  der  König  ablehnt. 
Durch  die  frQhem  Gesandten  fuit  quidem  modus  per  ipsum  dominum  papam 
expresaoB  '  pro  securitate  nostra  et  regni  nostit,  qni  es  ordinacione  ipsius 
domini  pape  fait  nobis  per  dictos  nuncios  in  secreto  relatns.    SJcqne  modnm 

15* 


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226  Uriefc.  Reden  und  GulacWii. 

illum  vobia  retferre  non  posauinus,  set  pretibstoH  dominus  Tusculanua,  qni 
plene  de  illo  informalus  ••at.  von  inde  .  .  .  informabit.  Dem  Vitalia  halw 
der  Pnpat  dnn  nenc  Kloster  in  \'nleiiciH  zngeetanden,  das  ICK)  Mark  jibrürh 
den  Hofipilalitem  znhien  aolle.  Er  habe  beide  VoTschlitge  nicht  sogenom 
men.  Dat.  Valencie  XI.  kaleottu  Maren  a.  d.  MCCC  tercb  decimo  <13I( 
Febniar  19),     E^.  337  f.  210v,  211. 

13%.  KSolff  Jafmc  IL  an  ErzblBcbof  Gaaton  Ton  TarraKOB«;  XaeJi- 
iieht«B  Ton  der  schwer»  ErkrankDXK  des  Papstes.  TalenHa 
1S14  April  10. 

Recepimus  noviter  litterain  vestrani,  quam  misistis  nobis 
per  quamque  nobis  significastis,  sanctissimum  dominum  suni- 
mum  püntiflcfm  gravem  et  fortem  discrasiam  habuisse,  cuius 
pretextu  cum  aliquihus  cerlis  cardinalibus,  quia  terra,  qua  est. 
sibi  non  conipetit,  versus  Vnscnniam  dlrigit  gressus  suos,  Car- 
penlorate  curia  reinanentc  usque  ad  aliud  apostoiieum  manda- 
tuni.  Ob  cuius  discrasie  causam  et  curie  turbacionem  nullus 
Aiit  loqutus  nee  vos  curastis  loqui  domino  pape  nee  alii  de 
negocio  bonorum  ordinis  quondam  Tempil  .  .  .  Dat.  Valenrie 
IUI,  idus  Aprilis  anno  domlni  MCCOXIUl. 

Harcelona.  Archiv.  Reg.  337  f.  219.  Im  folgenden  Briefe  wird  knn 
der  Tod  des  Papatee  erwähnt. 

i'H.  Aus  einer  t^hrlft,  iu  der  enthalten  iHt:  qnattl  eireelai'  im|uUi- 
eionJti  bonerum  Tempil  re^nl  Taleaete.  (Untersnebnnr  Bber  die 
VertTHltnnK  des  Templerlietilt^es.)    (Zelt!) 

Videtur  inquisitnrihtis.  quod  Bemanjus  de  Libiano  dpfece- 
rit  in  sequentibus. 

Primo  tempore,  quo  fecit  inventarium  de  bonis,  que  rp- 
cepit  in  Castro  de  Peniscola,  non  fecit  mensurari  sal,  qnod  erat 
in  domo  .  .  . 

Item  dictus  Bernardus  non  dat  in  seriptis  suis  quedam 
bona,  qiie  habuit  ultra  contenta  in  suo  inventario.  Que  qui- 
deni  bona  recuperavit  per  inquisicionem,  quem  fecit  de  nian- 
dato  doniini  rsgis,  prout  dicti  inquisitores  postmodum  invene- 
ninl  per  librum  inqutsicionis  inde  facte  per  ipsum  Bemardum. 
De  quo  libro  non  fuerat  facta  meneio  per  dictum  Bemardum 
ipsis  inquisitoribus,  quem  librum  vobis  mittemus  simul  rum 
aliis  libris  inquisicionnm. 


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Nr.  124.    (Zeit?)  229 

Multe  res  et  peccunia  et  retiquie,  que  fiierunl  invente  in 
quadam  barcKa,  in  qua  fugiebat  frater  Petrus  de  sent  Just, 
comendafor  Peniscole,  optime  fuerunt  invente  Juxta  confessio- 
nem    ipsius  comendatoris,   qui  predictas  res  secum  asportabat. 

Contra  Bernardum  de  Spelluncis  .  .  . 

Item  vendidit  redditus  de  Peniscola  per  unnuiri  pro  X 
milibus,  quos  anno  precedenti  vendiderat  pro  XIII  milibus  et 
sie  fuerunt  venditi  minus  lU  mili-  sol.  Et  dictus  Beruardus 
dicit,  quod  habuit  facere  dictam  vendicionem  .  .  .,  cum  uiultum 
indigeret  peccunia  pro  provisione  fratrum.  Attamen  ipsi  fratres 
dlcunt,  quo<:l  male  respondebatur  eis  de  provisione.  Dabat  eis 
pannum  ad  induendum  u  sobremesa.  Itaque  pannus,  cuius 
uina  valebat  X  vel  XI  sol-,  mitebatur  eis  pro  tresdecim  vel 
XIIII  sei. 

Item  quod  expense  fuerunt  facte  immoderate  in  domo 
Templi  Valencie,  quantum  ad  custodiam  eorum,  cum  essent 
continue  comedentes  de  XX  ad  XXX  personis. 

Contra  Petrum  de  Gilida",  quod  recepit  CCL  sol.  a  priore 
Dertasensi  et  ipsos  dedit  fratri  suo  Templario  de  inandato  dicti 
prioris.  Et  ipsos  CCL  sol,  non  revelavit,  donec  Kebat  inqui- 
sicio  contra  eum  per  dictos  inquisitores.  Et  Fuit  in  culpa,  cum 
esset  preconizatum,  quod,  quicunque  teneret  de  bonis  Tempil, 
deberet  ea  manifestare. 

Item  quod  emit  CCXCIIIl  arietes  a  cpniendatore  Penis- 
cole tempore,  quo  iain  inteliexcrat,  quod  fratres  Templi  capie- 
bantup  in  regno  Francie,  ut  est  confessus.  non  tarnen  aduch 
capiebantur  in  parlibus  istis. 

Item  est  üima,  quod  est  ditatus  de  bonis  Templi  .  .  . 

Contra  GuiDelmum  Flore^-  ...  est  fama  .  .  .,  quod  habuit 
unum  farsellum  raube  bonorum  Templi  . : . 

liarcelonft,  Archiv,  TempUrios  Nr.  IT.  Or.  Pap.  2  Siegeliestc  Die 
beiden  Braten  Verden  in  den  Jahren  1308  und  1809  Öfter  als  Verwalter  von 
Templiirbesite  gananiit.     Die   libri  inquisicionnm  fnnd  ich  nicht. 

a   Hit  AbkOnangwtrtch. 


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n.  Aragonesische  Gesandtschaftsberichte 

vom  allgemeineii  Konzil  von  Vienne 

sowie  Antworten  des  Königs, 

1311  und  1812. 


1S->.  InijtruktloDeii  und  Informationell  fttr  die  Gettandten  KSiür  JafSf» 
nii  das  Genersikonzll  Ton  Vienne :  Tenpreehen,  dem  Papst?  M 
der  Kirchenreform  zn  helfen;  Erinnerung  an  die  Zasagt  des 
Papstes  betr.  Schatz  der  Enge  ron  Gibraltar;  Vrateile  etoer 
^trennten  KrenKfobrt  naeh  Granada  «nd  Marokko  sowie  Pali- 
stlna;  Genelfrthclt  Jajmes,  den  Papst  anoh  bei  letzterer  n 
nntersttttzen ;  Klagen  Aber  die  derlei  nxorati;  Znsa^  derüater- 
stUtznng  der  pKpstlleben  Fordernngen  in  der  TempierfragTi  '^ 
weit  die  Personen  In  Betracht  kommen;  ^«hildemng  der  be- 
Mndeni  Stellung:  Aragonlens  In  der  OUterft«^;  Ablebnaif  elaer 
Ansliefernng  der  Templer^ltter  an  die  Hospitallter  nnd  Viasrh 
naeh  GrUndung  eines  nenen  Kitterordens. 

In  einer  besondem  Infonnation  irird  die  Xotnendl^Ht. 
NUtzllehbelt  nnd  Anssicht  eines  Krenzzn^es  naeb  Graaada  u»- 
gelUhit  nnd  die  momentane  nlrtsehaftliehe  nnd  soziale  i^ge 
Granadas  geschildert    (1311)  September  S. 

Con  , . .  senyor  papa  entena  a  ordenar  en  lo  dit  coiicili  sobrel 
fet  dels  Templers  e  sobrel  passa^e  contra  Sarrahios  e  sobre 
ia  reformacio  del  stametit  universal  de  santa  esgleya:  iassia 
que  en  urde  sia  posat  ala  derreria  lo  fet  dela  reformacio  del 
stament  universal  dessudit,  diguen  aaquest  primerament,  que. 
con  tots  los  concilis  fets  sobre  a(;o  sien  fets  e  agfen  presa  fori:a 
per  auctoritat  dela  santa  esgleya  de  Roma,  orden  en  aco  (o 
dit  senyor  papa,  qm  es  cap  e  maior  dela  dita  sanla  e^leya,  cu 
que  lin  placia,  c  entant  con  lo  tractament  e  consentiment  de 
part  del  dit  senyor  rey  ha  sia  mester,  los  dits  missatgers  offiren 


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Nr.  1S6.    (1811)  S«ptMDber  6.  2Sl 

si  aparejlats  de  tractar  e  consentir  per  pari  del  senyor  rey, 
segons  que  sera  faedor  •}. 

Apres  donada  eleccio  al  dit  senyor  papa,  de  quäl  dels  II 
fets  altres,  go  es  dels  Templers  o  del  passatpe,  li  parten  priDie- 
rament,  si  lo  senyor  papa  eleg,  que  li  parlen  primerament  del 
passatge,  mostrenli  la  brormacio,  quel  senyor  rey  ha  feta  *), 
per  laqual  se  demostra  lar^ment,  qual  es  lenteniment  del 
seDyor  rey  sobre  a^:  e  quant  es  necessari  e  quant  vol  e 
desi^  io  senyor  rey,  que  Ihesu  Christ  sia  servil  e  la  esgleya 
de  Deu  bonrada,  maiorment  en  lo  temps  daquest  senyor  papa 
per  enantantent  faedor  contra  los  enamicbs  dela  fe.  En  la 
qual  informatio  es  lon^ment  la  niBnera  e  eis  lochs  e  les 
rahoDS,  per  que  es  pus  necessari  e  pus  util  fer  lo  dit  enanta- 
ment  en  unis  lochs  que  en  altres,  e  fassen  lur  poder,  quel 
senyor  papa  vega  e  entena  la  dita  informatio . .  . 

Apres  la  enformatio  de!  conseyl  general  damunt  dit,  per 
la  qual  appar,  que  a  profit  evident  de  la  conquesta  dels  Moros 
es  necessari,  quel  regne  de  Granada  no"  sia  levat:  diguenjos 
missatgers  al  senyor  papa  en  special  enformatio  dela  con- 
questa del  regne  de  Granada ,  quel  noble  en  lacpert  de 
Castellnou  %  no  per  part  del  senyor  papa,  segons  que  dix, 
mas  axi  com  per  si  matex,  esters  ab  licencia  del  senyor  papa, 
dix  al  senyor  rey,  que  el  senyor  papa  entenia  tenir  per  111 
ans  lo  pas  del  estret  ala  sua  messio  e  provehir  ala  guarda  de 
Tariffa  e  del  munt  de  Gubaltari  *).  e  a^o  faria  de  la  decinia 
de' los  rendes  ecclesiastlcats  dels  regnes  de  Castelia  e  de  Por- 
tugal e  ab  algunes  altres  coses,  quel  dit  en  lavperl  demana, 
ab  que  lo  rey  de  Castelia  entras  en  lo  r^ne  de  Grauada  per 
fer  mal  iina  o  dues  vegades  cascu  dels  dits  III  ans,  e  que 
encara  daria  al  senyor  rey  Darago  la  decima  deles  sues  terres 

n   So  itegietei  atatt  ne. 

')  Seine  UDUrwOrftgheil  unter  den  Papst  in  kirchlichen  Dingen  be- 
tont der  KSnig  aaeh  sonst  in  besonderer  Weise. 

*)  Vgl.  unten. 

')  Dieser  phanlasievolle  Sptuiier  scheint  efter  seine  Auftraggeber  nach 
aeinem  Wunsche  veratanden  lu  h>b«n 

')  SpSter,  13ir>,  kam  es  zur  GrUndung  einur  ki'rchlii^h- militari  schon 
Gesellschaft  £ur  Ausflthrang  dieser  PIftne. 


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282  Berichte  ubw.  voro  KtMucil  von  VieDoe. 

per  los  diu  III  ans  per  aiuda  deles  niesaions  dela  guerra  contra 
lo  r^ne  de  Granada  .  .  . 

Auria  hi  cncara  altra  via  pus  hoorada  e  pus  profitosa 
a)  fet,  e  en  la  qual  seniblaria  mils,  quel  senyor  papa  ht  teogues 
les  mans,  ^-o  es  quel  senyor  rey  entras  personalmenL  una  ve- 
gada  lan  per  fer  mal  en  lo  dit  r^^e.  Ala  qual  cosa  seriai 
mester  II  inill.  cavalls  armats  e  V  alforrats  >)  e  a  aquesl  fet 
aytant  .  .  .  posen  los  dits  raissatgers  en  arbitri  ...  del  senyor 
papa,  quant  li  hauria  ops,  e  u  a^o  demanassen  gracies  copio- 
ses  al  dit  senyor  papa  .  .  . 

Encara  agen  en  memoria  los  dit  missatgers,  que,  si  per 
aventura  era  acordat  ßnalment  per  lo  senyor  papa,  quel  pas- 
satge  se  faes  en  oltra  mar  e  no  de^a  per  Espanya,  e  sobre 
a^o  lo  senyor  papa  volia  saber  dels  missatgers,  que  hi  Taiia 
lo  senyor  rey:  diguen  al  dit  senyor  papa  la  bona  volentat  e 
acabat  proposit,  quel  senyor  rey  ha  de  servir  en  aquestes  fets 
Ihesu  Christ  e  la  santa  e^leya  e  el  senyor  papa  ...  E  liasta 
aaco  aquesta  i'esposta  en  general  per  ^o  lo  passatge  doltramar 
es  lant  gran  fet  e  requer  tanta  dilatio,  que  be  enten  lo  senyor 
rey,  que  sen  vega  personaJment  ab  lo  senyor  papa  .  .  .  *) 

Apres  demonstren  los  raissatgers  al  senyor  papa,  si  troben, 
quels  altres  princeps  o  lurs  procuradors  entenen,  qaen  degen 
parlar,  en  qua!  manera  se  seguex  gran  embarch  de  iusticia  per 
los  clergues  conjugats  la  major  partida,  los  quals  no  ab  enteni- 
raent  de  vivir  clericalnient  mes  que  altres  lechs  ans  n^ociegoi 
publicament,  usan  de  tots  ofßcis  mechanichs,  e  per  subterfuger* 
pena  a  ells  deguda  per  los  crinis,  que  fan,  prenen  Corona,  .  ■  ■ 
que  puguen  esser  puiiits  per  jutges  seglars,  ho  almeyns  que  sl 
faija  algun  temprament,  com  sen  seguesquen  molts  escandels'). 

b   Ob  statt  snbterfugir? 

')  Afoirado  helQt;  ohne  Gepäck,  leicht;  wohl  Gegeomti  zur  R«itsnj. 

-)  Es  folgen  nun  andere  politiache  Dinge,  zun&chst  die  Frag«  der  Er 
oberang  Sardiniens  und  Korsikas.  Der  König  habe  Gesandte  an  die  ESoige 
Robert  nnd  Friedrich  geaandt,  um  ihre  Aneichten  zu  hSreu.  Dann  di«  oft 
wiederkehrende  q)aniBoh-fraDzOBi8che  Streitfrage  ^ea  Val  de  Anta. 

°|  Es  folgt  dann,  dafi  schon  in  Hontpellier  Jajne  II.  dem  P>p<t« 
seine  Verwunderung  ausgesprochen  hatte,  dafi  kein  Kstalottier  oder  AngoBcer 
Kardinal  sei ;  empfiehlt  dringend  den  Bischof  von  Valencia, 


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Nr.   125.     (1811)  Sapt«mber  6.  833 

Sobrel  fet  dels  Templars  diguen  al  senyor  papa,  que  quant 
ales  persones  dets  enten  )o  senyor  rey,  quel  senyor  papa  hi 
ordenara  e  hi  enantara  s^ons  raho  e  justicia,  per  que  plau 
al  senyor  rey  v»  quel  senyor  papa  ne  voira  ordonar  e  fer. 

Quant  als  bens,  qui  foren  del  ordc  del  Temple,  enten  lo 
senyor  rey,  que,  qualque  ordinatio  se  fa^a  daquells,  aquell 
senyor  rey  cobre  e  haia  tes  messions  e  dispeses,  les  quals  ha 
fetes  per  pendre  e  occupar  a  sa  nia  los  bens,  quel  dit  orde 
havia  an  la  sua  terra. 

E  con  segons  les  diverssitats  deles  donacions  fetes  en 
diversses  regnes  e  provincies  del  nion  dels  bens  del  Temple 
(lega  esser  djversa  la  ordinacio  en  aquells  bens  faedor,  lo 
seoyor  rey  enten,  que  esguardades  les  condicJons  e  formes, 
sots  les  quals  les  bens,  quels  Templers  havJen  en  la  senyoria 
del  senyor  rey  segons  raho  e  iusticia,  que  tals  sien  les  preso- 
nes,  les  quals  auran  e  tendran  los  dits  bens,  en  les  quals  lo 
seoyor  rey  e  eis  seus  agen  e  puguen  aver  abtament  aquells 
serveys  e  Servituts  e  aquelles  regalies  e  drets,  tes  quals  lo 
senyor  rey  e  eis  seus  han  hauts  e  custumats  haver  en  )os 
Templers,  mentre  tenien  aquells  bens,  e  que  les  dites  persones 
sien  naturals  del  senyor  rey,  segons  que  eren  los  Templers, 
dela  sua  terra  . .  .  Per  que  suppliquen  les  dits  missaigers  al 
senyor  papa,  .  .  .  que,  abans  que  eil  orden  dels  dits  bens, 
vuyia  escoltar  lo  dret  e  les  rahons,  quel  dit  senyor  rey  ha  .  .  . 

.  .  .  Agen  en  memoria  los  dits  missatgers,  que  les  dits 
beQS  foren  donats  per  les  predecessors  del  senyor  rey  al  oide 
del  Temple  a  defensio  dela  esgleya  Occidental  e  a  offensio  e 
impugnacio  dels  Sarrahins  Despanya  en  temps,  que  la  major 
partida  dela  terra,  que  ara  ha  lo  senyor  rey,  era  en  poder  de 
Sarreihins ... 

Agen  en  memoria  los  missatgers,  que,  sil  senyor  papa 
enlenia  ordenar,  que  les  t>ens  del  Temple,  qui  son  en  la  terra 
del  senyor  rey,  fossen  donats  a  algu  orde  de  cavalleria  fet  o 
faedor,  que  no  consentissen  en  neguna  manera;  que  fossen 
donats  al  orde  del  Espttal,  per  tal  com  depuys  no  sen  serviria 
tan  be  lo  senyor  papa  ne  la  santa  esgleya  no  lo  senyor  rey 
per  lorguyi,  que  haurien,  e  val  mes,  que  ara  sien  ab  <^  que 
han   a   servey  dela  santa  esgleya  de  Roma  e  del  senyor  rey, 


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884  b«ricltte  uavr.  vom  KdsejI  von  Vienn«. 

que  si  per  superfluitat  dels  dits  bens  exien  de  maoera  e  de«- 
conexien  lo  princep  de  ta  terra.  Encara  que  no  consentisseii 
en  lorde  Ducles '),  com  no  sia  eslament  covinentinent  ngkl 
Mas  si  al  senyor  papa  plahia,  be  consentiria  lo  senyor  rey. 
que  fos  Tet  un  tiiaestrat  del  orde  de  Calatraua  en  la  terra 
del  senyor  rey,  lo  quäl  orde  devala  e  es  pres  del  orde  da 
(.istell,  qtii  es  sant  e  bo,  e  per  a^o  viven  en  bona  regia  e 
^anta.  E  quells  [rares  del  dit  maestrat  visquessen  sots  )a  dit» 
regia,  no  einpero  que  fossen  en  res  sotmeses  ne  a  correeeio 
e  visitacio  del  niaestre  ne  dela  casa  de  Calatraua  de  Castella. 
mas  que  fos  sotmes  a  correeeio  e  visitacio  del  covent  de] 
inonastir  de  Granselva  o  de  Fontfreda  ■)  del  orde  de  <  istell.  los 
quals  monastirs  son  honrats  e  bons  e  antichs  . .  . 


Tenor  Butem  informationis  tradJtc  nuncüs  supradictis  super 
tiicto  guerre  cegni  Granate  .  .  ,  Quod  utiliiis  sit  intcndere  ad 
destruccionem  inHdelium  per  diversas  partes  quam  per  unam. 
Süquentibus  racionibus  apparere  videtur. 

Prima  est,  quia,  quod  a  diversis  partibus  agreditur  vil 
expugnatur,  facilius  capilur  vel  invaditur,  sie  quando  Sarni- 
ceni  viderent  se  agredi  per  duas  partes,  et  tererentur  et  debili- 
tarentur,  quia  non  possent  sibi  mutuo  prestare  ausilium,  ut 
eonsueverunt  facere ;  et  per  consequens  ad  consumpcionem  fa- 
cilius pervenirent. 

Alia  racio  est,  quia  niulto  maior  multitudo  ßdeiiuni  inci- 
taretur  ad  devocionem,  quando  viderent  fieri  passagiuni  quilibet 
in  parte  sibi  contigua  et  opportuna  quam  in  parte  reniota  et 
non  opportuna  et  facilius  ac  possibilius  possent  sufticere  sumptitus 
faciendis  nee  haberent  excusacionem  tegitimam  apud  Deum  et 
homines,  sicut  si  fieret  passagium  in  parte  distanti. 

Tercia  racio  est,  quia  pericutosum  est  multas  g^tes  el 
diversas  et  in  ritibus  suis  quasi  omnino  contrarias  simul  coo- 
gregare  et  sub  uno  principe  gubemari,  et  si  sub  diveras  priu- 
cipibus,  iam  maior  inconveniencia  sequeretur. 

')  DieH  Geraeinscbaft  existierte  nur  io  Spanien. 
*l  Grandiesitva  und  Fonsfrigidos,   zwei    der  bekunnteatea  Cisterciw- 
BerkJöBter. 


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Nr.  12e.    aSll)  September  6.  385 

Quarta  est,  quta,  s\  passagium  per  unam  partem  Irü- 
tum  fieret,  impossibile  esset  victuaJia  et  cetera  necessaria  tante 
multitudini  posse  sufTicere,  sicut  hoc  iam  in  aliis  passagäs  est 
probalum,  ut  in  istoriis  invenitur,  quia  inflniti  occasJone  huius- 
inodi  perterunt. 

Quinta,  quia  quelibet  pars  quadam  bona  einulacione 
conaretur  ad  proficiendum  et  siium  proposituin  cum  perse- 
verancia  prosequendum. 

Set  quod  expediat  ante  omnia  Sarracenos  de  Granata 
primitus  extirpari,  patet  racionibus  satis  claris :  propter  negocii 
facilitatem  et  ipsius  necessitatem  et  evidentem  utilitatein. 

Propter  facilitatem,  quia  iiulli  sit  dubium,  quod,  si  domi- 
nus papa  voluerit  faciem  ronvertere  ad  negocium  de  Granata, 
infra  tres  annos  ad  plus  erit  certissiine  subiugata.  Et  esset 
possibile  infra  duos  vei  unum,  videlicet  si  devincerentur  Sarra- 
ceni  in  hello  campestri  in  loco  convenienti,  ubi  non  pos[s]ent 
confugere  ad  montana,  sicut  accidit,  non  est  diu  '). 

Ad  ordinacionem  cuius  negocii  expediret,  quod  viginti 
gatee  armate  continue  tene[re]ntur  in  sti-icto  de  lubaltari,  que 
prohiberent,  ne  victualia  vel  gentes  possent  circa  transferri. 
Deinde  r^es  Ara^onum  et  Ca^telle  non  curarent  piimo  anno 
obsidionem  teuere,  nisi  blada,  fructus  et  bestiaria  devastare  et 
facere  bellum  campestre,  si  sc  opponerent  Sarraceni.  Secundo 
anno  facerent  illud  idem.  Tercio  obsiderent  loca,  que  eis  vi- 
derentur  obsidenda,  licet  certissime  teneatur,  quod  pauca  erunt, 
quia  in  isto  medio  tempore  multa  loca  cupientur  et  se  reddent 
'  dislrictu  faniis,  cum  terra  illa  sit  sterilis  in  maiori  parte  et 
infinite  gentes  permaneant  in  eadem. 

Quod  sit  summa  necessitas,  quod  Sarraceni  de  Ispania 
extirpentur,  nimis  palet,  quia,  quod  fuit,  esse  potest,  maxime 
si  in  regno  Marrochitano  esset  rex  potens,  ut  consuevit  ^).  Iam 
enim  per  iltam  partem  fuit  tota  Ispania  subiugata  et  fuisset 
in  magno  periculo  temporibus  nostris,  scilicet  regnarite  Abenia- 

']  Anspielung  auf  den  Kampf  des  Jahres  1S09  bei  der  Expedition 
Dach  Almeria. 

^  Bei  der  Legatiou  des  Jahres  1310  heißt  es  in  der  Rede  des  Bischofs 
Fondiüs  von  Lerida:  Bes  Mmroclui,  qui  eet  potentiBsinius,  nun  at  comu- 
niter  fertnr,  tontum  potnat  dictae  rex,  qnontum  Soldflnus  Bahilonie. 


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SS6  Bericht«  Uaw.  vom  Kotizil  von  VieoD«. 

cob,  niäi  Deus,  qut  sua  booitate  cuncta  providcl,  iUuni  iii 
obsidione  civitatis  de  Tirimt;«  '),  que  novem  iinhis  duravit  lau- 
ter occupasset. 

Quanta  vero  danipna  eL  dispendia  atque  opprobria  äusti- 
nuerit  Ispania  per  Sarracenos  regni  Granate,  valdc  difQcile  esset 
scribere  vel  narrare.  Set  uiiuin  non  est  ommiiteiidum,  quia  Te- 
raeiter  potest  dici,  quod  inaius  detrimentuni  recipit  hodie  tides 
Christi  per  Sairaceiios  predictos  quam  per  onmes  alios  liüius 
mundi.  Et  hoc  est  propter  adherenciaiii  et  commixtioDem. 
quam  habent  continuam  cum  Christianis,  et,  quod  est  dolen- 
dum,  fertur  a  fidedignis,  quod  in')  civifate  Granate,  ut» 
morantur  fere  duccnta  miiia  personarum,  non  invenirentur 
quingenti,  qui  sirtt  Sarraceni  de  natura,  quin  aut  ipsi  Tuaint 
Christiani  vel  habuerint  patrem  aut  matrem,  avum  vel  aviam, 
proavum  vel  proaviam  christianuni  vel  christianani.  Et  sunt 
in  regno  Granate  bene  quingcnta  milia,  qui  fidem  calolicam 
negaverunt  et  sectara  Mahometicam  insaniter  asumpseruiil. 

Et  creditur  tirmiler,  quod  in  r^no  predicto  ultra  trigiuta 
millia  Christiani  tcnentur  miserabilitei-  captivi.  Preterea  utili- 
tas  pennaxima  sequeretur,  quod  canes  rabidi,  qui  non  ^Inni 
ferociti-'r  sei  turpiter  diucius  in  vituperium  masimuni  univer- 
salis ecclesie  Ispaniam  deffedaruiit,  de  isto  aogulo  extirpenlur 
et  recuperet  suam  heredilalem  ecctesia  sancta  Dei  .  .  . 

Nee  dubitet  dominus  somnius  ponlifex,  quod,  quamdia 
Sarraceni  remanebunt  in  ispania,  niaximum  prestabunt  irape- 
dimentum  passagio  generali,  quia  nee  bono  modo  de  regibus 
Ispanie  nee  eoruin  gentibus  poterit  se  iuvare  nee  equos  etplura 
alia,  que  in  Ispania  retipiuntur  passagio  necessaria,  convenienler 
habere. 

Quod  sit  etiam  utilitas  negocü  generalis  regnum  Granate 
ante  omnia  subjugari,  non  dubitet  aliquis  sane  mentis,  quia. 
qui  fideliter  et  utiliter  voluerit  intendere  ad  vindicandum  san- 
guinem  Ibesu  Christi,  si  passf^ium  habeat  lieri  per  uoam  vel 
duas  partes,   per   istam  de  Ispania  ftet  semper  facilius,  possi- 


.')  Jetzt  Tlemeeeo,  nahe  der  msrokkaDisohen  Orenza. 
*)  IMeea  Stelle  scheint  mir  vor  dlem  ftlr  dEe  Geschiehte  Ate  Min^ 
lingnresenB  von  großem  Intereaae  zn  Min. 


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Nr.  126.     (ISIII  l^epUmbei-  6.  iül 

biliiis,  utilius  et  cicius  quam  per  aliam  partem  mundi,  sicut 
veris  racinnibus  apparebit : 

Primo  quia  transilus  multum  brevis  sicul  unius  fluminis, 
in  omni  alia  vero  parte  difficitis  et  remotus.  Secundo  quia 
victualia  in  illa  parte  sunt  in  magna  habundantia  et  equi  et 
arma  et  cetera  breviterque  sunt  ad  tale  negocium  necesatria. 

Tercio  multitudo  gentium  equestrium  et  pedestrium  aptarum 
et  non  delicatarum  ad  labores  bellicos  -^ustinendos  et  ad  populan- 
rlum  et  retinendum  statin)  terras,  que  dante  Domino  adquirentur. 

Quarto  quia  tanta  est  habilitas  passus  et  quasi  sine  omni 
iabore  et  gumptibns  respectu  .tliarum  parcium  pro  gentibu» 
venientibus  undecunque,  quod,  quantam  terram  capient,  tan- 
lam  poteruni  populäre  et  retinere  sine  detrimento  et  diminu- 
cione  exercitus  christiani. 

Quinto  quia  boni  cuUoris  est,  cum  campum  segetis  viilt 
colligere,  in  illa  parte  incipere,  que  magis  matura  est,  et  deinde 
per  ordinem  messem  seclare.  Sic  in  predicto  casu  re  vera 
pars  occidentalis  magis  abta  est  ad  subiugandum,  quia  est  in 
magna  divisiom.'  et  notabili.  Kt  apiid  Marrochium  rex  inutilis 
omnino  et  ibidem  a  parvo  tempore  pi"opter  guerras  et  sedi- 
ciones,  que  inter  eos  fuerunt  et  sunt,  gentes  plurime  consiimate; 
quam  ob  rem  in  brevi  prosperaretur  dante  domiiio  in  illa 
parte  exercitus  Christianus.  Et  deinde  procedendo  versus 
orientcm  per  maritimuro  semper  adhereret  insulis  Christianorum 
scilicet  Maioricensi,  Minoricensi.  Sardinie  et  Sieilie,  de  quibus 
haberentur  a^sidue  yictualia  et  refrescamenta  et  gentes  ad 
Tortificandum  exercitum  antedictum  et  patrias  populandas  et 
(lemum  adquirendo  posset  ad  Terram  Sanctam  auxiliante  do- 
mino  perveniri. 

Barcelona,  Archiv,  Hegiater  886  f.  63-R8,  Schon  ini  Februnr  1309 
hiMe  der  Bischof  Ponciua  von  Lerida  mit  Bernart  de  F'onollario  ala  Ge- 
sandlB  bei  ClemeDS  V,  in  einer  nuafUhrltchen  Rede  mit  geeohlchtlichen  ROck- 
bti^en  den  Kreuziiug  gegen  Uranada  mit  Rücksicht  auf  das  kommende 
Konzil  empfohlen.  (Reg.  33,5  f.  25>^.i  Es  folgte  der  nicht  aehr  glackliche 
»Mzug  gegnn  Almeria.  lHl(t  im  Mflrz  warb  Vldal  von  Villanova  »jeder 
bei  Clement  V.  (Reg.  335  f.  850.)  Peraönlichkeiten  und  Zeit  obiger  Ge- 
aandtechaft  sind  bestimmt  durch  folgende  Notizen  (Reg.  336  f.  571 :  Legatio 
comiesa  nobili  Petro  de  Queralto,  Petro  Bo;]  nrngistro  rationali  et  Gnillelmo 
Onlonutrii  indici  curie  ad  dominum  papam  et  ad  intereHHendum  rancilio  ge- 
nerali, quod  nunc  celebrare  debet  ipse  dominus  papn.    - 


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Ö88  beriobte  usw.  vani  Konzil  von  Vienne. 

Stmctistimo  ne  revereDtisainiD  in  Christo  piitri  ac  damlno,  domino 
Clement!  .  .  .  pontifif^t  lacobus  Deigmcia  rex  A.raganum  .  .  .  pedum  o«nda 
beatorum.  Cum  iaxta  exorUtionem  vestram,  pat«r  Moctiseime,  iam  pridem 
per  apoatolicaa  litteras  nobia  factam  uniTersali  concilio,  quod  proiinm  cd^ 
brntari  esUs,  occnpati  maltipliciter  circa  negooia  regoi  nostri  peraanililer 
neqiiearona  adsMc,  ecce  qaod  nobilem  et  diecretoa  viros  Petrum  de  ^ntnltu 
niilit«m  ^  retnim  Bojl  nostre  cqrie  rBcionalein  magistnim  ac  öoillslmam 
Oulomarti  eiuBdem  eurie  iadicem,  consiliarios  et  familiäres  nostroa  dilectos. 
preaentiam  exhibibireB,  ad  pedca  eanetitatia  veatre  nomine  et  vice  nostra 
super  Iltis  et  aliie  plenarie  mittimuB  inforroatoa  .  .  Dat.  Barchinone  ¥111. 
idiia  Septemlria  flnno  domini  milleBimo  CUC  undecimo.  Z»  folgeo  dun  «M 
Reihe  Em pfehlungsach reiben  an  alle  Kardtiiüle,  Unter  den  folgenden  Brieftn 
ist  der  nncbetehendc  interessant,  Ansuheinend  nabm  Jakob  an,  dafi  Kar 
Gesandten  König  Heinrich  VU.  nnf  der  Reise  treffen  wßrden.  Ob  ioVieonP^ 
Jedenfnlla  haben  sie  keine  ZusammeDkaoft  mit  dem  römiachen  KQuig  ge- 
habt, Eicellenti  a[c]  magniffico  principi  Henrico  Dei  gracia  Romanoro« 
regi  illustri  lacobua  . .  .  rex  Aragonum  .  .  .  cam  tiatate.  Nobili  et  diwretia 
viris  .  .  .  familiaribna  nostris  dilectis,  presenciam  CKhibitoribus,  qaog  ad  . . . 
summnni  pontjtieem  et  ad  intei'esaendum  generali  concilio  destinamos,  qn^ 
dam  commieimus  magniflicencie  veatre  pro  parte  uostra  verbaliter  eiponend*. 
Suis  igitor  relatibus  fidem  velitis  et  placeat  indubiam  adhibere.  Dat.  Bar 
chinone  Vl!l.  idus  Septembris  anno  domini  MCCC  nndocimo.  Similes  . . - 
Margarite  Dei  gracia  Itoinaooruni  regine,  oonsangaittee  sue.  Ähnlieh  m 
Philipp  d.  Seh.,    Ludwig  von  Navarra,    Karl  ven  Valoie   und    Kdnig  Rohfri. 

1^  Die  Konxllsgraaudten  au  KShIk  Jnjuie  II.:  ADKesenbflt  dt» 
Papstes  nnd  \\eln  KardlnUe:  die  Knderii  GeraadtaelianeH  ttiltt 
noch;  Philipp  d. Sfb.  wird  nleM  vor  dem  30.  Xor.  koninra.  Er- 
Ominnjrerede  des  Papste»  am  18.  Oktober.  Audienz  bei  Cleueu  T. 
BegrtlGuugtirede  der  (■esandt«»;  Lob  der  PersSnllefakelt  drs 
Kttnigs  seltrnK  des  Papstes;  wlue  AbnelgOBf,  die  Erobenic 
Granadns  beim  Knuzll  Toranbringeii ;  die  franESsIsehea  nad  «;' 
llsehen  PrHIateu,  ron  denen  eine  KlrcbenproTlaz  mehr  Zekal 
zahle  hIn  ganz  Spanleu,  trollten  nnr  einen  Krenuag  ins  h.Iaai. 
Er  habe  nie  Juspert  von  Caxtelluon  einen  ZetanI  aas  dca  ff 
ulnchei)  Kelchen  Tür  TaiilTa,  <>lbraltai'  asn,  Engeaagt;  er  ge- 
tfHbre  nie  einen  Zehnten  ohne  Konsistoriam.  Ain  OdgMdta 
Tage  konnte  xie  der  Papat  wegen  Unfroliltielas  nieht  anhErti: 
fast  lUgllch  seien  Konsistorien.  Andlenz  beim  Kardinal  tm 
Beziers,  der  gar  nicht  an  eloen  Kreuzzng  fUr  die  niebate  Zd( 
glaubt  nnd  mitteilt,  warum  die  Kreuzzugsftwge  in  die  £•■'*■ 
katiousbnlle  gekoianieu  sei ;  seine  Anffassnug  Aber  das  Sfhieknl 
der  Templerguter.    Kardinal  Stephau  de  SuJsy  will  sie  aasker- 

c-   militem  »teht  hinter  Boyl,  gehSrt  aber  wohl  zn  Queralto. 


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ÜT.  126.    11311)  OktoW  2&.  239 

cbMu  Die  mftBgelMnden  KardlaUe  sUaben  nieht  «n  eine  Ver- 
artcllun?  deti  Templerordemi,  htEchHteiis,  dafi  «Inife  Iwatrafl 
nUrdni.  Bis  /.ar  Anknnft  de«  fkranzStjlRchfii  KOnlp«  wUrde  belue 
wlchtife  Entwheldiiiiir  hierin  Eetroffen.  Mo'ldleii  (ISH)  Okto- 
b«r3S. 

AI  molt  alt  e  molt  poderos  senyor  en  lacme  per  )a  graoiEt 
de  Deu  rey  Darago  elc.  En  P.  de  Qiieralt,  en  P,  Boyl  e  en 
G.  Olomar  humüs  servidors  vostres  besan  vostres  mans,  senyor, 
nos  comanam  en  vostra  ^racia.  Sapia,  senyor,  la  vostra  altea, 
que  som  en  Viana.  on  es  lo  senyor  papa  ab  molts  cardenals 
e  altres  prelats  de  sancta  csgleya  applegats  aqui  per  raho 
<)el  concili.  Esters  no  hie  ha  altres  niissatges  de  null  prmcep 
del  mon  sino  nos.  Es  enipero  ver,  que  larehabisbe  de  Bra~ 
jjana  '),  qui  ia  hie  havia  a  venir  per  si  matex "...  com  pre- 
tat,  diu,  que  hie  es  atressi  per  lo  rey  de  Portugal,  qui  hie 
tramet  un  cavaller,  loqual  encara  no  es  vengut.  El  bisbe  de 
Uai^ent  -I  diu,  quel  rey  F>ederic  hie  tramet  an  cavaller,  qui 
ab  eil  ensems  sera  per  lo  rey  Frederic  en  lo  concili.  Lo  rey 
de  Franca  deu  esser  en  Viana  a  la  festa  de  sent  Andreu  e 
nu  abans.  Lo  conciü  comenca  dissapte,  que  hom  comptava  XVIL 
kalendas  Nouembris.  En  lo  quäl  dia  lo  senyor  papa  parla  de 
les  III  rahons,  per  les  quals  vos,  senyor,  sabets,  que  era  appel- 
lat  lo  concili.  E  parla  prinieratnent  de!  fet  dets  Templers  e 
recomta  tot  lo  processi,  quis  es  fet  contra  ells  e  tot  lo  fet  dels, 
axi  co!n  es  passat,  e  domana  de  conseyl  tots  los  prelats,  en 
quäl  manera  hi  degues  enantar;  axi  que  ha  ordenat,  que 
translat  deles  inquisicions  sia  donat  als  prelats  e  exaniinat  lo 
fet.  que  hi  donen  lur  eonseil,  Enapres  parla  del  fet  del  pas- 
satge;  recfimtan,  com  seria  uecessaria  cosa  e  profitosa  enantar 
a  impugnatio  dels  enamichs  de  la  fe  e  daquesta  raho  di[x| 
molt  en  paraules  generals,  no  specifican  en  altra  manera.  De- 
puys  parla  del  estament  de  sancta  esgleya  de  co  quels  era 
mester  a  hon  estament  dels  e  a  conservatio  deles  lihertats  de 
la  esgleya  e  ordona,  que,  si  negu  prelat  havia  a  dar  pelicions 

rt    Hier  fehlen  ein  pfutr  Buchataben. 


')  Hutinua  arobiep.  BrachsrensiB  (Braga). 
-)  RcriuldtiR  oder  NicolftUB  ep.  Agrigentitiui 


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S40  tterictit«  ns«'.  vom  Ronzil  von  Vienn«. 

sobre  algu  cas,  qui  tocas  a  son  bisbat,  que  les  dooas  a  tres 
cardenals  a  a<;o  deputats.  Als  nos  feu  aquel  dia  ne  d^Hiy« 
nos  hi  ha  als  enantat. 

Encara  sapia,  senyor,  la  vostra  senyoria,  que  veem  1" 
senyor  papa  e  fota  a  eil  reverencia  e  recomeadacio  de  pari 
vostra  demanamli,  quens  donas  un  dia,  que  poguessem  l>  ab  eil 
dels  fels,  per  los  quals  yos,  senyor,  nos  havets  trameses.  C 
fom  ab  eil  al  dia  aa^o  assignat  per  el  e  volch,  que  abans 
li  parlassem  del  fet  del  passatge,  sobrel  quäl  li  dixem  e  ti 
supplicam  de  part  vostra  segons  la  forma  per  vos,  senyor,  a  iws 
donada.  e  encara  volch  oyr  la  informacio,  que  vos  nos  livras  söhn 
aqo  en  scrit,  e  moltres  -■  altres  rahons  dixem,  axi  com  Deus  nos 
dona :  per  les  quals  demonstram  la  gran  affeccio  e  bona  volen- 
tat,  que  vos,  senyor,  havets  en  aquests  affers,  e  com  molt  hi 
sots  covinent  esguardada  la  experientia  de  la  vostra  persona, 
qui  es  en  aytals  fets  provada  per  terra  e  per  mar,  mes  que  üv 
negun  princep,  qui  vuy  viva,  e  esguardades  encara  les  voslres 
gens  com  son  provades  en  avo  e  encara  la  vostra  terra  pw 
raho  dela  gran  maritima,  que  havets,  e  esguardada  encara  la 
auctoritat  dels  ofßcis,  que  vos  tenits  de  la  sancta  esgleya,  c 
moltes  altres  bones  rahons  hi  aportam.  Lcsquals  son  ab  Veri- 
tät e  lesquals  estaven  mils  a  dir  a  nos,  que  si  vos,  senyor,  le^ 
dixessets.  Offirem  de  part  vostra  a  aquests  affers  la  vostia 
persona,  a  laqual  no  perdonariets  en  res,  eis  vostres  gens.  e 
tot  (,-0  que  vos  hi  poguessets  metre,  e  demanans  '  esser  dtmat 
a  vos  tal  loch  en  aquests  affers,  quey  poguessets  servir  D(Ktre 
senyor  e  la  sancta  esgleya  e  el  senyor  papa  honradament  e 
ppderosament,  s^ons  queus  tany  '■.  Encara  com  vei^em  «i 
special  al  feyt  de  la  conquesta  de  Granada  per  les  rahon? 
contengudes  en  la  dita  informatio,  qne  vos,  seiiyor,  nos  dona> 
poscritrf,  venguem  en  noves  dels  paraules,  quel  noble  en  lacperl 
de  Casteil  nou  vos  dix,  que  li  havia  dites  lo  senyor  papa  en 
la  forma,  quel  dit  en  la^pert  les  retrasch  a  vos,  senyor,  c  nos 
les  portam  en  escrit. 

Ales  quales  coses  totes  dites  per  nos  respos  lo  senyor  papa 
molt  complidament.    E  primerament  loant  vos  molt  e  moslran 

b  Hwr  fehlt  wohl  pftrlar  oder  Ähnliches,     c  So  Or.      rl  Ob  ptr  *«""•' 


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Kr.  1S6.    IlSll)  OktoW  3S.  341 

Kran  afTecÜo  a  vos  e  ales  vostres  coses,  dix,  que  e]  tenia  en 
Verität  c  sentia  en  si  matex  de  tos  e  rieles  vostres  gens  <;o 
que  nos  naviem  dit,  e  que,  si  Deus  aportava  lo  feyt  del  paa- 
sntge  u  bon  acabament,  que  el  tos  hi  daria  tal  loch,  de  que 
vos  deuriets  tenir  per  ben  pagat,  e  que  en  aquests  affers  e  en 
tots  altres,  que  el  pogues,  se  tenia  per  dit  de  ntetre  enant  vos, 
senyor.  axi  com  qualsevol  altre  de  sa  natio  e  de  son  pa- 
rentiu,  qui  Tos  en  lo  grau  que  vos  sots;  e  que  ago  ha  via 
posat  en  son  cor  e  metra  en  obra,  si  Deus  lin  dona  l[o]ch. 
E  axi  quanl  al  passatge  dix,  que  esperassem  los  aflers,  qui 
ara  comengaven,  e  segons  que  Deus  ordinaria,  si  fara  el,  e 
nos,  qui  y  sabrem,  ho  poreoi  veer,  si  a  Deu  plan.  Quant  al 
fet  de  la  conquesta  de  Granada  dix,  que  noii  era  semblant. 
que  faes  a  metre  en  concili  per  una  via  ne  per  altra,  per  tal 
com  ta  inaior  aiuda,  quis  poria  fer  en  algu  passatge,  seria 
dels  prelats  dels  regne[s]  de  Franga  e  de  Anglaternt,  on  la 
esgleya  ha  grans  rendes,  que  mes  leva  la  decima  de  sola  una 
pfovincia  daquelles  que  de  tota  Espanya,  e  quels  pretats  e  les 
gents  daquells  regnes  han  concebuda  tanta  devocio  en  lo  pas- 
satge de  la  Terra  Sancta,  que  non  escoltarien  negun  altre, 
entant  que,  con  lo  rey  de  Franca  e  el  rey  Karies  passaren  en 
Tunig,  dien  eis,  que  per  ago  lus  pres  tamal  <*,  com  no  passaren 
en  la  Terra  Sancta,  per  on  anar  havien  reebuda  la  creu.  Per 
ques  temia,  que  no  dixessen,  quel  rey  Darago  eis  reys  Des- 
panya  son  vehins  als  moros  de  Granada  e  volen  gitar  la  serp 
de  lur  forat  ab  altruy  ma,  e  que  eren  tant  enffermats  en  la 
Terra  Sancta,  que,  con  fossen  gitats  los  moros  de  Granada  e 
de  Marrochs  e  de  Bugia  e  de  Tunig,  nois  semblaria  encara 
res.  Per  qiie  si  nos  movien  lo  fet  de  Granada  e  no  venia  a 
acabament,  no  seria  sens  algun  rubor  de  vos  senyor  .  .  . 

E  com  nos  sobre  ago  dixessem  al  senyor  papa,  que  nos 
dariem  a  entendre  als  prelats,  que  conquiren  aquestes  terres 
deca  de  Moros,  vendna  hom  leugerament  a  aquelles  de  la 
e  que  aquest  passatge  seiia  appareylament  daquell  per  les 
rahons,  que  vos,  senyor,  sabets,  respos  lo  senyor  papa,  que 
noIi  era  seinblant,  quey  pogues  hom  fer  acordar  los  prelats 
e  les  gents  dels  dits  regnes  per  neguna  via.     Estes  que  aco 

Finke,  PkpiUdri  nnd  Untergiing  tiea  TemplerordaD*.    II.  16 


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S42  Berichte  new.  vom  Konzil  von  Vienne. 

deya  eH  conseylan;  mas  com  aquests  affers  sien  de  nostre 
senyor,  eil,  qui  te  los  cors  dels  reys  e  dels  prelats  e  daltres 
^enls,  hi  poria  dar  bona  endreca  tost,  e  axi  seria  ho,  quen 
parlassem  secretament  ab  los  cardenals,  qui  son  de)  regne  dp 
Fran(;a  e  ab  altres  qiiens  fos  semblant  e,  senyor,  que  Ipobariem 
ab  ells,  si  farJen. 

Quant  a  les  paraules,  que  liaviem  diles  den  lacperl  de 
Gastellnou  '),  respos  lo  senyor  papa,  que  tants  aEfers  li  eren 
parlats  tot  die,  que  poria  esser,  que  noli  nienibras  de  tots, 
mas  que  be  era  de  tanta  niemoria,  quels  fels,  qui  lant  ni  quanl 
pesen,  que  hom  li  parle,  li  remembren  be,  e  que  noli  membre, 
que  en  la^pert  null  temps  de  sa  vida  li  parlas  de  (,-0  que  a  vo? 
havia  retreyt,  e  si  auch  lin  purla,  la  quäl  cosa  pogre  esser  be. 
mas  a  el  no  membrava,  almeyns  es  be  cert  lo  senyor  papa 
que  dix  que  etl  auch  noy  promes  res  ni  doua  speranca  n^uiKi 
de  darhi  decima  neguna,  ni  de  Gastella,  ni  de  Portugal  ni 
dela  vostra  terra,  ni  que  tengues  lo  pas,  ni  aiudas  a  la  guarda 
de  Tariffa  ni  del  muni  de  lubaltari  ui  de  decima  ni  daltn 
cosa,  e  que  totes  aquestes  paraules  eren  axi  novelles  a  eil 
com  aquelles,  que  haue  nulltemps  no  havia  oydes,  que  eil  no 
atorgaria  decima  por  si  niatex,  nin  metria  en  speran^a  negu 
de  atorgaria,  que  abans  no  ho  agues  mes  en  conststori  dels 
cardenals  *) ;  e  a?o  dix,  que  sab  be  en  Vidal  de  Vilanoua,  en 
quäl  manera  li  respos  eil,  com  li  demana  la  decima.  Per  ques 
fermava  fort  e  si  torna  moltes  vegades,  que  no  sabia  ques  era. 

Deles  altres  coses,  senyor,  per  vos  a  nos  comanades  Don 
poguem  parlar  aquella  Tegada,  per  tat  com  prou  lo  tenguem 
lo  senyor  papa  en  les  fets  desus  i-ecomptats,  ni  encara  depuy> 
nolin  haveni  pogut  parlar  per  raho  com  quax  tots  dies  esta 
en  consistori  ab  los  cardenals.  E  laltre  dia  com  fom  devant  eil. 
dix,  que  nons  podia  oyr,  que  nos  sentia  be,  ans  dos  dix,  que  eil  nos 
faria  saber,  com  deguessem  veniraell,epuys  quens  ho  tramesadir 
per  son  missatge,  que  no  venguessem  a  eil  entro  eil  nos  ho  feo  sa- 
ber, mas  nos  ho  tenini  e  ho  tendrem  a  prop  ey  farem  ^o  que  pugam 
de  be,  si  a  Deu  plau,  e,  segons  que  farem,  fer  vos  ho  [h]em  saber 
e  encara  ^o  quis  hie  traclava. 

')  Vgl.  hierzu  die  Bemerkung  in  voriger  Nr. 

'}  Dieee  bestimmte  Erklfirung  verdient  Beichtnng. 


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Mr.  126.    (1811)  Oktober  2^.  240 

Encara,  senyor.  baTem  parlat  ab  los  cardenals,  qui  hie 
?^on,  e  specialment  ab  aquells  que  sentim,  que  son  amichs 
vostres,  entrels  quals  trobam  lo  cardenal  de  Beses  ^).  E  havemli 
parlat  de  iots  los  fets  lai^ament.  Quant  al  fei  del  passatge 
nos  respos  pus  descuhert  quel  senyor  papa,  per  quens  en 
d[eti]]ana  secret  e  d[ix  que]  aytant  coti  el  entenia,  nos  pensava, 
que  en  fet  de  negun  passatge  se  faes  res  en  aquest  conciti, 
quels  reys  de  Fran?a  e  Danglaterra  no  denen  leer,  que  fora 
la  lur  terra  isques  decima  deles  rendes  ecclesiastiques  de  lur 
terra.  Eneara  que  aquelles  esgleyes  eren  molt  carregades  e 
esperaven  esser  carregades  tost  mes,  la  qual  cosa,  segons  que 
dix,  no  son  pus  de  tres,  quin  sapien.  Per  que,  pus  que  de  la 
decima  daquells  regnes  nos  pogues  hom  aiudar  al  passa^e,  e 
deles  altres  no  inunten  molt,  nos  pensa,  que  res  se  fa^a  en 
n^un  passatge  aades.  E  dix,  que  pergo  era  feta  niencio  del 
subsidi  de  la  Terra  Sancta  en  les  letres  de  la  convocatio  del 
concili,  com  en  lo  temps,  ques  donaven,  lo  maestre  del  Espital 
tractava  lavors  lo  passatge  ^).  E  axi  ara  lo  papa  eis  cardenals 
son  se  trobats  enganais  en  ^o  quel  maestre  parlava,  quils  deya, 
que  dins  V  ans  lus  daria  les  Claus  de  Iherusalem.  Per  que 
dix  lo  dit  cardenal,  que  no  entenia,  que  si  faes  res.  Mas  por- 
feris  molt,  que  siu  feya,  queus  tenguessets  per  dit,  que  eil  hi 
seria,  senyor,  a  tota  vostra  honor  e  a  tot  vostre  profit.  E  da- 
questa  semblant  porflrenga  havem  trobats  lo  cardenal  de  Pela- 
grua  e  en  P.  de  la  Golona  e  tots  los  altres  leument. 

Del  fet  dels  bens  del  Temple  nos  respos  lo  cardenal  de 
Beses,  que  ja  ha  II  ans,  havia  el  dit  en  consistori  del  papa 
e  dels  cardenals,  segons  que  era  estat  informat,  quels  bens, 
quel  Temple  havia  en  vostra  senyoria,  no  eren  donats  a  sut>- 
sidi  de  la  Terra  Sancta,  ans  a  defensio  del  vostre  r^ne  e 
dela  esgleja  occidental  de  Espanya.  E  axi  que  devia  romanir 
salvu  a  vos  lo  dret,  que  haviets  en  aquells.  Dix  eneara, 
que  el  havia  dit  lavors,  que  tals  forges  havia  lo  Temple  en 
vostra  senyoria,  que  noli  era  semblant,  que  deguessen  venir  en 


*)  Eardin^biMhof  Berangariiu  Fredoli  von  ToBcnlum,  froher  ep.  Biter- 
renais  (Beriers). 

')  Über  das  Kreazziigsgutachteii  und  das  Verhalten  dea  Gcoßmeisters 
der  Hoapitaliter  vgl.  Daratellang. 

16* 


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i44  Berichte  nnw.  vom  ^ODiil  von  Vrennö. 

ma  daltra  persona,  mas  que  li  era  semblant,  que  vos  deputas- 
sets  tantes  de  rendes  en  tochs  plans,  do  ques  faes  lo  5«-Tiey. 
nlqual  eren  deputades  les  dites  Torces.  E  daque&ta  materia 
parlam  molt  ah  eil.  Es  porferi  fort  a  nos  de  conseylar  nos 
hi  en  tot  ;o  que  el)  p(^es.  Encarans  tian  porTert  los  carde- 
nals  misser  Landulfo  e  en  P.  de  la  Colons,  que  nos  fara  res 
en  aquest  feyt  del  Temple.  que  nos  nou  sapiam  tot  per  secrri 
que  sia.  I>a  qua)  cosa  sera  a  nos  gran  aventatge  axi  com 
del  tot. 

E  DOS,  senyor,  vetlam  e  vetlerem  e  fem  e  farem,  sj  a 
Deu  plau,  en  aquesls  afTers  e  en  cascuns  dels  lo  mih  que 
puscam,  a  honor  e  a  profit  vostre ,  si  a  Deu  plan.  E 
con  sia  ven|;nt  lo  rey  de  Franpa  al  concili,  tractarem  ab 
eil  dels  feyts  de  la  vayl  Daran  o  de  la  penya  del  castell 
de  Pratanyo ')  (?),  que  laltre  dia  nos  fes  saber  per  Jetra. 
quens  apocta  lo  portador  daquesta.  e,  ques  que  fa^am,  fer  tos 
ho  hem  saber.  Tots  dies  »wm  ensenis  ab  lo  bisbc  de  Valencia 
el  demanam  el  demanarem  de  conseyl  en  aco  que  havem  aller. 
Encara,  senyor.  tantost  con  fom  venguts,  parlam  ab  lo  vice- 
canceller^  del  papa,  cnformanlo  per  la  vostra  part  en  lo  teyt 
del  comte  Dampuries;  e  blasma  fort  lo  conseyl,  que  haviets 
haut,  e  breument  era  informat  de  tot  en  tot  que  vos  feyels 
gran  tort  al  comte  Dampuries ")  .  -  . 

Encara  sapiats,  senyor,  que  del  fei  dels  bens  del  Temple 
avem  trobat  al^uns  cardenals  denleninient,  que  deven  esser 
assignats  soltanient  >*  a  la  Terra  Sancta;  mas  com  nos  lus  ha- 
vem raonada  In  vostra  raho,  atoiyaven  nos,  quels  bens,  quel 
Temple  havia  en  la  vostra  terra,  eren  daltra  condlcio.  E  aii 
dien  be,  que  tort  nous  sera  fet,  e  sera  be  vostra  raho  escol- 
tada.  Nos  empero  no  havem  encara  descobert  a  n^u,  qne 
vos  tenguessets  per  pagars  si  allre  orde  sestablia  en  la  vostra 
terra  segons  la  forma  per  vos,  senyor,  a  nos  donada,  cor  si  elis 
sabten  nostre  enteniment,  tota   hora  nosen  cuydarien  tolrre'. 

')  Pratayu  mit  AbkQrzungsBtricli.    Ich  kenne  die  Angelegenheit  D)cbl, 
*j  AiTialdus  Novalli,   Kardin^priester.  frflber  Abt  Ton  Föns  fngidns. 
ord.  CJBt. 

')  Dia  Angelegenheit  des  tjrafen  von  An^nriae  wird  irtfarend  det 

Kon^ilszeit  ftfter  berührt.     Vgl.  den  Schlafi  dieMr  Nr. 


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Kr.  196.    {I811I  Oktober  28.  '^46 

E  axi  elb  no  ho  poden  sentir  de  iios,  st  que,  con  parlam  ab 
lo  cardenal  de  Bniges,  mosseyor  *■  Nesleue '),  e  aguem  aell 
recoinptades  les  conditions,  sots  les  (juals  les  bens  aquests 
foren  donats  per  vostres  predecessors,  respos  el  a  nos,  que  sem- 
blava,  que  volguessem  conctuyr  u  a^o,  que  algu  orde  se  fees 
en  la  vostra  terra  de  homens  vostres  naturals,  alqual  aquells 
liens  fossen  assignats  e  nos  no  li  ho  atoi-gam  pas,  per  co 
cor  eil  nos  volia  sostrer  nostrc  enteniment,  mas  dixem,  que 
vos  ne  voliels  t;o  que  raho  fos,  e  no  als. 

Sapiats,  senyor,  que  en  )o  concili  nos  fa  neguna  cosa  siuo 
solament  del  fet  dets  Templers.  E  havera  per  paraula  de  car- 
deoa)  daquells,  qui  maior  auctoritat  tii  han,  que  no  enten  per 
res,  quet  orde  del  Temple  se  defifa^a,  e  dixeren  nos  II  altres 
cardenals,  qui  no  eren  de  nienor  auctoritat,  que  per  arentura 
alguos  Serien  condempnats  e  altres  absolts  segons  los  merits 
deta  tnquisitio.  E  rreem,  que  rnes  ho  dien  per  aquells  Des- 
panya,  per  (,-o  com  los  altres  los  demes  han  confessat  los  crims 
de  que  son  encolpats.  E  axi  en  lo  fet  principal  deles  persones 
ha  niolt  aßer,  que  dix  nos,  senyor,  lo  cardenal  de  Beses,  que  no 
congoxassem  encara,  que,  abans  serien  passats  III  meses,  que 
pocli  ni  molt  li[i]  parlas  hom  dels  bens  del  Temple,  per  que 
aell  desplaya,  nmiorment  com  veya,  que  nos  ereni  gran  günt, 
per  que  la  messio  seria  gran.  E  be  veem  nos,  senyor,  que, 
entro  quel  rey  de  Fran(;a  sera  vengut,  alre  nos  hie  fara,  e  som 
certs,  segons  quens  dix  lo  cardenal  de  Bruges,  quin  havia  hauda 
letra  sua.  que  no  sera  a  Viana  daqui  ala  festa  de  sent  An- 
dreu  .  .  .  Scrita  en  lo  pHorat  de  Modies  en  lo  bisbat  de  Viana 
decimo  kalendas  Nouembris. 

BftTceloDB.  Archiv.  CRD  Apend.  gen.  34.  ür.  Pap.  Sap.  Die  Aagt- 
tegenhsit  des  Orafen  von  Ampariaa  betriftl  den  gro&en  Streit  Clemeas'  V. 
mit  Venedig.  Der  Papst  hatte  eine  aehr  acharfo  Bulle  gegen  seine  Gegner 
erlassen  und  besonders  zur  Wcgaabme  ihrer  üJchitTe  xiifgef ordert.  Der  (irat 
von  Ampurias  hatte  daranfliin  ein  Schilf  der  Venezianer  weggenommen.  Der 
Dog«  und  die  Etepnblik  beklagten  sich  bei  Jsymo  II.  Der  König  p;ing  gegen 
seinen  Untertanen  vor  und  kam  so  in  Konflikt  mit  dem  Papste. 


')  Stephan  dp  Suisy.  cord    Brogensi*,  V.Ttrü.itiT  Philipps  d.  Scb. 


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246  Berichte  usw.  vom  Koiuul  von  Vieime. 

12!.  Die  Komdlsfesandten  hu  KVuif  Jafoie  II. :  KruBd,  naruni  4er 
Tom  Papst  so  gelobte  Blsekof  too  Valeodit  Jetit  nicht  Kardlid 
nerdeu  kSuue.  DBterhaltniig  mit  dem  KardinKl  ron  Bnin^ 
Hlier  dfe  TemplcrRllter  lu  Spanien ;  nach  dessen  Ansieht  ertattn 
sie  ulcht  der  Papst  i>der  Katbedralkirehen,  nicht  die  HmpflalHer 
und  der  Köni^  rou  I^nkrelch,  sondern  ein  neuer  Orden.  Wt 
Tempierfestnu^n  mOsse  Jayme  fegen  Entoohtdlgmng  bebaltn. 
Erst  iu  einem  halben  Jahre  werde  innn  darllber  rerhandeln  kSi- 
nen.  RHekbernftinK  eines  Gesandten.   Moldleu  (1311)  NoTenberG. 

AI  iiiolt  all  e  molt  poderos  senyor  en  lacme  ...  rey 
Darago  en  P.  Boyl  e  en  G.  Olotnar  .  .  .  Nos  atndos  pariam 
daquests  II  fets  ab  lo  senyor  papa  ^).  E  quant  al  fet  del  bisbe 
de  Valencia  res|)os  lo  senyor  papa,  que  be  li  membre,  que 
vos  lin  partas  a  Muntpesler,  con  vos  vis  ab  eil,  e  que  eil  vos 
feu  aytal  resposta,  com  vos  dixes  a  nos;  e  dix  axi,  que,  si  en 
tota  sancta  esgleya  havia  un  hom,  qui  fos  digne  de  esser  car- 
denal  et  de  tot  be,  que  el  o  es;  mas  que  la  es^eya  era  tani 
carregada  ara  de  nombre  de  cardenais,  que  no  podia  ara  Ter. 
mas  per  aavant,  con  fos  loch,  eil  ne  sattisfaria  ala  vostra  vo- 
lentat  ...*).  Pergo  con  sabem  e  trobam  verameut,  quel  car- 
denal  de  Beser  es  vostre  amich,  e  per  ^o  com  nos  penssam. 
que  pus  secretament  dlria  a  nos  son  entenimenl:  nos  amdos 
tot  sols  volguem  parlar  ab  etl  sobrel  fet  del  Temple  per  tal, 
que  mils  dixes  a  nos  amdos  son  enteniment,  e  recontamli  tot 
lo  vostre  dret  largament,  axi  com  lo  sabem,  e  encara  ells 
perills,  que  hi  porien  venir  per  les  for^,  e  especialment  le 
dixem,  que  vos  en  neguna  manera  no  consintriets,  quels  bens 
del  Temple,  qui  son  en  vostra  senyoria,  venguessen  en  mans 
dela  e^leya,  axi  que  fossen  encorporat  ala  esgleya  de  Borna 
ne  a  neguna  altra  e^leya,  sino  a  orde  de  cavalleria,  per  tal 
que  en  altra  manera  nous  poria  esser  conservat  vostre  drei. 
e  que  encara  fossen  vostres  naturale;   noU  descubrem  emperti 

')  Sie  sprachen  zanftcbat  flb«r  den  Wonach  des  Königs  bezOglich  du 
Bischofs  von  Valencia  und  dann  Aber  die  Eroberung  Sardiniens.  Der  Fspsl 
aolle  an  die  KOnige  Kobett  und  Friedrich  Gesandt«  schicken. 

*)  Zur  Würdigung  dieser  Ausrede  maß  man  sich  daran  erinnern,  ä*b 
noch  kein  Jahr  vorher  5  zum  Teil  dem  Papste  verwandte  Kardiolle  (ud 
kein  Jahr  spBter  9  neue  ernannt  wurden.  Wenige  Wochen  vor  dem  I«**t«n 
Termin  allerdings  war  der  Bischof  von  Valencia  gestorben. 


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«r.  127.    (1811)  November  6.  247 

res  del  fei  de  Galati-aua.  B^cara  le  dixem,  que  no  consintriets, 
que  fossen  donats  al  orde  del  Espital  ne  a  nega  princep  del  moti 
e  a^o  Toliem,  que  sabes  eil  e  quens  hi  conseylas  ens  hi  ajudas 
a  conseguir  ne  vostre  entinemenl.  E  com  nos  respos  aa^o, 
tb  present  lo  bisbe  de  Valencia,  e  dix  nos  en  secret:  que 
dago  no  duptassets  poch  ne  molt,  que  dels  bens  del  Temple 
no  hauria  res  lo  papa  ne  neguna  esgleya  katedral  ne  altia, 
per^o  com  no  seria  drei  ne  rabo,  com  no  sien  aa^^o  do- 
nats; Dous  duptassets,  quen  hagues  res  lorde  del  Espital,  e 
retens  hi  aquella  raho  quant  al  orde  del  Espital.  laqual,  se- 
nyor,  nos  djxes  en  parttda,  que  dis,  que  ara  los  diocesans  no 
podien  viure  ab  ells,  veials,  que  farien  lavors.  Atreasi  dix,  que 
sol  DO  aguessets  dupte,  quels  bens  del  Templer  venguessen  en 
mans  del  rey  de  Fran^'a  ne  de  negu  princep  seglar,  que  dix, 
que  no  seria  bona  cosa,  que  hom  meses  la  espaa  en  ma  del 
rey  de  Fran^a  o  daltre  princep,  la  qua!  cosa  seria,  si  eil  o 
ells  possehJen  terra  en  los  regnes  daltres  princeps  per  com- 
batre  lots  los  princeps  Christians  del  mon.  E  axi  de  negu  da- 
quesles  cases  nous  calia  haver  dupte,  Estes  dix  be,  que  eil 
entenia,  que,  si  lorde  del  Temple  se  deifahia,  tols  los  bens 
del  Temple  Serien  assignat  a  un  orde,  quis  fara  novellt*  de  ca- 
valleria,  s^ons  la  forma,  senyor,  que  ja  us  fem  saber  en  la 
lelre,  queus  trametem  ara  en  P.  de  Querall  e  nos,  e  que  cn 
los  bens  seria  conservat  a  vos  et  als  altres  princeps  del  rnon 
lo  drei,  que  hi  havets  ne  havels  acostumal  de  haver.  Encara, 
senyor,  nos  dix  lo  dit  cardenal  de  Beses,  que  quant  es  on^ 
eil  per  lo  perill,  ques  poria  seguir  ala  voslm  terra,  si  les  for- 
res,  quel  Temple  havia  aqui,  venien  a  altra  ma,  el  tendria 
en  bo,  que  en  qualque  cas  vuylas,  quels  Templers  romasessen 
o  no,  los  dites  forces  romasessen  a  la  vostra  corona  [e  que] 
als  Templers,  si  romanen,  o  a  allre  orde  faedor  assignassets 
vos,  senyor,  rendes  en  loehs  plans  equivalens  ales  dites  fonjes. 
Dix  nos  encara  lo  cardenal  de  Beses,  ques  pensava,  quel 
concili  duraria  moil  e  quel  fei  del  oi-de  del  Temple  era  molt 
enlpatxat  e  que  nos  pensäva,  que  dels  bens  del  Temple  se 
traclas  daquesls  V«  [o]  VI  meses.     E  sobre   a(,o   demanamli 

n    Loch  im  Pupier.    Vielleicht  IV.  b   Statt  en.    So  Öfter. 


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24S  Berichte  avm.  vom  Koaiil  von  Vienno. 

conseyl  davant  lo  bisbe  de  Valencia,  qui  hi  era  [presjent 
s^^ns  que  damunl  es  dit,  que  conseylava,  que  d^uessou 
fer  nos,  si  romandriem  o  si  demanariem  licencia,  quens  on'' 
anassem,  pus  tanl  devia  durar  lo  concilÜ  e  nos  no  bi  baneni 
res  a  fer. 

E  ei  repos  que  nos  altres  Cathalaus  erern  de  gran  pompa. 
quel  rey  de  Fran(;a,  qui  havia  bauts  esgtina  grans  affers  ab 
la  esgleya  de  Roma,  havia  fets  aquells  ab  en  G.  de  Plesis  tot 
sol  ab  un  eapella  e  ab  II  scuders  e  que  nos  ereiii  gran  gent. 
Per  que  conseylava,  que  en  F.  de  Queralt  sen  tornas  e  que 
romasessem  nos  amdos  .  .  .  Scrita  en  lo  priorat  de  Modies  dei 
bisbat  de  Viana  VIII.  idus  Novembris. 

UarceloDO,  Archiv,  CßD,  Apend.  gen.  38.  Or.  Pap.  Sap.  infolge  der 
letzten  Uilteilang  schrieb  der  K5nig  itm  14.  November  an  seine  Gesandten: 
.  .  .  BecepimiiB  litteram,  quam  nobie  Doviter  tranemisiatis.  .  .  .  Reeponde- 
mus,  quod  nos  pensantes  ac  fiducialiter  cipectantee,  qnando  vos  tres  in  1e- 
gaoione  ordinavirnea,  in  qua  eatie,  quod  in  generaJi  coitsilio  magna  et  ardoa 
fierent  et  ordinarentur  negocia  ad  divinum  servicium  et  ad  eialtaeioneai 
fidel  christinne,  et  quod  nee  in  iiiis  ob  divinum  servicium  nd  honoremque 
noatram  profectumque  gentium  et  regnorntn  noetrorum  spontane!  serviremnä 
noatro  domino  IliesD  Christo  et  videntes  expedire  proptere«,  quod  in  es- 
pediciane  negociorum  tantomm  persona  condicionis  vestre,  nobilis  snpradicti. 
proptei'  pliirfi,  que  in  negociie  poaaent  eontingere,  necesearia  existebat:  idev 
TOS  ordintivimus  in  iegacione  snpradiet«.  Nunc  vero  revolotis  inter  nos  et 
in  coasilio  noatro  significatis  nobis  per  voa  tres  in  littera  snpradicta.  in  qaa 
expresse  inter  alia  continetur,  quod  doliberaremos,  ai  pars  vestrum  redintis 
a  Iegacione  iam  dicta  ex  causa  in  ipsa  litters  expressata,  et  qnia  negodnn 
generaüa  concilÜ  supradicti  tractum  bsbebit  longinqum.  preaumentes  eeiam 
ex  prciniasia  et  quasi  intemo  iotuitu  cont«mplantes,  quod  negotia  ipMOa 
generalis  concilii,  nt  tenebsmus,  sicnti  supra  describitar,  noo  pnicedent. 
attento  eeiam,  quod  vos,  Petrus  de  Queralto  prefatus,  nobis  serviie  pateritis 
in  bÜB  partibus  pociue  quam  in  tllia,  diligentar  consldemtis  racionibos  sopra- 
dictis,  propteres  providinius  sufficere  nobis,  ut  remaneatis  in  curia  et  Iega- 
cione prescripta  vos,  Petrus  lioyl  et  Guillelmus  Oulomarii  snpradicti.  et 
quod  vos,  Petras  de  Queralto,  ad  noBf^ani  preseaciam  redeatia  ■  .  -  Vit- 
Daroce  XVIII.  kalendas  Decembris  anno  domini  miltesimo  CCC"  undeciii»' 
(Reg.  336  f.  69.) 

128.  Die  Kondlsfesandteii  an  KÜntg  Jiij'mfl  II.:  St«lIiUig  des  PaprtK 
inm  Krenzzng8proJ«kt;  für  OntURdi  seien  die  PrJU«t«n  tüter* 
hmlb  SpnnienB  nicht  in  haben;  Tertranltehe  XsBernnrn  dt- 
mens'  T.  über  die  Bohllmmen  Verhältnisse  und  PersaDllchteim 
KastUieiiB,   die  K6nlg  Jayme  Im  Kampfe  gegtn  die  SaraKiu 


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Nr.  128.    (1311)  November  6.  249 

HtaderDlsH  legen  irllrdeB.  In  der  TemplerfUterrniKe  erklärt« 
er,  daß  kein  veltlleher  FUrst  die  Guter  rieb  aiielgnen  kSnoe ; 
die  Beehte  der  FllT«teii  blieben  ren-ahrt;  zanleliRt  handle  e» 
sieh  noeb  nm  die  Perunen.  Stand  der  Templernntersncbang 
«nt  ivm  Kunzll;  der  Orden  vBrde  Riebt  Tenirlellt,  da  aber  die 
mektei  Templer  sebnldlg  selea,  wUrde  der  Orden  angehoben. 
Ent  In  4-6  Muaaten  ktmen  die  KQnl|:e  von  Frankreleh,  Eng- 
land, Naram;  BemAing  einf  b  Generalparlaments  dnrch  ersteren. 
Geldnot    Moldlen  (1311)  Xoveuiber  8. 

AI  molt  all  e  molt  poderos  senyor  en  lacuie  per  la  gra- 
eia  de  Deu  rey  Darago  etc.  en  P.  de  Queralt,  en  P.  Boyl  e 
en  ().  Olomar  .  .  .  gracia  .  .  .  Depuys  fom  ab  eil ')  digous  IUI. 
dies  a  la  enlrada  de  Noenibre  .  .  .  parlani  ab  lo  senyor  papa 
dels  fets,  que  romanien  a  dir  a  eil,  ...  <,-o  es  assaber  del  fet 
dels  bens  del  Temple  e  del  fet  de  la  vayl  Daran  e  encara  li 
retomam  a  dir  del  fet  de  <j!ranada.  V,  Fo  a  aquestea  paraules 
present  lo  bisbe  de  Valencia  .  .  .  Ales  qual[e]s  coses  nos  respos 
lo  senyor  papa;  e  priinerament  al  derrer  fet,  i;**  '^^  a'  fet  ^^ 
Granada,  e  dix,  que  ja  laltra  vegada,  com  li  haviem  parlat 
daquell  fet  niatex,  nos  havia  eil  dit  son  enteniment  ^o  es,  que 
no  vehia,  que  al  fet  de  Granada  pogues  hom  aportar  prelats 
ni  altres  gens  fora  Espanya,  per  co  con  lots  tenien  la  cara  al 
feyt  Ooltramar.  E  aato  havien  entes  lots  temps  ells  e  lur[s] 
pares  e  lurs  avis  e  lurs  predecessors,  per  que  seria  dum  cosa, 
que  hom  los  tragues  daquest  enteniment  e  aaco  aporta  alsguns 
exemptia  per  semblant,  tos  quals  no  cal  ara  recomtar,  com  no 
fan  molt  al  fet.  Dix  encara,  ((ue  be  vehia  eil,  que  aa^;o  que 
per  les  gens  de  Espanya  fos  enantat  contra  los  Moros  de  Gra- 
oada,  be  conexia  eil,  que  vo-  qui  si  fsLiia  de  be,  se  auria  a 
fer  per  vos,  senyor,  e  per  les  vostres  gens,  que  quant  als  Ca- 
stellans,  jassia  quel  rey  de  Castella  li  havia,  segons  que  eil  ha 
entes,  gran  volentat,  estes  los  richshomens  seus,  los  quals 
nomena  tots  o  la  major  partida,  specialment  lenfant  Don  lo- 
ban^),  son  tan  inalvats  e  tant  de  mala  condicio,  que  per  molt 
de  be,  que  vos,  senyor,  hi  fassets,  ells  ho  destrubirien  tot  e 
per  diners  vendrien  Deus  e  vos,    senyor,   e   tota  Christiandat. 

')  D.  h.  b«iin  Paput«. 

-|  Über  eaine  Rolle  und  eein  Ende  werde  ich  in  einer  spütorn  Publi- 
katinn  etwiis  veröffentlichen. 


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201}  Berichte  uaw.  voai  Kouzit  Ton  Vianne. 

De  (äqual  cosa  nos  comana  sei-ret  en  verlul  de  obediencia,  sal- 
vanl  que  ho  po^essem  dir  a  vos,  senjor,  per  que  no  se  faria 
res,  »;o  que  eil  nos  cuydava  pas  en  primer  s^ons  que  dix. 
que,  com  a  eil  fo  demanada  dispensatio  sobrel  matrimoni  del 
senyor  Infant  don  iayiiie'l  e  de  la  senyora  infanta  6)la  del 
rey  de  Castella,  el  nague  gran  piaer  e  gran  goyg,  axi  que, 
con  se  nssehia  a  raenjar  es  lavava  les  maus,  li  fo  demanada 
la  dispensatio,  e  aquelt  vespre  en  lex  (?)  fo  la  carta  boltada 
per  la  gran  volentat,  que  eil  In  liavia;  per  \o  com  se  pensava, 
que  quas  per  una  temor  de  [vosVl,  senyor,  e  per  la  unio,  qui 
era  feta  entre  vos  el  rey  de  Castella  los  Castellans  se  reffrenasscn 
de  lur  nialvestat,  per  quel  fet  de  Granada,  qui  tots  temps  ses  {'f) 
perdul  por  ells  es  perdra,  segons  que  dix,  vengues  a  bon  aca- 
bament.  E  ha  vist  depuys,  que,  com  vos  fos  en  los  feU, 
aytam  poch  sen  son  lexats.  E  com  lo  bisbe  de  Valencia  e 
nos  li  eplicassein  molt  sobre  ai^o  e  li  dixessem  les  maneres, 
per  les  quals  lo  fet  podia  venir  a  acabament  en  aquelles  ma- 
neres,  .  ,  .  lo  senyor  papa  atiira  un  poch  enai,'0  e  hac  una  coi- 
latio  ab  nos  dela  manera,  com  se  porla  fer.  E  finalment  dii. 
que  no  veliia  ni  trobava  en  neguna  manera,  que  tant  de  bo 
vos,  äenyor,  noy  fariets,  que  aquell  diable  linfant'dun  lohaii 
nou  torbas.  Per  que  nos  veem,  que  eil  noy  havia  volentat  . . . 
Apres  *)  respos  al  fet  dels  bens  del  Temple  e  dix, ...  per 
tots  los  doctors  del  mon,  que  negu  princep  s^lar  pc^ues  aiffo- 
priar  a  si  partida  dels  dits  bens,  per  co  com  son  de  la  es- 
gleya.  Estes  si  alcun  drei  hi  han  alscuns  princeps  ni  alguna 
obligacio  o  Servitut,  aquella  hi  haurien  cumplidament,  e  en 
ayo  no  faria  desplaer  a  negu  ni  poria,  ans  vol,  quel  drei  sia 
sah'u  a  cascu,  cor  aquelt  nols  poria  tolre  ni  ho  volria.  Bstes 
dix,'  quels  fets  dels  bens  encara  no  havien  loch,  com  abaoä 
agues  hom  a  tractar  del   orde  e  dels  persons  dels  Templers, 

')  Die  geplant«  Verbindupg  ewischeD  dem  Erben  der  Krone  nod  i» 
kastilianuchen  Infantin  liatte  einen  tragiBchea  Ausgang.  Der  Infimt  striabi« 
sieb  1819  zu  heiratou,  entsagte  der  Krone,  wurde  HSnch,  beging  allerlei 
Bcblimme  Dinge  trotz  Abmahnung  des  Vaters.  Die  Infantin  wurde  bwni- 
gescbickt.  Im  Archiv  der  Krone  liegt  eine  sehr  umfangreiche  Korre:qHHideiu 
hierQber;  einzelnes  werde  ich  spfiter  veröffentlichen. 

1  Vorher  gebt  die  Itnrze  BerBhrung  der  Streitfrage  dee  Val  de  .4tvI' 


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Nr.  128.    (1811)  November  6.    Nr.  129.    (ISU)  November  9.       251 

e  com  honi  tractaria  dels  bens  de!  Teniple,  dix,  que  hi  seria 
oyda  loc  vostra  raho  cumplidament  e  queiis  hi  seria  tot  vostre 
»Jret  conservat.     AKres  paraules  no  aguem  ab  lo  senyor  papa. 

Sapiats,  senyor,  quel  fet  dels  Templers  esta  en  aquesta 
conditio  vuy,  quels  prelats  examinen  les  inquisltions  fetes  con- 
tra ells.  E  segoiis  que  nos  gabem  per  Verität  e  per  dit  de 
cardinals  e  de  prelats  lorde  no  pot  esser  dampnat,  per  (,o  cor 
iieguna  cosa  nosi  troba,  quj  fa^a  plenera  prova  contra  lorde; 
nias  per  i;o  com  la  major  partida  deles  persones  singulares 
del  orde  :?on  colpables  dels  crims.  quils  son  cari-egats,  segons 
ques  troba,  lo  papa  ab  conseyl  de  tots  los  prelats  provehira 
per  son  poder,  quel  orde  sia  cassat  e  sera  fet  orde  novell, 
lo  quäl  aura  son  cap  en  Oltraniar,  axi  com  liavia  lorde  del 
Temple  .  . .  Havem  per  boca  de  cardenals,  seran  passats  IUI 
o  VI  meses  leugerament,  quel  rey  de  Fran^a  el  rey  Dangla- 
terra')  el  rey  de  Nauarra  hi  deven  venir;  e  entro  ells  hi  sien, 
no  si  pot  res  atlnar;  e  el  rey  de  Fran<;a  ha  manat  parlament 
general  en  la  sua  terra  ala  vuytava  de  sancta  Maria  de  Febrer 
qui  ve;  vejats.  senyor,  quant  sera  lo  parlament  acabat  e  quanl 
sera  eil  vengul  al  concili  .  .  .  Trametets  nos  messio,  a^i  que  la 
haiam  migant  Decembre  qui  ve,  que  per  mes  aavant  no  hi<; 
havem  messio,  e  ta  terra  es  tan  malvada  e  tan  deserta,  que 
no  hie  ha  un  hom,  de  qui  hom  pogues  manlevar  V.  sol.  .  .  . 
Sabets  be,  senyor,  que  menys  de  messiu  no  hie  poriem  pus 
aturar  .  .  .  Scrita  en  lo  priorat  de  Modes  del  bisbat  de  Viana 
VIH.  idus  Nouembris. 

Barcelona,  Archiv,  CRD.  Apend.  gen.  Nr.  32   Ur.  Pftp.  Ssp. 

129.  Bisehof  Raimnnd  roii  TalencU  an  KOni^r  Jajrme  11. ;  Komtnistsare 
nr  die  TemplerantersDchans.  Laufe  Dauer  der  Yerhaudlnn^n. 
Berichte  Ober  Terhandlnngm  mit  dem  Kardlnalblsehof  Ton  Tns- 
enlnin;  groSie  Kttll«,  froBe  Xenschenmengre.  VIeDne  (1311)  ?fo- 
rember  9. 

Excellentie  vestre  presentium  tenore  signißco ,  quod  in 
facto  Templariorum  sunt  certi  examinatores  per  santtssimum 
in  Christo   patrem  dominum  nostrum  summum  pontificem  de- 

')  Et  kam  nicht. 


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S58  Berichte  usw,  voin  Kgniil  von  Vi«iine. 

putali  et  credo,  quod  liuiusmodi  negotium  propter  sui  iiiagni- 
tudineiii  et  multos  processus  et  diversos  habitos  exiiide  longiuu 
traetuni  habebit,  Aüa,  que  scribentia  sint,  nondum  sunt  in 
concilio  ordinata.  Credo  tarnen,  quod  Petrus  Bouilis  scribat 
vobis  latius  et  ad  plenutn,  quicquid  hactenus  est  in  conciliu 
urdinatum.  Super  negotiis  autem  vestris  Petrus  Bouilis  mi.' 
presente  habuit  deliberationem  et  consiliiim  cum  reverendo  patre 
doininoBeretigariü  episcopo  Tusculano,  amico  nostro  cariäsimo,  qui 
tamquam  verus  et  fideüs  amiciis  vesler  optulit  sc  prontum  ad  que- 
q[uejvfstra  beneplacita  exequenda,  favorem  libcuteriiupendereet 
operani  efticacem.  Et  iioc  credo  vobis  esse  scriptum  per  dic- 
tum Petrum  Bouilis.  Quid  aliud  ?  Multum  attedjor  hie.  quia 
terra  est  ultra  uiodum  frigida  et  ideo  inee  nun  congruit  etati. 
Locus  est  parvus,  multitudo  gentimn,  et  sie  pressura.  Quare 
iDulta  substineiitur  iticomoda,  set  oportet  cum  patieutia  to- 
lerare  .  .  .  Dat.  Vienne  V.  idus  Nouembris  anno  domini  M"CCC 
undecinio. 

Bsrcelona,  Archiv,  UHÜ.  48i'.3.  Ur,  Pap.  Sap.  Am  18.  DewnibM 
schmbt  er:  Aüts  acripsi  vobis  de  prorugfttioue  coacilii.  (Das  Schreiben  iai 
nicht  voriianden.)  Et  qaia  credo,  quod  nuDcii  veatri  scriiiaorunt  vobiionnii 
nova  roncilii,  idcirco  pnternitBti  venire  scribere  non  curavi.  Dominns  Ste- 
phanttB  de  Bragis  cardinalia  diem  cUuait  extremum  .  .  .  Und  am  27.  De- 
zember: Dor  Papst  habe  den  königlichen  Gesandten  gesagt:  quod  eipKU- 
rent  uaque  ad  XV  diaa  poat  festivitatoa  Iransactas,  quia  usque  tone  dant« 
dominn  esset  totum  concilium  expeditum.     Or.  Pap.  Ssp,  Apend.  geo.  Hr.&i. 

ISO.  Die  S  Konzllsg««uudt«ii  au  KUni;  Jnyme  11. :  VerfaiuidliiiiRn  P> 
de  Qaeralts  in  der  Granada-AiiireleEenbeit  mit  Ananea  de  Lr- 
bret,  der  FOrderunf  Tcrspraeh ;  Qneralte  niid  Olonars  mtt  iat 
Vizekanzler,  der  einen  Kreuzmg  utteb  PallUtln»  sn  Heer  tlr 
fast  nnml^licb,  dagegen  einen  Zug  zu  Lande  nach  EroberuF 
GranadaH  durch  die  Berberei  tUr  ausnihrtiar  hielt  and  Ttr- 
MhlHge  machte,  nin  «Dch  die  Ka8tlllaaer  za  gewinnen.  Anderer- 
seits schlug  der  Vizekanzler  die  Erobernng  Grieehenlands  od 
den  Zug  zn  Lande  dnrch  Armenien  Tor,  den  die  Kataluei  !■ 
Romania  vorbereitet  hlttt«n.  Dann  Verhandlungen  bdder  bR 
Amald  Felagma,  dem  elnBußrelchsten  Kardinal  der  Kule,  dtr 
beide  Wege  Ar  mSgllcb  erklSrte,  sieh  nwh  den  Kwta  de 
Heerengenschutzes  erkundigte  und  ersuchte,  mit  l^elneni  Kaidl- 
nal  darüber  in  sprechen.  Alle  drei  spreeben  sodann  nil  dm 
Blechof  Ton  Taleneta,  der  als  Anrieht  des  KanDanb  I 


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Kr.  180.    (1311)  November  2^.  ih» 

de]  e*r\-o  mitteilt,  daß  der  Pa|wt  nlt  KasUlkn  TCrhaadle,  wo- 
hin dieser  Kardinal  frem  frlll.  Zam  Sehlaß  wdseB  ole  anf  die 
mK^roStKlIeheii  AnHeliannuKen  der  KardiuMle  roH  Bexiem  nad 
Pelufma  hin.    Moldien  (1811)  XATenber  22. 

.  .  .  Fem  .'iaber,  senyor,  a  la  vostra  altea,  que  depuys, 
queus  trameseni  les  letres  derrerament  per  nos  trameses,  peh- 
sam  et  acordani,  qiie  per  i;o  cor  haviem  trobat  lo  senyor  papa 
denteniinent,  que  en  lo  Cet  de  Granada  venia  eli  ttrant  nies 
per  paor  que  H  Tahia,  quets  Castellans  e  senyaladamenl  linfant 
don  lolian  embargassen  tota  hora  aquell  fet,  parlassem  ab 
Nanianeu  de  Lebret '),  per  co  cor  es  cavaller,  e  entendria  mils 
aquests  fets  quel  senyor  papa  ni  eis  oardenals,  et  que  trac- 
tassem  ab  eil,  en  quäl  manera  se  poria  hom  assegurar,  quels 
richshomens  de  Castella  no  embargassen  aquest  fet,  e  per  lo 
gran  poder,  que  eil  ba  ab  lo  senyor  papa,  volguem  ab  eil  träc- 
lar  daco,  per  tal  que  tractant  dl  poria  lo  fet  venir  a  acabament. 
E  fo  axi  acordat  entre  nos,  que  jo  en  P.  de  Queralt  partas 
ab  lo  dit  Namaneu  et  flu  ho;  mas  per  to  cor  eil  no  era  sa, 
nom  pcfch  respondre  cumplidament,  salvant  ques  porferi  niolt 
al  fet,  que  el  faria  en  ai,'0  tot  quant  pogue.^  a  bonor  de  Den 
et  de  vos,  senyor,  e  quem  sofTeris  alsguns  dies,  que  el  fos  gua- 
rit,  e  puys  respondria  aaco  pus  compUdament  e  bi  tractaria 
et  bi  faria  tot  quant  poria  de  be. 

Apres,  senyor,  jo  en  P.  de  Qneralt  ab  en  G.  Olomar  en- 
sems  parle  ab  lo  vicemnceller  del  papa  daquests  afFers  larga- 
nient,  recontanli  tot  vo  q"»  haviem  dit  al  senyor  papa,  ne 
que  eil  nos  navia  respost.  E  eil  dix  nos,  que  aytant  con  el 
conexia  be,  tenia  per  inipossible  et  per  sobre  difficit  passatgp, 
quis  faes  en  la  Terra  Sancta  per  mar.  nias  be  vebia,  que,  si 
Granada  nera  levada,  que  leu  serin  hom  en  la  Barberia,  e 
puys  per  terra  fernia  sen  poria  boni  anar  dela;  e  que  aqdesla 
era  la  conquesta  rahonabia  et  possible  e  quant  aat^o  de  Gra- 
nada, quels  richs  bomens  de  Castella  nou  embagassen,  vehia 
fi!    aquesta   via,    que    alguna  persona  sollempnial    fos  tramesa 


'l  Anutnea  VII.  d'Albret  gehUrt  noch  Aussage  Johanna  XXII.  der 
Familie  Ciemeas'  V.  bd.  Er  veraab  eine  ganze  Reihe  von  Rektoraten  im 
Kirchenstaate.    Vgl.  Ehrle  im  Arch.  f.  Litt.  u.  Kireheogesch.  V,  141. 


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2M  ä«rictite  DBw.  vom  Konzil  von  Vtenne. 

per  lo  senyor  papa  en  Espanya,  qui  tracLas  per  pari,  del  senyor 
pape  ab  vos,  senyor,  e  ab  lo  rey  de  Castella  et  ab  los  richä- 
homens  vostres  et  de  Castella,  en  quäl  manera  se  faes  la  con- 
questa  e  que  ab  conseyl  voslre  e  dels  presessen  aquelles  vie^ 
et  aquelles  segurtats  de  linfant  don  lohan  et  dels  richshompn; 
altres  de  Castella,  que  bastassen  aaco,  que  ells  tio  ho  poguef- 
sen  empetxar  . .  . ') 

.  .  .  Dix  encara  lo  vicecanceller,  quey  vehia  altra  via 
aa^:o,  que  chrislianisme  vengues  a  son  enteniment  dels  Sarrayn^ 
go  es  que  passas  hom  en  Grecia  e  subjugas  los  Greclis  a  la 
esgleya  catholicsi  e  puys  per  Ermenia  per  terra  ferma  poria 
hom  anar  als  Sarrayns,  qui  son  della,  et  que  aat^o  poriets  me> 
fer  vos,  senyor,  e  el  rey  Frederich  que  negun  altres  per  vostres 
gens  Calhalans  et  Aragoneses,  qui  son  ja  en  Romania,  qui  hao 
subjugades  molfes  terres,  los  quals  Serien  ab  vos  en  toles  eosft- 
ab  CO  que  han  subjugat,  et  los  quals  han  axi  esglejals  Ins 
Grechs,  que,  segons  que  dix  lo  dit  vicecanceller,  ni  Fra[n]sese^ 
ni  altres  gens  del  mon  no  temen,  sino  les  vostres. 

Encara,  senyor,  parlam  nos  en  P.  de  Queralt  et  en  C>. 
Olomar  ab  lo  cai-denal  Namau  de  Pelagpua,  qui  es  lo  major 
de  la  cort,  el  parlam  li  del  fet  de  Granada  en  la  forma  quen 
liaviem  parlat  al  vicecanceller,  e  respos  nos :  que  ara  tnictava 
lo  papa  dalgun  passatge,  ques  fees  contra  Sarrayns  et  pens  — " 
ques  faria  per  dues  parts  o  per  una  et  que  noy  seria  pas  obli- 
dada  Granada;  e  volcl)  saber  ab  nos,  quantes  galees  serien 
niester  a  tenir  lestret  et  que  costarien.  Et  dixemli,  [que  ser]ia 
mester  XX  galees  [et  que'Jus  costaria  la  galea  pagada  a  IUI 
meses  XXX  milia  sol.  E  el  dix,  que  no  era  sobre.  Dis  nos 
encara,  que  ells  tractaven  ara,  don  Iraurien  ^o  quey  fan* 
mester;  per  que  eil  nons  conseylava,  que  nos  encaran  parlas- 
sem,  mas  quens  sofTerissem  encara,  que,  con  loch  fos,  eil  nos 
ho  faria  saber  et  parlamin  ab  nos  ey  faria  a  honor  voslre 
tot  quaut  el  pogues '-  ,  .  .  porferi  molt  be  e  dix  nos,  que  non 
parlassem  ab  negu  cardenal  altre. 

n   Fehlen  ein  paar  Bnchetaben.        h  Loch  fOr  ein  bis  zwei  WATtw. 

')  D«r  Kardinal  macht  dann  VorschlSge  fllr  eine  vetberei(«ncle  Aktim 
durch  R^hanptnng  d«r  Meerenge  dnroh  eine  TrnppeDzahl. 


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Kr.  180.     (1311)  November  2^.  ä5S 

Puys,  senyor,  fom  nos  tots  tres  ensemps  ab  lo  bi^e  de 
Valencia  et  dixem  li  totes  les  rahons  desusdites,  e  eil  dix  nos, 
que  lo  cardenal  en  Bernart  de!  Garn,  qui  es  nabot  den  Pelagrua, 
et  lo  qua!  fo  present,  com  nos  parlain  ab  lo  papa  ab  lo  bisbe 
de  Valencia  ensems,  daquests  affers  havia  parlat  ab  eil  e  tenia 
aquella  carrera,  quel  vicecancelier  nos  havJa  tocada,  quel  senyor 
papa  tranieses  en  Cspayna,  per  at;o  s\  que,  s^ons  quel  bisbe 
de  Valencia  presumi,  lo  dit  cardenal  del  Garn  volria  esser 
aquel  qui  anas  en  Espanya,  et  assats  loava  ol  bisbe  de  Va- 
lencia aquesta  carrera,  que  aquella  de  Grecia  no  la  tenia  a  res, 
que  mes  sc  fahia,  per  quel  princep ')  cons^uis  la  terra,  que 
enten  haver  en  Romania,  que  per  altra  raho.  Per  que  con- 
seyla  lo  bisbe,  que  parlasseni  ab  Namaneu  daquesta  raho, 
s^ons  que  ja  haviem  comen^at,  et  quel  enformassem  de  fer 
la  conquesta  desta  part  per  Espanya  et  que  aa^o  tenguessem 
nos  ab  Namaneu  e  el  bisbe  ab  quells  que  tengues  per  be,  e 
que  pus  en  Pelagrua  o  conseylava,  que  non  parlassem  aade» 
a  negu  cardenal,  per  tai  que  nol  ne  provocasseni,  pus  eil  ho 
havia  axi  conseylat  . . .  ^) 

Äquestes  vos  vos  fem  nos  ^aber,  senyor,  axi  com  son 
passades,  per  i;o  cor  segons,  ques  conle  en  les  altres  letres, 
que  US  havem  trameses,  lo  cardenal  de  Beses  nos  havia  def- 
fiats  de  tot  passatge  et  de  tot  enantament  faedor  contra  Moros, 
e  ara  lo  cardenal  en  Pelagrua,  lo  quäl  ha  major  favor  en  cort 
que  n^u  dels  altres,  et  loqual  sab  mes  la  volentat  del  papa, 
nos  ha  dit  lo  contrari,  segons  que  damunt  es  scrJt  . .  .  Scrita 
on  lo  priorat  de  Modies  del  bisbat  de  Viana  undecimo  kalendas 
Decembris. 

ßMceloua,  Archi»,  CIU).  Nr.  181&5.  Or.  Pap.  Sap.  Von  dereelben 
Uand  wie  die  aodern  Konzi  lasch  reiben.  Am  Schluß  verlaugen  sie  noohmalE 
dringend  ihre  .meaaii)',  sie  habeo  nur  bia  „migaat  Decembre'.  Von  keinem 
kennen  sie  leihen.  Darauf  antworlet  der  König  am  II.  Dezember  (Reg.  331) 
f.  71):  Scitote  noa  providiase  vobia  de  expenan  veatra  in  quantitatfl  aex 
millinm  Taronenaiam  argenti.  qaoa  vobis  mittimita  per  (idelem  noatram  laoo- 
bam  de  Oltzeto. 


')  PrincepB  TarentiDiia,  Philipp,  Sohn  Karla  11.  von  Neapel. 
')  Der  Biechof  von  Valencia  spricht  mit  dem  von  Bayeux  nberVal  de 
Aran.    Der  sagt,  die  Sache  werde  der  Küoig  bei  aeinem  Kommen  erledigen. 


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Ä6Ö  Berichte  luw.  vooi  Konzil  von  Vi«nne. 

131.  Antwort  JmymeH  U.  an  P.  Boyl  und  0.  Oolomarll  mT  dl«  BiMF 
Nr.  12«  nnd  die  beiden  Nr.  137  und  13!S  toid  Klt^rlin  Datwi. 
VenranderaiiK  über  die  infierun^n  des  Papste«  In  der  KrtH- 
zugwüche,  die  g»r  nieht  za  seinen  Instrnktlonen  paflten.  £>!• 
weder  seien  sie  Ton  Ihnen  «b^wiekev,  oder  bUten  sie  lirkt 
blar  geiiDir  ausfenihrt  «der  der  Papst  habe  niefat  direkt  danir 
feaBtwort«t.  Befiehlt  beiden  heim  zukehren  und  sendet  Abbe- 
mfimirBBchreilKn.    Alagon  (1311)  Dezerol>er  1. 

Seiatis  . .  .,  qnod  nos  tenores  dictarum  diiarum  Ktteramm 
diligenler  audivjmus  ac  pleno  colle^nius  intellectu.  Oehh's  autcra, 
que  nobis  in  quadaiii  littera  dicti  nobilis  et  vestra,  quam  Dobi; 
ante  has  duas  priinitns  transniisisüs  et  de  hüs,  que  in  altera 
dictarum  duarum  ütterarum  super  facto  "...  vidimus  contiiieri  (?), 
admiracionem  susceptmus  vehemenleni^  ..  .  que  enim  istanim 
duarum  lilterani  super  Jiuiusmodi  materia  tenoris  videnlur 
innuere,  quod  per  dictum  nobileni  et  ros  fuerit  propositum 
ex  parte  vesti-a  domino  summo  pontifici,  quod  nostre  iIltenciom:^ 
existeret,  ut  tottmi  passagium  converteretur  et  fierel  in  acqui- 
sicionem  rcgni  Granate.  Continetur  enim  sie  in  vestra  pricpri 
littera  supradicta,  quod,  quantum  ad  factum  acquisidonis  Gra- 
nate dixit  dominus  papa,  quod  non  videbatur  ei,  quod  esset 
ponendum  in  concilio  per  unam  viam  nee  per  alian>,  pro  eo. 
quod  maius  aujiilium,  quod  fieri  posset  in  aiiquo  passagio. 
esset  prelatorum  regnonini  Francie  et  Anglie,  in  quibus  eccle- 
sia  plure!:!  redditus  habet,  et  quod  prelati  et  gentes  ipsonim 
regnorum  conceperuiit  tanlam  devocionem  in  passagio  Tem- 
Sancte,  quod  non  scultarcnt ')  aliquid  aliud,  et  quedam  aliacircü 
ista.  El  cum  vos  etiam  dixissetis  dicto  domino  pape,  quod  darelrs 
intelligere  prelatis  predjctis,  quod  acquirendo  istas  lerras  cite- 
riores  Sarracenorum  proveniretur  facilius  ad  ulteriores  et  quori 
istud  passagium  esset  apparamentum  alterius :  quod  dictum 
dominus  papa  respondit,  quod  non  videbatur  ei,  quod  homo 
posset  ad  lioc  facere  concordare  prelatos  et  gentes  dictoruri) 
regnorum    per    aliquam    viam.      In   altera   etiam  predictanim 

<i    Fehlt  ein  Wort,  vielleicht  Granate.  h   Fehlt  atwM. 


')  escoltarien  Ihorchen,  hSren)  steht  in  Nr.  126.    Hi«r  a 
eierte  Form. 


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Nr.  131.     (1311)  Deieniber  1.  ä5*J 

duarum  liUprarum  noviter  inissarum  sie  conlinetur  inter  cetera, 
qtiod,  cum  alin  vice  futssetis  loquti  dictus  nubilis  et  vos  eideiii 
dotiiino  surnmn  pontifici  de  nostris  nefzociis  presente  venerabfli 
palre  episcopo  Valentino  et  inter  ah'a  de  facto  Granate,  ideni 
dominus  suinmus  pontifex  dixit,  quod  iam  alia  vice,  qua  sibi 
alioquti  ruistis  de  eodem  facto,  dixerat  vobis  inlentum  suuin, 
hoc  est,  quod  non  videbat.  quod  ad  factum  Granate  posset 
homo  apportare  prelatos  nee  alias  genles  extra  Yspaniam,  quia 
nmnes  tenent  faciem  ad  factum  ultra  mare  et  quedam  alia 
circa  islud.  Et  cum  dictus  episcopus  Valentinus  et  vos  repli- 
cnvissctis  sibi  multum  super  hoc,  finaliter  dixit  idem  dominus 
suinmus  pontifex ,  quod  non  videbat  nee  inveniebat  aliquo 
modo,  quod  tantum  t>onum  nos  non  faceremus  in  negocio,  quin 
turbarelur  per  quendam  in  vestra  littera  nominatum.  Ex  qui- 
bus  vos  videntes  ipsum  dominum  papam  non  habentem  volun- 
tatem  in  hoc,  quamvis  dictus  episcopus  e(  vos  dixissetis,  quic- 
quid  potuissetis,  ipsum  factum  dimisistis. 

Ex  premissis  igiiur  nostra  exoritur  admiracio  supradicin. 
Scitis  enim,  quod  dedimus  vobis  informacionem  seu  consüiuni 
nostrum  super  facto  generalis  passagii  in  summa  sie  continens, 
quod  videbatur  nohis,  quod  utiJius  esset  intendere  ad  destruc- 
cionem  infidelium  per  diversas  partes  quam  per  unam  et  sive 
per  duas  sive  per  unam  expediebat  ante  omnia  et  necessRriuni 
existebat  Sarracenos  de  Granata  primitus  extirpari.  Nam  dum 
lieret  paratus''  generalis  negocii,  in  isto  medio  posset  Granate 
nt^ociom  consumari.  Et  quod,  si  passagium  habebat  ßeri  per 
unam  vel  duas  partes,  per  istam  de  Yspania  ßeret  semper 
facilius  et  possibiUus,  utilius  et  cicius  quam  per  aliam  partem 
mundi  ex  causis  in  ipsa  informacione  contentis.  In  speciali 
ctiam  informacione  nostra  capitulorum  legacionis  vestre  nos 
non  posuimus,  quod  decime  r^norum  Francie  vel  Anglie  con- 
ferrentur  Vel  assignarentur  pro  negocio  Granate  nee  gentes 
extraneorum  regnorum  vocarentur  ad  illud  set  alia  posuimus, 
ut  in  ipsis  capitulis  continentur.  Sieque  videlur  nobis  vos 
recessisse  ab  informacionibus  nostris  seu  non  exposuisse  iuxta 
eas   vel    non   significasse   clare  nobis  in  titteris  supradictis  aut 

li  So  Eegiater. 


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258  Bi-richte  üb«,  vom  Konzil  von  Vienrio. 

prefatutn  dominum  papaiii  a<l  easdeni  directe  non  rospondissc. 
Sane  cum  nos  liabita  delüjeratione.  consideralis  omnihiis.  pro- 
vidimus  vos  ambos  atJ  nos  debere  redire,  volumus  ac  vobis 
dicimiis  et  niandaDius,  quateiius  visis  prescntilnis  ad  iioslraiit 
presenciani  redoatis.  Ecce  auteiii,  quod  vobis  mittimiis  aliaii; 
Htteram  iiostram,  quam  diriginms  domino  pape,  cuius  tenor  \in- 
sentibus  est  incluäu^.  <Juam  quideni  )jttcram  ipsi  domino  pc'.p<' 
oferetis,  si  prefato  episcopo  Vaientino,  ciiius  consilium  requiri- 
tis,  videbitiir  oferenda.  Alias  presentetis  ipsi  domino  sumnio 
pontißci  aliam  Htlerani  iiostram,  quam  vobis  assimili  mittitiiu-;. 
piT  quam  vobis  precipimus,  ut  ad  noslram  presenciam  reiie- 
atis  .  .  .  Dat.  in  villa  Alagonis  kalendis  Decembris  anno 
quo  supra. 

Hitrcelona,  Archiv,  Reg.  330  f.  69  ■'.  Es  folffen  die  beiden  Brii-fo 
von)  selben  Dntum.  Dann  (fol.  71)  am  11.  Dezeinl>er  nach  Empfiing  <lri 
Schreibens  vom  22.  November   (vgl    Nr.   130)   befiehlt  <ler  KSnig  beiden,  m 

iSi.  Die  KoDzIlsKesandtcn  an  Kttnig  Ja^in«  II. :  Vier  Fragen  des  Faf- 
tites  BOH  Konxll  Ober  die  TemplerTerteldiguuif ;  nur  der  En- 
blacbof  T«n  Bouen,  der  Abt  von  Ciutif  und  drei  UlsehSIr  ><la' 
fegen  Jede  Verteldignng';  gitißer  Eirer  In  der  fortrahrnnK  dtr 
Angelegenheit  fehlt,  well  der  alles  besllmnieDde  Kflnlg  n>n  Fnnic 
reich  sich  noeh  nielit  geHnßert  bnl ;  verr-ebtedene  Ansichten  flbrr 
die  Gesebieke  der  lemplei-i^Utcr ;  Anfraice  naeh  di^r  !^tellnng  tt^ 
KGntirs  hierzn  und  In  der  GraRada-Angelegeahett.  Hotdien  (13)» 
Dezember  V2. 

AI  moll  alt  e  molt  poderos  senyor  en  iacme  . .  .  rcv 
Darago  etc.  nos  en  P.  Boyl  e  en  G.  Olomar  ...graeia.  Havem 
reebuda,  senyor,  vostra  letra  ')  per  vos  tramesa  al  iioblc  en 
P.  de  Queralt  e  a  nos  e  entes  co  qm;  en  aquella  se  conlenia, 
eneontinent  lo  dit  noble  se  appareyla  de  loniarsen  a  vos,  senyor. 
segons  io  vostre  mananient.  E  nos,  senyor,  abdos  romanim  cii 
lo  concili  per  espeegar  (,o  que  ler  pagam  en  los  voslres  lels. 
Los  alfers,  senyor,  del  concili  son  en  aquest  eslamenl,  quci 
senyor  papa,  molts  dies  ha  passats,  Teu  IUI  questions  al  con- 
cili*):   La  primera,   si  defensio  devia  esser  donada  als  frare- 

')  Vgl.  Nr.  127  vom  6.  Nov.  Anmerkung. 

'l  Der  Zeitpunkt  ist  genou  nicht  lu  bestimmen. 


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Ur.   182.     (1311)  Dwemher  12.  SSlI 

del  Temple,  qui  defendrc  volguessen  si  o  lorde,  enans  que  mes 
In  fos  enanlat.  La  sef^ona,  si,  posat  que  ia  derensio  defiues 
csser  donada  ,  devien  esser  reebuts  ala  dita  derensio  tro  a  VI 
o  a  VII  Templers,  quis  ereti  ofFerts  a  Ia  dita  defensio  en  lo 
dit  concili.  La  ter^era,  si  aquells  frares  no  devien  esser  reebuts, 
st  tlevia  hom  donar  leer  atots  los  l'rares  del  Temple  de  di- 
verses parts  del  mon,  ques  ajustassen  en  un  loch  per  Ter  sin- 
tlicli  o  procurador  a  Ia  dita  defensio.  La  quarta ,  si  aco 
.sfinblava  al  dit  concili  diflictl  cosa  o  qunx  impo5;sibi),  si  el 
papa  per  son  oltici  lurs  dcria«  defenedor, 

E  haut  acorl  sobre  aquestes  questions  lo  senyor  papa 
personalment  oyi  lenteniinent  de  cascuns  sobre  aco.  E  tots, 
poirhs  exceptats,  tengren,  que  defensio  devia  esser  dada  al  dit 
orde,  E  a(,ü  mes  per  satisrer  a  dret  que  per  altre  acabemenl 
i\o  'protit,  qui  sen  pogues  seguir  al  dit  orde.  Per  lal  com 
lant  veen  les  presumptions  forts  contra  lorde  e  tant  es  lo  fet 
aenant,  que  no  veen,  que  sens  scandal  pogues  romanir. 

Larchabisbe  de  Roam  ab  labat  de  lunyech  e  tres  bisbes 
tent^ren,  Ia  dita  defensio  esser  denegadora.  Tots  los  altres 
tengren  lo  contrari,  segons  que  danmnt  e.s  dit,  e  que  defenidor 
devia  esser  deputat  per  lo  senyor  papa.  Apres  lo  senyor  papa 
ordona,  que  cascu  inetes  sa  resposla  en  scrit  ab  son  segeil. 
E  han  respost.  E  linalnient  le^  resposles  venen  a  atjo,  que 
damunt  es  dit.  lassia  que  velam ,  sepons  que  par ,  que  sens 
altra  defensio  sera  enantar  en  lo  dit  fet,  csters  lo  fet  se 
aiianta  fortj  a  espay '',  e  noi  inenen  axi  com  a  tioniens,  qui 
enantar  volen,  mas  donen  aquesta  color  de  enantanient  per 
tat  cor  un  piint  no  grasen  enantar,  que  nou  sapia  lo  rey  de 
Franca,  axi  que  finalment  en  toi  e  per  tot  sie  fa,  axi  com  el 
vol !  E  eis  fets  se  tracten  es  nienegen  mes  que  nies  per  aquflls 
prelats,  qui  son  de  sa  casa  e  de  son  conseyl. 

Nos,  'senyor,  tenim  a  prop  los  fels,  axi  com  podem,  e 
«ntremetem  nos  de  tot  nostre  poder  de  saber  los  ardits  e  les 
opinions  de  cascuns  e  specialment  sobrels  bens,  per  co  quens 
puscam  guarnir  dels  affers,  com  tractaran  daquells,  e  segura- 
nient  veem  e  conexeni,  senyor,  que  fort  nous  sera  fet  en  a^o. 

II   So  Or.  b  Or.  hat  eher  espau. 


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260  Berichte  usw,  vom  Konzil  von  Vienne. 

E  a(0  "OS  iia  dit  spocialnieiit  lo  cardcital  de  Besers,  qne.  äi 
alren  vollen  fcr,  etl  cridarta  tant,  quel  uyiria  hoin  en  nllra 
part,  e  daco  diu,  que  sol  no  liaiain  duple.  Ära,  senyor,  noä 
haveni  pensat,  que  regoneguts  los  capitols  e  les  informaiioni 
vostres,  quant  als  bens  del  Temple,  la  on  se  degues  lordo 
cassap,  havem  una  enformacio  general,  qae  irisistani  a  coiiser- 
valio  de!  vostre  dret,  que  devets  liaver  en  los  dits  beus  se^ons 
les  cartes  deles  donaltons  fctes  daqiiolls  per  vostres  predects- 
sors  e  que  liavets  acu^tumat  haver  ells  e  vos  en  aquells  bens. 
Puys  baveni  en  special  enformalio,  que  fossen  assignats  a  lonle 
de  Calatraua  en  la  Tornia  per  vos,  senyor,  a  nos  donada,  I» 
quäl,  aytiiiit  com  nos  eiiteneni,  no  vecni,  ques  puga  fer.  per 
(,0  cor  si  lorde  del  Temple  es  cassat.  veem,  quels  denies  enle- 
nen,  que  sien  los  bens  de  tot  lorde  assignals  a  altro.'onle 
noveylament  faedor,  axi  quel  cap  de  lorde  fos  en  Oltinmar. 
segons  que  era  en  temps  dels  Templers,  e  que  tots  los  altres 
bens  resposessen  al  cap,  segons  que  era  custumat  ladonctis. 
E  axi  segons  a(,'0  no  Itauria  loch  t-o  que  vos,  senyor,  nc  voWs 
del  orde  de  Calatraua.  Per  co,  senyor,  deym,  que  la  major 
partida  son  daqtiest  entenlment,  per  tal  cor  aiguns  son  de 
opinio  e  ho  demanen,  que  la  adniinistratio  dels  dits  bens  fo:' 
eomanada  als  dyocesans  e  que  per  aquells  fo,  quin  esiria.  fos 
convertit  on  subsidi  dela  Terra  Saucta  o  en  aquells  uses,  als 
quals  foren  deputats  per  los  dona^ors  daquells;  mas  31,-0  no 
[IJoon  los  prohomens  diens,  que  son  seguiiria  inlamia  a  la  es- 
gleya,  cor  parria,  que  per  avaricia  de  appropriar  los  bens  a 
si  aguessen  cassat  lorde  de  Temple.  Altres  toquen,  que  fossen 
assignals  al  orde  del  ICspital,  mas  aco  no  loen  neguns,  drens 
que  en  lorde  del  Espital  veen  inolts  nials  et  molts  vicif  per 
sobrefluitat  dels  bens,  que  ja  han,  0  que  pocha  cura  hari  de 
despendrc  los  en  (.o,  a  que  son  assignats,  e  que  .  . ,  fan  belies 
sales  e  bells  pataus  c  no  han  cura  de  esvayr  los  enamielis 
de  la  fe. 

Per  que,  senyor,  daquestes  paraules  concloym  aaco,  qui' 
pus  veets,  que  per  neguna  deles  carreres,  quis  loquen,  no  sem- 
bla,  qucs  degues  seguir  la  vostra,  go  es  del  orde  de  Calatraua; 
sia  vostra  nierce,  senyor,  que  pensets  ens  enformets,  si  aqnella 
no  podiem  acabar,  ala  quäl  ferem  tot  noslre  poder,  ques  seguescn. 


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Nr.  132.    (1311)  Dezember  12.  2« 

qual  via  volets  vos,  que  tenguessem  ralionabilia,  per  laqual 
vostre  dret  fos  conservat  e  la  vostra  ierra  fos  guardada  de 
perill;  c  specialment  . .  .  quens  dix  lo  cardenal  de  BesRs.  La 
qual  vos  havem  feta  saber,  vo  es,  que  les  forves  roman- 
guessen  a  la  voslra  corona,  donada  per  vos  aytant  a  renda 
en  lochs  plans. 

Atre^i,  senyor,  sobrd  fei  de  Grunada  nos  duuas  general 
enformatio  e  puys  devalas  a  spf;cial  via,  niot^ut  per  les  paraules, 
({ueus  dix  lo  noble  en  lacpert  de  Castell  nou,  e  per  (;o,  senyor, 
cor  als  res  no  es  segons  que  jaus  havetn  fet  saber,  sia  voslra 
iiierce,  senyor,  quens  cerlifiquets,  qual  via  volels,  queHingani 
(laquelU  fets,  per  vc>  ca">  "^^i  segons  que  jaus  havem  fet 
saber  per  altra  letia,  havem  tractat  daquest  fet,  meritre  en 
P.  de  Queralt  hie  era,  ab  en  Pelagnia  e  ab  lo  vicecanceller  e 
ab  Namaneu  de  Lebret,  e  ara  menys  den  P.  de  Queralt  se- 
guireni  aquell  matex  traclament.  E  encaran  parlarem  ab 
alsguns  prelats  de  Fram,»,  qui  sabem,  que  han  bona  volentat 
al  servey  de  Deu  en  aquests  fets,  donan  lus  a  entendre,  que 
pus  passatgc  nos  (u  an  la  Terra  Sancta,  que  haguessem  lui- 
cor  al  passatge  )lci.-a  del  regne  de  Granada  e  de  Marrochs  e 
dela  Barberia;  e  nos  aldemig,  senyor,  mentre  laguiara  la  vostra 
resposta  de  venir  a  nos,  sobre  acu  induirem  elis  e  enformarem 
daquests  fets  en  totes  aquelles  maneres,  que  vejam,  quels 
poguessen  aportar  a  plau  de  Deu  e  a  honor  e  de  vos,  senyor, 
axi  que,  con  aguessem  la  vostra  resposta,  qual  es  vostre  ente- 
niment  sobre  a^o,  sabessem  ja,  quin  poriem  obtenir. 

Per  que,  senyor,  sia  vostra  merce,  que  axi  del  fet  dels 
bens  del  Temple  com  daquests  fets  nos  vullats  certificar  en 
special  de  vostra  intencio  .  .  .  Seguramcnt,  senyor,  com  esta 
letra  fo  feta,  no  haviem  messio  a  mes  de  V.  dies  .  .  .  Scrita 
en  lo  priorat  de  Modies  dtl  bisbat  de  Viana  pridie  Idus 
Decembris  *)■ 

BKrcelonn,  Archiv.  CKD.  Apend.  gen.  Nr.  31.  Ur,  Pap.  Ssp. 


')  In  eiDem  beigefQgteo  kleinen,  undatierten  StDck  eprecb«ti 
der  Angelegenheit  des  Grafen  von  Ainpiirias  und  welche  Politik  si 
VeDexisner  Sache  einschlagen  wollen. 


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362  Bericht«  ubk.  vom  Konzil  vou  Vienoe. 

133.  Die  KftuzilKfreBuudteti  nu  KÜnig  Jajrmc  IL:  Der  Pupst  M  nkkt 
Kegren  Ibre  ItUckkelii',  iW  Jedoeli,  bis  znn  bnldl^n  Seblnß  in 
KoQxilti  za  iTHi-tfn,  i-rkllirt  sich  aber  ^^n  die  SVcbkebr  in 
TOB  Ihm  aniterord  eilt  lieh  gelobteii  Uisehub  von  Valenela;  «ker 
kenne  er  20-30  l'itllsten  nilsseu.  lu  IHiipercr  AusfÜhniBS,  ntl 
Trüncn  in  den  Angeu,  schildert  Clemens  V.  die  Ton  den  Vnr* 
xliinem  der  Kirche  dureli  den  Angriff  nur  Kerrara  aiiseUs* 
HchiDHch  niid  beklngt  bitter  die  ElnmlBehniig  Jayines  zu  tian&tfD 
derselben.  Sehlnß  des  Konills  H  Tii^e  nnch  Kncbriuuas  dei 
Herrn.  Ersuchen  nn  den  KKuIg;,  deu  KardlaXIen  PeUfni. 
Beziers  und  I'.  C'olona»  ilankbriere  zu  senden.  MUtellnnr,  1>6 
der  l'apst  sieh  ^eticlm  gegen  eine  neue  OrdensirrUndnni;  and  lir 
f  berlns^uiiff  der  Tcnipleri^lltei'  nn  die  IlospItaMter  iinsgeüprorkm 
linhe.    VIenne  (1SI1)  Dezember  27. 

AI  niolt  alt  e  molt  poileros  senyor  en  lacine  . .  .  rej 
Darago  etc.  eti  P.  Boyl  e  en  G,  Olomar  .  . .  Tantost  reebudes 
les  dites  letres  ')  anain  nosen  al  dit  bisbe  de  Valencia  e  dixeinli 
(j'o,  quen  les  letres  veslres  era  conten^ut ;  o  hac  gran  piaer.  si 
(er  se  pogues,  que  eil  sen  tomas.  E  puys  nos  anam  nosen  a  casa 
del  senyor  papa  per  presentar  li  les  letres  e  veeniJo  e  dii, 
que,  per  tal  cor  nos  sentia  be,  nons  podia  oyr,  inas  que  li 
donassern  les  letres  .  .  .  Apres  a<;o  esperam  II  dies  e  cntram 
devant  eil  o  eil  ...  respos  !ia(;o,  que  eil  nos  dara  lirentia  de 
tornar,  si  tornar  nosen  voliem,  nias  que  nons  podia  infornuir 
del  dit  temps,  per  tal  com  el  creya  certainent.  que,  abans  que 
nos  fossem  tornats  a  vos,  senyor,  lo  concili  seria  deliurat. 
Per  que  no  poria  haver  loch  la  nostra  tornada  ni  daltre^  llli^- 
satgers  vostres.     E  aquesta  resposla  feu  mogudament 

Apres,  senyor,  presentanili  la  letra  vostra,  per  la  quäl  lo  pre- 
gavets,  quen  lexas  tornar  lo  bisbe  de  Valencia,  e  respos  nos  aaco. 
que  eil  conexia  lo  dit  bisbe,  depuis  que  era  estat  bisbe,  e  daban> 
encara,  nientre  era  mestre  Banion  *),  e  quel  conexia  per  prahom  e 
qui  havia  gran  saviea  e  gran  experientia  eque  encara  preavamolt 
la  sua  santitat  de  lx)na  vida  e  dix.  que  no  haguessem  cura  dell 
e  quel  11  lexassets,  que  eil  nentenia  en  als,  que  mes  vos  ser- 
viria  aci,  que  en  vostra  terra,  e  eil  quil  havia  ops  ati  per  la 
publica  uliiitat  e  de  la  universal  esgleya.  e  vos  trubariets.  qui 

'i  Daß  sie  und  der  Biecbof  vuii  Valencia  abreisen  sollten, 
'-'}  Als  solcher  war  er  nn  der  Kurie  in  der  ersten  Zeit  Bonifiti'  ^l"- 
tätig.     Vielleicht  hat  ihn  Bertrand  del  Oot  dort  gesehen. 


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Nr.  133.    (1311)  Desember  -27.  268 

faria  be  los  voslres  affers,  e  que  mes  tos  hi  serviria  ai;i,  e 
que  eil  no  daria  licencJa  a  n^u  prelat,  que  sen  tornas,  mas 
los  leclis  no  retendiia;  e  que  abans  daria  comiat  a  XX  o 
XXX  prelats  dels  altres  que  al  bisbe  de  Valencia  tot  sol.  Per 
que  dix,  que  dai;ons  calassem. 

...  Del  fet  del  comte  Dampurias  no  parlariem ,  si  no 
iitc  liavia  algu  de  la  sua  pari,  quin  parlas,  per  (;o  com  veyeoi, 
c|ue  tots  neren  contra  vos  . .  .  Nos  presentam  al  senyor  papa 
In  letra  vosira  . .  .  a  escusar  vos  del  dit  fet  e  nos  ,  . ,  dixem 
a  escusa  de  vos,  ?enyor,  tot  quant  poguem  de  be.  E  com  lo 
senyor  papa  nos  liac  escoitats,  largament  respos  aa(.;o,  que  eil 
voya ,  que  en  les  Ictres ,  que  li  trametiets ,  vos  appelats 
GanITanon ')  de  la  sancta  esgleya  e  almirayt  e  capitaii  general, 
mas  les  obres  no  responien  a  les  paraules!  Que  la  major 
onta,  que  la  esgleya  de  Roma  agues  presa,  XX  ans  ha  ^),  li 
havien  feta  Venecians  en  lo  fet  de  Ferrara,  e  quek  altres 
princeps  dei  inon,  alsguns  a  requesta  de  la  esgleya,  altres  per 
31  maseys,  havien  be  cumplit  iur  deute  en  aquest  fet,  de  que 
liavien  fcta  honor  a  la  esgleya  e  a  si  meseys.  E  que  vos, 
senyor,  qui  sots  capitani  de  la  esf^leya,  no  haviets  res  fet, 
rjue  encara  viiy  al  dia  nols  hiviets  ncuydats,  ans  haviets 
i'et  retre  al  comte  Dampuries  i'u  que  tolt  lus  havia; 
que  eil  tenia,  que!  comte  Dampuries  havia  be  fet,  e  que  eil 
presumia,  que  tot  erestia,  qui  mal  agues  fet  als  Venecians  en 
aquest  cas,  ho  agues  (et  a  hon  enteniment,  e  que  no  calia, 
quo  fossen  dessafliats  les  Venecians  per  negu  erestia,  pus  la 
esgleya  los  havia  desafllats,  e  que  aaQO  no  podia  valer  usatge 
ni  ley  de  vosira  terra  ni  custuma  per  la  auctoritat  de  la  es- 
gleya. Per  que  dix,  que  non  reebia  vostra  escusa,  ans  dlx, 
que  tots  temps  en  (;o,  que  haviets  volgut  dell  e  dela  esgleya, 
havia  eil  fet  a  vostra  volentat,  aytant  com  havia  pogut,  e  que 
eil  nulls  temps,  senyor,  nous  havia  aemprat  de  res,  si  no  da- 
qnest  fet,  e  del  fet  dels  Templers,  e  que  daquest  fet  nous 
erets  entranies.  Per  que  dix,  que,  si  a  Deu  plau,  nulls  temps 
nous  aempraria  de  negun  fet!  E  a^o  dix  tarn  mogudament, 
que  tots  los  ulls  li  vengueren  en  aygua! 

■)  Der  Titel  war  ihm  von  Bonifaz  VIII.  gegeben. 
*)  Trotz  Philipp  d.  Scb.  und  Anagnil 


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264  Berichte  usw.  vom  Konzil  von  Vienoe. 

E  DOS,  senyor,  reppücaiii  aa^-o  e  clamam  li  inerce,  ijuc  eil 
110  fos  axi  ni(^ut,  que  vuy  en  parent  ni  en  amich,  que  eil  liara 
el  mon,  no  havia  tant  com  eti  ros  e  que  n^uns  deils  nn 
Imuria  tantost  a  son  servey  com  vos,  e  qiie,  per  amor  de 
Deu,  no  ha^^es  aytal  oppinio  de  vos,  e  sobre  aco  )i  diguem 
nioltes  bones  paraules ,  quel  po^uessem  pacificar.  E  puys 
rahonam  per  aquetles  rahons,  que  sabem  o  vos,  senyor,  nos 
Jiavets  fetes  saber,  per  les  quals  eil  hagues  vos  daquest  fe( 
per  escusat.  E  non  poguem  haver  als,  que  eil  no  tan  sola- 
nient  es  despagat  de  1,0,  que  vos,  seDjor,  havets  fet  retre  al 
comte:  mas  encara  com  de  fet  no  havets  enantant  contra  Ins 
Venecians.  E  dix,  que  eil  amava  la  vostra  persona  e  li  erets 
molt  car,  per  quetis  conseylava,  que  h^uessets  be  vosti-e  con- 
seyl,  que  per  aquesl  fet  no  encorreguessets  les  sentencies  sobre 
a^o  donades. 

.  ,  .  Finalment  nos  dix,  com  molt  lin  daniassen  merce. 
quo  a  elt  playa  roes  lo  nostre  roraanir  quei  tornar  e  qiie  nos 
no  podieni  molt  aturar,  que  eil  se  pensava,  que  dins  XV.  die^ 
apres  Aparicio ')  seria  lo  concili  finJt  e  lavors  quen  sen  porieiit 
tinar  .  .  .  Dixem  al  senyor  papa,  que  nos  aturariem,  pus  aell 
playa  mes  ...  Fo  pagat,  axi  que  partim  molt  be  dell.  E  de- 
puys  nos  ha  mils  reebuts  gue  dabans  .  .  .  Nostra  posaila. 
que  ara  nos  han  donada,  depuys  quen  P.  de  Queralt  sen  es 
anat,  en  Viana  es  prop  la  posada  del  vicecanceller  .  ,  . 

Encara,  senyor,  sia  vostra  nierce,  quens  certifiques,  si  lo 
concilij^no  era  deliurat,  com  baurem  vostra  resposta,  sins  en 
tomarem  en  tot  cas  o  si  romandriem  .  .  .  Encara,  senyor,  vos 
clamam  merce,  que  trametats  lelres  als  cardenals  de  Pelagnia 
e  de  Beses  e  an  P.  de  la  Colona,  de  quins  podem  molt  loar. 
en  quels  fa^ats  gracies  de  nos.  quins  ]oam  molt  dells,  qav 
prenen  be  vostres  fets  e  quels  Irobani  amiclis  vostres  ...  E 
sin  enviarets  altra  al  marches-),  e  el  cavall,  que  en  Virlal  de 
Vilanoua  li  promes,  porians  tenir  bon  loch,  que  ara  par,  que? 
acosten  los  affers.    Moltes  v^ades,  senyor,  vos  havein  fet  salwr, 


')  Also  bis  xnm  20.  Januar  1312. 

*)  Ob  der  Neffe  des  Papstes  Bertnuid,  Solm  des  ii 
atorbeneo  Arnold  (jarsias? 


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Nr    188.   (1811)  Dezember  27.    Nr.  134.    (läll)  12  Januar  2.       265 

quc  liavcm  niester  iiiessio  e  ara  no  ho  podem  nies  lagiar,  que 
jaus  es  Tallida  la  messio,  e  no  sera  honor  vostra,  que  hajain 
a  fnanlevar  per  la  vila  o  que  hie  sofferissem   fretura  ,  .  . 

Dien,  que)  eiiiperador  es  eticara  en  (ii-noua:  esters  conilu 
sich  per  eert,  que  la  nmllier  del  emperador  es  morla ').  Do- 
puys,  senyor,  que  aquestu  letra  fo  feta  sabem,  senyor,  secretamenl 
ab  lo  cardenal  de  Beses,  que  en  secrel  lo  papa  sera  rahonat 
ab  eil  e  ab  los  altres  cardenals  dels  ber.s  del  Teuipte  e  que 
havia  dit,  queb  seniblava  penll  a  fer  orde  novell,  per  que  no 
auria,  quils  inforinas  en  regia  ni  en  iiltres  coses,  quis  conve- 
iiien  a  religio,  mas  qtic  )i  semblava,  quels  deguessen  applicar 
al  Espital,  e  eil,  que  havia  dit,  que  los  princeps  del  mon  per 
lo  gran  poder,  que  Lespital  havia,  no  si  acoi'darien,  ^i  quey 
hac  parlat  de  Calatraua  e  Dudes  e  dels  Alainanys');  e  el 
papa  dix,  que  no  eren  ordens  generals  per  tot  lo  mon  axi 
com  Lespital  .  .  .     Scrita  en  Viana  VI.  kalendas  lanuarii. 

Bsrcelons,  Archiv,  CRD.  Apend.  gen.  Nr.  80.  Or.  Tap.  Sap.  Am 
3.  Februar  1812  aiitwartete  Jiiyme  <len  beiden  KoniilsgesniMlten  :  Kecepimuii 
pridie  littei'tiin  vcstrniii.  per  quam  significastia  nobia  ea.  que  fecistiä  com 
ilomino  papn  super  facto  reililae  vestri  et  venerabilis  .  .  .  episcopi  Valeatini 
...  et  qaomodo  vis»  voluatnte  ipeiuit  donÜDi  pape  et  qnia  dudcü  comitis 
Impuriamin  veaerant,  remansistia  .  .  .  Rescribimus.  .  .  .  qaod  egiatia  pru- 
«lenter  et  caiite  in  remflnendo  ...  et  extunc  pro  expcdito  accipimus,  ut  ua- 
qiie  ad  expedicionem  flaslem  seu  decisionem  connilii  genernlia  in  ea  debaatia 
remanero.  Lber  die  TeniplergQter  und  über  die  Äußerungen  doa  Kardinal» 
von  tieziera  fafltten  aie  jetzt  wohl  den  königlichen  lirief.  Die  Briefe  an  die 
drei  Kardinttle  sendet  er  mit  dieMm.  Calntajud  (1811)  1318  tVbraar  3. 
ReR.  336  f.  72. 

131.  KOnlK  Jayne  II.  iin  seine  KoüiUsgesandteB:  Antwort  auf  das 
Sehntben  von  12.  De»mber  4Nr.  I^.  Fordert  in  Treit^rn  Kon- 
dlakeriehten  snf.  HiiulehtHeh  4er  Templei^Bter  verwelFit  er 
tat  seine  Information.  Sollen  flr  einen  Zirelg  <tea  Ordens  von 
CaUtmra  wirken,  der  den  Papste  die  AIvbIkd  feben  dürfe,  die 
der  BrafoneslBehe  Tenplermehiter  dem  GrofimelKter  sab.  Kommt 
ein  Bidcrer  Orden*  dann  mtuea  sie  (Hr  Eisatz  der  JetziKcn  Ans- 
Caben  nad  rSlllge  OberelBBtlmman;  seiner  Beehte  Aber  diesen 
wie  bei  den  Templern  wirken.  Sie  sollen  aaf  die  Sonderst«! long 
der  Templer  In  Aragonlen  ansdrflekllchst  hinweisen.    Die  Zah- 

')  Die  Knuigin  Margarete  war  am  11.  Dezember  gestorben. 
-)  D.  h.  der  Deotecbe  Orden. 


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266  BericLte  usw.  vom  Konzil  von  Vienne, 

\uag  iin  dcu  GroKmeMci'  Ist  nur  xiigelni^eti,  trell  der  KÖiif 
und  seine  Vorfahren  Rnr  keinen  Einblick  in  die  Temitlerpriillf 
glen,  die  Jelit  In  seine  liande  gerallen  sind,  Iwkoninien  liontfi. 
Die  Urnunda- luge  legen  heil  soile»  sie  g^emilO  der  IiistrulitiDii  nr- 
felgeii.    Siiviigossii  U-''1U  1-  JaniiHT  — 

la.  etc.  Petro  Boyi  niagistro  racionali  et  Guilelmo  Oulo- 
iiiai'ii  iiidici  curie  riostre  diluctis  consiliarüs  nostris.  Recepinius 
litluiTiiii  vestrani,  quam  nobis  iioviter  Iransniisistis,  causas  qiui- 
tiior  in  se  specialiler  continenlem :  primain  quidem  super  sign!- 
ficacioiic  qiiatuor  queslionnm,  quas  dominus  papa  fecit  conciJio 
super  lacto  Teniplarioruin  el  super  responsione  subsecuta  ail 
eos;  secundani,  in  qua  intimastis  nobis,  quaJiler  remisse  proce- 
ditur  in  diclo  facto  Teinplarioruni  et  que  causa  est  reniissioDL-< 
ipsius  et  quomodo  vos  intioniititis  toto  posse  sciro  oppiniones 
sin^lorum  et  specialiler  super  bonis  Tenipli  el  quod  seciire 
videtis  el  cognoscitis,  quml  nobis  non  inferelur  iniuria  super 
eis  ül  quod  per  cardinalem  de  Bitenis  vobis  sie  specialiler 
fuisse"  responsuni  el  quedain  alia  super  eisdeni  bonis  facteneiii 
in  vcslra  dicta  tittera  subsequntur;  tercio  super  facto  Granale, 
qiiurta  que  scripta  erat  in  quadain  cedula  interclusa  in  vestni 
liHera  nieinorala  per  niodum  rcsponsioiiis  directum  nohiü  super 
Itiis,  que  vobis  scripsimus  de  ne(;ocio  comitis  Impunanini. 
Hiis  igitur  omnibus  plene  intellectls  vobis  ad  singula  taüter 
respondemus.  Et  primo  ad  primum'',  quod  placuit  nobis. 
quod  significaslis  nobis  de  quatuor  questionibus  supradictis  et 
placebit  eliam,  quociens  novos  concilii  illanim  parciuin  signi- 
licandos  rumores  ullerius  referetis.  Ad  secundum  lauter  respon- 
demus veslram  dili^enciam  comendantes,  quod  nos,  sieut  bene 
scitis,  dedimus  vobis  informacionem  completam  super  facto 
dicioruni  bonorum  Tempil  veluti  super  recuperandis  per  nos 
missionibus  <-  et  expensis  factis  in  ca[pi]endis  et  occupandis  ad 
manum  nostram  tionis  Tempil,  veluti  ut  Iura  nostra  et  regni 
nostrl,  quecumque  ordinacio  inde  sequatur,  minui  vel  preiudi- 
carl  non  possint,  que  in  informacione  vestra  clarius  sunt  con- 
tenta ;  et  veluti  super  non  consenciendo  a  vobis,  quod  Ips^i 
bona  conferrentur  ordinl  Hospilali  neque  Ucciensi  ex  causis  in 
dicta  informacione  contentis,  set  quod  placeret  voluntati  nostn.' 

ri    So  Heg.  b    primam  Heg.  c  Statt  mesGionibua, 


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Nr.  134.    (1811)  12  Januar  2.  367 

curiscritire,  ut  crigeretur  magistratus  ordinis  Cülatraue  in  vegno 
no3tro  secundum  modum  Ira^ius  Jn  nustra  informacionc  coii- 
äcTiptnni,  in  quo  inter  aira  continetur,  quod  bona  Tempil  posita 
iti  rogno  nostro  nssignarentur  ma(tistrütui  supradicto,  in  quo 
constttuerentur  fratres  naturales  nostri,  n(  fratres  Tt-mplarii 
existebant,  in  quibus  nos  haberemuä  servicia  regalia  el  uliu 
iura,  que  in  Templarüs  et  aliis  boniü  eoruni  habcbamus.  El 
quod,  si  aliter  obtineri  non  pusset,  quod  dominus  papa  liaberet 
a  magiülro  dicti  ordinis  Calatraue  cesponsionum,  quam  magister 
Tcmpli  regni  nostri  faciebat  inagistro  niaiori  ordinis  Templi  .  .  . 
Kt  in  hac  inforniactone  nostra  persisliEiius  et  per  vus  pei-sisti 
niandamus  et  speciatiter  in  obtinendo,  si  poteritis,  ut  dictum 
magistratus  Calalrauensis  ordinis  in  legno  nostro,  prout  vos 
inrormavimus,  ordinetur.  Sane  si  boc  obtineri  non  possct,  set 
ordinaretur,  quod  alius  oido  institui  dcbebat,  sicul  plures  tenent, 
ut  dicitis,  et  caput  ipsius  ordinis  esset  in  partibus  ültramari- 
nis,  prout  erat  Templariorum  tempore,  quodque  omnia  bona 
responderent  cupiti,  ut  erat  Templariorum  tempore  usitatum, 
infornaamus  vos,  per  vos  lalem  viam  esse  tenendam,  quod 
instelis  et  solliciti  existatis  modis  omnibus,  quibus  <liscrecioiii 
vestre  videbJtur,  quod  nos  dictas  misslones  et  expeiiäas  recupo- 
rare  possimus,  et  quod  sinl  salve  nobis  et  noslris  rcgaiie  et 
universa  iura  nobis  competencia  et  debencia  compelere  in  per- 
sonis  iioviter  ordinandis  et  in  bonis,  prout  habebamus  in 
Templarüs  et  eorum  bonis,  et  quod  dicte  persone,  que  noviter 
ordinabuntur  in  ordine  noviter  erigendo  sint  de  rej^no  nostro 
et  naturales  nostri,  prout  Templarii  exislebant,  ut  nos  in  ipsis 
confidere  valeamus;  et  ex  quo  tales  essent,  de  castris  seu  for- 
titudinibus  plurimum  nun  curamus.  Dicatur  eciani  per  vos 
domino  pape  et  alits,  ul  expedieril,  prout  iam  plene  existitis 
informati,  quod  nos  specialia  iura  et  speciales  condiciones 
habebamus  in  Templarüs  et  eoruni  bonis  et  habere  debemus, 
ut  apparet  plurimum  per  cartas  donacionum  eis  factarum  per 
antecessores  nostros,  que  fortassis  non  habent  aliqui  principes 
orbis  terre,  que  videlicet  sunt:  quod  ipsa  bona  data  fuerunt 
ad  dcfensioneni  ecclesie  occidcntalis  et  ad  Sarmcenormn  Vspanie 
ofensionem  et  impugnacioneni  et  quod  propterea  nullalenns 
pateremur,  quod  bona  ipsa  deputarentur  aüts  provinciis  preter 


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268  Berichte  usw.  vom  Konzil  von  Vjenac. 

illas«',  quibus  per  dictos  antecessores  nostros  collata  et  depu- 
tata  fuerunt.  Et  si  per  doriiinum  papam  vel  aiios  obicerefur 
vobis,  quo  modo  predecessores  iiostri  et  nos  toieravimus,  iil 
Teniplarii  teire  nostre  certam  responsioiiem  niagistro  maiori 
in  parlibus  utlrantarinis  anno  quolibet  fxhiberent ..  verax  et 
iusla  causa  pronipta  ost,  quam  dicetis,  quia  Templarii  su« 
privilegia  seu  cartas  donacioniim  predictarum  in  absconso  et  se- 
creto  tenebant  nee  avus,  pater  et  fraler  nostii  reges  AmgonuMi 
meinorie  recolende  neque  nos  ipsus  earlas  vjdore  poluinius. 
tisque  quo  nos  modo  eas  vidimus,  in  cttius  manibus  ex  cauiüi 
Processus  facti  contra  Templarios  provenerunl ;  sicque  ignoraii- 
tes  per  quandani  toleranciam  passi  fuinius  responsionem  ex- 
hiberi  predictam,  quod  ulterius,  sicut  prescribimiis,  nullatenus 
patcremur.  Ad  tercium  vero  de  facto  Granate  vobis  taiiter 
respondenms,  quod  completam  informacionom  vobis  dedimiis 
super  eo.  Et  ubj  id,  quod  dixit  nobis  nobilis  lacpertiis  dt- 
Castronouo,  non  procedat  neque  sit,  ut  retuüt,  prout  signi- 
licaslts  nobis  iam  alias  et  nunc,  alia  tarnen  sunt  in  infoniiactonc 
uoslra,  iuxta  i|uc  tractare  poteiitis  et  läcere  secuiiduni  eandeiii 
inrormaciunem,  prout  altisstniuR  pro  suis  serviciis  dignabilur 
ministrare.  Nee  aliam  novam  informacionem  vobis  cc^osci- 
mus  faciendam  . ,  .  >)  Dat.  Cesarauguste  IIII,  nonas  lanuarii 
anno  domini  MCCCXI. 

Üsreetono,  Archiv,  He«.  33ß  f.  70  "  F  5  mit  Bemerkang :  B  de  Xikt- 
sone  luaDdalo  regia  et  fuit  ei  lecta, 

18Ö.  9le  KonzilsKesandten  an  Kltnig:  Jmyme  IL;  Der  Papst  btrkr 
nach  der  Reibe  die  Pi'HlHten  Dentschlnods,  En^landa,  ans  dw 
Arelat,  der  Prorence,  aus  gimz  Spanien,  Italien  und  Fnikrdtk 
nnd  befragt«  sie  über  den  Krenzzng.  Die  Dentseheo,  Englloin 
sowie  die  ans  dem  Arelat  rieten  znm  Krenzzuf  Ins  h.  I^nd  bmI 
gewahrten  einen  ßjährlgen  Zehutra;  die  Italiener  i 

d  illis  Reg. 


')  Dann  beiBt  es  noch :  Ad  quartam  auteni  et  ultimam  respondsmiia 
apprabars,  quod  deliberastis  cum  venerabili  episcopo  Valentino,  nee  faure 
verbgm  de  factiB  predicti  comitis  impuriarnm,  nisi  per  part«in  ipaias  conitie 
primitae  moveretor. 


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Nr.  185.    (1312)  JAQuai  2S.  ä6ö 

Vahrt  durch  Boroania  nuä  khIku  gleieben  Zelmtcn,  HChlDgen 
aker  zogloleh  itm  Kreuzzag  natrh  ClmnadH  vor.  Die  spanlgehen 
PrHlaten  wU«Hcht«u,  dxB  die  tipanlKchen  Kitnl^,  besonders 
Jay ne,  ^hSrt  wUrden ;  ein  allg^ineiner  Kreuzzng  ohne  Granada 
f^nge  kaum.  Der  Papxt  Nprnch  seine  Bedenken  nun,  nollt« 
aber  die  KardlaUe  blerUber  befragen.  Die  hIerfHr  bemTene 
Tenammlunf:  konnte  noeb  nicbt  atattflndeo.  Die  Franzosen 
antTTortclen  noeh  iiielit  Hau  erwartet  den  KUnlg  von  Frank- 
reieh,  der,  dureh  den  ZTrlsehenbll  des  Grafen  Ton  »fers  ab- 
^balt«n,  bald  entehelnen  wird.    VIenne  (1312)  Januar  32. 

AI  iiiolt  alt  e  niolt  poderos,  sonyor,  en  lacme  per  la 
tiracia  de  Deu  rey  Darago  etc.  en  P.  Boyl  e  en  ü.  CHoinar 
humils  servidors  voslres,  besan  voatres  mans  e  vostres  peiis,  senyor, 
nos  comanani  eii  vostra  gracia.  Sapia,  senyor,  la  vostra  altea,  que 
apres  qiie  Nauarrolto  correu  vostre  se  patii  de  nos,  lo  qual 
vos  porta  una  lelra,  per  la  qual  significaiii  a  vos.  .■senyor,  en- 
Ire  les  altres  coses  ieü  paraules,  quel  senyor  papa  re.spo5  a  nots 
sobrel  fei  del  comle  Dampuries  . .  . ') 

Apres,  senyor,  sapiats,  quel  senyor  papa  ha  appellaU 
tots  los  prclals.  F,  prinierament  aquells  de  Alamanya  e  de 
Anglaterra  per  si.  E  apres  aquells  del  regne  Darlet,  qui  es 
aquesta  ierra  del  imperi,  c  tota  Proensa,  e  puys  aquells  de 
lola  [^spanya,  e  puys  tots  aquells  <le  tota  Italia,  o  puys 
aquells  del  regne  de  Frama.  E  a  cascuns  per  si  parla 
on  la  canibra  sobrel  fet  del  passatge,  requirent  clls ,  quel 
conseylassen  sobre  ato,  quina  manera  bi  devien  tenir: 
o  cncara  quey  fuesson  (!)  ajuda.  E  aquells  Dalanianya  e 
Dangloterra  ponseylaren  lo  passatge  de  la  Terra  Sancta  e 
iitorgareulii  la  dedma  de  VI  ans.  Aquells  del  regne  Dar- 
let feren  seinblant  concessio.  Aquells  de  Italia  conseylaren 
lo  passatge,  ques  faes  per  Boniania,  e  atorgarenlii  la  dectma 
de  VI  ans  ab  niguncs  condlcioiis,  e  per  lal  cor  nos  liaviem 
parlat  ab  ells  ensems  ab  lo  bisb(<  de  Valencia  del  fet  de  Gia- 
nada,  conseylaren  et  supplicaren  al  senyor  papa,  que  donas 
loch  al   fet  de  Granada,    que  lau  ievas  hom  al  demig,    mentre 

']  Es  folgt  eine  längere  ErOrteiung  ihres  Verhallpna  in  dieser  Snclio: 
Lo  vicecaneelter  ah  qui  dnbaua  feyen  Iura  Atfers  Idio  Gesandten  des  Grafen 
VOD  AmparitR)  los  ha  de  tot  en  t«t  denegsds  tota  favor  ...  Es  molt  vo- 
leiit«ros  a  ser/ir  vos  ena  preha  inolt  eii  diu  grnn  be. 


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070  Berichte  usw.  vom  Koa/M  von  Vifnno. 

lo  pussatgt'  major  so  appareylariü.  e  segori:*  qiiens  dre  io 
patrinrcli  Dantiocya,  al  l'et  du  Granada  ha  via  feta  bona 
re?posln  )o  senyor  papa,  per  (juens  conseyla,  que  pt^osegulsspiii 
lo  fei. 

Apres,  senyor,  resposeren  los  prelals  de  Espanya.  E  quaut 
al  conseyl,  quel  senyor  papa  lus  demanava,  dixeren,  que  ai 
aquesls  afTers  sabicn  mes  los  princcps,  per  que  conseyiaven. 
que!  st-nyor  papa  volfrnes  liaver  coiiseyl  sobre  a^'O  dels  prin- 
ceps  Despanya  c  senyaiadainent  de  vos,  senyor,  qui  sabiets 
Ines  en  aquests  affers,  cy  erels  pus  exercitat,  que  ne},'u  dels 
allres.  Quant  ala  ajnda  iur  alorgarcn  hi  la  decima  de  VI  nti:; 
e  exposaren  al  senyor  papa  la  neces-*itat  eel  perill,  qui  \e  a 
tispanva  per  lo  regne  de  Granada  e  que  dels  princeps  ni  deles 
gens  Despanya  nos  poria  lioiii  ajudar  cn  passalpe  general. 
menlro  Granada  romanfrues  axi.  La  quäl  ne  poria  esser  levada 
per  los  princeps  Despanya,  mentres  faria  lapareylament  di-I 
major  passatge.  E  suppiicaren  al  senyor  papa,  que  el  hi  vol- 
giies  ontendre  e  girarhi  aquel  siibsidi,  que  ells  hi  fayen.  E  el 
senyor  papa  respos,  quant  al  fei  de  Granada,  ques  temia,  que 
si  concurria  ab  lo  fei  del  passatge  major,  qui'  non  venfnies 
ernbarcli  al  passatge.  Esles  que  eil  ajustaria  los  cardenals  e 
qne  oyria  los  prelals  Despanya  davaiil  ells  e  si  trobava,  que 
per  io  fei  de  Granada  no  sembargas  io  passatge,  que  ü  ptaliia 
niolt  e  qucy  daria  obra. 

Depuys,  senyor,  apres  II  dies  lo  senyor  papa  ajusla  io= 
cardenals  e  foren  aqui  los  prelats  Despania  e  nos  ab  ells  ca- 
sems  per  tnoslrar  les  ralions  inducUvas  al  fet  de  Granada  p 
que  per  aquell  no  ve  embarch  al  passatge  general,  ans  hi  vp 
endrecament,  inas  per  (.o  com  lo  papa  havia  a  entendre  nii 
allres  affers,  per  que  era  ajuslal  lo  coll^i,  noy  poch  entendre 
lavors,  inas  un  daquesls  dies  lii  enlendra  lo  senyor  papa,  e  havem 
speranca  en  Den,  quel  fei  tendra  bona  carrera.  E  nos,  senyor, 
segons  la  forma  dels  capitols  quens  Iiavels  liurada  sobre  nqiie^t 
arlicle,  faremhi  almils  qne  poreni. 

Los  prelals  de  Fran^a,  senyor,  encara  no  han  fela  in- 
guna  respnsta  sobrel  fei  del  passatge.  Lo  concili,  senyor,  e^ 
en  aquest  estainent  quanl  al  espeegament,  quel  senyor  papa 
esperava  lo  rey  de  Fran(,a:    Sine  quo  faclum  est  nicbil.    K  el 


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Nr.  135.    (1312)  JHnunr  22.  2H 

dit  rey  era  ja  en  cami  assafs  prop,  mas  eil  tenia  pres  lo 
comtc-  de  Nillers,  tili  primogenit  del  comle  de  Flandres '), 
pe[\o  cor  li  imposnvn,  que  eil  havia  Tetes  algunes  exactions  c 
pxtorsions  pccuniarias  a  algunes  fcens  del  seu  comtat  niatex, 
de  qne  era  encorregut.  en  (fran  peiia  e  que  encara  havia  sosten- 
tfuts  bandits  del  dit  rey  e  altres  nialfaytois  en  lo  seu-  comtat, 
e  quo  encara  eil  havia  promes  en  lo  tractat  de  la  pau  feta 
entrel  dit  rey  eis  Flamenchs,  que  faria  e  euraria,  quels  dits 
Flamenchs  tendrien  la  pau,  so(rons  la  rorma,  qne  ern  cmpresa. 
La  quäl  cnsa  no  havi'en  volguda  fer,  de  que  era  danipnificat 
lo  dit  rey  en  nies  que  no  valia  lo  comtat  de  Nivers.  Lo  quäl 
lii  havia  obligat  lodit  comte.  E  com  sobre  aqnests  capitols 
fos  ritaf  lo  dit  comte  e  vengues  guiat  per  guiatpe  de  nion- 
senyor  en  Karies,  germa  del  rey  de  Fran^a,  fo  res  nu  menyy 
arestat.  E  eil  roinanent  arestat  en  Paris,  .  , .  io  rey  de  Fran<;a 
venia  sen  al  ronciti  e  lexa  ordonat,  com  parti  de  Paris,  quels 
maestres  de  la  corl,  qui  romanien,  mannssen  de  part  del  dil 
rey  al  dit  comte,  qne  tbs  en  carcer  ferrnat,  lo  quäl  ells 
apcllen  a  differencia  darrestar,  com  son  guardats  ab  gnar- 
(les  e  ab  ferres  en  manera,  que  no  sia  en  Inr  nia  de  anar- 
sen;  nias  areMar  es,  com  hom  Ins  mana  solnnie>it,  que  nu 
isquen  dun  alberch,  e  si  pjissen  lo  manament,  encorren  pena, 
que  son  a  nierce  del  rey.  K  roni  lo  dit  comte  hac  oyt, 
que  en  carcer  fermat  lo  vollen  mclre,  disäiniula  lo  fei  e  dix, 
que  en  lendema  iria  ah  ells  la,  on  se  volt,'uesBen :  e  eils  par- 
tirense  dell;  e  el  dit  comte  es  sen  anal.  Per  que  el  rey  de 
Fran^a  ha  significat  .iquest  fet  al  senyor  papa,  dien,  que  hnvia 
son  acort  e  conseyl,  si  per  aquest  fet  sen  tornara  en  Franva, 
{■  si  atomar  sen  ha,  no  pora  csser  al  concili,  Mas  si  troba 
dacort,  que  noi  ne.cayla  tornar,  per  a<,o  veiidra  lantost.  K 
axi,  senyor,  per  una  via  o  per  altra  pensam  nos,  qne,  si  a 
Den  plan,  lo  concili  se  delinrara  tost.  K  nos,  senyor,  segoiis 
lo  manatnent  quo  haveni  vostre  en  los  cipitols  e  en  les  letres, 


')  Loais  de  Nevera  floli   in  der  Nacht  nach  EpjphRnJB  1812  aus  pHri<i. 
■  Nach  den  sonatigen  Darstellungen  muß  man  annehmen,  daß  Philipp  d.  Bch. 
damale   noch    in    raris  war.    Vgl.  V.  t'nnck-ltrentanu,    Philippe  le  Bei  en 
Klandre  6IÄ-G18. 


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^72  gprichte  uaw.  vom  Konzil  von  \'ieno^. 

queiis  havels  Iramese-s  spedalment  en  iiquestc!-,  que  ara  a  In 
rierreria  nos  Ka  aportades  monge .  ti-ebajlarem  aliiiDs  qur 
porem  ü  l'arem  en  los  affers,  si  a  Deu  plau,  go  que  pugam 
de  he.  Attres  noves  no  hie  ha.  semor,  que  axi  com  sesdc- 
venen  Infi  fels,  los  vos  fem  saber.  Nostre  senyor  Dens  vos  do 
vida  honrada  e  longa  al  seu  servey.  Scrita  en  Viana  undi'ciDio 
kaletidas  Fpbruaiii. 

«iirctlono.  Archiv.  URD.  Nr.  1W:.4.  Ur.  Pap.  Ssp. 

136.  KSnfg;  JnjDie  II.  an  Papst  Clemen«  Y.:  Emplleblt  den  isniKoi- 
zil  relBeoden  BiMliof  Ferdinand  Ton  ('«rdora,  der  ein  greiuiaer 
Kenner  der  benachbarten  niohammedanlsehen  Gebiet«  sei,  nr 
AnHrottnnic  der  Feinde  des  Chrlstentoms  mtt  den  Waffen  nri 
mit  Geldmitteln  ^nlrkt  habe  und  die  momenlan  schllmttebce 
doN  inohammedaii fliehen  Sndens  dem  Papste  ausetnandeniftzeK 
vrelle.    Calatajnd  (1311)  1SI2  Jnnnar  2S. 

Magnifico  principe  Ferdinando  rege  Castelle.  karissinio  cmi- 
sanguineo  nostro,  ac  nol)is  inviccrn  in  villa  noslra  CalatayubÜ 
regni  Aragonie  personaliter  existent ibus,  vicissini  ristss  liaberi- 
tibai,  vencrabilis  in  Christo  patcr  Ferdinnndus  episcopus  Cor- 
dubensis  predicti  regis  el  nostrani  adivit  presenciam  eiponcn- 
do,  se  e  ve^^tigio  fKcessnruin  ante  sacram  vestrani  presenciam 
serioseque  relaluruni  eJdem  condicioncw  et  statum  abhomina- 
bilium  paganoruni  parteni  Yspanie  in  opprobrium  cathoNci' 
lidei,  procb  dolor,  di-fTedanciuni  et  tiialedictum  uonien  .Malio- 
meti  invocanciuni  '),  exprimens  illos  esse  tum  ob  niaxiniarn  in- 
digencian),  tnm  nl>  plnres  alias  catamitates,  quibus  sunt  positi. 
in  casu  sup  dcstruccionis  facile  constitutos.  Sane  quia  veslra 
benignitas  laborantibus  pro  divinis  obsequüs  se  consucvit 
promptani  et  favorabüeni  exhibere,  beatitudrnl  vestre  humiles 
supplicanius.  quatenus  episeopnni  snpradictuni,  quem  viruni  in- 
gentis  aflcccionis  specialiter  in  erradicandis  nacioiiibus  fap- 
noruin  esse  perpendinius,  adeo  quod  in  persona  propria  el  rum 
armis  dictos  Sarrarenos  Yspanie  est  actenns  multis  vicibtis  d 
multipliciler  insequtus,  pcrirula  corporis  non  nietuens  nee  in- 
bores  nee  lionera  refntans  expensanim,  et  qui  pagunorum  htiiiis- 

'I  Es  folgt  dann :  pro  Dei  servicüa  nrdinHsBc. 


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Nr.  1S6.   (ISU)  1312  Jannar  26.    Nr.  137.   (1312)  Januar  30.       273 

inodi  condiciones  et  statum  cognoscit  ad  plenum,  racionibus 
suprndictis  ob  vicinitatem  dicte  sue  diocesis  terramque  proxi- 
mani  paganonim,  benigne  digneiur  recipere  et  more  solito  de- 
menter audirc  et  in  relalis  ab  eo  sicuti  apostolica  providencia 
pro  nieliori  c(^noverit,  congnie  providere  .  .  .  Dat.  Calatayubii 
V.  kalendas  Februarii  anno  domini  M"CC(.;'*X1. 
Barcelona,  Archiv,  Rag.  239  f.  210. 

137.  Die  KonzilB^esandten  su  KSnl^  Jnjme  II. :  Am  ü.  Februar  will 
der  KOnIg:  von  Frankreich  In  Clnn)',  In  der  Oktav  In  Ljon  sein. 
Bis  zu  Heiner  Ankunft  In  Vienne  nird  nichts  in  der  Temiiler- 
nnd  in  den  ttbrii^n  Angelegenheiten  ^§ehehen.  Nur  die  Refonn- 
petitlooen  hat  der  Papst  mit  den  Kardinälen  beraten.  IHe  tnn- 
zJtBiBchen  VTttlaten  haben  In  der  Zehntiwehe  erklärt,  duB  sie 
ohne  Znstimmnng  Philipps  d.  Seh.  ulchta  ^nehmtgvn  wHiden. 
Hetnrieh  TU.  ist  noeh  in  Genua  und  KUnlfr  Friedrieh  sehickt  dort- 
hin eiae  GeBaadtaehalt.  Gesehlehte  der  xlmonlstlschen  Erschlel- 
ehnnf  einer  fBr  den  Inlanten  Johann  bestimmten  Ptrttnde  In 
Valeneia.  Terhandlnn^n  mit  einem  sardinlschen  Blxehofe.  Tod 
des  Bkcbob  von  Gerona  nnd  Bemühungen,  daß  der  Papst  da» 
Bistum  nieht  einem  Fremden  gebe.  Der  treuest«  Frennd  Ara- 
gonlens  sei  Peter  Colonua.    Vtenne  (1312)  Jannnr  SO. 

AI  niolt  alt  e  molt  poderos  senyor  en  lacme  per  la  gra- 
cio  de  Den  rey  Darago  etc.  en  P.  Boyl  e  en  G.  Olomar  .  .  . 
Per  les  letres,  senyor,  queus  tramesem  laltre  dia  per  monge 
coireu  vostre  vos  fem  saber,  en  quäl  estament  era  lo  concili, 
e  la  raho,  per  laquat  lo  rey  de  Franca  laguiava  de  venir,  entro 
agues  haut  son  acorl,  si  vendria  al  concili  o  si  sen  tornaria 
en  Fran<;a  per  lo  fet  del  comte  de  Nivers  queus  feyeui  saber. 
Ära,  senyor,  havem  entes  per  cerl,  quel  ley  de  Franva  ve  al 
concili  e  deu  esser  en  la  feata  dela  purifieacio  qui  ve  al  ino- 
nastir  de  Clunyech  e  en  la  octava  dela  dita  festa  deu  esser  en 
la  ciutat  de  Leo,  que  es  a  V  legues  pres  de  Viana.  E  entro 
eil  sia  vengut,  nos  fara  res  en  los  fets  del  Teniple,  ne  de  negu 
passatge,  ne  dalties  coses,  qiii  sien  a  reformatio  de  la  esgleya. 
lassia  que  sobre  peticions '),  quJs  son  dades  diverses  sobre  la 

')  Vgl.  Bber  die  neuesten  VerSffentliehongen  P-hrles  und  GöUara  ilio 
Darstellang. 

Finke,  rnyalinm  uDil  l/iiternBiiB  .U.a  TtmiOeronlon».    11.  18 


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ili  berieht«  dsw.  vom  Eoniil  von  V)«mie. 

refonnatie  de  la  esgleya,  ha  entes  lo  senyor  papa  ab  loa  cur- 
denals,  s^ons  que  haveiii  entes,  si  que  per  a^o  ses  lagiat,  que 
encara  no  ha  appellats  )os  prelats  Despanyn  sobre  \es  rahons 
de]  fet  de  Granada;  les  quals  devia  appeilar  sobre  ai;o,  aegoas 
que  ja  laltre  dia  tos  fem  saber.  Mas  segons  quens  ha  dit  eo 
P.  de  Colona,  de  vuynies  hauran  deliurat  lo  fet  deles  dit^ 
petitions,  qo  que  ades  hi  entenen  a  fer.  E  pujs  deu  appeilar 
lo  senyor  papa  los  dits  prelats  e  entenem  nos,  senyor,  que 
tots  los  fets  se  declararan  tost  de  vuy  mes.  Los  prelats  dd 
regne  de  Fran^a  ban  respost  al  senyor  papa  sobre  lo  fet  dp 
la  decima,  diens,  que  sens  consentiment  del  dit  rey  nola  ator- 
garien  e  posen  hi  raho,  ques  tomen,  quel  rey  de  Fran^  no 
volgues  haver  puys  altra  dells.  Nos,  senyor,  som  de  enteni- 
ment,  que,  con  lo  rey  de  Franpa  sia  en  la  ciutat  de  Leo,  siam 
davant  eil  la  per  lo  fet  dela  vall  Daran,  per  ^o  que  mik  ht 
pora  entendre,  abans  que  sia  en  Viana.  E  fermem«  ab  eil  to 
que  poreni,  e  puys  encara,  com  sia  en  Viana,  ab  lo  papa  r 
ab  eil,  segons  que  entendrem  ques  fa^a  a  fer. 

Ältres  noves,  senyor,  no  hie  ha,  sino  que  lemperador  es 
encara  en  lenoua  e  quel  senyor  rey  Frederich  li  ha  tratneses 
missatgers  soilempnials,  i;o  es  en  Corral  de  Castell  Manart  e 
un  altre,  que  appellen  Gar^ia  Xemene^  e  II  jutges  sens  ab 
dues  galeas  e  un  leny ').  La  raho,  per  que  soq  anats,  no 
sabem. 

Bdcu»,  senyoi',  upiti  1b  vostra  lütea,  que  en  lo  mes  de  VsTtskn 
prop  paBMt  vftga  en  eort  de  Koma  nna  canoogia  de  Valencia  per  reaaDciicio 
den  R.  Dootinyena,  nabot  del  biabe  de  Talencia.  E  timtost  com  ho  aabw- 
aiftniflcambo  al  dit  bisbe  A«  Valencia,  qai  es  curador  del  molt  nobla  tenyor 
infFant  don  loban  Sil  vosti'e,  lo  qnal  biabe  accepta  derotre '  tempa  eantmf  * 
la  dita  canongia  en  nom  deldit  aenjor  iaBkot.  E  fen  feta  coUatio  daqnelb 
per  maeatre  Bernart  lUyart  capellan  del  senyor  papa  e  esequdoT  a  afo  d«- 
pntat,  segons  que  ea  lo  procese  sobre  0^0  fet,  lo  qoal  ara  voa  trantttepi, 
MD^ar,  M  contengut.  Ka  empera  ver,  aenyor,  qne  eo  aqaeet  fet  ha  etm- 
gnda  barataria,  segona  que  par,  per  ietres,  quel  dit  R.  Daniinyana  ba  tn- 
meaea  aldit  bisbe  avoncle  aeu.  Per  lea  quals  li  fa  aat)er,  qua  dl  lion  caiu 
de  procuratio  an  P.  Scrina  «anonge  de  Valencia,  fill  den  G.  Scriaa,  qoe  pa- 

a    Ot.  bat  fernem.  b    80  Or, 

')  Darüber  ward«  ich  in  ejnar  apltan  PnbUltatiui  m«kr  brigfa«. 


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Hr.  IST.     (1318)  Jannar  80.  275 

gaea  rraiuieUr  en  nom  hu  a  1a  dita  canongia  h  b  »lirea  benifota;  nii  em- 
pero,  qDBldit  P.  Scriaa  liuras  la  cnrta  de  la  procuratio  cn  les  nians  dddit 
bisbe  de  V'alencia  avoDcle  seit,  per  ^  cor  eil  eDtenia  h  r(>iiaiiciar  per  ente- 
niment  de  fer  pae  eatreta  vida  h  awtvej  de  Oeu,  empero  ab  bona  roluntat 
(I  pla«r  deldit  biabe  e  ao  6a  altre  roanwa.  E  etdit  P.  Scriun  no  hao  cnra 
dofo,  roas  renunfU  en  In  cort  e  ab  corniptio  tracta  e  procura,  que  eil  agnea 
lo  dret,  qae  havU  lo  dit  R.  Dantinyena  en  la  pebordria  de  Valencia,  qui 
era  primer  esperant  en  la  pebordria,  a  qnel  Sil  den  PoDf  de  Materu  aguee 
la  dita  canougia,  qni  vagava,  axi  quel  dit  filt  den  Pont  de  Matero  ha  ini' 
petrada  aqnestii  canongia  ab  simonia,  eegone  que  dien.  Estors  la  saa  impe- 
trmcio  ea  aubrepticia  per  moltos  rabons,  e  per  afo  lo  biabe  de  Valencia  ba 
accuptada  la  dita  canongia  al  dit  senyor  inflant  e  ha  urit  ai  oapit«!  de  Va- 
lencia, qne  meten  en  possessio  daqnella  lo  dit  sanyor  inffant  o  eon  procura- 
dor.  Per  qne  es  bo,  senyor,  que  trametrate  an  R.  Gaste  aqoeat  procesa,  e 
qne  vala  a  Valenoia  pendre  la  poaaeaaio  dessnadita,  axi  quey  Ma  prtmer 
qne  laltre,  e  nos  ah  raho  e  ab  insticia  contraatarem  a  aquest,  qni  ha  inipe- 
tr&t  contra  la  'gracia  del  aenyor  inffant. 

Encara,  senyor,  significam  a  la  vostrs  eenyoria,  que  en  lo  dia,  qne 
aquest«  letra  fo  scrita,  un  biabe  de  Satdenya  parla  ab  lo  bisbe  de  Valencia 
secr«tameDt  de  la  roanera,  qnel  dit  bisbe  vos  escrisch  ia  altra  vegsda  e  el 
bisbe  de  Valencia  diz  li,  que  en  Viana  eren  vostree  miasatgera,  e  qne  era 
bo,  qae  eabesMa  en  aqnost  tractament.  En  azi  qne  havem  empres,  qne 
siam  ensemp«  dena,  qne  hom  cotnpUra  pridie  kalendas  Febmarii.  B  aii, 
senior,  Tenretn,  qne  dira  e  fo  qney  farem,  fer  vos  hu  hem  saber  largkment. 

Encara,  senyor,  vos  fem  saber,  quel  dia.  que  aquesta 
letra  fo  scrita,  lo  bisbe  de  Gerona  ')  passa  desta  vida  en  Viana, 
e  nos  temens,  quel  papa  no  donas  lo  bisbat  a  algun  estranger, 
qui  no  fos  vostrc  natural,  ab  conseyl  del  bisbe  de  Valencia 
parlam  daquesta  raho  ab  frare  Nicholau  cardenal  preuvers 
tituli  sancti  Eusebii,  qui  es  del  ordre  dels  Preycadors,  e  a(;o 
feem,  cor  daquells,  qui  ara  eren  presens  en  la  cort  naturals 
vostres,  tenim  pus  eovinens  al  dit  bisbat  a  servey  de  Deu  e 
vostre  e  maestre  Romen  ca  Brugera  o  frare  R.  de  Masqueffa  *), 
qui  son  prohomens  e  grans  clergues.  E  axi  anam  al  dit  car- 
denal, per  CO  cor  es  Prejcador,  e  dixemli  lo  fet.  E  el  dix,  que 
haviem  be  fet,  per  i;o  cor  era  mester,  que  en  aquell  bisbat 
agues  persona  avos  devota  c  feel;   mas  dix,   que  si  vos  scri- 

')  Der  Bischof  tod  Qerona  st«rb  am  SO.  Januar  1812. 
*)  Beide  in  den  Registern    Sfters  genannte  Uominikaner.     Erstcrer 
war  ja  der  Korrespondent  Jijmea  in  der  Templerangelegenfaeit 

18* 


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2li  Berichte  ubw.  vom  Konzil  von  Tiennä. 

uriets  per  la  iina  äeh,  on  conmnavets  a  nos  creenca  ab  tetra 
vostra,  ques  pensava,  quen  acahariets  vostre  en[teni]ment,  e 
quey  seriets  a  temps,  per  co  cor  io  papa  ha  ordenat,  que  no 
orden  de  neguna  esgleya,  que  ura  vach  pn  Io  cnncili.  Eaxi. 
senyor,  fem  vos  saber  i.o,  quey  haveni  pensat  ey  haveni  fei. 
E  vos,  senyor,  ordonats  hi  co,  que  us  placia- 

Encara,  senyor,  sia  menibrant  la  vostra  senyoria  de  <o 
que  laltre  dia  vos  fem  saber,  queyc  trainesessets  ietres  al  car- 
denal  de  Pelagrua  e  al  eardenal  de  Beses  e  en  P.  de  CoIodb, 
per  les  quals  lus  fa^aLs  gracies  do  la  bona  voluritat,  que  han 
mostrada  e  niostren  tot  dia  en  los  affers  vostres,  per  ^■o  com 
los  trobain  aniichs  vostres,  e  aco  pora  valer  als  affers  a  deii- 
urar.  Mas  senyaladament  vos  fem  saber,  senyor,  que  sobre 
lots  haveni  trobat  aiuich  vostre  ab  veritat  en  P.  de  la  Colona, 
Io  quäl  no  poria  un  punt  nies  fer  en  les  vostres  nfTers  . .  • 
Scrita  en  Viana  III.  kalendas  Februarii. 

Barcelona,  Archiv,  CRD.  Apend.  gen.  Nr.  27.  Or.  Pap.  Sap.  Der 
König  empfahl  dem  Papete  für  den  IJiechafasitz  von  Gerona  am  25.  Febnir 
(laßer  dpn  beiden  üomioikanern  nocli  Johannes  Bnrgandi,  sacrista  Kkiari- 
ceneis  et  canonicua  Valentinus,  iam  notua  a  j^anctitnt«  vestra,  quia  fiiii  in 
Komana  curia  prociiratoris  nostri  officium  exprcendo  (Reg.  336  f.  61).  Doch 
wurde  es  keiner  von  den  dreien.  Aus  einem  andern  Schreiben  (f.  61 ''I  er- 
fahren wir,  daß  der  sardinische  Bischof  Nikolaus  ep.  Bosanus  war.  Am 
23.  Februar  erhielten  die  lieiden  Konzil sgesandten  in  der  aardtniachen  Ange- 
legenheit eine  nuanihrliche  Instruktion  |fol.  12). 

l»i.  Die  KottzilsgCMuidten  un  K»iil|r  Jajme  II.:  8e1t  12  T»fe»  da' 
die  Ge§Andteii  FhllippK  d.  Seh.  tn  Yienne  uad  verhasdell«!  tn 
tlcfotem  GehplinniN  mit  dem  Papst  und  :>  KHrdlnUrn.  Hnl 
sind  flle  zum  franzSRiiwheii  König  ffereist,  der  Jetzt  ufi  tr- 
xlelter  Ülwrelustlmmiing  nach  Vfenne  kommt.  Sie  bcglen  Kli- 
Imneu  wcgeo  des  ('ehelmiiisfies  und  sprnehen  mit  dem  Kardlial 
von  Beztetv  über  die  Tempi ei-gUter.  \noh  «einer  Ansieht  «Br- 
den  xle  einem  vorhandenen  oder  neuen  Orden  onler  It'abniif 
der  kSoIgrlielien  Reelite  ttherirlesen :  er  htibe  fflr  einen  oetfR 
Unlen  genlrkt  und  rnte  dem  KSnig,  daS  einer  seiner  Sthie 
das  RItteronlensliablt  nehme  und  Meister  nttrde.  Die  Petltl» 
betr.  die  elerigueis  eonjnfattt.  Die  steten  Wandlnncen  In  irr 
ft-nnK«slseheii  Politik.    VIenne  (lSr2)  Februar  •29. 

AI  moll  alt  e  niolt  poderos  senyor  en  lacmi^  ...  rey 
Darago  etc.  en  P.  Boyi  e  en  G.  Olomar  .  .  .     Depuys,  senyor, 


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Nr.  138.    (1312)  Febniar  29.  277 

queus  traniesem  la  letra,  laqual  vos  porta  lohan  Dalmudeuar, 
son  venguts  al  concili  per  part  del  rey  de  Francja  missatgers 
en  Loys  genna  del  dit  rey  e  el  comte  de  sent  Paul  (?)  e  el 
comte  de  Bolunya  e  un  cavaller  Eiigerra '),  lo  quäl  es  uii  dels 
majors  en  lo  conseyl  del  rey  de  Frain,a,  e  en  G.  de  Nogeret 
e  en  G.  de  Plasia,  e  ban  estat  en  lo  concili  tro  a  XII  dies  e 
Iian  parlat  e  tractat  ab  lo  papa  molt  secretament,  aici  que  noy 
han  cabut  sino  V  cardenalä  sotaineiit,  v"  ßs  assaber  lo  car- 
denal  de  Beses  et  Narnau  de  Pelagrua  e  en  Cantalops  e  el 
vicecanceller  e  frare  Nicholau,  qui  era  confessor  del  rey  de 
Fran(,'a,  ans  que  fos  cardenal,  e  quax  noha  faüt  negu  dels  dits 
XII  dies,  quel  papa  eis  dits  cardenals  e  niisäatgers  del  dit  rey 
no  sien  estats  enseins  e  han  f [et  ]  tan  secre[ta]nient  lurs  affers, 
que  nuyl  hoin  non  ha  pogut  res  sentir.  E  vuy,  que  hom 
compta  pridie  kalendas  Marcii,  lus  dits  inissatgere  son  se  par- 
tit[s]  de  Viana  e  son  sen  anats  al  rey  de  Franga,  qui  es  [a] 
Masdi  .  .  on^),  .  .  .«  sino  dues  jornades  de  Viana,  e  segons  que 
havem  entes  per  alsguns,  quiu  lian  oyt  del  dit  Engerra,  q[uij 
es  un  dels  dits  missatgers,  ells  se  son  concordats  ab  lo  papa, 
eaxi  que  amenaran  [lo]  rey  de  Franca  a|l]  concili.  E  es  ver, 
senyor,  que  mentre  to  dit  tractament  ei-a  entre  ei  papa  e  eis 
missatgers  desusd[its],  com  nos  no  poguessem  entendre  res  de 
la  manera,  que  t[rac]tave[n]  specialnient  sobrel  fei  del  Teniple, 
a  qiiels  va  hir  cor  e  sobre  que  es  lo  major  tractament  lur, 
sospitans  per  aio  anam  nosen  al  cardenal  de  Beses  e  pre- 
rien[tam  [li  la  lelra  vostra,  que  vos,  senyor,  ara  n[oJs  trameses, 
per  la  quäl  li  feyets  gracies  de  la  bona  cura,  que  iia  dels 
vostres  afferw  e  [qu]el  pregavets,  que  ara  senyaladament  a  la 
fl  dels  fets  o  mostras  per  obra;  k  lest[a|  Ki  letra  per  aquelt 
cardenal,  niostra  se  be  paga[tj  daquella  e  dix,  que  la  volentat 
bi  bavia  eil  gran  e  quo  parria  en  tot,  quant  eil  hi  pogues. 
«    Hier  fehlt  ein  Wort. 

']  In  diesem  Falle  wird,  da  es  sieb  doch  um  Engaerrand  de  Harigny 
liandelt,  diu  en  nicht  als  Herr  za  nehmen  sein  (en  UcttbI,  wie  es  im 
Ür.  steht. 

*)  Im  Rec.  des  hist.  des  (jaules  XXI  p.  468  wird  ob  Aufenthaltsort 
des  KQniga  zu  Anfang  iiitz  öfter  Mdtiscano  (Mn^on)  genannt.  Von  hier 
AUS  sandte  er  am  2.  MSra  das  bekannte  Schreiben  an  ClemenH  V. 


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276  Beriofate  uaw.  Tom  KodüI  too  Vienae. 

E  nos  senyor  sabens,  que  eil  es  aniich  vostre  e  quc 
ha  gran  poder  en  aquests  affers  e  que  [s]ab  en  tot  par- 
[lan)]li''  breument  sobrel  fet  del  Temple,  en  quai  man^u. 
si(F)ses  devenia,  quel  orde  del  Temple  fos  dissoU,  era  necessari 
a  vos,  senyor,  c  ala  vostra  terra,  que  tal  ordinatb  se  fe  . ..' 
dels  bens  del  dit  orde,  ques  fee[s]  sens  preiudici  del  vostre 
dret  e  que  per  aavant  negun  penll  non  po^es  veau*  ala  vc»ttii 
terra,  per  que  era  rahonabla  eosa,  que  nos,  qui  som  en  lo 
coDcUi  per  part  vostra,  senyor,  fossem  oyts  .  .  ,  Senyalada- 
inent  li  specificam,  que  en  ueguna  manera  nos  ...  c  quels  dib 
bens  fossen  applicats  al  orde  del  Espital  .  .  .  Poria  honi  be 
dir  dels  Espitalers,  quils  sjustava  aquests  bens  ^o  que  diu  lo 
psalmista :  Incrassatus  est  dilectus  et  recalcitravit,  iDCrassatus. 
impinguatus  et  dilatatus  etc. ')  .  .  .  Tots  los  reyes  Despa- 
nia  .  .  .  Serien  uns  aaco.  Per  ^o  li  ho  votgueni  dir  axi  fort, 
com  havem  entes  axi  per  conjectures  deles  parauli^,  que  ja 
havieni  oydes  dell  com  per  altres  semblans,  que  eil  es  promo- 
vedor  per  part  del  Espital,  que  baien  tots  los  bens  dei  Temple 
e  axi  volguem  Ion  una  vegada  desenganar. 

Aa^o  respos  lo  dit  cardenal  e  dix,  que  una  vegada  en- 
tenia  eil,  que,  jassia  que  eil  encara  no  fos  cert,  si  lorde  del 
Temple  seria  desfet,  esters  la  on  ho  fos,  qua!  que  cosa  se  or- 
donas  dels  bens,  en  tal  mancras  faria,  que  vos,  senyor,  hi 
haiu-ets  tot  vostre  dret  salvu ;  e  dix,  que  ja  lattre  dta  ne  viu 
eil  denant  lo  papa  una  nota,  quen  havien  alsguns  notada  per 
aquestes  paraules,  <;o  es  que  a  aquell  loch,  on  c-ren  assignadors 
los  dits  bens  ,assignabantur  cum  honoribus  atque  oneribu» 
universis".  Eaxi  da;o  bey  seria  salisfet.  Oix  nos  encara,  qae 
eil  per  simatex,  mes  havia  de  un  mes  o  de  II,  havia  niO(rut 
al  papa,  que  volguesse,  que  aquests  bens  fossen  applicats  a 
orde  ja  stabüt  f'  o  a  orde  faedor  novellainent.  Tenia  per  bo, 
que  un  de  vostres  lills,  senyor,  prenent  labit  de  religio  de  Ca- 
valleria  fos  fet  mestre  e  per  collatio  deldit  papa  e  ordinatio 

b  So  wahrscheinlich.  c   3~i  BochatabeD  fahlen.  il  riab- 

blit  Or. 

'J  JeUt  folgt  eine  lingare  BegrOndnn;;  in  der  beksDoten  Wene. 

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Nr.  188.    (181S)  Febnur  20.    Nr.  1S9.   (1812)  Hin  17.  27« 

hagues  lo  maestrat  de  tota  sa  vida,  per  (o  quels  (rares  de) 
orrie  noy  p(^essen  res  mudar  e  quel  papa  dix,  quels  altres 
princeps  per  Ventura  no  ho  tendrien  per  bo,  e  quel  cardenal 
li  respos,  que  eil  no  ho  entenia  sino  de  la  vostra  terra  sola- 
raent,  senyor,  e  de  Espanya,  e  quel  papa  dix,  que  axi  se  po- 
dia  be  fer  e  que,  quant  era  en  eil,  ja  volria,  que  fos  fet.  Per 
que  i1L\  lo  dit  cardenal,  que  eil  entenia  a^o  a  tractar,  segoas 
que  havia  mogut.  E  nos,  seiiyor,  da^o  de  pari,  vostra  11  faem 
moltes  gracies  . .  . 

Fioalment  el  dbc  axi:  E  si  el  papa  feya  un  orde  novell, 
al  qiial  applicas  aquests  bens  e  quey  salvas  a  vos,  senyor,  tot 
vostre  drei,  axi  com  li  haviets  en  temps  dels  Templers,  st  y 
coiisijitriets  vos,  senyor?  E  nos,  senyor,  dixem,  quens  pensa- 
veni,  que  a  a^o  consiiilriets.  E  en  aquest  cas  lo  pregavem  de 
part  Yostra,  senyor,  que  tractas  lo  dit  fet,  que  havia  mogut 
de  un  de  vostres  fllls ')  •  ■  ■ 

QuanI  al  fet  de  Granada  o  dalgun  passatge  no  us  podem 
ara  res  fer  saber,  cor  lo  papa  ha  hauda  concessio  dels  prelats 
deles  deciroes  de  VI  ans.  E  com  lo  rey  de  Franga  sia  a?i, 
ladonchs  se  ordonara  ...  El  capitol,  senyor,  quens  [m]anas 
dels  clerigues  conjugats  )i  parlam  e  dix,  que  donassem  la  peti- 
cio  an  P.  de  la  Coloim,  que  la  meses  en  concili  e  havemli  fet, 
e  segoos  quens  ha  dit  en  P.  dela  Colona  ja  .  .  .  n  provist  con- 
vinentment  .  .  .  Per  (;o,  senyor,  cor  dels  afFers  del  rey  de 
Fran^a  null  hoin  no  pot  esser  cert,  eells  fan  lurs  afTers  ab 
gratis  miitations,  no  som  certs  quant  (P)  hie  serem  deliures  . .  . 
Scrita  en  Viana  pridie  kalendas  Marcii. 

BarceloDB,  Archiv.  CRD.  Apend.  gen.  Nr.  26.  Or.  Pap.  Ssp. 

iS».  l>lo  KoMKilBKesaudteii  ua  KUulg  Jainii-  IL;  Philipp  d.  ScIi.  M  Id 
Lj'ou,  Engnerrand  Im  geheimen  beim  Papst«.  Vermutung,  daB 
xffltiohen  Philipp  lind  Olemenx  Y.  noch  nicht  nlles  geordnet  sei. 


')  Dana  giogen  sie  zu  Peter  Colonna  und  baten,  nickt  bo  offen,  wie 
bsim  Eardinnl  von  Beziera,  dafi  er  dafür  eintrlte,  dafi  aie  gehSrt  nUrden. 
Er  irar  ganz  fOr  den  Enoig  ond  sagte,  daB  ihn  die  portugiesischen  Ge- 
sandten tun  ähnliches  gelieten  hätten.  Der  Papst  hAtte  es  ihm  auch  zuge- 
sagt,   ähnlich  sprach  auch  der  Kardinal  von  Pelagron. 


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280  Uericht«  usw.  vom  Koniil  von  Vianne. 

Ihre  UeRlrebtun^,  daH  plUtzIlch  In  der  Tenplersaeke  ein«  PiMU 
kHtlon  erfolge,  Teraittnßt  sie,  mit  den  pvrtnicteslscben  eeaaAei 
die  spanlsehen  BlscbSfe  Im  Hanse  des  Erzblsebofk  Ton  S.  i*B* 
%m  tersatnraelD.  AnT  Ihre  AasrahrBitfen  ant^rorleB  besttamt 
unr  die  BiscbOre  Ton  Sarnfosaa  and  Valencia.  Dann  ^liei  sk 
sn  dea  Kardinalen  und  fuhren  Ihnen  die  Anslebton  der  spul- 
Mben  Herrseher  vor.  Die  KardlnMlv  urteilten  versebieden:  die 
finf  Unterhlndler,  die  bei  den  Terhandlnngen  Clemens'  V,  mit 
den  Franzosen  «raren,  sprachen  gieh  nir  das  freie  Dispodtlon«- 
recbt  dex  PopsteN  aus,  die  Itallenitiehen  Kardlnlle  dag^en  stu- 
den  auf  selten  der  Uegandten.  Konalstorlnm  am  11.  MXrz:  Voi^ 
traf  der  araEonesIsehen  uad  portngieidsehen  Gesandten  and  Ant- 
wort des  Papstes.  8le  verlangen  bei  den  endgültigen  Terhaad- 
langen  zngegen  zn  sein.  An  den  folgenden  Taren  bes-aeben  sie 
wieder  alle  KardlnHle:  die  Italiener  billigen  völlig  Ihr  Torgebea. 
die  Enei^e  de»  Ktfnigs  und  tadeln  das  Verhalten  der  Rite  des 
Jungen  kastlllanlNulicn  KKnlg«,  der  keine  Gegaudten  gesehiclil. 
Peter  Colonna  berichtet  Ihaen,  dafi  der  Papst  und  Philipp  d.  Sek. 
einmütig  sn  den  GroBprIoren  der  Ilospltallter  ron  Fraafarrieb 
aad  der  Anvergne  gesandt,  die  sie  Hoüon  in  Vieane  sahea.  &t 
eilen  nochmals  zum  Papst  und  lionnten  Ibm  am  17.  noehmaL« 
die  Sache  vortragen.  Der  Papst  antirortet  auswelehend ;  er 
wisse  noch  uleht  bestimmt,  ob  der  Templerorden  anfhSre;  weai 
Ja,  verhandle  er  vorher  mit  Ihnen;  dann  lobte  er  die  Übergabe 
an  die  Ilospltallter  als  die  beate  fJIsung  und  apracb  viel  vm 
Überlassung  der  Tem pierfest nngen  an  den  KValg.  Bitten  bb 
weitere  Instruktion.  Das  Ende  des  K^iils  nahe,  dein  morg» 
könne  der  französische  Kflnls.    Vleniie  (131^  ^'ir/  IT. 

A  vos  molt  alt  e  molt  poderos  seiiyor  en  lacine  .  .  ■  rey 
Daragü  etc.  en  P.  Boyl  e  en  G.  Oloniar  .  .  .  Signilicam  aia 
vostra  altea,  senyor,  que  depuys,  que  en  Loys  frare  det  rey 
de  Fran^a  fi  eis  altres  niissatgers  del  dit  rey  Ibren  partils  dc 
Viana  per  anar  ai  rey  de  Franvii,  lo  rey  de  Fran(;a  se  acosta 
a  Viana  enlro  aia  ciutat  de  Leo.  on  es  ara  vuy  en  aqut-äl 
dia ').  E  com  tu  rey  de  Fran^a  fo  vengut  at  Leo,  trames  ^il 
papa  Engorra  aquell  tavaller  seu  tan  secret,  qui  ja  cra  vengul 
a  Viana  eiiseins  ab  los  altres  missatgers.  E  itos  enteaens  e 
veens,  quel  rey  de  Frania  nn  venia  en  Viana  e  qnel  dil  en 
Gerra  era  tot  dia  a))  lo  papa.  agueni  presumptio,  quels  fets 
entrel  papa  el  rey  de  Franca  no  eren  de  tot  concordats.  Aguem 


')  Im  Uec.  diu  bist,  XXI  p.  4U9  erscheint  Philipp  d.  Seh.  tatnt  a 
16.  Harz  Lugduni.     Nach  obigem  muS  er  schon  Iftoger  dort  sein. 


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Nr.  189.     11312)  Mürz  17.  281 

eiicara  altra  presuniptio,  que,  pus  los  cardenals  iio  eren  appellats 
ii  aquest  segon  tractament,  sino  aquell  V,  quj  ja  eien  estats 
a  laltre,  e  aquells  encara  iio  tots:  dubtavein  nos,  que  etls  tio 
feessen  entre  si,  e  pnys  que  soptadament  no  verigues  lo  rey 
de  Fraii^a,  qui  tan  prop  es,  e  que  enantassen  a  publicatio 
dcls  fets  de  lo  que  atirien  ordonat  en  lo  fet  del  Temple.  La 
qua)  cosa  temens,  que  fos  molt  prcjudicial  a  vos,  senyor,  puä 
HOS  no  eren  abans  oyts  de  voslre  dret,  feein  plegar  tols  los 
prelats  Despanya  en  casa  del  archabisbe  de  Sent  laciiie  e  nos 
eis  missatgers  del  rey  de  Portugal,  ab  los  quals  liavieni  parlat 
daque^ta  raho,  que  fosrieni  tots  ensems,  proposam  davant  ells 
lo  dret.  que  vos,  senyor,  eis  altres  princeps  Despanya  liavels  en 
los  bens  del  Temple,  qui  son  cn  Espanya,  Per  lo  quäl  dret 
aquells  bens  no  deven  esser  deputats  a  subsidi  de  la  Terra 
Sancia  ne  u  negu  altre  us,  sino  a  defensio  dela  esgleya  occi- 
dental  Despanya,  a  invasio  e  destruccio  dels  Sairahins  Despanya, 
a  servey  e  a  defensio  dels  vostres  regnes,  cor  ab  aquesta  co- 
vinen^a  passaren  en  lorde  del  Temple,  ab  aquesta  causa  foren 
donats  aldit  orde  per  vostres  predecessors.  Per  que  requeriin 
al  dits  prelats,  per  la  naturalea  per  la  quäl  eren  tenguts  a  lurs 
princeps  e  per  lo  be,  que  eren  tenguts  de  procurar  ala  lur 
patria,  que  deguessen  a  nos  conseylar,  quel  inanera  lendriem 
eil  aquests  fets  a  conservatio  dels  drets  dels  pnnreps  Despanya, 
si  alguna  ordinatio  se  fatiia  contra  lur  volental  e  en  preiudici 
de  lur  dret  e  encara  a  enibargar  en  totes  aquelles  nianeres, 
que  poguessem,  que  nos  tees.  (lor  nos  ereni  certs,  quels  prin- 
ceps Despanya  no  consintrien  que  aquests  bens  tenguossen  altra 
tarrera,  sino  aqtiella  a  que  son  deputats,  e  la  on  en  aio  fos 
consepvat  vostre  dret,  e  que  roinanguessen  en  aquell  us,  a  que 
son  deputats.  Encara  los  princeps  Despanya  nu  consintrien, 
que  fossen  applicats  a  lorde  del  Espital  per  les  ralions,  que  vos, 
senyor,  sabets  e  nos  sabem.  qui  molt  lit  havem  pensat.  Aa^o 
resposeren  los  prelats  Despanya  flacanient,  axi  que  de  lur  con- 
sell  ni  de  lur  ajuda,  salvant  del  bisbe  de  Valencia  e  de1  bisbe 
de  (/aragova,  en  co  que  pot  nons  pi'ofitariem  gayre. 

Depuys  anum  per  tots  los  cardenals  a  alguns  per  nos  e 
a  altres  ensems  ab  los  dits  missatgers  del  rey  de  Portugal  e 
parlamlus  daqnef^ln  maleria  tan  complidament  o  tan  cnfortida- 


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388  B«riohU  nsw.  TOin  Konsil  tod  Tienn»- 

ment,  com  Deus  nos  dona,  axi  que  ßnalmeiit  lus  condoim,  que 
en  neguiia  manera  los  princeps  Despanya  no  sofferrien,  qoeU 
dits  bens  fossen  appücats  a  altrc  us  que  al  desus  dit  e  aytan 
pocti  al  Espital,  p.  que,  si  el  papa  ne  ordonava  contra  la  vo 
lentat  dets  princeps  Despanya,  que  era  appareylat  a  raoure  sen 
gran  scandel  e  que  eil  poria  be  ordonar,  mas  la  execucio  serä 
diificil,  que  pus  tos  dits  princeps  eren  fundats  en  raho  e  en 
iusticia  ,et  non  querebant  in  Isonis,  nist  que  &ua  sunt,  ut  redde> 
rentur,  que  sunt  Cesaris  Cesari  et  que  sunt  Dei,  Deo' ^).  So! 
nons  temiem,  que  tort  lo  sen  pogues  csser  fet  per  hoio  caraaL 
cor  ells  eren  tots  a  aquest  enteniment  en  un  cor  e  en  una  vo- 
lentat. 

Los  cardenals  trobam  de  diverses  Intentions  sobre  avo. 
axi  que  aquells  V.  *),  qui  son  en  aquest  Iraciament  ab  lo  papa, 
nos  eren  contraris,  quant  a  ai;o,  que  nos  aguessem  a  contra' 
dir  De  a  coasentir  en  la  dispositio  daquests  bons.  La  qua! 
entenien,  que  fos  soltament  en  k  volentat  det  papa,  ab  que 
salvas  als  princeps  lo  drei,  que  y  han.  Los  altres  cardenals 
de  Itatia  loaren  nostre  proposanient  e  nostra  diligentia  e  cwi- 
Tortaren  nos  sobre  a^o  e  promeseren  nos  ajuda  en  nostra  iu- 
sticia aquella  que  ells  porien.  E  puys  nos  sovetn,  o  quaix  toi 
dia  no  cessavem  de  parlar  e  cridar  eil  cardenal  de  Pelagnia 
e  al  cardenal  de  Beses  mostranslus  los  perills  eis  scandels,  qui 
daquesl  fet  eren  appareylats,  demanans  audiencia  sobre  a^. 
axi  que  ßnalment  lo  papa  trames  adir  per  son  missatge  a  nos 
e  aaquells  de  Portugal,  qiiens  volia  oyr  en  consistori  dels  car- 
denals. 

E  fom  eD  cunsistori  dissapte  prop  passat ") ,  que  hom 
comptava  V.  idus  Marcü,  e  proposam  largaraent  del  drei  deb 
princeps  Despanya  sobre  aquest  fet,  posans  lo  fet  segons  les 
cartes  e  s^ons  la  usan(,a  e  allegans  drels  aa^o.  E  fo  la  nostm 
'  coaclusio,  que.  quäl  que  ordonament  se  fees  dels  dits  bens,  se 
agues  a  fer  de  espress    consentiment  vostrea  e  no  en  albe 

a    Or.  hat  noBtm. 

')  Eine  Unwandlatig  der  bekannten  BibeUtelle. 
')  Vgl.  den  Anfang  der  vorigeD  Nammer. 
']  An  11.  MSnc  1312. 


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Nr.  189.    (1S12)  Hin  17,  383 

manera  e  requerim  al  scnyor  papa,  quens  comunicas  sobre  avo 
lo  seu  enteniment  e  )ft  sua  volentat,  per  que  nos,  qiii  sabiem 
mÜE  la  terra  e  )a  condicio  detes  gens,  tractassem  e  consen- 
tissem,  que  dels  bens  st?  ordonas  en  manera.  que  fos  setvey 
de  Deu  e  confusio  dels  Sarrahins  Despanya  o  coiiservatio  del 
dret,  que  y  han  los  princeps  Despanya  a  servey  e  defensio  de 
lurs  regnes,  e  que  les  gens,  qui  aquests  bens  tendrien,  fossen 
naturals  dels  dits  princeps,  asi  que  salva  feeltat  dels  princeps, 
e  a  lur  segurtat  poguessen  aquells  bens  esser  regits  per  aquells, 
uqui  seran  coinanats.  E  quant  al  fet  del  Kspital  spedücarn 
mes  los  missatgei's  del  rcy  de  Portugal  que  nos;  cor  dixeren, 
que  no  era  raho,  quels  bens  aquests  fossen  applicats  al  Espital 
e  quel  rey  de  Portugal  no  hi  consintria  per  les  rahons  que 
dessus  son  dites:  nos  daquest  punt  del  Espital  est^nJem  en 
paraules  generales,  per  (O  cor  ptis  demanavem,  que  ab  nostre 
consentiment  se  faes,  be  lii  ereni  a  tenips.  Es  empero  ver, 
que  tant  ne  diguem,  que  be  pogren  entendre,  que  noDS  plahia. 
Del  orde  Ducles  nons  en  catia  parlar,  que  ja  sabiem,  que  nois 
hi  anave  lur  cor.  Feta  la  nostra  propositio  lo  papa  dis,  quel 
lexassem  eslal  e  haut  consell,  quens  retria  respost. 

E  apres  feu  nos  entrar  en  lo  consistori  e  respos.  quel 
havia  entesa  la  peticio  dels  molt  oars  ßlls  seus  reys  Dara^o  e 
de  Portugal,  los  quals  tenia  eil  per  Specials  Ulis  e  amats  de  la 
eegleya  e  que  en  avo  e  en  tot  altre  fet  la  «sgleya  de  Deu  se 
guardaria  de  agreviar  ells,  als  quals  devia  ronservar  iusticia  e 
crexer  e  enantar  ells,  e  que  fossein  cerls,  que  eil  encara  dels 
bens  no  havia  res  ordonat,  jassia  que  en  son  cap  tengues  eil 
ja,  queliti  era  semblaat,  que  sen  degues  Ter.  Mas  primerament 
havien  a  tractar  deles  persones  e  del  orde  e  puys  com  tracta- 
rien  dels  bens,  que  tota  v^ada  seria  conservat  lo  dret  dels 
princeps  e  que  en  a<,'o  no  duptassem.  Quant  aa^o,  que  dema- 
navem,  que  nos  fosseni  en  aquest  tractament,  respos,  quel  bisbe 
de  Valencia  era  honi  molt  bo  e  molt  savi  e  canceller  vostre, 
senyor,  e  de  vostre  consell,  e  qoe  nos  faria  res  en  lo  concili, 
que  eil  no  sabes  en  tot  e  que  eil  nos  ho  diria. 

E  nos  resposen),  que  daro  que  eil  deya,  que  tort  no  sera 
fet  als  dits  princeps:  grahiem  a  la  sua  sanctitat  e  que  no  ha- 
vien tan  poch  servit  los  princeps  [>espanya  a  la  esgleya  de  Deu, 


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264  Berichte  nsw.  vom  Konzil  von  Tianne. 

k  qual  havien  taitt  examplada  e  magnificada,  quels  degue^ 
scandelitzar  ni  dfnegar  tan  pocha  peticio  corn  aquesta  e  que. 
jaffos  quel  bisbc  de  Valencia  los  aquell,  que  eil  tleya  prolioni 
0  ieyal  e  Verlader  e  alqual  vos,  seiiyor,  comaiiavets  e  coniana- 
riels  e  fiariets  quaisque  feLs  haver  poguessets,  eslers  per  am 
hie  haviels  Irameses  lechs,  qui  dixesseii  en  aco  ^*o  que  dir  si 
tanyes;  per  quo  eslavein  cn  la  nostra  demanda  primera  e  re- 
querieni  aquella  esser  atorgada  a  nos  soltament,  e  iiiolles  altres 
paraules  liagUE^m  sobre  ai;o  e  no  hi  lexum  res  a  dir  de  lO  qui 
a  dir  hi  fabia. 

E  puys  partim  nos  del  consiston. 

E  aquell  dia  inatex  e  tendeina  que  fo  diemenge  e  ol  di- 
luns  e  ei  dimarc;:  e  el  dimecres  entro  ...'',  que  fo  dijous  XVII. 
kalendas  Äprilis  visitam  tots  los  cardenals  e  aquells  de  Ilalia 
loaren  niolt  noslru  propositio  e  nostra  manera  e  loaren  molL 
senyor,  vostra  Providentia  e  vostra  discretio,  qui  liaviels  prp- 
vist  a  tan  graa  fei  en  la  manera,  que  previst  hi  haviets,  e 
blasmaren  la  joventut  del  rey  de  Castella  e  la  minua  de  soii 
consell,  qui  lia  fnlüt  de  trainetre  a  aquest  punt  ses  missatger?- 
Apies,  senyor,  per  lo  cor  entesom  per  lo  cardenal  en  P.  de  la 
Oolona,  que  lo  dit  Engerra  sen  era  tornat  al  rey  de  Fran«;a  i; 
quel  papa  e  eil  havien  concordal  e  que  bavien  trames  per  los 
priors  del  Espital  de  Fran^-a  o  Daluernye,  los  quals  nos  vim 
en  Viana,  agucni  ja  maiur  sospita  del  fet  e  anam  al  papa. 
qui  entrava  en  consislori,  e  digucnili  quens  oys  sobre  aquest 
fei,  que  vollem  mes  specificar  voslre  enteniment,  senyor,  e  dir 
mes  sobre  la  raho,  que  ja  haviein  proposada  altra  vegada.  E 
el  dix  nos,  quens  oyria  volenters  e  assi^^iians  liora,  que  hi  tor- 
nassem aquell  dia  ensems  ab  lo  bislie  de  Valencia.  E  fom  de- 
nant  eil  ab  lo  dit  bisbe  e  fo  Iii  lo  cardenal  de  Pelagrua  e  po- 
sani  sobre  aquest  fei  e  declaram  e  specificani  tot  lo  vostre  dret, 
seynor,  que  vos  havets  en  los  dits  bens  e  encara  los  peritU  p1 
preiiidici,  que  pendriets  si  eren  applicats  al  Espital  .  .  . 

E  finaiment  lo  papa  respos  nos  moltes  paraules,  retraeii 
la  bona  volenlat,  queus  havia,  senyor,  e  co  que  per  vos,  senyor. 
havia  fet,  en  quant  eil  liavia  pogiit  e  entenia  a  fer  tots  tempf- 

b   Ein  Wort  fehlt:  gestern  oder  abnlicli, 

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Nr.  139.    (1312)  Mure  ll  286 

t'inalment  quaiil  al  fei  dels  Itens  del  Temple  dix,  que  ci  no 
sabia  encara,  si  lorde  del  Temple  se  niudai'iu  o  no,  jaffos  que 
eil  tengues  que  si,  e  la  on  sc  mudas,  quanl  als  bens,  no  faria 
res,  que  abans  no^  no  lio  sabe^sem,  que  be  onlonia,  quens  hi 
uppellai'ia  eil  tractaria  ab  iios  e  hi  esquimria  vostre  preiudici, 
senyor,  e  periü  de  vostra  terra.  K  dix,  que  pensassem  sobre 
aio  el  de  mig,  que,  coii  eii  iios  appellaria,  qufn  sabessem  dir 
CO  quen  senlisseni.  Es  assaber,  que  e]l  veya  que  applicar 
aquests  lions  a  orde  novellament  faedor,  per  vo  cor  los  bens 
del  Temple  soii  ara  mal  mcnats,  ne  a  la  Terra  Sancta,  ne  a 
vos,  senyor,  ne  a  alira  cosa  daquesl  gran  tenips  non  seria  fet 
servey;  aytambe  applicar  los  a  UcIok  o  a  Calatraua,  com  no 
son  Ordens  generals  per  lo  mon,  non  porien  acorrer  a  profitar 
los  bens  en  les  altres  parts,  on  no  son  poblats,  mas  que  al 
£spital  si  eren  applicats,  per  ^o  cor  lian  per  tots  lochs,  on  lo 
Temple  havia,  serien  mils  procurats,  E  dix  una  paraula  sobre 
a^o,  que  en  les  altres  parts  del  mon  havia  lo  Temple  sens 
comparatio  majors  rendes  que  en  la  vostra  terra,  mas  en  la 
vostra  terra,  senyor,  havia  niajors  Forces,  que  en  altra  part. 
ELsters  ia  e^leya  no  curava  deles  for^es,  ne  eil  no  hi  feya  fori,-a, 
e  sobre  a<o  dix  molt,  per  {jue  nos  entenem  ßnalment  per  totes 
ses  paraules,  que  al  Espilal  sen  va  e  que  als  no  sen  pot  fer, 
e  tot  quant  dix,  diu  per  vo  ques  fees  menys  de  contrast.  Per 
que,  senyor,  lo  bisbe  de  Valencia  e  nos  acordam,  queus  ho 
feessem  saber  c  que  aeordets  be  e  diligentnient,  sius  tendiels 
al  manament,  quens  havets  fet  de  non  consenlir  al  Espital, 
que,  quant  nos  entenem,  atTei-s  naurets  e  ab  la  esgleyan  ven- 
flrets  en  desgrat.  E  si  per  Ventura  vos  mudavets  da<;o  e  que 
nos  tractassem,  queus  roinasessen  les  fori-es,  fets  nos  ho  saber 
ab  hora,  quel  bisbe  de  Valencia  es  denteuiinent,  que,  pus  no 
poguessem  haver  nostre  enteninient  de  <^o  quens  havets  manat, 
seria  meylor  haver  les  fortes  que  esparar  ne  altre  contrast  e 
desgrat  dela  esgleya  .  .  .  Scrita  en  Viana  divenres  XVI.  ka- 
lendas  Apnlls  .  .  . 

SembJa  que  tost  degam  veer  la  fi  [del  fet  del  Temple  |, 
cor  segons  que  haveiii  entes  pn)  cert,  lo  rey  de  Fran^a  sei-a 
en  Viana  dema,  que  sera  dissapte  ,  .  . 

Barcslonn,   Aicliiv,  CRD.  Apend.  efi-  Nr.  29,  Ür.  Pnp,  Sap. 


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teC  Beriehta  n«w.  rtaa  ttonri)  tmi  Vienn». 

IW.   Die  EonillsgCMDdteii  an  Kttnlf  itjmt  U. :  AnkoKll  dM  tOMO- 

filMtaen   KSbI^   am    30.    HKra.     Beprttßnnf   desMlben.     Ärngt- 

[e^nheft  des  Val  de  Aran.    Am  22.  MSrz  hebt  Clenens  V.  tfei 

Templerorden  aof  dem  Wegre  der  Prorlslon  asf.   >'nr  die  Kirekn- 

prorinz  Tarrafona  Tersa^  auf  VeranlaBSHiiK  dett  BIsekob  tm 

Talemola  Ihre  Zastlinmiinf ,  da  man  vorher  irbsea  nHsfie,  welebr 

Templer  gut  und  welche  fottlos  selea,  damit  alebt  die  6ita 

mit  diffamiert   irUrden,    fUr  die  der  Orden  bleibe.     Sehrdbn- 

Klauben,   dafi    alle   ebrileh   Venhenden  damit    ttbereiastlmMa. 

Der  Papst  hat  Ihnen  resagt,  daB  Philipp  d.  Mi.  das  Erru 

nehmen  werde,    Tleiue  {1S12>  Hin  37. 

AI   moU  alt  e  inolt  poderos  senyor  en    lacme  . . .  rcy 

Darago  etc.  en  P.  Boyl  e  en  G.  Olomar  .  ,  .    Sapia,  senyor,  la 

vostra  altea,   que  apres  de  dissapte  ans  de!  Ram,    en  lo  quäl 

dissapte   parti  de  Viana  lo  correu  vostre,  senyor,   per  lo  quäl 

vos   traniesem   uncs   letres,    en   queus  signillcavem  los  fets,   en 

quäl  estament  eren:   lo  diluns  segnen^),  que  fo  lendema  del 

Rani,  lo  rey  de  Frani;a  antra  en  Viana  e  ab  eil  en  Karies  e 

en  I<oys  sos  frares  e  el  rey  de  Nauarra  c  Phelip  e  Karies  fills 

seus:   e  nos,   senyor,   esim  aell  de  fora  e  reebens  be.    Puys 

lendema,   que   fo   dimarts,   anam   al  dit  rey  e  presentamli  lu 

vostra   carta  e  dixemü  la  vnstra   salutatio  e   altrps  paraulc 

bones.  segons  ques  conrenia.     K  eSl  reebens  be  e  atressi  de- 

mana  a  nos  dola  vostra  salut  c  de  vostre  estament.    Äpre!= 

dixemli   que  li    vollem  dir  idgunes  paraules  de  part   vostra. 

senyor,  e  dix  nos,  que,  si  eren  breiis  paraules,  que  les  li  dises- 

sem   tantost;    si   eren   longues,    que   eil  lavors  nons  podia  oyr, 

per   ;o   cor   lesperaven   de  fora  molts  cardenals,    mas  que  con 

aell  fos  avinent,  eil  nos  t'aria  appellar  ens  oyria  voleuter.    E 

nos  dixemli  que  nostres  paraules  nos  podiem  dir  axi  tost,  mas 

clamamli  merce,  queus  fes  appellar,  con  aell  fos  avinent,  e  dix, 

que  sis  faria. 

Depuye  Hnnm  an  Karies  son  frar«  e  presentamli  In  vostra  letr«,  »^ 
nyor,  e  reebens  molt  bc  e  malt  amorosament  Hemana  de  vos,  senjor.  e  ^ 
voBtre  eetanicnt  e  parlamli  longament  del  fet  dela  vayl  Dnrao '),  sepn»  t\w 

')  Am  20.  Mftrz  1812. 

')  W&hreiid  im  frieden  zwiacben  Spaniea  und  Frankreich  alle  Enb^ 
rangen  surUckgegeben  waren,  blieb  dieeer  Qrenzfleek  »unfiebst  in  den  Hlo- 
den  des  rraniOaiechen  Bundesgenossen,  des  K&nigs  von  Mallorea,  uod  dam 
der  FranioaeD. 


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Kr.  140.     (IfilS)  Htrz  S7.  98? 

no«  Mm  enfonnftt«  del  fet  per  les  scriplareu.  que  haTpm  nb  nos,  per  l[es| 
qfnals]  se  derooetm,  com  es  paesat  1o  fet-  tro  afi,  e  rmomtain  aell  t«t  1o 
fet,  en  qn&l  moner«  voatres  predereBMrea.  senyor,  havien  handa  la  poaseaaio 
de  la  dita  vayl  tant  de  tempa.  que  no  era  memoria  encontrari,  .  .  .  eiitro 
qau  ta  guerra  fo  tnognda  entrel  DeDyor  rey  en  P.  de  bona  memoria  pare 
voBtre  e  el  rey  de  Franfa  pare  (Tel  dit  en  Karies.  Per  qtie  pregam  de  part 
rostra  lo  dit  en  Kadea,  que  .  .  .  pregas  son  frare  lo  rey  de  Fran^a  o  feea 
ab  acabatneot.  que  la  dita  rayl  Tos  avos  senyor  rctuda  ...  F.  Mmblans 
pncho  li  feem  de  la  peyna  del  Cnatell  de  Pintaoo  ...  E  eldit  en  Karies 
reapoB  nos,  qne  aqaeats  II.  capitols  meseeaem  en  scril  a  memoria  saa  e  eil 
parlar  nia  al  rey  de  Franfa  e  bi  faria  f«  qne  pognes  de  be  .  .  . 

Encara,  senyor,  üigniflcam  a  la  vostra  senyoria,  quel  di- 
mecres  ans  de  paseha,  11  dies  apres  quel  rey  de  Fran^a  fo 
entrat  en  Viana,  lo  papa  desfeu  lorde  del  Temple  M,  axi  que 
daqui  avant  no  sia  nomenat  orde  del  Temple  ne  labit  del 
Temple  no  port  neguna  persona;  e  retench  a  si  la  ordinatio 
deles  persones  del  Tempte  e  dels  bens.  E  dix  als  prelats,  ques 
pensassen  sobrels  bens,  en  quäl  manera  sen  poria  fer  meylor 
ordinatio,  e  que,  con  eil  lo  sen  demanas,  quelin  resposessen. 
Esters  encara  non  an  parlat  depuys,  mas  creem,  que  tost  sc 
fara  e  quen  sentim  nos,  senyor,  jaus  ho  havem  fet  saber  per 
laltra  letra  desusdita.  V.o  que  ha  fet  lo  papa  de  desfer  lorde 
liel  Temple,  ba  fet  no  segons  orde  Ae  dret,  ne  per  via  de  iu- 
sticia  mas  per  provisio  sua,  com  deya  ,[quodJ  non  expediebat", 
que  roman^es  lo  dit  orde  en  lo  se<^le.  E  tots  tos  prelats, 
qui  dabans  avien  dat  lur  conseyl,  exceptats  pochs,  que  defen- 
sio  devia  es.ser  dada  al  orde,  an  mudat  lur  conseyli  e  han  con- 
sentit  a  a^o,  exceptada  la  provincia  de  Terragona  solament, 
e  a^o  ha  fet  mes  que  mes  lo  bisbe  de  Valencia,  qui  deya  e 
ha  dit,  que  abans  devia  saber,  quals  dels  Templers  eren  bons 
e  quals  eren  malvats,  per  lO  que  no  fossen  punits  e  diflämats 
los  bona  ab  los  mals  contra  raho  e  iusticia;  mas  quels  mals 
fossen  punits  e  als  bons  fos  conservada  la  lur  bona  fama.  Gor 
lorde  encara  romania  en  aqueüs,  qui  bons  eren,  que  no  era 
peccat  en  lorde,  qui  era  sant  e  just  en  la  sua  institutio,  mas  - 
era  peccat  en  lo  lexament  del  orde.  En  aquest  consell  es  la 
provincia  de  Terragona  sola  e  singuiar,   e  creem,  que  aquest 


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268  Bericht«  DBW.  vom  Konzil  von  Vieone. 

consell  äia  plaent  a  Deu  e  a  homeiis,   qui  ahassen  en  aque^ 
fet  ab  eiiteniment  Verlader. 

Lo  papa  dix  a  nos  lattra  dia,  senyor,  ques  pensava,  quel 
rey  de  Frania  pendria  la  creu,  e  tuyl  nos  pensavem,  que  k 
preses  ara  en  la  setmana  santa.  Esters  encara  noia  Im  presa 
ne  sabem  quen  fara,  Altres  noves  no  hie  ha,  senyor,  queu? 
ajani  affer  saber  .  .  .     Scrila  en  Viana  VI.  kalendas  Aprilis. 

Bdrcplona,  Archiv,  CRD.  Apend.  gen.  Nr.  28.  Or.  Pap.  Ssp.  DifSMii 
Briefe  muß  uodi  ein  Zettel  beigelegen  haben.  Dona  in  der  EmpfangMiiteige 
dieaea  Hriefes  (und  fini^s  nndern:  cuntineotem  novitates  qnasdnm,  que  novi- 
ter  in  curia  emprserunt,  d  li.  wohl  des  Konaisloriuma  in  Snclien  Hein- 
riclis  VII.)  heißt  es:  In  quHdam  ceduln  intei'Fluaa  in  hnc  vt-stra  littt-m  in- 
tinmi^tia  nobis  dictum  fuisse  vobis  per  .  .  .  cardinalem  de  Bilerris,  quixl 
dominus  papa  dixerat  ei  et  cardiaali  de  Pelngmn,  qaod  cugit«verat  ip»* 
dominus  i'Bpn,  ut  in  bonis,  que  Templuin  lialiebat  in  regne  Aragenum  et  in 
lapania  nichil  ordinui'et,  anlequim  prius  inde  acripeisaet  nobia  et  aliid  regi- 
bue  Ispaoie.  Der  König  geht  auf  den  tiedauken  ein :  Vobis  signiflcamtu. 
quod  pJHceret  plurimum  voluntati  tioatre.  si  itomimis  papa  teneret  medani 
predictum.  videliuet,  quod  acriberet  nobia,  aiitequam  ordinärst  aliquid  de 
bonis  Tempil  ...  et  quod  nunciiä  vel  scriptis  ipsiiis  domini  papc  iode  nobis- 
ciim  pevsonaliter  haberetiir  tractatus.  Sollen  in  dem  Sinne  wirken.  Sehen 
aie  den  Papst  aber  sehr  indigniert,  sollen  sie  nncli  der  vorigen  Instrafciion 
handeln.  Dat.  Valentie  XVIII.  knleiidHS  Madii  anno  domini  M"CCC"  duo- 
decimo  (Reg.  3.16  f.  77  v). 

141.  Die  Kouxfiafcsniidteii  uu  Kitnig  Jayme  II.:  Berichteu  znnMst 
über  Heiidiiiig  des  Piiueeu  Jobaun  itnreli  Bohert  t«ii  X<«pel 
iiarh  Hom,  nngeblleh  xn  Ehren  des  KtÜNers,  dCN  PriiuoB  Ver- 
siiebo,  durch  SeiHmt  Colonnn  eine  fesl^i-e  Positfou  zu  bekoiaMei. 
verrtt^rlselie  Cbergabe  des  Kapltots  «Inreli  den  StellTfrtreter 
LiidnIgH  T»n  KHVOjren  uii  den  Priuxcn,  Uericbt  au  Uelarkk. 
KIagebr!t>r  desselben  an  den  Pb|kI,  geplantes  ElDgivifeu  deswi- 
llen, ZusHmmeuknnn  des  Fltrslen  von  Tarent  und  des  Statthalter- 
der  FroTenee  lult  Pbillpp  il.  Seli.  in  Lyon  und  KIngen  gtfri 
den  rdmiKcben  KSnIg:  1)  daQ  er  kein  Banner  RoVrts  im  Heerr 
vor  Urescbi  geduldet;  2)  die  Yertrllge  Roberts  mit  At41  ler- 
risücn:  S)  eine  Mtutuc  Karls  I.  aus  Plaeenza  beseitigt:  4)  Trr- 
IrSgc  tieunas  mit  Karl  11.  In  dieiina  VITentllch  verbranat ;  5)  »kk 
mit  ('rledrleh  ni.  von  Kizilion  verbUnilot:  S)  elaen  ^Tttjer,  Tod- 
feind Roberto,  zum  Kenatvr  in  Rom  ernannt  haiw.  Dann  sekll- 
dem  sie  das  Kardinal skonsistorinm  In  Viennc  in  dieser  Saeke 
am  '>.  MHrz :  ein  ungenannter  Kardinal  vert«idlgt  Helnrlefa  TU. 
in  alten  Punkten.    Xaehmlttugs  nuren  Bruder  and  Stthae  Pkt- 


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Nr.  141.    (1312)  Mftra  31.    Hr.  142.    (13l2)  April  1,  ä8S 

Hyp«  mit  Ihivn  YtMea  heim  F«pstf,  der  KVnifc  fehlt«  irefren 
KrankbFit.  <;.  de  BleiioM-h  bittet  Im  Namen  Fhllippii  dn  Papst 
um  Bat  und  Hflllt  fllr  xelnen  Verwundten  Robert,  daß  Johann 
Hiebt  Rom  nnd  dax  Kapltol  zd  Terlawen  braiiehe,  HOnst  sei  Bo- 
hertH  Beleb  rerloren:  Philipp  tnt  dies  trotz  Heines  BUndnIsMK 
mit  Helnrleb  VII.  Wenn  tu  aneb  ftgea  Jedermann  resehloRHen 
sei,  so  doeh  airht  ireireB  einen  Verwandten  irle  Robert.  Zndem 
habe  Philipp  die  Urknnde  Helniiebtt  noeb  nieht.  Der  Senetiefaal] 
der  Proreuee  sehildert  sodann  die  FlottenrllstnBir  Friedrlehs  III, 
In  HeHNlna.  Die  Autirort  des  PapstOH  lantet,  daß  er  Robert 
treten  AnfcrilTe  sehBtzen  werde,  aber  Helniieh  habe  bisher  „per 
aaetoritat"  der  KIrebe  icebaiideit;  die  KonfUemtlonHnrknnden 
der  beMen  KOnifre  IS^n  (gefeit  znr  AbsendHBr  bereit;  er 
habe  sebon  sein  Krhreiben  bnllieren  iamen,  wonaeh  Johann  aus 
Rom  f^hen  nnd  man  dns  Kapilol  dem  Senator  tlberjcehen  solle : 
er  werde  diews  8ehrllt«ttlei>  aber  Jetzt  znrUeb behalten,  Frle- 
drleh  111.  von  dem  BItndniR  mit  dem  Kaiser  »braten;  ebenso 
dem  Kaiser  nnd  KSnifc  Ja^me  nebreiben.  Die  Gesandten  raten 
dem  Kifniir  znr  ZnrHeiibaltnnr.    Vlenne  (1813)  Hirz  31. 

Barcelona,  Archiv,  CRD.  Apend.  gen.  Nr.  24.  Or.  Pap.  Ssp.  Das 
StDck  werde  ich  In  einer  apfitem  SammlaDg  von  GeHandtnchofteberirbten 
ans  der  Zeit  Ja^rmes  N.  verüffentlichen.  Der  Bischof  von  Valencia  riet  dem 
König,  sich  in  die  Zwistigkeiten  seines  Bruders  (Friedrichs  IH.j, und  Schwa- 
gers (Robert)  nicht  einzomischen ;  ihm  winkten  höhere  Ziele.   Der  König  dankt. 

142.  Antwort.  KSnlir  Jaymes  IL  anf  das  Sehrelben  vom  IT.  März 
(Xr.  IS»):  Wenn  noeh  keine  ReHtimmnnir  über  die  Gttter  er- 
Tolxt  bt,  Holien  «ie  den  Papst  drint^end  nni  rberlassunir  der 
tilter  an  eine  Abzweliranir  des  Ordens  von  Calati-nT»  bitten: 
wlli  der  Papst  absolnt  Cberlawun^;  an  die  Hospltaliter,  soiien 
sie  nach  den  Papstes  Worten  die  FesInniren  der  Templer  fUr 
den  KOnifT  beanspracben.  Ist  die  PnbliluHon  erfolft,  sollen  sie 
eine  Andlenz  erbitten  nnd  naeb  demfltiirer  Anseiuanderselznnf; 
der  Bedenken  des  Kffnigs  Tom  PapMe  die  Fi^stanxen  bean- 
spruehen.    Xatlra  41.912)  April  1. 

la.  etc.  dilectis  suis  Petro  Royl  magistro  racionali  et  Ouil- 
lelmo  Oallomarii  iudici  curie  nostro  salutem  et  dilectionem. 
Recepimus  litteram  veslram  novissitne  nobis  niissam  et  seriöse 
intelleximus  omnia,  que  nobis  äigniflcastis  in  ea.  Unde  conien- 
dantes  pluinmum  diligentiani  vestram  vobis  ad  hec,  ut  con- 
tinetur  inferius,  respondemus:  Et  primo  in  casu,  si  adhuc  or. 
dinata  in   concilio  publicata  non   sunt,   in  quo  videlicet  c^su 

Pinke,  Popatlnm  and  Unlei^[an||  d«a  Tempi eroril ans.     II.  19 


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290  Herichte  ubw.  vom  Konxil  von  Vienne. 

volumus  et  vobis  mandamiis,  ut  cum  omni  diligentia  et  Om- 
nibus modis,  quibiis  vobis  videbitur,  ciiretis  instare  apud  domi- 
num sunirnum  pontificpm  et  humiliter  supplicare  eideni.  adierli-' 
causis,  de  quibus  plene  existitis  inrormati,  quod  placeat  eideni 
satisfaciendo  condicioiiibus,  sub  quibus  Ijona  Templi  posita  in 
dominacione  nostra  collata  fuerunt,  ac  nobis  et  removendo 
omnis  suspicionis  dubium,  quod  nos  possemus  de"  ratione 
recipere,  si  in  alins  personas  bona  transferrentur  predicta,  dig- 
netur  bona  ipsa,  quc  in  dominatlone  nostra  tantuin  sunt,  coii- 
ferre  ordini  Oalatraue  . .  .  Habet  cnim  ordo  Calatraue  bona 
quamplurima,  ut  scitis,  in  doininatione  nostra,  ob  quod  cessal 
öbieccio  facta  per  dominum  papara  predictum,  quod  idem  bona 
predicta  non  conferebat  oi-dini  Calatraue,  quia  non  habebal 
ordo  ipse  bona  generaliter,  sicut  ordo  Hospitalis  habet  per 
lotum  mundum.  IIa  quidem  quod  erigatur  novus  magistratns 
ipsius  ordinis  Calatraue  in  dominatione  nostra  et  subsit  ordini 
Cisterciensi  prout  ipsi  domino  pape  placuerit  ...  Si  autetn 
dominus  summus  pontifex  hoc  non  admiserit  et  videtitis  ipsuni 
totaliter  inlendere.  quod  bona  predicta  transferantur  in  ordinern 
Hospitalis,  supplicetis  eidem  ex  parte  nostra,  ut  pro  vitando 
dampno  nostro  et  detrimento  regni  iiostri  et  pro  tolienda  omni 
suspicione  ■  nunc  et  in  posterum  dignetur  providere  nobis  de 
reniedio  competenti.  Cum  autem  item  dominus  papa  respon» 
derit:  De  quo  remedio  petitis  provideri'r'  dicatis  eidem,  quod 
de  illo  rempdio,  quod  iam  ipse  obtulit,  ut  in  Testra  lilteni 
continetur,  videücet  quod  ecclesia  non  curabat  de  fortitudinibu-"^ 
nee  ipse  similiter.  Kt  sie  quod  placeat  ei  ordinäre,  qnod  foi- 
titudines  habeamus  et  teneainus  nos  et  nostri  et  tenentihus 
ipsas  fortitudines  pro  nobis  provideatur  de  bonis  Tempil  in 
retinenciis  competenter.  Si  vero  publicacio  facta  est  de  hiis. 
que  ordinata  sunt  in  concilio  supradicto,  arbitramur  el  cre- 
djmus  vos  servasse  informacionem,  quam  vobis  deilimus,  Tide- 
[icel  non  con^iensisse,  immo  disensisse,  si  provisum  est,  quod 
bona  predicta  transferantur  in  ordinern  Hospitalis.  In  quo 
casu  volumus  et  vobis  niandamus,  ut  curetis  obtinere  audien- 
ciam  a  domino  summo  pontilice.    Qua   obtenta  exponatis  « 

II    So  das  Reg. 


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Nr.  142.   (1312)  April  1.    Nr.  143.    (1312)  Mllrz  28.  291 

humililer  et  devote  ex  parte  nostra,  qualiter  iuxta  inrormacionem, 
quam  liabebatis  limitatnm  a  iiobis,  hnbin<iti5  disentrre  ordina- 
cioni  sue,  ne  dicta  bona  transferrentur  in  ordinem  Hospitniis. 
SpI  nunc  intellecto,  quod  vos  nobis  significastis  veile  omnino 
ordinäre  de  dictis  bonis  in  ordinem  Hospitalis,  ipse  dominus 
noster  rex  intimavit  nobis,  quod  exponeremus  sancUtati  vestie, 
qualiter  ipse  ul  fiiius  et  devotus  vester  intendens  ad  omnia 
beneplaoita  vestra,  in  quaiitum  posset  absque  lesione  rcKni  sui, 
quam  pro  firnia  seit  vos  non  appetere,  immo  pro  viribus  evi- 
tare:  mandavit  nobis,  quod  nos  non  contradicanius  ordinationi 
vestre,  dummodo  sint  saiva  eidein  et  suis  omnia  iura,  que 
lial)et  in  bonis  Templi  predicti,  et  quod  vestra  sanctitas  pro- 
vrdeat  eidem  super  facto  f[op]titudinum  per  modum,  quem 
exprimatis  eidem  sub  forma  superius  cxpressa.  Daf.  Xatiuo 
kalendi«;  Aprilis  anno  domini  M''CCC  duoderimo. 

IJnrcelonn,  Archiv,  Rtig.  886  f.  77. 


143.  Pero  B»;l  HB  Ktfnlff  Jayuo :  Kine  itebelni«  Mitteilung  rines  hpr- 
TorraRndrn  Klrrikers  besatrr,  die  boxtr  Sitherunir  dw  köniir- 
liehen  BesitKM  nnoli  Anfbebniir  de«  Temiikrordenx  xel  der  Wl- 
demif  aller  Ton  seinen  Vorfahren  an  lieii  Orden  KemnehteR 
Sehenkuntren,  in  er  Ja  anfirefaobeii  sei.    (1312)  MHrx  in. 

Senyor.  lo  Pero  de  Boyl  .  .  .  fago  saber  ala  vostra  alla 
i^enyoria,  que  un  grand  cler^o  et  qui  querria  vostro  bion  vino 
a  Uli  et  dixo  me  estas  paraulas  eii  grand  secreto,  quo,  des- 
que  el  papa  havia  anullada  et  deffeyta  la  orden  del  Teraple, 
que  muyt  Rraud  conservacio  et  reflirmamiento  scria  de  vostro 
dreyto  et  de  poder  contrastar,  quo  Lespital  no  ovies  aquosles 
bienes,  que  fueron  dei  Temple,  si  vos  revocavades  todas  li>s 
donaciones  feytas  por  vo.stros  autecessoros  ul  Temple  de  qne 
la  orden  era  anullada.  F^ssi  dixo.  que  lo  lenian  otros  grran,ds 
clergeü  .  .  .    Scripta  cn  Viana  XXVIil.  dias  de  Mamo. 

Barcelona,  Archiv,  CKD.  TemplnrioB  Nr.  22  und  23.  Or.  Pap.  Ssp. 
Die  eine  Nr.  von  der  Hand  KoyJH.  Der  KQnig  antwortet  ihm  am  14.  April: 
Reeepimua  diiHS  consimiles  litteras  vestrns.   p«r   qnas  significsatia  nobia.   iit 


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293  Bericbte  usw.  vom  Konzil  von  Viennf. 

fuceremae  sevreto'l  revocacionem,  de  qua  dicebatar  in  litteris  enpradictii. 
Ad  que  Tobis  t&liter  respondeinua,  quod  noa  servata  forma  dirUmm  litt«»- 
rum  vestrnnim  revocacionem  focimus  supmdictain.  Dat.  Volencie  XVIH. 
kalendns  Mndii  anno  predicto.     (Reg,  836  f.  W.) 

144.  nie  KonztlsKeMndleii  iin  KödIk  i»jme  II.:  SItznns  de«  Vteaarr 
Konzlln  am  3.  April,  ErklKrunf  dot>  Papstes  znr  Anrbfkns 
dn  Templerord^m.  Vorleaang  d«r  Bnlle.  Nltt«llaRC  dm  Pap- 
stes,  daß  Philipp  d.  Heh.  einen  Kreazüuir  nnlernehnen  w»llr 
Innerhalb  6  Jahre».  Dhh  Krenz  nehme  er  In  Mlnein  Lasde. 
Wenn  er  NelhRt  en  nieht  bVitne,  würde  Kein  yaphfnlfrer  dazn  ver- 
pfllehtet  Min.  Terlesnnfc  eines  ktinifllcbeu  Schreibens  blerlber, 
norin  dieser  Seliinß  aber  Tehlt.  In  4  Tafen  KOlle  eine  near 
Sewtlon  betr.  der  OUter  m-Iii.  HolTon  dringend  Ankunft  de> 
köni^lleiien  Sehreibens  T«rher.    TIenne  (1$I2)  ApHI  :>. 

AI  molt  alt  e  molt  poderos  senyor  en  facme  . . ,  rey 
Dai-ago  P.  Boyl  e  G.  Olomar  ,  .  .  gracia.  Senyor  ya  pochs 
dies  ha,  vos  havem  fet  saber  per  nostra  letra  les  pai^ules,  q«e 
foren  davant  lo  papa  sobre  el  Tet  de!  eniperador  e  del  rej 
Robert  -).  E  creem,  que  daquesta  raho  vos  scriu  ara  lo  papa 
per  lo  portador  daquesta.  Vos  senyor  sots  be  enfomiat  del 
fet  per  1a  nostra  letra  damuntdlta  e  farets  y  ?o  que  a  la  vostra 
altea  sera  vist  faedor.  Encara  senyor,  signifllcani  a  la  Tostra 
alta  senyorla,  que  diluns^)  lendema  dela  dominica  in  Quasi 
modo  lo  papa  tench  sessio  publica  en  la  esgleya  mayor  de 
Viana,  on  foren  lo  rey  de  Franta  e  sos  lills  e  sos  frares  e 
molts  barons  e  eis  cardenals  e  eis  prelats  e  embaxadors  de 
diverses  princeps  del  mon.  E  lo  papa  parla  e  reconita  tot  lo 
fet  dels  Templers,  com  era  passat  del  dia  qiiel  havia  entes  tro 
a  aqueli  dia,  e  dis  que  las  fos  acort  e  eonseyl  de  la  maior 
partida  delä  cardenals  e  dels  prelats  del  concili,  que  deffensia 
(levia  esser  donada  ales  perssones  e  al  orden  del  Tempie  e 
qne,  segons  go  ques  trobave,  lorde  desus  dit  per  dret  no  devie 
esser  dampnat,  com  no  fos  res  provat  contra  lorde  estiers.  per 
(.-0  com  serie  escandet,  si  atal  orde  axi  diffainat  ronianin  en 


'}  Das  stebt  doch  in  dem  Schreiben  nicht     Wahracheinlich  liegt  f 
Versehen  des  Verfassers  des  Briefes  vor. 
'i  Vgl.  die  Nnmmer  141. 
'1  An»  8.  April. 


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Nr.  144.    (18121  April  5.  293 

lo  inon,  en  lo  qua)  orde  iiiiigun  hon  Iioiii  daqui  a  avaiit  no  cii- 
trarie,  per  i;o  com  moltes  Singulars  perssones  dei  dit  orde 
liiivien  confcssat  los  erims,  de  que  eren  encolpats,  e  eiicani 
per  i;o  com  los  bens  del  orde  son  en  tals  .  .  .  que  pensan  hi 
dilacio  de  la  dita  [deffensio]  no  sen  faria  lo  servy  que  fer 
sen  devie;  per  aquestes  rahons  proveyu  per  provisio  apostolical, 
qiiel  dit  orde  fos  lolt  e  vedave  sots  pena  de  excommunicacio, 
ta  quäl  fus  encorr^^da  ipso  facto,  que  daqui  avaiit  nen^'iina 
perssona  no  portas  Jabit  del  Tt^nipte  nil  prcses,  e  reteiicli  a  la 
:>uu  ordinaeio  les  perssones  e  eis  bens:  la  quäl  ordinacio  farie 
en  aquesl  concili  e  veda,  que  eu  aquest  demig  alguna  inno- 
vacio  no  Tos  feta  en  los  bens  per  ninguna  perssona. 

E  pux  feu  leyr  lu  sentcncia,  qui  era  bullada,  ■  que  con- 
tenia  en  acabament  i;o  que  damunt  es  dit.  E  agercm  voä 
ara  trames,  senyor,  lo  translat  dela  sentencia,  nias  null  lioni 
encara  nol  ha  pogut  haver.  Apres,  senyor,  lanlost  lo  papa 
pres  altra  inateria  e  dix,  que  apres  tan  dolores  fcyt,  com 
havien  oyt,  los  nunciava  grand  goyg.  Es  asaber  quel  rcy  de 
Franija,  qui  aqui  era,  prenia  lo  passatge  de  la  Terra  Santa 
en  si.  E  obligava  si  a  aquell  e  aii  lio  pronietia  c  que  farle 
lo  passalge  ab  sos  fills  e  ab  sos  frares  tots.  E  que  apres  dell, 
si  el  fet  no  era  acabat,  prosseguiria  lo  fet  son  tili  lo  rey  de 
Nauarra,  qui  aqui  era.  o  qualque  altre  rey  de  Frau^a  per 
temps,  mas  que  la  creu  alai^ava  de  pendre  a  ades,  per  co 
com  la  enlenia  a  pendre  en  sa  terra,  per  que  eis  seus  barons 
ne  prenguessen  exemple. 

E  dava  termen  a  la  creu  a  pendre  dintre  un  aiiy  c  a 
comen^-ar  lo  camiii  del  passatge  dava  temps  del  nies  de  Man,-, 
primer  vinent  a  VI  anys.  E  pux  lo  papa  feu  leyr  una  carta 
patent  ab  s^ell  pendent  del  rey  de  Fran^a,  en  la  quäl  se 
contenia,  quel  dit  rey  penia  lo  passa^e  en  si  e  lo  prometia 
simplement  E[sjters  en  la  earta  no  era  feta  niencio  dels  (ilis 
ni  dels  ß-ares  del  dit  rey  ni  de  proseguir  lo  fei,  scgons  quel 
papa  havia  dit  en  sa  narracion.  Pux  lesta  la  carta  dix  lo 
papa,  que  tots  los  prelats  li  havien  atorgadu  la  deciina  a  VI 
anys  a  aquest  fet.  E  tantost  lo  papa  partis  daqut  e  tornassen 
a  son  palau  e  als  nos  feu  en  aquella  sessio.     Entes  havem, 


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2^4  itericlite  usw.  vom  Konzil  von  Vteuiie. 

senyor,  que  daqui  a  Uli  dias  sera  altra  sessio  '),  en  la  quäl 
iiidenam  el  papa  dels  bens  liel  Teinple.  E  aylaitt  com  podem 
eiileiidre,  vcern,  que  seran  applicats  al  orde  del  Espital.  V. 
placia  a  Deu,  seiiyor,  que  abans  daquel  dia  ayani  ahuda  re- 
spos(a  vostra  a  la  letra,  quel  altre  dia  vos  tramesem  cuyla- 
danient  aobre  aquest  fet.  Cor  si  hauda  no  ia  havem,  nos 
estarem,  senyor,  an  lo  manaineiit,  que  vos  nos  havets  fet  tot 
bora  de  no  consentir  al  Espital  e  estam  en  gran  perplexitat, 
si  per  Ventura,  senyor,  vos  vos  erets  niudat  de  vostre  erteiii- 
ment  per  la  dita  letra,  e  el  dia  dela  dita  sessio  nos  no  ereiu 
certifficats  daco.  Estiers  no  serie  romas  en  nos,  que  en  la 
dita  letra,  (jue  nos  vos  trameseni,  senyor,  vos  clamam  mene. 
que  tantotit  nos  traniessessets  resposta,  que  al  correu  nos  iio 
dunani  ai  no  X  dies  de  anar  e  X  de  tornar,  qui  seran  coin- 
plits  dema,  qui  sera  dijous,  quo  lioni  comptara  VllI  idus 
Aprilis  e  la  sessio  sera  disapto  VI  idus  AprJlis  . .  .  Scrila  en 
Viana  nonis  Aprilis. 

Barcelona,  Archiv,  CRD.  Apend.  gen.  Nr.  21.  Or.  Pap    -Sap. 

14r>.  Dk  KoDzilNKCMBdten  au  KOuifr  Jayme  II. :  Nach  der  Sitiu^  m 
&.  April  befragte  der  Papst  die  PrHUtPU  am  Ihren  Rat  bdr. 
die  Templei^titor.  Kr  selbst,  seine  vertrauten  KardinUe,  drr 
KKiiIk  von  Franlirekh  und  elultre  von  Keinem  ߫t  Hlod  tarCbn^ 
lasNUMR!  nn  die  Hospitallter,  alle  andern  PriUaten  ans  I^aak- 
reieli  und  den  IHtrliren  IJinderi)  fltr  Grindniiir  eines  neuen  Or- 
denii.  Aueh  die  (neue)  linNtllis«lie  (•esaiidtsebaft,  die  ent  ■■> 
Liebedienerei  uiit  dem  Papst  fclug,  und  die  Por4uf)e!«en.  Kar- 
dinal PelaKmu  hat  den  Kastilianem  ReNant,  der  Papst  vrrdr 
erst  die  spnnlseheii  Könl^  helhi^n:  Hhnlleh  der  von  Bedrr^ 
IJuaiirhörlieli  nerlwn  Papst  und  KBnif^  ffir  ihre  AnfTaKSUBf;,  bei 
deu  Franzosen  mit  eiiiltrem  Erfolge.  Aber  bislang  haltea  lort 
die  Proiiuratoreu  der  KupHel,  vor  alieu  die  (Ibrlsen  Eantlalle. 
%«  den  GeMiidteu.  Raten  Kur  Vorsieht,  wenn  Vorsehllp  ir- 
Papstes  kommen.  Sie  ^vollen  die  (jiraiiada-Au^le^eBbelt  mll 
deu  Kastlliaiiem  wle<ler  anrexeu.  Saelie  des  Grafen  von  .taip«- 
rias.  Der  Papst  verlangt  pitttzllcli,  daß  alle  Kathedralklrttei 
der  Welt  fUr  immer  zum  Unterlialt  der  KardinUe  das  Ha- 
koiniuen  einer  Pfründe  geben.  Die  PrUaten  sagen  nein  and  der 
Pn|»st  vrlll  Nie  iiietat  gehen  lasseu.    Vleune  <1312)  April  1^ 

')  Ani  8.  April.     Sie  liut  nicht  stuttgefundca. 

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Nr.  U5.    (1312)  April  15.  295 

AI  niolt  alt  e  molt  poderos  senyor  en  lacmc  .  . .  rey 
Darago  etc.  en  P.  Boyl  e  en  G.  Olomar  , ,  .  Senyor,  per  la 
letra,  que  laltre  dia  vos  tramesem  per  un  correu  de!  papa, 
podets  aver  entes  ^o  qiüs  feu  en  la  sessio,  quc  tench  lo  papa 
diluns  lendema  de  la  dominica  in  Quasi  modo  geniti,  en  la 
quäl  sessio  )o  papa  publica  la  ordinatio,  per  la  quäl  desfeu 
lorde  del  Temple,  retenguda  a  si  la  ordiaaiio  deles  persones 
e  dels  bens,  laqual  entenia  a  Fer  en  lo  concili;  e  encara  lo 
rey  de  Frant^a  pres  en  si  lo  passatge  de  la  Terra  Sancta  e  dona 
spay  dintre  un  an  de  pendre  la  creu  c  del  Marc;  qui  ve  a  VI  ans 
de  comencar  lo  cami  del  passatge.  t]  aquestes  coses  promes 
ab  carta  sua  ab  segeil  p[endentj,  segons  que  aquestes  coses,- 
senyor,  en  la  dita  letra  nostra  pus  largament  sou  contengudes. 

Apres,  senyor,  que  aquella  letra  vos  aguem  tramesa,  lo 
papa  domana  de  conseyl  lots  los  prelats  sobre  la  ordinatio, 
quc  entenia  a  fer  deles  persones  e  dels  bens  del  Temple,  en 
quäl  manera  conseylaveii,  que  fes  a  fer.  Axi  que  mentre  los 
prelatR  acordaven  sobre  a^o,  lo  papa  de  una  part  per  alguns 
cardenals  familiars  seus  e  el  rey  de  Frama  per  alsguns  de  son 
fonseyl,  e  eil  encara,  qui  personalment  ne  parla  ab  los  prelats 
de  son  regne,  induien  los  prelats,  que  consentissen,  quels  bens 
del  Temple  fossen  adhunits  al  Espital.  Eäters  tots  los  prelats 
tlel  regne  de  Fran^a  poclis  exceptats,  quel  papa  ha  creats,  o 
qui  son  del  conseyl  del  rey  de  Frama,  tenen,  que  en  neguna 
manera  no  Fa  a  fer,  quels  dits  bens  sien  applicats  al  Espilal 
per  moltes  bones  rahons,  ans  tenen,  que  deya  esser  Fet  oide 
novell  e  en  aquesta  matcxa  oppinio  son  los  prdats  de  Italia 
et  Danglalerra  e  Dalamanya  e  del  regne  Darlet,  qui  es  tota 
Proeni;a,  e  aquesta  terra  deca  del  eniperi,  e  eis  prelats  De- 
spanya,  senyaladament  aqueils  dela  provincia  de  Terragona, 
que  eis  altres  Despanya  nou  dien  tan  dar.  Esters  be  se  Con- 
corden tots,  que  non  sien  appUcats  al  orde  del  ICspital.  Los  mis- 
satgers  del  rey  de  Ilastella  specialment  lalcalde  de  Toledol  (!)  en 
primer  axi  con  fo  vengut,  no  tenia  bona  carrera  e  enienem  nos, 
queu  feya  cuydant  piaer  al  papa,  per  que  obtengues  en  los 
altres  fets,  mas  puys  per  alguna  manera  soni  en  concordia  ab 
ells,  axi  que  ells  e  nos  eis  missatgers  del  rey  de  Portugal 
som  ara  en  un   proposit  e  en  una   veu   en  aquest  fet,   axi  que 


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296  Buriclit«  uaw.  vom  Koiuil  von  Vienue. 

I»u-  res  iil  Gspital  no  consintrien,  si  que  per  aquesta  conslantia 
eil  quens  troben. 

1.0  cardenal  de  Pelagrua  ha  parkt  a)s  missa^i's  det  rey 
de  Uastella,  1.0  qie  ja  !o  cardenal  de  Bosers  a  nos  havia  parlal. 
be  ha  un  nies,  segons  queus  havera  fei  saber,  senyor:  E? 
assaber,  quel  papa  no  enantara  ara  en  res  en  los  bens,  qud 
Temple  havia  eii  Espanya;  e  encara  ara  no  ha  passals  III 
dies  nos  ho  ha  referniat  lo  dit  cardenal  de  Besers  anos  amdos, 
dien,  quel  papa  ho  ha  axi  acordat.  Esters,  senyor,  pus  com- 
plidanient  ho  ha  parlat  lo  cardenal  de  Pelagrua  als  missatgeis 
del  rey  de  Castella,  segons  que  ells  recomten  a  nos,  es  assa- 
ber, quel  papa  no  enantaria  en  los  bens,  quel  Temple  hav-ig 
en  Espanya,  sens  consentinient  dels  reys  Despanya '),  e  encara 
quel  papa  nos  en  daria  carta  sua  boHada.  Mas  lo  card«iai 
de  Besers  diu  axi  a  nos,  quel  papa  noy  enantaria  aadcs  cntro 
nagues  scrit  als  reys  Despanya,  e  ha  molt  da^o  al  consentiment 
encara  que  diu,  que  noy  cal  carta,  que  publicameat  se  dira. 
que  ben  haurem  M  guarenters,  a  que  ells  dien  testimonis.  Per 
que,  senyor,  nos  soin  ara  sobre  aro  tot  dia  tols  los  missatger- 
dels  reys  Despanya,  e  encara  que  y  pensam  nos  molt  axi.  que 
no  pugam  esser  preses  en  punl,  si  a  Deu  plau,  c  si  nons  hen 
tenicni  per  pagats,  que  farem  yo,  qui  es  en  nos,  es  assaber  de 
non  consentir  a  la  unio  del  Espital,  sis  fa,  e  de  protestar  aii 
com  si  covenga. 

Esters  lo  papa  el  rey  de  Fraii^'a  no  vaguen  de  girar  lo? 
preluts  de  lur  entenimenl  en  han  girats  ja  alguns  del  reffne 
de  Franca.  Esters  tots  aquells  son  factura  lur.  Los  pro- 
curadoi-s  dels  capitols  deles  esgleyes  del  nion  e  breument  tots 
los  altres  del  conciÜ  e  senyaladament  tots  los  cardenals,  es- 
ceptats  aquells,  qui  son  ab  lo  papa  e  ab  lo  rey  de  Frama. 
en  aquests  fets  teneii  la  nostra  oppinio.  En  aquest  punt  es 
ara,  senyor,  lo  fet  dels  hens  del  Temple.  E  axi  vos.  senyor. 
sabets  ho  tot,  axi  com  se  fa,  e  aytan  cuniplidament,  con  se  fa, 
0  asi  ho  havets  sabut  tota  hora.  Per  que  pugats  esser  pre?ist 
aago,  senyor,  que  vos  hi  ajats  a  fer, 

Especialment,  senyor,  si  per  lo  papa  o  per  alguns  dels 

')  VgL  Anmerkung  zur  Nr.  140. 

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Nr.  U5,    (181-2)  April  15.  297 

canicnals  vos  era  äignilicada  algiina  via  de  tractiiinent  subre 
aquest  fet,  fos  vostra  nierce,  senyor,  que  alai'gassets  la  res- 
pütita  iinal  per  i;o,  senyor,  cor  gran  cngan  se  poria  pendre 
ptT  ifs  mutacions,  que  aquest  fet  pren  tot  dia,  e  podets  lio 
coiiexer  con  tan  varianient  vos  imveni  scrit,  st^ons  quels  fels 
liau  varial. 

Lo  fet  senyor  de  Gmnada  liavein  acordat  eusems  ab  los 
inissatgers  del  rey  de  Caslclla,  quel  moguam  al  papa  e  eit 
lacperl  de  Oastcll  nou ')  diu,  quel  moura  al  papa  davant  nos, 
s^ons  les  paraules,  que  ja  nach  ab  eil  eii  laltra  missalgeria, 
com  hie  fb  per  lo  rey  de  Castella.  Nos,  senyor,  hi  sereiii  ab 
ells  ensenips  ey  aindarern  e  hi  farem  tot  aquell  be,  que  pugam 
de  part  vostra,  senyor,  sc^ona  lo  nianament,  quen  liaveni 
de  vos. 

Senyor,  lo  bisbe  de  Valencia  nos  ha  mostradu  la  letra, 
que  vos  li  harets  tramesa  sobrel  fet  del  comte  Dampuries  e 
havem  entes  be  <,-o  qui  en  aquella  letra  es  cunten^t.  Aru 
es  Verität,  senyor,  que  laltra  dia  lo  bisbe  de  Valencia  e  nos 
erem  ab  lo  papa  en  la  sua  cambra  sobrel  fet  del  Teniple  e 
era  hi  lo  cardena)  de  Pelagrua  e  eiitre  les  altres  rahous,  que 
dixeni,  lo  bisbe  de  Valencia  dix  sobre  ro,  quels  bens  del  Temple 
no  fossen  appücats  al  Espital,  entre  les  altres  coses,  que  seria 
gran  poder  aquell,  quel  Espital  hauria  en  lu  vostra  senyoria, 
la  quäl  cosa  seria  perill  del  r^ne;  e  encara  en  les  corts, 
que  vos,  senyor,  haviets  a  fer  en  la  vostra  terra,  vos  havets  a 
fer  molts  ordonamens  dampnoses  a  vos,  senyor,  e  a  la  vostra 
Corona  a  peticio  deles  poderoses  persones  del  vostre  regne  e 
que  seria  tan  gran  cosa  lo  poder  del  Espital,  que  poria  inolt 
en  CO  que  volgues.  IC  com  lo  papa  respos  lavors  a  a(,'ü,  que 
nos  li  havieni  dit,  respos  puys  entres  les  altres  coses  a  aquesta 
paraula,  quel  bisbü  de  Valencia  havia  dita,  dix,  que  ja  ho 
havia  entes  axi,  e  que  en  aquesta  manera  se  feyen  los  ordo- 
namens per  vos,  senyor,  la  quäl  cosa  era  gran  minua  vostra, 
que  vos  aguessets  a  fer  ügs  per  volentat  de  negu,  sino  per 
sola  raho  e  per  vostre  moviment;   e  que  per  ai.u   haviets  vos 

'}  Dieser  war  mit  dem  Alkalden  vod  Toledo  kürzlich  ah  knatiliani- 
ücher  Geaandter  ersvliieiien. 


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29S  Berichte  usw.  vom  Kuiuil  von  VieoDe. 

enuiital  contra  lo  cointe  Dampuries  per  lo  fet  deU  Veneciaiis. 
cor  axi  lio  haviets  haut  de  conseyl  en  )a  cort  de  Barchiaona  . . . 
Nons  sabem  lo  concili,  quant  sera  deliurat,  que  entre  k-s 
altres  tardan^es  Jo  papii  ara  noveylanient  ha  deinanat  atof£ 
los  prelats,  que  totes  les  esgleyes  katliedrals  del  mon  fai-cQ 
Lribut  per  tots  ternps  als  cardenals  de  que  viven,  cascuoa  i^ 
gleya  daylant,  con  es  la  valor  de  una  prebenda,  e  eis  prelats 
an  lin  dit  de[no,  e  e]l  (?)  papa  diu,  [s^ons]  que  havem  entes, 
que  nols  ne  lexara  anar,  entro  que  agen  (et  vo,  que  bons 
luheus  deveii  fer.  Noalre  senyor  Deus  vos  do,  senyor,  vida 
longa  e  honrada  [en]  seu  servey.  Scrita  en  Viana  XVII,  ka- 
lendas  Mali. 

Itarcelona,    Archiv,   URD.    Apeod.  gen.  Nr.  22.   Or.  Pap.  Sap.     Hii 
einigen  Löchern. 


14ß.  nie  KonzllHgreKHiidteii  nn  Ktliiii'  Ju^iine  If. :  Aaf  diu  Andrila^n 
de«  rHiwtm  nnd  de«  KQnlg«  sind  Toti  'lO  rmnzlhlwhen  PrIUtn 
12  Hin«»  zu  Willen,  ebenso  ein  paar  llaliener,  andere  aMt. 
Dann  llefl  der  Pii|Mt  die  Italiener  nnd  FnuuoMB  hoBmea,  Rctile 
Ihnen  in  Geseuwart  PhllipiK  d.  S«h.  die  GrUnde  fUr  elae  Tker- 
netsnngr  hu  die  Hospltallter  auNeinauder,  irle»  nnf  einn  aea- 
liehen  Sieg  der  llmpltaliler  hin  und  sagte  znm  Sehlnß :  mmm- 
ten  Hie  der  CbcnrelNun^  an  daH  Ho«pttHl  bei,  so  getklle  es  IhM, 
auderHrMl)»  Ute  er  e*  ohne  Nie*  Die  Italiener  Uelben  fest.  Die 
Gesandten  fingen  zum  Kardinal  von  Besler«,  der  In  dieser 
Saehe  alles  weiß,  nnd  erinnerten  Ihn  daran,  dafi  der  Papst  T«r 
der  Eiit^heldang  mit  ^paniea  verhandeln  wolle.  Nach  H^aer 
ErkUrunr  haben  Pn|wt  nnd  Kflnli;  die  spanlHehea  TemplerTlter 
weiterer  Verhaudlnnir  rorbehalten,  die  er  genauer  HiiglU.  ffer- 
vorhebnuf,  daß  uur  Jajme  dieses  Terhitttnl«<mliUir  gflastlge  Be- 
«iltat  7.a  danken  sei.  Schenkung  eines  reichen  Zehnten  aad 
der  SUdt  Lyon  an  Philipp  d.  Keil.  Der  Kaiser  neltit  das  BBad- 
nls  mit  Philipp  d.  ^Ii.  nnnmebr  »nrilek.  Seine  Erblttenag 
gegen  den  Fa|wt.  Cber  Granada  noch  Blebt»  Nenes.  Tleaae 
(1312)  April  ^i. 

AI  niolt  all  e  molt  poderos  senyor  en  lacine  . . .  en  P. 
Boyl  c  en  G.  Olouiar  .  .  .  Senyor,  sapia  la  voslra  allea,  qwe 
dijous  XII.  kalendas  May  reebeni  una  vostra  letra,  per  la  quäl 
nos  certiticas  de  vostre  enteniment,  quäl  nianera  deguessem 
tenir  en  lo  fet  dels  bens  del  Temple  en  cas,  que  ja  fos  daquells 


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Nr.  146.     (ISI2)  April  2-2.  299 

ordonat  e  en  cas,  qiie  ordunat  non  fos ')  .  .  .  E  es  ver,  sonyor, 
quo  eiicara  im  es  pubikada  alguna  ordinacto  sobre  lus  dits 
bens,  mas  lo  fet  esta  vuy  en  aco:  que  segons  que  pei'  altra 
letra  vos  havem  fet  saber,  los  prelats  de  totes  les  uations  del 
iiion,  pochs  cxceptats,  qui  no  son  de  conipte,  en  la  resposta. 
«jue  feren  al  senyor  papa  sobret  conseyl,  que  daven  en  la  or- 
difiacio  dels  dits  beits  faedora,  teiiKren  coiicordablement,  quels 
dits  bens  no  fossen  applicats  al  orde  del  Espital  en  neguiia 
niaiiera,  itias  que  fos  fet  orde  novel). 

E  apres  at.o  com  lo  papa  e  el  rey  de  Frani^a  preycassen 
e  parlassen  als  prelats  singularmeiit  e  encara  als  cardenals, 
que  conseiitissen  al  Espital,  giraren  ne  ulguuä  alur  enteniment, 
nxi  que  daquclls  del  regne  de  FraHi,'a,  qui  eren  mes  de  L, 
consentiren  a  lur  vulentat  tro  a  XII.  E  daquells  de  Italia  al- 
giins.  dels  altres  no  negru.  Per  que  lo  papa  veent,  que  encara 
romania  la  niaiur  partJda  sens  coinparatio,  qui  tenia  contra  la 
sua  volentat,  feu  venir  davaiit  si  los  prelats  de  B'rani,a  e  de 
Italia  e  fo  aqui  present  lo  rey  de  Fran^a,  e  dix  lus  nioltes 
rahons,  ans  mes  desrahons,  per  que  li  era  semblant,  quels 
bens  se  d^uessen  aunir  al  Espital.  E  assigna  per  una  gran 
raho,  que  ara  hie  havia  vengudes  letres.  quels  Espitalers  della 
mar  havien  hauda  batayla  ab  los  Turclis  e  quen  havia  morts 
mes  de  MD  dels  Turclis  e  dels  Espitalers  tro  a  LXXV. 
Finalment  dix  lo  papa  als  prelats,  que,  si  ells  coiiüeylaven, 
ques  faes  la  dita  appiicatio  al  Espital,  a  eil  plauria,  que  ho 
pogues  fer  de  conseyl  dells.  Si  no  que  eil  Iio  faria  e  ho  en- 
tenia  a  fer,  volgiiessen  ells  o  no! 

E  sobre  a(,'o  volch  que  t^lis  encara  aguessen  kir  acort. 
E  haut  acort,  resposeren  aquells  de  Italia,  que  ells  estaven  en 
lo  eonseyt,  que  dat  havien.  Mas  quen  faes  io  papa  vo  que 
li  plagues! 

Si,  senyor,  que  sabem  pro  cert  en  la  manera  dins  scrita, 
que  la  dita  [appl]icatio  se  fa  de  tot  en  tot  al  Espital  e  qucs 
Ca  contra  volentat  e  conseyl  de  tots  los  cardenals,  exceptats 
aquells  pochs,  qui  lian  nienats  aquests  fets-  E  contra  conseyl 
de  tot  lo   conseyl   del  rey  de  Fraiica,   exceptat  Karies  germa 

■)  Vgl.  üben  Nr,   142. 

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SOO  Berichte  asw.  vom  Konzil  von  Tienna. 

del  rey  ile  Framra  e  EngeiTa,  e  contra  conseyt  de  tots  los 
prelats.  Nos,  senyor,  vista  la  vostra  letra  desusdita  c  regone- 
};uls  los  l'ets,  eii  quin  puitt  estan,  aiiani  al  cardenal  de  Besers, 
qui,  segons  queus  haveni  fet  saber,  grau  temps  ha,  nos  havia 
dil,  que  en  los  bens,  quel  Tcniple  havia  en  E^panya,  nos  iariu 
neguii  ordonament,  eiitro  vos,  senyor,  e  fls  altres  reyes  De- 
spanya  ne  fossets  requests.  E  retraguemli,  aqueates  parauJcs. 
quens  havia  dites.  V,  djsemli,  que  li  planes  dir  a  nos,  äqual  fi  se 
faria  la  requesta  de  vos,  senyor  e  dels  dils  reys,  per  co  com  nos 
hi  trebaylariern  volenter  e  tractarlem  ab  lo  papa  ab  eil  ensems 
e  puys  iriem  a  vos,  senyor,  sobrel  Iractanient,  sabens  certament 
que  en  aquest  fet  e  entot  allre  hauriets  vos,  seuyor,  gran 
desplaer,  que  de  neguna  cosa  aguessets  a  venir  a  conlrast  ab 
lo  papa  e  que  consintriets  a  tola  res,  qui  fos  piaer  del  senyor 
papa,  ab  que  sens  tan  gran  preiudici  e  perill,  com  aquest  seria, 
ho  poguessets  passar;  o  que  eil,  qui  era  gran  amicli  voslre, 
senyor,  devia  en  a<;o  trebaylar  e  entendre,  que  trobas  alguna 
manera,  per  la  qua!  vos,  senyor,  poguessets  passar  aquest  fet 
ah  bona  volentat  del  senyor  papa,  e  que  vostre  dret  hi  fos 
salvu  e  el  perill  hi  fos  esquivat.  E  ai^'o  dixem,  senyor,  per 
sentir  dell,  quen  entenia  a  fer  lo  papa.  Cor  eil  sab  tot  lo  cor 
del  papa  en  aquest  fet. 

E  lo  dit  cardenal  descubrins  claramenl  e  amigablement 
tot  lo  fet  axi  com  esta.  Es  assaber,  que  avengut  es  entrel 
papa  e  el  rey  de  Frani,'a,  que,  en  quäl  que  ordinatio  se  fai,« 
ara  en  lo  concili  dels  bens  del  Temple,  no  sentenen  les  bens. 
quel  Temple  havia  en  Elspanya ;  cor  abans  quel  papa  lii  orden 
res,  ne  vol  saber  vostra  volentat,  senyor,  e  dels  altres  revs 
Despanyu  o  que  ago  se  dira  es  fara  publicament,  per  que  dix. 
que  ab  aco  haurets  vos,  senyor,  tot  vostre  enteniment,  ne  iii 
venia  ara  algun  Iractanient.  (^or  segons  que  eil  dix,  axis  fara, 
que  nos  irem  avos,  senyor,  ab  ai.;o.  E  puys  los  Espitalers  e 
altres,  qui  degen  haver  aquests  bens;  no  que  eU  nos  descu- 
biis,  que  fossen  los  Espitalers,  nias  aytant  se  vayla,  iran  a  tos, 
senyor,  e  vos  lavors  ab  ells  tractarets,  axi  com  vos  planra. 
demanan  les  fori;es,  o  en  aquella  manera,  queus  ptacia.  E 
puys  segons  lo  tractament  seguir  sa.  E  axi  nons  conseyla, 
que  ara  d^uessem  entrar  en  altre  tractament  a?i.     Esters  be 


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Nr.  14fi.     (1812)  April  22,  801 

lenia  per  bo,  quens  en  vissfim  ab  lo  papa  e  queu  aguessen 
«lell.  E  nos  dixemü,  que  daco  avriem  nos  ops  una  earta  del 
papa  e  el  dix,  que  nos  pensava,  quc  lan  fes.  Per  co  cor  eli 
no  era  pagat  daco,  que  quax  forcat  o  feya,  msts  que  lo  car- 
denal  no  sen  faria  una  letra  a  vos,  senyor.  Nos  avem  pensat 
e  acordat  sobre  aquest  fet.  E  grahim  prinicrament  a  Deu  la 
honor,  que  vos,  senyor,  liavets  daquest  fet,  cor  segons  que  es 
Verität  e  axi  es  fama  eu  tot  lo  concili  e  sera  per  tot  lo  moii 
apres  del  concili,  si  aquests  fets  if^e  fossen  menats  daltra  guisa, 
ja  pc^a  ha,  Tora  feta  la  unio  al  Espital  o  que  no  sia  feta  nes 
fat-a  eiicara  en  los  bens  de  la  vostra  terra  ne  en  los  altres  de 
Spanya,  tols  ne  traben  be  vos,  senyor;  per  go  cor  i;o  qui  sie 
es  contrastat,  c  dit  he  ssiben  tuyt  e  han  visL  de  quäl  part  ses 
tlit,  que  menfre  eis  fets  se  fahien,  no  hie  havia  per  lo  rey  de 
<!astella  negu,  e  quo  ^o,  qui  sen  baia  a  fer,  nos  faca  am  en 
lo  concili  e  ques  haia  a  fer  depuys  ab  vos,  senyor,  enteneii 
tuyt,  quen  havets  honor  e  axi  ho  enUneni  nos  e  que  no  pot 
csser  sens  profit.  Esters,  senyor,  jassia  quel  papa  vos  atorch, 
que  fara  en  tos  bens,  quel  Temple  havia,  en  la  vostra  terra, 
segons  quel  oardenai  de  Bescrs  nos  Iia  ... ".  si  espressanient 
no  era  empres,  que  iordonamenl,  quis  fara,  se  haia  a  fer  de 
consentiment  vostre,  protestarem  que  per  la  unio,  quis  fara  ara 
dols  altres  bens  del  Teniplc  al  Espital,  no  Tos  fet  preiudici  a 
la  ordinatio,  quis  deu  fer  daquolls  de  la  vostra  terra.  E  en 
aytant  com  per  la  ..,''  applicatio  desusdita  pogues  esser  fet 
preiudici  en  alguna  manera  a  la  ordinatio  particular  faedora 
en  los  bens  del  Temple  de  la  vostra  terra,  nos  no  consentlni 
a  aquella,  ans  Iii  contrastam  espressament  e  aco,  senyor,  ente- 
nem  a  fer  a  conservatio  de  vostre  dret,  sabens  e  entenens, 
que  no  sera  sens  preiudici  vostre  tat  o  quäl,  si  daltra  guisa 
se  feya  .  , . 

.  .  .  Lo  rey  de  Franta,  senyor,  es  exit  de  Viana  e  es  sen 
anat  al  Leo.  E  ha  fet  axi  sos  affers,  quel  papa  li  ha  dada 
ta  decinia  de  la  sua  terra  de  un  an  per  alguns  serveys,  que 
tiavia  fets  entau''  en  la  cort  del  papa.  Qui  pujaven  a  C.  mitia 
florins  e  per  altres  messions,  que  havia  fetes  per  aquests  fets, 

a  Folgt  ein  auverBUndltohes  Wort.  b  Ein  Wort  fehlt.  r  Statt 
pntnny,  antany:  vor  Jahreafriat. 


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302  Berichte  usw.  vom  Konzil  vor  Vienne. 

qiii  pujaven  a  altres  C.  milia.  E  ha  ]i  donada  la  ciutat  de 
Leo '),  la  pus  bella  joya,  que  les^lej'a  de  Roma  liavia.  Gsler> 
noy  han  consentit  sino  111  cardenals.  E  el  rey  de  FranvK  l"a 
donat  al  archabisbat  de  Leo  II  milia  libres  de  renda  eii 
allra  part. 

Lo  fet  del  emperador,  senyor,  esta  en  aquest  piinl:  quei 
papa  ha  liiirat  als  missatgers  dol  emperador  la  carla  de  la 
eonf'ederatio  fela  entre  lemperador  e  el  rey  de  Franca.  E  r-h 
dits  missatgers  com  preseren  la  carta  en  consistori  diivant  lo> 
cardenals,  (iixeren,  que,  pus  lo  rey  de  FVanca  havia  Tel  dir  eii 
consistori,  segons  que  jaus  havem  fei  saber,  senyor.  que  noy 
entenia  lo  rey  Robert,  perco  cor  era  de  sa  sanch.  lemperador 
aylanbe  no  entenia  haver  confederalio  ab  null  bom,  qui  li  ven- 
gues  contra.  E  aqui  matex  lo  papa  dona  la  carta  de  la  con- 
federalio al  rey  do  Fran<,'a.  E  segons  quens  ha  dit  un  cardc- 
nnl,  qui  sab  tots  los  fets  del  emperador,  lemperador  diu,  qup 
eil  ba  ab  bona  bovia  del  papa  Iota  la  auctoritat  del  emperi 
cumplidament,  e  que  besara  los  peus  a  lots  los  revs  del  nion. 
qui  valer  li  pugiien  daquesta  sobreria. 

Del  fet  de  Granada,  senyor,  encara  nous  podem  res  IiT 
saber,  nias  ara  los  missatgers  del  rey  de  Castella  e  nos  lo 
dcvem  moure  al  papa  .  .  .    Scrita  en  Viana  X.  kalend.is  Mri'lii. 

Unrcelona,  Ardiiv.  CRU.  Apend.  gen.  Nr.  28.  Or.  Pap.  S^. 

UT.  ItiM-hor  Itnlmuyd  roit  Yiileiiciit  nit  KSntr  ilHjiiif;  Cb^r  das  Km> 
■/M  verde  ihm  der  Erzbtf>eli«r  TOii  T>irra)n»iii  l>prlfbten.  >>W 
ohne  NHhe  «nd  Oeüehrri  erlaiiEtcn  dio  KonKlIsjtnwiidlra,  dal)  ii 
Mncheii  dor  spaiilKofaen  Tcinitlfr  iiiid  ihrer  iiütor  ulrhts  br- 
M-iiloHsea  KTi.    Yaleiii>i9  (13]'2|  Mnl  T. 

De  factis  concilü,  qualitcr  aclenus  processerunt.  reladoni' 
.  .  .  Terraconensis  archiepiscopi,  qui  recepta  ticencia  a  doiiiino 
nostro  stimmo  pontificc  ad  partes  illas  gressus  suos  dirijrit. 
regia  maieslas  plenius  poterit  informari  .  .  ,  Nuncü  vestri  iio« 
sine  ctamoribns  et  laboro  oblinuerunt,  quod  in  bonis  et  perso- 
nis  Templariorura  in  Vspania  nichil  ordinatum  existit  .  . .  I);il. 
Valencie  nonis  Maii  anno  domini  M"C(;nXIL 

')  Vgl.  Darstclluiig. 


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(Vor  Beginn  dea  Koiuils  im  Oktober  ISU.) 

Barcslooa.  Archiv,  CRD.  Nr.  4606.  Or.  Pap.  Ssp.    Baininoil  v 
vor  Schlnß  des  Vienner  Konsils  znrOokgereist 


I4S.  rrrHh-huIs  drr  Prülatni,  die  znm  BlIüemciiieD  KaaM  vuii  Vloiiw- 
gemtfn  wprdeu  sollra.  <Yi>r  Br^nn  <1ps  Rntixll»  im  0)itn>»«i' 
1311 -> 

In  nomine  (iomim  Amen.    Isti  sunt  vocaiidi  ad  conciliuin- 

Honstantinopolitanus 

lerosolimitanus  ,  .      , 

.      .,  patnnrdie. 

Aquilegensi^  '^ 

Gradensis 

Pftlriarcha  Constantinopoiitanus  rnm  iluobu^  5nlTt'ug:aneis, 

„  lerosolimitanus  ,  quos 

pro  se  et  aliis,  qui  remanent,  duxerint  oli^ieiidos. 

De  patriarchatu  Aquile^ensi  vooentur: 

Ciimanus,    Vicenlinns,   Paduanuii,   Polanus,   TenilsinUK  cpi^^copi 

pro  se  et  aliis.  qui  remanent. 

De   patriarchatu    firadonsi   vocetur  Ca^tellamis   pio   sc  et 

aliis,  qui  remanent. 

De  regno  Francie  vocentur: 

Arcliiepiscopus  Lugdimensis.  Eduensis  ep. 

,  Senonen".    Aurelianen.    Autisidoren.     episcopi. 

,  Remen.     Siiessionen.     Cathalaunen.  „ 

„  Rothomaf^en.    Baiocen.    Conslancien.  „ 

„  Turonen.     Cenomanen.     Andegauen.  , 

^  Bituricen.     Miniaten.     lleni  Anitien,  qui  est  e\- 

emptus,  episcopi. 

ßurd^alen.     A^ennen.     ep. 

Auxttan.     Lecloren.     ep. 

Narbonen.     Tholosan.     Magalonoii.     episcopi. 

In  regno  Maioricariim :  ep.  Maioricen. 

,         Nauarre  ,     Pampilonen. 

^         Aragonie  arcliiep.  Terraconen.     Valentin,     ep. 

,         Castellp  ,        Toletan.  Palpnttu  ep.  archiep.  Clom- 

postellan.    Salainantin.     ep. 

,         Vspalen.     flartaginen.     ep. 

(I    Ich  habe  den  Strich  Qber  den  n  weggelassen. 


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5M  Beriehte  osw,  Tom  Eoniil  ron  Vieoiie. 

In  regno  Portugalie  archiep.  Brachen.     Portugalen.     ep. 

,         Anglie  ,        Csntuarien.  Londonien.  Vintonien. 

Saresberien.    episcopi. 
In  Ibernia:  archiep,  Armachan.     Miden'».     ep. 
B        Dublinen.     Fornen.    ep. 
„        Casselen.    Catanen  <■.    ep. 
Tuamen.     Arcaden ''.     ep. 
In  regno  Scotie:  sancti  Andree,  Candide  case  episcopi. 
,         Datie:  arciiiep.  Lunden.     Ollonien.     ep. 
,         Norn^ie    ,        Nidrosien. 
,        Suesie        ,        Ubsalen.     Angurien«'.     ep. 
In  Ruscia  archiep.  Rigen.     cum  uno  snin-aganeo. 
In  regno  Sardinie:  archiep.  Calaritan.     Turrilan.     Arlmren, 
In  insula  Cipri;  archiep.  Nicosien.     Paphen.     ep. 
In  imperio  Romanie:  arciiiep.  Neupatren.  Tliesalonicen.  Tiiob-in. 
In  insula  Creta:  Arianen/",     ep. 
In  Achaia:  archiep,  Patracen.     Motonen.     ep. 

„        Athenien.     Nigroponten.     ep, 
,        Corinlhien. 
In  provincia  Provincie:  archiep.  Ebredunen.     Nicien.    ep. 
,        Aquen.     Foroiulien.    ep. 
,        Arelaten.     Massilion,    ep. 
,        Viennen.     Viuarien.    ep. 
In  Burgundia :  ,        Taraiitasieii.     Hedunen,    ep. 

,        Bisunlin.     Basilien.     ep. 
In  regno  Alamnnie:  „        Maguntin,  Fragen.  Morauienc 

episcopi. 
,        Colonien,    Leodien.    Traiedi'n. 

episcopi. 
,        Treueren.     Meten,     ep, 
,        Bremen.     Lubicen.     ep. 
,        Magdeburgen,      Brandcbui^Mi. 

ep. 
,        Salseburgen.      Patauien.     ep. 
Iteni  Bambergeii.    ep..  qui 
est  exeintus. 

b    Minden.     Abschr.  e    Wohl  sUtt  Corohftgeii.  il    Arwifii 

Abaohr.  e    Wnhl  statt  Arcaien.  f   Doch  wohl  Agien.  #  <"' 

statt  Olomiifen  oder  vielmehr  Wormacien. 


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(Vor  Beging  aes  Konzils  im  Oktober  Idll.)  SOS 

In  Ungaria:  archiep.  Strigonien.     Quinqueecciesien.     ep. 

.        Colocen.     Ultrasiluan  A.    ep. 
In  Polonia:         ,        Gnesnen'.    Lubicen.    ep. 
In  Sciauonia:      ,        Ragusin.    Tribunien.     ep. 
,        Antibaren.    Polaten,     ep. 
In  Istria  supra  mare;  archiep.  ladren.     Signen^.    ep. 

,        Spalaten.    Tragurien. 
In  Lonit>ardia:  „        Mediolanen.  Pergamen.  Brixien. 

Cremonen.     episcopi. 
In  exarchatu  Rauenne:      „        Rauennas.    Pannen.    Fauentin. 

episcopi. 
in  Tuscia:  ,        Pisan.     Massan.    ep. 

«        lanuen.     Bobien '.    ep. 
In  insula  Sicili«:  ,        Panormitanus  >".  Maczarien.  ep. 

,        Montis  Regalis. 
,        Messanien. 
In  Calabria:  Cusentin.     Rossan.     s.  Seuerine  archiepiscopi. 
In  Apulia :  Consan «.   Acherontin.   Tarentin.  Brundusln.  Idrdn- 

tini'.    Baren.    Tranen.     Sipontin.    archiepiscopi. 
In  Terra  Laboris:   Beneuentan.    Salernitan.  Suirentin,   Neapo- 

litan.    Capuan.    archiepiscopi. 
In  Campagnia:  Soran.     ep. 
In  ApruÜo:  Aquiien.     ep. 

In  Patrimonio  beati  Petri:  Sutrin.     Baineoregen,     episcopi. 
In  Ducatu:  Perusin.     Spoletan.     episcopi. 
In  Thuscia:  Florentin.    Pistorieii.    ^iscopi. 
In  Marcha  Anconitana:  Esculan.     Camennen,     Esin.    episcopi. 

Paris,  Archivee  Nationftlea,  J.  418.  Nr.  85.  Pnpieirolle  mit  kurialer 
Schrift.  Auf  der  ROckseite:  Nomina  prelatoruin  vocaudorum  ad  conaciliam 
generale.  J.  418.  Nr.  86  steht  diese  Liste  zusammen  mit  der  Liste  der  In- 
qnieitoren,  die  in  die  verschiedeneii  Lltnder  geschickt  werden  sollen ;  dort 
■nr  der  RDckaeite :  Scripta  secreta  euper  facto  Templarionini  Die  List«  hat 
ihre   Bedentnag    zunftchet   fllr   die   Feststellung   der  Zahl   der  Besucher   des 

h  Statt  TranssilvaD.  i  Nesnen  Abschr.  k  Doch  statt  Veglen. 
I  Ich  lese  eher  Solaen.    Ob  statt  Nebien?  m    Parnomitanua  Abscbr. 

n   Cosan  Absohr.  o   Idronien  Abschr. 

Fiake.  Papsttum  nurt  Untargang  du  TempleroTdeDb.    II.  20 


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S06  Berielite  uaw.  vom  Eonci)  von  Vi«nne. 

Konzile;  da  nur  168  PrSlaten  geladen  sind,  so  ist  nnEweifelliaft  di«  ZiU 
300,  di«  qnellenniBfiig  belegt  ist,  auch  wenn  wir  dia  karislen  PrSUlen  duo 
rechnen,  zu  hoch  gegriffen;  hihihstwahracheiDlicb  werden  die  andetn  Au* 
gaben,  die  von  wenig  mehr  als  100  Prllatsn  sprechen,  der  Wahrheit  nlher 
koninien.  Dann  ist  die  Aufbewabning  im  Ptuiser  Archiv  von  groSem  Inln- 
esse;  die  Liate  ist  also  Philipp  d.  Seh.  mitgeteilt  worden.  In  der  AntwaU 
selbst  kann  kaum  eine  Tendenz  gefunden  werden,  alle  Enbiaehofe  sind  g^ 
laden  mit  meist  einem,  zuweilen  ein  paar  Suffraganen. 


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m.  Templerprozesse. 


149.    G«sUndDls  dex  TempleryroBnebtfni  vor  der  UulTerdtHt  Paris. 
(130T)  Oktober  25. 

In  nomine  domini  Amen.  Anno  nativitatis  eiusdem  milier 
simo  Irecentesimo  septimo,  indicione  sesta,  mense  Octobris,  eius- 
dem  mensis  die  vicesima  quinta,  pontiücatus  sanctissimi  patris 
domini  Clementis  divina  providencia  pape  quinti  anno  secundo, 
in  religiosi  viri  Guiitelmi  de  Parisius  ordinis  Predicatorum,  in- 
quisitoris  heretice  pravitatis  in  regno  Francie  auctoritate  aposto- 
lica  deputati,  nostrum  notariorum  et  testium  infrascHptorum  pre- 
seocia  personalif er  constitutus  frater  lacobus  de  Molay "...  or- 
dinis milicie  Tempti  niagister  pro  se,  fratribus  Geraldo  de  GaQche, 
Guidone  Delphini,  Gaufrido  de  CItamaj  et  Galthero^  de  Lien- 
ticuria,  militibus  dicti  ordinis,  presentibus  ibidem,  confessus  est 
et  in  lingua  matema  proposuit  et  asseruit,  quod,  licet  ordo  pre- 
dictus  milicie  Tempil  nobiliter  abolim  fundatus  extiterit  et  auc- 
toritate sedis  apostolice  fuerit  confirmatus  pro  exaltacione  no- 
rainis  Ihesu  Christi  et  sancte  fidei  Christiane  necnon  pro  re- 
cuperatione  et  subsidio  Terre  Sancte  et  pro  impngnando  fidei 
catholice  inimicos;  tarnen  inimici  humani  generis  versucia,  que 
semper  querit,  quem  devoret,  eos  ad  tantam  perdicionis  ceci- 
tatem  adduxerat,  quod  a  longevis  citra  temporibus  illi,  qui  in 
dicto  ordine  fuerunt  recepti,  dominum  Ihesum  Christum  re- 
demptorem  nostrum  in  sua  receptione  non  sine  aniraaruni  sua- 
rum  miserabili  dispendio  abnegarunt  et  supra  crucem,  que  osten- 
debatur  in  receptione  cuiuslibet  cum  effigie  Ihesu  Christi,  in 
ipsius  contemptum  spuerunt  et  in  receptione  predicta  nonnulla 

n  Am  Ende  der  Zeile  folgt  foet  naleserlich  tp,  dann  folgende  Zeile  us. 
h    Eigentlich  Galchero. 


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808  TemplerproMMe. 

alia  enormia  hactenus  coinmiserunt,  ad  cuiusmodi  dampnabilis 
precipitationis  extenninium  actor  scelerum  per  quendam  ei- 
ecrabiieni  abusum  recipiendi  seereto  fratres  ordinis  supradicti, 
quem  sub  boni  specie  fallaciter  in  dicto  ordine  introduxit,  opor- 
tunitatem  creditur  liabuisse;  adiciens  insuper  verbis  lampntabi- 
libus  et  corde  contricto<^,  ut  ibidem  astantibus  videbatur,  quod 
prodicta  facinora,  que  propter  pene  temporalis  timorem,  et  ne 
destrueretur  ordo  predictus,  in  quo  casu  amitterent  honores 
mundanos,  Status  et  divicias,  quos  habebant,  hactenus  noiue- 
rant  revelare,  mediante  christianissimi  principis  domiai  Philipp! 
Dei  gracia  Franconim  regis  illustris  ministerio  iucis  actor,  cui 
nichil  est  occultum,  in  lucem  deduxit.  Quare  magister  predictus 
pro  se  et  fratribus  universis  et  singulis  ordinis  sepedicti  confitens 
et  recognoscens  devote  dicia  flagicia  contra  Deum  et  üdero  catho- 
hcam  tarn  diu  comniissa  Tuisse  volebat  ea  omn  .  . .  se  nota^  sup- 
plicans  omnibus  personis  ecclesiasticis  et  secularibus  ibidem  exi- 
stentibus,  ut  pro  ipso  magistro  et  omnibus  fratribus  vere  paii- 
t[itenbusj  . . . «  cum  vera  penitencia  conflteri  continget  errores 
in  premissis  et  circa  premissa  per  ipsos  commissos,  absolutio- 
nem,  gratiam,  veniam  et  misericordiam  sanc[tissimi  patris  Cle- 
mentis  pape  V.  pi?]f  predicti  domini  regis  veniam  impetrare 
dignarentur  eisdem  et  ad  hoc  benigne  interponere  partes  suas, 
offerens  se  et  fratres  suos  predictos  de  premissis  penitent» 
et  reatum  humiliter  confitentes  peniteneiam  iudicio  ecciesie  re- 
cipere  et  effectu  complere  et  ipsius  ecciesie  stare  mandatis. 

Acta  sunt  hec  Parislus  in  domo  Tempil  anno,  inditione, 
mense,  die  et  pontificatu  predictis,  prcsentibus  venerabilibus 
et  religiosis  viris  dominis  Petro  abbate  raonasterii  sancti  Ger- 
niani  de  Pratis  Parisiensis,  Gprardo  archidiacono,  Symone  can- 
cellario '),  Petro  succentore,  Radulpho  penitenciario  et  Hugone 
de  Bisontino  utriusque  iuris  y  professore,  canonico*  ecciesie  Parl- 

I'   So  Or.  rl   Loch   fDr  ein  pa&r  Wörter;  TJelleicht  otiiii[ia  . . . 

1  Wort  ea]a8  Dota.  .■    Loch  für  4-5  Wärter.  f   Dirne  Ergiiffling 

fDr  ein  Loch  fDr  4—5  WOrter.  ff  viria  Ur.  h  So,  Dicht  tu 


■)  Die  Konjektur  Denifles  im  Chartnlarium  1).  p.  180.  Note  1  <lBrll« 
richtig  sein. 


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Nr.  H9.   (ISOT)  Oktober  25.    Nr.  150.   (1307)  Okiober  26.         309 

sienäs,  fratribus  Guillelmo  de  sancto  Enurcio''  priore  Predica- 
lonim,  gardiano  Minorum,  Alexandro  Lombardo  Minorum, 
Romeo '),  Herueo  Natatis  Predicatorum,  LaureDcio  de  Droco ') 
Vallis  Scolariuui,  Henrico  Theulonico  sancti  Augustini,  Gerardo 
de  sancto  Victore  et  Gerardo  Carinelitarum  ordinum,  magistris 
in  theologia,  magistris  Alano  de  Lambalia  et  Raginaldo  <  do 
Foresta  Laudunensis,  Raginaldo  >  de  Albigniaco  et  Petro  de 
Pruneto  Bituricensis  eeclesiarum  canooicis  et  pluHbus  aliis  reli- 
giosis  et  secuiaribus  magistris,  bachalariis  et  scolaribus  studü 
Parisiensis  lestibus  ad  hoc  vocatis  specialiter  et  rogatis. 

Barcelona,  Archiv,  Pergaminoa  Nr.  2481.  Notariatsiastraraent  (mit 
einem  großen  Loch,  MigefaDlt)  der  drei  Notare,  die  unterzeichnen:  Amieias 
de  AnroIiaitiB,  lacobus  de  Virtato,  Eaenns  Phily.  Alle  drei  fungieren  beim 
1.  Pariser  TemplerprozeA ;  dort  werden  nuch  die  Namen  der  3  letzteo  Zeugen 
genannt.  Die  Ordensgelriirten  kommen  bei  Denifle  Chnrtnl&riam  II.  Nr.  665 
S.  127  vor.  Dieses  öffentliche  Gteständnis  dea  Großmeisters  vor  der  Universitltt 
erfolgte  am  Tag«  nach  aeinein  VeriiOr  (Michelet,  l'roc^  das  T.  11,  305)  und 
war  bisher  unbekannt;  von  ihm  spricht  Bomeus  de  Bmgaria  in  Nr.  32.  Aaf 
Qruod  dieaea  GestAndDiasea  ist  dann  der  Brief  dea  Großmeiaters  an  alle 
Templer  abgefaßt,  den  wir  nicht  begitsen,  der  aber  inhaltlich  wohl  gleich- 
lautend gewesen  ist.  Im  Cbartalariom  K.  Nr.  666  wird  zum  25.  Mai  1308 
ein  Stack  abgedruckt,  das  im  Vat.  Arch.  Keg.  Bened  XII.  Bd.  I.  f.  437 
eteht  und  dem  die  Verhöre  von  Chinon  und  Poitiera  folgen.  (Vgl.  Nr.  154 
und  Nr.  165.)  Denifle  wfthlt  das  Datum  unter  Hinweis  auf  Johannes  von 
S.  Viktor.  Daß  am  25.  Msi  1308  die  .copra  litterarum  magiatfi  Tempil* 
oder  such  das  St&ck  in  der  Form  ,Iste  sunt  ruhrice  facte*  gemacht  ist, 
kann  mQglich  sein.  Die  .confessio  lacobi  de  Mola;*,  wie  es  im  Ragest 
heifit,  itt  aber  um  25.  Oktober  1307  gemacht  und  sein  Brief  ist  eicher  so- 
fort daranf  versandt  worden;  er  hfltte  ja  im  Mai  1808  wenig  Zweck  mehr 
gehabt. 

ISO.   GeaamtreriiSr  der  meisten  bis  zam  26.  Oktober  1307  Terhtirten 
Templer  vor  der  UniTersllAt  Ptaia.    (1307)  Oktober  24. 

In  nomine  domini  Amen.  Anno  eiusdem  domini  M^CGC" 
septimo,  indiccione  sexta,  mense  Octobris,  eiusdem  mensis  die 

h   Der  Name  ist  nur  ao  zu  lesen :  h.  Bischof  v.  Orleans.  i   So  Or. 

*)  Wohl  Bemeus  de  Brugaria;  vgl.  Nr.  82. 

*)  Also  wohl  nicht  identisch  mit  L,  do  PoUengio  wie  Denifle,  Char- 
tnlarium  II.  Nr.  664.  p.  127.  Anm.  3  meint. 


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310  Teioplerprotesse. 

vicesima  sexta,  pontificatu  sanctissimi  patris  doniint  CleoiHitis 
divina  providencia  pape  quinti  anno  secundo,  per  presens  publi- 
cum instrumentum  pateat  universis,  quod  religiosus  et  honesta'; 
vir  frater  Guillelmus  de  Parisius  ordinis  Predicatorum,  Inqui- 
sitor heretice  pravitatis  in  rc^no  Francie  a  sede  apostolica  de- 
putatus,  presens  in  domo  Tempil  Parisiensis,  ubi  contra  quas- 
dam  personas  ordinis  Templi  eidem  super  diclo  crimine  delalis 
in  causa  ftdei  inquirebat,  volens,  nl  dicebat,  quod  tarn  sollemiHie 
et  arduum  negocium  soüempniter  ageretur,  et  omni  notare- 
prehencionis  et  siispicionis  careret,  quasdam  deposiciones,  atesta- 
cionesseuconfessiones  infrascriplarum  personarum,  alias  in  ipsius, 
nostrum  notariorum  publiconmi  et  plurium  notabilium  et  insig- 
nium  personarum  [preseneia]  factas  et  fideliter  scriptas,  prout  in 
quibusdam  super  hoc  confectis  publicis  instrumentis  plenius  cod- 
tinetur,  in  ipsius  inquisitoris,  venerabilium  t-eligiosonun  ri  dis- 
cretoram  vironint  S(imonis)  cancellarit,  I(ohannis)  de  Gandauo, 
canonici  Parisiensis,  fhitrum  Alexandri  ordinis  Mlnorum,  Heortci 
Theutonici  ordinis  Heremitarum  sancti  Augustini,  Girardi  prioris 
generalis  ordinis  Carmelitarum,  Laurencii  prioris  Vallis  Scola- 
rium,  Romei  et  Heruei  Natalis  ordinis  Predicatorum,  et  Guilldmt 
Alexandri '),  magistrorum  in  theologia,  Gerardi »)  archidiaconi 
Brie  in  ecciesia  Parisiensi,  R.  de  Rosaio  oßicialis  *),  P.  de  Ma- 
rigniaco*)  succentoris,  Hugonis  de  Bisuncio,  canonicorum  Pari* 
siensium,  gardiani  Minomm,  prioris  Predicatorum,  prioris  Here- 
mitarum saiicli  Augustini  Parisiensium,  fratrum  Nicolai  ordinis 
Minorum,  lacobi  Ctsterciensis,  Guidonis  ordinis  Carraelitarum, 
Bertrandi  ordinis  Minorum,  Simonis  de  Cobria  prioris  sancti 
Bemardi,  Laurencii  de  Nannetis,  et  magistri  Henrici  Än^ici, 
bachalariorum  in  theologia,  fratrum  Nicolai  de  Anessiaco  *),  Be 
ginaldi  de  Credolio  et  Durandi  de  sancto  Poreiano*),  ordinis 
Predicatorum,  magistrorum  Yuonis  de  Cordellis  ^)  rectoris«  uni- 

a  reotora  Or. 

')  canonicna  Pftrisieneis. 

^  Hiebt  im  Chartularinm  Bd.  11.     Ebeneo  die  folgenden. 
')  Chart.  II,  216  Nr.  800. 

'j  Spatsr  BiBchof  von  Anecy,  Chart;.  II  218  Nr.  760. 
')  U.  a.  geuannt  bei  dor  VerOffentlicliviig  des  Oestlndnisaee  too  J-  i* 
Molay  Chart.  11.  Nr.  666. 


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Nr.  150.    (1307)  Oktob«r  26.  811 

versitatis,  Henrici  de  Bechim  l>,  SymoDis  de  Furnis,  Radulphi  de 
Ameliaco,  prioris  ecclesie  de  Bras,  Ruthinensis  diocesis,  Guillelmi 
de  Sanceyo,  G.  de  Linnbrua  (P),  lacobi  de  Luceto,  lacobi  de  Be- 
thunia  procuratoris  nacionis  Picardoruiii,  Reginaidi  de  Bisuncio ') 
procuratoris  nacionis  Kormanorum,  Ade  de  Villanis ')  procura- 
toris Galücorum,  lohannis  de  Noeriis  procuratoris  nacionis 
Anglicoruni  Parisiensis  (?),  magistri  Re(;ina)di  de  Foresla  domini 
r^iris  Franeie  clerici  et  plurium  aliorum  magistrorum  et  bacha- 
larioruDi  studii  Parisiensis  ibidem  presencium  et  ad  requisicio- 
nem  inquisitoris  predicti  congregatorum  singulis  coram  singulis, 
videlicet  in  presencia  cuiuslibet  deposicionem,  quam  fecerat, 
recepto  primitus  a  quolibet  iterum  iuramento  de  veritate  di- 
ceoda  super  hiis,  que  peterentur  ab  ipso  in  lingua  sua,  seu  in 
vulgari  suo,  alta  voce  omnibus  audientibus  legi  de  verbo  ad 
verbum  fecit  et  per  modum  et  ordinem,  qui  sequntur,  seriatim 
et.  intelligibiliter  rccitari. 

Et  primo  deposicionem  fratris  lohannis  de  Foulleyo  pres- 
biteri  dicti  ordinis,  cuius  tenor  talis  est: 

In  Chriiti  nomine  Amen.  Patent  nniversia  per  hoc  preBens  pablicum 
inebumentum  (wQrUich  wie  Michetet  II,  277;  die  eine  LUcke  ist  kd  erg&n. 
xea :  qnia  {alias  eam  non  vide]rat]  —  rogatla.  Dana  folgt  (nicht  bei 
Michelet) : 

Quo  facto  idem  Inquisitor  in  vim  iuramenti  nunc  et  alias 
in  dicta  causa  prestiti  ab  eodem  petJvit  ab  eo,  utrum  omnia 
et  singuta  in  sua  deposicione  confessata  essent  vera,  et  utrum 
perseveraret  in  ipsa;  et  precepit  eidem  in  vim  iuramenti  pre- 
dicti, quod,  si  aliquam  falsitatem  dixisset  vel  immiscutsset  in 
ipsa,  eam  faceret  amoveri;  et  si  aliquam  veritatem  tacuisset, 
eam  diceret.  Qui  testis  predictus  dixit  in  presencia  omnium, 
quod  omnia  in  dicta  deposicione  contenta  erant  vera.  Addito 
quod,  ubi  dbterat  in  dicta  deposicione,  quod  ,erunt  tres  anni", 
quod  fuit  receptus  in  dicto  online,  erunt  quatuor  anni.  Item 
et  quod  confessus  fuerat  de  predictis  primo  . .  episcopo  Mel- 
densi  *)   et  postea  . .  episcopo  Parisiensi,  qui    nunc   est,  tunc 

b  im  mit  AbkOrzongaetricb. 


')  Beida  im  Chart.  II.  genatiDt,  aber  nidit  als  proouratoree  der  Naüoa 
*}  Dieser  steht  bei  Hichelet  nicht. 


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812  TemplerprosesM. 

etecto  confinnato,  qui  eidem,  quatenus  poterani  et  ad  eos  per- 
tinebat,  iniuncta  sibi  penJtencia  salutari,  beneßcium  absoluctonis 
tmpenderunt,  ut  dizit. 

Prater  Rsyneriaa  de  LarclieDt,  der  Mtchelet  II,  276  folgt,  fehlt. 

Item  deposicionem  fratris  Reginaldi  de  Trnmblajo  presbiteri  prioris 
dicte  domtis  Tsmpli  Parieiensis,  caiaa  tenor  s^nitur  in  hec  verba:  Iten 
frater  Reginaldns  (wörtlicb  Michelet  II,  279  f.)  —  rogatia.  Dann  wieder: 
Qdo  facto  —  Qui  testis  —  eraot  vem.    (Vgl.  oben.) 

Itam  depoaicion(>m  fratria  Guidonie  Delpbini. 

Wörtiicb  mit  denselben  HinznfDgungea  bis  fol.  282  oben :  mera.  Dran : 
Actom  preeentibua  dicÜa  fratre  Et.  priore  de  Fissiac«  sc  venanibilibns  et 
diacretia  viria  magietro  Reginaldo  de  Albigniaco  Bituicenai  canonic«.  Qnil- 
leime  de  Uangesto  aeniore  et  G.  de  Choqoea  cive  Pariaienai. 

Die  Angaben  der  Notare  Michelet  II,  282  fehlen  natQiIicfa. 

Hicbelet  II,  289  Qaillelmns  de  GKaco  fehlt  hier, 

S.  296  oben  nacb  Zeile  S;  Quo  fiicto  idem  ioqniBitor  —  qnod  omnii 
in  dicta  deposicione  cententa  erant  vera,  excepto,  quod  dixerat,  qnod  etant 
XXXVIII  anni,  qaod  receptoa  fnerat  in  ordiue  aupradioto ;  et  post«a  fiwnt 
certificatus  per  qnemdam  militani  de  ordine,  quod  non  eruit  niai  XXXVII  annL 

Die  Michelet  II,  802  ond  SOS  beiden  Genannten  fehlen,  ebenso  d*- 
tarlicb  Jakob  de  Molay  |p.  805). 

8a  gebt  ea  weiter  bis  Micbelet  II,  815,  d  b.  Jobannes  de  Tomo  and 
sein  VorgBoger,  die  beide  am  selben  26.  Oktober  verhört  waren. 

Dann  folgen  die  Unterschriften  der  fllnf  Notare  mit  NoturiataieicheD. 

El  DOS  Gerardus  archidiaconus,  Symon  canceliarius,  Petrus 
succentor,  lohannes  de  Gandauo  itiaglster  in  theologia,  cano- 
nicus  Parisiensis  ecciesie,  et  Guillelmus  de  Ghenaco  canonicus 
el  ofßcialis  Parisiensis,  fratres  Guillelmus  de  sancto  Enurcio 
prior  Predicatorum,  Petrus  gardianus  Minonim  et  Alexand«' 
ordinis  Minorum,  Romeus  et  Herueus  Natalis  ordinis  Predica- 
torum, et  Henricus  ordinis  Hereraitarum  sancti  Augustini,  ma- 
gister  in  thcotogia,  predictis  conressionibus  et  omnibus  aliis, 
prout  superins  sunt  expressa,  una  cum  suprascriptis  testibits 
presentes  fuimus  et  presentibus  cartis  seu  instrumentis  publtcis 
simul  sutis  et  signis  predictorum  notariorum  publicorum  ägna- 
tis  sigilla  nostra  apposuimus  in  testimonium  premissoram. 

Barcelona,  Archiv,  Fergaminos  Nr.  2482  mit  Löchern;  das  Stflck,  lon 
dem  Pmtz,  S4.6,  sagt,  es  sei  leider  nicht  mehr  voAanden.  Von  den  11 
(nicht  12,  wie  Carboneil  irrig  behauptet.  Tgl.  die  Stelle  bei  Pmti  a.  a.  0.' 
angehängten  Siegeln  sind  noch  daa  vierte  nnd  fOnfte  cum  Teil  erhallen,  nud, 
in  grQnem  Wachs,  also  wohl  die  des  Johannea  de  Gaudano  and  de«  Onill«!- 


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Nr.  150.    (1S07)  Oktober  26.    Nr.  151.   (1307)  Oktober  27  und  28.    SIS 

niiB  de  Chenaco.  Ereteres  knieendu  HOnohnfigar  vor  einem  Heiligen  (?), 
das  andere  ein  echSner  Kopf.  Von  deeaen  Unischrift  noch  zu  lesen :  S.  curia 
Pa  . .  .  Bficksiegel  Bischofsstab  iwischen  zwei  Lilieo.  Auf  dem  RQcken ; 
Hagietro  I.  de  Pranino. 

Dieaee  wichtige  SUtck  ist  gaoi  UDbekennt.  Waram  wohl  eine  Anzahl 
früher  Verhörter  fehlen?  Wegen  der  Folgen  der  Folter?  Jakob  von  Holef 
bildet  natDrlieh  eine  Ausnahme.  Die  in  voriger  und  dieser  Nnmmer  rer- 
zeichDeton  Ereignisse  vor  der  Universität  bilden  wohl  die  Omodlage  fQr  die 
Stella  bei  Johannes  a  sancto  Victore  (Recneil  des  bist,  des  Gaulea  XXI 
p.  S4&):  Postea  congregstione  generali  omninm  magietrorum  et  soholnrium 
cnEasqne  fscnltatie  hcta  apnd  Teroplom  magister  transmarinus  sddnctus  et 
qnidani  alii  coram  ODinibns  coufessi  sant  qaosdam  articnlonim  predietomm 
et  dixentnt  aliqni  eoram,  quod  credebant  bnnc  modam  profesaionie  enne 
maledictae  coepissc,  iam  oraut  qnadraginta  anni  et  amplios,  et  hactenus 
faerat  occultatam.  Item  in  alis  congregatione  coram  nniveraitate  magiater 
et  alii  plurea  totnm  eimpliciter  sant  confossi  et  magister  pro  toto  ordine. 
YSlIig  stimmt  das  allerdings  nicht..  Über  ein  anderes  Auftreten  des  Groß- 
meisters vgl.  Sr.  75. 

läl.   Templerrerhflr  Id  Oieu.    (1307)  Oktober  37  nud  28. 

Ezamination  faite  le  Jour  de  samedi  en  la  feste  as  sarns  apoatree 
S^mon  et  Jude  l'an  de  grftce  mil.  CCC.  et  aept  poar  partie  et  le  diemenebe 
pronebaia  enaniant  ensement  ponr  psrtie  des  freres  de  la  maison  den  Temple 
de  la  boillie  de  Caen  aor  tea  articles  de  lonr  erreurs  aeelees  deu  contreaeel 
notra  eeignor  le  roi,  les  qniex  artiolea  aont  tex  .  .  . 

.  ,  .  Laqnelle  ezamination  fut  faite  par  nona  freres  Robert  aouprior, 
Michel  ChoDgnet  lectour,  Roger  d'Argeucea  et  lohao  de  Margny  deu  cou- 
vent  des  frerea  preechooura  de  Caen  aelonc  la  forme  de  la  commisaiun  sur 
cen  faite  de  relrgieua  bomme  frere  Guillaame  de  Paris,  chapetain  notre  pere 
le  pappe,  confessoor  notre  sire  le  roi  de  France  et  inquiaitear  depute  d'iceli 
notre  pere  le  pappe  en  roiaame  de  Prance  de  la  mauvestie  de  hereaie  et 
pKr  nona:  Hugoes  de  Chastel  et  Engerran  de  Vitiers.  Chevalier  notre  sire 
le  roi,  depntei  d'icelai  seignor  qaant  n  ceu,  ei  comme  i!  appareasoit  par 
See  lettrea,  presenz  a  eeste  examination  lea  tesmoingz,  des  quiex  les  nons 
s'ensnient,  C'est  asssvoir :  monaseignor  Richard  de  Breteville  Chevalier, 
maistre  Robert  de  Caudebeq  clerg  notre  aire  le  roi,  monaseignor  luhan 
chkpelain  den  dit  monaseignor  Hnguee,  iohan  den  Cbastel  clerg,  RaoulÜloi, 
Thomas  den  Toil  clerq  de  la  viacente  de  Caen,  Henri  Campion,  Ricbsrt  Ic 
Tombeonr  sergent  notre  sire  le  roi,  et  ploaeura  antres.  Et  ponr  ten  qne 
noDS  ne  poviona  traire  verit«  des  dtz  Templiers  aar  les  erreara  oontenns  es 
diz  artioles,  ja  soit  ceu  qne  11  avotent  jnre  par  deux  foia  et  est«  exominez 
le  pina  diligenment  que  nons  povions,  noua:  aonppriour,  lectonr,  Roger  et 
loban  deana  diz  en  la  preaenoe  de  nons,  lea  diz  Huguea  et  Engerran  ponr 
ten  qne  iceas  Templiers  avoient  tout  mis  en  nie,  lour  monsatrsamex  aingO' 
liercment  et  a  chaacun  par  soi  pluseure  roiaona  et  plnseura  voiea,  par  qmii 


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3U  TeaplerproieBae. 

ens  povolent  avoir  sanvement  deu  coTps  et  de  l'äine,  ee  eoa  vooloient  Terite 
recognoistre  et  Bei  repentir  dea  erreurs  ot  retoraor  a  U  fei  et  rnoite  da 
aainte  egiise,  et  comme  s&int«  egiiee  recevoit  cens,  qui  avoient  erre  et  too- 
loient  rstomer  &  la  foi,  et  Iodt  promeisinez  a  lea  re^evoir  a  la  miHricerde 
de  eaipte  egiise,  se  einsi  le  vonloient  hre;  et  qous  HngoeB  et  EogerrtD 
deans  diz  enaeaient  lour  proineismez  a  quitier  tonte  peioa  temporel,  dont 
DotTB  aeignor  le  roi  lea  porroit  punir  de  teix  erreura,  et  meesmament,  pour 
plus  monvoir  les,  quant  a  traire  verite  deta,  lour  deismcz  et  monstraHmez, 
comme  il  estoit  chose  notoire  et  manifest«,  que  la  graignor  partie  dea 
Templiera  den  rolaume  ^e  France  avoieat  cogneu  et  confease  !ea  eneora  et 
qne  lea  oviations  et  lea  deffenseB  propoeeea  de  lonr  partie  en  contrsire  nW 
toit  cbose,  qui  lour  peu&t  valoir,  et  qne,  se  ena  ae  parjnroieDt  terebe  foia, 
blen  ai  gardaaaent.  qne  il  lonr  convendruit  aonffrir  tel  peine,  comme  le  caa 
requiert.  Et  ceu  fait  nous  alasmez  STent  a  l'examination  snr  lee  aiüelca 
deana  diz  et  oiamez  lea  diz  Templiera  aiagaliorenioDt  t'un  apres  l'antra,  et 
deposerent  Bnr  las  dji  Hrtjclea  en  la  maniere  que  il  epparet  par  lonr  depo- 
aitioDS  ci  dedenz  escriptea,  et  ftireat  lea  diz  Templiera  examinez  eo  la  aale 
den  petit  chastel  de  Caen  le  samedi  et  le  diemenche  deana  diz  en  U  pre- 
sence  des  diz  teamoingz,  et  a  CDnfirmation  de  verita,  nous  aoupprioor,  ler- 
tonr,  (reres  Koger  et  lohan  devant  nommeK  avona  mis  nos  seanz  ■  eeat 
proces  oveqnea  les  seanx  des  diz  Huguea  et  Bogerran  preaenz  as  choaea  ci 
dedenz  escriptea. 

Frere  Oautier  de  Dnllens  (!),  chevalier  nei  de  leveechie  d'Amiena,  <»m- 
paignoD  de  la  maiaon  deu  Temple  de  Vaymer,  receu  et  veatn  a  Paris  par 
frere  Rugues  de  Peraut  chevalier,  leqnel  frere  Üantier  a  este  en  l'ordte 
l'eapace  de  XIII  auz  ou  environ,  ai  comme  il  disoit,  qoi  avoit  jure  pai  deoz 
fois  et  eate  examino  diligemment  nur  les  articiee  deasus  diz,  lea  qniei  Q 
aveit  toni  mis  en  nie,  requis,  demande  et  examine  derrechef  aar  lei  dil 
articiea  cognnt  et  confessa  touz  lea  erreura,  excepte  l'jdole  fait  »Ikrwe 
d'une  teste  d'omme,  le  qne)  il  disoit  qne  il  n'avoit  onques  vea  ne  aoora  n* 
riena  n'en  savoit.  Et  deu  sacrement  de  i'autel  disoit,  que  il  creoit  que  in 
chapeUJns  deu  Temple  sacroient  le  corpa  notre  seignonr  snr  I'aotel  oomine 
bona  creations,  ne  ne  savoit  pas  le  contraire.  Et  est  bien  voir,  qne  il  aveit  autte 
fois  coufesse,  que  il  avoit  este  ehaint,  quant  i!  fnt  vestn,  d'nne  cordele  mt 
aa  chemise,  en  signe  de  ohast«e,  et  disoit,  que  il  ne  faisoit  nnle  maoTeati«. 
ne  que  elte  eust  ete  toucbie  a  l'jdole.  Et  des  errears,  que  il  confessoit,  m 
repentoit,  si  comme  il  disoit  et  retornoit  a  la  foi  et  a  l'unite  de  sainte-egliw 
et  requeroit  a  nous  soupprior,  lectour.  Roger  et  lohan  desua  diz  la  nuMav 
corde  de  l'eglise  et  a  nous  les  diz  Huguea  et  Engerran  remissicH)  de  peioe 
temporel,  les  quiex  choses  le  furent  de  nons  otreiees. 

Frere  Hatien  Renant,  commandeour  de  la  maiaon  deu  Temple  de 
Breteville  la  Rabel,  recbeu  et  vestu  par  frere  Philippe,  lors  commandeoor 
de  Reneville,  a  preaent  commandeonr  Sainta  Eoanboorg,  a  eate  an  Fordre 
l'eapace  de  X  anz  oo  environ,  si  comme  i]  disoit. 

Frere  Estienne  deu  Noef  Csstel,  coromandeour  de  la  maiaon  den  Tem- 
ple de  Court  Yai,   receu  et  veatn  a  Saint-Eatienne  de  Beneville,   par  fnre 


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Nt.  151.    (1807)  Oktober  27  and  28.  315 

Girart  de  Tillera,  lora  niMtre  de  FrMCe,  et  a  este  en  t'ordre  piiviron  aia 
ans,  si  corame  il  dieoit 

Frere  Giefroi  Herviett,  compaignoD  de  la  mAJBOD  de  Breteviüe,  recea 
et  vesta  a  Breteville  pnr  le  dit  frere  Philippe  et  a  este  en  l'ordre  III  am 
aura  a  la  mi  careame  prochain,  ai  comme  11  disoit. 

Frere  lehan  Challet,  compaigoan  de  la  maison  de  Breteville,  receu  et 
veetu  a  Barbonne,  par  frere  Robert,  commandeour  de  Barbonne,  ut  a  este 
ea  l'ordre  XVII  anz  ou  environ,  si  comme  il  disoit 

Frere  Oaillaume  le  Kaare,  compaignon  de  Dangie,  receu  et  veatu  a 
FonlAnoi  jooate  Sabliea  par  frere  (injllaume  de  Tree*.  commandeour  de 
Fontenoi  et  a  este  en  l'ordre  XXIIU  ans  ou  XXT  ou  environ,  si  coiume 
il  disoit. 

Frere  Richard  Dellengnel,  compaignon  de  la  maison  de  Court  Val, 
veatu  et  recen  par  frere  Aimere,  lora  commandniar  de  UenevilJe,  a  este  eu 
l'ordre  XVI  am,  si  comme  il  disoit 

Frere  Guillain  Tone,  compaignon  de  Court  Vat,  vesta  et  receu  par 
le  dit  frere  Philipe  a  Breteville,  a  este  en  l'ordre  IUI  anz,  ai  comme  il  disoit. 

Frere  Henri  des  Rochours,  compaignon  de  Vafmer,  receu  et  veatu 
a  ReneriUe,  par  le  dit  frere  Philipe,  et  a  este  en  l'ordre  IX  ans  ou  environ, 
si  comme  il  dieoit. 

Frere  Aabin  Lenglois,  commaudeour  de  Dangie,  receu  et  vestu  par 
le  dit  frere  Aimere,  et  a  eate  en  l'ordre  XXlIll  ans  ou  environ.  si  comme 
il  disoit. 

Frere  Uhrietufle  de  Loviers,  compaignon  de  Vaymer,  receu  et  vestu  a 
Reneville  par  le  dit  frere  Aimere,  et  a  est«  en  l'ordre  XXV  ans  ou  en- 
viron. ai  c«mm«  il  disoit. 

Frere  RaonI  de  Perrousel,  compaignon  a  Dangie.  receu  et  veatu  a 
Dole  par  frere  Richard  de  Bonteycourt,  lor«  commandeour  de  Bourgoigne, 
et  a  este  en  l'ordre  XXll  anz,  si  comme  il  disoit.  Les  quiex  avoient  jure 
par  deux  fois  et  este  examinez  diligemment  nur  iea  articiea  deeus  dii  silnl- 
gulierement,  Les  quiex  articiea  eos  avoient  nie  a  ^iHin,  requia,  demaudez  et 
ezaminez  cbawun  par  soi  derrechief  sur  les  diz  articiee  cognurent  et  con- 
fesaerent  les  erreurs  contenua  es  diz  artirles  en  la  forme  et  en  la  maniere 
qoe  'le  dit  frere  Gautier  quant  a  vrsf  entendement  et  a  aentence,  et  des 
errenra  qne  il  confessoient  se  repontoient,  si  comme  it  disoient,  et  retor- 
noient  a  la  foi  et  a  l'unite  de  aainte-egliae,  requeranz  a  nous  aonpprior, 
lectonr,  Roger  et  lohan  deflus  diz  la  misericorde  de  sainte-egliae  el  a  noua 
le«  dii  Hugues  et  Gngerran  [remission]  de  peioe  temporel,  les  quiex  choaes 
lonr  fureot  otriees. 

Frere  Quy  Pesnt«,  demorant  a  la  maison  den  Terople  de  Lourigoy 
tont  sout  recen  et  vestu  par  frere  Richard  de  Viltera,  lors  commandeour 
de  France,  et  a  eate  en  l'ordre  environ  V  ans,  si  comme  il  disoit,  le  quel 
avoit  este  jure  par  deux  fois  et  este  esamine  diligenmeot  sur  les  articies 
deaua  diz;  les  quiex  articiea  il  avoit  nie,  mis  en  gehine  le  samedi  desus 
dit,  en  laquele  gehine  il  ne  vuut  riens  confeaaer,  en  l'endemaiD  requis,  de- 
raande    et  ezamine  sur  les  diz  articies  confessa  tes  erreurs  en  la  maniere 


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816  Tempi  erprozeaM. 

que  il  avoient  esb)  confesse  des  autrea  desus  iix  quant  a  anttenee  et  a  nai 
eDten dement  mqnerant  a  noua  aoupprioar,  lectonr,  Roger  et  lohan  deflOS  dit 
miaericorde,  et  a  dous  les  die  Hugues  et  Engerran  remiaaioD  de  peme  tem- 
porel,  la  quele  choae  lui  fut  otdee. 

Paiis,  Archive»  Notionalea.  J,  418.  Nr.  20.  Or.  PergamcDt.  Die  seelu 
Siegel  sind  abgefallen.  Die  Stelle  der  wiederholten  Examinatioo  aehon  in 
RayDouard,  Hon.  hiat.  240.     Vgl.  Prati  S.  826  u.  Einleitang. 

152.  Auszüge  »na  den  Templerrerbtlreu  in  Calion.    (1307)  Obt«ber 
tiNd  NoTember. 

In  nomine  domiui  Amen.  Anno  eiosdem  incarnacioDia  MoCCCoVO" 
penoltima  die  meneia  Octobris  ...  in  roei  notarii  et  t«atiaia  .  .  .  prM^ieia 
constituti  fratres  Petrua  Donaderl,  filiua  qnondun  P.  Douaderi,  dudnm  bar- 
genajs  Caturci,  iam  defuucti,  ut  dixit,  et  ätephanns  Ebrardi  de  Podia  s.  Ret- 
berti, Lemouicenaia  dioceaia,  lilius  qnundam  Oeraldi  Hebrardi  deüuicti.  atP. 
do  Senaael ",  filiua  ijuondam  Ouillelmi  de  Senasel "  defnncti,  ordinis  millda 
Tempil,  jurati  ad  8.  Dei  evangelia  cnratn  religioso  viro  ^  fratre  Bartholomeo 
Olandiera,  auppriore  domus  ord.  Pred.  CatorMasia.  in  cnnaa  fidei  da  ee  et 
aliia  dicere  veritateni :  reqniaiti  reaponderunt,  pront  inferias  seqQitur; 

Primo  reqnisituB  .  .  .  Petrus  Donaderi,  quando,  nbi,  et  a  qno  receptoa 
fnit  in  dicto  ordine,  dixit  quod  XXX  anni  vel  circa  aunt  .  .  .  apnd  Catartam 
in  ecclesia  domus  Templi  .  .  .  ante  altare  et  recepit  euni  dominus  Hugo  de 
Sanhtes  preceptor  tunc  damna  Capelle  et  Caturci  ...  et  de  la  Gard»  de 
Rosilho  et  dixit,  quod  habebat  bene  tempore  ingreaaua  sui  XXX  annos  .  .  . 
Hoc  fact«  dictuB  frater  P.  ad  partem  exoit  vestee  seculares  et  Teeübns 
ordinis  ae  vestivit  et  revereua  ad  dictum  preceptorem,  qui  stabat  airat  ui- 
mal  quHdmpea''  supra  genna  et  cubituB,  et  receptua  flexia  genibus;  oscalitm 
fnit  primo  eum  dictus  frater  P.  in  fine  spine  dorai  subtns  bracale,  secimdo 
in  umbijico  ...  Et  postniodum  fnit  sibi  crax  cum  effigie  crncifixi  prewD- 
tata  et  ad  mandatom  ipaiue  preceptoria  saper  dictam  cmeem  ter  apoit  et 
tot  vicibuB  illum  propbetam,  cuiua  effigiea  ibi  erat,  abnegavit  .  .  .  Nee  pe- 
tenti  alicni  fratri  dicti  ordinis  se  vptaret.  Dixit  tarnen,  qnod  nnnqnam  ili- 
quem  reqniaivit  nee  ab  aliquo  fnit  de  dicto  flagicio  reqnisitna  .  .  .  Püires 
. . .  vidit  ...  sie  recipi  .  .  , 

Stephanua  Ebrardi  de  Podio  .  .  .  XXX  anni  vel  circa  sunt  elipai, 
.  .  .  quod  frater  Francho  de  Born  recepit  enm  ...  in  domo  voeata  de  Podio 
de  Not;  dyocesis  LemouiceDsis  .  .  .  presentibns  .  .  .  Petro  Laterelha  preeep- 
tore  dicte  domus  et  P.  de  Buxo,  lohanne  la  Porta  et  Bernardo  Vitslis  iam 
defunctjs  .  .  .  Nullum  reqniaivit  nee  ab  aliquo  fnit  requisitoa  exeepto  a 
dicto  Francoue,  qni  in  die  reeepcionis  ane  dictum  Stephanum  de  illo  flagicio 
requisivit,  cai  noluit  Bssentire  .  .  . 

a  Durch  I  ein  Abküranogsstricli.  b  religioaia  viris  Or.  e  qoa- 
dmpedns  Or. 


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Nr.  151    (1307)  Oktober  und  NoTember.  $17 

P.  de  Senftsel  .  .  .  XX  oddi  vel  circ«  sunt  elapsi  .  .  .  reeeptus  fuit 
in  domo  Tempil  de  Montibue  Lemouicensis  dioc.  .  .  .  per  dotniDum  Bartholo- 
meum  de  Alasaato  preabiterum  et  precepterem  dicto  domus  preg^ntibus  .  .  . 
Helia  Vigerit,  Martine  Ribnldi,  viventibas  adhuc,  Ueriildi  Uultnui  et  ti. 
Argenter  inm  defunctis  .  .  .  iConcordnt  cum  P.  Donaderi  . .  .  quantum  ad 
subetantiam  facti.)  Acta  sunt  hec  ÜHtami  in  domo,  qaft  inhnbitant  R.  la  Barda 
baiulus  de  Caturco  pro  domino  nuetro  rege  Francie  .  .  .  presentibus  .  .  . 
ijartboloineo  Glanderii  sapprinre  predicto,  nobili  viro  domino  lobaone  de 
Areblajo  milit«  ...  et  niagistria  lacobo  de  laasenis  clerico,  Hagone  Hortelli 
prior«  Montia  Faiconis  et  fratribus  Bemardo  de  Haaaaut  tectore,  Gnisc«rdo 
de  Belayco  et  Bemardo  de  Rocamauro  fratribas  ordinie  PredicMtomm  domua 
de  Caturco,    et   dicto   baiulo   regio   et   magiatro    Fobanne  de  Breelis   notario 

In  nomine  domini  Amen.  Anno  eiuadein  incurnationia  MCCC  aeptimo, 
quai'ta  die  intrante  mense  Nouembri  ,  .  .  fratrea  domua  milicie  Templi  iiirati 
coram  dicto  anppriore  .  .  .  respondemnt,  prout  inferius  coiitinetur: 

Primo  reqniaittia  .  .  .  Bertrandua  de  a,  lohanne,  filiua  quondam  R.  de 
s.  lobanue  defoncti  da  HoDore  Montia  Alsati  .  .  .  receptua  ...  in  octava 
feati  h.  lohannis  BapLiate  fuerunt  IUI  anni  et  tnnii  babebat  circa  XXVlll 
annoa  et  recepit  eum  fr.  H,  de  Rupe  magister  Frouiocie  in  domo  de  Cnpella 
in  Camera  dicti  magistri  .  .  .  presentes  fratrea  Atho  de  Saluaoaco,  Guillelmua 
de  Lemonicinio,  militea,  et  dominus  R.  de  In  Coata,  praabiter  dicti  ordinis 
.  .  .  Dioit,  quod  fuit  facta  crux,  quani  conspuit  et  pedibua  calcavit  bia  in 
pulvere  terre  .  .  .  magiater  erat  nd  modum  quadrupedia  et  ipse  fiexis  geni- 
buB  .  ,  .  Qnando  autem  in  aliis  duobus  locia,  magiater  stabat  pedes  et  ipse 
flesis  genibna. 

Fr.  Atlio  de  SaluanacD  mitea.  preceptor  domua  de  Cspella  predictiia 
requisitua  .  .  .  receptua  .  .  .  XXX  anni  vel  circa  aunt  elnpsi  .  .  .  habebat  .  .  . 
circa  XV  annoa  .  .  .  Recepit  eum  .  .  .  tnnc  locum  teneus  magistri  Pronincie 
in  quadam  camera  domua  de  Capeila,  ubi  est  modo  palacium  dicte  domua  .  .  . 
Oeculntus  fuit  cracem  mantelli  sui  et  spuit  auper  eam  .  .  . 

Fr.  OnillelmuB  de  Lemouicinio  lilius  qnoodam  domini  Hngonia  de 
Lemonicinio  defuncti  .  .  .  receptua  .  . .  XXXVI  anni  erant  elapai  .  .  .  Eum 
recepit  in  domo  militie  Templi  de  Acone  fr.  Bertrandus  de  Foa,  preceptor 
tnnc  Cipri,  de  mandato  magistri  maioris  in  quadam  camera  dicte  domus. 
et  erat  tunc  temporia  etatia  XX  nnnomm.  .  .  .  Oaculatua  dictum  precepto- 
rem  incurvatum  ...  Et  post  hoc  .  . .  osculatus  fuit  crucem  mantelli  sui  et 
spait  auper  eam  .  .  . 

Fr.  P.  Moreti  preabiter  .  .  .  dixit,  quod  IX  anni  vel  circa  erant  elapai, 
quod  ...  P.  de  Vilbiea  tunc  magiater  Piotauis  recepit  eum  in  domo  de 
Audriuala,  Pictaaenaia  diocesis.  Requisitua  de  modo  recepcioDis  sne  dixit  de 
OBcnlis,  nt  alii  predicti,  et  da  conapuitione  crucia  mantelli  aui  in  malum 
domini  noatri  Iheau  Chriati  et  cum  intencione  despectna  einsdem.  De  pre- 
cepto ant«m  .  .  .  commiacendi  ae  cum  bominibua  dixit,  quod  fuit  ei  factum 
per  domiunm  nagiatrum,  nulU  espreasione  facta,  an  cum  fratribns  dicti 
ordiaia  vel  aliis.    De  cordnia  portanda  dicit,   quod  fuit  ei  tradita,   set  nnn- 


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81 S  templerprozeau. 

quam  eam  portavit,  RequiaituB,  si  ip«e  in  celebrutdo  mtBaam  teuebat  mo- 
dnm  eccleBie  Romane  in  coDÖciendo  et  consecrando  corpas  Christi,  r«spondit. 
qnod  omnis  faoiebat,  eicnt  fuerat  secularia  instructua,  anteqaam  ingredere- 
tor  ordinem  prediotam,  nicliil  pretennittendo   .  .  . 

.  .  .  AnDO  .  . .  HCCCVII  die  VI.  meuBia  Novembris  et«,  infrascripti 
fratrea  reapondenint,  at  inferias  oontinetar:  Reqoisitas  prima  fr.  Gnillelmos 
de  Cabania  .  .  .  XX  uuri  vel  circa  ,  .  .  qood  .  .  .  Pontiiw  de  Broet  ma^stei 
toDC  Prouincie   recepit  eum   in   domo  de  Capella  .  .  ,  et  erat  ipse  .  .  .  XX 


Fr.  P.  de  Manso,  filins  quondam  Sastayrol  de  Haneo  de  Figiaco  . . . 
XXTIIl  anni  .  . .  elapai,  qaod  fratrea  Onillelmaa  de  Belloioco  tnnc  maier 
magiater  dicti  ordinia  Ultramarin  na  recepit  enm  in  domo  de  Cspellu,  ta  ci- 
mera,  in  qua  dictus  magister  iacebat,  presentibus  fratribns  Hngone  da 
äanhteB,  tuno  preceptore  dicte  domua  .  .  .  Osculatna  fuit  flexis  genibiis  .  .  . 
magistrum  incurvatum  primo  in  fine  apine  dorsi  .  .  .  Spuit  bis  auper  cni- 
cen;  .  ,  .  Dictae  niagister  inbibuit  dict4)  loqaeuti,  quod  naaqaam  Dlterioa 
commiaceret  ae  carnaliter  cum  molieribaa  nee  eaa  oacularetar,  aet  ai  aliqnoa 
carain  stimulos  sentiret,  cum  fratribiiH  dictt  ordiois  coniongeret  se  . . . 

Fr.  Onillelmae  de  Teregol,  fiÜua  qQoodam  domint  Hectoria  de  Tregot 
militie  .  . .  XXV  anni  .  .  .  requisitna  da  modo,  coocordat  cum  predicto 
P.  Donaderi. 

Stephanoa  de  magiatru  fecobo  .  .  .  dno  aDiii  . .  .,  qaod  fhiter  Oeraldne 
Iiauemba  preceptor  Petraftoricenwa  recepit  enm  .  .  .  etatia  XXV  ...  De 
modo  .  ,  .  concordat  cam  .  .  .  aopradictia  .  .  .  Propter  predieta  mala  mol- 
tam  diapticebat  sibi  ordo  predictns,  in  tantnm,  qnod  propter  ipaa  egTaaaui 
fuerat  aeroel  a  dict«  ordine  et  habitnm  dimiaerat,  in  quo  nnnquam  rererte- 
retur,  niai  quia  precibna  matria  ene  fuit  devictoa,  nt  reverteretur  ia  ipaom 
.  .  .     Acta  fuerunt  hec  Oaturci  .  .  . 

.  .  .  Anno  .  .  .  MGCCTU  die  VUI.  m.  Nonembria  et  cetera. 

Primo  teqnieitus  aingulariter  fr.  Dominicna  de  Anellano,  filiua  qaon- 
dam  K.  de  Auellaaa,  Tarbienaia  d .  qnando,  ubi  et  cetera  disit,  qnod  XXX 
anni  .  .  ..  qnod  fr.  P.  Gaufridi  milea  preceptor  tone  de  Vaar  Albienais  d. 
recepit  enm  .  .  .  Coocordavit  .  .  ,  Dixit  etiam,  quod  cam  qnodam  fratn 
dieti  ordinis  aeme)  se  commiacuit  agendo  carnaliter.  Poatea  tradita  (nit  sibi 
qnedam  cordnla  et  cetera. 

Fr.  Geraldua  Laneraha  preceptor  domuum  de  Andriualya,  Petragori- 
censis,  et  Templi  s.  Michaelia,  HnrdegaleDsia  dyoceanm  .  .  .  dixit,  quod  quin- 
quaginte  anni  vel  ciica  sunt  elapsi,  anno  qaa  beatua  Lodoniona  fuit  captus 
ultramare.  Recepit  enm  Girbartiia  Albin  (?),  tnoc  precept«»'  dict«  donua  de 
Andriuajls  etc.  Requiaitna  de  modo  reoepcionia  sne:  concordat  cum  pn- 
dicta  P,  Donaderi.  Dixitqae,  quod  inultos  recepit  et  recipi  vidit  per  modaB 
predictum  et  credebat,  nt  dixit,  qnod  idem  modoa  in  aliia  aerraretur.  Diiil 
etiam,  quod  non  fuit  inductus  per  aliqnem,  quod  contra  ordinem  predietom 
allquam  diceret  falailatem  aet  sponte,  libere  ac  gratuita  volnntate  dixerat  et 
confeaana  fuerat  supradicta.    De  qnibna  bamiliter  flexia  ganiboa  manibosqae 


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Nr.  1S2.     (1807)  Oktober  und  November.  SL9 

eomplMiH  lacrimuido  et  cum  dolore  erideatiMimo  indalgentäBin  sepins  re- 
qaUiTit,  ptuvtus,  nt  diiit,  recipere  et  complere  pro  viribus  ponam  sibi 
miper  hiis  inbngieiidBm.  DIxit  etinm,  quod  maltatn  timebat  sibi  mortem 
ioferri.  quia  utbi  diclom  fuernt.  quod  ipse  &mitaret  corpaa,  qui&  ipee  erat 
ille,  per  quem  primo  aecreta  dioti  ordinis  fueraot  revelata.  Acta  fueniDt 
hec  Catnrei  et  cetera. 

Post  ...  XI  die  m.  Nonembria  et  cetera  Frater  Helias  Booha  prea- 
biter  etr.  canfeaaus  est,  qaod  fr.  P.  de  Hadit,  tenena  locon)  laagiatri  Pic- 
taaenaia,  recepit  enm  ...  in  eccleeia  domna  Tempil  Burdegalentis  dyoceaia 
XllI  anni  annt  ...  et  ipae  erat  etatia  XXX  ...  in  modo  reoapciosia  eon- 
cordat  cnm  predieto  P.  Donaderi. 

.  . .  XV.  die  m.  Nonembria  etc.  CoDfessi  fneruat  fratrea  R.  Bocha 
et  GniUalinns  de  Trotio,  lohannea  Nach  et  Argentarins  de  Lochia  .  .  .  oon- 
c^rdarerant  cnm  ...  F.  Douaderi  in  aubstancia  facti.  Et  fr.  Oeraldaa''  de 
Trolio  predictua  addit,  qaod  fait  aibi  mandatum,  ne  eaaet  in  loco,  nbi  iace- 
rent  mnItereB  ex  pnerperio  nee  iDteresaet  benedictionibna  nnpciarnm  Ben 
matrimoniornm.  Disit  etiam,  qaod  aUDqQHm  fait  nee  esae  voloit  receptiont 
alicoiaa  fntria  dicti  ordiaia  propUr  orribilia,  que  flubant  ibidem.  Fr.  etiam 
lo.  Necb  predictas  addit,  quod  fuit  per  unum  fratrem  dicti  ordinia  Tocatam 
Danpelin '  Brettonem  de  predicto  nefario  flagitio  raquieitna.  Acta  fuemnt 
Cahirci  tite. 

. .  .  TU..''  die  m.  Nonembria  iacipiente  noct«  ante  cenam  in  mei  no- 
tarii  atc.  Fr.  Bertrandae  Ebrardi  in  eua  bona  memoria,  nt  dixit,  licet  io- 
finnua  corpore  appareaa  confeasua  fnit  et  coDcordavit  cum  .  .  .  P.  Donaderi. 
Acts  faemnt  hec  Caturci  et  cetera. 

.  .  .  XIX.  die  m.  Noneinbria  confesai  fnernnt  .  .  .  fratrea  Ouillelmua 
Vigerii,  fijius  qaondam  lobannea  Vigerii,  P.  Natalis  et  R  La  Coata  presbiter 
et  concordavemnt  cum  .  .  .  P,  Donaderi  in  aabatancia  facti.  Et  predictas 
R.  la  Coata  dixit,  qnod  andirit  dici  a  fratre  Qaillelmo  de  CaBtroaeteri  dicti 
ordinia  iam  defancto,  quod  frater  Poncins  de  Brohet  predictus  deportabat 
sen  deportari  faciübat  in  cophinis  suie  quoddam  capat  cum  tribua  bciebns, 
qnod  idem  fr.  ti.  dicebat  ae  vidisse.  Dicit  tarnen,  qood  neacit  nee  recor- 
datnr,  qnod  idem  fr.  G.  aibi  diceret,  ad  quid  portabatnr  capnt  prediotnni. 
Actum  at  cateia. 

.  .  .  XXII  die  m.  Nonembris  et  cetera  confessi  fuerunt  fratrea  Guil- 
lelmna  de  Trabes  milea,  Stephanua  de  Toloaa,  P.  de  Calmia  (?) "  et  P.  Naa- 
conis  fratres,  ut  dixemnt,  domns  militie  Tempil  ainguJariter  quiübet  per  se 
et  coQcordat  cum  predicto  P.  Donaderi  in  enbstancia  facti.  Set  fr.  Gnitlel- 
mua  de  Trebea  predictas  dixit,  quod  nunqnam  vidit  reoipi  aliquem  in  fra- 
trem dicti  ordinis  niai  dnos,  qui  fuerunt  recepti  citia  trea  menaea  publice 
et  videotibus  omnibus,  qni  hoc  videre  volcbant,  non  tarnen  eo  modo,  qno 
ipse  fuit  receptaa  . . . 

d  So  hier.  e   Ober  n  ein  AbkDixangsatrich.  /  So  hier, 

g   Calma  mit  AblcQrznngastrich. 


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S80  TemplerpTOEesM. 

.  , .  XXVn  die  m.  Nouembris  eto.  fasniBt  ooDfeasi  «ngaUiiter  fn. 
tree  R.  Veaiani  et  P.  Cniel  fratre«,  nt  diienint,  äomaa  mititie  TenpK 
«t  coDCordtnt  com  predicto  P.  Donaderi  ...  Pr.  G  de  Trebes  milea  disit 
etiam,  qnod,  si  ipse  Bciret  tempore  ingrsssns  sni  modnni  dicti  ordinia.  ipw 
non  intrasaet  dictum  ordinem,  ymo  primo  permieisset  «e  capnd  ampnUri  . . 
P.  Cntel  .  .  .  dixit,  quod  carnaliB  comiitio  semel  aibi  aecidit '}. 

Anno  *|  domini  MCCCVU  .  .  .  XIX  die  m.  Noaembria  in  noatrom 
notarii  et  teatiam  aubscriptoram  preaencin  fr.  lohannee  de  Canomoiit«  mite«, 
frater  ordinia  milicie  Tempil  confeaana  fait  .  .  .  receptoa  .  . .  per  fr.  P.  i» 
Broeto  .  .  ,  etatis  XXIIII,  De  modo  recepcionia  et  aliamin  eoneordat  eata 
.  .  ,  P.  Donaderi. 

It«in ')  eodem  ...  die  Gonlardua  la  Capela,  fr.  qaoadam  milicie  Tem^i. 
confeaaus  fuit  et  cetera  et  diiit,  .  .  .  receptoa  .  .  .  XX  anni  annt  .  .  .  etatii 
IX  vel  X  aDnorum,  et  feeit  eum  fratrem  Tenipli  fr.  Geraldue  Lsaemha  . .  , 
De  modo  receplionia  ot  aliorum  concordat  cum  .  .  .  P.  Doaaderi. 

In  Domine  domioi  amen  .  .  .  XX  die  m.  NoaeinbriB  fratrea  P.  HataU  (?) 
presbiter,  lacobus  Textoria,  Guiltelmua  Hercat,  Bemardua  Marques,  IdiinDes 
Doma  preabiter,  lohaonea  de  la  Guoraa,  lohnaiiea  de  Cauomoute  milca, 
DuranduB  de  Prehiaaaco,  Gnillelmus  l^omaa  coafasai  fuernnL  De  modo  r«- 
cepcionia  aue  et  aliorain  concordat  com  .  .  .  P.  Donaderi  .  .  . 


')  Hiervon  ist  des  Protokoll  noch  in  Nr.  2486  erbnlteD  DamKb  b»t 
das  Obige  aber  nicbt  G.  de  Trebes,  aondem  Raymandna  Veaiani  geaa^  Dtr 
Schlufi  dieses  Stückes  lautet :  Hec  .  .  .  carnalis  comixtio  aemel  aibi  aandK 
tantum,  aj^endo  carnaliter  com  quodKra  fratre  dicti  ordinis  iam  deSiineto  . . . 
Dixit  eciam,  quod  vidit  rucipi  per  eundem  modum  et  per  eandem  nmgistnin 
die  recepcionia  snn  frntrem  ttajmundum  de  Parisius  et  non  alioB  .  .  .  Dixr- 
mnt  etiani  dicti  fratrns  singulariter  et  quilibet  per  ae,  quod  non  fueni^  iH' 
ducti,  moniti  nee  compulai.  quod  contra  dictnin  ordioem  aen  peraonaa  ejn«- 
dem  aliqasm  dicerent  folsitatem  et  quod  sponte  dicebant,  .  .  .  suplicantM 
ipsi  fratree  predictia  douiiuo  seneacallo  et  magistro  iacobo,  quod  sibi  imp«- 
trarent  et  procursrent,  quod  cum  ipais  miaericorditer  ageretur,  tam  in  iii- 
dulgencia  et  peuitencia  aalutari  quam  in  remiesiooe  pene  cuinalibet  corpora- 
lis.  Acta  filerunt  hec  Caturci  in  domo,  quarii  inbabitst  Raymundus  IjI 
Bardo,  baiulus  regius  de  Caturci,  preaentibus  diacreto  viro  magistro  HegoH 
Hortelli  priore  Montia  Fakonia,  Petragoriceuaia  dioeeaia,  Petro  de  B^ia 
Petro  Balleue,  Theobaldo  casteJIsno  de  [.auserts  et  dicto  baiolo  de  Catorra 
et  Petro  La  Barda  necnon  et  magistro  Geraldo  de  Prato  clerico  anetoritat« 
apostolica  publice  notario.  t«stibna  ad  premiasa  adhibitia  et  vocatia.  Peif. 
Orig.  Not.  Inatr.  des  Notars  Gersldus  la  Guarrigoa  der.  Catureenais  dioc 
PergnmiDoa  Nr.  2466.  Über  den  nichtigen  Zeugen  Hugo  Hortelli  |<>ilcr 
Morcelli)  prior  von  Montfauoon,  vgl.  Darstellung. 

')  Hier  beginnt  das  2.  Blatt. 

')  Dieses  noobmala  folg.  S.    Ob  wegen  der:  IX  vel  X  annommi 


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Nr.  152.    (ISO?)  Oktober  and  HovamW.    Nr.  158.    (1807)  Nov«mW.     &2I 

Dat.  Catnrci  .  .  . 

.  .  .  XIIIl  (!)  die  m,  Noaeinbria  nt  cetera  fr.  Stephanns  del  Solier  aliaa 
vocatiu  de  Goordonio  confessos  üiit  spontc  et  aioe  aliqna  violencia,  al  dicit, 
coram  etc.  concordat  .  . .  cnm  .  ,  .  P.  Donaderi.  Tarnen  qaantum  ad  oecnla 
dkit,  quod  poet  tradicionem  manteDi  fr.  lohannes  Lanernba  precepitir,  qni 
recepit  aaia,  et  alii  fratrea  ab  eo  auperiDB  nominati  dnxeniDt  enm  ad  dor- 
mitoriam  dicti  loci  et  ibi  fecemot  enm  epoliari  omnibaa  vestibna  et  colcia- 
mentifl  et  poal«a  dictoa  fr.  Stephanua  oacatataa  fiiit  dictum  preceptorem 
innarvatam  retro  in  fine  spine  doni  postea  in  ventre,  tercio  in  ore.  Denmm 
dictoa  preceptor  et  omnea  frntres  tunc  preaentea  osculati  faernnt  dictnm 
fratrem  Stephaoura  in  loeia  predieljs;  et  poatea  ipeemet  vice  versa  oecala- 
tus  fnit  aimili  modo  dictas  fratraa  tnoc  present«»  .  .  .    Dat.  Catnrci  «t  cetera. 

Anno  .  .  .  VIII  (!)  die  m.  Nouembria  Gnalhartliis  la  Capela  fr.  qnondam 
militie  Templi  aaaeniit  et  apoDt4>  confessaa  fait  .  .  .  XX  anni  .  .  .  etatis 
XXIX  .  .  .  fecit  eum  fratrem  Tempil  fr.  Geraldna  Laueroha.  De  modo  re- 
cepcionia  coDcordavit  .  ,  .  cnm  .  .  .  P.  Donaderi, 

.  .  .  XXVIl  m.  Nonembria  fr.  K.  Bertrandi  ...  De  modo  recapoionis 
concordat  cum  .  .  .  P.  Donaderi. 

.  .  .  XXVII  die  m.  Nonembria  et  cetera  fr.  Gnillelmua  de  Vilara  . .  . 
XX  anni  annt  .  .  .  etatia  XXX  annorum  ...  De  modo  recepeionia  .  .  .  con- 
cordat com  .  .  .  P.  Donaderi  .  . .  Fuit  osculatua  ...  fr.  Poocinra  de  Broeto 
dictnm  magiatrum  nndnm  .  .  .    Dat.  Catnrci. 

.  .  .  XXTII  die  m.  Nonembria  et  cetera  fr.  R.  de  Costa  belha  .  .  . 
Quantum  ad  modum  recepcionis  sne  et  aliomm  concordat  cum  .  .  .  P.  Dona- 
deri.   Dat. 

Anno  «ödem,  die  et  menee  predictia  et  cetera  h.  Onillelmna  Alberti 
coDfeaaos  Aijt  aponte  et  cetera.  De  modo  recepcionia  ane  et  aliorum  con- 
cordat cnm  predicto  P.  Donaderi  qnantnm  ad  aubstanciam  facti.  Dat.  ut 
snpra,  dictia  t«atibaa  preaentibua. 

Barcelona,  Archiv,  Pergaminos  Nr.  2486.  Zwei  gleichzeitige,  von  der- 
eelben  Hand  geacfariebeno  Papierblatter.  Dae  eine  zeigt  Spuren  eines  Sie- 
gels, aber  keine  Adresse.  Ea  sind  AnsitDge  aus  Protokollen.  Deshalb  die 
inkorrekten  Angaben  dea  predictne  n.  ft.,  die  aieb  Öfter  finden.  Eine  Tor- 
lage ist  in  Anm.  1  S.  820. 

likS.   Templeirerbttre  in  CareiisHounp.    ^307)  XoTember. 

Confessio  fratris  lobannis  de  Casaanhis. 

Anno  domini  H"CCC<>  septimo  die  mercnrü  in  octaba  Omnium  Sanc- 
tornm  frater  lohannes  Oassanhas  exhibitns  per  dominum  lobannem  de 
Alueto  militem  domini  regis,  aeneecallnm  Carcassonensem  et  Biterrenaem 
fratribos  Geraldu  de  Blaraaco  (?)  et  lohanni  de  Palgosio  ordinis  fratmm 
Predicatomm,  locnm  tenentibos  inqnisitoria  heretice  pravitatis  in  regno 
Franoie   anctoritate   apostolioa   depatati.      Qui   dictua  fr.  lohannes  Csasan- 

Finks.  Papsttam  and  Untergnng  de*  Tempi erordeni.    II.  21 


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832  TemplerprozMsa, 

haa  .  .  .  preceptor  domiu  Templi  de  Nogared»  iaxta  Appamias  «t  de  Hin- 
pisce,  monituB  per  dictum  domiDam  seDeacalluni  vt  iaratus  auper  sanrta 
Dei  eTangelia,  qnod  confiteretar  errorem  &ui  ordioia  id  presencin  et  t«it]- 
monio  reDersbiltnm  vjronim  dominorum  GuLllelmi  de  CaBtellioDe  archidii- 
coni  maiaris  et  Pontii  de  Castallione  oamerarii  in  eccleaia  CarcaaMoeusi  rl 
religiosurum  vironim  fratrum  Guillelmi  Patri  snpprioria  conventoa  ftatnuu 
Predicatoram  CarcaaaonenetB  et  P.  Berengarii  ipaina  ordinia  et  conrentiu  ft 
veDerabilia  vjri  domini  P.  Pictanini  legom  doctoria,  iadicia  inaioris  dicti 
doniini  seneacalli  Carcaamoe  et  Bittcrria: 

Diiit  et  coufesans  fuit,  <|uod  XVIII  anoi  annt  vel  circa,  qaod  ipn, 
qui  toqujtur,  de  Monteregali,  nbi  doniicilinm  auum  fuTsbat,  venit  Tfaolosun 
et  ibi  invenit  dominum  Poatinm  de  Broet«,  preceptorem  mllicie  Tempil 
generalem  in  tota  Prouincia,  quem  requiaivit  nna  rata  qaodain  alio  socio, 
de  cuiua  nomine  non  recordutur,  ut  in  aocinm  et  fratrem  domus  milicie 
Tempil  leuni]  reciperet ')  .  .  . 

Poahjue  dictus  preceptor  proatravit  se  eupra  unam  bancani,  ubi  eeJe- 
bat",  et  dictuB  frater  lobannea  unu  cum  socio  sno  osculati  fberaot  sd»  Ii 
RDO,  veatibna  tarnen,  quaa  deferebat  dictua  preceptor,  medlantibuB.  Poatqw 
incepit  sedere  et  dicti  fratres  oaculati  fuerunt  aum  iu  umbelieo",  Teatibm 
mediantibuB  at  aupra.  Interrogataa,  quis  dociiit  eum  lata  facar«,  et  qnare 
faclebat,  dixit,  quod  fuit  factum  aibi  signam,  quod  faceret  predicta,  pe( 
fratres  ibi  preeentee. 

Tandem  diotue  preceptor  de  quod  am  cofino,  qui  ibi  erat,  recepil 
qaoddam  ydolum  de  auricalco  in  figura  faominia,  indutum  quaai  dalmatjca. 
quam»  poeuit  auppro"  unam  arcam,  que  ibi  erat,  dicans  eis;  .  .  .  Etct 
UQom  amicum  Dei,  qui  loquitnr  cum  Deo,  quando  valt,  cai  refferatia  graciu, 
quin  voa  ad  atatum  iatum  duxit,  quem  multum  desideravistis  et  vestnun 
deaiderium  complerit.  Quem"  jrdolom  fratres  predicti  adorarerant  et  fltiis 
geDtbns  coram  Ipao  se  posuerant  per  trea  vioes,  et  in  quiUibet  vice,  quaniti 
dictum  ydoliim  adarabaat.  ostendebat  eia  crucifixum  in  aignum.  at  ipiun 
penituB  abnegarent,  et  qualibet  vice  spuebaot  contra  eum  "  Signum  . .  . ') 

Interrogatns  diligenter  de  j'dolo,  .  .  .  quo  nomine  vocabatur.  diiit 
qnod  aibi  videtur,  quod  demon,  aliter  nescit  .  .  .  Quem  representabat,  dixil 
se  nescire  .  .  , 

In  anno  CCC''  plane  indolgencia  ivit  Romam  et  fuit  pleaarie  de 
predictia  confesaus  et  penltenciam  eibi  pro  premieeis  iniunetam  complevit 
et  perfecit,  nt  dixit  Et  quod  predictum  itcr  fecerit  et  quod  Rom«  rtai- 
denciam  fecerit  per  summum  pontificem  ordinatam,  nominavit  in  teatN 
nobilein    vinim    dominum   Predolum    de    Lobenchia  et  dominum   FietaBiniui 


')  Folgt  breite  Scbildemng  der  Aufnahme  ohne  Neues. 
*)  Dann  folgt  die  lona  de  filo,  von  der  sie  glanben,  dafi  n 
n  aignom  professionia.     Dann  Sodomie;  nicbts  Neuea. 


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Nr.  163.    (1807)  November.  328 

militem  aaciom  snom  et  dominnni  R.  de  Hooteleiiro  et  dominara  Amal- 
dum  (?) ')  de  FelgRrio  oepellanam  Ben  rectorem  »eeleaie  de  Honteaqnivo  et 
Galhardam  Limosi  de  MonteregRÜ  et  dominain  Berengsrium  Reg.  (?)  *). 
Interrogstae,  qua  de  cauaa  dictua  frater  lobaunea  couaenciit,  .  .  .  dixit  prop- 
ter  fatnitatem  et  aimplicitatem  et  iaventutem  snam.  Intarrogatufi,  in  qua 
inventate  erat  dixit;    XXH  anDomm  '). 

iDterrogatos  ai  metu,  timore,  indaccione  .  .  .  Taerit  coDfessus  predict», 
dixit.  quod  noD,  aed  quia  veritaa  sie  ae  haiiet. 

SeqQDtar*)  eonreasioiiea  quorundam  ex  fratribus  milicie  Tempil  de 
civitate  Careasaonenei  detentis,  quorum  Domina  aubaequiitur. 

Anno  domini  MoCCCo  septimo  die  lane  proxitna  post  festura  b.  Martini 
ybemalis,  intitalata  idus  Noaenibris. 

liVater  Oaacersndoa  de  Hontepeaato  de  ordine  milicie  Templi  exiatena 
peraonaliter  in  caatro  civitatis  CsrcasBooe  domini  refia  coram  preaeucia 
nobilinm  virorom  dominorum  lohannia  de  Abeto,  aeueeoalli  Carcaasone  et 
Biterria,  et  Lamberti  de  Tiireyo  dicti  de  LimoBo,  doiDioi  Saxiaci,  miiitum 
domini  regia  auper  negocio  Templariorum  in  senescallia  Carea&aDnenni  et  Bi- 
terreasi  auctoritate  regia  deputntorain,  ab  omni  vinculo  carceria  totalitär 
liberatuB,  super  modo  ingreasna  ■  ■ .  rec.  per  domiDam  Quidonem  Adhemarii  . , . 

Tunc  idem  magieter  hoatendit  eidem  .  .  .  quaudam  ymaginem  eive 
ydolam  deauratam,  habentem  formam  hominis  barbatam.  Et  eclam  hoHten- 
dit  sibi  ex  alia  parte  cmcifixum  .  .  .  Vom  Idol:  esse  factam  in  flgurom 
bftffameti  .  . . 

ZonatD,  qntun  extraxit  [magister]  de  cnxia,  ubi  erat  dicta  ymogo  .  .  . 
(pse  fait  confeaans  cuidam  penitenciario  domini  pape  de  ordine  Predica- 
tomm,  qnando  ultimo  doniinaa  papa  fectt  tranaitum  per  Montapeesulanum  . . . 
Hec  omnia  confesaus  est  anno  domini  MCCC  aeptimo,   II  idiu  Nonembria. 

Fr.  Kaymundoa  Rubei  de  ordine  milicie  Templi  ab  omni  vincnlo  car- 
ceria totalitär  liberatoa  iuratna  .  .  .  über  daa  Idol:  figara  baffomeli  .  .  . 
obaculando  aibi  pedes,  dicens  Yalla,  verbnm  Sarracenorum   .  ■  . 

IX  die  Nonembria.  Frater  OniUelmus  ßoe  alias  vocatus  de  Nabiano 
Qber  daa  aignum  .  .  .,  qnod  adeo  erat  stopefacbiB  de  hiis,  qne  faciebant 
sibi  fieri,  quod  vix  videbat  nee  potuit  bene  perpendere.  caiaa  figure  erat 
dictum  Bignnro,  aet  videtnr  sibi,  quod  eaaeC  albom  et  nigrum  et  adoravit 
illum  signnm. 

Frater  Amaldus  Sabbaterii  domus  Templi  .  .  .  receptua  .  .  .  apnd 
Mananm  Dei  in  Boaailione  per  fratrem  Raymundum  .  .  .  precep- 
torem    dtcte  doraos  .  ,  .   obaculatoa    dictum    preoeptorem    primo   in    höre, 

')  Ardnm  mit  AbkOrznngsstricb  Über  r. 

*)  Reg  mit  AbkOrzimgaatrich  Ober  g.    Ob  Regia? 

'l  War  bei  einigen  Anfiuüimen  dea  P.  CarboDelli  in  Harseille;  des 
Job.  Berongarii  in  s.  Egidii  und  einea  andern  in  Arlea  zugegen,  nach 
seiner  römischen  Buße  nicht  mehr. 

*)  Auf  den  Ideinen  BlBttont. 

21» 


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884  TeDiplerproieBse, 

•ecnodo  in  ano  nndo  ot  postea  slios  fnitrea  ibidem  aasiatentM.  Cber  du 
Zeichen:  qDoddam  lineum  habentem"  jmsginem  hominis,  qnod  adoravit  t« 
pedes  obaculando  et  qnallbet  vice  spnebat  Bopar  cruciffixnm "  reoeKUido 
«nodem  . .  . 

Frater  Petrue  de  Hosaio  frater  domns  ...  de  Petroeio  .  -  -  ree.  per 
IV.  KoaaellDuin  de  Foa,  tanc  niagistroD)  ...  in  Prouincia  .  .  .  Kofi:  in 
ano  nudo  . . .    Zeichen :    lignenni  babene  faciem  booiinis  .  . . 

Paris,  Ärcbives  Nationales,  J.  413  Nr.  26.  jetzt  Mu8«e  des  Ardiitr«« 
Nr.  811,  Or.  BU.  Papier,  besiegelt.  Anf  dem  RDcken:  Confeasiones  qnonit- 
dam  Templarioruni  in  civitate  Carcassone  detentornm-  Tradsntur  doiaiM 
noBtro  regi.    Inhalt  bei  Bafnonard.  Mon.  biet  p.  241  f. 


lU.   VerkOr  der  TeniplenrBrdratriliTr  In  Chlioi.    (ISm  Aifast. 

.  .  .  Postmodum ')  vero  coratn  reverendis  patribus  domi- 
nis  Berengario  tituli  sanctoruiti  Nerei  et  Achiltei  et  Stephano 
tituli  sancti  Cyriaci  in  Termin  presbiteris  ac  Landulpho»  sancti 
Angeli  dyaconis  cardinalibus,  domini  pape  conimissariis  super 
hoc  deputatis  in  Castro  de  Gayiiono  dyocesis  Turonensis. 

II. ')  Frater  Raynibaldus  de  Garon  miies,  preceptor  Terre 
Ultramarine  ordinis  milicie  Templi,  iuravit  ad  sancta  Dei 
euuangelia  corporaliter  tacto  libro  dieere  tneram  et  plenam  ve- 
ritatem  tarn  de  se  quam  de  aliis  personis  et  Tnitribus  eiusdem 
ordinis  et  de  ipso  ordine  super  hiis,  que  tangunt  ßdem  caüio- 
licain  et  statum  dicti  ordinis,  et  interrogatus  a  predictis  dorn- 
nis  cardinalibus  de  tempore  et  modo  sue  recepcionis  in  ordine 
dixit,  quod  bene  sunt  XLIII  anni  vel  circa,  quod  ipse  limc 
XVII  annorum  elatis  vel  circa  existens  if  futt  factus  miles  et 
receptus  in  ordine  Templi  per  fratrem  Roncelinum  de  Fors, 
tunc  preceptorem  provincie  Proulncie,  in  capella  domus  TempB 
de  Richarenchis  et  in  continenti  post  dictam  recepttonetn  qui- 
dam  frater  serviens,  qui  mortuus  est,  Irazlt  eum  ad  parlm 
et  post  recessum  aliorum  fratrum,  dum  ipsi  duo  soli  essent, 
dictus  serviens  ostendit  sibi  quandam  crucem,  in  qua  credit, 
quod  esset  ymago  cruci&xi,   set  non  recordatur,   vel  picla  vel 

n  Lanidalpho  Reg.  b  Tano— existeoa  am  Rande  nachgetngn. 


')  Am  Rands:  Hie  incipit  eecnoda  littera  facta  eoram  eardinalibo. 
■}  Der  Brief  Holays  (vgl.  Schlnfi  dieaes  Stflckea)  sfthlt  als  I. 


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Nr    154.    (1808)  Augtiet.  825 

sculpla  et  dixit  ei  idem  &.  >*  serviens:  Oportet  te  negare  istum. 
Et  tunc  tpse  tesUs  noti  credens  peccare  dixit:  Et  ego  ab- 
nego  istum.  Hoc  tarnen  fecit,  ut  dicit,  non  corde  set  ore.  Item 
dizit  sibi  idem  frater  serriens,  quod  servaret  continentiam  et 
castitatem;  si  tarnen  non  possset  servare,  nreltus  erat  facere 
secrete  quam  publice.  De  hoc  autem  confessus  fuit  episcopo 
Carpentoratensi,  qui  stbi  penitentiam  iniunxit,  quam  perfecit. 
Intern^tiis  super  vicio  sodomitico  dixit,  quod  numquam  eo 
usus  fuit  nee  agendo  oec  patiendo  nee  umquam  audivit  dici, 
quod  Templarii  uterentur,  nisi  de  solis  tribus,  qut  pro  illo 
fuenint  in  carcerem  perpetuum  condempnati  in  Castro  Pere- 
grini.  Requisitus,  si  fratres  recipiuntur  per  eundem  moduni, 
per  quem  ipse  fuit  receptus,  dixit  se  nescire,  quia  numquam 
recepit  aliquem  nee  vidit  recipi  nisi  duos  vel  tres,  de  quibus 
neseit,  si  abnegaverunt  Christum  yel  non.  Requisitus  de 
spuitione  supra  crucem  et  caplte  ydolatico  dixit  se  nichil  scire, 
et  numquam  audiyerat  ßeri  mencionem  de  dicto  capite,  donec 
audivit  a  domino  nostro  papa.  Requisitus  de  osculo  dixit, 
quod  recipiens  oseulatus  fuit  eum  in  ore  in  recepcione.  De 
aliis  osculis  dixit  (^  se  nichil  scire. 

in.  Frater  GhaufVidus  de  Charneyo  miles,  preceptor  do- 
morum  ordinis  Tempil  in  Normannia  iuratus  et  interrogatus 
ut  supra  proxime  dicit,  quod  ipse,  XL  ■)  anni  sunt  vel  cirea, 
XVI  Tel  XVII  annorum  existens  vel  circa '',  fuit  receptus  in  or- 
dinem  per  fratrem  Amalricum  de  Rupe  pteceptorem  Francis 
in  capella  domus  Tempil  de  Stampis,  Senonensis  dyocesis, 
presentibus  fratre  lohanne  Francisei  preceptore  Pietauie  et 
IX  vel  X  ft'atribus  vel  circa,  qui  mortui  sunt,  ut  credit.  Et 
eo  recepto  et .  mantello  ad  eollum  posito  sibi  ipse  recipiens 
traxit  eum  ad  partem  et  ostendit  sibi  crucem,  in  qua  erat 
ymago  Christi,  et<^  dixit  ei,  quod  non  crederet  in  cnicißxum, 
ymmo  negaret  eum,  et  ipse  negavit  eum  ore  non  corde.  Et 
ipse  receptus  oseulatus  fiiit  reeeptorem  in  ore  et  in  pectore 
supra  vestes  ob  reverenciam  *).    Dixit  idem   frater  se  nescire, 

e   DarObergeschrieben.  d   XL— circa  darObergeschriaben. 


')  Im  Procte  d«s  Tenipliws  II,  295  Ugt  er  beim  srsteE  Verhör,   At& 
w  56  Jabre  alt  sei  und  vor  87  oder  88  Jahreo  aofgeDommeii. 

*)  Prooia  dea  Tamplürs  II,  295  hei£t  ea  plump :  in  umbilioo. 


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■838  Templerprozeaae. 

•utniin  frates  recipiantm-  in  ordine  per  itlum  inodutn,  per 
quem  ipse  fiiit  receptus,  set  ipse  recepit  unutn  secundum  itlam 
formam  et  plures  alios  recepit  postea  sine  abnegacione  pre- 
dicta  et  bono  modo,  et  quod  de  abnegacione,  quam  feceral 
et  fieri  per  alium  fecerat,  fuit  confessus  patriarche  Iherosoli- 
mitano  et  absolutus  ab  eo.  De  spuitione  super  crucem,  de 
osculo,  de  Ticio  sodomitico,  de  capite  ydolaüco  diiit  se  nidiü 
scire  et  credit,  quod  alii  fratres  recipiuntur  per  raodum,  pa 
quem  ipse  fult  receptus,  sed  hoc  nescit  pro  certo,  quia,  quando 
talia  fiunt,  trahunlur  ad  partem  recepti,  ita  quod  alii  fratres, 
qui  sunt  in  eadem  domo,  non  vident  nee  audiunt,  quod«  tanc 
agatur  cum  ipsis^. 

IV.  Frater  Gaufridus  de  Goneuilla  miles,  preceptor  do* 
morum  Tempil  in  Pictauia  et  in  Aquitania,  iuratus  et  interro- 
gatus  ut  proxime  dixit,  quod,  cum  ipse  fuit  receptus,  XXVUI 
anni  sunt  vel  circa,  Londonis  in  capella  domus  Tempil  p^ 
fratrem  Robertum  de  Toruilla  militem,  preceptorem  Tempil  in 
Anglia,  et  tunc  s  idem  recipiens  ostensa  eidem  recepto  quadam 
cruce  depicta  in  quodam  libro  dixit  sibi,  quod  oportebal  eum 
negare  illum,  cuius  ymago  erat  depicta  in  illa  cruce.  Et  ctun 
Ipse  receptus  nullo  modo  vellet  hoc  facere,  idem  recipiens  dixit 
sibi:  Vis  tu  michi  iurare,  quod,  si  fuerls  requisitus  a  fratribus, 
tu  dices  te  fecisse  abnegacionem  istam,  si  cgo  parco  tibi,  ae 
ßicias?  Et  idem  receptus  respondit,  quod  sie.  Et  ita  promisil 
se  dicturum  nee  aliter  abnegavit,  ut  dixit.  Dixit  eciam  ideni 
recipiens  sibi,  quod  oportebat  eum  spuere  super  dictam  cra- 
cem.  Quod  cum  nollet  facere,  posuit  idem  recipiens  manum 
suam  supra  crucem  et  dixit  sibi:  Spuas  modo  supra  maiiuni 
meam!  Et  tunc  idem  receptus  timens,  ne  recipiens  amoveret 
manum  et  aliquid  de  sputo  caderet  supra  crucem,  noluil 
spuere  supra  manum  set  iuxta  crucem  ^).  Super  vicio  sodo- 
mitico et  capite  ydolatico  et  osculis  et  aliis,  de  quibus  fratres 
sunt  dlffamati,  dixit  se  nichil  aliud  if  scire.  Requisitus,  sl  alii 
fratres  predicti  ordinis  recipiuntur  per  modum,  per  quem  ipse 

e  Auf  Raaor.  f  tunc— ipsiaam  Rande  nachgetragen.  ff  DiMtr- 
gtsohriebeo. 


')  Dieser  Zug  fehlt  Procto  U,  399. 

DigmzecDy  Google 


Nr.  154.    (1S08)  Angiut.  827 

fuit  receptos,  respondit,  quod  credit,  quod  sie  ßat  aliis,  sicut 
fuit  sibi  factum  tempore  recepcionis. 

V,  Frater  Hugo  de  Paraudo  miles,  preceptor  Tempil  in 
Fraocia,  ioratus  et  interrogatus  ut  proxime,  disit,  quod  ipse 
fuil  receptus  in  capella  domus  Tetnpli  Lugduni  XLVI  annis 
elapsis  vel  circa  per  fratrem  Imberlum  de  Paraudo  militeni, 
visitatorem  dicti  ordinis  in  Francia  et  Piclauia,  patruum  suuni, 
et  imposlto  sibi  manleDo  quidam  frater  nomine  lohannis,  qui 
postea  fuit  preceptor  de  la  Musa,  traxit  eum  ad  partem  et  ostensa 
sibi  quadam  cruce,  in  qua  erat  ymago  crucifixi,  precepit 
sibi,  quod  n^aret  illum,  cuius  ymago  ibi^  representaba- 
tur,  qui,  quantum  potuit,  contradixit,  ut  dicit,  set  fioaltter 
minis  et  terroribus  itlius  fratris  devictus  abnegavit  illum,  cuius 
ymago  erat  ibi  depicta  semel.  Supra  crucem  noluit  spuere, 
licet  idem  frater  pluries  hoc  sibi  mandaret  Retiipientem  fuit 
osculatus  in  ore  solum  modo.  De  vicio  sodomitico  dixit,  quod 
numquam  fuit  sibi  iniunctum  nee  umquam  commisit.  Et  in- 
terr<^tu8,  utrum  aliquos  receperit  in  dicto  ordine,  dixit,  quod 
sie,  pluries  et  pluries  quam  aliquis,  qui  vivat  in  ordine.  Et 
interrogatus,  per  quem  modum  recepit  eos,  dixit,  quod  man- 
tellis  traditis  precipiebat,  ut  abnegarent  crucifisum  et  quod 
ascularentur  eum  in  fine  spine  dorsi  et  in  umbilico  et  post- 
modum  in  ore.  Et  iniungebat  eis,  quod  at)stinerent  a  con- 
sorcio  mulieram,  et  st  non  possent  a  tibidine  continere,  iunge- 
rent  se  fratribus  dicti  ordinis.  Dixit  tarnen,  quod  abnega- 
cionem,  quam  fecit,  quando  fuit  receptus  et  precepta,  que 
fecit  receptis  per  eum,  faciebat  ore  non  corde.  Requisitus,  ex 
quo  dolebat  nee  faciebat  corde,  quare  faciebat,  respondit,  quod 
talia  erant  statuta  sive  puncta  ordinis  et  sperabat  semper^ 
quod  error  Ute  amoveretur  de  ordine.  Interrogatus,  ulrum 
aliqui  de  receptis  per  eum  contradixerint  faeere  predieta  per 
eum  superius  nominata,  dixit,  quod  pauci,  set  tinaliter  omnes 
faciebant.  Dixit  eciam ,  quod ,  licet  preciperet  receptis  per 
eum,  quod  unus  commisceret  se  cum  aliis  confratribus,  ipse 
tarnen  numquam  fecit  nee  audivit  diei,  quod  aliquis  illud 
peccatum  eommiserit  nisi  de  duobus  vel  tribus  ultra  mare, 
qui  propter  hoc  fuerunt  in  carcere  positi  apud  castrum  Pere- 

h  DuDbergMchrieben. 


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828  TemplerproieRse. 

^rini.  Requisitus,  utrum  sciret,  quod  fratres  dicti  ordinis  reei- 
piantur  per  modum,  per  quem  ipse  recepit  alios,  dixit,  se 
nescire  pro  certo,  nisi  de  se  et  illis,  quos  recepit,  qula  ita 
secrete  recipiunttir,  quod  oon  potest  aliquid  sciri  nisi  per  lUos, 
qui  intersunt.  Credit  tarnen,  quod  idem  modus  servetur  in 
aliis,  qui  Riit  servatus  tn  ipso  et>  quem  servavit  ipse  in  alits, 
quos  recepit.  Requisitus  de  capite  ydolatico,  quod  per  Teni- 
plarios  dicitur  adorari,  quod  vidit  illud  sibi  ostensum  in  Honte- 
pesullano  per  fratrem  P.  Alamandini  preceptorem  dicti  loci 
et  ibi  remansit  ipsum  capud.  Et  dinit,  quod  erat  etatis  XVIII 
annorum,  quando  fuit  receptus,  ut  audivit  a  matre  sua.  Dixit 
eciant,  quod  alias  fiierat  coofessus  Parisius  predicta  coram 
inquisitore  herettce  pravitatis  Tel  comissariis  suis. 

Et  fuit  scripta  eins  confes&io  per  magistrum  Amizium 
notarium  et  quosdam  alios  et  in  illa  et  in  ista  confessiooe 
stat  et  vult  perseverare.  Et  si  plus  sit  in  illa  quam  in  isla  illud 
ratißcat  et  approbat^. 

VI.  Frater  lacobus  de  Molay  iniles,  magister  ordinis  militie 
Templi,  interrogatus  etc.  dixit,  quod  transacti  sunt  XLII  anni 
Tel  circa,  quod  ipse  fuit  receptus  apud  Beluam,  dyocesis  Eduen- 
sis,  in  fratrem  dicti  ordinis  per  fratrem  Imbertum  de  Paraudo. 
tunc  visitatorem  Francie  et  Pictauie,  et  quod  post  traditum  sibi 
claniidem  dictus  recipiens  ostendit  sibi  quandam  crucem  et 
dixit  sibi,  quod  abnegaret  Deum,  cuius  ymago  erat  depicta  in 
ipsa,  et  spueret  supra  crucem,  et  ipse  abnegavit  ore  i,  non  corde, 
et  spuit  non  supra  crucem  set  iuxta.  De  vitio  sodomitico  et 
capite  ydolatico  et  osculis  illiciiis  dixit  se  nichil  scire. 

Et  inten-ogati  dicti  testes,  si  prece,  precio,  vi  tonDeDtonim 
etc.  fecerunt  predicta,  dixerunt,  quod "  non,  et  vulgariter  eis 
expositis  depositionibus  eonindem  dixerunt  se  velle  perseroare 
in  eis.  Quilibet  vero  predictorum  fratrum  fuit  per  predicto; 
Cardinales  recoociliatus  et  ecciesie  unitati  reincorporatus,  abiuraU 
omni  heresi  etc.,  ut  in  instrumento  plenius  continetur. 

Vatikan.  Archiv  R«g.  Anea  Nr.  48  Beii«dicti  XXl.  tom.  I.  fo).  tSl  I. 
Das  GaDie  beginot  mit  dem  von  Denifle  im  Chartnlar.  nnivare.   Paria.  H. 


Q-approbat  an 

Bandenacb- 

getragen.              l   et— abnegsvit  auf  Raaur. 

m    qucd- 

eia  an  Band« 

nachgetragen. 

D,  Google 


Nr.  666  abgedruckten  Stück,  das  daa  erste  SchaldgestAadnis  Jakoba  von 
HoUy  eothalt.  Am  Rande  der  Inhalt  durch  zahlreiche  Schlagwörter  ange- 
deutet, über  die  richtige  Datterang  vgl.  Nr,  149.  Die  frUberen  Verhöre 
der  WOrdentrAger  des  Ordens  im  Oktober  IS07  stehen  in  der  hier  gegebenen 
Reihenfolge  im  Frocie  des  Tempiiere  II,  374,  2»5,  398,  381,  805.  Im  all- 
gemeinen stimmt  der  Inhalt  bei  beiden  flberein,  nur  ist  das  VerhOr  von 
Chinon  viel  trockener  und  kUraer;  hie  und  da  gibt  es  iotereseante  Abwei- 
chungen.    Über  Chinon  vgl-  Daratellang. 

läö.   Templerrerbfin  In  PolHen.    (I30S>  Ende  Jul. 

. .  .  XL.  Fraler')  lohannes  de  Villaribus  iuratus  et  inter- 
n^atus  ut  proximus*)  dixil,  quod  fuit  receplus  in  domo  de 
Canarpuis  per  fratrem  lohannem  Domas"  militem  dicti  ordinis, 
preceptorem  de  Roes,  qui  decessit  hoc  anno,  circa  VIII  anni 
sunt,  presentibus  diclo ")  Vincart  et  lolianne  de  Villaribus  fra- 
tribus  dicti  ordinis  et  a  diclo  preceptore  peciit  panera,  aquam 
et  societatem  dicti  ordinis.  Quo  facto''  Gonterius  et  Ymbncus 
fratres  dicti  ordinis  i*,  de  quorum  cognofninibus  non  recordatur, 
duxerunl  eum  ad  partem  camere,  ubi  fuit*  receptus  et  fecerunt 
eum  spoliari  et  ambo  unus  post  alium  osculati  sunt  ipsum 
in  ore,  in  umbilico  et  in  fine  spine  dorsi  et  duxerunl  ipsuni 
ad  preceptorem,  qui  induit  sibi  mantellum  et  ostensa  cruce, 
in  qua  erat  depicla  ymago  cnicifixi,  recipiens  precepit  ei- 
dem,  quod  abnegaret  tlluni,  cuiiis  ymago  ibi  representabatur, 
et  spueret  supra  aucem  in  despectu  eius,  quod  ipse  fecit  ter; 
iniunzit  eciam  sibi  abstinere  a  mulicribus,  et  si  calor  libidinis 
moveret  eum,  commisceret  cum  fratribus  ordinis.  Dixit  eciam, 
quod  exivit  ordinem,  VII  anni  sunt,  sei  tardavit  dicere  pre- 
dicta  propter  metum  et  potenciam  eorum  et  propter  verecun- 
diam,  quam  habebat  ex  facto  suo.  Ilti  eciam,  qui  remanent 
in  ordine,  non  audent  confiteri  nisi  fratribus  dicti  ordinis, 
quia  hoc  est  preceptnm  in  ordine,  set  utrum  fratres  habeant 
devocionem  ad  ccciesiam  et  ecciesiastica  sacramenta,  et 
maxime  ad  sacramentum  altaris,  dixit,  quod  nescit;    set  vidit 

a  Dermaaf        b  AufRaanr.         c  fratrea— ordinisdarObergeachrieben. 

')  Am  Rande:  Hie  iucipit  quarta  peoia.  Vgl.  Anm.  am  Schlufi. 
*}  Dei  Vodiergebende  iat  Qnill.  de  Lemonicinio.  Vgl.  u.  S.  341. 
*)  Dieser  wird  aber  vorher  nicht  genannt.    Er  folgt  Nr.  XLI. 


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830  TemplerproEeBOe. 

aliguos  fralres  accedere  ad  altare  et  recipiebant  osUam; 
nescit,  si  esset  consecrata  vel  non,  nee  ipse  recepit  sacranieii- 
tum  altaris  anno,  quo  fuit  in  ordine,  nee  fuit  confessus  et 
exivit  ordinem  non  propter  austeritatem,  set  propter  pancla 
de  abnegatione  Christi,  et  qiiod  non  commiscerent  se  cum 
mulieribus  set  cum  fratribus.  Et  ipse  erat  iuvenis  et  a  muüe- 
ribus  vix  abslinuisset  et  fratres  aborrebat  et  peccatum  cuin 
mulieribus  puniebant  ad  carcerem  perpetuum.  De  capite  diiit, 
quod  nichil  seit,  nee  vidit  recipt  aliquem  in  ordine  ntsi  fratrera 
Lambertum  de  lomihi^,  qui  fuit  receptus  cum  eo  et  eodem 
modo  et  omnia  fecit  et  sibi  facta  fuerunt,  que  ipse  ter  fecit  et 
ipsi  tunc  facta  fuerunt.  De  peccato  sodomitico  non  fuit  per 
aliquem  requlsitus  set  preceptum  ei  fiiit,  quod,  si  requirerettir, 
non  se  negaret  fratribus. 

XLI.  Frater  lacobus  de  Castilhione  iuratus  et  interro 
gatus  ut  proximus  dixit,  quod  fuit  receptus  apud  No*am- 
uillam  prope  Cathalanam  per  fratrcm  P.  Ck>rbon  niilitem 
magistrum  baylie  Cathalanensis  ',  circa  XIIII  anni  sunt 
presentibus  fratribus  Vincart  et  lohanne  de  Vilers,  et  venit 
ante  magistrum  ter  et  pecnt  panem,  aquam  et  societatem 
fratrum;  et  m^lster  recepit  eum  et  posuit  mantelium  ad 
Collum  et  multis  de  statutis  ordinis  sibi  dictis  et  ostensa  süh 
cnice,  in  qua  erat  ymago  Christi  crucifixi,  precepit  ei,  quod 
spueret  supra  crucem,  qui,  licet  contradiceret,  tamen  eoin- 
pulsus  per  ipsum  et  alios  spuit  supra;  postquam  dixit  ei  re- 
ceptor,  quod  negaret  Christum,  cuius  figura  representabatur. 
Qui  multum  ier[r]ltus  contradixit,  quantum  potuit,  finaliter  per 
compulsionem  et  timore[ni]  abnegavit  semel,  deinde  recipiens 
dixit  ei,  quod  de  cetero  non  haberet  consorcium  mulieniin, 
set  si  calor  naturalis  eura  moveret,  commisceret  se  ciun  fra- 
tribus ordinis.  Et  dixit ,  quod  aliqui  fratres  requiaveniiil 
eum  super  hoc,  set  numquam  voluit  consentire,  et  quia  se 
denegavit  super  lioc  cuidam  fratri  vocato  lohanni  de  Lotorin- 
gia,  fuit  missus  in  Älamaniam  propter  hoc,  nt  credit,  non  alia 
de  causa  f.  De  corda  dixit,  quod  miunctum  fuit  sibi,  quod  eam 
cingeret;  de  capite  nichil  seit  Dixit  insuper,  quod  aliquodeoe 
fiiit  confessus  fratribus,   qui  dicebant:    Bene  scimus,   quid  vis 

d   loDulii!  e  So  Bag.  f  Etos. 


izecDy  Google 


Nr.  155.    (1308)  Ende  Juni.  381 

et  potes  dicere,  et  postquam  semel  dixit  uni,  iniunxit  ei,  quod 
de  cetero  non  loqueretur  et  nullam  penitentiam  iniungebant 
ei.  Fuit  eciam  confessus  cuidam  fratri  Minori,  qui  iniunxil 
sibi,  quod  portaret  cilicium  per  annum  secrete,  quod  fratres 
nescirent,  quod  fecit;  et  dixit,  quod  non  remansisset  in  ordine, 
nisi  fuisset  quidam  avunculus  snus,  qui  consolabatur  eum  et 
dicebat  ei,  quod,  quicquid  fecisset,  adhuc  poterat  vivere  siae 
peccato  et<7  maxime  si  abstineret  a  viris.  Et  dixit,  quod  est 
carcer  in  ordine  apud  Mellanc ')  ad  mortem,  a  quo  nullus 
esit,  postquam  intrat,  et  si  preeeptores  liabeant  fratres  odiosos, 
quia  non  ot>ediunt  eis  in  preceptis  eciam  inhonestis  et  con- 
queruntur  maioribus  ordinis,  statim  mittontur  ad  illum  caree- 
rem  et  nunquam  exeunt,  ut  audivit  dici.  De  sacrameiitis  dixit 
se  nichil  scire.  De  osculis  dixit,  quod  recipiens  osculatus  fuit 
eum  in  fine  spine  dorsi,  secundo  in  umbilico,  tercio  in  ore. 

XLII.  FYater  Hugo  de  Guamaches  iuratus  et  interrogatus 
ut  supra  dixit,  quod  fuit  receptus,  XX  anni  sunt,  in  domo  de 
Monflores,  Ambianensis  dyocesis,  per  fratreiu  Erueum  de  Villa 
Petrosa*)  militem  et  magistnim  baylivie  Pontini  presentibus 
fratribus  Enrico  de  Guamaches  presbitero,  Nicoiao  de  Reval  et 
petitis  pane  et  aqua  et  societate  fratrum  ordinis  fuit  sibi 
concessum  et  fecerunt  ipsum  iurare  tenere  bonos  usus  ordinis 
et  vorit  castitatem ,  paupertatem  et  obedientiam  et  ieiunia 
quedam  et  fuit  positus  mantellus  ad  collum  et  ostensa  sibi 
cruce,  iß  qua  erat  picta  ymago  Christi  crucißxi,  precepit  ei, 
quod  negaret  illum ,  cuius  figura  ibi  representabatur ,  quod 
fecit  semel  lantum  et  semel  spuit  iuxta  crucem*.  licet  requi- 
reretur,  quod  ter  negaret  et  spueret  et  ftiil  osculatus  recipien- 
tem  et  omnes  fratres  ibi  astantes  in  ore  solum.  Et  inhibuit 
sibi  recipiens,  ne  de  cetero  hat>eret  consorcium  mulieruni,  set 
si  calor  naturalis  ui^eret '  eum,  commisceret  cum  fratribus,  set 
ipse  dixit,  quod  non  faceret  nee  unquam  fecit  nee  fuit  requi- 
situs,  nee  audivit,  quod  fratres  abuterentur  se  ip.sis.  Dixit  etiam, 

g   adhuc— et  darübargeach rieben.  h    et  — crncein  darQbergesch rie- 

ben. I   Auf  Kafiur. 

'}  Verbessert  mm  Merlane.  Eins  domua  de  Hellana  wird  genannt  im 
Procte  de  Templiera  I,  407. 

■)  Vitxka  des  Templiera  I,  S58;  II,  811. 


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$82  TunplerproEesse. 

quod  vidit  recipi  unum  fralrem  vocatum  Philippum  per  fra- 
treni  lohannem  de  Ceruoy ')  proceptorem  de  Pontino,  qui  Cuit 
receptus  per  modum,  per  quem  dixit  se  fuisse  receptuin. 
Et  hoc  seit,  quia  vidJt  propriis  occuHs  et  requisitus,  atnim 
predicta  dixerit  timore  aliquo,  dixit,  quod  non  et  quod,  st  oon 
esset  veritas,  prius  fuisset  passus  mortem  et  decapitati(»iein, 
quam  dixisset  tale  mendacium  contra  ordinem,  qui  euni  dh- 
triverat.  Et  de  isto  peccato  abnegationis  et  spuitionis  nim- 
quam  fuit  confessus  alicui  capellano  dicti  ordinis,  quia  omnes 
hoc  sciebant,  set  cuidam  fralri  Minori.  De  capite  dixit  nicbil 
scire.  Semper  cinxit  unam  cordulam,  que  dicebatur  s^^nificare 
castitatem;  requisitus  unde  procedunt  ista  turpia,  dixit  se 
nescire,  set  seit,  quod  fratres  credunt  saeramenta  ecciesie; 
multa  ieiunia  faciunt,  obseryancias  el  orationes  ex  iniunitiooe  (?). 
XLIII.  Frater  Ymbertus  de  Corbonio  *)  miles,  prec^tor 
domus  de  Poutac  et  de  Cruce,  dixit,  quod  sponte  et  ane  tor- 
mentis  apud  Lasinhiacum  Pictauensis  dyocesis  ductus  per  gen- 
tes  regis  eonfessus  fuit  coram  duobus  fratribus  Predicatoribus. 
senescallo  Pictauensi  et  lohanne  de  Genuilla')  presentibus, 
quod  ipse  elatis  XU  vel  XIII  annorum  apud  Osom ')  diele 
dyocesis  receptus  fuit  per  lohannem  Fraocisci  ^)  preceptorein 
seu  magistruni  Pictauie  et  facta  professione  ostensa  sibi  cmce 
cum  yraagine  crucifixi  coactus  fuit  per  ipsum  magistrum  ab- 
negare  Ihesum  et  spuere  supra  crucem.  Et  non  spuit  sei 
finxit  spuere  et  spuit  ad  ten-am.  Postmodum  vero  revocarit 
istam  confessionem,  et  post  fuit  questionatus  vi  tormeiitomni, 
rediit  ad  eandem  primo  sponte  emissam  et  in  ipsa  stat  et 
vult  Stare.  Set  fuit  inductus  ad  revocandum  seripto  cuiusdam 
et    consilio,    quod    non    auderet    nominare    propter  secretuoi. 


')  Proces  des  TemplierB  I,  868,  530  n.  5.  Vgl.  Register.  Genujo  U, 
829,  851. 

']  Im  Procöa  des  Templieni  I  and  11  kommen  Corbon,  Corboli«  toi 
fr.  Humbertns  de  Corbonio  miles  11,  179  vor;  frater  Ymbertus  de  Combonoe 
milea,  precept«r  domus  de  PaalliRco,  Lemouicensis  diocesie  li,  127.  B«ile- 
mnl  sIs  1810  gestorben  bezeichnet.    Doch  derselbe  ? 

')  Der  oftgensnnte  TempIerwSchter  Johannes  de  Jamvilla. 

*)  Domna  Tempil  de  Ouso,  PicUvensie  d.  im  Procte  des  Teapüacs 
II,  90  und  98. 

')  Lo  Frsacejs,  Francisci  oft  genannt  im  Procte  des  Templiere  II. 


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Nr.  1&5.    (1308)  Ende  Jani.  SSS 

quod  turpiter  ageret,  si  proderet  sacramenlum  amicorum,  set 
in  prima  confessione  stat,  que  est  vera.  El  dixit,  quod  sem- 
per  cinxil  cordam,  et  quod  beatus  Bernardus  dedit  eara  ipsis. 
De  capite,  de  sodomia  et  aliis  dixit  se  nichil  scire.  Dixit 
insuper.  quod  data  fuit  sibi  potestas  recipiendi  atiquos  IVatres. 
Nullos  tarnen  recipere  voluit,  set  faciebat  fleri  per  ttlios  et 
cansam  finaliter  dixit,  quod,  si  reciperet  eos,  oporteret  ipsum 
eo3  inducere  ad  facieudum  hoc,  ad  quod  fuit  inductus  scilicet 
ad  abnegationem  Ihesus,  quam  orrebat.  Et  dixit,  quod  comitte- 
bat  receptionem  atitiquis  hominibus,  qui  melius  debebant  scire 
puncta  ordinis.  De  osculis  dixit  se  nichil  scire  et  de  hiis  fuit 
confessus  duobus  fratribus  Minoribus  successive,  et  penitenciam 
sibi  iniunctam  perfecit. 

XLIV.  Frater  Guido  Bruiars '}  Lemouicensis  dyocesis 
interrogatus  ut  proximus  dixit,  quod  fuit  receptus  apud  domum 
de  Poulac  ')  dicte  dyocesis,  XV  anoi  sunt  vel  circa,  per  fratrem 
loliannem  La  Chausada  *)  preceptorem  dicte  doinus  et  primo 
peciit  panem  et  aquam  et  postea  fiiit  sibi  positus  mantetlus 
ad  Collum  et  quidam  frater  vocatus  lohannes  Mestinners  (?) 
duxit  eam  in  quadam  camera  oscura  et  dixit  sibi,  quod  opor- 
tebat,  quod  negaret  Ihesum  ter  et  ter  spueret  in  despectuni 
eius.  Et  ipse  renegavit  ter  Ihesum  et  spuit  ter  ad  terram 
nulla  cruce  sibi  ostensa.  V.l  si  expressisset  eidem,  quod  rene- 
garet  Ihesum  Christum,  qui  fuit  crucifixus,  hoc  non  fecisset, 
et  credit,  quod,  si  non  fecisset  abnegationem  [hesus,  fecissent  sibi 
vilaniam.  Et  dixit,  quod  osculatus  fuit  recipientem  in  ore  et 
omnes  fratrcs  presentes  et  postea  recipientem  in  humero  supra 
vestes.  De  abn^atione  vero  predicta  non  fuit  confessus,  quod 
non  faciebat  conscientiam,  quod  non  eredebat  abnegasse  Ilie- 
sum  Christum  filium  vii^inis  Marie.  De  vicio  sodomitico  nichil 
seit  nee  unquam  fuit  sibi  dictum.  Fratrem  aliquem  non  recepit, 
nee  vidit  recipi  nisi  unum  vocatum  Hugonem  Laven  militem,  sed 
nescit,  si  fuit  receptus  per  illum  moduni,  per  quem  ipse  fuit  recep- 

')  Vielleicht  auch  Brinara  oder  BriDara,  Er  wird  1810  Guido  Bnirartz 
genuint  (froher  gegenwärtig  bei  einer  Anhahme  in  der  domns  Tttmpli  de 
Paalhsco,  LemoniceDMB  dioceeis). 

*}  Procöa  de  Templiars  11,  221,   239  Johannes  Im  Chaaaandaa;    I, 


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SM  TemplerptoXesM, 

tus,  quia  eo  recepto  ipse  et  quidam  alii  exiverunt  de  capella,  in  qua 
fuit  reeeptus,  et  ille  solus  remansif  cum  quibusdam  aliis,  sei 
credit,  quod  reeeptus  fuit  per  eundem  nioduni,  quod  noD  cre- 
dit, quod  Beret  sibi  maior  curialitas  quam  aliis.  De  cordula 
dixit,  quod  semper  cinxit  se  cordula,  quam  ipse  fecit  vel  enie- 
bat,  et  dixit,  quod  omnia  sacramenta  ecciesie  credit;  de  capite 
et  aiüs  se  nichil  scire. 

XLV.  Frater^  Stephanus  de  civitate  Trecensi  fraler  ser- 
viens  ordinis  iuratus  et  interrogatus  ut  supra  dixit,  quod  ipee 
fuit  reeeptus,  fere  X[  anni  sunt,  apud  Lasalbloneriam  *)  circa  dyo- 
cesim  vel  in  dyocesi  Meldensi  per  fratrem  Hugooem  de  Pe- 
raudo  visitatorem  Francie ,  qui  precepit  ei ,  quod  abn^ard 
pareutes,  consanguineos  et  aniicos  et  in  perpetuum  non  esset 
eis  beneficus,  et  aportato  missali  tmunctum  Fuit  el  a  dicto  re- 
eipiente,  quod  luraret  se  debere  teuere  omnia  puncta  ordinis 
et  seereta  et  ilta  non  revelare.  Et  si  contrarium  faceret. 
condenipnaretur  ad  perpetuum  carcerem,  quod  iuravit.  Quo 
facto  iniunxit  ei  recipiens,  quod  abn^aret  omnes  apostolos  el 
sanctos  Dei,  quod  cum  reiiitentia  et  minis  et  terroribus  (?)  com- 
pulsus  fecit.  Deinde  ostensa  sibi  cruce  cum  ymagine  Iheso 
Clirisü  dixit  ei  i-ecipiens:  Tu  vides  ymaginem  prophete,  qui 
dicitur  cruciflxus.  Et  ipse  dixit:  Ymmo  videa  ymaginem  do- 
niini  nostri  lliesu  Christi,  qui  passus^'  est  pro  nobis.  Et  red- 
piens  dixit:  Oportet  te  illum  negare,  qui  representatur  per 
istam  ymaginem.  Quod  ipse  renuit,  quantum  potuit,  set  unus 
de  fratribus  traxit  gladlum  et  posuit  sibi  ad  latus  dieens, 
quod,  nisi  n^aret  Christum,  de  illo  gladio  percuteret,  quod 
statim  moreretur.  Et  omnes  ei  ininabantur  ad  mortem  el 
demum  abnegavit  Christum  semel.  Et  iniunxerunt  ei,  quod 
spueret  super  crucem  ter,  quod  necessarie  habuit  faeere,  sei 
non  spult  super  crucem  set  iuxta  ad  terram.  Postque  ad 
mandatum  reeipientis  denudavit  se  et  dixit  sibi  recipiens:  Ad 
maiorem   tuum   honorem  et  magnam  gratiam  et  maiorem  (ra- 

k   Aaf  Rasnr. 

')  Am  Rande:  Bic  incipit  qoiiita  pecia. 

')  Domus  de  Sabloneiiis   wird    Procäs   des  Teropliera  1,  520  geninot 


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rUt.  155.    (1308)  Ende  Joni.  SS6 

temiUtem  osculor  te.  Et  osculatus  est  eum  subtus  spinam 
dorsi,  post  in  unibilico,  tercio  in  ore,  et  induit  sibi  novam 
camisiam  et  ciiixit  eum  cordula,  que,  ul  dicebat,  fuerat  invo- 
Itita  ia  capile  quodam,  quod  habent  pro  salvatore  et  factore 
oi-dinis,  et  erat  multum  sancta,  et  conlinue  portaret  eain  ciac- 
tarn  subtus  camisiam.  Et  in  hiis  omnibus  presentes  fuerunt, 
viderunt  et  consenserunl  Raduipbus  de  Gesi ')  receptor  reddi- 
tuum  domini  r^is  Francie  in  Campania,  Radulphus  de  Compen- 
dio,  Rogerius  presbiter,  fratres  dicti  ordinis.  Posthac  in- 
duerunt  eum  novis  vestimentis  ordinis.  De  capite  respondit, 
quod  moris  est  in  ordine,  quod  singulis  annis  in  festo  aposto- 
lorum  Petri  et  Pauli  faciunt  capitulum  generale,  quod  tenueruiit 
Parisiis  infra  annum  receptionis  ipsius;  et  ipse  fuit  in  capitulo 
per  Ires  dies,  quibus  duravit,  et  inceperunt  teuere  prima 
vigilia  noctis  et  continuavenint  usque  ad  primam,  et  in  prima 
Docte  capituli  aportaverunt  unum  capud  presbitero  ipsum  de- 
ferente  precedentibus  duobus  fratribus  cum  duobus  grossis 
torciciis  cereis  supra  candeiabra  argentea,  et  posuii  ipsum 
iuxta  altare  super  duo  pulvinaria  in  guodam  tapeto  de  cerico 
ac  «st,  ut  sibi  videbatur,  capud  carneum  a  sumpnitate  capitis 
usque  ad  nodum  colli  cum  capülis  canis  sine  aliquo  auri  vel 
argenti  t^umento,  facies  vero  carnea  et  sibi  videbatur  multum 
livida  et  decolorata  cum  barba  immixta  cum  albis  et  nigris 
pilis  similis  aliis  Templariorum  barbis.  Et  tunc  surrexit  visi- 
tator  dicens  omnibus:  Eamus,  adoremus  illum  et  faciamus  ei 
honiagiuni,  qui  nos  fecit  et  non  destituit,  et  tunc  omnes  yverunt 
cum  magna  reverencia  et  Fecerunt  sibi  homagium  et  adora- 
verunt  capud  illud.  Et  audivit  dici  jpse  testis,  quod  erat 
capud  primi  magistri  ordinis  scilicet  frutris  Hugonts  de  Pajnes. 
Et  a  nodo  colli  usque  ad  humeros  erat  inclusive  incrostatum 
de  auro  et  argento  cum  lapidibus  preciosis.  Et  in  illo  capi- 
tulo ordinaverunt  de  treeentis  fratribus  mittendis  ultra  mare, 
de  quibus  ipse  testis  fuit  unus  et  ivit  et  stetit  ibi  per  duos 
annos  et  dimidium  et  reversus  stetit  in  ordine  per  duos  annos, 
et    tunc'    coactus    et    inductus    per    quendam   fratrem    suum 

I  DarflWgeocbrieben. 


)  R.  de  Gisi,  Öfter  in  deo  Prosefiakten  genaont. 


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886  TflmplerprozeaM. 

secularem  exivit  ordinem  el  sletit  in  seculo  per  sex  annos  enin 
comite  Britannie  usque  ad  mortem  ipsius.  Tarnen  cum  qua- 
dam  vice  visitaret  matrem  suam,  ceperutit  et  teDuenint  eum 
captum  per  V  septinianas,  donec  mater  sua  redemit  eum  de 
ducentis  libris,  pacto,  quod  secure  deinceps  remaneret  cum 
matre  et  ex  toto  stetit  secure  ab  ordine.  Et  dixit,  quod  ad- 
duntus  ad  dominum  regem  Francie  ante  capcionem  Templa- 
riorum,  cum  non  auderet  revelare  illud  secretum,  videus  tamoi, 
quod  rex  assamebat  istud  negotium  prossequendo  fortiter, 
coram  ipso  rege  et  confessore  suo  et  dominis  P.  de  Cbambili 
et  Guillelmo  de  Marliniaco  supradictum  fuit  conTessus  et  postea 
eadem  repetiit  coram  >"  Baiocensi  et  Constanciensi  episcopis,  que 
per  animam  suam  vera  sunt  ^).  De  sodomia  dixit,  quod  fhiter 
P[aulus]  de  Valleceli  quadam  die  ipsum  arripuit  et  Toluit  cor- 
rumpere  et  polluere  illo  vicio  neEando,  et  ipse  viriliter  renuit 
aborrendo  peccatum  et  ille  percussit  eum  "  in  maxilla  et  fr^it 
sibi  tres  dentes  et  apparet  deformitas  et  fractura  in  ore  eius. 
Et  dixit  sibi  dictus  l^ter:  Tu  ignoras  puncta  oniinis.  I$te 
est  unus  de  punctis,  quod  frater  non  debet  se  n^are  frath. 
Et  de  hac  iniuria  ipse  testis  deposuit  querelam  diclo  visitatori, 
qui  respondit,  quod  bene  fecerat  ille  frater,  quia  non  debebat 
se  negare  ^atribus  in  tali  opere.  Item  audivit  dici,  quod  isla 
puncta  de  abnegatione  Christi  et  alia  sunt  in  r^ula,  quam 
visitatores  tenent,  et  possunt  recipere  fratres  vel  illi,  quibus 
committunt,  set  non  committunt  receptionem  fratruni  ni»  aü- 
tiquis  scientibus  regulam  et  puncta  ordinis.  Et  magnio  viri  de 
ordine  tenent  et  cuslodiunt  regulam  illam  et  iuv^iibus  non 
tradunt  eam,  ut  audivit  dici  communiter.  De  sacramentis  re- 
spondit, quod  credit  firmlter,  quod  sacramentis  ecclesie  maxime 
altaris  non  comunicant,  set  ad  decipiendum  mundum  in  mag- 
nis  festis "  recipiunt  ostiam  non  sacratam  nee  benedictam,  quia 
ipse  testis  non  recepit  nee  communicavit,  et  audivit  de  alüs 
dici  uitramare  et  citrap  et  credit  idera.  Dixit  eciam,  quod, 
quandiu  fuit  in  ordine,   non  fuit  confessus  et  idem  credit  de 

tu  fnit— corem  darOlwrgMchrieben.  n   DurilbergeKhrirbei. 

0  tnagmi  Reg.  p  ultramAre— citra  darabergMchrieben. 

']  Vgl.  DarsCelluDg. 


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Hr.  165.    (1808)  Sude  Jtuii.  887 

alüs,  tarnen  de  duobus  delictis  est  eis  specialis  cura,  de  for- 
nicatione  cum  mulieribus  et  furtis .  et  rapina  rerum  Tempil. 
Dixit  insuper,  qtiod  ordinem  exivit  propter  mala  et  lurpitu- 
dines,  que  ibi  lieri  yidebat,  et  ad  inductionem  cuiusdam  fralris 
sui  carnaÜs. 

XLVI.  Frater  lohannes  de  civitate  Cathalanensi  Templa- 
rius  commorans  in  domo  de  Nemoris  dyocesis  Trecensis  ser- 
viens  iuratiis  et  inlern^atus  ut  supra  dixit  per  iuramentum 
suuiD,  quod,  circa  VH  anni  sunt,  fuit  receptus  apud  Bo. ')  in 
baylivia  de  Marlenes  ^)  Bemensts  (?)  diocesis  in  ecciesia  dicti 
loci  et  in  ecciesia  ?  presidente  fratre  Guiiberto  r  preceptore  dicti 
loci  assistentibus  V  fratribus.  Peciit  panem  et  aquam  et 
necessaria  ad  societatem  ordinis  et  ipso  tribus  vicibus  ad 
mandatum  preceptoris  trahente  se  extra  capellam  et  precep- 
tore et  alüs  fratribus  deliberanlibus,  ipsoque  persistente  in 
sua  petitione,  respondit  dictus  preceptor:  Pili,  considera,  magna 
petis,  quia  non  omnes,  qui  vident  nos  exterius,  cognoscunt, 
quid  gerimus  interius.  Et  multa  et  ardua  oportebit  te  susti- 
nere  et  iacere.  Cui  finaliter»  respondit,  quod  domino  conce- 
dente  bene  portaret  omnia,  et  tunc  dixit  preceptor:  Nos  ha- 
bemus  consiüum  te  redpere,  et  posuit  mantellum  ad  coIlum 
et  aperto  missali  fecerunt  eutn  iurare  obedientiam  in  omnibus, 
castitatem  et  abdicationem  proprii,  et  ostensa  ymagine  cruci- 
fixi  in  eodem  missali  interrogaverunt  eum,  si  crederet  in  cru- 
cifixum,  qui  representabatur  per  illam  ymaginem,  qui  respon- 
dit: Vere  credo.  Cui  dixit  preceptor:  Oportet  te  negare  ter 
illum  Christum,  qui  representatur  per  hanc  ymagineni  et 
spuere  super  ymaginem  eius  et  crucem,  cui  respondenti,  quod 
nuUo  modo  Eaceret,  preceptor  comminatus  est  artiter  dicens:  Ad 
preceptum  factum  ostendis  te  inobedientem  ?  Et  comminatus 
est,  quod,  nisi  negaret,  faceret  eum  poni  infra  paucos  dies  in 
fovea   apud  Merlenes.     Et  dixit,  quod  ista  fovea  sive  carcer^) 

q  et— «ccleaia  darDbergeechr.  r   Guibberto  Hs.  «   AoBchei- 

nend  UDterpnnktiert. 

')  Ein»  (toroos  de  Boie  gab  ee  io  der  d.  RemensiB. 
*f  Docb  wohl  dtwselbe  Wort  wie  Mellana  S.  8S1. 
*)  Vgl.  8.  381. 

Finks,   PAi»ttnai  nnd  UntMKADK  dea  TsrnplDTordena.    11.  SS 


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888  TemplerprozeMe. 

est  ita  austenis,  quod  nemo  potest  ibi  diu  vivere  et  vidit  posl 
unum  ibi  intrudi,  qui  non  vixit  nisi  per  V  dies,  et  ipse  fuil 
aliquando  custos  illius  carceris,  et  tempore  suo  ex  duricia 
carceris  fuerunt  ibi  mortui  bene  novera  fratres.  Tandem 
minis  et  terroribus  concussus  abnegavit  Christum  ter  ore  iion 
corde  magnis  lacrimis  et  dolore  cordis.  De  osculis  diKit  seinel 
fecisse,  quia,  dum  esset  in  actu  reeeptionis,  intravit  comes  de 
Magno  Prato  domum  ad  prandium  et  dictus  preceptor  dimisit 
et  dixit:  Eamus,  concinamus  comiti,  dimittamus  cetera,  quia 
alias  perficiemus.  Set  nnniquani  eum  dictus  preceptor  postea 
requlsivit.  Nescit,  utrum  oblivione  ve)  occupatione  diutus  pre- 
ceptor dimisit  cetera  puncta  receptionis.  Et  ipse  testis  liberalis- 
sime  exivisset  ordinem,  si  fuisset  ausus  et  potuisset.  Et  fiiit 
in  ordine  per  sex  annos  et  plus  nee  fuit  sibi  aliquid  de  talibus 
plus  preceptum.  Item  dixit,  quod  quidam  presbiter  de  ordine. 
Reginaldus  nomine,  induxit  plus  quam  LX  Templarios  per 
scripturas  clandestinas  ad  revocandum  confessiones  suas.  Et 
ipse  etiam  multas  habuit  persuasiones  ab  amicis,  de  quibus 
nescit,  qui  sunt,  quod  revocaret.  Dixit  eciam,  quod  de  hoc 
fuit  confessus  cuidam  capellano  ordinis,  qui  eum  absolvit,  asse- 
rens,  quod  bene  poterat  facerc  virtute  priTilegiorum  ordinis. 
Dixit  etiam,  quod  tanta  crudelitas  est  in  ordine  illo,  quod,  si 
aliquis  preceptor  habet  odio  aliquem  fratrem  et  velit  eum 
morti  tradere,  veniebat  ad  visitatorem  et  specisliter  ad  fratrem 
Gerardum  preceptorem  Prancie  dicens,  quod  talis  fhiter  erat 
inobediens.  Fit  dum  tarnen  daret  bonam  summam  peccunie. 
permittebatur,  quod  caperetur  et  poneretur  in  dicta  fovea,  in 
qua  cito  moriebatur.  Et  ipse  vidit  ibi  multos  mori,  qui  dice- 
bant,  quod  nulla  causa  erat  mortis  sue  nisi  munera,  et  aiidi- 
vit  a  fratribus  ordinis,  quod  ita  consucvit  fieri.  Et  dixit,  quod 
nullus  recipitur  in  ordine,  nisi  det  magnam  peccuniam,  et  ipse 
solvit  pro  receptione  sua  quingentas  libras  et  frater  Rot)ertus 
de  Malen  (?)  socius  eins  dedit  tantumdem.  Presentes  autem  fue- 
runt in  sua  receptione  Guiberlos  preceptor,  lohanncs  de  Valle- 
cutone,  Reginaldus  de  Cormesi,  Petrus  de  Brigeriis,  Terricus 
luuenis,  et  in  presencia  eorum  et  eum  ad  hoc  inducentium 
abnegavit  Christum  et  credit,  quod  ad  multa  coegissent  euiru 
nisi  tunc  venisset  dictus   comes.     Dixit  eciam,  quod  paucai 


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Nr.  165.    (1808)  Ende  Jodi.  83d 

faciunt  elemosinets,  multa  tarnen  relicta  pro  elemosinis  in  usus 
proprios  convertunt.  Nunquam  vidJt  fieri  correctionem  in  ca- 
pitulo,  quanidiu  fuit  in  ordine.  Litteris  apostoUcis  abutebantur 
indistincte  et  habcnt  clericos  in  quaübet  preceptoria ,  qui 
vexabant  plures  ad  mandatum  eorum.  Item  dixit,  quod  po- 
tentes ordinis  prescientes  istatn  confusionem  fu(;iiint  et  ipse 
obviaTit  fratri  Girardo  de  Villariis  ducenti  quinquaginta  equos, 
et  audivit  diel,  quod  intravit  mare  cum  XVIIl  galeis,  et  frater 
Hugo  de  Cabilone  fugiit''  cum  toto  thesauro  fratris  Hügonis  de 
Peraudo.  Interrogatus,  quomodo  potuit  tandiu  istud  (actum 
teneri  secretura,  respondit,  quod  nullus  pro  aliqua  re  erat 
ausus  revelare,  nisi  papa  et  rex  aperuissent  viam,  quia,  si 
sciretur  in  ordine,  quod  aliquis  loqueretur,  statim  fuisset  mor- 
tuus.  Et  dixit,  quod  erat  preceptor  de  Nemorts  tempore  cap- 
cionis  et  ante  fuit  preceptor  de  Marmot.  Interrogatus,  quo- 
modo sciebat,  qjiod  frater  Reginaldus  induxerit  Tempiarios  ad 
revocandum  confessionem,  dixit ,  quia  sibi  et  aliis  fratribus 
scripsit  scriptura  de  plumbo  in  pei^meno,  quod,  si  ipsi  con- 
sisterent  in  confessionibus,  destructus  erat  ordo.  Unde  invita- 
bat  eos  ad  revocandum  eas  et  ipse  testis  et  alii  fratres  dice- 
bant:  Quomodo  revocabimus  veritateni  ?  Quod  confessi  sumus, 
non  possumus  conlradicere ,  quia  non  staretur  confessioni 
nostre.  Alü  dicebant:  Confusi  sumus  perpetuo,  nisi  revoce- 
nius,  et  ipse  testis:  Malo  esse  sine  honore  perpetuo  quam 
dampnare  animam  meam  revocando  confessionem  veram,  et 
dixit,  quod  dictus  frater  R^inaldus  hoc  habuerat  de  revo- 
canda  confessione  a  fratre  magni  m^stri,  decano  Lingunensi. 

(XLVIl)  Frater  Robertus  de  Yma'),  (XLVni)  Frater 
lohannes  de  Valbman  iuratl  ut  alü  deponunt  in  publico  in- 
strumento  satis  breviter. 

Videtur*)  nobis  deputatis  rubrtcas  predictas  concordare 
originaii. 

item  sciendum,  quod  in  receptione  diclorum  testium 
preter  receptos  per  inquisitorem  Parisius  et  per  tres  cardinales 

')  Dieser  Abuts  wird  un  Schluß  wiederhoit.  Nur  heifit  es  noch  instni- 
mento :  ultimo  tr»dito  satis  breviter,  sin  qnad  opus  non  est  nibrica  vel  con- 
cordaDtia  anper  illis. 

*)  Von  anderer  Hand. 

22« 


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MO  Tempterprazeafie. 

Riissos  per  dominum  nostrum  papam  ita  processum.  Nam 
coram  domino  nostro  papa  iuraverant  quilibet  tactis  ewangelüs 
dicere  veritatem  etc.,  ut  supra  in  principio  dictum  est,  et 
coram  eodeni  domiao  nostro  papa  dixerunt,  prout  In  eonim 
depositionibus  continetur.  Et  depositiones  corum  per  publicos 
notarios  presentes  ibidem  redacte  sunt'  in  scriptis,  et  sie  in 
scriptis  redacte  lecte  et  vulgarizate  fuerunt,  et  petitur  ab  eis, 
utrum  vellent  aliquid  in  suis  depositionibus  corrigere,  addere, 
detrahere  vel  mutare,  qui  responderunt,  quod  nichi],  ymmo  in 
eis  perseverare  et  persistere  volebant  tanquam  veris,  quia 
nichil  omiserant  veritatfs  nee  immiscuerant  Talsitatis  nee  preoe. 
nee  precio,  nee  gratia,  nee  amore,  odio  vel  timore  lonnen- 
torum  vel  alio  premissa  dixerant  set  pro  veritate  dicenda  t-l 
pecierunt  humüiter  sibi  per  eundem  dominum  veniam  et 
misericordiam  exhiberi,  paiicis  exceptis.  Et  nichilominiis  in 
publice  consislorio  presentibus  dicto  domino  nostro  papa  ac 
dominis  cardinatibus  et  aliis  magnis  viris  predietis  deposilio- 
nibus  lectis  et  vulgarizatis,  prout  conveniebat  lingue  cuiuslibet 
eorundem,  eadem  recognoverunt  et  in  suis  confessionibus  per- 
stiterunt  et  se  velte  persistere  affirmaverutit. 

Vat.  Ärch.  Reg.  kaeo.  Nr.  48.  Beoedicti  XII.  tom.  I.  M  448-451 
Die  (Ulf  den  Templerprozeß  beEltglJchen  Teile  beginnen  fol.  437  mit:  iMf 
sunt  rabrice:  Zunichnt  uns  VerhOr  von  Chtnon.  (Die  einzelnen  VeiiiSrt  mit 
ZifTernbeEeichnetl-VI.)  Vgl.Nr.104.  Dann  f.438das  Verfa5r  von  Poitiera  nil 
dieser  Einleitung :  Seqnntur  rubricationee  testium  nominatorum  per  dominum 
nostrum  papftm  .  .  .  Assiatentibus  eibi  reverendts  patribns  duminiB  Petru 
epiacopo  Feneatrinu,  Thoma  tituli  sRnct«  Sabine,  Stephano  aaneti  Ciriaci  in 
Termis  preBbiteris,  Landulpho  sMicti  Angel)  et  Petro  de  Columpn*  su^ 
Romane  ecclesie  cardinalibns. 

Dum  folgen  die  VerbOre  in  di«aer  Reihenfolge  (vgl.  S«hottniOll«r  B. 
S.  18  ff.}. 

TU.  frater  lohaDDea  de  Mente  alto  milee  de  Aatnraco  (ob  ABtaneo?).- 
VI 11.  fniter  P.   de  CUnstro,    LemnuicenciH   diocesis,    qnondui  T«mpli- 

IX.  frater  Goilelinns  de  Reeeii  milea  olim  Templarius  .  .  . 
X.  frater  Clemens  de   Pomer,   dyoceais    Eduenais,    Tempicniu  oün 


XI.  frater  Quilelmna  de  sancto  Sapplento,  Heldensie  diocesix,  Tempti- 
riue  serviens  .  .  .  (Der  Nachfolger  steht  vorher,  abti  nil 
vacat.) 


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Nr.  155.    (1808)  Eade  Jtmi.  341 

Xll.  fr&lAr  lobaonM  de  Crenator  (Sohnttm,  CnuiAco)   preceptor  domue 
Grandis  bi'Ivb  .  .  . 

XIII.  frateT  Robbertos  de  Gej,  Ämbiao.  d,,  Templftrins  aerviens  .  .  . 

XIV.  tnXtt  GaillelmaB  ÄTmerici,  Lemonic.  d.,  T.  servians  .  .  . 
XV.  frater  Quillehnae  HbIdiod  milee  T.  .  .  . 

XVI.  frat«r  Raymuodns  Narbooee,   dyoc.  NarboneiutB,  T.  servleaa  .  .  . 
XVII.  frater  Stepbanoa  Trabati  de  Oradyaco,   dyoc.  Biterrensis,  T.  eer- 

XVIII.  fral«r  Adzemaiiis  du  Spsrres  milea  T. 

XIX.  frater  lobannea  (Scbottm.  Jajmea)  de  Blana  aerviens  ord.  Templi . . . 
XX.  frater  Qaltbema  de  Liaancort  miles  .  .  . 

XXI.  frater  P.  de  Honao,  d.  Pariaiena ,  fr.  aerviene  Tempi!  .  .  . 

XXli.  frater  P.  de  Broaia  BarvieiiB  ord.  Templi  .  .  . 
XXlIi.  frater  GaillermnB  de  Aynoes   {Scbottm.  Haynues   oder  Hajrniee) 


XXIV.  frater  Qeraldae  de  aancto  Marciali  miles  .  . 
XXV.  frater  Qeraudua  Beraudi  miles  .  .  . 
XXVI.  frater  Deodatus  lafet  (Schottin.  lefet)  aerviens  . . 
XXV11.  frater  Ato  de  Salninbaco  .  .  .  miles  .  .  . 
XXVlll.  frater  RaymoDdns  Maael,  dyoc.  Aquensia  in  Provincia,  a 
XXJX.  magiater  lobannea  de   Folhiaco,    doctor   iuris   civilis,    presbiter 

Templarias  .  .  . 
XXX.  frater  Sjraon  Chriatianns  de  Pruino  aerviens  .  .  . 
XXXI.  frater  lobannea  de  Casi  magiater  molendinornni  et  tnberae  sancti 
Gemasii  Pariaiensia  .  .  . 
XXXU.  frater  lobannea  de  louinhiaco  aerviens  .  . . 

XXXIII.  frater  Aymericna  Camberlanua  aerviens  .  .  . 

XXXIV.  frater  lacobna  de  Regecnria  [Schottm.  ricbtlger  Uregecuria)  aer- 

XXXV.  frater  Iterias  de  RupefortI  miles  .  . . 
XXXVi,  frater  P.  de  Condora  miles  .  .  . 
XXXVII.  frater  Rajmnndna  Stephani  grangerios  ... 
XXXVIII.  frater  Onitlelmua  de  Trebis  miles  .  .  . 
XXXIX.  frater  Gnlllelmns  de  Lemonicinio  miles  .  .  . 

Di«  Reihenfolge  iet  also  nicht  ganz  so  nie  bei  Scbottmfiller  II,  13  —71 
(proceaens  Pictaviensia).  Sie  folgen  hier  {nach  SchottmQller  zitiert)  codex  a, 
codex  y,  codex  ß:  Die  letzten  U  sind  nach  den  ersten  U  etnznschieben. 
Auch  die  Texte  stimmen  nicht  ganz  wörtlich  Qberein.  Der  vorliegende 
kQrzt  etwas,  lodert  hier  nnd  da  ein  Wort  und  nimmt  UmsteUnngeu  vor. 
Man  vgl,  den  Anfang  des  Verhöra  des  Johannes  de  Folliaco  bei  Sr.bottmUllor 
H,  35  mit  folgendem :  Magister  lohannes  de  Folhiaco  doctor  iuris  civilis 
presbiter  Templariaa,  iaratns  et  interrogatna  de  loco,  modo  et  tempore  sue 
reeeptionia  dixit,  quod  fuit  receptua  in  domo  Tempil  Parislns  per  fratrem 
lohwinem  tnnc  tbeaaurarium  Templi,  in  qnadragesima  preterita  fnerwit  qna. 
tuor  tinni,   hoc   modo.    Nam   in  qaadam  capella  iunetls  manibua  et  flexis 


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S42  Tempi« 

genibns  petiit  dbw.  Der  Text  der  sehr  zerstörten  H.-ü.,  die  Bchattmttllfr 
gebranchte,  kOnnte  dadurch  etwas  verbessert  werden,  z.  Ü.  das  kastllrhe 
Eecarialis  S.  36  aUtt  eetir&lis. 

Dann  folgt  in  der  von  mir  gebraacbten  VatikanJscbeo  Handsckiift 
der  oben  abgedrackle  Teil  von  9  bisher  unbekannten  VerhQren.  der  «v 
Schloß  den  Eindruck  des  Volletindigen  maebt  Rs  sind  aber  statt  der  ge- 
forderten 72  nnr  42.    Vgl.  die  Einleitung. 

!.>«.  BrnetistUck  eines  Tempi enrerhVres.    (1306 1 ISIO  t)  April  Us  Jut. 

(LXini)  .  .  .  qai  fuerat  a  ludeis  pro  suis  sceleribus  craciflxns  nee 
habere  debebat  spein  salvationis  habende  per  ipeum  nee  in  euni  credere. 
Precepit  etiam  sibi,  quod  spneret  super  crucem  ibt  in  terra  positaia  in  qua 
erat  scnlpta  jrmago  Ibeau  Christi  et  eam  pedibns  conculcaret  ac  per  terram 
traheret  in  Titnperiam  Ihesu  Christi.  Cum  anteni  ipse  hoc  facere  reenaaret, 
dizeroot  sibi  tarn  preceptor  quam  alii  fratres  preseotes,  qnod  oport«bat  ipenm 
predicta  facere,  et  niai  ea  faceret,  ipsnm  in  t«li  loco  ponerent,  nnde  onii- 
quam  exiret.  Et  tnnc  hiie  perterritns  abnegavit  Denm  Ibesom  ChiiBtniD 
et  beatam  virginem  et  ipsamm  opera,  deinde  apnit  anper  emcem  ipsam,  tt 
eam  pedibns  concnleavit,  diceua,  qnod  hoc  faoiebat  in  Tituperinm  Ihesu 
Christi,  Et  postmodani  de  loco,  in  qua  erat,  traxit  eam  per  terram  p«r 
duos  vel  tres  passoB  et  eam  retrazit  et  ad  locum,  ubi  fiaerat  posita, 
r«ddnxit. 

Interrogatos.  ai  dietue  preceptor  et  a)ii  fratres  presentss  ibidem  cni- 
cem  eandem  traxerunt  per  terram  vel  apnerunt  supor  eam  aut  pedibos  con- 
cnicavenint,  dixit,  quod  non;  de  aliia  antem  fratribua,  qni  recipiebantor  in 
ordine  ipso,  dixit  reram  esse,  qnod  recipiebantuT  eo  modo,  qno  ipse  fnit  re- 
ceptos,  et  ea  faciebaut,  qne  ipse  coDfessus  est  se  feciese.  Ipseqn«  Tidit 
doos  vel  trea  fratres  in  dicto  ordine  recipi  modo  predicto,  qoi  sinulia,  qnc 
ipse  fecit,  fecemnt. 

Subseqnenter  petiit  beneficium  abaolntionis  etc. 
Snper  eiadem  XI  articnlia. 
Die  XXIIII  Aprilis. 

LXV.  Frater  Gnillelmus  CoUerii  de  Boysono,  diocesis  VaaioDeuk 
dicti  ordinia  aerviena  inratus  ut  proximua  eoqae,  cum  fere  omnes  artieidas 
antea  negasset,  qaestionibus  supposito  et  habito  poat  illas  congruo  interraUo, 
interrogatuB  super  eisdem  XI  articulis  dixit,  quod  ipse  fult  recepbn  per 
quondam  fratrem  Ademarinm  de  Peyroaaa  ')  domns  Tempil  Sidonienaia  ;re- 
ceptorem  in  ec«leaia  domne  eiusdem,  XIX  anni  sunt  vel  circa,  presBütibni 
fratribua  Hngone  de  Rochafolio,  Ronsolino  de  Agonco  militibus  et  plnrihiis 
aliis  Qsque  ad  nuroenim  XL,  de  quorum  nominibua  dixit  se  non  recoidvi, 
et  tunc  postquam  fuit  sibi  traditna  mantellas  per  preceptorem  predislain. 
dixit  eidem  idem  preceptor,  quod,  cnm  ipse  promiaieset  et  inrasaet  «ibi  ust 

')  Procte  dea  Templiera  II,  368. 

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Nr.  166.     (1308?  I3I0?)  April  bis  Jani.  84S 

obedieiiB  et  servare  secrata  eapitnli  oec  revelBre  BÜcai  eti&m  anis  eonfeasO' 
ribna  ea,  qne  videret  fieri  ia  eodem,  osteusa  sibi  cruce  et  io  terra  posita, 
nbi  erat  crncifixua  depiotue,  opart«bat,  qaod  ipae  abDegaretlhesumChriatnm, 
qoi,  nt  dicebat  Don  erat  nee  fnerat  venis  Deoa,  nee  roatrem  habaerat  vir- 
ginem,  aed  faerat  qaidam  falaus  propheta,  qni  pro  eo,  quod  se  Deum  facie- 
bat,  cum  oon  esset,  fnerat  crucifiiue,  nee  debebat  habere  epem.  qaod  per 
eum  poaset  saWari,  cum  ipae  nee  se  ipsom  salvare  nee  adiurare  potuisset, 
nee  etiam  cradere  in  eondem.  Ipae  etenim  ai  fuisset  verae  Dens,  nun  per- 
niiwMet  ae  sie  villt«r  a  vilibus  peraonia  tractitri.  Cum  autem  ipae  hec  fa- 
cere  recasaret,  clamavenint  omnes  contra  ipsum,  et  diiernnt,  quod  predicta 
ipanm  faeere  opertebat,  quia  ita  erat  in  ipso  ordine  fieri  conauetnm,  et  tunc 
ipee  hiis  perterritas,  ad  mandatnni  dicti  preceptoris  abnegavit  dominnm 
nastmin  Ihesnin  Christum,  beatam  vjrginein  eins  matrem,  amnes  saoctos  et 
aanetaa  Del  et  opera  eorundem.  Poatmodum  quidam  frater  capellanna  dicti 
ordinia,  qni  dictsm  cmcem  de  altari  receperat  et  ipaam  in  tarram  poauerat, 
eam  cum  qnadam  corda  ligatam  per  terram  traxit  in  vituperinm  Ihesu 
Christi  et  deinde  ipssm  in  altari  in  loco  bdo  reposuit. 

Interrogatua  si  ipae  frater  Quillelmua  cmcem  ipaam  per  terram  traxit 
ant  apuit  sut  miniit  super  eam  aut  ipsam  pedibns  conculcavit,  dizit  quod 
DOD,  nee,  qnod  hoc  fnceret,  fait  tnne  temporis  aibi  dictum. 

Deinde  diotna  preceptor  feeit  aperiri  quandam  feuestrom,  que  erat  in 
pariete  ecclesie,  in  qua  erat  qnoddam  capnt  deargentstnm,  quod,  ut  sibi 
videtnr,  trea  faciea  habebat,  et  fait  dictnm  eidem,  quod  illud  Caput  erat 
cainedam  amici  dicti  ordinis,  qui  eia  obtiuebat,  quicquid  volebant  in  celo. 
Et  iocootinenti  inxta  illud  capnt  appamit  quidam  catns  ruiüis.  Ridem  aut«m 
capiti  atatim  aperta  dicta  feneatra  dictus  preceptor  et  alii  fratrea  ibi  prä- 
sentes ao  etiam  idem  frater  Ouillelmua  amotia  birretis  se  inclinavemot  et 
revereutiani  exbibuerunt  Interrngatus,  quomodo  frstres  ipsi  vocabant  illud 
capnt,  dixit,  quod  vocabant  ipaum,  ut  sibi  videtnr,  Magometnm. 

Iluterrogatua],  si  unquain  de  premissis  [eic]  coofesaie  confeaaus  fuerit 
alicui  sBcerdoti,  diiit  quod  non,  aemper  tarnen  doluit,  quia  [ita]  fecernt,  aed 
ea  revelare  aufaua]  non  erat. 

De  aliis  antem  fratribus,  qni  reeipiebantnr  in  ordine  ipso,  dixit  verum 
es««,  quod  reeipiebautar  eo  modo,  quo  ipse  fuit  reeeptua,  et  ea  faclebant, 
qne  ipae  confeaana  eat  ae  feciase.  Ipaeque  vidit  IUI  predicto  modo  recipl 
in  ordine  predicto,  qui  aimilia,  que  ipae  fecit.  fecemnt. 

Subseqnenter  petiit  beneficium  absolntionis  etc- 
Super  eisdem  XI  articulis. 
Die  XXIIIl  Aprilis. 

LXVI  testia.  Krater  Pontius  de  Alundo  ordinis  mititie  Tempil  ser- 
viena  de  Montilio  Ademarii,  dioceaia  Valentine,  iaratus  ut  proximua,  inter- 
rogatua super  eisdem  XI  articulia  dixit  aua  apontAnea  voluntate,  nolla  coao. 
tione  preeedente,  quod  ipse  foit  receptus  per  quondam  fratrem  Cuignonem 
Ademarii  '|,  magnnm  provincie  preceptorem,  VII  vel  VIII  anoi  sunt  vel  circa, 

■)  Prooö«  des  Templiera  I,  184,  S79;  II  sehr  oft. 

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844  Templeq>TOiesse. 

in  ecclwia  domus  Tenipli  de  RkharenchiB ')  presentibna  trstribiu  Poiilio  d* 
Aleiiano  tnnc  prM«ptore  dicte  domus  Bichsrenchonini,  GoiUeImo  Augerii. 
RaTmnndo  H&lisangniiiis,  Borralo  de  (Irainhuio  preceptore  Aniciengi  nili^ 
bna  et  plaribuB  sliid,  et  tunc  ad  mtudatain  dicd  magai  preceptoria,  coi  «o 
fuit  BUBDB  reaiBtere,  cum  esset  frat«r  domioi  Giraudi  Aodemarii  douini  ni 
earnalis,  et  quia  sibi  dixent  et  eomminatni)  fuerat, '  quod  ea,  qne  nderat 
fieri  in  oapitnlis,  et  ea,  qae  mandarentur  sibi  fieri,  non  revelaret  alieni,  rt 
ai  faoeret,  poneretor  in  tali  loco.  qnod  niinquani  Diagin  videret  «olan  Tal 
Innaio,  abnegavit  domionm  Ihesum  Chriatom,  beatam  virgiDem  matrsm  räu. 
omnea  aanctos  et  aanctaa  Dei  et  eoniin  opera,  eo  qnod  dizerat  sibi  magaoi 
preceptor  prcdictoH,  qaod  Ihesna  Chriatua  non  fuerat  Tema  Dena  neo  enci- 
fixoB  fnerat  pro  aalute  bamani  generis.  aed  fuerat  qaidam  fatsns  propbeU 
pro  Bois  Bceleribna  eracifizna,  qaodqae  non  debebat  babere  apem  salTatioDiB 
per  ipoam  habende,  qaia  eum  aalrare  oon  poterat,  uec  etiam  credere  dab«- 
bat  in  ipsam  aed  in  qnoddom  ydolam  aive  capnt,  qnod  erat  ibi  preaens.  it 
qnod  ut  aibi  videtnr  dnaa  faeies  et  dno  cornoa  parva  habebat,  qnod  ydolan 
aive  cspat  ad  mandatuin  dicti  magni  preeeptoria  adoraTit  et  flexia  geoibw 
reverentiam  sibi  fecit.  et  aubtos  faciem  oscDlatng  fuit  illud  petena  ab  eo,  nt 
ipanm  salvaret  et  quod  bonnm  sibi  faceret,  ita  qnod  poaaet  in  hoc  monda 
vivere  cum  houore,  et  dictum  jrdolnm  aive  capnt  respendit  eidein,  qnod  nki 
bonum  faceret.  Deinde  ad  eiuadem  magni  preeeptoria  mandatnni  qinil  aoper 
erucem  ibi  poeitam,  in  qua  erat  ymago  Ihesn  Christi  fonnata  et  anper  mdi 
minxit  ae  ipeam  pedibae  conculoavit  et  eam  per  terram  eom  qnadara  «ot' 
dnia,  com  qua  erat  ligata,  per  tres  paasns  traxit  in  vitnperinm  Ibesn  Christi. 

luteiTogatua,  si  tempore  dicte  aae  receptienia  aliquie  oatna  ibidem 
appamit,  dizit,  qnod  sie,  qnidun  eatna  bmnna,  cui  i'pse  revereotiain  flaiia 
l):eDibna  ezbibnit  et  ipauin  adoravit,  et  ab  eo  petiit,  qnod  ipanm  iararet  •< 
valeret  eidem,  et  niehilominuB  ipanm  catum  osculatna  fuit  in  ano  ad  mu- 
datnm  nia^i  preceptoris  predicti.  De  aliis  antem  fratribns,  qui  recipieban- 
tiir  in  ordine  ipso,  dixit,  qnod  credit,  quod  communiter  et  nbiqne  reeipercB- 
tar  eo  modo,  qno  ipse  fuit  reoeptue,  et  ea  facereat,  qoe  ipae  fedt. 

De  biis  antem  postmodum  doluit  et  penitnit  et  fait  confeaaua  cnidav 
fratri  capellano  dicti  ordinis,  qui  ipsum  de  hiia  non  abeolvjt  nee  penitentiani 
«liqnam  aibi  dedit  Postea  vero  non  Aiit  de  premiaaia  alicai  confeaana,  qnii 
hoc  facere  non  fuit  ansna. 

Subsequenter  petiit  beneflcinn  absolntionis  etc. 
Snper  eiadem  XI  articnlia. 
Die  X2y  Aprilis. 

LXVU  tostis.  Frater  lordanus  de  Faloono  de  Valriaco,  V'aaion»ni* 
diocesis,  aerviens  dicti  ordinia,  iuratnii  ut  proximna.  interrogatns  super  i» 
dem  XI  articülia  soa  spontaaea  voluntate.  nnlla  coactiane  precedente  dixil, 
qnod,  cum  ipee  fuit  receptus  per  qaondsm  fratrem  RiperUun  de  Podio  tnac 
niagDum  precept«rem  Prorincie,  locum  tenentem  in  eeclesia  domus  Tani|>li 
de  LuDB  Diensia  dioceaia,   XVIII  anni  sunt  vel  circa,   pToeentiboa  fratriboa 

■|  Pro4^  des  T.  LI,  374  in  cemitatu  de  Venioio. 

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Nr.  1S6,    (1308?  1810?)  April  bis  Juni.  345 

circa  nmnenim  VI,  qaorani  nomiDa  dixit  se  ignorar«,  kd  mBodatam  dicti 
preceptoris  dicentia  aibi,  qaod  Iheaua  CbriBtoa  Don  fuerit  vemB  Deiu  B«e 
pro  Balnte  hmnsni  generis  cnicifixn«,  aed  faurst  qnidam  faUas  propbeta,  qui 
cmcifixoa  faerat  pro  auia  Keleribus.  qaodque  non  debebst  habere  spem  aal- 
vationis  habende  per  eum  oec  in  ipaum  credera,  abnegavit  Dsnm  Iheauin 
Chrietmu,  beatam  Tic^inem  eins  matrem,  omDeaeimctoaetaauctaaDeieteoruin 
Opera.  Deinde  epuit  et  minxit  aaper  cnicem,  que  erat  ibi  ante  altare  in 
terra  pomta,  in  qna  erat  ymago  Ihesn  Chrieti  depicta,  et  eam  pedibna  coa- 
calcavit  et  p«r  temun  cnm  qnadam  cordnia  ligatam  per  llt  vel  lll[  poaaus 
traxit,  et  aoper  eain  naUe  poaait  aedendo  super  eam  in  Titnperiam  Iheaa 
Christi.  Dixit  etiam,  qnod  alii  Iratres  ibidem  preaentea  aupar  ipram  erucem 
apneniiit  et  minxeront,  ut  sibi  osteoderent,  qualiter  ipee  hoc  facere  habebat. 

Intam^atna,  ai,  ex  quo  Ifaeaum  Christam  abnegavit,  aibi  dictam  fait, 
in  qnem  credere  debebat,  dixit,  qood  sie,  videlicet  in  qnoddam  ydolam  ai've 
Caput,  qnod  erat  ibi  in  qaadam  feaeatra  quodqae  hahrbat  doss  facies,  qood 
ipanm  aalvare  poterat,  et  tnno  ad  maDdatum  dicti  preceptoris  eidein  ydolo 
aive  capiti  ae  inclinavit  et  flexie  genibaa  re*»reittiain  aibi  focit  ac  ipaum 
adorsrit. 

Interrogatns,  ei  aliqnia  catus  in  dicta  saa  receptione  apparait,  dixit, 
quod  aic,  quidsm  catns  oiger,  qni  ee  posuit  iuxta  ydolum  predictam,  cai 
revereotiam  fecit,  et  ipaum  flexia  genibue  adoravit  et  nicbilominaB  ad  mau- 
datam    dicti    preeeptorta    predicts  äeri  facientis  ipaum  catum  osculatua  fuit 

De  aliie  anlera  fratribue,  qni  recipiebantur  in  ordine  ipao,  dixit,  quod 
credit,  qnod  commnniter  et  obique  reciperentur  eo  modo,  quo  ipee  fuit  re- 
ceptna,  et  faceront  ea,  que  ipae  fecit,  et  aic  vidit  fratreni  Olivarium,  qui 
est  csptus  hie  in  Castro,  recipi  apud  Basyaiiun  per  fratiem  Bamurdam  de 
Rocca ')  magnum  preceptorem  nunc  Previncie. 

äubaeqnenter  petiit  beneBcium  absotutienis  etc. 
Saper  eiadem  XI  articulia. 
Die  XXV  Aprilia. 

LXVUI  teatis.  Frator  Oliuariua  de  Viraoo,  dioceais  Vivarienais,  aer- 
ri«iM  dicti  ordinia  inratoa  nt  proxirnns,  interrogatua  super  eisdem  XI  arti- 
culia sna  spontanea  volontat«,  nuUa  coactiene  precedente,  dixit,  quod  ipae 
fuit  receptna  per  fratrem  Bemardum  de  Rocha  nunc  magnum  Provincie 
preceptorem  in  eecleaia  domua  Templi  de  Roajrsio,  V  anni  erunt  in  feste 
aaacti  Michaelis  pruzime  ventnro  vel  circa,  preeentibna  fratribns  Quillelmo 
de  Bocha  milite,  lauaersndo  de  Pluiaolie  et  pluribua  sliis,  de  quorum  nomi- 
niboB  dixit  se  non  recordari,  et  tunc  tradito  aibi  mantello  dictua  preceptor 
preeepit  eidem,  qood  ipae  abnegaret  Ihesnm  Christum  et  bentiun  virginem 
eina  matrem  et  omnes  sanctos  et  sanctas  Dei  et  eomm  facta  et  opera,  et 
quod  spueret  ao  mingeret  super  erucem  ibi  in  terra  poaitam,  in  qua  erat 
ymago  Ibean  Cfariati,  et  qnod  eam  pedibus  concalcaret,  ac  per  terram  tra- 
beret,  et  alias  vitnperaret  eandem,  dicene  idem  preceptor,  qnod  Ibeaus  Chri- 

')  Procee  dea  T.  U,  159. 

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S46  Templarprozesse. 

atns  non  fuerat  veras  Deue,  nee  ille,  qni  etiam  dic«b«tar  cnidfixns  pro  n 
denptioDe  hnmsni  generis,  nee  in  eum  debebnt  credere  sed  in  qnoddtin 
ydoinm  aive  i-&pat,  qaod  erat  ibi  preaencioliter  in  qnadBin  feneBtra  et  ba- 
bebat  tantom  unam  faciem,  ut  aibi  videtnr,  et  per  illnd  ydolmn  deMut 
saivsri,  ut  idem  preceptor  aibi  dicebat.  Cnm  antein  idera  frator  OliouiBi 
esset  de  liiis  multoiD  perterritua  ut  stupefactua  tandeni,  quia  aibi  dieton 
fnit,  quod  ipBuni  predicta  faiere  oportebat,  abnegavit  Iheanm  Christnm,  bei 
t«ni  virginem  nius  metrem  et  omnea  sanctoa  et  sanctas  Dei  et  eorum  bcU 
et  upern.  Deinde  apuit  et  niiaxit  saper  craceoi  et  eam  cam  pede  impcfnt 
et  postmodiim  eam  per  terram  trazit  aliqaantuluni  et  aÜam  ae  assctant 
super  eam. 

Interrogatna,  si  predicto  ydolo  sive  capiti  reverentiam  ezhiboit  nl 
ipeam  adoravit  diiit  qaod  eidem  se  inclinavit  et  Bertis  geoibn«  raverMtiim 
exhibnit  nd  maadatnm  preceptoria  predictj,  aed  ipsum  alias  non  adorafiL 

Interrogatus  si  aliquis  catna  diete  sna  receptionia  tempore  appaniit, 
djxit,  qnod  sie,  onna,  qni  stabat  inita  predictum  ydolam  sive  cspat  et  Uli 
cato  nnllam  reverentiam  exhibnit  nee  eum  adoravit,  eed  tantnm  snndeiii 
oacnlatoB  fait  in  ano  ad  mandatum  preceptoris  predicti. 

De  aliis  antem  fratribua,  qni  recipiabantnr  in  dicto  ordino,  credit,  qnod 
reciperentur  commaniter  et  ubiqae  eo  modo,  quo  ipse  fuit  reoeptoa,  et  ipu 
UDum  ridit  recipi  per  eundem  niodum,  quem  anpra  expreasit.  Credit  jwnper, 
qnod  atiam  deteriua  Caceient  fieri  maiores  ordioia,  qni  frstros  reeipiebul. 
ab  aliqnibua  fratribua  in  receptionibua  eornndem,  et  non  omaiboa  omnia  ce- 
velabant. 

Suleequenter  petiit  benaflcium  abaolutionia  etc. 
Super  eisdem  XI  articalis. 
Die  XXVn  Aprilia. 

LXIX  teatia.  Frater  Roatagnus  Carini  de  Bojsano,  diocMis  Tuia- 
nensta.  dicti  ordinis  serviens,  inratus  ut  prosimue,  interrogatna  aaper  dictis 
51  articulie  eua  spontanea  voluntate,  naila  coactione  precedente,  dixit  qaid 
ipse  fait  reoeptus  per  qDondam  fratrem  Ripertam  du  Podie  prec«pfaH«ni  do- 
nius  Templi  de  sanoto  Egidio,  tnnc  magni  preceptoria  Proviade  loemn  te- 
nentem,  in  ecotesia  domns  Templi  de  Roafs.  XTH  anni  sunt  vel  circa,  pe- 
aentibuB  fratribas  Petm  Duilla ')  capellano,  Raymonde  Haliaangnuis  milit«. 
lacobo  UoDifHcii  et  plaribua  aliia,  et  tnnc  ipse  ad  oiandatum  dieti  precep- 
toris  dicentia  aibi,  quod  lliesus  Christna  non  fnorat  verua  Dens  nee  croci- 
üxus  pro  redemptione  humani  geneiis,  eed  fuerat  qaidam  faisns  propbeU. 
qni  ultra  mare  pro  auja  aceleribus  fuerat  crucifixus,  qaodque  non  debehat 
habere  epem  salvationis  habende  per  ipaum  nee  in  eum  credere,  abnegaTÜ 
ore  noD  corde.  ul  dixit,  Daum  Iheanm  Christum,  beatam  virginem  eiu 
matrem,  omnaa  laanctos  et]  asnctaa  Dei  et  opera  eoram,  ac  epnit  saper  cm- 
cem  ibi  in  terra  positam,  in  qua  erat  ymag[o]  Iheeu  Christi  depicta,  et  fie- 
xit  ae  mingere  super  eam,   quod   non   fecit  eed  tust»  et  cum  pede  esm  im- 

'}  Vielleicht  eher  Drulla.  Vgl.  Mänard,  Bist,  de  Niames,  preoree  ^: 
Stepbanns  de  Dmlla  cleriona. 


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Nr.  156.    (1808?  1810?)  April  bis  Juni.  347 

pegit  et  cum  maaa  par  terram  aliqaantulum  tr&xit  in  vituperinm  Ihesu 
Christi  et  ipsioa  emcis  nd  predicti  precsptoris  mandaturn,  licet  invitus, 
ijnia,  cnni  esaet  clausa  ecclesia  et  ipse  esset  cum  dicto  pt«CBptore  et  alüe 
fratribos  ibi  prsdentibos  et  diceutibus,  quod  ipaum  predicta  neceseario  facere 
aportebet,  timena  hec  fecit,  et  inde  multum  doluit  et  etiam  in  ecciesia  ipsa 
flevit,  et  in  crastinnm  de  premisais  fuit  confessus  predicta  fratri  Petro  de 
DroQa,  qni  interfaerat  in  predictis,  qui  dixit  eident,  quod  itA  erat  in  ordine 
ipao  fiari  consoetuiu,  et  ipsnm  de  illis  poterat  abnolvi  auctoritate  apoatolica 
per  privilegia  eiusdem  ordinis,  ut  dicebat,  jpenniqne  absotvit  el  peoitentiam 
aibi  dedit,  et  eam  peregit,  nt  dixit,  eiqne  dixit,  quod  de  cetero  de  premissin 
nee  dolore  nee  triatari  debebat,  qnia  ab  otnnibus  virtua  confessionis  pnrga- 
rerat  ipaom.  Deinde  oateusUDi  fuit  elduni  quaddam  jdalain  aive  caput,  quod 
erat  ibi  in  qnadam  fenestra,  et  babebat  nnam  faciem  tantum,  ut  sibi  vjdc- 
tur,  iozta  qood  ydolum  aive  caput  erat  quidem  eatus  uifcer,  cni  qnidem 
jdolo  sive  cspitj  remoto  caputio,  mandante  dicto  preceptore  reverentiam 
fecit,  et  nicfailomiDus  dictam  catum  osculatus  tuit  in  anu,  et  dictae  precep- 
tor  aimili  modo  oaculatua  fuerat  dictum  catnm,  antoquain  ipae  frater  Rostag- 
nns  oscutatns  fniaset  eundem,  ut  aibi  oeteuderet,  qualiter  ipse  hoc  facere 
deberet.  De  aliift  vero  Irstribus,  qui  recipiehantur  in  ordine  ipso  dixit,  quod 
credit,  qnod  commmtiter  et  ubique  reciperentur  eo  modo,  quo  ipse  fuit  re- 
ceptna,  et  quod  facfirent  ea,  que  ipse  in  aua  receptione  fecit 

SnbaaquenteT  petiit  absolutionia  beneficiuro  etc. 
Super  eisdeoi  XI  articulia. 
Die  XXVIII  Aprilia. 

LXX  testis.  Frater  Raymundus  Uelisiarii  miles,  preceptor  domus 
Tempil  de  Roayeio,  iuratas  ut  prosimns,  iuterrogatus  auper  eiadem  XI  ar- 
ticnÜB  sua  apontanea  voluntate,  nulla  coaetione  precedpnte,  dixit,  quod  ipse 
fuit  receptuB  per  quondam  fratrem  Ronsolinnm  de  Fossis ')  megnum  Pro- 
vincie  preceptorem  in  quadam  domo  Tempil  eancti  Egidii,  in  qua  oapitulnm 
tenebatnr,  XLIT  anni  sunt  vel  circa,  preeentibuB  fratre  Alberto  Blacatii ') 
nunc  preceptore  domorum  Tempil  eancti  Usuricii  et  de  Aquie  et  pturibus 
fratribos  aliis,  qui  snnt  mortui,  et  tunc  ad  mandatnm  dicti  magni  precep- 
toria  diceatie.  qnod  Ihesus  Christus  neu  fuerat  Tems  Deus  nee  pro  salute 
hnmani  generia  crucifixus,  aed  fuerat  quidam  falsus  prophetu,  qui  pro  auis 
sceleribus  fuerat  craoifixua,  quodqne  apeni  salvationis  hallende  per  enm  non 
dsbebat  habere,  cum  ipanm  salvare  non  posaet,  nee  in  eum  credere  sed  in 
qnoddam  ydolum  aive  capnt,  quod  erat  ibi  in  quadam  fencetra,  unam  faciem 
habens,  quod  ipsum  salvare  poterat,  et  illud  adorare  debebat,  abnegavit  ore, 
non  corde,  ut  dicit,  dominum  Iheenm  Christum,  beatam  virginem  eins  ma- 
trem,  aaoctoa  et  aanctas  Bei  et  opera  eonindem.  Et  preterea  minxit  iuxta 
crucem  ibi  in  terra  positam,  in  qua  erat  ^mago  Ihesg  Chriati  formata.  Non 
cnim   voluit  spoere  super  eam,   qnamquam   hoc  sibi  preceptnm  fuisset,   et 

')  Vgl.  Hänard,  Hiat.  de  Nismes.  preuvea  192  u.  5. 
*)  Albertus    Blacas,     locnm    tenena    magistri    in    Prouineia.      Scbott- 
mftller  U,  31. 


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S46  TemplarproMBae. 

poatmoilum  trazit  eam  per  terram  fere  per  dnos  psssDB  ac  enm  retraxit  et 
ad  lucani,  in  quo  erat  prime,  trahsndo  rednsit  et  finxit,  qaod  sederet  saper 
eua  cum  buk  roabs,  sed  oon  feoit.  Et  b«c  feoit  in  vituperium  Iheau  Chriati 
et  cnicis, 

InteiTogatas  de  predicto  ydolo  aive  capite,  quotnodo  vocabatar,  dixit, 
quod  nescit,  nee  hoc  fiiit  aibi  dictam. 

InteiTDgatus,  ei  eo  tempore,  cam  ipee  fuit  reeeptus,  aliquis  catos  ibi- 
dem «pparuit,  diijt,  quod  sie.  qaidam  niger  etans  m:itA  ydolum  sive  c*pnt 
predictum.  qutbue  capiti  aive  ydolo  atque  cato  nd  tnandatum  magui  pre- 
ceptorja  predicti  revereDtiem  ezhibiiit  st  ei  aupplicavit.  Deinde  ipenin  r«' 
tain  oacuUtos  fuit  in  sno. 

Interrogatns,  si  vidit,  unde  catus  predictns  Tenit,  dixit,  qnod  doo,  sed 
credit,  qaad  ei  parte  diaboli  venerit  et  quod  diabolus  mset.  Predictittqne 
pemetis  dieparuit  nee  ullo  tempere  postraodum  eum  vidit  De  alija  antem 
fratribne,  qni  recipiebantur  in  ordioe  ipee  dixit,  quod  recipiebantnr  conuntt- 
oiter  et  nbiqne  eo  modo,  quo  ipse  ftiit  receptua,  et  facerent  ea,  qne  i{iae 
fecit,  et  ipee  vidit  hoc  de  plnribue,  quoa  diversia  temporibaa  vidit  recipi  in 
ordine  eupradicto.  De  hüs  antem,  que  fecerst  dolens  et  penitens,  nt  asse- 
ruit,  fuit  iitfra  bidnum  vel  triduum  cnidam  fratri  capellano  dicti  ordinis  con- 
fesaae  et  penitentiam  inde  recepit.  Fuit  etiam  pluribuB  vicibna  capellanis 
dicti  ordinis  de  predictis  cenfeesus.  'Nunqnam  tainen  boe  volnit  confiteii 
alicni  capellano,  qni  nen  eseet  de  ordine  ipso. 

Sabaequenter  petiit  beneficium  absolutionis  etc. 
Super  eiadem  XI  articulia. 
Die  XXVHn  ApriUa. 

LXXl  testis.  Frster  Gnillelmaa  Hngnoloni  miles,  preceptor  donius 
Tempil  de  Richarenchis.  inriitus  ut  proximus,  interrogatua  super  eisdem  XI 
articulia  ana  spontanen  volontate,  nulia  cosctione  precedente  dixit,  quod  ipse 
fuit  receptus  per  quondam  frstrem  Ronsolianm  de  t'ossia  magnum  Proviiicie 
preceptorem  in  quadam  camera  domus  Templi  de  Auinione,  XXXTH  nm 
Bunt  vel  circa,  presentibos  fratribus  GnÜlelmo  de  TbolosA  cspellaii«  et  Petn 
Girandi  milite  et  Uli  fratribne  aliia,  qni  omaea  Bunt  mortui,  nt  dieit,  et 
tnnc,  qaaedo  fuit  receptaa,  supervenit  incoDtieenti  dux  Brabantie  ad  do- 
mum.  ubi  erat  dictns  preceptor,  cui  idem  magnue  preceptor  exiens  obriun 
non  mendavit  aliud  fieri  per  predictum  fratrem  Gaillelmam  Hngnoloni  eed 
ipaum  in  crastienm  mieit  cum  aoia  litteria  ad  preceptorem  domus  Templi 
Ricfaarencorum  et  mandavit  eidem,  quod,  cum  idem  frster  Guillelmiu  non 
feciaset  es,  qne  debebat  faeere,  quoil  ipse  fsceret  enm  üeri,  et  tnnc  dictns 
preceptor  Ricbareocorom  iuxta  mandatam  a  dicto  magna  preceptore  siIm 
factum,  eundem  fratrem  Gnillelronm  et  alios  fratres,  qni  erant  in  dicts 
domo,  ad  ecclesiam  eiusdem  domas  Tocavit  et  ibidem  ipsi  fratri  Guilleraio 
precepiti  quod  abnegaret  Ihesum  Christnm,  eins  matrem  et  opera  eorandem, 
et  spueret  super  crucem  ibi  in  terra  poaitani  ao  tnheret  per  terram  eMt- 
dem,  dicena  idem  preceptor,  quod  Ibesos  Chiistns,  cnins  jmago  erat  in 
dieta  cnoe  depiots,  non  foerat  verUB  Dens,  sed  fnerat  qnidam  fabns  pro^eta, 
qui  non   pro  redemptione  bumani  generia,   aed  pro  anis  sceleribna  fnetat 


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Nr.  156.    (IS08?  1810?)  April  bis  Jodi.  349 

cracifixtM,  quodque  non  debebat  babere  Bpem  ulvationia  habende  per  ipsam 
n#c  in  eum  credere.  Cnm  antem  idem  fratsr  Gnilislmus  Hngoloni  predicta 
fac«re  recnuret,  dictos  preeeptor  Riebareocorum  dixit  eidem,  qaod  necesiario 
predicta  ipsuni  facere  oportebat,  quod  niai  faceret,  infortuniam  veniiet 
eidem.  et  baue  ipae  biis  peiterritna  abnegavit  invitiia  et  dolens  et  ore.  non 
rorde,  nt  dicit,  Ibesnm  Cbristnm  et  beatam  virginem  eine  matrem,  ae  ipao- 
rum  opeta  et  spuit  super  ipsam  orucem  et  traxit  earo  aliquantulum  per 
t«rr>in]  et  poBtmodnm  ad  locum  auum  trahendo  reduxit.  Et  hec  tiebant  in 
vituperinm  Ihesu  Cbristi  et  ipsins  craeis.  Interrogatas,  si  tunc  dictam  fnit 
eidem,  in  qoem  crederet  et  per  qnem  aalvari  deberet,  dixit,  qnod  sie,  in 
quoddam  jdolum  sive  capud.  quod  prat  in  «cclesia  predicta  in  quadam 
frnastrn.  Cui  qnidem  ydolo  sivt)  capiti  ad  mandiitum  dicti  preceptoria 
»Hpplieavit  el  »e  incünavit  eidem,  Ipae  tarnen,  ut  dizit,  nanquam  fidem 
liabnit  in  ipsum  ydolarn  sive  eapat  nee  cre<lidit  in  ipsuin.  Interrogstiis. 
»i  aliqnis  catus  appamit  tunc,  quando  ipee  fecit  predicta,  dixit,  quod  sie, 
qnidam  bmnoe,  qui  erat  ibi  aubtns  ydolnm,  quem  non  adoravit,  ut  dicit,  nee 
rcverentiam  aliquam  aibi  fecit  nee  ipsiim  extitit  osrulatua.  De  sliia  autem 
rratribns.  qni  recipiebantur  in  ordine  ipso,  dixit,  quüd  credit,  quod  cominu- 
nit^r  et  ubique  reciperentur  .eo.mod».  quo  ipae  fuit  receptus,  et  fecerunt  ea, 
que  ipse  fecit,  et  ipse  vidit  duos  recipi  per  quondam  Fratrem  Guignonem 
Ademarii,  qui  similia  fecerunt,  dnpbas  etiam,  quoa  ipae  recepit,  endem 
tieri  fecit. 

Sabseqnenter  petiit  b«neficiuin  absolatioDis  etc. 
Snper  eiadem  XI  articulis, 
Die  ultimo  Aprilis. 
LXXII  t«sti8.  Frater  Petrus  Scgron  de  Valriaco.  Vaaionenaia  dioceaia. 
nerriens  dicti  ordiniü,  turatus  ut  proximus,  interrogatus  auper  dictis  XI  arti- 
culis Bua  apontanea  voluntate,  nnlla  caactiene  precedente  dixit,  quod  ipae 
fuit  receptus  per  quondam  fratrem  Ouignonem  Ademarii  magnam  Provincie 
preceptorem  in  encleaia  doinua  Tsmpli  de  Koaysia.  VIII  anni  aunt  vel  circa, 
preoentibna  frab'ibua  Guillelmo  Uuguoloni  preceptore  Richarenchorum,  lor- 
ditno  de  Falcone  et  sliquibus  aliis,  de  qnibns  non  recordatur,  et  tone  ad 
mAudatum  dicti  preceptoria  dicentis,  qnod  Ihesue  Christus  non  fuerat  venia 
Dens  nee  Dei  filiua  nee  pro  aalute  humani  generia  crucifiins,  aed  fiierat 
quidam  falaua  pnipheta,  qui  fuerat  nltra  mare  pro  suis  sceleribus  cmcifixus, 
quodque  non  debebat  habere  spera  salvationis  habende  per  ipsum  nee  in 
[ipsum]  credere  s«d  in  patrem  omnipotentem  et  in  quoddam  ydolum  aive 
cAput,  quod,  nt  sibi  vldetnr,  diias  vel  trea  faciea  habebat,  et  ipsum  adorare 
debebat,  abnegavit  Dennt  Ihesam  Christum  et  beatani  virginem  ejus  ma- 
trem,  deinde  spait  inxta  rrucem  ibi  in  terra  positam,  in  qua  erat  ymsgo 
IhesD  Christi  depicta.  Non  enim  voluit  apuere  super  eam,  quamquam  hoc 
per  dictum  magnum  preceptorem  preceptum  fniaset  eidein.  Postmodum  au- 
tem manu  eam  accipiena  traxit  eam  per  terram  per  duos  vel  tres  paasus, 
aed  noD  miiixit  aaper  eam  neo  ipsam  pedibas  conculcavit.  Et  predicta  fecit 
ad  mandatum  dicti  preceptoria  in  vituperium  Ihaau  Christi.  Dixit  etiam, 
quod   tunc  dictus  preeeptor  anper  eandem  crucem  spuit,  ut  sibi  ostenderet, 


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850  TemplerprozesM. 

quttliter  hoc  fscere  baberet.  Interrogstua  si  dict«  roceptioais  siie  tompon 
aliqais  catus  ibidem  apparuit,  dixit,  quod  sie,  quidam  niger,  qai  erat  iaiti 
dictum  ydalum,  et  circnibat  illud.  Inteirogatas,  ei  jdolum  vel  capnt  pn- 
dictam  vel  dictum  catam  adoravit  vel  reverentiam  eisdom  exhtbuerit.  dixü 
quod  predicto  ydolo  aive  capjti  remoto  birreto  Be  jnclinavit  et  ei  grau 
flexit.  C&tain  vero  noD  adoravit  nee  reverentiam  eibi  fecit.  Interragafa» 
de  predicto  cato.  quid  erat  val  unde  venerat,  dixit,  quod  nescit,  ate  nin- 
qnan  postmodam  ipeain  vidit.  Interrogatua  de  illo  fdolo.  si  postes  ipsnm 
vidit.  dixit,  quod  DUnquam  poatea  ipsam  vidit  nee  seit,  qais  ipenn  OuUi- 
diebftt  vel  quid  fnctam  fuerit  de  eodem.  De  alÜB  vero  fratribtu.  qni  n- 
cipibbflntar  in  eodem  ordine,  dixit,  qnod  credit,  quod  coramonit^r  et  abiqi» 
reciperentUT  eo  modo,   quo  ipsp  fnit  receptua,  et  facereot  ea,  qne  ipse  Wit. 

Snbseqaenter  petiit,  beneöcium  abgolutioDis  et«. 
Super  eisdem  SI  arb'cuÜB. 
Die  primo  mensie  Maii  Miiii  predioti. 

LXXIII  tastie.  I'nter  Huguo  Gajaennoa  de  Cresto,  Vaeioaensis  dio- 
cesis,  scrvienB  dicti  ordinis,  iuratUB  ut  proximas  eoqun,  cum  ttosden  >rti- 
ca)os  pro  mniori  parte  negasset.  questionibus  eappoeito  et  babito  post  iUas 
congruo  intervallo,  interrogatns  snper  eisdem  XI  artieulis,  dixit,  qnod  ipsr 
fuit  rer«ptus  per  quODdam  fratiem  Hn^onem  de  Hont«n>tundo  tnne  pre- 
ceptorem  dnmiis  Tempil  de  Borleta  in  ecciesia  dicte  domus.  XVI  anni  sunt 
vel  circ&g  preaentibus  fratribua  Petro  Hnrteysut,  Est«rto  de  Cftpella  et  pln- 
ribus  aliis,  et  tunc  mantello  aibi  tradit«  per  preceptorem  predichim  Idem 
preceptor  precepit  eidem,  quod  ipse  tbnegaret  dominam  Ihesum  Chriebim,  eiuB 
matrem  et  sanctos  et  aaactas  Doi  et  opera  eorundem,  diceiie  dictns  pre- 
ceptor, quod  Iheaua  Chriatua  non  faerat  vems  Deus  nee  Dei  filins  d«c 
passuB  aea  cmcifixna  pro  redemptioae  humani  generie.  sed  faerat  qnidsRt 
faUua  proplieta,  qui  fuerat  cmcifixna  pro  aula  sceleriboa  ultra  mare,  qnod- 
que  non  debebat  habere  ^em  ealvntiunie  per  ipanm  habeads,  com  eun 
anivare  non  poaeet,  nee  etiam  in  ernn  credere  Hed  in  qaoddam  ydolom  sivc 
capnt,  qnod  erat  ibidem  et  IIU  facies  habebat,  et  illnd  adorare  deb?b*L 
Precepit  etiam  sibi,  quod  spueret  et  miageret  soper  erucem  ibi  in  lam 
poaitam  et  eam  per  terram  traheret  ac  super  eam  ae  asaetaret  ia  vitnperiaix 
Ihesu  Chriati  et  ipsiua  crncis.  Cum  aat«m  idem  frater  Huguo  omnino  pre- 
dicta  Tacere  resncaret,  tunc  fuit  n  fratribua  ibi  preaentibuB  crudelit«r  verbr- 
ratuB,  its  quod  de  ipsia  verberibns  per  XV  diea  et  ampÜDS  sibi  senait.  Tnoc 
vero  hÜH  perterritus  coactna  et  invitua,  ore  non  corde  abnegavit  Deoin 
Iheanm  Chriatum,  heatani  virginem  eine  matrem,  sanctoa  et  sanctaB  Dei  et 
opera  eorundem,  et  auper  dictam  crucem  apnit  et  minxit  et  eüam  aliquin- 
tulum  per  terram  trazit  et  auper  eam  com  tota  ranba  aaa  ae  aaaetavit  in 
vituperium  JlieBu  Cbriati  et  ipsiuB  crucia,  dictoque  jdolo  birreto  amoto  m 
inclinavit  et  flexis  genibus  reverentiam  aibi  fecit  et  ab  eo  petiit,  ot  bona 
aibi  faceret.  Interrogatos,  si  nliquem  catam  vidit  ibidem,  dixit,  qnod 
flic,  unum,  qui  erat  ioxta  y dolum  predictnm,  cui  ad  mandatnm  dicti  pi»- 
ceptoria  reverentiam  exhibuit  et  ipsum  fnit  oaculatus  in  ano.  Intenop- 
tns  ai   BCit,   unde  dictna  catue  venerat,    vel  quo  ivit  aut  quid  erat,  diiit. 


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Nr.  156.     (1808?  1810T)  April  bis  Jnni.  351 

qaod  neacit,  node  vene»t,   ttat  qao  ivit.  credit  tarnen,  qaod  esset  dikbolus 
in  speeie  cnti. 

InteiTogatas,  si  sue  receptionis  tempore  npparuerunt  ibi  alique  mu- 
licres,  dixit,  qaod  sie.  Interrogatus,  »\  ipse  vel  aliqui  ex  fratribna  pec«n- 
vemnt  eam  illis,  dixit,  quod  non,  qaod  ipse  viderit. 

Int^Togatus,  si  credit,  quod  iilo  niuiieres  essenl  vere  mulipres.  dixit, 
quod  Don,  sed  credit,  qnod  esaunt  dinboli  in  npecie  eamm,  cum,  si  easent 
vere  malieres,  mii  putuisMot  intrare  loeum,  in  quo  ipae  et  alii  fratres  arant, 
cnm  isnne  eaaent  niDltam  bene  firm»te.  De  alijs  autem  fratribus,  qni  re- 
cipiebantur  in  ordine  ipao  credit,  qaod  reciperentnr  ee  modo,  quo  ipae  fuit 
receptua,  et  qnod  fncerent  en,  qne  ipae  fecit,  et  Ipse  vidit  V  rccipi  almili 
modo  et  ea  per  eos  fierl.  qde  ipse  fecit. 

SiibsequflDter  petiit  beneficium  abaolationis  etc. 
Super  eiadem  XI  srlicnlis. 
Die  ultima  Aprilia.  ■) 

LXXIlll  testis.  Prnter  Huguo  FjauBeril  de  Montesecaro.  dioceaia 
Trienatrenais.  aerviens  dicti  ordinia  iuratua  nt  proximus.  interrugatus  super 
XI  articulis  sua  aponte,  nulTn  coactione  preredente,  dixjt,  quod  ipse  fuit  re- 
ceptua per  quondam  fratrem  Raymnndum  Chambarati  tnnc  preceptorem 
domna  Tempil  RicharencUonim  in  eccleaia  domus  eiusdem  XXXVI  anni  sunt 
vel  circa  presentibna  fratribns  plaribus  qui  omoes  aant  mortui,  et  tnnc 
dictae  preceptor  precepit  eidem,  quod  abnegaret  Denm  Ibesum  Christum 
et  eiuB  matrem,  et  aanctos  et  snnctas  Dei  et  opern  eorundem.  dicens  idem 
preceptor,  qnod  Iheaus  Christus  non  fuerat  venu  Deus  nee  Dei  filius  nee 
pro  Saint«  humani  generis  cnicilixus,  sed  fuernt  quldam  falaua  propheta.  qai 
eracifixus  faerat  pro  suis  sceleribus  ultra  mare,  quodquc  non  debebat  habere 
spem  salvBtionii4  habende  per  ipaum  nee  in  cum  credere,  sed  In  quoddam 
ydoluin  slve  Caput,  trea,  ut  elbi  vldetur,  vel  qaatuor  faclea  hahens,  quod 
erat  ibI  pres^ns.  Precepit  etiam  aibi,  qood  spaerct  auper  cmcem  aibi  ibi  a 
dicto  preceptore  oatensam  et  miogeret  super  eam  et  per  terram  traheret  ac 
pedibus  conculcaret  in  vituperium  Ibesu  Christi  et  ipsius  cmcis.  Cum  aut«m 
idem  frater  HagDo  hec  fpcere  recnaaret.  fratree  Ibi  presentes  Ipaum  trahe- 
baut  ad  pnrtem  et  eum  inducebant  modls  omnibua,  qnlbns  poterant,  nt  pre- 
dieta  faceret,  minaaqoe  intnlerunt  pidem,  quod  nisi  predicta  faceret.  Ipsum 
verberarent  et  In  carcarem  ponerent.  Rt  tunc  idem  frater  Huguo  hila  per- 
territua,  et  quin  dicti  fratres  dicebant  sibi,  quod  ipsum  predicta  facere 
opcrtebat,  abnegavit  dominum  Iheaum  Christum  et  beatam  virginem  eins 
matrem  omnesqiie  aanctos  et  sanctas  Dei.  sc  eonim  opera.  Deinde  spult 
ac  mlnxit  super  cruceui  ipaam  sc  postmodnm  per  mnuabrium  ipsins  lllam 
accIpienM  eam  aliquantulum  per  teiram  traxit  et  etiam  cum  pede  impegit 
et  percaesit  eandem  ac  cum  totu  sua  rauba  se  aaaetavit  super  eam  in  vitu- 
perinm  Iheau  Christi  et  crucis. 


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S62  Templ«rproiMM. 

InteiTogataa  si  predioto  ydolo  uv»  capiti  revenDtiitm  fecjt  vri  ipnmi 
adoravit,  dixit  quod  amoto  birreta  se  iDcliDSvit  et  aopplieavit  eidem.  Aliw 
ipiam  »an  sdomvit. 

lutorrogatus,  si  dicte  ene  receptionie  tempore  nliquis  catm  appiniit. 
dixit,  quod  aic,  qnidam  albus,  cni  uulUm  aliam  reverentiani  exbibait,  wd 
ipaum  ad  maudatna)  dicti  preceptoris  osculataa  fuH  in  aao,  et  neaeit  inler- 
rogatua,  uade  venarjt  vel  quo  iverit,  nee  die  ipaa  postnodDin  vidit  eam,  aed 
alias  b«ne  vidit  et  .  .  .  ai  fratres  present«»  epnernut  auper  crncaB  val  alia 
fecflrnnt  ipsi  cruri,  .  .  .  qne  ipse  fecit,  [dijxit,  quod  non,  sed  [idj)qui  aoraie 
bene  oateudebaut  aibi,  qualiter  predicta  facere  deberet.  De  aliia  vero  fn- 
triboB.  qui  reoipiebantur  in  ordine  ipao,  dixit.  quod  credit,  quod  TKipereDlor 
eo  modo,  quo  ipae  fuit  receptua,  et  facerent,  qne  ipse  fecit,  et  vidit,  quod 
hü,  qai  in  eiua  preaeutia  reoepti  faerunt,  modo  predicto  fuerant  reeepti,  quo 
ipse  Tuit  receptua  et  feceniut,  que  ipse  fecit. 

Siibsequenter  petiit  beneficinm  abBolutionia  etc. 
Snper  eiadem  XI  articulia. 
Die  IUI  Hau. 

fiXXV  teatis.  Frater  Qaufridns  de  Patraviridi  milea  dicti  ordiaii. 
preceptor  dorons  Tempil  de  ßna,  Foroinliensia  dioceaie,  iuratns  nt  proiinns 
et  interrogatua  auper  dictia  XI  arti cutis  dixit  sua  apoutauea  voluatate,  nalla 
coactione  precedeute,  quod  ipae  fuit  receptua  per  quondnm  fratrem  Ferra]!' 
dum  AKoDcii  preceptorani  domua  Tempti  de  Caatroalbo,  Colimbrienaia  dio- 
cesia,  in  qnadani  camera  dicte  domua  in  Portngalia,  XXXIIII  anni  soat  <rel 
circa,  presentibus  V  vel  TI  fratrihua  eiusdem  ordinia,  et  tunc  ad  maodatom 
dicti  preceptoris  diceatis  aibi,  quod  Ibeaus  Cliristas  non  fnerat  venu  Deus 
nee  Dei  filina  nee  pro  rederapttoue  humaui  generia  craciftxua,  aed  quoJ 
fuerat  qnidam  falsna  propheta,  qui  pro  suis  aoeleribas  crucifiius  fuerat  oltn 
mare,  per  quam  aperare  qod  debebat  salvationem  habere  nee  in  eam  credeir 
aed  in  quoddam  jdolum,  qnod  erat  iu  domo  maiori  dieta  preceptorie.  qiK 
vocatar  Tomar,  quod  qnidem  ydolnm  paterat  eam  aalvare,  a[b]itegavit  dk 
non  corde  Deum  Iheaum  Christum,  beatam  virginem  eine  matrem,  aanctos 
et  aanctaa  Dei,  et  opera  eorundem,  dainde  spuit^iuxtii  orncem  ibi  in  tem 
poaitam,  in  qua  erat  ymago  Iheau  Christi  depicta,  et  Bliquantnlnn  per 
terram  traxit  in  vituperium  Ihsau  Christi,  non  miniit  snper  eam  uec  ipMin 
pedibuB  conculcavit.  Non  vidit  dictnm  jidolum  poetmodum  nee  aliqnod  in 
aua  receptione,  quod  recolit,  aed  disit  interrogatus,  quod  in  an«  receptionr 
vidit  catnm  apparere,  cui  nullam  reverentiam  fecit,  qnia  aibi  dietnn  non 
fuit,  aed  ipaum  oacnlatua  fiiit  in  dorao,  nee  ipaum  voluit  Mculari  in  Uh. 
quamqnam  hoc  aibi  dictnm  fniaeet 

I  nlerrogatoB,  si  vidit  umquam  aliquem  fratrem  fieri  in  dicto  ordiM, 
dixit,  quod  aic,  unnm  in  Acon  per  qnondam  fratrem  Guillelmnm  de  BsUmoco 
tone  magnum  mogiatnim  dicti  ordinia,  et  fuerunt  in  diota  receptiooe  C  fn- 
trea  militea  et  alii,  ut  aibi  videtur,  präsentes  vel  circa,  et  tnnc  ille.  qni  fuit 
receptua  ad  mandatum  dicti  magistri  fecit  abnegationea  prsdictas  et  alii. 
que  ipae  in  sua  receptione  nsaeruit  ae  feciase.  Tnnc  etiam  erat  ibi  prewas 
quoddam  ydolnm  sive  capnt,    cni  ipae  et  alii  frabvs  reverentiam  fcctebaat, 


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Nr.   ir.fl.     ;130SV   13Kt?)  April  l>is  .liini  SöÜ 

rl  ae  inrliiiiilutitt.  Dixit  otiHiii.  quinl  tuou  appuriiit  ihi  qiiidani  ciitus  .st^n» 
l'rupc  jtlalum  prpJk'tiim,  quem  utrutn  illü.  qiii  tiino  fuit  n'0(>|>ti]!<.  (»riilntuK 
fiicrit.  DOn  vidit,  4|uin  ipse  stabnt  a  remotiH. 

InterruRatua  si  lemporr  sue  roroptioniR  htiI  lumpiiru  rcceptioiii»  illiii», 
ijiii>ni  vidil  recipi  in  Acon,  npparuerunt  atique  iiiiilii>re8.  ilixil.  (iiinil  iioii  in 
receptiooe  soa.  »eä  in  receptiune  Hlterins  de  Acnn  viilit  apparrrc  iisque  ml 
VIII  mnlieree.  qiie  portiibant  niKr»^  inantHlDs  iu  rnpitllms  iuKln  morem 
malierum  illarum  partinin.  Unde  antem  vel  per  qiiPiti  ImMiin  vetiissent. 
igtiorat,  Dtc  vidit.  quod  aliquis  pncavcrit  lum  Hndcm.  Üe  tilün  Hiit«-ni 
fratrihiis.  qui  rfcipit'bantur  in  orditi»  ipso,  dixit,  qiii>d  i-r»ilit.  c|iiiiil  comiiin- 
iiiter  et  abiqae  rei'iperentiir  co  modo,  qiiu  i|iHO  fuit  rcrcpliis,  vt  tiiocreiit, 
i|Ue  ipse  fecit. 

Snhseqnenter  petüt  absnlutinnis  bt-iietirium  ptr. 
Siippr  eiadem  XI  aitifiilia. 
Die  VI   Mali. 

IiXXVI  testia.  F'rrtter  (.ialterus  de  Nunngerlo  diitli  urdinie  milcR,  pri>' 
replor  domun  Tpmpli  de  (Ihamhaiellu,  LriiiovicenMia  diocesin,  iiiratu«  ut 
pmniniua,  eoque,  cnni  fero  iimni'a  articulox  anten  nefinsMet,  qriesl.ionibiiH 
Mippotiita  taniquam  »uapeclu.  ^t  hnbilii  podt  illns  ciingriio  intervnllo.  jtitPr- 
i'igatus  aitper  ilirti»  XI  nrliniilU  dixit,  qiKxl  ipsc  fuit  i-eceplus  per  qumi- 
Ham  fratrem  Fraaconeni  de  IWo  tiini;  prM'eptorfni  dnmiiK  IViiipli  di-  Palatio, 
iliftp  Lenioviceneiit  dioceai«.  in  quiidaiii  cnineni  dietf  domus.  XXVIll  anni  - 
'^iint  et  plus,  presentibnn  VI  frntribus.  Kl  tiine  nd  mandatum  dieti  precep- 
toris  direnfjs,  qiiod  Ihesim  Chrl«tUB  nun  fuerat  venia  Denn  nee  Del  filiiis 
ri«c  pro  aalotf  human!  generifi  enicilixiis  aud  fuerat  qiiidani  ThImi»  proplictii, 
'|ui  pro  suis  iceleribus  rrurifl^tua  fiiemt  ultra  niiire.  nee  di'lioIiHl.  apeiii 
haWrc  aalvationlK  p«r  ipsum  hnbeodf  nee  in  cum  eredere  sed  in  qimdduiti 
ydolam  aive  capnl.  quod  eritt  in  qnndnin  banea  ibjdi-ui.  nliru'Kavir  i>n-  nun 
vurde  DeDm  Ihesain  Chrislnni.  Ii<'iitani  virKineni  eins  iiiatrom,  »HlI':tll^  et 
Haoclus  Dei  et  opera  eoruni.  dictoque  _vdolo  reverentiam  rccit  supplicandii 
i'idem.  spuit  )n:itn  crueem  ibi  iuxta  qiiandani  linnram  in  terra  pii«itHMi.  in 
•|un  erat  ymnKO  Iheati  fbrinti  depicla.  et  onm  cum  qnudnn)  lilo,  cum  [pin 
>-r»t  ligalfl.  per  lerrniu  traxit  pei'  diuiH  vel  tros  paasu'*  t't  Iraliendo  i'aui  nrl 
liieum.  ubi  erat,  i-eduxit,  siukt  r-i\ni  vero  iion  minxit  nee  eam  pedibus  cou- 
ruicavit  nei;  alias  vitupenivil  eiiudi'n>.  Kt  hoe  sibi  prceeplri  fnemnl  fi«ri  in 
vituperium  Uieaii  l'hriati.  IntiTruaHhi«,  si  dicte  receptionis  nue  tempore 
iiliquis  ratiiH  ibi  nppnruit.  dixil.  quod  sio,  nnu.i  »Uns  prope  dirtuin  ydoluiu. 
quem  in  nntibus  i-xtitil  oaculatiiR.  ncaeit  tarnen,  unde  venissct.  aut  quo  ille 
ivissel.  et  credit,  qnnd  e^set.  atiqirn  mala  rea.  Do  alÜ!«  verii  frutribns.  qui 
rpcipiebartiir  in  ordine  ip^n,  dixit.  quod  credit,  qund  communiti-r  et  iibiqii.. 
reciperentur  e')  modo,  qno  ij^e  Fnit  rereptiio,  et  fnceveiit.  qiu-  ip-^c  ti-cit,  ct. 
ip'<c  nnum  simiti  modo  i-ecipi  vidit. 

•*'iibse<juei)t.er  jictiit  nb!^oliit innig  beiieticiuni  et€. 


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854  Tempi  erpr<fflcssi>. 

Siippr  eifidem  XI  urticillis 
Die  VI  Maü. 

LXXVN  testis.  l'VRter  Gnillelinns  Raybaudi  dicti  ardiuit:  Mrviciri^ 
]irecoptj>r  domiia  Ti>inpli  d<>  Liinacifl,  Aquenats  diocpais.  iuratas  ut  proiimDv 
soque.  cum  fere  umDes  nrtmiilos  anten  negans^t,  queationibns  soppoiii" 
tamquani  suspecto,  et  hahito  posi  iltas  eougnio  intervallo.  ioUnt^itns 
snper  dictis  XI  artinilis.  dixit,  quod  ips«'  fuit  iw^eptas  per  qaondiin  fntnin 
Ärt«ldiiTii  do  Bcllomonte  miliUm  ejusdum  nrdinis  ultra  mi>re  in  damu  Tempil 
Gnstinn.  Nicufiienstis  dioceeie,  XX  Mini  sunt  vel  circn,  preüpntibns  V  fraiH 
biw  vel  circB,  et  tunc  eo  recepto  ft  mantello  sibi  tradjto  per  predidara 
fratrem  A.  idem  fratcr  A.  mandatnr  nd  regem  Cipri.  Acceasit.  iiil  aliud  na-- 
teniporifl  facieoa  Seri  fratri  (i.  predictii.  Poatmodum  aiit^rn  [II  wplinani^ 
vei  circa  elapsie  Trater  JanbertiiB  preceptor.  ut  credit,  domaa  Templi  hVn 
aiensis  ad  mandatum  predicii  fratria  Ariaudi  precepit  eidem  fratri  i!.  prr- 
aentibus  ibidem  V  fratribas,  ut  Deam,  beatum  MariHin  eius  inatrem,  onDit- 
nanctva  et  sanctas  Dei  abnegnret.  spuurel  auper  crurnni  ihj  positam,  in  qni 
erat  ymago  Ihesu  Christi  depicta,  et  eam  per  terram  traheret,  dic^ns.  qoo-l 
ille,  qai  cnicifixua  fiierat.  non  erat  Dcus.  a^d  fnerat  qnidam  fnisos  propbfti. 
qiii  pro  suia  aceleribiis  ultra  mare  fiierat  cnicifixua.  quodqne  apem  silis- 
tionis  habende  per  ipanm  habere  noii  delipbat  sed  in  qu^ddam  j-dnlum  *\i' 
Caput  nigmm,  quod  erst  ibi  in  qundam  bauen,  credero  et  ei  reverenliim 
fncere  debehat  et  ipsuni  honorare,  qula  iiiulta  liona  habere  poterat  ab  eodf». 
(^um  niilem  ab  initio  ipite  frater  (i.  predicta  farere  reeusaret.  finaliter  ^1' 
dictum  fnit,  quod  ipsum  neccBsario  facere  oporteliat  predicta.  Et  lunc  rp- 
abnegflvit  nre  non  corde  Ueuni.  bentum  virginem  eiu»i  uiatrem,  omnra  Hnct'<- 
et  sanctns  Dei,  et  ileiude  tinxit  ae  spnere  versus  cniceni,  aed  nnn  spoil.  « 
postmodum  eruceni  ipaani  manu  accepit  et  de  loco,  ubi  erat  ad  locn« 
alium  reportavit,  aliter  auteni  per  terram  non  ttaxit  eam.  Diclo  iosopf. 
ydolo  anioto  bin'eto  reverentiam  fertt  et  quendam  cflt«m  il>i  appareoteni  t' 
stantem  iunta  dictum  ydolum  oaculatus  fuit  in  dorso.  non  enim  ipRum  ■' 
nun  voluit  nsculari,  quaniquam  hoc  sibi  dictum  Tutaset, 

De  a1iis  autem  fratribna,  qut  recipiobautur  in  ordine  ipsn.  dixii  ^ 
oredere.  quod  communiW  et  uhique  reciperenfur  eo  modo,  »jnn  ipse  fnir 
reeeptus,  et  facerenl,  que  ipse  feril. 

Suhaeqiienter  petiit  beneficium  nbsolutionia  etc. 
Super  eiadem  XI  articulia. 
Die  Villi  Maü. 

LXXVIM  teatis.  Krater  Bemardus  C'ameli  dicli  ordiois  serviHB 
iuiatua  ut  prosimua,  inteirogatns  auper  dictis  Xt  articulia  dixit  soa  ^p»»- 
tnnea  vninntnto  nulln  coactiune  precedente,  quod  ipae  fnit  receptu»  p^i 
quondain  fratrem  Pontium  de  Broseto  ')  magnum  Provincie  pt*ceptiffe»i '" 
eccieaia  domna  Templi  aancte  Eulalie  Ruthenensia  dioceaia.  XX  anni  '"'' 
vel  circa,  preaentibua  fratribiw  Bei'nardo  de  Roeha  nune  maxno  Prorinf"- 
preceptore.  Gnilleimo  Hugnoleni  pi-eeeptore  nnnt-  Ricliarenchornm  et  qailM'- 

')  Oft  genannt  bei  Schottmüller  II,  14,  15  usw,  iBrocheto,  Broet" 


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Nr.  im.    (1308?  1810V)  April  bis  Jmii.  35fi 

äaro  »Ina  circa  XX.  Et  tiinc  ad  niandatain  dilti  frutris  Puntii  dicvutJH.  qiuxl 
IhesDS  Christus  non  fuerat  verns  Deas  nee  fuerat  pro  salnte  humnni  generis 
cracifixDS,  sed  fuerat  guidam  falsua  propheta,  qui  crurifixns  fiierat  pro  suis 
so^leribns  ultra  marf,  qnodque  non  debebat  habere  spem  anlvstionis  per 
ipsom  habende  nee  creder»  in  eum  »ed  in  quoddam  j'dolum,  quod  erat,  ut 
sibi  dietam  extitit,  ultra  inare,  et  in  qaoddam  aliud  ydolum.  quod  erat  ibi 
preaens  in  qnadam  baura  copertum  de  »indato  ruhen,  abaegavit  Deum 
Ihesiiin  Chrietam,  beatam  virginom  oius  matreni.  omoes  aanctos  et  sanctas 
Dei  et  opera  «onindeni.  Deinde  ad  eiusd^m  preccptoris  mandntuin  spnit 
rersns  cnicem  ibi  in  terra  ponitam,  in  qua  erat  ymago  Ihenii  ('hristi  de- 
picta,  et  finxit  ae  mingere  snper  cam,  sed  non  fecit.  licet  hoc  sibi  dictum 
fuisset,  et  etiam  oiiiti  pede  concnicavit  et  Iraxit  aliquantuluiii  per  lerrnm, 
et  faec  liebant  in  vitaperinm  Diesu  Christi.  Interro^atns.  ai  dicte  sue  recep- 
tionis  tempore  vidit  ihi  catnm  aliquem  apparere.  dixit,  qitad  nnum  stanteni 
ivxt«  ^doliini  predictum.  tui  qnidom  ydolo  iuxtn  eicisdein  precepturia  man^ 
datnm  gennllexo  reverentiam  fecit  et  snpplicavit  eidem  ac  dictum  CRtnm 
oscnlatas  foit  in  ano.  Interrogatus.  ai  tunc.  cum  fuit  receptua  apparueriint 
ibidem  nliqn«  mulieres.  dixit,  qnod  sie.  tres  vel  quatuor,  Interrogatos.  si 
aliqni  ox  dictis  fratrlbua  peccavenint  cnm  dictis  mulierihua  camaliter.  dixit, 
quod  non,  qnod  viderit. 

tnterrogatns,  si  »ciebat,  unde  dictus  cntns  aut  dict«  rauUerefl  veii«- 
rant,  ant  quo  iverant,  vel  quid  esaent.  dixit.  quod  nesrit.  sed  credit,  quod 
easent  mali  epiritne  sive  male  res. 

InterrogatuB.  ai  statin)  cDDi  predicta  aibi  mandata  faenint,  va  fecit 
volnntarius,  dixit,  quod  non,  donec  oi  dictum  fuit,  quod  hec  eum  facerp 
oportebat,  et  nisi  faceret,  in  carcere  poneretur.  et  tnnc  ipse  hiis  pertcrritiiH 
ferit  predicta. 

PoHtjnodum  vero  de  hiis  dolens  et  penitens  confessus  fuit  primo  cui- 
dam  fratri  capellano  dicti  ordinis  et  poabnodnm  cnidam  fratrl  ordini»  Vre- 
dicAtorum  et  ah  ipaia  penitentiam  inde  recepit  et  eam  peregit. 

De  alÜB  Tero  fratribus,  qui  recipiebnntur  in  ordine  ipso,  ilixiC.  qiioil 
credit,  quod  reeiperentur  eo  raodo,  qiiu  ipse  fnit  receptus.  et  quod  facerent 
e*.  que  ip«e  fecit.  Et  illi,  quos  ipae  ridil  reeipi,  simili  modo  renepti  fuemnl. 
et  illa,  que  ipae  fecit.  ipai  feceraiit, 

Rnbsequenter  petiit  beneficium  absolutionie  etc. 

Super  oiadem  XI  articalis. 

Die  XV  Maii. 

LXXIX   teatis.     Frater  Vitalis  de  Chardacio    de  Äniti».  frnter  preR- 

byter   dicti   ordioia.    iorntns   ut   proximus,    eoque,   cum  fere  omnes  articulos 

ante«    negasset,    qnestionibus   »iipposito  tamquam  suspecto.  et  babit«  post 

Ulas  congruo   intervallo.    intcrrogatns   super   XI   srticnliM.    dixit,    quod   ipse 

fuit  receptus  per  fratrem  Huguonem  de  Peyraudo  visitatorem  domiiü  Tempil 

Francie  in   ecclesia   domus  Templi   de  Chamhono  ')  ClaromontenBia    diocesis^ 

VI    vel   TU   anni   erunt  die  dominica  ante  featnm   proximum  pentecostea. 

'I  Procte  dee  Templlers  II.  43:  d.  Tempil  de  Chambo  Claramoutensis  d. 

23* 


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HitÜ  1Viii|>lfr|>rij/.i-tsc. 

{iresentu  frulri-  UfitiHiiil»  •\k  ^artißJH 't  militc,  i't  X  hIüm  frHtrihuE,  et  tnnr 
diettiM  viititntor  [trerepit  üideni.  quod  uljneKaret  duniiiiiim  Ib^snni  ('brntin 
ilirpFis,  quod  IhcHus  Christus  mm  fnprnt  verue  lleuH  nfv  prn  re<leiDptkur 
liumnni  k^k'*''''*  crucjlixus.  scd  fiienit  quidnin  falsiis  propheta,  qai  ultrj 
inftrt!  (-riic)fixua  fuernt  pm  »i;eleribu^  auix.  quodqut-  non  ilebebut  hibwr 
Hpem  »nlvatiüniH  linbeiidu  ptT  IheHnm  Oii'JBtuiii  n^c  in  euin  rredere  «ed  in 
iiooddnni  yilolum  hIvc  i-Hput.  ijood  emt  ibidem,  UDam  fitriPTii  tantiim  liab«i!> 
Precepit  etiam  silii.  iiuwl  ahne^iirct  liealinii  virginpm,  omn^a  Mnctos  '•■ 
sanclns  Dpi  et  spuerpt  ar  minderet  Mii|ier  cnicom  ibi  in  terra  poailam.  in 
qiiH  erat  ymago  llicsu  l'bristi.  et  quod  fHix  püdibaa  conculcartt  w  ptr 
terram  trabert-t.  Cum  aubtm  h<H'  facere  recoaarvt.  dictum  fiiit  cidrin.  ^aon 
ipanm  predicta  farere  necesaario  oportebat.  et  tunc  ore  non  rnrde  ti  inritir 
itbnegRvit  Deuni  Ihesuni  Christum,  beatam  veru  vjrginem  et  sancto^  • 
sanctaa  Dei.  quamquaiii  huc  sibi  dirtnin  fiiissi't.,  nuluit  abnegar?.  l>pindp  i[wr 
apait  et  mioxil  inxtit  cnictm  ipHain  non  huprn  ipSBtn,  rnvit  pnim  aibi,  qwd 
noD  spueret  vel  minderet  super  tarn.  ipsHni  quoque  pedibus  non  ronrnlrairit 
ner  per  terram  trnxit.  quamquam  hoc  prcceptnni  sibi  fiiJasi-t.  InterrofiUUN 
si  predirto  ydolu  reverentiam  nliquam  exhibnit  vol  ip<tum  adoravil.  dixi' 
vfram  ensv,  qnnd  cidein  ydnio  ud  niRndatum  dirti  visilatoris  st'  ineÜMvit 
<il  Huppliravit,  genun  tarnen  >iia  curiim  eo  nnn  flexit  ne<'  ipsam  »doratit 
qutimqnem  hoc  sibi  dictum  fiiisset.  Nuuqoani  tarnen  in  ipsam  credidit  w^' 
tidem  in  ipaiim  habuit.  ut  dixit.  De  bIüb  vero  fratrihus,  qai  recipie'^ntm 
in  ordinn  ipao.  dixit,  quod  rrwlit,  quod  commnniter  vi  ubiqae  recipenntnr 
PO  modo,  quo  ipse  fuit  receplus,  et  qnod  oinnin  e«  facerent,  que  ipw  f«ii 
De  premisais  vero.  quo  feceral  valde  ilnlons  i-l  peniteo«  confessna  fuit  intti 
triduam  quondam  domimi  lobnnni  episropo  Anicienxi ')  et  penitentinm  inil' 
rmepit  et  eam  peregit. 

Snbsequentev  petiit  beneficinm  absoliitiaDJM  etc. 
Suppr  eisdem  XI  t<rticuli»<. 
Di«  XV  Maii. 

LXXX  testis.  t'rater  Martinns  de  BureKelln  sprviene  dicii  nrdiai«- 
preccptur  domuH  eiii^deni  Tempil  d<>  Vnlentia,  inratiis  ut  proximufi.  i"iqu>-. 
cum  fere  omnett  iirticalne  tnnc  negasset,  questionibus  uup]>oBit«  tamquatu 
auspectu.  et  habilo  pont  illas  cnngruo  intcrvitllo.  interi-ogatue  auper  dicii- 
XI  articiitis,  dixit.  qnod  ipse  fuit  recpptuM  por  quondnm  frntrem  KonsoMoDm 
de  FoHstN,  magnnm  Provincte  preceptorem.  in  rapella  duinns  Templi  dp  Va- 
lenfia  Xfi  anni  autit  et  plus,  presentibos  fnitribuH  Hugiione  Fiejrra.  Kostapv' 
ile  ]>uno)li<  et  quibusdam  aliis.  Kt  tunc  ad  mandalnm  dicti  pre«eptorid  dirtnlt' 
sibi,  quod  IhesuB  l'hrtstns  non  fuerat  verus  D*uk  nee  pro  salnte  fannwii 
jcenerie  cnicifixuH,  ued  fiiernt  quidam  fniuts  propheta.  qui  rruei6xDfi  fnmi 
pro  nah  sreleribns  ultrii  mnre.  quodqne  non  debeliat  in  ean'  credere  »ei  in 
ipiodam    ydolo,    qnod    i'rat    ibidem,    alinegivvit    dominum    Ihe^um   (liriBtnni. 

')  Im  Pmci^s  1  !»phr  oft  aennnnt. 

-.  Ihn  '^odeHtH^  kiinn  ioli  nirbl  finden.  Im  .luli  I8<i>'  wir-l  '^m 
NHebfiiltter  rnrnnut. 


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Nr    löK.     (IHOfi?   l3Hr?|  April  bis  -liini,  ;Hö7 

bestam  virgJDen)  eius  niittreiii  et  deiiide  ud  ipa'wa  prPi:e|itoriit  niaiidntum 
npnit  et  ininxit  super  iruceni  ibi  in  torrii  poKitam.  in  qua  erat  ymago  Ihesii 
Christi  depjcte.  Ipsaiii  vero  non  conculcavit  pedibus  iiPt  (i'Axit  pei'  terrani 
(lec  aÜRS  vituperavit  eaudeni.  quud  ipculiit  Predictii  qnoque  yddio  reve- 
i-eniiam  feoit  i-t  f^ennn  eue  tlexit  c-id>>in  lulfTrügatiie.  ei  toni'  nliciuia  catiiH 
ilii  apparuit,  clixit.  qund  sie.  quidam  tii^er  Hians  iiixU  ydulum  predictuiti. 
quem  de  niandato  preceptoris  predii^ti  fuit  oärulatuM  ii>  htmi. 

De  aliis  veru  fratribus  qui  retipieliantur  in  ordine  ipsii.  dixit,  ({uuil 
crüdit.  quod  «omnoiiiter  et  iiliique  rediwreotui'  pt  Kerent  eu  inudo,  qiiu  ipsc 
rnit  recepliiH  et  facereot,  que  ipae  fncit,  ut  illi,  quo«  ijise  vidil.  recipi.  sjmili 
inodn  recepti  fuernnt  et  illu.  qui'  i|l^te  feuit,  rvccrunt,  Dixit  iiiau[iei'.  quod, 
licc-t  ipse  nuiiqiiHni  crcdidiäset  in  dictum  ydoium  et  predii'tiia  »linegatiuitfH 
vcl  uHh,  qua  HUpL'riiui  sunt  prtiniBaa.  dolcn»  ft  invilu-j  reciauet  et  vere  in 
doRiiDUBi  Ibeanm  Ulimtum  et  i)eatum  virgiiieiii  credidiaaet.  nnuquam  tarnen 
de  premiasia  n  se  commiMia  fuit  auuu^i  nlieiii  conliteri,  quia  sibi  preceptuin 
Taerot  per  obedientiam.  qunni  proiniaevat  vt  iurnverat,  ijuod  nou  vevelaret 
predicta.  ited  de  alüa  fait  pluriits  confcssus  fratribuH  Minoribus  et  Pr>>ili- 
uittoribue. 

üJubsequenttr  petiit  abaulutiuiiis  et«.'. 

Kuper  eiadem  Xl  artii-nli^. 
Üie  XVIll. 

LXXXI  teatis.  Krater  Harralus  de  Caioliano  inijex  dicti  urdiiiis.  pre- 
cepUir  donius  ADicieiisis  einndem  Tonipli,  inrntu^  ut  proxinnm.  int«rrogatu.-i 
aup«r  eiaik'iTi  XI  articulia  dixit  sua  apontanea  voluntatp.  nulla  ronutioni' 
proucdente,  cum  lacrimanini  ofTuHionc  üt  rurdia  vontrllinni'.  iit  per  i-^itcriüra 
putelwt,  quod  ipse  existent  tuiiu  Kalis  XIH  anuiirum  ftiit  rei-eptii»  pur 
'[unndam  rratreiii  Pontium  do  Brorctn  inagiium  PiDvini'if  prc('<qiti>rein  in 
ecclesta  domua  Tcmpii  de  Matwilia.  XVII  :inni  »unt  vel  «.-imi.  presentibus 
fmtTibaa  iTuilk'Imo  de  locune  nunc  prciciitore  duinus  Tempil  lajlesii  'I  diüreait 
L'ticenaia.  qunudam  Petro  llaiifridi  et  pluribtis  aliia  Ti-atribun.  pt  tunc  dtctuH 
iiiagnus  prereptor  prsL'cpit  eidem,  ut  abnt-garet  duniinum  liiesuni  Ubriatum, 
in  quem  predete  nun  debcbat,  vt  spaeret  super  cnu-em  et  minderet  super 
fam.  que  ibidem  erat  in  terra  posita,  (.'um  aiitem  ipsc  prcdictn  Faucrc 
recaearet,  dictus  preceptiir  precepil  eidem.  quod  iata  eom  laceri.-  opurlohat, 
i't.  niai  hec  faccret,  in  cnrcerem  poneretur,  et  tnnc  hiis  perterritus  ipsu  pupi- 
pxistene  are  noii  rorde,  nt  dixit,  abnegavit  üeura  Iheänm  Christum,  super 
cracem  vero  nec  apuere  nee  mingere  vo]uit.  quainquam  Iiol-  sibi  prei;eptum 
fuisaet,  dicens.  quod  anteqnaro  bot  Taceret,  clamaret,  ut  exaudirent  hoc  sui 
amici.  qni  erant  extra,  et  ita  fuit  diniiasux. 

[nterrogatua,  si  abnegavit  beatam  vivginBin  vel  sanitus  et  sauctas 
l>ei.  dixit.  quod  non,  nec  hoc  extitit  sibi  dii'tum,  Dixit  etiam,  quod  nun 
erat  ibi  aliqnod  ydolam  ibi  presens  vel  aliqui^  entn».  De  nliis  vero  fratri- 
bna,   qni   recipiebnntnr  in  ordine  ipsi>,   dixit  inlerrogatua,   quud  credit,   quod 

')  Aufnaliin«-  eiiies  Templera  apud  Ihallesium  in  Menard.  Hist.  de 
Ni«mea,  ptviives  p.   L9ü, 


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3l>&  Tempi  erprozeiwc, 

rvuipuruiilur  eü  inudo,  quo  ipse  fuit  receptud.  Dixit  etiuD.  t|aod  illis  fnbi- 
hue.  quus  ipse  recepit.  qui  faerunt  V  vel  V],  ut  credit,  ea,  que  jpse  fecil 
tu  aua  Tfceptioiic,  expnaee  per  eos  fieri  noa  maod&vit,  quia  sibi  plurimani 
tlisplicrbant,  und  uiai>dubat  antiquiunbu«  ibi  presentibnS:  qaod  hcerent  31* 
tieri  ipsis.  Dixit  piet^reii,  qund  illi.  quoe  ipse  vidit  recipi  per  alios,  Deun 
Ibt'euni  Chvistuiii,  beatain  virginein,  unines  sanctos  et  sanclaB  Dei  «t  eorom 
iiperu  »d  luaiid.itQin  re<:ipii'ntiuiii  Hbuegabant,  et  aliqui  eorum  snper  cnKMn 
spacbant  et  uliqui  iion.  De  premissis  suteui,  que  TocerMt,  dulens  et  peniteift 
cujifesaus  fuit  quondAin  domJDU  lohRnni  epiecopo  AniiiieDsi,  in  cuius  ciritale 
idein  frnter  Darralus  precHptDi-iam  babebat.  a  qao  penitADtiam  r»ce]Ht  Cl 
oam  peregit. 

Subsequent«!'  petiit  absolutioDis  etc. 

Super  eiadem  XI  articulis. 
Die  XX  Maii. 

liXXXII  tfstis.  t'rator  «juillelmua  Bartholomei  ',<  ot^inis  militie Tempi i 
tttTviens  de  Uranihano,  iurutua  ut  proximus,  ooque.  cuin  fere  omoea  artiealos 
iiDtta  negasbul.  queatiouibua  äuppoaito  tnmqaani  suspecto,  et  habho  ptwl 
illae  congroo  intervallo,  interrogatus  niiper  eiedeni  XI  articuÜB,  dixit,  qnod 
ips<'  fuit  reci;ptU9  per  fruirein  iJernardum  ie  Rooha  nunc  magooni  Proviscie 
preceptureni  iu  quadam  uomers  doDius  Tompli  de  latcsio  diocesis  Utieensk 
Vtl  luini  sunt  vel  cirvu,  presentibus  VI  vel  VI!  fratribus,  qnoTum  noninR 
dixit  se  igooran.'.  El  tune  dictua  proceptor  precepit  eidem,  quod  nbiwgaTet 
Denm  et  eins  opera.  direna  aibi  idem  preceptor.  quod  per  enm  saltui  bw 
poterat  iioc  in  eum  credere  debebat.  aed  in  quoddam  ydolam,  quod  ubi 
oateuderctur  in  Montepeaeulano.  Preccpil  etiain  sibi  ideni  precef^or,  qnod 
npaei'et  i^t  iniDgeri't  aupur  cruccm  ibi  in  tetrii  positam.  Cum  antem  ipw 
preditta  Tacere  rctusarct.  dictum  fuit  aibi,  quod  ipanm  predicta  necessariu 
facere  oporttibat,  cum  ita  esset  in  diclo  urdiue  liuri  hactenns  conenetum.  ft 
tuuc  ipse  abnegavit  Deuin  et  ouinia  eiua  opera.  ore  tarnen  non  corde.  ii' 
dicit.  et  spuit  inxt«  crupeiii  predictani.  Non  auteni  ininxit  snpar  eim. 
qnunquain  liuc-  sibi  dictam  fuisset,  nee  eam  conculcavit  pedibus  aat  alias 
vituporftvit.  iDlenugatna,  a\  silii  tunc  dictum  fiierit,  quod  Ihesus  Cbristue 
[1011  fnei'Kt  verus  Deus,  äed  fuerat  qnidain  falauH  propheta.  qui  non  pro 
rederaptione  liumnni  generis  aed  pro  sais  sceleribus  fueral  cnjciKxus.  dixit 
quod  non  vecolat. 

De  hIÜs  Nuteni  fratribu».  qui  recipiebantur  in  ordin«  ipso,  dixit.  qnod 
crodit,  quod  communiter  et  nbique  reciperentnr  eo  modo,  quo  ipse  fuit  reoef- 
tns  et  quod  facerent  en,  que  ipse  fecit. 

Subsequenter  petiit  heoeficium  alxHilatiouis  etc. 
Super  aisdem  XI  articulis. 
Die  XXVIIJl  Maii, 

f.XXXNI  testia  H'rater  Guilletrous  Haleti  miles  dicti  ordini«.  ionnia 
ut  proximus.  interrogatus  aiiper  ciHdem  XI  articulis  dixit  soa  spontaM« 
Toluntatc  nulla  («oHctione  prccedi'nt«,  quod  ipae  Fuit  receptue  per  qnoiidain 

')  So  wahrscheinlicli,  stnrk  abgekdrit. 

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Nr.   156.     (1308V  lälÜVl  April  bi»  Junt.  359 

rratmm  IlDgaonem  de  Miroliu  de  mandatü  fratria  HnguniB  de  Peyraudo 
risit«toris  t''rkDrie  in  ccclesia  domas  Tempil  du  Vallibus  diocesia  Vieonensit», 
XVI  atmi  annt  vel  oirca,  preaentibiis  frntrtbus  Hugaone  de  Ohalo  '1  roilit«, 
'iaidone  Birobi,  Humberlo  Burruello,  Rndnlpbo  de  Cbambnrinco  et  ituibusdam 
uliis  usque  ud  anmeruin  XX  i^t  tanc  dictutj  Trster  Hugo  de  .Mirolio  precepit 
i-idem,  quod  ipse  abaegaret  dominum  Ihesum  Cliristnm  dicens,  quod  Ihesas 
Christas  Don  poterat  eum  aalvare  net  eum  iavare,  quia  nee  ipse  ae  ipHum 
potnerat  adiuvare,  qnodqae  in  eum  ciederu  non  debebat.  sed  debebat  credere 
illud.  quod  aibi  oatenderetur.  Precepit  otiain  sibi,  quod  spueret  super  cruceui 
ibi  in  t«rra  positam.  iti  qua  erat  ymago  Iheau  Christi  depicta,  et  quod  eam 
pedibus  coDCulcaret  et  trabewt  per  terram.  Cum  autem  idem  frater  Onil- 
lelmns  predictn  facere  recusaret  dicens,  quod  ipso  urodebat  in  domioam 
Ihesnm  Christum,  qui  pro  redemptioae  humani  generis  fu<<rat  cniciÜxus,  et 
ideo  ipsum  uullatenna  abnegaroi,  Kualitei'  tainen,  quia  aibi  dictum  fait,  quod 
nucesaariü  predicta  ipaam  faceie  oportebat,  et  quin  ita  erat  in  ipsu  urdiuc 
lieri  coDSuetam  et  aniaes  rratreg  aic  rstiebHiit.  abnegavit  ure  non  corde  et 
invitns  dominnm  Ifaesnm  Ühtistum,  Icatam  vcro  viigineni  aut  saiictos  aut 
WDctaa  Dei  non  abnegavit.  nee  hoc,  ut  dixit,  extitit  aibi  dictum,  Super 
irucem  autem  non  epuit  nee  eam  pedibus  coneutcavit  nee  per  terram  traxit 
''andern,  quia  hoc  facere  uolnit  aliqua  rstione. 

Inteirogatna.  si  tunc  fnit  aibi  dictum,  iti  quem  credere  debebat.  dixit, 

Interrogatus,  ai  diet«  sue  receptiunii«  tempore  erat  ibi  aliquod  ydulum 
live  Caput  preseos,  ant  ai  nliqnis  catua  ibidem  apparuit.  diiit,  quod  non. 

De  aliis  vero  fratribue,  qui  recipiehantur  in  ordine  ipeo,  dixit,  quod 
iTedit,  quod  communiter  et  ubique  reci])eri;ntur  eo  modo,  (juo  ipse  fuit 
recaptus  et  facerent  ca,  qua  Ipae  fecit.  Hü  etiam,  quo^  ipae  vidit  recipi  in 
eodam 'urdine.  qni  fuerunt  VI  nuniero,  .simili  modo  tecopti  fnurunt.  et  ea 
Tecemat,  qne  ipae  feeit.  De  premieaja  autem,  que  ipbe  fncerut,  valde  dolens 
Tait  confeBSDB  infrn  VIJI  vel  XV  dies  ctiidam  presbytero  <licti  ordinia,  qni 
qnidem  preabyter  aibi  diiit,  quod  malo  focerat,  quia  non  feeerat  omni«,  que 
tibi,  ut  dictum  est  supra,  precepta  fuurunt.  Postmodum  veru  fuit  coufesauH 
cnidani  alii  capellano  aeculari.  qui  de  hiis,  que  focerat,  rtprehendit  eundem, 
i't  ipanm  abeolvit  et  penitentiam  aibi  iniunxit,  quam  peregit. 

Subsequenter  petiit  beneäciuni  absolutiouia  etc. 
Super  eiadem  XI  articulia 
Die  pennltimo  Maü. 

LXXXiill  testis.  l^'rater  lohannes  de  lirissiaro  serviens  dicti  ordinis. 
ioratue  ut  proximus,  interrugatus  super  dictia  XI  aiticulis  dixit  eua  gpon- 
tanea  volnntate  nuUa  coactione  precedente,  quod  ipse  fuit  receptus  per 
fratrem  Hnmbertnm  de  Crimiaco ')  dictum  Barrnel.  preueplorem  domoruni 
Tempil  Vianuesii,  In  eccleala  domus  Tempil  de  Valleaurea  dioceais  VieunensiR. 
VII  anni  sunt  vel  circn,   presentibus  fnitre  (iuillelmo  MnletI  milite.   lohaone 

')  Neffe  dea  Viejtaturs. 

-)  Procea  des  T.  II,  366  fr.     Ymbertua  de  Climen  Kon^nnt. 


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:tti'l  'l\-iiipli'i'|ir..:£,.!W 

KHyiiMi'dJ.  lotiiiiiiic  UhiihM  ciipultoDO,  el  quitiuodani  uliis.  Et  taue  diciii-> 
)ii'L-(-i-|iliir  |it'ti'tpit  i'iüi'iii,  qiiocl  uliiiegnrrt  üoiiiinuin  llieanni  L'liristuui  <i 
Cuiic.ulcai'i't  pfdilius  crurciii  iU  iii  terra  piisituni.  direiia  \dem  pre«-e|itiH-. 
«liiiid  lliGMis  ChHsliiH  nunquiiiii  fucmt  criictKxuH  pru  aalutc  huinimi  ^tuens 
neA  pro  suis  welvribiis.  quodquo  nun  debebiit.  hHU-rc  speni  snlvatiuiiis  ba- 
Iwiidc  [ler  iiwum  n■^c  rrt>ik>re  iii  funileni.  Cum  aiilem  'ipan  fnter  lohuini::- 
prcdicta  fitrere  mniaart-t.  diclum  fuit  oideiii.  i]uod  ipauni  hic  fiicere  nccijssanii 
ti|iu:-ti-liHt,  quiit  iln  pnit  iti  i|i»ti)  ordiiii-  tivri  coiisuetuiii,  et  timc  ipsi;  ttiiim- 
iiliiii-Kitvit  duniimmi  lliosurn  ('liiistiiiit  orc  nun  corde.  ut  ilkit,  crucom  flDtt'm 
t|iitiim  null  coiiculcnvit  pi-dibu^  nev  eiim  lutigit,  ut  dic^it. 

Iiitcvrufjiitiifi,  fi  dit'tuiii  fiitt  nihl.  qnud  alinpgarft  hriitam  rirj^mrn'. 
HHnttiiK  jiut  sunutiiH  Dei.  vpI  ijaud  bpucrel  vi^l  niingeret  8up«r  rnK-cm  kui 
qiiud  i-nni  |H'r  tcrrHin  IrHherct.  clixit.  quoil  nun.  qnod  recolit.  nt>c  ipsv  lio«  fiTt! 

latt-rrugntuH.  si  diuti^  aiw  rcci^ptiunis  tempore  erat  iiii  aljquod  jdolnin 
sivf  i-ii)iiit  (iruacn»,  vo\  nliquis  ttttus  ibidem  uppHruit,  dixit.  quod  non. 

Df  hIük  vuro  fralriliua.  qui  lecipiebMntur  in  ordinn  ipsu.  diicH.  qnud 
uredil,  quod  recipereiitnr  eii  niudo,  quu  ipae  fuit  receptuä.  vt  quod  heerenl 
cn,  que  ipite  fecit. 

D(-  prtimissis  uutufli,  que  ipse  fücerat.  fuit  vnide  doleuit  et  tristie.  in 
quin)  (-xietena  in  ili<^u  o^dint^  pui-tandu  dictum  mMntellum  nuniiuaro  htbnii 
iii»m  bonnm  dient  et  iibenti»tiniu  oHineni  sxivisset.  nisi  dv  fnitribuii  ipiuu.- 
iirdiniH  liihiiixsct.  quud  incHrccrari-nt  rimdpm,  Uixil  ctiHm.  quud  ipse  ii-. 
premiatiis  fuit  tunfeiBH-"  ciiidum  i-npeÜHno  dicii  uidinis  t-t  inde  p«nilMitiaiit 
tili  (Hl  n'UKpit  <'t  i'itni  |>er(igit. 

Siilwqni'nter  p^tiit  iilisolutiunis  benetloiuni  i:tr. 
Super  i-isdem  Xi  Hrticulis. 
l)io  prinm  lunii. 

lAXXV  teatis.  tVntpr  (itn-neriaa  de  Lugleto,  Ijinguiiiüisis  dtocniü 
M-rvi(>us  dicti  urdlnis,  iurotus  nt  proximuti.  iiif«rrci),'Htua  super  XI  a^ift■ll^ 
dixil  Miii  HpmitHiK'n  vulnntato  nullx  coHctione  precedcnti'.  quod  ipse  fiiit  n^ 
i'optiiH  per  frutruiii  Liiurontinni  di-  Ueunii  in  cci-leijiii  duniua  Templi  de  Nor 
tnuu ,  V  Hiiui  i'runt  in  l'csto  naiiuti  lohunnis  Hapttetp  proziiiir  vcotm», 
[iroKtiitibuB  t'ratribiis  lulianu  cnpellano.  Vitali  wrvient«  et  quibu^dain  aüi' 
umiuc  »d  numiTam  X.  et  tuni'  dicto»  frater  Laurentiue  precepit  eidem.  qar*! 
ipni.'  nbti('f.'iii'i't  duininuin  lliL'suin  Cbriätuin.  beatum  Mariain  virginum.  saiMliK- 
et  »iiii'tii'i  Upi  et  openi  emuiideni,  et  apuereC  et  mingeret  super  i'nie«iii  ihi 
in  ti^i'i'H  pui'itjiiii.  in  qnii  erat  ynnigo  Iheeu  (ilirUti  deptrt«,  et  eam  ftT 
terrum  triiiieret  et  rtiiim  pedibus  conculcni-vl,  direna,  [quod]  Ihesue  Cbrislo? 
non  fuerut  veru»  L)i-ub  nee  pro  s>(lut(^  humani  i^eneris  cra(;ilixuit  aed  fnenit  qni- 
dam  fnl»n»  prophetu,  qui  pru  Huix  sceleributi  ultra  niare  fuer«!  crucilixiis 
quodqui*  nun  deliobiit  in  euin  credcre  iiec  itpem  habere  üalvatianiü  per  ipsinn 
lialiende  Ktnl  in  quoddain  vdniuni  xivu  capat.  quod  erat  ibi  in  romu  allaii?. 
lUiNm  fuciein  tantuni  i.iileiiH.  L'um  uiiteni  ipse  luediclu  fncere  ivcDsarft, 
tinaliter  cum  «Ibi  niin^  fierent,  quud  ipiie  mitieretur  ad  part«a  reiBotais  H 
iiunquani  iimKis  videret  »liquem  de  buie  ainicitt.  ipee  hiia  p^rterritos  kbnt- 
i;iivil   iliiiiiiiuiin    llii'>iim  (.'bri^lnm.   Wiilain  Mariiini  virgini-m.   omnea  samtiri 


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Ni-.   i;>(i      {V'ft'y  \»l>i'ft  A|iril  hia  .Iniii.  :lfil 

i'l  !>tiiii-lB>>  Dci  ot  npcrii  i'oriin'lcni.  {irotit  TeiierHnt  IUI  iilii,  i)ui  riiu:  e«  t'iii' 
nint  rLTejiti.  et  spiiir  niiper  crui-etn  prcdictunj  et  Kiixit  af  iiiiiTgeri'  auper 
■■iiiii,  nvd  hon  f(>i'il.  i't  pam  peililius  cuncuIcHvit  iic  ptT  tcrrHin  traxjt  uli- 
iinantiihirn  et  nd  lui-um.  tibi  priniu  enil.  tnilipn<lu  rediixit  et  lioi;  uuileiti 
receront  alti  fratres  ilii  prcaenU'A  UHtciideiidii  Hibi,  quiiliti-r  prpdictM  fiiccro 
dfhf-ntt.  bcinJi-  ml  munilaliim  illiuH.  <|ui  i'iim  n-ci-pit.  iiiifmtiiiii  ratum 
rti)^i'ain,  (jui  btiilint  inxtn  prt'dic-tiini  j'dulitni,  fuit  uBirulaüiR  in  iiiio.  -Hit'Ul  t-t 
alii   fmin-a  i)ii  presuiitcH  fecfnint, 

liit^mißiitud.  n\  prpdJcto  ydulo  rcvi-rrnliiiin  aliquiiiii  fecit  vcl  ipsiiiii 
iidoriivit.  'lixit.  quuil  sie.  Biciit  alü  Tnilres  ilil  pi'L'!<i>nl(>H  recormit,  incliinuidu 
»e  caraiii  eu  et  k^hu"  Kfcloixln.  lfiti'rru){utui>.  si  Mi'il,  antiv  catuH  prcilictiiM 
vi'iierat.  dixit.  iiiiod  i'redit,  <|iioil  vx  parte  itinliiili  veiiHat-t,  iiei;  ipsum  viilit 
]u>stnii>diini.  quiu  dJMpnruit. 

Uixit  in&upfr.  quud  tutir  quedam  mulii-ri-a  Hpparueruiit  Ibidem.  I'iidx 
aut«tn  veiiissifnt  vel  quo  iveriiit  poHtmodnin.  iiencit.  C'uii)  cisdpm  lNnii>ii 
tum  ipu  quam  iilii  rratri'»  lurpit*^r  e^i-ruiil.  et  hoc  rni-tu  di^ipanieruiit.  ucc 
t-rpdit.  quoü,  si  ei^Mnt  vere  mnlieres,  uiim  iaiiuc  fs^eiit  lifiie  flnniite,  potuiü- 
Hunt  tul  voH  intriire.  Du  ntii.s  auleiii  fratribiis.  ijui  recipieh»[itur  In  urdini> 
ipso,  dixit,  quod  credit,  quod  cominaniter  et  iiluqui-  rtciperentar  ?o  modu. 
quo  ipsc  fnit  reotptaH,  et  ea  facpi'eiit,  que  ipse  Tepit.  Rt  ilü  quntuur,  qui 
fuerunt  rr<:«pti  eo  tempoi'«,  quo  ipse  fuit  receptus  «tmiti  modo  reoepti  ftie- 
ruDt,  st  que  ipse  tunc  fct-it.  ipar  fecerunt.  Dixit  preterea,  quud  de  pro- 
miasis  omoibus.  que  fecenil.  valde  dolenn  et  peniteiin  confessiia  Tiiit.  ut 
dicit,  cnidani  cnpellniio  spcuUri.  qui  imilttim  de  hiis.  que  ft^cent.  reprphnndit 
fundem.  et  posimodum  dedit  ei  pt-iitli'iitiHm.  et  [p.-'f  i'am  peretiit.  CiitLleMSiiM 
Fait  etiaiu  cuidam  Triitri   Minuri  de  Heilem  <'t  iKnitentiiim  iiidc  »li  ru  reri'pit. 

Sulisequentcf  pctiit  beiieficium  absoliitioniü  etc. 
^uper  i'ixdem  XI  articulis. 
Di«  111  mtiimis  luntt. 

LNXXVI  testiM  Krater  Hupm  llelleti  »i-rvieiis  ilieti  ordiiii».  iuralus 
Dt  proximiitt,  iiiterrogatus  super  dictU  XI  Hrtinulis  dixit  sua  spoiitnTien 
votnntnlK  uulU  i-iinutiunc-  precfdeule.  quod  ipse  Tuit  rec<^|jtuii  per  <|iiondaiii 
rratTHin  lohanneni  CasteliHtii  preeepturem  tuii'^  PiissHgii  in  ecclesia  douius 
TeiDpli  de  Alboiie,  XXX  auoi  sunt  >i-l!  pluK,  presoutilins  fnttribuH  plaribuH. 
qni  oniiiea  »unt  mortui,  ut  tredit.  et  tuuu  dk-tus  prireptor  prvctipit  oideni. 
quud  nbne^aret  dominum  IheHum  t'hriKtuiii,  bentiiii  virgitiem.  »iiuctoa  et 
sanctHH  Dci  et  op^iH  eorunitem,  et  quud  »pueret  et  ium,i{cret  HUper  rrucem 
ibi  in  terra  positjim,  in  quu  erat  ymn^o  Ihesii  (.'iiristi  depielti.  et  quud  eam 
per  lerram  traheret  ac  pedibun  runtulcnret  dii^eiH.  quud  Ihesiis  Ulirislus 
noii  fnerat  venis  Deus.  si'd  ruemt  qniiluni  falsuN  proplietii.  qui  iiuti  pm 
redemptioTie  hnmnni  uonerin  hed  pru  sni^  M'eleribuii  Tueriit  i'rucitixua.  in 
quem  apfin,  quod  eum  salvtive  posset.  nun  didicliat  liflbere  nvc  i-redert<  iti 
MiDdem.  sed  in  qnuddnm  jrdolum  hivl-  i-aput.  quod  i>rat  rlii  posituni  supra 
ultare  duMs  fnuien  haben",  >>t  erat  de  arKeiitu.  iit  aihi  videtur.  Cujn  autem 
idem  t'rnter  Hn^-uu  preiiii'tii  faeiTP  lecusuM't.  ut  dieit.  dictuui  fuit  eidem, 
qliiid  en  tji^iim  ticici-iirin  fiii'iTr  iqH.rleliiit,  qnia  itii  enil   in  oiilirie  ip-.n  fi.TJ 


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3ß2  TvinplerprozeMp. 

roiiauetuin,  el  tutic  ipiu'  abuegnvit  duminuni  Iheauui  Clirialuiii  otv  noD  tonlc, 
ut  dicit,  ouintK  Daucto»  et  attuctus  Ucl  et  upera  eorundcDi,  hentaiii  vem  vir- 
fjinem  uon  jibiiegMvit;  dtindv  spuit  et  ininxit  iuxta  cniiwtii  prüdiclam.  Kon 
cnim  voluit  »puere  vol  miagure  siip«r  ipsiini.  I'ostea  jpaani  coiiuolcavit  cum 
pi'ric  «t  cum  manu  aliquantuluin  traxit  eandem  per  terräDi,  Predicto  qooqne 
ydolo  lul  initndatiini  dicti  prcci'ptoria  revtTentiam  fci:tt  se  iDclintiDtlo  »idaHi. 

Interi'Ogalus,  »i  tunc  temporie  nliquls  catus  ibiil<.-iii  apparuil.  diiit. 
ijtiud  ÜK,  quida»:  nfger  »tan»  iiixU  dictum  ydohim,  qu<>ni  ad  msiidabini 
(jinadeni  preri^pturis  fuit  osculatua  iti  aoo, 

Interrvsitug,  aJ  acit.  unde  ille  ratus  vc-iiit.  vel  quo  {luatniudam  ivit. 
dizjt,  quod  nescit,  undf  veiiit,  sed  venit  ad  niodum  cuiuadani  uabis  »1  post- 
niuduni  äTBDuit,  et  credit,  quod  eseet  uliqua  ninia  res  in  ronna  cjiti. 

Interrogatus,  si  dicte  aue  receptionis  tempore  apparuerunl  ibidem 
uliqua  uiolierea,  dixit,  quod  sie,  toi  quot  eraut  ibi  fratres,  et  ipae  ar  ajiqui 
ex  aljis  fratribuB  cum  oiBdem  mulieribna  carn8lit«!>r  peccavemnt.  Aliqui 
vero  ex  dictis  fratribua  uon  peccavenint  r.iun  ipsis. 

IntetTUgatus,  si  seit,  uode  venenint  mulierea  predict«,  aat  st  esscol 
veri'  iDulierea,  dixit.  quod  neacit.  ande  venerant.  sed  fonnam  mulienuii 
habebant.  De  alüs  aotcm  fratribna,  qui  recipiebautur  in  urdine  ipso,  diiii, 
qnod  credit,  qand  commnniter  recipereiitur  eo  modo,  quo  ipae  fuit  receptas 
ut  ea  facerent,  qua  ipsa  fecit.  Hü  etiam,  quos  iptw  credit  recipi  in  ordine 
ipso,  qui  fuerunt  V  numero,  aimili  modo  quu  ipse  recepti  fuernnt,  et  et, 
focernot,  quo  ipse  fuL'it.  De  predictis  aatom,  qne  fecorat,  valde  dolena  eon- 
fesauB  fuit  infra  annuui  cuidani  aacerdoli  dioti  ordinis,  a  quo  penitetitiani 
roc^it,  ut  uam  pe^egi^ 

8nbaeqa6iit«r  pstiit  beueficium  absolatioDi»  etc. 
Super  eisdem  XI  artionlis. 
Die  XII  luDÜ. 

LXJCXVJI  tebtiH.  h'rater  Ainardua  Crocii  de  Vienua  frater  uervien^ 
'licti '  ordinis,  iuratua  ut  pruximu«,  interrogatus  super  dictie  XI  artkalis 
dixit  suH  apontanea  voluntate  nulla  ooactiotie  precedente,  quod  ipse  fiiit 
rpceptua  ppr  quondsm  fratrem  Herlionem  de  YUino  tnnc  prcceptorem  domo." 
Templi  OtithalonenBLS  in  eccleeia  domua  Tempil  de  NoDvilla,  X  anni  sunt 
vel  circa,  prosentibus  VI  fratribus,  tt  tuuc  dictus  preceptor  precepit  ei. 
quod  ubnegaret  dominum  Ihesum  Christum  et  ejus  opera  et  spueret  super 
orucem  ibi  in  terra  poeitaiu,  in  qua  erat  yniago  Iheau  Ubriati  depicta,  el 
eam  etiaui  cunculcaret,  dicena  dtctua  preceptor.  quod  ipse  non  debebat 
credere  in  Ibesum  Chriatuin  nee  spem  habere  salvationia  habende  per  eom. 
Cum  autem  ipse  predieta  facere  reousalreti  .  .  .  etiani  fleret  amare,  quii 
Htbi  l^aliti  dicebantur,  .  .  .  dictum  fnit.  quod  itu  ipBum  facere  oportebat  pre- 
dicta  .  .  .  conauecuni  et  quod,  nisi  faceret,  ipeum  in  Alaoianniam  .  .  .  aon 
inteltigeret  aliquem,  Hiis  perterritus  dominum  nostram  .  .  .  opera  ore  doo 
corde  abnegnvit  .Vmi  autom  beabini  v[r[ginem]  .  .  aaoctos  aut  moeta» 
Dei,  quia  alias  fuit  sibi  dictum,  ijuper  cru[cem)  |non  vojluit  spuerc  oec 
uam  etiam  cooculcare  vel  per  terram  trahere,  [licetj  per  dictum  proceptarem 
fuisset  aibi  preceptum. 


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Nr.   Ififi.       ISOHV   laiOV.  A|iHI   Ms  -luui.  ftfiS 

ln(crrog»tati.  ai  Uatma  dicti  ordiiiis  arr  commuiiittt'  rucipielwntur  in 
i)Riii.  dixj't,  quixl  ipx«  credit,  quod  sin  oinnes  recipemitui',  arcut  ipae  fail. 
receptuB,  ut  facerent  vn.  qui-  ipeo  lecit.  et  ipse  vidit  unum  recipi  in  Fmncia. 
tjai   aimili   modo  fnit  rcci'ptiiH.  et  (eeiK  que  i|ntO  fcvit. 

InterrufCHtu»,  äi  dictum  Tuil  vi  tiinc  ttmporis,  quixl  IIiusub  UliiiatUH 
null  faerat  vcrue  Di-ne  n«v  Dei  ftliiU'  nev  pro  redeniptlone  buniiinj  geuerJH 
oriirifiwus,  nvd  fuerat  quidmii  rslans  prophetn  pru  itnts  sculeribua  utucilixuv. 
dixit.  qnod  dud.  Ijuse  eoini  fuit  receptus  t«rilH  hurA  et  cum  fnatjuHtionc  et 
niulti  magiii  vjH  »raot  ibi,  qui  debehant  ilii  commederc  itlo  dk,  prupter 
quod  panciuta  Tuerunt  sibi  dictx  in  receptiunc  suit  prvdiutA.  Nüti  vidit 
etiam,  quod  fratre»  ibi  presentea  conculcarcnl  ipaani  cruceni  vel  apuertnt 
9uper  eani. 

Snbaequenter  p«liit  beneüciuni  nbsulutionia  etc. 
Super  eisdein  XI  articiilia. 
Üie  ultima  mensis  lunü. 
IiXXXVItl  testis.  Erster  Fetriis  de  flrajliuu  servicns  dioti  urdiuis' 
iu.nituB  et]  interrogatne  auper  dictis  XI  nrticulis  dixit  cum  luvrimRCUiii 
i-ffusioDci  .  .  .  |f|Bcir  apparebat  911a  spoittanea  voinntate  nolla  coai:ti(ino  \pf- 
cedente],  .  .  .  fuit  reeeptus  per  quoiidnm  fratrcm  lialteruni  Kef^ia.  alian 
dictoni  .  .  ,  lprecep]torem  doinuH  Templi  de  Vanneaio  in  eccleaia  domua 
[Templi]  .  .  .  XVU1  uudi  guot  vel  circa.  presanliboB  Vit  fratribu»  .  .  .  [inorl- 
tni  sunt,  at  credit,  preler  unuiii.  dp  quo  [nebcitl.  utruni  vivat  vel  niortuUH 
Kit.  et  tuDc  diutus  preceptor  .  .  ,  Iheeus  übristus  non  fiierut  verus  [DensJ 
nee  UDqnam  de  virfiine  natu»  nee  pro  [redenipiloiie]  huniani  geueriü  rruci- 
lixnit,  sed  foerst  qaidaoi  falau»  propbeta.  qui  fuerdt  Icruoifijxus  pru  -suik 
BceleribuB  ultra  mare,  in  qoem  credere  non  deliehat  [nei'i  apiim  habere,  quod 
ipsum  poaaet  salvare.  cum  euni  non  |K>Haet  in  iiliquo  udinvare  Hirquaterius 
vel  salvare:  precepit  eideni,  quod  abnogarct  dominum  Ihesum  Cbiiatum,  beii- 
tatn  virginem  et  oinaea  sanctu»  et  SHUctns  Dei  ac  facta  et  opera  eornodeni  uc 
etiam  baptismum,  et  Hpueret  nc  iniDgeret  Huper  crucem  ibi  in  terra  positani, 
in  qua  er»t  ymego  Iheau  Cbristi  depicta,  uc  enm  pedibua  conculcaret  et  per 
terram  traberet.  Cum  autem  predictn  fiiceri'  recuaaret.  «ranes  fratn-s  ibi 
presentes  posueront  sc  in  circuitu  ipsius  dicentpa.  quod  ipaum.  vellet  nollet. 
predicts  t'acere  oportebat.  et  üic  t^tiam  omneä  Tratrcs,  qui  recipiebantur  In 
ordine  ipso  faciebant,  alias  puneretur  in  carcereni,  unde  nunquam  eiiret, 
Kt  tuuo  ipse  hiis  perteiritus  ore  non  corde,  cum  magna  displicentia  abne- 
gavit  dominum  Ihesnm  Christum,  heatam  Muriam  virginem,  (imiieä  aanctoa  et 
sntictas  Dei  ac  facta  et  upera  eoruudem  et  haptismum  nc  deiude  spuit  auper 
crucem  ,  .  .  cum  pede.  aliquautalum  .  .  .  impegit  uandem,  iion  auteln  iniu- 
xit  .  .  .  eam  per  terram  traxit,  quamqunm  Iiuc  sibi  preceptum  fuieaet  ,  .  . 
f'ratrea  preaeotee  ibidem  tunc  temporis  super  ipeani  crucem  .  .  .  minxnruDt 
EUit  Bam  coneulcavernnt  pedibus,  vei  pvr  terrani  .  .  ,  quod  sie,  dante«  sibi 
expmplum,  qualifer  predicta  facerc  .  ,  .  Heberet      .  , 

Vatik.  Arcbiv,  Reg.  Auen.  Nr.  30;.  fol.  .j43  und  5ö8-  &71,  Bruch- 
stück; eingeheftet  in  einen  ßegisterband  Benedikts  Xlll.  Schrift  aus  der  Zeit 
Clemens'  V.     Die  Ortabestimmung  iat  nicht  möglich.     Bei  Zeuge  <iT  heißt 


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364  'IVmplerprnieitn'. 

<'K  {jsgen  bdiluß:  qui  eist  cnptiia  hiv  in  caatni.  Die  iiieuten  Namt^n  v««»«!! 
iiur  die  tiegeod  <lcr  Pruveiicp,  Vieune,  Anoecy  usw.  hin.  Aas  dem  Ver- 
hör iat.  ea  achwer  KU  liHütimineu,  ob  ob  iaa  Juhr  iJtOH  oder  1310  fftllt.  Xar 
wiviet  iat  zu  aiti^ii:  1809  kommt  nicht  in  EMrauht,  da  ea  twi  Zeugen  7!> 
fiiiri  15.  Mai  heißt:  die  dominii')!  nute  febtiim  proximum  pentvcosti».  im 
.Pnhre  l!t09  war  aber  PHngätoii  schun  um  1''.  Mai.  der  letzte  Sonntag  vor 
lier  witr  nm  15.  sohun  vorüber.  Der  Tod  de«  Biscbofs  JubaDne?  von  Ann«« 
iat  leider  uicht  itenan  tu  liestiiunien :  wenn  er  in  das  Ende  de»  Hai  udrr 
Allfang  Jiiai  UOl*  fiele,  so  wBre  das  Jahr  131U  »ieher.  Vgl.  Reg.  Clemeiitis  k . 
Nr.  2893  Die  Form  der  II  Artikel  kommt  U-  b.  «iich  vor  in  den  tlraudf- 
chroniiiucs  ile  France  V.  iHi*  Doeli  klinnen  die  daselbst  genanntcti  hier 
nicht  Grundlage  sein.  Da  auch  IHIU  vgl.  ,Kn!;h>nd)  ooi-li  andeie  t'n-<siinit>'n 
der  Artikel  nla  die  päpstlichen  vorkommen,  ao  ziehe  ich   13111  vnr. 

l'>~.    Xnu^oHvviathe  Ternftlf  merhVn'  In  Lvi-Mm.  (I3I0(  Febnwr  IB— Ä 
Uie ')    luiie    XIll.  kaleodas   Mai^ii   aniiu  a   nativitute   il<>- 
üiini  niillesirao  <;CO"X"  Ylerde. 

Krater  Saluatoi-  ile  Ani^uiaria  Tralcr  servieiis  nrdmii 
inilifie  Templi,  qiii  tempore  cuplioniü  sue  erat  in  Muntesonu 
iuravit  sub  forma  pieiiiissii  -).  EL  interrugatuf:  fuit  piT  iiira- 
meiituiii  super  otunibiis  et  sin^ruilä  iiifrascriptis. 

Rl  pi'inio  Sliper  receptione  sua,  videlicet  a  quo  fuil  re- 
tieptup  ad  dicluin  ordineni.  <.^ui  per  iuramerituni  responrlil. 
quod  fuit  recej)tu-s  ad  dictnm  ordincm  in  Miraueto  per  frütaTn 
Pctnini  de  Villalba  tum:  roiiitiidatoreni  dicti  loci.  Kt  .-unt 
XVI  anni  vel  «rirca,  quod  ipstr  c-st  in  ordine.  Et  erat  turii- 
etatis  XXII  amioruiii  vel  circa.  Fueraiit  auteni  presenl« 
receptioni  sue  t'rafer  Petrus  Guaiiiir.  tunc  trater  (.■appellaniis 
de  monle  Mirauuto,  et  plures  atii,  qui  onines  mortui  sunt. 
Modus  auleiri  receptionis  sue  füif  iate:  \fi,  qui  euni  recepit. 
expositis  prinio  durioii^  et  asperitatibun  urdinis  fecit  eiim  in- 
rare  et  per  ipsium  iurauieiitutu  interro(wvit  cum.  si  auniin  vel 
»i^entuni  dedei"al  alicui  seculari  prti  receptione  sua.  si  votuoi 
fecerat  alteri  leligioiif,  si  debilis  oblitratus.  si  sanus  earpore, 
si  uxoreni  tialiebat  fvei|  si  in  &iicris  oi-dintbus  constitutus  i>l 
.si  excomunicatus.  IV-^t  liec  per  ipsuni  iuramentutii  fecjt  emn 
pronuttere  ob))edienciam.  castitatem,  vivere  sine  pniprio,  b«no> 
nsus  et  bonas  coiLSuetudines  ordinis,   qui  nunc  erant.   vel  qu'>> 

'l  Also  kfine  spauiui-hi^  Uatronmi-. 
■|   Val.  Otiten  Amnerktiii)!. 


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Nr.   1-^7      (I310I   feliruar   IC,     -ifi.  «66 

ina^isler  luin  convetitii  prt»  [empöre  ii|ipoiier(^iit,  observare, 
san[c]tuni  retrimm  [erusalem  pro  viribus  acquirere  et  qiiod  ac- 
i|uisituni  eal  dcl'endere.  ciiristianum  vd  christianam  non 
fxhei-ptare  et  ordinem  non  exire  pro  fortiori  vol  «lebiliori 
sine  conjier'io  et  seeretnni  capitnii  teuere.  Post  heo  ipse  reci- 
piens  apposnit  sibi  niaulel)uni  in  rollo,  ijicens,  quod  recipiebat 
euni  atl  ordinem  et  recolli(tebat  cum  nd  uninia  berietkia  or- 
dinis  et  quod  i|>äe  rcciperet  alios  liMtres  ad  omnia  bona,  cjue 
ipse  faceret.  Postea  ipse  reripiens  et  aliqui  de  a stantibus 
uGculat)  fnerunt  eum  in  oif,  Deinde  iptie  n^cipiens  instrnxit 
(.'um  super  observantiis  ordinis.  Disit  etiam  interrogatun  se 
credere,  quod  omnes  frati-es  dicti  ordinis  nbiqne  reeipiebantnr 
modo  pi-e<iicto  et  quod  ritiis  et  observantie  ordinis  erant  »bi- 
que  iideni. 

Post  hec  fuit  iiiterrui^atus  sin;j;ulariter  et  distincte  super 
Omnibus  et  sin^nilis  articulis  suprascriptis  sibi  in  ydiomate  suu 
vulg«ri?.ati^.  Et  prinium  super  primo  et  aliis  seqiientibu.s  ar- 
ticulis  distincte  et  divisini  usque  ad  XXDl  inclusive.  Nf^avit, 
quicquid  in  dictis  articulis  rontinetur  de  uhnegatione  Christi, 
de  spuitione.  eonculcatione  et  miiietione  .siuper  fnicem,  de  dO(f- 
maticatione.  quod  Christus  non  erat  venis  Deus,  de  adoratione 
eati.  de  ommissioiie  verboruni,  per  que  ennfidtur  corpus  Christi, 
i'l  breviter  oinnia  et  singula  in  dictis  articulis  contenta  neKavil 
die.ens  se  nescire  nee  audivis.se  dici  nee  t-redere,  quod  predicta 
vel  ahqua  de  eisdem  essent  in  aliquo  fratre  dicti  ordinis  uut 
(|uod  per  fralrem  aliquem  dicti  ordinis  herenl,  dicerentur, 
servarentur  aut  niandarentur. 

InterrogalUK  ^uper  XXillt  et  aliis  sequentibus  articulis 
distinete  et  divisim  usque  ad  XXIX  inclusive  dixit,  quod  ma- 
xister, vifisitator  seu  preceptor  aliquis  dicli  ordinis  non  po- 
terant  absi)lvere  fratres  a  [«reatis  vi^l  quod  de  factn  hec  fa- 
cerent  predicti  vel  aliqiü  predictorum.  Hixit  tarnen,  quod,  si 
aliquis  Trater  dicli  ordinis  comniisi^set  aüquam  faltam,  .'iicut 
est  non  surpere  ad  niattutinuni  vel  ntm  dicere  lioras  suas  et 
similia:  tunc  fniter  delinquens  petebal  ruisericordiain  in  capituio 
coram  illo,  qui  preerat  c^pitnlo  et  iile  H|e|mpei'  remittebal 
euuk  absolvenduni  ad  tratrem  cappellanuni.  (Cetera  in  dictis 
articulis   nepiavit. 


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iM  IVinplerpruzeseo. 

iDtrrrogattis  super  XXX,  XXX),  XXXH,  XXXIII  articulis 
fiistincte  et  divisini  dixit  Sf  nescire  ncc  aiidivisse  dici  iifc  cre- 
flerc,  qnod  uiiqiiam  fierfiit  aliqiia  oscula  de  hiis,  que  in  dicti:- 
artirulis  continontur,  iiitcr  aliquos  (ratres  dii-ti  ordinis  iii>i 
ißiitutn  in  ore. 

Inlerrogatiis  siipor  XXXIIII  et  aliis  seqiieiitibui;  articuli.* 
distincte  et  divisim  usqm-  ad  XXXIX  inriiisive  dixit ,  qund 
fralres  dicti  ordinis  iiintbant  ordineni  rion  ''sire  sine  eonfferiu. 
Lit  predixit;  dixit  ftiHKi,  qund  stntiiii  [Ktst  receptionem  suarii 
habelwntui'  pro  professi.«  nee  nliani  profes.«ionem  fadebaiil. 
Dixit  preterea,  quod  loceplioiies  fratnitn  fiebani  niillis  preseii- 
tibiB  nisi  rnilibiiit  dii-ti  ordiniii  in  aliqna  domo.  Ita  quod  non  pos- 
senl  videri  nee  audiri.  Dixit  eliani  sc  iion  oivdere.  qiiod  frentis 
suspicarentur  nialum  de  .sctreta  l'ralum  dicti  ordinit>  recepfione. 

tnterrogatns  super  XL  et  alils  seqnentibus  artioiilis  di- 
stincte et  divisitn  nsquo  ad  LXVIII  inclusive  negravit,  quii;qniil 
in  dictis  artirulis  continetur  de  carnali  inier  Trati^ep  dicti  or- 
dinis eommistione,  de  ydoliH  et  eonim  adoratione,  de  cinp-nd« 
aut  tanpendn  ydoltiin  cordnlis,  quibuä  se  ipRos  continue  fiii- 
gebaut,  et  breviter  omnia  et  singula  in  dictis  artiodis  conlenla 
nt^vit,  dicens  se  nesrire  ne«'  andivisse  diei  nee  credere  ea 
esse  Vera  vel  aliqua  de  eisdem. 

Interrogatiis  super  LXIX.  I.XX,  l.XXI,  hXXIL  aXIll 
arlieulis  distinele  et  divisim  dixit.  ijuod  fratribus  dicti  ordial^ 
inandabatnr,  ne  vevelarenl  rapitulum  et  per  eonsequens  nei- 
inodmn  receptionis  fratriini,  cum  s[ejmper  lieret  in  capitnln: 
fieiia  autem  revetantis  erat  ad  valunlalem  eapituli  el  Jllius. 
qui  tenebat  capitubini.  Dixit  etiam,  quod  fratres.  qui  inter- 
Inerant  rereptioni  aticntus,  loqiii  poterant  inter  se  de  inodu 
receptrnnts  illiu^,  non  antetn  euni  idiis  etiam  fratribn^  dioti 
ordints,  qui  ipsi  receptioni  non  interfuissent.  Cetera  in  dictis 
artioulis  contenta  negavif. 

[nterrogatus  super  LXXIIII  artienlo  dixit.  quod  fraLnbii? 
dicti  ordinis  inandabatur,  ne  conliterentur  alteri  quam  cappelliiiio 
dicti  ordinis,  dum  illuni  habere  possent.  In  defectu  laiiieii 
frabis  cappellani  poleranl  coniiteri  de  licentia  wui  superioris 
rralrilins  Miiionbus,  Predicatonbus  et  aliis  religiosis  et  in  eonim 
defectu  jiaeerdotibus   secularibns. 


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Nr.   1Ö7.     aSlU)  Vthrunr  ]ß^2ß.  367 

InterrogatuR  super  LXX\\  LXXVi,  LXXVU  articiilis  di- 
stincte  et  diviäini  dixit,  quod  dicti  errores,  quos  supra  n^avit, 
nunqimm  fUerunt  in  ordinc.  FA  sie  negavit  oninia,  que  in 
dictii;  articulis  conlinontiir.  [nterro^^atus  super  LXXVIII, 
LXXIX  articuli«  distinetc  cl  divisiiii  dixil,  quml  fatribus  dicti 
nrdinis  inandabatnr  sed  non  per  iuramentum,  quod  procura- 
r^nt  aiigmentum  et  utriitatein  nrdinis.  non  tanicn  per  nephas, 
quia  peccatüm  essel.  et  pwcatiim  inter  l'ratres  dicti  oivünis 
reputabatur  aliquid  per  nephas  ptocurare. 

Interrogatus  super  LXXX,  LXXXl  articulis  dixit  se  non 
credere,  quod  predicta  sint  nutaviu  vel  manifesta  nee  credit, 
quod  aliqnis  oppinetur  ea  esse  vera.  Potest  esse  tarnen, 
quod  aliqui  locuntiir.    Celera  in  dictis  articulis  n^avit. 

Interrogatus  super  LXXXII.  LXXXril.  LXXXIV,  LXXXV 
articulis  distincle  et  divisim  dixit  se  non  credere,  quod  aliquis 
t'rater  dicti  ordinis  confessus  fecerat  predietos  errores  vel  ali- 
quem  de  eisdeui.  Et  ostensa  ]itter,i  papali  el  in  eins  vulgari 
exposita,  in  qua  ßt  nientio  de  confessionibus  magni  m^^isti 
et  quorundam  aliorum  fratrum  dixil  se  credere.  quicquid  do- 
minus papa  dicil  in  suis  litteris.  Di^it  tarnen,  jquDdj  illi 
fiierunt  confessi  ma^nam  Talsitateni. 

Inter'ogatus  si  seit  vel  audivit,  ijuando  et  a  q<iitius  cepe- 
runt  dicti  errores  et  a  quo  habuerunt  ortum,  interrogatus  etiam 
^i  seit  vel  aiidivit.  uti  sint  dicta  ydola  sen  capita.  dixit.  quod 
dicti  errores  nunquam  luerunt  in  ordine  ner  ydola  supradicUi. 
Interrogatns  si  fuil  instructiis  vel  snbomatus,  dixit  quod 
non,  nisi  quod  fratres  ;id  inviceni  dicebant,  (|Uod  |  nnusriuisqiieV  | 
diceret  veritateni. 

Et  fuit  sibi  ininiictum,  qmid  feueret  secretiis  interroKn- 
ttones  sibi  factas  et  resjHinsiones  per  euui  sequntas,  donec 
sit  inquisitio  publicata. 

Eadem    die    lune.      Frater    liuilelnius    de    Albione    frater 
serviens  ...  receptus  pei-  fr.  fiuilleliuum  de  AlieJIariis"  quon- 
dam   comendatoreni    Mansi    Üei    in   dielo    loco   Manso  Dei  .  .  . 
XIIII  anni  .  .  .  etalis  XXV  .  .  .  i) 
'(  mit  AlikrirunnsreMJphen  niiw  q. 

')  In  dfewr  nbgt'ktl raten  Komi  grW'  icli  «iic  Zi-it  ili-s  AufeiiUinllpH  im 
Oiilen  unil  ilnR  Alter  hei  der  Aiifuahnie.  Di>'  Aiis.'tnKen  »unnt  stimmen  fast 
wörtlicli.    .ledanfaiU  findet  »ich  nirftends  eine  l)emerkenBvrert«  .^aderuiig. 


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äfiS  'remplprpL-oüPsM'. 

Pi-es«iit«Ä  Ir,  Hayinuiidus  de  saiieto  lusto  frater  iiiili-s  . . . 
r*t  fr,  Bernardus  Guerrerius  fr.  capellaniis  .  .  .  TallaMt  --'fl  i'-f 
iiiterfict^r*?  sairacenuui  captivuiu  v;'l  equuiii. 

Fmter  Bernardus  Mnthei  de  Orulo  (i-.  servieiis  , . ,  ivr 
ceptiis  in  Manso  Dei  per  fr,  Onillplinum  de  Abellariis  .  .  . 
Xn  ...  iiniii  .  .  .  etatis  XXIIil  .  .  .  Prpsrnics  Bernardus  .i.- 
Villa  lonjra  fr.  iiiileK  et  fr.  Inrdamis  coinendentor  de  Onik)  . . 
confeR-si  -I  ftierunl  ina^iiuin  falsitatern  i-l  interro^titiis  pliirii's 
Sliper  eisdem  articidis  noiuit  precise  aliud  respondeif  ,  .  . 

Die  iiiai-tis  XUI.  kalcndas  Marrü,  Fr.  Petrus  Lanen 
fr.  sf'rviens  .  . .  rec,  iti  (iardeyno  pei-  fr,  Arnaldum  de  Tiir- 
riella'')  luiir  coitin)endatorcin  ...  X  anni  ,  .  .  XXX  annoruoi. 
Pre.senti's  fr.  Hvinuii  de  Blandis  fr.  miles,  fr.  Oiiillelinus  df 
Albent  nunr  oanterarius  dicli   Iiici  ,  .  , 

Fr.  Beniardiis  ßelliseii  fr.  ser\'ieiis,  coinftiidnlor  de  Aiiei-a  ... 
fpc.  per  Fr.  (iuillelinum  de  Ambellerii.'i  liiiic  eomeiidatorem  de  Bar- 
barano  .  ,  .  XX  ,  ,  ,  XM  .  ,  .  pri'Si'iis  fr,  Petrus  de  Luparia  turir 
com,  de  <:etma  ,  .  .  faltii  ').  si<iit  est  dare  de  bonis  Templi 
alicui  iillra  quam  debeanl  ex  slaliilo  ordiuis  vel  perctitere 
aUqiii>m  Iroccariiim  .  ,  , 

Fr.  <iiiillelmus  de  s,  Martino  ( camerarius)  de  GardeTiio, 
Ir,  serviens  .  ,  ,  rec.  per  fratrem  Rayninndum  de  Faldbiis  tunc 
raslollanimi  de  Montesono  ,  .  ,  XVII  .  .  .  XVIII  ,  ,  ,  presetites 
fr,  Anialdiis  de  Bauytils  fr,  miles  et  fr.  Berenjrarius  de  Belni*" 
fr.  miles  castellanus   de  Montesniio  .  .  . 

Kr,  Petrus  Sancii  fr.  serviens  .  .  .  rec.  per  fr.  Helniin  He 
Coua  tunc  mmendatorem  de  Miraiielo  .  ,  ,  XXVIII  ,  ,  .  XXX  ... 
presentes  Petrus  de  Montepalatio  fr.  miles  et  fr.  Petras  lit- 
tinaniiola  tum-  cnmerariiis  de  Mirauelo  ,  .  . 

l)i(t  mercurii  XII.  kaleiidas  Marcii.  Fr.  (iuillelnius  ili' 
Bardolyo  Ir.  serviens  .  .  ,  ree.  fr,  liuillelinus  lU-  Mtraiielo  tum 
iromendator  de  Orla  in  ()rta.  XXIll  ,..  XXX  ...  presen- 
fr.  Petrus  de  Mitiorisa  fr.  cappellauiis  .  ,  ,  Interrot^atus  . .  • 
de  carnali  intnr  fratres  dicti  ordinis  comuiistioiie,  excepto  quoil 
iiudivil,  cjuod  quidaiii  Iratrr  dicti  ordinis  diffamatus  de  dirto 
erimine  Sodomie  füll  positiis  in  carceribus  et  ibi  mnrtuns  est  . . . 


ti's  VMhilr  Punkt  XXIIIl. 

.t.-s  V.rliUr  Arlik.-!   I.X.VXH     I.XXXV. 


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Nr.  157.    (1310)  Febniar  l$-26.  960 

Eadem  die  mercurii.  Fr.  Petrus  (?)  qa  Ricira  fr.  serviens  .  .  . 
rec.  in  Barbarano  per  fr.  Dalmatiiim  de  Timor  comendatorem 
ilicti  loci  ...  V  .  .  .  XXX  .  .  .  presentes  fr,  Berengarius  de 
Palatio,  fr.  Berlrandus  de  Ceraria,  fratres  milites  .  ,  . 

Kr.  Petrus  Sunyerii  fr.  serviens  .  . .  rec.  per  fr.  Petniiu 
ca  Retorta  fr,  mil'ttcm  comendatorem  de  CastellJone  Impuriarum 
in  domo  de  Aquaviva  .  .  .  XXII  . .  ,  XXII  .  ,  .  pres.  fr.  Petrus 
de  Ganodis  tune  comendator  de  Aquaviva  .  .  . 

Fr.  Bcrnardus  de  Podiolo  fr.  cappellanus  .  .  .  rec.  per 
fr.  Dalmatium  de  Timor  comendatorem  de  Barbenmo  .  , , 
V  .  .  ,  XXXV  . .  .  presentes  fr.  Arnaldus  de  Banjuls  et  fr.  Ber- 
tnindus  de  Villa  lonfra,  (ratres  milile.s  .  . 

Die  iüvis  XI.  kalendas  Marcii.  Fr.  Berlrandus  de  Villa 
longa  fr.  miles  .  .  ,  rec,  per  fr.  Berengarium  de  Cardoiia  qtion- 
dani  niagislrum  Aragonie  in  domo  Tempil  Barch inonensis  .  .  . 
Xn  .  ,  .  XV  .  .  .  presentes  fr.  Berengarins  de  Pulcrouisu  anno 
castellanus  de  Montesono  et  fr,  Petrus  de  Villalba,  fratres 
milites  .  . .  Recolligcbal  euni  et  patrem  et  nialrem  eius  ad 
onmia  benelicia  ordinis  ...  fr,  Arnaldus  '}  de  Beluisu  et  fr,  la- 
cobus  de  Villaba,  qui  modo  delinentur  captt  ])er  soldanum,  et 
fV.  Berengarius  de  Biuosicco,  qui  est  in  Cipro-),  oinnes  fratres 
'milites  et  quidam  frater  capellanus,  qui  est  Maioricis  ...  Si 
vero  faita  illa  non  continebat  peccatum  anime,  sicul  si  frater 
aliquis  bibissot  sine  mantello,  qnod  sit  contra  statuta  ordinis, 
tunc  non  opportebat  eum  confiteri  fratri  cappellano  .  .  , 

Fr.  Petrus  de  Villa  tiranada  fr.  miles  .  .  .  rec.  per  fr. 
Petruni  de  Monte  Calano  in  (Jardeyno,  tunc  magislmni  Ara- 
gonie .  .  .  bene  XXXJI  .  .  .  XVIll  .  .  .  pres.  fr.  Raymundus 
('aguardia  ")  .  .  . 

Fr.  Raymundus  de  Ontynocna  fr.  miles  .  .  .  rec.  per  fr. 
Berengarium  de  (lardona,  ...  niagistruni  Aragonie,  in  Monte- 
sono ■  .  .  XVIU  .  .  .  XIII  .  .  .  presentes  fr.  Petrus  de  Villalba 
nunc  comendator  de  Cantauetula  et  fr.  Eximi[n]us  de  Lenda, 
nunc  niagister  Aragonie  .  . . 

'I  Mit  ihm  Aurgenommene, 

*)  DeaBen  Deposit ionen  im  proceaaus  Cypricus  atelien  ScIiottniDlIcr 
II,  194  f  und  884  fr.  Dort  ist  S.  195  das  Bernsrdinus  de  C-  zn  andern  in 
Berengariuai  dcis  Ton  Seh.  Dicht  »HchweisbHre  Bur«olinR  ist  Barcplonii. 

')  Der  in  obigen  Briefen  so  oft  geDannte  Templer. 
Finha,  Pnpsttum  and  ITntercaDK  dea  Tamplarordeim.    II.  24 


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S70  TeniplerprozüMe. 

Die  veneris  X  kalendas  Marcii  fr.  Berengarius  de  PoHio 
fr,  miles  .  .  .  rec.  per  fr.  Berengarium  de  Cardona  Urne  magi- 
stnim  AragoDie  in  domo  Tempil  Barchinone  .  .  .  V  . . .  L  . . . 
prcsetites  fr.  Dalniatius  de  Timor  et  fr.  Bcrtrandus  ?a  (j'irwa, 
fratres  mililes  .  . .  Quod  si  aliquis  Iratcr  dicti  ordinis  conii- 
sisset  aliquam  faltam  contra  statuta  ordinis,  tunc  magister  Tel 
alius  superior  imponebat  ei  penaiii  pro  falta  illa  de  consilio 
fratrum,  qui  erant  in  capilulo,  et  de  talibus  faltis,  postquani 
putiite  erant  per  superiorem,  non  videtur  sibi,  quod  opporteret 
postea  confiteri  fratri  cappellano,  de  aliis  vero  peccatis  anime 
confitebantur  .  .  .  fratri  capellaiio  vel  alteri  sacerdoti  . . . 

Fr.  Bernardus  de  Podio  viridi  fr.  mües  .  . .  rec  per 
fr.  Bereiigarium  de  Cardona ,  magistrum  Aragonie,  in  Gar- 
deyno  .  .  .  VII  .  .  .  XX  .  .  .  presentes  fr.  Bernardus  de  Fontibus, 
comendator  de  Corbinis,  fr.  Dalmatius  de  Timor,  fr.  Beren- 
garius  de  Pulcrouisu  castellanus  de  Muntesono,  fratres  mililes . , . 

Die  sabbati  [VIII],  kalendas  Marlii  fr.  Berlrandus  ^atireni 
fr.  miles  .  .  .  rec.  per  fr,  Berengarium  de  Cardona  quondam 
magistrum  Aragonie  in  Gardeyno  , . .  V  , . .  XV  , . .  presentes 
fr.  Arnaldus  de  Banyuls,  comendal»r  de  Gardeyno,  fr.  Pelms 
de  Villalba,  comendator  de  Cantauetula,  fratres  niitites... 
recepli  cum  eo  VII  fratres  niiiites,  vidilicet  fr.  Cuilelnius  ilc 
Monte  Tornesio,  fr.  Romeus  de  Tugunis  .  .  . 

Fr.  Bernardus  de  Furcis  fr.  miles  ,  .  .  rec,  per  fr.  Beren- 
garium de  Cardona  ...  in  Mirauelo  .  .  .  IUI  .  .  .  XIS  .  - . 
presentes  fr.  Arnaldus  de  Banyuls,  comendator  de  Gardeyne  el 
fr.  Bertrandus  de  Villa  longa,  fratres  miütes  .  .  .  recepti  simul 
cum  eo  III  fr.  miütes,  fr,  Guilelmus  de  Meaylla,  fr.  Bcrnanlus 
de  s.  Literio  et  fr.  Petrus  Eximini  .  ,  ,  et  numquam  fuit  aliquis 
eorum  separatus  ad  partem  .  .  . 

Die  Uine  VII,  kalendas  Marcii  fr.  Petrus  Guancrii'  fr- 
cappellanus  .  .  .  rec.  per  fr.  Amaldum  de  Castronouo,  tunc 
magistrum  Aragonie,  in  loco  de  Gard(;yno  .  .  .  XXXIIII  . . . 
XXX  .  ,  .  presentes  fr.  Arnaldus  de  Timor  et  fr,  AmaM'is 
de  Turricella,  fratres  miliies  .  .  . 

fr,  lohannes  de  Rosis  fr.  cappellanus  .  .  .  reo.  per  fr.  Giii- 
lelmum  de  Benagiis  tunc  comendatorem  Mansi  Dei,  .  .  .  XXI!  .-- 

c  Qanni  mit  AbkOrzungszeicben. 

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Nr.  157.    (1310)  Februar  16-26.  371 

XVII  ,  .  .  presentes  fr.  Bertraiidus  de  Ripisaltis  fr.  miles  et 
fr.  Petrus  de  Casteilione  fr.  serviens  .  .  .  Dixit  etiam  se  vidisse 
plures  fVatres  milJtes,  servientes  et  cappellaiios  recipi  ad  dictum 
ordinem,  qui  omnes  fuerunt  recepli  modo  predicto  ,  .  .  Interro- 
gatus  signanter,  que  sunt  verba,  per  que  conficilur  corpus 
Clirisli,  respondit,  quod  ista:  Hoc  est  enim  corpus  meum; 
siiniliter  de  san^iiine  .  .  . 

Fr.  Michael  de  Noucltis  fr.  serviens  .  .  .  rec.  in  Auerino 
per  fr.  Petruin  de  Relorta,  ttinc  comendatorem  .  .  .  XVIII  .  .  . 
XXX  .  . .  presentes  fr.  lohannes  de  Vistabclla  et  fr.  Petrus  de 
Maraudi  fratres  servientes  .  .  , 

Fr,  Amaldus  de  Cabestars  (?)  fr.  serviens  rec.  (r.  Bernar- 
dum  de  Monleoliuo  comendatorem  luiic  de  Barbarana  .  ,  . 
XVII  .  .  .  XXXV  .  .  .  pres.  fr.  Bartholomeus  Taulat  . .  . 

Fr.  lohannes  de  Vista  bella  fr.  serviens  .  .  .  rec.  p.  fr. 
Hertrandtim  Anglicum  comendatorem  domus  Templi  Tripoll- 
tane  ')  in  civitate  Tripolitana  .  .  .  XXV  ,  .  ,  XX  .  .  .  presentes 
fr.  HerricHS  Anglicus  comendator  domus  Tempü  Tripolitane  -) 
et  fr.  Thomas  de  Panpilona,  cammerarius  Tripoülanus. 

Fr.  Martinus  de  Benauarra  fr  serviens  rec.  per  fr.  Ray- 
mundum  de  Faicibus  lunc  castellanum  Montissoni  .  .  ,  VMI 
XXIX  ve)  XXX  .  .  .  presentes  fr.  Raymundus  de  Ontyniena  et 
fr.  Bertrandus  de  Villa  longa,  fratres  milites  .  .  . 

Die  veneria  III  kalendas  Martii.  Fr.  Petrus  de  Brenis 
fr.  serviens  .  .  .  rec.  per  fr.  Arnaldum  de  Timor  quondam  ca- 
stellanum Montis  soni  .  .  .  XXII  ,  .  .  XXXV  . ,  .  pres.  fr.  Guil- 
lelmus  de  Castro  veteri  .  .  . 

Fr.  Bertrandus  de  Ripisaltis  fr.  miles  .  . .  rec.  per  fr. 
Guillelmum  de  Bonagiis,  comendatorem  Mansi  Dei  . . .  XXHII  . , . 
XVI  .  . .  pres,  fr.  lordanns  comandator  de  Orulo  . , , 

Fr.  Petrus  de  Tamarito  fr.  serviens  ,  .  ,  rec.  per  fr.  Go- 
lardiim  comendatorem  de  Tortosa  ultramare  . . .  XXI!  .  .  . 
XX  .  ,  .  pres.  fr.  Dalmatius  de  Timor  comendator  de  Barbarano 
et  fr.  Guillelmus  de  Villalba  nunc  comendator  de  Castellot  .  .  . 

')  Durchstrichen:  fr.  Guillelinua  de  Belioch  quondHm  magister  msior 
totius  ordJDJs. 

')  Dieser  Name  durchstricheo. 

24* 


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Xn  Templerprozesse. ' 

Fr.  DoniJnicus  Martini  de  Monte  sono  fr.  cappellanus  ... 
rec.  per  fr.  Raycnundum  Oliuerii,  comendatorom  domus 
Templi  Cesaraugustani  ...  VI  .  .  .  XXIIII  ,  . ,  pres.  fr,  Gau- 
bertus  de  Durbando  et  fr.  Petras  de  Monteciinio,  fratres  niililes. 

Fr.  Garsias  de  Abbasasino  fr.  serviens  .  .  .  rec.  p<?r  fr. 
Berengarium  de  HoDte  Oliuo  coniendalorem  donius  de  Osca  . . . 
pres.  fr.  Petrus  Sancii  canierarius  Osce  .  .  . 

Dominicus  lohannis  de  Tiragona  fr.  serviens  ,  , .  rec.  per 
{r.  Arnaldum  de  Tuiella  comendatoretn  domus  de  Ambello  ... 
XXII  .  ,  ■  XXX  .  .  .  pres.  fr.  Bereiigarius  Guanii'/  came- 
rarius  donius  Templi  Barchinonensis  et  fr.  Raymundus  de  s. 
Anioio  fr.  mJles. 

Die  niercurii  V  kalendas  Marcü  fr.  Bernardus  de  Fonlibus 
fr.  itiiles  .  .  .  rec.  per  fr,  Berengarium  de  s.  luslo  tunc  mag\- 
strum  Aragonie,  nunc  comendatorem  de  Miraueto  ...  XX  ... 
XX  . .  .  presentes  fr.  Petrus  de  Villalba  comendator  nunc  de 
Cantauetula,  fr.  Kaymundus  de  Betio  loco  comendator  domus 
TempH  Valentie,  fratres  milites  .  . , 

Die  iovis  IUI  kalendas  Maren  fr.  Garsias  de  Curtibii^ 
fr.  serviens  .  . .  rec.  per  fr.  Lupum  San<;-ii  de  Vergua  comen- 
datorem de  Ciuert «...  XX  ...  XL  .  .  .  presentes  fi".  Ray- 
mundus de  Belloloco  comendator  domus  Templi  Valentie  el 
fr.  Gaubertus  Durbandi  (?)  ,  . , 

Die  mercurii  V  idus  Martii  Herde  in  domo  Predicatorum. 

Fr.  Petrus  Oliuonis,  prior  conventus  Herde,  ordinis  Pre- 
dicatorum, iuravit  dicere  veritatem  et  interrogatus  per  iura- 
rtientum  dixit,  quod  audivit  a  Ferrario  de  Bilgleto,  vicario  pro 
domino  rege  Terracone  eo  tempore,  quo  capti  fuerunt  Templarii 
in  partibus  istis,  et  diceretur  f,  quod  adorarent  capila,  quod 
ipse  Ferrarius,  cum  nutriretur  cum  fratre  Ferrario  de  Lileto. 
archipresbitero  de  Vallobar  fratre  cappeilano  ordinis  milicie 
Templi,  patruo  suo,  vidil  muUotiens,  quod  dictus  patniui 
suus  portabat  supra  camisiani  quoddam  cingulum,  in  cuiui= 
capite  erat  appensum  quoddam  capud  ai^enteum  barbalum, 
et  ex  hoc  dicebat  se  presumere,  quod  esset  verum,  quod 
Templarii  capila  adorarent.  Dixit  preterea  interrogatus  sf 
credere,   quod   gentes   comuniter   locuntur  de  criminibus  impo- 

d  So  hier.  «  So  Or.  f  So  Or. 


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Nr.  1B7.    (1810)  Febniar  16-26.  878 

sitis  et  credit,  quod  aliqui  credant  ea  coiitenta  in  ein  et  aliqui 
noD;  alia  dixit  nescire  de  (ratribus  dictl  ordinis  Templi. 
Eadem  die. 

Frater  Bernardus  de  Ripullo,  ordinis  Predicatorum  iura- 
vit  dicerc  veritatem  et  inlerrogatus  per  iuramentuin  dixit,  quod 
quadam  die,  cum  ipse  et  quidam  alius  frater  esset  in  Mon- 
tesono,  ascenderant  castrum  ad  videndum  rratreiii  Raymun- 
dum  de  Orchau  fratrem  militeni  ordinis  Tempil  et  petierunt 
ab  eo,  qualiter  erat  et,  qui  respondens  dixit,  quod  male.  Et 
dictus  fr.  Bernardus  et  socius  eius  volentes  eum  consolari 
(Hxerunt  sibi:  Non  dicalis,  quia  in  bono  ordine  estis  et  salva- 
bitis  Deo  dante  animam  et  corpus;  et  dictus  frater  Rayniun- 
dus  de  Orchau  dixit:  A,  quam  malum  ordinem  teneo,  quia 
corpus  et  animam  perdo! 

Frater  Guillelmus  de  Ermenteria,  ordinis  Predicatorum, 
leclor  in  conventa  Ylerdensi,  iuravit  dicere  veritalem  et  per 
iuramentum  interrogatus  Hixit,  quod  audivit  a  quodam  notario, 
quod,  cum  peteret  sibi  revelari  secretum  Templi  per  quendam 
fratrem  dicti  ordinis  Templi,  dictus  frater  Templi  fere  voluit 
cum  interficere.  Ex  hoc?  ab  illo  tempore  cilra  dictus  frater 
Guillelmus  suspicatus  est  malum  de  secreto  Templi.  ^ 

Die  iovis  IUI  idus  Marcii  in  domo  Minonim. 

Frater  Petrus  de  Podio,  guai-dianus  conventus  fratrum 
Minoruni  Herde,  iuravit  dicere  veritatem.  Et  interrogatus  fuit 
per  iuramentum,  si  seit  aut  credit,  quod  fratres  ordinis  Tenipji 
abnegarent  Christum  in  recepclone  sua  et  spuerent  super  cru- 
cem,  si  non  crederent  sacramentum  allaris  et  alia  sacramenta 
ecciesie,  si  turpia  oscula  inter  se  facerent,  si  peccatum  Sodomie 
conimitterent,  si  ydola  adorarent:  dixit  se  nescire  nee  credere, 
quod  facerent  predicta '  vel  aliqua  de  eisdem.  Dixit  tarnen, 
quod  quadam  vice  dicti  fratres  Templi  tenuerunt  eapitulum  in 
Monte  albo  in  domo  Minorum,  in  quo  receperunt  quendam 
fratrem.  El  dictus  frater  Petrus  supervenit  ad  locum  iltum 
pauIo  post  separationem  capituli  dictorum  Templariorum  et 
audivit  tunc  a  fratribus  Minoribus,  qui  erant  ibi,  quod  dicti 
Temptarii  posuerant  quendam  custodem  supra  tectum  domus, 

ff  ex  e  hoc  Or.  h  Eb  folgt  durchstrichen  et  credit  quod.  i  Folgt 
faceret  noch  etnnial. 


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374  Templorproiesse. 

jn  qua  lenebant  capitulum,  et  quod  posuerant  quendam  pan- 
ntim  ad  hostium  ipsius  domus,  ne  aliquis  posset  per  ßssuras 
hostii  respicere.  Et  hoc  non  tunc,  sed  adveniente  isto  negolio 
non  placuit  sibi.  Üixit  tarnen  se  audivisse  mullotiens  con- 
fessiones  muUoruin  Templariorum  et  videbanlur  sibi  boni 
Christian!. 

Eadem  die. 
Frater  Petrus  Mir,  ordlnis  Minorum,  frater  conventualis 
Ylerde,  Juravit  dicere  veritatem  et  interrn^atus  per  iuramen- 
tum,  si  seit  aliquid,  quod  sJt  contra  fidem  catholicam  in''  fra- 
tribus  ordinis  Tempil  et  potissime  de  abnegatione  Christi,  de 
spuitione,  conculcatione  et  minctione  super  crucem,  dixit,  quod 
non,  nisi  quod  audivit  predicta,  poätquam  istud  negocium  iu- 
cepit  contra  Templarios.  Audivit  etiam  dici  a  fratribus  Mi- 
noribus,  quod  quadam  vice,  qui  erant  fratres  TempH,  tenuerunl 
quoddam  capitulum  in  Monte  albo,  in  quo  recepenint  qnen- 
dam  fratrem  valde  occulte,  scilicet  ponendo  custodem  snpra 
tectum  domus,  in  qua  tenebant  capitulum,  et  ianuis  et  fene- 
stris  donius  ilhus  clausis,  ut  nullus  posset  videre  nee  audire, 
quid  facerent.  Et  ex  illa  secreta  receptione  audivit ,  qaod 
multi  inurmurabant  et  presumebant  inde  nialuni.  Audivit' 
etiam,  quod  post  separationem  illius  capituli  super  quodani 
capitali  <",  quod  teuuerant  dicti  Templarii  in  capitulo,  fuit 
invenla  madefactio  aquatica.  Ex  qua  presumpserunt  fratres, 
qui  itlud  invenerunt,  quod  aliquod  malum  fuisset  factum  in 
receptione  illius.  Dixit  ptelerea,  quod  quadam  vice  ftiit  vocalus, 
ut  faceret  sermonem  fratribus  Tempil,  dum  tenerent  quoddam 
capitulum  in  Gardeyno,  In  quo  capitulo  i'eceperunt  fratrem 
Raymundum  de  Orchau ').  Qm  frater  Raymundus,  dum  in- 
travit  capitulum,  erat  boni  coloris,  et  dum  exivit  capitalum 
post  receptioneni  suam,  erat  totus  pallidus  et  stupefactus.  Gl 
quo  multi  presumpserunt,  quod  aliquod  malum  fuisset  (actum" 
in  receptione  ipsius.  Credit  etiam,  quod  fratres  Templi  sint 
diffamati  de  omnibus  eis  impositis,  etiam  apiid  bonos  et  graves. 

k  Zweimal  i  mit  AbkDrxnngastrich.  l  andi  Or.  m  Durch, 

strichen  tappeto.  n  fstam  Or. 


)  Vgl  «las  oben  S.  873  aber  ihn  Gesagte. 

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Nr.  157.    (1810)  Febrnu  16-26.  876 

Eadem  die  iovis. 

Trater  Guilietmus  de  Xesa,  ordinis  Minomui,  lector  in 
convenlu  Ylerdensi,  iuravit  dicere  veritatem,  et  per  iuramentum 
interrogatus  dixit  se  nescire  nee  credere,  quod  in  fratribus 
Tempil  sit  aliqiiid  nisi  bonum:  Dixit  etiam  se  audivisse  con- 
fessiones  mullorum  frati-uni  de  ordine  Templi  et  invenit  eos 
bonos  Christianos  et  fideJiter  et  devote,  confilentes  sicut  veri 
catholici.  Et  statum  eorum  reputal  in  generali  lionum.  Potest 
esse  tarnen,  quod  inter  eos  sint  aiiqui  peceatores  sicut  et  in 
quolibet  alio  statu. 

Die  mai-tis  XVI  kalendas  Aprilis  in  domo  episcopi  VIerde. 

Raymundus  de  Carcasona,  rector  ecdesie  de  Aytona, 
iuravit  sub  forma  premissa  et  interrogatus  per  iuramentum 
dixit,  quod  ante  ista  tempora  audivit,  quod  gentes  suspica- 
bantur  malum  de  secreta  fratrum  dicli  ordinis  militie  Templi 
receptione  et  dicebant,  quod  non  poterat  •>  esse,  quin  facerent 
ibi  aliquod  malum,  non  descendendo  tarnen  ad  aliquod  speciale 
malum  homines  digni  ftde.  Dixit  tarnen,  quod  aüque  persone 
leves  dicebant,  suspicando  aliquotiens  et  aliquotiens  truffando, 
quod  osculabantur  se  in  ano  et  peccatum  sobdomiticum  com- 
mittebant  et  alia  ombilia  faciebant.  Dixit  eliam  interrogahis 
se  credere,  quod  sit  generalis  infamia  contra  eos  de  predictis, 
et  credit,  quod  aliqui  oppinentur  ea  esse  Vera  et  aliqui  non. 
Credit  tarnen,  quod  phires  sunt  oppinantes  ea  esse  vera,  quam 
non  oppinantes.  Et  ipse  idem  oppinatur,  quod  sint  vera.  Cre- 
dit etiam,  quod  ilti,  qui  confessi  fuerunt  coram  papa,  confessi 
fuerint  veritatem  de  se  ipsis,  et  credit,  quod  aliqui  ex  fratri- 
bus Templi,  qui  sunt  in  partibus  istis,  sint  culpabtles  in  dictis 
errotibus  et  aliqui  non:  ex  eo  quia  dicunt  gentes,  quod  aliqui 
iiolebant  consentire  illis  erroribus  et  tales  non  honorabantur 
jn  ordine,  alii  vero  consentiebant  et  tales  habebant  com- 
mendatorias  in  ordine  et  honores. 
Eadcm   die  martis. 

Magister  lobannes  de  Bipullo,  rector  ecciesie  sancte  Li- 
cinee,  diocesis  Ylerdensts,  iuravit  sub  forma  premissa  et  interro- 
gatus per  iuramentum  dixit,  quod  gentes  etiam  ante  captionem 
Templariorum   suspicabantur  malum   de  secreta  fratrum  dicti 

0  potonuit  Or. 

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3Tft  TetDplerprozeeae. 

ordinis  TempH  receptione  in  genere,  non  dcscendendo  ad  ali- 
quod  speciale.  El  ipse  idem,  qui  cum  eis  longo  tempore  coii- 
versafus  est,  similtler  in  genere  suspicabatur  et  suspicalur  ma- 
lum:  et  maximo  quia  in  Monte  sono  tenebant  capitulum  in 
qiiad;in)  cammera  valde  secreta.  Et  nicliitominus  ponebant 
custodem  ad  quandani  ianuam  exterioreni,  quando  tenebant 
capitnium,  ne  quis  accederet  ad  eos.  Et  etiam  post  iüain 
camerani,  in  qua  capitulum  tenebatur,  erat  quedam  alia  cam- 
mera magis  secreta,  in  qua  dicebatiir,  quod  faciebant  aüqua 
inhonesta.  Dixit  etiam  interrogatus  se  credere,  quod  sit  com- 
munis infamia  contra  eos  de  erroribus,  qui  de  eis  dicuntur, 
et  credit,  quod  maior  pars  populi  consentiat,  quod  sinl  vern, 
que  de  eis  dicuntur.  Credit  etiam,  quod  illi,  qui  confessi  sunt 
coram  papa,  confessi  fuerunt  verilatem. 
Eadem  die  martis. 
Dominicus  ("alena  sacrista  ecciesie  sancte  Marre  de  Mon- 
lesono,  canonicus  inonasterii  Rotensis,  iuravit  sub  forma  jffe- 
missa  et  interrogatus  per  iuraraentum  dixit  se  nicliil  scire  in 
Iratribus  ordinis  niilitie  Templi,  quod  sit  contra  fidem  eatho- 
iicam.  Dixit  tarnen ,  quod  gentes  suspicabanlur  malum  in 
gffliere,  etiam  ante  captionem  eorum  de  secreta  eonim  recep- 
tione. Et  ipsemet  suspicabatur  malum  et  etiam  suspicatur/'jnon 
declinando  nee  descendendo  ad  aliquod  speciale.  Dixit  tarnen  in- 
terrogatus super  LXXVIII"  et  LXXVIIII  articulis  se  tantum 
scire,  quod,  cum  quadam  vice  frater  Amaldus  de  Turricella 
ordinis  militie  Templi  rogaret  fratrem  Berengarium  de  Cai^ 
dona,  tunc  magistrum  dicii  ordinis  in  Aragonia,  quod  resli- 
tueret  quasdam  döcimas  seu  primitias  recthori  ecciesie  de 
Ascono  eidem  reclori  per  familiam  ipsius  magistri  ablaUs 
iniuste,  tunc  dictus  magister,  ipso  teste  presenfe,  respondil 
diclo  fralri  Arnaldo  de  Turricella:  Frater  Arnalde,  nos  non 
possumus  sibi  restituere,  quia  tos  scitis  bene,  quod,  qualitercnn- 
que  iuste  vel  iniuste  aliqua  bona  ordini  Templi  fuerint  acquisita, 
nos  non  debemus  nee  possumus  ea  restituere,  itumo  debemuä 
in  eo  statu,  in  quo  invenimus,  consei-vare.  Dixit  etiam,  se 
credere,  quod  sit  generalis  infamia  contra  eos.  ? 

)i  sDspicilbatur  wiederholt.  q  Dann  folgt  durcfaGtrichen :  Etoeilit, 

quod  illi,  qui  coofeasi  fueiunt  corftm  papa,  confessi  fiierint  vvritKteni. 


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Nr.  157.    (1310)  Februar  16-26.  377 

Barcelona,  Biach5flieheB  Archiv.  Foliobeft-Papier  von  44  unnuninie- 
rierten  Blättern,  38  beachrieben.  6  unbeschrieben,  in  Pergamentum schlag. 
Anf  dem  FergAmcDtumBcblag  eteht  von  den  4  Inquisitoren  eigenhändig  ge- 
schrwbea:  Nos  Ponciaa  Dei  gracia  episcopua  Uerdenais  infra  Bcriptis  omnibus 
presentea  fniinna  et  in  ipsoriim  testimonium  noatra  propria  mann  Bchbimus 
et  Bigillljum  DostruR)  aponi  mandamus.  Ego  Petrua  de  sancto  Georgio  prior 
de  Arin(uiiac>a)  dioceais  NemauaenBiB  .  .  .  Ego  labannea  Barguodi  aacrista 
MaioriMnsis  eccieeie  in  testimoDiDm  .  . .  Ego  Berardus  de  Podio  Baatonia 
cftnonicua  Reatinaa,  domini  pape  cappellanna  .  .  .  Dann  folgt  Inhaltsangabe 
8.  XVII;  ÄrticBÜ  contra  fratrea  inilitie  Tempil  22.  Febniarii  aani  1310  .  .  . 
Der  Umschlag  selbst  iet  eine  Urkunde  des  Berardus  de  Podio  Bastonia  an 
Bischof  TOD  Barcelona,  worin  er  Brief  Clemena'  V.  mitteilt  an  alle:  .Cum 
dilectam  Atium  iDagiatnim  Berardum  de  Podio  Bastonia'  . .  .  Eriifilt  4  Florin 
t&glich.  Dat«  Tbolose  lli.  kalendna  lannarii  p.  o.  a.  IV.  Berardus  verlangt 
auf  Grund  dieaes  Schreiben»  Einsendong  dea  Geldes  an  seinen  Boten  Guilel- 
muB  Amaldi  de  Podio.  Herde  in  cappella  donius  domini  .  .  .  episcopi  Iler- 
densis,  die  veneria,  que  fuit  pidie  nonas  Martii  a.  d,  Millesimo  trecentesimo 
decimo.  Ähnlicher  Auftrag  per  Berardum  de  Coccoiono  nanctiam  iuratum 
episcopD  Oscenai  gesandt.  Bl.  1:  Isti  sunt  articuli,  snper  quibus  inquiretur 
contra  fratres  ordinis  militie  Tempil.  Primo  quod  in  recepci&ne  .  .  .  Folgen 
68  Artikel  (gedr.  in  der  Fassung  fdr  die  einzelnen  iu  Collection  de  doc, 
in^d.  Mcl,  bist.  II,  441  uaw.'.  nach  der  Bulle  Clemens'  V.  Dann  folgt  die 
ZitatioR  der  Templer  (f.  3) :  Poncius  episcopus  llerdensis  et  venerahiles  et 
discreti  viri  .  .  .  intendentea  procedura  ad  inquisiclonem  faciendam  contra 
eingnlarea  peraonaa  et  fratrea  ordinis  militie  Tempil  vocant  et  publice  citant 
fratres  dicti  ordinis  illos,  qui  forsltsn  aunt  in  civitate  vel  diocesi  Yltrdcnsi 
et  non  detinentur  in  domo  Tempil  de  Gardeyno  vei  in  Castro  de  Belueder, 
quod  ipai  .  .  .  compBreant  Ylerde  in  domo  enim  episcopi  coram  ipsis  ad 
respoudendum  de  fide  super  articulis  eis  missis  per  dominum  papam  infia 
XY  dies  .  .  .  Ratione  dicte  citaciooia  non  intendunt  cesanre  inquirere  in 
continenti  .  .  .  contra  .  .  .  fratrfs  dicti  ordinis  Tempil,  qui  In  dicta  domo 
tiardevni  vel  caetro  de  Beluev  aupradictis  detinentur  .  .  .  Actum  ...  die 
domiaica  . .  .  XV.  knlendoa  Martii  anno  domini  mill.  CCC  decimo  .  .  . 

Die  tnnc  .  ,  .  XIIIl  kallendaa  Martü  .  . .  Poncius  .  .  .  opiacopus  Yler- 
denaia  et  venerabiles  viri  .  .  .  super  inquisicinne  facienda  contra  Templarloa 
.  .  .  inceperuut  .  .  . 

Hao  est  forma  iuramenti  .  .  . 
Ego  frater  .  .  .  inro  ad  sancta  quntuor  Del  evnngelin,  manibus  meis 
corporallter  tacta,  quod  tani  de  me.  quam  de  omnibus  et  singulls  personis  et 
fratrihas  dicti  ordinis,  qui  nunc  sunt  in  Terraconensi  provincia,  excepta  per- 
sona magistri  Aragonie  et  Cathalonie,  dicsm  de  blia,  qua  acio  vel  audivi  dici 
aut  Credo,  verttatem  puram,  Ita  quod  nicbil  falsltatia  adiungam,  et  plenain, 
ita  quod  de  veritate  aliquid  non  omittam,  aupsr  omnibua  et  aingulia,  de  qui- 
bus me  interrogabitis  luxta  commisslonem  de  inquirendo  contra  singulares 
personas  at  fratres  dicti  ordinis  a  sede  apostolica  vobIs  factam.  Et  si  forte 
in  me  vel  in  allquo  fratre  pcedictorum  aliqua  esse  ecio  Tel  audivi  dici  aut 


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378  Templerprozessa. 

eredo,  q,ue  sinl  contra  fidem  calholicam.  etism  non  ioterrogstns  illa  diMin 
nulljque  fr&tri  dicti  ordinia  ebd  elii  caicnnque  eine  liccDtia  vesti»  dictim 
Mu  deposicionem  metLm  revelaba,  äonee-  ipsa  sit  inquiBitia  pnblicitt.  Sit 
nie  Deus  adjuvet  et  hec  iancta  qufituor  eius  evaDgelis. 

Dernn  Bchliefit  sich  das  Verhör  der  Ten)pler.  Darunter  am  Scfahi£: 
Lapun  Bati  de  Monte  moctftDO  Spoletane  diocesis,  notariua,  der  aaf  EraBclira 
des  ßisehofs  und  der  Inquieitoren  diefieB  anfgenoinmen ,  bekundet,  di£ 
er  das  alles  geschrieben,  aicnt  anperius  conÜDetur  in  preseuti  übro,  <|Di 
>contJnet  in  universo  quadrsginta  et  qnatuor  cartas,  quarom  VI  sunt  non 
Scripte,  sed  csncellate.  Dann  Bearkundung  der  4  anderen.  Am  Scblofi: 
Ego  Petms  Daflor  cotarins  .  .  .  Poncii  Ilerdensis  .  .  ,  predictis  inquisicioiii 
et  sJiis  interfui.     Die  Siegel  fehlen. 

Die  Aussagen  der  Zangen  stimmen  so  wßrtlich  Dberein,  dah  hier  nsr 
ein  Schema  vorgelegen  haben  kann.  Die  paar  kleinen  Abneicliunges  ainJ 
oben  verzeichnet.  Auch  daa  VerhOr  in  Pamplona  stimmt  mit  dem  eral«ii 
aberein:  letzteres  hat  dort  als  Unterlsge  gedient  Beide  sind  für  sidi  roll- 
stindig.    Ob  andere  Verhöre  atattgefunden  haben? 

]:>8.  TrmplerTerhUre  ans  NsTHtra.    (1310)  Mal. 
•      Die  veneris  kalendis  Madii  anno  domtni  millesimo  C<X'.  \ 
üpud  Olotuin  Pampilonensis  diocesis. 

Fr.  Domiiiicus  de  Xea  fr,  servicns  .  .  .  XVI  .  . .  XXV  . . . 
Super  primo  et  aliis  sequentibus  .  . ,  Interrogatus  super  XXIIII 
...  ad  XXIX  inclusive  dixit  se  eredere  et  credit,  quod  alii 
frati'Ds  dicti  ordinis  crederent.  Non  tarnen  dicebatur  eis,  qaod 
m.-ignus  mtigister,  visitatores  et  alii  superiores  ordinis  poteraiit 
absolvere  fialros  a  pcccalis  suis,  et  credit,  quod  hanc  poleslalem 
haberet  magniis  niagister  a  domino  papa  et  atii  vissilatores, 
preceptorcs  et  priniatcs  ordinis  a  niagistro.  Non  vidit  tarnen, 
quod  hec  facerent  de  facto  predicti  vel  aliquorum  predictoruin. 
Dixit  preterea  se  nescire,  si  magnus  magister  hec  de  se  con- 
fessus  fuerat,  credit  tarnen,  quod  hanc  potestatem  absolvendi 
fratres  a  peccatis  suis  haberet  a  domino  papa. 

.  .  .  rec.  per  fr.  Eximinum  de  Lenda  nunc  magistrum  Ara- 
goiiie,  tunc  comendatoreni  de  Cantauetula  . . .  pres,  fr.  Guillel- 
tnus  de  luneda  fr.  miles  . .  . 

Die  sabbatt  VI  nonas  Madü  fr,  Petrus  de  Arcubus  fr.  se^ 
viens  .  .  .  XII  .  .  .  XXX  .  .  .  Interrogatus  super  XXIIII  . .  ■ 
usque  ad  XXIX  inclusive  dixit  se  non  eredere  nee  credit,  quod 
alii  fratres  dicti  ordinis  crederent  aut  quod  eis  diceretur,  quod 
magnus  magister,  vissitator  seu  preceptor  aliquis  dicti  ordinis 


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Nr.  158.    (1310)  Mai.  379 

posset  absolvere  fratres  a  peccatis  suis,  vel  quod  de  facto  hoc 
facerent  predicti  vel  aliqui  ox  eis  ...  Nescit  tarnen,  si  pote- 
rant  loqiii  cum  alüs  fralribus  dicti  ordinis,  qui  non  inlerfuissent 
de  modo  recepcionis  illius,  Si  ipse  tarnen  revelasset  eis,  non 
crederct  errasse  .  .  .  Dixit,  se  nullo  modo  credere,  quod  ali- 
quis  frater  Tempil  confessus  fuerit  predictos  errores  .  .  .  Rec. 
per  fr.  Petrum  de  Retorta  fr.  mrlilem,  comendalorem  quondam 
de  Auerino  .  .  .  presentes  fr.  Pascasius  de  Alfaru  et  fr.  Johannes' 
de   Vista  bella,  fratres  servientes  .  .  . 

Die  lune  IUI  nonas  Madii  apud  Stellam  Pampiloncnsis 
diocesis. 

Fr.  Petrus  de  Albyo  fr.  serviens  .  .  .  qnod  sunt  LX  anni 
vel  circa,  quod  ipse  est  in  ordine  et  erat  tunc  etatis  XL ') 
annorum  vel  circa  .  .  .  rec.  per  fr.  Guilelmuni  de  Alcatano  fr. 
militem,  olim  comendatorem  de  Ripa  foradii  et  alii,  sed  omnes 
mortui  sunt!  .... 

BarceloDH,  BischOflichea  Archiv.  Foliolioft-Papier  von  8  Blattern  in 
in  FergsraentuTnBcbl&g.  Auf  letzterem  die  drei  e  i  gen  h  And  igen  Anfscbriften: 
Ego  Petrue  Rogerii  de  Riaollia,  lioentifttua  in  decretis,  vicRrius  generalis  .  .  . 
epia«opi  Pampilonensje  io  remotia  agentis  infrascriptia  omnibus  interfui  et 
in  ipBarum  teatimoninm  propria  mann  scriba  et  sigillam  meum  appoi>i  feci. 
Ego  Petrua  de  a.  Qeorgio  .  .  .    Ego  lobannes  Burgundi  .  .  . 

Dem  Bt.  1  )eti  snot  srticuli  .  ,  .  Prinio  quod  in  receptione  ...  et 
cetera,  proat  in  proceeau  habito  in  dioceai  Ylerdenai  continetur.  Dann  folgt 
Uitteilnng  einer  ZitatioD  der  Templer:  Requirimus  fratres  militie  Templi, 
si  qni  lBtit«nt  vel  detinesntur  clandestine  in  civitate  vel  dionesi  Pampilo- 
nensi,  quod  hiac  ad  diem  dominicam  Bequeatem  . .  ,  conipareant  coram  nobia 
Oleti  in  domo  s.  Antonü,  parati  snbire  inqnisitioaem  faciendam  .  .  .  Dat 
ParopiloDB  V.  (?)  ksleodaa  Madii  a.  d.  milleaimo  CCO  decimo.  Dann  Eid  uhw. 
Am  Scblusae  der  TerbOre:  Et  ego  Lapus  Buti  de  Monte  mortano  ...  in 
preseote  libro  .  ,  . ;  qni  .  .  .  continet  octo  cart^B,  ijoanim  due  ultlme  aunt 
noD  Scripte  ...    Et  ego  Quilelmus  de  Pardelhanis  pobliciis  notarius  .  .  . 

'}  Durchstrichen  XXX.    Hiernach  wSre  er  alao  bandert  Jabre  alt! 


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Namensverzeichnis  zu  Band  IL 

Die  IfaDien  larobiiA  rex  ArBgonum  (Jayme  11.),  Templtirii,  Tctuplns, 
Teniple,  die  fast  geile  für  Soilc  b^egnen,  wurden  nichl  aufgenommen. 
Die  Abkürzungen  d.  T,,  a.,  m.,  eap.,  prec,  d.,  com.  (comni.),  fr.,  jnq.  be- 
deuten: (lumuB  Tempil,  aerviens,  miles,  capellauus  preceplor,  dioeests, 
cumendator  (commandeur),  frater,  Inquisitor. 


Alaesato,    Barth,    de,   presb.  cl  prec. 

de  Hontlbus  317. 
Alatri  civitBS  et  coniitatue  11 
Albayda,  vayl  de  78. 
Albent,  fr.  G.  de,  cam.  deOsrdey&o  US, 
Alberti,  fr.  Quiilelmus  3S1. 
Albertls,  StephanuB  de  41. 
Alberto,  Laurencfus  de  saocto  11. 
Albertus  AlamRDDUs,  fr.  Hoep.  Theu- 

tonjcus,    mag.    icafor   citra   mare 


.4bbacia  BemarduB  de  66. 
Abbaaasino,  fr.  Oarsias  de,  s.  372. 
Abduzalera  3. 
Abellariia,    fr.    Guillelniua    de,    com. 

Mausi  Dei  367,  368. 
Abeniacob  rex  (Haroccu)  235. 
Ablusiis,   Qaufridus   de,   ord.   Fred. 

inq.  In  partibus  Carcassonc  90,  91. 
Acliaia,  Acaya  34,  304. 
Acherontinus  areblep.  306. 
Accon  2,  3G2,  363.  Tempii  domua  in 

317. 
Adarroni,  Ma rebus  fr.,  ecrv.  164. 
Adeuiarij,   Adb.    fr.    Cuigno,   Quido 

prec.  Provincie  323,  343,  349. 
Adria,  Matheua  de  41. 
Adroverii,    G.    mag.    ingeniorum    de 

Barchinona  131. 
Agenncnsis  ep.  303. 
Agonco,  fr.  Bonsoltnus  de  342. 
AgrigentinuEep.Nicolaus,  Garge  nt  23  Q. 
AJabunt,  caslel  de  1S7. 
Aycelini,   Egidlug  archiep.  Narbonn. 

147. 
Aygues-MorCes  118. 
Aimerc,   fr.   com.  de  RennevÜle  315. 
Aymeriei,  fr.  Guilelmue,  s.  341. 
Ajnoes,  fr.  Guil.  341. 
Aylona,  eecl.   376. 
Alagon  208,  268. 
Alaniandiui,  fr.  P.  prec.  Moutis  pcssu- 

lani  328. 
Alaniania,  AU.  28,  60,  200,  304,  330, 

362,   rex   30,  48,  63,  86,  134,  136. 

pretati   196,  200,  269,  296.  v.  AI- 
AI  atuany  3,  orde  dela  265. 


219,   220. 


Albien 


,  ep.  166, 


officium  Inq.  de  90. 
Albigniaeo,  mag.  Reginaldus  de,  Bitu- 

riceusis  can    309    312 
Albin  (?),  (r.  Girbertu«,  prec  i.  de 

AndrivayU  318. 
Albio,   Albione,   fr.  Guilelmus  de,  s. 

163,  367,  fr.  Petrus  de,  s.  379. 
Albone,  4.  T.  de  361. 
Albrecht  I.,  d.  König  48. 
Aloalano,  fr.  Guilelmus  de,  com.  i' 

Ripa  forada  379. 
Alcaldus  pro  rege  Castellc  211,  il!. 
Alcolefa  74. 
Alcorras  167. 

Dalemaigne  74,  la  marche  de  74. 
Ales,  G.  de,  G.  Dalea,  cap.'del  Temple, 

Valencia  182. 
Alexander  LombarduB,   fr.  ord.  Mio. 

309,  310,  312. 
Alexandri,  Gulüelmus,  cau.  Paria.  310. 
Alexandria  8,  147. 
Alexiano,  fr.   Pontius  de,  m.  pnt. 

Ricbarenchorum  344. 
Alfambra,  Alhambra,  Alfumbra,  d.  T. 

13,  14,  66,   1G9,  163. 


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NamtDSVerzeichniH  zu  Band  II. 


AUaru,  fr.  Paecasiua  de,  a.  379. 
Altoncii,  fr.  Ferrandus,  prec.  Templi 

de  Castroalbo,  ColimbrlenaiB   dioc. 

3G9. 
AlfonsuB  <de  la  Cerda),  til.  Ferrandi 

et  Blanche  de  Caslella  3S,  34. 
Alge^iraa  (Aicira)  73,  163. 
Alharo,   fr.    PaMhasius   de,   cnni.   de 

Buqulnyenich  6B.  v.  AUaru. 
Aiiut^ria  180,  237. 
AltisiodoreDsis,  Antiaiod.  eccl.  IS,  ep. 

303. 
Alneto   (nicht   Alveto),   lohaunes   de, 

niites  seil.  Carcassonensis  et  Blter- 

renais  321,  323, 
Alundo,  Fr.  Pontius  de,  s.  343. 
Ambelleriis,  tr.  G.  de,   com.  de  Bar- 

baranu  368. 
Ameliaco,  Radulphus  de,   prior  eocl. 

de  Bras  311. 
AmpuriHB,  Ampuries,  cointe  de  244, 

245,  261,  263,  2G!),  297,  298. 
Andegavensia,  ep.  303. 
Aadrce,  ep.  s.  304. 
AndrivalB,  d.  T.  de,  Piciaven.iis  d.  317. 
Aoe^a  368. 

Andrivalis,  d.  T.  318,  320,  321, 
Anessiaco,  fr.  Nicolaus  de,  ord.  Pred. 

310. 
Anglia,  AnfjUterra  16,  27,  29,  35,  S6, 

40,  60.  regnuni,  tcx,  regini  3G,  rex 

13,    16,    21,    30,    36,    48,    197,    200, 

287,  304,  (Eduard  II.)  13,  80,  183, 

243,    261.    regis   filius   36,   3tt,   40. 

prelaU  241,  256,  269,  295.  Anglici 

16.  Anglicoruni  nacio  311. 
Anglerola,  Ramon  de  159. 
Anglfcus,  mag.  Henricus  310. 
Angllcus,  fr,  Bertrandui,  com.  d.  Tri- 

politane  371,  fr.  Herricus  371, 
Anguisria,   Galcerandua   de   159,    tr. 

R.  161,  fr.  Salvator,  9.   163,  364. 
Anguriensia  (ob  Aroaiensia  ?),  ep.  304. 
Aaibaldia,  Nicholai  de  filii  41,  Nicho- 

laus  til.  Petri  Traamundi  41.  Ricar- 

du9  de  Hiliciie  et  nepote«  41.  Til. 

Nicholai  dorn.  Theobaldi  41. 
AniciCDsiB,    Annecy    357,     358,    364, 

eccl.   156.   ep.   303.   luhannes   358, 

364.  prec.  344. 
Ariolo,  fr.  RaymunduR  de  s.,  m.  372. 
Antibarensia  arebiep.  305, 
Antiocya,  palr.  270. 
Appamie  321  —  323.  Appi 

156. 


Aquaviva,  d.  T.  368. 

Aquenaia  archiep,  304. 

AquilegcDsis  patr.  303. 

Aquilensis  cp.  305. 

AquiUiue,  Oeraldus  de  161. 

Aqulianie  prec.  171, 

Arago,    maeslrc    de    U,    50,    S2,   63, 

V.  Cardona,  Leoda.  com.  14,  37,  57, 

bailia  14,  43,  72, 
Arag«,  Aragonien,  Arag<inese8  5,  16, 

103,  213,  264,  268,  288,  303.  reges 

12,    268.    regina    II,    18.    inquis. 

206, 
Aran,  Arauno,  Daran,  val  de  6,  8, 

12,    31,    232,   244,   249,    250,   2GB, 

274,  288. 
Aranyonis,  Guillelmua  ord,  Pred.,  regia 

coufeaBor  66. 
Arborenaia  archiep.  304. 
ArcadCDxis  ep.  304. 
ArohirmiB,  lohannes  42, 
Arcubus,  fr.  Petrua  de  13,  378, 
Ardcloti,  lohannea  Andreaa41,  ctsui. 
Ardeloti,  lohannes  Andreas  41. 
Arebiayo,  iDhanaes  de,  ai.  317. 
Arelaien«i3,    Arie»   323,    archiep,    9, 

304,  preiats  de  Artet  269,  295. 
Ares,  eastrum  64. 
Argeuce«,    Roger    de    ord.    Pred,    de 

Caen  313  —  316, 
Argenler,  G.  317. 
ArianenBJB  (üb  Agien.f)  ep.  304. 
AriiiBcbanus  archiep.  304. 
Arriua  147. 
Anuaniaci    comen    36,    B.    Fuxensia 

et    Ruthenensia    coniea   188,    Gaslu 

de  2B. 
Amianicia  (Armaniacis),  prior  de  202, 

203,  377,  379. 
Annenia,  Ermenia  258,  rex  4,  157. 
Amaldi,  Quilelmua,  de  Podio  377. 
Aspello,   RaimunduB   AtlioDJs   de,    R. 

At  Daapeit  184. 
AmalduB    de   Pelagrua,    Narnau   de, 

nepos,  card,  19,  21,  209,  210,  221, 

225,    243,   2G4,  2BG,   261,  264,   265, 

276,    277,   279,   282,   284,   288,  296, 

297. 
AmaldUH   de   Cantalupo   (Cantalopa), 

card.  camerartua  pape    19,  21,  28, 

277, 
Abu  288. 

Astruch,  lacmc  (?)  de  63. 
Asturacum  (Astaracum?)  340. 
Athen iensJB  arcliiep.  304. 
Attrebatensis    com.    neptis    33,    166, 

filia  Petri  (?). 


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NBrnensTerzeichnis  zu  Band  IT. 


Aucx,  mag.  Amaldus  de  21. 
Audeniarli,  fr.  Oiraudue  344. 
Augerii,  fr.  Guillelmue,  niil.  314. 
AureÜHnenflis  ep.    303,    AntUtus   de 

Aurelianis  noL  309. 
Auxitanus  arcliiep.  303. 
Avelaoes  167. 

AvelUno,  (r.  Dumintcus,  fit.  R.  31S. 
Averinuni,  d,  T.  371,  379. 
Aversonc   B.   de,   Bemat   de   Avcrso, 

scriva  5E,   78,  82,  88,  17B,  224. 
Aviolo,    Avinyo,    Avignon    156,    167, 

183— 1B8,  190,  201,  210—212,  217, 

219,  220,  22B,  236,  d.  T.  348. 
Aviolone,  fr.  GalceranduB  de  162. 
Aviniune,     cardio  alie     de     (lacobus, 

poBtea  loh.  XXII.)  221,  225. 
Azcho,  A^quo,  Asco,  ABchon,  homeai 

de    65,    66,    78,    85,    66,    67,    316, 

com.  68,  60,  112. 

Babilonie  eoldanus  236. 

BaioeeDsiB  ep.  303,  336. 

Balleve  P.  320. 

Balneolls,  abbas  do,  Oerundens  dio- 

Balneoregensis  ep.  30B. 

BanibergeDHiB  ep.  304. 

Banjula,  BnyulB,  fr.  Amaldus,  Ar- 
naut,  de,  m.  3,  1?2,  133,  160,  368 
—370,  com.  de  Peniscola  3,  de 
Gardeyn  110,  1 12,  124.  Beraat 
camarer  de  Cornela  110. 

Baraue,  tr.  com.  du  Pfly  74. 

Barboranuin,  Barbarana,  d.  T.  3C9, 
371. 

Barberano,  locus  de  99,  100.  Galce- 
randuB  de,  cun.  BarchlnonenBls  227. 

Barberia  253,  261. 

Barbonne,  d.  T.  316. 

Barchinona,  Bargalona,  Barceluoa, 
ecclesia,  civitas,  homines  2,  3,  72, 
86,  98,  118,  132,  160-164,  167, 
176,  180,  167,  207,  224,  226,  227, 
238,  298.  ep.  377.  comes  164,  177. 
com.  63,  66.  prior  dels  Preycadors 
61.  convent  49,  61.  d.  T.  369,  370. 
Templarii  207.  com.  B3,  65. 

Barda,  Raymundus  1a,  baiulue  de 
Calurco  317,  320.  Petrus  320. 

Bardoyll,    Bardolyo,   fr.    O.,    b. 
36B. 

Barcnsis  arcliiep.  305. 

Bartliolomei ,   fr.   Guillelmus,   3., 
Qranihano  368. 

BasilienBis  ep.  304. 

Becliiin,  mag.  Ilenrlcus  de  311. 


Belayco,  fr.  QuiRcardua  de,  ord.  Pred. 

317. 
teil  Vifl,    BelTia,  Bell  reer,  fr,  Af- 

naldus   369.    fr.    Beringer   de  131, 

133,  castellanuB  de  Konlesono  3C3. 

V.  Pulcro  visu. 
BeDeU,  Huguo  fr,,  a.  361. 
Beilicadri  Beneac.  144,  210. 
Bcltiifent,  Bellifen,  fr.  Bemart  de  133. 

3,  com.  de  Ane^a  368. 
Bclliioco,  Belliaco,  Belioch,  tr.  Guil- 

lelmue  de,  mag.  Tempil   318,   352, 

371. 
Belloloco,  Beiloch,  fr.  Raimundus  de 
S,  com.  Valentio  207,  372.  Stmna 
,  vic.  GeruDdensIa  66. 
Bellomonte,  fr.  Artaldus  de,  m.  351. 
Belna,  dioc.  Eduenais  328.  fr.  Lau- 
ntius  de  360. 
ecr,  Beiver,  castrum  377. 
Benavarra,  fr.  Hartinus  do,  &  3'1. 
Benediclus  papa  XI.  38. 
BeneventanuB  archlep.  305. 
Beraudi,  fr.  Geraudue,  m.  341. 
Berbegal  (?),  fr.  P.  de,  s.  163. 
Bcrengarii,    lohannes    S23.    P,   ord, 

Pred.  322. 
Berengariua  Fredoli,  liL  as.  Nerei  el 

Achlllei     prcsb.    card..    poetea   ep. 

TuBculanuB,    card.    BilerrensU,  de 

Besers,  Beers  19,  2G,  27,  116, 12S, 

152,   155,   15B,   190,  191,   193,  910 

—212,    217—219,     221—228,    243, 

216—247,   362,  256,  260,  2B1,  264 

—268,    278—279,    282,    288,  2%, 

300,  301,  324,  328. 
Bemardus,  b.  333. 
Bemardus  de  Garvo,  Garn,  card.  209, 

266. 
Bemardua  ord.  Pred,  inq.  Tholosanu-^ 

90—92. 
Bernart,    F.,    a   Uslorquea  114,  lU, 

119. 
Bero,  fr.  Franco  de,  pree.  de  Paiili", 

Lemovicenals  dioc.  363. 
Bertrandi,  fr.  R.  321. 
Bertrandua,  ord.  Hin.  Paris.  310. 
Betbuoia,   lac.  de,    proc.  nee  Fim- 

dorum  311. 
Beziers,  eard.  de,  v.  Berengarin?. 
Bigleti),  FerrariuB  de,  vic,  regis  3iS, 
Bisuncio,   Blauntino,    Hugo  de,  caix. 

Paris.     308,     310.    Reglnaldu;   dp, 

proc.  nac.  Iformanorum  311. 
BisuQtinuB  archiep.  304. 
Biterris  B.  de,  prior  Caciaui  14,  H- 

T.  Cassiano. 


izecy  Google 


Namens verzeicbDiB  m  Band  II. 


Bituricensis,  fr.  Egidius  archiep.  303, 

can.  309. 
Blacatii,  fr.  Albertus,  pr«c.  g.  Hau- 

Hcii  el  de  Aquis  347. 
Blana,  fr.   loh.  de,  s.  341. 
Blanc,  Ymben,  !r.   74. 
Bianca,  regina  Dara|(o  43,  G9,  Ti>chlei' 

laymes  II.  32,  34,  74. 
Bland»,  fr.  Symon  de,  in.  36B. 
Blenoecli,  O.  de  289  (Plaisians?). 
Blora,  para  Hiraveli,  villa  87,   169. 
Blumaco  (?),    fr,    Geraldu»    de,    ord. 

Pred.  inq.  321. 
Bi>,  dumuE   in   baylivia  de  Merleoes, 

Betneiuiis  (V|,  d.  337. 
Bubiensis  ep.  30&. 
Bocezellü,  fr.  Harlinua  de,  prec.  Va- 

lencie  366. 
Bocha,  fr.  Hdias  319.  fr.  R.  319. 
Bofs,  d.  T.  de  337.   Buytiano,  de  346. 
BnloDfa,  Bolunya  (Boulogne)  B4,  85. 

comte  de  60,  277. 
Bonagiis,  Benagii?,  fr.  QuilelmuB  de, 

com.  Mansi  Dei  370,  371. 
BouavcnturJs,    Bonaventura,   Alexius 

Bomanue  de  et  sui  41. 
Bonenatus,  abbas  s.  Crucuni  11,  13, 

15,  16. 
Bonlfacil,  fr.  lacobuB  346. 
Bunitacius,  Bonifaci,  Boni/assi,  Buni- 

t»z    papa    VIII.    7,   0,   11,   36,   38, 

39,  43,  60,  119,  123,  126,  128,  1B7, 

201,   262,  263. 

Bnnonia,  Bunonienses  16,  26. 
Bonteycourt,  fr.  Ricliard  de,  com.  de 

Bourgoigne  3 IS, 
Borde  u  v.  Burdegalla. 
Bordia,  Bertrandua  de,  pape  «raniera- 

riua  166. 
Borleta  {Barleta),  d.  T.  360. 
Born,  fr.  FranchuB  de  316. 
Boa,   fr.  O.  vocBlus   de  Nebiano  323, 
Bosanus,  Nicolaus  ep,  276,  276. 
Bouch,  fr.  Pierre  de  74. 
Bovllig,   Boyl,  Boil,  Petrus,  niagisl^r 

racionaüB  181,  182,  237—239,  246 

b.  249,  262,  266,  268,  262,  266,  266, 

269,   273,  276,  280,  286,    288,    289, 

291,  292,  295,  298,   302. 
BoxadoB,  fr,  Bcrnardua  de,  ord.  Pred, 

91,  92, 
BrabanÜe  dux  348. 
Brachenaia,  Bragana  arcliicp.  239, 304. 
Brandeburgensis  ep.  304. 
Bras,  ecci.  Rutheneua.  d.  311. 
Brcelia,  loh.  de,  mag,  not  317. 
Bremensis  arciiiep.  304. 


Brenia,  fr,  Pelrua  de,  b.  371. 
Breteville,  d.  T.  31G,  Richard  de,  313. 
Brigeriia,  Petrua  de  338. 
Briaaiaco,  fr.  lohannes  de,  s.  369. 
Britannie  coraes  336. 
Brixia,    Brescia   288,    Brixiensia   ep, 

306. 
Broeto,  Brulieto,  Brohet,  BroBCt«,  fr, 

Pontius   de,    prec.    Prouincie   318 

—322,  364,  366,  367. 
Broaia,  fr.  P.  de,  aerv.  341. 
Brugaria,   Brugera,  Romeus  de,  ord. 

Pred.  mag.  Fariaius  48,  61,  66,  67, 

69,  276,  276,  309,  310,  312, 
Brulare,   fr.   Guido   Leniovlcenaia   d. 

333. 
Bmnduainus  archiep.  306. 
Buceamattia,  Nieholaua  de  et  sui  41. 
Bugia,  inoroa  de  241. 
Biiyra,  fr.  Michael  de,  6B. 
Bullene  (Dullens),  fr,  Oautier,   de  la 

maiaon  de  Vaynier  314,  316. 
ßurdegala,    Burdcgale,     Bordeu,    1 1, 

13,  14, 17—20,  26,  27—33.  archiep. 

29,  303.    provincia   192,   ISS,   199. 

dorn,    fr    Hin.    21,    30.   d.   Tempil 

319. 
ßurguDdi  lohannesi,  in  Romana  curia 

procura tor,    aacriala    Maioricensia, 

can.  ValentinwB   7,   9,    10,    11,   13, 

16,  17-22,  25,  27,  31—33,  38,  40, 

130,  134,  136,  162,   154,   168,   202, 

203,  208,  216,  276,  377,  379. 
Burgundia,  Luurgogne,  Burgund,  304, 

dux,  filius,  filia  13,  33,  34.  Robert 

Herzog  7.  com.  de  315. 
Burriana,  bona  Tempil  64. 
Burruellua,  fr.  Ilumbertus  350. 
Butt,  LapuH,  de  Monte  mortano,  Spo- 

letane  d.  378,  379. 
Buxo,  Petrus  de,  316. 

Cabanis,  fr,  I,  de  318. 
Cabazole,  metuier  lohanneo  184, 
Cabeslars  (?),  fr.  Amaldus  de,  s,  371. 
Cflbilone,    Chalo,    fr.    Hugo   de,    m. 

nepoH  visitaloris  7,  74,  76,  339,  369. 
Caqa  V.  Caäiiani, 

Caen  313,  314,  Temple  do,  313—316. 
Cainhano,  fr,  Barraliia  de,  in.,  prcr. 

AniciensiB  357,  358. 
Caynono,  <Chinon),  caetrum  de    155, 

171,  324,  329,  340. 
Calabria  40,  306,  dux  9,  10,  40, 184. 
{^alema,   Dominicua,    sacrista   eccI.  a. 

Harie  de  Montesono,  can.  Botcnsia 

876. 


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NamenBverzeichnis  zu  Band  ([. 


CalmU  (t),  fr.  P.  de  318. 

Calaff,  bona  <1ep  B5. 
CalarilBDus  srchiep.  394. 
Calatayubii,  Calqtayud,  viUa  60,  164, 
26B,  272,   273. 

Calatrava,  orde,  casa  de  214,  21S,  21S, 
294,  247,  260,  265,  2S0.  mag.  216, 
267. 

Calbet,  0.  180,  181. 

Calmont,  Guilelinus  do  36. 

CamberlanuB,   fr.  Ayiiipricus,   a.  341. 

Caoieli,  Tr.  Bemai-dus,  s.  364. 

CatucrineneJB  op.  306, 

CampsnJB  305. 

Campion,  Henri  313. 

Campo  nitundo,   fr.  P.  tle,  s.   163. 

Campserch,  O,  do  04. 

Canali,  fr.  lohannes,  capellanu»  3G0. 

CenarpulB,  domus  de  329. 

Cnnalibus,   fr.  Domiuicus  de,  s.   1G4. 

Candide  caao  ep,  304. 

Canct,  R.  de  86,  151,  162,  166,  177 
-179. 

Canini  ciimilatus  42. 

Cauoniontp,  fr.  Icilianiien  de,  in.  320. 

Cantauotula,  Cantaviella,  Cantavieja, 
castrum  E3,  67,  63,  66,  78,  12U, 
121,  169,  161,  179,  182,  369,  372, 
378    cimi.  63,  67,  63,   120,   179. 

Canluaricnnix  arcliiep.  304. 

Capelia,  Capela,  Eslortus  fr.  360. 
fr.  GalbardiiB  la  330,  321.  domuB 
de  316,  317,  318. 

Capliviirum  ordo  16. 

Capuanus  arcliicp.  305. 

Caragofa  v.  CraarauKusta. 

Carb<melll,  P.  323. 

Carcassesium,  inq.  iifficium  de  inq. 
76,  90, 

Carcassfina  civ.  92,  118,  138,  321, 
323,  324.  Inquiiiilores  44.  Templarli 
328.  dioc.  19.  officialos  ep.  19,  20. 
convenlue  Pred.  322. 

CarcasRona,  RayniunduB  de,  recUir 
ocol.  de  Aytona  376. 

Cardinales,  cardenals,  collegium  10, 
14,  10,  17,  21,  22,  23,  26,  29,  30, 
31,  32,  38,  69,  60,  74,  111,  112, 
114,  116,  117,  123,  129,  134,  138, 
141,  149,  171,  183,  184,  201,  202, 
21],  218,  221,  224,  228,  238,  240, 
242,  243,  244,  246,  246,  261,  266, 
270,  281,  282,  284,  los  cardenals 
de  Ilaila  282,  284,  286,  288,  292, 
294,   297,   298,  299,  302,  339,  340, 

Carduna,  Berengar  de,  niaesire  del 
Templc  en  Arago  3,    43,    74,    369, 


370,  376.  P.  de  C.  batle  de  C«- 
vara  161.  Ramon  Fol«  de  28,  ä6, 
68,   69,    121,    124,    126.    Petras  in 

Gran  Jena. 
Gart  Di,     fr.    Riietagnus    de    BoTnnii, 

di»e.  Vasiunensis  s.  34«. 
Caro,    locus    de,    easlrum    209,    210, 

212. 


Karolus,  rex  Ungarie,  tiUue  324. 

Carolus  (de  Valoi»),  fr.  regis  Fninpi^ 
18,  27,  30,  31,  34,  36,  118,  Ui, 
238,  271,  286—288,  292,  299.  uiM 
34.  filie  27,  31,  34,  36. 

Caron,  fr.  Raymbaldtis  de,  pree.  Tmtv 
Ultramarine  324. 

Carpenloraliim  209,  211,  218.  «p, 
326. 

Cartaglnensis  cp.  303. 

Cartusicnsis  priur,  ciiDr.  82. 

Casanu«  4,  6. 

CasaanliBs,  fr.  loliannee,  prec  de  K'^- 
garcda  iuxta  Appamias  et  de  Uiri- 


pi5 


s  321, 


Canselensis  arcliicp.  304. 

Casslani),  Caciani,  Ca<;a,  Bertrandu« 
prior  de  180,  186,  187.  v.  Bilerris. 

Caetell  nou  v.  Caalrci  amn. 

CaRleli  Manart  (Castm  Haynanl"!. 
Corral  de  274. 

Gasten  lamphilaz   186. 

Caetella,  Castellani,  Caslellaos,  rirb- 
liomen»  de  24,  37,  120,  183,  211. 
223,  242,  260,  263,  303,  (Ferdinan- 
dus)  rex  9,  23,  24,  36,  62,  181. 
208—212,  220,  231,  236,  249,  2W, 
253,  254,  284,  296,  296,  297,  SOI, 
302,  filius  212,  luaier  96,  »ororil, 
36,  260.  rex  quondam  Saniiual^ 
Ferdlnandua,  Alfimsus  (delaCerdi) 
38,  211.  Kanffoa  69. 

Casleliana  civitas  42. 

Castellani,  fr.  lohannes,  prec,  FaiSi^i 
361. 

Castellani,  lobannis  eonsanguinci  (R"- 
manS)  42. 

Castelianus  ep.  de  patriarchatu  (ira- 
densi  303. 

CaElclIio,  Impuriarutu,  d.  T.  369- 

Castcllione,  Guillelnius  de,  arehidiM- 
CarcBM.  322,  Poocius  de,  «un.  Cif 
cass.  322.  fr.  Petrus  de,  s.  3TI, 

Gaslelloto,  castrum  de  66,  78, 12t,  171, 

Gasteiuj,  fr.  Amalt  de,  com.  en  )l>- 
lorcha  67,  68. 


izecy  Google 


N*inensverHiehni8  z 


i  Petrus  de, 


Casieyllo,  fr.  P.  de 
Castilione,    Gullelm 

99,   164. 
CaBÜIhiooe,  fr.  lacobuB  de  330. 
Castroalbo,    domuB  T.  de,   in  Purtu- 

gslis  362. 
Castronoro,    fr.    Amaldus    de,   mag. 

Aragonle  370.  fr.  Quiltelmua  de  65. 
Caatninovo,  Castell  nou,  Jai;pertuB  de 

226,  231,  240,  242,  261,    268,    297. 

Castruiii  novum  225. 

Castro  veteri,   fr.  Ouilcinius   de   819, 

371. 
CatalODia,   Catalunja   20,    163,   167, 

Catbalans  248,  264.  enqueridorei. 
CataaensU  ep.  304. 
CalhBlanneDsls  clv.  337.  ep.  303. 
Caturcum,    Cahors    316—321,     dorn. 

Prad.  317.  domus  Tempil  316,  317. 

baiuluB  de  317. 
Caudebeq,  Robert  de,  clerge  313. 
Kelaviio,  Sultan  1,  4. 
Celeetlnus  papa  V.,  Horro,  Petrus  fr. 

de  17,  35.  V.  Morro. 
Qeliua,  castellania  de  6.  com.  3S,  65, 

368. 

QelRa  169. 

Cenomanensis  ep.  303. 

Centumcellis, 

Ceperani  civ. 

Ceraria,    fr.   Bertrandua  de,    in,  369. 

Cereto,  Cerel,   Qulletn  de  66,  66,  76, 

87,    162,    173,    beiulue   DertuseniiiB 

121. 
Cervara,  batle  de  161. 
Ceruof,    fr.    lohannea    de,    prec.    de 

PoDtluo  332. 
Cesaraugusta,  QaragiBHa  66,  161,  164, 

176,  268.  bUbe  66,  112,  281.  C(ini. 

121,  dorn.  T.  317. 
Cespujadea  v.  Pujadea. 
Qescret,  fr.  Q.,  s.  163. 
Cbalaniera,  castrum  de  66,  78,  133, 

1S6. 
Chalo  V.  Cabiloue. 
Cliallet,   fr.  lehSD    in  Breteville  315. 
Chambariaco,  fr.  Radulphus  de  369. 
Chambaruti,     fr.    Raymundua    prec. 

Tempil  Richarenchorum  361. 
Ohambili,  P.  de  336. 
CbamboDo,  domus  de,  Charomonlen- 

sia  dioc.  366. 
Cbardaeio,   fr.  Vitalls  de,   de  Anitio, 

pre«b.  366. 
Chamay,  fr.  Qaulridus  de,    m.  prec. 

Itt  Nonnannla  307,  325, 
Chutel,  lohan  deu,  clerg  313, 

Fink*,  Papittam  anil  UnUisiiiig  d. 


Cbastel,  Hugues  de,  cbevalier  313  b. 

316. 
Chaliaunuef,   fr.  Geraudon   (iuz   Qe- 

raut  de,  monseigneur  74. 
Chausada,   fr.  lobannea  1a,  prec.  de 

Foulac  333. 
Chenac»,   G,  de,    cau.   el  oH,   Paris. 

312,  313. 
ChinoD  V,  de  Caynono, 
Chongnet,    Uichel,    lectour,    fr.  pre- 

echoour  de  Caeu  313,  314,  316,  316. 
Choques,  G.  de,  civie  Parlsieii3is312. 
Cipri,  Cypri  insula,  Chipre  4,  6,  14, 

304,  rex  4,  5,  354,  preceptores  171. 
Clrera,  fr.  Bertrandus  <;a  162,  370. 
Cisterciensis,    Cii<tell,    ordo   81,   234, 

290. 

^  Xivret. 

d.  Leinuricensis 


340. 


Claramonte,  fr.  G.  de  164. 

Clarano,  Ouillelmus  de,   cursor  216. 

Clemens  V.  papa  7—26,  28-32, 
34—36,  38—40,  43,  4S,  46,  48—61, 
57-60,  62,  65,  73,  75,  77,  82,  84, 
86,  87.  88,  88,  90,  93,  98,  100, 
107,    110,    111,    114,   115-119,   123 

—  12S,  127—130,  132,  134,  135, 
136,  137,  139—143,  145,  148  —  152, 

165,  156,  167,  158,  160,  166,  173, 
174,   175,   178,   180,   181,    183,  184, 

166,  187,  189,  198,  201,  202,  206, 
208—228,   230,  231,  232,  234,  236 

—  247,  249-262  270,  272—280, 
282,  283,  284,  286,  288—302,  307, 
308,  323,  324,    325,  339,  340,  363. 

Climeotz,  Nlcholau,  de  senl,  s.  167. 
Clunye<gi  m»n.  173.  abat  de  185,269. 
Cübria,  Symon  de,  prJcir  b.  Bernardi 

Paris.  310. 
Coceoiono,  Berardua  de  377. 
ColoceoBis  arcliicp.  306. 
CuUerii,   fr.  Guillelmua   de   B<iyanni), 

d.  Vaeionensis,  s.  342,  343. 
Colonna,  fr.  Egidius  arcliiep.  Biluri- 


147. 


BiL 


Coloniensia  arcliiep.  304. 

Columpna,  Columpnenais  42,  Bartho- 
lomeus  de  el  fratrea  41,  lobaones 
de,  dorn.  Genazani  tl,  Petrus  et 
fr.  dorn,  de  Qallicano  41,  Sciarra 
288,  Petrus  et  Stephanus  dum.  Oti- 
barii  41,  v.  lacobus,  Petrus. 

ComflaDZ,  Cbarembaul  de,  Borgoig- 
noii  74, 


Coraite,  Slephanus  de,  el 

sui  41. 

Compendii),  Ir,   Radulphu 

a  de  335 

B.  TamplBrordei.i.    11. 

25 

iLCD,  Google 


388  Nami 

Compostellanus  archiep.  303. 
Coadore,  fr.  de,  m.  S41. 
Cunfleut,  fr.  lacobua  de,  b.  163. 
Consanus,  archiep.  S06. 
Constanciensis  ep.  303,  33B. 
ContantinopolltaiEus  patriarcha  cum  2 

Euf.  tr.  303. 
ConstaDtlnua  imperator  220. 
Convenaruin  eoines  38, 
CopoDB,   fr.    Oeraldua   de   161.  laco- 


a  de  n 


161. 


Corbella,  fr.   Bereagariiu  de,  s.  163. 
Corblns,  castrum  Terapli  66,  370. 
Corbon,  fr.  P.,  m.  330. 
Corbonio     (Corbon,    Oorbolio?)  Yin- 

bertua,  fr.  de,    m.  prec.  de  Poulac 

et  de  Cruce  332. 
Cordellis,     Yvu     de,     rector.     univ. 

Paria.  !J0. 
Cordubensis  ep.  Ferdinandua  272. 
Corinthienaia  archiep.  304. 
Cormesi,  fr.  Reginaldus  de  338. 
Cornela,  Conieylla,  cam.  de  112, 113. 
Cometi  comitatua  42. 
Corsica  II,  232  v.  Sardinien. 
CoHJetla,   BerengariuB  de,   noL  Der- 

tuseosls  76. 
Costa,  fr.  R.  1a,  presb.  317,  319,  321. 
Court  Val.,  d.  T.  31B. 
CouB,  fr,  P.  de,  m.  d.  Miraveto  368. 
Coves  64. 
Crachii     Ouidonis,     Paadulphus     et 

Credolio,  Re^oaldua  de,  ord.  Pred. 

310. 
Cremonensis  ep.  305. 
Crenator,     fr.     lohannes     de ,     prec. 

Orandla  silve  341. 
Cresto,  de  .350. 

Greta  insula,  regnum  33,  34,  304. 
Criutiaco  (Crimen),  fr.  Humbertua  de, 

d.  Barruei,   prec.   domorum  Vian- 

uesil  359,  360. 
Crocii,  fr.  ÄJuardua  de  Vienna,  a.  362. 
Cruel,  fr.  P.  330. 
Crucuni,  mon.  a.,   81—83.  abbaB  Pe- 

trua  31,  81,  82.  v.  Boncnatua. 
Cufla,  CBBtra  et  ioca  64. 
Cunianus  ep.  303. 
CumbJB,  Arnaldua   de,   can.   Barch  in. 

227. 
Curco,  dorn,  de,  Uaytlion  1G8. 
curla  (Romana)  9,  10,  14,  15,  22,  76, 

114,   138,   141,  143,  166,  311,  212, 

219,  222,  228,  248. 
Curlibua,  fr.  Garaia  de,  s.  372. 
Cuscntinus  archiep.  305. 


Cuai,  fr.  lohannes  de,  mag.  moleii- 
dinorum  et  tsberne  i.  Gemaai 
Pariuenaia  341. 

Dablora  v.  Blora. 

Darago  v,  Arago, 

Balmudevar,  lohan  277. 

Daroca  G2,  54,  161,  248. 

Da;lor,  Petrua,  not.  ep.  Herd.  378. 

Dalvemya,  prior  de  2S4. 

Dangie,  com,  316. 

Daray,  fr.  Hugue  314. 

Datie  regnum  304. 

BfiupeÜQ,  fr.  Bretto,  319, 

Debre,  laygua  87. 

Dellengnel,    tr.    Richard,    de    Coatt 

Val  315. 
Delphinl,  fr.  Guido,  m.  307.  312. 
Dertuaa,  Tortosa,  castrum,  civ.  BS,  ^6, 

86,    87,     121,     126,    126,    159,  IGJ, 

176,    177.    bisbe   112.  A.  can.  125. 

vicariuB    83,    87,    172.  baiulus  6S, 

170.  prior  229. 
DertusensiB  inaula  6  v.  Tortoei. 
Detecha    (Atheca),    HarÜnua  de,  nrd. 

Pred.  88. 
Dionieius,  mag.  uunciusr.Franciel}- 
Dole,  d.  T.  316. 
Domaa   (Dermas?),    fr.    lobaDoe«,  m. 

prec.  de  Roes  329. 
DominicuB  curaor  27. 
Doaaderi   <ob   Douadeif),  fr.   Petrw 

ni.    P.     Douaderi     burgeoais    Ca- 

turcl  316^321. 
doniells  de  la  camera  del  papa  18S- 
Doma,  fr.  lohannea,  prenb.  320. 
Druco,    Laurenciua    de,    ord.   Tallk! 

Scolari  um  309. 
Dmlla,  StephaDUB  de,  der.  346. 
Dublinenaia  archiep.  304. 
DuboiB,  Pierre  94. 
Duilla  (Drulla?),  Pelms,  cap.  »16. 
Dullcns  V.  Bullens. 
Dulsinua,  fr.  hereticus  22. 
Durbando,  fr.  Gaubertus,  m.  371,371 

Ebrardi,  fr.  Bertrandus  313,  Slepha- 
nQB  de  Podio  s.  Ratberti,  d.  Le- 
movicenBis,  fil.  Oeraldi  Hebrtrdi 
316,  318. 

Ebredunenais  archiep.  304. 

EduCDEis  ep.  303. 

Egidil,  Rodericue  36. 

Egidil,  lacobus  campsor  in  Fimpe- 
loua   131. 

Eicidii,  domuB  b.,  823,  346,  347. 

Eliacnde,  Königin  t.  Aragonien,  id. 


izecDy  Google 


NsmenaverzeichniB  zu  Band  II. 


S87 


ElnenelB  ep.    110.  abbates  et  priores 

19,  20. 
EnibreduDcneie,  prov.  3t. 
emperador   i23,    124,   265,   274,  292, 

30a.  V.  Henricus  VII. 
EiuposlH,  caatell  de  183. 
Empurio  (Ainpurias),  fr.  Mugo  de  1,  2. 
Engcrra  (wohl  de  Uttrigny)  277,  280, 

284,  300. 
EntenQB,  Berengaria,  Berengerona  de 

120,    uxor   nob.   Q.  85.  Bernardua 

Guilleliui  de.  ord.  Huspitalia  4—0. 

Gonibaldns  de,  procurator  Valencie 

63,  B4,  65. 
EnLinyena,  lc»3a  de  v.  ODlinyena  74. 
Ermenteria,Guillelmtia,  c)rd.Pred.373. 
Esculanus  ep.  305. 
EsinuB  ep.  306. 
Espanya  60,  232,  241,  243,  249,  264, 

2BB,   279.    reya   de   241,   270,  278, 

2B1  -283,  296,  300.  prelats  de  269, 

270,   274,  281.    v.   lapama. 
Esp«it  V.  Aspello. 
Eaplugues,  B.  de,  balle  de  Valentia 

160. 
Estienne,  s.,  de  Renneville,  d.  T.  314. 


l  eomilatua 


Eulalie. 


,  364. 


EuBtachio,  Theobaldua  de  a,,  et  sui  41. 
Eranbourg,  d.  T.  314,  316. 
Evurcio  (Enurcio),  tr.  Quilleliiius  de 

s.,   prior  Pred.  Paris.  309,  312. 
Exee  100. 
Eximini,  fr.  Petrus  370, 

Falcibua,  fr.  RayaiuDdua  de,  caatell. 

de  Montewino  368,  371. 
Falcono    (Falcuiie),    Ir.   lordanuB  de, 

de    Valriacu,    Vasionensla  diocesis, 

B.   344,  349. 
Falgosio,  lohannes  de,  ord.  Pred.  inq. 

Francle  321. 
FaventinuB  ep.  305. 
Fargis,     Bemardua    de,     nep.    Cie- 

inentis  V.,  Erzb.  v.  Rouen  15. 
Patiuia  3. 
Ferrara  216,  263. 
Ferrari  i,     Bemardua,     prior     Pred. 

GerundenBia  76, 
FerdinaDdiia  rex  Caslelle  272  v,  Ca- 

Felgario ,    Amaldus    (V)     de,    reetor 

eccl.  de  Hontesqulvn  323. 
Fieyra,  fr.  Huguo  de  356. 
Figiaciim  318. 

FlamencliBfFlandrenaca  30,  271.  üumtc 

de  271,  273. 
Flurec,  Guillelmus  de  229. 


Florencia    26,  211.    civ.  e 

42.  FlorentinuB  ep.  306. 
Ployrano,  Eaquivus  (nicht  Esquinus) 

de,  varietus  regia Francie83, 86, 142. 
Fcilliiaco,    Foulleyu,  fr.  lohannea  de, 

Diag.  presb.  311,  341. 
Pollie,  tr.  Renaut  de  la,  Boi^oignon  74. 
Fonoyllario,  Fonuliar,  Bemat  dez  6, 

7,  77  (proc.  in  Catalonla)  87,  182, 

184,  186,  188,  237. 
FanB,frigidu8,mon.Funtfreda  214,234. 
Fontenoi,  d.  T.  joustc  Sablles  316. 
Fontibua,   fr.   Bemardus  de,  condam 

com.    de    Corbcris,    lucuiu    tenens 

alcaydi  in   Tuniclu    131,  226,  227, 

370,  372. 
Foresta,  mag.  RaginalduR  de,  Irfudu- 

Fomensis  ep.  304, 


.  304. 


Forquea,  fr.  Bemardus  de  162. 

Pos,  Fossls,  (Fora),  fr.  Roeeelinus  de, 
prec.  ProvlDcie  324,  347,  348,  356. 

Fos,  fr,  BertrandUB  de,  prec.  Cipri  317. 

Prancic  regnuni,  Fransa,  Franga, 
Frankreicb  12,  16,  18,  22,  24,  27, 
28,  34,  44,  46,  60,  61,  68,  76,  84, 
86,  107,  109,  113,  114,  137,  140, 
147, 162, 183,  191,  194, 197,  300,  229, 
242,  267,  271,  273,  303.  rex  (Phl- 
Hppus)  8,  9,  12,  13,  17,  24,  27,  31, 
52,  54,  143,  146,  183,  209,  280. 
regina  (lohanna)  12,  33,  118.  pri- 
mogenitus  (Ludovicua)  12,  33.  »e- 
cundugenitus  (Pliillppus)  33,  143. 
tertiogenitua  27,  31,  33.  filia  36. 
UD  aeu  fill  183,  nuncii  12,  13,  17, 
24,  209.  conaeyli  del  rey  116,  117, 
270—273,  296,  299.  preiali  et  de-, 
ruB  16,  194,  241,  256,  261,  269, 
270,  274,  296,  299.  abbales  20.  in- 
quisitorea  61,  90,  146,  189.  viaita- 
tor  Tempii  (H.  de  Feraudo)  13,68, 
171.  mag.  et  prec.  maiurea  198. 
frares  62,  113.   v.  Pliilippua,  Lodo- 

Fransesea  264. 

Francisci,  fr.  luhannea,  prec.  Pictavie 
326,   332. 

Fredericua,  Frederich  rey  de  Sicilia 
18,  22,  27,  31,  33,^36,  40,  232, 
239,  246,  264,  274,  288,  289.  filius 
27,  31,  34,  36,  filia  27,  31,  33. 

Fr<)sinonis  civitas  et  comitatus  42. 

Furcis,  fr.  Bernardua  de,  ni.  370. 

Furnis,  Symun  de  311, 

FuxenBis  ci>mes  28,  33,  36,  188. 
25" 


izecy  Google 


SB&  NRineiMVerzeichnia  zu  Band  It. 

Gaetanf,    Oayeteni,    41,    42,    Fran- j  Oirardus,  prior  gon.  ord.  Carmel.  Slfl. 

cisciu  42.  I  OUndiera,    Glanderii,    fr.    Barlholo- 

Qalllart,  en  115,  117.  i      meus,    supprior   arid.  Pred.  Citur- 

Gaysennoii,    tr.    Huguo,    de    Creslo,  '      seniis  316,  317. 

Vaslonen.  d.  350.  |  Olol,  Raoul  313. 

Oülardus,  fr.  pape  10  r.  Oot  l  Qnesnensis  archiep.  30S. 

Galiaer^  Oalüneriis,    fr.  Bauion  de,  i  Goardia,  casUyl  79. 

com.  Cantavetule  120,  121,  15».        Oodor,  Petrus  Hartini  de  II,  IS,  15, 
Gallesii  coiuitatua  42.  '      16,  31. 

Gallicl  24.  I  Golardue,  tr.  com.  de  Tnrtoaa  371. 

Gandavo,  mag.  lohannes,  can,  Paris   GkinevUla,    fr.    GaufrldUe,     prec.  in 

310,  312.  Pictauia  et  Aquitania  326. 

Gandesa,  Gandesla,  batlla  6E.   IGl.      |  Qontcrius,  fr.  329. 
Garcia,  Ferraadez  67,   Xemenes  274.  ,  Got,  Amaldus  Garsie  del,  fraler  pape 
Gardeuium,  Garden;,  Gardcyn,  casa        10,     364.     Berlrandus    del,    nepos 

de    72,    169,    170,    208,    368,    370,  |      pape  10,  22,  24,  264.  V.  Baymunduä, 

374,  377.  ,  GradensiB  patriercha  303. 

Gardia,  R.,  fr.  ^a,  v.  Quardia.  Qrayfleu,  fr.  P.  de  serv.  363. 

Gargent  v.  Agrigentinua.  |  Grainhano,  fr.  Borralua  de,  vo.  prec. 

Garidelli,     Garldeyll,     Masciiarosius,  j      Anlciensis  344. 

civis  Dertueenais,  adminiEtr.  bono-  i  Granata,   Grenada,    regnuni,  cItjus, 

rum  Tempil  99,  169,  163,  177.         !      Moroa  71,  183,  209,  216,  217,231, 
Garric,  come«  de  13,  16.  232,  234-237,  240,  241,  249.  SSO, 

GarriganB,  Gairigans,  fr.  laclime  com.  |      263,  264,   256,  257,  261,  269,  270, 

Dajabunt86,127,106,  168,170,175.  I      274,  279,  297,  302.  rcx  71,  ISB. 
Garsia,  Arnald  264.  |  Granselva,  Grandimllva,  monaslir  rtc 

Gars»[e,  GondiKsalvus  7,  9.  |     234,  341. 

Gascunya  62,  Granyenacastrum99,161.com.de128. 

GBStina,d.Templi,Nici«iensiBdioc.354.  |  Granilianuin  368. 
Gasto,  R.  276.  I  Qrausello,    prioratus    de,    prupe  Hl- 

Gatx,  castrnm  de  40.  laut<enani  209. 

Gauche,  fr.  Geraldua  de,  in.  307.         1  Grecia  254,  255.  Orechs  266. 
Gaulridi,  fr.  PetruB  m.  pree.  de  Vaur  i  Grogorius  X.  106. 

Albiensis  d.  318,  357.  '  Griaignau  74. 

GautriduH  puraor  164,  1  Guamaches,    tr.    Euricus   de,   pmb. 

GBy,fr.RobbertuBde,Ambiau.de341.  I      331.  fr.  Hugo  331. 
GenesiuH,B.,l()euBquidamProvincielO.  i  Guarair,    fr.    Petrus,    cap.    de  moole 
Genua  v.  lanua.  |      Hiraueto  364. 

Genvilla,  lotiannes  de  332  v.  lamvitla.    Guanerii    (Ouanli),    fr.   Petrus,   cani. 
Georgio,    Petrus    de  s.   prior   de  Ar-  '      Barcbinon.  370,  372. 

uianicis,  NeinauBeusis  d.  202,   203,  '  Quardia,     Berengar,     de,     biiibe    de 

877,  379.  ]      Violi  62. 

Geraldi,    mag.  Hugo,    arcliid.  Petra-  ;  Guardia,   Ramon   ^a,    RaimunduE  itf 

goricensis  199,  194.  ■      Gardia,    com.    del    Mag  Den  et  li- 

Geraudon,  fr.  74.  nent   loc    del    maeatre   del  Temple 

GerarduB,  fr,  prec.  Francie  3.S8.  I      en    Arago  et  en  Catalunya  66,  SS, 

Gerardus  archld.  in  Brie,  eoci.  Paris.  I      69,    70,    73,    79,86—87,121,126, 

ean.  308,  310,  312.  126,  128,  161,  162,  165,  167^170, 

Gerardus  ord,  Cannel.  mag.  309.         I      174,  176,  178,  323. 
Gennani,    ition.  s.  de   Pratifl,    Petrus  i  Guardiola,   tr.  P.  de,  cam.  de  Min- 

abbas  308.  Veto  368. 

Ges!  (Gisi),    Raduiplius  de,    recepior '  Guarrigua,  Geraldus  la,  der.  Calur- 

regia  in  Canipania  336.  1      cenBie  d.  320. 

Gliambarello,  d.  T,  -163.  |  Guaylat,  en  49. 

Giaco,  G.  de  312.  ,  Gubaltari,  niunt  de  lubaltari,  striMv» 

Gilida,  Petrus  de  229.  231,  236,  242. 

Giraudl,  fr.  Petrus  m.  348.  Guerrerius,  fr.  Bemardua  cap.  363. 


izecDy  Google 


Nain  eosverze  ich  n  i: 


Guido,  ord.  Carmel.  310. 
GuilbertuB,  fr.  prec.  de  Bo.  337,  338. 
OuilelmuB  (de  Bergamo),  card.  41. 
OuillelniUB  Ruffatl,  ss.  Cosme  et  Da- 

lulani    diac.    card.,    refercndariuB 

20,  21. 
Guorsa,  fr.  lobannes  de  la  9S0. 

Harteysut,  fr.  Petrus  360. 
Hangestti,  Guillelmus  de,  senior  312. 
Hellsiarii,  Rajmunduü,  tr.  miln,  pre- 
cpptor  domus  Tempil   de   Roaysiu 


Hcnricus  VII.    Romi 

238,  288,  289  v.  eiuperador. 
Kereimtarum  s.  Aug.  Paria,  prior  310. 
llervieu,  fr.  Oiefrol,  niaisou  de  Brete- 

vlUe  315. 
Hiapania  v.  lepania. 
Ilispanus  card.  v.  Petrus. 
Honore    Hontis  Alsaii,  tr.  lotiannes 

de  317. 
Ilospitalarii  ordo'  Hotipilalis,  Lcspital 

6,  61,  62,    73,   118,    168,  183,  184, 
■    213-215,  219—221,   224,  227,  228, 

233,    247,  2G0,    266,  2CG,   278,   281, 

282,  283,   286,  290,  291,  294-    301. 
HoepitalBrioruui   inagiater   6, 

167,  213,  243.  priora  284,  coiiiend. 

222,  223. 
Hosliensis  card.  v.  Nicolaus. 
Hucsca  V.  Osca. 
Huguoleui,   Fr.  Guillelmus   Rlcharen- 

chorum  348,  349,  364. 

lacme,  archabisbc  de  s.  281. 
lacnbuB  (1)  rex  Aragnnum  20. 
lacobus  PCX  Sicilic  I,  2. 
lacobu»  Petri,  fr.  layme  II.  66,  121. 
lacobuii   I.   rex   Maioricarum,   cumes 

Roseilionia    et    Ceritanie    et    dorn. 

HontJB  pessulanl  177,  179, 
lacobuB  Colonna,  card.  41,  43, 
lacobus,  ord.  Cistcrc.  Paris,  310. 
ladrensis  archiep.  305. 
lafet,  fr.  Deodatua,  s.  341. 
laynic,  fntaDl  G,  250. 
Yalla,  V  erb  um  Sarracenorum  323. 
lalcaii,  d.  T.  Uticenais  d.  368. 
lanua,  Genova,  Genua,  lanueiiEiis  22, 

40,  51,  266,  274,  289.  archiep.  305. 

Iaqulntu%  Ric.  Petrus  41. 

lassenis,  mag.  lacobus  de  317,  318, 


lerosolimltanus  patriarclia  cum  suffr. 
303. 

lenisalcm  rex  de  IIS,  1B3,  366.  claus 
de  243. 

llerda,  Lerida,  Leyda  7,  83— 8G,  100, 
101,  114,  131,  164,  181,  176,  182, 
206—208,  225,  364,  379.  eccl.  6,  cp. 
Petrus  6,  7,  101,  113,  163.  PoDCius 
160,  182,  185,  206-208,  226,  236. 
237,  377,  378.  ambax.  188.  vic.  et 
curia  163.  domus  ep.  376.  capella 
ep.  377.  dom.  Hinorum  373,  374, 
375.  doiu.  Pred.  372,  373. 

Yllino,  (r.  Berlio  de,  prec.  Catlialo- 
neuais  362. 

Yma,  fr.  Roberlus  de  330. 

Ynibricus,  tr.  Tempil  329. 

Impuriarum  (Anipurias)  comes  66, 
285—268. 

locoDC,  fr.  G.  de,  prec.  lallesii,  d. 
Uticensis  367. 

lotfre,  fr.  Andreas,  s.  163. 

lohannea,    Infant    IS,    19,    202,    249, 
I       250,  254,  274,  28S,   289. 
''    lohannes,  fr,  laymcs  JI.  66. 
'    lohannes  (de  Tumo),  fr,  ttiesaurarius 
'  I      Tempil  Paris,  341. 
:'  I  Iiihauncs,  fr,  de  civ,  Callialaunensi,  in 
,'  '      d.  de  Ncmurls  d,  Trecensis  337,  anle 
prec.  de  Marmot  339. 

loliannes  Boccamaxza  card.  ep.  Tua- 


320. 


1  210. 


;u1bi 

lohannes  Monacbus,  lohan  Monge, 
card.  20,  37,  41,  123,   166,   168, 

lohannes  de  Murro,  ep.  PortueDsIa41. 

lohan,  chapelain  313. 

lohan,  B.  49. 

lohanne,  fr,  Bcrtrandua  de  s.,  fil. 
R.  de  s.  lofaanne  de  llonore  Hon- 
tis AlsatI  317. 

lohannes,  fr.  prec.  de  la  Musa  327. 

lohannis,  fr.  Dominlcus,  s.  372. 

lomihi  (Ii)Quhi!),  fr.  Lambertus  330. 

lordanuB,  fr.  37],  com.  de  Orulo 
368, 

lovinhlaco,  fr.  lohannes  de,  s.  341. 

Ysemla,   Andreas  de,   cousll,   r.  Si- 

Ispanla,  regna,   140,    145,  214,  236, 

236,   267,  272,  282, 
lapalenais  archiep.  303. 
Istria,  supra  marc  306. 
Italla  IG,  22.  prelats  269,  206,  200. 
lubalUri  V,  Gubaltarl. 
ludei  188,  342. 
lull  an  US,  fr.  cap.  360. 
luneda,  fr.  Guillelmus  de,  m.  378. 


izecy  Google 


Nam«nsverzeichnie  zq  Btuid  II. 


luet,  fr.  Berengar  de  «.,  mag.  Ära- 
Ronle  72,  169,  160,  177,  372.  com. 
de  Miravet  62,  100,  e  de  Tores  72, 
172,  372.  Pelrus  de,  com.  Altam- 
bra 6,  13,  14,  37,  de  Peniscola 
56,  62.  fr.  RaymuDduB  de,  m.  368. 

Laniaiaa  (?),  com.  de  58. 
Lambalia,  mag.  Alanua  de  309. 
Lanera,  fr.  PetruH,  s.  368. 
Langonum  28. 

Lagarda  de  ßoEÜhu,  d.  T.  316. 
Landulfus  BrancaccI,  s.  Angeli  diac, 

Card.,   Card.   Neapolilanus    17,   2S, 

41,  76,  152,  156,  244,  324,  32»,  310. 
Larclient,  fr.  RayneriuB  de  312. 
La-ialbloDCria  Id  d.  HcldeDsi  334. 
LaslDhlaciiin,  d.  PictavenoiB  332. 
Lateranum  T. 
Lalcrelha,  fr.  Petrus,  prec.  de  Podio 

de  Nol{  316. 
Lavcra,  fr.  P.,  e.   163. 
Lavemha,  fr.  Geraldua  de,  prec.  Ad- 

drivalys,     d.      Petragoricensis,     et 

Tempil  8.  Micliaclis,  d.    Burd^a- 

lensU  318,  320,  321. 
Laugerii,  tr.  Huguo  de  Hootesecuru, 

d.  Tricairtrensia  361, 
Laurenclua  prior  Valiig  Scolarium  310. 
Laven,  fr.  Hugo,  m.  333. 
I^breto,  AmaricuR  (recto:  Amancrua) 

29,  Namancu   263,  25G,  261. 
LetrtoreDsig  ep.  22,  303. 
Leget  F.  116. 
Legusiacum  165. 
Lemovicinio,    fr.   QullleljuuR    de,    in. 

til.   IIugiiniB   de  Lcmnvicinio   317, 

329,  341. 
LenKloiB,  fr.  Aubin,  c<mi.  Dangle  316. 
Lcnda,    fr.     Exeniou,    ExlminuR    de, 

mcstre  fn  Aragonia  43,  60,  62,  65, 

09,    100,    162,    176,    202,    203,    369, 

377,  378.   fr.  Rodericiis,  s.    163. 

Leo  T.  Lugduuum. 

Lecidium,  Leodiensia,  Lütlieh  ep.  304, 

Theobald  48. 
Lerida  v.  Tlerda. 
Llbiann,  Libia,  Bernat  de,  m.  63,  64, 

86,  173,  176,  238. 
Licinoe,  cod.  a.  375. 
Lienticuria,   fr.  Gallerus  de,   m.  307. 
Ligiisiacum,  Lug.  167,  15B. 
Lileto,    fr.   FerrariuB   arcbipresb.   de 

Vallobar  372. 
Linio(ii,Galhardus,de  H[inlcregali323. 
LiDguoensis   decanus,   fr.  magni  ma- 

gistri  (I.  de  Molay)  339, 


Ijnnbrua  (V),  G.  de  311. 
Lins  (T),  Guillame  de  74. 
LiCerio,  fr  Beniardus  de  s.  370. 
Loben e bis,  Fredolus  de  322. 
Lobera,  fr.  P.  de  182. 
Locliis,  fr.  Argcnterius  de  319. 
Lodovieua  (IX)  rex  Fraocie  146,  bea- 

tuB  L.  318,  Loya  gemia,  frare  del 

rc;  de  Franga  41,   277,   280,  286, 

292. 
Logee,  Lotxes,  Lotges  36,  68. 
Lomauya,  rlcomitatus  de  10. 
Lombardia  22,  305,  com.  de  69. 
LondonlB  326.   l^ndoniensla  ep.  304. 
Longus  PoDB,   prope   Hontem   Lcthe- 

rici  172. 
l/irmant,  locus  29. 
Loigerio  JobaiiDce  de,  urd.  Pred,  ing. 

63-68,   76,    77,   91,   92,   206,  207, 

208. 
Lotoringia,   Lotbringen,  fr.  lohanne« 

de  330,  Herzog  48. 
Loviers,  fr.  Christofle  de,  de  Vaymer 

315. 
Lourignj,  d,  T.  315. 
Lublcenals  ep.  304,  305. 
Luceto,  lacobuB  de  311. 
Luche  couiunitatiB  nuncii  26. 
Ludovlcua  V.  Lodovicua. 
LugduDum,  Leo,  Lyon  9,  10,  11,  45, 

106,    (concll,)    142,    149,    258,    273, 

274,  280,  ecci.   156.  provinlia  16, 

34, 192, 199.  arcbiep.303.  v.  Villars, 

domUB  T.  327. 
Lugleto,   fr,  Gameriue  de,   d.  Lingo- 

ueusi!!,  a.  160. 
Luna,   Artaldua  de,   procur.   in  An- 

gnnia  64,  132,  133,  159.  Lop.  San- 

cliez    de   130.    P.    Lupi    de  18,  19, 

21,  25,  29. 
Lunarla,  d.  T.  354. 
Lunelio,  fr.  RoatagDus  de  356. 
LuDdenais  arclnep.  304. 
Luparia,  fr,   P.  de,  com.  de  Celma 

Lupi,  Luppi,  lobannes,  archidiac.  de 
Guai^a,  procur.  208,  209,  210,  212, 
226,  227. 

Lupi,  Petrus  26. 

Lütlicb  V.  Leodium. 

Hataneyl  176. 
MaciarieuBis  ep,  306. 
Madit,  fr.  P.  de  31». 
Madrit  archidiac.  de  9, 
MagalonensiB  ep.  303,  arcbidiac.  192. 
Magdcburgenels  arcbfep,  304. 


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Namens  Verzeichnis  zu  Band  II. 


391 


HagTio  Prato,  oomes  de  338. 
Ha^ntinuB  archiep.  304. 
Hahometi  nomen  272,  343,  necU  23B. 
HaioricHrum  n^num,  civitas  Malorca, 

Halnrche   B6,    111,    122,  166,   176, 

266.  ep.  303.  V.  lacobua  203,  237, 

303,  3B9.  rex  3fi,  38. 
Maioris,  Bemardux,  scriptor  161. 
Malausana  209,  210,  225. 
Malek  el  Aschraft  1,  4. 
Malen  (?),  fr.  Robertus  de  33B. 
Haleti,  fr.  G.,  in.  368,  369. 
Maltsanguinis,     fr.     Raymundue,    m. 

344,  346. 
Malco,  castrum  de  35. 
Malmon,  fr.  Guillelmus,  m.  341. 
Manager«,  cn  62. 
Manats,  fr.  ß,  12S. 
Manfrcdua  Urbia  prefeclun  et  sui  42. 
Manso,  fr.  P.  de,  [11.  Sestayrol  de  H., 

de  Figiacn  318. 
MsDSus  Dei,   Mas   Dcu  72,    111,   161, 

178,  367,  368,  370,  371.  v.  Guardla. 
Maraudi,  fr.  Petrus,  s.  371. 
Harcha  Anconltana  305. 
Harci,    March,    Petrus    tliesaurarius 

64,  131. 
Marciali,   de  b.,  sent  Marcal.   fr.  Ar- 

naldus  66.    Berengar   com.  Dascho 

66,  12S,  128,  160,  164.  fr.  Geraldus 

m.  341. 
Marf^rita,  ßomanoruui  reKina  23B. 
Marigny,  lohan,   ord.  Pred.  de  Caen 

313,  314,  316,  316. 
Marigniacu,  P.  de  sucoentor  Pari«.  310. 
Marmont,  d.  T.  339. 
Marques,  fr.  Bemardus  320. 
Marrochium,  Harrochitauum  regnum 

235,  237,  261.  rex  236.   Moros  241. 
Marsta  (T),  fr.  P.  presb.  320. 
Martini,  Ir.  Duminicus,  capell,  372, 
Hartiniaco,  Ouillelmus  de  336. 
Martini;  P.  166,  169,  170. 
Martino,    fr.    Gulllelinua    de    a.,    de 

Gardeyno  163,  368. 
Martorello,  P.  de,  in  CanUvieja  100. 
Maa  Den  v.  Hanaus  Del. 
Mas,  P.  dei  131. 
Maeel,   fr.  Baymundus,  d.  Aquenais, 

H.  341. 
MassBut,  B.  de,  lector  ord.  Pred.  317. 
Maseanua  cp.  306. 
Hauilia  OB,   323.   ep.  304.   dnnius  T. 

367. 
MasticonensiB   d.    144,    277.   ep.    138, 

MaaqueUa,  R.  de,  ord.  Pred.  276,  276. 


Matoro,  Ponp  de,  fil  275. 
Mathei,  fr.  Bemardus,  de  Orulo,  b.  368. 
Matleo  Roeso  (Oralnl)  card.  7. 
Meay IIa,  fr.  QüillelmuB  de  370. 
Hedtolanensis  archlep.  305. 
Meldensis  ep.  311. 
Menaguerra,  Bemart  179. 
Mercaderii,    Mercalor,    mag.    Petrus 

cirurgicuB  r.  Francie  69,  83,  8S. 
Mercat,  fr.  Guillelmus  320. 
Mereymo,     Satraudua    de,     cam.     r. 

Francie  166. 
Merlane,  Mellanc,  Herlenes,  dointia  T. 

331,   337. 

Hesaina  289,  Messaniensis  archlep. 
306. 

Mestinners  f?),  fr.  lohennes  333. 

Metensis  ep.  304. 

Hidensie  ep.  304. 

Hilars,  fr.  Bemardua  de,  ni,   163. 

Milieus  Rlcardua  de,  de  Anlbaldia 
et  nepotes  41. 

HiniatensiB  ep.  303. 

Minores,  fr.  ord.  Minorum,  quid  am 
fr.  46,  331,  332,  361,  fratres  144, 
366,  duo  fr.  333,  fr.  Menors  118. 

Hinorlcenala  Insula  237. 

UJnurisa,  tr.  P.  de,  cap.  368. 

Mir,  fr.  Petrus  ord.  Min.  374, 

MirapiBce  321—333. 

Miraveto,  (r.  G.  de,  com.  de  Orta  368. 

Miravetum,  Miravet,  caale],  vita  14, 
37,  51,  66,  70,  72,  73,  78,  81, 
86—87,  111,  126—130,  133,  151, 
162,  165,  168,  170,  172,  173,  176, 
176  —  179,  364,  370,  372.  com.  60, 
128.  honiens,  vassalli  66,  87. 
baiulie  redditus  86,  87. 

Mirolia,  tr.  Huguo  de  359. 

Modies,  priural  de  246,  248,  251,  256, 
261. 

Molay,  lacobiis  de,  magisler  ord. 
Tempil,  maestre  raayor,  m.  Ultra- 
marinus,  m.  mJHcie  Tempil  3,  5,  14, 
36,  37,  43,  44,  47—49.  52—65, 
67—80,  61,  69,  71,  86,  100,  102, 
107,  109,  114,  116,  116,  143,  144, 
156,  171,  182,  198,  206,  207,  267, 
268,  307—309,  312,  313,  324,  328, 
329. 

Molina,  Simon  de  131. 

MouachuB  V.  luhaanes. 

MoDbellart,  )a  conle  de  74. 

Monchada,  Not  de  166. 

Monflores  domua  de,  d.  AmbianenslB 
331. 

Monlor,  Gombau  de  167. 


izecy  Google 


(ffunenaveraeichiiis  zu  Band  K. 


HoDQo,  MonxDD  V.  Hontiaeoiium. 
M.mao,  tr.  P.  de,  Paria,  serv.  Sil. 
UonapefiaulBDUB,    Montpellier,    Hont- 

posler  35,   119,  20B,  211,  232,  246, 

323,  328,  358. 

MunsregallK  322. 

Honsregalis  (Honrcale)  archiep.  30B. 

Mnntcler,  fr,  Ricimrt  fr.  de,  Borgoig- 

non  7*. 
Honlealbo,   locus    de  99,   100.    dorn. 

Minor,  in  373,  fr.  Hin.  373,  capit. 

Tempil  374. 
Honte  alln,  fr.  lolianneg  de,  iii.  de 

Aaturaco  (AsUracof)  340. 
Honte  CaUno,  fr.  Petrus,  mag.  Ara- 

gonie  369. 
HoDtecalenu   Quillelina   de   28.    Otto 

de  162,  V.  Honchada. 
Honte    cathino,     turrls     de,     boua 

TempU  64. 
HnntecluBO,    Poncius    de   ord.    Fred. 

inq.  76,  206—208. 
Monleclaro,  fr.  Girardus  de,    m.  76. 
Montecurvo,  tr.  Petrus  de,  m.  373. 
Moutelauro,  R.  de  323. 
Monte  mortano,  L  BuU  de  378,  379. 
Montenigro,  lohannes  de  cancellarius 

Urbis  42. 
Honte    olivD,    fr.    Berengarius    com. 

Oscc  372.   Bernardus  com.  de  Bar- 
barana 371. 
Honiepalatiu,  fr.  P.  de,  m.  323. 
HoDtepesBto,  fr.  Oaucerandue  de  323. 
Honte  rolundo,    fr,  Huguo  de,   proc. 

de  Borleta  360. 
Honte  securo,  d.  T.  de  361. 
Hontesquivo,  eccl.  de  323. 
Honte  Tomeaio,  fr.  Gullelmus  de  370. 
HontibuB,  dorn.  T.  de,  d.  Lemovicenefa 

317. 
HonCilium  Ademarli,  Valentine  d.  343. 
Honlis   Aragonum    nion.   IS,   20,   26. 

26,  29.  abbas  31,  32,  158. 
Montisalti  coniiutua  42. 
Hontia  Falconis  prior  v.  Hortelli. 
Montiegaudii  (s.  Salvatoris)  ordo  214. 
Hontissonum,  castrum,  Huntco,  Monpo, 

Uonzon    64,    66,    64,   66,    72,    78, 

87,   101,   112,    126,    129,    130,   131, 

132,    133,    153,    154,   160,  170,   182, 

196,  1B7,  364,  369,  371—373,  376. 

reddiluB  164. 
Mont  reyal,  aldea  de  62. 
Mor,  fr.  Barlliol.  de,  s.  164. 
Horauiensis    ep.    304.    (Ol( 
Horeila  66,  99. 
Sorel),  fr.  P.  presb.  317. 


Moriella,  hombrea  de  120. 

Morro,  P.  de  (CeiesUnus  V.)  31,  22G. 

Mnn«  231,  241,  249,  265.  v.  Grenada. 

Marroohiiim. 
Hortelli,    mag.    Hugo,    prior   Honli« 

Falcunia,  PctragoriceDsis  d.  31 7, 130. 
Hosiacenslg  abbas  22,  24. 
Ho«3in,  tr.  Petrus  de,  domus  de  Pe- 

trosio  324. 
Holonensis  ep.  304. 
Huncada,  fr,  P.  de,  meatre  Darago  72. 
Huntesa  castrum  de  214. 
Muntoliu,  fr.  Bn.  de,  coni.  Dosca  71. 
HuBtumes,  G.  de  169. 
Mur,  Pero  de  60, 
Musa,  d.  T.  327. 

Nannetis,  Laurentius  de  310, 

Nanfos  rey  (Alfouao  II.)  17!. 

Nanteuil,  Itheriua   de,   prior  Fran«» 
ord.  B.  loh.  leros.   13, 

Narbona,   vicecomes  Narbonends  S6. 
archiep.  165,  303,  prov.  20, 1S2, 199. 

Narbones,  Ir.  Raymundui,  d.  Xarbo- 
nciuis,  serv.  341, 

Hamieosis  eiv.  42, 

Haseonis,  (r,  P.  319. 

Nataliü,  Herreus,  ord.  Fred.  309,  310, 
312. 

Navarre,  regnum  12,  303.  rej,  rej 
i  (LudOTicufl)  60,  143,  251,  286,  293. 
I     fraree  en  N.  51,  62,  67. 

Navarello,  correu  269. 
I  Navarro,  Pidrolo  67. 
'  Neapoleo   Orsini,    (s.    Adriani  dtar.) 
I     Card.  9,  16,  26  (legatus)  41. 
I  Neapoli,  Hatbeus  de,  mag.  noL  pip« 
192. 

Ncapolitanus  archiep.  305. 

Nech,  fr.  lohannes  319, 
iNemoris,  d,  T.  337,  33S. 

Neopatrensis  archiep.  304. 
I  Nestoriarii  105. 
I  Hicienaia  ep.  304. 

NicolauB  IV.,  papa  2. 
I  Nicolaus  <de  Prato,  Albertt)  card.  ep. 
I      HcwtlensiB  26,  41, 
'  Nicolaua,  tiL   s,   Eusebii  preeb.  card. 
I       26,  206,  208,  276,   277. 
I  Nicotaus,  ord.  Hin.  Paris.  310, 
.  Nicosiensis  archiep.  304. 
I  Nidrosiensis  archiep,  S04, 
!  Nigropontensis  ep.  304.  NymociutD  <■ 
I  Nivera,    coniUt   271,    oomto   de,   ffll 
del   comtc    de   Flamdres  271,   äJ3. 
I  Noef  caslel,  fr,  Estienne  deu,  com.  de 
I     Court  Val  314. 


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Namens  Verzeichnis  zu  Buid  II, 


Moeriis,  lohannes  proc.  nac.  Angll- 

corum  311. 
Nogareda,  d.  T.  321—323. 
Nogareto,  Quilelmus  de  38,  101,  202, 

277. 
Nonagnio,  fr.   Qaltenu   de,  m.  prec. 

de    Ghambarello,    d.    Lemovicen- 

Bis  353. 
Nonvtila,  doroua  T.  de  362, 
Norman,  dorn.  T.  d.  360. 
Normaimie,    ducatus  171,    prec.   198, 

Nurmanaonini     naciu     in    studio 

Paris.  311. 
Norregie  regnuni  304. 
Novelles  H. 

NovaTilla,  prope  Cathalanaui  330. 
Novelli,  Amaldus,    abbas  Fontis  fri- 

gidi  29,  vioecBDcell.  2H. 
Novellis,  fr.  Michael  de,  s.  371. 
Nürnberg  48. 

Occitana  lingua  34,  14S. 

Olelum,    d.   Pampilonensia   378,   379, 

dorn.  B.  Anton tl  370. 
OlirariuB,  fr.  34G. 
Oliver,  fr.  R.  177.  Oliverii,  fr.  Ray- 

mundus  com.  Ceaaraug  372. 
Olivonls,    Petrus,     ord.     Pred.    prior 

Herde  372. 
Oloniar,  Oulomarii  O.  civig  Barchin., 

iudex    curie    163,    164,     237—239, 

246,    248,    249,  2B3,  264,   266,  25g, 

2G2,  26B,  266,  269,    273,  276,  2B0, 

288,   288,   289,  292,  29b,  298,  302. 
Oltramar,  teyt  de  249,  261,  260. 
Oluga,  fr.  lachme  de  177. 
Ontinyena,  B.  de,  nabot  del  bisbe  de 

Valencia  274,  276.   fr.  Raymundue 

m.   161,  163,  389,  371. 
Orchau,  fr.  RaymuDdus  de,  m.  373,374. 
Orsinl  v.  Neapoleo. 
Orta,  caaa  de  67,  65,  163. 
Ortsnensia  clv.  42. 
Orulum,  d.  T.  368,  371. 
Oscensis   civ.   26,    163.   ecci,  bomlnes 

131.  ep.  317.  HartinuB  131.  dom. 

T.  6B,  372. 
Osera,  H..eracli,  de  164. 
Osom,  Ouso,  domua  T.,  d.  Piclauien- 

sis  332. 
Ottonlensis  ep.  304. 

Paduanue  ep.  303. 
Palatio,  fr.  Berengarius  de,  m.  369. 
PaleutinuB  ep.  303,  FetruB  21. 
PallareDsis    comes   178,    vicarlna   et 
ouria  163. 


Pampilonensis  civ.  60,  131,  378.    ep. 

303,  37B.   —    Paoipilona,    fr.  Tlio- 

mas  de  cam.  TripulitanuB  371. 
Paniscola,  Paninchola,  Penigcola  E2— 

65,    62—64,     121,    126,   228,    229. 

com.  64.  V.  Banyuls. 
Panis,  lohannes  42. 
PanomitaDus  arebiep.  305. 
Paphensis  ep.  304. 
Papia,  librea  de  177. 
Paraudo  Peyraudo,  Peraudo,  Paredo, 

Prato,  Hugo  tr.  de,  m.  prec.  et  vi- 

sitator  In  Francia  7,  102,  314,  327, 

334,  339,  366,  366,  359. 
Paraudo,  Ynibertua  fr.  de,  m.  vlsltn- 

lor  in  Francis  et  Piotaui»  327,  328. 
Pardelhanis,  Guilelmus,  not  379. 
Pari'!,  PariBÜB,  ParisiuB  29,  36,  47  — 


49, 


,   138, 


44,  191,  192,  194,  271,  308,  314, 
328,  336,  339.  cass  del  Temple  61, 
310,  312,  341.  pobol  de  116.  civis 
147.  ep.  311.  decanus  Petrus  16. 
canonici  308—310.  universitaE,  Stu- 
dium, maestres,  prclats  49,  61, 
102,  107,  110,  123,  138,  309,  311. 
Pred.  prior.  310. 

PariaÜB,  Parisius,  fr.  Guilelmus  ord. 
Pred.  capell,  pape,  confessor  r. 
Franeie,  inq.  44-46,  307,310,  313. 

Psriflius,  RaymundUB  de  320. 

ParmcnaU  ep.  305. 

PaschasiuB,  inq.  Tholosanus   92,  130. 

PaBsagii,  d.  T.  361. 

Patracenais  archiep,  304. 

FatavieuBis  ep.  304. 

Fatriwoniuu  b.  Petrl  305. 

Pauli,  comes  b.  155,  comle  de  b. 
Paul  277. 

Faynes,  fr.  Hugo  de,  I.  mag.  Tempil 
336. 

Payteus,  Peyteua  v.  Pietave. 

Pedro  HL  rey,  Pere,  Petrus  72,  154, 
172,  287. 

Peyrofisa,  fr,  Ademarius  de,  prec. 
SidonieoBlB  342. 

Pelagrua,  Amsldus  de,  card.  209, 
V.  AmalduB. 

penlteDciarius  quidam  papo  de  ord. 
Pred,  323. 

Penna,  Oliveriua  de,  cubicularius 
mayorpape,Lon;ibardua59, 114, 165, 

Peregrlni  csstrum  326,  327. 

PertusB,  fr.  D.  de  76. 


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NameoB Verzeichnis  zn  Band  II. 


Pergamensis  ep.  305. 

Perit,  fr.  Ojl,  abat  Dalcoleja  ISS. 

Pcr)>eniaiiuin,     Perpsyna,     Perpeya 

111,  12B,  176. 
Pcrrousel,  Raoul,  Fr.  de,  cuiupaignon 

Dangie  3 IB. 
PeruMnua  ep.  305. 
Pcssaeum,  Pisaacum,    Pessac  21,  23, 

26,   26,  31. 

Pesnel,  fr.  Guy,  la  maL-ron  de  Lou- 
rigny  315. 

Pelraviridi,  fr.  Gaufridua  <lo,  ni.  prec. 
domus  de  Rua,  d.  ForoluHensiB  3G2. 

Petri,  Andrea«,  caD.  Oscensis  15B. 

Petri,  Guillolmus  supprior  Pred.  Car- 
cassonensium  322. 

Petnwio,  d.  T.  324, 

Petrus  ep.  Preneetinus  (card.  de  To- 
l«sa)  36,  59,  152,  1»3,  216,  217, 
221,  225,  340. 

Petrus  llispanus  cp.  Sablnensis  27,  2ti. 

Petrus  Amaldi,  s.  Priaoe  ppesb.  card., 
vicecancell.  18,  19,  21,  23. 

Petrus  Colonna,  card.  26,  36,  40—43, 
190,  199,  209,  243,  244,  264,  265, 
274,  276,  279,  2S4,  340. 

Petrus,  succentor  ParU.  308,  312, 
guardian.  fr.  Minor.  Paris.  309, 310, 
312. 

Fliilippus  III.  rex  Francle  14S. 

PliilippusIV.,  reKFranciE,Francoruui, 
rey  de  Fransa,  Fran^a,  Fran^ha: 
7—10,  12—16,  17,  21  —  27,  29—33, 
36,  36,  38,  39,  41,  45  48,  51,  62, 
64,  56,  58—61,  63,  66,  67,  69,  71, 
74,  80,  83,  84,  89,  91,  92,  93,  94, 
96,  104,  107,  110,  111,  lU— 119, 
123,  126,  126,  130,  131,  134—137, 


139, 


-144,  156-158,  171, 


174, 


,  222,  238, 
239,  241,  243,  244,  246,  247,  248, 
251,  256,  259,  270,  271,  273,  274, 
277,  279,  280,  281,  284-289,  292, 
293,  296,  296  299,  300,  301,  302, 
306,  308,  336,  339. 

Pliilippus,  Phelipp,  f[ll  dcl  rey  (Ph. 
IV.)  de  Franta  286,  288,  292. 

Philippus,  princeps  Tftrentinus  34, 
41,  266,  268. 

Philippe,  fr.  com  in.  de  Reneville, 
a  preaent  couimandeur  e.  Evao- 
bourg  314,  316. 

Pliilippus,  fr.  332. 

Phily,  EvenuB,  not.  309. 

PiacenzB  288, 

Picanioni;o,  castrum  de  169. 

Picardoruui  nacio  in  Btudio  ParU.  311 


Pictavia,  Pictauc,  Peyteus,  Poitiersi, 
21,  27,  31  -33,  36—38,  40,  43,  45, 
46,  59,  91,  92,  107,  110,  117,  124, 
136,  149,  160,  162,  158,  165,  171, 
174,  169,  100,  195,  198,  329,  340. 
ecclesia  maior  167.  seni?scallus  33!. 

Plctavini  P.,  leguoi  ductor,  iudei 
maior  aeneacalli  Garcaasone  et 
B!t«rris  322. 

Piciavinua,  dorn.,  m.  322. 

Piniano,  castell  de  287. 

Pipinus,  Johannes  cuosil.  Caruli  I!.  41. 

PisaDus  archiep.  306. 

Pissacum  v.  Pessacum, 

Pissiaco,  fr.  B.  pi-ior  in  312. 

Piatorlensls  ep.  306. 

Plaisiano  Guülelmus  de,  Pleeia,  Plai- 
sians,  m.  38,  39,  107,  135,  136, 
141—143,  117,  160,  156,  188,  202, 
248,  277. 

Plexiaco,  mag.  Joffredus  de  U9. 

Plugues,  Bemat  des  162. 

PluiaoUs,  fr.  lauscrandus  de  346. 

Podiatis,  Bemardus  de  66,  66. 

Podio  Baslonis,  Bemardus,  de,  caa. 
Reatisus  202,  203,  377. 

Podio,  fr.  Berengarius  de,  m.  i6S, 
370.  lacobus  de  156.  Petrus  ord. 
Min.  Herde  ^ard.  373.  Riperlus 
de,  prce.  Provincio  locum  tenena 
prcc.  de  s.  Egidio  344,  346. 

Pudin,  CBstruDi  de  121. 

Podinio,  fr.  Bemardus  eapell.  369. 

Podioderfila,  Petrus  de,  eleot  Palen- 
tinus,  vicecanc.  2,  23,  30,  v.  Pslen- 

Podio  viridi,  fr.    Berengarius  de  1G2. 

fr.  Bemardus  de,  m.  370. 
Podium  de  Koti^  d.  T.  369. 
Polauus  ep.  303. 
Polatensis  ep.  305. 
Polonia  306. 
Pomar  74. 
Pomer,   fr.  Clemens  de,   d.  Edueiüis, 

serv.  340. 
Poucius  Roderici  (!),  cam.  Carcaiso- 


s  226. 


,  Pons,  lacme,  de  Paniscola  3. 

Ponte,   ßernardus   de,    m.    212,   21?, 
j      219,  221,  223,  224. 
'  Pontino,  prec.  de  332. 
jPontisara  46,  137. 
,  Pontoaibus,  Dalmacius  de,  vicecan- 
'     eellarius  212,  217, 219, 221,223.231- 
I  Poreiano,  Durandus  de,  s.,  ord.  Fred. 
I      310. 

Porta,  loliannes  la  316. 


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Nnmensverzeichiiis  zu  Band  II. 


portere  (iel  papa  186.  ! 

Portogall,  Portugal  37,  223,  342,  304.  ; 

rey    de   28,  e2,  231,  239,  27«,  281  1 

—233,  296.  cumauador  13.  i 

PortugateneiB  ep.  304.  i 

Portus  Fangcis  122. 
Poutar,  dituiii»  do,  d.  LciiiuviccnsiB  333. 
Pragenäis  ep.  304. 
Pratanya,  castell  de  24i. 
Pratii,  mag.  G«raldus  de  320. 
PredicBtores,   fratros   4,   6,  118,    832,. 

36e.  quidam  355. 
Prehissaco,  (r.  Durandua  de  320. 
Provincia,  Provence,  Proema,  Pniensa 

10,  34,  304,   364.  prelata  2G0,    295. 

mag.  et  preeeplores  198.  com.  14. 
Pruvino,  mag.  I.  de  313. 
Pniino,    Ir.    Symon    ChriBlianua    de, 

a.  341. 
Pueulluyll,  fr.  A.,  b.  164. 
Pujades,    Bemat,     ^en,     veguer    de 

Ttirlosa  et  de  la  ribera  Debre  66, ! 

76,  85,  87,  126,  lß2,  lOß. 
Pujol,  tr.  BemarduB  capcll.  162. 
Pulcrovisu,    fr.   BerengariuH   de,    ca-  1 

stellanus  MonÜssoni   GS,   132,    160,  i 

161,  369,  370.  ! 

<lueralt,  P.  de  44,  87,  128.  132,  133, 

162,  175,  237  -239,  247—249,  263, 
254,  258,  261,  264. 

QuinqucccclesicngiB  cp.  305. 

Radulphua,  penitenctariu»  Paris.  308, 

RagusinuB  archiep.  306. 

Rainerii,  Natalis  6. 

Rayniundus  de  Fai^is  card.  200. 

Raymundug   del   Gut,   s.   Marie   nove 

diac.  card.  16,  17.  18,  19,  21,  26, 

2B,  28,  20,  30,   186,  186.  193. 
Ramon,  meatre  262, 
Ravennaienais  arcliiep.  305,  exarclia- 

tus  306. 
Raure,  tr.  Ouillaumele,  de  Dangie315, 
Raybaudl,  tr.  G.  s.,  prcc.  de  Lunacia, 

d,  Aquengiii  354. 
Raynardi,  tr.  lohaniiPB  360. 
Reatina,  cir.  42.  can.  v.  Podio. 
Reg  (f|,  Berengarius  323. 
RegecurEa,  fr.  lacobus  de,  s.  341. 
Regio,  mag.  lulianncs  de,  noi.  28. 
BeginaldiL9,  tr.  presb.  338,  339. 
Regis,    fr.    Galterus    pree.     de,    Van- 

nesio  363. 


Renaut,    fr.  Hatieu   comm.  de  Brete- 

vllle  la  Rabel  314. 
Rennevllto,  d.  T.  314,  315. 
Reaeg,  tr.  Quilleluus  de,  in.  340. 
Retorta.  tr.   Petrus   ija,    com.   de  Ca- 

Btellione  Impuriarum  369,  37 1  —379, 
ReiiB,  lohann  111, 
Rcyart.  Bemal,  cap.  del  papa  274. 
Reval,  tr.  Xiculau»  de  331. 
Ribaldi,  Martinus  317. 
RIbCfl  altes,  RiplBaLlin,  fr.  Bertrandus 

de,  m.   161,  371. 
Rlcharenchis,  duiiius  de,  capclla  de 

324,  344,  348.  349.  354. 
Ricira,  fr.  Petrus  (a,  s.  369.     . 
Rigcnsis  archiep.  cum  sutfr.  304. 
Rigni.  Fuque  de,  Borgolgnon  74. 
Ripa  forada,  d.  T.  379. 
Hl  pull  o,    Bemardus    de,    ord.    Pred. 
.  373.  mag.  loliaones  de,  i'eclor  eccl. 

s.  Licinee  376. 
RivoBJcco,  fr.  Bercngarlus  de  369. 
Ruam  V.  RothomagensiB. 
Roaysiü,  domus  T.  de  346,  346,  349. 
RobertuB.  Rotbertiis,  rex  Sicilio  202. 

216,  232,   238,   246,  288,  289,  292, 

302.  nuucü  siilennes  210, 
Robertus,  8.  Potenliane  presb,  card.  7. 
Robert,  fr.  comm.  de  Barbonae  316, 
Robert  ord.  Pred.  do  Caen  313,  314, 

316,  31G. 
Roeaberti  Guilelmus  de.  Elect.  v.  Tar- 

ragoua  186. 
Rocca,  RiMiha,  tr.  Bernardiis  de,  pree. 

Provineic  345,  364,  358. 
Rochafollo,  fr.  liug»  de,  m.  342. 
Rncaniaure,  eastrum  de,  ultra  Roda- 

num  209,  210. 
Rocamauro,  fr.  B.  de,  ord,  Pred.  317. 
Rocba,  tr.  Guiletmus  de,  m.  345. 
Rochabertinii,  fr.  DalmaciuB  de  66. 
Rocliafurt,  lohan  de,  in.  17,  36, 
RocliourB,  tr.  Henri  de,   de  Vaymer 

315. 
Roda.  SieplianuR  de,  baiulus  gen.  r, 

Aragonie  99. 
Rodanuiii  212. 

Rodera,  B,,  ncriptor  porcionis  131, 
Roes,  pree,  de  329, 
Rogerii,  Pcln)e,  de  Rivullls,  vic.  gen, 

ep,  Paitipilon,  379. 
Rogerius,  tr.  presb,  336. 
Roma  7,  134,  288,  289,  322.  Senator 

289.  eort  de  13,  44,  90,  91,  274,  302. 


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NsmeDaverzeicfania  zu  Bund  lt. 


Roiuanus,  populus  i2. 

Rosaio,  R.  de,  oCt.  cau.  Pari».  310. 

Rosia,  fr.  loliannes  de,  capell.  3T0. 

RoBsanns,  archiep.  305. 

Rosailio,  Roselo,  Rozello  Ol,  63,  110, 

111,  179,  323. 
Röwo  V.  Matleo. 
Rotense  mon.  376. 
RuIliomagcDsifl,   Roaiii,  archiep.  250, ! 

303.  eecl.   15,  v.  Fargls.  I 

Rovira,  (r.   Bn.  de,  serv.   163.  1 

Ruh,  d.  T.  3b2.  \ 

Rubei,  tr.  Raymundus  333.  ' 

Rupe,  fr.  Auialricue  de,  prec.  Fraocie 

325.  I 

Bupe,   fr.  II.  de,   mag.    Provincie  ID  i 

domo  de  Capella  317. 
Rupcforti,  fr.   Iterius  de,  m.  341. 
Ruppa  rubea,  castrum  de  6E.  1 

RuMia  304.  I 

Nabaudia,  Savoyen,  Ludovicus,  sena-  [ 
tor  KomauuB  288.  Pelnis  de,  nepos  ' 
comilla  de  Sabaudla  156.  | 

Sabbateiii,  fr.  Araaldus  323.  | 

Sabellences  41,  Petrus  de  8abello41. , 

Sablies  31B. 

Saguarriia,  R.  bisbe  de  Vio!i  62,  t.  ' 
Guardis.  l 

Satamanlinus  ep.  303. 

Salernitaaus  archiep.  306. 

Salseburgeusls  arcbiep.  304.  ! 

Salvanauo,  fr.  Alho  de,  lu.,  prec.  de  ' 
Capella  317,  341.  | 

aam,  fr.  P.,  gerv.  163.  , 

Sanceyo,  Ouilleliuus  de  311.  ; 

Saucii,  fr.  Petrus,  s.  368,  cain.  Osce 
372.  ' 

San^ii  de  Vergua,  fr.  Lupus,  com.  de  I 
Civert  372.  i 

Sancius,  palruus  J.  II.  29,  i 

Saneho  rex  Haiuricaruai  179. 

Sanhtes,  fr.  Hugo  de,  prec.  Capelle ' 
et  Caturci  et  de  la  Garda  de  Ro-  | 
»ilbo  316,  318.  I 

Sardinie  insula,  et  CorGico  reguum  : 
11,  28,  31,  38,  232,  237,  304.  bisbe 
de,  NicolauB  Bosanus  275,  276. 

Sarisberiensis  ep,  301,  I 

Sarrsceui,  sarrshinB,  de  Grausta,  Hi- i 
spania  4,  50,  71,  72,  85,  86,  121, 
140,  145,  188,  230,  233—236,  254, 
266,  267,  267,  272,  281,  283. 

Sarria,  locus  212. 

Sarttgis,   fr.  Berlrandus  de,   id.   366, 

Savina,  R.  111,  166, 

Saxiaci,  dominus  323, 


Schlavonia  305. 

Scoli,  Bcotja,  rcgnuni  IG,  304.  comes 

quidam  13,  rci  10. 
3erlva,  P.,  can.  de  Valencia,  fill  dea 

G,   Scriva   274,  275. 
Sedunensi»  ep,  304. 
Segron,    fr.    Petrus   de  Valrisco,    d. 

Vasionenaia  349. 
Senaael,  fr.  P.  de,  0.  de  Seuasel  316, 

317,  318. 
Sene  civitaa  et  comitatiu  25,  43. 
SenoQensis    provintia    192,    193.   ar- 
chiep. 138,  303. 
Sestrec  P,  Orden  sproctirator  51. 
Seta,  Stephanus  de  67,  84,  86. 
Severine,  archiep.,  s.  306. 
aeiena,  mon.  74. 
Sicilia  insula  41,  237,   305.   pertula- 

DatuB  officium    22.    rex  (Carola') 

23,   33,  40,  et  (ilii  41,  r.  Carolas. 
Sldoniensis,  d.  T.  342. 
Signensie  ep.  305. 
Simon  cancellarlus  uoiv,  Paris.  308, 

310,  312. 
Simon,  fr.,  inq.  Francie  90,  91. 
Sipontinua  archiep.  305. 
Sims,  8.  (s.  Ciricus),  locus  10. 
giscar,  fr.  A.  de  162. 
Solanis,  O.  de,  civis  DeKu^nsi^  100. 
Soldanua,  Sordanus  1,  4,  139. 
Solerio,  A.  de,  ulr.  iur,  prot.  227.  B. 

de  100. 
Soiier,    fr.    Stephanus   del,    alias  de 

Guordonio  321. 
Soranus  ep.  306. 
Sorriano,  B.  de,  adiulral  131. 
Spalalensis  archiep.  305. 
Spallargiis,    P.   de,   expensor  domas 

regle  100. 
Sparres,    fr.  Adzcmarus  de,    ui.  341. 
Spelluncis,     Bemardus    de,    baiuluf 

gen.   Valencie  99,    160,   163,  288. 

Petrus    de,     procura  tor    in    curia 

Rom.  185,  187. 
SpiDola,  Christian  51. 
Spoletanus  ep.  306. 
Stampla,  donius  de,  Scnonen^is  d.Sli. 
Stephan!,  fr.  Raymundua,  grangerin» 

341. 
Stephanus   de    Sulzy,   Üt.   s.   Cyriici 

presb.  Card.  Brugensis,  de  Bnig^ 

quODdem    r.    Prancie    cancell.  13, 

17,  27,  33,  34,   36,    152,    ISS,  190. 

191,  193,  199,  246,  252,  324,   32i, 


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MmnRns Verzeichnis  xa  Band  II. 


Steve  et  Bartoloineu,  eecudere  182. 
Strigonjensis  archiep.  371. 
Sueeie  regnum  304. 
SueaBionensis  ep.  303. 
Sunyery,  fr.  F.,  a.  163,  369. 
Supplenio,    fr.    Gulllelmus   de   b.,    d. 

Heldensis  340. 
SurrentinuB  «rchiep.  30B. 
Sulrina  civitas  42,  S.  ep.  305. 

Tamariti),  Tamarit,  fr.  Bereiigarius 
de,  m.  163.  Quilleiu  de  111.  fr. 
Petru»  de,  e.  371. 

TarantasiensiR  arcliiep.  304. 

TaraDlInuB  princeps  v.  Philippus. 

Tarentinus  archiep.   305. 

Tariffs  23t,  242. 

Tarlni,  Bartholomeus,  supraiunclariuB 
CesarauguBtanuB  66,  121. 

Tarracona,  Tetracona,  Tarrachoncn- 
gis  ocel.,  eiv.  prov.  77,  88,  98,  99, 
163,  202,  203,  208,  287,  296,  377. 
archiep.  78,  112,  158,  1B7,  204, 
205,  206,  207,  212,  (suffr.)  302,  303. 
Rudericua  88.  Guillelmus  98  -100, 
162,  205.  Gasbin  227,  228.  [H.neilia 
88,  98— 100,  112,  205. 

Tarlari  4,  nuncii  T.  38. 

Terra  laboria  30S. 

Templarii,    ad    Ickoiii   Sarracenoruiii 


Tempi arioruiii  magister  v.  Holay. 

Teregol,  fr.  G.  de,  fil.  HccturiB  de 
Tregul,  m.  318. 

Terol  V.  Tunillui». 

Terra  sancta  1,  2,  4,  47,  109,  IIS, 
118,  119,  134,  139,  142,  143,  145, 
160,  171,  237,  241,  243,  244,  263, 
266,  260,  261,  269,  281,  285,  293, 
296,  307. 

TerrieuB,  luvenis  338. 

Textoris,  (r.  lacobus  320. 

ThebanuB  archiep,  304. 

Theobaldua  casteilanus  de  Lauserta 
320. 

TheodericuB  ep.  civ.  Papalis,  card.  30. 

Theaeloniceneia  archiep.  301. 

Theuionicus,  mag.  Henricua  nrd.  s. 
Augustini  309,  310. 

Tliolosa,  Thulosan  U,  31,  91,  92, 191, 
322.  ep.  303.  iDq.  44,  76.  fr.  Pascha- 
BJUB  ord.  Pred.  92,  130.  civis  pni 
Tholocia  et  HoDtepesB.  147. 

TbolüSB,  (r,  Quilielnius  de  eapell. 
348.  fr.  Stephanua  de  319. 

Thnlosa  card.  de  v.  Petrus. 

Thomas,  til.  b.  Sabine  pi'Csb.  card.  340. 


1  Thomas,  fr.  Ouillelmus  320. 
I  Timor,  Teinor,  fr.  Amaldus  370,  371. 
I      fr.  Dalmaciua   de,   com.   in  Barbe- 
rano  112,   131—133,   1G3,  160,  161, 
369—371. 
I  Tira^na  372. 
Tirensis   douUnua,   (r,   regis  Clpri,  6, 

1B8  (Amaurieus). 
I  Tirim^e,  Tlemcsen,  civitaa  de  23S. 
'  Tiiil,  Tiioniaa  deu,  clerq  de  ia  viaconte 
I      de  Caen  313. 
Tuletanus   archiep.    303.   Toledol  (1) 

alcalde  de  29S,  297. 
Tomar,  domus  de  352. 
Tone,  fr.  Guillain   de  Court  Val  316. 
Torena,  Tieecuniea  de.  Hl.  com.  Con- 

Torras,  G.  dei  159. 

Torvilla,  fr.  Roberlus  de,  m.  prec.  in 

Anglia   326. 
Tors,  B.  Marlin  de  123,  127. 
TiirtiiBC  insuia  4,  371,  v.  Dertusensis. 
Tovia    (stalt   Covla),   Bcrcngariua  de 

66,   120,   169. 
Traguriensis  ep.  306. 
Traicctensis  ep.  304. 
Tramplayo,  fr.  Reginaldus,  presb.  de 

312. 
Tranensis  ai-cliicp.  306. 
Trebes,  Trebia,   fr.  G.  de,   miles  319, 

320,  341. 
Trecen  <T),  Troyes  17. 
Trees,    tr.    Ouillaume   de,   cninin.    de 

Funtenui  316. 
Treverensis  archiep.  304. 
Trevieinus  ep.  303. 
Tria,  quidam  121,  122. 
TribuniensiB  ep.  306. 
Tridentine  ecct.  archidiac.   192. 
TripoÜB  I,  2,  d.  T.  371. 
Trobati,  (r.  Stephanu»   de  Gradyaco, 

d.  Biterrensis  341. 
Trolio,   fr.   Geraldus  (Guillelmus)  de 

319. 
Tuamenxis  archiep.  304. 
Tudela  60. 

Tuderlinensis  clvilas  42, 
Tugunis,  fr.  Romeus  de  370. 
Tumbeour  Ricliard  le  313. 
Tunieium,   Tunii;  241.   rex   226,   mo- 
ros de  241. 
TureliB  299. 
Tureyo,  Lamhertus  de,  dict.  deLimoso, 

dom.  Saxiaci  323. 
Tureila,    fr.    Araaldus    de,    com.    da 

Anibeili)  371. 
Tumo,  Johannes  de  312. 


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NameDSTeTzetchnia  zu  Bund  U. 


Turulium,   Terol,   Teruel   62—64,  66, 

63,  66. 

TuronensiB  arcUlep.  303,  prov.  192, 
Turricetla,    fr.    Amaldus,    cum.    de 

Gardeyno   368,    370,   376.    lacubuB 

de,  BcuUfer,  99,  164. 
Turrttanua  srcliiep.  304. 
Tusria   16,  305. 
TuBcSDieasis  civitae  42. 

■.'bsalenaifl  archiep.  301. 

UcIcnsiB  ordo  234,  2S6,  266,  283,  28E. 

Ulmis,  fr.  Berengariua  de  162. 

Uliraailuaniig  (Trauullvant)  ep.  306. 

Ulugia,  fr.  lacobus  de,  161. 

UngarJB  306,  Vnijari  34,  v.  Kanilus. 

Urlis  (Roma)  12.  Crbe,  Dobiles  de  11. 

UrKellensIs,   Cornea  EriiienKaudus  65. 

Uaecia,  ille  de  138. 

Uiramarine  partes  2G7,  268  mag.   v. 

Utrecbt,  Biacbot  Guido  v,  18. 

VaylUirba,   tr.    Dalniau  de  169,  170. 
Vayllobar,  Vallobar  71,  372. 
Vaymer,  d.  T.  316,  316. 
.  Valbruan,  fr.  lohanncs  de  339. 
Valencia,  Valen?,  ragnum,  civitaa  18, 

64,  56,  62—60,  71,  76—79,  82,  85, 
86,  88,  101,  121,  122,  130, 169,  160. 
162,  163,  165,  167,  178,  203,  206, 
215,  228,  229,  S75,  288,  291,  302. 
diMDuM  fr.  Pred.  68.  domua  Templi 
356,  372.  Neues  Kloater  226.  ep. 
(biabe)  RaimunduB  61,  66,  77,  88, 
1B8,  202,  203,  206—207,  232,  244, 
24H -260,   261,   255,  267,  268,  262, 


I  Vanoeaio,  domus  de  363, 
'Va6alum28,  VaEab>iiaisciv.  ll,diM.2!. 
Vasconia  228. 
[vaur  (Valriacum  Vf,  d.  T.   318. 
I  Veneci  (Venaissin),  ia  oonte  de  71. 
Veneti,    Venecinns,   Venedig  34,  183, 

21t,   245,  261,  263,   261,  298.  Dil« 

251. 
Veaiani,  fr.  Rarmundus  320. 
Viana,    Vienne,    239,    215,    248,  252, 

264,  286,  273-280,  286-289,  291, 

294,  298,301,  302,  303,  364.  archiep. 

301.  biabat  215,  248,  proriutia  34. 

concilium  generale  156,  220—30«. 

esgleya  luayor  292. 
vicecancellarius  pape  186,  209,  21!, 

263—266,  261,  261,  269,  277. 
Vioensis,    Vic,    Vieh,    biabc    de,    eji. 

112,  166,  296. 
Vicentinus  ep.  303. 
Viclore,    Gerardus    de   b.,    ord.  Car- 

niel.  309. 
Vigerii,   fr.  Q.  fil.   toli.    Vigerii   319. 

Hellas  317. 
Vilalba,  Villalba,  tr.  Guillelmu»  de 
1     es,  371.  fr.  lacobus  de  369.  fr.  Pe- 
trus com.  Miraveti   163,    361,  369, 
I      370.  com.  de  CanUvetula  372. 
Vilandrau  28,  32. 
Vilianifi,  Ada  de,  procurator  naciiintj 

Gallicorum  311. 
Vilars,  tr.  Guillelmus  de  321. 
Vilello  csatrum  de  66,  66,   121.  com. 


ist. 


263,      266, 


269,      271,     27e 


283-  285,  287,   289,   297,   302,  303. 

leg.  in  Sardincs  38.  canongia  271, 

276.  com.  63.   pmeurador  55. 
ValfagciEs,  fr.  O.  de,    cambreriua    in 

BurriauB  64. 
Wallaincourt,  fr.  Adam  de  71. 
Valle,    Bertrandus   de,  Generaiadml- 

nistrator     der     Tempi  crgütcr     99, 

205—208. 
Vallcaurea,  cloniue  de,  d.  Viennenaia 

369. 
Vallcceli,  fr.  P.  de  336. 
Vallccutone,  lolianuca  de  338. 
Vallibua,  dumus  de,  d.  VienncnalK  359. 
Wallie,   princeps,  primugcii.  r.  Ang- 

lie  36. 
Vallis  digne  convcntua  82,  83.  abban 


loj 


s   82. 


Valriacum,  d.  T.  341,  319. 


!  Vilera,  tr.  lotaannes  de  330. 
I  V'illiiea,  fr.  P.  de,  mag.  Pietavia  317. 
I  Villafrancha,  fr.  Bartliolomeus  d», 
I  com.  de  Vilello  66,  66,  121,  16S.  ' 
Vila  Franca,  aldea  de  Daroca  63. 
I  Villagranada,  tr.  Petrus  de,  m.  163, 
163,   369. 

Villalonga,  tr.  Berengarius,  m.  368, 
I      fr.  Bertrandus  de  162,  369-371. 

Villanova,  caalnim  66. 
I  Villanova,  Amaldua  de,  mag.  83,83. 
;       92,   94,   98,   172,   173. 

Villanova,  Vidal  de  9,  54,  201,  211, 
'  217,  219,  221—228,  237,  242,  26J. 
Villa  Petrosa,  fr.  Er\-eus  de,  m.  nia- 

gieter  baylivie  Pontini   331. 
VillBrct,   Guilelmus   de,   uiag.  ord.  & 

lohannis  6. 
VJIIars,  Luduvicus  de,  an^liiep.  Lufc- 

dunenais  16, 
Villaribus,  fr.  luhannes  de  329. 
Villariia,  Villera,  fr.  Girardua  de  Tl. 

339,  mestr«  de  Frauce  315. 


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NamoDsveneicbDis  m  Band  II.  89d 

Villaross,  P.  de  S5.  1  Vllerfaiensis  civitaa  «2. 

Villers,    Engcrran    de    Chevalier    n.  I  Vivariensis  ep.  304, 

Btre  roi  313—316.  Vives,  Doniinleus  habitator  in  Aschone 

Villen,    fr.    Richard    de,    coniiu.   de,      100. 

France  316.  Volo,  en  110. 

Vincart,  tr.  329,  330.  Vultunl,  fr.  Oeraldu«  317. 

VintonieiiBiB  ep.  301.  | 

Vinico,  fr.  OltvaHiia  de,  d.  Vivaricn-    Xaliva  92,  291. 

Bis,  s.  346,  346.  i  Xex,  fr.  DiiiniuicuB  de,  i.  378. 

Virtuto,  lacobus  de,  nol.  309.  |  Xesa,  Guilelmua  de,  urd.  Hin.  3T6. 

VIstabella,    fr.    lohannes   de,   8.   371,  :  Xivret,  Xivert,  Civert^  d.  T.  63,  64, 
372. 

I  Zeret,  G.  de  v.  Cerelo. 


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